Ztr. 620. 36.Iahrg. BezuasHreiS: SittteljabiL l0A)Nl..m«naN.ZL0Mi. (tti in» Jiou». D0PQU6 zahlbar Post. b-z»-,. Monatlich SiO Ml.«sfL Rn- iltiUnngsgediid-- Unter Rreujban#(lic Deutschland nnb Oesterreich-Ungarn 6,7ö Mt, für �a» übrige Ausland 10 75 MÜ. bei täglich einmal. Rultellung 5.75 MI. Postdeilellungen nelimen an .''anemart, Kolland, Luxemburg, Schweden u. die Schweig. Eingelragen in die Poft-Reitunga-Prelslili«, Der.Borwärt«- mit der Sonntag». deitaze«Volt u. Reit- ericheint Wochen» täglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adreff»! �Sozlaldematral BctOa*. AbendAnsgabe. Vevlinev Volksblntt Zentmlorgm der rozialdemokratifcben parte» Deutfclilanda ( ISPfennffl) Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezeile tastet l�dZ M.,Zenerung»zuschIag Sil«/» „Nleiiue Anzeigan-, aas fett« gedmette Wort 75 Pfg.(zulässtg zwei settgedruckte Worte), jede« weitere Dori 50 Pfg. Stellengesuche und Schiafstellenanzelgen da» erste Wort 55 Pfg. lebe» weitere Wort«0 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für Zwei Worte. Teuerlingszuschlag 50%. Familien- Anzeigen, politische und gewertichaftitche Berein»- Anzeigen IPV Mt. die Reile. Anzeigen für die nächst» Nummer müssen bis s Ahr nachmittag« im SauptgeschSst. Berlin EW 68, Lindenitraße 3, abgegeben werden.(Beüfinet von 9 Uhr srith bis 6 Uhr abend«. NeSaklio» und Expedition: SM. öS, findenftt. Z. Tternivrecher: Amt Morivplatz. Nr.».»» SV—»21 i»7. Donnerstag, den 4. Dezember Z.V1V. vorwärts-Verlag H.m.b. h., EW. öS, Lindenstr. Z. Kernivrecheri Am» Moristpla«. Nr. 777!53— 54. Der Selagerungszuftanö. Die Nachricht eines Berliner Mittagsblattes, baß das Kabinett die Aufhebung deS Belagerungszustandes be- schlössen habe, eilt den Tatsechen voraus. Ueber die Aufhebung des Belagerungszustandes ist ein endgülttger Beschluß noch nicht gefaßt worden, doch ist die Aufhebung sehr wahr- s ch e i n l i ch. Lohn und Lebenshaltung. Nachdem die Springflut vorwiegend politischer Streiks verebbt ist, ist für die kommenden Monate ein starkes An- scklwellen von Lohnbewegungen wirtschaftlicher Natur zu er- warten. Bewegungen, die ihren Ursprung in der immer starker werdenden Spannung zwischen Emlohnung und Le- benSkosten finden. Nach einein ökonomischen Gesetz soll der Arbeitslohn mindestens die Summe darstellen, die der Ar- beitcr für die Reproduktion seiner Arbeitskraft braucht. Das heißt mit and-ren Worten, der Arbeitslohn soll dem Arbeiter nicht nur seine nackte Existenz garantieren, sondern darüber hinaus die Gründung und Erhaltung der Familie, Erziehung der Kinder und anderes ermöglichen. War daS schon früher in zahllosen Fällen leider nur eine Forderung der grauen Theorie, so hat die Kriegszeit und der ibr folgende Zusammenbruch Deutschlands für Arbeiter. Ange. stellte und Beamte eine weitere Verschlechterung der Lebens Haltung gebracht. Zwar haben wir im gesamten WirtschaftS�- leben ein sehr starkes Anziehen der Arbeitslöhne zu verzeich- nen. die Ausgaben für Ernährung, Bekleidung, Miete, Steuern usw. sind aber in einer noch sprunghafteren Weise in die Höhe geschnellt. Unleugbar ist, daß hei der übergroßen Mehrzahl der Arbeitenden trotz der Erhöhung des Lohnes die Wirtschaft- lichen Verhältnisse in den letzten Monaten sich stark zu ihren Ungunsten verschoben haben. Gewist ist die Tatsache richtig, daß wir ein armes Volk geworden sind, daß wir uns noch eine ganze Reihe von Jahren durchhungern und durcharbeiten müssen, ehe wir unsere Lebensbedürfnisse auch nur einigerinasten so befriedigen können. wie wir es vor dem Kriege gewöhnt waren. Aber eine an- dere Wahrheit darf man dabei nicht vergessen: ist denn nur das arbeitende Volk dazu da, sich d urch- hun gern zu müssen? Wer die Verhältnisse objektiv und offenen AugeS über blickt, wird zugeben müssen, daß die Nurgenießer, die Leute, die jeglicher Arbeit Zeit ihreS Lebens aus dem Wege gegangen sind, noch nie sich so breit gemacht haben wie in der Jetztzeit. Wir sind zwar ein armeS Volk geworden, aber die Luxusgast Häuser, in denen man für Phantasiepreise auch den verwöhn testen Gaumen befriedigt, verschwinden nicht nur nicht von der Bildfläche, sondern schießen geradezu wie Pilze auS der Erde. Zum Beweise dafür sei nur angeführt, daß der Reichs- lvohnungSkommissar mit fchorfen Verordnungen gegen die Schädigung der Allgemeinheit durch Errichtung von Luxus bauten sich wenden mußte. Aber alle papierenen Verordnun gen. Erlasse und Verfügungen haben bisher nicht verhindern können, daß für die wenigen Nurgenießer alle Annehmlich- leiten des Lebens blühen imd daß die breite Masse in immer steigendem Maße wirtschaftlich Not leidet. Was wir heute in unserem Wirtschaftsleben sehen, ist zu einem großen Teile unverhüllter Raubbau am Volke. Wo ist heute noch denl Arbeiter nach dem oben«r- wähnten ökonomischen Gesetz eS möglich, einen Sohn sein eigen zu nennen, der ihm die Reproduktion seiner Arbeitskraft ge- tvährleistet? In den allermeisten Fällen ist er nicht einmal m der Lage, von seinem„hohen" Lohn ein Semd, geschweige denn einen Anzug für sich und s?ine Familienangehörigen kaufen zu können. Man blicke nur einmal hinein in die Haushaltungen der Arbeiter, der Angestellten bis hinüber zu dem früheren bürgerlichen Mittelstand. Geflickte und immer wie- der geflickte Bett- und L.'ibfväsche, zerschlissene Ober- und Unterkleidung, mit einem Wort: nichts Richtiges am und im Le.ibe! Das sind die herrlichen Zeiten, denen wir nach einem wilhelminisöben Wort entgegenaefiihrt worden sind. Dazu kommt»och ein Anderes: In Tausenden und aber Tausenden Fällen haben die jungen Leute, deren mann- licher Teil vier Jahre lang allen Schrecken deS Krieges Trotz bieten mußte, während der weibliche Teil daheim in schwerer geistiger oder körperlicher Arbeit die Stellen der Männer übernahm, und stch daneben in Sehnsucht nach dem Gellebten verzehrte, mmmehr den Bund fllrS Leben schließen können. Nicht einmal ein eigene? Seim können sie sich schaffen. Selbst wenn sie trotz der wahnsinnigen Möbelpreise den not- dürftigsten Hausrat zusammengekratzt haben, müssen sie in- folge der Wohnungsnot noch monatelangmitEltern oderVerwandtendieengeBehausungteilen. Uns ist ein Fall bekannt, wo dieser Tage in einer Arbeiterfamilie Sobn und Tochter an einem Tage heirateten. Und beide jungen Ehepaare müssen vorerst bei den Eltern kam- vieren, weil kein„Raum ist in der kleinsten Hütte". War das Sinken der Moral schon eine der übelsten Begleiter'chei- nungen des Krieges, so erwachsen neue sittliche Gefahren aus dem Zusammenpferchen mehrerer Ehepaare in eine enge Be-' Ententehilft für Wien. Eine Konferenz. Die Entente scheint denn doch zu erkennen, wie wenig ihr an einem wirtschaftlichen Zusammenbruch der Besiegten ge- legen fem kann. Die fürchterliche Notlage Wiens vzmnlaßt sie zu Maßnahmen, denen im Interesse der unglücklichen Stadt nur Erfolg gewünscht werden kann. Der Ober st e Rat beschloß eine Kommission zu ernennen, die mit der Verteilung des rollenden Materials»«ter den verschiedenen Staaten Oesterreichs beauftragt ist. Ist die Ernennung einer Kommission in ihrer plastischen Bedeutung eine sehr wenig fruchtbare Handlung, so wird sie hier zu einem Nichts dadurch, daß noch ein Sackwerständiger zu befragen ist. ob der Ausschuß überhaupt tagen soll. Wesentlicher ist schon. waZ man über die Konferenz des Staatskanzlers Nenner und der StoatSsekreiäre der wirtschaftlichen RessortS Deutschösterreichs mit den Vertretern Englands. Frankreichs, AmrrikaS, Italiens und Japans erfährt, die am Mittwoch in Wien stattfand. Der Staatskanzler bat die Gesandten, ihre Regierungen und die Pariser Konferenz um Antwort auf folgende Fragen zu ersuchen: 1. Ist die FriedniSkonfeeenz geneigt, eine« Tag zwischen dem 10. und tS, Dezember zu bestimmen, an dem der Staats- kanzler und die beteiligte« Staatssekretäre ihre Bitte» d e r f ö n- lich in Pari» vorbringen konnten, um dir unmittelbare Entscheidung zu erreiche»? S. Steht die Erledigung wenigste«» der«reditfrage »hn edie» schon in den nächste« Tage« bevor, so daß eine die»- bezügliche mündliche Borbringnng i» Pari» eotfalle a könnte? Femer erklärte der Staatssekretär für Volksemährung. Löwcnfeld'Ruß, sofortige Hilfe durch Zuschub von G Z- t r e t d e für den Monatsbedarf von 50 000 Tonnen, ferner die Gewährung eines Valutakredites sowie Bereitstellung de» erforderlichen Frachtraumes, für unbedingt epfor- d e r l i ch. Die Gesandten A l l i z S und Marquis Toretta erklärten, daß Italien mit der Verschiffung von 10 0(10 Tonnen bereits begonnen hqbe. und daß eine günstige Entscheidung über die Verschiffung weiterer 30 000 Tonnen Getreide in kürzester Zeit zu erwarten sei. Die Bezahlung dieser Getreidemengen werde aus dem von dem äS-Milliarden-Dollars-Kredit herrührenden Rest von ungefähr 4 Milliarden Dollars erfolgen. Der Staatssekretär für Handel und Gewerbe. Zerdik, schilderte die trostlose Kohlensituation. Gesandter A l li z 6. teilte den Beschluß de» Obersten Rates mit. daß 250 000 Tonnen Kohlen monatlich aus Ober- schlesien an Oesterreich zu liefern seien. Ferner habe dre ftanzösische Regierung 3000WaggonS der tschechoslowakischen Regierung zur Sicherung der Kohlentrankporte an Oesterreich zur Verfügung gestellt. Der Vertreter des StaatsamteS für Verkehrswesen, Sek- tionschef EndereS, legte die traurige Waggon läge dar. Der englische Gesaridte, Lindley, wies auf den Beschluß des Obersten öftites hin, eine interalliiert« Kommission ein- zusetzen, welche die Transportfrage zwischen Oesterreich und den Nachfolgestaaten regeln soll. Der Staatssekretär für Finanzen legte die katastrophalen finanziellen Folgen dar, welche die Beschaffung der Lebens- mittel gegen Barzahlung für die österreichischen Staats- finanzen habe. Der amerikanische Qberkommiffar Hakstaad erklärte na- mens seiner Kollegen, daß sie die vorgetragenen Wünsche ihren Negierungen sofort übermitteln würden. Der Staatßkanzler betonte zum Schluß die Ein- mütigkeit der Nationalversammlung und der Staatsregierung� den St. Germainer Friedensvertrag zu erfüllen, aber zuerst müsse'das ökonomische und politische Dasein Oesterreichs gesichert werden. Politisch befinden wir uns, sagte der Staatskanzler, mit unseren Nach- barstaaten in immer besseren Beziehungen. Nur eine einzige politische Gefahr besteht, die in. den letzten Tagen auf- taucht st, und die unsere niaterielle Not noch gewaltig per- getaucht ist, und die unsere materielle Not noch gewaltig per- ermutigt, von Teutschösterreich abzufallen. Die öfter- reichlsche Regierung hat alle moralischen Mittel aufgeboten, um da» Land von einer solchen Entscheidung abzuhalten. Wird von den Alliierten nicht rasch die HoffnungSlosig keit solcher Unternehmungen ausgesprochen, und jedermann klargemocht, daß derartige Versuche aussichtslos sind, dann wird die Anschlußbewegung weitergreifen. Dann aber ist da» Subjekt, das den Frieden geschlossen hat, nicht mehr vorhanden. Wien wäre so isoliert, daß ein V e r z w e i f- lungkausbruch der Wiener Bevölkerung zu befürchten wäre. Ungeheuere Preise für Lebensmittel in Oesterreich. Oesterreich steht unmittelbar vor der Erhöhung de» Preises von t2Sv Gramm Brot von 2 Srene» auf 5 Krone». Koch- m e h l wird ohne Unterschieb der Beschaffenheit 40 Kronen für das Kilogramm kosten. Der ftleischpreiS wird im Durchschnitt von 42 auf 78 Kronen erhöht werden. DaS rasche Sinken der öfter- reichischen Valuta hat die Preise für ausländische Nahrungsmittel derart gesteigert, daß bei den jetzt abgeschlossenen Käufen gegen- über den gegenwärtig geltenden Preisen der Staat bei jedem Laib Brot 9 Kronen, bei jedem Kilo Mehl 8 Kronen Drauizahlung zu leisten hat. Dadurch ergibt sich bei Brot und Mehl für den Staat ei« täglicher Verlust vv« 13 Millionen Kronen. In der National« vetsammlung hat der Staatssekretär für Finanzen einen Nachtrag»- kredit von 3265 Millionen Kronen eingebracht. Häufung. Man vergegenwärtige stch nur die Wirkungen, die die Intimitäten des Ehelebens mehrerer Paare in den kleinen Arbeiterwohnungen auf die heranwachsende Jugend ausübt! All diese in großen Umrissen skizzierten widersinnigen wirtschastlia�cn Erscheinungen nehmen einem großen Teil düS arbeitenden Volke? die Freudigkeit, tatkräftig mitzuarbeiten am Wiederaufbau unseres daniederliegenden Wirtschosts- lebenS. Wenn in den nächsten Monaten ein starkes Anschwellen gewerkschaftlicher Lohnbewegungen zu verzeichnen sein wird, so ist das eine FolgÄvirkung des Mißverhältnisses von Lohn und Lebenshaltung. Wie stark die Spannung zwischen beiden wirtschaftlichen Faktoren geworden ist, zeigen uns statistische Berechnungen, die die Homburger G ewe r k s ch a f t s- k o m m i s s i o n in der letzten Zeit angestellt hat. Danach braucht eine fünfföpfige Familie-- nicht etwa nach Söbleich- Handelspreisen zurzeit 7 1 7 ,40 Ma r k m o n a t l i ch für ihre Erhaltung. Nach einer anderen Berechnung, die auf Veranlassung der.französischen Machthaber im besetzten Rheingebiet aufgemacht wurde, kam man sogar auf monat' lich über 1200 Mark für eine vierköpfige Fa- mllte. Damit vergleiche man einmal die durchschnittlichen Arbeitslöhne und Gehälter, wie sie zurzeit gezahlt tverden. In der Mehrzahl der Arbeiterfamilien kann nicht einmal der Mann, geschweige denn Frau und Kinder an Nahrungsstoffen das erhalten, was der Körper braucht. Die immer höher steigende Kurve der Tuberkuloseerkrankungen zeigt im» den Wea. den wir dadurch beschritten haben. Die nächsten Wochen und Monate werden uns also um- fongreiche Lohnbewegungen bringen. Im Jnteresie unserer Volkswirtschaft müsien wir dafür sorgen, daß beizeiten Vor- sorge getroffen wird, damit diese Bewegungen sich nicht in verzweifelten Streiks Luft machen, um dann nach Tagen oder Wochen der Arbeitsruhe mehr oder minder erfolgreich zu enden. Vor Wochen bereits ging die Nachricht durch die Presse. daß das Urbeitsministerium in den verschieden gelagerten Ernährungsbezirken ständige Erhebungen anstellen will, um zu ermitteln, in welchem Verhältnis die Arbeits- löhne zu den Lebenskosten stehen. Nur so ist es möglich, die nötigen sicheren Unterlagen für die Schlichtungsausschüsse zu fmden, um bei den bevorstehenden Bewegungen den Forderungen der Arbeiter und ihrer gewerkschaftlichen Vertre- tungen einigermaßen gerecht werden zu können. Es ist hohe Zeit, daß hinter die geplante Einrichtung ständiger Feststel- lung der Lebenskosten Dampf gemacht wird, damit die kom- Menden Zeiten unö nicht unvorbereitet finden. Vorsorgen, nicht hinterher hinken, wen» die Ereignisse uns überrascht haben! Das ist nicht nur eine volkswirtschaftliche, sondern auch eine eminent politische Aufgabe für unsere Vertreter in den Regierungs- stellen. Lohn und Lebenshaltung müssen in Ueberein- stimmung gebracht werden, wenn unsere Wirtschaft gesunden soll. HanS Weber. Die Offenen Wortes Aus dem RcickiSwehrministerilim wird den P. P. N. ge- schrieben: Der„Vorwärts" beschäftigt sich in seiner Nr. 679 vom 4. d. M. mit der Zeitung„Offene Worte", die«in die baltischen Soldaten verherrlichendes Gedicht gebracht hat. Trotzdem von hier aus dem„Vorwärts" schon vor Wochen mit- geteilt worden ist, daß die„Offenen Worte" kein amt- lichz» Organ sind und nicht au» amtlichen Mit- teln unterstützt werden, wird jetzt wieder behauptet, das Blatt wäre vom Reichswehrgruvpenkommando I (Lüttwitz) herausgegeben. Erneut wird festgestellt, daß das ge- nannte Kommando die„Offenen Worte" nicht hcrarlsgibt und Darauf auch seit geraumer Zeit keinen Einfluß mehr aus- üben kann. Das Blatt erscheint jetzt in privatem Verlag als „Wegweiser für das deutsche Volk in Stadt und Land"- Vom Ncichstvehrminister ist verfügt worden, jede amtliche Verbreitung dcs Blattes untersagt ist. » Wir begrüßen, daß das Reichswehrministerinm die amtliche Förderung dieses Hetzblattes untersagt, befürchten aber, daß dqfiir eine um so stärfere private Förderung seitens ein- gelner Offiziere stattfinden wird. Im Neichswehrministerium scheinen die Beziehungen zwischen den„Offenen Worten" und dem Generalkommando Lüttwitz doch nicht hinreichend bekannt zu sein. Wir weisen nur darauf hin. daß der Redakteur der „Offenen Worte" Offizierstellvertreter bei diesem General- kommando ist._ Die Bedingungen öer Vulkanwerst. (Trahibericht unseres Hamburger Berichterstatters.) In der Tmiilcrstng morgen abgehaltruc» Bcrsammlmig der gc- werkschaftlich organisierte» Arbeit« wurde mitgeteilt, das) die Di- rcktivn grundsätzlich bereit sei, den Betrieb wieder zu eröffnen. Sic macht jedoch zur Bedingung, daß der n c u c A k k o r d t a r i f ange- »ommc» werde. Außerdem würden diejenigen Arbeiter, die syste- matisch das Wert und die Arbeiten sabotieren, nicht wieder ein- gestellt werde». Die Lcrhaudlnngen werden auf dieser Grundlage fortgeführt. 5reilassung öer Schutzhastgefangenen. Zu der Nachricht, daß der Oberkominandierende in den Mar- kcn die Freilassung der in Berlin noch in Hast befindlichen Schutz- Häftlinge verfügt hat, berichtet die„Freiheit", daß noch eine ganze Anzahl anderer Personen, zumeist Auslä'ndex, eingekerkert wären. Tiefe Meldung ist wie bei der./Freiheit" üblich, stark übertrieben. Es sind im.ganzen fünf Ausländer in Haft gewesen, von denen einer, Rädel, noch im Laufe des heutigen Tages entlassen werden wird, lieber die vier anderen steht die Entscheidung noch aus. In. Schutzhaft waren sieben deutsche Staatsangehörige, die sämtlich entlassen wor- den sind, Der König von Pommern. Man schreibt uns: Die Bezirksgruppc Greifcnberg des Pommer schen Land- b n n d e s, unterzeichnet von Tr.�W o l f g r a m m, hat am 17. Ok- tobcr 1919 unter der Bezeichnung„Eilt sehr, sofort" ein Rund- schreiben an L a nd w i r t e Versand!. Darin wird folgendes gesagt: „Am 16. Oktober 1919 sprach in Stettin v. Wangenhcim- Klein-Spiegel über die augenblickliche wirtschaftliche Lage. Wan- gcmhcim wies nach, daß wir vor dem Zusammenbruch der Zwangs- Wirtschaft stehen. Die wirtschaftliche Lage ist so, daß wir auf alles gefaßt sein müssen. Bei der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage ist zu erwarten, daß die Lcntdwirtschaft völlig auf Selbsthilfe angewiesen bleibt. Infolgedessen ist es notwendig, z u v e r l ä s so g e und st a a t s- erhaltende Elements in größerer Zahl in der Landwirt- schast des Kreises aufzunehmen. Es wird vorkommen, daß die Aufnahme solcher Herren aur dem Lande manchmal mit Schwierig- keilen verbunden sein mag. Die Schwierigkeiten müssen a b e r r ü ck s i ch t s l v s überwunden werden. In Berlin besteht der„Nationale Heimatbund zur Versorgung Heeres- eyslasfener", verlitt-fi. 9, Schillinystr. 14/15. Dieser Heimatbund macht es sich zur Aufgabe, die zuverlässigen Elemente des ausgelösten Heeres, insbesondere Offiziere, dein Lande zu überweisen. Bei dem Ernst der Lage bitten wir, uns umgehend Nachricht zukommen zu lassen, ob und wieviel Ossi- ziere und s o n st i g e zuverlässige Leute Sie in Ihrer Häuslichkeit oder in der Häuslichkeit der Mitglieder Ihrer Be- zirksgruppe aufzunehmen vermögen. Wir bitten wegen dieser Frage eiligst ver tr auliche N m- frage bei den Besitzern I h r e'r B e z i r k s g r u p p e zu halten, um die Zahl der aufzunehmenden Personen hierher vis spätestens 25. Oktober d. I. mitzuteilen, da wir für den Kreis die Zahl der gewünschten Herren dem„Nationalen Heiinatbund" Berlin eiligst mitteilen müssen." Das Schreiben ist bezeichnend, wie die.Herren sich in ihrer Macht iühkn." V. Waugeuheim verfügt einfach, daß Pommern für sich sorgt, daß die Lebensmittel in Pommern verbleiben Sturmesboten vom Lemöe. Polksanflauf,.Menschenansammlung, dumpfes Gemurmel! Bricht der Sturm los? Hat die Gegenrevolution sich erhoben, for- miert sich, ein kaiserlich! königlicher Hesehaufen hier in der Nähe der südlichen Friedrichstraße zum Angriff aus eines der umliegenden Staatsgebäude? Flattert das Banner einer schwarz-weißea Sekun- danerverschtrv! ung zu dem Zweck, den aus dem Felde heimgekehrten ehemaligen Mitschüler als Leutnant Schulze III zum Kultus- minister zu machen? Kriechen vielleicht wieder Söhne des Sparta- kus auf den Dächer,, herum? Erilmeruligen an die ersten Monate dieses Jahres tauchm im bewegten Gemüt auf. Damals suchte mehr als einmal eine brudermörderische.Kugel durch kurzspannige Annäherung manchem sonst nicht für das Soldaientum schwärmenden Paffanten seine anderweitig nicht attestierte Kriegsverwendbarkeit klarzulegen. Was Hilsts? Des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr rast. Seitendeckung genoinmen und hindurch. Jui Notfall öffnet sich wohl ein milder Hausflur als Unterschlupf.... Der Auslug von Heldeirhastigkeit ist umsonst vertan. Fürs erste reckt noch beim. Aufruhr der Drachenkopf. Kein entschlossener Royalistenhäuptling rief: „Nun vorwärts, Angus und Lothian, laßt flattern den Busch vom Haupt! Der Douglas hat des Königs Herz, wer ist es, der es ihm raubt?" Tie rotglühenden Blicke der Menge fesselt ebensowenig ein fanatischer Bolschewistenführer.'— Dort, dorthin wenden sie sich, wo hinter blitzender Glasscheibe mächtige weiße Körper in die Breite und Höhe schwellen. Schweineleichen? Starke Aehnlichkeit, aber es sind keine. Wo kämen sie auch her, an die Oeffentlichkeit des hellen Tages. Alle Welt weiß, daß die einstmals auch dem Plebs bekannten grunzenden Geschöpfe nur>n ländlicher Berborgcnheit zu sterben pflegen, saß ihre Ueberreste in absoluter Dunkelheit von der notleidenden Hütte des Erzeugers zum Herde des Kriegsge- wmnlers überführt werden. Nein, es sind gemeuchelte Gänse dort aufgebahrt, weiter nichts. Eigentlich Lästerung, zu sagen: Weiter nichts. Nie- mals sah Berlin solche Gänse. Niemals wurden sie produziert in dieser Art in den von der Erschöpfung bedrohten landwirtschaftlichen Gegenden unseres Paterlandes. Weit entfernen sie sich fron den gewöhnlichen. Schnättervögeln, däs sind Uebergänse, zu Sckmccr gewordene.Idole' raffinierter Mästekunst, Berge von Fett, Porweltsaurier aus Pommern, Mecklenburg oder woher sie immer stammen. Wieviel Scheffel Mehl müssen die Ungeheuer freiwillig oder unfrciivilllg verschluckt haben, um zu den überwältigen- den Schmalzsöckcn anzuwachsen. Kein Wunder— das Land kann den Städten nichts liesern, wenn so ungestalte Fveßschläuche die Süß« des Ackers vertilgen. sollen. Es ist serner interessant, daß die Landwirte nun auf xinmal Platz haben, zuverlässige und staatserhaltende Element: in größerer Zahl unterzubringen. Da die Offiziere sich jedenfalls auch in der Landwirtschaft betätigen, können die vielen stellenlosen Gutsbeamten ja sehen, wo sie unterkommen. Im übrigen spricht die Ansammlung von Offizieren in Pommern für sich selbst und können wir nur empfehlen, aus das Treiben der pommerschcn Fronde, die in dem„unpolitischen" Laüldbund ihr Wesen treibt, alle Aufmerksamkeit zu widmen. Garantiert rasterein. Der Wilmersdorfer Penälerverein, dessen Mitglieder sich mit „Euer Dculichgcboreii" titulieren, hat ein Ebrenmitglied bclommen, deir Herrn von Gräse-Goldebee. Mittels einer 70 Zeilen langen Erklärung in der„Deutschen Zeitung" tritt Herr v. Gräfe die Blulsprobe an und wcft't gegenüber anderslautenden Behaup- ungen kein rein arisches Geblüt nach durch ausführliche Benennung seiner Vorfahren bis zu Armin dem Cherusler heraus. Sehet und staunet! Herr v. Gräfe hat keinen Tropfen jüdischen BluleS in seinen Adern, er hat seine Chutze ganz aus sich selbst heraus I Welcher Schmerz für Herrn Gräfe, daß er nicht zugleich mit seinem Urariertum auch jelutn Uradel beweisen laun. Im übrigen sehr boshaft von ihm gehandelt. Denn wenn nun auf seine Erklärung hin' jemand von seinem Parteifreund Herrn von Heydebrand denselben Beweis der Rassereinheit verlangt, wasdann?! Unabhängiger Parteitag. Vierter Verhandlungstag, vormittags. ' Leipzig, 4. Dezember 1919. Zu Beginn der heutigen Sitzung beschwert sich N e u m a n n- Nürnberg daniber, daß der„Vorwärts" entstellte Berichte bringe; «r habe ihm Worte in den Mund gelegt, die er gar nicht gesagt habe. (Es freut uns, daß Neumann aus gute Behandlung durch den„Vor- wärts" noch immer großen Wert legt. Die Red.) Aus der Tagesordnung steht heute di: „Stellungnahme zur Internationale". Als dieser Punkt behandelt werden soll, beginnt ein a l l g c m e i- ner Sturm der Delegierten auf das Bureau zur Wortmeldung, so'daß die Verhandlung unterbrochen iverben muß. N e u m a n n- Nürnberg verlangt, dgß Wortmeldungen erst erfolgen, wenn die Besprechung eröftnet wird. Auf Antrag Dittmann wird beschlossen, abwechselnd die in Frage kommenden z'w e i Richtungen sprechen zu lasten. Ein Antrag Berlin verlaugt, daß Ledebour als erster Redner mit unbeschränkter Redezeit zu Worte komme. Ledebour selbst beschwert sich, daß Dittmann, der diesen Antrag gekannt habe, mit seinem Vorschlage diesen Plan durch- kreuzt habe. Das sei eine falsche Ausfassung Dittmanns,-als ob es sich uni die Rickckung Gens oder Moskau handle. Wir Unab- hängigen haben e i n e e i g e n e At e i n u n g zu vertreten, und es ist ein Irrtum, daß wir in der Gefolgschaft der Genfer oder Moskauer Herren gehen müssen. Abg. D i! t m a n n erklärt, daß er ebenso!vie Ledebour auf dem Standpunkt stehe, daß die Unabhängigen selbständig vorgehen müssen; er glaube nicht, daß für die Genfer Internationale überhaupt jemand im Saale sei. Es könne sich also nur um zwei Richtungen handeln. T ä u ni i g bittet, dem so lange verhafteten Genossen Ledebour schon als Akt der Pietät das Wort zu geben.— Gegen wenige Stimmen erhält Ledebour ein« länger: Redezeit.— Sodann spricht als erster Redner zu diesem Punkt' Dr. Hilferding-Berlui: Die Frage sei. von ernster Bedeutung. Die Zukunft der Internationale sei zum größten Teil abhängig von der Beschlußfassung des Parteitages. Man dürfe an die Frage nicht nrit Voreingenommenheit herangehen. Die U. S. P. habe im Kriege ihre internationale Gesinnung zum Ausdruck gebracht und diese Gesinnung sei der Grund für die Bildung der Partei gewesen. Wir empfindeil jeden Schlag gegen das russische Pro- letariat wie gegen uns selbst gerichtet. Wir haben die Pflicht, gegen jede JnterbcntionSpolitik uns aufzulehnen. Gegen- über der Bourgeoisie müssen wir uns vollständig solidarisch er- Eine aber ist die Königin. In der?Nitte ihrer Gefährtinnen thront sie. meterlang, mit schenkeldicken Polstern über Brust und Bauch, eine Apotheose ihres Geschlechts. Fallet nieder, ihr Hungrigen, und betet an! „Wenn sie nicht 25 Pfund wiegt", sagt ein Sachverständiger, „bin ich eine Lachtaube".„Die wird 12 M. das Pfund kosten" meint unsicher die schmächtige Dame mit den grauen Stirnlöckchen. „Für 12 Mark das Pfuird kaufe ich ihnen fünfzig davon ab," höhni der Dicke iin Opossumpelzkragen und kaut überlegen an seiner Zigarre.„Man kann ja ringe hei und fragen", spricht ein Kecker und strafft die Brauen. Er geht wirklich„rin" unp fragt. Etwas verlegen tritt er wieder hervor, verkündet gedämpft, aber den�ich und bedeutungsvoll:„2 3 Pfund zu 17 Mark, im ganzen 391 Mark." Zittern läuft wie eine Welle durch die Schaar, Frauen er- blassen, einige Männer entblößen luftschiiappend und ehrfürchtig den Scheitel, hvsterisch lacht ein junges Mädchen auf, der Herr im Pelzkragen quetscht einen Fluch neben seiner Zigarre heraus— dann wieder loicaftill. Sie alle sind kleiner geworden, die ver- meintlichen Aufrührer, schnell bröckelt ihre Phalanx ab. Die Stimmen zur Erde geneigt, schleichen sie davon. Nur ein breit- geduckter Zeitungshändler steht noch einen Augenblick und mur- nrelt:„Da möchte man einen drauf trinken, wenn man«inen hätte." Tann geht auch er. Einsam bleiben die Fettonnen hinter ihrer Glasscheibe zu- rück.— Seinen Begleiter aber legt ein zu tatsächlichen Feststellungen und volkswirtschaftlichen Werturteilen gencigtec F iugling im Weitcrschreiten folgende Fxngen vor.: „Wie muß dieses Jahr das Erträgnis der Felder gewesen sein, um solche Resultate zu erzielen?" Ist die Intelligenz und kaufmännische Tüchtigkeit unserer ländlichen Besitzer nicht zu bewundern, die in Berücksichtigung des städtischen Heißhungers nach fettiger Substanz diese unerhörten Produkte ihres Fleißes auf den Markt werfen? Berlin ist gegen- wärtig daran überschwemmt." „Kann die nur zwanzigfache Preiserhöhung gegenüber der Friedenszeit in Anbetracht der vermehrten Unkosten noch geeig- net erscheinen, dem darbenden Landmann Freude und Bereitschaft in seiner opfervollen Tätigkeit für da? Gemeinwohl zu er- halten?" „Ist nicht auf allen verlvandten Absatzgebieten, z. B. bei der ebenfalls in Massen erhältlichen Butter, bei den in Kümmernis heimlich geschlachteten Rindern, Kälbern. Schafen, bei den Eiern und beim Obst ein ähnliches Mißverhältnis zwischen Preis und Mühe zu entdecken?" „Stehen nicht die angedrohten Bauernrevolutionen und die mit blutendem Herzen gefaßten Streikbeschlüsse der Gutsherren in ur- klären mit der russischen Regierung, aber, wenn wir die Verhält- nisse nüchtern uns vor Augen halten, so müssen wir sagen, daß die politischen und revolutionären Voraussetzungen in Rußland nicht für West- und Mitteleuropa zutreffen.— In der von Hilferding empfohlenen Entschließung heißt es: Weder der Brüsseler noch der Moskauer Versuch eines Wiederausbaues der Juteruaiionale sind befriedigend und beide ericheinen wenig geeignet, die Schwierigkeiten zu überwinden. Das völlige Versagen der alten Internationale im Kriege hat sie der Autorität beraubt und erfüllt gerade die revo« lutionären Proletarierschichten mit Mißtrauen..Die Moskauer Internationale hat einen spezifisch kommunistisch- s e. k t e n h a f t e n Charakter und hat keine Aussicht, die für den sozialen Kampf entscheidenden großen Proletariermasien des in- dustriellen Westens in sich zu vereinigen. Voreilige Versuche siuo nur geeignet, die Wiederausrichtung der Internationale zu er- schweren. Ter Parteitag billigt die Bersuche der Parteileitung, mit den auf sozialrevolutionärem Boden stehenden Parteien, ob sie nun der Brüsseler oder der Moskauer Organisation ange- hören, Fühlulig zu nehmen, um so die Grundlage vorzubereiten, auf der eine aktionsbercite, mit revolutionärem und sozialistischem Geiste erfüllte Internationale wieder errichtet werden kann. Er beauftragt sie, diese Bestrebungen fortzusetzen und so die Einberufung eines Internationalen Sozialistcnkongresses zu ermöglichen zur Wiedervereinigung der Arbeiterbewegung aller Länder. Bon dem Ergebnis dieser Bemühungen macht die Partei ihre endgültige Stellungnahme abhängig. jSchluß in der Morgenausgabe.) Heine zur polizeinote. . Ein Mittagsblatt veröffentlicht Auslassungen des MimsterZ Heine über die von der Entente geforderte Aufhebung der neugeschaffenen Polizei- und Schutzeinrichlun- gen im Innern. Er hält die Note für die gewollte Frucht der von den Unabhängigen betriebenell wahrheitswidrigen Hetze, die diese der Entente direkt zu übermitteln gewußt hätten. In Wahrheit seien sowohl die E i n w o h n e r w e h reu wie die Zeitfreiwilligen aus t>er Initiative der schutzbedürftigen Bc- völkerung hervorgegangene Organe, die keinem anderen Zwecke dienen als dem Schutze vor Uebcrsällen und Plünde- r u u g e n, wie ihn die Entente selbst für Köln und die neutrale Zone von den preußischen Behörden gefordert hat. Die Sicherheitspolizei ist durchweg den Leitern der örtlichen Polizei unterstellt und empfängt ausschließlich von diesen ihre Befehle. Daß die Sicherheitspolizei grüne Uni- formen trägt, ist ein Notbehelf, weil das Tuch genommen werden mußte, was vorhanden war. Früher haben sich die blaugekleidetcn Schutzleute ebensowenig von der blaugekleideten Infanterie unter- schieden, ohne daß das ein Grund gewesen wäre, ihre grundsätz- liche Verschiedenheit zu verkennen. Vahlnieöerlage m Norwegen. Bei den am Dienstag in allen Städten N o r w e g e n S ab gehaltenen städtischen W a b l e n haben die Sozialdemokraten eine schwere Niederlage erlitten. In der Stadt- verordneienversammlung von Kristiania gerieten die Sozial- demokcaten in die Minderheit. Bon 84 Sitzen enifielen auf die Konservativen 45, auf dte Sozialdemokraten 36, aur die Frei« sinnigen 3. Aucb in anderen Städten hoben die Sozialdemolraten schwere Verluste zu verzeichnen; sie haben im ganzen 33 Mandate verloren._ kleine politische Nachrichten. Reichstagswehlcn. Tie Mitteilung verschiedener Blätter, nach der die neuen Reichstags Wahlen im April näcksten Jahres stattfinden sollen, dürfte laut Erkundigung der„Deutschen Allge- meinen Zeitung" zutreffen- Reichsschulkonferenz. Ter Reichsschulausschuß vereinbarte in seinen letzten Sitzungen als Termin der Reichsschulkonferenz Ostern nächsten Jahres. Tie Zahl der Teilnehmer soll 400 nicht über« schreiten. sächlichem Zusammenhang mit dieser Äenachteiligunz des durch die anmaßenden Stadtbewohner ausgesogenen Landes?" „Schließlich, wer sind die einsichtigen Kreise in Berlin, die der gebotenen Fülle Gerechtigkeit widerfahren lassen, gern ausreichen- den Entgelt spenden und sich erfrischen beim Genüsse der von ihren rustikalen Mitbrüdern unter so vielen Fährnissen dargereichten Gaben? Die Menge scheint stumpf daran vorbeizugehen...." Der Begleiter fand auf keine dieser Fragen Antwort! II. G. Bücher für unsere Jugend. Unter diesem Titel gibt der Z e n t r a l- b i l d u n g s a u S s ch n ß der Soziaidemokratischen Parlei Deutschlands soeben ein Verzeichnis empichlenswerler Bücher für die Jugend heraus. Die Auswahl ist teils unter Mitbenutzung des von den Jiigeiidschristeii-Prüiungkau'ichüsiei» Groß-VerlinS und der Provinz Brandenburg gesichleien Materials, teils selbständig erfolgt. Das Verzeichnis roitö nicht nur bei den JugendschriftenonSstclluiigen der BildungsauSschniie. die fetzt zur Weibnachtszeit überoll statt- sindeii, gute Dienste leislgn, sondern darüber hinaus auch jiir miKre Arbeiterellern wie Ar bciteibibliol Helen ein guter Führer durch die umfangreiche Literatur auf dicsem Gebiete jeiii. DaS Hett wird zum Preise von 50 Pfennig abgegeben und kaim gegen Voreinsendung deS Betrages und 10 Pfenn'g Porto durch dvh. Zentral- bildungSauSschutz, Berlin SW 68, Lindenstraße 3, bezogen werden. Ucbcr Zeugung, Werden und Bercrbunz des Menschen bielt am Mittwoch ini LebretvereinshauS der Anrhropologe Fi Kr. v. Rciven- stein enieil durck Beifallsdank belohnien Vonrag. Den Wisscii- schafiler über dieses Thema drei Stunden lang allgeineinvernälid- lich ftrecheii zu börcn, ist eine um so nützlichere Angelcgeiibe't, als im allgemeinen selbst reifere Menschen wenig davon wissen. �«n Stelle der Unwissenbeil, die zum Unreinen und auf Irrwege inchrr, setzte der Vortrag das Bcwußlseiu vom Geheimnis des Lebens. Welchen Schmutz bat die„Auftlärung in den Winlcl»" zu durch- waten, bis zukällig ein Vortrag wie dieser Helles Licht über daS Sexualleben ausbreitet. Ernst Stahl, Professor der Botanik an der Universität Jena, ist dort im Alter von 72 Jahren gestorben. Stahl hat eine Fülle wertvoller Arbeiten ans dem Gebiete der Physiologie und Ökologie ge- liefert. Er war ein Vertreter der biologischen Richtung, die un- mittelbar an den Lebensprozeß anknüpft. In der Nolksbühue findet am" Sonntag die 25. Aufführung von „Paul Lange und Tora Parsberg" mit Friedrich Kaygler und Helene Fchdmcr in den Hauptrollen ftalt. »'uiisichroiiik. S ck m i d t- R o t t I u j s veranstaltet in der Galerie Ferdinand Möller eine Ausstell, mg von Gemälden aus den Jabrcu WO» bis 1919.— Nene exvressionfilische Gemälde von Arnold � o p p lind in der Dczembcr-Ausitellung des Sturm ausgestellt. Thearcr. Tie dekoiative mid toslümlichc(SeiamiauSltaltung zu dem Ballett. K l e In-I d a s Blumen" m der Staats aper stammt von dem Kunstmaler K a i n e r. LtcbermannS Friedrich Naumann. daS bekannte Bildnis, wurde im Licbermann.Saal der modernen Abteilung der Berliner Nationalgalerle im KronprinzenpalaiS aufgehängt. De? Prozeß Marlok. 2. Vcrhandlungstag. Reinhard als Zeuge. Nach Niifrus her Zeugen ivird in der Z e u g e n v c r n e h- inung ftrtgefa�ceii und zunächst unter allgemeiner Spannung Oberst Reinhard vernommen. Der Versitzende hält ihm vor, dag der- Angeklagte sich daraus beruse, durch Leutnant Wehmeyer den Befehl bekommen zu haben:„Du sollst erschießen, was Du irgend- wie erschießen kannst. Tu sollst löll Matrosen erschießen." Das sei ihm aber zuviel gewesen und er habe nur �30 Leute erschießen lassen. Oberst Reinhard soll sich nun über'diesen Befehl äußern und zugleich einen Ueberblick über die damaligen Kämpfe geben. Oberst Reinhard: Von Exzellenz L Ü t t w i tz erhielt ick> damals den Befehl, den Appell der Volksmarinedivision zu oerhindern und möglichst viel Gefangene zu machen. Der damalige Ober- lcutnant, jetzige Polizeihauptmann v. Kessel, wurde mit der Durch- führung des Unternehmens betraut. Ich sprach dann mit meinem Generalstabsoffizier von Steuden und dieser teilte mir mit, daß Oberleutnant Marloh mit der Durchführung der Aktion beaustragt worden sei. Tie danraligen Kämpfe begannen mit dem Abfangen memcr Transporte in der Hannoverschen Straße, mit der Festnahme usw. Ich glaube, es war am 4. März, als mir gemeldet wurde, daß Leute der Republikanischen Soldatenwehr den Kampf gegen uns aufgenommen hatten. Ich gab daraufhin den Beichl, nachmittags um%4 Uhr die Republibamsche Sol-datcnwehr in der Hannoverschen Straße anzugreifen. Vorher war der Führer der Wehr bei mir gewesen, um zu verhandeln. Ich sagte ihm, er solle seine Uhr ziehen und um Mi Uhr mit seinen Leuten mit erhobene,, Händen vor der Kaserne stehen. Als wir dann nachmittags anrückten, stcrn- den dann auch tatsächlich die Leute mit erhobenen Händen vor der Kaserne. Ich babe die Mitglieder der Republikanischen Soldaten- wehr sämtlich festgenommen, abends aber wieder laufen lassen. Es fielen dabei im ganzen zwei Schüsse, die von Matrosen der Republi- dänischen Soldatenwehr gegen die Spitze meiner Truppe abgegeben lvorden waren. Im Anschluß an die Festnahme der Republikanischen Soldaten- wehr habe ich dann eine Matrosenabteilung in Moabit entwaffnet und aufgelöst. Hinterlistige Uebersälle auf meine Ab- tdlung� wurden von überall her gemeldet und Hilferufe kamen von allen vseiten, namentlich aus dem Norden, wo kleine Gewcrbetrci- bende Tag und Nacht geplündert wurden. Das war das Milieu am Tage des Löhnungsappclls in der Französischen Siraße. Ter Befehl, den ich für die Ver- Hinderung des Löhnungsappells in der Französischen Straße bekam, besagte, daß es sich um eine Neuausstellung der V o l! s m a r i n e- d i v i sion mitten im Aust'tandc handle. Am nächsten Morgen teilte mir�Polizeibauptmann v. Kessel mit, daß sich in der Frau- zö fischen«lraße 75 bis 100 Mann festgesetzt hätten. Wir sprachen darüber, daß es doch e'ne ungeheure Frechheit sei, wenn Ueberläufer, die sich gegen die Regierung erhoben hatten, sich noch«da für löhnen ließen. Ich kam zu dem Schluß, daß man deutsche Volksgenossen nicht einfach standrzchtlich behandeln könne. Schließlich kamen Meldungen, die besagten, daß Marloh dringcnld um Hilfe bitte. Das änderte das ganze Bild mit einem Schlage. Da' ich für ein rücksichtsloses Durchgreifen von höhererSeite verantwortlich gemacht worden war, schickte ich Leutnant Schröter zu Marloh und ließ ihm sagen, daß er rück- sichtslos durchgreifen müsse, daß ich ihn für die einzelnen Hand- lnngcn verantwortlich mache, da Unterstützungen von hier aus sehr schwer zu schicken seien. Ich sprach dann wieder mit Hauptmann v. Steuden über die Lqge. Ich sollte am nächsten Tage mit zwei Bataillonen auf Lichtenberg marschieren und hatte in- folgedesscn viele Vorbereitungen zu treffen. In diesem Augenblick stürzte Leutnant Schröter zu mir und teilte mir mit, Marloh bitte dringend um Hilfe. Es bildeten sich auf der Straße drohende Menschenansammlungen. Ich mußte Marloh Helsen und erteilte desHall' einen Befehl. Ich sagte, Oberleutnant Rtarloh solle von seiner Waffe Gebrauai machen; die beste llnterstüvung sei die Kugel. Ich telephonierre dann an meine vorgesetzte Behörde, die Garde-Kavallerie- Schützen- Division, toilte aber gleich mit, daß mir der Ausgang des Unter- nah mens in der Französischen Straße nicht bekannt sei. Ich würde jedoch unter allen Umständen Unterstützung hinschicken. Es wurden nun Mannschaften in AutoS abgesandt. Außerdem gab ich den Befehl, daß von der Wache in der Reichskanzlei, die sich ganz in der Nähe befand und die ich nicht für gefährdet hielt, Mannschaften nach der Französischen Straße abgehen sollten. Hieraus begab ich mich zu Oberleutnant v. Ä e s fei. Ich habe das in meiner ersten Vernehmung nicht angegeben, weil ich es für be- dentungslos hielt. Ich sagte ihm, daß ich ihn für cncrgischcs Verhalten verantwortlich mache. Inzwischen kamen Hilferufe von allen Seiten. Es. wurde weiter gemeldet, daß 300 Matrosen nach Moabit abtransportiert würden, die im Zellengefängnis untergebracht werden sollten. Auch hatte ich die Meldung, daß Matrosen erschossen seien, doch hielt ich das für durchaus gerechtfertigt. Einige Tago später wunde mir mitgeteilt, daß Hauptmann v. Kessel und Ober- lciiinant Marloh vom Dienst enthoben seien, ivcil sie bei den Er- schießungen nicht ordnungsmäßig vorgegangen feien. Ich wuvoe gebeten, für die beiden Herren einzutreten. Ich ging deshalb zu Exzellenz v. L ü t t w i tz, um auch gegen mich ein Verfahren zu beantragen, da von mir die Befehle zu dem Unternehmen aus- gegangen waren. Es logen Meldungen des Oberleutnants Marloh an mich vor. Ich kann mich aber nicht erinnern, ob diese von ihm allein waren. � Tie Meldungen waren nicht erschöpfend. Ich wollte iiim nun helfen, um als Vorgesetzter eine klare Meldung weiter- gi'ben zu können. Da ich keinen Kriegsgerichtsrat bei meiner Abteilung hatte. bat ich Staatsanwalt W e i ß m g n n. Oberleutnant Marloh zu vernehmen. Dies geschah in meiner Gegenwart. Äkarloh sagt« da- mals zu mir:„Herr Oberst, wenn ich nicht dagewesen wäre, hätten Sie keinen von ihren Soldaten wiedergesehen." Ich konnte damals keine klare Darstellung erhalten. Marloh benahm sich sehr sonder- bar, er war äußerst unrnhi i; ich wußte nicht recht, was los war. Ich habe mich dann aus Kameradschaft für Oberleutnant Marloh verwendet. Marloh wurde aber vom Dienst enthoben. 3$ fwbe doiin� eine längere Zeit über die Sache nicht gesprochen und f)attc ersh später mit Erzellenz v. O v e p eine Unterredung, in der davon gesprochen wurde, daß es sich hier zweifellos um eine Neu- grundung der V. SR. D gehandelt hatte. Jetzt beurteile ich dm Sache ganz anders. Oberleutnant Marloh war während meiner Abwesenheit aus Berlin verschwunden. Ich habe das lebhast bedauert, da ich ihn nicht für schuldig welk. Ich wollte damals nicht eingreifen, da ich wußte, daß ich als H a u p t z e u g e des Vorfalles von allen Seiten Angriffe auszu» halten hätte. Morioh war nicht in Berlin; ich stand auch nicht mir ifim in Verbindung. Aus den Presseveröffentlichungen habe ich erfahren. daß Leutnant Wehmeyer zu Oberleutnant Marloh gesagr baben soll:„Ter Oberst ist wütend aus Dich, Du bist ihm zu schlapp, erschieße die ISO Mann." Diesen Befehl habe ich nicht gegeben. Aber bei meiner Kenntnis Marlvhs als Offizier kann ich mir vor- stellen, daß. wenn man ihm vorwirft, er sei zu schlavp. dies sofort bei ihm eine Handlung auslöst. Ich weiß nicht, ob Wehmeyer be- rechiigt war, ihm dies zu bestellen. Oberleutnant Marloh hat jede,.. falls dadurch gehandelt. Vielleicht nicht ganz richtig, aber ich glaube, daß Marloh in dem Glauben war, zu feiner Verteidi- gung zu solchem Schritt greisen zu müssen. Zur E n t l a st u n g Marlohs muß'ch sagen, daß es sich um die V. M D. handelte, die den ganzen Aüfstand angezettelt hatte, und in der sich zahlreiche Verbrecher befanden; ferner, daß wir schon erhebliche Verluste gehabt basten, darunter 20 Tote, und daß es sich laut Meldung»m eine?>eugründung der V. M. D. ge- handelt hat. Vors.: Wann ist Ihnen der erste Hilferuf Marlohs zugegangen?— Zeuge: Ich kann die Zeit nicht genau angeben. Ztvischen den Hilferufen lagen etwa ö bis 10 Minuten.— Vors.: Sie haben also zu Leutnant Schröter gesagt: Marlob solle rück- i'ichtslos vorgehen?— Zeuge: Jawohl.— Vors.: Es handelte sich dabei aber nicht um einen Befehl, sondern nur um eine Unterweisung unter Hinweis auf bestehende Befeble? An wen haben Sie den Befehl gegeben, daß Marloh von der Waffe Gebrauch macken soll?— Zeuge: Ich glaube an Leutnant Schröter.— Vors.: Sie ließen Marloh auch sagen, daß die beste Unterstützung die Kugel sei, daß er einstweilen auf Verstärkungen nicht rechnen könne, daß seine Bitte um Verstärkung an die Garde-Kavallerie- Division weitergegeben worden sei. Sie gingen dann zu Hauptmann von Kessel und fragten ihn, ob nichts ticues vor- läge und ob die Unwrstntziingen unterwegs seien? Sie sagten dann auch zu Kessel, er sei für energischstes Handeln in der Französischen Straße verantwortlich. In wessen Anwesenheit taten Sie diese Aeußerung? Zeuge: Das weiß ich nicht mehr. Ich glaube, es waren mehrere Herren zugegen. Ich habe damals der Unterredung keinen besonderen Wert beigelegt. Vors.: Es handelt sich aber auch hier nur um eine Rücksprache, nicht um einen Be- fehl? Zeuge: Jawohl. Vors.:- Ist von Ihnen dst Zahl 150 Mann in den Mund genommen worden? Zeuge: Das kann ich nicht sagen. Ich habe aber energisch zum Wafsengeürauch aufgefordert. Es ist nicht ausgeschlossen, aber ich weiß nicht mehr genau, was ich gesagt habe. Vors.: Haben Sie Leutnant Marloh zu seinem Unternehmen einen schriftlichen Befehl gegeben oder ihn vorder aesvrochen? Zeuge: Marlob war mir als Offizier nicht näher bekannt. Ich. habe ihn auch nicht vorher g-t'vrochen. Er hat nur vom Hauptmann v. Kessel den allgemeinen Befehl vom 10. März bekommen. Vors.: Haben Sie ein Schriftstück unterschrieben, daß Marloh da-i Unternehmen lciW sollte? Zeuge: Ich glaube nicht. Vors.: Wann haben Sie Markoh nach der Tat zum ersten Male gesehen? Zeuge: Meines Wissens drei Tage später. Ich war damals sehr beschäftigt. Wir machten seinerzeit gerade den Vormarsch gegen Lichtenberg, und erst danach habe ich Marloh gesprochen? Vors.: Wann er- kielten Sie die Nachricht von der Erschießung des Matrosen? Zeuge: Noch an demselben Tage, ich glaube am Abend, als mir ein Matrose vorgeführt wurde, von dem man sagte, er sei in der Französischen Straße zugegen gewesen. Der GerichtSoffizier er- klärte mir. der Mann sei unschuldig- und ich habe ihn dann, da er leicht verwundet war, nach einem Lazarett schaffen lassen. Ich batte dama's schon Kenntnis von defl Erschießung. Vors.: Sie hielten also die Erschießung für berechtigt? Zeuge: Jawohl. Vors.:Sie glaubten wohl, daß die in der Französischen Straße versammelten Matrusen meutern wollten, und daß es dadurch zu neuen Unruhen kommen würde? Zeuge: Jawohl. Vors.:.Hat Ihnen Marloh, als Sie ihn einioe Tage später svrachen, erklärt, daß, wenn er nicht dagewesen wäre, �-ie keinen Mann wiedergesehen hätten? Hat er Ihnen dies vielleicht gesagt, um einen Vorwurf von Ihnen zu parieren? Zeuge: Ich glaube nicht. Leutnant Marloh war recht vergnügt. Vors.: Er wollte also nicht einen Vorwurf von Ihnen zurückweisen? Z e u g e: Nein, ich hatte das Gefühl, daß Marloh sich in dem gehobenen Bewußtsein getaner Pflicht befand.— Der Vorsitzende kommt dann auf die verschwundenen Berichte zu sprechen. (Fortsetzung in der Morgenausgabe.) Inöustrie unö Kandel. Börse. An der heutigen Börse schritt die Spekulation verschiedentlich zu Abgaben. Die Tendenz war infolgedessen schwächer, das Ge- schüft nur vereinzelt etwas lebhafter. Von M o n t a n w e r t c n erlitten G-elfenkirchener, Phönix und Rheinstahl größere Kurseinbußen. S ch i ff a y r t s a k t i«n waren vereinzelt fest. Auch für Farbwerte bestand ziemlich gute Meinung. Dagegen gingen Elektropapiere und R ü st u n g sa k t i e n etwas niedriger um. Kolonial werte waren teilweise fest, namentlich Pomona und Deutsche Kolon iala-uteile. Canada konnten den gestrigen Kurs nicht behaupten. Petroleumaktien verkehrten ungefähr auf letztem Stand._ GroMerün Ter Groß- Berliner Ausschuß der Landcsversammlung. Der aus 27 Mitgliedern bestehende Ausschuß der Landesver- sammlung, an den der Gesetzentwurf über die Bildung einer Stadt Groß-Bcrlin zur weiteren Beratung überwiesen worden ist, hat sich gestern gebildet. Vorsitzender ist der Abgeordnete Geh. Justiz- rat Cassel- Berlin, stellvertretender Vorsitzender Justizrot L ü d i ck e- Spandau. Von den einzelnen Fraktionen gehören ihm folgende, zumeist in Eroß-Berlin seßhafte Abgeordnete mi: Sozial- demokraten: Bruns, Brückner, Budert, Frank-Berlin, Heilmann- Charlottenburg, Jahnke. Lüdemann-Wilmersdorf, Siering, Vieth- Niederschönhausen, Wutzky-Neukölln; Unabhängig: Leid-Berlin; Demokraten: Cassel, Dominicus-Schöneberg, Dr. Frentzel-Cbarlot- tenburg, Dr. Preuß-Berlin, Dr. Ruer; Zentrum: Dr. Faßbcnder- Südende, Gottwald, Frau Heßberger, Linz-Wiesbaden, Stieler, Bentrup; Deutsche Volkspartei: Dr. Leidig-Wrlmersdors; Deutsch- nationale Voltspartei: Ebersbach, Haseloff, Dr. Kaufmann und Lüdicke-Spandau. Der Ausschuß wird bereits in den nächsten Tagen seine Beratungen austwhmen. Tie erste Lesung des Gesetzentwurfs Groß-Berlin in der Lau- desbersammlung hat bewiesen, daß die Mehrheitspartcien, zu denen in diesem Fall auch die Unabhängigen treten, auf dem Boden der Regierungsvorlage, der Einheitegeweinde stehen, daß aber leb- hafte Wünsche nach einer stärkeren Bewnung der örtlichen Selbstverwaltung in den Bezirken, nach einer Erweiterung sder Zuständigkeiten der Bezirksver-ammlungen und nach einer Er- höhustg der Zähl der Bezirksverordneten im Ausschutz geltend ge- macht werden. Sowohl vom Zentrum als auch von der Demokra- tischen Fraktion wird beabsichtigt, den Antrag zu stellen, die Zahl der Bezirksverordneten auf die vier--bis fünffache Zahl der Stadt- verordneten des betreffenden Bezirks zu erhöhen. Da R« Gemeinden und boteiligten Verbände Grotz-Berlins sich mit ihren Wünschen an den Ausschuß der Landesversammlung oder cm seinen Unter- ausschuß zu wenden hoben, wird dieser ein nicht geringes Matz von Arbeiten zu bewältigen haben. Elf Mark Erwerbsloscnunterftühung pro Woche! Die Erwerbslosenunterstützung wird nur bei Bedürftigkeit ge- währt. Daraus erklärt es sich, daß ein bei der Entlassung ausge- zahlt-er größerer Geldbetrag aus die Unterstützung ange- rechnet wird. Die meisten Erwerbslosen finden begreiflicher- weise solche Abzüge lehr bitter, namentlich dann, wenn ein Abzug erst nachträglich verfügt wird. Eine befahrte Arbeiterin, die ein Leben voll Erwcrbsarbeit binler sich bat. wurde wegen Arbeits- mangels entlassen. Sie erhielt dabei 200 M. ausgezablt, wußte aber nicht, daß man ihr das auf die Erwerbslosonunterstützung anrechnen würde. Will einen es der alten Frau verübeln, daß sie sich freute, enälich mal ibre arg abgerissene Wäsche und Kleidung er- ganzen zu können? Nur zu rasch zerrann ihr das Geld unter den Händen! Als sie dann bei der Erwerbslosensürsorge. wo der Ar- beitgebex die ihm■ vorgeschriebene Meldung wohl erst verspätet ein- gereicht hatte, auf Befragen.pflichtgemäß..jenen Geldbetrag angab, wurde ihr zu ihrer schmerzlichen Ueberraschung eröffnet, daß sie etwa 10 Wochen lang keine Unterstützung erhalten könnte. Wovon sollte die Bedauernswerte in diesen 10 Winterwochen leben— sie, die bei ihrem hohen Aller schiverlich so bald andere Arbeit finden könnte! Auf ihre Bitte gab man ihr nach, daß der anzurechnende Betrag auf etwa 20 Wochen verteilt wurde. Demnach erhält, sie 20 Wochen hindurch für die Woche 11 Mark, das ist etwas über die Hälfte der ihr sonst zustehenden Unterstützung. Mit nur 11 M. pro Woche will man die alte Frau den ganzen Winter frierend und hungernd bis in den März hinein„durchhalten" lassen! Sollte es wirklich keinen Weg geben, ihr dieses harte Schicksal zu ersparen? Zu der Aushebung einer SUbcrschmclze erfahren wir noch fol- gende Einzelheiten: Die Bstlitärpolizei des ReichsverwertangSaMls geriet ans der Suche nach verschobenem Heeresgut in das HauS Sebastianstraße 04, wo die Gebrüder G i e r n n s ein Altmetallgeschäft betrieben. Während die Beamten die Durchsuchung der Räume vornähmen, kamen ständig„Kunden", die mit den Inhabern Geschäfte machen wollten. Diese wurden sämtlich einer eingehen- den Untersuchung unterzogen, wobei groß«.Mengen an Silbergeld und silbernen Gegenständen �vor- gesunden wurden. Das beschlagnahmte Silber hatte einen Gesamt- wert von etwa 50000 0 M. Es handelte sich in der �Hauprsache um drei mit Silber gen'illte Säcke, sechs Barren eingeschmolzenen Silbers und um einen Beutel mit Selbergegenständen. Annerdem fand man siebpn Nachnahmepakote, die Silber, Gold und Platin enthielten, und 20 000 M. Papiergeld. Wie die verhasteten Brüder Giernus eingestanden, hatten sie in Ost- und Westpreutzen Auf- käuser sitzen, die die Gegenstände per Nachnahme in Paketen und Blechlannen nach Berlin sandten. Die Schmelze selbst befand sich übrigens nicht in demselben Hause, sondern in der Sebastian- straße 10, im Keller eines Ouergebäudes; sie wurde.atürlich sofort geschlossen. Wie einträglich das Geschäft gewesen sein mußte. beweist wohl der Umstand, daß einem Beamten ein B e st e ch u n g s- geld v o n 00000 M. angeboten wurde. Raubüberfall auf dem Dönhoffplatz. Von einer ganzen Bande überfallen und beraubt wurde>n der vergangenen Nacht um 1 Uhr ein Ingenieur aus der Friedrichstraße. Als er vom Hausvogteiplatz die Jerusalemer Straße heraufkommend den Dönhoffplatz erreicht hatte, sprach ihn dort ein Mann um Feuer an. obwohl er selbst nici}t raucht«. Als er bedauerte, daß er kein Feuerzeug habe, sprang ihm der Wegelagerer an die Kehle und warf ihn so über- vaschend, daß er sich nicht wehren konnte, zu Boden. Der Ueber- fallene, der an eine Raubabsicht noch gar nicht dachte, sondern nur eine Robbeit annahm, raffte sich sofort wieder aus und ver- setzte seinem Gegner eine Ohrfeige. Jetzt kamen von allen Seiwn sieben oder acht Mann herangelausen, sielen über ihn her, indem sie taten, als ob er einen harmlosen Passanten überfallen hätte, schlugen wüst aus ihn ein, zogen ihm den Pelz soweit nach hinten, daß er seine Arme nicht mehr rühren konnte und raubten ihm die Brieftasche mit 500 M. und den goldenen Kneifer. Der Ringkämpfer alS Einbrecher und Strahcnräubcr. Ein großer Wohnungseinbrnch wurde kürzlich cm der Ecke der Alaxan- deinen- und Stallschreiberstraße verübt. Die Kriminalpoli.ze! fand und bcschlagnabmte die Beute bei einem Hehler in der Oranien- stvaße, an den sie vertauft worden war. Als Verkäufer wurde der Ringkämpfer Karl Wcstpho.l ermittelt, der wiederholt in vielen Großstädten, zuletzt bei den großen Konkurrenzen in Berlin unter dem Namen Fred Albane auftrat. Es ergab sich ferner, daß Fred Albane selbst bei dem Einbruch tätig mitgewirkt haste. Zu finden war er zunächst nicht. Gestern beging er die Unvorsichtigkeit, ein Mädchen, dessen Zuhälter er war, bis in die Nähe des Polizei- Präsidiums zu begleiten und dort in einer Schankwirtschaft aus ihre Rückkehr zu warten. Hier wurde er erkannt und von Krimi- nalbeamten der Sicherheitspolizei festgenommen. Bei ihm fand man noch eine Brieftasche aus Klubsesielledcr, die 700 M,. enthielt. Diese Tasche ist in der Stacht zum 15. November bei einem Ueber- fall aus der Straße ihrem Besitzer mit über 1000 Mk. geraubt worden. Der Ringkämpfer befand sich bereits in Homburg in Untersuchungshaft, wurde aber bei den dortigen Unruhen aus dem Gefängnis befreit. Auf einer Stadtbahnfahrt tödlich verunglückt ist wahrscheinlich der Schlosser Richard Krause aus der Kochstraße. Man fand ihn gestern Nachmiitag aus der Sirecke zwischen Bahnhof Warschauer Straße und Rummelsburg tot auf dem Bahnkörper liegen und nimmt an, daß er aus einem überfüllten Abteil oder vom Tritt- breit heruntergefallen ist. Die Leiche wurde beschlagnahmt. Durch eine Eierhandgranate schwer verwundet wurde im Hofe des Hauses Reichenberger Straße 01 das achtjährige Söhnchen der Familie Gau. Der Kleine fand die Granate und spielte damit, bis sie plötzlich explodierte. Dem bedauernswerten Knaben wurde ein Fuß abzeriffen, außerdem ein Arm schwer verletzt. Ter Knabe wurde nach der Unfallstation gebracht. Zlnfhcliung der Umleitung von Strastenbalinlinieu. Die Linie 5 verkebrt ivieder über ihren fabrplanmätziqen Weg Breite Strahe. Schlohalatz. Königitrahe und die Linie 32 vom 4. d. M. ab wieder über«leite Rotzstraße, Rojiswgize, Breite Straße, Schloßplatz, Französische Straße.'_ tSrosj-Berliner Lebensmittel. Steglitz. 4. bis 6. Dezember: 250 GcäinNi ausl. Maisflocken(90) 150©ramm(Araupeiimebl(101). 150 Gramm Sago 1102). 150 Gramm Teigwaren(103 1. 250 Gramm ausl. Kartossclilärlemebl(57). 250 Gramm auSl. Hülsenfrüchte(73). An stelle der jehlenden 3 Pfund Karlojseln 400 Gramm Grobbrot ab Freitag l49s— g). Britz. 8. bis 14. Dezember: Pfund Honigkuchen(2). Tiralan. Am Mittwoch aus Abschnitt 104 100 Gramm Reis(2 R. pro Pfund), Abichnitl 105 250 Gramm Marmelade(1,30 M. pio'Pmnw, Ablchnilt 46 für Jiigeiidlichc£00 Gramm Reis, auf die Sibschniilc\V 24. X 24 und Z 24 der Eiinulnzusatzkaile zusammen 750 Gramm amcril. Roggenmehl(70 Pi. pro Psund). Die Kastciiabschni'.tc sind biS Soinitaz abzugeben.„ Pankow. In Anrechnung aus die Wochenfleischmenge 50 Gramm Frljchmurst.. Hennigsdorf. Am Freitag: die Nährmitteltarten für Kinder von über 6 Moi alcn und unlcr 2 Jahren, und für.Kriegsbeschädigte. Am Moi lag: Aus> abe van Süßslofsschcinin für Monat Dezember. Hermsdorf. An Kinder bis zum vollriideicii 14. Lekcnsjabre, Im Besitze eines lauicnden ärztlichen Zeugnisses, von Freiiag bis Miltwoch eine Büchse Maizextrall<2.65 M.). Bezugscheine im Gcmeindcburcau, Zunmer Nr. 6. Montag biö Donnerstag'/, Pfund Tilsiicr Käse. Sroß-Serliner Partemachrichten. Wcrbeausschuft für Post und Ttrlegratzhie. Flugblätter und Handzettel für die am Sonntag slattsindcnden Periammlungeti können von den Lerti auenSleuten, die noch nicht im Besitz derselben sind, sosort Bellcvue- straxe 7 II, Zimmer 13, abgeholt werden. Regste Propaganda ist unbe- dingt erforderlich._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Deutscher Monistenbuud. Morgen Freitag, 7 Uhr, im Lvzeunrklub. Lützowplntz 8, LehrkursuS von Herrn Prof. Dr. Rilolai:»Soziale Jnstinlte bei Tieren und Menschen". Sportnachrichten. Ter Sportklub„Heroe� 1803 Berlin veransialiet« am Miilwoch abend im KriegerveremshauS seine Endiämpse im LeieinSmeistckschasls- boxen. Sieger btiebrn B. Müller, Hoffmann, Sinnat, Mitlag. Keube und Lienau. Zum Cctluß kamen zwei Proieisionallämpie zum AuSNag. Im Revanchekamvl siegle Wieprecht über Echreckenberger-Vien in vier Runden. Der HeraiiSsordenniaslampj O. v. Koeding gegen Otto Daud blieb nach zehn Runden uncutichieden. Der dritte Kamps konnte wegen der Polizei- stunde nicht zum Austrag kommen. GewerffchofisbewEMg Moöerne Unternehmer. In welch«, i beschränkten Anschsuungen/Heuie n?ch Unternehmen l-tben. zeigten Terifbechnndlungen. die kürzlich zwischen einer'der kaufmännischen Organisationen und dem Arbeitgeberschuüverband der märkischen Ortschasi Pelzig stattfanden. Bei dieser Gelegen. ihei; macht dir PantoffeIWrikant Menzel feinem gepregren Herzen Luft, indem er crtlärw,..daß die Angestellten zufrieden sein müßten, daß sie weniger verdien«» als die Arbeiter Er Hab: seine Angestellten nur zur Bequemlichkeit. Seit wann sind ■dauslsuts Getverkschaftler, Gewerkschaftler sind nur Arbeiter, ich würde früher jedem ins Gesicht g c- hquien haben, der gesagt hätte, ich sei Gewerkschaftler." War- dieser einzelne Unternehmer offenherzig aussprach, war m: die Geßimth-it der verhandelnden Aröeitgeberschutzverdändler Nicht- schnür und Matzstab für die Einschätzung der Arbeitskraft ihrer An- gestellten. Wurde doch von Unternerhmerseite«in Tarikentwurs prä. sentiert, der für Angestellte im 2 0. Lebensjahr IS0 M., für solch« im 2 6. Lebensjahr 250 M. vorsieht. Von diesen LuxuSgehültern gehen noch moiialüch 120 M. für K oft und Logis und die gesetzlichen Kassenbeiträge ab. Bon diesen Gehältern, so wurde crrlä't, könnten die Angestellten noch Ersparnisse machen, um später selbst ein Geschäsi ubernehnwn zu können. Für die gewerkschaftlichen Organisationen der Angestellten ist trotz aller Erfolge, die der Organisationsgcdanke in den letzten Mo- waten auch bei den kaufmännischen Angestellten zeitigte, noch viel Neuland zu beackern, bis solch« himerwäldlerischen Up: et nehme anschauungen endgültig überwunden werden können. Tarif für die Arbeiter im Papicrgrofthandel. Ter Trantponorbeiterverband Hai inii den für den Papier- >i»d Pappengroßhandel in Frage kommenden Arbeitgeberorganisa- lionen einen Tarifvertrag abgeschlossen, der folgende Wocbenlöhn« festsetzt: Ter. A n f a n g s l o h n beträgt für männliche Ar- b e i t e r über 20 Iabre t lO M., für Kutscher über 20 Jabre 120 M. Beide Lohnsätze steigen nach einer halbjährigen Beschäf» tigung um je b M. und nach einjähriger Beschäftigung wieder um je 5 M. Frauen, ti« im Papiergroßhandel dieselbe Albeit per- lichten wie die Männer, erhalten einen Ansaiigslohn von 70 M., der»ach einer Beschäftigung von einem halben Jahr aus 73 M. und nach einem Jahr auf 7ö M. steigt. Jugendliche Boten. M i t s a b r e r, Lagerarbeiter erhallen im Alter von 14—16 Jahren 43 M., von 16— 13 Jahren SSM., von 18— 20 Jahren 83 M. Die wöchentliche Arbeitszeit belauft sich ans 48 Stunden. Il e b e r st u n d e n dürfen nur in dringenden Fällen geleistet werden und sind die beiden ersten mit 23 Proz. die beiden folgenden mit 33>'» Prot, und Die weiteren mit 50 Proz. Ausschlag zn vergüten. 11 1 1 a u 5 weiden gewährt nach einer Beschäftigung von einem halben Jahr 3 Tage, nach eine»! Jahr 0 Tage, nach 2—3 Jahren 9 Tage. liach 3—10 Jadren 12 Tage, über 10 Jahre 13 Tage. Der Ber- trag läuft biS 80. September 1920. Gegei« Rätediktatn r und Organisationszersplitterung. Am Mittwoch tagte ini Schultheiß. Neue Jakobstraße, eine auf dem Boden der S. P. D. stehende Beriamnilung der Berliner Buchdr ii ckereihilks arbeitet und- a r b e i l c r i n n e n. die nach jachlichec Diska'sw» folgende Resolution einstiminig an- »abm: Die Versammlung lcbnt grundsätzlich die Rätediklatur und die B e t r i e b s o r g a n i s a k i o n ab. da unier beiden Orga- nisationSformen ein« gedeibliche gewerkschaftliche Tätigkeit nicht zu erwarten ist Sie fordert die Kollegenschast auf, im Sinne der ällen erprobten und bewährten gewerkschaftliche» Grundsätze, Or- ganisatioiisformen und Kampfmeihoden in der Arbeiterbewegung mit aller Siran weiter zu lvirken. Deutscher TrauSvortarheiterverbanb. Nichivlanmäßig onaellep'» Beamte, Postboten, Postillon«. Anwärter, Telegrapdeiiarbeiter, HiisStra: e und Remmachesranen oom Lberpoltdiretlionsbezirl Krotz-Bertin: Sonu- tag, 7. Dezember 1919, nachmittags 1 Uhr, im Gewerlfchaftshaus, äugc.- »fcr 15(Saal 4): Verlaminlung. Mus aller Welt. Ein Wintermärchen. Dienstag nachmittag sollte in D ü s s e l- darf die Einfübriing des neuen Oberbürgermeister Dr. Köttgen im Raihaussaale stattfinden. Die Mehrheit« iozialisten und die Unabhängigen weigerien sich, den Saal zu b nutzen, weil die 5k a i i e r b> l d e r noch nickt entfern, flu! Nack lebhafter Aussprache begaben sich die Stadtverordneteri z städtischen Tonhalle, wo dann der Einsnbcungsakt stattfand. U> das in Düsieldors! Man sieht:. Spartakisten koinmen und gehe.:. Kaiserbltder bleiben bestehen. Was ein hungerndes Land braucht. Bor«inigen Monaten Hot sich Warschau aus England P o l i z« i i n st r u k t e u i« komme» lassen. Unser polnisches Bruderorgan„Roboinik" fübn Beschwerde darüber, daß diese Instrukteure je L8000 Mar.' Mo natSgehalt haben. Sriefkasten üer Neüaktion. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag, Nittw- h u»d Freitag 2—3 Uhr DienStag und Donnerstag 3— 6 Uhr; Sonu abend 3— 3 Uhr. Gin er für Viele? Wir biilen Sie, Ihren Namen— der selbstvi!- ständlich Redattionsgeveimiiis bleibt— uns anzugeben aber am besten selb" vormittags zwischen 9 und 10 Uhr zur Srledigung der Schweinesleischang lcgenheit zu uns zu iommen.— F. K. 777. Wenden Sie sich au Jfue Organisation. Engcluser 15, Zimmer 8. Beraniw. füt de» redatiion. Seit;»rtue gtiiler, Iliarlattenbur«: fllr Anzeia-u: Th. Klaile. Berlin. Bering: vorwörla-Verlag G. m. d. A., Berlin. Drua: Bli wärlz.BuÄdraltcrei u. Berlaasanstalt Paul Öingei u. Co. Bertin. Lindeirstr.- NiS� 5EMC. die wunder der Natur 3 prachtbänüe in Sroßquart-�ormat 7S M. Bearbeiret-iva Zi der bedeutendste« Naturforscher d. In- u. Au«. Ein populäres pcachtwer? über öie Vunöer öes Gimmels, öer Eröt, üer Tier- unö pflanzenWelt foNie öes Lebens in öen Tiefen ües Meeres mit 15S0 Illuficatzonen, öarunter ,30 bunte Ssllagen. I lande», darunter Zlstltzelm?>!lscbe.Dr.H. Hammer. tlamilleFlam- Marian, Raon! H.?!rancs, Prof. Dr.«ruft Haeckrt, De. Ada» st-tl baen. Sr.F. Marschall, Pras.O.M-nthe.Praf.Dr.P.Schwahnusm. eil! Piachtwcrt ersten Rangr.z i» vonicbw.strr Auastattnng mit ewcri geradezu rerschwendi rischen Vilderschnuttk...... Allein dieser Schmuck witrde nach> einem loisienschastlicheii Urkunden. wi'te und seinem kllnstleröcbe:! Genuvnieri den Biliauf de» per- htillnl-mittzig erstanultch tUltgen Werke» rechifritigen." __ sDer Biicheewurm.) Vcsifcainuuuau der Erdobarstache. u. Wind al» Baumeister Die»eher die chletscher im Hoch. gebirge i linterirdische Zlutzläuse /Dl« Feuerderg« der Erde usm. Sckchsinung«»»er Linissphiieo. zela Morgana/ Die Wunder d.Siadknme UeterPolaiUchtrr lieber BirbelftUrmen. Weitertäuien. Der Aigen bogen/ Schu«ft«nie Das Eiwitter usw. physikalische u. chamisch» Erichcinungc». Elektrische Entladungen Da» Li. EIm«s->ier ßiinfflitfic Pflanzen/ Die Edel- und»albcdci'ielne!I»sick>tdor« Slrdble»■' Wirbel W>'.»eseru 0. gan,o war,— m Hchs» safoc« auf einmal BCG<(11.11;/ Moaalazahliinge,, asu ss»»» i Er..—»..v...—>...____ W.. WWWW Die Edel- und Halbedelneine llniichtdare Strdhle»' Wirbel n. Welle» d. Luit/ Ztlangstznrr». Aapnelische Nrastiinien usm. Ans d«,n Tlarratch... Ncstrrbaueade Einige!. er«/ Aus dem Leben eine» Duntelmannes sManlmur!) Ameisensresser. Da» Mammut/ Nerkollrdlge Pogclnestcr Ein Bogel niit (einschließlich Teuerungdzuschlag) Ani dem Zichal! sei nur au'g«,°Shrt: Eibberge/ Wasser Händen Der Urabne unserer Bogel Der fliegende Drache/ ......*' isNegende Fische'/ Diere die tfeintc werden /' Leben und Lieben der Frösche Di« tnlsttmnis ei.iiz Sienenstaates Ans dem Leben der Ämeisen tzaternei: träger im Insekten. reich/ Meireslenchtin. Secstern«/ Sinnedicr und ihre Tstchgenoisen! Ueber Seinvilmmc Korallendanten usw. An» dem pslanzenrelch-. Di? Bniilräa. die arijgl« Pflanze der-Pit!/ InieNemressenbe Pflanzen! Wie Pflanzen reisen I S'.a Köiiiaiu der Nach:.' Wrosivundor/ Bam Geheimnis des fallenden Laube» usw. Aus boeu Nrich« der Sterne. 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