Ar. 628. 36.Iahrg. Bezugspreis: Slrrttli ährU 10�0 Rt.,monatUSL0M!. 'Iii ms bau», oocous zahlbar. Post» dozug Monatlich 3,50 Mk. ejri. oU- ttcllungsgibühr. Unter Kteuzband für Leutfchland und Oesterreich-Ungarn >,7ö Mk, für das übrige Ausland 10,75 Mr., bei täglich e'.nmaU Zustellung '.75 Mr. Postbeftellungen nehmen an Sänemarl. volland, r'uremdurg, -chmeden u. die Schweiz. Eingetragen >» die Post-Zettungs-Preislifte. er �Vorwärts" mit der Sonntags- >eilage.Pol! u. Zeit' erichetni wachen- aglich zwetmai. Sonntags einmal. Tetegramm-Adreffe JSojialliemofcat Berlin" Morgen Ansgabe. berliner OolKsblati [iSPfenn g) Anzeigenpreis t Die achtgetpaltene Ronvareillezelle lllstot lLlt M,TeuerungszufchIag HO'/f ..fileine Anzeigen", das tcit- gedruckte Wo« 75 Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede« weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg. icdee weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag SO»/,,. Familien> Anzeigen, politische und gcwertschaftliche Vereins- Anzeigen 1,60 Ml. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer mlllfen bis S Ahr nachmittags im Sauptgefchäfl. Berlin 6® 68, Lindenstrasie 3, abgegeben werdnu Geöffnet von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Zcntralorgan der fczialdemokratlfcben Partei Deutfcblands Neüaktion und Expedition: SM. 6$.£inden(tt. 3. erniürcitier Amt MortNvlar». Nr. IM 90 15197 Dienstag, den 9. Dezember 19195 vorwärts-verlag G.m.b.H., EW. öS. iindenstr.Z. aternfvrecher: Amt Morisipla«. Nr. 117 55—54. Sie drohen mit dem Einmarsch. Moskau oder— Eanossa! ' Der Leipziger Parteitag der Unabhängi» gen hat zwar den Wortlaut der Stöckerschen Resolution gegen eine starke Mnderheit abgelehnt, ihren Sinn aber l>at er dadurch angenommen, daß er an die Resolution des Parteivorstandes einen Zusatz geknüpft hat, der den Anhän- gern des Anschlusses an die Moskauer Internationale restlose Genugtuung verschafft. An und für sich enthält die Resolution des unabhängigen Parteivorstandes nicht ein einziges Wort, welches die Bolsche- wisten als kränkend empfinden könnten, sie enthält vielmehr nur grundsätzliche Zustimmungserklärungen zu den politischen Kampfmitteln und Zielen der russischen Sowjeiregierung. Zwar haben Ledebour und Oskar Cohn in ihren Ausführun- gen gegen die äußerste Linke des Parteitages die blutigen Methoden der russischen Terroristen scharf verurteilt, doch haben sich die Verfasser der„gemäßigten" Resolution Wohl ge- hütet, dies in ihrer Entschließung zum Ausdruck zu bringen. Der einzige Unterschied zwischen Stöcker und Ledebour liegt eben darin, daß ersterer den sofortigen und bedingungslosen Anschluß an Moskau empfiehlt, letzterer es aber für taktisch richtiger hält, die zwcile Internationale vorher noch zu sprengen Und mit deren sogenannten revolutionären Elementen eine vierte Internationale zu bilden, von der man hofft, daß sich die dritte ihr ohne weiteres wird anschließen wollen. Konnte man bei einer peinlichen Betrachtungsweise— die Moskauer Herrschasten sind allerdings in dieser Be- Ziehung außerordentlich zimperlich— noch einen kleinen sach- lichen Unterschied in der Tendenz oder wenigstens in der Taktik zwischen den beiden Resolutionen erblicken, um die man sich in Leipzig in die.Haare fuhr, so dürste jetzt die In- toleranz der Trotzki und Pfemfert durch den zuletzt augenom- menen Zusatz entwaffnet sein, nach dein stir den Fall, daß die vierte Internationale nicht zustande kommen sollte, der An- fchluß der U. S. P. an die dritte jedenfalls und ohne weiteres erfolgen müsse. Das ist mehr als ein rhetorisches Zngeständ. ms an die Kommunisten; es bedeutet die grundsätzliche Eni- schlossenheit, nach Moskau zu gehen. Der rechte Flügel unter Führung von H i l f e r- ding, der den Bruch mit der alten Internationale noch hinausschieben und nach Genf fahren wollte, um dort ein letztes Mal„abzurechnen", kamgarnichtzurGeltung. Be- reits in der votbcreitenden Konferenz der Groß-Berliner Un- abhängigen hatte Ledebour eine Resolution durchgesetzt, deren Sinn war:„Auf keinen Fall nach Genf!" Es gereicht übri- gens dem Leipziger Parteitag zur Ehre, daß er nicht auf den Hilferdingfchen Verschleppungsvorichlag hereingefallen ist, der unmöglich aufrichtig gemeint gewesen sein kann, da er gerade von dem Manne eingebracht wurde, der die II. S. P. in Luzern vertreten hatte. Wer an der Luzerner Konferenz teil- genommen hat, muß wissen, daß die Krästeverteilung in der zweiten Internationale eine derartige ist, daß an einen Aus- schluß der deutschen Sozialdemokratie nicht zu denken ist. Die Sympathien, deren sich die U. S. P. bei einzelnen Fraktionen der Internationale erfreut, verdankt sie ausschließlich ihrer .Haltung im K r i e g e und nicht, von den französischen Mehr- Heitlern abgesehen, ihrer Stellungnahme seit der deutschen Revolution. Wird in Genf die Frage unserer Haltung wöh- rcnd des Krieges in einer bestiedigenden Weise geklärt und gelöst, wie es zu hoffen und zu erwarten ist, dann fällt damit der letzte Grund zu ernsten Konflikten zwischen der deutschen Sozialdemokratie und ihren bisherigen Gegnern unter den Sozialisten der westlichen Länder fort. Aber die„Abrechnung", die Hilferding im Auge lxltte. bezog sich nicht auf unsere Stellungnahme zu den Kriegskrediten— er selbst hat dies Ende Juli in der„Freiheit" aus- drücklich betont—, sondern auf unsere Revolutions- und Re- gierungspolitik. Und jeder nüchterne Beurteiler mußte wissen, daß in der Frage:„Demokratie oder Dikta- t u r" die übergroße Mehrheit der B e r n c r(oder Brüsseler) Internationale ans unserer Seite steht. Am besten dürfte es Hilferding selbst gewußt haben, aber es kam ihm nur dar- auf an. Zeit zu gewinnen, da er an die Lebensdauer der MoS- kauer nicht recht glaubt: bat er doch selbst auf der Reichskonfe- renz seiner Partei im Oktober die russische Sowjetregierung mit einem sinkenden Schiff verglichen! Indessen wird sich die unabhängige Parteileitung mit den übrigen oder zumindest mit gewissen Sektionen der Internationale sofort in Perbindung setzen und versuchen, den Genfer Kongreß zu sabotieren. Wir können uns kaum denken, daß sie sich an die B e I g i o r wenden wird, die soeben noch auf ihrem Kartestag mit neunzehntel Mehrheit bc- Der Defehl in Sicht. Die Pariser Zeitungen raten noch darüber, au welchem Tage die Note an Deutschland übergeben werden soll. Dar- über jedoch herrscht Einigkeit, daß sie als Ultimatum anszu- fassen sein wird. Nach dem„Petit Journal" verlangt die Note von Deutschland die Unterzeichnung ohne Er- örterung und schließt die Möglichkeit neuer Verhandlungen aus. Im Weigerungsfälle Deutsch lands werde es sich nicht um die Ausdehnung der Besatzunas- zonr, sondern um die A u f he b u n g des W a f f e n st i l l- st i l l st a n d e s nach dreitägiger Kündigungsfrist handeln. Daraus ergebe sich die R ü ck k e h r z u m Ä r i c g s z u st a n d mit voller Aktionsfreiheit der militärischen Führer und dir automatische Wiederherstellung der Blockade. Auch „Petit Parisien" vertritt die Äufsassung, daß es sich um ein Ultimatum handelt, demgegenüber es«nr Unterzeichnung oder NichtUnterzeichnung gebe. Tic Rote werde wahrschein- lich formell und materiell beträchtliche Milderun-en erfahren. Tie Absicht, die dieser Forderung zugrunde liegt, ist dem Blatte zufolge augenscheinlich: Man will Deutschlanl die Zu- stimmung, die mau von ihm verlangt, erleichtern, aber zu gleicher Zeit kann kein Zweifel darüber bestehen, daß sein Widerstreben in Zukunft dadurch entmutigt wird. Tie Hauptmildmuiii soll die Wiedergutmachung für dio Zerstörung der Schisse in S c a p a- F l o w betreffen und einen gewissen Ausgleich zwischen den ursprünglichen Forde- rnngen und dem deutschen Standpunkt herbeiführen. Nach der Pariser„Chicago Tribüne" soll an Stelle der ursprünglich aus einmal geforderten 400000 Tonnen Bagger und Docks jährliche kleine A b s ch l a g s l i c f e r u n g e n, die die wirtschaftlichen Lebcnsnotwendigkeiten Denffchlands berück- sichtigen, verlangt werden. Es sei aber außer Frage, daß sich der Fünferrat aus den deuffchcn Vorschlag, die ganze Ange- legenheit dem SchiedsgerichtimHaagzu überweisen, nicht einlasse. Wie man hört, ist die Milderung hauptsächlich auf Amerika zurückzuführen. Die französischen Militärs fordern auch setzt noch schärfstes Vorgehen. Fach hat nach einer Pariser Meldung geäußert» daß militärische Zwangsmittel gegen Deutschland verwendet werden müsse», nicht nur um die Unterschrist für das Protokoll zu erzwingen, sondern auch auf die Dauer die Erfüllung der deutschen Bervstichtungen erzielen zu können. Auch Pcrtinax spricht im„Echo de Paris" seine Unzufriedenheit darüber aus, daß der Fünfcrrat nicht mehr unter allen Umständen zu Zwangsmaßnahmen greifen will. D u t a st a, der Generalsekretär der Friedenskonferenz, wird die Note an Freiherr» von Lersner persönlich über- reichen.__ Heimkehr nach üer Ratifizierung! Der Reichsmini st er des Auswärtigen, Gen. Müller, wird, da die Ententenote noch nicht vorliegt, in der heutigen Kundgebung der Nationalversammlung für die Heinisendung der Kriegsgefangenen wahrscheinlich nicht sprechen. Verschiedene Pariser Privatmeldlingen stimmen darin überein, daß die Heimkehr der Kriegsgefangenen in der Note der Entente als unmittelbar nach der Ratifizierung bevorstehend angekündigt wird.__ Schweizer Einfuhrsperre. (Lörracher Drahtbericht des.B orwärtS'.) Auf Verlangen fdeS Holzarbeiter» und des Möbelindustriebei« bandeZ hat der Bundesrat die Einfuhr deutscher Möbel verboten, um größerer Arbeilslofigkeit vorzubeugen. Infolge eines Volksbegehrens wird das Achtstunden- g e s e tz der Volksabstimmung unterworfen; st« ist auf den 1. Februar angesetzt. schlössen haben, mit den Liberalen und Klerikalen ihres Lan- des ein Koaiitionskabinett zu bilden. Als auf diesem vor lvenigcn Tagen abgehaltenen Kongreß der Führer der radi- kalen Minderheit, Jacquemotte, den Anhängern der Koalition zurief, sie würden sich bei einer Koalitionspolitik allein mit den deuffchen MehrheitSfozialisten zusammenfinden, korri- gerte de Brouckdre in einem Zwischenruf diese Behauptung mit der Feststellung, daß es vielmehr siebzehn Länder gäbe, in denen Sozialisten zusammen mit Bürgerlichen regieren? Das sind also siebzehn Länder, siebFeh» Sektionen der Internationale, die für den Unabhängigen Aründungsvor» schlag schon nicht in Betracht kommen! Was bleibt also übrig? Die Italiener sind bereits in Moskau, die Norweger ebenfalls. Die Schweizer scheinen sich auf dem Rückweg nach der zweiten Internationale zu befinden, immerhin förni- ten die Unabhängigen es versuchen, mit ihnen eine vierte Internationale zu gründen... Was die Engländer anbelangt, so gibt es zwar auch dort einen Flügel unter Führung von Macdonald, der mit den Moskauern sympathisiert, die große Mehrheit der� englischen Genossen aber, mit Henderson an der Spitze, die sich auf die Gewerkschaften, die Trade-Unions, stützt, ist eilt- schiedene Gegnerin des Rätesystcms. Auch die radikale Für- bung Macdonalds ist bei weitem nicht eine solche, wie es sich unsere Unabhängigen denken, denn er äußerte sich in Privat- gesprächen in Luzern sehr scharf über das Auftreten Crispiens und bedauerte lebhast, daß die Einigung zwischen den beiden sozialistischen Flügeln in Deutschland so schwierig erscheine. Ist also stir die U- S. P. auf die Engländer nicht zu rechnen, so werden sie wohl ihre hauptsächlichen Bemühungen darauf richten, die Franzosen stir ihren Plan zu ge- Winnen. Aber auch da dürsten sie schweren Enttäuschungen entgegensehen: erstens weiß die Richtung Longuet sehr wohl, daß dies das Ende der geeinigten Partei in Frankreich bedeuten würde, und ist sie v o r den Wahlen vor einer groß- zügigen Spaltung zurückgeschreckt, so wird sie jetzt, nach dem Wahlergebnis, diese verhängnisvolle Wendung erst recht ver- meiden wollen. Ferner ist seit Luzern in französischen Ge- werkschaftskreisen eine wachsende Abneigung gegen das Räte- system vorhanden, die auf der richtigen Erkenntnis beruht. daß das System der Sowjets mit der gewerkschaftlichen Or- ganisation unvereinbar ist. Von einem Boykott des Genfer Kongresses ist bisher in der„Humanitv" mit keiner Silbe die Rede gewesen. Tie Franzosen werden Wohl den Kurt Geyer. Luise Zieh und sonstigen unabhängigen Sirenen, mit einer prinzipiellen Sympathieerklärung antworten und vielleicht sogar Delegierte zu einer etwaigen Gründungskonferenz entsenden, aber sie werden sich nichtsdestoweniger nach Genf be- geben. Was auf einer solchen Konferenz nach dem Herzen Lodebours zustande käme, wäre also sowieso nur ein kaum entwicklungsfähiger Embryo. Was bleibt also den Unabhängigen anders übrig, als mir den kleinen Parteisplittern verschiedener Länder, mit den dä- lüschen, schwedischen, vielleicht auch ungarischen Linkssozia- listen, nach Moskau zu fahren und dort um Aufnahme bei ienen zu bitten, die sie bisher als.�sudas",„Verräter" und dergleichen unentwegt bezeichnet haben? Denn dieser Gang nach Moskau ist zugleich ein Gang nach Canossa. Der bolschewistische Papst Lenin wird den reuigen Büßern ihre Sünden vergeben und ihnen nach einigen Redensarten Einlaß in sein Paradies gewähren. Welchem Schauspiel aber wohnen wir gegenlvärtig in Rußland bei? Das bolschewistische schiff scheint zwar nicht zu sinken, aber um dem Sturm zu entgehen, steuert eS nach eineiw bisher sorgfältig gemiedenen Hafen: Litwinoff hat jüngst in Kopenhagen erklärt, da sich der Bosschewismus nicht halten könne, wenn er allein in Rußland herrsche, werde fortan die Politik>der Sowjet-Regiernng ein Mittel- ding zwischen Kommunismus und Kapstalisnius b'lden. TK bisher von den russischen Diktatoren verfolgten Sozialrevolutionäre sollen demnächst in die russische Regie- rung eintreten. Dieser Kurs ist bereits vor längerer Zeit eingeschlagen worden, als näinlich der Großindustrielle Krasnin— sicherlich kein Bolschewist— zum wirtschastlichen Diktator ernannt wurde. Der Zusatz zur Resolution des Leipziger Parteitags: „jedenfalls nach Moskau!" wird zweifellos zur Anwendung kommen, aber dies wird vielleicht ein Gang nach Canossa auch in dem Sinne bedeuten, als die ganze dritte Jnter- nationale früh oder spät jene Rückwärtsbewegung antoeten wird, die einzig und allein dem internationalen Proletariat und dem Sozialismus dienen kann: Zurück nach Bern! zurück zur einigen Internationale aller Sozialisten aller Länder!_ Victor Schiff. wieöererossnuny üer Vu'kan-lVerften. (Hamburger Drahtbericht des„Vorwärt»".) D t Direktion der Bulkan-Werkten gibt bekannt, daß der Betrieb am Mittwoch»leder aufgenommen wird. Dienstag vormittag nimmt eine allgemeine Rrbcitcrversammlung de» Bericht der Verhandlung?- kommisfion enegegen. Wie da?„Hamburger Echo" hierzu erfährt, wird die Arbeit irnter den verabredete» Bedingungeu wieder aiisgenommr» werden, das heißt, mit Einschlnß der Akkordarbeit. Ei»« Minderheit »»« Brbkilera wird aber n �ht mehr eingestellt werde». Ein ungehorter Mahnruf. Anläßlich des jüngst abgehaltenen belgischen Parteitags hielt der französische rechtssozialistische Führer Pierre Rcnaudel eine Rede, die mit folgenden Worten schloß: .Wenn die Republik in Deutschland untergehe» sollte, wenn unsere sozialistischen Genossen dort besiegt werden sollten, wenn der L ni p e r i a i i Z m n s drüben sein Haupt wieder erheben wurde: wer weiß, was die Zukunft unS brächte? » Und deshalb müssen wir unsere Regierungen drängen, nicht unerbittlich zu sei», sondern das deutsche Volk darüber auiklären,"daß es Interesse habe an der Aufrechterhaltung der Republik und an dem Sieg des Sozialismus." Tatsächlich zeigt die ganze Haltung der Eutente seit dem Ausbruch der deutschen Rebolution und besonders in der letzten Zeit viefinehr den Wunsch, die republikanische Regierung iil Teutschland zu schlvächen als zu unterstützen. Ohrfeigen für üie ,/pofr. Wir werden um Aufnahme folgender Erklärung ersucht: Die politischen Gruppen der Berliner Universität erklären aus Anlaß des Falles Zemmer, Marburg, ohne zu der Sache irgend- wie Stellung zu nehmen: Wir in i ßv i l li g en, daß dem Studenten das Recht der freien Meinungsäußerung in der Lestenilichkeit, das jedem StaatS- büiger durch die Lerfasiuug zusichr, auf dem Wege des Diiziplunarverfahreusgenorumenwerdenkann. gez. Hamanu iAkad. Ortsgruppe d, d e u t f ch n a t. Bolksparteil. gez. Rudorü sStudeutettgruppe der deutsche n VvlkSpartei). gez. Mommsen(® e uro k r a r. Studentenbund). gez. Heimann sS o z i a l i st i s ch e Studentenpariei). Indem»vir diese Erklärung der Oeffentlichkeit zur Kennt- uiS geben, können ivir ims folgende Bemerkung nicht vcr- sagen: In einem Teil der deutschnationalen presse, ganz besonders aber iil der„Post", ist die Maßregelung des Studenten Lemmer nicht nur gebilligt, sondern geradezu be° jubelt worden. Wenn setzt selbst die deutschnatioflalcn Ztudenteil gegen diese Pergewaltigung der akademischen Freiheit Protest erheben, so bedeuter diescS sympathische und auständige Verhalten gleichzeitig eine schallende Ohr» feige für die schäbige KnechrSgesinnirng der nl a ß r e g e l u tl g S f r e u d i g e i:„ P o st" e s e l. Kalter Eiö am Landgericht III. Durch Zufall gelangen wir iu den Besitz dcS folgenden recht interessanten Zirkulars: Ter Präsident des Landger. III in Berlin. Charlottenburg, den 2. Dez. ISlv. 1/Il. 1 Tegeler Weg 17/20. ' A. 0580. Die Vereidigung sämtlicher Beamten des Landgericht» III ersolgt anr Montag, den 8. Dezember lölb. vormittags Sl/s llhr pünktlich, im Dienitgebäude, Turmstr. 89/03, Zimmer 66t. Ter Eid lautet i Ich schwöre Treue der Reichsversassung. Vor der Vereidigung bin itö ermächtigt, den Wortlaut des Eides dahin zu erläutern, daß durch ihn die den Beamten iit der ReichSverfanung in Art. 130 doiclbst gewährleisteten Rechte iu keiner Weite eingeengt oder beschränkt wurden, und das eid- liche TreUaclvbniS der Leriassuug nur die Bedeutung habe, daß der Beamte sich verpflichte, in seiner Tätigkeit als Beamter die Be st in, münzen der Verfassung getreulich zu d e a ch t c ii., Ich ersuche, von dieser Erläuterung Kenntnis zu nehmen und pünktlich zu dem angegebenen Tennin zu er- icheinen. 3 e i s i n g. No>i einem hohen richterlichen Beamten sollte inan eigentlich eine andere Erläuterung über die Bedeutung und Heiligkeit dcS Eides erwarten._____________ Stuüentenfthast und Hochschulreform. Zu de» mamngfaltigen Schriften über da» dringliche Problem der IluiversitätZreform tritt ietzt eine wegen ihrer Eigenort wohl besonders beachtenStoerte. Es ist die im Austrage der„Deut- scheu Studentenschaft" voll Götz' von 3elle herausgegebene Denkschrift, die den Standpunkt der„Jugend" zur Frage der Reorganisation des höheren BildungStocsens, insbesondere zu dem Problem„ÄolkSschullehrer und Universität" dariegsn soll. S Es ist allerdings kaum denkbar, daß eine so durch und durch subjektive Schrift wie die vorliegende die Billigung der Ge- samiheU der deutschen Studentenschaft oder auch nur ihres über- wiegenden Teiles finden sollte. Wer den Standpunkt einer große- rcn Gemeinichaft zu einem so umstrittenen Thema festlegen will, der muß sich notgedrungen auf«inen grundlegenden Gedanlen uno auf eine Reihe konkreter Einzclforderungen beschränken. Statt dessen versucht der Verfasser hier, aus den Wolkenhohen philo- sophischer Zlbstraktionen herabsteigend, eine Fülle allgemeiner Richt- lirneii zu geben. Neben allgemein anerkannte Wahrl?eiten, toie die, daß Bildung nicht nur Rezeptiv! tat, sondern auch Aktivität"er- forder«, stellt er so umstrittelre und vieldeutige Sätze wie diese: „Bitdung ist Erlösung durch Entsagung", oder„Menschwerdung ist letzten Endes Gnade", oder„Der Weg zum Sozialismus geht nur über den Individualismus". So bleibt dieser allgemeine erste Teil seiner Ausführungen ein nwhl geistvolle» Expose eine» ".'lncn, mit dem man sich wissenschaftlich, philosophisch auSeintAlder- setzen kann; aber er kann nun und nimmer da» werden, was er sein soll: die Kundgebung eines großen Teiles unserer studierenden fügend. Ebenso anfechtbar ist die Stellungnahme zu der Kernfrage: Volts schullehrer und Universität. AuS der Tatsache, daß der VolkSschullehrer in erster Linie Erzieher sein soll, wird ohne jeden Grund die Notwendigkeit einer besonderen(huma- nistischen) Fakultät für'hn abgeleitet, eine Art„Grundschule" an der Universität, die seinen Anforderungen an Hochschulbildung gr- , lügen soll, während die innigen Studierenden über sie hinan» nach wissenschaftlicher Fachbildung streben dürfen. Hat der Verfasser nie«ttvas davon gehört, daß der- Einheitsschule der Zukunft auch ein einheitlicher Lehrerstand entsprechen muß, daß die hier als dauernd angenommene Teilung in Erzieher-Volksschullehrer und Philologen-Oberlchrcr fallen wird und fallen muß? So. wie es in dieser Denkschrift versucht wird, läßt sich das Problem der Hochschulreform aus keinen Fall lösen, und es wäre aufrichtig zu bedauern, wenn die(bis mS einzelne ausgearbeiteten) Vorschläge wirklich den.Standpunkt der Jugend" verkörpern sollten. Wer an das Hochschulproblem heran trist, muß vom De sonderen ausgehen, von den Realitäten, von den Anforderungen des Be- ruf» und des Lebens, und von hier aus bis zum Allgemeinen vor- zudringen suchen. Eure solche BetrachtungSloeise führt iwtwerldiger- weise zu der Koodcrung einer wissenschaftlichen Fachausbildung "Neben««er wissenschaftlichen Allgemcinbtldung— jut alle Sc� Treitschke im Taschenformat. Der Marburger Professor Ludwig T r a e g e r verteidigt sich in der„Tägl. Rundschau" gegen das„Ber- liner Tageblatt" und den„Vorwärts". Zwei Spalten ge- braucht er, um sich gegen die ,�m Wirtshaus an der Lahn" erhobenen Beschuldigungen zu rechtfertigen. Wir haben den tapferen Teutonen richtig eingeschätzt. als wir schrieben, er würde sicherlich versuchen, auch künstig sein Gehalt bestellen zu können. Traeger versucht es. und aus dem Helden, der im Kolleg, wo er sich unbeobachtet glaubte. gegen Minister, Reichspräsidenten, Presse und Staatsform die gewöhnlichsten Beleidigungen und schwersten Verdächti- gungen erhebt, wird ein Schwätzer, der sich wie ein Kork- zieher windet und dreht und leugnet und schimpft und im Angstschweiß Juden und Sozialisten an die liebende Brust drücke und zum Schlich seine Tat dennoch eingestel/en niuß. Es wird uns jetzt klar, daß Traeger nur der G e- s ch o b e n e gewisser Kreise ist, der die Steine werfen mußte, die andere aufgelesen. Und wenn er die d e m o k r a t i s ch e n und sozialistischen Studenten ein„Angebertum schlimmster Sorte" nennt,„Denunzianten, deren Per- halten nur aus einem krankhaften, an Verfolgungswahn grenzenden Seelenleben zu erklären fei, unfähig, politische Ausfuhrungen ihrer Lehrer in sich aufzunehmen" und wenn er sicst zu gleicher Zeit über den Ton des.Morwärts" beschwert, so haben wir in seiner anklagenden Verteidigung ein deutliches Beispiel über die akademische Freiheit wie sie der Professor Traeger auffaßt, dessen linke Hand nicht weiß, was die rechte tut. Ein einziger Satz aus der Verteidigung: Traeger zitiert die ans seinem Kolleg wiedergegebene Aeußerung:„Die meisten s o z i a l i st i s ch e n F ü h r e r sind pathologische In- dividuen, von Größemva hn befallene Subjekte" und fährt fort: In den verteilten Abdrucken sind die Namen der von mir genannten Führer hinzugefügt, nämlich E!»ner, Mühsam, Landauer, Toller, Dr. Levien und Levinö. Im Artikel de»„Bor- wärt»" sind sie nicht mit aufgefübrt. Weshalb mchi? Nun, eZ würde selbst den Lesern des.vorwärts" aufgefallen sein, daß die genannten kommunisstschcn und spartakistischen Führer nimmermehr Führer der Sozialisten sind. Daraus soll der Leser ersehen, Traeger habe nur die Konlmmlisten, nstnermehr die Sozialisten beschimpft. Weder kann er das Wort./Sozialisten" wegradieren, noch braucht ein Professor zu wissen, daß Eisner unabhängiger Sozialist und scharfer Bekämpfer jeder Gewalt war. Zum Schluß aber gesteht der Tapfere: ..Sie geben in ihrem.Haß gegen den Lehrer, der solche Ge- danken in der Vorlesung über Politik vorträgt, so tocit, zur Bloß- stellung des Lehrers Aeußerungen, die in kleinem Kreise von Zu- börern gefallen sind, mißverstand«! oder entstellt mitzuteilen. Äeußrrungen. die von jedem unvoreingenommenen Zuhörer als scherzhafte Bemerkung aufgefaßt iverdcn und ebenso schnell vergessen sind, wie sie im Kopf« de» Lehrers auftauchten. Ja, sie verdächtigen den Lehrer, sich einer strafbaren Beleidigung gegen einen Minister schuldig gemacht zu haben, bei dessen Namensnennung er eine— Imtm eine Sekunde währende— Pause in der ersten Silbe machte, als ihm in schmerzlicher Erinnerung an die das Reckt schädigende Handlung dieses ManneS. die viel gebrauchte Bezeichnung.Erzsthädling" durch den Kopf fuhr. Damtt können wir den Zweiseelentheoretiker verlassen und dem Urteil der Leser übergeben. Wenn er von sich sagt, daß schon andere bedeutendere Männer als er in dieser Hin- ficht verdächtigt und verleumdet worden seien, wie zum Bei- spiel Treitschke, so wollen wir dem Vertreter der atädcmischen Frechheit den guten Glauben nicht rauben, daß er sich für einen bedeutenden Mann hält. Eines ist er gewiß: sehr ver- geßlich ist er, denn sonst würde er in seinem Artikel vom 5. Dezember auf die Beschuldigungen des ,LZerl. Tgbl." vom rufe geistiger Arbeit, für den Lehrer wie für den Juristen und Mediziner und alle die anderen. Braucht man für diese Allgemein- bildung eilw besondere humanistische Fakultät— schön, dann aber auch � für alle unter den gleichen Bedingungen, nicht etwa eine Sonderinstitution„nur für VolkSschullehrer". L. Siebentes Konzert des Verbandes der Freien ValtSbühnen. Der große Saal wird durch Verfinsterung seiner kommcrmixfifteind- liche n Stimmung entkleidet, Drei Jnitrumenlalmeistcr S ch n a- bel, Flesch, Becker sitzen in zartgetöntem Raum und musizieren recht aus dem Herzen heran». Ein einziges Schweigen der Ergriffenheit bei den Zuhörern. Und doch erklingt ein so gewagtes Programm, wie es selbst Kennern nicht eben leicht in den Kopf geh:. Ter Erfolg entscheidet auch hier, ei» ehrlicher großer Beifall bewie», daß auch Reger Unvorbereftete packen kann. Sein Trio op. 102 gehört zu den schönsten Eingebungen und klarsten Gedan- ken des Kammermusikers, der sich hier von den Schwerfälligkeiten des FugcnbaueS und der lastenden Wucht der orgellönenden Sprache ganz frei gemacht hat. Sein in späten Jahren oft genanntes Ziel, „nur noch mozartisch durchsichtig zu schreiben", wird iiydicsem Trio beinahe zur Tat; wenn das Malerische noch mehr überwog als da» Zeichnerische, scharf Umrandete, dann wäre hier in jedem Sinn künstlerische Großarbeit geleistet. Die Architektonik gemahnt bau- ernd. die Erfindung und Phantasie wenigstens in den Ecksätzen an das Vorbild Brahmö. Zwischen diesen derb und klangvoll gefügten AllegroS aber sind, verblüffend durch Grazie, Feinarbeit, delikate Ornamente, ein zart dahinhuschende» cscherzo und ein in wunder- voller Frage aufatmendes Adagio gesetzt. Hier ist nicht mehr Zer- rissenheit und Suchen, sondern in schöpferischer Stunde empfangene, wahrhaftig und mühelos vollendete Musi! als Ausdruck stiller Wünsche. Hoffnungen, Sehnsüchte. Der Kontrapunkriler, der Impressionist Reger sind abgelöst von dem Musiker, der im Besitze der höchsten Technik aus ihrer Umklammerung hinausstrebt. Hätte doch Reger stets nur an solch begnadeten Tagen zur Feder ge- griffen! Die Darbietung wgr so meisterhaft, daß wir uns der Pro- blcmati! des Pfitznerschen op. 8 nicht mehr lange hingeben konnten. K. S. Eine Gedächtnisfeier für Hermann Esfig wurde am Sonntag- mittag im Kleinen Schauspielhaus abgehalten. Karl Kaempf war am Harmonium beflissen, die dunkle Wehmut zu verstärken, die alle empfinden, die Hermann Elsigs dichterisches Wirken gekannt und seinen jähen Tod zu beklagen haben. Adolf Lehne sprach ein Gedenken. Hermann Eisig werde Volksgut werden; seine Dichtungen haben nicht den Oberschichten gegolten. Daran mag es liegen, daß er. der stärkste Dramatiker der Zeit, so gut wie gar nicht aufgeführt wird, obwohl er alle Möglichkeiten der Bühne au« ihren Verbannungen erlöste. Kein gesundes Publikum tonne sich den Spannungen Essigicker Dramatik entziehen. Lotte Roienbaum sprach fünf Gedickte, io fein, daß man glauben möchte, der Dichter habe sie für ihren Mund geichrieben. In schönem Alt sang Maria Fuchs, begleitet von dem Komponisten Arnheim,.Wild Röielem" und.Am Meer". Es war peinlich kühl im Saal, aber.Xilinde Hollh", vorgetragen von Alfred Abel, machte alle vor Lachen warm. Weniger Tilla Durienx mit dem grotesken.HundSbiß". Raoul Lange schloß mit starken dramatischen Akkorden, dem letzten Akt von„Furck'loS und treu". Die Feier, die nicht allzuviel Teilnehmer zählte, möge eine �Mahnung an die Bühnen fem. immer wieder zu erprobe«, welche 28. November eingegangen sein. Auf eine damalige Be- richtigung bezeugt Ü>m dieses Blatt, daß mindestens lOZeugen unter ihrem E i d zu bekunden bereit sind, das; Traeger die in Abrede gestellten Verleumdungen getan habe, und daß er bewußt die Wahrheit verzerrt. Wir wiederholen diese Vorwürfe und hoffen, daß Traeger den Mut besitzen wird, bald vor Gericht zu erscheinen, daß er aber auch ebenso schnell von seinem Lehrstuhl verschwindet. Zu früh gelobt. Ter reaktionären„Deutschen Zeitung" ist jedes Mittel recht, um daraus Kapital für ihr verkrachtes System zu schlagen. Sie benutzt dazu selbst den Hauptmann v. Kessel. In ihrem Stimnmngsbild vom 4. Dezember über den Marloh-Prozeß erkennt die„Deutsche Ztg." Kessel frohlockend als den ihrigen an. Sie nennt ihn„eine famose Offizierserscheinung alten Stils". Einen Tag später hat sich in der.Deutschen Zeitung" das Ur- teil allerdings geändert. Unter dem ö. Dezember heißt es nämliw: „Er sHauptmann V.Kessel) ist hier eine harmlose Offiziers- erscheinung deS alten Stils genannt worden. Die Rolle, die er heute im Gerichtssaal spielte, ist alles andere als famos." Im Vertrauen auf die Vergeßlichkeit ihrer Leser hat die „Deutsche Zeitung" das»famoS" schnell in.hannlos" gefälscht. Wie lange noch und die schöne Ausrede mit dem bekannten .Druckfehlerteufel" wird anschwirren. Nach dieser Leistung Kessels wird die.Deutsche Zeitung" aber- mal» ihr Urteil revidieren. Aus dem Harmlosen wird wieder der famose Offizier werden. Dagegen wird der Parteifreund Rump ivegen elender Kneifcrci in Acht und Bann getan werden. Man erlebt so seine Freude mit den Stützen der alten Orb« nuug und mit den Männern, die Ludendorff die Steigbügel halten. UebrigenS hat die Telegraphenunion erfahren, daß Keffel nach Schluß der Montagverhandlungen noch i m Kriminalgerichtsgebäude durch zwei Offiziere dem Pfarrer Rump eine Pistolen- f orderung unter schärfsten Bedingungen überbringen ließ. Pfarrer Rump will aber nicht erschossen werden, wie die Matrosen: er erklärte den Ueberbrivgern, daß er mit Kessel nichts zu tun haben wolle. Warum so zögernö� Seit Monaten geht schon Deulschlrmd» Ausverkauf— die Mar? gilt im Ausland nur noch acht Pfennige, in- und ausländische Schiei'er und Aufläufer lachen sich ins Fäustchen, mit jedem Tag steigt die Warenknappheit—, seit Neonaten hört man au» Regie- ruugSk reffen, daß Maßnahmen gegen diese schwere Gefahr«wogen werden. Warum kommen wir nicht voowärts? Die.Äoz. Korr." bemerkt zu dieser Frage: Das Reichswirffchastsmirftsterinm hat schon vor längerer Zeit angekündigt, daß die Ausfuhr umfassend kontrolliert werde» soll, bei den syndizierten Industrien durch Außenhandelsstellgn, bei allen übrigen Waren durch sehr erhebliche Ausfuhrzölle. Warum wird noch immer mit diesem notwendigen Schritt gezögert? Ist es wahr, daß Herr Erzderger im Bunde mit den Industriellen als Jntoressenvcr tretern dem Reichswirtschafts ministe- rinm nicht gestattet, Politik zu treiben. Wir machen die Hetze gegen Erzberger gewiß nicht mit, aber Reichswirffchafts- miirister fft Robert Schmidt und Reichdaußen minister Hermann Müller, Reichskanzler Gustav Bauer und Reichsvizekanzler Herr Schiffer. Wir sind überzeugt, daß die Neuordnung der deutschen Finanzen eine so gewaltige Aufgabe ist, daß sie selbst die erfreu- liche Aktivität Erzbergers voll in Anspruch nehmen kann. ES wäre notwendig, in der Nationalvcrsammlung eine offene Erklärung darüber herbeizuführen, wie eS mit den Maßnahmen gegen den deutschen Ausverkauf steht und wer der Vater der Hindernisse ist, die sich bisher anscheinend nicht haben überwinden lassen. Form gefunden werden muß. um dem dramatischen Willen dieses Dichters endlich sein lltecht auf ein Wirken zu verschaffe«. Z. Karl Marx in den Reclam-Hefien. Dies ist als neueste Erscheinung im Buchhandel zu buchen. In der von dem Leipziger Professor Dr. Richard Schmidt herausgegebenen Reibe der„Bücher für siaatS- bürgerliche Bildung"(Nr. 6008/09) hat der Leiter unseres Partei- archivs Ernst Drahn:„Lohnarbeit und Kapital, Zur Juden- frage und andere Schriften aus der Frühzeil von Karl Marx" gc- sammelt und mit einem biographisch-bibliograpbischen Borwort versehen. Die hier gebrachte Zusammenstellung ist um so inler- essanter. als sie auch eine Reihe von prächtigen Marx-Sufiätzen dar- bietet. Wir nennen zu den im Titel angezeigte» Arbeilen noch den schönen Jugendbrief Marxens an feinen Vater, ferner das Gedichlc .Der Spielmann", Marx' erste im Druck crichicnene Auslastung. werter die glänzende geschrchtSphilosopbische Abhandlmig„Der französische Materialismus des 18. Jahrhunderts(aus der„Heiligen Familie") und endlich den bisher in keiner Sammlung vollständig ge- brachten Abdruck der„Forderungen der komniunisiischeir Partei irr Deutschland"(1848). Das Werkchcir wird sicher fernen Weg auf dem deutschen Büchermarkt'machen. ES ist eine gute Idee, Karl Marx durch die Reklamhcfte neuen Volksschichten zuzuführen. Srnt MÄHrsa tanzte am Sannlag im Blüthnersaal. Javavi- Bilder, einen Messertanz, eine Solambo-Szene(die Füße lote an- einandergekettei). einen Masken-, einen Seduinentaiiz. Zwischen diese farbigen OrientaliSmen fügte Ronny Jobannsson unterhalrian, hübsche Tarizbilder deutschen Geschmacks. Sent M'Ahesas Tänze sind Szenenpantomimik. Jbt« bandlungSrriche Kunst wird nicht bestimmt. nicht beherrscht bloß von der Rhythmik der Füße. Alle Bewegung des Körpers gliedert sich zu strömendem Bilde zusammen und wird schön durch pulsierend geordnete Lerbundenbert. Alles hat Gesten- spiel hier, nicht nur die Hände, alles wird Sprache und wirkt seine Aus drucks zeicken starklebend ineinander. Wunderiam, wie die Be- wegungen bisweilen zu nefatmender Welle vereint den Körper über- rinnen! In solchen Augenblicken enthüllt sich die Kraft innersten Lebens, die diesen herrlichen Körper lyykbmifch reden läßt. Siebe- wirkt die geschlossenste Zusammenfassung seiner Bilder und strönit in Augenblicken der Ruhe einen Adel gemeißelter Form über sie bin, der alrorrentalrschc Flächenplastiken entzückend verlebendigt, dh. Sqbil Sunt, die an der„Tribüne" wirkt, hatte am Sonnabend einen Vortragsabend rm Bechsteinkaal. Sie sprach„Exotisches und Erotisches". Ein vornehmer Geschmack leistete ihr getreulich Hilfe, io daß man wirklich erlesene Gedichte und Proia zu hören bekam. AuS BeihgeS.Chinesischer Flöte" und den„Arabischen Nächten" trug Sybrl Bane vor; für drese zerbrechlich feine Lyrik brachre sie den rechten Zartfinn und die naiwendige Leichtigkeit der Stimme auf. Hoffentlich erreichte diese eindrucksvolle seelische Vermittlung, daß viele einmal die Bücher selbst zur Hand nehmen. Im weiteren Verlaufe des Abends sprach die Skünstlerin aus dem.Zunebmendrn MoNd" von Tagore sowie persische Sinngedichte in der Klnbundschen Nachdichtung und aus dem„Türkischen Papageienbuch". Sybrl Vone fand wohlberechtigten und sehr lebhaften Beifall. eo. »heater. Die zweit« MttagSveranNaltmrg.Renaissance und Reformattonszeit" im StaatStfieater wird am 21. Dezember wiederholt. Die dritte„Das Zettalter des dreißigjährigen Kriege!" findct Anjamr Januar statt. Aür Wien findet im Deutschen Theater am 21. Dezember 11'/, Uhr eine Matinee statt, an der die ersten Mtglteder der Rettrhardt-Sühm» Mitwirke». Nr. 62$•> 36. �lahrgaag Beilage des vorwärts Dienstag, 6. Dezember 1979 Mitgliederversammlungen öer sozialdemokratischen Partei. Erscheinen notwendig. Mittwochabend o> 7 Groß�erlm Ein unabhängiger Hausagrarier. Auf dem Leipziger Parteitag haben sich die Unabhängigen un- zweideutig für die Diktatur des Proletariats und das R ä t e s y st e m ausgesprochen. Mit Tschingbum und Tschingtara haben sie sich aus dem Marsch Nach Moskau begeben. Während derselben Zeit gab einer ihrer Anhänger, der den Titel Dr. med. führt und das Glück hat, wohlbestallter Hausbesitzer in Berlin zu sein, eine treffliche Illustration zu den revolutio- nären Entschlüssen seiner Partei. Die Mieter deS Hauses Reuchlinstr. S und Erasmusstr. 15 in Charloitenburg gaben ihrem Hausherrn Dr med. Eckold auf einem vorgedrucklen Formular bekannt, dast sie einen Mieterrat ge- wählt haben. In dem Formular heißt eS:.Die Mieter haben die Gewählten beauftragt und bevollmächtig», ihre Interessen Ihnen gegenüber zu vertreten. ES ist unser Wunsch, mit Ihnen in Güte und voller Uebereinstimmung bei den Hausangelegenheiten mitzu- wirken." ES wird dann um einen Empfang des MieterratS zu einer Rücksprache gebeten. Auf dem Formular machte der Herr Doktor zu den Worten .Die Mieter" die Bemerkung.Alle?"— Zu der Mitteilung, daß man in Güte und voller Uebereinstimmung mit ihm zusammen- arbeiten wolle, schrieb er folgende Randglosse:.Sehr freundlich I Mein Verwalter wird aber unter Beihilfe deS Mieteinigungsamtes schon allein fertig, gez. Dr. E." Dieses so ausgefüllte Formular sandte er mit folgendem Be- gleitschreiben zurück: Berlin, den 3. Dezember 1919. Dr. med. R. Eckold, Arzt für Hautkrankheiten, Berlin dW. 2l. Alt- Moabit 88a. Sehr geehrter Herr Fischer! In allen Mietsangelegenheiten bitte ich. sich direkt an den Aerwalter Herrn F e r b e r zu wenden, der über alle HauS- angelegenheiten informiert ist und mich entlasten soll. Ich selbst lehne jeden direkten Verkehr— vor allen aber jede mündlich« Unterhaltung— mit den Mietern des Hauses R e u ch l i n st r. 5 ab. Schriftlich an mich gerichtete Mitteilungen übergebe ich ohne Ausnahme dem Verwalter zur Bearbeitung. Ich lehne also den mir zugedachten Besuch ab. Als Mitglied der U. S. P. stehe ich natürlich auf dem Boden des Rätesystems, vorausgesetzt, daß es allgemein durchgeführt wird und auf gesetzlicher Grundlage beruht. Dieses eigenmächtige und willkürliche Herumdoktern an einem einzelnen Objekt ohne grfetz- liche Anerkennung diskreditiert aber natürlich den an sich erstrebrnS- werten Rätegrdanken. Das Verwenden von vorgedruckten Formularen.und ein- geschriebenen Briefen ist natürlich auch nicht geeignet, Ihrer Idee ein höheres Ansehen zu verleihen Hochachtungsvoll j gez.: R. Eckold. Den Unabhängigen ergeht eS so wie den deutschen .Patrioten" von anno 1914. Sobald eS an den Geldsack geht, ist es bei den wackeren unabhängigen Sozialdemokraten vorbei mit aller Begeisterung für das Rätesystem, für Sozialisierung und für Welt- revolution. Im übrigen fragt eS sich, was mehr geeignet ist, der Idee des Rätesystems ein höheres Ansehen zu verleihen: die Verwendung von vorgedruckten Formularen und eingeschriebenen Briefen, oder dieses Bekenntnis einer schönen kapitalistischen Seele. die mit den Zinshelotcn nicht verhandelt. Weder schriftlich noch mündlich. Bestätigung des Neuköllner Bürgermeisters. Am 21. November wurde unser Genosse Scholz zum Bürger- meister von Neukölln gewählt. Nunmehr ist die Bestätigung der Aufsichtsbehörde erfolgt. In der nächsten Sitzung des Neuköllner Stadtparlaments wird Genosse Scholz alS erster sozialdemokratischer Bürgermeister in sein Amt eingeführt. Der durch diese Wahl frei gewordene Posten eine? Stadlver- ordnetenvoistehers wird wiederum durch ein Mitglied unserer Fraktion besetzt werden. Sozialöemokratifiher verein Verlin. Parteifunktionäre, Betriebs- und Beamten-Bertrauens- l leute, Arbeiterräte der S. P. D. Freitag Uhr in den Zentral-Theater-Festsälen, Alte Jakob- straße 32, Versammlung. Tagesordnung: Wohnungsprobleme. Ref. Gen. Schlicke, RcichsarbeitSminister. Die Tariferhöhung der Ttrastenbahn. Der Auisichtslat der Großen Berliner Straßenbahn trat gestern im Direklionsgebäud» unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Mermuth und des stellvertretenden BerbandSdirektorS Prof. Dr.-Jng. Gieie zu einer Sitzung zusammen, auf deren Tagesordnung u. a. der Haushaltsplan des VerbandSuntcrnehmenS für 1920 und die zu seinem Ausgleich erforderliche Tariferhöhung stand. Wie wir er- fahren, wurde die Beschlußfassung über diese Punkte nach mehr- stündiger Beratung auf nächsten Sonnabend vertagt. Die Nach- richt über eine weitergehende Tariferhöhung, die zur Erfüllung der neuen Lohnforderungen der Straßenbahnangestellten erforderlich ist. eilt den Talsachen voraus und entspricht nicht den gestrigen Ver- Handlungen. Die Lohnberhandlungen schweben noch; es läßt sich vor der nächsten AuisichtsratSsitzung über die Heraufsetzung deS Straßen- bahnfahrpreiiss Bestimmtes nicht sagen. Das letzte und ent- icheidende Wort hat die Berbandsversammlung Groß-Berlin zu sprechen, die voraussichtlich am 29. d. MtS. zusammentreten wird. Mr die Reichspolizei. Auf dein am Montag in Berlin abgehaltenen Verbands- tag der Polizeibeamten Preußen« stand die Frage der Neu- organisation der Polizei im Vordergrunde der Erörterungen.— Der erste Reserent, Dr. Fuchs. Syndikus der Gemeinde Berlin- Großlichterfelde, vertrat den Standpunkt, das gesamte Polizeiwesen nrnsie in die Hände der Gemeinden gelegt werden, denn nur so könne ein erfolgieicheS Zusammenarbeiten der Gemeindeverwaltung mit den Polizeiorganen gewährleistet werden. Der zweite Referent. Dr. Falck aus dem LandeSpolizeiamt. befürwortete dagegen grund- sätzlich die Schaffung einer einbeiilichen ReichSpolizei. Da bei der Bekämpfung des SchiebertumS und der Erfassung der Lebensmittel örtliche Verhältnisse mitsprechen, babe dw örtliche Polizei in dieser Hinsicht öfter versagt. Um die Polizeibeamten, die bei der Be- kämpsung deS Schieber- und Wuchertums mitwirken, vor der Gefahr der Bestechung zu schützen, müßten sie außerordentlich gut be- soldet werden. Genosse Müller- Hannover, Mitglied der sozialdemokratischen Fraktion der preußische» Landesversammlung, versicherte, daß die Fraktion alles getan habe, um die Polizeibeamten wirtschaftlich sicherzustellen und ihnen die Ausübung ihrer staatsbürgerlichen Rechte zu gewährleisten. In' der Diskussion wurde von fast allen Rednern gefordert, daß die Polizei in allen ihren Zweigen zusammengefaßt und nicht in die Hände der Gemeinden, sondern in die Hände des Reichs gelegt werde. Die Schaffung der militärisch organisierten Sicherheitspolizei wurde allgemein verurteilt. Die Polizei müsse von den alten, bewährten Beamten unter Führung von Fachleuten ausgeübt werden. Die Polizei müste politisch neutral sein, sie dürfe deshalb nicht Vertretern politischer Parteien unterstellt werden. Die Polizeibeamien wollen keine Gendarmerie, keine grüne, keine Landes- und keine Kommandanturpolizei neben sich haben. Sie können bei ausreichender Bewaffnung allein die Ordnung aufrechterhalten. Der Polizei müsse der Kommißstiefel ausgezogen und für innner aus der Kammer verwahrt werden. — Ein Redner aus dem Rheinland trat für die Gemeindepolizei ein, denn bei dem Schmuggel durch das Loch im Westen habe gerade die staatliche Pollzei versagt.— Ein Redner behauptet, bei der Er- ricktung deS Polizeiwucheramtes in Essen seien politische Gesichtspunkte und Rücksichten auf die Arbeiter maßgebend gewesen. Demgegen- über bemerkte Dr. Falck, er sei ein Beamter des alten Systems und lasse sich nicht von politischen Gesichtspunkten leiten, aber im Westen sei die Reorganisation der Polizei ohne Mitwirkung de� Arbeiterschaft unmöglich. Mit großer Mehrheit wurde ein Antrag angenommen, der sich für die Schaffung einer einheitlichen ReichSpolizei und eines Reichs- ressortminrsteriumS für das Polizeiwesen erklärt. Aufklärung zweier Raubüberfälle. Am 4. Juni d. Js. wurde die Wirtschafterin eines Hausbesitzers in der Prenzlauer Straße von zwei Männern in der Wohnung überfallen. Der Kriminal- Polizei gelang es zunächst, einen der Räuber in der Person eines Paul K a l l e r t festzunehmen. Er wurde vom außerordentlichen Kriegsgericht zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Kallert wollte seinen Spießgesellen nur unter dem Namen„Spieler-Erich" kennen. Jetzt gelang es festzustellen, daß er in einem Zigarren- geschäft am Älexanderplatz seine Zigaretten einzukaufen pflegte. Als er dort gestern erschien, wurde er festgenommen. Er wurde festgestellt als ein Klavierspieler Erich S z o l k u w i tz und noch Moabit gebracht.— Am 1. Dezember d. Js. wurde ein Kaufmann in einem Hotel in der Friedrichstadt von zwei Männern überfallen und seiner Brieftasche, die 5909 M. einhielt, beraubt. Es gelang Kriminalbeamten, den einen der Räuber gleich nach dem Ueberfall festzunehmen. Der Festgenommene hatte in Breslau, Königsberg, Grotkau, Striegau und anderen Städten als Elektromonteur Ar- beiten ausgeführt und nachträglich Einbrüche verübt. Dieserhalö halb war der Verhaftete, der ein Elektromonteur Paul L.e i st n e r ist, zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Strafe hatte er jedoch noch nicht verbüßt. Mit neuen Papieren auf den Namen Hans Krause hat er sich dann in Berlin umhergc tri eben, und wahrscheinlich hat er außer dem einen Raubüberfall noch andere ähnliche Verbrechen auf dem Kerbholz. Sein Spießgeselle ist ein Hermann K i l i s ch c w L k i. Bisher gelang es leider noch nicht. seiner habhaft zu werden. Nachtragungen für die Kohlenkundenliste. Verbraucher, die die neuen(graublauen) Kohlenausweis« nebst Grundkarten bisher nicht erhalten haben und deshalb ihre Eintragung in die neue» Ofenbrandkundenlisten nicht rechtzeitig vornehmen konnten, wer- den aufgefordert, sich nicht an einen Kohlenhändler, sondern schriftlich an die Kohlen stelle Groß-Berlin, Link- straße 25, Zimmer 129, zu wenden, sobald sie in den Besitz dieser Papiere gelangt sind. Der ab 1. April 1929 gewünschte Handlet ist auf der Rückseite der Grundkarte zu vermerken. Die Ver- braucher werden die Ausweise rechzieitig zurückerhalten. DaS gleiche gilt für alle Personen, die es aus einem andern Grunde verabsäumt haben, die Eintragung vornehmen zu lassen. Der Gr»ß-Berliaer Ausschuß der Landesversammlung wird, wie wir erfahren, seine Arbeiten am Mittwoch nächster Woche, 17. d. Mts., ausnehmen und zunächst drei Tage der allgemeinen Be- ratung des Gesetzentwurfs Groß-Berlin widmen. Anfang oder Mitte Januar solle» dann die Beratungen fortgesetzt werden. Schönebcrg. Tie Stadtverordnetenversammlung halte gestern eine Debatte über Schulde um acherei und Sparsam- keit. Eine Anfrage der..Neuen Fraktion" verlangt Auskunft über die Höhe der Nachbewilligungen, die Aufbringung der Deckungsmitrel, den Stand der Schulden, die Erstattungen durch Reich und Staat. Die Anfragenden empfahlen Sparsamkeit, durch die aber notwendige Ausgaben und besonders die GehaltSregelun- gen nicht beeinträchtigt werden sollten. Der deutschnationale Stadtv. Ziegler, Rendant der Sparkasse Schönederg, begründete die Anfrage, wobei er über die Kosten der Arbcitslosenfürsorge klagte. Bürgermeister und Kämmerer Machowicz antwortete, daß die Rachbewilligungen dieses Jahres sich auf 11'/i Millionen Mark belaufen würden, woran die Mehrsorderungcn für Gehälter und Löhne einschließlich der jetzt noch geplanten mit über 7 Millio- neu beteiligt seien. Von den 11 Va Millionen sei 1 Million Rücklage abzuziehen, für 5 Millionen habe man Deckung hauptsächlich durch Steuermehreinnahmen infolge nachträglicher Erhöhung deS Steuersatzes, für die übrigen 554 Millionen fehle noch die Deckung. Die Deckungsfrage beschäftigt jetzt alle Gemeinden Groß-BerlinS und soll nächstens in einer Konferenz der Groß-Berli- n e r K ä m m s r e r erörtert werden. Der Berliner Kämmerer denkt an Erhöhung der Werktarife und der Gebühren, der Lustbar- keitssteuer» ferner an eine Extraforderung von 59 Proz. des Nor- malsolls der Einkommensteuer. Schönelierg würde mit einer solchen Einkommensteuererhöhung noch nicht reichen, auch durch Erhöhung des Pflegesatzes der Krankenhäuser, der Kanalisationsgebühren Montrofe. 40] Detektivroman von Sven Elvestad. „Das Motiv habe ich hier," sagte er.„der Aermste mag aber doch noch an die Möglichkeit einer Flucht geglaubt haben. Er ist langjähriger Seemann und weiß, daß gerade in dieser Zeit Seeleute knapp sind und mancher notleidende Kapitän gern Schleichwege geht, um einen Mann zu bekommen. Viel- leicht kennt er auch irgendeine gewissenlose Person, die willig ist, ihm zu helfen. Unsere Leute aber sind überall. Jedes Schiff ist unterrichtet, jedes Heucrkontor, Seeinannsheim. jede Kneipe. Vielleicht zögert er noch etwas, weil er ängstlich ist, aber er wird sicher bald kommen." „Ich erwarte weiteres auf meinem Kontor." sagte Seine Exzellenz.„Telephoniercn Sie mir bitte sofort." Und die intensive Geschäftigkeit in der Zentrale der Kriminalpolizei nahm ihren Fortgang. Leute kamen und gin- gen. Die Berichte folgten einander. Schließlich trat der Augenblick ein, den viele Menschen von andern Verhältnissen im Leben kennen. Jener Augen- blick, wo man an einem heftigen Ruck der Lebensänßerungen um sich her, an der abnehmenden Geschäftigkeit und dem hasti- gen Ateniholcn merkt, daß eine Entscheidung gefallen ist. Plötzlich läutete eine Glocke ungewöhnlich grell, und alle Stimmen vermischten sstb zu einem vielstimmigen Gemurmel, als ein verstaubter»nd säßveißtriesender Radfahrer ins Jim- iner gestürzt kam; die Tür wurde aufgerissen imd blieb weit offen stehen, so daß man viele herbeieilend« Schritte auf dem Gang hörte. Tann fielen die drei Worte, kurz und scharf: ..Wir haben ihn." XXVIII. Er saß hinler der Schranke aus der Polizei- behördc B. unten beim Hasen. Er war zaghaft auf das.Heuerkontor der Seemannsmission gekommen, mit der Mütze in der.Hand und hatte mit heiserer Stimme gefragt, ob es für einen geübten Seemann Heuer gäbe,>mo dann hatte man ihn gleich verhaftet, denn ein Detektiv hatte schon dort gesessen und gewartet. Er sagte ti::r:„Es ist gut"— und seither hatte er nichts wieder ge- äußert. Man hatte ihm einen Revolver, in dein noch vier Schüsse waren, abgenommen. Letzt jaß er auf der Bank hinter der Schranke, vornübergebeugt, die Arme auf die Knie gestützt. Hin und wieder sah er zu dem Schutzmann auf und reckte /'einen Körper, eine Bewegung, mit der er stumm eine Art trotzige Selbstausgabe ausdrückte. Tie Schutzleute behandelten ihn gemütlich, wie die Polizei stets das Wild behandelt, wenn es eingefangen und in ihrer Gewalt ist. Er bekam Kaffee und Brot, das er begehrlich hinunterschlang, und Tabak wurde ihm angeboten, den er indessen nicht annahm. Er habe selbst Tabak, sagte er. Als der Assistent ihn fragte:„Warum haben Sie den armen Burschen erschossen?", antwortete er:„Weil er es ver- dient hat." Worauf er trotzig seine Muskeln streckte und schwieg. Bald darauf kam Krag herein und setzte sich neben ihn aus die Bank hinter der Schranke. Er behielt seinen Regen- mantel an, hatte- aber seinen Filzhut in der Hand. Er war allein in einem Auto vom Polizeiamt gekommen. „Sic haben ein sauberes Stück Arbeit ausgeführt", sagte Krag zu ihm. Georges richtete sich höher auf, aber rückte cttoas zur Seite auf der Bank, um nicht so dicht neben dem Detektiv zu sitzen. „O ja, es war ganz gut gemacht", sagte er und lachte. Ein sonderbares Lachen in diesem g raub suchen unberührten Gesicht. Das schwache Geräusch von Wagenrollen und Straßen- bahngeklingel drang halb erstickt durch die dicken Wände. Wie ein Blitz schoß der Gedanke Krag durch den Kopf: Die Stadt draußen. Zausende von Menschen, beschäftigen sich jetzt mit dieser alles überragenden Mordsensation. Durch ein ineilen- uvites Gewinnnel von Straßen gellt es: Der Mörder, der Mörder, habt ihr ihn? Wo ist er? Wie bei einer Katastrophe, die alle mit Tod bedroht, bei einem unheilverkündenden Wahr- zeichen, das alle sehen können, sind alle von einem gemein- sanien schreckgemi schien Verlangen besessen, etwas von diesem einen Menschen zu erfahren. Wo ist er? Tmrch welche unserer unzähligen menschenbelebten Straßen eilen jetzt seine veräng» st igten Schritte?... Und nun sitzt er hier in diesem engen und düstern Raum, von einer bläulichen Gasflamme beleuchtet, die von einer irisch gekalkten Decke herabhängt, und zeigt ein Lächeln in einem ichinutzig-blassen, unglaublich müden Gesicht. Er hat braune von Tabak verdprbene Zähne. Krag jagte zu ihmtj „Wenn die Verhältnisse anders gewesen wären, hätte ich gern gesehen, daß Sie auf das Meer entkommen wären, an Bord eines Segelschiffes zum Beispiel. Stellen Sie sich vor, wenn Sie in dieseni Augenblick ans einem schaukelnden Deck stünden, während die Leuchtfeuer hinter ihnen verschwänden." „Es ist gut so wie es ist", sagte Georges und schwang seine Mütze.„Wie lange dauert es?" „Was?"/ „Bis ich gehängt»verde?" „Vielleicht werden Sie gar nicht gehängt. Das kommt drauf an." ,.?kein. es ist unmöglich," antwortete G?orgc3,„es ist un- möglich, zum Teufel." Er blickte sich im Zimmer um wie ein Mensch, der erwacht, nnd sein Auge blieb an dem Revolver haften, der auf dem Tisch lag. Asbjörn Krag niachte ein Zeichen und der Polizeibcamte steckte den Revolver in die Tasche. „Der soll Sie nicht mehr in Versuchung bringen", sagte der Detektiv freuirdlich zu George. Das„Gefängnisgesicht" beugte den Kopf und ließ ein tiefeS Brummen hören, das ganz unten aus der Brust zu kom-- men schien. Krag bat jetzt, daß man ihn mit dem Gefangenen allein lassen niöge, und die beiden Polizcibcamtcn entfernten sich, obgleich sie Sem Verhör gern beigewohnt hätten. Der eine nahm ein Stück Pczpier und der andere ein Protokoll; ans diese Weise pflegen Menschen aufzutreten, die nur notgedrungen ein Zimmer verlassen. Das„Gefängnisgesicht" begriff, daß das Verhör beginnen sollte und wurde offenbar unruhig. Er rückte noch weiter von Krag fort. Sie saßen da und sprachen wie zwei, die zufällig nebeneinander in dem Wartesaal eines Bahnhofs sitzen. Dieser Vergleich siel Asbjörn Krag ein. als er die gelbe blank- gescheuerte Bank sah. Wenn die Unterhaltung zu Ende war, würden sie sich trennen und seder seinen Zug besteigen. Krag würbe zum Leben und zu allem, was eS bot, zurückkehren— der andere aber hatte nur die unwiderrufliche letzte Reise mS Nichts vor sich. Sie waren gleich alt, der eine aber war frei und der andere gezeichnet. Der eine triumphierte, der andere laß bebend und wünschte sich den Tod nnd kämpfte mit einem seltsamen rauhen Husten, der unterdrücktem Weinen glich. Worts, folgt) Unb ber Umsatzsteuer würde noch nicht aUeS gedeckt. Schöne- ösrgs Schulden werden bis Jahresschluß 1ö3 Millionen be- tragen, gegenüber 81� Millionen bei Kriegsausbruch. Von den durch das Reich zu erstattenden 20 Millionen sind bisher 7 Millio» nen bezahlt, weitere IVz— 2 Millionen sollen nächstens folgen. Die Mahnung zur Sparsamkeit, führte der Bürgermeister und KämMerer weiter aus, berührt gerade bei den Fragestellern sonderbar. Gerade sie waren immer dabei, wenn n a ch b e- willigt werden mußte, und taten in dieser Beziehung vielleicht noch mehr als die anderen. Wie soll denn gespart werden, wenn wir ohnedies nur noch notwendige Ausgaben niachen? Das Rezept dazu sollen uns die Fragesteller geben!— In der Besprechung wurde den Deutschnationalen vorgehalten, daß sie mir ihrer An- frage sich nur die Möglichkeit schaffen wollten, b e i d e n k o m m e n- den Wahlen s h r e„M ahnungzur Sparsamkeit' als Agitationsmittel zu verwenden.— Zu einer Magi- itratsvorlage wegen Einrichtung neuer Klassen in der Mittelschule beantragte die sozialdemokratische Fraktion die S ch u l g e l d f r e i- b e i t für Mittelschüler bei einem steuerpflichtigen Einkom- men his lOOWZ M. und den Abbau der Vorschulklassen von 1929 ab. Der Antrag wurde dem Magistrat als Material über- wiesen.— Eine Magistratsvorlage wegen Verniehrung der Assi- itenten des Wohnungsamtes führte zu einer Wohnungsde- batte. Stadtverordnete der rechten Seite waren es, die wieder einmal sich für die Hausbesitzer ins Zeug legten. Freier(Soz.) wies nach, daß jeüt, in dieser Zeit maßloser Mietesteigerungen, von einer'„Not" der Hausbesitzer keine Rede sein kann.—• Für Beamte auf K ün d i g u n g und für planmäßig A n g e- itellte in Stellen eines dauernden Bedürfnisses hält der Magistrat von einem bestimmten Zeitpunkt ab die An- ftellung auf Lebenszeit für wünschenswert. Gegen dine Magistratsvorlage wendet sich Szymanski sll. Soz.). Ihm antwortet E r d m a n n(Soz.). Durch den Beschluß lcbensläng- sicher Anstellung werde die Stadt zeige», wie man sozialen Schutz aufbaut. Tic Vorlage wurde(gegen die Unabhängigen) ange- nommen. Marieildorf-Sudeildc. Aus der Gemeindevertketung. An Stelle deS Gemeindeverordneten Wohlleben, welcher sein Mandat niedergelegt hatte, erfolgte die Einführung des Herrn Schneider (Dem.). Ein Dringlichkeitsantrag der Demokratischen Fraktion fordert zur Hilfsaktion für die iwtleidende Wiener Bevölkerung auf; es wurde einstimmig beschlossen, aus der Gemcindekasse öw M. zur Verfügung zu stellen und eine Haussammlung einzu- leiken. Ein DringkichkeiiSantrag der foziakdemvkratifchen Fraktio'n wurde vom, Genossen D e i n e r t begründet. Derselbe forderte, daß gefaßte Beschlüsse zur Ausführung gebracht werden müssen und nicht willkürlich von einzelnen Beamten umgangen oder anders ausgeführt werden dürften. Der Wahlausschuß hatte festgelegt, daß die Sitzungen des Mietseinigungsamtes nicht in den Vormittagsstunden abgehakten werden sollen. In eigenmächtiger Weise ist vom Vorsitzenden des MietSeinigungsamtes entgegen diesem Be- schluß gehandelt worden. Herr Hesse(Bürger!.) unterstützte die Ausführungen', des Genossen Deinert; ebenfalls Küter(U. Soz.). Zum Protest dafür, daß die Wünsche und Beschlüsse dbr Gemeinde- Vertretung nicht korrckterweise zur Ausführung gelangen, wurde von Küter beantragt, außer Punkt 6 der Tagesordnung, Erwerbs- losenfürsorge'betreffend, sämtliche anderen Punkte von der heutigen Sitzung abzusetzen. Ter Antrag wurde angenommen. — Tie Mietsbeibilfe soll ab 1. November wegfallen; dafür soll eine Winterbeihilfe gewährt werden. Diese Winterbeihilsc ist für die Erwerhslosen bedeutend günstiger, sie kann aucki in Sackbe- zügen bestehen.— Die Ertra-Unterstützung, für die zirka 1ö 999 M. in Betracht kommen, soll kür Verheiratete 199 M.. für Unverhei- ratete 50 M. betragen. Der Beschluß wurde einstimmig gefaßt. h Grosz-Berliner Lebensmittel. Tie Mebrcinoänge an Mil» ermöglichen vom V. Dezember 1919 ab folgende Belieferung iür„•AB'-Milch— ülite IV— d. b. am die AT-Kartai 1 Liter, ATT'/. Liter. B I V, Liter, B II Liter, für.0"- Milch— Liste III— d. d. auf die C I-Karten Liter, C II'/4 Liter. Marienvorf-Südende. Auf Abschnitt 99 der Um rege Beteiligung ersucht vor Vorstand. leleitijtt Jaussalbe beseitigt San.-Rat Dr.Strahls! ied. hautausschl., Flecht., : eutju ck., bes. Belnschad., Krampfadern der Frauen u. dcrgl., in Orifiinaldosen 6 25.>175 erhältlich in der „Eleiameii. Apotheke" Berlin 213, Leipziger Straße 74(a. DflnhotfpU @ Hautjucken Krätze, besonders nachts, beseitig: schnell und dauernd auch In veralteten Fällen Amthcker Dr. Uccker's bewährtes Mittel, nicht schmierend, keine Berufsstörung. I Packung meist für eine Person ausreich. M. 5.50. Diskrete Zusend, ohne Angabc der Firma durch die Apotheke zum Goldenen Adler, Berlin 26t Alexandrincnsiraßc 41. Gegr. Im Jahre 1556. Zweitälteste Apotheke Berlins: Gebisse Stifttähne 6,- bis SO,— Vistin Gold u. Silber in jeder Form 238F" hScbate Prciae. kauft Linke Blüchcrstr.40 Port.2 II, 8-8 U. "Gramnio- phone auf Teil- zahlg. MMM Petersburger Str. 23, 1. Et. Spedition BtiMiM«-Berlin 5J.J. Berlin W Bellevnestraße 7. Mitglieder-Versammlungen für Berlin am Mittwoch, den 10. Dezember, abds. 7 llhr. «ula. Hinter der«arnisonNrch»...Die Reaktion von rechts.'" Ref. Scn. Sassen. guaendbeim. Lindenftr. 3, HJoof L II'. Ref.®en. Stuftner, Hochbahn.'Restaurant, Tempelhofer Ufer 80, Ecke Trebbin« Strasse. Ref.«en. Max Grunwald. Aula,«iagelberger Str. 84.„Demokratisiening der Benoaltung". Ref.(Ben, Land- richler Rüben. Patzenhofer, früher Bockbrauerei, Fidicinstr. 2,8.„Die politische Situation". Ref. (Ben. Keller Blücher- Säle. Blücherftr. 61.„Sliernbeirlite" Res. Marske. Raabe. Flchlestr. 29.„Dlc wichtigsten Fragen der Arbeiten- erficherung" Ref.«Ben. Mm; Kremple. Rejchenbergcr Ltost Rcichenberg« Str. 147. Ref. Gen. Weide. Schulaula. Reickenberger Str. 07/68, Ecke Forster Strasse„Dlc politische Lage." Ref. Gen. Brückner. Beisker, Eunrnstr. l>. Schulanla. Wrangelftr. 128.„Di, Zeetrümmerer der Arbeiter- Organisationen." Ref. Ge». Sctzschold. Alexandriner, Alexandrinenstr. 87a..Wirtschaft und Finanzpolitik." Ref. Gen. Sauer. Dresdener Garten, Dresdener Str. 45. Rest Gen. Heinig. Trödel. Frankfurter Strasse 47.„Der Wied«-ufbau unserer Volkswirtschaft." Ref. Gen. Schlegel. Aula der 2, Dandwerkerschnle, Andreasftr 1.„Grenzfragen der«eschlechtsmoral, I. Teil." Rest Gen. Hübner. Schulanla. Litaner Str. 18.„Elternbeiräte." Ref. Gen. Hennicke. mih», SchreinerNr.68.„Die politische Lage." Rest Gen. Siering. Schulu la. Eck-rtstr. 16/17.„Religion und Sozialdemokratie." Ref. Gen. Dr. Lohmann. Steffens, Landsberger Allee 130.„Eteuerprobleme." Ref. Gen. Klinqler. kieinrick, Gr. Franst. Str. 80.„Einbeitstchule und Elternbeiräte." Rest Gen. Dränge. Werneuchen« Schloß. Elbinger. Ecke Werneuchener Str.„Der Fctnd steht rechts." Rest Gen. Max Richter, Reumlinfter(M. d. L.1 � Schulaula Ehriitburg« Str. 14.„Einwohnerwehren." Ref. Gen. Dufchick. Bubi-Sälc, Neue Kiinigstr. 20. Ref. Gen. Brolat. Bttracrheim. Alte Schönhauser Str. 28 24. Ref. Gen. Gamolewitz. Schulaula, Ruvpiner Str. 48, Am Arkonaplaü.„Elternbeiräte. Ref. Gen. Karg. Schulaula, Schönh. Allee 100a...Das«fle Revolutionsfahr." Ref. Sem Davibfohn. Schulaula, Danziger Str. 28.„Di- politische und wirtschaftliche Lage." Referent Gen. Kabelib. Schulaula. Pavpelallee 41/42.„Wege zum wirtschaftlichen Wied«aufbau." Rcf«eitt Gen. Mawscheck aus dem Reichswirtfchaftsmwtstcrium. Schulaula. Schöuftiesser Str. 7. Rest Gen. Fendel. Bleffin, Slargarder Str. 8. Rest Gen. Grosse. Schulaula, Graunfir. 11. ,.D>» wirtschaftliche Lage." Ref. Gen. Loewe. Schulanla, Peruaner Str 89,90. Ref. Gen. stickler. Humboldt-Säle. Hulfitenstr. 44. Rei. Gen. Ritter. Ködler« Teslälc. Ti-ckür. 24. Rest Gen. Gräber. Marine-Kafino,«irchstr. 18.„Die sozialistische Schule." Ref. Gen. Oberlehrer Geora Chaym. Schmidt. Wieleistr. 23. Ref. Gen. Kniest Arminius-Feftftile. Bremer Str. 78.„Die politische Situation." Res, Gen. Umlauf. Sturm. Sprengelstr. 40.„Elternbeiräte." Ref. Gen. Bahlke. Mener, ivankstr. 82. Ref. Gen. Stamvfer. Rclchs-Feirsäle, Brinzen-Wee 38.„Die Voraussetzung des praktischen Sozialismus." Ret. Gen. Dittmcr. Pose, Kolonieitr. 15; Zache. Schul-, Ecke Exerzierstr. Schulaula. Plantaaeustr. 15/19. Rest Gen Vieth. Schulaula, Ostender Str. 87 89.„Si-delungcn." Ref. Gen. Langer. Schulsaal. Ostcnber Strasse. Ref. Gen. Poctsch. Zlm Dienstaq, den S. Dezember, abends 7 Uhr: Z7. Abk. Arwshof, Perleberger Str. 26.„Das Betriebsrätegesetz", Rist Gen. Bethge. Da die Zahlabetide der Weihnachtsfeiertage wegen ausfallen, werden auf allen Mitglieder. Versammlungen Beltriiae entqegenacnommen. Um zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersticht IBpr Yorotiiml. 1.«»t. 2. Mb». 3. Abt. 5. Ab». 8. Ab». T. tibi. S. Abt. 0. Abt. 10. Abt. 11. Ab». 12. Ab«. 13. Mb». 14. Ab». 15. Abt. 16. Abt. 1«. Ab«. lö. Mbt 20. Ab». 21. Ad«. 22. Ab». 23. Ab». 24. Ab». 25. Ab». 26. Mb». 27. Ab«. 28. Mb«. 26. Ad». 30. Ab». 31. Ab». 32. Mb». 33. Ab«. 34. Mb". 35. Ab«. 30. Abt. 38. Abt. 40. Ab». 41. Ab, 42. Mb,. 43. Ab». 44. 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Donnerstag 4: Rotkäppchen. Freitag 4: Aschenbrüdel. Rose-Theater. TVi Ut: Minna von Barnhelm. Walhalla-Theater. mt Uhr: Am goldenen Born. Theater am hottbacer Ter. Tel: Uoril�llstz Utitl. Jed. Abend 7>J> Chi: LMs S Mi Stettmar S. losnt-nebtn 8" «rtnäß Freiset toll Uemf. Programm 1 Kind Iren• keuch» 0 gestattet nguä- Konzert. Lsg 7.» Uhr, Votterkl 11- l''i n. 4-8 Uhr Neues Programm! Volksbühne«ÄU 7>/z Uhr: Paul Lange und " Tora Parsberg._ Lessing-Theater Direktion: Victor Barnowsky. 7: Peer Oynt. (Grüning, Lossen, Servaes, Lind. Loos) Mittwoch VI,: Pygmalion. (Durieux.Grüning, Hartmann, Heinich, Tillmann, Klöpier, Saliner, Schnell, Gleit.) Donnerstag 7: Sondervont. f.d. hungernd. Kinder Wiens: Der Pfarrer von Kirchfeld. flika Grüning, Poldi Müller, Dagny Servaes, Theod. Loos, Eugen Klöpfer. Alex. Ekert, Emil Lind> Hierauf: Konzert u. Vorträge. Lily Hafgren- Waag, Carl Clewlng, Tilla Duricux, Paul Morgan.) Deutsebes Künstler-Theater Allabendlich V/,- Cyprlenne. (Leop. Konstantin, Kurt Götz, Erich Walter.)_ Gaslno- Theater LOthringerstr.37. Tägl.'/jSU.t Schniepels Lene Berliner Volksstück i 3Aufz. Vorher erstkl. Spezialitäten. Viktor Litzek i. d. Op. Sketch „Erwischt." Stg.ZV,: Ein sauberes Kleeblatt der weltberühmte Qedankenüber- I rager, macht led. Menschen willenlos. Zum I.Male a. eimVarleidbühne 2 Bennos Exzentriker 2-i Rougbys I | Fliegende Akrobaten| Gadbin's Todessprung aus der V. Etage Bernhard Trio Gymnastiker Klara Berat Illusionstänze 3 Salvano Komische Radfahrer Unter d. Linden 22/23 Dir. M So Ii man. Der größte spannendste psychologische Film r o m a n m sechs Akten. Hauptrolle: Lade Höflich. Spielleitung: Max Mack. Ortgin Lustspiel In 2 Akt Hauptrolle: Ottchen Mflcbe liletsy Ar na Billettverkauf 6 Uhr. Letzt. Vorstg. vj»— Vjll U. Musikbegleltg. d. bekannt Musikmeisters Jacobs. RelehsbaD.-TöeatEf 7,/,UI)r u. Sonntag > nachm. Ä Uhr: Stetiin. Sänger nachni.ermiiß.Pr 9tcich6halItn-S.: Ddnhoff-Brettl. Winter- Garte«. Täglich 7.IS Uhr: 1 Variete-Spielplan{ «J Rauchcn�geslatteU Um Jtellog, 12. Dezember, 2.15 Ahr: Zum 450' TNoI»: Hmnmel $tubrntrn mif her neuen Operettenparodie im BtrUncr Cheater. Schalln.Rauch im Großen Schauspielhaus Karlstr.— Schiffbauerdamm Blondine Ebinger Laba Haromenger Hans Jnnkermann Paul Oraetz O. v. Wangenhelm H. H. v, Twardowski Frledr. HoUaender Klabund Eröffnung 71/a/ Beginn 81/, Uhr Potsdamer Str. 38 Ullis Ehe Turmstr« 12 „Lilli" Alexanderplatz-Passage Harry Liedtke Im Schatten des Geldes Friedenau, Rheinstr. 14. Bruno Kastner in: Artlstentreue, CircusBusch Heute Dienstag u. Frtg., 12. KeWe Steiiung nur Boxkilmpte! Morgen sow. a. d. anderen Tagen abends 7>/, Uhrt Gr. Zirkas-Vorstellung whrj Aphrodite EE Krause Pianos Großes Lager in» allen Holzarten BerlinWGOJnsbaeherStr.t. Uiaammi «eststätt«, ScBns(inb bb Tonndorf-Betriebe •«d. 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D«r Umtausch der Aktien der GroBec Berliner StraBen- bahn gejan Schuldrerschrelbungen das Verbandes GroB- Bcrtin und die Abhebung der Zinsen für das erste Halbjahr 1910 sowie der bar auszuzahlenden Restbeträge kann oegen L'ebsrgabe der Aktien nebst Oewinnanteilschelnen für 1919 auBer bei der Umtauschstelle der Grotten Berliner SVaBcnbahn, Berlin W. 9, Leipziger Platz 14, Eingang 2, auch bei den nachstehenden Banken und deren sämtlichen Niederlassungen bewirkt werden; Dresdner Bank, Bank für Handel und Industrie, Bankhaus S. Bleichröder, Commerz- und Diskonto-Bank, Deutsche Bank, Deutsche Girozentrale, Direktion der Oiscomogcsellschaft, Bankhaus Hardy& Co. G. m. b. H., Nationaibank illr Deuschland und A. Schaaffhausen'scher Bankverein A.G. in Cöln. sehen Staatsbank(Seehandl.) erfolgt auch die Auszahlung der am 2. Januar 1920 und später tällig werdenden Zinsen aus der vom Verbände Grott-Berlin aufgenommenen Anleihe vom Jahre 19i9 über 141 000000 M. Auf die Verordnung des Reichsministers der Finanzen vom 24. Oktober 1919 betreffend den Depotzwang wird hierbei besonders aufmerksam gemacht Berlin, den 6, Dezember 1919. fer yefbasilsiilrfktor dos VeriiaDiIes Oroß-Berün i. V. Dr. G i e s e.__ 22/8 Einladung MlNlltMliMg. An der Hicfiaen Verwaltung soll die Sielle des Bienft- stestoaporftphor» einer u»u «iazaeichloudp«, Bffent» lieh»»»optunft«. and De- ichmerdeflell« i» Ge- meiudesache» geschossen werden. 1209D Geeignete Personen wollen ihre Bcwcrbnngcn unter Bei- sügung einer Lebcnsdeschrei- dnng und von beglaubigten .steugnisabschritten Uder die dishezig! Tätigkeit bis zum 1. Januar 1990 an den Unter- zeichnetrn einreichen und Ee- yaltssvrderungeu angeben. Berlin-Friedrichofe.de, den 28, November 1918. Der Sterneiudeaoefteher. Ja Vertretung i Soge». BroWeteT mittags von 12—1 Uhr und aoonnttaa» von 4-5 Uhr. Von 5 Zoutoee ab MTfcet Hof."«« Heinrich Drechsel, stisteusabrikeu,• NO 5?,b>einersdorfrrStr.l5. �Tei.! stgjt 2803 u. Alex, 49� ?.ur austcrordentlichen Attgkm.Ortskranken- am Montag, den 15. Dezbr., nachm. 3 Uhr. im streishause in Berlin, Friedridi-starl-Ufcr S (streisiagssitzungssaal). Einziger Punlt der Tages- ordnung: Erwerb eine» Erhalooga- heinrgrandMekes. Die Herren Äuss.hußmitgiiedrr werden zur Teilnahme an dieser Sitzung ergedeust eingeladen. Berlin, den 6, Dezember 1919. Astgemeine Ortskrankenkassr Niederbarnim. Petzoit, Borsitzender. --wr? ßemk. SMelMZ WUlaHBa. Oardlnan, UafMatofe, Tisch, und DiwsmUct»», TtUIUtU d«olc 230 053,44 75 577,1.8 239749,03! 217 21433 i39?02 995,0Sj2?584 2073S Mitgliedcrbcwegung. Mifglicderdcstgnd am 30. Juni 191 S 110 511 Mitglieder Neu einaetveten sind 9 040„ 110 837 Mitglieder Ausgeschieden durch llebertragung LS Mitglieder Tod.... 057„ Kündigung■ 2936„ 3601 Mitglieder Bestand am 30. Juni 1910..... 110196 Mitglieder 1 39 702 1 27 584 20733 Die Summe der Geschäsisguthaben erhöhte sich im Lause des Jahres um......... 383 284,33 M Die Hastsumme vermehric sich im Lause des Geschüslsjahres um...... 3 650 430,—„ Die Hastsumme betrug am 30. Juni 1919 6 971760,—, o in« u un-<*« n»«» s« nn 8«i In a t t B c n* I i in und IT nnn g e g c n d. Eingetragene Genossenschaft mit beschrtuiktor HaitpfUcht. 1-j1(11 Der AufsichtBrut. Der � orstand. i.A.: F. Walther._____ R. Junger. O. Scbullze._________ Ml«s8M Kleinste Anzahlung— Bequemste Ab- zahluna— Gröstte Rücksicht. Einzelne Mödcl gebe bereitwilligst ab. � Lei Barzahlung bedeutende Preisermiistiguno. M. Miitterstraste 7, eine Treppe. Kriegsanleihe nehme in stahlung. I Liefere auä, nach auswärts. MIN M MliNN kaufen WST Katterien"WV i a Qualität zu billigsten Preisen bei LetzZn& Werner, OraulenstraBc 185. 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Unter den ♦ ♦mwHAgrgctntPf v«x>tT$PTi» schönster Ordnung gewesen, daß er nur 30 erschossen habe, wäre menschlich sehr schön, aber juristisch falsch. Der Angeklagte habe sich bei der Ausmusterung keines summarischen Versahrens bedient, sondern sei mit deutsche»: Gewissenhaftigkeit vorgegangen. Er habe sich!»i großen und g-Rzen an die Roske-Erlasse gehalten. Der Befehl lautete:„Erschieße alle." Grund dafür: Kein Raum in den ß>. sängnissen. Diesen Befehl hat Marloh nicht ausgeführt. Er c ai sich auch, als Hauptmann Gentner zu ihm kam, entschlossen, die ihm als gut bezeichneten Gefangenen zu entlassen. Das llngliiil, das über 29 Menschen hereingebrochen ist, war auch gleichzeitig ein Unglück für einen jungen untadeligen Offizier. Man könne hier nur von einer Tragödie der Disziplin sprechen. Dieses tragische Momeni läßt sich nicht dadurch beseitigen, daß man den Ailget tagten verurteilt. Aber diese Verhandlung könnte beweisen, daß in dem allameiuen großen Wirrwarr als fester ruhen- der Pol die Justiz stehe, daß sie nur dann straft, wenn subjektiv ohne allen Zweifel die Schuld erwiesen sei. Da die Schuld in diesem Falle zweifelsohne nicht festgestellt sei, bitte er um Freisprechung. Verteidiger Rechtsanwalt Kikath schloß sich diesen Ausführungen insofern au, als die Verteidigung absolut nicht bestrebt, sei, die Tat selbst zu verteidigen. Menschliche Empfindungen müßten aber zurücktreten vor der Frage, ob daran der Angeklagte schuldig oder nichtschuldig sei» Im Gegensatz zum Anklagevertreter müsse man es doch als ganz zweifelsfrei erlvicsen ansehen, daß die Si- tuaiion für die Abteilung Marloh am 11. Mörz bedrohlich war. Die Gefahr eines unmittelbaren Angriffs auf die Regierung-: truppen bestand. Außerdem sei die Verteidigung erst kürzlil— Besitz der Personalakten von zwei der gefangenen Matrose aus denen hervorgntge, daß sie reckt erheblich wegen schm t arischer Delikte bestraft seien. Der eine beispielsweise m;. c.f Jahren Gefängnis wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesctzle::. Der Verteidiger bittet, den Totschlag zu verneinen. Bezüglich der Anklage wegen unerlaubter Entfernung hätte er erwartet, daß de: Anklagevertreter diese hätte fallen lassen. Er hätte ihm eine besser.' Menschenkenntnis zugetraut. Auch die Anklage der Urkunden fälschung lasse sich nicht aufrechterhalten.— Auf eine kurze Em gegimng des Anklagevertreters. KtiegsgmchtSrat Dr. Mcyer, in der diefer seine Anklage voll aufrecht erhält, erwidert R.-A. Grün- sprach. Dann erhebt sich der Angeklagte zu seinem Schlußwort: Ich habe am 11. März meine Pflicht als Soldat getan und tun müssen. Ich bedaure die Menschen, d:c dieser Tat zum Opfer gefallen sind, nachdem ich gehört habe, daß sie unschuldig sind. Am 2. Juni bin ich nicht eigenmächtig, sondern nuf Drängen meiner Bvrgefotzten abgefahren. Ich habe keine N- kuiide gefälscht. Der Vorsitzende verkündet, daß die Urteilsverkündung am DienStag mittag 1 Uhr stattfinden soll. Bor dem GerichlSgebäude hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt, die auf die Urteilsverkündung wartete. » Ter Zeuge Dr. Bongart ersucht mitzuteilen,, daß er nicht au;- gesagt hat, Fcllechner habe Verfügungen in die Ecke getvorftn, sondern Fcllechncr habe bei der' Uebernahme der W. A. d. K. eine An- zahl Verfügungen gesunden, die seine Voigänger einfach beiseite ge- worftn hatten. * Der Hauptmann v. Kessel ist— wie wir hören— auf ftinci! Wunsch vorläufig vom Dienst cnthunden worden und hat die Etil- leitung eines Verfahrens gegen sich vor einem Zivilgericht beantragt. Also' wegen Meineid und intellektueller Urkundenfälschung usiv. vors Schwurgericht, und der Paß-Gehcimrat daneben! . � m-m-i—!--- Kleine politische Nachrichten. Der Krieg und die Millionäre. Die„Arbeiter-Zeitung" in Saint-LouiS bringt eine Statistik, die den Zusammenhang der An- sammlung größerer Vermögen m Amerika mit den von Amerika geführten Kriegen darstellt. Nach dieser Statistik gab es 1855 in den Vereinigten Staaten 28 Millionäre, noch dem Bürgerkrieg 1861— 64 stieg die Zahl auf etwa 500. Im Jeher 1914 zählten die Vereinigten Staaten rund 5000 Millumärc, nach dem' Weltkriege ist ihre Zahl auf 25 000 gestiegen. Aehnlich m allen anderen Län- dern. Kriege find m der kapitaliftischen Welt immer eine glänzende Konjunktur gewesen. Aus Menschenblut wird Gold gemünzt. Je mehr Blut vergossen, desto mehr Gold wird erzeugt für einzelne', während die A lassen überall der Not, dem Elend und der Vcr- arrnung anheimfallen. Die Beröffentlichung der Kriegausbruchakte» wird, wie die „D. Allg. Ztg." von unterrichteter Seite erfährt,'bestimmt am 10. Dezember erfolgen. Oberst Bauer, der sich zu dem amerikanischen Journalisten Wiegand über Aussichten der Monarchie in Deutschland äußerte, gehört der Rcichsivehr nicht an, noch hat er ihr je angehört. In Gnaden aufgenommen. Nack einer amtlichen italienischen Meldung sind italienische Truppen im Einvernehmen mit d'Anuunzio in Fiume eingezogen. Die Truppen d'Annunzios verbrüderten sich mit den Regierungstruppen. Judenitsch-Ersatz. Ein Helsingforser Blatt meldet aus Revol, daß das Kommando der russischen 5!ordwestarmee durch den sirrni- scheu Ex-Diktator Manncrheim übernommen wird. Das Westloch im französischen Lichte.„Matin" zeigt iu einem Artikel, wie gewisse Schieberkreise von dem Loch im Weste» profitieren. Er stellt fest, daß etwa 100 derartige Kaufleute verfolgt werden würden, und sagt. Reis, der in Frankreich zu 85 Fr. für 100 Kilo und zu einem Fr. das Kilo verkauft werde, werde in den besetzten Rheinland,:» zu 160 bis 170 Fr. verkauft. Schweinefett, zu 3,60 Fr. gekauft, erreiche einen Preis von KL5 Fr. in den Rhein- landen. Bei eineni Waggon Reis verdienten die Schieber etwa 10 000 Fr. Auch Fett fei in Mengen nach dem besetzten Rheinland gegangen.— Es ist nur zu wünschen, daß die französische Regierung aus diesen Erfahrungen lernt und fortab die deutsche Regierung in dem Bemühen, daS Westloch zu schließen, unterstützt. SewerkschafisbewMng �lus dtv internationalen Arbeiterbewegung. Die Mitglieder der internativnalen Arbeiterkonferenz haben laut »Journal of Commerce", New York, vom 21. Oktober ISIS, zu ihrer persönlichen Information eine Reihe von Berichten über die gegen- wältig an der Tagesordnung stehenden Fragen der gesamten inter- nationalen Arbeiterbeloegung erhalten. Insbesondere wird darin Ueberficht über die bisherige Erledigung der Fragen wie kürzere Arbeitszeit, Mutterschutz. Verbot der Nachtarbeit für Frauen und Kinder und der Ausbeulung weiblicher und jugendlicher Arbeiter uiw gegeben. Diese eigens für die Konferenz zusammengestellten Be- richte bieten zum ersten Male amtliches Material über den Stand der.einzelnen Fragen in den Haupt iächlicksten Industrieländern. Dieses umfangreiche Material, das von dem Organisationsausschuß gesammelt und gesichlet worden lsi, sollte den Teilnehmern an der Konferenz die nötigen Unterlagen zur Ausstellung eines Mindest- Programm? liefern. ES ist so instruktiv und interessant, daß cS verdient, der breiten Oeffentlichkeit in großen Zügen bekanntgegeben zu werden. Der wichtigste Buiitt, der auf der Tagesordnung steht, ist die Annahme des Achtstundentages bezw. der 48- Stundenwoche. In dieser Richtung gehen ja auch die gegenwärtigen Bestrebungen und die bisherigen gesetzgeberischen Maßnahmen in allen bauptsächltcksten Industrieländern konform. Nach den vorgelegten Berichten haben bisher 16 Länder und außerdem der australische Staat Neusüdwales den Achtstundentag angenommen. Und zwar grlt dies für die meisten industriellen Werke. Von NeuküdwaleS und Neuseeland abgesehen, haben diese Länder erst im Laufe der letzten drei Jahre, meistens erst nach dem Weltkrieg, die Neuerung eingeführt. Außerdem liegen aber in einer Reihe von Ländern Gesetzesvorschläge für die Einführung deS Achtstundentages vor, unter anderem in England und. in Schweden, wo beide Häuser des Parlaments das Gesetz bereits angenommen haben. A Als eines der bedenklichsten Uebel der Gegenwart wird die Arbeitslosigkeit hingestellt. Sie ist eine Erscheinung des inter- nationalen Wirtschaftslebens, über die trotz aller bisherigen Forschungen noch keineswegs erschöpfende? MatLrial vorliegt. Die von den einzelnen Regierungen gegen die Arbeitslosigkeit getroffenen Maßnahmen sind entweder vorbeugender Art oder sie sind bestimmt, Erleichterung zu schaffen. Nicht weniger als 21 Länder haben in- zwischen ArbeitSvcrmittlungsämter eingerichtet. Diese find zum großen Teil, z. B. die amerikanischen, unter dem Druck deS Krieges entstanden. Die bcstorganisierten Arbeitsämter befinden sich den Berichten nach in England, wo 3'/} Millionen Arbeiter einer durch Beiträge der Arbeitgeber unterstützten Zwangsversicherung angeschlossen find. Ebenso befitzen 21 Länder Borschristen zur Ver- Hinderung der industriellen Beschäftigung von Arbeiterinnen un- mittelbar vor und nach der Mutterschaft. Meistens beträgt die Schutzzeit 4—12 Wochen, wovon 4—8 Wochen auf die Zeit nach s der Niederkunft entfällt. Außerdem haben 13 Länder eine Form von! Mütterunterstützungen für die Zeit der gesetzmäßigen Arbeitspause eingeführt. Eine wichtige Rolle spielen auch die Maßnahmen gegen die Ausbeutung weiblicher und jugendlicher Arbeiter. In inanchen Ländern dürfen sie für ungesunde Arbeiten überhaupt nicht, in anderen wieder nur beim Vorhandensein geeigneter Schutzmaßnahmen beschäftigt werden. Frankreich z. B. schließt Frauen von der Be- schäftigung in 50 gefährlichen Industrien ans, u. a. solchen, bei denen Vergistungsgeiahr besteht. Außerdem auch solchen, bei denen gefährlicher Staub bezw. Dunst entwickelt wird. Für Kinder find die bestehenden Schutzvorschristen noch viel unifassender. Hinsichtlich der Altersgrenzen bestehen jedoch von einem Lande zum anderen große Verschiedenheiten. In den meisten Ländern stellt das Alter von 14 Jahren— wenigstens für Fabrikarbeit— die untere Grenze dar; nur in Rumänien, Spanien, Indien und teilweise auch in Japan gilt eine unter 12 Jahren liegende Grenze. Die meisten nordamerikanischen Staaten(mit gewissen Einschränkungen), einige Provinzen Kanadas und fünf europäische Staaten hoben eine höhere Altersgrenze als 14 Jahre. Während der ersten ArbeitSjahre verbieten die meisten Staaten jede Nachtarbeit für jugendliche Arbeiter; in einer Anzahl Ländern gilt hierfür die Altersgrenze von 18 Jahren, deren allgemeine Einführung gegen- wärtig angestrebt wird. Weitere Gesetze auf Sicherung der Arbeiter- Wohlfahrt, zum Beispiel das Verbot der Verwendung von weißem Phosphor zur Zündholzfabrikation, sind in einer Reihe von Ländern zur Anwendung gelangt._ Dr. N. Hansen, Berlin. Maffenkündigmtgen bei der Abwickluitßsstelle des Spandauer Feuertverkslaboratorinins. Die von unS kürzlich veröffentlichte Zuschrift:„Ein skandalöser Arbeitsvertrag" hat, wie man uns mitteilt, zur Folge gehabt, daß den Angestellien am 17. November cm neuer Vertrag vorgelegt ivurde. So ist zum Beispiel der Satz:»Die Arbeitszeit kann jedoch von den unter d) genannten Personen(da? sind die Vorgesetzten aller Art) nach Erfordernis und ohne Beschränkung der Zeildauer auf 10 Stunden verlängert und in dringenden Fällen auch aus Sonn- und Festtage ausgedehnt werden", ausgelassen worden. Am 29. November ist nun plötzlich an der Abwicklungsstelle dos Feuerwerlslaboratoriums dem größten Teil der Angestellien zum 31. Dezember d. Js. gekündigt worden. In der Verfügung G. H. 3 Nr.«13 11. 19 vom 26. 11. 19 heißt ei:»Bei Festsetzung der Höchstgrenze von 30 bis 40 Personen für jede Abwickelungs- stelle wurde seinerzeit angenommen, daß die Buchsührer größtenteils beim Reichswerk beschäftigt würden. sDaS trifft nicht zu. denn es ist jedem Kinde bekannt, daß die Mehrzahl der Beamten von An- lang an gar nicht daran dachte, zum Reickswerk überzutreten, und tatsächlich find z. B. von der Gewehrfabrik nur drei Beamte lediglich vorübergehend zum Reichswerk kommandiert worden.) Da dies nicht der Fall ist, muß noch eine größere Anzahl von An- gestellten zum 3l. Dezember 1919 entlasten werden. Die Auswahl der zu Entlastenden hat im Einvernehmen mil den Angestellten- Ausichüffen zu erfolgen. Die Zahl der zu Entlastenden ictzt jedoch der Leiter der Abio>ckeIungSsielIe selbständig fest. Ein Einspruch«- recht steht den An gestellten- Ausschüssen nickt zu!!' Hieraus hat der Leiter der Abwickelungsstelle. Major Arlart, einfach den Schluß gezogen und ohne jede Befragung des Angestellten-AuSschuffeS sämtlichen Angestellten der Abwicklungsstelle gekündigt! Bekanntlich wurde zufolge Verfügung des ReichSwcbrministeri- ums Kg. Nr. 944/9. 19. K. vom 4. Oktober 19 den Angestellten im Bereiche der HeeieSverwaliung eine einmalige BeickaffungSbeihilfe, zahlbar in.zwei Raten, gewährt. In Meier Verfügung heißt eS unter Nr. 9:»Ter zweite Teilbetiag ist ihnen dann nicht zu zahlen, wenn der Vertrag am 3. Dezember 1919 aufgelöst oder ge- kündigt ist." Durch die erfolgte Kündigung ist nun dieser Fall eingetreten. Die Angestellien fitzen nicht nur am 1 Januar 1920 aui der Straße, sondern sie verlieren durch diese Kündigung auch noch die zweite Hälfte der Beschaffungsbeihilfe, mit der wohl alle zu Weihnachten unbedingt gerechnet haben. Die meisten der sich heute noch bei der Abwicklungsstelle be« findenden Personen find entweder Schwerkriegsbeschädigte. Kriegerwitwen, Auslandöflücktlinge oder Bäter zahlreicher Kinder. Aber damit nicht genug. Es befinden sich unter den An- gestellten solche, die infolge ihrer Arbeit seinerzeit irr die»2. Gruppe einrangiert worden sind. Obwohl diese Angestellten noch heute in der gleichen Stellung tätig find, hat das Kriegsministerium an- geordnet, daß sie nur noch noch der Gruppe 3 zu entlohnen sind und ihnen auch nur noch das entsprechende Gebalt zu zahlen ist.. Was war die Folge dieser Verfügung? Der Leiter der AbimckelungS- stelle ordnete an, daß bereits da? Novembergehalt dieser An- gestellten um 130 M. gekürzt wird, und tatsächlich ist den Angestellten nicht einmal das volle G e ha l t ausbezahlt worden! Der Leiter der Abwickelungsstelle Hai den einzelnen Abteilungsleitern(Beamten) Anweisung gegeben den ehemaligen Angestellten der Gruppe 2 die selbständige Arbeit zu entziehen und sie nur noch mit mechanischen Arbeiten zu beschäfiigen, damit diese auf Auszahlung des vollen GebaltS keinen Anspruch erbeben können! Der Einsender dieses Berichts richtet an den Leiter der Abwicklungsstelle der Gewehrfabrik Spandau die Frage. wie er dazu kommt, die Angestellten auf die Straße zu werfen, ob« wohl es ibm bekannt sein dürfte, daß den Schwerkriegsbeschädigten usw, nach den DemobilmachungSbestimnmngen besondere Vergünstigungen eingeräumt sind.......!. Mit einem vollen Sieg des Zentralveibandes der Fleischer endeten die Wahlen zum Arbeitsnachweis in, Fleiichergewerbe. Die Liste deS Verbandes erhielt 2197 Stimmen, die des gelben Bundes 199 und die der Chrrstlichen 169. Demnach entfällt nicht einmal ein Ersatzmann auf die anderen Parteien. Der Andrang zur Wahl war ungeheuer, die Einrichtungen des Magistrats für die Wahl ervielen sich als vollständig ungenügend, sodaß ein beängstigendes Gedränge herrschte, wobei die Wähler 4—5 Stunden aushalten mußten. Im Laufe des Wahlganges wurde in der Wahl- kommisfion klar, daß bei diesem Andrang«ine Abwickelung der Massen nicht möglich sei und, eS wurde den harrenden Wählern mitgeteilt, daß am nächsten Sonntag weiter gewählt werden soll; trotzdem hielt ein großsr Teil noch Stand. Ein Zwischenfall trat insofern ein. als der gelbe Führer GörgeS sich unter die im Wahllokal wartenden Wähler mischte und diesen geschlofiene Kuvertö zuzustecken versuchte. Einige Wähler, denen diese Beeinflusiung doch zu bunt war, sorgten für Entfernung dieses WahlsällcherS aus dem Wahllokal. Wird die Wahl am kommenden Sonntag fortgesetzt, so erfolgen noch entsprechende Mitteilungen, Schwmdelnotizeu. Unter der Ueberschnft„Die Streikkaffen sind leer" bringt die „Neumärkische Zeitung" in Landsberg a. W. folgende Notiz: Ein Prrvattelegramm meldet uns am 4. Dezember aus Dresden, daß sich insgesamt 225 000 Mitglieder de« Textilarbeiterverbandes im Streik befänden, was bisher 5 650000 M. kostete. Die Durchführung weiterer Lohnbewegungen durch Arbeitsniederlegmrg könne infolge Erschöpfung der Gcldmirtel nicht mehr erfolgen. Man müsse sich jetzt mit ordnungsmäßig durchgeführten Verhandlungen begnügen. Die Notiz ist von Ansang bis Ende erlogen. Ein Streik, der 225 000 Textilorbeiler umfaßt, kann sich nicht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit abspielen. Dem Vorstand des Textilarbeiterverbandes ist von einem solchen Strxik nichts bekannt. Damit fallen auch alle übrigen Schlußfolgerungen in nichts zusammen. Drohende Beunruhigung der Kaliindustrie? Die Verhandlungen zwecks Besprechung eines neuen Tarife? für die Angestellten der Kalirndustrie sind am 5. Dezember schon nach halbstündiger Dauer vom Arbeitgeberverband abgebrochen worden. Selbst dem von den Angestelltenorganisationen angerufenen Reicks« arbertsministerium war es nicht möglich, die Verhandlungen iofort wieder in Gang zu bringen. Sie sollen am 15. Dezember in Berlin wieder aufgenommen werden. Die Erregung der An- gestelltensckaft über dieses Vorgehen der Arbeitgeber ist außer- ordenrlich groß, dies um so mehr, als die jetzigen Einkommens- verhälmisie der Kaliangestellten bei weitem auck nicht die allernot« wendigsten Lebensbedürfnisse decken und weit unter dem Einkommen deS ungelernten Arbeiters stehen. Pflicht deS ArbeitgeberverbandeS ist eS. durch schnellste Wiederaufnahme der Verhandlungen einem drohenden Konflilt mit der Angestelltenschast zu begegnen. Rchtuug. graphisches Gewerbe. Die S. P. D.-Mitgliedcr des graphischen Gewerbes werden ersucht, die von unabhängiger und kommu- nistischer Seite einberrisencn Versammlungen nicht zu besuchen Eine Bcr- sammlung für die S. P. D.-Mitglicder mit dem Thema:.Der graphische Bund" sindet nächsten Sonntag statt. I. il: Adolf Biumentha!. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe 7, Sektion a(Waren- und Kaushäulcr, Bezirk Osten nnd Nordosten) öffentliche Versammlung heute, Dienstag, abends 7 Uhr in Boekcrs Fcsisälcn, Webersir. 17. Tagesordnung: „Wie verbesteni wir unsere Lage." Reserentin: Kollegin Licht. Zeutralverband der Angestellten, Bezirk Steglitz. Mitglieder- Versammlung am Donnerstag, den It. Dezember, abends pünktlich 8 Ubr im.Schloßpark", Steglid, Schioßsiraße. U, a Ausstellung der zu benennenden Kandidaten sür die Vorschlagsliste der Delegierten zur Generaloersammlung. EiniriiI nur gegen Mitgliedsbuch. Teutschrr Portier-Berband. Herne, Dienstag, abends 7 Uhr, im KLnigsradt-Kafino, Holzmarkislr. 72, wichrige Versammlung. Soziales. Flach- oder Hochbau für den AleiuwohuuugSbau? Kürzlich hat in der Wilmersdorfer Stadiverordnelenversamm« lung Bürgermeister PeterS betont, daß der Wohnungsnot besser ge- steuert worden wäre, wenn die staatlichen Zuschüffe, stall vor- wiegend dem Flachbau, in größeren. Umfange für StockwerkShäuicr gewährt worden wären. Diese Ausfossung enrspricht, wie uns von zuständiger Seite berichtet wird, nicht den tatsächlichen Verhält- nrffen. Denn die Hockführung vielgeschoisiger Bauten verlangt aus technischen Gründer, eine sehr große Menge gleichartiger Baustoffe in ununterbrochener gleichmäßiger Lieferung, ro z. B. die fort- laufende Anlieferung großer Mengen gebrannter Zregelsterne oder Kallsandsteme, gleicher Bauhölzer, gleicher Ersen- trärer usw. Die Beschaffung dieser gleichgearreten Bau- stoffe in den für das Großbaus erforderlichen Mengen hat sich namentlich in den letzten Monaten a l S ganz undurchführbar erwiesen. Beim Klemhaus dagegen ist ein Wechsel der Baustoffe, wie er durch die Ver- bältnisse auf dem Baustoffmarkt heute häufig erzwungen wird, ver- hältnismäßig leicht möglich. Denn bei plötzlich eirrtrelendem Ziegel- mangel lassen sich z. BT Schwemmstein, Schlackenstein, ja sogar Lehmstein» als Ersatz verwenden. Bei Mangel an Dachsteinen karur jedes einzelne Haus der Kleinhausfiedlung notfalls mit verschiedener» Material eingedeckt werden. Auch kann, um ein weitere? Beispiel zu nennen, beim Kleinhau? die Dachrinne ohne Schaden forifallen, während beim GroßhauS viele Meter Zinkrinnen unentbehrlich sind. Sehnlich liegen die Verhälmisie für die Smzelheiten deS inneren Ausbaues, wre Fußboden, Badeeinrichtung. Oefen usw. Das Ergebnis der verflossenen Bauperiode zeigt jedenfalls die auffallende Tatrache, daß von den mit Baukosten unierstützlen Älein- häuiern ein erheblicher Teil fertiggestellt werden konnte, daß von den begonnenen Hochbauten dagegen kaum eiuer zu Ende geführt wurde! In richriger Vorausficht dieser Sachlage hat das Wohlfahrts- Ministerium mit allen Mitteln den Flachbau gefördert und die Ueberteuenrngszuschüsse vornehmlich dem KleinhauSban zugeführt. Dieker Voraussicht ist eS zu danken, daß im Jahre 1919 trotz Bau- stoffknappheit doch immerhin die beträchtliche Zahl von etwa 40000 Wohnungen neu entstanden ist. Würden die ohnehin ausS äußerste beschränkten Baustoffmengen für undurchführbare Hochbauprojekte. verzettelt worden sein, so wäre so gut wie nichts erreicht worden Jugenüveranftaltungen. Wedding. Jugendheim, Gesangsaal der 14. Realschule, Lüiticher Straße 38, h-ule 7 Uhr: Musi labend. Goelhe in der Musik. Siiederschöneweidc. Heute Uhr: Beteiligung am Lichtbilder- Vortrag der S. P. D.:»Reise durch Tirol" in der Aula der Gemeiiiveschalc, Berliner Siratze. Treffpunkt: 7 Ubr im Fugendheim. Weitzrnsee. Jugendheim, Woelckvromenade 1, heute 7 Uhr: 3. Abend deS BortragszhlluS:»Die Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung". Vorträge, vereine unü Versammlungen. Uutcrhaltungsabrnd für die Brttzer Jugend, Mittwoch 7 Uhr in der 1. Britzer Gemeindeschul«, Chausteeftr. 137, sür die älteren Schüler und Schülerinnen und sür die männliche und weibliche schulentlassene Jugend. Lebensbeschreibung Fritz ReuierS und Rezitalionen einiger Werke.— Teiitschpsterrcichischer Abend zugunsten der hungernden Hoch- fchülcr Wien». Am Montag, den 15. d. M., abends 7 Uhr, vcramialiel die Vereinigung der deutschöflerrcichischen Hochschüler in Berlin, im Hör- snai 33 deA Universität einen muülalisch-rezitatorilchen Abend. Karten zu M. 5—, 3—,(Studierende 2,—) sind bei den Pförtnern der Universität und Technischen Hochschule sowie an der Abendlasse erhältlich.— Geldspenden nimmt die Vereinigung in ihrer Geschäftsstelle: Universität, Zimmer 145, und aus Postcheckkonto Berlin KW. 7 Nr 50395 entgegen. Verantw. für den rcdattion. Teil: Art»» Zicklee, Charl-ticnbura: fllr Antigen: Ib. Glocke. Berlin. Berlag: Vorwärts. Perlon<9. m. b. L.. Berlin. Dr:uk: Vor. wärts-Buäidruckcrci u. Berlagsanitalt Paul eoinger u. Co. Berlin. Lindenftr. 3, Hierzu 1 Beilage. m w Berlin 0, 17