Nr.630.36.Ia!frg. Bezugspreis, VierteljiihrU 1Q&I Ml> monofl. ZA» MI. fcei ins Hails. voraus zahlbar. Polt- tezllg� Monatlich 3A> Mr. exH-Za- stdlimgsgebiihr. lliUerKreuzdand für Deittschlnnd und Oesterreich- Ungarn k,75 Mt. für da, übrige Ausland 10.75 Ml. bei täglich einmal. Zustellung 8,75 Ml. Postbestellungen nehmen an Dänemark, Solland, üuremburg, Schwede» u. die Schweiz. Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts� mit der Sonntag» betlaze.Boll u. Zeit" ericheim wochen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adress«: «Sozialdemokrat Berlin-. Morgen-Ansgabe. Devlinev Volksblatt � 15 pfennm) Anzeigenpreis: Die achtgefpaltcne Nonpareillezcile lostet IM» M, Teueru»g»zul chlag«0%. ««leine Anzeigen-, das fett- gedruckte Wort 75 Psg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort 85 Pfg. jedes weitere Wort«0 Pfg. Worte über lä Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchlag äO5.». ßamilicn- Anzeigen, politische und gewertjchafllichc Vereins- Anzeigen 1,80 Ml, die Z-ile. Anzeigen für die nächste Nummer inllffen bis S Ahr nachmittags im ZumptgofchLft. Verlin SW 68, Lindenstraße 3, abgegeben werden. Seoffnet von g Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokrati Tchen Partei Deutfchlands Reüaktion und Expedition: SW. b8» Ondenftr. 3. tlernivrcrtier: Amt MortNvlat!, Nr. t.i l SV—»Sl S?. Mittwoch, den 10. Dezember 1919. Vonvärts-Verlag G.m.b. K., EW. vS. Lindenste. 5. Fernsprecher: Amt Morinplast, Rr. U7 iiZ— i»4. Die Jaust an öer Gurgel. Die Sefehle üer Entente. Cl e m c n c e a u hat den? Freiherrn von L e r s n e r am Montag Abend folgende zwei Noten übeA>ringen lassen: Paris, den 8. Dezember 1919. Herr Präsident! Ter Oberste Rat hat Kenntnis genommen von der Mit- teilung, die Tie am 1. Dezember namens der deutschen Regie- rung gemacht haben. Die Noten vom 1. und 22. November haben die Bcrantwortlichkeit der deutschen Regierung bei der Verzöge- riziig der Ratifikation des Friedensvertrages festgestellt und ihre Schlustfolgerungeu bleiben bestehen. Die Anregung betreffend ein angebliches Recht Deutschlands(als Kompensation dafür, dag die amerikanischen Delegierten bis zur Ratifizierung des Ver- träges durch die Vereinigten Staaten in den Kommissionen seh- len), eine Aenderung der Vertragsbestimmungen über die Aus- ltcserung der Schuldigen und die Rückkehr der Kriegsgefangenen zu verlangen, ist unbegründet. Nach den Schlutzbestimmungen des Vertrages soll, dieser in Kraft treten, sobald ihn Deutschland und drei der alliierten und assoziierten Hauptmächte ratifiziert haben. Ein Versuch Deutschlands, diese Inirastsetzung von einer neuen Bedingung, nämlich der Anwesenheit der amerikanischen Delegierten in den Kommissionen, abhängig zu machen, wäre ver- geblich. Es ist unrichtig, dag der deutsche Standpunkt in dieser Hinsicht am 14. Oktober gebilligt worden sei. Ebenso ist es un- richtig, daß die Herren von Simson und von Lbrsner am 29. No- vember zu mündlichen und schriftlichen Verhandlungen üoer das Protokoll vom 1. November eingeladen worden seien. ES ist ihnen einfach gesagt worden, daß angesichts einer schriftlichen Nöte di deutsche Regierung schriftlich un'.......... antworten müsse, die lediglich auf die Bedingungen darin formuliert waren. , Der Oberste Rat ist der Ansicht, daß der Artikel 221 dcS Friedensvertrages betreffend die Rückkehr der Kriegsgefangenen vollständig klar ist und keinerlei Ergänzung braucht. Frankreich bat schon mehrmals erklärt, daß cS die Gefangenen mit der In- kraftfetzung des Friedensvertrages freilassen werde. ES hat keinen Grund, dies neuerdings zu wiederholen. Der Oberste Rat verweilt nur bei den Einwendungen gegen die Kompensations- fordcrung für die Zerstörung der deutschen Flotte in Seapa Flow und gegen die Anlüssdigung etwaiger militärischer Zwangsmasi- nahmen, die in der Note der Alliierten vom 1. November gemacht worden ist. Die alliierten und assoziierten Mächte teilen die Befürch- tungen der deutschen Regierung wegen der> wirtschaftlichen Folgen für die deutschen Häfen nicht. Sie Halten das Protokoll in seiner bisherigen Fassung auf- recht. Nach Empfang des in dem Protokoll geforderten vollstän- digen Verzeichnisses aller Schwimmdocks, Swimmkräne, Schlepper und Bagger werden di« alliierten und assoziierten Mächte die von ihnen getroffene Auswahl mitteilen, wobei der allgemeinen Wirt- schaftlichen Lage der deutschen Häfen Rechnung tragen werden. Wenn dann die deutsche Regierung beweisen zu können glaubt, daß eine der genannten Forderungen geeignet ist. Deutschland in der Befriedigung der berechtigten Bedürfnisse be- tresfend die Aufrechterhaltung der Flußschiffahrt und anderer wirtschaftlichen Lebensinteressen der gleichen Art schwer zu beein« trächtigen, so kann die deutsche Regierung den alliierten und asso- ziierten Hauptmächten ihre Rückforderungen stellen, und diese - Mächte werden ihrerseits bereit sein, sie nach Anhörung der Wie- dergutmachungSkom Mission im Geiste der Billigkeit zu prüfen. Die Unterzeichnung des Protokolls und die Niederlegung der Ratifikationsurkunden führen die Inkraftsetzung des Friedens- . vertrag» und damit den Eintritt des FriedenSzustaildes herbei. Bon diesem Zeitpunkt an wird die Ausführung der Bestimmungen des Protokolls, das die Voraussetzung für das Inkrafttreten des Friedensvertrages bildet, durch die allgemeinen Bestimmungen dieses Vertrages sowie durch die von Volkerrecht anerkannten ge- wohnlichen VerfahrenSarten gewährleistet werden. Bis zur In- kraftfetzung des Friedensvertrags erinnert wir zum letzten Male daran, daß die Küirdigung des Waffenstillstandes genügt, um den alliierten Armeen jede Berechtigung zu militärischen Masinahmen zu verleihen, die als nötig eracksset werden. In diesem Sinne erwarten wir die unoerzügilche Unterzeichnung des Protokolls und die Niederlegugn der Ratifikationsurkunden. Genehmigen Sie usw. gez. Clemenceau. • Die Scapa-Jlow-Note. Tie besondere Note über_bie Entschädigung für die Ver- senkung der Kriegsschiffe in Tcapa Flow lautet: Herr Präsident! Am'27. November haben Sie mir ein Memorandum zugehen lassen, in welchem sich die deutsche Negierung weigert, die Forde- ruiigen zu erfüllen, die die alliierten und assoziierten Mächte in ihrer Note vom 1. November wegen der Zerstörung der deutschen Flotte in Scapa Flow am 22. Juni 1919 gestellt hatten, und in der sie vorschlägt, diese Angelegenheit einem Schiedsspruch: zu unterbreiten.' Tie deutsche Regierung, der der Standpunkt der alliierten und die zweimal, am 28. Juni und am 3. September 1919 darauf bezügliche Mitteilungen machte, behauptet heute, daß diese Zer- störung in nicht» eine Verletzung der Verpflichtungen Deutsch- lands bedeute, daß die zerstörten Kriegsschiffe im Augenblick ihrer Zerstörung nicht zur Auslieferung an die Alliierten bestimmt waren,' und weit inehr noch, daß die Zerstörung den alliierten und assoziierten Mächten selbst zur Last falle, die„im Wider- spruch mit den Bestimmungen des Artikels 23 des Waffenstill- standeS diese Kriegsschiffe nicht in einem neutralen Hafen, son- dern in einem feindlichen interniert hätten". Tic alliierten und assoziierten Mächte können in dem deut- scheu Memorandum nur einen schwer erklärbaren Versuch er- blicken, absichtlich die Inkraftsetzung des Vertrages und die end- gültige Wiederherstellung de» Friedens hinauszuzögern. In ihrer Note voin 3. September, die sie nach Kenninisnahme der authen- tischen Erklärungen de» die zerstörte deutsche Flotte befehligen- den Admirals an die alliierten und assoziierten Regierungen ge- richtet hatte, hatte die deutsche Regierung, weit entfernt, die ihr in dieser Angelegenheit gegenüber den Alliierten obliegenden Verpflichtungen anzuerkennen, im Gegenteil geltend gemacht, daß der Admiral keineswegs die Absicht gehabt habe, die Ver- pflichtungen zu verletzen, die die deutsche Regierung hinsichtlich seiner Person eingegangen war. Die deutsche Regierung selbst erkannte ebenfalls an, daß der befehligende Admiral bei der Zerstörung der deutschen Flotte auf Grund eines allgemeinen Befebls gehandelt habe: sie fügte hinzu, daß der Admiral sehr wohl wußte, daß die deutschen Vorschläge selbst hinsichtlich der Friedensdedingungen die Anrechnung der Flotte auf die Wiedergutmachungen voraussahen. Hat nicht der Chef des deutschen Admiralstabes insgeheim dem Admiral bog Reuter am 9. Mai 1919 nach Scapa Flow geschrieben:„2Lie auch immer sich das Schicksal dieser Schiffe gestalten nröge, so wird es nicht ohne uns entschieden wer- den, es wird von uns selbst ausgeführt werden, und eine Aus- lieferung an den Feind bleibt ausgeschlossen." Gerade die auf Befehl der deutschen Regierung erfolgte Zer- störung dessen, was Deutschland im Gegenteil den alliierten und assoziierten Mächten ausliefern sollte, stellt, welches auch immer die persönliche Verantwortung des Admirals v. Reuter und seiner llntergebenen sein mag, die Verletzung des Waffenstillstandes dar und gleichzeitig einen Akt, der auf die Annullierung von Ver- pflichtungen hinzielt, zu denen bereit» die Zustimmung erteilt war und die man im Begriff war, endgültig zu unterzeichnen. Schlißlich ist- es kauin nötig, daran zu erinnern, daß die Wahl der Reede von Scapa Flow in Ermangelung eines geeigneten neu- tralcn Hafens in allen Punkten sowohl dem Buchstaben wie dem Geiste nach Artikel 273 des Wafferistillftandes entspricht. Unter diesen Umständen sind die alliierten>Ind assoziiert«! Mächte der Ansicht, daß die deutsche Regierung heute nicht die Verantwortung zurückweisen lann, die ihr zufällt, und nicht in einem Schiedsspruch eine Lösung für Kriegshandlungcn sehen kann, deren Negelung den erwähnten Mächten zusteht. Infolgedessen fordern die alliierten und assoziierten Mächte di« deutsche Regierung auf, entsprechend ihrer Note vom 1. No- vember ohne weiteren Verzug das Protokoll zu unterzeichnen, welches den Austausch der Ratifikationen und die Inkraftsetzung de» Friedensvertxages gestattet und so die Rückkehr zum nor- malen Leben und zur Milderung der Leiden der Völker sichert. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherungen meiner Hochachtung. gez. Clemenceau. Tie beiden letzten Noten Clemenccaus versetzen Deutsch- lanb in vieler Hinsicht in die gleiche Lage, in der es sich im Juni vor der Unterzeichnung des Friedensvertrages befand. Tainais lzat die Entente unter der Drohung des Wiederbeginns des Kriegszustandes und der Blockade uns gezwungen, ein Gewaltdokument mit den schärfsten Härten für die Zukunft Teutschlands und mit unerfüllbaren Bedingungen zu unter- zeichnen. Unsere Nnwendungen wurden damit beantwortet, daß man uns versprach, im Falle des Wohlverholtens Milde- rungen zu erwägen. Nach dem ganzen Verhalten der Entente seit jener Zeit ist das deutsche Volk von. denl Glauben an die Aufrichtigkeit dieses Kommentars gründlich geheilt worden. Der neueste Befehl der Entente fordert von uns in gleicher Weise unter Androhung neuer Kriegs maßnah- men die Unterschrist unter da» Zusatzprotokoll und stellt lediglich in Aussicht, daß sie spätere Wünsche Deutschlands„im Geiste der Billigkeit" prüfen werde/ Vorher aber müsse die Unterschrift geleistet werden. In normalen Zeiten war es üblich, daß Versprechungen einer Regierung gegenüber einer anderen eingehalten wurden. Die Versprechungen, die die Entente uns bisher gemacht hat, erwiesen sich als Papierfetzen, die man stets preisgab. ,wenn wi.r an diese Versprechungen appellierten, und denen man inmer den Wortlaut der von uns unterschriebenen Ur- künden gegenüberstellte. J&f.'vhen Tönen hatte man unmittelbar vor Kriegsende und assoziierten Rächte am 23. Juni 1919 mitgeteilt worden war, 1 dem deutschen Volke versichert, daß die Entente lediglich Krieg gegen den deutschen Kaiser und die deutsche Autokratie sühce, und daß diese das a l l e i n i g e Hindernis eines wohlwollenden Friedens seien. Als der Kaiser gefallen war und die Waffen- stillstandsbedingungen und später der Friedensvertrag heraus- kamen, ließ man die Maske fallen und gab zu erkennen, daf, der Krieg dem deutschen Volke galt und daß man es mit grausamster Härte, selbst mit der Vennchkung seiner wirtschaftlichen und physischen Existenz bestrafen wollte. Amerika hatte in dem scheinheiligen Manöver gegen- über dem deutschen Volke die Führung. Wilson Hat den Gedanken der Gerechtigkeit dein Rachegedanken der anderen bedenkenlos preisgegeben. Auch in den letz- tcn Tagen hat Amerika durch seine Presse verbreiten lassen, daß es mit der Schärfe des neuerlichen Vorgehens gegen Deutschland nicht einverstanden sei. Aber auch diesmal lyit es sich scheu bei. Seite gedrückt und den mit dem Vernich- tun�swillen bis obenhin angefüllten Bundesgenossen das Feld allein überlassen. Nack so viel Enttäuschungen haben wir kein Recht mehr, an die Aufrichtig- keit und Ehrlichkeit weder Amerikas, noch Englands, noch Frankreichs zu glauben. Man will uns 400 000 Tonnen, also rund 80 Proz. unserer gesamten schWnmmenden Docks, Bagger. Kröne und Schlepper abnehmen. Das sollen wir unterschreiben, obwohl wir genau wissen, daß damit die' deutsche Schiffahrt den Rest bekommt, und obwohl wir wissen, daß es uns dadurch ganz unmöglich gemacht wird, die im Friedensvertrag eiligerem- genen schweren finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen. Und wir wissen ja auch aus dem bisherigen Verhalten der Entente uns gegenüber, daß jede Unmöglichkeit' der Erfüllung eines Vertragstitels uns als böser Wille angerechnet wird,- der mit neu e u harten Strafen beantwortet wird. Wie soll sich daher die deutsche Regierung gegenüber diesen Noten verhalten? Die Entscheidmig ist furchtbar ernst und schwer. Zunächst niuß l>ersucht werden, noch einmal im Verband- lungswege die'katastrophalen Folgen der Friedenspolitik unserer Gegner klarzulegen und an Stelle der vagen Zusichc- rungen bestimmte, bindende Aeußerungen, die unsere künftige Lebensmöglichkeit berücksichtigen, zu erlangen. Das würde allerdings bedeuten, daß das Zusatzprotokoll vor der Unterschrift eine Aenderung erfährt. In der Hauptnote wird zw>ar betont, daß das„Protokoll in seiner bisherigen Fassung aufrecht" erhalten bleibt. Dennoch muß. ein Per- such unternommen werden, diese geradezu unmögliche Starrheit zu überwinden. Läßt sich die Entente jedoch auf nichts ein. dann bleibt uns nur noch die Wahk zwischen Unterzeichnung und Nicht Unterzeichnung. Nach unserer Auffassung, die uns die Entente durch ihre iiiiaufhörlichen Schikanen und Fußtritte aufgezwungen hat, kann die Regierung die verlangte ivortloje Unterschrift unter des Protokoll nicht leisten, wenn sie nickst das deutsche Volk mit.Haut und.Haare» rettungs- los der unberechenbaren Rachegicr siegestrunkener Kapitalisten ausliefern will. Die Entente hat uns zu der Ucberzeugung gepreßt, daß sie uns restlos ruinieren will, daß die Versklavung Deutsch- lands ihr Ziel ist, und daß sie nickst ruhen wird, bis wir im Elend vorkommen sind. Diese fortgesetzten Beunruhigungen, die kein Volk auf die Deucr� ertragen kann, ohne unter ihnen zugrunde zu gehen, müssen die Regierung zwingen, ihre Unter- schrift zu verweigern, wenn nickst vorher bindende Garantien für die fernere Lebensmöglichkeit des deutschen Volkes erreicht werden können. Wir wissen wohl, 1ms diese Weigerung angesichts des kr i e g e r i s ch e n Tones, der in der Note zum Schluß an- geschlagen wird und auf den die Machthaber von Paris samt ihren Militärs und ihrer Presse gestimmt sind, zu bedeuten hat. Wir sehen an den Leiden des österreichischen Volkes und an der kaltherzigen Mißachtung seiner großen Not durch die Entente, welches Schicksal auch uns bereitet werden soll. Ter Qual des allmählichen, ober sicheren Unterganges können wir nur dadurch noch entgehen, daß wir. wenn kein Mittel mehr verfangen will, ruhig und gefaßt erklären: U n m ö g l i ch u n d unannehmbar! Dann mag die Entente versuchen, vor dem �Gewissen' der ganzen Welt zu verantworten, daß sie ein erschöpftes, wehrloses, zu Boden gedrücktes Volk, das den Frieden will und nur den Frieden mit aller Welt verlangt. mit Krieg und Kriegsverwüstung überzieht. Ein kräftiger, bewaffneter Mann will mit blanker Wehr über einen schwachen und erschöpften Kranken herfallen. Das ist die Ruhmestat, zu der die Machthaber der Entente jetzt rüsten. Im Namen der Demokratie, der Menschlichkeit und der Völkerversöhnung! V freigesprochen. Der Oberleutnant M a r I o h ist vonr Kriegsgericht frei- gesprochen toorbcn. Ein Mann, der ohne dringende Not 30 unschuldige Menschen hat erschießen lassen, von denen 29 gestorben sind, ist von einem Gericht seiner Standesgenossen wegen dieser Tat freigesprochen worden. Dies ist die Tatsache, über die kein rechtlich denkender Mensch hinwegkommt. Juristen können spintisieren und kon struiercn, der unbefangene Laie sieht nur: dort29Leichen — hier der sreigcsprochene Mörder. Wäre mit Marloh nach seinen eigenen Rechtsbcgriffen verfahren worden, so läge er längst erschossen unter dein Rasen. Für ihn genügte es ja, daß ein Mensch eine goldene Uhr oder einen Ring am Finger tnig, um den Unglücklichen als über führten Plünderer zu betrachten und an die Wand zu stellen. Was hätte nach dieser BcweiSlogik mit Marloh selber geschehen müssen? Es ist allerdings richtig, die Justiz darf einen Mörder nie mals mit seinen eigenen Begriffen messen. Äber um so mehr hat sie Ursache, einen Mann, der namcusost? Unglück über dreißig Familien gebracht hat, nach den strengsten Gruirdsätzen der Gerechtigkeit zu beurteilen. Das Kriegsgericht hat da8 Gegenteil getan. ES hat alle EntschuldigungS« und MildmmgS- gründe für Marloh gelten lassen, die Überhaupt angeführt werden konnten, und noch einige mehr. . Eine Bedingung hätte es vielleicht gegeben, unter der daS Urteil erträglich erschienen wäre: tvenn gleichzeitig das Schul dig über Oberst Reinhard und.Hauptmann v. Kessel ausgesprochen worden wäre. Aber das Gericht hat seine Ur- teilsgründe bereits so formuliert, daß aus seiner Begründung fein Zwang zur Einleitung eines Nersahrens gegen die Bor- gesetzten Marlohs entsteht. Alles eine Kette subjektiver Miß- Verständnisse. Oberst Remhard hat seinen Befehl zwar nicht so gemeint, aber Marloh konnte auch nichts dafür, wenn er den Befehl in seiner Art auffaßte. Niemand hat's gewollt, nie- mand ist's geivescn! Nur merkwürdig! die 29 Toten liegen in ihren Gräbern. Tiefer Urteilsspruch ist die Krönung des vorangegangenen Justizskandals. Mit den Mitteln der Urkundeiwermchtung, der Urkundenfälschung, der Verleitung zum Meineid, der Begiinsti- g:mg haben militärische Stellen Marloh der Verhandlung ent- ziehen tvollen. Jetzt, wo er gefaßt ist, wird er freigesprochen. Tie ganze M i l i t ä r i ir st i z stinkt zum Himmel und schreit nach ihrer Abschaffung. Die Ehre des ganzen deutschen Volkes hängt daran, daß es des verbrecherischen Treibens kleiner Offizierscliquen und Katörien Herr wird. Tie Herren halten ihre Angelegenheit für erledigt, wenir der tödlich kom» promittierte Hauptmann v. Kessel dem Pfarrer Runw eine Duellforderung zustellt und ihm ein war Löcher durch den Talar schießt. Das Volk kann in diesem grotesken Satirspiel nur einen neuen Beweis dafür erblicken, wie gewissen Offiziers- kreisen jeder vernünftige Ehrbegriff ablxrnden gekottmum ist. Stach Marlohs Freispruch kann es nur eine Forderung füc das ganze Volk geben: Anklage gegen Kessel und Reinhard und sämtliche Begünstiger und Helfer der Flucht MarlohS vor zivilen Gerichten, Abschaffung dar Militärjustiz und endliche und vollständige Schwerung des Heeres von Marloh-, Kessel- und Reiubardnaturm, von Ossi- zierScliqucn und Adelsverbänden, die eine dauernde Verschwo- rung einer Kaste gegen Recht, Freiheit und Republik bilden. Ist denn die Republik dazu da,»m sich dauernd von dieser monarchischen Gesellschaft blamieren zu lassen? Besen her, aus- gefegt! 9# » die vegrünöung Ses Zrelfpruchs. Berhandlzmgsleiter KrlrgSgerichtSrat Welt führte zur Ar- gründung des bereits bekannten Urteils aus: Die Erschießung am Ii. März war objektiv unberechtigt, auch unter Berücksichtigung der ergmigeucn Befehle. Die Personen, die mit � Waffen dort erschienen sind, die Zahlmeister Jakobmre-ky, Lietzau und Härder, hatten Waffenscheine von der Zlommandantur Berlin, also van der zuständigen militärischen Ortsbehörde. Der Eimuand bi!3_ Angeklagten, diese Waffenscheine seien nicht gültig gewesen, trifft nicht zu. Er hätte sich bei ruhiger Ueberlegung sagen müssen, daß zwar alle Ausweise und Waffenscheine der B. M. D., die bor dem 7. März ausgestellt ioaren, ungültig waren, daß aber Waffev scheine der zuständigen Behörde, ausgestellt nach dem 7. März, gültig waren. Die Erschießung der öv Mann war auch deshalb unbeocchtigt, weil nach den Bestimmungen des Stand- rechts eine Erschießung nur sofort zulässig ist. Es ist dgs Wesen des Standrechtes, daß es bezweckt, die Truppe, die im Kampfe steht, zu schütze«! deshalb brauchen nach dem Ttandrecht längere Ermitt- lungci! nicht vorgenommen zu werde«. Der Angel tagte hat dagegen dadurch verstoßen, daß er die Matrosen zunächst einsperrte und mehrere Stunden bewachen ließ. Es ist selbstverständlich, daß nach längerer Zeit, nach Tagen, Monaten oder auch mehreren Stunden eine scairdrechtliche Erschießung nicht stattfinden darf, sondern daß dann das Gericht einzugreifen hat. Es ist unrichtig, daß der An- geklagte Plünderer erschossen hat. Eine Erschießung von Piün- derer» war nur zulässig, wenn Leute auf frischer Tat beim Plündern gefaßt wurden. DuS Porfinden von Ringen, Uhren oder Ketten ist ein Kriterium, das nicht ausreicht. Es können auch nicht die Be- stini-mungen über den Waffeugebrauch herangezogen werden, um die Erschießung zu rechiferiigcn. Znzvzebcu ist, daß der Ange- klagte sich in einer bedrohlichen Lage � befuiedcn hat. Aper diese Loge war nicht so bedrohlich, daß er zum Wafst»gebrauch berechtigt war. Ter Angeklagte hat ein geladenes Maschinengewehr vor die Gefangenen gestellt und hat den bewachen- den Mannschfiften wiederholt eingeschärft, daß sie bei der leisesten Bawegung,� die auf Meuterei deutele, einen Gurt in die Menge hi»einschießen sollten. Bei dem großen Höh, der zwischen den Zic. gieNtnMruppen und der B. M. D. damals herrschte, HM es dos Gericht für absolut sicher, daß schon bei den ersten Anzeichen einer Meuterei gefchofsen worden wäre. Daß nicht geschossen wurde, zeigt, daß von einkr so dringlichen Bedrohung, daß die Erschießung hätte vorgenommen werden müssen, nicht die Rede war. Dazu kommt, daß der Angd sagte gar nicht gegen meuternde Gefangene vorgegangen ist, sondern daß die Erschießung erst längere Zeit später, als bereits die Verstärkung eingetroffen lvar, vorgc- nsinmen worden ist, also zu einer Zeit, wo- von einer Bedrohung gar nicht die Rede sein konnte. Zu prüfen ist, ob der Angeklagte durch einen Vefrhs seiner Borgesevten gedeckt ist. Hierbei kommt eS nur darauf an, was Marioh durch die Leutnants Schröter und Weh- meyer übermittelt worden ist. Die Schröicrsche Uebermitilung war so allgemein gehalien, daß der Angeklagte diese nicht als einen Be- fehl in Dienstsachen hat aufgefaßt haben können. Das Gericht ist außerdem der Ueberzeuoung, daß bei der Art der Uobermiltlung durch Sckiröier der Ängeklagie Nicht die Ueberzeugung gehabt herben kann, daß ei sich um einen Ticnstbcfehl handle. Eine absolut sichere Feststellung, wie die Miiitllunz WehintherS gelauöct Hot, hat daS Gericht nicht troffen können. Es fft damit zu zu rechnen, daß bei der großen Aufreguirg aller beteiligten Per- fönen irgendlvelchc Irrtümer obgewaltet haben köimen. Um ur- teilen zu könnest, mußte sich das Gericht ein Bild der Sockstage machen. Das Gerecht ist zu der Ueberzeuaung gekommen, daß die durch Webmeyer überbrachte Mitteilung so gelautet hat, wie sie hier in der Äevhaitilung bekundet wachen ist. Da» Gericht hat keinen Zweifel darüber, daß in dieser Mitteilung nicht etwa ein Privatgespräch Reinyach-Kessel-Wehmeytt zu evbllcken ist, sondern daß in so ernster Zeit und einer so ernsten Angelegenheit seldstver- släntsttch ein Tienstbcfehl vorgelegen hat. Dieser Dienstbefehl konnte, darüber ist da 5 Gericht nicht im Zweifel, nur dachin aufgefaßt werden, der Ängeklagie solle, gestützt au? die allgemeinen Dstnstbefehle, energisch vorgehen und nötigen- falls von der Waffe Gebrauch machen, Wie hat der Angeklagte den Befehl aufgefaßt? Das Gericht muß berücksichtigen, daß der Angeklagte, als Führer eines nur kleinen Zuges, einer bedrohliche» Uebermacht gmeuübersiand, die nach seiner wohl zu verstehenden Auffassung aus Meuterern, Land- friedensbrechern und Lerbrechern bestand. Berlin stand damals unter dem Eindruck schwerster Bürgerkämpfe. In Rücksicht gezogen werden muß auch, daß der Augeklagre ein Mann ist, der, wenn auch geistig vollkommen zurechnungsfähig, doch infolge seiner schwere» nopfverletzung anders zu beurteilen ist als ein normaler Mensch. Alle Sachverständigen haben bestätigt, doß der Angeklagte unzweifel- Haft infolge seiner schweren Kopfverletzung innerlich viel unsteter und unruhig und dadurch nicht so widerstandsfähig ist, w!« ein ge- fluider Mensch. Bei der Beurteilung des Angeklagten ist seine ganze Persönlich- kc.it, sein mftitärischer Werdegang tn Betracht zu zieh«». Es ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß er ein alter preußischer Offizier im Ol, ine der alten königlich preußischen Armee ist, i>iß man ihn vielleicht als GehorsamSsmistiker bezeichnen kann. Durch die ergangenen Befehle, die an sich Nicht sehr klar sind und in denen immer von Erschießen, Standrccht usw. die Rede ist, war in dem Angeklagten doch wohl ein Boden vorbereitet, der ihn zu einem tatsächlichen Arrtum über dit Raluc des ihm überbrachden Befehls geiicigt machte. Das Gericht hat unter Berücksichtigung des ganzen SarlBerhalts den Eindruck gewonnen» daß im vorliegen- Fall« der Mensch Marloh, der kein Rohling ist, mit dem Sol- daien Marloh einen schweren Kampf gekämpft Hot. Der Angeklagte hat sicherlich nicht gewußt, was er mit dem erhaltenen Befehl anfangen sollte und den Befehl in seiner Seele hin und her gewälzt. Bei. der Erziehung des Angeklagten und seiner Neigung zum unbedingten Gehorsam ist der Aiigeklagte schließlich, nach der ikeberzeugung des Gerichts, zur Ansicht gekommen, es liege hier cin Befehl zum Erschieße» vor, ein Befehl, der ihm die Erschießung zur Pflicht mache. Die sich die Erschießung dann abgespielt bat. spricht für diese Annahme. Der Angeklagte bat dem Hauptmann Gentner gegenüber viermal hetonl:„Ich muß handeln, ich habe bindende Befehle." Dem Zeugen Klawunde gegenüber hat der Angeklagte erklärt:„Ich handle auf Befehl." Die Angabe des Anz-klagteu dem Staate- anmalt Zumbroich gegenüber, fast unmitteiear nach der Tat, saß er«ui Befehl gehandelt hat, unterstützt diese Annahme. Das Ge- rlcht ist daher zu der Ueberzongung gekommen, daß der Ängeklagie• in der Tat geglanbt Hai, er habe den Befehl, die Leute zu erschießen, bekonunen. Hot der Angeklagte das aber geglaubt, dann hatte er nach der ständigen Rechtsprechung des ReichSmUitärgcrichtS nicht die Pflicht der Prüfung. Er würde sich nur strafbar gemacht haben, wenn er zcwuht hätte, daß der ÄesM ein Verbrechen oder Vergehen beziveckr. Daß der Angellmst-e sich dessen bewußt lvar, davon kann keine Rede sein. Ter Angeklagte kann in jenen März- tagen sehr wohl der Ansicht gewesen ffin, daß die militärischen Dienstbehörden ein Interesse daran hatten, im Interesse der Sicher- heit von Berlin die durch die V. M. T. immer wieder aufflammen« den Unruhen energisch niederzuwerfen, und daß die Dienststellen ein Exempcl durch den Befehl der Erschießung statuieren wollten. Tasiir, dmtz der Angeklagte gerade'dreißig Leute erschießen lies;, darüber kann der Angeklagte eine korrekte juristische Erklärung nicht gebe». Daß der Aiigellagi« nicht auf Blut ausging, zeigt, daß er den Vorstellung«« des.Hauptmanns Gentner zugänglich war. Daß der Angeklagte au« anderen Mokwen» als auf Grund eine? Befehls gehandelt hat, bat sich nicht strikte nachweisen lassen. Tie Möglichkeit anderer Motive ist Mar gegeben. Es ist natürlich nicht ganz ausgeschlossen, daß er vielleicht auf Grund des Vorwurfs, er sei schlapp, nun hat zeigen wolle», daß dieser Vorwurf nicht berechtigt ist, aber' dieser Nachweis hat sich nicht erbringen lassen» und so hat das Gericht in diesem ZwcifclSfalle zugunsten de? Angeklagten sich entscheide» müssen. Hat der Angeklagte aber goglwullt, einen siciklen Bifehl zur Erschießung zu haben, trifft ihm ein« Schuld nicht, und Ct ist deshalb von der Anklage des Totschlags freizu- spreche». Ander» liegt die unerlaubt» Entfernung. Ter Angeklagte ist am ü. Juni fortgegangen, obwohl er wußte, daß«in Haftbefehl gegen ihn vorlag. Seine Behauptung, er sei deS GlaufienS gewesen, von seinem unmittelbaren Vorgesetzten Urlaub bekommen zu haben, ist nicht stickchaltig. Er wußte, daß sein höherer Vorgesetzter, der Gerichisherr, ihn mittels Haftbefehls suchte» und so hätte er als Soldat felbstberständlich hier bleiben müssen, und wenn er drei- mal Urlaub von seinem direkten Vorgesetzten hatte. Der Ange- klagte ist also wegen unerlaichtcr Eilkfernung ohne weiteres zu de- strafe». Das Gericht hat aber berücksichtigt, daß der Angeftagie in sehr erhebiichec Weise durch Vorgesetzte, vor allem aber durch seinen Verwandten Pfarrer Rump, beeinflußt worden ist, fortzu- Siegesöentmäler. Von F. V e s ch o w. Ehrlich ehrfürchtig überreichte der Bürgermeister dem heim- gekehrten Bürger der Stadt, dein Feldherrn, dessen Name mit vielen siegreichen Schlachten zusammen genannt wurde, den vergoldeten Stab, in dem groß und tief die Namen der Schlachte», als deren Sieger er genannt tdurhe, eingeschnitten waren. Auf daß sie der Feldherr stet« vor Augen habe. Und er hob die Auge» unter den weißen Brauen, diese Augen, deren Netzhaut fast nur Uniformen, die in ihr Feld traten, spiegelten und sprach: »Mögt da« Volk, da« zu Hause von meinen Eiegen horte, sie ebensowenig vergessen wie ich, der ich sie rrfochien, der ich in diesem Stab ihr dauerndes Denkmal habe. Aber man hat die SiegcS« fahnen langst wieder eingeholt, da« Voll hat lein Denkmal meiner Sieg»."/ Kein Denkmal Deiner Siege. Feldherr? Siehst Du die junge Frau, die sich heftig durch die Dich an» 'staunende Menge zwäiigt, nicht achtend, daß man ihr die morschen. dünnen Kleider fast vom Leibe reißt, die nur darauf bedacht ist, recht viel Deiner Bilder zu verkaufen? Ihr Mann, o Feldherr, blieb bei einem Deiner Sieg«, da riß ihr der Schreck vor der Zeit das Kind au« dem Leib, und sie wurde trank und schwach, untauglich schwererer Arbeit. Nun verkauft sie das Bild des Siegers. Sei» Denkmal Deiner Siege, Feldherr? Siehst Du denjJnngen am Eingang, der mit blaugefrorenen Händen die Schuhe der Bürger putzt? Unstet und trotzig ist lein Blick. Dein anderer Sieg, o Feldherr, raubte ihm und seinen fünf Geschwistern den Vater. Nun wird er de» Tag vergessen, o Feldherr. Siehst Du die Fronen sich drängen vor dem Bäckerladen dort? . Deine Siege raubten de»? Aeckern die Bebaucr, so daß die Frucht ausblieb für da» Volt. so daß sich füllten die Friedhöfe mit Hungers sterbenden Kindern, mit gram« und verzweissmigvergehenden Galtinnen.— Siehst Du die Krüppel dort lungeru und ein halbes, gebrochenes Dasein dahin dämmern? Tränen, o Feldherr, unzählbare, flössen und fließen ob Deiner Siege, Feldherr? Lege ab Deine glänzende Uniform, lege ab die vielen Sterne und durchwandere im schlichten WerktagSkitiel die Stadt; und hast Du Augen, so sieh! und hast Du Ohren, so höre— und erschauere ob der Denkmäler Deiner Siege im Volk, oh Feldherr! Die»euen Zensurvvrschristeii fSr die Film« befinden sich jetzt im letzten Stadium der Lorbereitung, bevor sie de» Rational- verlammliing zur Beschlußfassung vorgelegt werden.� Ter Vor- emwurf zu diesem wichtigen Einwurf ist nach der Anhörung der in Frage kommenden Litcralurverein« nochmals abgeändert worden und wird vorausstchlich in fttner endgültigen Fassung zwei Zensurinstauzen vorsehen. Den Vorsitz der oberen Jufiaiiz soll nach dem Entwurf ein Beamter ftihren, der vom Neichsminister de» Innern ernannt werden wird. Die Beigeordneten zu dieser Instanz werden die Fachverbände und Vereine, wie z. B. der Goethebund stellen. Die unlerr Instanz wird im wesentlichen übereinstimmen mit der frühere» Kinozensur. Di« ausführenden Organe sollen wieder die Vor- waltungSbehördeu werden, in der Regel also die Polizeiorgane, die unter Unrsländeu auch zu selbständigem Handel» befugt werden. Jeder Film loird als Bestätigung, daß«r der Zensur unterworfen worden ist, ein« ZulasiungSkarie erhalten, ohne die lein Film vorgeführt werden darf. Film». die zur Vorführung in den Kinder- Vorstellungen bestimmt sind, unterliege» einer noch- maligen Prüfung. Heinrich Lauteilsack: DaS Gelübde. Vergebens haben klerikale Protestler versucht, die tn» Müntvenec Schauspielhaus nun voll- zogen« Uraufführung von LauteN'acks vieraktigem Schauspiel»Das Gelübde" durch flegelhafte Demonstrationen zu stören und zwar ohne ersichtlichen Grund, denn eS handelt sich nicht um ein anli- klerikales Stück. Das Werk ist von keiner Tendenz als der der Menschlichkeit getragen Dies«, gezwungen von geschriebenem starren Gesetz und den unbeugsamen Formen und Formeln irdischen Rechts, wird hier gestaltet in ihren Konflikten und Leiden. Seelen, in der Marter von Paragraphen menschlicher Erfindung, werden uns aus- gewiesen in Schrei, AuUehnung und Untergang. Ein Mensch(Nebensache, daß er Aristokrat ist) hat bei einer Schiffatatastrophe im Golf von Aden aus der Hochzeitsreise sein junge» Weib verloren und sucht, fast einziger Ueberlebender, ei schütte« von diesem Erlebnis, Zuflucht in einem Kapuzinerkloster seiner bahnschcn Heimat, Mönch und Priester werdend. Nach neun Jahren tritt die Totgeglaubte plötzlich wieder in sein Lebe», ihn zurückfordernd als Gatten. Sklaverei und widerwilliges Haremsleben liegen hinker ihr, aber Liebe will Brücken schlagen über dies Furchtbare, Schändende. Doch neuer Acreinigung segl das Kiräienrccht drohende Hindernisse entgegen, indem es. bestimmt, daß in solcher Wieserehe nur da« Weib fordern darr, der Mann nur erfüllen. Scham und Seelenempsind- lichkeit läßt hier die Möglichkeit neuer Gemeinschaft scheitern, reißt trennenden Abgrund auf zwischen Mann und Weib. Unerbittlich fordert da? Kirchenrechl Härteres von den Geveinigle«. Uni dem Manne des Klosters Zuflucht zu öffnen, mutz auch die Frau ewige Keuschheit geloben oder im Nonnenkleid sich von der Welt scheide». Diese moderne Rhobope germanischer Rasse zieht den Schleier vor, und hinter Klosiermauern vollende» beide gebrochen ihr Leben. Lauteniack, diefei begabte Dichter, dessen Leben vor Jahresfrist tragisch zu Ende ging, hat die« eigenartige und tn der Licers- tur neue Probiem packend gestaltet. Trotz der Besonderheit de« Falles ist das menschlich Tragische bedeutungsvoll und von er- ichütiernder Wirkung. Ungleich stärker aber als tn der Verwirk- lichnng auf der Bühne wirken die Dinge de« Stückes im Buch, wo Breiten und Grobheften de» dramatischen Aufbaus sich leichter über« sthen und verzeihrn lassen. Die Darstellung de» Werke»(in den Hauptrollen Dieterle und Hermine Körner) war ziemlich stillos und litt unter einer gewissen DirektionSlosigkeit. Der Beifall am Schluß war. heräuigesordert durch die Slörungsversuch«. lobend und jahrmarkihaft. En r t M o r e ck. Neue Erzählungen von Wilhelm Scharrelmaun. Ein kleine?. stilles Licht leuchtet in den Kleinbürgernovellen von Wilhelm Scharrelmann: Rund um Sankt Annen.(Vorlog Luelle n. Meyer, Leipaig.) Eine enge Welt tut sich auf. aber in diesen Idyllen köstlichen Humor» und leiler Tragik, tn diesen vergiebelien Häusen und winklige» S>uben leben Menschen, die sich trotz ihrer Schnurrizktit und Beschränktheit hingekunden haben zu einem Gleichgewicht der Seele, das sie vor Absturz und Unterliegen de- tvahrt. Sie arbeiten, lachen, trinken und weinen manchmal auch ein bißchen bei ihrem Flämmchen, das mit mildem bescheidenen Licht ihr ausregungbloseS Dasein bescheiut. Zauber der Bedürfnis« losigkeit._ I. B. Theater. Ulrich VIelndorfss Drama: �Die Lrren�, da« am Donnei Staa seine Urausfildiung an der TriSihi« erlebt, ist Im Berlage von Vaul Ealfirer,«erli». erschienen.— Im Dtutlchen Künfller-Theatcr wird am I J. Dezember.Cqprienne� zun» 50. Mal aiiigksührt. Da» lettt« Gericht, die» von der Klent- Stistung ausgezeichnete Drama vo»»Xullus Maria Lecker(Verlag S. Fiicher. B-rlin), nclaiuit am 17. Dezeuwer am Hessischen LandeSlHeai« 1» Darmstadt zur Urans- sühkUttli- GaphukleS lrachinieriiiuea werde» beute. abendS 7'/,. Uhr. von Roft Liechtenstein im Meiilersaal vorgetragen, und zwar in der Ueber- trag u»? des 1911 bei«pern gesallenen Heinrich Ochmibel. Musik. Arnold Res« und Bruno Walter geben am lö. Dezember rn der Einga.'ademte einen einmaligen E o» a i en- Abend. Mozariö l'.diu-. Sonate, Schuberts C-dur- Fantasie, Beethovens Kccnzersoiniie.. � Craetfo«iC*t. Am 11. Dezember. 8 Uhr ttbendS, vcranflöliet Fritz Heitmann in der Kmser.Wiihelm.GedZchwtSkirche ein Orgelkviizen? bei dem Eiisabeih Malihei Sopran) mitwirkt. Programm: Orgelwerke von «ach und Rejllieek, AdventSlteder alter Melster und geistitche Lieder von Max Reger. ftrdnw Roloff wird erst am zweiten Abend der Zeitschrift„RvmaniU", Ii» yaimar, vortragen. Am 18. Dezember spricht on ihrer Stelle Hans S ch>v e i k a r i von den Reinhardt-«libne». Ruilsiansftelluiig»et Gurlitk. Von Donnerstag ab neue«weiten von Max Pechsiei». Piafiift« von Rudolf BellMg, Sammlungen von Rens SinlcniS. E. R. Weil! und Paul Cohen. Nene Forinproblome der Baukunst bespricht heute abend, 8 Uhr, Architekt Erich M c u d c U 0 b u bei Paul Cassirer. Vilioriaftr. äö. lieber d»s psychovlasttschs Problem spricht Harry Teuber am 15. Dezember 7:/a Uhr im Meisters aal. Tie Ideale nennt Eugen Herbert den Schlllerabend, den er am 15. Dezember 71;. Ubr im Llllihnersaal oeranllaltii. Woihnachtsmufik br-.ngi der ge.cspxsll-r-Cbor am 14. Dezember in der Garnisonkirche unter Milwirlimg von Emmi Leisner, Giza von Krecz und Domorganiit Pros. Aalter Fischer,.... Der Sllpensrennd. Di« schon'1870 begründete Zeiischrift wird Hanuar in neuer Eeitull als monailiche Familienzefischrist mit teid Silderlchmnck wieder erscheinen. PerlagSort ist München. Platzl. Maximilian Schmidt, der sehr bskamit» bayrssche Poikschristsleller. ist, 87 Hahrc all. gestorben. Eemülvolle, naturtrohe Äoldgeschichten, die er .seil den sechziger Jahren in großer Zahl verösjenllichte. haben ihm den fiiiatnen»Wald-Schmioi- eingetragen, der in ganz Bayern seil langem als gute Münze umläust. Da« er auch den PolkStdeatev» seiner Heimal einiges geschenli bat,, weiß man von dm Schlierfteni, die sein»AuSttagS- ftübcrl" viel gespielt haben. im reichem Kr. 630> 36. Fahrgattg 1. Seilage öes vorVärts Mtwoch, 10. VezsmberlH� Moröprozeß Änöner. �Schluß auZ der Abendausgabe.) Aupdie Frage, warum er Auer für einen Vollsverrätcr gehalten habe, anrwoitel Lindner. es sei feste Tatsache, dajz Auer in der Rcvolutionsnacht bei der alten Regierung angefragt habe, ob man noch öbg Mann königZtrene(! I) Soldaten gur Verfügung hätte, um die Revolution wieder beseitigen gu können. Der Angeklagte erklärt dann, bei dem„Besuch" in Auers Wohnung am 7. Dezember habe er vielleicht gesagt, dah er abdanken solle. Vom„Er- schießen" habe er nichts gesagt.— Vorn: Sie sollen später einem Bekannten gegenüber geäußert haben: Der Auer macht nichts mehr. Der wird nicht mehr lange da sein.— Angetl.: Nein.— Vors.: Am 9. oder 10. Dezember sollen Sie behaupiet haben: Wenn uns die Revolution verloren geht» dann schieße ich den Auer doch noch nieder".— Augekl.: Davon weiß ick nichts.— Vors.: Der Sekretär EisnerS, Techenbach. hat behauptet, daß Sie im Dezember und Januar Auer aufgelauert hätten.— Angekl.(stockend und erregt): Das ist, da? ist eine----, das muß der Feckenbach geträumt haben.— Vors.: Zu einem weiteren Bekannten sollen Sie geäußert haben:.Wenn ich den Auer noch einmal erwiich', erschieß ich ihn".— Angekl.: Das ist ganz falsch.— Bors.: Welche politische Stellung haben Sie ein- genommen?— Angekl.: Ich war für eine sozialistische Regierung» die später das Rätcsystem einführen sollte.— Vors.: Ist im revolutionären Arbeiterrat ein Beschluß oder Plan aufgetaucht, den Landtag zu sprengen?— Angekl: Davon weiß ich wirklich nichts.— Vors.: Wie war es nun am 21. Februar?— Angekl.: Ich war im Traindepot, als die Nachricht kam, daß Eisncr erschossen sei. Ich habe es anfangs nicht geglaubt. Ich war ganz niedergeschlagen. Dann habe ich gesagi: ' Schauen wir zu, daß wir in die Stadl kommen. Am Hauptbahnhof bin ich an eine der Gruppen herangetreten, die sich gebildet hatten, Man sagte dort, lvie�auch schon in der Slraßenbayn:„Es ist eine Niederträchtigkeit, daß man Eisner erschossen Hai. Da muß der Auer hintersteckcn. Der ist schuld daran. Und wenn er schuld daran ist. gehört er weg." Ich habe geiagt: „DitS stimmt schon. Der gehört weg!" Vor lauter Aufregung über den Tod Eisners habe ich geireini. Lindner erklärt zu allen Einzelbcitcn, er wisse von nichts, er könne sich nicht erinnern, heute reue es ihn, wenigstens was den Mens ch e n, nicht den.Politiker Auer betreffe und erst recht die aiideren Opfer. Ter Vorsitzende verweist demgegenüber auf schwer belastende Zeugenaussagen aus der Unter- surbung. Die L a'.id ta g s s o ld a.t e n schützten Lindner und gaben ihm noch 10 Mann Leibwache mit. Tie drei Mitangeklagten bestreiten alle Schuld und bekunden, Lmdner habe bor der Tat etwa den Eindruck eines Todsüchtigen gemacht. Der Verteidiger des Angeklagten Frisch stellt dann noch fest, daß dieser im Besitz der Rettungsmedaille ist, die er für die Rettung zweier Menschen aus einem hochangcschwollenen Fluß erhalten hat. Dann wurde in die Vernehmung öes Säckers frisch eingetreten, der mit Lindner im Traindepot beschäftigt war.— Bors.: Sie sollen in keinem guten Leumund gestanden�haben. Eisner soll geäußert haben:„Der Frisch, das ist eine ganz be- iondere Nuinmer".— Der Angeklagte verteidigt sich gegen diese Beschiildigiing. Ueber die Vorgänge im Ärbeiterralszimmcr gibt er an: Während wir uns dort unterbiellen. kam plötzlich ein Mann heran und sagte:„Der Auer hält jetzt eine Rede". Als das Wort Auer fiel, ließ sich Lindner nicht mehr halten. Einige Gcuosten wollten ihn zurückhalten, aber er riß sich los. Ich bin ihm dann nachgerannt, weil ich ein Unglück fürchtete und« ihn fest- hatten wollte. Ich riet noch:„Lindner, mach keine Dummheiten". Wenn Lindncr das nicht gehört hat, so kann ick annehmen, daß er vollkommen von Sinnen gewesen ist. Er lief dann in den Saal, wohin ich ihm nachrannte. Ich kam gerade hinzu, als er den zweiten Schuß abgab. Ich wollte ihn zurückrufen, aber mir ist das Wort vor Aufregung im Munde stecken geblieben.— Vors.: Nach den Bekundungen der Zeugen hat es aber den Eindruck gemacht, als wenn Sie gemeiusam mit Lindner in den Saal eingedrungen seien und ittit ihm unter einer Decke steckten. Einige der Zeugen baden sogar ausgesagt, daß sie das Gefühl gehabt hätten, Sic seien nur dazu dabei gewesen, um Lindner zu decken.— Angekl.: Das kann keiner sagen. Ich habe Lindncr rugerufen:„Mach keine Dummbeiten". Aber er erwiderte mir:„Du bist auch so rm Schlawiner. Ter Auer muß jetzt hin." — Vors.: Abg. EndreZ sagt, auch er habe de» Eindruck gehabt, daß Sie dazu da waren, den Lindner zu decken. Sie sollen auch verdächtige Redensarten gemacht haben.— Angekl.: Ich habe mit keinem Menschen eine Silbe ge- sprachen. Und wenn Sie mich hier foltern, kann ick auch nichts anderes sagen.— Vors.: Auch andere Zeugen haben den Eindruck gehabt, daß Sie mit im Komplott waren.— Angetl.: Aus- geschlossen.— Vors.: Zu dem Zeugen Köhler sollen Sie gesagt haben: Den Auer haben wir jetzt erschossen. Dem hat eS schön hcr- uiitei izchaut. Auch zu den Wachsoldaten sollen Sie erklärt haben: Auer ist hin. Roßhauptcr kommt auch»och hin. Schützt den revo» .lutionären Arbeiterrat!— Der Angeklagte ringt die Hände und erklärt sich noch einmal für vollkommen unschuldig. Nack der Tat, so erklärt Frisch weiter, sei er mit Lindner aus dem Gebäude her- ausgegangen und sie hätten sich beide die Leiche EtSners angesehen. Er habe geweint, daß so etwaS passieren' könne. Wenn ick je ein unrechte- Wort gegen Au�r getagt haben sollte... Vor« sitzender unterbrechend: Das werden Sie ja hören. Sie sollen auch einen Revolver bei sich gebnbt haben. Angekl.: Das ist ansge- schlössen.. Ich habe zwar einen Revolver, aber der war in Repa- ratur. Vors.: Sie sollen auch Lindner nicht im ArbeiterratSzimmer festgehalten, sondern mit ihm zusammen die Tür ausgerissen haben. Angekl.: Nein, der Lindner war so aufgeregt, daß ihm der Schaum vor dem Mund stand. Da habe ich keine Lust gehabt, mich mit ihm anzulegen. Vors.: Dann find Sie auf einen allen Regleruiigsdirektor. den Sie für einen Zentrumsabgeordneten hielten, losgestürzt und haben ihm zugerufen: Ihr Schlamiiier ge- hört auch erschossen. Ihr schwarzen Hunde seid auch schuld. Angekl.: AnSgeschlosien. Das Wort Schlawiner nehme ich nicht in den Mund. Das geht gegen meine Bildung. Der dritte Angeklagte Graveur Merkert ist lahm. Er war bis zum Frühjahr 1918 in der Schweiz und ge- börte dort einer sozialistischen Organisation an. Nach seiner Rück- kehr nach Deutschland wurde er für militäruntauglich erklärt und war hier nicht organisiert.' Später, im November, aber nahm er auch an den Versammlungen des Revolutionären Arbetterrats teil und trat im Januar d. I. der U. S. P. D. bei. Am 21. Februar ioar er im Landtag und betrat das Zimmer des Revolutionären ArbeiterratZ in dem Augenblick, als Frisch und Lindner aus diesem herausstürmten.„Ich hatte sofort den Eindruck," so erklärt er, „daß etwas Schlimmes vassieren würde." Vors.: Wieso denn? Angekl.: Lindner sagte etwas von Revolver und Erschießen, und Frisch erklärte, es müsse alles hin fein. Er sprach auch etwas von„schwarzer Bande" oder„schwarze Brut". Wenige Minuten später kam jemand in das Zimmer und rief:„Im Sitzungssaal wird geschossen." Und da sahen wir Auer und Gareis schon am Boden liegen. Wir giitgen dann sofort wieder ins Arbeiterrats- zimmer zurück, wo sich alsbald der Zentralrat bildete. Um diese Zeit wußten wir schon, daß Lindner der Täter war. Ich sah ihn dann am Nachmittag im Deutschen Theater wieder, wo unter seinem Beisitz die Drucklegung von Plakaten beschlossen wurde, die in Schwabing die Räterepublik ausriefen. Ich nahm dann Lindner in meine Wohnung mit, aber nur aus Mitleid mit seinem Zustand. Denn er war sehr aufgeregt, der Schaum stand ihm vor dein Mund und die Augen tvarcn aus ihren- Höhlungen hervorgequollen. Vors.: Sie sollen den Lindner seinen Verfostzern haben entziehen wollen. Angekl.: Das ist nicht richtig. Seine Frau hatte mir bereits früher erklärt, daß sie ihn für geisteskrank halte. Der vierte Angeklagte, Schlund, bekundet, daß«r im Krqft- Wagenpark der bayerischen Heeresverwaltung beschäftigt und damals auch Mitglied des revolutionären Arbeiterrats war. Am. 21. Februar habe er im ArbeiterratSzimmer im Lawdtagsgebäude Mühscrm, Wadler, Lairdauer, Lindner und Frisch sehr aufgeregt angetroffen. Lindncr schien ganz„betenfrlt", so daß sich der Angeklagte sagte: Der wird beute noch?' verrückt oder kommt ins Irrenhaus.� Lindner schrie in die Versammlung hinein:„Auer gehört erschossen, der muß weg." Ich trat aus ihn zu, wich aber zur Seite, als ich sein verzerrtes Gesicht sab. Er hatte einen Revolver in der Hnud, und ich dachte mir gleich daß etwa? passieren würde. Vors.: Landauer soll eine charakteristische Aeußerung getan haben, nämlich: Wenn sie gehen, werden sie inS Verderben rennen. Danach dürften also zwei Mann in diesem Augenblick das Zimmkr oerlassen Häven. Angekl.: Der Frisch ging doch hinter Lindner her. Vors.: Hat sich der Soldntenrat geweigert, Lindner festzunehmen? Angekl.: Ja. Der Angeklagte will von der Reise nach Salzburg nichts gewußt, sondern erst nachher davon erfahren haben. Rechtsanwalt Taub, erklärt, daß Landauer nicht an jener Ar- beiterratssitzung teilgenommen haben könne, denn er sei nach der Ermordung Eisners erst televhonisch von seinen Gesinnungsgenossen nach München berufen worden. Hierauf wird tn , ö!e Zeugenvernehmung eingetreten. Der frühere VorstaiHd des EiscnbahnerverbanIdeS Ar- beiterratsmiiglied Schramm bekundet, daß er am 21. Februar eine Karte zur Landtagssitzung haben wollte. Ein Mann am. Eingang habe ihm jedoch erklärt, der Landtag werde gleich hin sein. Hierauf wird unter großer Spannung des Publikums Frau Sophie Auer aufgerufen. Sie bekundet, daß sie dein ersten Teil der LaiidtagS- sitzung beigewohnt hat. Im Zuhörcrraum herrschte eine merkwürdige Erregung und eine schwüle Stimmung. Es waren ganz andere Leute da als gewöbnlich. Sie hörte mehrfach deu Ruf „Rachel" und„Nieder mit Auer!". Plötzlich gab eS draußen einen großen Lärm. Ei« Diener habe sie gebeten, sich doch in Sicher- heit zu bringen, iaß etwas Schreckliches passiert sei. Dann sei ein Soldat zu der neben ihr sitzeiiiden Frau Eisner herangetreten und habe ihr erklärt:„Der Herr Ministerpräsident ist soeben erschossen worden". Sie, Frau Auer, habe daraus gefürchtet, daß jetzt auch ihrem Manne etwas passieren würde, weil man ihr schon vorher verschiedene Drohbriefe ins Haus geschickt und ihr auch telephonisch nahegelegt hatte, sie solle ihren Mann doch ja in Obhut nehmen und nicht so spät auf die Straße gehen lassen. Auch ihr Mann sei wiederholt gewarnt worden Di.- Zeugin verließ dann den Sitzungssaal de- Landtages, da es hieß, daß das Gebäude gestürmt werden sollte. Unten wollten die Soldaten sie nicht weitergehen lassen, weil erzählt wurde, sie hätte kurz vorher mit der Frau eines Zentrumsabgeordneten gesprochen. Während dicscr Zeit sielen drinnen im Saale einige Schüsse und sie hörte, daß auch ihr Mann getrofsen worden sei. Zeuge Sanitätsrat Dr. Dallmeycr hat vorher gehört, daß man Auer erschlagen wollte. ES bestand eine wütende Stim- mung gegen das Zentrum. Nach der Sitzung gab es große Freude über das Attentat auf Auer. Die toegen Nervosität nicht erschienene Frau Oberleutnant Kcxnsch wird von R.-A. Sanier als Spionin Auers bezeichnet. Sie hat bekundet: Mühsam habe ihr aus ihre Bemerkung, Auer sei der Einzige, der das Land, retten könne, er- klärt:„Seine Zeit ist noch nicht gekommen. Wir werden ihm den Titel Ministerpräsident in den Sarg nachrufen." R.-A. Sauser: Wer als Spion Auers zweimal zu Mühsam gehen kann, kann auch hier vor Gericht als Zeugin erscheinen. Der frühere Privatfckretär Eisn-rs, Fechenibach, bekundet, daß er vor einer. Gefahr für Auer auf Grund der Volksstimmung ge- warnt habe. Weiter erkennt er nach einer Gedächtnisstärkung durch den Vorsitzenden in Lindner den Mann wieder, vor dessen Auflauern er Auer 14 Tage bochcr gewarnt hatte. R.-A. Sauter: Ist eS richtig, daß man Auer nachsagte, er habe sich im Kriege unrecht- mäßig bereichert und nlit dem gewonnenen Gelde hier in München herrlich' und in Freuden gelebt? Zeuge: Ja, es ging damals allgemein in der Avbeitevschast die Rede, daß die Reichsregierung in Rumänien große Gvldvvrräte requiriert habe und Auer sich daran in unerlaubter Weise beteiligt habe, io daß man nicht mehr von einem sozialistischen Minister gut sprechen konnte. ES war Stadtgespräch, daß Auer unmittelbar nach seiner Rückkehr aus dem Kriege eine große elegante Wohnung im Münchener Geheimratsviertel bezog, sich cnie Erzieherin und Diener- schaff zulegte und die Parteipresse und verschiedene Parteigenossen mit. großen Geldmitteln unterstützte. Auer war vorher arm, und sg war den Arbeitermassen sein jetziger Reichtum unerklärlich. Auch wurde behauptet, Auers Frau hätte einer Mümbencr Nähstube vorgestanden und sich dort großen Gewinn verschafft. Dieses Geruch' wurde später als unwahr widerlegt. Später hat mir auch der Polizeipräsident Deirner erklärt, daß ihm zur Bekämpfung des Bolschewismus Papiergeld von Auer angoboten sei mit Streifen. die den Stempel der Firma Krupp trugen.(Galt solches Geld in München? Red.) Bei dem Führer eines reaknonäve» Matrosen-■' putsches, Lotder, fand mamsolches Papiergeld. Tie Matrosen sollten den revolutionären Polizeipräsidenten Dcimer festnehmen und sie waren vorher von Iluer im Landiogsgebäude empfangen worden und er hatte sich mit ihnen in kordialster Weise unterhalten. Die IkeberzeugUug der„Massen" giltg dahin, daß Auer an der Ermor- düng Eisners beteiligt sei. Die Beziehungen zwischen beiden waren sehr gespannt. Die Meinung war, daß Auer die revolutionäre Be- wegung zu sabotieren suche. Auch die Massen, die hinter Auer standen, waren keineswegs mit seiner Politik einverstanden. Staatsanwalt: Ist Ihnen bekannt, daß Eisner wiederholt gesagt hat: Auer, ich brauche Sie als Mann, der die Ordnung wiederherstellen muß? EiSner ist auch noch in der Nacht, wo Aller durch einen Putsch abgesägt werden sollte, bei diesem erschiene:: und hat die Sache wieder in Ordnung gebracht. Zeuge: Das ist richtig. Er tat es hiber nicht aus Liebe zu Auer, sondern... Staatsanw.: Sondern? Zeuge: Weil er in Auer einen skrupe.'- losen Politiker erkannt hatte, dem jedes Mittel recht war, und den er lieber i in Ministerium als außerhalb sah. Die nächste Zeugin, die Frau des Abgeordneten Mattes, hat im Landtage auch gehört, wie sich das Publikum darüber unterhielt. daß man Auer an die Wand stellen würde, und auch, wie ein Redner in einer Bersanimlung ein Gespräch mit Lindner hatte, in dem dieser schon lange vor der Tat Drohungen gegen Auer ausstieß und erklärte, Auer gehöre ivcg. Mus aller Weit. Militörversonen als Falschmünzer. Die bei der Pukverfablik Plaue a. d. Havel beslbästiglen Miliiärpersonen Zeugseldivebel Krämer und Feuerwerker Berger wurden wegen Vertriebes falscher 50-Mark«Scheine in Brandenburg verbaftet. Die beiden Verhafteten hatten Helfershelfer in Glatz, die die hergestellten oO-Marl-Scheim weiter in Urnlauf setzten.* Nette Ernährnngsbcamte. Riesige Diebstähle von Brotkarlen durch Angestellt» des städtischen LebensmiltelamtcS würden in der Wirlcversorgnng von Frankfurt a. M. aufgedeckt. Als Hausdieb kommt der Vorsteher, GcorgJÖusch, in Betracht. Er hatte täglich im Verein mit mehreren Schalterbeamtinnen von den von den Wirten abgegebenen Karten bis zu 500 Stück zurückbehalten und diese dann bis zu 0,50 M. das Stück au Schleichhändler verkauft. Die Diebstähle reichen bis Mitte 1919 zurück. Die Stadt ist dur.U sie um hohe Summen und um ungezählte Tau'ende Kilo Brot bezw. Mehl geschädig« worden. Busch hat mit seinen Helfershelfern das auf diese Weise erworbene Geld in Weinkneipen Per- jubelt. Wo ist da? Diamantfcld? In Siidwestafrika erregen Eni- hüllungeu über ein reiches Diamanifeld, das zeitweilig durch Flug- fand verdeckt ist, so daß man seine Lage nicht bestimmen kann, das größte Auiseben. Das Feld wurde durch einen Engländer entdeckt. dem die Ausbeuie eines deutschen Feldes übertragen war. An- gesichis der Unmöglichkeit, das Eigentumsrecht an diesem Fall scsi- zustelle», nahm der Engländer heimlich Schürfungen'vor und ve- kaufie die gefundenen Edelsteine in Johannesburg. Nachdem General Botlia Deutsch-Südwestafrika erobert hatte, wurden Au- stalten getroffen, das Feld zu chesichtigen. Da starb der Engländer plötzlich. Man hofft, an Hand der Auszeichnungen, die der Ver-> storbene hinterlassen hat, das Feld wieder entdecken zu länne». Zu diesem Zweck hat sich bereits ein Syndikat einflußreicher Jnteresssi:- ten gebildet. Der Flug Paris— Australien. Der französische Flieger Poulet verließ R a n g o o n in Hinterindien, um nach Siam zu fliegen. Er will dann seinen Weg über die Molukkeninsel Timor nach Port Darwin und von dort nach Melbourne nehmen. Sein Konkurrent, der australische Hauptmann Roß Smith, startet von Ran- goon ebenfalls nach Siam. Die beiden Flieger haben noch B890 Kilometer nach Melbourne zurückzulegen. Vorträge, vereine unü verfamm!ungen. Reichsband der Krtegsbekchädigten. Bezirk Treptow-Daumichulen« weg.. Morgen Donnerstag, 70, Uhr. in, Jagerhcim, Am Treptower Palt ö7: Mllgucdcrvcriaminlung.— Arbeiter-Schwiminverei» Neukölln. Morgen Donnerstag, 8 Uhr, im Vcrewslokal, Reuterjtr. 22:(Seneralverjammlun,!. für Fabriken, Werkstötten, Wohnungen, Geschäftslokale usw. Dohnungsinstallatlonen auf Wunsch gegen Amortisation. Technische lsialschlöge(Zngenieurjkesuch) kostenlos Ausstellung von Beleuchtungskörpern jeder Art Kommandaniensiraße 5~/8j am Oö'nhoffplah. Stadtabteilung der Auerlicht-Sesellschaft, Verliu Rotherstraße 8/12«s---» Fernsprecher: Alexander 1443-144? m ■ Opsrnhaas. IV. Sinfouis-Konrert. Anltn» 7*'| Uhr. Volksbölme JÄ'Dl, vwhr: PreiUgt in Uten. "Scftäaspiähaas. Maria Stuart. V'*!??»«»'»?»... Maria Stuart« Anftni 6*/» Uhr. Direktion Max Reinhardt Ueutaehes Thoater. vir- Jaakobs Tranm Don». 7',,! JaukoU» Traum, Kanmrraplele. MeBfietecflerPanilori Donnerstag)t Advent, Scbaoaisittlban* Karlstraße. Vif-, Oresllo('). A., l.Abd.) Dif.7'/t: Orartie(10.A�1.A, "Th.aUr i. d. KbnlfisratzerStraB« '/jS U,! SchloU Wslterstcln Donnerst: Bin TraumspUl Freit! JSchloBW«ttcf»t«ln Sonnb.iäebioS'WrUcrauia Koraßdlenhans «« Uhr; S|«. Donn.: l Ustott v, d. Pfait Freitag! Sie. Sonnabend: 51a. Freitag; sie. nnabe" Berllnor Theater 7.10 U«! Bnaimel' _ MtadcBtew. Cenrral-Thester v/i Uhr i Die fasetoysfee. I> en tnrji e«_0 pernhan» 7 Uhn Die Tri m vp�rn»««» ZIpnefbaroQ. Trlbtlae Bar.)« "»U Fr((j|_ MUSIK»SltdWfMdtK Au TV, Uhr:„II Eden-Tbeaier 1\.„ü.A.w.g." |i,ri«Ia«,»-f>m« tr Zahm (�paigofa,- o$n.<5 Svcufjcooag oongofpictt. (Bcanuuopöoa— ÄpoÄatKauS m 65i � BerttnW.S. not SricPrt�Jtr. 1 89 auacciazmhcü.a arltaZaLKabaf a.OOVLp. ICOOBHidaau Ptetee Türken 1000 SteU. DL 300. ' Seg-zbesuch latzneud 1 EMMB" •et»« O 37, Stlciranberftr. 33, 8—5 Uh�Jtofg�- .v» v*.■ tjt am yaa w- �ommerscher Schnupftabak SW'Lh ALBRECHT, imliieutaEe 143 Tiegel: Schalen: Brannsilfte t tahnttlfta Schmucksachen> BlltzahieiterspHien Barren: Münzen: Schmuck i Zahngeld> Bruchgold HöcMPreissliberlaoeskurs PlativT Schalen; Brahe laschen, l, Gold chmuek i Zahngo Silber Barren i Münzen: Abfälle- Bestecke s LBKol Gegr. Bm| UM Gegr. 1903 1903 Hetallkontor Berllu SW 6», Alt* Jakobatr. U8, Hailesch. Tor Ttlephon: Moritz platz 12 898 Telegramm-Adresse: Metallkontor Berlin SW 68. �Bljejt T��ümTlz.— Dfrekte Verwertuag. Ocölfnct von 8—6 Uhr. Besonders vorteilhaftes Spaisozimnur 1 Büfett Biohe 1 Kredens> 1 Ausziehtisoh„ 6 Stähle s Markt 2850, 3758,(500 ate. 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Zur Verlesung gebracht wird der Dank des demickösterreichischen Dtaatstanzlers für die von DoUschland gewährte Hilfe.(Beifall.) Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfrage«. Abg Timon. Schwaben lSoz.) bittet, sogenannte LiebeSpakete aus dem Auslande zollfrei zu lassen. Ministerialdirektor Zecher teilt mit, dah solche Gendunge« ab- gabenfrei sein i'ollen. Auf Antrag werden bisher gezahlte Zoll- betröge zurückerstattet. Abg. Jaecker lSoz.) fordert eine Verdoppelung des Grundlohns. der für die Barleistungen der Krankenkassen maßgebend ist, ferner Heroussetzung der Gehaltssumme, bei der die Versicherungspflicht der Angestellten erlischt. Die jetzige Höh? von 5000 M. hat zur Folge, daß die meisten Angestellten n-cht mehr verficherungS- pflichtig sind. Dem Abg. Dr Becker sD. Bp.) erwidert ein RegierungSver- treter, daß das Heimstättcngesetz im Januar vorgelegt werden soll. Ein Antrag Trimboru iZcntr.) über die Steuern achsscht lGeneralpardom w'rd dem Steuerausschuß überwiesen. Zweite Lesung öes Neichsnotopfers. Abg. Farwick lZentr.) berichtet über die AuSschußverhandlun- gen. Z l lautet: Der äußersten Not d«S Reiche» opfert der Besitz durch eine nach den Vorschriften dieses Gesetzes zu bemessende große Abgabe vom Vermögen. sNeichSnotopfer.) Bei d'esem Paragraphen setzt eine «llgemeiue Aussprache ein.> Abg. Dr Riester(D. Vp.): Wir b'antragen, den Entwurf a» den Ausschuß zurückzuverweisen, damit er ihn nach folgenden Ge- sichtSpunkien umarb.'itet: Statt des RcichsnotopferS ist eine lau- send? Bermögcussteuer zu erheben auf Grund einer in kurzen Zwischenräumen zu w'ederbolendeu Einschätzung, ferner ist eine ZwangSanleihe nach der Höhe der Vermögen umzulegen. Wir müssen den Besitz weit höher besteuern ,ls früher, damit wir endlich den übermäßigen Notenumlauf einschränken können. Jetzt werden täglich für 20 Millionen Neichsbanknoten gedruckt. Das kann der stärkste finanzielle Magen auf die Dauer nicht aushalten. lSehr richtig! rechts.) Nur durch die Initiative und Tatkraft de» privaten Unternehmers, nur durch dir freie Wirtschaft kann das deutsche Wirtschaftsleben wieder airsgebaut werden. lBei. fall rechts.) In dieser Ueberzewgung lassen wir unS nich, irre machen durch die Wiederkäuer des Erfurter Programms durch So- zialisten. Neuiozialiften oder die neuentstandenen Sozialisten z D. oder a. D.. durch die aus andern Lagern herüber gewechselten Talm'sozialisten. Die Vorlagen deS RcichSfinanzministerS sind ein gefährliches sozialistisches Experiment mit bewußt lonfistatorifjhen Bestimmungen. r Tcutschnationale Herausforderung. Abg. Dr. Hugenbcrg �Dnat.): Ich stelle mich nicht vor den Geldbeutel der Besitzenden. tAbg. Hoch fSoz.): I wo!) Lassen Sie'diesen Trick aus unserer Auseinandersetzung weg. Die Zeiten haben sich geändert. Meine Partei braucht heute d'e reichen Leute nicht mehr als Sie tnach links). Die Masse glaubt Ihnen nicht mehr. Wenn doch einmal das deutsch« Volk an die Kelle Wirtschaft- licher Sklaverei gelegt werden soll, dann machen See es doch offen. Dann lassen Sie, Herr Erzbcrgcr, den Feind doch»eher gleich das Nuhrgebict beseljen. lLebhaste Pfui-Rufe, Rufe: Volksvcrrätec!— Großer Lärm links. Glocke deS Präsidenten. Schlutzru�e. Zurufe: RauS. runter! Steigender Lärm. Redner wird andauernd durch Niederschreien von den empörten Linksparteien am Werterreden gehindert. Endlich gelingt es dem BizrprSsidcnte« Dr. Hauhmann. sich mit der Glocke Gehör zu verschaffen. Er sagt: Ich vilte Sie. zu beachten, wa» Sic diesem Haufe schuldig sind. Ich ersuche Sie. den Redtur jetzt zu Ende reden zu lassen.— Abg. Hugenbcrg wird bei jedem Versuch, in seiner Rede fortzufahren, niedergeschrien.— Vizepräsident Hauhmann: Angesschts der durch S'e verursachten Störung der Verhandlungen unterbreche ich die Slpung auf eine Kurz nach 8 llhr wird die Sitzung vom Vizepräsidenten Hauß- mann wieder eröffnet. Er erklärt: Die Wendung des Abg. Hugen- berg, die zu den Unterbrechungen geführt hat, konnte die Gefühle des Hauses verletzen. Ich spreche deshalb mein Bedauern darübei au» und ersuche ihn, ähnliche Wendungen bei der Fortsetzung seiner Rede zu unterlassen. Ich bitte aber auch das Haus» die Redefreiheit zu respckt.eren. Abg. Hugenberg(Dat.) fortfahrend: Ich warne Davor, den großen Bolksbelrug dieses Gesetzes zu begehen. Dieses Reichsnot- opfer ist kem Steuergesctz. sondern ein SozialisierungSgesetz. So- zialisieren bringt kein Geld, sondern kostet Geld. Das Ende vom Liede wird ein allgemeiner Ausverkauf dessen fein, was wir noch übrig behalten haben. Sie(nach link?)'werden noch zu wähle» haben zwischen dem eigenen und dem ausländischen Kapiial. An die Verpfändung unserer Eisenbahnen scheint Herr Erzbcrger ja auch schon zu denken.(Minister Erzberger ruft: Un. erhört!) Wir werden es noch erleben, daß in Deutschland ameri- konische Bankhäuser entstehen, die sich nicht sozialisieren lassen; dann wird Amerika mit dem Spargelde de» deutschen Arbeiter» deutsche Unternehmungen kaufen. Wenn Sie glauben, uns totge- schlagen zu baben. so werden wir Ihnen zeigen, daß wir noch leben!(Beifall rechts.) RcichSfinartzminister Erzberger: Der Vorredner hat mir vorgehalten, ich solle nicht hintenherum, sondern gleich offen dafür sorgen, daß der Feind daS Ruhrgebiet iefetzt. Namens der Regierung bringe ich den schärfsten Protest ' gegen diese geradezu unerhörte, daS Nationalgefühl deS deutschen Volke» auf das schwerste verletzende Aeußcrung zum Ausdruck. Von allen Lasten, die der Friedensvertrag uns aufgezwungen hat. ist zweifellos die Okkupation am schwersten zu ertragen. Der Feind drobt mit weiteren militärische,, Maßnalnnen. die nur darin be- stehen können, weiteres deutsches Gebiet zu besetzen.(Hört, hört!) In diesem Augenblick bringt es ein deutschnationalcr Abgeordneter fertig, mit dem Gedanken zu spielen, das Rubrgcbiet vom Feinde besetzen zu lassen, nur weil der Besitz von seinen Vorrechten etwas abgeben soll.(Stürmische Pfuirufe im Zentrum und bei den Soz. — Widerspruch rechts.— Großer anbaltender Lärm.) Die Erregung des Hauses zeigt, wie man über dieses Vorgeben urteilt, das mau nicht näher zu bezeichnen braucht.(Andauernde große Erregung.) Im Nbeinlande zittert man vor dem Feinde. Dafiir hat natürlich keiner Verständiils. der seinen Wohnsitz aus dem Rheinlandc nach dem sicheren Mitteldeutschland verlegt hat. lLebhastes Hört, hört!) Wenn früher in diesem Hause ein Redner auch nur>0 Proz. einer solchen vaterlandsseindlichen Acußerung getan hätte, dann hätte ich die Entrüstung sehen mögen, die die Rechte gezeigt hätte.(Lcbh. Beifall im Zentrum und bei den Soz.i Dann hätte ich sehen mögen, wie man gegen diese landeSvertätcrisihen Aeußerungen protestiert hätte.(Erneute Zustimmung.— Großer Lärm recht?.) Und daS alles wird von rechts betrieben, weil man darangeht, den Besitz zu belasten. Die ungeheure Mehrheit des deutschen Volkes lehnt die Aeußerung Dr. Hugcnbevgs ab. Sie wendet sich entrüstet dagegen. daß man mit de«, Gedanken spielt, weitere Gebietsteile Deutsch. lands in FcindeSmvcht zu geben.(Lebh. Beifall rrn Zentrum und bei den Soz.— Große Unruhe rechts.— Präsident Fehrcnbach fordert zur Ruhe und Ordnung auf und bittet, die Redefreiheit zu resvektiercn.) Der Vorredner behauptet, ich dächte anscheinend schon an die Verpfändung unserer Eisenbahnen. Ich habe ni« einen solchen volkswirtschaftlichen Unsinn beabsichtigt. Das Geburtsjahr de» Schiebcrtum» ist dai Jahr lstls.(Sehr richtig!) Damals ist erklärt worden: Wir brauchen KriegSartrkel, Geld spielt kein« Roll«. Der Vorredner wirft der Regierung mangelhafte Fürsorge für das Beamtentum vor. Die große M.chrbeit der deutschen Beamten weiß, wo ihre Freunde sind. Tann soll ich mich sehr wenig um die Verminderung der schwebenden Schuld kümmern. Ich habe mich bemüht, die schwebende Schuld herabzumildern, soeben ist zwischen der belgischen und der deutschen Regierung ein Abkommen getroffen worden über die Zurückführung von über sechs Milliarden deutschen Papiergeldes de» Weg der gejenfeitizt* verföhuung beschritten. (Bvavol) Bei unserer parlamentarische» Rogierung ist es yanz selbstverständlich, daß auf die Anschauungen der stärksten Parte, im Hause und im Volke, der Sozialdemurrati«. Rücksicht genommen wird. Die Sozialdemokraten haben un« nie Zumutungen� gestellt, die'wir nicht erfiillen können. Sie nebnren dieselben Rücksichten wie wir. DaS ist daS Wesen der Koalition. Der Gedanke d«S Reichsnotopfers ist zuerst vom Abg. Dr. Strcscmann ausgesprochen worden.(Hört, hört!) Wir machen keine Verbeugungen vor der Straße, aber wie ein roter Faden zieht sich durch das Gesetz die Rücksichtnahme auf die ärmeren Volksschichten.— Der Finanz- minister lehnt dann die Anträge der Rechten ab. Es folgen prrsZnstch« Bemerkungen. Ahg. Dr. Hugenberg(Dnat.): ES ist eine verleumderische De» leidigunig, wenn irgend jemand behaupten sollte, daß ich den Wunsch ausgesprochen hätte oder mich m dem Sinne geäußert hätte, ich wünschte, daß da» Ruhrgebiet vom Feinde besetzt würde. Ich habe. nichts derartiges gesagt.(Beifall rechts; starker Widerspruch linss.) Wenn Herr Erzberger derartig seine Politik weiterführt und wenn sie zur Besetzung deS Ruhrgebiets führt, dann muß ich sagen, wenn dieser Ausdruck hier erlaubt ist. daß ich Herrn Erzberger schon lange für einen Landesverräter gehalten habe.(Pfuil-Rufe im Zentrum und link?; Beifall reckts.) Präsident Fchrenbach: Wegen dieser groben Ungehörigkeit rufe ich Sie zur Ordnung.— Der Präsident stellt dann fest, daß Abg. Hugenberg in einer Rede erklärt hat, daß, wenn die Ketten inter- nationaler Wirischaftssklaverei nun einmal auf da» deutsch« Volk gelegt werden sollten:»Dann lassen Sie den Feind doch lieber gleich das Ruhrgebiet besetzen."(Stürmische: Hört, hörtl im Zentrum und links.) Später hat dann der Abg. Hugenberg hinzugefügt: »DaS wird die Folge Ihrer(ErzbergerS) Politik sein."(Sehr richtig! rechts.) Der Präsident verzichtet darauf, einen weiteren Satz au» der Rede, de« Abg. Hugenbcrg zu verlesen und drückt sein Bcdauein aus, daß solche Gedanken in diesem Hause geäußert wer- den konnten. Mittwoch l Uhr Weiterberatung.— Schluß 7 Uhr. Groß'Jkrlln Hemütsathleten. Am Dienstag nachmittag konnte man in den Straßen Berlins kurze Zeit nach dem Bekanntwerden des Urteils- spruchcs im Marloh- Prozeß manchen derb e n sf l» ch und zornerfülltes Lach e n hören. Es ist nicht unsere Sache, hier über die politische Wirkung deS Urteils zu sprechen. Dos wird an anderer Stelle des Blattes hinreichend geschehen. Wie auch scdcr einzelne zu dem Urteil selbst stehen mag, das Bedauern mit den un- schuldigen Opfern ist allgemein und kann ni»t anders sein. So sollte man wenigstens annehmen. Daß dem aber nickt so ist. dajür liefert eine Berliner Lokalkorrespondenz einen schlagenden BeiveiS, indem sie in ihrer Abendausgabe vom Dienstag schieibt: � »Der F r e i s p r u ch MarlohS hat im allgemeinen dem Empfinden der Bevölkerung entsprowen. Wenn auch hier und da, was ganz veiständlich ist.«in Bedauern über die Erichießiing einiger besserer Elemente unter den Malroseir zutage Irin, so kann man docb überall bcobacbten. daß die Malrosen in Berlin geradezu verhaßt sind. Heute «och gilt jeder Matrose in Berlin als ein Berlirrchrr." Ter Schreiber der vorstehenden Zeilen scheint eine ganz be- sonders feine„Beobachtungsgabe" zu besitzen, ganj abgesehen von der geistigen Verrohung und Verkommen- h e i t, die in diesen Worten zum Ausdruck kommt. Wir haben schon oben gesagt, daß das Bedauern mit den un- schuldigen Opfern des preußischen„Schneids" allgemein ist. Wenn der Lokalreporter eine andere Auffassung gewonnen hat, so höchstens in den Kreisen gewisser reaktionärer Schichten. ________ �__________ � �_____ Wir sind nicht niit allem, was die Volksmarinediviston a'us ��b/lgsschem"'Besitz""(Brüvö'y haben �getan hat. einverstanden, erheben aber a l l e r s ch ä r f st e n also zuerst Protest dagegen, daß mau alle Matrosen kurzerhand als Montrose. 41) Detektivroman von Sven Eldestad. Krag fragte: „Sind Sie heut« im Garten der katholischen Semeiade gewefen?" «Ja." „Warum?" «Weil ich nach ihm, dem Schuft, suchte. Ich wußte ja. daß er an der Sache mit dem Priester beteiligt war. Und da dachte ich: Früher oder später wird er sich wobl in Gesellschaft der Deteft ve zeigen. Und dann kommt die Reihe an mich." „Bereuen Sie nicht Ihre Tat?" „Nein." „Würden Sie eS noch einmal tun?" „Ja." „Hatten Sie denn etwas verbrochen, bevor Sie den Dtord ausführten? Warum flohen Sie vor dem Polizei- beamten?" „Ich fürchtete, daß man mich wieder verhaften würde. Mt einem verdächtigen Menschen, der so aussieht wie ich, pflegt nicht viel Foderlcsens gen, acht zu werden." „Es war also ein reiner Zufall, daß Sie Charlie Whist hinrer dem Fenster entdeckton?" «Ja." „Womit wollen Sie sich verteidigen?" „M t nichts. Ich will meine Sache so schlecht wie mög- lich darstellen." „Ein Rackiemord ist ein überlegter Mord, darnit machen. Sie Ihre Sache auch nicht Keffer. Sie können gern die Wahr- heit eingestehen." Der Mörder richtete sich wieder aus und lehnt« den Ober- korper nach h'nten, als ob ihm das Atmen schwer würde; wenn er ausatmete, röchelte es leise in seiner Brust. Wre deutlich drückte dieses beschwerliche Atmen seine Ouol aus. feine Hoffnungslosigkeit und gleichzeitig seine erSitterre Selbstbehauptung 1 Plötzlich riß er seine Jacke und sein Hemd von den Schul- t«rn. Ueber seiner nackten Haut liefen die breiten Spuren von Pe tschenschlägen. Krag betrachtete voller Mitgefühl seine Augen, in denen eine verzweifelte. Frage, eine stumme An- klage über eine unerhörte Kränkung leuchtete, die nur der Tod rächen konnte. „Ich geriet ins Gefängnis," sagte der Mann,„weil ich in der Heftigkeit einen gemeinen Schlingel zu hart angepackt hatte." „Warum aber ertrugen Sie die Gefängni-strafe nicht mit Geduld?" „Wer ergreift nicht eine günstige Gelegenheit, wenn sich ihm e'ne bietet? Mir bot sich solche Gelegenheit, und unsere Flucht wäre geglückt, wenn wir nicht von diesem elenden Ge- Würm Charlie verraten worden wären." „DaS olles weiß ich," unterbrach Krag ihn. der den Mann gern beruhigen wollte.„Der Gefängnisdirektor hat es mir geschrieben. Charl'e, der gleichzeitig mit Ihnen in Haft war, -hat Sie verraten. Sie mußten sich einer Disziplinarstrafe unterziehen, das ist hart, aber gerecht. Bedenken Sie, im Ge- fängnis sitzen zweitausend Verbrecher, dazwischen Mörder, die vor nichts zurückscheuen." Georges hatte ihm gar nicht zugehört. Er mußte seinem Zorn über die Demütigung, den tödlichen Schimpf, den er erlitten hatte, Luft machen. „Worum hat dieser fette, krummbeinige Bengel unS verraten? Um ein besseres Bett zu bekommen und Zigaretten tmd Weißbrot zum Kaffee. O wie freute ich mich, als ich ihn gepackt hatte. Ich sah an dem Schreck in seinen Augen, daß er alles begriff. Warum sollte'ch ihn schonen? Ich träume noch oft von dem Raum mit den dicken Wänden und dem Arzt, der untersuchen sollte, wieviel Schläge ich vertragen konnte, i ck, ein ehrlicher Seemann, nein.. Er schüttelte den Kopf und kniff die Lippen zusammen. „Ne'n, e? ist gut so." sagte er.„ich bereue nichts" Krag ließ jetzt die anderen Polizisten wieder herein- kommen und trug ihnen auf, den Gefangenen in eine Zelle zu fübren Als der Detektiv im Begriff war. daS Zimmer zu verlassen, sagte er noch w'e zufällig zu dem Gefangenen: „Sie sind ja Steuermann an Bord der„Eddystone" ge- Wesen. Kennen Sie einen Matrosen, der HanS Christian Andersen heißt?" „Ja. Dos ist kein guter Mensch, er ist cm Land setzt, ich sah ihn neulich im„Pfau", wo er ein Mädchen hat.„die rot« Tora"." „Haben Sie mit ihm gesprochen?" „Nein." „Mehr habe ich Sie vorläufig nicht zu fragen." sagte Krag freundlich,„ich wünsche Ihnen öie Ruhe und den Frie- den, den Sie nötig haben." Krag schickte da? Auto fort und ging zu Fuß zum Polizei- amt zurück. Er wollte sich etwas vom Herzen wälzen, das ihn aufs tiefste verstimmte. Und als er mit hochgeschlagenem Mantelkragen, die Hände in den Taschen, in dem regen- schweren und dunklen Abend durch die Stadt wanderte, konnte er sich nicht von den traurigen Betrachtungen über die unbarmberzigen Zufälle des Lebens, die auf ihn eindrangen. freimachen. Er sah Clarys verständnislose und schmerz- erfüllte Augen vor sich und meinte ihr kindliches Weinen zu hören, und er sah die Augen des Mörders Georges mit ihrem hoffnungslos fragenden Blick, und meinte die seltsamen Stöße aus seiner eingesunkenen Brust zu hören. Zur selben Zeit war Seine Exzellenz, der Polizeichef, so glücklich, seiner Tischdame auf der Mittagsgcsellschaft beim Minister erzählen zu können: „Gnädige Frau! Wir haben den Mörder um sieben Uhr gesaßt." Diese Worte wurden von seiner nächsten Umgebimg aus- gefangen: alles verstummte und blickte mit unverhohlener Bewunderung auf den zierlichen Herrn mit dem stahlgrauen Blick. XXIX. DerVicomt«. Ein Mann von ungefähr dreißig Jahren, klein an Wuchs, mager, dunkel und elegant, fast geckenhaft gekleidet, betrat das Dctektivkontor. ES war acht Uhr abends. „Seit gestern abend Hab ich Sie gesucht, mein lieber Vicomte." sagte Asbjörn Krag, ,�mn Teufel, wa haben Sie gesteckt?" Der Vicomte ließ sich aus das harte Polizeisofa sinken mit einer Miene, als ob er sich auf. einen türkischen Diwan niederließe, während er mit Aufbietung seiner ganzen Energie ein Gähnen unterdrückte. „Ich bin sehr müde." sagte er. Krag stellte sich vor ihn hin und blickte mit einem h«mo- ristischen Schimmer im Auge auf ihn herab. .Ich fürchte, daß Sie Ihre Aufgabe zu ernst nehmsn,' sagte er.„Wenn Sie so fortfahren, werden Sie es nicht sehr lange treiben können. Gestern nachmittag um sechs Uhr haben Sie Ihr.Haus verlassen, und ich nehme an, daß Sie jetzt direkt aus dem Tanzpalast kommen." (Forts, folgt.) Serirech er Sezeichnet. Auch Sei der VoIVSmarinediviston hat es eine Menge Leute gegeben, die aus rein st en und edel st en Motiven dieser Truppe beigetreten sind, um Ruhe und Ordnung herzustellen und den Bestand der Rcpubli! zu sichern. Ucberdies gibt es heute noch Matrosen, die im Dien st e des Reiches stehen und auf dem uns verbliebenen spärlichen Rest der Flotte ihren Dienst versehen. Nicht sie sind die Verbrecher, sondern jene, die es auch heute noch nicht unterlassen können, mit Hilfe einer geradezu verbrecherischen Hetze die niedrigsten Instinkte des Merzschen wachzurufen und so einen VolkSteil gegen den anderen zu hetzen, anstatt für die Wieder- Herstellung des inneren Friedens zu sorgen. Erhöhung der Gcmeindeeinkommeusteuer. Die heutige Konserenz der Kämmerer Groß-BerlinS im Berliner Kathause wird, wie uns mitgeteilt wird, dem Vorschlage Berlins, eine fünfte Steuerrate von LOProz. Zu- schlag zur StaatSeinlommensteuer zu erheben, bestimmt beitreten. So liegen bereits aus dem Charlotten- barg er und Neuköllner Rathause ZustimmungS- erklärungen vor und auch Wilmersdorf und Lichten- oerg müssen die 60 Proz. ebenso wie Schöneberg erbeben, wenn nicht daö laufende Rechnungsjahr mit einer großen Unterbilanz abschließen soll, die eine wesentliche Erhöhung der Kanalisationsgebühren voraussetzt und ebenso die Sätze der L u st b a r k e i t s st c» e r um LO—bO Proz. erhöhen- Nach der heutigen Konferenz werden die Kämmerer in allen@e- meinden sofort entsprechende Anträge stellen, deren g r u n d- f ätz Ii che Annahme gesichert ist. Die Stadtverordneten- beriammlungen werden über diese neue Steuererhöhung im Januar zu beschlletze« haben._ Die HandelSkammerwahle«. Kür den Bezirk Eroß-Berlin mit Ausnahme der Kreise Teltow und Niederbarnim fanden am DtcnSiag die Wahlen zur Handels- lammer statt. ES wurden gewählt: In der Gruppe Industrie Kommerzienrat Bamberg. Rudolf Bergmann, Ludwig Fleischmonn. Rudolf Funke, Dr. Franz Fürstcnheim, Dr. Jng- Christian Hovestadt. Baumeister Okto Heuer, jßornmerzienrat Mamrolb. Generaldireltor Membardt. Dr. Rudolf Moste, v. Siemens, Philipp Biclmelter, Justizrat Waldschmtdt, Franz Weeren. In der Gruppe Großhandel: Geheimrat Arnhold, Sladirat Eisenführ. Direktor Max Grünield, Kommerzienrar Hardl, Paul Hcrrmann, Kammerztenrar Herz. Max Liebes. Kommer, lenrat Michalslb. Kommerzienrat Siemon, Dr. James Simon, Ludwig Dommerfeld, Kommerzienrat Unger. In der Gruppe Kleinhandel: Heinrich Grünfeld. Cttar Hekmcnn, Gustav Kaphnn, Süberr Kniehase, Heinrich Korth, Richard Riel, Osker Tietz, Karl Hermarm Weigt. In der GruppeBankge werbe undBö»rsenhandel: Geheimrat Frenke!. Franz v. Mendelssohn, Direktor Mommsen, -wmrnerzienrat Moser. Dr. Mosier, Richard Pohl, Dr. v. Sckwa- Vach, Kommerzienrat Stäckcl, Leopold Badt, Hugo Heilmann, Kam- merzjenrat PinkuS. Kommerzienrat Zilenziger, Kommerzienrat Levh, Kommerzienrat Neuer. In der Gruppe Agenturgewerbe: Franz Grörer und Eugen Herzberg. In der Gruppe versicherungSgewerbe: Gcveimrat Hackelöhr- Köddinghoff. In der Gruppe Verkehrsgewerbe: Richard Branden« bnrg, Otto Levinfohn._ «verlängerte GefchSftSzeit vor den Weihnachtstage«. Die Kohlenstelle Groß-Berlin teilt mit, dah der Verbroiich von AaS und Elektrizität in der Zeit vom 10. bis 24. Dezember ein- schlieytich in offenen Verkaufsstellen Warenhäusern, LadengescbäUen und dergl. von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends gestaltet wird. Im übrigen verbleibt es bei den Bestimmungen der EinschränkungS- Verordnung vom Lb. November 1öl9. Marienbars-Südende. Zum.V BolkSkunstabrnd der Gemeinde. welcher am S o n n a b e n d, 5 U h r. in der A u I a des G y m- uasium« stattfindet, erhalten Erwerbslose, die länger al» drei Monate Erwerb-iosenunteiiuitzung bezieben und in Mariendorf wohnen, eine Anzahl Freitarten. Ausgabe>m Ge'chäftszimmer der Erwerbsloserisürsorge im Polizeidienstgebäude biß zum 1 2. b. ms. Groh-verNner Lebensmittel. Berlin. 125 Gramm Käse in den BroliommriiionSbezkrken 205, BOT und SN.— Ab Sonntag findet aus den Lrotlommissionen kein Scrn,- und FeiertagSdienfi. mehr statt.— Für Kinder, die in der Zeit vom 1.<>0- nuar ISVö bis 1. Januar 1914 geboren sind, je st. Pfund Weihnachis- gebäck. Bezugscheine find bei den Brotkommisfionen am 12, und 19. Dez. abzuholen. Die Anmeldung sämtlicher Bezugscheine hat bis zum 16. Dez. zu geschehen. Die Grschäste sind d-l den Brolkommisfionen be« kannt und werden auch an den Anschlagsäulen veröffentlicht. Die Ausgabe des Gebäcks erjolgt vom 22. bis 31. Dez. Berlin. Käse in den Bezirken der'203., 207. und 211. Brotkommisfi.on. Steglitz. Anmeldung von 125 Gramm Kunsthonig(SCo). Achtung! S. p. D.-Netallarbeiter! Morgen: Versammlung, Patzenhofer- Brauerei, Fidicinstraste. Tie notwendige Aussprache über den Streik und die geplante Entrechtung der Mitglieder, die der S. P. D. angehören, mache» vollzähliges Er- scheinen zur Pflicht. Näheres siehe heutiges Inserat. Mariondorf. Auf Abschntit 1 der neuen Illa Marsendorfer Leben». mittelkarte Ausgabe von 6 Pfefferkuchen je 12 Ps. Verkaui bis 13. in den Gemeindclädcn sowie beim Händler Lehmann, Chausseestr. 294, und in der Vollsküche. Johannisthal. 125 Gramm Marmelade<541), 125 Gramm Reis(542), ISO Gramm Granpenmehl(105), 2 Liste(29), 1—4 Dosen Spargel(30), Für alt« Leute st, Pfd. Haserffocken<1). Für Kranke, Schwangere u. Kinder koom 2. bis 9. Lebensjahr): 1 Dose Obslkonserven.— Gutscheine dafür im Ratskeller._ Groß-Serlkne? partelnachrichten. 89. Abt. H>ute Abend Tst, Uhr: Mitxltederverfammlung bei Kleinert, Jaaow., Ecke Levetzowstrafie. '48. Abt. Heute Abend 7 Uhr, Echulsaal Ofener Straße: Mitglleder- Versammlung. Jungsozialistische vereinignng(S. V. D.). Donnerttag Tst, Ubr im Saal der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. L: Borirag des Genoffen Pastor Francke über Gerhart Hauptmann» Rose Bernd. Gäste willkommen. Stculölln. Hcuie 7 Ubr Bczirksversammlungen in folgenden Lokalen: 1. Abt Bez. 1— 10. Glawe, Echinkestr. 22 1 Schmidt. B2rknerstr.lt: Müller, Hobrccht-, Ecke Pflügcrnratze: Beck, Reulerstr. 46: Herzog, Friede!» straße 7: Brand, Pflüget str. 19: Bezirk 9 und 10 am Donnerstag bei Asdring. 2, A b t., P e z ir k 11—19. Marienseld, Kaiser-Friedrich. Straße 226: Schweigböser, Beichselstr. 39; Schittler, Weichsel- Ecke Donaustrafie; Podbietski, Kcichselslr. 2; Prüjert, Fuldastr. 15; Ewald, Weserslr. 172: Schwengel, Eldestr. 8. 8. Abt., Bez. 20—27. Gruner! Donauftr. 69; Schwack, Boddin. straße 66: Mkihlenbaupt, Harzer Str. 82: Weber Wildcnbrrichftr. 81; Jung, Roseggerslraße: Prötzel, Rosezgerftr. 17; Schneider, Rofenstr. 7. 4. Abt., Bez. 28—36. Münow, Kaiser-FricdrichStraße 122; Voff, Kirchbojilr. 41; Marten, Böbmische Str. 43; König, Canner Straß« 14: Kukutsch, Saalestr. 5: Ruck, Ringbahnstr. 34. 6. A b t.. Bez. 37—45. Bertbold, Kranoldftr. 1; Seidel, Relnbold- straße 14: Behling, Glalowftraße, Ecke Bendastratze; Krüger, Emier Straße 86—87; Panke, Hermannitr. 1: Müller, Tdünnger Straße, Ecke Wippcrstraße: Lewerenz, Nogatstr, 9; Müller Cmscr Str. 27. 6. Abt., Bez. 46—52. Adam, Bodestr. 32: Gohlke, Hermannftr. 199: Kottke, Wartbestr. 14: Kutzii, Lemestr. l; KitUer, Leykeslr. 3; sauer, Thoma»- stiatze 31: Ktoitermann, Tbom.iSitr. 40. 7. A b t., B e z i r k e 52—59. Berelntbrauerel, Hermannstraße. Bor- trag de» Gen. Wücke: lieber den Wert der Organisation. 8. Abt., Bez. 60—65. Donnerstag 8 Uhr BereinZbrauerei, Hermannstraße. Borlrag des Gen. Dr. Joachim. 9. Abt.. Bez. 66—75, Marquardt, Mahlower Straße 11; Schmidt, Münchener Straße 23: Breitkreutz, Reuterstratze 11: Schmidt, Wißmann- straße 20: Fiebig. Mainzer Sir, 6. Ehurlottenviiro. 9. Gruppe. Versammlung, Donnerstag, den 11. Dez. pünktlich 7 Uhr. bei Seelig, Grünstr. 9/10. Vortrag de» Gen. Vehr über»Valuta usw.'.— 14. Gruppe. Mittwoch. 7 Uhr. Gruppen- Versammlung im Lokal Kantstr. 51. Vortrag über materialistische Ge» schichtsaissassung. Schöncherg. An SIelle des ZahlabcnbZ: Mitglledcrversammlung. Ref.: Gen. Hortitz. Tdcma:»>eind steht rcckits�. Steglitz. Einiritlsausweiie zur S e i h n a ch t» f e I e r am 21, find aus dem heutigen Zahlabend erhältlich. Alles Nähere dorlseibst. Lankwitz. Abends 8 Uhr bei Piehl im Gelcllichaftshaus: Zahlabend mit poiiiischcr Aussprache. Altaricndors-Südende. Heute 8 Uhr Zahlabend ln folgenden Be- zirkslolaien: 1. Bez. Dahl, Südcnde. L�chlerjelder Slrage 21: 3. Bez. bei Niendorf vorm. Koch, Chausscestt. 19; 4. Bez. Hilgart. Chausseestr. 280; 5. Bez Hoch. Chausseestr. 44; 6. Bez. Rau, Friedenstr. 6. In allen Be- zirken:»Stellungnahme zur Wadl der Ellernbeträle'. Für den 2. Bezirk: Zusammenkunst am Donnerstag bei Me.kert, Kursüi stcnstr. 24. Britz. Zahlabend in den bctamiten Lokalen abends 8 Uhr. Trcptow-Baumschnlcuweg. Heule 7st, Uhr tn den bekannten Lokalen Zahlabend. Lichtenvevg. Heute abend 7 Ahr: Zadlabeud. t viertel bei Stöber, Jungttr. 22; Schulz, Finow str. 10; Thetmeher, Kronprmzenstr. 18; Brunn. Oderstr. 1. 3. Viertel Versammlung. Gesangsaal der Schul- Holteistraße, Eingang: Böcklinäraße. 4. Viertel Aula des Pestalozzi- Lyzeums, Prinz-Äibcrt- Straße. 5. V i e r t e h Kucke, Jrenenstr. 14, Ecke Rosen- selber Straße, 6. Viertel bei Schwarz. Möllendorfftr. 26 und Hellriegel, Landsberger Chaussee 1, Ecke Röoerslraße. Im 1. Viertel findet dir Versammlung am Donnerstag, abends 7lli Uhr im Logenlasino, Knorrpromcnade 2. statt, Friedrichsfeldc. Heute 7st, Uhr bei Haberland, Wilhelmstr. SS: Mit- gliedcr- Versammlung. Pankow. Heute 7st, Ubr Zablabend. Marienfelde. Heute: M'k�licder-Versammlung bei Mantz, verllncr Str. 54. Tagesordnung: El...abend, Referent: Frau Jaq u et, Mitgl.' d. Nast-Vers. Tegel. Zahlabend am Muttivoch fällt aus. Dafür Mltglieberverfamm- lung Donnerstag, 7 Uhr: Schulaula, TreSlowstraße. Vortrag de» Gen. Kuttncr. Hennigsdorf. DormerStaz, 3st, Uhr nachm.: Fortsetzung der öffent« lichen Versammlung bei Brose, mit dem Reserenten. Genossen Kurt Hetnig. Kolleginnen und Kollegen aller Parteirichtuugen sind eingeladen. Wildau. Heute, im Restaurant von Sommer. Thema:.Gegen die Reak!ion\ Ref.: Gen. Ebeling. Plötzcniee. Heute, abends 7st, Uhr, im Kaltanienwätdchen. Thema: Zweiter Teil des Erfurter Programms. Res.: Ken Meise. Rosenitzal- Nordend. Miitwoch, 7st, Uhr bei Frl. Barth: Zahl- abend.— Für Nordend im„Friedensgarten'. Weitzensee. Heute 7'/, Uhr im»Berliner Hof' am Anton- Platz an Stelle der Bczirksabende: Milgliederveriammiung. Friednchshoge». Heule 7st, Uhr bei schob;. Friedrichftr.8l: Mit- gliederversammlung. Vortrag: Frb Dr. Bernardt über: Finanz-, Steuer- und Lebensmittetsragen. MtttcUnng. An Stelle de» Sekretär«, Genosse die Vororte) ist der Genosse Artur Hänsler getreten. Gen. Häusler zu senden. dorlitz(Sekretär für Zuschriften find an Hilüungsveranftaltungen. Bezirksbilduugsausschuh Groh-Bcrlin. Die Erledigung der Geschäfte ist, da Genosse Bennewitz erkrankt ist, dem Genossen Horlitz übertragen worden. Alle Geld- n. Brieffendungen find an folgende Adresse zu richten: Albert Horlitz. Berlin SV 68, Linden- straße 3, L. Hos l IV. Die Telephonnummer de» Sekretariat» ist: Moritz- platz 14 714. Tie itzestkonzerte deS BezirksbildungsanSschufle». Die Abonncntenkarten und WcrtMarken sür die einzelnen Konzerte werden in der Zeit vom 11.-15. Dezember(außer Sonntags), nachmittags zwischen 3 und 6 Ubr, im Bureau des BezirkSbildungSausichusse», Linden- straße 3, 2. Hof l. IV, ausgegeben. Bei der Entnahme der Marken hat zugleich die erste Zahlung entsprechend den Abonnememsbedingungen zu erjolgen._ Jugenüveranftaltungen. Zentraljugcndhct». Lindenstr. S, 2. Hos bmks 3 Tr. Heute 7 Uhr Heimbesprechung. Eiie-Ost. Neue» Jugendheim, Wrang elstr. 128. Heute 7 Uhr Mit- gliederveriammlung. Jrledrichsliagr». Jugendheim, Echarnweberstr. 105». Heute abend Mitgliederversammlung. iSrost-Lichterfclde. Jugendhe!«, Oberrealschule, Kügstr. S. Heute DiSluisionsadend. Kauledorf. Jugendheim, Adolsstr.(Gemewdcschule), Heute abend: „Die Entstehung des Kapitalismus'. Prenzlauer Borst ad r. Jugendheim. Lokal Eichhorn, Danziger Strane 93. Heute abend Mitgliederversammlung. Roienthalcr Borftadt. Jugendheim, Gemewdeschule, Bergstr. 58. Heute abend Mitgliederversammlung. Tcmvelhof. Jugendheim, Lyzeum, German! rstc. 6/7, Eingang Kinder- Hort. Heute abend:„Syndikalismus und Anarchismus". Westcu. Jugendheim. Kantinenraum der Baugewerkschule, Kurfürsten- straße 141. Heute abend Mitgliederversaminlung. Marieudorf. Jugendheim, Gesangiaal deS LhzeumS in der Ring- straße, Milgiiederversgniililung. Geschäftliche Mitteilungen. Tie Firma Oskar Wollbnrg. 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Dezember von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags auf dem Gelände der Fliegerschule besichtigt werden. jeder, der am 13. Dezember 1919 und an den Tagen ler Versteigerung das Gelände betreten will, hat eine Biete- ;Ution von ShOMk. in bar zu hinterlegen. Hierfür wird im erkaufsgeschäftszimmer ein Ausweis ausgegeben, welcher zum Eintritt während der Besichtigungs- und Vers telgerunns- lage berechtigt. Die Bezahlung der gesteigerten Objekte muß sofort er- tolgen. Es wird nur deutsche Reichswährung angenommen. K Ve Kriegsanleihe wird nur von solchen Käufern in Zahlung genommen, die den lückenlosen Nachweis liefern, daß die fil Zahlung angebotenen Stücke aus ihren eigenen Zeichnungen herrühren. Der Nachweis ist den Stücken beizu- Iflgen. Er ist durch eine eidesstattliche Erklärung der Zeichmtngs- oder Vermittlungsstelle unter genauer Nummernaufgabe auf den vorgeschriebenen Vordrucken beizubringen. An Zahlung! Statt werden angenommen und berechnet: ' 1. Zum Nennwert: a) die Sprozentigcn Schuldverschreibungen aller Kriegsanleihen ohne Unterschied, b) die 5 prozentigen Scnatzanweisungen der t.,2. und »■■ 3. Kriegsanleine, c) die 4I/i Prozent. Schatzanweisungen der 6�7., 1 und v 9. Krieg:anlelhe; 2. zu 95Vi Prozent; d) die l1/} prozentigen Schatzanweisungen der 4. und S.« Kriegsanleihe, Ausgabe 1916. Der laufende Zinsschein bleibt am Stück. Der Käufer erhält die laufenden Zinsen zurückvergütet. Elhlng(Westpr.l, den 8. Dezember 1919. Werftgebäude der Fliegerschule. ßeiclisvcrwertimgsamt Terkaafsabteilcno für Automobilwesen (V aabll) Filiale KSalgsberg i. Pr. Ve%amT"' Es ist erwünscht und den Käufern gestattet, vor Beginn der Versteigerung bei der Versteigerungszahlstelle am 15. Dezember 191» von vormittags 8 Uhr im Versteigertngs- lokal eine Summe zu hinterlegen, auf Granu deren die Kaullustigen berechtigt sind, bis zur Höhe dieses Betrages zu steigern.— Diese Summe darf nicht überzo.tn werden. Wer keiren Betrag hinterlegt, hat jedes Los unverzüglich nach dem erfolgten Zuschlag bei der Versteigerungssielle zu bezahlen.__ 12I3D* echt Flehe. mit PatentbOden und Matratzen . M. 2099,- Auf Wunsch Zahlungserliichtcrung. Sfolzmann Belle Älliahceste •lOO- Solange Vorrat reicht Damen- und Herren- Pelzkragen n.t 45 M. Pracht». Oposs.-Krag.' Rote Fucbskr. HÖH. IM Entz. Kreuzfuchskrag. Große Pelzfutter JTTb; für Herren- u. Damen- Mäntel nur 90 M. Einz. Felle Stck. 12 M. Pelzwarec-Baiis »ascnthalcr Str. 40/41 Vid Inealldenalraße 1, Ecke Brunnenstraße. lillMui6«r «OB. 9iM. Olit St- M Öls 10M M. Milln-äälüiesS'.lH. tauft Hausdori, Baf'fabcnftc.lX, _ u. Ii, p. 8— S 1 40191!;• Weihnachtsbäflffle 1 prima Ware, fchockm u. einzeln. ftantsR. 155, VergnttgungsparL PELZ- WAREN Fxport Fngrox Einzelverkauf wie alljährlich preiswertes Angebot in Krafgcn, JlulTen nnd JPeltEhtttcn* Faelisprnituran in großer Auswahl Reparaturen u.llmarlieimng prompt und billigst Ad. 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Das Gericht hat geglaubt, aus diesem Grund« auf die nie- drizste Strafe von drei Monaten und, da cZ sich bei dem Angektag- ten Nicht um unehrenhafte Motive handelte, auf Festungshast er- kennen zu sollen. Sine Urlundenfälschung hat der Angeklagte sich nicht zuschulden kommen lassen, er hat aber gefälschte Lcgitimationsvapiere benutzt. Hierfür hält das Gericht eine Geldstrafe von 30 Mark für aus- reichend. Der Angeklagte Marloh hörte die Begründung und die Vor- iündung des Urtktli, stehend in strammer militärtscher Haltung an. Ein starte» Polizeiaufgebot in und vor dem GerichlSgebäude fand nicht Veranlassung, einzuschreiten. •• * das blutige Gegenstück. TaS Gegenstück ist der M ü il ch e n e r Geisel in o v d. Im März floß in Berlin, im April in München daZ Blut Un- schuldiger und Unbewaffneter. Die Mnnchencr Untat ist längst abgeurteilt, die Hauptschuldigen wurden zum Tode derurtöilt und erschossen. In Berlin wird der Täte? freige- sprechen. Vom Geiselmord in München sind ielbst die meisten Kommunisten abgerückt. Reinhard, Gessel und ihre Gc- sinnungöaenossen halten die Erschießung der 59 Matrosen deute noch für berechtigt. Die Kameraden Marloho haben ihm im Gerichtssaal die Hand gedrückt: der deutschnationale Pfarrer Ruinp hält Marloh für einen auherorde.'.tlich ge- ttisstnhasfeu Menschen und der General v. Oertzen hält ihn sogar für wertvoller alö die ganze Notierung. Hindenburg aber hat nach'Rump seine Anerkennung über die Dar a rsge- sprochen, die der Vorsitzende dcS Kriegsgerichts In einem Augenblick des Grausens a!S eine„ekelhafte Blutschlächterei" bezeichnete. In München waren es junge, durch den Krieg verrohte Menschen/ ohne jede Schulung und Erziehung, in deren Köpfen eine Wahnidee sich fcstgenistet hatte oder die, wie Schickelhofer, dnrch alle Abgründe des Lebens geschleift, durch Spphilis und Alkohol degeneriert waren. In Berlin aber sind es �hochgebildete, gesunde, im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte stehende Männer, die sich selbst zu den Edelsten der Nation zählen, die einer Kaste angehören, die von sich be- hauptet, daß an ihrem Wei�n das deutsche Volk genesen soll. Es ist entsetzlich, wie mf. verroht im innersten das Wesen und Denken dieser Laute ist. Eglboser. der Stadtkommmwant der Münchener Räterepublik, wnk totenblah, vernichtet auf euren Stuhl, als man ihm mitteilte, daß die von ihm ver- hafteten Geiseln erschossen seien. Reinhard gibt seelenruhig ..Richtlinien", Hunderte von Menschen ohne Derbör und Untersuchung zu erschießen, weil im Gefängnis kein Platz ist, und der ihm vorgeführte Matrose, der bei der Schlächterei nur verwundet wurde, ist für ihn lediglich das Objekt eines nicht gut ousgesührtwl Besehls. der schleunigst durch die nach- trägliche Erschießung erfüllt werden mutz. Das sind die Helden, die Hoffnung der Rsak- ti onl In den Schulen lassen engbrüstlge Oberlehrer sie hoch- leben und zechen sie den Kindern als ein Vorbild. Die Welt mutz sich im Ekel von unS abwenden, wenn wir unS noch ein» mal unter die Herrschaft einer solchen Kaste begeben. Au. Noske ist es Jetzt, in der Reichswehr gründlich auS- zuräümen. Geben wir iknn den Rückhalt dazu, indem wir u n S s e l b st zur Verfügung stellen. Iolgen wir dcm Aufruf des Parteivorstandes, füllen wir die Reihen der Ein- wohurrwehren so stark, datz deren blotze Existenz jeden Ge- danken an geivaltsamc Beseitigung der demokratischen Ver- fastung oder deren Mißbrauch durch irgendwelche Kasten, Gllguen oder Gruppen schon im Keim erstickt. Dann werden wir keinen GeHelmordprozetz, aber auch keinen Prozeß Marloh mehr erleben. *» Noske zum Prozeß. Einem Mitarbeiter der„B. Z. am Mittag" gegenüber hat Ge- noffs N o S k» sich über den Prozeß geäußert, bevor da» Urteil gefällt worden war. Wir geben folgende Stellen wieder: .�ein« Partei bat so sehr Ursache, gerade aus Anlaß de» Marloh-Prozesses bescheidenste Zurückhaltung zu üben, wie die U n° abhängigen. In wildesten Tönen klagen die Unabhängigen und ihr« Blätter über da» Blut» und Schrecke nsregi- m« n t der sozialistisch. demokratischen Regierung. Demgegenüber ist daran zu erinnern, daß von den Unabhängigen und von denen, die nch um sie gruppieren, im Anfang IanuarBerlin eine Woche lang unter Schrecken gehalten worden ist, bis es gelaim. so viele Truppen aufzubringen, um vorübergehend Ruhe tu der«last zu schaffen. Die Januarvorgänge sind aber nur ein Kinderspiel gegen da» gewesen, wa» Berlin Anfang März erdulden mußte. Mehr als eine Woche lang hat Berlin oder wenigsten» ein großer Teil der R«ichSl?auptstadt alle Schrecken einer Schlacht zu erdulde» gehabt. Ich habe nach der Niederschlagung des Auf- ruhrs am 13. März in Weimar in der Nationalversammlung Sätze au» der revolutionären Presse zitiert alZ Bewei» dafür, in wie un- glaublicher Weise damals die blutigen Instinkte Urteils- wsor. durch Hunger und Not in vcrzmeifolte Stimmung versetzter Menschen aufgepeitscht worden sind. Eö steht fest, daß damals wahre Bestien in Menschen- g e st a I t sich wie Amokläufer den Soldaten gegenüber verhallen haben. Weil dies seinerzeit von Rednern der Ilnabhängi- gen in der Nationalversammlung bezweifelt forden war, habe ich eine Anzahl der abg».schlachteten Soldaten pbotogra- phfereu und die Bilder vervielfältigen lassen. In wie viehischer Weis« immer wieder bei Straßenkämpfen gegen Soldaten borge- gangen wird, das ist in den allerletzten Tage» iioch wieder tn einem Prozeß in Chemnitz festgestellt worden, von dem leider in der Berliner Presse teiua Notiz genommen worden ist. Auch dort sind in bestialsicher Weise wehrlose Soldaten abgeschlachtet worden. Ich kann nicht finden, daß da» Schwurgericht, da» diese �Scheußlichkeiten abzuurteilen hatte, besondere Härte an den Tag gelegt hat. Von den zahlreichen M ä n n e r n, die in den Ver- liner Märztagen für die Ruhe und Sicherheit im Lande ihr L e- b c n ch r vom Amte suspendiert worden, sondern hat einen beantragten Urlaub erhalten. Hegen öie Selbftmorüpartei. (Hamburger Drahtberlcht de»..Vorwärt»".) Die Aussperrung auf dc» Vulkan-Werften ist beendet, die Arbeit wieder aufgenommen. Die Bedingungen, uuter denen da» geschieht, sind geeignet, als warnendes Menetekel die Aufmerksamkeit der gesamte» deutschen Arbeiterschaft zu erregen. In Hamburg blähte bekanntlich die spudikalistische ..Arbcitcr-lluion", auf deu Bulkan-Werftc» hatte sie ihren Hauptfitz. Der Erfolg war geradezu k a t a st r op h a l. Das Material über Sabotage, da« die Direktion dem uuab- hängig-mehrheitSsozialtstifcheu Arbeiterrat, der in der letzten Zeit gegenüber den radikalen WirrkSpfen völlig machtlos geworden war, vorlegte, war erdrückend. Die Direktion hat über 500 Arbeiter nicht wieder eingestellt. Eine Versammlung der gcwerkschaftllch organisierten Balkan- Arbeiter hat diesen Entschluß gutgeheißen and darüber hinauS beschlossen,»Nr noch mit organisierte« Kollegen zusammenzuarbeiten. Sie lehnte eS ab, sich von gewissenlosen Elementen die Erwerbsmöglichkeit untergrabe» und die Arbeits- bedingungea verschlechtern zn lassen. Referent in fast allen Versammlungen, in denen diese Haltung festgelegt wurde, war der aaobhängigc Arbeiterrat S e u g e s p e i k, wie denn die Hamburger Unabhängige» und ihre Presse an den Gewerkschaften festhalten und gegen die OrgauisationSzersplitterrr energisch Front machen. Wie öle Agrarier hetzen. Wir erhalten folgende Zuschrift: Am 12. November machte ich in der preußischen Landes- Versammlung gelegentlich der Besprochung über Hie S i ch e» rutig der Hackfruchternte unter anderem folgende Ausführungen: Mir ist in diesen Tagen die Nachricht zugegangen, daß auf einem Gut« iu H-intwtpommeru der betreffende Gutsbesitzer die Tarifverträge nicht durchführt und daß demnächst sich damit der SeblichtunASautschnß beschäftigen muß. E» wild weiier mitgeteilt, daß aut diesem Gute der Gendarm vor kurzem die Schrotmühle versiegelt hat und trotzdem alle Arten von Getreide ruhig weiter verschrotet worden, daß auf dtescm Stute Kohlen unter Kok» verborgen liegen, und daß dieser Gutsbesitzer erklärt I)at, er könne nicht dreichen, iveil er keine Kohlen habe. Ferner, daß dieser Gutsbesitzer nckch übst Zentner Roggen au« der vorjährigen Ernte zu liegen habe. Dieser Gutsbcsttze-. ist der F r h r. v. W a n g e n h e i in, der Führer des v l' � b c o der Landwirte I Wenn jene,«perrc» immer in der Oeffenliichkeit betonen, sie wollten dazu beitrage», daß die Ernährung dcö deutschen Lölkes gesichert wird, so haben sie allen Anlaß, mal in ihren Betrieben nach dem Rechten zu sehen. Diese Schilderungen halte ich trotz der Ergebnisse der aintUchon Untersuchung aufrecht. Ich stütze mich dabei aus nachgeprüfte Berichte von Arbeitern, die auf dem Wangen» heim schenGutein Klein- Apiegel beschäftigt sind. Die Verhältnisse auf dem Gute im Jahre 1918 wie 1919 sind diesen Arbeitern bekannt. Rur in einem Punkt muß ich mich berichtigen, daß daö Verschroten aller Arten von Ge- treide bei ordnungsgemäßer Oeffnung der Schrotmühle er- folgte. Allerdings oft genug. Um mich in der Osffentlichkeit zu verdächtigen, hat man behauptet, ich hätte Herrn von Wangenheim nachrrsrigt, er habe— Schiebergeschäft« getrieben. Ich betrachte es alZ meine Aufgabe gegenüber dem Treiben der Agrarier, die Oeffentlichkeit darüber aufzuklären, daß viele Landwirts mehr abliefern können. Dabei die Führer des politischen Agrariertums zu verschonen, habe ich keinen Anlaß. Bekanntlich hetzt Wangenheim auch gegen den Acht- st u n d e n t a g. Dieser ist nach der Landarbeitöordiiung nur in den vier Winter Monaten eingeführt. Rim sind im Monat Oktober dieses Jahres, als noch der zehnstündige Arbeitstag statt. Arbeiter des Wangenheimschen Gutes an den Gutsmspettor herangetreten mit dem Ersuchen, morgens früher bei der �artosfelernte zu beginnen. Dies wurde abgelehnt, weil cs dem In- spektor zu unbeguem war, so früh die Marken herauszugeben, die zur Kontrolle bei der Akkordarbeit erforderlich sind. Die Arbeiter gaben ihr Bemühen nach drei Tagen auf, nachdem sie erfuhren, daß Wangenheim erklärt hatte, es sei seine Sache zu bestimmen, wann die Arbeit beginne. Weil ich diese Zustände schilderte, schrieb die„Deutsche Tageszeitnng" von„gemeingefährlicher Rede", vor.„s-väbi- gen Mitteln",„niederträchtigen Verleumdungen" niw. Auch Wangßnheim machte sich derartige Vorwürfe zu eioen, ohne den Wortlaut meiner Rede zu kennen. Ich will nicht so boshaft sein und an nahe Vergangenheit erimiern. Wie man damals an meinen Gerechtigkeitssinn appellierte. Wie ina.i mich breitschlagen wollte, die von den Agrariern gegründeten gelben Landarbeiterverbände anzuerkennen, weil sie von ihrem Parteifreunde Behrens, dem Vorsitzenden der christ- lichen Landarbeiterorganisation, nichts wissen wollten usw. Dagegen will ich Wangen beim und Genossen an die Geschäfte erinnern, von dem Fuchs, der den Enten predigte. Rur täuscht man sich, tvenn jene annehmen, daß sich die Vertreter der Landarbeitergewerkschast in der Roste der Enten befinden � Georg Schmidt, Mitgl. d. preuß. Landesvers. LehrsrbefolSung. ■ Bon de» veischledensten Seiten wird seit einiger Zeit geflilst"' tick) da?.Gerücht" verbreitet, die L.» n d t a gs fr a kl t c> unserer Partei sei in der Frage der LeKrerSeioldnng umg» fallen. Erst jetzt wieder wird in der Fachpresse und in bllrgci lichen Blättern behauptet, daß die.Gleichstellung der Lehrer nm den mltilercn Beamten durch die MchrheftZsozialisteq gefährdet" sei. Wir sind demgegenüber ermächtigt, aufS nachdrilcklichsie zu er-. klären, daß die S.-P.-D.-Fraktion gar nickt daran tzenkr. den Antrag fallen zu lassen. Sie wird vielmehr wie b i S l> v r so auch zukünftig mit allen Kräften sich dafür einsetze», daß diese Gleichstellung endlich herheigrführt wird. Hoffemlich wird durch diese Erklärung endlich. dem ag» durch- sichtig«» agitatorischen Gründe» verbreitsten»Gerücht" der Boden tntzogen. �- Vje öeutschen 3nftrukt!onen. In der e r si e n Entente noto �sieche erste Seit«) ist gleich zu Anfang die Rede von einer Mitteilung, die der Vorsitzende der deutschen Fricdenödefegation in Versailles am 1. Dezerniber dem Obersten Rat namens per deutschen Regierung gemacht hat. Diese Mitteilung beruhte auf fallenden Instruktionen, die Herrn von LerSn« vom Auswärtigen Amt gegeben wurdene - 1. Die ausgesprochnaen Zweifel an der aufrichtigen Absicht Deutschlands, die Bestimmungen des WasfenstillstandeL und des FriedensvertragsS zu«r f ü ll erv. sind unbestründet. Die deutsche Regierung venvahrt sich gegen den Lorwurf, für die Ber-, zögerung dvs Inkrafttretens des FriedönZvev» träges verantwortlich zu fein. Bereits am 16. Juli hatten wir ratifiziert, seitdem wartete» wir darauf, daß bis zur Errichtung' dcS Ratifikationsprototolls erforderliche Zahl ratifizierender Haupt- machte zusamtnenkäme. Der deutsche Vertreter in Pari» war seit langRn mit Bollmacht zur Unterzeichnung de» RattfikatlonSprolo- kolls versehen. Erst allr Z. Rovemder wurde unS davon KonntniS gegeben, daß England, Frankreich und Italien die Ratifikation voll- zogen haben. Diese drei Mächte haben aber nicht ihre Bereit-. Willigkeit erklärt, den Frieden durch Errichtung de» Ratiftkations- Protokolls ohne weiteres in Kraft zu fetzen, sondm» haben hierfür neue schwere Bedingungen»estcllt, die in keiner Beziehung zum FrlctbcnSv ertrage stehen. 2. Die deutsch« Regierung wünscht nach wie vor eine schleunige Herstellung des FriedenszustaiidrS durch Jickraftsttzung de» Ver- failler Vertrages. L. Ein großer Teil der VeritragSbcstiuunungcn stÄst die Bctei- lignng Amerikas vor. Sollten diese jetzt ohne Amerika i» Kraft gesetzt werden, so ist, wie dieAauch von der Gegenseite zugegeben wird, eine besondere Vereinbarung Mischen Deutschland und den ratifizierenden Mächten erforderlich, die sich natürlich nicht auf die Bestimmungen über die Grbictk-fragen im Osten beschränkt» dürfte. Wir sind bereit, in dieser Hinsicht weites Entgegenkommen zu zeigen. Die Beteiligung Amerikas wird jedoch von der deutschen össentlichen Moinung alö ein« bedeutsame Garantie betrachtet. Unsere Zustimmung zur Inkraftsetzung der in Rede stehenden Bestimmungen tWtz de» einsttvetligen Fernblei- b«n» Amerikas bildet daher für uns«in Opfer, für da» wir ein entsprechendes Entgegenkommen in erster Linie tn der vu»lie�e- rungSfrage erwarten können. 4. Die Forderung, da» mit der Note vom 1. November mit- geteilte Protokoll, bedingungslos zu unterzeichnen, mufi von unS abgelehnt werden. Sie steht im Widerspruch mit den Erlla- rungen, die Herr Duiasta und Herr Berihelot gegenüber Herrn v. Simson abgegeben haben. Beide haben gegen eine mündliche oder schriftliche Diskussion keinen Widerspruch erho- be». Unsere Einwendungen gegen daö Protokoll sind hekanttt. Abgesehen von einzelnen minder wichtigen Punkten, deren Richtig, stellung mündlicher Diskussion vorbchaltei» bleiben kann, die aber keine entscheidende Bedeutung habe», und tn der Voraussetzung� daß die baltische Frage inzwischen erlebigt sein wird, lom- Min als wesentlich Scapa Flow und die Schluhbestlmmung in Betracht. Wegen Scapa Flow sehen wir der Aeußerung der En- tenle auf unsere Darlegungen entgegen. Die Schlußbestimmung ist unannehmbar. K. lsiiserecseits müssen wir Aufnahme einer Bestimmung in da» Protokoll verlangen, wonach die Heimschaffung derjenigen KrlegSgesangenen, die sich zu dieser Zeit noch in Frankreich befinden, an keine andere Bedingung als die im Artikel Lüh bezeichnete geknüpft werden darf. Auch müßten eingehende Be- st t m m u n g e n über Durchführung der Transporte auf- genommen werden. 6. Bitte, Herrn Dutasla zu fragen, ob Clemenceau, wie ge- meldet wirv, ausländischen Journalisten gesagt hat, daß die Her- ausgäbe der Kriegsgefangenen erfolgen solle, wenn dzutsche Zivilarbeiter im Wiedcraufbaugcbiet eingetroffen seien. Im Anschluß an Ihre Mitteilungen, wollen Sie bemerken, daß hiernach Herrn v. Simsons Haltung von der Regierung ge- billigt wird. gez. Müller. UmverMtsfragen. In der Preu ff-is che» Landesversammlung erklärte am Dienstag die Regierung auf eine Anfrage: Auf Grund i>c-Z durch eine Rundfrage gewonnenen iRaterials hält die Regierung eine besondere Regelung des Kreisblattweseus aus politischen Gründen für dringend erforderlich. In der allgemeinen Aussprache über die Universitäten führte Abg. Cunow(Soz.) aus: Die völlige soziale Uimvälzung bedingt auch eine Umgc- staltung des UniversitätSwesens. Besonders der Bureaukratismus muß verschwinden. Die Ginheitsreformen des Kultusministeriums gehen uns noch nicht weit genug. Die Universitäten sind zu exklusiv geworden und längst nicht mehr der Brennpunkt des Wissenschaft- lichen Lebens. DaS Spezialistentum rief die Loslösung vom ge- samten Volkstum hervor, infolgedessen krankt d-ie Wissenschast zum Teil schon an geistiger Unterernährung. Die Studierenden werden, anstatt Anleitung zu praÄischer Arbeit zu erhalten, mit einem Ucbcrmaß theoretischen Wissens belastet, besonders die praktische Ausbildung der Mediziner läßt viel zu wünschen übrig. Sie müßten wenigstens ein Jahr lang Krankenpflegerdien st e in Krankenhäusern leisten. In der Bekämpfung der GefchlechSkrankheiten, der Tuberkulose und der Kinderkrankheiten müssen die jungen Aerzte viel besser ausgebildet werden. Der Fall des Professors Traeger in Marburg ist höchst be- dauerlich. Während uns eine sachliche politische Darlegung nur er- wünscht sein Hann, ist es unerhört, wenn ein Dozent unter dem Teck- mantel der Lehrfveiheit die Parteiagitation auf das Katheder ver- legt.(Lebh. Zustimmung links.) Auch eine Umgestaltung der akademischen Lehrkörper ist dringend erforderlich. Das Einkommen der etatsmäßigen außerordentlichen Professoren war schon vor dem Kriege ganz ungenügend, infolge der Beuerungsverhältnisse ist es gänzlich unzureichend geworden. Zu einer gerechten Besoldung ist eine Revision des Kolleggeldcrwrscns nötig. Auch die Zulassung züm Studium muß abgeändert werden. Es geht auch ohne Abi- turiüm. Den Privatdozenten ist ein Mindesteinkommen zu gc- währen. Die Studenten sollten ihre akademischen Angelegenheiten, Disziplin- und Fürsorgesachen durch Selbstverwaltnng ordnen. DaS deutsche Volk darf nicht länger nur so in den Tag hineinlelseix. Dazu ist es nötig, die idealen Güter möglichst dem ganzen Volke zugänglich zu machen.'(Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Kaehler(Dnall.): Die Erhaliung der Universi- töten ist auch eine deutsche Ex ist eitzfrage, weil die Entente die Vernichtung der wissenschaftlichen Größe Deutschlands anstrebt. Unterstaatssekretär Becker: Die Streitfälle in Marburg, Königsberg, Greifswald und Göttingcn haben Anlaß zu dem Vor- Wurf gegeben, die Universitäten seien Brutstätten der Reaktion. Es wäre verhängnisvoll fiir unsere Kultur, wenn zwischen Hand- uird Kopfarbeitern eine tiefe Kluft vorbanden wäre.(Zustimmung.) Tie Geistesarbeiter sind besorgt, daß die ideelle Kultur leidet, da ihr durch den steuerlichen Zugriff aus die kleinen Rentnervernrögen d-e wirtschaftliche Grundlage cutzogen werde. Die Regierung will aber die Aristokratie der Bildung aufrechterhalten. Tie Lehrer werden lernen müssen, das Vertrauensverhältnis zum Staat mit ihrer freien Kritik daran in Einklang zu bringen. Wir erstreben eine neue Autonomie. Der'Staat wird allerdings immer Kontroll- instanz bleiben müssen. Die Universität soll eine Genossenschaft aus Lehrern, Beamten und Studenten sein.(Beifall.) Abg. Dr. Preusz(Dem.): Früher ist schon einmal gesagt worden: die Universitäten sind >oie die rohen Eier; wenn man fest zufaßt, stellen sie sich aus die Hinterbeine und wehren sich.(Große Heiierkcit.) Es muß aber im Interesse der nationalen Vereinheitlichung des Universitäts- ivesens zugepackt werden. Das Vertrauensverhältnis zwischen aka- demischen Lehrern und Schülern soll durch Uebertreibung aus dem Zusammenhang herausgerissener Einzelfälle nicht gestört werden. Vorbeigehen kann man deshalb an den gegenwärtigen Zuständen aber doch nicht.(Lebh. Zustimmung.) In einem Volk mit starken nationalen und politischen Instinkten wäre es unmöglich, daß sich eine Partei„deutschnational" nennen dürfte(Lebh. Zustimmung links.— Lärni rechts), eine Partei, die nationale Ideen Willkür- lich mit reaktionären verbindet. Die akademische Jugend wendet sich ihr zu, weil die Begriffe deutsch und national sich bei ihr unter dem Willen zu einer Wiederaufrichtung Deutschlands beson- ders stark verbinden und sie fälschlich glaubt, bei der politischen Rechten ihre deutschen und nationalen Ideale gesichert zu sehen Dieser Zustand ist nach innen und außen gefährlich. Namentlich muß das Vertrauen des Auslandes zu der Stetigkeit der Politik der deutschem Republik durch die tu-Rede stehenden Mißstände ge- hindert werden.(Lebh. Zustimmung.) Ich wünsche nicht, daß die Regierung der Freiheit gegen ihre eigenen Grundsähe handelt und nach Rücksichten der Gesinnungstüchtigkeit in die Lehrfreiheit cin greift.(Wiederholtes Sehr richtig! des Kultusministers.) Sie muß die Angriffe auf die Freiheit durch noch mehr Freiheit ergebnislos gestalten.(Erneute Zustimmung des Kultusministers.) Tie von unten aufwärts drängende Freiheit darf die Regierung nicht zu gering em schätzen.. Liebenswürdigkeit ist gewiß eine schätzenswerte Gabe Gottes. sHeiterkeft.) Aber hier muß mqn dem Kultusminister die Worte der Hermannschlocht zurufen:„Sri furcht- bar jetzt und Blitze laß Drin Antlitz speien."(Schallende Heiter- keit.) Das ist sehr ernst gemeint, denn es handelt sich um einen ungewöhnlich schweren Kamps. Nimmt der Kultusminister ihn auf, dann wird er die deutschen Demokraten stets auf seiner Seite haben. (Lebhafter Beifall.) Abg. Dr. Weol(11. Soz.): Weshalb hat der Unterstaatssekretär nicht die gleiche Entschuldigung für Kricgspstzchose der Arbeiter wie für die Studenten und Professoren? Diese nehineA es übel, daß der Kronenord.-n nicht mehr ihre Verdienste lohnt uird halten den gegenwärtigen Zustand nur für vorübergehend. Die Regierung darf sich von ihnen nicht mehr aus der Nase herumtanzen lassen. Die Hochschulen sind immer noch kapitalistische Zwingburgen. Ver» ständnis für die Neuzeit sucht man dort vergebens. Besonders im medizinischen Studium werden wohl große Examenswisser, aber keine tüchtige Fachleute gezüchtet. Aus Furcht vor dem Verlust von Honoraren hat die medizinische Fakultät in Berlin es rundweg ab- gelehnt, sich das wertvolle Material in den Berliner Krankenhäusern nudbar zu machen. Die unnötig langen Zwischenserien müssen auf- gehoben werden; nicht mit Titeln, sondern mit seiner Persönlichkeit st>a der einzelne wirken. Hoffentlich weht bald ein neuer frischer Wind an unseren Universitäten. Abg. Dr. Thacr(D. Vp.): Die Besoldung der Hochschullehrer ist unter den jetzigen Verhältnissen zum Leben zu wenig, zum Ster- den kaum zuviel. Nur neue Leistungen können da? Recht unseres Volkes aus sein LebeU erweisen. An die Kraft des deutschen Geistes und seinen Idealismus glauben wir auch weiter. Danach wird ein Vertagungsantvag angenommen. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr: Weiterberatung. Schluß 7,15 Uhr. HeVerkschBsbewMlig Ein heller Kopf. Eine kleine Erheiterung in dieser ernsten Zeit bietet den Gewerkschastsgenossen die neueste Nummer der von Richard Müller redigierten..Metallarbeiterzeitung". Stoff bietet ihm der verflossene Berliner Metallarbeiterstreik, bei dessen genGiler Leitung der jetzige RedakteAr hervorragend beteiligt war. Bisher war man der Meinung, daß trotz des bewundernL- werten solidarischen Zusammenhaltes der Streikenden die Arbeiter eine Schlappe erlitten haben, über die auch das Schimpfen über den„Verrat der Rechtssozialisten" nicht hin- wegtäuschen konnte. Den für die Arbeiter unglücklichen Aus- gang des Streikes haben auch die unabhängigen Gewerk- schaftsführer, soweit sie in Versammlungen oder Sitzungen Stellung zum Streik genommen haben, offen und ehrlich zu- gegeben. Anders wie in diesen Köpfen malt sich aber bei Richard Müller, dem vorrevolutionären Gewerkschaftsstrategen, die Welt. Er macht in seinem SHrgan die wunderbare Eni- dcckung. daß die Unternehmer der Metallindustrie durch den Ausgang des Streikes der geschlagene Teil ge- worden sind. In einem Artikel„Die gebrochene Unter- nehmerfront" wird das von Richard Müller„nach- gewiesen". Dabei ist es ganz selbstverständlich und menschlich begreiflich, daß er nebenher sich und seinen Mitstrategen— „die Berliner OrganisationsleitunH kannte alle Pläne der Unternehmer"— mit dem wohlverdienten Lorbeer schmückt. Uebcr die schwere Niederlage, der Unternehmer weiß Richard Müller folgendes zu melden: �.Die KampfeSsront der Unternehmer ist zu» sammengebroiben! Die Oberscharfmacher v. Siemens, v. Borsig und ihr Einpeitscher Oppenheimer haben die Führung verloren. Die anderen Unternehmer sehen jetzt ein. welches ge- fährliche Spiel diese Herrenmenschen getrieben haben. U n e r- meßlichen Schade» haben sie erlitten. Nicht nur den Verlust durch Ausfall der Produktion, sondern auch noch den ungeheueren Schaden, den die vorher so sehr begehrte„Tech- nische Nothilfe" angerichtet ba». In manchen Betrieben sieht es geradezu grauenhaft aus. Wochenlang mutz gearbeitet werden. um nur notdürftig die Produktion wieder auf- nehmen zu können. Alle Berivrechungen der Oberscharfmacher sind sehlgeschlagen: weder den Abbau der Löhne, noch die Beseitigung der Rechte der Arbeitervertrelungen, noch das Zerschlagen der Organisation bat man. erreicht; dafür bleiben e»ne ganze Anzahl Unternehmerexistenzen auf der Strecke liegen." Die vom Streik her noch auf der Strecke liegenden Metallarbeiter haben nun wenigstens die tröstliche Gewißheit, daß sie nicht allein die Opfer geblieben sind, sondern daß das gleiche traurige Los auch„einer ganzen Anzahl Unter- nehmerexistenzen" beschieden ist. Daß bei so großen Erfolgen die eigene Wertschätzung nicht kleiner wird, ist nur zu begreiflich. Hat doch die Berliner Streikleitung mit diesem Riesenerfolge etwas erreicht, was bisher keinem noch so klugen Gewerkschafts- führer möglich war. Mit einem gewissen Stolz blickt daher der geniale Feldherr auf die Stümper herab, die sich anmaßen, auch etwas von Streikführung zu verstehen und darum in der Berliner Gewerkschaftskommissson gegen den Generalstreik gestimmt haben. Ihnen widme! Müller folgende Liebenswürdigkeit: .Selbst eine Anzahl angebliS revolutionärer Gewerkschaftsführer, die das Mitgliedsbuch der U. S. P- D. in der Tasche trugen, schreckten vor einem Weüerkämpsen zurück." Wie verlautet, wird Richard Müller in der nächsten Nummer seines Blattes beweisen, daß diese angeblich revo- lutionären Gewerkschaftsführer die Schuldigen sind, wenn es der Berliner Streikleitung nicht gelang, daß gesamte Berliner Unternehmertum zu erledigen, und sie sich auf die Abschlachtung der Berliner Metallindustriellen beschränken mußte. Das Urteil über Stuttgart. In einer Bezirkskonferenz für den 2. Bezirk(Schlesien) des Deutschen Metallarbeiter-Berbandes. nahmen die Delegierten aus 56 Verwaltungsstellen, welche 79 000 Verbandsmitglieder umfassen. unter anderem auch Stellung zu den Beschlüssen des Verbandslages in Stuttgart. Stach eingehender und lebhafter Aussprache wurde mit über- großer Mehrheit einer Entschließung zugestimmt, die besagt, daß die bisherige Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden auch in der Zukunft bei« behalten werden soll und daß eine Aenderung der bis- herigen taktisckien Maßnahmen bei Lobnkämpfen nickit eriorderlich ist. Mit Rücksicht auf die Erhöhung der Beiträge hielt die Kon» serenz eine Erhöhung der Erwerbslosenunter- stützung für dringend erforderlich, und die Bezirksleitung wurde beaustragt, im Beirat dahin zu wirken, daß bald eine außer- ordentliche G'eneralversammlung einberufen wird, die die Beschlüsse des Verbandstages revidiert. Ferner wurde beschlossen, daß an den Grundsätzen der gewerl- schastlichen Tätigkeit nicht gerüttelt werden darf und Kollegia« lität und' Solidarität jederzeit maßgebend sein ntüssen. Jede politische Propaganda in den gewerkschaftlichen Versammlungen ist auszuschalten, da nur dadurch eine feste, geschlossene und ein- heitliche Front gegen die Reaktion und gewinnsüchtige Ausnützung des Proletariats sowie auch gegen ZersplitierungSveriuche inner- halb des Deutschen Metallarbeiterverbandes gebikdet wird. Weiter wurde einem Antrag zugestimmt, wonach die Kollegen aufgefordert werden, die Anwerbung zwecks Eintritts in die«Tech- nische Nothilfe' abzuweisen, daß es Sache der betreffenden Gewerk- schaften ist. bei vorkommenden Streik? für die Ausführung der Not- standsarbeiten entsprechende Maßnahmen zu treffen. Die Vorstandswahl der Transportarbeiter. Bei der am Sonntag, den 7. Dezember siatlgefundenen Wahl zum erweiterten Verbandsvorstaud der Bezirksverwaltung Groß- Berlin des Deutschen Transportarbeiterverbandes würben ab- gegeben 4708 Stimmen, davon 316 ungültig. Es erhielten: Sektion I: Fritz Schattschneider 2371, Sektion H: Friedrich Sydow 2844, Sektion III: August Streblow 1151, Sektion Y: Rudolf Winkelmann 622, Sektion VI; Otto Fromm 647, Sektion VII: Joseph Konnski 385 Stimmen. Weibliche Mitglieder: Dora Riebe 2500, Emma Jahnke 1616 Stimmen. Gewählt sind Schalt» ich neider, Sydow und Riebe. Gewerkschaftsmitglieder l Am Sonntag, den 14 Dezember, abends 7lJ3 Uhr, findet im Meistersaal, Berlin'VV, Kölhener Straße'33. ein Szenen- abend von Oskar Ludwig Brandt und Margarete Jakobi statt. Zum Vortrag gelangen Werke von Euripides, Shakespeare. Schiller und Goethe. U. a.„Der Mutter Bittgang" von Euripides. In dem Werk werden die staatlichen Probleme, die zur Republik geführt haben, besonders beleuchtet. Karten zun, Vorzugspreise von 1.60, 2,50 und 3,50 M. können in unserem Bureau, Engeluier 16 I, Zimmer 15, von 9 bis 3'/, Uhr nachmittags in Empfang genommen werden. Transportarbeiter der chemischen Jndnftrie. Morgen Donnerstag, den lt. d, M., abends 7 Uhr, im.Königsiadttafino". Holzmarktftr. 72: Veisammlung, Tagesordnung: Der Schiedsspruch über Misere Lohn- sorderungen. Mitgliedsbuch legitimiert. Friieurgehilien. Morgen, Donnerstag, den 11. d. M„ abends L Uhr Sophicnstr. IS: Generalversammlung. Beschlußfassung über den SchiedS- �jentralverband der Angestellten. Fachgruppe 4 Sektion a(Privat. Versicherung): Delegierleuveisammlung Donnerstag, den II, Dezember, pünkUich 4 Ubr nachui, in der Habcl-Brauerei, Bergmaimstr. S?ü— Fach- grupve IS Sektion v lZeilungsdruckercien): Vcrsaiimilmig DonnerSlag, de» tl. Dezember, abends 7 Uhr, in den Musikcrsälen, Kaiscr-Tilbelui- Straße 31. Vortrag: Kollege Daubert.— Fachgruppe 14 Sektion c (Maschinen- und Werkzeugbau, Gießerei): Versammlung Donnerstag, den It. Dezember, abends 7 Uhr, im Rosenthalcr Hos, Rotenthaler«tr. 11/12. Vortrag.— Fachgruppe 13 Sektion a(Verbands- und Vereinsangeüelttet: Sektioiisoersamintuiig Donnerstag, den 11. Dezember, abends 7 Uhr, im Englischen Hos, Sllexanderitr.'27(3. " Achtung: Knorrbremse und angeschlossene Betriebe. Die Aus- zahluug der Streit- und Extraunterstützung findet am heutigen Mittwoch von 1—4 Uhr bei Feicht, Kronprinzenstraße. Ecke Weserstraße, statt. für das mittlere Norddeutschland bis ., Zeitweise ouftlarcnO, aber noch überwiegend trocken und etwas nebelig, besonders ösUich der Oder öfters leichte Schnee» fälle bei mäßigen nordiveillichen Winden. Langsame weitere Abküblu ig. Wettcrausiichtcu Toniicrsiag mittag. Verantw. für den redaktion. Teil: Ärtur zickler, Ebarloticnburg: tllr Anzeige»: Tb. Stock«, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag iö. m. b. b.. Berlin. 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