Nr.634.36.Iahrg. Bezugspreis: CiertEliältcL 10�0 Ml. Monat! 3L0 Ml. frei ins Ssu«. voraus rahibac. Post- br>ng Monatlich 3» Mt» egCL Ru- stellungsAebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 610 Ml. fiit das Übrige Ausland 10 75 Ml. bei täglich einmal. Zustellung 3,75 Ml. Poftbestellungen nehmen an Dänemarl. Holland, Uurcmdurg, Schweden u. die Schweiz. Eingetragen w die Vost-Reitungs-Preisiiste. Der.«h-ewäri»' mit der Sonntags- brilage.Boll u. Retr* endlcmt wochen- lägltch zweimal. Sonntag» einmal, SwetTffnm�lbeifl« JBojIeldemoftal Setlln". Morgen Ansgabe. berliner DoUu�ltlalt (iSPfenn'fl) Anzeigenpreis: Die achtgefpaliene Nonpareillezeil« lostet I.SO M,, Teuerungszuschlag SO°/». „ftleine Anzeige»-, das>cit- gedruclte Wort 75 Pfg.(julütstg Zwei fettgedruckte Worle), iedes weitere S>or! 50 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg. iedes weitere Wort 40 Pfg. Worle Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchiag SOstj. Familien• Anzeigen, volitifche und geweriichaftliche Verein»-Anzeigen WO Mb die Reite. Anzeigen Kit die nächste Nummer müssen bis» Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Lindenstratze 3, abgegeben werden. Seöffnet von 9 Uhr früh bis d Uhr abend». Zcntr o na l o r d- n u n g aufzuweisen. Ter Beamte des unteren Dienstes kann. auch wenn er noch so tüchtig und sähig ist. nie in eine Stelle des mittleren Dienstes gelangen. Von den Beamten des mittleren Dienstes wiederum verlangt man. wenn sie in die Se- kretärstelliing gelangen wollen, nach längerer einwandfreier Diensttätigkeit die Ablegung einer äußerst schwierigen P r ü- f u n g. die obwohl sie nur von einem geringen Teil der in Betracht Kommenden bestanden wird, dennoch keinem der mit Erfolg gevrüsten ermöglicht, eine Stelle des höheren Dienstes zu erhalten. Eine Anzahl von Sauptleuten und Oberleui- ncmts aber, die vom Militär entlassen sind, weil sie dort m körperlicher oder geistiger Hinsicht nicht genügten, werden bei der Poswerwaltung nach einiähriger Ausbildung als Post- direktoren angestellt und sino so in Stellen des höheren Dienstes unter entsprechender Hilfsstcllimg von Beamten des mittleren Dienstes„tätig". Reinhard ... endgültig a. d. Amtlich wird bekanntgegeben: Oberst Reinhard scheidet ans der Reichswehr ans. Er ist mit der gesetzlichen Pensioo zur Disposition gestellt worden. vor der deutschen Antwort. Tie„Deutsche Allg. Ztg." derbreitet folgende halbamt- liche Meldung: In: Reichskabinett wird intensiv an der Feststellung der Antwort auf bie letzten Noten des Verbandes gearbeitet. In Verbindung hiermit wird die Beratung des ganzen stritti- gen Fragenkomplexes weitergeführt. Die deutsche Regie- rung ist mit allen Kräften bemüht, keine Verzöge- r u n g eintreten zu lassen, um jeden Anschein einer gewollten Verschleppung zu vermeiden. Nach wie vor muß aber daran festgehalten werden, daß die Verbandsforderungen in der Scapa Flow- Angelegenheit nicht er- f ü l l b a r sind, tvollen wir uns nicht selbst unser Grab schaufeln. In den Kreisen des Ausschusses für Ausw�tige Angelegenheiten ist man der Meinung, daß in der Scapa Flow-Augelegenbeit Versuche zu Verhandlungen gc- inackt werden müßten, um wenigstens zu einer befriedigenden Einigung vor der Ratifikation zu kommen.,/ Wie der Pariser Korrespondent des„Eorricre della Sera" berichtet, ist bei der Abfassung der Noten vor allem auf die inn erpolitische n Verhältnisse des Deutschen Reiches Rücksicht genommen worden. Der„Temps" be- tont in mehreren Artikeln, daß die Forderung nach Abliefe- lnng von Hasenmateria! nicht von Frankreick ausgehe. Trefft das zu, dann ist nicht zu begreifen, warum Clemcnceau dieser Forderung zur Verschärfung der Härten— deren die letzten Noten gerade genug aufweisen— noch zugestimmr hat. England bietet bekanntlich selbst Hafenmaterial zum Verkauf an. Wenn man die Haltung Frankreichs nicht durch das Mikroskop vossischer Selbstgefälligkeit beobachtet, muß man es immerhin befremdlich finden, daß Frankreich sich im Kampf um seine eigene Existenz dazu herg'bt, seine Staats- siegel unter die Verinrttlung eines Trödlergcschäfts zu setzen, an dem Deutschland zugrunde gehen muß! Wir sehen also die Seufzer des„Temps" als platv- nische Selbstentschuldigung an, von der man nicht weiß, wie- weit sie überhaupt einer ehrlichen Auffassung von der Lage entspricht. Gleichwohl eröffnet dieser halbamtliche Katzenjammer der französischen Chauvinisten ewige Hoffnung auf ewen Erfolg der Verhandlungen, die Deutschland anstrebt. Wenn der„Temps" schreibt:„Und schließlich ist es niemals zu spät, etwas gutzmnachen," so können wir das nur dahin richtigstellen: U n s ist es heute u o ch n i ch t' zu spät. Aber keiner weiß, ob es in wenigen Wochen nicht schon zu spät sein wirdl Clemenceau trifft heute in London ein. Die Pressestimmen seines Landes, die ihn begleiten, frohlocken über die Wiederauferstchung der„Entente c o r d i a l e". Vor seiner Abreise fand ein Ministerrat statt, der sich mit den in London zu behandelnden Themen befaßte. Da an der Londoner Konferenz auch der italienische Botschafter Soialoja teilnimmt, glaubt man, daß auch das m i l i t ä- rische Bündnis Frankreich-England zur Be- Handlung kominewchiivd. Man hofft, daß Italien dem Bünd- nis betreten wird. Alle Erinnerungen an die selige Zeit, wo gottbegnadete Monarchen diplomatische Berchte mit dreckigen Randbemerkungen versahen, treten wieder auf. Ist das die Politr? des VölkqchuNdes? Wenn das französische„Journal des Debets" von einem Zusammenbruch der Wilson scheu Politik spricht, wenn jetzt schon Alarinnachrichten eintreffen, die die Kündigung des Wasfenstillstandes für den 15. Dezember an kündigen, so wird inmitten dieses grausigen Spieles der furchtbare Ernst der Lage bewußt. Ueber uns hangt das Damoklesschwert. Die jetzige Regierung hat' schon nach kurzer Zeit ihres Bestehens das Unhaltbare des bestehenden Zustandes eingesehen, und der erste parlamentarische Postminister ist im Zusammenwirken mit Angehörigen der Beamten- schaft an der Arbeit, eine neue Personalordnung zu schaffen. Daß dabei mit der lächerlichen Einrichtung der„Militärpost- diriftoren" aufgeräumt werden muß, ist eine Selbstverständ- lichteit. Die Hauptsache aber ist, daß die unübersteigbaren Schranken zwischen Böamten deS unteren, mittleren und höheren Dienstes fallen, und die seit langer Zeit bestehende Zurücksetzung einzekner Beamtengruppen gegenüber glcichivertigen anderer Verwaltungen beseitigt entlassen. Die Versöhnung der Volker rückt mit jedem Tage ferner. Ob es doch noch ein Einlenken gibt?— Englischer Optimismus. valfour sagte in einer Rede, wenn auch der Friede mit un- serem Hauptgegncr noch nicht formell abgeschlossen ist, so kann er doch s» gut ots gesichert angesehen werden. Das widerspenstige Rumänien. Wo Rumänien anfängt, hat der Oberste Rat sein Recht ver- koren. Auf die beiden Noten des ungarischen Ministerpräsidenten Huszar antwortete Clemenceau: Der Oberste Rat hat Kenntnis genommen von der Antwort der ungarischen Regierung, welche besagt, daß die drei Persönlichkeiten, die sie als Friedensdelegierie ausersehen hat, von den Rumänen interniert gehalten wer- den. Der Oberste Rat hat sich mit dieser Frage nicht zu b e- fassen und erneuert die Aufforderung an die ungarische Regie- rung, innerhalb möglichst kurzer Frist Delegierte nach Neuilly zu entsenden. Die Rumänen haben, wie jetzt festgestellt wurde, aus der ein- zigen Raaber Kanonenfabrik Maschinen im Werte von 00 0 Millionen Kronen abmontiert und mitgenommen. Wirü abgerüstet! „TimeS" meldet auS New Dork, die amerikanische Flottenleifung legt in einem Memorandum dar. daß eS. wenn nicht» Endgültiges mit Bezug aus die allgemeine Abrüstung geschieht, die Politik der Bereinigten Staaten sein müsse, eine Kriegsflotte zu bestiie». dir mindestens so stark ist wir die m ä ch t i g st r und stärkste Flotte irgend einer andcrr« Nation. ES besteht der Plan, die neue Flotte bis 1925 fertigzustellen und im Stillen und im Atlantischen Ozean auftrete» zu lassen._ Ein alpiner Notschrei. Der Tiroler Landtag hat einstimmig beschloffen, an die Staatsrcgieruvg das Ersuchen zu richten, bei der Entente die Zustimmung zum Anschluß von Tirol an das Reichs-Wirtschaftsgebiet z« erwirken. Die Entente, die ihr Unvermögen zur Ernährung Deutschösterreichs längst erkannt haben müßte, wird trotzdem schwer- lich den Anschluß gestatten._ Sowjet-§rieöensvorlchlag. Auf der Konferenz zwischen Nandstaatcn und Sowjrt-Rußtand gab der B-lschcwist K r a s s» u folgenden Friedeasoorschlag an Eft- laud bekannt: 1. Alle Truppen werden über die Grenze zurückgezogen. 2. Amnestie für politische Gefangene. 3. Eröffnung der Handels- und diplomatischen Beziehungen, - 4, Abtransport der ausländischen Truppen. 5. Sowset-Rußland erhält freies TranSportrrcht durch doS estnische Gebiet und das Recht, die estnischen Häfen zu besetzen. Die Richtigkeit des 5. Punktes ist fraglich. Lloyd George sagie aus einem GewertichaftSkongreß; England habe jede militärische und finanzielle Unterstützung des Anti-Sowjrt- Krieges eingestellt, aber aus den schon zehnmal gemachten Friedens- Vorschlag gehe es nicht ein. Der GewcrlschaftSkoiigrrß brauftragie sein ParlamentSkomitee, au» Frieden mit Sowjctrußland hinzuwirken. Eö wurde drhauplrt, daß noch immer Truppen nach Rußland ge- schickt werden— Baltilumschieduug überm Kanal. Rodert William führte in sehr hcfiiger Rede au?, daß viele Schlosser und Dreher lieber Munition für die Sowjetrepublik, als für Denikin machen wolllcn. Man habe ihm die Pässe nach Ruß- land verweigert. Er»erlange, daß Lenin und Trotzki in Eng- liind genau so willkommen sei» würden, wie die Generäle Smuts«ad Botho es vor Jahren gewesen seien. Dann teilte Man mit, britische Matrosen sägen im Gefängnis von Edinburg, Lente, die im Kriege tapfer gedient hätten, und di»»erhaltet wurden, weil sie sich darüber beschwerten, daß fie nach Rußland sollten. jRufe: Schande!) Eine Rede deS Oberste» Ward rief große» Widerspruch hervor, weit er den antidrmotratischen Sowjetismus gritzette. Ter Uaterftaatssetretär des Innern berichtete im Unterhaus von einer Propaganda, die das Parlament dnrch Räte ersetzen wolle, in einem Fall sei rnsfisch« Geldsendung nachgewiesen. wird. Wenn die Peffonalreform in diesem Sinne ausfällt— und sie muß so ausfallen—, dann hat die republi- kanische Regierung in kurzer Zeit den Beamten das gegeben was diese von der konservativ-kaiserlicfjen Regierung Jahrzehnte hindurch vergeblich gefordett haben. Das gesetzlich verbürgte Mitbestimmungsrecht der Beam» ten, die neue Besoldungsordnung und die Personalreform werden den Beamten zeigen, wo ihre wahren Freunde sind, und sie veranlasien, freudig tätig zu sein für die Deutsche Republik. A e u m a u n- Allenstein(SPL d. Preuß. Landcsv.), Reaktion in üer Cisenbahnverwaltung. In der Eisenbahnverwaliutig feiert die Reaktion die ioüstesien Orgien. Man braucht sich wahrlich über die Mih- slinimung der Beaniten und Arbeiter.nicht»vundern, wenn Man das Treiben dieser Ueberbleibsel von GotteS Gnaden, die noch ihr Unwesen treiben, auS der Nähe beobachtet. Zwei Fälle sollen daS beweisen. In Grünau(Mark) sitzt ein Oberbahnhofsvorsteher Stephan, in Spindlersfeld ein Bahnhofsvorsteher Vater, zwei„Staats beamte". die längst für den Strafrichtcr reif sind. Ter Eisenbahn- Verwaltung(Direktion Berlin) werden die Versehlungen dieser beiden Herren amtlich mitgeteilt. Nach lang- nüerigen Untersuchungen, die man von feiten der Zwischen- instanten in diesem Falle das BetriebSamt 5— durch Verschleppung, Verdunkelung der Tatsachen und dgl. zu sabotieren versucht, sieht sich die Direktion Berlin doch"endlich der- anlaßt, zu entscheideil. Aber lvic? Im Falle Grünau v e r- setzt man den Oberbahnhossvorsteher zur„Strafe" für das Verschieben von Staatseigentum für Privatzwecke und andere Verfehlungen nicht etwa auf eine entlegene Station, nein, weil er seinem Betriebsamtsvorstand, dem Gehcirnrat B o e t t ch e r, in menschenfreundlicher Weise das„Durchhalten" während des Kriege? ermöglicht hat. in eine gehobene Stellung aus der Eisenbahndirektion Berlin. DaS Mitglied deS BeamtenratS in Grüna», den EisenbahiiassistentenKlaus, der es gewagt hat, dagegen energisch vorgehen zu wollen, versetzt dafür der Personaldezernent Serselben Direktion, Regierungsrat Osthoff, gegen die Be- stimmnngen gleichsam als Strafe aus eine Berliner Dienst- stelle, weil dieser Beamte in Grünau rvohnt. TaS ist aber beileibe keine Schikane! Im zweiten Fall bezeichnet der EisenbahudirektionL- Präsident Wulff die ganze Sackze, obtvohl die Beschuldigungen, wie fortlaufender Diebstahl staatlicher Kohlen usw., durch die Uirterfuchuug einlvandfret festgestellt ivorden sind, als .politische Hetze sozialdemokratischer Unterbeamten gegen den deutsch- natioiialen Vorsteher" und droht den Beamten, welche die Sache ausgedeckt haben, mit Bestrafung! Ha, der Herr Prä- lidenl will es sogar auf eine politische Machtprobe ankommen lassen!! Auch dieser in den letzten Fall verwickelte Lorsteher ist nur versetzt worden. So sieht es heute mit dein gleichen Recht für alle aus! So tverden heute noch rechtlich denkende Beamte behandelt, die die Verwaltung von korrumpierten Elementen, von Schädlingen der Gesellschaft befreien wollen, damit der Beamtcustand wie früher als rechtlich und uu- bestechlich, als unbedingt verläßlicher Faktor im. Staatswesen wieder Geltung erhalten kann. Allem Anschein nach liegt der Eisenbahndirektion Berlin viel ivemger daran, daß ihre gesamte Lealptenschast endlich mal wieder ans einen moralisch einwandfreien Siandpunkl gelangt, als daran, zwei übel beleumundete„Vorgesetzte"„gegen ihre Untergebenen", die sie dauernd chikaniert haben, in Schutz zu nehmen. Paul Grunwaldt. Ein interej) anter Rücktritt. An der Spitze des„Militär-WochenblattS" kündet der bisherige Schriftleiter, G e n e ra l l'e n t n a n t z,T. mScriba, an, daß er die Schristleitunq mit dem Sl. Dezember niederlege. Als Grund seines Rücktritts gibt er an, daß sein „ m i t dem früheren Kriegs n» tut st erium ab» geschlossener Vertrag" zu diesem Termin abläuft. Die Feststellung, daß Herr v. Scriba auf Grund eines Ver- träges mit dem früheren Kriegsministcrium angestellt ivar, ist wichtig, weil der amtliche Eharaktcr des„Militär- Wochenblattes" oft bestritten worden ist.— Ueber seine Tätigkeit sagt Herr v. Scriba in seinem Abschiedswort: Mein Bestreben war es, der Kriegswisiens-baft und— be- sonders in letzter Zeil— den Interessen des OsfizierlorpS zu dienen und das monarchisihe Ärsühl hochzuhalten. Der krumme Lichtstrah! und öie Revolution in der phpsit. Von Dr. Viktor Engelhardt. AuS England kam die Kund«. Ein Lichtstrobl, der an der Sonne vorbeigeht, wird von der Schwerkraft der Sonne ein«ein wenig abgeleitet. Bei der Finsternis, die»in Mai dieleS Jadre« am Aequator eintrat, halte man diese unscheinbare Beobasnung gemacht, welche silr die Geschichte der Physik'o wichtig ist, wie die Revolution für die Geschichte de» Teuiichen Reiches. Sie bedeutet den Anbruch einer neuen physikalischen Welt. Einst-- vor 3lXl Jahren hatte man den Mönch Giordano Bruno verbraniit und den Professor Galilei in den Kerker ge. würfen. Warum? Weil der eine behaupiet hotte, die Welt habe kein« Grenzen— sie sei uneudlich groß, und überall gäbe e» Tonnen und Erden.— Und weil der andere die Lehre de» KopernikuS verteidigt halt«, nach d«r sich die Erde um die Sonne bewegt— und nicht umgekehrt— Sonne und Sterne um die Erde lausen, wie die alte Kirche es wollte.— Und heute? Heule lehrt die Physik, e? ist ganz gleichgültig, ob man sage, die Erde dreht sia, und die Sterne stünden still— oder ob man die Sterne in wahnsinniger Geschwindigkeit um die ruhende Erde herumjage. Und iveiter. Hcutst behauptet die Physik— die Wel« sei wohl ohne Grenz«»— aber sie sei nicht unendlich. Wenn man immer weiter, der Ras« na», in den Weltenraum wandert, so stößt man zwar nicht an eine alles umschließende kristallen« Kugel, wie die Alien meinten.— aber man kann auch nicht ewig wandern. Man kommt nämlich nach ungezählten Jahrmillionen an den Punk« zurück, von dem man ausgegangen ist. � Also Giordano Bruno und Galileo Galilei haben zu Un» recht peluieiil— Nun— da« wissen wir schon lange. Aber auch die Ansicht der Kirche war nicht unbedingt falsch. Da« wissen wir erst heute. Eist heute wissen wir nämlich, daß „Bewegung" nichts ist, was einem bestimmten Körper— fei er ein Eisenbahnzug oder ein Himmelskörper— zukoinmt. Erst heute wissen, wir, daß olle Bewegung nur in Beziehung auf andere— ander» bewegte Körper einen Sinn hat,— und daß«S darum gleichgültig ist. od man von zwei bewegten Körpern den ersten oder den zweiten als ruhend ansieht. Summt denn da»? Ein altbekanntes Beispiel sagt zunächst ja. Eirier, der im langsam fahrenden Zuge sitzt, kann oft nicht recht umerschetde», ob er selber nach vorn sähr>— oder ein anderer Zug, der die Ausficht aus dem«lbteilsfenster verdeckt, nach rück- wärt». Ja— aber wenn der Zug anfährt— dann fühlen wir feine Bewegung auch bei herabgelassenen F-nsterborhängen an der Ärasi. mir der das Beharrungsvermögen, die Trägheit unseres Körper» nach rückwärts preßt. Oder anders. Wenn wir im Karussell Der monarchistische Charakter des„Militär-Wochenblattes' ist von uns oft hervorgehoben worden, jetzt wird er von dem scheidenden Schriftleiter offen zugestanden. Die öeschweröe HeUerichs. Donnerstag nachmittag wurde i», Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung(Gesamtausschuß) die Abstimmung über den Fall Helffench vorgenommen. Gegen nur wenige Stimmen gelangte ein sozialdemokratischer Antrag in folgender Formulierung zur Annahme: Der GesamtouSschuß stellt ausdi ücklich fest, daß jedem'Mit- glied des Unterausschusses«in selbständiges Fragerecht zusteht. Diesem Recht entspricht die Pflicht jeder Äuskunfspcrson, Fragen der Mitglieder deö UntersuchungSauSschusie? zu beantworten. Gegen Entscheidungen der Untersuchungsausschüsse aus Festsetzung von Strafen wegen Zeugnisverweigerung ist eine Beschwerde an den Gesamtausschnß zulässig. Dagegen wurde ein anderer Absatz des sozialdemokratischen Antrages, wonach festgestellt werden sollte, daß die Weigerung Helfferichs, die Frage Dr. Cohn« zu beantworten, eine Zeugnis- Verweigerung sei, mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt! Mit den Sozialdemolraten stimmte hier nur der Demokrat Schücking, andere demokratische sowie auch Zentrumsabgeordnete machten gegen den Antrag vorwiegend formale juristische Bedenken geltend. Herr Helfferrch wurde sodann mit setner Beschwerde an den zuständigen UnierauSschuß verwiesen. Gegen nur wenige Stimmen wurde ferner festgestellt, daß eine zur Vernehmung geladene AuSkunfts- Person nicht daS Recht der Zeugnisverweigerung hat. Di« Snt- scheidnng über die Zulässigkeit der Befragung von Zeugen durch RegjerungSmitglieder soll einer späteren Sitzung vorbehalten werden. Also: Herr Helffench hat das Zeugnis in unzulässiger Weise verweigert, aber daS ist keine ZeugniSverweigerung I Die Nein« sager wollten nach der allgemeinen Feststellung nicht auch noch den Einzelfall entscheiden. Aber das war doch der Zweck der Sitzung und darauf hat auch der Beschwerdeführer ein Recht. Diese Herren Demokraten und Zentrumsmänner haben sich nicht mit Ruhm be- kleckert! Der GesamtouSschuß beschloß dann endgültig'bezüglich der Methode für die künftigen Vernehmungen bzw. Untersuchungen, daß unter allen Umständen in Zukunst Ausschreitungen einzelner Zeugen, wie sie in den öffentlichen Verhandlungen vorgekommen waren, vermieden werden müssen. Die Vernehmungen sollen auf die Be« antwortung bestimmter Fragen beschränkt werden. Bor den münd- lichen Vernehmungen soll die Veröffentlichung der bezüglichen Aktenstücke erfolgen, damit für die gesamte Oeffentlichkeit eine Grundlage für die Beurteilung der Fragen und der Antworten geschaffen sei. außerdem soll eventuell durch schriktliche Befragung vor der mündlichen Verhandlung jede überflüssige Vernehmung vermieden werden. Freitag Abend wird der zweite Unterausschuß über seinen weiteren Arbeitsplan berate». ES wurde Einspruch gegen die bisherige BeröffentlichungS- Methode der Protokolle erhoben. Erst vor wenigen Tagen seien entgegen den ursprünglichen Weisungen deS Untersuchungsausschusses die Protokolle der ersten Sitzungen im Buchhandel erschienen. Der Untersuchungsausschuß wird sich mit dieser Frage noch eingehend beschäftigen._ Allgemeiner Seutschee Sozialistentag. Die Zentrale der sozialistischen Arbeitsgemeinichasten hat ein« stimmig beschlossen, einen allgemeinen deutschen Sozialistentag ein« zuberufe». Er soll etwa 14 Tage nach dem süddeutschen Sozialistentag, der in der ersten Hälfte de» Januar stattfinden wird, tagen. Die Zentralstelle tür die Einigung der Sozialdemo« ffatie ist zur Teilnahme aufgefordert worden, ebenso sollen sämt- liche Parteileitungen und GewerksckaftSvorstände eingeladen werden. Zuschriften an den engeren Arbeitsausschuß der Vierzehner- komm'ssion(Zentrale soziallsuscher Arbeiitgemeinschaften, Berlin lV. Potsdamer Str. 1L4a.) sitzen, würden wir die Bewegung auch im Tunkein wahrnehmen, an der Kraft, an der Fliehkraft, die un» nach außen schleudert. Der Satz, daß Bewegung. nur in Beziehung auf andere Körper vorgestellt werden kann, scheint also nur für gleich- mäßige Bewegungen zu gelten. Bewegungen, welche ihre Geschwindigkeit ändern— oder Bewegungen, bei welchen die Körper auf krummen Bahnen herumtreiben— würden wir auch feststellen können, wenn e« gar keine anderen Körper gäbe. So sagte nmn wenigsten« früber— und heute sagt dte Physik— nein— auch solche Bewegungen können nur in bezug auf andere Körper gedacht werden,— sind also ebenso gut ol» Ruhe wie als Bewegung aufzufassen. Ja— aber woher kommen denn dann die Kräfte der Trägheit beim anfahrenden Eisenbahnzug— oder der Fliehkraft im Karusiell? Do sagt Einstetn, der Schöpfer der neuen Gedanken, diese Kräfte sind, wenn der anfahrende Eisenbahnzug oder daS Karussell al» stillstehend angesehen werden,— nicht» andere» als Schwerkräfte, welche die, in Bezug auf Eisenbahnzug und Karussell im bestimmten BewegungSzustand befindlichen Ge« stirne— allen voran die Erde— aus Eisenbahnzug und Karussell ausüben. Schwerkraft und Trägheit beziehuiigsweise Fliebkrosl find also dasselbe. Bemerken wir an unserem Körper irgend eine Rraitwirkung— so können wir entweder behaupten, unser Körner ruht und ist gewisien. von den Gestirnen ausgehenden An« ziehungSlräfien unterworfen,— oder aber' unser Körper befindet sich i» einem bestimmten veränderlichen Bewegung»- zustand— und die Kräfte sind durch die bekannten Erscheinungen de» Beharrungsvermögens erzeugt. Diese Aussage erscheint überaus kühn. Gewisie Versuche über die Abhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit von der Erdbewegung. welche mit unserer alten hergebrachten Vorstellung nicht zu deuten waren— veranlaßten aber Einstein zu Gedanken und Theorien, welche zu der eben auseinandergesetzten Anschauung führten. DaS Weilumstürzend« dieser Theorien liegt vor allem darin, daß sie »ine gänzlich« Umgestaltung unserer Begriffe von Raum und Zeit erfordern. Die Zeit ist nicht» für sich bestebrndeS Wirtliche«,— st« ist nur in Verbindung mit gewissen Naturereignissen vorstellbar. Und die Zeit ist abhängig von dem BewegungSzustand de» Be- obachterS, der die Zeit mißt. Zwei Ereignisse, die für mich gleich- zeitig eintreten— finden für«inen anderen Beobachter. der sich in bezug auf meinen Standpunkt irgendwie bewegt—, zu verschiedenen Zeiten statt. Und ebenso ist die Länge eine» Körper» verschieden, je nachdem ich die �änge messe, oder der Beobachter— der sich gegen mich bewegt. Kein Physiker würde den überkühnen Ansichten zustimmen, wenn Mesiung und Experiment sie nicht als notwendig erwiesen. Eine wichtig« Folgerung, die Einstein au» seiner Theorie ableitet«, war die Krümmung de» Lichtstrahl» in der Nähe ausgedehnter Mafien. Die Beobachtungen während der Sannensinsterni» im Mai haben die Krümmung ergeben.— Und io wurde jener Lichtstrahl zum wisienschastlichen Revolutionär— wie kein Lichtstrahl— und kein. De? Mknisterpräsiöent in Gstpreußen. Am DienStog sprach Ministerpräsident Hirsch in einer Ver« sammlung in Lotzen, die außerordentlich stark besucht war und völlig harmonisch verlief. ES sprachen nach ihm die Führer der verschiedenen Parteien. Als der Vertreter der Unabhängigen eben- falls das Wort ergreifen wollte, wurde er von der Versammlung daran gehindert, da er bei den Vorbesprechungen jede Mit- Wirkung abgelebt hatte. In Lvck setzte Gen. Hirsch die Vorteile auseinander, welche allen Klassen bei einem Verbleibe» im deutschen ReichSverband erwüchsen. Er rechlscrtiate die Maßnahmen der Regierung und eiukräftete alle Vorwürfe, die man gegen sie erhebt. Zum Schluß sprach er dio Hoffnung aus, daß die Bevölkerung auch in böien Tagen treu zum Deutschen Reich« stehe. Ein Vertreter der Arbeiterschaft vcrfichertc, daß alle beim Reiche bleiben wollten. Der Vertreter deS Bauernbundes, der im Kreise Lyck 22 000 Mitglieder zählt, schloß sich dieser Versicherung an. Die Schwerbeschäöißtenfürsorge. In der öffentlichen Sitzung d-s R e i ch Z r a t S, die am Donnerstag nachmittag unter Vorsitz deö Minister« Dr. David stattiand, wurde u. a. der Gesetzentwurs über die Beschätiigmig Schwerbeschädigter angenommen. Ter Entwurf trifft eine endgültige Regelung und geht von dem Grundsatz aus. daß eS neben der Renlenverloranng vor allein im Interesse der Volkswirt- schaft wie der Kriegsbeschädigten liegt, durch g e r e g e I t e rbcit für eine geeignete Beschäftigung der Kriegsbeschädigten zu sorgen. Jeder Arbeitgeber ist danach verpflichtet, einen Schwerbeichädtgten, der für einen frei gewordenen Arbeltöplatz geeignet ist, anderen Bewerbern vorzuziehen. Außerdem ist der Arbeitsminister ermächtigt, anzuordnen, daß private Arbeitgeber bestimmte Arten von Arbeitsplätzen, die für Schwerbeschädigte besonder? geeignet sind, frei zu halten hoben und jeder private Arbeitgeber ver- pjiichiet ist, einen zahlenmäßigen Bruchteil seiner Arbeitsplätze nur schwerbeschädigten zu besetz«».____ Krieg» tefchäSigtL und Reichssinaozen. Der Reichspräsident empfing Mittwoch eine Abordnung deS Einheitsverbandes der Kriegsbeschädigten und KriegShinter« bliebenen(Sitz Leipzig). Er nahm den Vortrag de» Verbands« Vorsitzenden über die mißlich« Lage der Kriegsbeschädigten und der Kriegshinterbliebenen entgegen. Der Reichspräsident äußerte sich bei dieser Gelegenheit über die finanziellen Vnhältnisie des Reiches, die er als außerordentlich schwierig bezeichnete und die sich durch den von der Entente aus« geübten Druck noch ungünstiger gestalteten olS bisher. Hierauf fei auch hauptsächlich die noch mangelhafte Versorgung der Kriegs« beschädigten und ihrer Hinterbliebenen zurückzuführen. Der Reichs- Präsident versprach schließlich, allen seinen Einfluß geltend zu machen, um baldigst eine Besierung herbeizuführen. Schon in den nächsten Tagen soll bei den zuständigen Stellen eine Beratung über die Beseitigung der bestehenden Notlage stattfinden. Sensativnsmelöungen. Ein« Berliner Lokalkorrespondenz hat in den letzten Wochm wiederholt Meldungen in die Welt gesetzt, die zum mindesten stark aufgebauscht waren, sich manchmal aber geradezu als absolut falsch charakterisierten. DaS trifft insbesondere aus einen Artikel zu, der aus dieser Korrespondenz in mehrere Berliner Morgenblätter über- gegangen ist und über bevorstehende kommunistische Pläne sehr viel Einzelheiten zu berichten weiß. Irgendwelche konkreten Unterlagen liegen aber diesem sensationell aufgemachten Artikel überhaupt nicht zugrunde, seine Angaben sind vielmehr durchweg unzutreffend. Es ist bedauerlich, daß in der Leitung jener Korrespondenz nicht mit mehr Kritik und Verantwortlichkeitsgefühl gearbeitet wird. Noch bedauerlicher, daß sich Blätter finden, die dm SensationSineldungeu kritiklos wiedergeben. Dombenatientate in Atollen. In Florenz»erübte eiil� Unbekannter ei» Bombenattentat gegen ein im Zentrum der Stadt gelegenes Cafe. Die Bombe per- leytr drei Personen schwer nnd einige leicht. Fast z» gleicher Zeit wurde i» Turin gegen die Redaktion der„Gazelta dcl Popolo" ein Bombeuattentat verübt, wobei drei Redakteure des Blatte»»erletzt wurden. Ten Tatern gelang rS auch hier, zu entkommen. Naturereignis vor ihm. Sein Eintreffen auf der phoiographilcken Platte bedeutet»n der Tat den Anbruch einer neuen, physikalische» Welt. Die Generalversammlung der Deutschen Schillrrstiftuog bat sich im wesentlichen auf den Boden der Reiormvorichlüge Hon« Kyser« gestellt. Die Oeffentlichkeit, die Kyser nach dem Grundsatz.Ed- runaen, keine Almosen" gefoidert hat, soll bei de» Unterstützungen h'nfort nach Oskar Walzels Vorschlag in der Weise gellen, daß bei jedem der zu Unterstützenden angefragt wird, ob er gegen die Ver- öffenllichuiig etwas ernzuwenden bar. Zur Reform der Statuten wird beschlossen, daß in erster Linie schaffenden jungen Dichtern mit noch ungesicherter Existenz Beistand geleistet werden ioll. Di« Höhe bei Bewilligung tür um die Siftung besonder« verdient« Per« ionen oder deren Hinterbliebene im Fall« von Not(sie dürfen fortan besonders berücksichtigt werden) ist von der Generaiversamm- lung festzusetzen. Der Generalsekretär ist von j-tzt ab stimm- berechltgi. Bet Beginn der Tagung legte Dr. Rothe, der frühere Staats- mtnister, Borsitzender de» BerwoltungSrat«, die Leitung de, Ver« Handlungen nieder, und zwar wegen Widerspruch«egen Kyser. Fiiy Lienbard trat an RolbeS Stell«. Die Ftage, ob Kyser den Verhandlungen al» alttver Teilnehmer betwohnen könne, wurde alsdann zugunsten KyserS entschieden; er wurde als Sachver- ständiger zugelassen, und so halte er die Möglichkeit, sein Reform- Programm seihst darzulegen. Für seine Arbeit erntete er den be« sonderen Dank de» Vorsitzenden. Di« Tagung bedeutet keine» Bruch mit den bisherigen Prin« zipien der Tätigkeit der Schilletstsstuiig. Wa« biSber gepflogen wurde, ist aber eingeickräntt worden, und Neue», da» den Kyser'chen Forderungen entspricht, wurde hinzugewonnen. Beide« bat zu ge- ickehen: Wohltätigleit ist zu üben und dichterisches Können ist zu ehren. Es ist ersreuli». den neugewählten Generalsekretär Heinrich LItcnfetn in einer persönlichen Auslassung den Wrtt betonen zu bören, den die Schillersttslutig für die Förderung junger Dtchtcr haben kann. Der Ruf na» Aufbringung größerer Geldmittel fehlte natürlich nicht auf der Tagung. Beschlossen wurde, alle Leistungen der Stiftung in Anbetracht der Entwertung des Geldes zu verdoppeln. Die Stiftung wird mit einer großen Kundgebung werbend an die Oeffentlichkeit herantrete». Di« elende Lage Deutschland» macht eS unmöglich, der Kuliuraufgabe. die hier zu leisten ist, so zu dienen, wie eS deren Bedeutung entsprechen würde. Der Friedensnobelpreis, der in den letzten Jahren zurückgehalten wurde, wird auch diesmal nicht zur Austeilung ge- langen. Den Umständen durchaus angemessen! Begriff nnd Trrnktnr der Geifteswiffenichafte» bespricht in der Kaot-Ueseknchqk Vros. Dr. ktuliu» Gutimann am IL. Dezember, abend» S Uhr, im Flugverbandbau», Schöneberger User 40. Theater. Im Theater der Frtedrichftadt gelangt a« Sonnabend erstmals.Die Rutschbahn' mit Hein» Vordon w der Hauptrolle zur Aus- fübrung.— I» der voltsbübn« wird heute infolge AMndmr.' j de« Spielplan» nicht Strindberg».Luther', sondern.Der Echwarzkünfttc� von Emii Gött zur Aussührumi gelangen. 'Dtusik. Im Wagner-Liizt-Abend deS Llüthnerorcheiier e« Sonntag bringt Michael Zadora das Slaoterkonzert Nr. 1 von Liszt zum Vortrag _ Heilage öes Vorwärts Das Reichsnotopfer beschlossen. Die Narionalversammlung beriet am Donnerstag zunächst über die Verlängerung des Freibaukprivilegiums. Reichsbanlprüsioent Havenstein empsiehit die Vorlage. Der selbständige, unabhängige Kredit der Reichsbant ist ein wertvoller Faktor. ES empfiehlt sib. die Reich-banl auw iür das kommende �ahrzehnr in ihrem bisherigen Aufbau iortbcstehen zu lassen. Nur die Beteiligung des Reiches an dem Bankgewrnn soll neu geregelt werden. Auf Antrag des Abg. Dr. Dernburgöei Grundstücken, die dauernd lans- oder forstwirtschaitlichen Zwecken dienen, sowie bei bebauten Grund- stücken, dre Bodeiizwecken oder gewerblichen Zwecken zu dienen be» stimm! sind, in dem Wertansatz der ErliagSwerl zugrunde zulegen. Als EilragSwert gilt bei landwirnckuifiliiben Grundstücken das Zwanzigfache des Reinertrags. Bei Wohnhäusern gilt als Ertrags- wert das Zwanzigiache des Miel- oder Pachrertrages, der in den letzten drer Jahien im Durchschnitt erzielt worden ist. In allen Fällen kann der Steuerpflichtige verlangen, dass statt deS Ertragswertes der gemeine Werl der Veranlagung zugrunde gelegt wird. Abg.. Dr. Quarck beantragt, den gemeinen Wert auch für land- und foislwirtscdafllicbe Grundstücke zugrunde zu legen. Die vorgesehenen Ausnahmen stehen in krassem Widerspruch zu der Opfer« Willigkeit, die die Landwirtschaft iinmer im Munde führt. Die Landwirtschaft hat es verstanden, die Schätzung der Grundstücke herunterzudrücken. Sie hat ihre Opfcrwilligkcit in negativem Sinne betätigt. Es wäre auch wunderlich, wenn es nicht so wäre. Das Ganze ist ein Privileg für ländliche Besitzer. Der Reinertrag ist eine viel zu ichwankende Grundlage für die Vermögenssteuer. Nur wenn der sozialdemolratische Antrag angenommen wird, ninss die Landwirtscbafl ihr Vermögen in gleicher Weise wie alle anderen deutschen Erwerbsstände zur Verfügung stellen: wird er nicht ange- nommen, so würde z. B. in Preußen der Grundbesitz statt mit 2l nur mit neun Milliarden zur Besteuerung gelangen. Das aber wäre eine ungeheuerliche Steuerhinterziehung. fLcbhasier Beifall b. b. Soz.) Die Abgg. Rießer(D. Vp.), Farwick lZtr.), Dr. Becker-Hessen (®. Bp.1, Dr. Heim(bahr. Vp.>. Blunck(Dem.) und Schiele(Dnatl.) sprechen fich�gegen den sozialdemokratischen Antrag aus. Abg: Dr. Quarck(Soz.):, Man darf nicht vergessen, daß es sich hier um eine Vermögens« und keine Rentenbestcueriing handelt. Durch das Gefey muß man die Bodenspekulanten treffen. Der sozialdemokratische Antrag wird daraus abgelehnt und§ 18 angenommen. Nach � 29 ist die Vermögensabgabe durch eine jährliche Til» gungSrente in Höbe von 6' z Proz. zu zahlen. Die Sozialdemo- kraten beantragen Wiederherstellung der Regierungsvorlage, wonach die Abgaben als dreißigjährige Tilgungsrente zu zahlen ist,§ 29 bleibt jedoch unverändert. Sodann wird der Rest des Gesetzes mit geringillgigen Aende- rungcn nach den Be'chlüssen des Ausschusses verabschiedet. Freilag 1 Uhr: Anfragen. Teuerungszulagen für die Gebühren der Rechtsanwälte, Gesetz Aher Elienbahnaufficht, vorläufige Regelung der Luflf-ihrh Milderung des Disziplinarverfahrens. Schluß S Uhr.__ Preußens höheres Schulwesen. 'Die pveußischc Landesversammlung beriet am Donnerstag: Provinzialschulkollegien, Prüfungsämter und höhere Lehranstalten.- Ministerialdirektor Jahnke: Bei der Einrichtung der EinheitZ- schule darf die verschiedenartige Begabung-der Kinder nicht über- sehen werden. Ihre Emführnng wäre unverantwortlich, wenn nicht alle Schwierigkeiten, besonders auch hinsichtlich des Lehrplanes, ge- nau erwogen werden. Das Berechtigungswesen, das mit dem Gymnasium verbunden ist, zu beseitigen, wäre ein unvergängliches Verdienst. D«r.. Berechtigungsunsug der Behörde« wird durch die Gsschäftskieise nachgeahmt. Das ist nicht der Zweck der Uebnng. ES kochmt nicht auf die Berechtigung einer Schule an, sondern auf ihre praktische Brauchbarkeit. Sie soll den Schülern einen klaren Blick mitgeben, damit sie in. jeder Lage das Wirkliche erkennen und ihren Willen zur Selbständigkeit stärken. Die Schulgemeinden, die die Schüler zur Achtung vor der Meinung anderer erziehen wollen, sollten von den Oberlehrern nicht abgelehnt werden. Diesen steht Montrofe. 43] Detektivroman von Sven El»est ad. Krag klopfte ihm ermunternd die Schultern. „Recht so", sagte er.„Sie können Ihre Sache am Schnürchen." ,31— b— c— r," murmelte Pol und senkte nachdenklich den Kopf,„es wäre ja auch möglich, daß Dora sich in mich ver- liebt, das wäre nicht— bravo." Plötzlich erhob er sich. „Jedenfalls werde ich mich kopfüber in die Affäre stürzen. Sagen Sie mir nur auf alle Fälle das eine: Sind Sie in der Nähe?" „Möglicherweise", antwartete Krag. „Hiermit enipfehle ich mich." Da aber geschah es. daß Keller ins Zimmer gestürzt kam und die unerwartete Mitteilung machte, daß der Gefangene Arnold Singer den Wunsch geäußert habe, ihm ein Bekennt- nis abzulegen. XXX. Vor der Entscheidung. Keller sah triumphierend aus, als er diese Mitteilung machte und hinter ihm stand ein Gefängniswärter mit einem raffelnden Schlüsselbund. Der Gefängniswärter nickte. „Ja, das hat seine Richtigkeit." sagte er.„Ich sollte von dem Gefangenen Nummer 42 grüßen und er möchte gern ein Bekenntnis ablegen. Während der letzten Tage ist er still und verschlossen gewesen, offenbar bereut er und will sein Ge- wissen entlasten." „Warum gehen Sie nicht zu dem Untersuchungsrichter damit?" fragte Krag. �7 „Weil er sein Bekenntnis nicht vor der Schranke, sondern in der Zelle ablegen will, sagt er." „Und vor dem Prediger?" „Er will mit keinem Priester sprechen." „Warum aber gerade Keller?" fragte. Krag weiter. Diese Mitteilung war ihm offenbar höchst überraschend gekommen. „Natürlich, weil er Vertrauen zu mir gesaßt hat," warf Acller ein., nicht olM einen, gewissen Stolz. der Minister freundlich gegenüber; er kennt die Bedeutung der! höheren Schulen an, hält aber die Direktoren nicht für die ge-! borenen Leiter der Elternbeiräte. Tie Provinzialschulkammern. in denen die Oberlehrer eine Verireiung erhalten sollen, wird nicht! nur Standessrageu, sondern auch Schulfvagen erörtern. Di« Aus- sichren im Oberlehrerberuf sind schlecht, da der Zustrom der«tu- dierenden außergewöhnlich stark ist und auch in den nächsten Jahren nicht nachlassen wird. Unser Ziel ist eme Schule, die bei den Eltern Vertrauen genießt und unsere Jugend einer bessenm Zukunft entgege n führt.(Lebh. Beifall.) Abg.Schümcr(Dem.): Auf Grund diese- Programmes bringen wir dem neuen Leiter des höheren Schulwesens volles Vertrauen entgegen. Die Uebertreibung des nationalen Gedankens in der höheren Schule in das Ztationalistische verurteilen wir. Sozialer; Geist soll in ihnen herrschen. Deshalb fordern wir die Einheitsschule. Leider zwingt uns die traurige Finanzlage zu manchem Verzicht. Den Versuchen mit dem deutsche»(statt des lateinischen. Red.) Gym- || Juristische Sprechstunde II || Montag u. Freitag 3 bis 5 Uhr, dienstag, 1 1 || Mittwoch und Donnerstag 4 bis 7 Uhr|| Sonnabend 3 bis 5 Uhr J/ >�!!!lIlIIIIIIIIII!II>lI!IWlM>IiI!II!I!IW!I!l!lIlII>IWIl I!ll>!IlII>li!I!Il>!lI!I!I!II!Il>I!!lIlll!IIlI!>IWMii>l>iIIl>!l?/' '"uiiiniiiniiiiiimiiiuiiiitiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu11 nasium stimmen wir zu. Gegen eine teilweise GcmcinschaftS- erzichung haben wir nicht- einzuwenden. Die scharfe Scheidung zwischen akademisch und seminaristisch gebildeten Lehrern verur- teilen wir. Die Grundlage de- höheren Schulunterricht» sollte eine gesunde Moral im Sinne Kants sein. Die wirtschaftliche Not der Oberlehrer ist rrschrrckend. Die Hilfslehrer dürfen nicht schlechter besoldet werden als die, angestellten, denn sie leisten dieselbe Ar- beit und haben meist dasselbe Dienstalter. Die Führer im demo- krätischen Staatswesen müssen eine gediegene Bildung besitzen; es ist Aufgabe der neuen höheren Schule, sie ihnen zu verschaffen. Abg. Grebe(Z.); Die gesunde Gestaltung unseres Bildungs- Wesens ist in so hohem Grade abhängig von der finanziellen Lage, daß wir uns angesichts des Druckes der Entente keine zu großen Hoffnungen machen dürfen. Bedauerlicherweise sind die Leistungen der höheren Schule zurückgegangen. Wir sind Freunde deö Ghm- nasiumS und wünschen, daß es in seiner Eigenart erhalten bleibt. Die Politik muß au- der Schule fernbleiben, doch sollte der Mi- nister gegenüber den Oberlehrern nicht den Parteimann heraus- kehren. Abg. Frau Dr. Wegscheider(Soz.): Wir wünschen eine gemeinsame Grundlage für die höheren Schulen, aber nicht die Zusammenfassung von humanistischer und realer Bildung. Der Geist der neuen Schule muß der der Sach- lichkcit, aber auch der der lebendigen Aneignung durch eigene Ar- beit des Schülers sein. Ter Geschichtsunterricht sei vom Geiste der Toleranz durchdrungen. Innerhalb der Schulleitung darf- der Direktor nur ausführendes.Cwgan des Willens des Lehrerkollegiums sein,. Da? Selbiwerwaltungsrecht dex Schulgemeinde darf sich nicht nur auf Kleuiigkeiten erstrecken, sonst würde es an seiner eigenen Unerheblichkeit zugrunde. gehen. Bedauerlicherweise haben sozia- listische Oberlehrer gegenwärtig geradezu ein Martyrium auSzu- halten. Kollegen, Direktoren und Eltern machen ihnen das Leben sauer. Weil der Religionsunterricht Sache des Gefühls und nicht des Wissens ist, darf er nicht auf die Dauer Prüfungsfach bleiben. Für Privotschulen dürfen neue Konzessionen nur auf der Grund- läge der Reickisvcrsassung erteilt werden. Denn unsere Kinder find nicht zur Erhaltung der Privatichulen da, sondern die Schulen sind dazu da, ihnen eine gediegene Bildung zu vermitteln.(Lebh. Zu- stimmung.) Die Grundschule braucht, sich nicht nur über vier Schul- jähre zu erstrecken; die Gemeinden müssen vielmehr die iRöglichkeit haben, sie auf sechs Jahre auszudehnen: Die Vereidigung der Lehrer muß alS Schulseierlichkeii vorgenommen werden und zwar in einer Form, die in den Kindern die Bedeutung des staatsbürgerlichen Ge- dankens weckt. Denn die Schule muß alles tun, um die Kinder in eindringlicher Weise auf ihr Staatsbürgertum vorzubereiten. (Lebh. Beifall.) � Abg. Dr. Hoffmanil-Kattowitz(D. Vp.): Wir treten für die Grundschule ein. Abg. Dr. Wehl(U. Soz,): Am Ausgang de- Krieges haben die Oberlehrer einen großen Teil mit Schuld. Gerade sie forderten in ihrer nationalistischen Verblendung zur Bildung der Freiwilligen- Der Gefängniswärter fügte hinzu: „Der Gefangene hat ausdrücklich gewünscht, sich Herrn Keller anzuvertrauen." „Kannte er ihn vielleicht?" „Min. er sagte nur, daß er mit dem Detektiv in dem gelben Khakianzug sprechen möchte." Krag betrachtete Keller, der einen gelbbraunen Khaki- anzug trug, der bei Hitze so praktisch ist. Er selbst. Krag. trug einen gewöhnlichen schwarzen Jackettanzug. Ein.Miß- Verständnis war ausgeschlossen. Singer hatte Keller gemeint. Keller lachte herausfordernd. „Sie sind wohl paff, nicht wahr, lieber Freund," sagte er. „Keineswegs," antwortete Krag,„ich bin nick erstaunt. wenn etwas Ungewöhnliches passiert. Ich bin immer auf Ueberraschungen vorbereitet." „Ich sehe bereits die Zeitungen morgen früh vor mir." fuhr Keller in demselben neckenden Tone fort.„Der Gefangene hat gestern dem tüchtigen Detektiv Sirius D. Keller ein vollständiges Geständnis abgelegt--- klingt daS nicht gut? Dergleichen hat immer einen günstigen Einfluß auf die Beförderung. Aber ernsthaft gesprochen. Krag. daS ist nur Scherz von mir. Ich weiß ja. welchen wesentlichen Anteil Sie an der Arbeit in dieser Sache haben. Sie sollen mich auch ins Gefängnis begleiten... Aber zum Teufel, warum starren Sie mich denn so an?" Asbjörn Krag betrachtete seinen Kollegen von oben bis unten, eifrig forschend, als ob er plötzlich etwas Eigentüm- liches an ibm entdeckt habe. „Es fällt mir zum erstenmal auf," sagte er,„wie verschieden wir beide im Grunde sind. Ich bin groß, mager nnd sehnig, wie ein Bergbcsteiger. Sie sind mittel- groß und muskulös, wie ein moderner Sportsmonn. Der Khakianzug steht Ihnen übrigens gut. Sie sollten stets in Khaki gehen. Wenigstens, in dieser Jahreszeit. Die Sonne sticht, bereits wie mitten im Sommer." „Zum'Donnerwetter, was soll daS bedeuten?" rief Keller ärgerlich und runzelte die Stirn.„Machen Tie sich über- mich lustig?" Freitag, 12. vezember 1419 Negimenter auf, di: dann nach Apern geschickt wurden.(Lebh. Pfuirufe rechts, nroße Unruhe.) Ein Sieg, wie ihn die Rechte wollte, wäre für Deutschland ein großes Unglück geworden. Wir verlangen vom Kuliusminister, daß er dem giftmischerischen, deutsch- nationalen Jugendbund entgegentritt.(Großer Lärm rechts.) In Essen müssen die beiden Oberlehrer ihre Stellung wieder erhalten, und die Direktoren fliegen. Wa» hier vorgeschlagen wird, ist eins bürgerliche Einheitsschule; wir verlangen aber eine sozialistisch? Einheitsschule.(Damit auch die angeblich»bürgerliche" ja nicht zustandekommt! Red.) Abg. Baumeister(Soz.): Früher besaß nur die obere Schicht der Bevölkerung die höhere Schule Jetzt aber muß jedermann der Weg zur höchsten Bildung offengehalten iverden. Wir fordern das deutsche Gymnasium. Die Konfession muß als fremde» Moment aus dem öffentlichen Leben überhaupt ausgeschaltet werden. Das von Pestalozzi aufgestellte Problem der Nächstenliebe hoffen>vir durch den Sozialismus zu lösen. Neben der wissenschafllichen Aus- bildung mutz etwa in der Zeit der Geschlechtsveiie ein Arbeitsjahr für die Schüler eingeführt werden.(Beifall bei den Soz.) Freitag 12 Uhr: Kleine Anfragen, Weiterberatung. Schluß nach 7 Uhr._ Staötverorönetenversammlung. Vorsteher Jeimann widmet dem am 5. d. M. verstorbenen Stadtv. Barenthin(U. Soz.) einen ehrenden Nachruf. Die weitere Erhöhung des W a s s e r p r e i s e s, die fest der vor etwa einem halben Jahre erfolgten Normierung aus 23 Pf. pro Kubikmeter neuerdings nötig geworden ist, hat die Zustiin- mung des Ausschusses gefunden; der Wasserpreis soll auf 34 Pf., die Grundgebühr von 4 auf 19 M. erhöht werden.(Die Deputation hatte 32 bzw. 29 M. vorgeschlagen.) Die U. Sozi wollen auch den Wasscrpreis nur auf 32 Pf. erhöht wissen, da damit ein genügen- der Ausgleich des entstanden» Defizits erreicht werde. Der von Frau Wulff begründete Antrag findet die Mehrheit.— Die Vor- läge wegen Ankaufs der Karpfenbälteranlage der A.-G. Wilhelm Kaumann Nächst, wofür 139 999 M. gezahlt we�en sollen, wird nach längerer Erörterung an den Ausschuß zurückverwiesen. Die Verträge mit der Eisenbahnverwaltung au? Anlaß des Ba u e s des W e st h a f e n S gehen an einen besonde- reu Ausschuß. Zum 1. April 1929 soll das städtische B erufSamt ein- gerichtet werden, wie es nach ministerieller Verordnung vom 18. März 1919 für Berlin ins Leben zu rufen ist. Dem Amte liegt die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung für Arbeiter, Lehr- linge und Jugendliche ab. Der Magistrat beabsichtigt, die bezüg» lichen Einrichtungen des Verbandes Märkischer Arbeitsnachweise zu übernehmen und zu einem„Bcrufsamt" auszubauen. Ein Ortsstatut zum Zweck der Errichtung einer Deputation für da« Berufsamt und eine„Satzung" für das Berufsamt sind im Eni- Wurf vorgelegt; darin ist auch ein Beirat vorgesehen. In der Beratung wird entgegen einem Antrage der Rechten baldigste Erledigung der Vorlage ohne Ausschußberatung von Frau Wurm(U. Soz.) sehr lebhaft befürwortet, ha die Berufsberatung ein brennendes Problem geworden sei. Br ü ck n e r.(Soz.): Auch wir nehmen die Vorlage ohne weiteres an und lassen uns quf eine „nationale" Debatte, wie die Herren von der Rechten auch hier � wieder entfesseln zu wollen scheinen, nicht ein. Bedauern müssen wir, daß widrige Umstände verhindern, die Institution schon zu Neujahr in Wirksamkeit treten zu lassen. Stadtv. Merten (Dem.) verlangt Permehrung der Stadtverordneten in der Dopu» tation von 8 auf 9 und beanstandet, daß in den viel zu großen Beirat auch Vertreter politischer Vereine und nock dazu ganz eist- seiiig hineingenommen werden sollen. Mit den Stadtvv. Troll (Bg. Bgg.) und Cammerich(Z.) tritt Merten für Ausschuß- beratung ein. Die Ausschußberätung wird abgelehnt. In zweiter Beratung gelangt die Vorlage mit dem Antrag Merten zur Annahme, wonach die Deputation um 1 Stadwerordneten und 3 Bürgerdeputierte verstärkt werden soll. Die Bewilligung eines PatronatsbeitrageS von 43,76 Mark zu den Kosten der Erhaltung der Markuskirche beau- tragt Adolf Hoffmann(U. Soz.) aus den bekannten prinzi« piellen Grüiiden abzulehnen. Stadtschulrat R e i m a n n beruft sich auf zwingende rechtliche Verpflichtungen. Pfarrer Koch(Bg. Vgg.): Die Markuskirche ist städtischen PatronatS, die Stadt also zur Leistung verpflichtet. Adolf Hoffmann: Ueber diese „rechtlfthen Verpflichtungsn" wollen wir ja gerade Auskunft haben. Die Kirchen sollen patronatsfrei werden. Der Beitrag wird gegen die Stimmen der Unabhängigen bewilligt. Für Kriegsbeschädigtenfürsorge stellt die Ver- sammlung eine weitere Million Mark zur Verfügung. Zur Anschaffung eines Röntge na pparais für Tiefen- therapie für das Krankenhaus am Urban werden 37 936 M. nach- träglich bewilligt. „Keineswegs," antwortete Krag und reichte ihm die Hand.„Ich Pflege nur so ins Blaue hinein zu schwatzen, wenn ich an etwas ganz anderes denke." „Wollen Sie mich ins Gefängnis begleiten?" „Ja. ich werde Sie begleiten, um festzustellen, daß ich hinausgeworfen werdet „Von wem?" „Von dem Gefangenen." «Wie beliebt? Wie sollte ein Arrestant es wagen, Sie hinauszuwerfen?" „Wenn der Gefangene sagt, daß er den Mund nicht auftun wird, solange ich in der Nähe bin, dann nenne ich es mit einem milden Ausdruck, daß ich hinausgeworfen werde." „Wir werden sehen." „Aus dem Grunde gehe ich mit." Pol erhob sich. „Soweit ich verstehe," sagte er„ist meine Expedition setzt überflüssig geworden." „Im Gegenteil", sagte Krag,„sie ist jetzt erst recht not- wendig." „Gut, dann wird es Zeit, daß ich verschwinde." Er nahm seine Brieftasche heraus, zählte die höh« Scheine und brummte befriedigt: „Da ich ausgehe, um mich bcstehlen zu lassen," sagte er. „wünsch e ich um einen anständigen Betrag bestohlen zu werden. Ich bin ein Mann von Ehre." Krag trat ans Fenster, um Pol im Auto abfahren zu sehen. Schlank und elegant lehnte er sich graziös in die Ecke des Autos zurück. Bevor die beiden Detektive sich ins Gefängnis begaben- fragte Krag: „Haben Sie den Rapport über das Gefängnisgesicht ge- lesen?" „Ueber Georges, ja. Und ich muß gestchen, daß ich selten so überrascht worden bin. Das bringt uns der Losung ja nicht den kleinsten Schritt näher. Die Affäre Georges ist eine Sache für sich, eine Rachetat, die ganz und gar nichts mit der Affäre Montrofe zu tun hat." ...____________ Sortj. folaU Der Festsaal bstadtv. Cassel(Dem.) teilt noch mit. baß der Ausschuß für die Besoldungsreform bereits angestrengt gearbeitet und fünf Sitzungen von je mehr als vierstündiger Dauer abgehalten habe; er hoffe, bis Mitte nächster Woche fertig zu werden. Die nächste Sitzung der Versammlung wird nicht nächsten Donnerstag, sondern erst Dienstag, den L3. Dezember, stattfinden; auf ihrer Tagesordnung wird auch die Besoldungsreform stehen. Schluß Uhr._ GroßSerün Schokolaöensthlvinöel. Di« englischen und amerikanischen, wie alle AuSlandsschoko- laden, die jetzt den Markt überschwemmen, werden immer uner- schwinglicher im Preise. Ihr Wert steht in keinem Verhältnis zu den ungeheuren Zwischengewinnen der Schieber. Vor einiger Zeit wurde die Frage erhoben, warum überhaupt so viel fertige Schokolade zum großen Schaden unserer Valuta eingeführt wird. Wo bleiben die deutschen Fabriken, die in der Lage wären. selbst bei den teueren Kakaopreisen, wesentlich billigere Schokolade herzustellen. In Wirklichkeit wird auch bereits sehr viel Schokolade von den Fabriken hergestellt. Der Schreiber dieser Zeilen hotte das seltene Glück, sich in den Besitz einer deutschen Tafel Schokolade zu setzen. Diese trug auf der Verpackung vorschriftsmäßig das Gewicht und war zum mindesten u« die, Hälfte billiger als die Auslands- schokoladr; sie kostete 4,5V M Auf der Suche nach weiteren Tafeln fand ich denn auch solche in Massen in einem Schokoladengeschäft, die gleiche Schokolade» nur von ihrer Verpackung befreit und in weißes Papier eingewickelt. Der Preis betrug 10 Mark. Gegen diesen unverschämten Wucher muß eingeschritten werden; Mittel�ind Wege werden sich finden lasten. Wie man eS fönst versteht, direkt in die Schokolade die Firma einzuprägen, so könnte man auf die Tafel selbst den Preis oder sonst ein Zeichen, das den Käufer über die Herkunft belehrt, anbringen. Noch bester wäre es, wenn die Gemeinden den Vertrieb billiger Schokolade über» wachen und die llebernahme in deutschen Fabriken hergestellter Ware durch den Schleichhandel durch schärfste Maßnahmen ver- hindern würden. ES handelt sich nicht um daS Leckerbedürfnis einer Bourgeoisie, die schließlich jeden Preis bezahlen kann, sondern um ein dringendes Nahrungsbedürfnis unserer Kinder! Es muß endlich mit der Hungerblockade durch das gewissenlose Schiebergesindel, deren Opfer der junge Nachwuchs der breiten Mafien ist, ein rücksichtsloses Endo gemacht werde». Hier ist eine gute Gelegenheit, damit anzufangen. Immer wieder reaktionäre Beamte! Der Bezilksverband Groß-Beilin hatte zu Sonntag, den 7. d. M, 14 große Versammlungen mit dem Thema:.Beamtenschaft und Reaktion"' einberufen. Eine dieser Versammlungen sollte in Spandau abgehalten werden. Da die Bestimmungen des Be> kagerungszustandes noch zu beachten waren, eriolgte Polizei- irche Anmeldung. Am Mittwoch, den 8. Dezember, erhielt darauf der Vorsitzende des Spandauer Wahlvereins eine Borladung vom 2. Svanvaucr Polizeirevier in Sachen:.Verfammlungs anineldung", und wurde dann von einem Kommisiar verhört, der sich auf einen Befehl der Kemmandanlur berief. Es wurde von ihm gefordert, über den Inhalt de« Vortrags Angaben zu machen, u. a. auch gefragt, ob derselbe auch schon einmal irgendwo gehalten lei. Unser Parteigenoste lehnte selbstverständlich die Beanlwortung Vieler Fragen unter Hinweis auf da» Recht der Redefreiheit ab. Mau sollte es aber nicht für möglich halten, daß die maßgebenden Stellen der Kommandantur nock immer nicht die grundlegenden Bestimmungen der Verfastung begriffen haben. Es dürfte der Ueberlegung wert sein, ob man nicht derartige Beamten durch sähigere e> setzen sollte. Wie im übrigen die Reaktionäre keine Mittel unversucht lassen, zeigt auch die nachstehende Postkarte, die an die Mitglieder des Verein« ehemaliger Gardefüsiliere. Charlot ten» bürg, von einem Herrn N e u m a n n, Guerickestr. 83, verschickt wird: .Von höherer Stelle wird gewünscht, daß die Vereine an Stelle der abgegebenenGewehre ein solche» möglichst für jeden Kameraden empfangen. Zu diesem Zweck sind Waffen- scheine mit eigener Phoiographte erforderlich. Die Kameraden werden deshalb gebeten, eine Photographie auf einer zum Aus» stellen deS Scheines geeigneten Karte bis fpälestenS den 1ö. De- zember diese« JahreS bei dem Unterzeichneten einreichen wollen.' zu Zur Frage des Mittellandkanals. In der Veriammlung. die gestern im Berliner Rathauie von den Gcineiiidebchörden Groß-Berlins, den Städteverwallungen von Magdeburg und Brandenburg und den kaufmännischen Körperschaften Groß-BerlmS zur Frage de« Mittellandkanals veranstaltet wurde, wurde folgende Enrichließung gefaßt: Die am 10. Dezember 1V19 im Berliner RathauS tagende Ver- sammlung der Gemeindebehörden und kaufmännischen Körperschaften Berlins und aller NaäibarftäMe sowie der Städte Brandenburg und Magdeburg spricht ihr Bedauern darüber aus, daß der preußischen Landesversammlung eine Vorlage für die Verlängerung de« Miltellandkanals noch immer nickt zugegangen ist. Sir hält es für dringend geboten, ihrer sachverständigen Ueber- zeugung Ausdruck zu geben, daß die Südlinie den Gesamtinteresten des Landes nickt emipricbt. da sie dem gewaltigen Warenaustausch zwischen dem Osten und Westen, der sich nach Vollendung des Mittel- landkanals auf dieser Wasserstraße entwickeln wird, zu weite, Zeit und Kosten verschwendende Umwege und zu große Höhenüberwin« dung auferlegt. Demgegenüber kann nach der festen Ueberzeugung der Versammlung den, Gesamlverkehr und den Geiamtinteresten des Landes im allgemeinen wie im Durchgangsverkehr nach und von Groß-Berlin im besonderen einzig und allein eine nördliche Kanal« linie mit möglichst kurzer und gradliniger Linienführung dienlich fei», die wenige Schleusen und eine lange niedrige Scheitelhaltung ausweist. Die Versammlung erklärt sich daher mit allem Rachdruck gegen eine Wahl der überwiegend nur lokalen Interessen dienenden Süd- linie, welcher sie als den LebenSnotwendigkeiten der von ihr ver- lrelenen Kreise zuwiderlausend ihre Unterstützung versagen muß, und richtet an die StaaiSregierung die dringende Bitte, nur eine der nördlichen Kanallinie» zur Ausführung zu bringen, für�ie sie die von Herrn Profestor FranziuS bearbeitete Mittellinie empfiehlt._ Eine halbe Million für WeihnachtSbescherung Bedürftiger in Neukölln. Der Neuköllner Magistrat beantragt, Mittel au» Kriegskrediten in ungefährer Höhe von btBtXX) M. bereitzustellen, um zum Weih- iiachrefest folgenden Personen eine Sondernnlerstützung zu gewähren: Kindern. Rentenempfängern. Witwen und Waisen sowie sonstigen Bedürftigen, die weniger als 2000 M. Einkommen haben, welchem Betrage für jede« Kind unier 15 Jahren 250 M. hinzuzurechnen sind und schließlich Kriegsbeschädigten, die 50 Proz. und mehr er- werbsunfähig sind. Als Unterstützung ist vorgesehen für allein- stehende Kinder 25 M. und bei Famitien für das Familienober- Haupt 20 M., für die Ehefrau und jedes Kind unter 15 Jahren 10 M.___ Ter Raubmord an dem Drofchkenbesiher Schulz. Daß der vermißte Droschkenbesitzer Arnold Schulz aus der Rostocker Straße 52 einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, steht jetzt fest. Die Leiche des 36 Jahre alten Mannes wurde gestern in der Gutsforst Knoblauch bei Ketzin aufgefunden. Vom Berliner Polizeipräsidium ist zur Aufklärung des Verbrechens de-r Leiter des Raubdezernats mit mehreren Beamten hinausgefahren. Die bisherigen Ermittlungen ergaben folgende«: Als Schulz auch am Mittwoch früh noch nicht zurückgekehrt war, machte sich fein Bruder mit vier anderen Männern auf den Weg, um ihn zu suchen. In einer Wirtschaft an der Heerftvaß«. kurz vor Döberitz, erfuhren die Männer von dem Wirt, daß sich nicht weit von seinem Hause entfernt, gegenüber dem katholischen Kirchhof, au der Wege, kreuzung Dallgow— Staaken, ein« große Blutlache befinde. Ein Schlächter aus Spandau, der bald baxauf einkehrte, bestätigte das. Er hatte außerdem noch die Droschke gesehen, während sie an einer Feldscheune in der Nähe der Wegekreuzung Piort— Karzig ohne Pferd und Kutscher stand. Di« fünf Männer gingen dorthin, die Droschke war aber unterdessen von dem Ortsvorsteher von Piort bereits abgeholt worden. Ein Gehilfe der Post von Piort teilte mit, daß er einen Mann gesehen hatte, der mit einem Pferde quer- selbem nach Döberitz zugegangen sei. Der Mann, der etwaö lahmte, habe aus ihn den Eindruck eines„dummen, alten Bauern' gemacht. Weiter wurde festgestellt, daß ein älterer Mann in Piort den Zaum eines Pferdes gegen einen Halfter ausgetauscht hatte. In Spandau entdeckte die Kriminalpolizei bei einem Roßschlächter ein Pferd, daß der Beschreibung nach wohl das des ermordeten �Schulz sein kann. Frau Schulz hat sich gesteru nachmittag nach Spandau be- geben, um es sich anzusehen. Der Mörder hat eö fertiggebracht, sechs Stunde« neben seinem Opfer auf dem Fuhrwerk zu sitzen, käs er zur Ausführung seines Planes schritt. Der Dro;chienbesitzer ist erst gegen 6 Uhr früh ums Leben gebracht werden. Zeugen wollen gehört haben, daß um diese Zeit zwei Schüsse gefallen sind. Sch. ist auf der Stelle zu- sammengebrochen und, da die Schlagader getroffen und keine HÄfe zur Stelle war, verblutet. Der Mörder hat ihn nicht beraubt. Eine Stunde später wurde er auf der Chaussee Etin— Ferbitz gesehen'. Als ein Gutsinspekior sich mit ihm in ein Gespräch einließ, sagte er, daß er nicht mehr weiter könne mit dem Pferde. Er müsse deshalb ausspannen, um nach Lwppenwrede zu gehen und zwei an- dere Pferde abzuholen. Einen Postbolen und«inen Landwirt fragte er, ob er für das Tier tvohl 1700 M. erhalten werde. Die Beiden schöpften Verdacht und beabsichtigten, den Mann festzunehmen, sahen aber davon ab, weil dieser ständig beide Hände in der Manieltascbe hatte und sie annahmen, daß er eine Waffe in der. Hand halte. Es ist nicht ausgeschlossen, daß fiir des Verbrechen zwei Männer in Frage kommen. Der Mann, der mit dem Pferde auf der Land- stratze gesehen worden ist, wird beschrieben als 40— 15 Jahre alt. mittelgroß und kräftig mit dunklem, gestutztem Schnurrbart, der auf dem linken Bein lahmte und dunklen Poletot, Schaftstiefel, lange Hosen und dunkle Bauernkappe mit Ohren- und Nasenschützer trug, während der Mann, der in Berlin an Schulz herangetreten ist. etwa 50—60 Jahre alt war. einen Spitzbart trug und ebenfalls bäuerisches Aussehen hatte. Das Pferd bei dem Roßschlächler in Spandau hat Frau Schulz nicht als das ihres Mannes wieder- erkannt._ Unser RcdaktionSkollegr Alfred Scholz scheidet mit dem heutigen Tage aus der Redaktion des.Vorwärts' aus, um fein neues Amt als Bürgermeister der Stadt Neukölln zu übernehmen. Während seiner Tätigkeit am.Vorwärts' hat Alfred Scholz im lokalen und kommunalen Teil gearbeitet und mit seinen roichen, kommunal- politischen Erfahrungen dem Blatt nach besten Kräften gedient. Wir wünschen dem au» unserer Mitte Scheidenden, daß eS ihm vergönnt sein möge, in seinsr neuen verantworiungSvollen Stellung eine lange und segensreiche Tätigkeit zu entwickeln zum Wohl« der Gesamtheit. 0000 Mark Belohnung sind für die WiederoinSringung folgen der Wertsachen ausgesetzt: Ein Brillantenkollier in Platinfaffung, eine Brosche in Gold, eine Silberdos« und eine Damenuhr aus oxydiertem Stahl. Die Wertsachen find am 2. Dezember auS einer Villa i« der Joseph-Joachimstraße im Grunewald gestohlen. Der Arbeitcr-Rotizkalender für 1920 ist im Verlag der Buch- Handlung.Vorwärts' erschienen. Ein Todesopfer der PostrSuber. Zu dem schweren Kamps iw der Guineastraße zlvischen Kriminalbeamten und den gefährlichen Einbrechern Gebrüder Emil und Erich Strauß wird uns mit- geteilt, daß der BezirkS-Oberwachtmeifter E r d m a n n seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Der Beamte war verheiratet und Vater einer Tochter. Die beiden anderen verletzten Beamten werden wahrscheinlich mit dem Leben-davonkommen. Die Verfol- gung der gefährlichen Verbrecher Hai noch zu keinem Erfolg geführt. Zu de« dreifachen Raubmord bei Gransee erfahren wir folgende Einzelbeiten: Das Verbrechen ist nach den letzte« Feststellungen am Mitrwochmittasi in der Zeit zwischen>sl2 und 12 Uhr, verübt worden. Der Besitzer Koller, der Inhaber der ungefähr eine halbe Stunde von Gransce auf dem Wege nach Lüdersdorf liegen- den städtischen Abdeckerei, ist noch um 11 Uhr vormittags gesehen worden. Als ein junger Bursche, der mit der Viehfütterung be- auftragt war, um 1?« Uhr nach dem GeHöst kam. fiel ei diesem schon auf. daß die Türe zu dem Wohnhause verschlossen war und von der Familie Koller sich niemand sehen ließ. Er gab dem Vieh zunächst Futter und ging dann zu dem Nachburhof. auf dem der Ziegelmeister wohm. Er teilte diesem die auffällige Erscheinung mit und erhielt von ihm den Auftrag, noch einmal nach der Ab- deckcrei zurückzugehen und gegen die Tür und die Fenster zu schlagen. Das tat der Bursche auch, aber es meldete sich niemand. Um 4 Uhr kehrte er wieder zu dem Jiegelmeister zurück, der jetzt den Bürgermeister Leue von Grans« benachrichtigte. Dieser begab sich mit anderen Männern sofort nach der Abdeckerei und ließ die Tür gewaltsam erbrechen. In der Wohnung fand er alle Be- Hältnisse erbrochen und durchwühlt. Auch ioaren Schleifspuren zu sehen, die nach dem Keller führten. In dem einen Kellerraum entdeckte er zunächst die Leithen des Mannes und der 20 Jahre alten Tochter; die deS ManneS lag quer über die der Tochter. Beide w-rren erschossen. In dem anderen Kellerraum lag Frau' Koller mit durchschnittener Kehle. Nach diesen Feststellungen benachrichtigte er die Berliner Kriminalpolizei, von der mehrere Beamte mit einem Polizeihund und einem photo- graphischen Apparat gestern nachmittag entsandt wurden, um dm Tatbestand aufzunehmen und bestimmten Spuren nachzugehen. Der Verband sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands und DrntschöftrrreichS iOriSgruppe Groß-Berlins ver- anstaltet heute abend 20 öffentliche Volksversammlungen in allen Teilen Groß- Berlins. Die Versammlungslokale finden sich in der gestrigen Morgen-Ausgabc deS.Vor- wärtö'. Thema:.Wie arbeitet der Sosiolist im Elternbeirat'? Eine Aufklärung über diese wichtige Frage tut dringend not, um diese Körperschaften nicht ganz zu Instrumenten der Reaktion werde» zu lassen. Von der Energie der proletarischen Elternsckaft hofft, nämlich eine Konservierung der alten Schule mit demo» lratischem Anstrich oder ein Organ zur Umgestaltung der Särnle im Geiste des Sozialismus. Es rst daher dieser Veranstaltung deS Verbandes sozialistischer Lehrer ein Massenbesuch unserer Ge- nossen und Genossinnen zu wünschen. Dem Referat geht ein Vor- spruch von Arno Nadel:„Eltern, bewacht die Lehrer' voraus. In Lichtenberg findet die Versammlung nicht, wie im Inserat angegeben, in der Cäcilienschule, sondern in der Mittel-Gemeinde- schule, Morktstr. 10/11, statt. Zur Neuordnnng der Sozialversicherung hat sich eine Ar» beitSgemeinschaft gebildet aus der Gesellschaft für Soziale Reform, dem Deutschen Komitee für international« Sozialversiche- rung und der Sozialversiche rungs-Gruppe des Deutschen Vereins für Verficherungs-Wissenschast. Den Vorsitz hat Profestor Dr. E. F ra n cke übernommen, stellv. Borsitzende find bisher Minister a. D. W i s se I l und Abg. Professor Dr. H i tz e. Ten vorbereiten. den Arbeitsausschuß bilden Landeörat Dr. Brunn, Generalsekre- tär Dr. Hehde Professor Dr. KaSkel, Prwatdozent Dr. Ä u f f l e r, Profestor Dr. M a n e s. Pakctfperre für Berlin. Wegen Verstopfung der Verkehrs- räume hat notgedrungen dazu geschritten werden musten. die An- nähme von Privatpaketen jeder Art, ausgenommen solche mit barem Golde, nach Berlin Ort vom 10. bis zum 12. Dezember und die Annahme von Privatpaketen jeder Art mrt Nachnahme nack dem ganzen Ober-PostdirektionSbezirk Berlin vom 13. bis 26. Dezember zu sperren. Zu« Geschäftsführer der Volkshochschule Groß. Berlin wurde der UniverfitädSprofestor Dr. Alfred Merz gewählt. ReurSll«. Anmeldungen v o n Pfl« g e m ll t t er«, die be- reit find, fick der Pfleg« eines Säuglings oder Kleinkindes zu widmen, werden werktäglich im Rathaus. Zimmer 217, 2 Treppen von 1l— 12 durch die städtische Walsenpflegerin entgegengenommen. Daselbst wird auch ter- gewünschte«uskunst bereitwllliqft erteilt. Silben der erforderlichen Walche- und KletdungSansstattung wird jetzt von der städtischen Dalscnverwaüung ein monatliches Entgelt bis zu 45 M. gewährt. 10 Uhr in Erkner, Der Kr etSvol stand. Sämtlichen in öffentlicher Versorgung befindlichen Personen uud» hängt«S ad. ob die Elternbeiräte das werde», was die Reaktion Groß-Serliner Parteinochrichten. Niederb«r«imer Bezirkstonferenze«. Sonnabend: Bezirk III. 7'/, Uhr bei PiotrowSki in Buch, vabnbolstr.<5.- Bezirk V. ö Uhr bei Eronostah in FrederSdors, Schwarzer Weg. S onnt ag: Bezirk I. 4 Uhr bei Mäuseler in Oranienburg. Stralsunder Str. 8.~ Bezirk n. 1 Udr bei Schul» in BaSdors. am Bahnhof.— Bezirk IV 91/, Uhr bei Schulz in Blumberg.— Bezirk VI. Lokal.Zur Post', Berliner Str. 3. 33. Abt. Die Sammelstelle sür die Liebesgaben nach Oesterreich befindet sich bei dem Genossen D- l w a l d, Putbuser Str. 24. Annahme täglich 6—6 Uhr bis Sonntag mittag 12 Uhr. Sichtung, Justizbeamte! Für die am Montag stattfindende Ber- sammlung sind am Freitag von 3 Uhr ab die Handzettel vom Bureau, Bellevucstr. 7 II. Zimmer II, abzuholen. Jede Dienststelle muß ve» treten sein.____„ Charlottenbnr«. 6. u. 7. Gruppe. Fieilaz 7 Uhr Gruppenver- iammiung im.Lützow-Garten'. AmLützowS. Vortrag: Aus zum Kampfe gegen die Reaktion. Genossen der 6. Gruppe glelchzeitig vom sttjtunzSfest abrechnen» Lichtenberg. Achtung, Partei- und BetriebSsuuktio- uärel Montag 7 Uhr bei Kurkowl», Pjarrftr. 74, autzerordent- liche Funktionär konserenz. Tagesordnung:.Di« Wahlen zu den Ellernbeiräjgn.- Referent: Genosse Lehrer Aniotd Ziechert, Pankow. Lehrer und Lebkerinnen, die der S. P. D. angehören, find eingeladen. Grunewald. Freitag 7 Uhr in der HubcrtuSbader Str. S: Mit- gllederveriammlung. Gen. Rod. Fendel: Reaktion, Regierung. Parle:. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer«ehrer u.«ebrerinue» Grost. Berlins. Sitzung Sonnabend 5 Uhr im LehrervereinShau». Zimmer 4/5. Alexanderplatz. Tagesordnung: LebenSkundlich« Unterricht (Moraluntmicht)._______ Jugenöveranstaltungen. Heute abend: Abt. Nordost. Jugendheim. Schule Thristburger Str. 14, Zimmer 14, heute abend Bortrag:„Sozialwissenschasl'.„„ Süden. Jugcndbeun. Juge»dk!ubzimin«r, Gemeindeschule, DllmSstr. 10. Vortrag:.Vom Seelenleben de» Tieres- IWedding. Jugendheim. Aesangsaal der 14. Reastchal«, Lätticher Strohe 38. Vortrag:.DaS alte R-m und sein Untergang". Moabit. Jugendheim, Turmstr. 7S/V0. Bortrag:»Dt« bürgerlichen Jugendbewegungen'. Zentraljugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof III links. Heute Mädchen- Leseabend.__. Charlotteudurg. Jugendheim, VolkshauS, Rofinenstr. 4 I. D�< kusfionSabend.*._ Neukölln. Jugendheim, Nogatstr. 53. Vortrag:.Jugend und Pokttit-. Treptaw-Baumichuleuweg. Jugendheim. Jugendllubzimmer. Elfen- stratze 8. Dortrag:.Russische Grenzabenteuer'. � Lichtenberg. Jugendheim, Partaue 10, Eck« NSllendorsstratze. DiS> kusfionSabend.__ Tegel. Jugendheim, Bahuhosstr. 15. Vortrag:.Die gegnerischen Jugendbewegungen.' Pankow. Jugendheim, Schule(Zeichensaal) ZSollankftr. 131, Mtglledcr- versammlung SScissrnfee. Jugendheim, Woelckpromenade 1, UnterhaltungSabend. Nosenthat. Jugendheim, Gemcindeschule, Kaftauienallee. Turne». Staaten. Jugendheim, Gartcnstadtschul«. Liederabend. MatitStzors. Jugendheim, Schule Walderseestratze. Mädchenabend. Konigowufterhausen. Heute 7 Uhr im»Gasthof zu« Lujtjchiss", Luckenwalder Str. 5, Mitgliederversammtung. Parteigenossinnen und Genossen,«acht Eure schulen!- lassenen Töchter und Söhne auf unser« Veranstallungen aufmerksam und oeranlotzl sie zu ihrem Besuch. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Reichöbund der Kriegsbeschädigten. Freitag: Versammlung in den Unlon-Feslsälcn Greisswaldcr Str. 2W. abends?'/, Uhr.— Musikgcschicht- sicher Kurkus. Der EmssthrungSvortiag von Dr. Guttmann über Kammernmfik sindet nicht am Sonnabend abend, sondern am Sonntag. vonnittazs Ö1/, Udr pünktlich im Blütlmersaal lLützowstr. 76), unmittelbar vor dem Konzert statt. Eintritt sür die Konzertbesucher frei.— Peter Rvlegger. Nachmittag, veranstaltet vom Lichtenberger städtischen Voits- unterliattungsausschutz. Sonntag 5 Uhr im CccUie». Lhzeum. Mtwirkende: Wilhelm ftienjl, Hans Felix. Karten zu l,— M. in der städitschen Schul- abuilung, RowauSstr. 10, Baracke II und den.Borwärt»'- Ausgabestellen. — Groß. Berliner Ausschust zur Bekämpfung der Schuudlueratur. Sonntag 11'/, Uhr: Kundgebung der Grotz- Berliner Jugend gegen den Kinoschuud im gtrtuS Bulck. Rest: Prof. Dr. vrunncr. Frau Bobin- Schuch, Tr. Caspati u. a.— Bund der»cchn. Angestellten und Beanitc». Ortsgruppe Oberschönewetde. W...... .HubermS', Edison, Ecke Wa tag N Uhr in drrSladthalle. H .ÄaS hat Sbakeipear« noch sür die Gegenwart zu bedeuten'?— Harmonium: Aus.Carmen'(Bizet).— Gäste willioutmen.— Wisseuichaftlicher Zeutralveretn(Humboldt- Hochschule). Freitag Vi, Uhr: öffentliche Versammlung in der Aula der Hohenzollcrn- Schule, Schöneberg, Lclzlger Str. 48— 52(EckeEisenacher Strage). Tagesordnung: 1. Dr. vora-ardt über:.Die Bedeutung der Polkshochlchule für Staat und Wirtichait'; 2. Bc- gründung ctr.eS AnSjchusseS von Hörern und Freund«« der Humboldt- Hochschule in den weflkichet, Vororten.— Steglitz..Freie Bühne'. Sonn. abend 7 Uhr im Schloßpark: WobUätigkeitsvorsrellung sür Wien..Die Amia-Liese- mit Darstellern erster Bühne». Karten zu 2 und 3 Mark bei Auerbach, Albrcchtstr. 10, Brandt. Schlotzstr. 30, Bremer, Schlotzltr. 16, .Vorwärts'. Schudhorn-Slr. 11, Wieding, üllbrechtstr. 125, Haase, Schöne- berger Str. 8, Geschäftsstelle, Külzerstr. 5. Sportnachrickten. Arv.- Rads.- Bund»Solidarltät', Ortsgruppe Berlin. II. Abt. Sounlag Besuch des Märkischen Museum« und Alt-Berlio. Treffpunkt .12 Uhr mittags vor dem Auseum.— Arbeiter-Rads.-Berein.Groß» ®etlht«. Tsnntag 2 Mr JoyannIMal, SenffleBen. Stark: Martamen, Vlay>— Freier Wa»derb»«d. Sonntag: Zossen— Motzenmübte—Jätzcr Voidirlee— Königswustcrbausen. Absahrt Potsdamer Fernbahnh. K.W such. NachmiltagSsahrt durch den Grunewald. Treffpunkt 1,30 BaSndos Ginne» Wald.— Arbeiter-Wasseriport-Verdaud sZcccis I Brandenburg). Sonn- tag 2'/, Uhr Schauschwimmen im Sladibad N-ukülln. Neben Reigen werden Staicttcn geschwommen. Wasserballspiel NeutöllN-Weizensee und Vorwärts LIbt. Rummelöburg-Freiheil Berlin. Eintritt 1,50 M. an der Kaffe. Ordner um l Uhr bei Frank. Tos Spiel Berlin gegen Nurnberg-Fiirth, welches das größte sußballipori jchc Ereignis der diesjährigen Ssiclzeit zu werden verspricht, geht nunmehr am kommenden Sonntag am Herthaplaß am Bahndos Ke- iundbrunnen vor sich. Die Süddeutichcn veiffügen über eine ganz ans- gezeichnete Svielitärke und gellen die beiden Ortsmannschasten als die wiclitärijlen Mannichastcn Deutschlands. Berlin stellt seine stärkste Mann- schast in iolgender Ausstellung: Schulz sBerolina), MohnZ sNorden-Nord- West), Rövrock(Vitloria), Jüngcl lBerliner Sportverein 92). Tcwes(Vik- toria)«pielsührer, Knutb lBerliner Ballspiel- Club), Herbst(Preußen). � Montag. Haupt(Rorden-Nordwest), Wollet(VorwärlS), Krüger(Union- verlln). Schiedsrichter ist Herr Kiemeher anZ Leipzig, vor dem Spiel findet ein Schülcr-Wcrbespiel zwischen zwei Mannschaslen von Bavaria und Treptow-Süd stntt. Das Spiel beginnt um 2 Uhr. Gemeiudezuschuff in Steglit?. Die Gemeinde Steglitz zahlt dem Steglitzer Fußballllub einen Zuschuß von 3000 M. zur Finanzierung seiner geschlossenen Spielplatzanlage i» Sieglitz. Als Gegenleistung stellt der Verein der Gemeinde leinen Platz zu den Schüler spielen zur Versügung. Leibcsilburigeu in der FimbildilngSichule. Der Magistrat der Stadt Berlin beabsichtigl vom 1. illprit 1920 ab mr die Fortbtldungsichüler den obligatorischen Turnunterricht rinzusühren. Geplant ist für die Woche eine Zurnstmrde. Da der Magistrat zur Unlerbringung der 60 000 Fori- büduiigsschüler und-Schülerinnen nicht genügeiid Turnhallen zur Per- sügung hat, will er den Schülern, die Mitglieder von Soort- und Turn, vereinen find, und von diesen Vereinen den Nachweis erbringen, daß ihre löveriicbe Betätigung dort mindestens die eine Pslichlstunde erreicht, von der pftichtgemäßen Betätigimg beim Turnen enibinden. Der Verband Braiidcnburgiicher Ballspielvereine hat sür seine Bereine die schristliche Er- tlärung abgegeben, daß er gern daran mitarbeiten will, die Schuljugend in der körperlichen Ertüchtigung zu unterweisen. Srkefkasten üe? NeSa?t!on« Jeder fCc den Briefkasten bestimmten Anfrag» kllge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Austun» wird nicht erteilt. Stlig» An» fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde Lindenstc. 3, 1. Hol oar- terre links, vor. Schritlsrück« und Verträge find mitzubringen. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag»nd Frei« tag 3—5 Uhr; Dienstag. Mittwoch, Donnerstag t— 7 Uhr? Sonnabend 3—5 Uhr. F. H S. Die Gehaltssätze kennen wir nicht, nehmen aber lOOO M. pro Monat an.— R. u. A. 13. 0,1-0,2 Gramm genügen, um ewe Lähmung des Zentralnervensystems und damit den Tod herbeizusühren. WetterauSsichtcn ffir da« mittlere Norddeutschland bi« Sonnabend mtitag. Größtenteils trocken und oicliach heiter, nur zeit- weise nebelig, ansangS noch ziemlich strenger Frost, später im Westen iang� same Erwärmung und Zunahme der Bewölkung. W»i> i—iiiiiii 11111�—1� � uiJtfiwipwnnn—chM—— P—— Oiiernhaus. Väoletta. Anfang 7 Uhr. Scfeaaspleihäus. Wilhelm Teil, ____ Anwne 6', Uhr, Volksbühne Äw». Jh.; Der Sehwarzkünstls?. Olrcktior. Max keinhardi. ükcntwrhe» Theater. Jaakobs Traam. SödL 71'9: Jaakobs Traum« l�fimmerapleie. Cie Biietise derPaniiora Sonnahend-: Advent. Cr. Schausplcliiau« Karlstraßp. 7'/,: Oresrte(II. Abt.. l.Abd.) Sbd.TVa: Oreatle(aufl Ab.) Tiieater 1. d. SSniggrätzerStraße l'a8 U: Schloß WcUersteln Sonnb.: Schloß Wetterstein Sonntag Nachm.: Erdgeist« (Lulu: Maria Orsk*) I AbenJs.SchIo i Wette rstoln Montag: Ein Traumspiel« KomMlenhaus V.3 Uhr: Sie. Sonnahend: Sic. Stg. Nrn.: LIselott v.d. Pfalz Abends: Sie. Montag: Uselott v. d. Pfalz Berliner Theater V.Ii Uhr, zum 4SO..Male: llnminel- SUuuenton. Central-Theater v/j Uhr Bie fsscliingslee. Dentsches Opernhaus 7 uhr: Magdalena. Die TribUno t»/, Uhr: Die Irren. Dden-Tbeatcr 7'u.-„ü. A. w. g." StcdU.; Prinzessin vom Nil. Frtedr.-Vt lth« Imst.Tb. "/.uhr Gretchen. Kleine« Theater.| t/, u: Die onberiiiirteFrau Kl. SehuiiHpielliauM. u'? Albine undAujust oder: Freut Buch d. Lebens KoniiMohe Oper n. u.: Liebeszauber. Stg, 3*74: äcliwarzwaldmäüel. Lnstspf olhaus Arnold Rleck in: uhr: Der GpoSslaill-laraller,, lletropol-Theater. 7 Dhr: Syblll Sntg. i Uhr; Charleys Tanle mli Thielscher■ aeae« Operettenhau«. I f/au�DleBaffleroBMus.! Stg, 3Vj: Die keusche Susanne. 1 Üchiller-Thnat. 4'hnrl. 1 uhr: Oer Bond der Jap! TliKlla-Thenter| 7'/. u.» Die nüfrisctie Lielie. Th.nm Xollpittlorfplatc 3�4 Uhr: Zwei Wappen« 1 7 Vi Uhr; JOcrWcrgdteefte\ Theater de« Westen« i 7V, u.: Die Frau ifflüenstiiB Sonnab. I; Max und Moritz. Elg. i'/, U.: U!c lustige Wirwe. Theater d. Prlednchatadl �.u.- Vier Einakter. M altncr-Tlioater 1 uhr Eine Bailnacbt. StgS' v Geisha rn AI ia\V erber Üesidenz- Theater. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise 3iax und Moritz. Täglich 1 Uhr. Evsiien Homtireßlil. Sonnabend 4: Aschenbrödel. Sonntag 4: Der gute Ruf. lessing-Theater Direktion: Victor Barnowsuv. Freitag und Sonnabend 7'/.: Pygmalion. Deütsches KiinslleF-Tlicatep Allabendlich:»/, Cyprlenne. (Leop. Konstantin, Kurt Götz, |__ Erich Malter.) i Casino- Theater 1.Oihringerstr. 37. Tägl.'i.SU.. Schniepels Lese Berliner Volksstück i. 3 Autz. Vorher erstkl. Spezialitäten. Viktor Litzek i. d Op. Sketch i ..Erwischt.** Stgä-Zj: Einsauberes Kleeblatt tfe; Theater Dir.: James Klein e'rledrichstraße 218| 7 � Sonn Iß-/,». 7 OnüliBrirelDiches Abottä Partner; HumorisL Akt Hann! Garden Trapezkünstlerin Lo Kittay der weltberühmte GedankcnOber- trager, macht jed. Menschen willenlos. Zum I.Male a, «In. Varietöbahne 2 Bennos _ Exzentriker, 24 Rougbys! 1 Fliegende Akrobaten l Gadbin's Todessprung aus der V. Etage Bernhard Trio Oymnastlker Klara Berat llluslonstlinze 3 Salvano I Komische Waitfah, f Keute, Freitag, abds. TV,: Letzte Boikäinple. Sonntag nachm. 3V, Uhr: Märchen-Pantomime „Aschenbrüdel". I Kind frei. Trianoa-Theater. Nachm. 4 Uhr, e leine Preise. Aftclienbrlidel. Täglich Uhr: Maskerade. ■onnab. 4: Max und Moritz. Sonnt 4 Der Lcbensschfiler. iValhaila-Theater. 7", Uhr: Aia oolaenen Horn. Hose-Theater. 70, U r: Die im Schalten leben. i Unter d. Linden 22/23 I Dir. M. S o 1 i m a n. [2 DraiillriiflseD 2 Das Deeiit der freien Diebe. Au(sehenerregend.Drama in 7 Akten; der größte Film der Gegenwart, wobei die Sckö hing ihren Höhepunkt erreicht Hauptrolle: Magnus Stifter Käte Richter Pletro Scholz. Karichen wird eingeseift. Lustsp ei in einem Akt Hauptrolle: Karlchen Plagge. Biilettverkauf 6 Uhr. Letzt Vorstg. V,«— V-IX U. Ibtcuet am hguhuteT Tor m ThL Muhizplstz 14 814. T) Jert. Abend vn/t Ohl Ii1" m BlOtn jes-Kon 0 mt-m. MKeT dei Steniuer S&acr- - joüul nehm 3 tili »rmkß PretMtro. Ahend- PragnaiA' I Xhid Iran ___ Kanchin gestatte: JlBtn jes- Konzert. Beg. 7.1° l.h, Hosearkk IT— IV» u. 4— tiUhi Mcueo Programm I Dag Rlegcn-Programai! I Carola! Toelle (Oer falsche Schein i Regie: Emil Justltz. iJOEDEEBSl (Carl Auen) ClxineedHches Abenteuer | Der heuIendcWoit| Regie: Leo Lasko. 7 8.4J MARMOR � HAUS Winter- Galten 7.15 Uhr: Variett-Spie'plan Ranchen gestattet I in ihrem 6«.CTgci .Rrf-r mit Ffltg CV»r«3 mntM. sli»we**aitCH AuitcnlemtMtarvawadanch otziPiB.paoeRG««?"� RejdiStaii.-Tgeätef Heute: Fest-u.Ben.-V. Stett. Singer Ans. 7'V- 3 eh. Sonntag 9im. 8, ermäßigte Preis«. Sicichshollen-S.: Pönhofl-Brettl. ESSKS «j Potsdamer Str. 38 Turmatr. 12 Lotte Noumanii In Da« Schicksal der Carola von Geldern. Außerdem das Lustspiel: Der Mann seiner Tochter. Friedenau, Rhelnstr. 14. AlexandernUtz�assage „tii" fflhuesvi&iemt&Ü SeimigetöfitiS JJTZXl 190) T" chh». Bnf. senfnsten Caflgattcn Strllne gab b4. Benndorf- Betriebe - Ob. Strup Xennbeef Eifiöjn-Sr�spßnf UM«»» brn Clnb.« 44 ■ eb CtltbcIcbBtob« 87 Vornehmes Wein- imh Tier- Restaurant »»»flriit»»cht.«I.r. V iZo-sust»«- PlNn.r Ueau.ü ®•[•llfdiefi.llnimrt SOirton-B. abrnbniuilf: Xavilh OUchiloJ. � SonBüorf e U«t», b.a glab.n 94 Kaffee- viele. Bm Mi.nb- W ein. dtrst aaea»e I u. Xbfab�tdBjeKir ftapcü«n Uschma»n.Wag«m Ciarwf SOitatc BSck«eii KoffKe.Zuber«ltuag»ach Karlsbad« Art. «Weitig gerühmt« Ser./Iegimg. Trauringe Dukatengold 903 gestempelt 14 kar. 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Dezember, im Alter von 54 Jahren nach kurzem Krankenlager im Urban-Krankenhause 1 sanft entschla'en ist 1225D| Die Kolleginnen und Kollegen der Firma Hermann Hardcgen, Alte Jakobstr. 9, II u. 12. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 1J. d. M. 1 nachminags 4 Unr, auf dem Friedhol der Christus- Gemeinde, Mariendorf, Lichtenrader Chaussee, statt fßmm tnetaüarbener* Kranhcnüzsse. Jilioie: Hevlin 2. Hirrmit bcn Mitgliedern zur Nachridit, beb ber Br- veliinächtigte SLtb KZsx Striys an einer Magenoperatlon versiorben ist Die Beerbigung findet am Sonnabend, nachm. 4 Uhr, aus dem Alten Jakobi-Ktrch- hos, SieutoUn(Rollkrug), statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwalwng. vr. Grütering Spezlaiarzt. Invalidenstraße 35 ecke ChausseestralSe am Stettiner Bahnhot.• 10-1,'/jS— V.7, Sonnt. 11—12 Geschiiffsstellc: C 2, Burgstraßc 27 Tel.: Sorben 10 787 Unser Mitglied, Herr j Otto Kirst Kalscrin-Augusta-Allec 6 ist verstorben. 297/3 (Einäscherung: 12. 12. 19, nachm. 3 Uhr, Im Strcma- torium Bauiuschulemoeg. Ilei liier beseitigt DÄhisHaussalbel ;ed. HautausschL Fischt.. t1autjuck.,beg.lieinscliad., I Krampfadern der Frauen[ u.dergl, in Originaldosen 6 25. 9 75 erhältlich in der „Eieiamen-Apatbeke"| Berlin 213. Leipziger) Straße 74(a. Dönhotfpl 1 Das hefte Weihnachfogeschenk? (Ein eleganter Rasierapparat! Neuestes Patent: Gebogene Klinge. Für jedes Gesicht jetzt paffend, schneiden unmifglich. NersiibertI p Stc!. 8 Mk Raffer- Hingen 80 Pf. p. Silk. Für Wieberverkäufer billiger. Fron Witte, Wittstock( Söffe), PritzwaUer Borstabt 7 a. (Ein 1222D eleWr.Piano-OreliestFion .Puck»' mit Nolenrollen, arbeitet vollständig automalisch, gut erhalten, zu verkaufen. (1..Jäger. Lautenthal L Harz. 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Rauch bekundet: Am 2t. Februar vormittags kam ich mit anderen Kollegen aus dem Fra'tionszimmer. Dabei hörten wir. wie in bezug auf die vor uns gebenden Minister Auer, Timm und Roßbaupler mehrere Soldaten erklärten:„Sie zittern, sie wissen schon, warum Daß auch von der Tribüne geschossen worden ist, weiß ich bestimmt. CiSners Ermordung kann keinesfalls die ganzen Vorgänge im Landtag erst herbeigeführt haben. Als die Nachricht von Eisners Ermordung im LandtagSgebäude einlief, batte man zunächst nur ein ungläubiges Staunen daiiir. Man machte sogar Witze darüber und sagte:.Eisner braucht eine gute Reklame für seine» Abgang." Sparer stieg die Erregung. Bürgermeister(Sasteiger stand kaum zwei Meter von Auer ent- f-rnt, als zu gleicher Zeit zwei Männer mit den Händen in den Taschen und Hüten auf dem Kopf durch den reservierten Saal» «ingang im Sitzungssaal erschienen. Der Zeuge rief neben ihm stehenden Kollegen zu:„WaZ wollen die Leute hier?" In diesem Augenblick war Lindncr an die Ministcrbank herangetreten, legte den Arm mit dem schußbereiten Revolver' über die Brüstung und duickle ab. Auer sprang mit den Worten aui:„Was wollen Sie?" Worau? Liudner rief:„Da hast Du's, Du Lump!" AlS er an der Ministerbank vorbei aus dem Saal flüchten wollte, wurde Lindner von Major V. Gareis festgehalten. Lindner schoß nun weiter in der Richtung auf Auer. Die Abgeordneten der Rechten waren in- zwischen aus dem Saal geflüchtet und ich suchte nach dem Abg. Dr. Lochbrunner zu: ärztlichen Behandlung Auer?, doch fand ich Lochbrunner bereits mit dem sterbenden Abg. Ose! beschäftigt. Ah» ich wieder zurückkam, lag GarciZ ebenfalls am Boden. ES erschien dann ein Sanitätssoldat, der außerordentlich roh und brutal auftrat und von dem ich von vornherein annahm, daß er nicht ein Sanitäter sei, sondern ein ver- Ueideler Revolutionär. Man tief; Gebt doch dem Minister einen Kognak. Der Sanitäter winkte jedoch ab, mit den Worten:„ES ist vorbei mit dem Kognak. Für den gib'S nichts mphr" Den Major GareiS behandelte er so rüpelhaft, daß man den Sterbenden seinen Händen entriß. Während dieser ganzen Szene schlich sich ein anderer Soldat an die Gruppe heran, in jeder Hand eine Hand» granatc. Er schien Auer zu suchen und ich batte den Eindruck, daß wir im nächsten Augenblick alle in die Luft gehen würde». Auf der Tribüne standen 3 bis 10 Wann zukommen, die Hände in den Taschen und höhaisch lächelnd. Hagemeifter rief von oben berab: »DaS ist die placke des Proletariats. Euch Lumpen werde ich das auch noch besorgen!"— Auf Vorhalt des Verteidigers Sauter bleib, der Zeuge dabei, daß auch ohne EUners Ermordung alles so ge- koniineri wäre. Das sei allerdings nur seine Anschauung, die aber durch verschiedene Schlußfolgerungen gestützt werde. Der Zeuge erzählt dann, wie llisner beim Herauskommen aus der Sitzung des StaatSministeriums die Hände reibend zu seiner Frau sagte: So, jetzt dm ich frei! Roch niemals habe er so fröhlich ausgesehen wie in diesem Augenblick. Beim Verlassen des Landtages stieß der Zeuge ans den Minister Unterleitner, den revolutionäreu Bauernrat Gandorser und Prof- Dr. JaflS. Alle drei unterhielten sich aufgeregt und erklärten: So, jetzt müssen tu i r die Regierung übernehmen. Der Zeuge sagte darauf zu Gandorser: So geht die Sache doch nicht. Erst müssen wir doch sehen, was sich weiter ereignet. Aber Gandorser schrie: Da gibt's nichts. Jetzt haben wir die Macht I Der Zeuge bestätigt dann noch, daß Major Gareis keinen Angriff mit der Waffe aus Liudner beabsichtigte, sondern ihn nur sestnevmen wollte. Der medizinische Sachverständige Dr. Lenne gibt an, Miiltster Auer liege noch im Bett und sei sehr leidend.— Erster Staatsanwalt Hahn: Würde eine GesundheitSgesübrdung für Auer in Frage kommen, wen» Sie ihn hierher bringen?— Sachverständiger: Das läßt sich nicht so genau sagen. Wen» es ober unbedingt nötig sein sollte, würden wir eine Ueberführung in den Gericktslaal ermöglichen.— Dr. Lennä erhält den Aulirag, alles für eine eventuelle Ueberfübrung des Ministers vorzubereiten. Der folgende Zeuge, Stadtrat Hoffmann, bekundet, daß Fechen- dach, der Privatsekretär EiSner», in den Saal tretend, schrie, man solle Auer und Roßbaupler sofort in Sicherheit bringen. Er wurde je- dock wegen seines dreisten Auilreteusuur verlacht. Der Zeuge beobachtete dann beim Verlassen des Gebäudes, daß aus dem Tor eine Gruppe Leute heraustrat, an ihrer Spitze Frisch. Er schrie fortwährend den Soldaten und Passanten zu: Auer ist hinl Rotzhaupter und die anderen kommen auch noch dran! Schützt Euren revolutionären ArbeileerorZ Der Trupp zog die Hauptstraße entlang und Frisch blieb bei dielen Rufen. Der Zeuge rr'ubr später, daß Frisch mit der Ausfertigung von Haftbefehlen und der Festsetzung von Geiseln beauftragt worden war.— Hier- gegen wendet sich der Angetl. Frisch mit großer Heftigkeit. Er habe die Festnahme von Geiseln abzelohut. Der Lngekiagie de- schwört dann den Zeugen, ihm doch zu bestätigen, daß er immer ein ruhiger und sriedlicher MeuWj gewesen sei, worauf der Zeuge erklärt: Frisch war ol» ein jähzoruiger Wann bekannt. Daß er die Ruie ausgestoßen hat, und ficht nur einmal, sondern elf« bi« zwölf- mal, da» muß er doch selbst zugeben.— Angekl. Frisch: Ich kann mich deflen absolut nicht besinnen. Abg. Arbeitetsekrelär End«» bekundet u. a., daß der Sanitäter. der Auer betstand, gesagt hat: Auer, ich»«binde aber mit Widerwille»! Staatsrat Sänger: Es war ein surchrbare» Geflibl, daß man wehrlos und ohnmächtig einem organisierten Angriff gegenüber- stand. lBewegung.) Denn, als die Schüsse auch von oben kamen hatte man das Gefühl, daß die'er Anguff planmäßig vorbereitet sei. Ich hörte etwa 9 bi» 12 Schüsse. Oben, an de» Tribünen. zog sich eine leicht« Pulverwolke hin. Nach dem Altental sah ich Lindner mir dem damaligen Stadtkommandanten Dürr und vier SolSalen stehen. Lindner suchte keine Tat zu recht- fertigen. DoS nutzt Ihnen alle» nichts, sagte ihm Dürr, S-e müsse« sich jetzt verhaste« lassen. Er gab auch den Be'ehl dazu und ein Chargierter wollte die Verhaftung vor- nehmen. Aber die Soldat«« weigerten sich. Später beklagte ich mich im Saal einem Solvaien gegenüber, daß man Lindner nicht fest- genommen habe. Das sei doch eme wahre Schande. Doch der Soldat dreh:« mir einfach den Rücken zu. Auf der Straße spielte sich dann eine widerliche Szene ab. Denn die Leute freuten sich über das Attentat auf Auer.— Bors.: Haben Sie den Eindruck gehabt, daß die Sache vorbereitet lvar?— Zeuge(sehr bestimmt): Aus der Zahl und der Gleichzeiiigteit der Schüsse, die von beiden Seilen der Galerie fielen, mußte man unbedingt diese Schlüsse ziehen. ES war mir unverfiändltch, daß in jenem Augenblick eine Anzahl Soldaten auf der Tribüne war, deren Typus mir ganz fremd war. Die Soldaten hatten ihre Handgranate» nicht im Gürtel, sondern trugen sie»n der Hand. Der frühere Justizmin ister Timm bekundet: Kurz vor dem Zu- sammentritt des Landtags fällten die Minister den Beschluß, zurück- zurieten und durch den Landtag eine neue parlameniarische Regie- rung bilden zu lassen. Auer wurde damit bcauslraat. mit Etsner Rücksprache zu nehmen. Diese fand vor der eigeintichen Mimst«- rarssitzung statt. Auer teilte mir dann mit, daß eine völlige Etnigung zustande gekommen>ei. Der Ministerrat habe nur die Form der RücklrittSerklärung festzulegen. EiSner bot. man möge am nächsten Morgen noch einmal zusammen kommen, um die Grundlage der Rede zu veiprechen. Wir erklärten, daß wir das Btttraue» hätten, daß er die Rede« dem besprochenen Sinne i n als Zeugen. halten würde. Wir waren alle froh darüber, daß sich die Sache anscheinend so leicht lösen sollte. Am nächsten Morgen hatte ich dann im Landtag eine Besprechung mit den Fraktionssührern, um die Geschäftsordnung zu beroten, In dieser Sitzung teilte Auer mit, daß er«it Eisner völlig einig sei. EiSner wollte nach dem Schluß noch mit mir debattieren, weil er mir freundschaftlich nahe stand. Ich lehnte das aber ab und sagte, wir müßten die weitere Entwicklung erst abwarten, setzt hätte eS wenig Weit. Ich wäre momentan wirklich sehr müde.— Bors.: Hat EtSner davon ge- iprochen, daß er in Opposition treten werde?— Zeuge: Jawohl.— Bors.: War die Auseinandersetzung besonders heftig?— Zeuge: Nein, ganz loyal! Durch die Nachricht von der Ermordung Eisners war ich erschüttert und mir klar darüber, daß sich schwere politische Folgen entwickeln würden. Minister Hoffinann sagte mir, er habe schon mit Auer gesprochen und lege mir nahe, zu ver'chwinden. Er habe von Feckenback gehört, daß gegen Roß- haupter, Auer und mich etwas im Gonge sei. Wir begaben und dann ins FraktionSzimmer. Dort trat dann Kollege Bauer an mich heran und sagte mir, ich möge mich doch in Sicherheit brtngen. Ick bin dann ans Telephon gegangen und habe meiner Frau ge- sagt, es stehe im Landtag etwas bevor, aber sie möge ihre Ruhe bewahren. Wir haben nock Aenderungen an dem Nachruf borge- nommen. Daun sind wir. Auer voran, in den Sitzungssaal einge- treten. Da Auer mir den Weg zu meinem Platz verstellt hatte, blieb ick stehen,� bis Auer seine Rede beendet batte. Dann ereignete stck da? Attentat. Der ganze Vorgang kam so plötzlich, daß ich nickt weiß, wer geschossen hat. Ick blieb stehen und war zunächst kür jede Gefahr unempfindlich. Auf einmal packte mich jemand von hinten und ich hörte den Ruf:»Raus, raus, dos geht auch gegen Sie." Und dann wurde ick weiter geschoben. Ich habe nur nock die Erinnerung, daß es überall im Saal krachte. Als ich den Landtag durck einen Selteneingang verlassen wollte, begegnete mir eiu Soldat, den ich nicht kannte und der zu mir sagte: Herr Timm, Sie werden ja gesucht! Schauen Sie zn, daß Sie weg« kommen. Am hinteren Ausgang hielt mich dann ein anderer Soldat mit der Bemerkung an: Hter darf niemand raus, wir solchen noch ein paar. Ich ging dann durch den vorderen Ausgang unbehindert hin- aus. Meine Frau war uiilerdessen in Sorge um mich in, Auto zum Landtog gefahren. Sie wurde aber von einer Postenkette nicht durckgelaüen. Auf ihre Frage, ob es wahr sei, daß niau Auer erschossen hätte, erhielt sie zur Autwort: Gott sei dank, die anderen kommen jetzt dran. Di« Unbeliebtheit Auers bei einem Teil der Arbeiterschaft erkläre ich mMcharouS, daß bei den Wahlkämpfen im Januar Auer und EiSner sick als Gegenkandidaten gegenüber- standen und sich infolgedessen scharf bekämpfen mußten. Erster Staatsanwalt Hahn teilt dann mit. daß Frau Oder- leutnant Kamm, deren kommissarische Vernehmung verlesen worden ist, dringend bitte, ihre persönliche Vernehmung zu veranlassen. weil sie sick gellen die Angriffe des Anwalts Sauter wehren wolle. Das Gericht beschließt ihre Vernehmung. Slaatsminister Dr. v. Fraucndorf« bekundet: Im Ministerrat siel mir der scharfe Ton aus bei den Auseinandersetzungen zwischen EiSner und Auer. EiSner stand unter dem Eindruck, daß es mit 'einer Macht endgültig zu Ende sei. Seine ungeheure Eitelkeit. da« Bedürfnis, in Bayern die erste Rolle z» spielen, führte ihn zu dem Versuch, sich mit allen Mitteln zu halten. Er hatte das Emp linden, daß Auer ihn aus dieler Stellung zu k-eseitiaen ver- suchte. Jedes Kind mußte sich sagen, daß, wenn' die Ding« so weiter aiitoe», über Bayern schwere« Unheil kommen mußte. Die Unentschiosseniheit EiSnerS. sein« kindlich« Art, Politik zu machen, etwas durcllzuführen. wovon er nichts verstand, und seine Ver- antwortungslosigkeit kennzeichnen diesen Mann. Er sah gerade in Auer seinen Gegner, dessen hervorstechendster Sharakterzug ein großes BerantwortlichkeitSzrfühl war. Eisner hat sich in der Sitzung sehr heftig gegen Auer geweitet. Die Se lbstbaherr schung, die Eisner ja nur in sehr ge- ringen. Maß besaß, ging dabei vollständig verloren. Ich erinnere mich genau, daß er dabei wiederholt sagte: Auer, ich warne Sie. Sie wissen nicht, was vorgeht!(Bewegung.) Daraus habe ich den'Schluß gezogen, daß EiZner(?) Vorbereitungen getroffen hatte. um den Landtag unschädlich zu machen und zur völligen Untätig- Zeit zu verdammen. Ich hatte nicht den Eindruck, als ob es EiSner dabei zu blutigen Auseinandersetzungen kommen lassen würde. Aber, daß er den Landtag nicht in Aktion treten lassen wollte. glaubte ich ganz bestimmt. Das glaube ich iiach seiner ganzen politischen Veranlagung Hoch und heilig hatte er perfprvchen, daß der Landtag so schnell wie möglich zusammentreten würde. Kurze Zeit darauf aber war er von diesem Berfprechen schon abgerückt. Wenn jemand zur Einberufung des Landtages drängte, dann leistete EiSner stets den heftigsten W! d e r st a n id. Ich konnte mich in einer Sitzung einmal nicht enthalten, ihm zuzurufen, daß ich ihn für efuen Bolschcwisten Halle. Eisnex gab mir darauf zur Antwort: Sie sind kein Politiker.(Bewegung.) Als ich am LI. früh in den Landtag ka,». wartete ich zunächst vergeblich auf EiSner. Nachträglich habe ich gebor!, daß er noch kurz vorher benu A.» und S.-Rat gewesen war und sich dort abfällig über den Landtag ge- äußert hatte. Er lisbte eS)a, vom Landtag als von einem In- st i tut zu sprechen, daS vom Adel /gegängelt werde.(!) Ich habe die Ansicht, daß c» EiSner darum A, tun war, immer wieder die A.» und S.-Räte ausAUpeitschen, Wenn ihm irgend elwaS gegen den Strich ging, dann ist er in den A.« uwd S.-Rat gelaufen. EiSner war kein geschlossener, fester Charakter. Er hat sich viel von Stnn- rnunnen leiten lassen. Hebet da« Attentat im Landtag bekundet der Zeuge noch, daß er gegen Nechenbach, der die Nachricht von der Ermordung CisncrS brachte, gegen diesen jungen Menschen mit seiner übergeschäftigen Weise, mit seinem Hervordrängen eine starke Antipathie hatte. Fscheidbach hat auf Eisner einen unheil- vollen Einfluß ausgeübt. Ich bin der festen Ueberzeugung, daß jenem Dummenjungenstreich, der Oesfnung des österreichischen Kuriergepäcks. Fechen Vach nicht ferngestanden hat, wenn er sie nicht gar veranlaßt hat. iBewegung.) Ich stand Auer so nahe, daß ich ihn unzweifelhaft gewarnt hätte, wenn ich die Mitteilung Fechen- bachS als wohlgemeinte Warnung hätte ansehen dürfen. Bors.: Waren Sie der Meinung, daß sich da? Attentat auf Auer auch ohne das Attentat auf EiSner abgespielt halte? Zenge: E» wäre auch so gekommen.(Große Bewegung) Der revolutionäre A.« imd S.-Ra! wollte djn L»«dt«g meiner Meinung nach unter allen Umständen am Arberteu verhindern. Der bekannte Sauer hat ein- mal im Ministerrat— das war ja auch eine so eigentümlich Ein- richtung, daß verschiedet Herren einfach in den Ministerrat kam- men konnten— erklärt, de«: Landtag käme»immer zusammen. Was die Vorwürfe anbelangt, daß Auer gegen die Revolul!»« gearbeitet habe, so möchte ich bemerken, daß ich daS für vollkommen ausgeschlossen halte. Auer war eS vollkommen klar, daß infolge deS unglücklichen Krieges die Monarchie durch die Republik albgelost werden würde. Es ist ihm nicht eingcfagr». die Monarchie wieder einführen zu wollen. Hie Verhältnisse in der Regierung waren ja allerdings außerordentlich bedrohlich. Klingelhöser war auch einer von denen, die immer zum Bösen eingegriffen haben. Dieser Klingelhöfer war einer der Schlimmsten. Es war damas» ein« Regierung da, der nach dem Ausscheiden E'SnerS der Mann fehlte Die A.- und S.-Räte haben dahin gearbeitet, der Regie- rung jede Macht aus den Händen zu nehmen. Vors.: Bon den Angriffen gegen Auer haben Sie wohl auch gehört? Zeuge! Ja« wohl, ich habe es gelesen. Ich glaube es aber nicht. Auer hatte etwas, was vielen Revoluttmistyoen einfach fehlt: Berantwort- lichkeitsgefübl! Mich wundert tmr eines. Wie konnten alle diese Dinge, die man ihm jetzt zum Borwurf machte, ver- schwiege« dtabea? Gin Mann, der so beiastet gewesen wäre, den ' hätte wm wirtet ttmftfintwa stützen mtlffe». Warum hat mau daS nicht getan? Schon aus diesem Grunde glaube ich, wird man die Richtigkeit aller dieser Behauptungen bezweifeln müssen. R--A. Sauter: Minister Auer hat in seiner kommissarischen Vernehmung behauptet, zwischen ihm und EiSner habe ein gsvisseS Freund- schastsverhÄtnis bestanden. Das würde doch im Gegensatz zu Ihren Ausführungen stehen. Zeuge: Ihr politischer Gegensatz war außerordentlich stark; dabei muß ich schon bleiben. Sie kamen mir beide bor, wie zwei mit Oel eingeschmierte Ringkämpfer, ine sich gegenseitig zu fasten suchten. Der.Vorwärts" hat einmal he- hauptet, Eisner sei schwer zu überzeugen, wenn er im Irrtum jeu EiSner war fast immer im Irrtum. Man mußte sagen, er war fast ein politisches Kind. Gewiß tvar EiSner ein bedeutender Mann, aber kein Staatsmann. In der Ministerratssitzuug am 20. Februar hat er sich benommen, als sei er außer Rand und Band. Und im Ministerium des Aeußeren hatten sich während seiner Leitung allmählich Zustände entwickelt, die die reinste Bordellwirtschaft waren. Und Eisner hat mit offenen Augen dem allem zugesehen.— R.-iil. Taub: Stimmt es, daß sich die Beziehungen zwischen Eisner und Auer verschärften, als Auer versuchte, Eisner auf einen Gesandtenpasten abzuschieben?— Zenge: Ja. es waren solche Bestrebungen im Gange. Eisner erschien ein Unheil für Bayern. So entstand von selbst im Ministerium der Gedanke, Eisner einen Gesandten« Posten anzubieten, um ihn so unschädlich zu machen. EiSner war darüber natürlich sehr verärgert und hat den Posten zurückgewiesen, weil er in seiner unhetmlichen Eitelkeit von seiner vermeintlichen Machtstellung in Bayern nicht ablasson wollte. Eisner war ein Mann von icharjem Verstaut), aber ohne jede Vernunft. Msschußberatungen. Ein« Wohnungsnowcrordnung verabschiedete der Volkswirt- schaftSausschuß der Nationalversammlung. Danach können an Stelle der ordentiicken Gerichte zur Eulscheidung über Streitig« leiten bei Entschädigung für enteignete Grundstücke von den LandeSzentralbehördcn lokale BcrusungSbehörden eingesetzt werden. Weiter werden Bestimmungen getroffen gegen den Schleich- Handel mit Bau st offen. Außerdem können die WohnungS- lommissare Ziegeleien und andere Baustoffwerks zur Wieder- aufnähme des Betriebes z w i n g«Tr. Ferner wurde die Gellungs« dauer der Verordnung zum Schutz der Kriegsteilnehmer gegen ZwaugSvollstreckungen verlängert. Der WohnutgSausichuß will beim Präsidenten der Nationalversammlung beantragen, daß auch ihm das Recht eingeräumt werde, Verordnunge» für die lieber- gangSzeit Gesetzeskraft zu verleihen. Der Betricbsräteansschust setzte daS Wahlalter auf 18 Jahre fest. Wählbar zum Betriebsrat sind Arbeiter beiderlei Geschlecht« mit dem Alter von 2s Fahren. Der Stcuerausschuß beschloß zu dem Antrag Trimborn über die Steuernocksichl, daß Vermögen, das nach Jnkrasttreten der Reichs- abgabeorditiing bei der Veranlaguug zur Kriegsabgabe vom Ver- mogensjuwachs und zum Reichsnolopfer der Steuerbehörde nicht angegeben wird, zugunsten deS Reiches verfallen soll. Die Jnseratensteuer wurde im Ausschuß der Nationslversamm- lung kür das Umsatzsteuergesetz längere Zeit erörtert. Der demo- kransche Antrag, durchgehemdS nur 5 Proz. zu erheben, wurde gegen die Stimmen der Demokra-ten abgelehnt. Angenommen wurde da- gegen der Antrag Waldstein(Dem.), wonach sich die Inseraten- steuer von 10 Proz. bei den ersten 100000 M. Einnahmen jährlich auf 2 Proz., für die nächsten 100 000 M. auf 8 Proz. usw. bis zu 9 Proz. ermäßigt. Die Plakatsteuer wurde entsprechend einem sozialdemokratischen Antrage auf b Proz. festgesetzt. Angenommen wurde auck die Umsatzsteuer von 10 Proz. für AufenthaltSgetväh- vuilg in Gasthöfen. Pensionen usw.. sowie für die Aufbewahrung von Geld. Wertsachen usw. Auf Antrag der Sozialdemokraten wurde die Vermietung von Reittieren der gleichen Steuer unter- wovsen. Di? Gasthoffteuer soll nur erhoben werden wenn daS Eni- gelt für den Tag mindestens K M. beträgt. Ein radikaler Schwänzer. Der RechtsauSschuß der preu- ßisihen Landesversammluug kam zu etner Petition wegen Durck?» süchrung deS Prozesses gegen Fürst Philipp zu Enleuburg. Obwohl der Berichterstatter Abg. Dr, Rosenfeld(II. Soz.) nicht erschienen war, bat der Vertreter des JustizmiuisierS in die Verhandlung ein- zutreten damit er die nötigen Mitteilungen über den Stand der Sacke machen könne. Da der Berichterstatter jedoch auch die Akten an sich genommen hatte, konnte die Verhandlung nicht stattfinden. sondern muhte auf das nächste Jahr vertagt werden.(Warum aber gleich auf das nächste Jabr. seben wir nicht ein. Oder er- wartet man. daß Kurt Rosenfeld 1920 weniger— anttparlamenta-- risch sein wird?)__ kleine politische Nachrichten. Im preufiischen Schulkonflikt wird zwischen den Mehrheit»- Parteien und der Regierung verhandelt. Was d i e schreien, die grundsätzlich und verantwortungsscheu draußen stehen und nur Klamauk ersehnen, ist unerheblich. Kein Steuerprivileg. Die interalliierte Rheinland-.Konrmission hat entschieden, daß alliierte Firmen im besetzten Deutschland den deutschen Steuergesetzen zu folgen haben.(DaS Geld fließt eben in di« Enteutekasse.) Der Gesetzentwurf üb« die Aushebung der MilitilrgerlchtSbar- keit ist bereits fertiggestellt und wird in kürzester Zeit dem RsichSrat und de: Nationalversammlung zur Beschlußfassung zugehe«. 11 Eisenbahuwagen mit Lebensmitteln an das Proviantamt Rastatt und von diesem sind laut„HeereSverordirnngSbtatt" spurlos verschwunden. Aus dem Inhalt: S17t Sack Roggen- mehl, 300 Sack Gerstenschrot, 8 Stück Rindvieh, 64 Kisten Wurstkonserven, 44 Kisten Margarine, 21 Kübel Käse, 9 Kisten Butter. 10 Kisten und 40 Faß Kakao, 23 Faß Knochenfett, 808 Sack Speisemehl, 80 Kisten Nudeln, 80 Kisten Backobst 80 Sack Gerstenflocken, 17 Sack Grütze, 48 Faß Pökelfleisch, 290 Kisten Nindflei'ch in Dosen, 100 Faß Heringe, 200 Sack Bohnen, 1740 Sack Hafer. 760 Sack Rohkasfe, 230 Sack Eichelkaffee. Ein Ruhmes- blatt für unser« Eisenbahnen! - Der belgische Wahlfleg. Vandervekde wies einen Fnter- Viewer daraus hin. daß 600000 Gcwerksckaitler einge ckrieben seien und die Sozialisten 6ö0 000 Stimmen erlangt hätten. Die Mäßigung der sozialistische» Partei iei ein dritter Grund des Sieges.— Der Demonstrationsstieik anläßlich der Verhaftung der drei soziali stücken Führer in Antwerpen ist beendet.— Die medizinisch-ckirurgische Gesellschaft von Lllttich wendet sick gegen den Veriuck englücker Pertönlickteiten, die M i l ck- (übe kür Deutschland im Jntereste der deutschen«linder zu retten. Die Geiellichafl fordert auf, sich stritte an den Friedens.vertrag" zu halten... Zum.Kammerpräsidenten"wurde der Sozialist Brunei mit 81 Stimmen gewählt, 71 fielen auf einen Katholiken. Schimps-Berichtignng. Herr D r. Schwabacher sendet unS zu der Bemerkung, die wir an sein Schreiben vom 7. Dezember angehängt haben eine über zwei Seiten lange Berichtigung. Ob- wohl Herr Dr. Schwobacker hervorhebt, daß er kein aktiver Ossiz'er ist. und obwohl er sich mir Betonung als„Dr. jur." bezeichnet, scheint dieser graduierte Jurist vom Zweck und Inhalt des Be- richrigungSparngrapben keine Ahnung zu haben, denn anstatt sachlicher R chiigstellungen sendet er nn» einen von Beleidigungen stroyeriden Schimpserguß gegen die Regierung. Da die Länge dieses Ergusses im umgekehrten Verhältnis zu der Bedeutung des Herrn Dr. Schwabacher steht, sehen wir uns zu einer Wiedergabe nicht veranlaßt. verbanöstag öer Glaser. 9>n Zentralvcrban-d der Glaser hielt vom 7. Dezember bis 9. Dezember in Erfurt feine 14. Generalversammlung ab. Der Verbandsvorsitzenbe Eichhorn- Karlsruhe legte einen Geschäftsbericht vor, der von einem sehr bewegten Abschnitt Kunde gab und sich über 7 Jabre erstrecfie. In einer langen Aussprache ivuvde die Tätigkeit der VerwaU tung sachlich, aber scharf kritisiert. Unter der Führung der Berliner lind Leipziger Kollegen gingen die Redner mit dem Vevbandsvor- stand, mit der Schreibweise des„Glaser", besonders aber mit der Haltung der Gencralkommission scharf ins Gericht. Ein Teil der Redner verteidigte den Hauptvorstand, soweit die gewerkschaftliche Hallung in Frage kam, mit der polirischen könnten auch sie sich nicht befreunden. Die Delegierten, die Anlgnger der rechtssozia- listischen Partei sind, wie die Hamburger Kollegen hätten Wünsche anderer Art; es müsse mehr anfeuern!» und der neuen Zeit ent- sprechend gearbeitet werden. Eichhorn verteidigte sich im Schlußwort lobhast gegen die An- griffe. Er venvies auf die Schwierigkeit der Kriegsjahre, auch er, als einer, der 40 Jahre Parteimitglied sei, wisse, was der Arbeiter- schaft fvommt. Die Linke müsse erst noch zeigen, ob ihre Politik, besonders die Gewerkschaftspolitik, Früchte trage. Bis jetzt zeigt es sich, daß auch die Opposition gewerkschaftlich mit Wasser kochen müsse. Mit 16 gegen 12 Stimmen, bei 3 Stimmenthaltungen, wird folgende Resolution angenommen: .Die 14. Generalversammlung der Glaser Deutschlands ist mit der Tätigkeit des Haupworstandes während des Krieges, die immer nur das Durchhalten und Aushalten predigte und mit der Generalkommission durch dick und dünn ging, sowie mit der Schreibweise unserer Fachzeitung, die immer nur die sozial- revisionistische Richtung vertrat, nicht«inverstanden. Wir verlangen für die Zukunft nur die Arbeiten de? Haupt- Vorstandes in sozialistiich-revolutionärem Sinne, desgleichen die Haltung unseres FachblatteS." Am zweiten Verhandlungstag rcferierteParteisekretär S cholz. Erfurt über das Rätefhitem. Er zeigte den Delegierten zunächst, wie die Revolution wirtschaftlich vollkommen versagt habe, weil die Arbeiterschaft nicht sozialistisch genug geschult war. Wenn wir in der weiteren Entwicklung der Revolution dem sozialistischen Ge- danken zum Durchbruch verhelfen wollen, müssen wir durch da» Räteshstem einbringen in die Urzell« der Wirtschaft, den Betrieb, müssen Arbeiter und Angestellte schulen, um einmal den Betrieb übernehmen zu können. Das russische Beispiel wollen wir nicht nachahmen. Wir brauchen die Intelligenz. Die Betriebsräte wollen wir mit der Produktionsleitung vertraut machen. Das ist keine Partei frage, daran sind alle gleichmäßig intere ssiert. Wer sie zur Parteifrage macht, versündigt sich am Nätesysietn. Es wurde eine Resolution Eichhorn beschlossen, die da? Räte- stsstem anerkennt und die Regierungsvorlage verwirft. Hieraus sprach He i n k e- Berlin über den Schutz der Glaser auf Bauiei:. Das Referat klang in einen Appell aus, nun in der Frage des Bauarbeiterschutzes wieder scharf vorzugehen. Berbandsvorsitze, wer Eichhorn hielt im Anschluß daran einen Vortrag über den Reichstarif. Er untersuchte seine Bor- und Nachteile und sinn zu dem Schluß, daß die jetzige Zeit nicht geeignet erscheine, den Reichstarif zur Einführung zu emp- fehlen. Man müsse ruhige und stabilere Zeiten abwarten. Die Diskussion bewegte sich fait nur in ablehnendem Sinn«. Der BerbandStag bekräftigte die schon 1913 eingenommene ablehnende Haltung. Nach einem Referat von Müll er-Hamburg über daS Lehrlings wefen wurde die Statutenberatung vor- genonwnen. Der Verbandstag erhöhte die Beiträge von 9v Ps. auf 1,30 M. wöchentlich Für Frauen beträgt der Beitrag 90 Ps., für Jugendliche 40 Pf. Die Unterstützungen wurden dem Holzarbeiterverbande enge» paßt. Ter Sitz des Verbandes wurde von Karlsruhe nach Leipzig verlegt. Als erster Vorsitzender wurde Eichhorn wiedergewählt, erster Zentralkassierer wird L e i b n i tz- Leipzig. Der Ausschuß wurde von Leipzig nach Hamburg verlegt. Ueber die V e r sckme I z u n g s s r a g e soll 1922 vor dem Verbands rag eine Urabsiin»nung vorgenommen werden, wobei die einfache Mehrheit entscheiden soll. Die Recht« des Verbandsbei- rates wurden erweitert. Der nächste Verbands lag findet 1922 in Halle statt.____ GewerkslWsbewWng Der Achtstundentag für üas krankenpflegeperfonal. Angeblich plant das Reichsarbeitsministerium den Achtstundentag auch für daS Krankenpflegepersonal stveng durchzuführen. Tanr.i beschäftigte sich in diesen Tagen der Verband der an Privatklinikcn tätigen Äerzte Groß-Berlins. Sie betonten übereinstimmend, daß eine Welche mechanische Uebertragung der Verhältnisse in gewerv- liehen Betrieben aus die Krankenpflege zum größten Schaden für b:e Kranken ausschlagen würde. Ein Schichtivcchsel der Schwester,! würde die Heilung der Kranken aufs schwerste gefährden, ein Schich,- Wechsel der Obern; und» der Operationsschwestern sei einfach nicht auszudenken. Die dadurch nötig werdende Verdoppelung des Per- fonals würde die Privatanstnlten, die überwiegend mit Kassen- und Armenkranken belegt sei«; und in hohem Maße als gemeinnützige Unternehmungen gelten müßten, so schwer belasten, daß sie schließen «nützten. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Ent- schließung an: .Wenn der Herr Minister für VolkSivohkfahrt die Vecani- Wartung für diesen Gesetzentwurf glaubt übernehmen zu können, so erklären wir als iadstundige Beurteiler der Bedürfnisse der Kranke;;, daß wir in; Namen der Volkswohlfahrt gegen die Grund- lagen des Gesetzes lebhaften Widerspruch erheben." Dazu wird der..S. K." von einen; partcigenössischen Arzt gc- schrieben, daß diese Aussassung von der gesamten Aerzteschast geteilt wird und bisher auch von den Vertretern der Medizinalbehörden stets betont wurde. Der Arzt wie jeder mit der Pflege kranker Mit- menschen Betraute arbeitet»ich; an einem toten Material, das man nach Schichtwechsel einem beliebigen anderen Arbeiter zur weiteren Behandlung überlassen könnte. Der Kranke hat vielmehr eben in- folge seiner Erkrankung das umviderstehliche Bedürfnis, sich seelisch an seinen Arzt und seinen Pfleger anzuschließen. Jeder, der selbst schwer krank war, wird gestehen, daß das persönliche Vertrauens- Verhältnis zwischen dem Kranken und der Pslegeperson der locsent- lichsre Bestandteil der Krankenpflege überhaupt ist. Die korholische > Krankenschwester hat deshalb lo große Erfolge, erwirbt darum einen so großen Anteil an dem Gefühl der Zufriedenheit und auch an der tatsächlichen Genesung der Kranken, daß sie sich selbst aufgibt und pur ihrer hohen ethischen Aufgabe lebt. Dieser seelische Faktor spielt eine ungeheuer große Rolle bei dem ganzen HeilungKprozeß. Man nutz von Krankenpslegeversonen erwarten, daß ihnen das Heil des Kranken das oberste Gesetz ist. Es soll keineswegs verkannt werden, daß die Krankenpflege eben wegen des niemals zu eutbehrenden seelischen Einfühlens in den Gemütszustand des Kranken außerordentlich hohe Anforderungen an das Pflegepersonal stellt, wesentlich höhere Anforderungen als etwa an den Arzt, der den Kranken nur kurze Zeit sieht. ES ist daher die Forderung der Schwestern und Krankenpfleger nach aus- reichender Erholungszeit durchaus berechtigt. Wenn diese Erholung aber in dem Achtsiundenarbeitstag gesucht wird, so ist daS eine Ber- kennung des Charakters der Kvanrenpslege. Der mechanische Schichtwechsel würde einen unwiderbringlichen Schaden für die Kranken bedeuten, hohe ethische Werte vernichten und die ausopse- rungsrolle Tätigkeit als Krankenpfleger künstlich mechanischer Arbeit angleichen. Wir haben geglaubt, von dieser Auffassung ans Aerziekreisen Notiz nehmen zu sollen, obwohl wir uns ihr nicht völlig anschließen können._ Spandauer Kündigungen. Zu der im„Vorwärts" Nr. 628 veröffentlichten Notiz über Massenkündigungen bei der Abwicklungsstclle des Spandauer Feuer- werkslaboratoriumS schreibt uns der RcichSabwicklungSkommissar Gen. GrzesinSki: Im Interesse der Staatsfinanzen müssen die AbwicklungS- geschäfte so schnell wie möglich durchgejsthrt werden, die Zahl der für sie tätigen Personen muß daher rn�as geringste zulässige Maß eingeschränti werden. Da nun bei der Umwandlung der ehemaligen Heereswerkstättcn zu kaufmännisch geleiieten Reichswerken ange- nommen wurde, daß die bei ihnen beschäftigten Beamten als solche übernommen werden würden, beschlossen die Beamten, bei den Reichswerken zu bleiben. Es wurden daher für die Abwicklungs- stellen Angestellte vorgesehen. Als aber im November d. I. durch Mini sie ria übe schliß vom 27. Oktober 1919 bekannt wurde, daß bei den Reichswerken die Becmiten nur als Angestellte beschäftigt werden dürfen, erklärten diese, ihre Beamtenrechte nicht aufgeben zu wollen; sie verweigerten den Uebertritt zu den Reichswerken und verblieben be' den Abwickluugsstellen. Da die Beamten in einem unkündbaren Vertragsverlsältnis zum Staate stehen und'hre Zabl für die Erledigung der Abwicklungsgeschäfte allgemein ausreicht, m u ß die Entlassung von Angestellten im Finanzinteresse d«S Staates erfolgen. Wo die Leiter der AbtoicklungSstellen m unrichtiger Auslegung der die Kündigung der Angestellten anordnenden Verfügung gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen haben, sind die Kündigungen sämtlich zurückgezogen worden, wobei ausdrücklich betont war, daß nicht daran gedacht worden ist, ,'chwer Kr.egZbelchädigte auf die Straße zu setze». Ebenso sind Schritte eingeleitet, denjenigen Per- sonen. Welche mit Zustimmung der Angestelltenausschüsse in Anbe- tracht der Sachlage zum 1. Januar 1920 aus den Heereswerkstätten ausscheiden, die zweite Rate der B escha s sun gdb e i lsi zu erwirken. Endlich sei bemerkt, daß es nicht angängig erscheint. Aug'stellte nach Gruppe II zu bezahlen, wenn zur Ausfüllung ihrer Posten seit Jahren eingearbeitete, mit der Materie vertraute Beamte«zur Verfügung stehen. Selbstredend darf ein Angestellter der Gruppe II, dessen Funktion durch einen Beamten übernommen lpird, erst dann in seinen Bezügen herabgesetzt werde», wenn keine gesetzliche Kün- digungSfrist abgelaufen ist und er sich bereit erklärt hat, in Gruvpc III mit' mechanischen Arbeiten weiter beschäftigt zu werden. __ A. Erzesinski. Der Gewerkschaftstag de? ZentralverbandeS der Film- und Kino- angehörigen Deutschlands findet am Dienstag, den 16. Dezember. vormittags 9 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel« ufer lö, statt. Eine Konferenz sämtlicher Obleute der Arbeiter und Angestellten der ehemaligen HeereS- und Marinebchörden, jetzigen Re'ckSbetrieben des Deutschen Reiches, findet vom 18. bis 20. Dezember im Fest- saa! des Herrenhauses statt. Tagesordnung: 1. Umstellung der Reichsbeiriebe. 2. Sozialpolitischer Ausbau, 3. Siellung zum Be- lriebSrätegesetz, 4. KriegSbeichSdigtenfrage. Zu dieser Konferenz find die Vertreter der Regierung, ebeni'o der Hauptverwaltung und Vertreter der einzelnen Fraktionen der Nationalversammlung sowie der Parlamentarische Beirat insgesamt eingeladen. Reichsbehörden, denen eine besondere Einladung noch nicht zugegangen ist, werden um Mitteilung an die untenstehende Adresse gebeten: Jabny. Spandau, Hohen, ollernring 104. SiemenSkouzer«. Klelubau und«lmowerk. Transport-, Hflkt- arbeiter und-arbeuerirmen l Montag, den 15. Dez., nachm. 4 Uhr, Versammlung bei Lange, Keitzstr. 20. Wirtschast. Em- und Ausfuhrpolitik. Wie die P. P. N. zu berichten wissen, hat das Reichskabinett über die Grundlinien der Ein- und Ausfuhrpolitik Be- schluß gefaßt. Um eine Verschleuderung deutscher Waren an das i Ausland künstig zu verhüten, ist eine Verordnung m Vorbereitung, über die noch der Reichsrat und der volkswirtschaftliche Ausschuß der Nationalversammlung zu beschließen haben wird, und die auf auszuführende Waren eine„Grenzübergangsabgabe" legt.' Diese Grenzübergangsabgabe soll nur für diejenigen Waren vom Reiche selbst erhoben werden, deren Aussuhr nicht durch einen Selbstverwaltungskörper der Industrie, Außenhandelsftelle genannt, kontrolliert wird. In den Außenhandelsstellen sind Arbeit- geber, Arbeiter, Handel und Verbraucher vertreten. Sie existieren bereits für sechs verschiedene Gewerbezweige wie Kohle, Kali, Eisen und Chemie, für andre Gewerbezweige dürften sie demnächst eingerichtet werden. Auch die AutzenhandelSstellen erheben Export- abgaben, die aber zum Teil sozialen Zwecken, zum Teil auch dem Reiche zugeführt werden. Tie Hamburger„Produktiv»". In der Generalversammlung des bekannten Konsum-, Bau- und Sparvereins„Produktion" wurde berichtet: Mit 15 000 M. Anfangskapital wurde einst der große Wurf gewagt, Hamburg für die Genossenschast zu erobern. Der Umsatz betrug im ersten Jahre 163 000 M. Dieser Umsatz wird jetzt in kaum einem halben Tage erzielt. Die Mitgliederzahl stieg von 2800 auf 110 000, die Zahl der Verkaufsstellen von 6 auf 224, der Notfonds umfaßt heute über 3 Millionen Mark. An Rückvergütungen find den Mitglie- dern in den abgelaufenen 20 Jahren rund 10 Millionen Mark zu- geflossen. Alles dieses konnte nur erreicht werden, weil im Statut der„Produktion" Vorsorge getroffen war, daß die durch die Ge- meinschafi ausgebrachten Gelder nicht verzettelt, sondern angs- sammelt werden, um die Entwicklung des Unternehmens zu för- dern. Mit dem Aufheben der Blockade konnte daran gedacht wer- den, die geleerten Warenlager wieder aufzufüllen, und die Ver- waltung der„Produktion" bat es sich angelegen sein lassen, nach Möglichkeit Vorsorge für die nächsten Monate zu treffe!;. Die „Produktion" hat im Juli eine Anleihe von 5 Millionen Mark in tsiiprozentigen Teilschuldurkunden ausgelegt, die gute Aufnahme gefunden bat, wenn sie auch noch nicht voll gezeichnet ist. Ueber diese Geldbeschaffung hinaus aber haben Kredite, namentlich von genossenschaftlichen Instituten, darunter auch den schwedischen � Genossenschaften, aufgenommen werden müssen. Der Umsatz ivon mehr als 100 Millionen Mark in diesem Jahre er- j fordert, daß größere Mittel als bisher dauernd im Warenbestände ! festgelegt werden müssen. Dazu ist die Schaffung neuen eig nen ! Kapitals notwendig. DaS eigene Kapital muß immer in einem bestimmten Verhältnis zu dem in Waren und Einrichtungen in- vestierten Kapital stehen, nur so kann daS solide Fundament des Unternehmens gewahrt bleiben. Deshalb schon ist die Erhöbung deS Geschäftsanteils von 30 auf 100 M. eine dringende Aufgabe, die nicht weiter hinausgeschoben werden kann. Die Einzahlung auf den Gesckäftsanteil erfolgt in der Regel durch Zuschreibung der Rückvergütung. Die Einzahlung kann auch a;:S dem NotfondL- guthaben erfolgen._ Bue aller Welt. Grubenunglück. Auf der Glei witzer Steinkohlenyrube er» eignete sich eine Explosion, bei der 7 Bergleute verwundet wurden. Ein Schlepper wurde durch den Luftdruck in einen Stempelschacht geworfen und kam dabei umS Leben. Der Empfang. In Nevada drang nachts ein Bär in ein Wohnhaus. Die Frau machte nicht erst Licht, da sie annahm, ihr Mann sei aus dem Wirtshaus hereingetorkelt. Sie empfing ihn so, daß der Bär, sobald er loSram. weit weg flüchtete. ES heißt, daß seine Bekannten ihn nicht wiedererkannt haben. Silüungsveranftaltungen. B ezirksbil dungsauSfchust Groß-Berli«. Theatervcranttaltung im Kleinen Gchausplelbau», Fofanenftt. 1, am Bahnhof Zoo, Sonntag, den 14, und 21. Dezember, 3 Uhr,.Emiita « a I o 1 1 i Platz 1.6s M. Perlvwng der Plätze im Vorraum de« Theaters 21/, Uhr. Karten in den.PorwärtS'-Speditionen, in denen Plakate aushängen, in der Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, und im Zigli'.rengeschäft von Horsch, Engeluscr 15. Märchenvarlesungcn jür große und New« Kinder Sonntag, den 14. Dezember, 4 llbr. 1. Stulaula. Eckertstr. 16. Vortr.! Frl. Maria Schiplmann. 2. Sarnlaula, Lüttich er Str 47/48. Bortr.: Frau Elsa Kühne. L. Schulaula, Watlstr. 16. Vortr.: Frl Elsiiede John. Adresse des BezirlsbildungSauSschnsses(Ärog-Berfin: tzllbert Herlitz, Lindenstr. 3 2. Hos IV. Zimmer 10. Tel. Mpl. 14714._ Verantw. für den tebafUon. Seil:«täte gUIet, Charlottenburg: füt Anzeigen: Ttz.«locke, Berlin,«erlag: Borwärts-Tertaq®. rn. b. f>.. Berlin. Druck: Bor- ivarts-Buchdruckerei u. SJcclassanftall Paul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. tz. Hierzu t Belüge. OSRAM WW m mm %■ OSRAM AZO AZO mit Edelgas geffllll Ein Meisterstück der Beleuchtungstechnik