|lr.644.36.3ril|rg. BezuaSvvetS t «terteliäljrL 10�0 j)l;.monatl.3ÄITOt iitt in«»ou«. oorau« lahlbac. Past- be-m? MonalUch iSO Ml. ftfL Zu- IteUunqstifbübt Uni»«rtujbanb[Ut D«lll>ch>ans und Oeftemtd)- Ungarn 5,7'> Mb. ritt Oos übrige-Jlualanb 10.75 MC bei iäglich einmal,'eilung 875 Ml. Paftbeiiellungen neomen an Dänemark. MOlIanD, lai-embucg, Schwaben n. die Schweiz. Singeiragen >n die Pokl-�eiNings-Preisiiile. Der..Dorwkiri?" mii Ser Sonnlag»- beilage.Vol! u. Seit" erichemi wochen- iSglich zweimal. Eonniag« eiiilwU. AKend-Ansflalie. Teleqraaim-Äbreffe «Sozialäemobri» SerNn». Nerlinev vollt?»blatt (iSPfenirg) AnzeinenpretS: Die achtgeipnllene Slonoaretnezeiie 'oft et lÄ) M., Teuernngsznlchlag 00°/» .Steine Slnjeigco". boo ieii- gebruckie Worl 75 Pig. lzulälsig zwei letlgebniikie'Marie!, lebe« wettere Worl 50 Pfg. Liellengeiuche und SdilaffteUenansetgcn boo erste Mar: S5 Pfg., lebe« weitere War! 40 Pfg. Warle übet 15•üiidiftaben zählen tür zwei Warle. Teu4rungazuschlng 50°.,. Familien- Anzeigen, paliiische und gewerüchaliliche Verein»■ Anieigen 1,60 Ml. bie■teile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Atze nachmittags>m jSoupigefdiäft. Perlin CW 68. Linbenlitahe 3. abgegeben werben, ffieetmet oan» Uhr irüh bis 5 Uhr abenb». Zcntralorqzn der rozialdcmohratircbcn Partei Deutfchtanda Reöaktion und(Expedition: EW. �8» ünöenstr. Z. arrnivrertier: Amt Morispla«. Rr. tSI UO— Mitttvoch, den 47. Dezember 1V4V. vorwärtS'verlag G.m.d. h.» EW. HS» Lindenstr.?. arrntprrchkr: Am» Morinvlon. Nr. 1 1 7 Das deutsche Südtirol. Der Krieg hat auch in Italien die Gier der Kriegs- gewinnlcr und den Wucher des rücksichtslosesten Kapitalisnins enthüllt. Er hat unter dem Druck einer unerhört harten Disziplin das Selbstgesühl des italicnischl.'n> Proletariats erwachen lassen und ihn willenssest und widerstandssahig gemacht. Daher der Ausfall der Wahl, die den Sozialdemo- traten mehr als 159 Sitze brachte. Der Krieg hat mehr getan. Er hak die größten Eni- tauschungen gebracht und die Spekulation auf Gewinn aus der Zerstörung gründlich widerlegt. Denn was die Italiener in der Adrta geivonnen haben, ist dadurch wertlos geworden, daß die von Frankreich gestützten Jugoslawen sich als breiter, wass.'i/starrender Gürtel um das erworbene Gebiet legen und den Weg nach dem Osten absperren. In Tirol aber sollte Italien bereits auf Grund friedlicher Angebote Oester- reichs die welsckzen Bezirke erhalten. Daß ihm durch den Londoner Vertrag und durch den„Frieden" von St. Germain das alte deutsche Etsch- und Eisackland bis zum Brenner zugesprochen worden ist, bedeutet ein Danaer- gescheut, gegen das die italienisck)? Sozialdemokratie wie alle einsichtigen Italiener von Anfang an protestiert hat und das für die Eitelkeit der italientschin Militaristen kaum aus- reicht, um die Enttäuschung über die übrigen Mißerfolge des Krieges zu verbergen. Im ganzen Mittclmeergebiet sitzen nun England und Frankreich. In Nordafrika stößt das einst den Türken geraubte Tripolis überall an den Machtbereich der„Vcrbün- deten" und ist ein Tor, das in kein Aaus mehr führt. Im Orient hat der Grieche bei der türkischen Liquidation, wenn es überhaupt zu einer solchen kommt, noch immer bessere Aussichten als der arme Jtaliano. Statt phantastisckier Kriegsentschädigtingvn eine fast unerträgliche Schul- den last, zum großen Teil dein Auslande in Gold verzins- lich und hierfür jährlich mehr Gold verschlingend, als der Goldbestand Italiens vor dem Kriege Uberhaupt betragen hat. Völlige Abhängigkeit des italienisdteit Marktes von der Huld Anicrikas, Mangel an Kohle und Rohstoffen, eine sin- kende Valuta, die heute schon zum Schweizer Franken nur mehr ein reichliches Drittel des Friedensstandes zeigt, riesige Teuerung, die durch keine noch so hohen Löhne ausgeglichen werden kann, Arbettsunlust in allen Kreisen, allscit'ges Mißtrain?»— das siibd die Früchte, die an den Kriegslorbeeren reiften. Dafür mußten Hundert- tausende armer Burschen verbluten. Kein Wunder, wenn die italienischen Wählcrmassen durch ihre Abstimmung den Kriegshetzern eine gründliche Absage gegeben haben. In Frankreich, das heule in Europa den« Herd der Reakti on bildet, dessen neue Kammer, gewählt auf Grund eines veralteten und verlogenen Wahlrechts, ein Werkzeug des Chauvinismus zu werden droht, regt sich daher schon das schlechte Gewissen. Blätter vom Schlage des „Temps" warnen vor einem möglichen Abrücken Italiens von der Entente und Annäherung an das Deutsch- tum. dessen politische und wirtschaftliche Verfassung den Italienern von heute und moraen sympathischer sein muß. Wir müssen abwarten, ob die Italiener die ersten sein werden, die auch in der Außenpolitik wieder zu Vernunft und Einsicht kommen, die den Boykott gegen das deutsche Volk aufgeben und auch uns das Recht der S e l b st b e» st> m m u n g und da? Recht auf Einhaltung, fester Vcr- sprecbungen— w'e z. B. der 14 Wilson-Punkte— zubilligen. In einer Hinsicht aber knüpfen sich an den Ausfall der italie- nischen Kommcrwahlen allerdings bestimmte Hoffmtngen. und zwar in bezug auf das Schicksal Deutsch-Süd- t i r o l s. Diese Hoffnungen sind nicht überschwenglich. Gewiß hat die italienische Sozialdemokratie von Anbeginn mann- hast gegen die Annexion dieses rein deutschen Landes pro- testiert: haben Tiroler und italienisebe Parteigenossen bei wiederholten Zufammcnkünsten sich der Solidarität in dieser Frage versichert: ist bei Verhandlungen Tiroler Politiker mit italienischen Sozial skn in Bern das S c l b st b e st i m- mungsrechk sür Deutsch-Siidtirol zugebilligt worden: hat schließlich die itol'enische Sozialdemokratie die freie Selbstbestimmung Dcutsch-Südtirols, also die Verwerfung der Annerion, geradezu in ihr Wahlvrogramm aufgenom- men. Sicher werden die italienischen Sozialisten diesen Grundsätzen treu bleiben. Ob aber infolgedessen volle Freiheit für das unter- drückte Land schon in nächster Zeit erwartet werden kann, ist zweifelhaft. Die Sozialdemokratie ist noch immer ein? Min- derheit in Italien, und ob sie als solche die deutsch-slidtiroler i Frage nach ihrem Willen aestalt?n kann, ist fraulich, w'e es auch kraalich bleibt, ob selbst eine anuerionsie'ndsiche Mebr- � heit in Jtal'en, die immerhin denkbar ist. für? nächste schon das Unrecht von London und St. Germain gutzumachen und Teutich-Südtirol freizugeben vermöchte. Ties« Fragen greisen unter den heutinen Verhältnissen- über Italien hinaus. Zu viele Auf-enstebende nehmen in! Anspruch, daran beteiligt zu sein. ES bleibt abzuwarten,! Sie Ententehilfe für Gefterreich. Der Oberste Rat in Paris gibt folgenden Veriöftt übet die Verhandlungen, die R e n n e r um die Hilseleistung für das verhungernde Oesterreich führt: Nach dem Vortrag j des Staatskanzlers Nenner crkiätte der Vorsitzende des Or- l ganisationskomitees der Reparationskommission L o u ch e u r. nachdem er den Beschluß des Obersten Rats mitgeteilt hatte, zunächst die sofortige Abscndnng von 30 000 Tonne« Getreide, die bereits in T r i e st lagern, nach Oesterreich zu veranlassen. Die Alliierten würden Slldslawien einen Kredit ge- währen zur Lieferung von Lebensmitteln an Oester- reich. Eine eigene vom Obersten Rat eingesetzte Kam- Mission werde sich mit der Durchführung dieser Lebens- mitteltransporte beschäftigen. Drittens würde, wenn möglich, binnen einer Woche entschieden, welche von den zurzeit der Reparationskommission verpfändeten österreichischen Aktiven zur selbständigen Kreditbeschaffimg freigege- b e n werden sollen. Viertens erteile der Oberste Rat seine Zustimmung zur Beendigung der Verhandlungen der österreichischen Regierung mit einem holländischen Konsor- tinm wegen Verpfändung des osterrcichifchen Tabe.kmonopokS. Der hieraus zunächst zu erzielende Vorschuß von 39 Millionen holländischen Gulden wäre in erster Linie zum Ankauf der notwendigen Lebensmittel zu verwen- den. Fünftens würde die Reparationskommission das vom Staatssekretär d'ed Volksernährung ausgearbeitete Programm sür die Ernährung Oesterreichs in den nächsten zehn Monaten unverzüglich prüfen. Staatskanzler Dr. Nenner dankte den Obersten Rat und hob die Notwendigkeit hervor, die Transporte aus Trieft schnellstens durchzusühren. Da die bisherigen Schritte zur Erlangung größerer Mengen Lebensmittel aus Sün- slawien fehlschlugen, bedürfe es des ganzen Ein- f l u s s e s der Alliierten, um die südslawische Aushilfe w i rk- s a m zu machen. Ferner betonte der Staatskanzler die Not- wendigkeit baldigster Entscheidung über die Freigabe von Aktiven, um Oesterreich im Auslande zahlungsfähig zu machen. Die daran anschließende Erörterung ließ erkennen, daß der Oberste Rat gewillt sei, den Wünschen Oesterreichs mög- lichst entgegenzukommen. ! wie Gut und Böse im ganzen. Spiel der Weltpolitik die Kar- teil weiter niischcn wird und wie lange die Völker sich das Spiel gefallen lassen. Eine innere Frage aber und unabhängig von anderen Staaten ist die Art der Verwaltung Deutsch-Süd- tirols unter italienischer Herrschaft. Was die Tiroler for- der«, ist Autonomie, ist die Wahrung der bestehenden Einrichtungen, vor allem die Erhaltung der deut- schon Sprache in Verkehr, Amt und Schule. Solckte Autonomie läßt sich nur sichern in einem einsprachigen Deutsch-Siidtirol, wo deutsche und welsche Interessen über- Haupt nicht in Konkurrenz trelen- und daher fordern denn auch die Tiroler eine besondere Provinz, die lediglich deutschsprachige Länder umfassen und sich vom Brenner bis Salurn erstrecken soll. Zwar ist bekannt, daß der Ziviwcrwalter Professor C r e d a r o die pelegentlichtn Auswüchse der Soldateska mißbilligt und im Grund seines Herzens die ganze Annexion deutscher Sprachgebiete für Unsinn erklärt. Aber er konnte gegen die mächtigen Leiter der militärischen Invasion nicht viel ausrichlen, und so haben seine wiederholten wohlwolleirden Zusicherungen an die Tentsch-Südtiroler mit Recht kein Vertrauen gefunden. Auch die römische Regie- rung ist in der Autonomicfrage über schöne Redensarten bisher nicht hinausgekommen. Auch der Ministerpräsident Nitti wollte sich die Annexionisten und Militaristen nicht zu Feinden machen, die ja gerade in letzter Zeit eine nun wohl erledigte Nebenregierung in Italien aufgerichtet haben. Aber nach dem Ausfall der Kammerwahlen wird den Deutsch-Süd- tirolern die verlangte Autonomie wohl nicht länger verwei- gert werden können. Daß die italienische Sozialdemokratie. als erklärte Geanerin der Annexion überhaupt, für die Autonomie als Mindestprogramm eintreten wird, ist selbst verständlich. Aber auch von katholischer Seite liegen Erklä rungen vor. die auf eine zustimmend« Haltung schließen lassen, nicht minder von den Giolittianern und anderen kleineren Gruppen. Damit ist die Majorität gegeben, und man kann erwarten, daß die Teutsch-Südiiroler währerd der hoffentlich kurzen Zeit ihrer italienisckwn Staatszugehörigkeit nicht allzu schwer zu leiden haben werden.' Das ist um so wertvoller, als jedes Unrecht, jedes Leid, das ihnen zugcsügt wird, ini ganzen deiitsck?en Volke nach- empfunden werden und d'e Verständiguna erschwe- ren würde, welche die mündig gewordnrn Völker Deutsch- lands und Italiens über Deutsch-Siidtirol früher oder später eingehen werden. D es? Verständigung aber kann nur auf der Grundlage des Selbstlft.'stimmrmgsrcchts für Deutsch- Südtirol erfolgen. Urban Licht. der Rückschlag. „TimeS" veröffentlicht einen von allen Arbeitern Kiews unterzeichneten Aufruf an die Arbeiter von West- europa und Amerika, in dem es heißt: „Riißland iii bae Ovie» einei prcfein kommunistischen I n t r» q e geweiden Die irreg."Äbtt«H ruisiichen Arbeiter, in deren Nomen die schamlosen U'ui polaren dos Land repieieie erklären der übriaen Welt daß der Kammnnismu» sich als voll- kommen midurchführbar erwie>rn hat. Die Kommiiiiisten baden die Jndunrie. den Ackerbau»nd dos Veikehreweien vernichtet und da» Boll in einen Zustand de» Lethungeru» und schlimmsten Elend» gebracht. Die tuisischen Arbeiter verwerfen den KommunieniiiS als falsche Lebre und lebnen die Kommunistensührer als Demagogen ab. Tie wollen gemeinsam mit den Intellektuellen deS Lande« den Weg der Evolution wählen um die noiwettdigen sozialen Reformen und ein« glück- liche Zukunft zu erholten." Wir können nickt nackprüsen, ob dieser Aukrnf echt lst, möglich ist er durchaus. Wohl keine Stadt hat den Bürger- kiteg so schrecklich kennen gelernt als Kiew, den Bürger- kiieg, den die Valschcwtli durch Wiederaufrichtung des inneren Geivaliprinzips entfesselten. Rate Armee, Pellittm, De»i- kin— ein ewiger Wechsel der Banden und Heersämien nach der driiticketi Okkupation, endlose Reprrssalieii, Erschießungen, Hungersnöte. Der Aufruf ist durchaus möglich. 5!nSner unü Marloh. Da die„Freiheit" auf unsere Feststellungen in der Sache Lindner— abgesehen von den üblichen blöden Schimpfe- reien— sachlich nichts zu erwidern weiß, so kommt sie mit der ihr üblichen Methode des Schwindels. Sie behauptet, daß der„Vorwärts" zu dein Marloh-Prozeß nicht e i tt e einzige Zeile aus Eigenem geschrieben habe. Wir stellen demgegenüber fest: Schon vor der Urteilsfällung hat der„Vorwärts" in Nr. 624 unter der Ucberschr!f-t„Der- schwörung pegey die Justiz" in schärfster Weise das Treiben der von Kessel und der übrigen Hehler der Tat gebrandmarkt und ein Einschreiten gegen diese verlangt. An dem Urteil selber hat der„Vorwärts" in Nr. 639 unter der Ueberschrift „Freigesprochen" eine pernichtcnde Kritik geübt, gegen welche die Freiheit nur einzuwenden hat, daß sie einer Korrespon- denz entstammte, die noch an andere Pareliblätter geht. Es kommt wohl nicht auf die Quelle der Kritik an, sondern auf ihren sachlichen Inhalt, gegen den selbst die„Freiheit" keinerlei Beschwerde vorbringt. Zur Bemhigting der„Freiheit" sei hier aber noch obendrein festgestellt, daß die be- treffenden Zeilen vosi einem Redaktionsmitglied des„Vorwärts" verfaßt waren, also in ieder Beziehung als eigene Meinung der„Vorwärts"-Nedaktion anzu- sp reckien sind. Aber bei dieser Gelegenheit m'öch'en wir nochmals an die„Freiheit" die ergebene Anfrage richlen. ob sie nun nicht endlich von dem unabhängigen Mörderschutz, der im Falle Lindner verübt worden ist. mit irgendeinem Wort abrücken möchte. Da sie sich dauernd unwissend stellt, wollen wir ihr noch folgende beiden Tatsachen zu Gemüte führen: Nach der Tat Lindners wurde von der Münchener Staatsanwaltschaft ein Fahndungsblatt gegen Lind- ner gedruckt. Die Anheftung dieses Anschlags wurde vom„Revolutionären Arbeiterrat" verbotenl Als der„Vorwärts" zum erstenmal den wahren Hergang der Sache schildert«, wollte ein barerisches Blatt,„Die Allgäner Zeitung" vom 27. Februar t9l9, diesen Tatsachen- bericht abdrucken. Der Abdruck wurde von der Zensur des Arbeiterrats verbot e n, das Blatt erschien mit einer großen weißen Lücke auf der ersten Seite! Dabei enthielt die Darstellung nur das, was jetzt einwandfrei gerichtlich s e st g e st e l I t ist. Diese Dinge wnrden am 3. März 1919 von uns festge- stellt. Wir haben niemalseinWortderMißbtlli- g u n g in der„Freiheit" gelesen. Oderts Seihilfe zur Flucht Luüenöorffs� Unter dieser Ueberschrift druckt die„Freiheit" in sensci- tionrller Aufmachung eine Mitteilung eines Berliner Miltagsblatts ab, das sich seinerseits wieder auf die dänische Zeitung„Politiken" als Quelle beruft. Ludendorff soll da- noch seit dem 3. November 1318 In Berlin seines Lebens nicht mehr sicher gewesen«ein und sich schließlich an den Genossen Ebert um Rettung gewandt haben. Eberl habe ihm er- klärt, daß die Regierung für Ludendorffs Leben nicht garan- tieren könne, aber ein Paß stände zu seiner Verfügung. So habe Lndendorff mit Eberls Hilfe am 12. November von Berlin abreisen und nach Schweden entfliehen können. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist die ganze Sache blanker, aufgelegter Schwinde.. Es ist charakteristisch, daß Berliner unabhängige Bmtter auS einer so unsicheren Quelle wie einem bürgerlichen ausländi- schen Boulevardblatt derartige Dinge ohne jede Nach- Prüfung abdrucken. Die„Freiheit" begnügt sich selbst- verständlich nicht mit dem Abdruck, sondern hängt der Nach- richt noch s ch w e r e B e s ch i m p f u n g e n an, die sich gegen die Person des Genossen Ebert richten. Keine Lüge ist so alb"? und durchsichtig, als daß nicht noch die Nnabbäng'gen, diese Freunde der lauteren Wahrheit, damit Geschäfte zu machen suchen. Es ist das dieselbe Art der Lügenkampagnc. durch die der beschränkte Schlächtergeselle Alois Lindner seinerzeit aufgehetzt wurde, den Genossen Auer niederzu- schießen._ Dr. Cchwabacher. Herr Dr. Säiwabacker, dessen erste Berickstigiinq wir wegen der darin enthaltenen Invekt'ven gegen verschiedene Peiionen zimickweisen mußten— übersendet uns nunmehr folgende Erklärung: J» slekle fest, daß ich trHtS am 25. Juni 1919, mit Rück« stK auf die Haliung der Regierung in der ssriedens'lage, meme sv'oriige Entlasiurig erdeten karte»nd daß diele erst am 1. Nov., d>m Termin, zu welchem fast alle Re'ervio'fiuer« mit Wücksichl a-ck die HeeleSvenniirderung aus der Reichswehr audschreecn. erfolai ist. Ich stelle serner fest, daß von einem.Racheakt" gegen den RerchSwebrnimister aar keine Rede fem kann, da hierzu für mich nicht der geringste Anlaß vor'aa. daß ich weder.dunkle Machen- scha'len in der Baliikiimanaelegenheir" getrieben habe, noch von trgendwem* an die Lust ge'etzr worden bin". Die Angaben Dr. Schlvabachers werden uns vom R e i ch s w e h r in i n i st e r i u m persönlich als richtig bestätiat. Wir nebmen daher kesiien Anstand, unser? An- gaben in Nr. 633, die ans einer Quelle stammen, die wir als unbedingt zuverlässig betrachten mußten, mit Bedauern zurückzunehmen._ Stekflerung öer 5ebensm'tte!erzeusuna. Zu dem Artikel„Gefahr im Verzug!" in unserem Blatte vom lt. d. M, erhalten wir folgende Zuschrift: Die Steigerung der Leb.msmiitelerzeugung iin eigenen Lande ist auch unter den jetzt gegebenen Arbeitsverhältnissen und mit den vorhandenen Arbeitskräften möglich, wenn in den einzeln. n Kreisen die richtige Anteitung gegeben und das Verständnis dafür geweckt würde. B, trachten wir uns einmal die großen Hauigärte-n in den Landgemeinden. Diese Gärten sind fast ausnahmslos nicht bebaut. Einzelne Obstbäume, vielfach verkrüppelt und teil-. weise abgestorben, stehen darin und' fristen ohne jede Pflege ihr kümmerliches Dasein. An den Seiten und hinten wuchern Weiden, Erlen und allerhand Dornengestrüpp wild durcheinander. Hier liegt eine volkserhaltende Quelle trocken, die sofort nutzbar gemacht werden kann. Der lange Winter gibt dem Landmann Zeit, die schlechten Bäume und die Hecken aus dem Garten zu entfernen und die Grasnarbe beim gelinden Wetter umzuarbeiten. Man könnte aus diesen verwahrlosten Gärten Gemüfegä?.en schaffen, ohne dn, Obstbaumzucht zu beeinträchtigen. Bei sachgemäßer Anlage— es wird dabei cm das breite Rcihensystcm bei der Anpflanzung von Obstbäumen gedacht— ließ« sich sogar die Obstbaumzucht noch Hauptmanns„Pippa'. Der Eindruck, den Hauptmanns Glashüttcnmärchen in der Neuaufführung des Deutschen Theaters, etwa anderthalb Jahrzehnte nach seinem ersten Erscheinen auf der Bühne Ot:o Brahm-', hervorrief, war wesentlich der gleiche wie damals. In ein- zelnen Zügen webt innig zarte Märchenpocsi«, die, durch gute Dar- stellung vermittelt, den Hörer erwartungsvoll aufhorchen läßt. Fern- blicke auf Menschenart und Menschentreiben scheinen sich da auszu- tun. Aber diese Fäden reißen wieder ab und zerftattern im Winde. Allerhand willkürliches Fabelwert drängt sich zerstreuend dazwischen und gibt Rätsel auf, die sich dem Rachsiimcn entziehen. Gewiß läßt jedes dichierische Phentasiebild vieleilei Beziehungen aiiklingen, die daS Denken nicht fixieren kann, und gerade in der Fülle des Unerschöpflichen liegt ein großer Test des poetischen Reizes, aber das • Dunkel, in seinen Einzelheiten der Zergliederung sich Entziehende, muß auf den Sinn mit dem Gefühk der Fülle der inneren Konzen- triertheit wirken. Und daran sehlt es hier; man hat die Empfin- dung. als ob der Schöpwr selbst in seinem eigenen Bau nicht recht zu Hause sei, als regiere allzusehr der Zufall wechselnder Einfälle. Ein gewaltiger künstlerischer Abstand liegt zwischen dieser Märchen. dichtung und den unvergeßlich schönen Hannele-Szcnen, in denen Märchenhestes aus trüber schwerer Wirklichkeit wunderbar hervor- sprießt, in denen die Fiebcrvisionen einer armen Kindesseele die tiefe Glückssehnsuckt getretener menschlicher Natur sich überwäl« tigend ausspricht. Und auch in der„Bersunlenen Glocke", soweit sie hinter der Einfalt und Größe von.HannelrS Sinunekfahrt" zu- rückbleibt, geht durch alle Buntheit der Bilder uod der Andeutun- gen ein menschlich starkes, klar erfaßtes Grundmotiv: der Zwie- spalt in des Glockengießers Seele zwischen Ravtendeleins lockender Naturmacht und der mahnenden Erinnerung an die opfervollc Liebe sstnes treuen, schlichten WeibeS. Indessen, P'ppa. daS auS dem Glasofen geborene tanzfrohe Feuerseslchen, der ungeschlachte alte Waldriese Huhn, der fie entführt, der weise, zauberkundige Astronom, der sie und ihren Wandergcsährten. den verträumt romanttschen Handwerlsgesellen Michsl HellriegÄ, im Schneesturm bei sich auf- nimmt, sind Schatten, die kein lebendiger Pulsschlag mehr beseelt, Allegorien, die nur durch daS. was sie bedeuten wollen, interessieren könnten, und doch ni ihrem Sinn vieli'ach unklar bleiben. Auch der treuherzige Michel der, in aller Not beglückt, immer neue nainen« lose Schönheitswunder hofft, so plastisch in manchen Wendungen gefaßt, erhält sein LoS am Schluß von einem solchen allegorischen Spiele zudiktiert. Als Pippa stirbt, muß er sein Augenlicht verlieren, ein bl! rider Seher innerer Sehnsuchtsbilder, als Bettler feine Straße weiterziehen. Die von Felix Holländer inszenierte Auffuhrung ging fem- küblig den Intentionen des W-rkeS nach, Hermann Thimig war ein präcbi'�r Michel, ein lwbenkwüchigei Märchenburfch. der in seiner'rndltch verzückten Westentrückrhest dte Herzen rasch gewann. Man hätte ihm ein besseres Schicksal wünschen mögen. �... Elfe EckerSberg verkörperte noturhaft anmutig das Persönchen der Qrinen Pippa und unterchrich sehr glücklich das Fremdartig«, Un- wesentlich erhöhen. Das gewonnene Neuland würde bei richtiger Bearbeitung die Anzucht aller Gemüsearten zulassen. Die B a umanpflanzungen an den St ratzen und Wegen sind geradezu trostlos. Viele Wege sind gar nicht, andere nur teilweise und manche mit wenig nutzbringenden Bäumen be- pflanzt. Hier Wandel zu schaffen, ist das Gebot der Stunde. Kein Weg, keine Straß« darf mit anderen als Obstbäumen bepflanzt werden, Krüppel, wie man sie jetzt an den Straßen sieht, müssen verschwinden. Hier liegt doch ein weites Feld zur Betätigung ftei. dos sofort in Angriff genommen werden könnte. Die Anleitung müßte vom Landratsamt ausgehen, jedoch nicht schriftlich, sondern es müßte dafür eine Kraft eingestellt werdcn, die diese Arbeiten pralt.sch kennt und zu leiten imstande ist. Durch mündliche An- leitung an Ort und Stelle wäre die Durchführung ganz sicher möglich. Ein allüeutsther fiusverkäufer. Di« Firma Carl Laurich, Fri.-drichstr. 16, deren Inhaber. als ein begeisterter Verehrer Ludendorffs und echt deutscher Kern- Patriot bekannt ist, verkauft seine Maschinenfabrik an ein englisch- holländisches Konsortium. Zu welchem Zweck das geschieht, ist daraus ersichtlich, daß die Arbeiter der Finna bereits entlassen und ein Teil von ihnen zum Abtransport der Maschinen nach Holland angeworben worden ist. denen man so- gar die Uebersiedlung und Wciterbeschästigung im Auslände ange- boten hat. ES handelt sich hier also um einen der Verkäufe, die von rücksiöbtslosen Prositjägern getätigt werden und deutsche Pro- duktionSmittel dem Auskande preisgeben, ganz unbekümmert darum, was mit den von ihnen beschäftigten Arbeitern geschieht. Nach unseren Erkundigungen soll die Ausfuhr auf legalem Wege vor sich gehen. Trifft daS wirklich zu, so wäre eS doch zu verwundern, wenn die Behörden keine Mittel fänden, gegen diesen Ausverkauf vorzugehen. Handelt eS sich hier doch um einen Be- trieb, welcher ausschließlich Werkzeuge für Eisenbahn« Werkstätten liefert, von deren Praduktionssteigerung dos Wohl und Wehe der ganzen deutschen Wirtschaft abhängt. Wir erwarten bestimmt, daß der Sache nachgegangen wird und dem geriebenen Händlersinn deZ teutschen Patrioten das Handwerk gelegt wird. „Eitölo�e pre'Streibere-en�. Zu dem unter vorstehender Ileberschrift in Nr. 621 deS.Bor« wärts" veröffentlichten Artikel des Genossen Osterroth sendet unS das Kalifyndikat eine Richtigstellung, in der bestritten wird, daß die Vertreter der Landwirtschaft im Reichskalirat die Aufhebung der Zwangswirtschaft gefordert hätten. Es sei vielmehr nur eine ent- sprechende Preiserhöhung für landwirtschaftliche Produkte gefordert worden, um dies« in den Stand zu setzen, die ihr auferlegten Preissteigerungen tragen zu können. Weiter stellt die Zuschrift fest, daß die vorgenommene Preiserhöhung der Kali« Produkte in Höhe von 187 Millionen Mark den Jnlandsabsatz nicht voll belasten, sondern mit 53 Millionen Mark vom Auslandsabsatz zu tragen seien. Letzteres mag stimmen. Die Behauptung ober, daß die Landwirte lediglich Preiserhöhungen für die landwirtschaft« lichen Erzeugnisse verlangt hätten, ist unrichtig. Sowohl Herr Dietrich- Potsdam als auch der süddcuffchc Freiherr v. T h ü n- gen verlangten in der Diskussion die Aufhebung der Zwangswirtschaft für die Landwirtschaft. Die an- genommene Entschließung ging allerdings vorsichtig um dies« Frage herum, um eine Mehrheit zu finden; sie fordert aber btszeichnender- weise für die Landwirtschaft höhere Preise,„um uns von der Ein- fuhr der im Preise immer höher stiigeirden ausländischen Nahrungsmittel unabhängiger zu machen". Als ob jemals höhere Kar- toffelpreise dickere Kartoffeln zur Folge gehabt hätten. Die„Freiheit" benutzt den gleichen Artikel und ein« Hiesem folgende Notiz deS„Vorwärts", um gegen die Ackbeitsgemeinschaften Sturm zu laufen. Sie schüttet dabei das Kind mit dem Bade aus. Es ist ihr wohl Nicht bekannt, daß gerade die. Arbeitnehmervertreter der Arbeitsgemeinschaft im Steinkohlenbergbau wieder- holt viel weitergebentc Preisforderungen der Zechcnbesitzer der- hindert haben, so daß wir gerade bei diesem wichtigsten Rohstoff die niedrigsten Preise in der ganzen Urproduktion haben. N. O. wirkliche �urch pupvcnhaste Bewegung beim Tanz. Die elemen- tarisch ungezähmte Wildheit des alten Huhn unterhielt durch Jan- ningS, der abgeklärte Friede des astronomischen Himmelsforschers durch Wüllner charakteristischen Ausdruck. Starker Beifall rief die Schauspieler und den anwesenden Dichter vor den Vorhong. ät. „Exotische" deutsche Künstler. Tie Maler der neuesten Rich- hing lieben es, zuweilen an die Ausdrncksformen primitiver Kunst- Übung anzuknüpfen. Naive BauernmalexLien, Kinderzcichnunzen und vor allem Regerskulpturen haben ihnen mannigfache Anrcgun- gen gegeben. Aber nicht nur die Kunst, sondern auch das Leben der Naturvölker zieht sie an. Nach den Pa'au-Inseln der fernen Südsee pilgerte Max Pechftein, aber der Krieg führte ihn, auf abenteuerlichen Fahrten, ins Vaterland zurück, und jetzt ver- bringt er die sommerlichen Studienmonate wieder in seinem gc» liebten Nidden auf der Kurischen Nehrung, wo ,'war keine Ma'aicn. aber doch auch leidlich primitive Menschen wohnen. Die künstle- rische Ausbeute deS letzten Jahres ist bei G u r l i t t, Potsdamer Straff: 113 zu sehen. Leider zeigt sie. daß Pechsteins Entwicklung neuerdings weniger in die Tiefe als ins Leichte und Breite geht. Er ist gefällig, allzu pssallig in der Form und namentlich in den Farben geworden. Diese Gemälde entüa'ten wcn'ger Ausdrücke elementaren Gefühls, als schmückende Werte. Aber immerhin wirkt die ursprüngliche Kraft PecksteinS noch immer so stark, daß auch das Dekorative bei ihm einen monumentalen Charakter erhält. — Wuchtiger und ernster erscheint die Kunst Schmidt-Rott- luffs. von dem bie� Galerie Mäkler. Potsdamer Str. tZrle, eine Sonderausstellung zeigt. Auch er bat von exotischer Kunst entschetdende Anregungen erfahren. Tie düstere Glnt afrikanischer Plastiken schwelt und funkelt in seinen malerischen Vu'ionen, deren breite Farben ilächen von der schichten und kernigen Strenge holz- schnfttortiaer Konturen zusammengehalten werden. AlleS zeugt von einer echten, urwüchsigen Leidenschaft der Empfindung, die. nach R-ckstcht auf über- knmmenc SchönheitSqeseh« und die Ansprüche herrschender Ge- schmackSrichtungen kennt. Diesem steisnackigen und schwerblütigen Künstler wird eS nicht leicht werben, sich beim großen Pub'ikum durchzusetz-n. Verharrt rr aber auf seinem Wege, dann darf man von seinem Schassen das Größte erwarten. I. T. Wer waren die Vorfahren der Germanen? Di« in n«uester Zeit viel behandelte Frag« nach den Vorfahren der Germanen untersucht der schwedische Prähistorrker Oskar Montellius in einer Abhandlung der Festschrift für Gustaf Kossinna. Die Eisdecke, unter der der ganze skandinavische Norden sowie Frankreich und Mittel- europa während der letzten EiSzeft lagen, begann sich mit dem An- fang der sogenannten Aurignacperiode nach Norden zurückzuziehen. Da dieser Rückzug de» EiseS verhältnismäßig ralch vor sich ging, so Hai sich auch bald der Mensch im skondtnavtfchen Norden ange- siedelt. Diese ersten Menschen Stand rngviens. deren Einwände- rung man auf Grund der geologischen Verhältnisse vor ungefähr t5 000 Jahren ansetzen kann; müssen die Vorfahren der Germanen gewesen sei», die dann von ihrer ursprünglichen SiedlungSstätte Ein„öentsther� Lumpaz'us. DaS in Metz ericheinende«Freie Journal" veröffentl cht in einer seiner jüngsten Ausgaben folgende Anzeige: Gelreidebändler wünslbt zwecks Absatz von Weizen, Roggen, Haser nach Franlrrich oder Lothringen mir geeunieie» Fiinieii, weiche über A»ioiro»ttrl vei'nee».'n Ver bmdung ju treten. Angebote evii. petiöntich Schwickeralh, K y l I» b u r g 124 Eticl(Bez. Trier). Dieter ehrenwerie Proreiiip.iiriot bat nicht einmal soviel Scham- gesiihl, seine iaubere» Ge'chäne insgeheim zn betrcil'cn. Kanni> öng zu lagen, daß die Ver'chicbling deuncten Gelreihes ins Ancland nackter Landesverrat ist. Selbst die seindliche» Ve'apnn gstedörden Häven neuerdinaS wegen dreier Keireiveschichunge» ichane Ver» oidnungen erlassen, weil dadurch die Ernäuimg der Bevöl lernng im beietzien Gebier in steigendem Maße geiährdei w rd. Wo der Schivickerath wohnt, in Kyllburg, ist die Eiset am ichwärzesten. Die Tochter als valutafpekuiation. Daß Deutschland durch kapiialkräfiige Angehörige deS neutralen und feindlichen Auslands allmählich von Waren ausgekauft wird, ist keine Neuerscheinung mehr. Ein eigenes Kapitel zu dem Ge� schäftSgcift ausländischer Valutcrspekulanten bietet der Ver'uch, deutsche Männer für ausländisches Geld zu taufen und zu exportieren. Hierfür folgendes vielsagende Beispiel: Die Angehörigen eine? jungen Mädchens im neutralen Au-a-'d bemühen sich zurzeit«nablässig, sn Deutschland einen Mann für sie zu finden, um die günstige Konjunktur auszunutzen. Die junge Dame besitzt ungefähr 25 0?0 Francs Miigist, nach beutigen Verhältnissen also eine für bürgerliche Kreis« ziemlich bescheidene Summe, die jedoch, in Mark umgerechnet zurz.it etwa 150 000 Mark ergibt. Infolgedessen forderte die edle Mutter deutsch« Ange- hörige wiederholt auf, möglichst schnell— der Preis sei gleichgiillig! — eine Heiratsannonce in deutsche Blätter zu setzen. Fol- gcnder Satz ihres Briefes ist besonders charakteristikcki „Ich wollte Dich nun bitten es sofori zu tun, da man bock nicht weist» wie der Kurs steigt, und eS iür uns doch unter Um- ständen eine groste Summe ausmachen würde." Dieses kapitalistische Manöver, die Tochter auf diese Weise zu ver'chiebcn, ist zwar moralisch nicht ganz einwandfrei, als T p e- k u k a t i o n aber jedenfalls ein glänzend ausgedacht"? Geschäft. Da durch derartige Spekulationen der Kursstand der deutschen Valuta noch mehr beeinträchtigt werden dürfte, sei die Regierung dar- auf hingewiesen. Ein- urd Ausfuhr Heiratslustiger auf steverpftich- tigeS Vermögen hin scharf zu kontrollieren. kleine politische Nachrichten. Der Steuerausschust der Netionalversammlung nahm am Mitt- woch Vormittag den Z 566 der Rcicchseinkommensteuer unter Ablehnung der Regierungsvorlage in Form des Antrages Bl u n ck an, wonach die trstmalige Veranlagung für das Rechnung?» jähr 1920 nach dem Einkommen deS Jahres 1920 oder nach dem Jahr berechnet wird, dessen Ende in das Kalenderjahr 1920 fällt. Die nächste AuSschußsitzung findet nach der Weihnachtspause statt. Vom UntersuchuneSaukschust. In der Tienstagsitzung beschloß der zwei!« Unterausschuß des parlamentarischen Unter- s u ch u n g s a u s s ch u s s e s die mündlichen Vernehmungen in der dritten Woche b«S Januar wiederaufzunehmen. Nach Klä- rung von Uustipimigkeiten. die sich aus den bisbcr eriolgtiiit Ans- sagen ergaben, wird die W i l s o n a k t i o n zu Ende gcfülsrt werden; im Anschluß daran sollen die Friedensmöglichkeiten im Jahre 1017 zur Behandlung kommen. Die Trennung von Kirche und Schule in Sachsen soll vom l. April 1921 ab durchgeführt werden. Der Kultusminister Dr. Seisfert teilte ferner gestern ün der Kammer mit, stoß das Schulwesen umgestaltet werden solle. Tie Regierung emp- siehlt der Kammer, die Gemeinschaftsschule allgemein ein- zuführen mit getrenntem Religionsunterricht. Die Zahl der höheren Schulen soll vermindert, die Seminare in höhere Schulen umgewandelt werden.> auS weiter südwärts zogen. Dirse Vorfahren der Germanen ge- borten einer dolichokepbalcn ftangköpsigen) Rasse an, die unter dem Namen Cro-Magnon-Nasse bekannt ist. Aus dem älteren Stein- alter hat man in Skandinavien einige Skelette dieser Nasse ge- funben, und während des jüngeren Steinalters gehörten ihr, de- sonders in Schweden, die größte Zahl seiner Bewohner an. Nach der Ansicht von MonteliuS spricht alles dafür, daß die Schwede ii von jenen Mcnsch.n abstammen, die nach dem Ende der Eiszeft von Mitteleuropa nach dem Norden eing wandert sind. Zwar befanden sich dort bereits während des jüngeren Steinalters Brachykephal«(Breitköpfige) neben den ToUchokePhaien; sie ge- hörten zu denen, die am Ende der paläolithifchen Zeit sowohl hier im Norden wie in Mitteleuropa sich zu zeigen b gannen. Iür« Zabl ist aber eine bedeutend geringere in den schwepiselen Landschaften nördlich von Schonen, als in letzterem und in Dänemark, und bis zu unseren Togen hat sich die dolichokephale Rasse auf der skandinavischen Halbinsel ungewöhnlich rein erhalten, trotz der vielen Jahrtausende, die seit ihrer Einwanderung verslossen sinv. Da die Dolichokephalen, die sich in Frankreich befanden, nach dem Eindringen d.w Brachykephalen während langer Zeiten sich mit diesen vermischt haben, sind die Völker der skandinavischen Halo- inscl wohl die reinsten jetzt lebenden Nachkommen der Cro-Magnon- Rasse, die am Ende der Eiszeit in Mitteleuropa lebte. Au? dieser einheitlichen Vorfahrenrasse entwickelten sich dann durch spätere Differenzierung die Einwohner Englands und Frankreichs zu Kelten, die des skandinavischen Gebietes und Norddeutschlands zu Germanen und die gewisser östlicher Gegenden zu Slawen. 7 DaS Zeitalter der Theater'kandale. Die allgemeine Erregung, die all« Gesellschaftsklassen erfüllt, löst sich neuexdings besonders im Theater, wo ia das Publikum sich schon sowieso in gesteigerten Zu- ständen bef.ndet. auS in leidenschaftlichen Demonstrationen. Zurzeit überwiegt der nationalistische Einschlag. Ten Lärmszenen in unserm Schauspielhause, das sonst unter der Devise stand; Ruhe tft die erste Bürgerpflicht, sind arge Radauauftrilte zu München anläßlich der Aufführung von Wedekinds„Schloß Wetterstein" gefolgt. Tie Schau- spteler wurden in der zweiten Vorstellung am Weitersviel ver- Sondert; vom Polizeipräsidium wurde ein Verbot des Stückes ver- angt. Die Erscheinung ist international: bekanntlich wurde auch in Paris und New Nork der Kampf gegen mißliebige sdeutsche) Theater- stücke in brutalster Form im Zuschauerraum ausgefochten, Im Drnil'chen Monistenbuiid findet Fleüag, abends 7 Ulir im Lhz rum-Klub. Lüvowplatz 8, der LedrUnfits von Pros, Dr. Nikolai über «Sotiole n ltinlle bei T i e> e n und Menliven* liaii Slrdeiter- Zlbendkurle k7�-g Ubr) zu Vorzugcpicisen toben die StudienatelierS sfir M o I e r e i und P l a ü i t— lltiiirlolieii» bliro. Kaniiir. 159» einoeiübit. Den Teiine''mcrn wll Gelegei beii ge. boten werden, durch Slndium nach der Natur iPoriiät. Alt. Ko üme) unter tünstleilicher Leitung'fre zeich» e> fickien erligkcile» Weiler aus- zubildcn. Kurse lür Gravdit. Mode, und Mödelzeichmn, iowie em anoio- mischer Tonntagsliirs»» und vorgeiebe». Für Anjänger beilebt eine Voi- tiasse, Hochbegabte erbalten ltiieichlernng bzw Frenlellen. Die Flügel des Genfer Allaes. die in Berlin ausbewahrt»erden, müben nichl, wie eS hieß, ichon in diriem Monat an Belgien nusgeiirfilt werden. Die AuSlieternna Kai binnen lech? Monalen nach Ralißkalion des Frieden» zu geschehen, der Friede aber ist noch. nicht ratifiziert. BkschSftigvng Schwerbeschädigter. Der Nationalversammlung ist der Entwurf eineZ Gesetzes über die Beschäftigung Schwerbeschädigter zugegangen. Jeder Arbeitgeber, der einen Arbeitsplatz besetzen will, ist der- pflichtet, einen Schwerbeschädigten, der für diesen Arbeitsplatz in gleichem Maße geeignet ist, airderen Bewerbern vorzuziehen. Die Durchführung dieses Gesetzes hat so zu erfolgen, daß die Schwerbeschädigten tunlichst ihrem alten Beruf erhalten werden, und daß eine unverhältnismäßige starke Belastung einzelner Berufs- gruppen oder einzelner Arbeitgeber vermieden wird. Schmerbeschä- digte dürfen nur mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen entlassen werden, sofern nicht durch Gesetz oder Vertrag eine längere Frist vorgeschrieben ist. Jede Kündigung, die gegen einen Schwer- kriegsbcschädigten ausgesprochen wird, ist der Hauptfürsorgc stelle. jede Kündigung, die gegen einen Schwerunfallverletzten sich richtet. der Berufsgcnossenschaft anzuzeigen. Angestelltenstreik. Seit Dienstag nachmittag 3 Uhr streiken sämt- liche Angesdll-e der großen unp mittleren Geschäfte in Dort- m u n d Tie Notlage der staatlichen Hilfskräfte. UnS gehen fortgesetzt bittere Klagen der unteren StaatSangcstellten über ihr wahrhaft kümmerliches Einkommen zu. Das Neichsavteitsamt würde sich ein Verdienst erwerben, wenn es eine Neuregelung der Gehälter herbeiführen würde. Parteipolitische Beeinflussung der Schüler wird den Lehrern durch eine Verfügung des Kultusn.'NtsterS Harnisch untersagt. Tie Schüler sollen sich in der Schul« aller politischen Abzeichen, Betätigungen und Herausforderungen enthalten. Das Umsatzsteuergesetz. Deutsche Nationalversammlung. 131. Sitzung. Mittwoch den 17. Dezember 1819, 18 Uhr. rn Regierungstisch: Erzberger, Koch. Eingegangen ist ein Gesetz über die einheitliche Regelung der Besoldungsangelegenheiten, ferner Gesetzentwurs über das Glücksspiel. Ein Telegramm des Volksrats Thü- ringen spricht den Wunsch nach einer deutschen Einhcits- republik aus Das Umsatzstcurrgcsetz. Abg. Eichhorn sU. Soz.): Gestern fand ein Wettkauf der Par- teien statt.(Die Abg. der Rechten verlassen den Saal.) Alle haben das Gesetz verurteilt, aber sich schließlich doch dafür erklärt. Wir sind grundsätzliche Gegner der Vorlage, weis wir jede brauch Sabgabe ablehnen. Wer nicht zu den besitzenden Kreisen, zu den Kriegsgewinnlern gehört, kann sich nichts mehr anschaffen, sondern muß seinen ganzen Verdienst anwenden, um das Leben zu fristen. Wir stehen einer Luxus st euer stets'ieprisch gegen- über. Es gibt keine Seite in der Vorlage, die die Steuer nur einigermaßen annehmbar machen könnte.(Beifall bei den U. Soz.) z 1 wird gegen die Stimmen der Unabhängigen angenommen. Nach 8 2 sind von der» Besteuerung ausgenommen: 1. Um- Iahe aus dem Ausland, 2. Kreditgewährung und Um. sätze von Geld'orderungcn, 3. Umsätze von Edelmetallen außerhalb des Kleinhandels, 4. Verpachtungen und Vermietungen von Grundstücken, S. Beförderungen im Sinne des Ge- setze? über die Besteuerung des Personen- und Güterverkehrs, 8., 7. und 8. Umsätze, Leistungen und Versicherungen nach dem Reichsstempelgcsctz, 9. Beherbergung. Beköstigung und die üb- lichen Naturalleistungen, die em Unternehmer Aggestell. ten-und Arbeitern als Vergütung gewährt. Abg. Philipp(Dnat. Vp.) erklärt sich im allgemeinen mit den Bestimmungen einverstanden. (Schluß in der Morgenausgabe.) - SroßSerün Treckschleuder! Im lokalen Teil der.Deiitictien Tageszeitung�(Nr. 628) lesen wir folgenden netten Beilrag zur Geistestulmr der»Edelsten der Nation': »Der Sckmtzpatron der ostjüdischen Einwanderer, der Herr Minister des Innern, der in seinem Erlaß vom 1. Noveonber d. I. sich seiner Freunde au» dem Orient so wan-iberzig an» nimmt und ihnen bei uns das Bett bereiter, wird seine helle Freude haben an den Berliner Stadtväiern, die in ihrer letzten Sitzung wieder einer stanlickie» Reihe jüdischer Personen das Bürgerrecht verliehen haben. P o l l w c r t i g e Berliner Bürger sind fortan: Oskar Karsch, Gustav Felix Kurr Korn, Max Baren- vaum, Kurt Roseiiihol, Karl Schei. Siegfried Melh. Adol« Rost»- öerq. Ch.l Eilenberg. Abraham Bloduiger, Abraham Llsschütz. Naflali Schweitzer, Markus MeiieleS.' Ist das die»VollSousklärung im ollergrößten Stile', die Herr H erg t in seiner letzten großen Rede im Preußenvarlament forderte? Wir halten das für die a n t i i e msi t i i ch e Dreckschleuder deutschnationaler Gassenjungen.— Aufgeklärter Raubmordversuch. Ein schweres Verbrechen am hellen Tage ist von der Kvsiminalpolizei aufgeklärt. Am Montag, den 8. Dezember, erschie- nen in dem Meherschcn Zweiggeschäft in der Koppenstraße 38 zwei Männer, die einige Zigaretten verlangten. Während die Kilial. leitcrin, Frau Au st ermann, ihnen Verschiedenes vorlegte, fiel einer der beiden Kunden plötzlich über sie her, während der andere von innen die Ladentür abschloß. Tie Kunden hatten es von vorn- berein auf einen Ueberfall abgesehen und sich durch Verschließen der Tür gegen Ueberraschungen geschützt. Sic packten die Frau am Halse, brachten ihr erbebliche Kratzwunden bei, während sie sich zur Wehr setzte, warfen sie zu Boden, knebelten und fesselten s i e, so daß sie hilf'os dalag. Jetzt wandten sich die Räuber den Vorräten zu, rissen mehrere Flaschen Kognak, Zigarren und Zigaretten an sich, beraubten noch die Wechselkasse ihres In- baltes von 1 M. und verscbwandcn dann, indem sie auch noch einen schwarzen Astrachanmantel der Ileberfallencn mitnahmen. Frau Austetmann gelang es zum Glück mit vieler Mühe, den K.iebel auszustoßen, so daß sie vor dem Erstickungstode gerettet wurde. Man hatte beobachtet, daß mit den beiden„Kunden' auch noch ein dritter Mann davonge'aufen war. Ein Anbalt für die Täterschaft war zunächst nicht vorbanden. Kriminalwachtmeister des RaubdezernaiZ beim Polizeipräsidium i fanden jedoch nach und nach bestimmte Spuren, und gestern gelang es ihnen, einen der Täter zu entdecken und festzunehmen. Es ist ein- aus Trettin gebürtiger 21 Jabre alter Unteroffizier Julius Jona?, der sich wobnunaslo? in Berlin umhertrieb. Ter Per» haftet? wollte zunächst von der Tat nichts wissen, wurde jedoch von der Ueberfallenen bestimmt wiedererkannt und legte jetzt auch ein Geständnis ab. Er bebauptet. daß er den Baltikumtruppen angebön und in Berlin zwei Männer kennen gelernt habe, von denen der eine Fritz und der andere Erich gerufen worden fei. Weiter kenne er sie nickt. Diest Beiden bätten ibn aul die Ge- leoenbeit aufmerksam gemacht, sich in der Filiale von Meyer durch einen Neberfall aus die Verkäuferin Geld zu verschaffen Einer sei mit ihm in den Laden hineingegangen, der andere habe draußen ausgepaßt. Diese beiden Mittäter sind noch nicht ermittelt. Ob die Angaben, die der Verhaftete über seine' Person macht, nament. lich, ob er bei den Baltikumtruppen gewesen ist, stimmen, bedarf noch weiterer Nachprüfung. Er wurde einstweilen dem Unter. suchungsrichter vorgeführt._ Massenfälschungen von Zigarettenbanderolcn. Ein hiestger Zigarrenhändler, dem gefälschte Bande- r o l e n zum Kauf angeboten wurden, benachrichtigte die Steuer- behörde, und diese setzte sich mit dem Landesxolizciamt in Per- bindung, um der Verkäufer habhaft zu werden. Während ein Steuerbeamter in einer Wirtschaft in der Schmidtstrahe als ..Käufer' aufirat und mit den Händlern Preise vereinbarte, dran- gen Beamte des Landespo'izeiamts ein und nahmen die Händler fest. Zweitausend Bogen zu 18 Stück gefälschte Banderolen fielen ihnen in die Hände. Weil sie sich bei den Verhafteten schon in v i er t e r Hand befanden, so waren die wette- ren Ermittelungen nach dem Ursprünge um so schwieriger, als. wie stets in solck>en Fällen, bei den Beteiligten wieder der große„Un- bekannte'- eine wichtige Rolle spielte. Doch gelaug es endlich durch eingebendes Kreuzverhör, die Kette der Käufer und Verkäufer bis hinaus zum Verfertiger der Banderolen zu verfo'gen und festzu- stellen, daß der Herstellungsart ein Buchbindcrladen in der Ja- b l o n s k i st r a ß e 28 war. Hier hatte ein Trucker aus der Prenz- lau�r Allee den Ladeneigentümer, der von früher her eine Tiegel- presse und eine Sä-neidemaschine besaß, durch Versprechen eines Verdienstes von 488 M. für 1888 Bogen, dazu bestimmt, das Drucken der Banderolen auf seinen Maschinen zu erlauben. Die Platte war durch Vermittlung eines Helfershelfers der Drucker von einem Dritten für 1288 M. besorgt worden. Dieser will sie in einer Wirtschast in der W e i n me i st'e r st r a ß e von einem .Unbekannten' gekauft haben. Welchen Umfang daS Fälschungsaeschäst hatte und welchen Schaden der Staat durch eine solche Fälscberbande erleidet, läßi sich aus einer Aeußcrung eines der mitbeteiligten Betrügers ersehen. Er erklärte bei den Verband'ungen mit dem verkappten Steuer. bamten auf Befragen, er könne wöchentlich 48 888 b i s 88 888 Banderolen bcsck'nffen. Die fünf Hanpttäter wurden festge- nommen und wegen Verdunklungsgefahr und Fluchtversuch dem zu- ständigen Gericht vorgeführt._ 48stn»dige Gasthanssperre? Wie wir kurz vor Redaklionsicbluß erfahren, wird die im ..Wiii'ergnrleu' lagende Versammlung der Unternebmer im Gastwirtsnewerbe be'ckiließen. daß morgen und über- morgen zum Protest gegen die Verordnung Über den Schleichhandel, deren Zuiücksiehima nacb dem Verlauf der Verbandlimaen nicht zu erwarten ist, sämtliche Gastwirtschaften zu schließen sind. Tie WeihnacktSferien der Berliner Gcmeindeschulen sollen diesmal vom 19. Dezember bis zum 28. Januar dauern. Keine Räumung ohne andere Wohnung. Die Räumung einer Wohnung muß neuerdings vom Gerichtsvollzieher vorher einer Dienststelle mitgeteilt werden, die von der zuständigen Polizei- oder Gcmeindebbörde dafür bestimmt ist. Die Stelle soll so in den Stand gesetzt werden, dem Mieter ein anderweitiges Unterkommen anzu- weisen. Die Anzeige ist aber wiederholt so spät, manchmal sogar erst am Tage der Zwangsvollstreckung selbst, erstattet worden, daß nicht mehr genügend Zeit blieb, den Mieter anderswo unterzu- bringen. Um derartige Uebelstände zu vermeiden, fyrt der Justiz- minister jetzt bestimmt, daß die Gerichtsvollzieher die Bcnachrichti- gung der zuständigen Dienststelle sofort nacki Eingang des Vollstreckungsauftraaes bewirken. Dabei soll auch, wenn irgend möglich die voraussichtliche Zeit der Ausführung des Voll- streckungsauftrages mitgekeilt werden. Von dieser Anordnung darf nur abgegangen werden, wenn zwingende Gründe entgegenstehen. „Goldene" Worte. Die Gebühren für Telegramme nach dem Ausland werden am 1. Januar erhöht. Die den LLortgeüühren zu- grundcliegcnden Frankenbeträge werden nach dem Satze 1 Frank — 3,48 M. umgerechnet. In Europa kostet dann das Wort nach Luxemburg 18 Pf., Deutschösterrcich und der Tschechoslowakischen Republik 28 Pf., den Niederlanden und der Schweiz 48 Pf., Belgien und Dänemark 58 Pf., Frankreich, Polen und Schweden 68 Pf.. Ronwegen 78 Pf., Italien. Jugoslawien und Ungarn 75 Pf.. Finnland 85 Pf., Großbritannien 1,85 M., Griechenland 1,25 M., Est- land 1,55 M., Spanien 1,85 M., Island und Portugal 2 M. usw. Nach den Vereinigten Staaten von Amerika kostet das Wort 5.68 M. bis 14,88 M., nach Argentinien 11.75 M., Brasilien im allgemeinen 16,58 M., Mexiko 7,88 M. bis 11,48 M., Peru 11,75 M. bis 16 M., in Asien nach Japan 15,35 M.,. China 16,58 M.. Palästina 5.95 M., Persien 14,85 M., nach Australien zwischen 13 und 21 M. usw. Gesuche um Einstellung in die Reichswehr find nicht an baS R e i ch S w c b r m i n i st e r i» in, soudcin iiiimittklbar an einen Reichs- w edrtr Uppen teil oder an ein Wehrlreiskommanvo zu richten. 1 v Pus Engtond heimgekehrte Kriegsgefangene haben ihre Gut- scheine sür noch rückständige Arbeitslöhne nicht an die Zweigstelle Mcncrallrienslassc Berlin, iondein auSichließlich den zuständigen PerioigunnSsteven tfiübir Beztiltlommaiidos) einmreichen, die für die Weilerleilung entsprechende SInweiiung erhalten haben. Empfänger von Mtlitär-VersoreungSarbührntssen lPcnsionen, Renten und Hinterbliibeiirnbezügen) werden an die pünlltche Abboluiig ibrer Kebübinisse am lommenren Hauptzabllagr— 2S. Dezember— er- innert. Empsänger. die zur Abholung am Haupt, abllage nicht In der Lage find, werden dringend ersucht, uulcr allen Umflöndcn die Beträge späleslens noch im FälligteitSmonal— Monat Januar— abzuheben. Tie Fübrungkn in der Rationalgalerir finden lm alten Gebäude der Rattonalgalerle jeden Dienstag und Mittwoch um 12 Uhr. im Krön- prinzenpalai» jeden Donneistag, Freitag imd Sonnabend statt. An den Sonntagen können wegen de» großen Andranges Führungen nur vor den öftenUichen Besuchsstunden sür Vereine unter vorheriger Vereinbarung ilattfi den. Di« ursprünglich angegebenen Zeiten waren nicht richtig. Gross-Berliner Lebensmittel. Pankow. 258 Mramm Kunsthonig UOös. KrZiiirnau. 1000 Gr. Aepscl(104), 150 Gramm Hülsenfrüchte(105), 150 Gr. Reis(106), 250 Gr. ouäl Roggcamehl(H 27). Für Jugendliche 150 Gr. Sago(47). Fricdrtchsfelde. 200 Gramm Sirup(16). Jugenöveranftaltungen. Heute abend 7 Uhr Vollvcrsainmlunis der jugendlichen Betriebs» vertraiienslente und Schülcrrätr im Zentraljugrndhcim, Lindcnstr. 3, 2. Hos links 3 Treppen. Vorträge, vereine unü Versammwnsen. Im Wirtschastskurlus der Handclsbochichulc Berlin über China lann der für Touncislag angelündigte Vortrag über„Verkehrs- niesen' nicht slaltsiuden.— Arbeiter-Zchachkluo. Abt. Schöncberg spielt Donnerstag 7'/, Uhr Elsholzstr 19 bei Klcrnbt«. Unterricht loilenlos. Gäste willtommerr.— Deutscher Vtoiiiftcndiind. Freilag 7 Uhr im Lhzrumklud, Lühowplatz 8: LedrtursuS von Prof. Dr. Nikolai. Thema■ „Soziale Jnstinlte bei Tieren, und Menschen'.— Berband märkischer Btzaiiderveretnc. Zum 1<«. GeburlSiage Theodor Fontanes findet Sonn- lag, den 28. Dez.. vorm. ti Uor, in der„Urania', Taubenstraki. e ne Ge- dächtnisseier statt. Frl Dr. Stieglitz spricht über„Das Leben und Witten Fontanes'. Max Edilrch vom Brcs lauer Schauspielhaus bringt Rtzitalionen Fontane» und Herr Schrisislcller Bolle wird in einem LichtbU ervorlrag mit Fontane durch die Marl wandern.— Eintrillstarleii zu 1, 2. 3. 4 u. 5 M. find durch Herrn Herbert Rosenbaum, Neulölln,.Kailer-Friedrsch-Ztr. 60 tFernrus Neutöbn 167), ierner durch die Theaiertafien von Bothe& Bock, Wcrlheim und der.Urania' zu beziehen.— Böril nachtsabend der Svilniersrorfer Bolkohoc», schule Sonntag, abend» 7 Uhr, in der Aula der Cecitieujchule, Nttolsburger Platz. HMerffchaflzbelvMng Cegen Sie Letriebsorxcnifatlen. Tie am 9. d. M. in der Gewerkschafislommissron begonnene Diskussion über das Thema: Berufsorganisation, Jndustrieb'erband, Betriebsorganisation wurde am Dienstag fortgesetzt. Der Aus- schuß hat die beiden in der vorigen Versammlung eingebrachten Ne- solutioncn zu einer neuen Resolution verarbeiiet, die insofern einen Mittelweg zwischen beiden einschlägt, als sie nicht den Aus- schlug der die Betriebsorganisation propagierenden Mitglieder for- dert, sondern nur sagr, daß dieselben nicht Mitglieder der freien Ge- werkschaflen sein lönnen. Zirkel(Holzarbeiter) vertrat die Auffassu-ng, daß auch diese For. derung der Resolution zu weit gehe. Dst Gewertschasten sollten das Zusammenarbeiten nur mit solchen Elementen ablehnen, die sich aus die Seite de? Unternehmertums stellen, aber wegen der Zuge- Hörigkeit zu einer anderen die Interessen der Arbeiter vertretenden Organisation, solle man nicht die Zusammenarbeit ablehnen. Zirkel brachte eine Resolution ein, welche in der Hauptsache sagt, die An- erkennung des Rätegedanlens und der Räteorganisation sei die Vor aussctzung zur Wiederherstellung der g?werkschaftliche Adick lüsse von Tarisveltrögen und dadurch eintretende Lohnauibess rungen sind illusorisch geworden. Die Absicht der Regierung, den slnnllichen Er- nährungsznschuf, nicht mebr gcwsiluen?u wollen, muh die Situation bis in«»neiträgtiche llkigern, so dasi die Geweikichgiten gezwungen sind, dazu Stellung zu ncbmen. Die Ver'ammluug ssir die tauimännischen und Bureauangestellten- stndet am D o n n e r« t a g. den I«. De- zewber, adriid» T/, 11 br, in den Kgmmersälcn> Teltower Str. f/i, statt. Karl Bauer und Friv Ssimidt svrechen über daS Thema:.LebenShattung— Steuern' und.Arbeitgeber— Regierung'. A. E. G., T-ennigSdorl. Sämlllche Kollegen der It.. Sf, Sf. n. Ft. daben sich nm Donnerstag, den 18. De ember, von 10— IL Ubr vormittags, in ibren Streiktokalcn zu mctde» zwecks Verteilung der IN Hennlgsdors gc- Iiiw.inellc» Gelder. ftus aller Welt. Ter Magistrat lacht! In der Etadtvertretung von Frankfurt am Main wurde vor- gebracht, dah in der Bockenheimer Krippe für 90 Kinder Lebens- mittel bezogen, aber nur 2ö verpflegt worden sind, dah eine dort tätige Schwester die zu viel bezogenen Lebensmittel gehamstert und verkauft hat, dah die zweite Vorsitzende deS Krippenvereins sich mit Lebensmittelkarten der Kinder 23 Kilo Zucker und ein grösseres Quantum Mehl verschafft hat, daß auch Frau Stadtrat Lengs- berger auf Kosten der Kinder Milch und Zucker bezogen hat, dah die Schwester entlassen sei. die Ehrcndamen aber noch Dienst tun dürfen.— Zu all dem lächelt der Magistratsvertreter Dr. Schmude, bis ihn ein empörter Pressevertreter zur Ordnung ruft. In dem Verhalten der beiden ,>Ehren"damen--r- blickte Bürgermeister Luppe nur eine„Inkorrektheit", die von ihm scharf gerügt worden sei. Vor 14 Tagen erst hatte die Stadtverordnetenversammlung die V e r st a d t l i ch u n g der gemeinnützigen Einrichtungen beschlossen. Der Bürgermeister wühle damals schon von den Schandtaten der ,.EHren"damen. Er hat aber verlangt, dah die ehrenamtlich tätigen Mitglieder von den Vereinen, anstatt von den Stadtverordneten gewählt wer» den. Und Dr. Schmude glaubt« betonen zu müssen, dah das Lebensmittslamt vor Betrügereien auch in Zukunft nicht geschützt sei. Schon früher, bei Zechereien seiner Angestellten mit Liefe» ranten des Lebensmittelamtes, hat Dr. Schmude den Angestellten lediglich zu verstehen gegeben, dah er derartige feuchtfröhliche Be« kanntschaften mit Lieferanten nicht„wünscht". Dr. Schmude glaubte auch der Presse einen Vorwurf daraus machen zu müssen, dah sie den letzten Brotkartenschwindel veröffentlicht hat. Es seien nur Reisebrotmarken gestohlen worden. So geschehen in der Stadt, in der die Schieberei blüht, so dah man von der Kronprinzenstrahe sagt, ein Mann, der durch sie zum Theater gehen wollte, sei so ins Schieben gekommen, dah er erst in„Osfenbach" einhalten konnte. Kein Belagerungszustand. Wie wobl ist nnS mit freien Rosen! Wie ftru'ii wir im« der n-uen Pbraienl Peianiw. für dcn redattion. Teil: Brtvr Rick!«, Eliarloltcnburq: für Anzciqrnl Tti.©iockr, Berlin. Berlag: Voiwüris-Verl-« G. m. b. S.. Berlin. Druck: Bor- wäris»Buckidruckrrei u. Vtrlnnsniifiali Paul Sinacr u. fio. Berlin. Linoentir. 3. Smis Sei Ute MWM Mi MW! Ml»«»! U Die Beschlüsse des TarifauSschuffes sino von heute Mittwoch, den 17, Dezember ab auf der Verwaltung zu haben. Die Vertrauensleute werden erfucht, dieselben abholen zu lassen. 29/5__ Se? MSSZMS, KMMiM«.SMM-MWke. Tonnerstag. den 18. Trzrwber, asicndS t'l, Ubr, sfcKjru Lau.iiiersitlc«, TsUowrr Strasse 1—4: Oeffentl. Vevsa;ttNtlttttg. Karl Bauer und Fritz Schmidt sprechen über: Lebenshaltunz Arbeitgeber Stenern. Ncgierung tn Massenbesuch ladet ein ä�sntra!vcl.'b.rnd der Nngestelkten Vez. Srost-BarNn, V?üv»Akliov--»lZr. r— 1». ZlulilA- AMZZ B-rtaus im ssabri!maga?.w 15 ZI,>Vall«lr-. 17 t». Selrx-nheii-tau?« in l' Uhren ö. Schliephacke, Tri>?»rIchs«.Z»S. Ecke Ztochstr. eugro» und detail I�rnciiei, S» lS. TSvoiucker skr. US._* PnaHöM�oir Gold. SiHicr, Zalinf�biffe, tmt.« c. hai�'iorl, Pal-sabe». firasie Ii, vorn!!. UO 13 .Telrvrichstrng«. nrflallet ro*- Erste und älteste Hefl-Anstält Löser' D. ä!t Ott! El' Op0idateS'. Vir.:£Sser senior Ii<;rn- u. B.uluntcrsuchuRsen. Rönt.cn-Ourclücnchiuns elc Eick. rasche u. medlii.i. Bäder.— Erft lgr eigene Heilmethode iMr raseatlialer Str. 68-70, Musik gahle Neu srRtfnct Spltteinmrkt. Leipziger Straße 62. Rechtsbeistaud Dresdener Str. IN Btifaavä Z. AUerbMiaste Vrojesiführ. Ali- mrnien». Ebefcheldunps-, Sirai» sachkirBrobachi. Enviilelungen. piatlvg 120 m. ör. 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