Nr.647.36.Iahrs. Bezugspreis: DierttlMrl. 10JM JRL. monotL SÄ> Ri. ■cti ms»aus, voraus zahlbar. Pok- bezug Monatlich ZF0 MI. c?tl.gu- Oellungsgedllhr. Unter Kreuzband Ar Seutlchland und Oeslerreich- Ungarn 6.75 MI. für das ii beige Ausland '.075 MI. bei täglich einmal. Zustellung 3,75 Ml. Poftbeitellungen nehme» a» DSnemart.»oll and, lluremburg, Schweden». die Schweiz. Eingetragen m dir Poll-Zeimngs-Preislilte. •Set.BorwSrts" mit der Sonntag» betlage.Boll u-Zeir" erichetm woche» täglich zweimal. Sonntag» einmal. Teiegramm-Adreffe: �Sozlalbemolral Vera»». Morgen Ausgabe. ZZerlinev Nolksblati ( ISpfsnnis) Nnzeigenprei»: Sie achigewoltene Ronrnreillezeiie lostet l,«?M.,Teurrnngszufchlag W/* „(Ueioc Anzeigen", doo fettgedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei «ettgedruckte Aorfe), sedes w.ttere Wort 50 Pfg. Etellcngcsuäie und SchläfftellenattZiigen doo erste Wort 65 Pfg.. ie5tä weitere Wort 10 Psg. Worte siber Ist Duchitabcn zählen für -w-t World. Teueningsitlschlag SM,». Familleii-Anzeigen. politische und gewcrtfchaiitiche Vereins- Anzeige» 1.60 Ml. die Seilt Anzeigen für die nächste Ruminer miisten bis S Ahr nachmitfugo im Hsuplgefchait. Berlin SB? 68. Ändenstrab- L.«bgencben werden. Geöffnet von S Uhr sriih bi» 5 Uhr adend». �entralorgan der rozialdcmokratirchcn Partei Deutfeh lande KeSaktiou und Expedition: SV. 6S, tinöenstr. Z. Fernsprecher: Am» Mor,«plah. Nr.»SKSO— RSIS?. VorwärtS'verlag S.m.b. K., SM. öS. Linöenstr. 3. Fernsprecher: Amt Mvrihplntz. Nr. II r Lo— Zt. Italien rückt ab. handlanger der Reaktion. Der Aufruf des Berliner Bezirksvorstandes im„Bor- wärts" vom letzten Sonnabend früh, der sich gegen die un- ehrliche und demagogische Ausnutzung de! Marloh- Prozesses durch die unabhängigcnKommunisten wendet, hat gewirkt wie ein Knüppel, der zwischen eine Schar Krähen geworfen wird. Alle fliegen auf und krächzen durch- einander. Die„Freiheit" bringt einen langen Leitartikel mit der schönen Ueberschrift:„Feige und nichtswürdig", der sich in TobsuchtZansällen förmlich überschlägt. Und in der„Welt am Montag" wirst sich Herr Hans Lcutz, der getreue Schild- knappe der Unabhängigen, ebenfalls zum Zensor der Berliner Parteiorganisation aus und fragt überlegen, wer es sei, der immer von neuen, Organisationen der MehrheitSpartci zu solchem Zivecke mißbraucht, die Partei bloßstellt um Noskes und Reinhards willen. Diese Ränke müßten endlich aufgeklärt werden. Wir wollen demgegenüber zunächst noch einmal klar und und unzweideutig feststellen, worum es sich im Falle Marloh handelt. Im Mär� d. I. wird von den unabhängig-kommunM- schen Arbeiterräten ein politischer Generalstreik zum Sturz der Regierung beschlossen. Erst nachdem der Streik beschlossen, debattiert man darüber, was er bezwecken soll! Die Arbeiterschaft selbst wird nicht be fragt, sondern zum Teil unter Androhung von Gewalt, zum Teil durch die erlogene Behauptung, daß die MeHrHeitS- sozialistcn mit dem Streik einverstanden seien, zum Eintritt in den Streik veranlaßt. Die Buchdrucker zwingt man zum Streik, indem man sonst Gas und Wasser abzusperren droht. Am nächsten Tage»vird trotzdem der Streik in den Elektrizi- tälS-, GaS- und Wasserwerken beschlossen und auch kurze Zeit durchgeführt. Diese Tat reißt nunmehr den größten Teil der Arbeiterschnit zum Widerstand empor. Nach nur fünftägiger Dauer bricht der Streik zusammen. Bereits Stunden bevor der Streik von den Arbeiter- räten beschlossen war, hatten sich an verschiedenen Stellen der Stadt die dunkeln Elemente der Großstadt gesanliuelt und, von u�nabhängig-kommunistischen Stratzenrednern und Stoßtrupps durchsetzt, am Alexanderplatz und im Norden Berlins damit begonnen, Läden zu plündern, Polizeiwachen zu stürmen, einzelne Sol- daten zu überfallen, zu entwaffnen und zu miß- handeln. Erst nachdem dies festgestellt war. wurde der Belagerungszustand verhängt, und nachdem sich am ersten Tage und in der darauffolgenden Nacht gezeigt hatte, daß Republikanische Soldatenwchr und Matrosendivision entweder nicht imstande oder nicht willens waren, die Orb- nung in Berlin aufrecht zu erhalten, für den nächsten Tag der Einmarsch der Regierungstruppen angeordnet. Die Drahtzieher des damaligen Generalstreiks waren aber nicht gewillt, ihr Spiel so schnell verloren zu geben. Die von ihnen aufgeputschten Massen waren auch zum Teil nicht mehr zu halten. Die Waffen in den Händen der un- abhängig-kommilnistischen Anfständischen gingen überall lob und eS kam zu schweren Kämpfen zwischen den Auf- ständischen und den RegierungStruppen, wobei bald die Ma- trosendivision und Teile der Nepublikanitchen Soldatenwehr meuterten und sich auf die Seite d'er Äusständischen schlugen. Alles dies war vorbereitet. Welche Verluste an Menschenleben und welcher Sachschaden an diesen Tagen der- ursacht wurden, ist bekannt. Ohne jede einzelne, durch die Erregung und Erbitterung des Kampfes hervorgerufene Handlung auf feiten der RegierungStruppen zu billigen, muß doch heute sowie damals von uns rückhaltlos anerkannt werden, daß die Niederwerfung deS bewaffneten Aufstandes eine dringende Notwendigkeit war und daß wir es nur dem Eingreifen der RegierungStruppen verdanken können, wenn Berlin nicht völlig eine Beute der Räuber und P l ü d e r e r geworden und zum völligen Zusamuienbruch gekommen ist. Der Bezirksvorstand hat also recht, daß die wahren Schuldigen an all' jenen Vorkommnissen die putsch. lüsternen» Generalftreikhetzer vom März find. lind nun darf nicht übersehen werden, daß in dieser von Blut und Mord, von Haß und Erbitterung geschwängerten Atmosphäre die Erschießung der L9 Matrosen durch Marloh erfolgt ist. Für die Beurteilung der heutigen Reichswehr, für die Beurteilung des Systems NoSke oder für die Beurteilung der heutigen Regierung beweist dieser tief beklagenswerte, nur aus den damaligen Verhältnissen heraus erklärliche Fall nichts. Der Berliner Bezirksvorstand hat aber keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch alle im März bestehende Erregung die Erschießung nicht recht- fertigen könne und daß alle diejenigen, denen ein gesetz- NichtratifizieruvgZ Der italiemsche Außenminister Scapola bat sich nach dem „Messagero" in London englisch empfohlen. Er reiste so Plötz- lich ab, daß keiner der englischen Staatsmänner auf dem Bahnhof war. Eine Sitzung d«S interalliierten MilitärauS- schuffes ivar so rasch einberufen woixden, daß weder der italienische, noch der amerikanische Botschafter mit den nötigen Pollmachten versehen tverden konnten. Nach den:„Corriere della Sera" handelt es sich mn Frankreichs Wunsch nach einein interalliierten Generalstab. Das Blatt findet, daß ein-solcher Generalstab sinnlos sei, weil er doch keine Truppen hat, und daß die ganze Sache mit dem Völkerbund unvereinbar sei. Jedenfalls tut Italien mit der starken Sozialdemokratie im Leibe nicht mit, und auch die Katholiken sind defastistisch der- feucht. Hat doch der P a p st in seiner Rede an die Kardinäle sich mit gleicher Entschiedenheit wie gegen den BollchewiZ- mus, auch gegen den Gewaltfricdcn gewendet, den Kriegs- Nationalismus so vieler Katholiken(lies: klerikaler Parteien) getadelt und die Völkerversöhnung und die Gleichheit von Siegern und Besiegten als Programm aufgestellt. Ein Pariser Bericht des„Secolo" spiegelt die französische Besorgnis wider, das neue italienische Parlament könnte die nachträgliche Genehmigung des königlichen Ratifizicrungs- erlasseS verweigern. Da die Sozialisten die Ratifikation ablehnen und daS Zentrum für eine Milderung der FriedenSbedingungrn ein- tritt, und diese Parteien m der Kammer zusammen die ob- sohlte Mehrheit besitzen, ist diese Möglichkeit durchaus von- banden. Auch verschiedene Strömungen innerhalb des Zentrums selber lasten eine Annahme des Friedensver- träges durch die Gei'amtrraktion als fraglich erscheinen. Scialoja ist heute in Rom angekommen und wird morgen dem Ministerrat auf Grund der Londoner Besprechungen über den Stand der Adriafrage Bericht erstatten. Franzosen nach Danzkg! Da« sozialistische Pariser Platt„Von Soir" fragt: Ist e« wahr. daß sech« Bataillone Jäger sich nach Danzig einschiffe« sollen, und was tna sie dort? Man dirigiert sie ohne Zweifel nicht nach Schlesien«?), am fie eine Sergnllgnngsreisc macheu zn lassen, wohl eher u« zu kämpfen. Aber wen zu bekämpfen? Für welches Abenteuer schifft man fie ein, und in welche» Abenteuer lassen wir un« ein? Die Grenze zwischen be« Elsaß nnd der Schwei, ist gesperrt. Trotz oller Proteste sind im Elsaß die L» l o n i» l» trupve««och verstärkt worden. Foch schiebt wieder Truppen herum,«m die Notwendigkeit de« erhöhten Standes der Armee zn beweise».__ Der irische flufftanö. Reuter meldet, daß Dienötag«acht ein Ueberjall auf de» Bahn- Hof Cork von 200 bewaffneten Sinnfeinern auSgrsührt wurde. Sie hielten den Bahnhof eine Stunde lang besetzt und suchte» nach einer für das Militär bestimmten Waffensrndung. Es gelang nicht, fie .zu verhaften. widriges Verhalten nachgewiesen werden kann, ohne Rücksicht ailf ihre Person zur Rechenschaft gezogen und insbesondere sofort ans allen amtlichen Stellen entfernt werden müssen. Eine Gemeinschaft zwischen Marloh. Kessel. Reinhard und unS gibt es nicht. Die Generalstreikhetzer jetzt als die moralisch Entrüsteten anzuerkennen, ist aber zu starker Toback. Nicht eineFolgedesSystemsSloske.sondernderun» abhängig-kommuni st i schen Diktaturpolitik ist der Fall Marloh. lind gegenüber den Versuchen, «nS die Verantwortung aufzuladen, gehören die wahren Schuldigen an den Pranger. Die„Freiheit" behauptet, eS sei unwahr, daß sie den Bürger- krieg predige und hervorrufe und daß sie die M ö r d e r Neu- rings, Auers. Klüwers, der Münchener Geiseln usw. beschütze. Sie habe sie genau so scharf verurteilt. Aber die„Freiheit", die in jedem Falle, wo ihre Parteigänger getroffen werden, nur von Mord redet, brachte die Nachricht über die wirklich bestialische Ermordung Neurings in Dresden unter der sanjtcn Ueberschrift„Der sächsische Kricgsminister getötet". Und dieselbe„Frei- heit", die den Verhandlungsprozeß in Sachen Marloh in fast stenographischer Treue veröffentlichte, hat über die Pro- z e s s e gegen die Mörder Neurings, gegen den Mörder Klüwers, gegen die Geiselmördcr, und jetzt gegen den Mörder Lindner nur stark gekürzte Berichte und nur das den Angeklagten Günstige berichtet. Das muß bei ihren Lesern den Eindruck hervorrufen, daß die Taten dieser Leute von ihrem Partcistandpunkt ans mit Nachsicht zu behandeln sind. Wir sollten uns doch durch alles Geschrei nicht darüber täuschen lassen, daß es sich für die Unabhängigen gar nicht ' darum handelt, aus innerster moralischer Entrüstung irgend- , welche Schandtaten an den Pranger zu stellen und ihre � Sühne zu verlangen. Wenn sie das wollten, dann hätten sie � an ihren eigenen Schandtaten in Düsseldorf, � im Ruhrrevier, in Bremen, in O b c r s ch l e s i c n, , in Dresden, in München, in Halle, in Berlin usiv. ein so gc- | rüttelt Maß voll zu tragen, daß sie cS überhaupt nicht mehr ! wagen dürsten, ehrlichen Menschen unter die Augen zu treten. I Für sie handelt eS sich daher lediglich darum, die Auf- merkfanlkeit von ihren eigenen Taten abzulenken, alles demagogisch auszunützen, was irgendwie Stimmung gegen die heutige Regierung und insbesondere gegen unsere Partei machen könnte. Nicht zu dem Zweck, um Ordnung zu schaffen, sondern um selbst an die Herrschaft zu kommen. Und was dem deutschen Volke dann blühen ivürde, darüber brauchen wir kein Wort zu verlieren. Sie spekulieren hierbei auf die Unzufriedenheit infolge wirtschaftlicher Nöte, auf Ge- fühle, Stimmungen und darauf, daß die Arbeiter die Ursachen dieser Zustände vergessen. Hierbei den Unabhängigen Helfers- dienste zu leisten, kann nicht Aufgabe der Leitung einer großen Parteiorganisation sein. Deshalb entsprach der Aufruf des Berliner ParteivorstandeS einer selbstverständlichen politischen und Partcipflicht. Wir werden uns auch veranlaßt sehen müssen, bei anderen Gelegenheiten ein offenes Wort zu Dingen zu sprechen, die ebenfalls zu derartiger Stimmungsmache benutzt werden. Wir erinnern au die vor wenigen Tagen erfolgten Zusammen- stoße mit den Kriegsbeschädigten in den Reichswerken in Spandau. Etwas Aehnliches haben wir ja in den letzten Wochen wiederholt in Stadtverordneten Vers am m- l u n g e n und Gemeindevertretungen Groß-BerlinS erlebt, wo unteWFühning der Unabhängigen und Kommunisten auf- gepeitschte Menschen in die SitzungSräume geführt wurden und sich dort schlimmste Ausschreitungen, Miß- h a n d l u n g c n usw. zuschulden kommen ließen. Soll es denn ein übliches und erlaubtes Kampfmittel werden, daß jede beliebige Gruppe das Recht bekommt, wenn sie mir ihren Wünschen nicht durchdringt, die in Frage kommen- den Personen und Körperschaften mit Geivalt auzu- greifen? Sollen denn diese Angegriffenen verpflichtet sein, trotz aller ihnen ertsilten Schläge diesen Angreifern zärtlich beruhigend die Wange zu streicheln oder muß man ihnen nicht wirklich das Recht zuerkennen, daß sie alle geeigneten Mittel anwenden, damit eine solche Gesellschaft beim Kragen gc- nommen und kopfüber an die frische Lust befördert wird? Man wird allerdings verlangen müssen, daß die Anwendung von Waffen bei dieser Abwehr aufs äußerste vermieden wird. Wenn aber alles andere nicht hilft, so wird man auch dazu greifen müffen. Der Berliner Parteivorstand würde eine jämmerliche Rolle spielen und würde den Anforderungen der heutigen Zeit nicht gerecht werden, wenn er nicht den Mut hätte, diese Wahrheiten den Parteigenossen offen und ehrlich zu sagen, an ihr Denken, ihre Ueberlegung zn appellieren. Es ist natür- lich viel beauemer und angenehmer, wie eS die Nnabhangigen tun, gegen die Offiziere, den Militarismus, gegen NoSke, die Reaktion usw. ein großes Geschrei zu erheben. Damit wird man stets Gegenliebe bei dem gedankenlosen Zeil der Ardeiterschaft finden. Wir aber, gegen die sich in Wirklichkeit dieser angebliche Kampf der Unabhängigen richtet, dürfen un« durch alles Geschrei nicht davon abhalten lassen, diesen Heuchlern und Vvlksbetrügern die Maske vom Gesicht zu reißen und der Arbeiterschaft zu zeigen, was sie in Wirklichkeit sind: Die wirklich Schutdigen, die Handlang er ber Reaktion!_ Scotprskserhöhung und LolMsielgerung. Der Ausschuß für Volkswirtschaft verhandelte m stunden» langer Beratung über den Entwurf einer Verordnung über Zahlung von Ablieferung S Prämien für Brotgs- treibe, Gerste und Kartoffeln. Die Regierung begründete 5is Vorlage, die eine nicht unerhebliche Steigerung der Lebens- mittel bedeutet, damit, daß die Prämienzahlung die Liefe» rungspflicht der Landwirte erhöhen werde. Trotz aller Bedenken, deren sich auch die Regierung nicht der- schließen kannte, bleibe kein anderer Ausweg übrig. Unser« Genossen wiesen wiederholt und mit Nachdruck auf die durch die Preissteigerungen sich ergebenden Folgen hin und be- zweifelten, daß durch die Prämienzahlung die Lieferungs- Pflicht erhöht werde. Es werde vielmehr dazu kommen, daß ein großer Teil der Landwirte auch weiterhin wit chrec LieferungSpflicht im Ruckstande bleiben werde, um einen noch höheren Gewinn zu erzielen, was selbst von den anwesenden »andwirten zugegeben wurde. Von unseren Genossen wurde wiederholt geltend gemacht, daß sie die schwersten Bedenken gegen die Vorlage haben und ihr nur zustimmen könnten. wenn die Regierung dafür sorge, dag die Aufrechterhaltung der Existenzmöglichkcitcn der Arbeiter, Angestellten. Rentner, Pensionäre usw. gewährleistet würde und stellten mehrere diesbezügliche Anträge. Bei der Abstimmung wurde die Rc- gierungSvorlage mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Angenommen wurden die folgenden sozialdemokratischen sknträge: „Um nnter Berücksichtigung der Produktionskosten für das kommende Wirtschaftsjahr angemessene Preise für die landwirt- schastltchen Erzeugnisse, soweit sie keinen Höchstpreisen unter- warfen sind, zu erzielen, wird die Reichsregierung ersucht, sofort «in«, paritätisch zusammengesetzte Kommission aus Land- Wirten, landwirtschaftlichen Arbeitern und K o n s u> «enten in Verbindung mit der Reichsregierung zu bilden und auf Grurld der Feststellung derselben dem Ausschutz eine B o r l a g e über eine eventuelle Erhöhung der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse des kommenden Wirtschaftsjahres zu unterbreiten." Ruf Antrag wurde weiter beschlossen: Durch die beschlossene Prämienzahlung für landwirtschafi- liche Erzeugnisse ist eine nicht unerhebliche Steigerung der Ha ushaltungS kosten eingetreten. Um einen Ausgleich gegenüber diesen Mehrausgaben zu erreichen, und um erneute Störungen des Wirtschaftslebens zu vermeiden, erachtet eS der Ausschutz für notwendig, datz auch die Löhne und Gehälter der Arbeiter, Angestellten und Beamten sowie die Renten, soweit sie sich aus der sozialen Gesetzgebung ergeben, der Verteuerung der Lebensmittel an gepatzt werden. Die Reichsre- gieruug wird ersucht, auf die Landesregierungen, Gcmeindever- waltufigen und Arbeitgeberorganisationen in diesem Sinne ein- znwirken. Durch die Annahme de? Regierungsvorlage tritt eine Erhöhung des Mehls um 34'/, Pfennig und eine Verteuerung des 235Y.Grammbi'otes mn 80 Pf. ein, so daß sich der bis- herige Preis von 1,85 M. auf 2,45 M. stellt. Aufgabe der Regierung muß eS nun fein, dafür zu sorgen, daß nicht eine weitere Steigerung des Brot�reises durch die das Brot- getreide verarbeitende Industrie eintritt, daß sie die sozial- demokratischen Anträge einer sofortigen Prüfung unterzieht und daraus die sich ergebenden Maßnahmen in die Wege leitet. Hoffentlich sind sich alle in Frage kommenden Stellen darüber völlig klar, daß es jetzt gilt, das zu gesundende Wirt- schastsleben mit weiteren Störungen zu verschonen. Das neue ÄeferungsprSmlenspstem. Uel«c den Aufbau des neuen eben beschlossenen Liefe- rungSprämiensystemö werden folgende Einzelheiten be- kauirt. Bei Getreide wird dem Landwirt, wenn er 70 vom Hundert seines Lieferungssolls erfüll! hat, für jeden Zentner der von ihm abgelieferten Gesamtmenge an Brotgetreide oder Gerste eine Prämie gezahlt, die mit 2 M. beginnt und in Staffeln von zunächst 10, alsdann von 3 Proz. um 2 bzw. 2,50 M. steigend, bei Erfüllung von 110 vom Hundert des Lieferungssolls 15 M. erreicht. Tie Zahlung der Prämie erfo'gt bei Getreide rückwirkend für jeden Zentner, den der Erzeuger überhaupt abgeliefert hat. Da- durch wird bewirkt, daß der Anreiz zur Lieferung fortgesetzt steigt. Hat ein Erzeuger z. B. mehr als 80 Proz, seiner LieferungSpflicht xeleiskei, so wird ihm die Prämie von 4 M. nicht nur für das ge- zahlt, was er über 70 Proz. hinaus geliefert hat, sondern für die gesamte, von ihm gelieferte Menge. Da nun die Prämie immer weiter steigt, erhöht sich der Detrag immer mehr, s, datz der liefcrungsfreudige Landwirt reich entschädigt wird und er sich hoppelt überlegen muß, ehe er den Schleichhandel in An- sprach nimmt. Mit Rücksicht auf dl« von der Getreidebewirtschastung abweichend« Art der Erfassung der Kartoffeln und ihrer Zuwei- sung qn den Verbrauch ist diese Rückwirkung bei Kartoffeln nicht möglich. Bei Kartoffeln wird daher dem Erzeuger, der 50 vom fluf öer Straße.* Von HanS Gothmann. In den Tagen kurz vor Weihnaibten stehen auf den Siratzen d-r Großstädte Kinder und verkaufen Hampelmänner. Sie hallen sie vor die schmale Brust, ihre Gesichter sind blatz, ihre Augen scheu und bittend. Man sieht, sie habe» viel Hunger. DaS rasende Leben der Großstadt jagt an ihnen vorüber. Sie drücken sich an die Straßenecken, um nicht von dem Menschenstrom fortgerissen zu »verden und schreien mir ihren dünnen Kinderstimmcheu erfolglos den Hastenden zu: Hampelmänner! Hampelmänner! Niemand hört. Ein paar neugierige Kinder drängen sich hinzu und betrachten bewundernd die bunten Pappfiguren. Die kleinen Verkäufer kämpfen die Hände in den zerrissenen Taichen ihrer ärm- lichen Mäntel und treten von einem Fuß auf den anderen. ES ist kalt. Frvstckndc Nässe kriecht am Körper hoch. Sie husten. Abends sikhlrn sie sich wie zerschlagen. Vielleicht schimpft die Mutter, wenn sie nichr genug verkauf» haben. Ihne» ist, als wären sie zermalmt uod zermürbt»vorden von den endlosen Mcnschenwellerr, die an ihm« in den traurigen Stunden vorüberschießen. Als hätte sie jvöer«rnzelne Menich geschlagen. Aber sie begreifen noch nicht. Sie haben, nnschnldige Augen und Herzen und leiden unter ihrer Armut und der bitteren Kind- heit ohne Empörung. Zch habe ciiiein von ihnen Geld geschenkt. Fast kam ich bor ihm mir schuldig vor und scheute seine dankbaren Augen. Weih« nachten ist das Fest der Freude und Liebe unter den Menschen... Die Liirtäger der pflichivergcnenen Welt stehen in Kindergestalt an den Straßenecken aller Großstädte und verlünden stnmm und »nerhört das Elend der Zeit. Weihnachten?.. Da soll ein Glanz in jede? Herz fallen, ein Funken Freiide wenigstens, ein Atemzug der Liebe durch jede Menschenseele geben..... Wenn du jetzt hingehst, werden die Kinder noch dastehen. Sie rufen mit müden Stimmen: Ihre Augen sind irtieu. Man sieht, sie haben viel Hunger. Und frieren, denn es ist kalt und häßlich. vom Volkserzähler Horch Jock. Denn diesen Ttiel, der sehr Hohes sagt und iu Volkes Namen fordert, hatte Gorch Zock sich'.m Hamburger Gebier schon erworben, als die Schlacht ani Skagcrrak vor drei Jadren sein ManueSleben vernichtete. Seilher sind Gorch FockS Werke in weite Runde ge- laust». Zmn hundertsten Tausend ist der Roman„Seefabrt ist not" Mvvnfgelanyt, dies Werk, in dem die frenstg lachende Lebenslust de« Ftnlenwärder Fischersahns am stärksten erwies, wie hochgemut sie Segel aufsetzen konnte. An fchwedrscher Rüste ruht Gorch Fock. Muri, wo da« Meer seinen slörper zwischen Trünimern an Land ipülte. In breiter Smnumwallmig liegt jein Grab neben Gräbern von Schicksalsgefährten. Unter den Lebenden hätten wir dich heute brauchen können, Gorch Fock l Du wärst Hundert seines Ablieferungssolls erfüllt hat, für jeden darübet! hinaus gelieferten Zentner eine Prämtevon2M gezahlt. Diese Prämie erhöht sich nach Erfüllung von je zehn weiteren Pro- zenten, des Ablieferungssolls um je 50 Pf. Für jeden nach Er- füllulig des gesamten Lieferungssolls noch abgelieferten Zentner beträgt die Prämie 5 M. Die erhöhten Sätze gelten auch für die Erzeuger, die bei Erlaß der Verordnung bereits 50 Proz. geliefert haben. Die Prämien werden durch den Kommunalverband gezahlt. Mit Rücksicht auf den Stand der Reichsfinanzen müssen die durch die Prämie entstehenden Aufwendungen von den Ver- brauchern getragen werden. Bei Getreide werden die von den Komunalverbänden verauslagten Beträge diesen durch die Reichs- gefteidestelle erstattet. Die der Reichsgetreidestelle durch die Prä- mienzahlung entstehenden Kosten werden durch die Erhöhung der Mehlpreise gedeckt, die unter Wegfall der bisher ge- währten Reichszuschüsse 46,50 M. für den Doppelzentner beträgt. So unerwünscht eine Erhöhung der Brot- und Kartofselpreise ist, ist die durch die Einführung der Abliefernngsprämien bedingte Belastung der Verbraucher auf jeden Fall bedeutend geringer. als sie sein würde, wenn Getreide und Kartoffeln in erhöhtem Um- fange zu den bekanntlich überaus hohen Preisen aus dem Ans- l a n d eingeführt werden mühten. ES ist nun Salbe der Land- Wirte, zu beweisen, datz sie das Entgegenkommen der Regierung und des Parlaments auch zu würdigen wissen. Bon ihrem Verhalten wird es abhängen, ob und wann an einen weiteren Abbau der Zwangswirtschaft gedacht werden kann. Er wird um so später und schwerer möglich sein, je weniger sich die Landwirte bereit finden, ihre Pflicht unter diesen günstigen Vorbedingungen zu erfüllen. « Der ReichswirtschafiSmiiiisicr ha! neue Preise für Kunsthonig und Marmelade genehmigt. Die Preise gehen wesentlich über die vorjährigen Preise hinaus, weil bei der geringen Zuckererzeugung auch AuslandSgucker für die Herstellung der Ware in Anspruch ge- nommen werden muß. Der Kleinhandelspreis für das Pfund Marmelade stellt sich auf 3,24 M., für Kunsthonig auf 3,70 M. Späte Erkenntnis. „Wer recht erkennen will, muß zuvor in n'chttger Weife gezweifelt haben", scufte Aristoteles einmal. Man könnte fast glauben, daß unsere Freimde vom Schiffbauerdamm aus dem Stadium des Zweifels in das deS Erkennens gekommen sind. Jedenfalls hat sich das noch nie dagewesene ereignet, daß die „Freiheit" sich ehrlich über eine Maßnahine der Regierung freut. Sie ist ganz beglückt,„daß die Regierung vor den Drohungen der Gastwirte nicht zurückgewichen ist und die Zurückziehung der Verordnung(betreffend Wuchergerichte) abgelehnt hat". Sie sagt weiter:„Das einzige Zugeständnis, das die Regierung gemacht hat, nämlich zu gestatten, datz gegen die Verurteilung Berufung eingelegt werden kann, haben ja auch wir als eine Notw endigkeit bezeichnet". Wir sind wirklich et staunt über dieses Maß von Gerechtig- keit, das die„Freiheit" der Negierimg widerfahren läßt. Rückhaltlos erkennt sie an, daß der Regierung das Wohl der Allgemeinheit, besonders der armen Be- völkerung böher steht, als das deS bemittelten Publikums. DaS sagt sie zwar nicht offen heraus, sie darf es ja nicht— von wegen Moskau!— sie bekennt es aber faktiich, indem sie schreibt:»Denn uns stehen die Jntereffen der Allgemeinheit, besonders aber der armen Be- völkerung, bedeutend höher, als die der Gastwirte und des bei ihnen verkehrenden Publikums". Da die Regierung in diesem Falle ganz zur Zufriedenheit der.Freiheit" ge- arbeitet hat, so gilt dieses sich selbst gespendete Lob natürlich auch für die Regierung. Wir freuen unS dieser späten Einsicht und wollen deS- halb über die kleine Fälschung, daß die.Freibeit" die einzige Tageszeitung sei. die sich diesmal der Interessen der Gast- Wirte nicht angenommen hat, hinwegsehen, denn aller Anfang ist schwer— auch der zur Besserung. einer von denen gewesen, die in der Not in die Wolken packen und lange Breüden reißen, daß der blaue Himmel dmedkann. Wir brauchen Mut, der ausgebt aus der besonderen Macht deS Glaubens an sich selbst und aus dieser Wurzel dt« sichere Richtung ieiueS Wollens' und Werdens empfängt. ÄuS solchem Mut ginge» Gorch Focks Bücher hervor, all die'« munteren, meuicheiischauenben Erzählungen von der Wassel kante, von Niederelbe und Nordlee, von»Schilllengriepern und Tungenkniepern"..Hamborger Jan- mooten",.Fahrenslcuien", wie die Buchtitel lauten, die vlaltdeulsche Geichichte derbstfrohen NebermutS dann von.Hein Godenwind", dem.Admitol von Moslilonien", und endlich jener schon genannte Roman, der des Dichters letztes größeres Werk bleiben iollie. Dem Hamburger sind diele Reihen von Geschichten mit ihrer bandtesten Sprache aus der Well der Seefahrisardeit«me starke, schöne Truhe heimatlicher Erinnerungen� Das hat er vorweg. Aber sie sind mehr. Sie haben den Menschen in sich, der sie geschrieben hat, einen, der werden wollte, was er in sich fühlt«, der von unien herau'kam und die Welt gab, die er erlebt hatte, und der den Willen, der fein Sckiff aimieb. in Gestalten umdichtete, die au» dem zähen Stoff«einer Heimaniienichen gebaut waren. »Sterne überm Meer" bat Aline Bußmann ein Buch getankt. das in Taaebuchblätiern die mnere Natur dieses Dichter» sich selber schildern läßt. Ein Buch der iroden Iuvei ficht, die über alle? Hemmen mit sonnigem, brausendem Idealismus hinwegspriugt. »lieber die Scligteit des Ausschrettens gegen starken Wind geht mir- kaum etwas: jeder Schritt gibt neue Kraft und neue Freude. Ich bin ein Schiff mi» vollen Segeln". Und«in Blatt weiter von diesem Wort sagt Gorch Fock:»Von den Tingvögeln müssen w:r lernen, die ans dürren Besten. am lau'.esten singen." Allerdings:»Wir singen auf dürren vor Angst und aus grünen vor Satiheit nicht mehr." Ueber all dies junge, osi noch in erster Einkalt knospende Rühren des Geistes hinaus leuchtet das Blühen dieses Willen« zu kämpfender Freude, und dies« Att ist eS, die Gorch FockS Bücher immer durchionnt und überall verständlich machen wird, wo Freude nottut. Eben jeyr hat Alme Bußmann VeriirenleS von Fock zu eiuem neuen Buch verbunden:»Schiff vor Anker", wie alles andere von M. Gloga» jr., Hambiug, verlegt (und in der VorwärtS-Buchhandlung vorrätig). Mitten i» dem bunten Srrauß der hier vereinten Erzählungen, von denen einiges aus Anfangszeiten stamnie» mag. jauchzt es>n einer HerbstbootS- fahrt draußen an der Elbmündung aus: »Sei mir gegrüßt, du bunte Welt, sei mir gegrüßt, du großes Leben. Du rinnst und jagst durch meine Adern, reißest mich aus und wirfst mich nieder. Nieder? Fortan nicht mehr! Wer so lachen kann, wie ich. der läßt sich nicht mebr niederwerfen. Ich lebe, und hoch will ich leben. Ich lebe mit Wissen und Willen lüb'.e jeden Atemzug, jeden Wilidhauch, jeden Wellenschlag. Ich sehe jei'en Baum und iede Wolke, deute jeden Schritt und jeden Klang, forsche iu allen Mienen und in allen Zügen, llmflulet. um- braust, umkost— und König meines Leben» bin ich! Mittelpunki der Welt, aller Bugen warten auk mich und über meinem Kopfe ist der Himmel am allerhöchsten. Was ich sehe, was ich tue: darauf kommt es an und für mich scheint die Sonne. Umreißen oder ausbauen, das ist mir gleich, nur wirken, arbeilen, die Arme aufkrempeln können und dabei fingen mögen! Wenn zwei streiten: hei, dazwischen gesprungen und mttgestrittrn! Leben, lachen. Schützer öer akademischen Freiheit. Im reaktionären Blätterwald tönt Heulen und Weh- Nagen, weil der Kultusminister Genosse Haenisch im Mar- burger Universitätssall dem Professor Traeger eine Rüge erteilt hat. der im Kolleg Mitglied r der Regierung be» schimpfte und in parteipolitischen Ergüssen über die Re- publik herzog.„Die akademische Freiheit ist in Gefahr!" so schreit es in allen Tonarten. Dabei ist dem streirlustigen Professor nichts weiter eröffnet morden, als daß er unbe- schadet seines Rechtes auf sachliche Kritik eine Per acht- l i ch m a ch u n g der geltenden Staatsordnung und der stoat- lichen Funktionäre unbedingt z u vei meiden habe. Das ist gewiß eine sehr milde Erledi Hing des Falles. Trotzdem begehrt der schwerindustrielle„Lokalanzeiger" fol° gendermaßen auf: So also sieht die akademische Lehrfreiheit km neuen Deutschland aus. Dir find begierig zu erfahren, wie sich die deutschen Hochschullehrer zu dieser Auffassung und zu dieser Anweisung des Herrn MinssterZ für Wissenschaft, Kunst und Volksbikdung stellen werden. In noch viel stärkeren Ausdrücken tobt der orthodoxe ..Reichsbote", ein Blatt, für das es bis zum November 1918 kein greulicheres Wort gab, als Gesinnungsfreiheit oder Ge- Wissensfreiheit: Wir lernen jetzt an allen Ecken und Kanten kennen, w a S sozialdemokratische„Freiheit" heißt. Es ist die Freiheit deS Zuchthauses, die Herdenmenschen genüge« mag, die nur gut verdienen, wenig arbeiten und gut essen wollen, nicht aber sittlich erzogenen Jndividnali- täten, die wissen, waS geistige Freiheit ist, und wa? sie für ein Volk bedeutet. Im alten monarchischen Staate bestand wahre akademische Freiheit. Ach wirklich? Wie sah denn die wahre akademische Frei- heit des monarchischen Staates aus? Hat der„Reichsbote" noch nie etwas von einem Fall A r o n s und einer l- o x A-rons gehört? Unter der„wahren akademischen Frei- heit" des alten Systems wurde ein Hochschuldozent von der geistigen Bedeutung des Gen. Leo Arons gemaßregelt, der in der sachlichsten Weise physikalische Vorlesungen hielt, werl er a u ß e r h a l b der Universität, in seinem Privatleb: n. Sozialdemokrat war. Die jetzige Regierung verlangt nur/ daß der volitische Tages st reit nicht in die Hör- säle hineingetragen wird und läßt im übrigen jedem Dozenten volle politische Gesinnungs-, Meinungs- und Lehrfreiheit. Unter dem alten System dagegen wurden Do- zenten bloßwegenihrerpolitischenGesinnung auf die Straße gesetzt. Aber für den.Reichsboten" ist erwiesen, daß dieses alte System die„wahre Freiheit" be» deutete, während die Toleranz des demokratischen Systems '„sozialdemokratischer Znchthausftaat in Reinkultur" ist und„den letzten Rest geistiger Freiheit er- drosselt". Ist dies gleich Wahnsinn, hat es! och Methode, nämlich die verlogene alldeutsche Hetzmethode? Steuerpolitik und Sozialismus. Ein Jahr nach dem ersten deutschen Rätekongreß bot die Deutsche?laiicmalversammlung da» Reichsnotepfer verabschiedet. Diese beiden Tatt'achen bringen wir deshalb in Zulammenbong, weil eS auf den Tag genau ein Jabr her ist, daß der Cbestedaklenr der»Freiheit". Dr. Rudolf Hilseiding. atif dem Rätekongreß erklärte, sozialisiert dürfe nur gegen angemessene En ts ch äd i g u n g werden, da man sonst die-größte Unsicherheit in» Wirtschaftsleben trage: was zur Bekämpfung der Ungleichheit deS Vermögens getan «verden solle, könne man eben so gut wie durch den Sozialismus durch eine gute Steuerpolitik erreichen. ES wäre wünschenswert wenn die.Freiheit' diese AuS- lassungen jetzt wieder abdruckte, damit ihre Leser das richtige Ver« ständniS für die Bedeutung der Besitzsteuergesetze im Reiche er« ballen. tWärum ist dicker Wunsch vollfommen aueflchtSloS.) Sind diese Gesetze auch noch keineswegs vollkommen, so geben sie doch klar in der Richtung, die Dr. Hilferding von damals einer zugleich ehrlich und vernünilig gerichieien sozialistischen Politik gewie'en hat. siegen! Nicht eingebettet sein, wie die rote Leuchldoje bier an Backbord, deren maiteS Blinkfeuer mir den Sonnenstrahlen kämpft." AuS solchem Geist, iolchem Gemüt, solch wundervoll jungem LebenSdrang wurde Gorch Fock das, wo» tön unfern gute» Voile« dichter» gesellt. Er steckte«ein« Ziele boch und wußte, da» vollendete Werk, da» auch ihm selber erst ganz genügen konnte, stand seinem Achaffen noch bevor: d»ti lauten Ruhm, den«ein Seeiatrlroman weckte, webrte er aus dem Willen zu Größerem ab. Noch ein« mal: wir hasten ihn jetzt brauchen können unter den Lebenden. Seine Art hätte in diese Welt der«'chwersten Charakterproben gepaßt. Run müssen die Bücher, die er sich aus dem Herzen ichrieb, a» keine Stelle treten, und sie werden die Kraft baden, vieles von dem zu «rietzen, was durch Gorch FockS frühen Tod vor der Resse bin» sank. tri. Teuerung und Geldeutwertiing. Unter dickem Titel bat Genosse Dr. Max Sachs ein Büchlein geschrieben, das im Verlag von Kaden ii' Comp.. Dresden, erschiene» ist und in knapper, klarer Darlerung die Gründe der korigesetzten Teuerung und de» Baiuta« schwundeS schildert. SIS Ausweg siebt der Verfasser eme bedeutende Steigerung der Produkiion bei äußerster Spar'amkeit im Inneren. Bor allem müßte die Berichleuderung deutscher Waren an da» Aus- land verhüte», die Exporigewinne müßten auf irgendeine Weite. >ei e» durch Ausfuhrzölle»der Beschlagnahme der Deviien. erfaßt werden. Wir vermissen in der sonst vorzüglichen volkstümlichen Darstellung ein näheres Eingehen aur das eigemki;te Problem der Kapitalflucht und auf die miukttechniichen Gründe des Balmatief« standes. Aber auch ohne dieies bietet da« auf reichem Material und volkSwiitichaftlicher Sachkunde aufgebauie, leichi lesbare Sckrsstchen nicht nur Anregung, sondern auch Belehrung für den Suchenden. Gedt nn« einfache Satzzeichen? Mit dickem Ausruf wendet sich Richard Laube»n der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins an den ReichSschulauZi'chuß. damit unter Boll end- lich eine einheitliche vereinfachte Zeichensetzung erhalle und aus'dem , Irrgarten der bisherigen Satzzeichen-W'.lltür" herauskomme. Da« Jahr 1001 hat dem Reiche. Lesterreich und der Schweiz zwar eine einheitliche deutsche Rechischreibung gebracht, aber die Zeicheitietzung, diese andere Außenseite am schriftliche» Sprachgebrauch, zog man damals uicht in de» Kreis der Beratungen, obwohl gerade ihre brmte Mannigfaltigkeit in deutschen Landen die Männer der Schule zur Abhilfe hätte auffordern müssen. Wie ver« schieden denken die einzelnen Votkstämme, Schularten, Berufe und Volksschichten über Aeien. Wert und Anwendung de« Sotzzricheüs, vor allem des Beistriches' Besonder« in den Schulen herrscht die ärgste Verwirrung.»Wer das nicht glaubl", sagt Laube,»der vergleiche die Abschnitte über Zeichensetzung in den Rcgelbiichern von Bayern. Württemberg und Oesterreich, und be- denke, daß da« preußische und fächfi'che Regelbuch einen solchen Teil überhaupl nicht kenn». Sachsen bar ,war eine Tetziing. aber irgendwie amilich anerkannt ist sie nicht. Indr« anck andere Menschen leiden unter diesen versabreuen Verhältnissen. Wenn sie eine Zeittmg. einen Roman, ein Gedicht, einen Brief oder eine Urkunde zur Hand nehmen, überall begegnet ihnen«ine Willkür»n der Antoendung der Redezeichen." B. Nr. 647 ♦ 36. Fahrgang Seilage öes Vorwärts Ireitog, 16. Dezember 1616 Enöet Sie Sklaverei! I» d«r DonnerStagSsitzung der Nalionalvcrscimmlung führte zur Begründung des bereits im Abendblatt mitgeteilten Gesetze» gegen das GsückSspiel NeübSjustizmitttster Schiffer aus: CS ist allgemein bekannt, welchen Umrang und welche überaus bedauerlichen gönnen das Glücksspiel in leyter Zeit angenommen hat. Man tnus es geradezu als einen Hohn auf die Zustände empfinden, in denen sich der gröszt« Teil unseres Volkes befindet. Dem mutz unter allen Umständen entgegen- getreten werden. Das Gesetz wird ohne Aussprache in allen drei Lesungen an- genommen. Ebenso werden der Notenwechsel zwischen Deutschland und den alliierten und afioziierten Mächten sowie das am 22. September 181g in Versailles unterzeichnete Protokoll über den Artikel 61 Abs. 2 der Verfassung des Deutschen Reiche»(kein Anschlutz Deutschöster- reich?) erledigt. DaS Gesetz über die Sozialifierung der Glektrizitätswirtschdast wird ohne Aussprache in dritter Lesung angenommen. Der er- forderliche Nachtragsetat wird bewilligt. Das Umsatzsteuergesetz wird nach kurzer Debatte gegen die Deutschnationaken und Nnab- hängigen verabschiedet. KttttSgebutig für üie Kriegsgefangenen. Präsident Fehrenbach: DaS Haus hat es für angezeigt gehalten, vor Eintritt in die Weihnachtsferien unserer armen Kriegsgefangenen freundlich zu gedenken. Zu diesem Zwecke schlage ich Ihnen folgende Resolution vor: Mehr als eine halbe Million unserer deutschen Brüder harren noch ihrer Befreiung aus der Kriegsgefangenschaft. Der grötzte Teil von ihnen wird in Frankreich festgehalten. Bei Abschlutz des Waffenitillslaiides mutzte Deutschland feine Gefangenen ent- lalien. Sechs Monate find verflossen, ieitdem wir den Frieden»- vertrag ratifiziert baben. Die Naiionalveriammlung fühlt und leidet mit den unglücklichen Befangenen, wie mtt threu Eltern. Frauen und Kindern, die jetzt beim Herannahen deS WeihuachtS. festes mit besonders tiefer Sehnsucht ihrer in der Ferne weilenden Lieben gedenken tntd wendet sich an die Neutralen und an diejemgen Frauen und Männer in den bisher feindlichen Länder», die fich ein menschlich fühlend Herz bewahrt haben, das teilnehmend für die unglücklichen Befangenen schlägt, auf datz sie laut ihre Stimme erheben zu dem Ruf: Gebt den Frauen ihre Männer, den Kindern ihre Bäter, de« ge- beugten Eltern ihre Sähne wieder! (Zustimmnug von allen Testen des ganzen Hauses.) Sie haben sich zu Ehren der Gefangenen von Ihren Sitzen erhoben. Ich danke Ihnen iür diese feierliche Kimdgebung und stelle die etn« münge Annahme dieser Entschließung durch die Zlationalversamm- lung fest.(Lebhafter, allseitiger Beifall.) Eine Reihe von Petitionen werden erledigt. Freitag 16 Uhr: Interpellation der Rechiett über die Diri- fchafts» und Steuerpolitik der Regierung. Hefaageasnlos. Segen zweier Faiists»läge gegen feinen Wächter ist der deutsche Kriegsgefangene Hoffmauu zum Tode verurteilt worden. Die„HumanW teilt mit. datz der Wächter zuerst geschlagen hatte und datz dem Angeklagten eine Disziplinarstrafe als er« schwerend angerechnet wurde, die für die Zachttgutig eines Mitgefangenen wegen Betrat« eines FluchtplanS verhängt worden war. DaS Blatt hofft, datz das Urteil ntcht vollstretft und der Prozetz neu aufgerollt wird. Die.Badische Presse� schreibt: Ein au« der Kriegsgefangen- schast zntückgekebrt« Soldat brachte einer Familie in Bonndorf im Schwarzwald die Nachricht, datz ihr seit fünf Jahren vermißter und tot geglaubter Sohn noch am Leben sei. Er sei im Oktober ISIS nach einem Loger in Algier gebracht worden, wo noch heute über 30000 deutsche Gefangen« in Sklavendienst gehalten würden. Zum �chtstunöentag für öas Kranken- Pflegepersonal. Bon einem vorteigenössischen Arzt erhalten wir folgende Zuschrift: Die Bewegung, welche gegen die geplante strenge Durchführung deS Achtstundentages für das Krankenpflegeparfonal einsetzt, darf nicht den Plan zum Scheitern bringen. Die angeführten Bedenken machen eS erforderlich, datz nicht nach einem strengen Schema verfahren wird, sondern datz iür besonders liegende Fälle und besondere Stellungen, z. B. Oberin, Ovetotionsschtoestern. oder besondere Situationen, z. B. besonders Schwerkranke, Ausnahmen zugelafien werdet:. Im allgemeinen aber mutz an der Grundlage festgehalten werden. datz der Krankenpflegerdienst nicht länger als acht Stunden in 74 Stunden zu währen hat. Als Gründe sind anzuführen, datz die Majorität de« Kranken- Pflegepersonals die allgemeine Einführung des Achtstundentages wünicht. Der Wunsch gründet sich aber nicht auf Unlust zur Arbeit, sondern ans dem Bedürfnis nach größerer BcwegungSireiheit. Diese braucht aber die Krankenpflege mindestens ebenio, wenn nicht mehr als� jeder andere Berussmensch. Sein Dienst verlangt eine besondere geistige und seelische Einstellung. Er soll den persönlichen Wünschen seiner Pflegebefohlenen Rechnung tragen, soll dabei die aufgetragenen Verordnungen, deren Ausführung dem Kraulen oft schmerzhaft und unbequem ist, durchsehen, soll rücksichtsvoll und zugleich energisch sein und trotz aller Schwierigletten frisch und freundlich bleiben. Er bedarf für diese Leistungen einer Entpersönlichung. Denkt man fich diet'en Dienst auch nur acht Stunden taglich gut durchgefnhrt, so begreift man, wie stark dann das Bedürfnis einsetzen mutz, sich, seiner Familie, seinen anderen Aufgaben als Mensch und Bürger etnige Stunden am Tage gebörsn zu können. Ist e« nicht wahr- icheinlich, datz ein ausgeruhter und geistig entspannter Pfleger am nächste» Tage seinen Dienst frischer antreten wird, al« einer, der unter dem dauernd gleichen, oft niederdrückenden Etnflutz der Klagen und Schmerzen der Kranken steht? Bon einer solchen Entspannung und solchem AuSgenutztsetn hat aber nicht nur der Pfleger, sondern auch der Kranke einen großen Borteil, ober keinerlei Rachteil. Dem Kranken ist eS zunächst erwünscht, datz die Anordnungen de« Arztes vom Pfleger auch wirllich ausgeführt werden, dann, datz dies rücksichtsvoll und in freundlicher Weife geschieht. Damit ist er der Hauptsache nach zufrieden gestellt. Kommt hinzu, datz der Pfleger ihm auch seelisch nahe rückt, so ist da« eine sicher sebr willkommene Zugabe, die auch für den Arzt sehr wichtig ist. Aber wurde die« letztere bisher den Kronkenbäusern der Regel noch oder auch nur oft erreicht? Ja ist das erstere gegenwärtig und unter dem bisherigen Spstem allgemein? Jeder, der den Bericht von Krauken aus Kranlen- Häusern zu hören Gelegenheil hat, weitz, wie relativ selten die«ranken mit ihrem Pfleger zufrieden waren, wie oft sie zu klagen hatten. Die Kranken selbst und die Oeffentlichkeit im allgemeinen hat diesen Uebelstand auf die Ueberlastung des Pflegepersonals zurückgeführt. Es ist demnach zu erwarten, daß durch die Ein- fübrung des Achtstundentage« auch de» Kranken wesentlich genützt werden wird. Schließlich mutz eS anch für die Aerzte von wesentlicher Be- deutung sein, ob fie eS mit einem fri'chen. elastischen, willfährigen Pflegepersonal oder mit einem übermüdeten und innerlich unlustigen zu tun Haben. Der MeHrauswand an Kosten kommt gewiß ernst- lich in Betracht, kann aber keine entscheidende Bedeutung ge- Winnen, weil sonst überall die Errungenschaft de« Achtstundentages eine RückwärtSrevidieruug erfahren müßte. Auch die Prtoatkliniken «erden sich dem allgemeinen Zug der Zeit unterwerfen müssen und eS wird sich zeigen, datz es ihnen gelingen wird. Für die lieber- gangszeit bleibt es wünschenswert, daß ihnen Zeit zur Lnpassimg an die neuen Verhältnifl« gelassen wird. Es mutz daher al« eine Pflicht der Regierung angesehen wer- den, sich von der prinzipiellen Einführung des Achtstundentages für den Krankenpflegeberuf nicht abdrängen zu lassen. Li. GroßGerün Zum Streik üer Gastwirte. Der Proteststreik der Gastwirte gegen die verschärfte« Berord- nungen gegen den Schleichhandel, der am DonnerStagmorgen in einem alle Erwartungen der die Bewegung leitenden Organisationen weit übersteigenden Umfange einsetzt«, hat im Laufe bei gestrigen Tage? noch eine Steigerung erfahren, da auch die Mehrzahl der verhälmismätzig wenigen Gastwirtschaften, die vormittags ihre Lo- kale noch offen hielten, nach Aufklärung sich ebenfalls der Bewegung anschlössen. Seiten« der in Betracht kommenden Organisationen ist ein umfassender, gut funktionierender Kontrollapparat geschaffen morden, um eine einheitliche Durchführung deS in der Versammlung im Wintergarten gefaßten Beschlusses zu gewährleisten. Die zahlreichen Kontrolleure, die den ganzen Tag über bis zum Eintritt der Polizeistunde unterwegs waren, arbeiieien nach einem bestimmten Plan. DaS ganze Kontrollgebiet ist in Bezirke einge- teilt, denen ein« bestimmte Anzahl Kontrolleure zugewiesen waren, die straßenweise die dort befindlichen Gastwirtschaften, Hotels, Konditoreien usw. auf die Durchführung des Streikbeschlusses hin prüften und die bisherigen Außenseiter entsprechend aufklärten. Besonders strikte find die Gastwirte der nördlichen und östlichen Vororte der Stteikparol« gefolgt. In Pankow war gestern von über 320 Lokalen kaum ein halbes Dutzend offen, in Lichten- bera, Oberschöneweide, Niederschöneweide und Johannisthal hatten fast alle Lokale geschloffen. Ueberaus groß ist hie Zahl der Zustimmungserklärungen aus dem Reiche, die im Laufe des gestrige« Tag«? namentlich für Berlin und die Provinz Brandenburg eingelaufen sind. Aus Halle ist die Mitteilung eingelaufen, datz die dortigen Gastwirte sich bereits am gestrigen Donnerstag der Aktion ihrer Berliner Kollegen angeschlossen haben; dort war schon gestern eben- falls die grotze Mehrzahl der Lokale geschlossen worden. Zustim- mungSerklärungcn liegen auch aus vielen grotzen Städten vor, so Breslau, Dresden, Frankfurt usw. Diese Nachrichten aus der Provinz lassen darauf schließen, datz die Bewegung sich über da« ganze Reick ausdehnen wird. Der Teil der Bevölkerung, der auf die Speisung in den Gast- wirtschaften angewiesen ist, ist von dem Streik recht unangenehm betroffen worden. Mau versucht« e» so gut e» ging mit der„Selbstversorgung� au« den Lebensmittelgeschäften, doch blieb diese Aus- Hilfe in fait jedem Falle ein nur recht unzureichender Ersatz für die gewohnte RestaurationSspeisung. Besonders in Mitleidenschaft ge» zogen waren die Hotelgäste, die über Lebensmittelkarten nicht der- fügten, die denn auch ihrer Mitzstimmung oft in recht erregter und drastischer Weise Ausdruck gab. Die Fremden, die von dem Streik betroffen werden, werden die„Frentdenstadi" Berlin wohl kaum in gutem Andenken behalten. Die Verhandlungen der aus dem Syndikus deS Deutschen Gast« wirtsverbandeS Rechtsanwalt Dt. We i»kam. dem Vorsitzenden des Verbandes der Gast- und Schankwirts für Berlin und Branden- bürg Otto Strauß und Herrn R a ch w a l S k i vom Interessen- Verband für da? deutsche GajtwirSgewerbe bestehenden Kommission mit den Behörden, die bereits gestern statifindeu sollten, werden wohl erst im Laufe des heutigen Bornütta�S zustande kommen. Es wird gehofft, daß diese Verhandlungen mtt dem ReichSwirtschaftS- amt und dem ReichSjustizamt zu einem Ergebnis führen, der den Gastwirten die Aufrechterhaltung der Betriebe ermöglicht. Findet sich ein gangbarer Weg nicht, dann ist nach Erklärungen der Gast- Wirtsorganisation mit Bestimmtheit damit zu rechnen, datz et im Monat Januar zu einer, völligen Stillegung der Gast» wlrtSbetriebe im ganzen Reiche kommt. Die Reichsregierung steht, wie wir von zuständiger Stelle ev> fahren, aus folgendem Rechtsstandftunkt, der von dem ReichSjustiz- Ministerium und dem ReichswirtschaftSmimsterium einheitlich ver- treten wird: Wollte man den Gastwirten, wie sie eS verlangen, ein« Tonderstellung innerhalb der Gesetzgebung einräumen, so bliebe von dem. ganzen Gebäude der Zwangswirtschaft, daS die Reicksregierung. einstweilen unter keinen Umständen entbehren zu können glaubt, nicht viel mehr übrig, al» ein durchlöcherte« Gehäuse ohne rechten Inhalt und Zweck. Wie es gesetzestechnisch unmöglich ist, die milde. ren Fäll« der LebenSmitielvergehen au« dem juristischen Tatbestande der SchleickhandelSvergeben herauszuschälen, so ist eS über» Haupt grundsätzlich nicht angängig, die Gastwirte hinsichtlich der Uebertretung von Ernährung?- und Wirtschaftsbestimmungen besser zu stellen als andere Haudelstreibende. Ein Eingehen auf die Wünsche deS Gastwirisgewecbes ist nach Auffassung der Reichs- regierung nur denkbar in der Richtung, datz einerseits an die Gast- wirtschaften eine reichlichere Belieferung als bisher erfolgt, daß 'aber andererseits eine Zurückdämmung der Ansprüche de? Gasthaus- Publikums ganz unumgänglich fei. Rein juristisch hat die Lage des GastwirtSgewerbeS durch die neue Wuchergerichtsgesetzgebung kein« wesentliche Aenderung erfahren, da ja schon auf Grund deS Gesetzes vom 7. März ISIS jeder Gastwirt, der im Sinn« dieses Gesetzes Schleichhandel trieb, sich strafbar machte. Gerade der Reichsjustizminister verkennt in keiner Weise die Montrose. 48) Detektivroman von Sven Elvestad. Er sieht nur die drei oberen schwarzen viereckigen Fenster, die unteren werden vom Karten verborgen. Er steht auch undeutlich die aufgerollten Markisen über den Fensterrahmen, watz die Aehnlichkeit mit aufgerissenen und erschrockenen Augen noch verstärkt. Während der Mörder dieses Phantom anstarrt, dieses traumähnliche Gesicht von Stein und Schatten, nimmt seine eigene unablässig wechselnde ahnungs- volle Kemiitsstimmung eine neue Form an. Er meint, seine eigene Angst in dem Phantom zu sehen. Langsam, als wenn eine Photographie auf einer anderen hervorgcnifen wird, tritt ein neues Bild in seine weit geöffneten Augen. Die Bäume vor dem Hause, zwischen deren Zweigen der Mörder am Abend die hellen und freundlichen(Sardinen deS Fensters gesehen hat, und eine Frau, die sich sorglos gegen den Fenster- rahinen lehnte— diese Bäume stehen jetzt wie mit Dunkel- hcit gefüllte Abgründe zu beiden Seiten der Treppe. Etwas ist plötzlicki aus�denr Gesicht des Hauses herausgefallen und ver'ckwunden. die Dunlclheit der Bäume bildet zwei ge- walticie, leere Augentchhlen, und das knochengelbe Gestein der Fasiade ist wie die Silhouette eines Totenkopfes gegen den Nachthimmel. So, alle Sinne von Tod und Untergang erfüllt. gebt er zur Mordtat, sogar die Luft schwitzt einen durch- dringenden Geruch von Friedhof aus. Fledermäuse innflattern ibn auf schwarzen, stummen Schwingen. Bei jedem schleichenden Tritt in dem feuchten Gras ruft, er die Geister des Mordes. diele Wesen der Dunkelheit und Sei Schweigens. Jetzt schweben sie über seinem Kopf, lautlos, in steigendem und fallendem Fluge... Wo bin ich geblieben? Ich habe ein Gefühl, als ob ich ihm nicht mehr folge, und doch bin ich der Mörder. Ich stehe draußen im Garten, umgeben von dein unbeschreiblichen FrühIingSduit. Und dennoch befinde ich mich drinnen vor der Paneeltür mit den breiten braun gebeizten Feldern. Worauf warte ich hier draußen? Jetzt kommt es. Auf den TodeSschrei des Opfers. Den will ich hören. Ich sage Ihnen. mein Herr, nicht nur das Opfer schreit. In diesem Schrei werden alle stummen Leute brredt. Der ohnmächtige Schreck de'' Menschenwohnung, die wachsame Dunkelheit der Pappeln. alles, was den Menschen gehört und seine Freunde sind, die Steinpfosten der Gittertür. die Landstraße, das sauber- geschnittene GraS der Rasen, alles, was mit seinen toten aber abwartenden Augen die Ankunft deS Mörders gesehen hat, macht seinem Schmerz in dem Todesschrei deS OpferS Luft, wie eine unvergängliche Anklage alles dessen, was dem Leben und den Menschen angehört. Da hörte der Mörder den Schrei, ja. da hörte ich ihn--" Keller war zu Ende. Während er vorgelesen hatte, war er sich unablässig mit der Hand übers Haar gefahren. Jetzt fiel ihm nichts Besseres ein, als nervös in den Papieren zu blättern, seine Finger zitterten, er war sehr nervös und sah mit einem fragenden Blick auf. .Alle Wetter/ rief Krag erstaunt,„ist daS alles?" .Ja, bis auf weiteres. Als er someft gekommen war, schloß er die Augen und sagte, datz er todmüde sei. Ich solle in einigen Stunden wiederkommen, dann wolle er fort- fahren." .Stenographieren Sie?" »Ja." .Was glauben Sie?" fragte Krag welter. „Was ich glaube," antwortete Keller mit einem bitteren Lächeln,„ich glaube, daß Sie zweifeln." „Das meine ich nicht. Was glauben Sie von dem Be» kennmis?" Keller, der sonst so kühle Polizeiagent, war offenbar von dem Erlebnis mit Arnold Singer stark erschüttert. Er verbrettete sich eifrig darüber, welch starken Eindruck dieser Mann auf ihn gemacht habe. „Er ist offenbar eine höchst seltsame Erscheinung im Leben der Großstadt," sagte er..Ich bin fest davon über- zeugt, daß wir die merkwüidigsten Enthüllungen von ihm er- warten können. Er ist ein Produkt unserer überreifen Zivili- iation. Sie wiffen, lieber Krag, daß während der letzten zwei, drei Jahre mehrere rätselhafte Morde unaufgeklärt ge- blieben sind. Stollen Tie sich vor. wenn nun Arnold Singer uns diese Geheimnisse losen würde. Vielleicht ist er eine Art mystische Figur, einer von den seltsamen Tigern des Groß- stadtlebenÄ." .Aber Montrose?" sagte Krag und lachte. .Ja, Montrose--- das kommt noch, das kommt später. Ich fragte ihn auch nach Montrose. Das kommt, sagte er. Es dauert noch eine Stunde, bis das Verhör von neuem beginnt. Ich bin selten so gespannt gewesen." „Ich möchte Sie nur»och einmal daran erinnern.' sagte Krag, indem er seinen Mantel anzog,„ich möchte Sie nur noch daran erinnern, was wir vor allen Dingen erfahren müssen, nämlich: 1. Wo ist Montrose, tot oder lebendig? 2. Wer und wo sind seine Mörder oder die, die ihn entführt haben? 8. Wo sind die Mörder des verrückten Professors?" „Ich glaube." sagte Keller,.daß Arnold Singer Abbö Montrose ermordet hat." „Aber, lieber Freund, kann man sich auch auf seine Der- nunft verlassen, wenn er eS sagt? Er ist augenblicklich sehr exaltiert." .Seine Exaltation gibt ihm�a gerade die visionäre Er- innerung an alles Geschehene. Sie hätten sein Gesicht sehen sollen, als ich ihn verließ und bevor ich daS Licht löschte. Er war versteinert, abwesend... Ich muß beständig an ihn denken." Krag dachte auch an ihn. Er meinte ihn unbeweglich in der dunklen Zelle liegen zu sehen. Er mußte an den Ausdruck vom Reisen denken, den er gebraucht hatte. Jetzt reiste Arnold Singer in seiner Zelle in einem kleinen Viereck von Stein, fern von allem Gegenwärtigen, dem Ver- brechen früherer Tage und dem Entsetzen ehemals erlebter Stunden entgegen Daran dachte ASbjörn Krag. XXXIV. Nummer 82. Hier. An diesem Abend war der„Pfau" von Menschen über- füllt. Tie Sensation von Abbö Montroses Lerschwin en und die geheimnisvolle Mordaffäre waren eine riesige Reklame für das Lokal geworden. Dreimal mußten die Türen geschlossen werden, io groß war der Andrang von neugierigen Säften. Dem Morgengewölk, der in feiner roten und weißen Fülle die Residenz hinter dem Bartisch wieder eingenommen hatte. gefiel dieser Andrang gar nicht, denn er versta>d die Veranlassung sehr wohl. Einige Neugierige, die ganz naiv die Frage stellten, ob sie das Zimmer sehen könnten, wo der Professor ermordet worden sei, begegneten einem furchtbaren Blick auS den geschwollenen Augen deS Gewittergewölk« und einem heiseren, brummenden saut, dessen Bedeutung nur Rudolf erfaßte. Der verständnisvoll� Kellner eilte herbei und brachte dre zudringlichen Frager draußen aus der Straße in Sicherheit. lLo rts. folgt] Notlagg und die Schwierigkeiien, mit denen das Gast hau Sgewerbc zurzeit zu kämpfen hat. Dem fest im weitesten Maße Rechnung getragen werden, indem einmal alle Rechtsgarantien geboten lver- !en. um den betroffenen Gastwirten im Wiederaufnahmeverfahren die Möglichkeit zu geben, alles zu ihrer Entlastung dienende dem Richter vorzutragen, und ferner dadurch, daß der Juftizminister in bereitwilligster Weise die Landesjustigverwaltungen anweisen will, die neue Wuchergesetzgebung gegenüber dem Gaftwirtsgewerbe nach Möglichkeit und in besonderem Falle milde zu handhaben. Vor allem soll von dem Begnadigungsrecht der Laudesjustizverwaltuilgen zur Umwandlung von Freibeits� in Geldstrafen, sowie von einer entsprechenden Sirafaufschubgewährung in leichten Fällen weit- gehender Gebrauch gemacht werden. Darüber hinaus ist es aber für die Re'chsregierung eine Unmöglichkeit, im Rahmen der Zwangswirtschaft den Gastwirten eine SondcrrechtSstellung zuzubilligen. Wie wir ferner erfahren, richtet stch die Stadt Berlin bei längerem Andauern des Streiks daraus ein. die Verpflegung der auf die Gasthausstätten angewiesenen Devölkerungsteile durch die öffentlichen Speifeanstalten �Volksküchen, Miitelstandsküchen usw.) durchführen zu lassen. Für die ersten Tage ist allerdings ein Massenandrang zu erwarten. Wie weit die Organisation der Volks- küchen und der anderen öffentlichen Speifeanstalten diesem Massen- ansturm gewachsen sein wird, bleibt abzuwarten. » Keine Lokalsperre in Potsdam. Di« Potsdamer Hotel- und Gastwirtschaften hatten gestern und heute wie gewöhnlich ihre Betriebe geöffnet, da fie fiw an der Berliner Protestaktion gegen da? neue Wucker- Und Flei'chbandelS- aefey nicht beteiligen. Es ist daher ein großer Zustrom von Gästen ,u erwarten, die in Potsdam über die g»oße Schwierigkeit der Berliner Sperrtage hinwegzukommen hoffen. Wenn auch PotS- dam auf Fremdenverkehr und Zuspruch von anSwärtS fast immer eingerichtet ist. so ist es doch keineswegs io vorbereitet, daß es den Ansprüchen zahlreicher vorübergebender Gäste genügen könnte, da die Speisebetliebe keine besondere Vetsorgnno genießen wie in Berlin. Immerbin bleibt den Ansässigen und Tischgästen in PolS- dam die Kalamität der Lokalsperre erspart. dle Stäöte gegen öie Erhöhung öer Srotprefye. In der Sitzung deS AufsichtSratS der ReiSsgetreide- st e l l e habe« die Vertreter der Städte mit größtem Nachdruck Einspruch dagegen erhoben, daß der Reichs rat die Einsührung der Lieferungsprämien und die Erhöhnng der Bratpreise beschlossen bat. ohne den AuffichlSrat, dem nach der Reich«-- getreideordnung ein MitwirkunySrecht zusteht, auch nur zu fragen. Nicht minder nachdrückliche Verwabrung erhoben fie dagegen, daß die Lasten dieser neuen Maßregel wiederum ausschließlich auf die Schultern der Verbraucher gelegt werden und daß sogar die Verbilligung, welche das Reich dem Brotpreise bisher bat zuteil werden lassen, bei dieser Gelegenheit in Wegsall gebrocht werden soll. E« wurde auf Antrag der Städte beschlossen, vom Reiche daö volle Eintreten für die Kosten der Lieferungsprämien einschließlich deS bisherigen Zuschusses zu verlangen. Einen von schwer- industrieller Seite gestellten Antrag auf Abbau der Zwangswirtschaft unter Ungleichung der Preise an die Weltmarktpreise traten die Vertreter der Verbraucher auf da» schärfste entgegen. Es wurde beschlossen, die Regierung um eme Au-'iproche in weitestem Kreise über die lünftig« Gestaltung der Ernährungspolitik zu ersuchen. Nm die Zukunft der Staatswerkstätten. vertreier der Angestellten und Arbeiter der StaatSwerkftätten im Reiche halten gegenwärtig in Berlin eine Konferenz ob, die Matznahmen für die Umstellung der Staatsbetriebe berät. ES handelt sich um die bekannten Meinungsverschiedenheiten über die gegenwärtige Verwaltung der StaaiSbelnebe. Hinsichtlich der Spandauer Wcrtftäiren find diese Meinungsverschiedenheiten schon ölter«egenstand öffentlicher Eröiterung gewesen. Die Angestellten und Arbeiter find der Ueberzeugung. daß die Werkstätten unier der Leiruna der jetzigen Hauptverwaltung nie da? werden können, was fie fein sollen: Musterberriebe, die mit der Sozialifierun» Ernst machen. Die Tätigkeit der Hauptverwal- tung sei vielmehr geeignet, den wirtschaftlichen Erkolg der Werke zu verhindern, was zur Folge haben müsse, daß die Aerkstätle» stillgelegt und schließlich der Piidalindustri« ouSgeliefert werden. Diese Auffassung wurde in der gestrigen Sitzung der Konferenz' an der Hand von Einzelfällen anS verschiedenen Betrieben der« treten. Der Sachverständige Dittmar. der im Auftrage deS Reichsschatzministers die Verhältnisse in den Spandauer Betrieben rmtersuckt hat. sagte, für eine rentable Friedensproduklion der Spandauer Betrieb« seien alle Vorbedingungen gegeben, aber unter der jetzigen Verwaltung, die schon vi.-l verdorben habe, sei an die Durchführung einer rentablen Wirtschaft nickt zu denken. Die Spandauer Werke kosten unserem armen Volk jetzt eineMillion M a r k w ö ch e n t l i ck. ES sei die höchste Zeit, daß endlich etwa« geschehe, um die Werke dem Besitz der Allgemeinheit ,u erhalten. Wenn die Spandau« Arbeiter energisch, aber maßvoll vorgehen. dann könnten die Werke jetzt noch gerettet werden. Bleiben die Arbeiter ober passiv, dann gehen die Werke verloren. Redner auS verschiedenen Staatsbetrieben des Reiche« betonten, daß es nicht an den Arbeitern, sondern an der Mißwirtschaft der Verwaltungen liege, wenn sich die Betriebe nicht rentieren. Man dürke sich nickt wundern, wenn bei solcher Mißwirtschaft die Arbeitsfrendigleit schwind«. Die Leitung der Konferenz bat sich sowohl vor ihrer Tinbe« rnlung, als auch gestern. am ersten SitzungSiage, vergebens bemüht, die Hauptverwaltung und das Reichsschatzministerium zur Bereiligiing an der Konferenz zu bewegen. Beide Instanzen find nicht vertreten. Für heute wird die Teilnahme de» parlamentarischen Ausschusses erwartet._ Gegen Lebensmittelverteuerung und Steuer- Ungerechtigkeit. Eine vom Zentralverband der Angestellten einbernsene, Massen- host besuchte Versammlung tagte am Donnerstag abend in den Kammeriälen. Der erste Referent Karl Bauer wandt« fich mit Entschiedenheit gegen die drohende Verteuerung de« täglichen Brote» und krittfierle die LebcnSmittelpolltik der Regierung, die. wenn nicht andere Wege eingeschlagen werden, in Deutschland eine Katastrophe herbritühren werde, wie sie jetzt in Oesterreich herrscht. D«� zweite Referent Fritz Schmidt übte scharfe Kritik an der Steuerpolitik, die selbst die für den Lebensunterhalt nickt aus- reichenden Einkommen schwer belastet, während die hohen Ein- kommen viel zu schonend behandelt werden. Di« Regierung babe sich uniäbig gezeigt, die verickobeaen Wuchergcwmne ,u«fassen. ab« die Steuern der Angestellten und Arbeiter sollen durch dir Unternehmer zwangsweise vom Lobn obgezvgen werden. Gegen eine solche Politik, die den Kapitalismus stärke und die Arbeit- nehmer bedrücke, müßten sich diese wie ein Mann erbeben. Wenn die RegierungSpolitil nickt andere Wege einschlage, würden die Ar- bester und Angestellten zum Kampf aufgerufen werden.(Stürmischer Beisoll.) In demselben Sinne sprachen die DisknsssonSredner. Folgend« Resolution wurde einstimmig«ngeuommen: .Die in den Kammersölen versammelte« kaufmännisch«« und vureanangestellien erheben den ichärssten Protest gegen die von d« Regierung beabsichligle Prämienzahlung an die Landwirtschaft. Die dadurch entstehende Verteuerung der notwendigsten Lebensmittel würde unzweifelhafr neue Sohnkämpfe zur Folge haben. Die Per- sammelte««warte« vielmehr, daß dre Regierung alle notwendigen Maßnahmen trifft, um eventl. eine Herbeifchaffung der Lebensmittel vou den Landwirten zu erzwingen. Desgleichen protestieren die Versammelten gegen die an- gekündigte Besteuerung deS Einkommen«. Soweit es sich um Ein- kommen aus dem Dienstverbältnis bis zu einen, Betrage von Mark ollOO,— handelt,«warten die Versammelten Steuerfreiheit. da dieser Betrag unter den heutigen Verhältnissen dem früheren steuerfreien Betrage entspricht. Aus jeden Fall aber verwahren ssch die Versammelten gegen die beabsichtigte Kürzung der Stenern vom Gedalt, weil fie hierin eine Bei letzung ihrer persönlichen Freibeir erblicken, die ihnen unbedingt die Lust und Liebe zur Arbeit nehmen würde. Mir dieser Art der Steuereinziehung würden wiederum nur die zur Arbeit verpflichteten getroffen werden, während allen Anderen Gelegenheit zu Ver- schleierimgen ihr« Vermögenslage gegeben sein würde. Die Anwesenden beauftragten den Zentralverband der Ange- stellten, fich sofort mit allen freigewerkschafilichen Organisationen in Verbindung zu setzen, um in obigem Sinne bei der Reichs- regierung vorstellig zu werden." „Solv«t zweiter Klasse"— über den Tod hinaus!? Ein Besucher des Garnisonfriedhofs in der Hasen- beide teilt nn« mit, daß« dort auf einem Soldatengrob einen Denkstein mit folgender Inschrift(die wir unter Weglassung der Namen und Daten wiedergeben) gesehen hat:»Soldat 2. Kl. R.... K..... geb..... gest....* Wir verstehen seine Eni- rüstung und stimmen ihm bei in der B«urteil>mg dieser schmäh- licken Snprangerung eines Toten, der so noch an seiner letzten Ruhestätte öffentlich beschimpft wird. Da fehlt nur noch, daß man auch die Straftat in den Denkstein meißelt. Möglich«weise ist sie eine von denen, die setzt nach dem Zusammen- bruch de« Militarismus mit anderem Maßstab als früher gemessen werben. Aber selbst, wenn der Mann Schlimmstes begangen haben sollte — üb« den Tod hinaus braucht man ihn nicht»Soldat 2. Klasse" zu brandmarken. Der Denkstein, den das Militärbanamt ihm gesetzt hat, ist ein Denkmal der Schande des Militarismus! Man stelle sich vor. daß vielleicht eine alte Mutler dieses Soldaten, daß keine Schwester, seine Braut od« Frau an? weit«F«n« bi«° b« kommt, um fich einmal an seinem Grabe auszuweinen. Müsse« fie nicht von der Brutalität einer solchen Inschrift rief ins Herz ge- troffen werden? Der»Soldat 2. Kl. R... K..." ist. wie wir bei eigenem Besuch des Friedhofes festgestellt haben, im Juni tSlS gestorben. Danach dürfen wir annehmen, daß der ihn beschimpfende Denkstein ibm noch vor dem S. November 1918 gesetzt wurde. Wir «beben öffentlich die Forderung, daß nachträglich jene Brutalität ausgelöscht und der Denkstein durch einen anderen er- setzt wird.__ Handel mit Srsatzlebensmitteln. Der Verkehr mir ErsatzlebenSmitteln wird durch die Verordnung über die Genehmigung von Ersatzlebensmitteln vom 7. März 1918 (ReichS-Gesetzblatt 1918, Seile HS) geregelt. Für den Erwerb von ErsatzlebenSmitteln bestehen bestimmte Vorschriften. Feder Erwerber eine? Ersatzmittels muß besonder» seine Aufmerksamkeit richten auf: 1. daß eine Genehmigung für da» Ersatzmittel vorliegr und 2. daß der Preis ein- gehalten wird. Ersatzmittel dürieu nur gegen AuS- händigung einer Genehmigung Sbekcheinigung erworben werden. ES genügt ober, wenn z. B. die Rechnung die vorgeschriebenen Angaben ausweist. AuS bei fertigen Packungen «übrigr fich eine besondere Bescheinigung nur dann, wenn sich der Genehmigungsvermerk auf der Umhüllung uftv. befindet. Für ErfatzlebenSmittel, die lose verabfolgt werden, besieht ein Kennzeichnungszwang insofern, als der Kleinhändler ver- pflichtet ist, durch deutlich sichtbaren Aushang in den LertausSräumen den Namen und Ort der Her- stelluuqSfirma außer dem Verkaufspreis bekannt zu gebe«. Jed« Händler tut gut. Rechnungen und Bescheinigungen aller Art, zur Sontrolle auszubewahre». Die RevifionSabteilung der Ersatzmiitelstelle Eroß-Berstn und für die Provinz Brandenburg. Neue Friedrichstr. 9/10, ist bereit, Auskünfte jeder Art unentgeltlich zu erteilen. Besonders solche Sewerbetreibende. die Heeresdienst geleistet haben, müssen sich mit den geietzlichen Bestimmungen, die während dcö Krieges und später erlassen worden find, voltkommen vertraut machen. Zur einwandfreien Führung eines Geschäftes ist dies durchaus er- forderlich.. Der Groß-Serliner SlnSschnß d« LarcheSversannnlnng beschloß, da eine große Menge von neuem Maierial den«uSschußmirgliedern zugegangen war. daS fie nock nicki halten studieren können, in die eigenrlichen Beratungen«st am Moniag, den 12. Januar, mittags 12 Uhr. einzutleten und dann ununterbrochen bis zum Beginn der Plenarsitzungen d. h. bis zum 21. Januar 1920 zu tagen. Außerdem wurde der Wunsch an die Regierung aerichtet, noch weiteres Malerial, speziell über die Verwaltung von Groß- Berlin und über die steuerlichen Verhältnisse der Groß-Ber- lin« Gemeinden dem Ausschuß zugängig zu machen. Auch wurde von den einzelnen Rednern die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich sei, dem von allen Serien sestgestellien und beklagten Mißstände, daß einzelne Gemeinden Groß-BeriinS jetzt vor der Verein,- flimg noch übereilte und onwirrschasiliche Ausgaben beschließen, da- durch abzuhelfen, daß die Regierung eine Art von Sperrgesetz gegen salche Gemeindebeschlüsie erläßt. Heimarbeiterinnenloha. Zu unserer in Nr. 617 veröffentlichten Betrachtung über da» Los ein« Heimarbeiterin werden wir um die Feststellung gebeten, daß durch den ab 1. Juli 1919 vereinbarten Tarif ein Loh« von mindesten» 2.90 M. pro Jackett vorgeschrieben wurde. Die geschilderte, noch unter diesem Satz zurückbleibende Entlohnung dürften fich wohl nur Arbeiterinnen gefallen lassen, die nickt von einem Konseliionsgesckä't od« von einer ArbeiiSstube beschäftigt werden, sondern von einer anderen Arbeiterin ihre Arbeit erhallen. Solche«st aus dritter Hand beschäftigte Heim« arbeiierinne« stehe« in d« Regel auch jeder Organisation fern, so daß fie darüber im u»ll«ren sind, welche Rechte und Ansprüche fie haben. Katholisch« NeligionSuntcrricht«uß«teilt werden. Die Lichten- berger Stapiv«ordnelenverlommlong und die Gemeiiidevertrcmngen einiger Neiner« Vororte haben vor einig« Zeit beschlossen. Bei- träge �Gemeindeverwaltung für die Erteilung de» katholischen Religionsunterricht« nicht mehr zu bewilligen. Gegen diele Be- ichlüsse haben die katholischen Kirchengemeinden Einspruch«hoben und Beschwerde eingereicht. D« Minister für Kunst, Wissenickasl und VoltSbitdung hat hinaus nun dem Lichtenberger Magistra« mitgeteilt. daß er aui dem Standpunkt stehe, daß nach den gesetzlichen Vorschriften der Religionsunterricht Bestandteil des RormalplaneS der Schule sei und die religiöse Unter- Weisung d« konfeifionellen Minderheit fich« gestellt werden müsse. Da man den katholischen Geistlichen die besondere Erteilung des Unterrichts nickt zumuten könne, haben die Gemeinden die erforderlichen Mittel zu bewilligen. Im Fall« der weiteren Verweigerung werde das Gesetz auf Einleirung des ZwangSetatisierungSverfahrcnS angewendet werden. Di« Deputation iür die höheren Schulen in Lichtenberg und auch der Lichtenberg« Magistrat haben darausbiit beschlossen, den katholischen Religionsunterricht in den Schulen in der bisherigen Wesse stattfinden zu lassen und die Kosten dafür Wied« zu üb«- nehmen. Die Erl»«-Strecke wie»« einmal Stiefkind. D« letzte Eisen» bahnzug, der bisher 13.19 Uhr nacht« von der Jonnowitzbrücke nach Erkner fuhr,«st gestrichen worden, so daß die späteste Vetbiiidung nur noch mit dem 11.49-Uhr- Zuge erfolgen kani,. Begründet wird die Maßnahme mir der Herabietzung der Polizeistunde. Daß Nachtschwärmern die FahrtmögUchkeit gcnciturun wird, ist nicht werter zu bedauern. Wohl aber ist die Verfügung mit Rücksicht aus die zahlreichen nachts beschäftigten Arbeiter— wir erinnern nur an ZeitungSbettiebe— äußerst bekämpfenswert, da die Erkner- strecke schon vonseiten der Elienbahndirektion am stiesmütterlichsten von allen Berliner Vorortstrecken behandelt wird. Sofortige Rück- gängigmackung der Verfügung erschemt dringend geboten. Tie Wethnachtöserieu. Die Schuldeputation hat beschlossen, die am 29. Dezember begiimenden Zöeihnachtsserren aus 4 Wochen auszudehnen. Der Begmn deS Unterricht» wird bekanntgegeben. Tie Ausstellung guter und billiger Möbel, die au! Veranlassung der Kimftoeputalion Schöneberg im Rathaus zu Schöneberg von der .HauSrat" Gemeinnützige Gesellschaft m. b. H. in Berlin veranstaltet wird. ist am kommenden Sonntag von 19—2 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Der Eintritt ist frei. Feilbirten von Zeitungen an Ton», und Festtagen. Das Potizeipräfiditim teilt mit: Der Polizeipräsident von Berlin bat für den -OrtSpolizeibeAirk Berlin das Feilbieten von Zeitungen auf öffeotlichen Wegen, Strafen. Plätzen und anderen öffentlichen Orten vder von HauS zu HauS an Sonn- und Festtagen wahrend der für den stehenden Zeitungshandel jreigexebenetl Zeit gestattet. Tas Einkilopaket wird als Briesiendung gelle» und ohne Beglitt- Papiere am Schalter abzuliesern sein. Kein Schadenersatz bei Verlust. Ttadttbeater. ivriedrichstr. 6. Eintritt 1 iK. tzlniang 9 Uhr.— Zentral- juarndheim. Linden itr. st, S. Hai IwlS 3 Treppen. Heute 7 Uhr Mädchenabend. Jugendgenofftnnen. beieiligt Euch zahlreich davon.— Charlotteaburg. Jugendbetm, Volksbaus, Roiincnitr. 4 I. Heute Irl»« abend.—»tönigswusterpanfe«. Jugendbenn. Lrfai»Zur Mühle*. Schloß« straye. heute 7 Uhr Vortraa:.Wert der Bitdung*.— Viehtenber«. Jngendbeim, Paria« 10, Ecke Millendorfsstraße, heute 7 Ubr Bortrag. — Mablsdorf. Fugendheim. Schule Waldcrseestraß«. beute 7 Uhr Drs- lussionsabend.— ilaabit. Jugendheim,(ssemelndeschule Turmlir. 75/S9, Ausgang A Tür 6, Herne'7 Uhr Vortrag;»WeibnachtSsitten und Gebräuche*. — Aordoft. Jngendbeim.«emeindeichule Ehrsslburger Str. 14. Zimmer 14, heute 7 Uhr Vrelljpielabent».— Osten. Sugendhean. Zngendünbzumacr 6er 253. Eemewdeschule Straßmamistr. 8, heute humoristischer SlBenb.— Pankow. Jugendheim, Zeichensaal der Knabenmiltelichule, Wollankstr. t3I, heute« Ubr Bretlspiciabend.— Rosenthal. Jugendheim, Gemeindeschule Kailanienallee. beute 7 Uhr Turnen.— Tthönhanier Vorstadt. Jugend- heim. Jugendklubzimmer der 222/238. Gemeindeschule, Vappelallee 41/42, heute Bortrag:.Die dentiche Versassunz".— temNeUio». Jugendheim, Lbzeum, Kermaniaftr. L'7. Eingang Ztinderhort, heute 7 Uhr"Vortrag � .Heinrich Heine«.— Treptow-'l�numschnlenweg. Jugendheim, Elfen» ftratze 3, rechts paiierre. beute 7 Uhr DiSlusfionSabend.— Welftenser. Jugendheim, ZLoelSprorneuadc, heute'/z3 Uhr Lichtbildcrvortrig. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Kreier SSailderbund. Heute 7'/, Uhr Mitglrederversainmlimg bei Heyse. Boyenstr. 13. S« n n i a»: Tpo.ndail /Hauptbahnbos)— HennigS- dorj— Stolpe. Abfahrt: Lehrter Jevnbafmh»! 7.15 stich,— Arbeiter- Sälixerdnnb. Die Ab-nnemendi für die nier geitkonzerte, deren crNeö am 26. Dezember, mittags tZ Uhr, i» der alten Garniwnkirche ftaltsindet, müssen beidigit bei Sangesbrnder Steffens, Langenbeikstr 5. abgeholt werden. Ueber die h:s zum 22. d. SKts. nicht abgehe. ren Abonnemonls wird anderweitig»erfügt.—»IgeMaine k�rtskrankenkassa Ztealitz. Wegen der SalihauZsaerre ZluZlchu>zft»ung nickt.vieitaz, iandern sonil- abend, 7 Uhr, im.tfohenzasterii*, Steglitz. Nittelttr. 2.— Mirktsche Vorträge. Beilm-chlliche I o n t« n e i e i e r zu de« Dichter? 1(«. Ge» burtStage. Freitag, den 23. Dezember, abends Vlt Utzr, tut Hörsaal des flnnsigewerbrmnsenmtz, Priirz-lllbiecht-Dtr.* Rezilationen,»um Teil mit Lichtbildern. Karten bei»ertheim.»ate u. Tiei nick, und am Saaleingang. Nus aller Welt. Unermüdliche /S%\ chnups«role eberflüssig: fg" oMldnnolratischesM Parteiprogramm nübenret-liche M.»Ibaaerei> M rediger ncrimmschi: icharbeitS Mg�� ouzci nneriingliche �»wjet» tnke n erfüllbares» W ch»mdel B rogramm «bcrau« chosia W«litii sFartfctznng nach»eliaben. Ketourtolsche» nur am Karfteiiag.) Raubmord. In Hirichberg m Schlesien wurde die HauÄresitze- rrn Liobuz i-n ihrer inmitten der Stadl gelegenen Wohnung durch Axthiebe ermordet. Die Wohnung ist von dem Täter völlig durch- Wühlt worden, doch steht noch tnckii fest, oib größere Sstrträgc gevauht worden sind. Der Täter W gefthÄi worden. Ein exzellenter Bntterschicber. In Berd Elster sind vor einiger Zeit große Butterschiebnngen vorgekommen. 65 Zentner Vinter, für staatliche Heilanstalten destimmt, waren nach Bcrd Elster per- schoben worden. Die sächsisch: Regternng erklärt, daß der tR i n i- stcrialdirektor Heink an den Schiebungen nicht schuldlos, aber inzwischen aus dem Ministerium ausgeschieden sei. Die Sache geht also den Staatsanwalt direkt an, ohne daß erst ein Dtsziplinar. verfahren nötig wäre: Tas Explosionsunglück bei Wilhelmshaven. All: Erorierun» gen über die beklagenswerte Katastrophe im Fort Markensiel sins, wie wir erfahren, verfrüht. Es sind sofort llntersuchnngett an Or'. und Stelle angeordnet. Die Nachricht, daß die Erplofian beim Transport ihren AuHgmig genommen hat, erscheint wahr- scheinlich. Die Arbeiten der Firma, die das Zerlegen an Ort und Stelle vornahm, waren von der Genehmigung der zuständige» Marinedcpotinspcltion abhängig. Wertzuwachs. Vor etwa 15 bis 20 Jahre» prägie die russische Regierung Fünfrubel-Stücke au» Platin. Da das Platin wegen des damals gerade zunehmende» Verbrauches zu Schmuckstücken und in der Zahnheilkunde bald das Gold an Wert übertraf, Ivurde die Prägung der Piatin-Fünfrubel aber nach kurzem eingestellt. Durch kaufmännische Verbindungen kam ein Wiener in den Besitz von zwölf dieser Münzen, die er lange aufbewahrte, schließlich aber doch mit Gewinn verkanste. Besäße er sie heute noch, er könnte mit diesen zwölf Platinmünzen, die einen Nennwert von Si) Rubeln — nach deni jetzigen Kurs 92 Kronen— darstellen, ein ganzes Jahr lang in Sans und Braus leben! Jede Plalinmün;e ivog 20 Gramm und halte damals einen Wer: von 12,70 K. Heule kostet ein Gramm Platin 150 M., die 20 Gramm schwere Niünze hätte also einen Platinwert voir 3000 M. oder 10320 Kronen! Geglückte Flucht. In Göteborg sind emf cirrem deutschen und einem frinzpsischen Dampfer fünf deutsche Kriegsgefangene eingetroffen. Sie werden aus Schweden ausgewiesen.(?) Schlafkrankheit in Stockholm. In der letzten Zeit tritt in Stockholm epidemisch die Schlafkrankheit auf. Dteke Fälle haben! bereits tödlichen Ausgang g«tommcn.' Die Kranken stich meist jüngere Personen. Sturm im Atlantik. Der furchtbar« Sturm, der seit mehr ÄS einer Woche im Norden des Ozeans wütet, hat die Kabel zerrissen und die Schiffahrt gestört. Im Haken von New Jork werden rnedr als hundert Schiffe erwartet, die Verspätungen von drei bis zehn Tagen haben. Fünfzehn dieser Schiffe sind mit ungefähr 20000 Passagieren unterwegs._ Sriefkaften der Neökktioa. Jeder Nie den Srieflagen dc'fliuiuiten Aufrage Ml» ntun einen tzhiätztfcen und eine Rümmer Uel. Brieflich« Auetunft«ir» nicht»rtchlt. kilieie An- fralten ti««e man in der Iurifiifchen Sprechstunde. Linden»«. I, 1. K»f rar- tcrre links, vor. Echriflfiiüle und Verträge find mitiutzrinaen. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag. Freit«» und Sonnabend 3—5 Uhr; Dienstag, Mittwoch, T«n»clZt»z 4—7 Uhr. At. H. Kt. Das Muster ist mit einem Zellonlack überzogen;»k« Lösungsmittet kämen folgende Mittel m Frage: Alnlflarctut, Aeet»« u»d Essiaäther; alle drei sehr teuer.— K. Bs. OS und C, t>. JH. Rot». — F. St. 100. Geben Sie au, in welcher Gegend Sie sich Niedert affin« wollen.— W. bö. 73. 1. Nein; wenn er sonst in der Lage cht, fem Amt auszujüllrn. 2. Beschwerde bei bei Post; bier ersoigt Auflief erruci pünktlich.— Wette IVO. Um die Familienverhältnisse dieser Herrfchachen liimmer» wir im« nicht.— Kalt 28. Bert Zeilschrifteii-VertrietzStzef.. Zimmerstr. 54; Ernst Glodlg. Kochstr. 5.— Ludwig 15, 1. Ja.»M. Ja. !U. P. iö. Georg Steinkops. M. d. N., Reichstag. Barl»«.— F. T.»5. 1. Alle Vorschulen sind zu Osteirr ausgcbodeu. Aumeldmez bei emer Gemeindeschule eijordercich. 2. UneutgelUich. Spät«<ö A. — Elding S8. Vielleicht liegt im Hotel Espianadc, Am Pariser Plitz, ein solches Adreßbuch aus,«uS dem Sie Näheres ersehen Wniten. WetterauSnchte» für Patz mittlere Norddcutschl««» dl« Sonnabeu» mitta«. Weitere langsame Erwärmung, zeitlveis« etwas aufklarend, jedoch überwieaend trübe mit öjterS Viederkwtte», nn Korden stelleriweise starken, im Süden meist geringe« Schnee««n» Ne««nfällen. «kl MM& Co.. t 166 Oranien 3 Strafte 166 empflolilt; zum Weihnachtsfest: Flügel, Pianos, Harmoniums auch mit eingebauten Splclapparaten (ohne Notenkenntnisse sefer» spioftar). neu u, ecbraucht. Eingespielle YioliBen, Kgnßßllnen, Celli, Gitarren, Laalen, sowie alle Slreleh- ond Zupfinslrunienie, Zithern mit Bnleplronoten, Konzertzithern, Bandoniea, Hand- und linndiiarmonikas, fiotea iür alle Instrumente in groüer Auswahl, Salteo, Utensilien etc. Bekanntmachung. Der bevorsiehenden Feiertage wegen sollen die Sikungen der Äanimern dci dem Schllchtunasaueschnst DroßlBerlin gm Mwwoch, den Lt., bis einschl. Sonnabend, den 27. De- zemter ISlS aas. Desgleichen am Mittwoch, den 31. Dez. 1!US. Die Sefchästsrimme, Beschwerde- und Siechtsaustunsts- stellen sind dagegen ai» St. und 31. Drz-mde: ISIS bis mittag 12 Übe geöffnet. 1301® Schltchtun,«,oZschnh Greh-Verliu. Dr. HevekerL Bekanntmachung. |________.____.. erhUltr» alle in Berlin «ebnenden Personen, hie»«« 00. itekra.'ctzc ootlenöcl ' tnf«rund eines drsmltzereu Bezugsscheines. 1.«l» einmalige . mt-' »ab««. Vi Pfund Hchferuthrmittel. 2. Die<»»»«rl>*,»,»sch»t»r flird vom Ntontag. den 22. v«j««tz«r 1«1», d gegen Vorlegung eines behördticheu ANeesnachweise» und gegen QuIiMngsleliiung bei de» zu» ständigen StoRaanalflU«*« in Empsanz zu nehmen. Z. Die Ausgabe der»»re erfolgt in den durch blaue Vre» kaufsschilder truntlich gemachten««»»tentoilverkavsvffeller. 4. Nicht abgehelt, ggaec eerfüiu mit Ende Zanuar 1020. Berlin, den 18. Degember 191». Maftiftrat. KW««««« ftzc 3ld»rmifttl. Tgb. Nr.«10#»ä._ u Der Kauf von �Vcrtrauen/rachp Klubjefjsl tjxs SM/ch»- ffi Ceter- U'ia S/c/fb9Migcr.. icU läriger ort is Jetren in eigenen 1VerKilOi:ea tergelielu» in Pejpjf oj; Arbeit. Fet men/cObnOeii, innen- und Außen- me fori ei latubertro/feo VeUeflooOenda CsrardjG. tOigfle Pralle. yW�RSITZHÖ-BELINDUST� irfin C?' neue Promenade 1 i.unoz.ct« Trau ringe I DUKATE�GOIjD 900 s 14 kar. Gold 588 jeMcmpelt. 8 kar. Gold C v#b M. X0,75 an.? T«rha«l«irskt»» Prfratel" Goldwaren« Fabrik« _ 5j.y. k ientrals: Berlin, WofirEnstraße 18 Ä'�Ä* l AlexnaderstraCe 14», nahe jannowlubrbcke. Kottbaaar Damm 24. | CharlattenhorE, Stottg.incr Platz S, Taacntzlenstr. 6, AevSnev.rg, annierralgetreg« 1». I Platin!: Zahnatiiissi x«h«bi. rs M.! a Uoldi Silber! ►Mfinzen! SilpelersifffsSillcrlQiwWlbw!; I GIDbsiniraefascbe.' Stunsiolnapier! kugfert Messing etc. [ Sämtliche Metalle zu höchsten Tagespreisen kaeft Edclmetail-Einkaoksbureaa, Weberstrafte 31. � t» Miiüi Hanls«,«»,. Filr die zahIreicheBeieilimmg bei der Beerdigung unserer liebe» Nichte und Cousine Amalie Schüller fegen wir allen Bekannten, de» sonders dem Personal der Firma >5. E. Hermann, sowie den Mietern des Hauses Dresdener Straße 80 hiermit unseren herz- lichsteu Dank. PamIIie Schollcr. Familie Poops. Familie Schmäht. Mmiutullchsug. Mg. WtMeM- fllkZktzlnM a.M.. ZtglMors-vttz. Die Mitgiieder des Aus- schuffes weroeu zu einer srdeetihde» mtm am Steltaa. da» 2. Zanuar 2,20. abends B Illir aierfclbst, Holiptsieatza 2, Xaflaurant - Pereins. zrmmer— hierdurch ergebenit eingtlabc*. 280/11 Tagesordnn»,: 1 Wabl des Rechnung saue- Ichuffes zur Prüfung der Rechnung d.lauirnden Jahre». !!.Astis�m>g des Poranschlages 3. Nachdemilligung der bisher überschrittenen Positionen»es lankenden Aal, res. 4. Aendcrunz der Satzung, und S, Aendermiz d. Dienstordnung. gchlendgrs, de» 16, Dez. 1919. Dar»arsta«» dar algri». Dr'.tiaxkenkas!« ! filr Zehleadarf«ir» Umgegend. :___«.»tchter. Tischler Uerem ZU varlt«. Sanaabend, d. 17. Zanuar IS20. abends'PU Uhr, im Rrstauran« von y. Prasser, . Michaeillrchstr. 2lla: Gencr�vtrsalumlung Tagesordnung! Jahresbericht für 1919.— Wahl von 3 Änfstchtsrüten.— Abrndernng des ff 71 des I. Recht rnggs der Sah an».— Brrkkhiedene«. 2Ä/11 Mitgliedsbuch legitimiert. Der Barstand. !!!Geld!!! tür irtze Boris cch«. Höchste«n- lautepreise iü: Pfandscheine. Brillanten, Soldgegenständg, Teppiche, Bücher usw. Volks, FrieäricIl5ir.4I III. CtfeftoÄfir. uaitatfirl. vluiroto de»#>e« ffchtS.«luiidrrch«». Putzet» u>r>. deientgi»i» liwersie« ..»tarabi»".«»n"»*> ,t«ll«i»«u»,«>.«»>ieu Er. >»t»»r ,r»rg»e. Z>«Ie MU. . 0>,» Rat« Kai, W.k. 4.1 WisaKkiüiKBir. 4. ..Mllsörök". �b�"- Berlin 91., Fehmarnstr. 10. Bilanz am 30. September 1919. Aktiva. ®nrenbcftimbe.. 1944,— M. Utensilien der 6«eschästr.. 6,-, »as- und Strom- tautümen.., 2SW—. Äechseltaflen.. 200,—, Bureauuienstlien. 1/—. Berl.Spar-u.Bmi- verein. Anteile, 600,—. Äofjenbcftanb.. 211406, 5125,06 M. Passiva. Geschüftsanirile. 1543,— M, Noch nicht erhobene Divtben' Divibenbe der Borjahre... Kreditoren... Reservrfonbs I. Reseroefonds II. (Snvinn.u. Verlust- Konia.... 450.—, 59834, 10962-Z„ 500,-. 37937 5125�6 M. Der Denoflenschafi gehörten an am 1. ONobe: 1018 142 che- »offen mit 164 weitere» An- teilen I es wurden eingezahlt 7 weitere Anteile; es schieb aus 1 ckenoffe mit 8 weitereu Anteilen. Demnach bleibt ein Ve- stand am 30. September 1919 von 141(penoss.mit 168 Anteilen. cheschüftsanteil am l. Oktober 1918 1530,— SR; es Hai(ich vermehrt um 35,— Sil., hat flch vermindert' um 20,— Sil. und betrögt 1545,— SR. Die Smjtsiimnie betrögt am t Okiober 1918 1545,- Sil. Dar Vartzaatz.[131/14 Ott« Korn. Bouster. Aetnjch. M!ij3 Mötielliaiis n»r Elsaßer StratzeS Sveichrreieu im Fadrik-Dc- bände. Ständige iöeiegeu- heiiskiiufe in neuen und ge- brauchten Wohnunaz-Eln- richtungen.von d.cinsachflen dl» zu den vornehmsten. Herren-, Speise- und Schlafzimmer besonders preiswert. Bunt» Küche» von SR. 175,— an. Spezialität: Kleiderschränke. Ber- tikows, Vcttstellen. stiuinenb biMg. Borkaufszeii von 9—7 Uhr. 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Walhalla-Theater. 7V, Uhr: Am goldenen Horn. Sciiall und Raucl) Im Groöcn Schauspielhaus kariztr.. Scbiffbs icrdamm. Paul Qraetz Charlotte Vorree Blandlae Ebinger Lala Herdmeuger Haan Juafcermaaa O. v. Weagenholm H. H. v. Twardowakl Frlctlr. Koflacnder Klebuod Erüffnang V:-, Beginn S1 jt'. ApolSo-] Theater Dir.: James Klein Friedrichstraße 218| 7V'S0«U-/.u.7' Dezember 1919 CaCbertretniches| VaHbti.Programn 11 U a: .'7. Uhr: £deB-Tlietster n _____« ii U. -orint. i: Oer Reglmeaispapa. l'rleitjr.-WUheliant.Tli. v.uhr; firetchen. KJelnos Theater. v,', u■. Hü uiuf ilirft fru Kl. Schuus]iielhana. Cl Albine nndAnjnst oder: freut Euch d. Lehes» Koatlnetae Oper Heute gesciilossen. o.Mai,7; Dichterliebe Ztg. 37« t Schwarz« aldmßdei. Laotaplelbaa» Arnold Riech In: �tkrwUM-wtüer Hctropol-Tbcater. 7 Uhr: Sybill Sonntag 3 U.; CbarleysTantt mit Thielscher Vooen Operettenliun». t�aDießiiiae vom Zirkus. . tg.T'A: Die keusche Susanne. SehIIler-Tfce»t. CRnrl. r�YerseiiwörongflesFieseo Thnllo-Theater 7"«u.:Kb Därrisclie litbe. -h.an»\oUeM vnd 2fier, Aestaur««! Tollllüokf � Unecs den Liudev 08 Kaffee• Diele• Ba? Äbendgl 3B(in• Siefhuirovri) Noch«., n. Äbenö-ÄPüjrrt* Kapellev Uschmaa o.Waguer Ciße»* Wiener Bäckerei k Kaffee-Zubereltung«och A Aarlsbodu 2lrt. •WHg Gerühmte Xfcr�fUfan#. Gepfleote echte Biere SveAtalitSt: Pilsner Urquell vltittag. Abendmuflk: Kapelle NUchG'.qk. ü Wochentdgs 7 und 8»;« Uhr Sonntag« 4,0 und 8 Uhr 3, W o o h a! Tötet nirCtt mehr (lifserlcordia) BeZi«: lEPU PICK in den v a u p t z 0 N an WkwvSZ kliMsiNN /RM pllK ssses�Bsmemü K,*:"" Die Herrin der Weit In der Xllelrolle: 6*1{ Sk£41 Sk K&aetlertsclic OberltUosc; 2© fi May Koliendcrfpletx, Friedrichstr. 130, Alexr.nderpisZz, Weiubcrgswtg 16 Teil: Dis Freundin des gelben Mannes UAnnllcbe Hauptrolle: Michael Bohnen ®r KurtUrsteudamm 2t) Vorverkauf 13 bie I Uhr w 2. 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DaS Gerücht, wonach die Entente an der Erhaltung Ober- schlestenS in seiner heutigen Wirtichastsblüte ein so großes Joler- eis« babe. daß sie eS nicdl der Gefahr eines Ruins unler polnischer Herrschaft aussetzen wolle, ist unbestätigt.# Daß die Entente, be. sonders die englisch-ameriianischen Kapitalisten, mit Besorgnis einer unter polnischer Herrschaft mit Sicherheit zu erwarte«» Minderung der oberichlesischen und somit auch der schon an sich schwer be- drohwn internationalen Produktion entgegensehen, ist allgemein be- kannr. Politische Folgerungen find aber aus dieser Erkenntnis noch nicht gezogen worden, sodaß jedes Nachlassen in der Arbeit für die Bolisabstimmung eine schwere Gefährdung der Heimal und damit der gesamten deutschen Wirtschanskrast bedeuten würde. tzasio v. Tpszka. Mit reichlicher Verspätung hat die„Freiheit" über den Pro- Zeß berichtet, in dem Hasso v. Thszla u-egen seiner dürftig der- kleideten Diebstähle zu längerer Gefängnisstrafe verurteilt worden ist. Dafür hat die„Freideri" ober im Sperrdruck hervorgehoben. daß TySzta im Ledebourprozeß nicht habe als Zeuge erscheinen können, weil man ihn mit Verhaftung bedrohte, aber setz: vor Ge- richt alz Angellagtsr feine Angaben über die„Mövderzenirale" aufrechterhalten habe. So habe Hasso v. Tyszka angegeben, daß er binnen kurzer Zeit von Leutnant Fischer 26 666 M. er- balten habe und daß er und seine Kumpane die Führer der Auf- siandsbewegung im Januar ermorden sollten. Die.Freiheit" bergißt hinzuzusetzen, ob fie selbst diesen Be- schuldigungen Glauben schenkt. Nach der Ausmachung des Prozeßberichls müssen dies ihre Leser aber tun. Deshalb sei hinzugesetzt, daß Hasso v. Tyszka nickst als Angeklagter, sondern als Zeuge unter seinem Eide angegeben hat. daß Frau Lcde- bour, Dr. Kurt Rosenscld, Herr Dr. Wilhelm Liebknecht, Her? WAhclm D i t t m a n n, Frau Luise Z i e tz und mehrere Partersekretäre der U. S. P. ihm fortlaufend größere und kleinere Summe« sowie große Menge« Lebensmittel, insbesondere Schinken und Butter, gegeben hätten, damit er eine falsche eidcS- stattliche Aussage gegen Leutnant Fischer abgebe. In dem Unter. suchungsverfahren, das daraufhin gegen die genannten Personen wegen Verleitung zum Meineid eingeleitet wurde, hat eine Zeugin bestätigt, daß sie mit Hasso v. Tyszka zusammen ein Brot, ein halbes Pfund Schinken, Honig, Marmelade und andere Lebens- mittel vom Parteitmrra» der U. S. P. abgeholt habe. Ferner ist bei den Akten eine Fahrkarte nach Leipzig, welche dem Hasso V. Tyszka nachweislich vom Parteibureau der U. S. P. gs- kauft und eingehändigt worden ist, we-l er nach dem Lcdebour- Prozeß aus Berlin verschwinden tollte. Trotzdem hat die Staats- anwaltschaft das Versähren gegen Frau Ledeoour und Genossen eingestellt, weil sie zu der Ueberzeugwng kam, daß man auf die Ausloge Hasso v. Tyszka« hin überhaupt nichts unternehmen könne. Was die Beschuldigungen Hasso v. ThSzkas gegen Leutnant Fischer anbetrifft, so hat er dies« vor der Polizei, vor der Staats- anwaltschaft und vor dem Untersuchungsausschuß der preußischen LandeSversammluug selbst widerrufen und als gemeine Lüge bezeichnet, zu der er nur durch die Bestechungen von im ab- hängigc: Seite veranlaßt worden sei. Zugleich hat er dar versam- mcliem Untersuchungsausschuß Leutnant Fischer um Berzcihunz gebeten und ihn angefleht, er möchte doch in seinem Prozeß aus- sagen,, daß die Kommandantur ihm, dem Hasso v. Tyszka, die Ee- nehmigung zu Haussuchungen erteilt habe. Leutnant Fischer hat erwidert, er könne auch vor Gericht nur die.Wahrheit sagen. und daraufhin hat der Tyszka nun die alten Lügen a u S dem Ledebour-Prozetz wieder aufgewärmt. Schon im unmistelbaren Anschluß an den Ledebour-Prozeß war gegen Leutnant Fischer aus sein Verlangen eine Vor- Untersuchung wegen Anstistung zum Mord eingeleitet worden. DaS Verfahren, dem durch Anz'ehung des bekannten Duchesne-Para- graphen des Strafgesetzbuchs(§ 49 a) eine besonders weite Aus- dehnung gegeben wurde, wurde nicht nur deswegen eingestellt, weil ThSzka unglaubwürdig ist, sondern weil durch die Aussage anderer hochfthulring. Im Ring, im Ring, im Borerring stößi man de» Gegner vor den Bauch, im Rmg. im Ring, im Hockickulring, ist Recken'um jetzo der Brauck. Herr Ludendorff ist auch schon da—- aha! Mit Klunkern. Klunkerzeug behängt erhebt sich die Studenlenscvaft, soweit der fromme Geist sie drängt. der weislick zehrt von sremder Kraft; Das Volt hat noch ein Quentchen Blut— nun gut. Frisch»»' und keck das Maul gewetzt: Zum Henker, wer nicht mit uns geht! Und führt die Karre ickies zuletzt, bezahlt die Kiste der Prolet; d« Helden stieben schleunigst weg, o Schreck! Das war doch so im letzte» Jahr? I-tzi drehen wieder an dem Ding Proseiiorlrin»nd Korpsscholar im Ring, im Ring, im Hochschulring. wo Wisicnsmut, wo Wahrheit wacht wer lach�? S ch l a r a s s. Der EutdcSer der X-Strahlen. Wilhelm Konrad Röntge«. der jetzt im 75. Lebensjahr ficht, gibt Ende dieses Wintersemesters seine Tätialeii als Vorlesungslehier und als Leiter des Phyfitalischen Instituts der Münchener llMversitäl ans. Tbroter, Die für den St. Dezember angesetzte Wiederholung der zweiten Mittagsverauslaliung mi Staetsthcater wird verschobrn. Die gelösten Karlen bestallen'brc Gülligleit für die nächste, dritte Mittagsvci- anstallnng am lt. Januar.— lim Kleinen Schauspielhaus findet am ersten Weldnacktsseiertag die Erstaufiührung von Kar! Stern st eims Lust- spiel.Die Hos«' mUer Karlheinz Marlin statt.— Im(Broßen Echauspielballs findet am zweiten Weidnachtsiag eine einmalige NachmittagsvorNellima der Qresti« auger Abonnement statt. Beginn 2''j Uhr. Else LaSkce Schüler liest am nächsten Sonnt gg, vormittags lty, Uhr, in der.Tribüne' aus eigenen Dichtunzen. Ter Maler Hans Baluichek lägt soeben eln Buch unter dem Titel „Enthüllte Seelen' im Verlag Hostmami>:. Campe, Hamburg, Verlin— ericheinen. ES bringt Geschichten aus der Welt, die er unS als Zeichner und Maler erschlossen hat, Erlebniflc und Eindrücke, die er als Schriitfteller sestgcdailen bat, wo aus iünftlcrischen Gesetzen sein Schassen eis Maler ausgeschaltet war. Humboldt-Feicr in Wlextk». Aach brieflichen Mitt-Nungen im« Mexiw veiantiatietrn zum lbv. GestuilStag« Alexande, vonHumboisttS die mexiianischc Geieklichast für Gcogrcplste und Staiiftil sowie die Wissenschast- lichc Grs-llschast.An'onio Alzate' linier Borfitz deS LandwirischasiSministerS Rouarx eine Feter. Kränze wurden am Denkmal HnmboidtS niedergelegt. Alle größeren Zeitungen der Hauptstadt gedachten der Verdienste de» große» Forschers. unverdächtiger Zeuge« zwingend nachgewiesen werde« k»»«te, daß »« be« Beschuldigungen gegen Fischer auch nrcht ein wahres Wort ist. Der Einstellungsbescheid der Staatsanivalifchaft stellt denn auch ausdrücklich die vollkommene Unschuld des Leutnants Fischer an den Berhaftungen und angeblichen Mordplänen fest. Dies ist der Tadbestand. Wir stellen der„Freiheit" anHeim, nunmehr Tyszka für glaubwürdig oder für un glaub- würdig zu erklären. Ist er glaubwürdig, dann gehören Frau Ledebour, Kurt Rosenseld usw. iu§ Zuchthaus. Ist er unglaub- würdig, dann kann nur noch ein schmutziger Verleumder seine Beschuldigungen gegen Leutnant Fischer weiterverbreiten. Wie beliebiS? Mch ein Hochverrat. Vor dem Münchener Volksgericht begann die Verhandlung gegen den Jntendanturrat Karl Schmidt und Sekretär Ludwig Wolf. Den Hochverrat sollen sie besonders durch ein Telegramm begange» haben, in dem sie die Beamten Münchens aufforderten, ibre Arbeit während der Herrschaft der Räterepublik iortzuketzen. Die Angeklagten verteidigten sich damit, sie hätten mit dem Tele- gramm die Beamten nur zur Wahrung der politischen Neutralität veranlassen wollen.— ES liegt einsach im Interesse des Geiami- Volkes, wenn auch unter einer noch so wüsten Terrorherrschaft der Betrieb der Aemter weilergeführt wird. Die Sparprämien-Angelegenheit. WTB verbreitet folgende Mitteilung: Von den insgesamt verauSaabien Beträgen entfällt der stber« wiegende Teil. 5,5 Millionen Mark, ans Inserate an die ge- iamle deutsche Presse. Sowohl die Tages- wie die Fachpresse(zu- sammen etwa 7060 Zeitungen), für die sonstige Propaganda kommen etwa 3.4 Millionen Mark in Frage. Die Höhe des anfangs vorgesehenen Betrages wurde entsprechend heraufgesetzt, als e« sich notwendig erwies, die Zahlungsfrist infolae der VerkehrSjperre bei Beginn der Zeichnung zweimal zu verlängern. Zur Prüiung der Ausgaben ist ein Ausschuß eingesetzt, dem awßer dem Geheimen RegierungSrat Norden, der bereits mit dieser Ausgabe betraut war, Geh. Oberfinanzrat Dr. v. Grimm und Abg. Nnschke(„Berliner Volks zeitung") angehören. Der Börsen- verein der Buchhändler Deutschlauds(Leipzig) ist um Entsendung eines iachverständigen Mitgliedes ersticht worden. Zu der Angabe, daß auf den Postanstalten wochenlang Riesenmengen von Drucksachen lagen, die nicht befördert werden konnten, schreibt uns das Postamt 68, daß die Schuld daran ewige Bank- und Lotteriegeschäfte treffe. Tie Anleihe war seit dem 16. November aufgelegt, die Massensendungen wurden aber erst seit dem 24. November aufgeliefert und da das Postamt vorher nicht davon verständigt worden war, war eS technisch außerstande, die Riesenarbeit rasch genug zu bewältigen. das Zorschungswesen in üer Textilinöusteie. Gegen den Abg. Krätzig find in der Oessentlichkeit heftige Angriffe gerichiet worden, wegen seiner Stellungnahme zu einer Vorlage der Reichöreg'erung. betreffend das Foischungswesen in der Teptilindustrie. Man wirst ihm im BerbanvSorgan' des Deut- schen TextilarbeiterverbondeS vor, er Hab« bei Verhandlungen über die Vortage der Regierung dem Borstand des Deutschen Texttl- arbeiierverbandeS die Sachkunde in Tertilfragen abgesprochen und die Interessen der Textilarbeiter schwer geschädigt, indem er den Scharf in ackern in die Hände gearbeitet habe. Genosse Krätzig hat soiort, als er von diesen Angriffen Kenntnis erhielt, bei der Fraktion der Nationalversammlung die Einsetzung eines Ausschusses von fünf Personen be- antragt, zur Untersuchung der Angelegenheit. Ter Ausschuß Hai folgende» ermittelt: 1. Die Reichsregierung brachte bei der letzten Etatsberatung«ine Denlschrif: ew über ibre Absichten hinsichtlich der Förderung des For- schungSwesenS in der Texiiltndustri«. Sie verlangt- 5 Millionen Sstark für die Verwirklichung dieser Absichten; darunter l'.'z Millionen Mark kür die Errichtung eines biochemischen Instituts zur Erforschung einheimischer Faserpflanzen und zur Veredelung künstlicher Fasern. Der Zenlrumsabgcordnete Ersing trat der Er- richiung dieses Instituts entgegen, während Genosse Krätzig für die Regierungsvorlage eintrat, wobei er darauf verwies, daß die ersten wissenschaftbchen Autoren auf dem Gebiete der Ehcmie und Biologie für die Ecrichiung des Instituts eingetreten seien. Darauf erwiderte Ersing, daß auch Jäckel und der Vorstand des Deutschen Texlil- arbeiierverbandeS gegen die Errichtung dieseS neuen JnsttluteS gewesen seien. Die seien dock auch sachverständig. Darauf rief Genosse Krätzig dazwischen:.Nein, hier(aus dem Gebiete der Biochemie) sind doch die Geioerkichaft-Svoistände nicht sachverständig." ES war also nicht von der Sachkunde aas dem Gebiete der Terttlindustrie die Rede, sondern von derjenigen auk dem Gebiete der Biochemie. Hier wird der Vorstand des Deutschen Textil- arbeiterverbandeS selbst nicht sagen, daß er sachkundig sei. 2. Den Schartmachern soll Genosse Krätzig dadurch in die Hände gearbeitet haben, daß er einen Antrag Ersing bekämpfte, der wollte, daß die Vertreter der Texrilarbeiter und tarbeitgeber anstatl von den Regierungen der Einzelstaaten, von der Arbeits- qemelnschaft der Deutschen Textilindustrie in das Kuratorium des Textilsorschungswe'enS vorgeschlagen werden sollten. Der AuS'chuß hat dazu folgendes ermittelt:. Genosse Krätzig hat den Antrag Ersing nicht bekämpft. Der dabei bereiiigt gewesene Abg. Ersing beboupiel das auch nicht, ion- der« er schreibt in der„Christlichen Textilarbeiter-Zeitung". Krätzig habe gemeint, er hätte ja nichts dagegen, aber die Arbeitsgemeni. schast funktioniere noch nicht reckt und da sei es besser wenn die Regierungen die Vorschläge machen würden. In Wirklichkeit sagte Krätzig folgendes: „Ich babe selbstverständlich nicht? dagegen, daß die neun Ar- beiter- und die neun Arbeitgeberveltreter von der ArbeitSgemein- schuft der Textilinduttne vorgeschlagen werden, ich mache aber dar« aui mistnerksam, daß gestern in der Plenarsitzung der ReickSstelle iür Texiiliviri'chast bei der Verhandlung über die Wiedereinsührung dcö ZwcistuhliysteinS der frühere Abgeordnete Jäckel lebbaste Klage geführt bat, daß die Arbeitsgemeinsckatt in der Textilindustrie nicht recht funktioniert. Es wäre bedauerlich, wenn etwa eine neue Bei- zögerung einlreten sollte. Es ist daher vielleicht besicr, man beläßt es bei dem Vorschlag der Vorlage, zumal ja dock auch die jetzigen Regierungen der Einzelstaaten so zusammengesetzt sind, daß die Arbeiter Erfüllung ihrer Wünsche erwarten können." Der ZenirumSabgeordnete Ersing hat daraufhin den dies- bezüglichen Antrag zurückgezogen, so daß also nur noch der Bor- chiag der Regierungsvorlage übrig blieb. ES kann also auch nickt gesagt werden, daß Genosse Krätzig den Scharsmachern in die Hände gearbeitet habe. Schließlich sieht seit, daß Genosse Krätzig ohne sein Wissen als Veitr-tsr der Textilarbeiter tu Sachsen in das Kuratorium in Vorschlag gebracht morden ist. Die Anariffe gegen den Genossen Krätzig und dadurch mittelbar auch gegen die so,. Fraktion der Nationalver-ammlung sind also absolut unbegründet und daher unberechtigt. Berlin, den 17. Dezember lSlv. Der Ausschuß. H. K a h m a n n. Franz Holzapfel. Anton Bial. H. Molkenbuhr. Ernestine Lutze. Die Westrussen in VentsthlanS. Zu dem Besuch Swalows-Bermondr bei Roske hört die„D. A. Z.", daß von den 8666 Russen die Hälfte sofort wieder zur Antibolsche- wistensront wolle. Diese kriegslustigen Elemente find teils in Danzig, teils in anderen Ostssestädten untergebracht und warten dort auf die Gelegenheit zum Abtransport mit Schiff. Die andere» Russen sind in Nauen und Altengrabow emquarliert. Es handelt sich hier um Personen, die wir nur aus Grund des Gastfreund« schafts- und Asylrechts beherbergen müssen. Sie haben soviel Frei- heiten, um unter sich ihre Angelegenheiten«ach ihrer Lebensgewöhnung zu regeln, müssen jedoch gewissermaßen als Internierte betrachtet werden, die bei passender Gelegenheit einzeln oder i» Gruppen aus Deutichland abgeschoben werden. Der Abtransport der„deutschen Legion" aus Ostpreußen in das Inner« Deuikchland» setzte DoimerStag ein. Es wurde festgestellt, daß in der Gegend von Baj o h ren drei lettisch-litauische Bande» von je fünf, sechs Köpfen etwa 866 Meter über die deutsche Grenze kamen. Da sich keine Zusammenstöße ereigneten, tonnte nicht er- mirtelt werden, ob die Banden bewaffnet waren. Es ist damit zu rechnen, daß solche Grenzverletzungen öfter vorlommen. da e« sich um Waidgegenden handelt, in denen auch versehentliche Uebcrtritte aus deutsches Gebiet schon vor dem Kriege nicht selten waren. Lenin gegen Wahlstreik mtS Putschismus. Der„Avanti" veröffentlicht ein Schreiben LenrnS an Serrari, der» wir folgendes entnehmen: Euer PartettagSbeickluß, die Teilnahme an den Wahlen in das bürgerliche Parlament betieffend, scheint mir sehr richtig. Ich hoffe, daß er dazu beitragen wird, die in dieser Frage unter den deutschen Kommuiiisten herrickenden Meinungsverschiedenheiten in gesunde Bahnen zu lenken.(Die folgenden Sätze wurde» im„Avanti" konfisziert und erst aus Grund einer Jnier- pellation im Parlament freigegeben.) Es kann der Fall ein treten, daß England und Frankreich, unterstützt von der Bourgeoisie Italiens, den Versuch unternehmen werden, das Proletariat zu einer frühzeitigen Erbebung zu provozieren, um eS dann um so leichter niederwerfen za können. Aber ihre Absicht wird ihnen sticht gelingen. Einst, wenn der günstige Augenblick mit Rücksicht aus die internationale Lage gewählt ist, wird der Sieg der Diktatur des italienücken Proletariats ein dauernder sein. Das gewährleisten auch die Fortschritte der Kommunisten in Franlrrich, in England und in der ganze Welt. Alles ändert sich, und sogar Lenin wackelt in seinen Prinzipien. ßranzösiscte Schieber vor Gericht. Der Schicberprozeß. in den sieben stonzösische Ossi zier« und zwei Kaufleute aus Saarbrücken und LudwigZhasen verwickelt find, soll am 22. Dezember i« Mainz zur Verhandlung komme«. Die Verhaftung der Ossiziere und Kau'leule, welche in Saarblücke» und Ludwigshafeu Schiebergeschäsle betrieben, erregte seinerzeit großes Aussehen. Aus Frankfurt am Main wird eine lebhafte Werbetätigkeit für die Fremdenlegion gemeldet. £m dement! elemeuceaus. Eensraliekretär Dutasta erklärte Herrn von LerSner,«S sei unrichtig, daß Clemenceau Pressevertretern gegenüber geäußert habe, die Herausgab« von Gefangenen mit anderen Fragen ver« gU'cken zu wollen. Dies entipreche nicht den Absichten Clemen» ceau«. der die Gefangenenfrags mit kein er anderen ver» quicken wolle. Kleine polltksthe Nachrichten. Friedbcrg-Erzberger. Wie die„Voss. Ztg." meldet, beschäftigte sich die demokratische ReichS-Fraktion mit den Angriffen Dr. Fried- bergS auf Erzberger. ES wurd« darauf hingewiesen, daß Dr. Fried- berg zu den Beratungen der Fraktion über die Steuervorlagen stets eingeladen worden sei. daß er aber von dieser Gelegenheit, dort seinen Einfluß auszuüben, keinen Gebrauch gemacht habe. Der Parteivorstand soll versuchen, deu Gegensotz. der zwischen den beiden Fraktionen entstanden ist, zu überbrücken, Der Sitzung wohnte auch ReichSjustizmiuisier Schiffer bei, der sich zugunsten ErzbergerS geäußert habe. Politische Idealisten. Mit allen Mitkeln suche« die Deutsch- nationalen ihren Geldbeutel für die kommende!, Wahlen zu füllen. Wie uns von unterrichteter Seite geschrieben wird, werden zurzeit .Herren gesucht mit weitreichenden Beziehungen zur In- dustric, denen die Ausgabe zufällt, in iiidnstriellen Kreisen Gel- der für agitatorische Zwecke der Deutschnationalen Partei locker z» machen. Für diesen Zloeck ivird den Herren nicht nur ein Auto- mobil zur Verfügung gestellt, sondern als Eickschädigung zahlt man ihnen nicht weniger als 15 Proz. der von ihnen zusammcnge- brachten Gelder. Unser'Gewährsmauu meint, daß die Deutsch- nationalen mit diesem Vorgehen einen ganz neuen BerufSzweig eröffne«. So neu ist indessen die Methode nicht: der Schriften- vertrieb des Rcichsvcrbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie hat in die'« Weife schon lange vor dem Kriege seine Agitatoren von Fabrik zu Fabrik geschickt, er zahlte sogar 20 bis 60 Proz. Provision. Wo eben kein politischer JdcaliL- muS ist, da muß es das Geld machen. Ei« elender Prinzipienverrat, der sich DieuStag, de» 16. Dezember 1919, nachmittags Uhr, in öffentlicher Sitzung der Na- tionalversammlung vor aller Augen abspielte wird nicht verfehlen» die Rache der zuständigen Ritionsinstcnzen nach sich zu ziehen: Luise Z i e tz, VorstandSiiiilglied der II. S. P. D,, ging plötzlich aus den Abg Lobe, Borsitzender der Verräter- und Mörderfraktion der S. P. D, zu und sprach mit ihm nicht weniger alS 2 Minuten ST'lta Sekunden. Dann hatte sie noch den traurigen Mut, ihren Platz unter den wahren Arbeitervertretern wieder einzunehmen. Immerhin sprach aus ihrer gesenkten Kopfhaltung neb«, der An- ziebungSkraft der Erde wob! auch-in schuldbeladenes Gewissen. Das weitere, Luise, ivird sich finden: Klara wacht! Dir Rückkehr Elsah-LotbringenS zu Frankreich wurde von der belgischen Kammer durch Beschluß begrüßt. Unter den Antrag- stellern, die diese Kundgebung gegen das Sclbstbcstimmungsrecht ver- anlaßten, befindet sich auch der Sozialist D e b u n n e, der noch dazu in dem brutal unterdrückten und gewaltsam französierten Flandern gewählt ist. Der CMeiieralkomm'ssar in Straßburg hat die Scquestur über deutschen Privatgütcrbesitz in Elsah-Lothringen aufgehoben, soweit er noch nicht liquidiert ist.— Aus dem Straß- burger LandeSgebäude wird eine Musiklehranstalt gemacht. Wie die Franzosen pfeifen, so wird da getanzt.— Der gewesene Redakteur des Metzer sozialdemokratischen Blattes, P terra, üb« dessen Affäre wir seinerzeit berichteten, ist nach Tunis verschleppt worden, Et«„Buch des Hasses" wird-- als Jugeudschrift--- in dem Sck:tftstellerverc>nSblait„Die Feder" angepriesen Und der Federverlaq gibt sich, dazu bcr, Angebote entgegenzunehmen! Eine neue sozialifttsche Partei ist von denjenigen fraurösiscken Abgeordnete» gegriindet woiden, die trotz ihrer N'cktausstellunfl durch die Partei letzthin gewählt worden waien. Dir Partei will aus„nationaler" Grundlage die Arbeilerinteresse» vertreten. Ter«e«e französische Kammerpräsident. DeSchanel wurde mit 476 von 506 Stimmen zum Kammerpräsidenten gewählt. Gewerkschaflsbewesung Schrittmacher üer Unternehmer. In»»achtvoller DemoiGralion habe» dieser Tage die Änge- flevien der VcisicberungsgesellsSaften ihren festen Willen bekundet, ein,»treten sür eine den heutigen TeuerungSverhältmfsen angepaßt» Bewertung ihrer Arbeitskraft. Weil der jetzt geltende Reisstarif für da« Tersicherungsgcwerbe diesen berSriitiglen Anforderungen niSt«ntiplicht. bat bekanntlich die gewerkschaftliche Vertretung der Angestellte», der Zentralverband der Angestellten, den Tarif aurn Ablauf dieses Jahres gekündigt und in bereits ftattgeiundenen schrifil'wen Verhandlungen einen neuen Tarifentwurf vorgelegt- Dieser Entwurf wurde vom Unternehmerverband in einem Schreiben vom S. d. M. abgelehnt und der Zentralverband um Borloge eines neuen Entwurfes ersucht. Ein Verlangen, dem bei der Kürz« der Zeit bis St. Dezember nicht entsprochen werden kann. In ihrer Not finden die Unternehmer nun in dem für das DerfilberungSgewerbe herzlich bedentungslofen EewerkfchaftS« bund der Angestellten«ine treffliche Stütze. Die Unter- nehmer verlangen, daß nicht mir der Zentralverhand der Ange- stellten, sondern auch die übrigen im Gewerbe existierende» Ange- stellten organisaticnen an den Berhandlungen über den Tarif be- tciligt werden.. In sonderbarer Uebminstimmung mit den Unternehmern fordert das zur gleichen Zeit auch der Gewerkschaftsbund in einem Flug- blatt. in dem allerhand Unwahrheiten über den Zentralverband verbreitet werden. Bescheiden, wie diese Organisation ist, kann sie sich in ihrem Borhaben auf einen„Beschlutz' von Angestellten berufen. Wie dieser Beschluß zurecht geschoben wurde, lehren fol- gende Talsachen: Mt vorheriger Zilstimmung der Direktion verließen am 13. d. M. die etwa SOOV Angestellten der.Biktoria' vormittags den Bsirieb, mir in der Bockbrauerei in einer Betriebsversammlung Stellung zu nehmen zu der Taritfrage. Da fich die Näume als zu klein erwiesen, wurde die Versammlung nach dem Tempelhofer Feld verlegt und dort von den Versammelten gegen 2 Stimmen der Beschluß gefaßt, den Zentralverband mit der Interessenvertretung zu betrauen. Von den vorher in der Bockbranerei Versammelten hatten fich 150—200 Angestellte abgefpliilert. die bei der Verlegung im Saale blieben und fich dort als„Betriebsversammlung' etablierten. Natürlich klappte die Regie. Die 150 Männlein faßten als Betriebsveriammlung den„Beschluß". den GewerkschaftSöund mit der Vertretung bei �cn bevorstehenden Tar'fverhandlungen zu betrauen. Die Unternehmer bringen dieser ihnen nur zu genehmen Zer» splitterung das nötige BerständniS entgegen. Während m dem früheren Schriftwechsel mit keinem Worte verlangt wurde, neben dem Zentralverband noch ander« Organisationen oderrichliger Organi- satiönchen zuzulassen, wird mit Datum vom 15. Dezember iSlS— also zwei Tage nach der Bersainmlnng— in einem Rundschreiben an die Angestellten der Betriebe plötzlich das Bellangen gestellt, mit allen in Betracht kommenden Organisationen verhandeln zu wollen. TaS ist natürlich nur ein reiner Zufall. Der Unternehmer- verband denkt gar nicht daran, die Onertreibem des sür da» Ge- werbe bedeutungslosen„GewerkichastSbundeS' zu benutzen, um die Angestellten gegeneinander auszuspielen, und einen den Unternehmer m genehmen Bertrag zu erzielen. Für alle Angestellten zeigen die dargelegten Tatsachen, wie dringend nötig den Unternehmern gegen- über eine wirkliche Einheitsfront der Angestellten»st, die nur durch den Zusammenschluß oller Angestelllen in der frei- gewerkschaftlichen Organisation, dem Zentralverband der Angestellten, zu schaffen ist. O. P. D. Berlin 0 8, ft«x 5. 18, 191«. L M. HI zur Meldung vom 8. ö. B. u. A. A. Die vorgelegte Einladung des Verbandes des Post- und Telegraph enper s onal»(Mitgliedschaft im Deutschen Transport- arbeiterverband) zu einer Versammlung fordert u. a. auch die nicht planmäßig angestellten Beamten. Postboten und Postillione zur Teilnahme aui und bezweckt,„die Macht deS gesamten Post. Personals in den Gewerkschaften zu verankern'. Da der TranS« Portarbeiterverband als gewerkichaftiiche Organisation für die genannten Beamtenklassen nicht in Betracht kommt und die Ber- sammiung nach dem angegebenen Zweck als allgemein gewerl. schaftlicher und politischer Natur anzusehen ist, kann die An» bringung dieser EinladungSzeitel und die Verieilung derselben in den Diensträumen, die einer Anbringung gleichznachten wäre, nicht gestattet werden. Zur Verfügung vom 14. 10. III 1' 5. � i. gez. Kraiger. Die Versammlung, die zu dieser Verfügung Veranlassung gab, fand am 7. Dezember d. I. mit einer festaesetzten Tagesordnung: „Vortrag über Fachvereine oder Gewerkichafien' statt. Alio ein rein gewerkschastlicheS Thema. Wenn in dieier Verfügung noch ge- sagt wird, daß die Versammlung politischer Natur sei, so entspricht diese Auffassung einer falschen Voraussetzung eines nachgeordneten Beamten. Gegen diese Verfügung bat die Organisation beirn Reichspost- Ministerium Beschwerde erhoben und die sofortige Zurückziehung derselben verlangt, weil dies« einen Eingriff in die KoalitionS- freiheit aller Staatsarbeiter und Beamlen bedeutet. ES geht auch die O. P. D. gar nichts an, in welchem Verband sich die Angestellten zur Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Jnter» esse» organisieren wollen. DaS Entscheidungsrecht darüber haben die Angestellten selbst. DaS gesamte Post- und Telcgraphenpersonal wird sich durch solche Nadelstichpolitik in der Ausübung ihrer Rechte nicht beeinträchtigen lassen. Diese haben erkannt, daß sie nur durch die Zusammenfassung aller Kräfte in den Gewerkschaften eine Ge- wäbr finden, um ihre wirtschaftliche» Interessen vertreten und schützen zu können. 'können, daß zu ein« Zeit, wo ganz Deutschland am Hungertuche nagle und die Rationierung der Lebensmittel allgemein durchgeführt war. in den Krankenanstalten die unterschiedliche Beköstigung nach 4 gualitativ und auantitativ sehr verschiedenen Tischen aufrecht- erhalten wurde, wobei iür die Beköstigung der Aerzt« und leitenden Personen erhebliche lleberschreiwngen des EtatS vorgekommen find. während bei der Beköstigung deS PerionalS und der Kranken noch Ersparnifie zu erzielen waren!! ES wurde weiter festgestellt, daß da. wo der Achtstundentag bereits in der Krankenpflege eingeführt ist, er sich durchaus bewährt hat. Bus der Konserenz kam denn auch übereinstimmend zum Ausdruck, daß das Personal nicht ge- willt ist, hier dem Ansturm der Profitinteressenten aus den Kreistn der Aerzte und der AnstaltSbefitzer zu weichen, sondern daß es mit allen, aber au» mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln den Achtstundentag verteidigen wird. Zentralverband der Angestellten. Bersammlnugen am Freitag. den 10. Dezember Fachgruppe S. Sektion K(Spedition). Mitglieder» versommluna-abends VI, Uhr in den Mnäkersälen. Kailer-Wilbclm-Str. tzt. — Fachgruppe 17, Settion ä(Spirituosen). Oeffeutliche Beriammlung abends 7 Uhr in den Zodhieniälen, Sophienstr. 17/18. Siemens«. SalSke Blockwerk. Die AuZzahiunz der Re>! unter. ftöfeuna findet«rn Sonnabend bei Müller, Siemensftadt. von 9—10 Uhr statt. Berbandsbücher find unbedingt mitzubringen. Die Auszahlung der geiammelien Gelder findet gleicherzeit ttatt. Nicht abgeholte Exlraunte» ftützung verfällt zugunsten der anderen Kollegen. StemenSkonzeru. Transport-, Hilfsarbeiter und«Arbeiterinnen vom Dpnawowerk. der Bahnhalle rmd des AutobaueS: Freitag nachm. 4 Uhr ber Lang«,.Reißstr. 20, Versammlung. Angestellteufireiks. Da die Tarifverhandlungen in Darmstadt gescheitert find. sind die kaufmännischen und technischen Angestellten ,n den Aus- stand getreten. Tie Verhandlungen dauern fort.— In Dresden streiken die Angestellten, um Rückwirkung des Tarifs vom 1. Okto- ber ab durchzusetzen._ Der Tarifvertrag im BersicherungSgetverbe. Der am 12. Mai 1019 abgeschlossene ReichStarrivertrag für die Angestelllen der privaten BerstcherungSunternebmungen ist vom Nerch-SarbeilSmiuistcr am 12.Dezember für die privaten BerficherungS- Unternehmungen einichließlich der VeiwoliungS- und ProvffionS- Generalagenturen für da» Gebiet des Deutschen Reiches rückwirkend ob 1. Juli 19lS für ollgemein verbindlich erklärt. Laut Bescheid deS ReickSarbeilsministeriumS vom 13. Dezember bleiben alle Bestimmungen jenes Tarifvertrages als allgemein verbindliches Arbeitsrecht zunächst unbeeinflußt von der Kündigung de§ LertragSverhäUnijseS zwischen den BemagSparteien in Kraft. Geheimratsgeist a«S der Wilhelminische» Aera. Di« Klagen verstummen nicht, daß höhere Postbeamre. die in ihren Gedanken scheinbar noch im alten verknöcherten Untertanen- staat leben, den ihnen unterstellten Beamten und Arbeitern der- bieten wollen, fich ihrer zuständigen BernsSorganisation anzuschließen. DaS gesamte Post- und Teleoraphen-Personql ivill jedoch nicht länger verharren unter den drückenden Berhältnissen. von denen die Oeffentlichkeit nur ad«nd zu einmal Kenntnis erhält. Wie fich der llmichwung unserer gesamten ökonomischen und politischen Verhält- niffe vollzieht, so muh auch das Daiein de« Post- und Telegraphen- Personals auf eine neue Grundlage gestellt Wersen. Nachstehende Verfügung der Oberpoftdirektion beweist deutlich, wie man systematisch versucht, die elementarsten Rechte der unteren Beamien und Arbeitnehmer zu untergraben. Neber die Lehren des MetallorbeiterstreikS sprach in der letzten Delegierten-Versammlung der Charlottenburger GewerkSichastS- kommission der Bezirksleiter des Meiallarbeiier-Verbondes Zippel. In der Diskussion erhoben nur Gcheible(Zimmerer) und Hammer (Maler) Einwendungen, besonders gegen die Streikleiirmg, während Eulichmidt, Nerlich, Molitor und Flemming anerkennen mußten, daß im Vergleich zu früheren größeren Streiks die Metallarbeiter immer noch gürstig abgeschnitten haben. In seinem Schlußwort ermahnte der Referent zur Einigkeit des Proletariats. Obmann Flemining wies auf die Bolksbildungskurse der Stadt Ebarlottenburg hin und versuchte für dieselben die Agitation zu bsireiben. DeS weiteren behandelte Flemming unter lebhafter Zu- slimmnng der Versammlung die Fraae der Entlassung unserer VolkSbrüder, die immer no» in französischer Krieg?gefangenschast schmachten. Im Namen der Menschlichkeit muß der Ruf nach Be- sreiung auS der Kriegsgefangenschaft in den Albeiterversammlungen imnier lauter erschallen, bis der Erfolg da ist. Fietze kam noch auf die Lohnbewegung der Portiers zuspreche» und- schilderte hierbei die traurige wirtschosriiche Lage dieser welche dringend einer Ausbesserung bedarf. Ei bat um die rnoraliiche Hilfe der Arbeiterschaft in rbrer Bewegung. In die GewerkschastSkommisfion find wiedereingetrelen die Schuhmacher und neu hinzugekommen sind die Glaser. DaS Persenal der Kranken- und Pflegemrstalten Groß-Berlins breit ain 17. d. Dt. im großen Saal der.AndreaS-Festsäle' eine Sektionsversammlung ab, in der Fräulein Friedrich vom Ver- band der Gemeind- und StaatSarbeiter Bericht erstattete über die ReichSlonstrenz der Sektion, Gesundheitswesen* des Verbandes, die am 30. November und 1. Dezember d. I. in Jena tagte. Die Sektion umfaßt zurzeit eine Mitgliedichasl von 40 000 in Kranken- und Pflegeanstalten beschätligteu Personen, von denen mehr als die Hälfte direkt im Pflegeberus tätig ist. Da? Hauptinteresse der Konferenz richtete sich nach den Ausführungen ver Rednerin auf dte Fragen der Ausbildung des Pflegepersonals und den Acht- stundentag in der Krankenpflege. Zur Frage der Ausbildung forderte die Konferenz: 1. Die reicksgesetzliche Neuregeltmg der Ausbildung, 2, die obligatorische Ausbildung des Pflege- Personals, die alle Zweige der Krankenpflege umfassen und der Spezial- und Fortbildungskurse angegliedert werden sollen, 8. die Zulassung jeder geeigneten Perlon zu», Pflegeberuf, 4. besonder« IlebergangSbesiimmungen iiii bereit» im Beruf Tätige und 5. das Verbot der privaten AuSbildungSinstitute. Die Frage des Acht- stundentages wurde in der Konferenz besonder» ewgehend behandelt, Der vorliegende vorläufige Gesetzentwurf, der nur einem Teil des Personals die acktstüitvige Arbeitszeit zugeileben und die gesamte Ordenspflege von den Best mnnuitgen des Gesetzes ausschließen will, wurde als nicht � weitgehend genug zurückgewiesen. Von der Referentin wurde besonders auf die Kämvfe hingewiesen, die die ärztlichen Interessenten und Anstaltsleiter gegen die achtstündige Arbeitszeit in der Krankenpflege führen. Die Herren verlangen als alleinige Sachverständige und Sack- Verwalter drr Kranken angesehen zu werden. Wie wenig sie dazu berechtigt find, wurde auf der Konferenz eingehend nachgewiesen. Haben sie es doch mir ihrer Rücksicht aui die Kranken vereinbaren parteinachrichtsa. Zur Lkfäre Sklarz. Auf Antrag des ParteivorstandoS hat der Parteiausschuß eine siebengfiedrige Kommission zur llntevsuchnm; der Beschuldigungen-eingesetzt, die im Zusammenhang mit dem Fall Sklarz gegen Portamitglieder erhoben worden sind. Zum Marlohvruzeß. Der scyioldemokrotischc Mahlverein Neukölln nahm z/rnei Entschließungen einstimmig an, die gegen den Freispruch Marlohs protestieren, Beseitigung der Militärgerichte fordern und die Bestrafung der kompromittierten Zeugen verlangen. Ferner wird die Einberufung einer General» er- sammiung von Groß-Berlin gefordert, um Stellung zu nehmen zum MarWi Prozeß, der Justiz und der augenblicklichen politischen Lage. Zu dieser Geneoakversaunnlinrg sind zu laden die Groß- Berliner Abgeordneten beider gesetzgebenden Körperschaften. um über ihre zukünftige GestrmtpolitiZ Bericht zu erstatten. Die Genossen in v«rantwo,tungSvoIlen Regierung s- stellen sind ebenfalls einzuladen. Gericktszeitung. Als Mörder seiner Ehefrau stand gestern der Arbeiter Ernst Grünberg aus Oranienburg vor dem Schwurgericht. Er wurde beschuldigt, äm 13. Dezember v. J. seine Eherrau Auguste hinterrücks in der- Schi f fah r t s k an ql gestoßen und auf dies« Weis« ertränkt zu haben. Der Angeklagte hatte sich im Dezember 1914, als er ins Feld ausrücken sollte, mit seiner Ehe- frau. die bis dahin Dienstmädchen gewesen war, verheiratet und ist Vater eines Kindes gewordert. Die Ehe war zunächst ganz glück- lich, sie trübte sich aber mehr und mehr, da da» Ehepaar nicht zu- samtncn paßte? die Frau war still und zurückhaltend, er dagegen leben Slustrg und vergnüytmgSsüchtig. Als«r im Juli 1913 auf Urlaub war, wurde er fahnen» flüchtig und amüsierte fich in der Heimat. Die Frau, di« weite» hin die UnterstützungSgelder für Kriegerfrauen sich sichern wollte. machte dem istegiment Mitteilung über den Aufenthalt ihres Mannes, was dessen Festnahme zur Folge hatte. MS er dann im November 1918 entlassen wurde und zu sein« Frau zurücklcchrt«, macht« er wischiede-nen Personen Andeutungen. wonach er den Wunsch hatte, seine Frau loS zu werden, um eine andere heiraten zu können. Am 19. Dezember«schien der An- geklagte aus dem Polizeiamt und teilte mit, daß sein« Frau ver- schrvundeu sei und jedenfalls Selbstmord verübt habe. In Oranienburg verdichtete sich aber mehr und mehr der Verdacht, daß der Angeklagte seine Frau, deren Leiche später im Schiffahrts- kanat aufgefiinden wurde, getötet habe. Dieser Verdacht gründet sich auf die Aentzerungen, die er gemacht, ferner auf die Tatsache. daß er drei Tage vor dem Verschwinden der Frau auf einem Taiiz- vergnügen ein Dienstmädchen kennen gelernt hatte und dieses Mädchen heiraten wollte, endlich darauf, daß ex Stachegefühle gegen seine Frau hegte, weil ihn dies« beim Regiment angezeigt hatte. Er wurde verhaftet und bat bei zwei richterlichen Vernehmungen eingestanden, seine Frau ins Wasser gestoßen zu haben. Im gestrigen Termin änderte er sein Geständnis und behaup- tet«: er fei, als er am 18. Dezember abend» ont der Frau unter- weg? gewesen und an den SchifsahrtSkanal gekommen sei, mit ihr in heftigen Streit geraten, habe ihr ein paar Maulschellen ge- geben und dabei sei die Frau ausgerutscht und in den Kanal ge- stürzt. Um ihr weiteres Schicksal habe er sich allerdings nicht ge- kümmert. Die Geschworenen bejahten die Frage noch Mord, so daß das Gericht ihn zum Tode und Ehrverlust verurteilte. Verantw. für den«paktbm.?eil: 9tint sstckl«. Tparwttenbura: für Anzeigen: PH. Berlin. Berta«: BorwLrts Berlaa tp. m. b. s.. Berlin. Druck: Bor- wSri--Buchdruckerei u. Berlaasan statt Baut ein«« u. Co. Berlin. Linde astr. 3. Hicrzn 1 BcUazc. ßAcdb Stiick.2fBch.iLt~ Weinhrennercien Hanau /it. Generalvertreter: Vertriebsgesellschaft für Brennerei-Erzeugnisse m.b.H., Berlin W 9, Potsdamer str. 23 a.