G Nr.649.36.Iahrg. Bezugspreis: BiertiljZhrl. 10L0 Mt.m»natl. 3A> Ml. sr«i in, Haus, voraus zahlbar. Post- bezug! Monatlich 3,50 Ml. rjfL gu- stellunzsgrbühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 6,75 Mt, für das übrige Ausland 10.75 Ml., bei täglich einmal. Zustellung 8.75 Ml. Postbeltellungcn nehmen an Dänemarl, Solland. Luxemburg, Schweden n. die Schweiz. Eingetragen w die Post-Zeitungs-Preisliste. Der.Vorwärts� mit der Sonntag»- beilage„Volk u. Zeit' erscheint Wochen- täglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adrelse. „Sozialdemokrat Berlin". Morgen Ausgabe. Verlinev Volksblstt � ISpksnnig) Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezeile kostet IVO M., Teuerungszuschlag«0°/» „kleine Anzeigen", das sctt- gedruckte Wort 75 Psg.(zulässig zwei settgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Psg. Stellengesuche und Schlafstillenanzeigen das erste Wort 65 Psg. sedee weitere Wort 40 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien- Anzeigen, politische und gewerlschastliche Vereins- Anzeigen 1,60 Mk. die Zeile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschiist. Berlin SJB 68, Lindenftrahe 3, abgegeben werden. Deöffnet von 9 Uhr srüh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdernokratifchen parte» Deutfchlands Ueöaktion und Expedition: SM. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morivpla», Rr. IZtS«—»Sl i>7. Sonnabend, den ÄO. Dezember 1919. vorwärts-verlag E.m.b. h., EW. öS, Lindenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morinpla«. Nr. ll.7SZ— S4,. Nur ölamage der Rechten. Die Reichstagssession des Jahres 1919 hat mit einer Riesenblamage der Rechtsparteien abgeschlossen. Sie, deren Abgeordnete sich in ihren heiligsten Menschenrechten für verletzt erklärten, wenn das Betriebsrätegesetz vor Weihnachten durchberaten worden wäre, überrumpelten im letzten Moment Seniorenkonvent und Pleniun mit ihrer drin- gcnden Interpellation über die Wirtschaftslage. Sie hatten spekuliert, daß die Regierung gar keine Antzvort mehr geben würde, und daß ihre Anklagereden dann infolge des Ausein- andergehens des Parlaments unwidersprochen am Abschluß der Session stehen würden. Aber die Regierung machte einen Strich durch die saubere Rechnung: Gegen die Erwartung der Einhringer erklärte sie sich zur Beantwortung der Interpellation bereit. Nun konn- ten diese ihren ursprünglichen Plan nur noch in der Weise retten, daß sie Besprechung der Interpellation beantrag- ten und durchsetzten. Dafür sind nach der Geschäftsordnung 59 Stimmen notwendig. Die beiden Parteien der Rechten ver- fügen zwar zusammen in der Ncitiorialversammlung über 62 Mandate: aber als die Führer die Häupter ihrer Lieben musterten, befiel sie jäher Schrecken: Nur die Hälfte ihrer Gefolgschaft war zur Stelle, in den übrigen hatten weihnachtliche Heimatsgefühle über die Jnterpellationswut gesiegt, sie waren nach Hause abgedampft. Wieder eiunml die Tatsache. daß„D e s e r t e u r e und Drückeberger die all- deutsche Front im entscheidenden Augenblick erdolcht" hatten. Jp höchster Not stellten die Alldeutschen einen Berta- gungsantrag. Für-die Vertagung sind nämlich nur 39 Stimmen notwendig. Und wirklich, es gelang ihnen, 33 Mann insgesamt auf die Beine zu bringen. Am liebsten hätten sie schon vertagt, noch ehe die Minister die Interpellation beantwortet hatten. Aber sie mußten sich voin Präsidenten belehren lassen, daß ein solches Verfahren gegen dieGe- schäftsordnung verstoße. Aber sowie Erzberger ausge- redet hatte, war der Vertagungsantrag von neuem da. Doch auch jetzt war er geschäftsordnungswidrig, denn, wie der Präsi- dent richtig erklärte, mußte erst über das Schicksal der Jnter- pellation selber, ob sie besprochen werden sollte oder.nicht, ent- schieden werden. Die Rechte hatte vorsichtigerweise noch gar keinen Antrag auf Besprechung gestellt, jetzt blieb ihr nichts weiter übrig, als ihn mit hoffnungsloser Miene einzubringen. Im letzten Augenblick schien es noch, als sollte der Rechten ein Retter erwachsen: Da es gegen die Regierung ging, schlössen die Unabhängigen schleunigst Waffenbrüderschaft mit der Rechten und stimmten init ihr zusammen für den deutsch- nationalen Antrag. Doch auch der Block R ö s i ck e— Hugo— Eichhorn— Henke erwies sich als nicht stark genug, um 59 Stimmen zufammenzichringen, mit 41 Stimmen fiel der deutschnationale Antrag trotz der unabhängigen Unter- stlltzung. Den betrübten Lohgerbern bleibt nichts übrig, als icher die Deserteure in ihren Reihen zu schimpfen, die ihre Front erdolcht haben. wirtsthastswahlreüen. Die Deutschnationalen und die Partei der Schwerindustrie (genannt Deutsche Volkspartei) konnten nicht in die Weih- nachtsferien gehen, ehe sie sich einmal noch rasch nach Kräften blamierten. Zu lange war es schon her, seit nian zuletzt den Teufel der W i r t s ch a f t s k a t a st r o p h c an die Wand gc- malt hatte. Viele, die an dem deutschen Wirtschaftsclend ihr trübes Parteisüppchen gekocht hatten, haben sich an den Ge- danken gewöhnen müssen, daß die wirtschaftliche Erholung nur durch stete, intensive Arbeit möglich ist und haben das getan, was unter solchen Umständen noch am besten ist: Sie schwiegen. Und das Ausland hatte wenigstens keinen Anlaß, aus dem Pessimismus deutscher Schreier Kapital für Baisse- spekulation in deutscher Mark zu schlagen. Aus diesem Grunde war es natürlich wieder einmal nötig, daß sich in der Nationalversammlung Leute fanden, die das zweifel- hafte Verdienst für sich in Anspruch nehmen dürfen, den Ruf der deutschen Wirtschaft im Auslande noch weiter verschlechtert zu haben, und die sich kein Gewissen daraus machen, mit dem Willen zum Wiederaufbau Schind- luder zu treiben. Was anderes war denn das Jnterpellationstheater am Freitag? Der Abgeordnete Hugo begründete zusammen mit seinem deutschnationalen Kollegen eine Jkterpellation, in der von einer drohenden Wirtschaftskatastrophe und von einem Schutz der nicht gewerblich beschäftigten Bevölkerungsschichten die Rede ist. Man hätte erwarten sollen) daß die beiden Interpellationsredner außer einigen Ouerulantenfas eleien ein keine Scapa-§low-tzetze. Im Zusammenhang mit dem Brand an Bord ehe malt- ger deutscher Kriegsschiffe meldet die„Morningpost", man sei der Ansicht, daß diese Brände durch Deutsche angelegt worden seien und eine gewisse Arhnlichkcit mit der Bersenknng der Flotte von Scapa Flow zeigten. Das Blatt behauptet, in Berlin werde von einem Bureau, das über sehr viel Geld verfüge, eine eifrige Propaganda entfaltet. Es weist ferner auf die Tatsache hin, daß viele Tausende von Deutschen, die während des Krieges intcr- niert waren, jetzt freigelassen seien. Im Londoner Hasen z. B. seien vier Personen, darunter drei Ausländer, verhaftet worden, und zwar unter dem Berdacht, mit dem Brand im Zusammenhang zu stehen. Es seien jetzt aber Maßnahmen getroffen, um sämtliche ehemaligen deutschen Schiffe, die in alliierten Häfen einträfen, unter strenger Beobachtung zu halten und besonders die ausfahrenden Schiffe scharf zu kontrolliere», da man an eine weitverbreitete Ber- schwörung glaube. Diese Darstellung kann nur die Absicht verfolgen, erneut die öffentliche Meinung gegen Teutschland aufzuhetzen. Daß das gerade zu einem Zeitpunkt geschieht, wo die wegen der Scapa-Flow-Affäre zugespitzten Härten sich zu mildern beginnen und die Verhandlungen in Paris in ruhige und günstige Wege geleitet sind, läßt aus einen gehässigen Borstoß schließen. Sevorftehenöe Besetzung Gberschlejiens. In K a t t o« i tz sind zahlreiche Ententeoffiziere ein- getroffen, die möblierte Zimmer suchen. Fast sämtliche Hotels in Kattowitz find bereits belegt worden. Man rechnet mit dem Ein- treffen der Besetzungskommisfion zu Anfang Januar. Oberbürgermeister Scheiöemann. Tie Kasseler Stadtverordnetenversammlung wählte am Freitag mit 48 Stimmen den Genossen Scheidemann zum Oberbürger- meistcr seiner Baterstadt. 88 Stadtverordnete gaben weiße Zettel ab, 2 waren abwesend. Trotz der Proteste der Bürgerlichen wird Scheidemann die Wahl annehmen. Sergwerksankäufe durch Sachsen. Die sachsische Volkskammer beschloß gegen die Stimmen der Unabhängigen, den von der Regierung beabsichtigten Ankauf von Aktien und Kuxen westfälischer Steinkohlenwerke zuzustimmen und zu genehmigen, daß die erforderlichen Mittel, die in einem Nachtragsetat eingestellt werden sollen, bis zum Höchst- betrage von bb'/z Millionen Mark schon jetzt verausgabt werden. Wirtschaf tsprogramni entwickeln würden. Wer so rechnete, konnte enttäuscht wieder nach Hause gehen. Man hielt Wahlreden und diese standen ans einem Niveau, das schlechthin nicht unterboten werden konnte. Selbst die alldeutschen Blätter, die doch keinen Anlaß hatten, die Reden ihrer Parteifteunde in ihrer ganzen Schönheit ihren Lesern zu präsentteren, können aus dem traurigen Geschwätz keinen Reim machen. So erzählte Dr. Hugo, daß die Inlandspreise den Welt- marktspreisen angeglichen werden müßten, die Löhne müßten folgen. Für die an der Produktion Unbeteilig- ten müßte gesorgt werden. Auf welche Weise? Eine fach- gemäße Steuerpolitik wird sabotiert, denn Steuern„ruinieren" angeblich die deutsche Wirtschaft. Wie man das Räsel lösen soll, macht den Herren weiter keine Sorge. Sie sind ja daran unbeteiligt und überlassen die Regierung denen, die sie für ehrliche Mühewaltung mit Schimpf und Stänkerei bedenken. Man hat am Freitag viel an der deutschen Wirtschaft kritisiert. Es wurde aber kaum etwas gesagt, was der Regierung nicht schon vorher bekannt gewesen wäre. Die Tiraden des Abgeordneten Mumm über das Loch im Westen waren nichts als eine verzerrte Darstellung der »vildcn Ein- und Ausfuhr, wie sie kürzlich Unterstaatssekretär Hirsch in einem Jnterwieiv gegeben hat nur mit dem Unter- schiede, daß dieser auch die Wege zur Abhilfe wies. Auf gleicher Höhe bewegten sich die gesamten sachlichen Aus- führungen der Interpellanten. Die Reichsminister Schmidt und Erzberger hatten es unter diesen Ilmständen nicht schwer, der Opposition eine gründliche Abfuhr zu erteilen. Traurig ist es nur, daß die wertvolle Zeit der�Nationalversammlung durch Ob- struktionsgelüste der Rechtsparteien verzettelt wurde,— von denselben Herren, die sich sonst über das„Durchpeitschen der Gesetze" beklagen—, ohne daß sich die Herren der Rechten auch nur die Mühe geben, genügend Vertreter ihrer Fraktionen beisammeiiznhalteii. um ihre geschäftsordnungsmäßigen An- träge einbringen zu können. ch Die wahren Sieger. Die„Deutsche Zeitung" berichtet über eine Zeitungs- poleniik innerhalb der Entente, in der darüber gestritten wird, welcher der verbündeten Staaten als der eigentliche Sieger anzusehen ist, ob England, ob Amerika oder gar Portugal. Das alldeutsche Blatt knüpft hieran folgende geistvolle Be- merkung: „Was wird Scheidemann dazu sagen??— Seiner Meinung nach hat doch das deutsche Volk aus der ganzen Linie gesiegt!!— Ohne eine Aeußerung des Genossen Scheidemann ab- zuwarten, wollen wir dem alldeutschen Blatt gleich die ge- bührende Antwort erteilen: Die wahren Sieger sind die Alldeutschen. Einzig und allein ihrem Treiben verdankt die Entente ihren über- w ä l t i g e n d e n Sieg. Die Alldeutschen haben systematisch durch ihr blödes Annexionsgeschrei und ihren Kampf gegen alle inneren Reformen, durch ihr ausgeblasenes und dünkcl- Haftes Austreten gegen die eigenen Volksgenossen, durch ihr Wucher- und Schiebertum den Verteidigungswillcn des Volkes zermürbt, sie haben durch ihre wahn- sinnige Außenpolitik, insbesondere den von ihnen erzwungenen U- Boot-Krieg die Front der Gegner lückenlos ge- schlössen und fast alle Neutralen ans feindliche Seite gc- bracht. Wenn die Entente irgendwem in Deutschland z u größtem Dank verpflichtet ist, dann den All- deutschen, die England so glänzend zum Sieg verholfen haben. Die Alldeutschen sind daher die eigentlicher Sieger des Weltkrieges— gegen das deutsche Volk! Phantasten eines Diebs. Einige Skaudalblätter veröffentlichen folgenden Brief, den Her Defrandant Ernst Sonnenfeld an seinen Ver- teidiger gerichtet hat: Ich kann unter Eii> und unter Angabe von Zeugen aus- sagen, daß ich als Zahlmeister unserer Regieruugsbrigade den Auftrag erhalten habe, eine Prämie von fünfzig- tausend Mark dem auszuzahlen, der Liebknecht oder die Luxemburg tot in den Reichst ag einliefern werde. Ich kann diesen Befehl, der mit Erläuterungen gegeben wurde, in allen Einzelheiten und Folgerungen genau detaillieren. Später erzählte mir t>er Sohn von Sklarz, daß sein Vater und Scheidemann(damals Volksbeaustragierl gemein- sam hunderttausend Mark für diese Tat aus- gesetzt hatten, daß sich daranshin Sflarzens Stesse* Alfrod Popp, zu der Tat angeboten habe, von Scheidcmann aber, als zu unsicher, abgelehnt worden sei. Herr Sklarz wird über die Geuvuigkett meiner Aufzeichnungen staunen; ich begann sie in dem Augenblick, wo mir ein Licht über den Riesenschivinde! aufgegangen war. Einig« Parteien wird es auch sehr inter- essicren, wenn ich an Hand der Belege nachweise, daß eine sozial- demokratische Wahlpropaganda mit ihren großen Kosten von der Staatskasse bezahlt worden ist. Der Brief hat für unsere Zeit nichts Ungewöhnliches. Es ist die große Mode des Verbrechertums, sich politisch zu kostümieren. Es wird bald kein Hochstapler mehr gefaßt, der nicht behauptet, in geheimen Missionen tätig gewesen zu sein und die schauderhaftesten Enthüllungen niachen zu können. Die Erfindung des Sonnenfeld fällt höchstens da- durchaus, daß sie von ungewöhnlichem Schwach- s i n n zeugt. Man denke, der Millionär Sklarz will seinem Neffen auch mal was zukommen lassen und will ihm daher in Gemeinschaft mit Scheidemann— was tut Sklarz ohne Scheidemann?— hunderttausend Mark bezahlen,.wenn er zwei Menschen um die Ecke bringt. Politische Bedeutung gewinnt dieser Sonnenseldsche Kriminalsall erst durch den Umstand, daß die„Freiheit" den Schwindelbrief des Defraudanten an der Spitze ihrer Abendausgabe vom Freitag in großen Lettern abdruckt und ihn mit der Überschrift versieht:„Ist das wahr?" Wir denken, die meisten». Leser der„Freiheit" werden intelligent genug sein, die Antwort auf diese geistvolle Frage selbst zu finden. Sie werden mit Unwillen bemerken, daß ihr Blatt im Begriff ist, in den Rang der tagesüblichcn Groschen- fallen herabzusinken, denen keine markttchreierische Sensation zu blödsinnig ist, uni mit ihr nicht Käufer anzu- locken. Wenn sich aber unter den Lesern der„Freiheit" auch nur ein einziger— L i n d n e r befindet, will der Chefredak- teur Dr. Rudolf H i l f e r d i n g die Folgen der redaktionellen Gewissenlosigkeit seines Blattes auf seine Verarriwortiing nehmen? Hat es sich nicht schon in München gezeigt, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man gegen seine poli- tischen Gegner mit leichtfertigen Movdvevdächtigungen ar- beltet? Haben Leute, die sich solcher Methoden bedienen, noch das Recht, gegen irgendtven die moraliscb Entrüsteten zu spielen? Dieser Streich wird auch den letzten Schwankenden jeden Zweifel darüber nehmen, auf welcher Seite im Fall Sonnenfeld die moralische Minderwertigkeit zu suchen ist. Alle anständig Denkenden müssen sich mit Ver- achtung von der Hetze abwenden, die unter Führung eines fiNvöhnlichen phantasiebegabten Desraudanten von einer be sinnungslosen Meute gegen führende Personen der Sozial demokratischen Partei getrieben wird. * Von zuständiger Stelle wird erklärt: Di«.Zukunft" ver� ösfentlicht einen Brief des wegen schwerer Verbrechen verfolgten, nach Holland entflohenen(Srnst Sonnenfeld, der in diesem Briefe behauptet,„dag eine sozialdemokratische Wahl- Propaganda mü ihren großen Kosten von der Staats, kasse bezahlt worden ist". Diese Behauptung tst frei erfunden. Es siiw niemals amtliche Mittel für die Wahlpropaganda irgendeiner Partei ver» wandt worden. Lohnerhöhung gegen Srotteuerung. Auf Anregung de« R e i ch s« r b e t t s m i u i st e r S hat der Borstaud des Allgemeine» Deutschen Gewerkschaftsbundes veranlasst, das; die ZentralarbeitSgemeiuschaft der industrielle» und gcwerblichcn Arbeit- geber und Arbeitnehmer Deutschlands am Dienstag, deu 33. Dezember Stellung zu der vom 6. Ansschust der Nationalversammlung beschlossenen Zustimmung zur Erhöhung der Brot- und Kartoffelpreise nimmt. Gegenstand der Be- ratung wird die Frage einer entsprechenden Lohn- erhöh» ii g sei»._ Dittmann gesteht. Herr Dittmann, der zuerst in der„Freiheit" Stein und Bein geschworen hotte, die Unabhängigen hätten nie an Hindenburg telegraphiert, muß jetzt g e st e h e n, daß er und Barth das Telegramm vom 11. November, das Hindenburg und seine Offiziere um Aufrechterbaltung der Disziplin im Frontheere ersuchte, mitunterzeichnet haben. Herr Dittmann muß ferner g e st e h e n, daß die Unab- hängigen die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehun- gen zur Räterevublik Moskau verhindert haben. Die„Rote Fahne" haut ihm das bereits rechts und links um die Ohren und stellt vollkommen wahrheitsgemäß fest. daß jetzt alle ihre Versuche aussichtslos sind, die Spuren ihrer Taten zu verwischen. Wenn Dittmann sich jetzt darauf fmt- ausredet, daß die Unabhängigen die Wiederaufnahme der Bc- Ziehungen grundsätzlich verlangt hätten, so befindet er sich dabei nicht im Gegensatz, sondern in selbstverständlicher Uebcreinstimmung mit uns. Denn grundsätzlich verlangen wir ganz ohne Zweifel friedliche und freundschaftliche Be- ziehimgen mit allen Staaten der Erde. Herr Dittmann gesteht weiter, daß er und Haase der Festsetzung der Wahlen zur Nationalversamnilung aus den Ib. Februar zugestimmt haben und daß er diesen Termin nachdrücklich dem Rätekongreß anempfohlen hat. Alles übrige schiebt Dittmann teils auf die preußischen, teils auf die anderen einzelstaatlichen Volksbeauftragten der U. S. P. D- ab. Die Unabhängigen in der Reichsregierung wollten tatsächlich diktatorisch Steuergesetze erlassen, aber die unabbängigen Volksbeauftragten im Reiche, die Fritz Geyer irnd Dr. Jafsch erklärten von vornherein, solche Steuergesetze nicht anzuerkennen. So gewannen durch die Unab- bängigen die Kapitalisten Zeit, ihr Geld außer Landes zu bringen. Die Reichseinheitsfrage. Die Korrespondenz Hofftnann in München meldet a m t- l i ch: Mit Rücksicht auf die Beunruhigung, die in der Oeftentlichkeit durch die Verhandlungen in der preußi- schen Landesversammlung über die Schassung eines deutschen Einheitsstaates ausgelöst worden ist, hat die bayerische Regierung sich telegraphisch mit der dringenden Bitte an die Reichsvegierung gewandt, sobald wie möglich die Regie- rungen der Länder zu einer B e s p r e ch u n g der Angelegen- heit zusammenzurufen. Im bayerischen Landtag gaben sämtliche Parteien Erklärungen über die Frage des Einheitsstaates ab. Die baye- rische Volkspartei(Zentrum) erklärte, sie sei entschlossen, dem Verlangen nach der Errichtung etneS förmlichen und völligen Einheitsstaates mit stärkstem Widerstand entgegenzutreten. Die Demokraten erblicken in dem überstürzten Versuche auf Hcrstel- lung unbeschränkter Reichseinheit eine ernste Gefährdung der mühsam errungenen neuen Staatsgrundlagen und erwarten von der Negierung eine energische Vertretung ihres Grundsatzes. Die Erklärung der sozialdemokratischen Partei wünscht, daß die bayerische Regierung in Verhandlungen mit der Reichsregierung und den Regierungen der übrigen Länder ein» tritt, um eine Lösung zu finden, welche die Gewähr der Bildung eines einigen Staate? Deutschland für sie bedeutet. Der Baye- rische Bauernbund lehnt einen Einheitsstaat entschieden ab und erwartet von der Regierung, daß sie die Entscheidung dem baye- rischcn Volke unterstellt. Die U. S. P. sieht in der organischen Durchführung des Einheitsstaates ihr Hauptziel und fordert die Regierung auf, bei der Reichsrcqierung dahin zu wirken. Der Volksrat von Thüringen hat den vom Meiiunger Landtag in seiner Denkschrift vom 12. Dezember 19K gestellten Bedingungen über den Eintritt Mciningens in die Thüringische Staatengemeinschaft einmütig zuge- stimmt und zugleich beschlossen, eine Kommission einzn- setzen, die die Beziehungen zum Reiche regeln und erneut Ver- Handlungen mit Preußen in die Wege leiten soll zum Zwecke der Aufnahme preußischer Gebietsteile in die Thüringische Staatengemeinschaft. Durch den Beitritt Mei- ningens ist nunmehr der Zusammenschluß aller thüringischen Gliedstaate» mit Ausnahme Koburgs, das in Bayern aüfaeht, erfolgt._ tzänüler als Politiker. Im Kampfe gegen die sozialistische Regierung ist den Herren Alldeutschen alles recht. Mußte da kürzlich der Zsind holzpreiS gegen den Willen eines kleinen Teils der Interessenten erhöht werden, um inländische und aus- ländische Zündhölzer auf denselben Preis zu bringen und so zu verhüten, daß alle deutschen Zündhölzer als teuere aus- ländische aus den Markt kommen. Darauf schreibt der Zünd- holzfabrikant Robert Langbein in Riesa an seine Kunden folgenden Brief, den wir als Kuriosität im Wortlaut wiedergeben: Infolge RegierungSversügung sind die deutschen Zündholz- fabrikanten gezwungen, außer der um töv M. erHöhlen Steuer auch noch eine Abgabe von sage und schreibe 390 M. pro Kiste an die Regierung abzuführen. Diese SRI M. sollen angeblich (I d. R.) zur Berbilligung einzuführender ausländischer Zündhölzer dienen. Die letzteren sollen dann ebenfalls nicht teurer verkauft werden wie die deutschen. Die deutsche Zündholzindustrie muß also ihre Ware um S0 Proz. teurer verkaufen, al» dies eigentlich nötig ist, nur um den Verkauf ausländischer Ware zu erleichtern; das nennt man dann den wirtschaftlichen Wiederausbau und den Schutz unserer Valuta. ES wird bierdurch' dem deutschen Volke eine Abgabe von zirka 60 Millionen Mark zugemutet, ohne daß die Nationalversammlung geftagt worden ist, und wirst dies ein grelles Schlaglicht darauf. was diese Regierung dem Volke alles zu bieten wagt. So etwas loäre unter der verlästerten alten Regierung sicher nicht möglich gewesen. Ich schäme mich, meinen werten Kunden einen solchen un- erhörten Preis abverlangen zu müssen, muß mich aber dem Zwange fügen. Ich kann nur die Hoffnung aussprechen, daß jeder Deutschs sein Teil dazu beiträgt, bei den nächsten Wahlen dafür zu sorgen, eine solche Regierung, die sich zum Anwalt ausländischer In- dustrieinteressen macht, zu beseitigen und eine Regierung an ihre Stelle zu setzen, die die nationale Arbeit schützt und nicht den Konsumenten solche unerhörten Opfer auferlegt. Auf der Rückseite gebe ich Ihnen die neuen Preise und be- tone nochmale, wie schwer es mir wird, meinen Kunden solche wahnsinnigen Preise abzuverlangen. Hochachtungsvoll Robert Langbein. Geradezu empörend ist es, daß die Behörden verdächtigt werden, die ausländische Zündholzindustrie zu begünstigen. während sie in Wirklichkeit den Verbraucher vor wucherischer Ausbeutung schützen wollen. Bezeichnend ist auch, daß Herr Langbein an den Zweck der Abgabe nicht recht glaubt, und daß er in seiner echt deutschen Frechheit Politik und Wirtschaft, eigene und Volksintereffen durcheinanderwirft, um nur für seine Parteifreunde Kapital daraus zu schlagen. Ein unabhängiges Jiasko. (Hamburger Drahtbericht des„Vorwärt s".) Die Ortsvcrwaltung des Mctallarbeiterverbandcs, dessen Mit- glicderniehrheit zum Stuttgarter Verbandstag nur Unab- h ä u g i g e delegiert hatte, wollte eine Beitragserhöhung von 2,30 auf 2 M. durchsetzen, in der Hauptsache, um de» sog. „I n d u st r i r r a t" finanzieren zu können. Es ist dies eine Körperschaft, die der Verband sich seit einiger Zeit angegliedert hat und die eine Organisation im Sinuc der H a l l e s ch e n Räte- zentrale der N. S. P. darstellt. � Gegen dieses Vorhabe» der Ortsvcrwaltung machte sich eine immer stärker werdende O v v v s i- tivu geltend, die den Anschluß des Rates an das Gewerk- schaftSkartrll wünschte. In einer- stürmischen Generalver- sammlung am Freitagabend wurden sämtliche Anträge der Orts- Verwaltung nacheinander abgelehnt; diese erklärte daraufhin ihren Rücktritt und kündigte vollständige Neuwahlen an. Reichswehrmißbrauch. Der Republikanische Führerbund hat folgenden Beschluß gefaßt: Am Sonntag, den 14. Dezember, drangen bewaffnete Reichs- Wehrsoldaten uinn Führung ihrer Offiziere in eine Versammlung des Fnedensbundes der Kriegsteilnehmer ein und suchten sie durch Lärm und Drohungen zu Iprengen. Der Republikanische Führerbund verurteilt auf das aller- schärfste, daß Offiziere ibr Ansehen bei der Truppe zur Herbei- führung derartiger Ungehörigkeiten mißbrauchen. Schon die Vor- gänge im Baltikum»tußten zu der Einsicht gelangen lassen, daß die Trupps in den Händen von Elementen» die. selbst disziplinlos, Disziplinlosigkeiten bei ihren Untergebenen züchten, eine schwere Gefahr für Recht, Ruhe und Ordnung bedeuten. Die Reichswehr soll ein Werkzeug in den Händen der Regie- ruug und darf unter keinen Umständen eine Horde iu Banditen- Hände» sein. Es mutz daher mit Entschiedenheil gefordert werden, daß in allen Führerstellen nur Leute Verwendung finden, die durch einwandfreie Selbstdisziplin und Achtung vor der Bcr- fassuug vorbildlich auf ihre Truppen zu wirken gewillt und im« stände find. Im Interesse der ganzen ordnungsliebenden Bevölkerung sieht sich der Republikanische Führerbund gezwungen, diese Selbstvrr- ständlichkeit vom Herrn ReichSwehrminister zu fordern. Sturm unö Geönlö.' Aus dem Flaust von Ferdinand AvenariuS. Uzene im Anatomiesaal. Ein Leichnam auf dem Sezieriisch. Der Professor und Faust, sein Proselior, unterweisen die Stu- denten. Ein Domherr ist gekommen und fordert auf päpstliches Gebot die Herausgabe d�s Leichnams an die Kirche. Faust will sich widersetzen, aber der Professor gibt der kirchlichen Uebermacht be- sonnen nach: Was der Tote den Leidenden habe nützen können, das habe er genützt; wär's noch nicht der Fall, so dürfe er nicht aus der Hand gegeben lverden; nun aber möge es sein. Der Leich- ssam wird ausgeliefert. Alsdann verabschiedet der Professor die Studenten: Semesterschluß. Nun ist er mit Faust allein. Professor: Was bist du heut so stumm? DaS kann ja doch Nicht sein, daß dich's verärgert, wenn einmal Besonnener ich bin als du? Der Domherr Mutzte so reden, wie er's tat. Jaust: Du, der mich schon so viel gelehrt, du warst Auch hier im Recht. Ich seh'S. doch fühl ich'S nicht. Professor: Ja, was dir aus dir selber nicht erstand, Das läßt dein Kopf herein, doch nicht dein Herz. Seltsamer du! Dafür, du Quellender, Wie vieles schon, das am Vertrocknen war, Ans grünt eS, seit du kamst! Faust: Werde dir das. daß echtes Grünen sei, Wo immer Grün du siehst! Doch spürst du selbst, Wie durch das große Lenzen dieser Zeit Ein Frösteln geht. Professor: Ich fühl' den Frühling ring». Faust: Und nicht den Frost? Professor: Den Frost im Frühling mir. Doch willst du, daß ich mich drum grämen soll Und andre grämen machen? Ach, Freund Faust, Dazu fand ich den Frost zu oft im Mai! Der prickelte und stach, der schnitt und knickte, Der brach und würgte— die Poetlein sangen: Weh, weh, der Spätfrost mordet uns?en Lenz— Und doch, mein Doktor, sahst du einen Frost, Nur einen einzigen, dem kein Sommer folgte? Das Grün wuchs stets dem Froste übern Kopf! Aaust: Ach, wächst es langsam! Professor: Doktor Ungeduld, Du treibst und treibst, auch wo kein Treiben hilft! Ich schütz in meinem Garten vor dem Frost, So gut ich kann— ihn heizen kann ich nicht. Faust: Und wieder sag ich: ja, du bist im Recht. Und trotzdem wieder: mir gefällt daS schlecht! Und bäst'l ich selbst am heutigen Vernünftigen, Im Herzen pocht das Sehnen nur zum Künftigen. Am Horizonte überm Meere fern, Da schimmert's auf. ist's Insel, ist's ein Stern? Ich weiß nur das: in diesem Funken glüht Gesammelt alles, was mein heiß Gemüt Mein ganzes Leben lang hinausgesprüht: Dort ist die Jugend, dort die Manneskraft, Dort, was verschenkt, und dort, was Neues schafft, Gesammelt wartet's mein, und fest und dicht Mit seinen Händen hält's empor das Licht, Ein Ausblick dorther, und mir war' erhellt Die Welt... Fliegt, ihr Gedanken, dorthin, rastlos fliegt Ihm nach, dem Blinken Wenn ihr nicht siegt, WaL liegt'daran, wenn wir im Meer ertrinken? Professor: Und ich. mein Freund, ich lobe mir das Schiff: TaZ zimmr' ich tüchtig gegen Well und Kliff, Und wie mich auch im West der Schimmer lockt: Erst wird gebaut, gesichert und gedockt. Mit derben Rippen strammt sich schon der Rumpf, Und hebt sich endlich auch der Mast als Trumpf. Dann ist eS Zeit, dann über festem Kiel . Mit Jakobstab und Kompaß hin zum Ziel. „Methode" heißt mein Schiff, und wenn ichs nicht vollende, Führt Sohn und Enkel Bau und Fahrt zum Ende. Faust: Du singst Geduld! Du hast ihn noch, den Glauben An Hebel und an Schrauben. Professor: Mein Faust, die Frage war' wohl g« zu leicht, Was denn mit deinem Glauben du erreicht— Sie war auch krumm. Denn was für mich gescheit, für dich War'S dumm. Du bist kein Forscher, Faust, du bist ein Dichter— Die zwei beisammen, und die Welt wird lichter! Zeig du uns Ziele, flieg dahin, wie nie Ein andrer kann, den Flug der Phantasie. Und wenn dein Erdbild so zum Sternbild wird, Doch dient's dem Schiffer, der sich sonst verirrt! Töne und Farben, lieber die neue Farbkunst, deren Grund« läge durch seine.Farbenorgel' geschaffen ist, spricht sich Wilhelm Ost wald in einem Aussatz„Töne und Farben" au«, den er im„Prometheus" veröffentlich». Die Grundmittel erweisen sich bei genauer Untersuchung als reicher wie die der Tonkunst. Während die Musik als Material die einfaltige Tonreihe von rund tausend unterscheidbaren Tönen verwendet, von denen aber nur hundert Melodie und Harmonie ergeben, verfügt die Farbkunst über ein Rohmaterial von rund einer Million unlericheidbarer Farben, von denen nach Ostwalds Borschlag etwa 1000 zur Verwendung festgelegt sind. Sie bilden aber leine einheitliche Reihe wie die Tön«, sondern ihre Ordnung ist dreifaltig. Dadurch entstehen drei Klassen von Harmonien. Farbtongleiche, Farbtonverschiedene. und solche aus beiden Elementen, gegenüber der«ine» Klasse bei den Tönen. Auch darin ist die Farbioelt reicher, daß die Formen nicht rein zeitlich sind wie in der Musik, sondern durch das flächenhafte Gesichtsfeld des Auges die Möglich- keit einer zweifaltigen Formgestaltung haben. Die dritte Dimcii- ston deL Raumes tritt außerdem ergänzend hinzu. Wegen der Abwesenheit eines absoluten Tongedächt- nisses bei den meisten Menschen bringen mäßige Verschieden- betten der Tonhöhe kein« wesentlichen Verschiedenheiten der Empfindung mit sich. Dagegen besteht bei der großen Mehrzahl aller Menschen«in ausgeprägtes absolutes Farbengedäckt- niS; eine Verwechslung von Gelb, Rot, Blau, Grün ist schon bei einem fünfjährigen Kinde ausgeschlossen, wenn eS nicht farbenblind ist. Deshalb bedingt die Verschiebung einer Harmonie im Farbtonkreise sogleich eine wesentliche Veränderung de? Aussehens und ergibt grundsätzlich neue Harmonien. Eher ist der musikalischen TranSposition vergleichbar die Verschiebung einer farbigen Harmonie innerhalb ihrer Schattcn- reihe unter'Beibehaltung der Farbtöne. Aber auch hier gibt es außerdem noch Verschiebungen«n den Weiß- und Schwarzgleiche». also ein ganze« Bündel von chromatischen VariatianSmögiickkeiten an Stelle der einzigen musikalischen Dem Laui und Leise der Musik sieben starke« und ickuvacbes Licht bei der Farbknnst gleit!- wernq zur Seile Ebenso läßt sich de» Klon sar en in du Musik die O. eifläbenbeickmffenheit der farbigen Körper mit Mc'all Perlmutter», Diamant-, Seiden«, Samtglanz u!w. alö mindestens gleich wertig zuordnen. „Wir sehen afto." schließt Lstwald,„daß die Fa bkunst Bezug« lich ihrer Mittel der Tonkunst mindestens gleichwertig, ircist aber stark überlegen gegenübenritr." Ein Kinderbuch von Bruno Schöniank. Noch eben recht, um den Markt zu bereichern, der beule vorwiegend von allen Bckann'.eu de. herrscht ist. schickt Paul Cassirers Verlag(zum Preise von 8 Mails ein Werklben Bruno Schönlanks aus. das ein W ibnachtsdiich für große und kleine Kinder sein will. Das ist eS ober auch. So iehr sogar, daß hier die Anrwort gar nicht schwer iällt. wenn aesragt wird, ob Bilderbücher, die kindlich daherkommen, auch ein Geschenk für Erwachsene sein können. Der Erwachsene muß nur dem Scherz der Zeichnungen von George Groß, die wie von Kinderhand schein- bar unbeholfen gestrichelt sind, und dem Reiz sinnvoll und herzvoll gesponnener Gedichte zugänglich sein.„Sonniges Land" heißt das Buch. An vierzig Themen fchlägt es an und ist ein buntschönes Beet liebevoll-einracher Lyrik, die in sinniger Art bald heiter, bald ernst plaudert, witzig vorgetragene kleine Weisheit tropft oder als zarte« Lied auftlingt. Da« meiste wird vom Kinde fröhlich begriffen werden, anderes fetzt schon etwas entwickelteren Verstand voraus, wieder anderes wird beiden Allern gleich viel Vergnügen schaffen, so etwa Verse wie die vom„goldenen Recht": Wer sich muß beim Legen rackern, Der hat auch das Recht zu gackern. Doch dieser Dichter begnügt sich nicht, zum alten reichen Gut der Kinderreime, Tiergedichte, Fabelverse,. Naturliedchen Verwandtes beizusteuern. Er will innerlich Neues aussäen. Seine vier Reihen Gedichte atme» in einzelnen Stücke» proletarisch-soziale Gedanken Heilage öes vorwärts Sonnabend, 2S. Dezember nach rechts. abwarten!(Heiterkeit und Justinrmung.) Die Rechte will nur der- bergen, daß sie hier so schwach vertreten ist, daß sie heute nicht ein- mal die 50 Abgeordneten zusammenbringen könnte, die für die Be- sprechung der Interpellation eintreten müßten.(Andauernder Lärm rechts.) Eine größere Geschichtslüge, als die Behauptung, Deutschland sei durch die gegenwärtige Regierung in die jetzige wirtschaftliche Lage gebracht worden, ist einfach nicht möglich.(Lobhafte Zustim- mung links.) Im November und Dezember v. I. sind Großindu- strielle zur Regierung gekommen und haben erklärt: Bewilligt alles, sorgt nur dafür, daß die Arbeiterschaft ruhig ist und daß nicht alles ruiniert wird! Jetzt machen uns die parlamentarischen Vertreter derselben Leute Vorwürfe, daß wir für Arbeitslosen- Unterstützung und für die Herabsetzung der Lebensmittelpreise Geld ausgegeben haben. Die Interpellanten haben erst über die hohen Preise geklagt und nachher haben sie ausgefiihrt, daß die Preise nicht hoch genug sind.(Zustimmung und Heiterkeit.) Auf der einen Seite jam- mern sie über die unbeschränkte Ausfuhr und auf der andern wenden sie sich gegen Zwangsmaßnahmen. Ileberall Widerspruch! Kein klares Wirtschaftsprogramm! Nichts als politische Agiiations- reden haben Sie(znr Rechten) hier gehalten. Ihnen fehlt jedes Verantwortlichkeitsgefühl. Direkte Steuern lehnen Sie ab, in- direkte lehnen Sie auch ab, ich möchte wissen, was Sie zur Linde- rung der Finanznöte machen wollen, wenn Sie einmal zur Re- gierung kommen sollten. Ich weife den Vorwurf zurück, daß unsere Steuerpolitik dem Kapital ruinöse Summen entziehe. Statt der 2)4 Milliarden, die wir gefordert haben, wollte die Rechte in Form einer Zwangsanleihe der deutschen Volkswirtschaft sogar 9 Milliarden entziehen.(Hört, hört!) Wenn die Forderung der Interpellanten auf freie Wirtschaft erfüllt würde, so würde, wie bei den wenigen Artikeln, die für den Handel schon freigegeben sind, eine wilde Spekulation ohne Rücksicht auf das Bollsinteresse einsetzen. Man würde gar nicht mehr nach unserer Valuta fragen, sondern nur nach der Höhe des Profits. Eine schamlose Auswuche- rung der ärmsten Volksschichten würde unfehlbar Platz greisen. lLebh. Zustimmung links. Abg. Dr. Semmler: Abwarten!) Nein, das kann man nicht ruhig abwarten.(Lebh. Zustimmung links u. im Zentrum.) Eine Regierung darf nicht nur Nacht- Wächter der Wirtschast sein, sondern muß ordnend eingreifen. Interessant aus der Rede des Abg. Dr. Hugo ist sein Eintreten für den Achtstundentag. Früher haben sich die Nationalliberalen sogar gegen den Zchnsiundentag gewehrt.(Lebh. Hört, hört!) In der Wohnungsfrage werden wir demnächst mit einem großen Wohnungsplan für Arbeiterwohnungcn hervortreten, zu deren Bau wir jährlich 500 Millionen Mark be- reitstellen wollen. Die Kosten der Besatzung sind so maßlos an- gewachsen, daß die Entente im eigenen Interesse auf eine Verrin- gerung bedacht sein muß. Die Ablieferung der 20 Milliarden Goldwerte an die Entente ist bereits weit fortgeschritten. Sie vcr- pflichtet die Entente, uns mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln zu versehen. Zur Teilnahme an einer internationalen Kommission für die Lösung des Balutaproblems, wie sie im englischen Unterhause angeregt worden ist, ist die Re- gierung gern bereit. Eine Aussprache über unsere Wirtschafts- Politik ist der Regierung stets erwünscht, nur muß sie sich in fach- lichen Formen und mit sachlichen Vorschlägen abspielen.(Lebh. Beifall.) Danach folgt eine lange GeschäftSordnungsdebatte über den Antrag der Dentschnationalen auf Vertagung der Be- sprechung. Der Präsident erklirrt schließlich: Erst muß festgestellt werben, ob die Besprechung überbaupt stattfinden soll, erst dann ist ein Vertagungsantrag zulässig. Danach stellt Abg. Heinze (D. Bp.) den Antrag auf Besprechung.— Dafür stimmen die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei und die Unabhän- gigen. Es sind im ganzen 43 Abgeordnete. Die Unterstützung, zu der 50 Abgeordnete erforderlich sind, reicht also nicht aus; die Interpellationen sind obne Besprechung erledigt.— Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen vertagt sich das Haus auf DienS- tag, den 13. Januar, 3 Uhr: Zweite Beratung des Betriebsräte- gesetzes. Schluß gegen 3 Uhr. GroßSerün Oer Streik'öer Gastwirte. Heute werden in den großen Hotels wieder die Messer und Gabeln klappern und liebliche Wohlgerüche die Speisesäle erfüllen. Bei dem kleinen„Budiker" wird man wieder eine Tasse Kaffee oder Bouillon zu trinken bekommen. Die Not der Fremden und der armen Junggesellen ist beendet! Dank der Festigkeit der Re- gierung haben die Streikenden nichts erreicht. Im Höchstfalle haben sie einen großen Teil Erbitterung gegen die bisher be- stehenden Sympathien eingetauscht. Wie allgemein über den Streik geurteilt wird, dafür eine Probe aus den einlaufenden Protestschreiben. Man schreibt uns unter anderem: „Der Gqstwirtestreik stellt ein« Rigor isität dar, wie sie schlimmer kaum gedachr werden kann. Mit derselben Moti- Vierung wie die Gastwirte könnte sich auch jede Hausfrau zu einem Streik entschließen, denn sie muß, so schwer es ihr fällt, mit dem auszukommen versuchen, was ihr auf legalem Wege zu erhalten möglich ist. Warum soll der Gastwirt das nicht können? Wir Verbraucher wollen wirtschaftlich nicht vollkom- men vom Schiebertum abhängig sein, deshalb bitten wir die Regierung, recht dringend und herzlich, mit eisernem Besen dazwischenzufahren. Der Volksfeind- liche Egoismus muß so hart bestrast werden, daß er sein Haupt nicht mehr zu erheben wagt. Denkt an unsere ab- gehärmten Ehefrauen und Kinder, die, Werl das Geld dazu fehlt, nicht das essen können, was noble Häuser zu geben vermögen I" Die Erbitterung ist stellenweise so groß, daß man sogar die Entziehung der Konzession verlangt, falls sich die In- haber der Gaststätten weiter weigern, ihre Lokale zu öffnen. Man kann sich im Hinblick auf die Not des Volkes, die wesentlich durch den Schleichhandel begünstigt wird, schwer des Eindrucks verwehren, als wollten die Gastwirte durch ihren Streik der Bekämpfung des Wuchers durch die Regierung in den Arm fallen. Wie von allen Volkskreisen, so verlangen wir auch von den Gastwirten, daß sie ihre Klasseninteressen zurückstellen hinter die des ganzen Volkes. Die kleinen Gastwirte sollten endlich ein- sehen, daß sie durch eine geschickte Taktik vor den Wagen des Großkapitals gespannt worden sind und für dessen Jnter- essen mißbraucht werden. In Halle haben die Gästwirte am Freitagmorgen einen 24stündigen Proteststreik gegen die Wuchergesetze und die Polizeistunde beschlossen.— In Dresden ist für den 1. Ja- nuar 1920 ein Gastwirtestreik in Aussicht gestellt, falls die Regie- rung die Forderungen der Gastwirte, die die gleichen wie in Berlin sind, nicht bewilligt. Ueber die am Freitagabend stattgehabten Verhandlungen zwischen den Ga st Wirten und Vertretern der Re- gierung erfahren wir folgendes: Di« Verhandlungen zwischen den Vertretern der Gastwirte mit dem Reichswirtschaftsministerium haben noch zu keinem end- gültigen Ergebnis geführt. Das Reichswirtschafts- Ministerium bleibt auf seinem Standpunkt, daß die Verord- nung über die Wuchergerichte aufrechterhalten werden muß, bestehen, sagte jedoch eine eingehende Prüfung aller Beschwerden über unzureichende Belieferung der Gast- wirtschaften mit Lebensmitteln durch die zuständigen Stellen zu. Ob diese Zusage zu einer Einigung führen wird, läßt sich vor- läufig nicht absehen. Sie wird wesentlich von den Beratungen ab- hängen, die die an der Sitzung beteiligten Gastwirte mit ihren Ver- bänden zu führen haben. »* Unsere gestrige Abendausgabe enthält ein« Meldung über den Streik der Gastwirte, die durch ein technisches Versehen in das Blatt gekommen ist. Unsere Leser werden den Irrtum selbst be- merkt haben, denn die dort eingenommene Haltung entspricht durch- aus nicht unserer ablehnenden Stellung gegenüber dem Streik der Gastwirte. Eine 5 Millionen- Anleihe. Der Verband Groß- Bertin wird in seiner VerbandSversamm- lung am 29. d. MtS. über Tarife und Haushaltung?. Nr. 649 ♦ 36. Jahrgang Wahrheiten Wir geben aus der Freitagsitzung der Nationalversammlung die im Abendblatt nur angedeutete Rede des Genossen Robert Schmidt etwas genauer wieder: Reichswirtschaftsminister Schmidt: Die Herren, die wie der Vorredner heute immer von Ver- söhnung und Frieden reden, haben sich früher ganz anders ver- halten und Angehörige niederer sozialer Schichten auf das Uner- hörteste gepeinigt und gequält.(Grosse Uuruhe rechts.) Die aus- ländischen Arbeiter sind von Ihnen ttets wie Bieh untergebracht worden.(Großer Lärm rechts, erregte Zwischenrufe des Abg. Dr. Semmler(Dnat. Vp.) Unwahr! Das verbitten wir uns!) Wenn Sie von der Freiheit des Handels reden, dann meinen Sie die Freiheit zur Ausbeutung. (Erneuter Lärm rechts. Rufe: Schieber!) Abg. Mumm hat von Wirtschaftseinrichtungen und-maßnahmen überhaupt keine Ahnung.(Zustimmung.) Weder die Einfuhr, noch die Aus- fuhr ist frei, sondern beide stehen unter Ueberwachung. Das Elend der Ernährung unserer Kinder hat Herrn Mumm und seine Freunde völlig kalt gelassen als wir seinerzeit den Warnruf aus- gestoßen haben: Laßt unser Volk nicht verhungern! Laßt es nicht auf den Schlachtfeldern verbluten! Damals hat man das Volk mit nichtswürdigen Phrasen abgespeist und den Krieg bis zum Zusam- menbruch fortgesetzt. Mumm und seine Freunde sind die einzig Verantwortlichen an den jetzigen schwierigen Zuständen.(Lebh. Zustimmung links, große Unruhe rechts.) Auch jetzt noch arbeiten diese Leute uns rücksichtslos aus Parteigründen entgegen. Gerade die Leute des Herrn Mumm haben uns in den Monaten November-Dezember die Erlangung von Krediten zur Einführung von Futtermitteln erschwert unter Hinweis auf die bevorstehende Beseitigung des jetzigen politischen Systems.(Große Unruhe rechts. Lebhaftes Hört, hört! links.) Die Folge der freien Wirtschaft wäre eine un- geheure Preissteigerung, die zu einer Katastrophe führen würde, die niemand verantworten kann. Bei der verlangten Preissteige- rung würde uns der einzige Vorteil entgehen, den uns jetzt der schlechte Valutastand bringt: die überlegene Stellung bei der Ausfuhr. Solange das Loch im Westen besteht, werden alle Verordnungen das Schieberunwesen nicht beseitigen können. Das zu ändern, wäre keine andere Regierung in der Lage.(Lebh. Zustimmung Unks.) Bei den Arbeitslosenunterstützungen ist wohl manchmal über das Ziel hinausgeschossen. Es ist aber nicht zu bedauern, daß man gegenüber den aus dem Kriege Zurückgekehrten nicht ge- knausert hat.(Lebh. Zustimmung links.) Unser Ruf an die Ar- beiter, ihre Leistungen zu steigern, ist vielfach von Erfolg gewesen. Unser« Kohlenförderung steigt von Monat zu Monat. Infolge der Freigabe der Einfuhr für Baum- wolle sind in Bremen so große Mengen eingetroffen, daß wir die Hoffnung haben, unsere Industrie weiterarbeiten lassen zu können. Hinter den Klagen von rechts über die Not des Volkes verstecken sich heute allzuoft nur rein materielle Interessen.(Lebh.«''»im- mung.) Dagegen muß das ganze Volk zusammenstehen.(Anh. lebh. Beifall links. Große Unruhe rechts.) Abg. Schulz-Bromberg(Dnat. Bp.) stellt einen Vertagungsantrag, während Reichsfinanzminister Crzberger zur Beantwortung der zweiten Interpellation bereits ans Rednervult tritt, Abg. Löbe(Soz.): Ueber diesen Antrag beantragen wir namentliche Abstimmung.(ES sind nur etwa 60 Abgeordnete im Saale.) Präsident Fehrenbach: Dsr Vertagungsantrag kann erst zur Abstimmung kommen, wenn die zweite Interpellation beantwortet ist. Es geht unmöglich, daß hier jemand eine Interpellation be- gründet und dann der Regierung einfach das Wort abgeschnitten werden soll.(Lebh. Zustimmung.) Reichsfinanzmmister Erzbergcr: Gestern behaupteten die Herren, die die Anfragen stellten, sie feien so wichtig, daß sie heut« unbedingt noch behandelt werden müßten. Heute können sie wicht einmal die Antwort der Regierung Moatrose.' 49] Detektivroman von Sven Elve st ad. „Verschwinden Sie, ineine Herren, verschwinden Sie um Gottes willen. Er brummt nur einmal. Dann� kommt es." „Was kommt dann fragten die hinausgeworfenen Gäste nnßmutig. Rudolf deutete mit sprechender Plastik an. was kommen würde, wenn die Gewitterwolke noch einmal brummte. Und diese Plastik war in Meister Rudolfs Darstellung so deutlich, daß die Neugierigen verstummten. Es war also nicht rat- sam, dem Gewittergewölk heute zu nahen. Seine schlechte Laune lastete auch auf seiner Umgebung, den schönen, weißen Wolken in Tüll und Puder, die seinen mächtigen 5korpus flau- kierten. Diese Verzagtheit im Wolkcnreich gab indessen Ver- anlassung zu intimerem Gedankenaustausch. Der junge Herr nnt der goldenen Kette fehlte auch an diesem Abend nicht. Er war ganz glücklich, weil seine Auserkorene statt wie sonst herumzuschwärmen und mit den Gästen zu schäkern, still und ordentlich niit ihrer Häkelnadel dasaß. Wie sie dort so nett und häuslich mit niedergeschlagenen Augen saß, konnte , sie für ein tugendreiches Edelfräulein aus vergangenen Zeiten gelten, während der junge Mann, der noch immer kein Wort sagte, sondern sie nur anstarrte und hin und wieder an seinem kleinen, grünen Glas nippte, das Stadium der unglücklichen, unerwiderten Liebe noch nicht überschritten zu haben schien. Die einzige, die etwas störend wirkte, war wie gewöhnlich Dora. Ihren feuchtglänzenden Augen konnte nian ansehen. daß sie sich bereits reichlich mit den Flaschen beschäftigt hatte. Noch aber war sie weit von ihrem Höhepunkt entfernt, wenn sie mit zerzaustem Haar und gellender Stimme die Orgien im galanten„Pfau" anzuführen pflegte. Die anderen Mädchen machten ihrer verhaltenen Unruhe Luft, indem sie Puderdosen austauschten, gegenseitig an ihren Parfüms rochen und ihre Nägel und Handspiegel sorgfältig polierten. Und das Ge- Wittergewölk brummte. Für den aber, der in dem Gewimmel dies Abends handelnd eingreifen sollte, war dieses Gedränge vortrefflich und willkommen. Es waren so viele fremde Gesichter da, daß keines von den neuen Aufmerksamkeit erweckte. Sogar der schäkfste Beobachter konnte nichts anderes entdecken, als den Zustrom von Neugierigen und die augenfällige Unruhe über die unheimlichen Ereignisse. Und dennoch ging im Ge- wühl etwas vor, etwas Bestimmtes, etwas, was von den gtz- heimnisvollen Augenzwinkern, listigen Zeichen und Hasligen Zuflüsterungen im Vorbeigehen begleitet wurde. Ein Mann mittleren Alters, mit einem harten, unsympathischen Gesicht, kam durch die Hotcltür. Er blieb eine Weile stehen, ganz unangefochten vom Gedränge, und spähte beobachtend durch die Menge. Dann ließ er sich mit einer heftigen Bewegung auf einem Taburett vor der Bar nieder und bestellte ein Ge- tränk. Er kam gerade in dem Augenblick, als Dora sich eine ausgelassene Lachsalve gestattete. Sie hielt mitten im Lachen iune und sah ihn an, fuhr dann aber fort zu lachen, wenn möglich noch lauter. Auf seinem Gesicht war kein Zeichen des Wicdererkcnnens zu benicrken. Uebrigens war auch niemand da, der seiner achtete. Es war ein Fremder, er hatte kurzes, kohlschwarzes Haar, das mit einer dicken Locke in die Stirn fiel. Warum lachte Dora? Die arme Dora mußte ihren Ruf, die heiterste zwischen den Heiteren zu sein, aufrecht er- halten— sie lachte meistens über gar nichts. In ihrer halb betrunkenen Exaltation stimmte sie ohne die geringste Ver- anlassung muntere Lachsalven an, nur, um dem Morgen- gewölk zu beweisen, daß sie, was Fröhlichkeit anbetraf, eine einzig dastehende Anziehungskraft sei. Diesmal aber hatte sie wirklich Ursache zu ihrer Ausgelassenheit. Der kleine Vicomte, Pol, der Liebling aller Mädchen und aller Nacht- kabaretts, war von einem kleinen Ausflug zurückgekehrt, er war eine Stunde fort gewesen und befand sich jetzt in einem Zustand, der höchst bedauerlich von Spiritus beeinflußt war. Pol und Dora saßen an einem polierten Marmorttsch und steckten die Köpfe zusammen. Pol erzählte. Er war in einem heimlichen Spiclklub gewesen. „Erst setzte ich hundert", sagte er,„und verlor. Da setzte ich zweihundert und verlor. Da setzte ich dreihundert und verlor. Dann setzte ich eintausend und gewann, Bravo. Da setzte ich nochmals tausend, und gewann wieder. Da setzte ich nur hundert und verlor zweihundert. Verlor. Da setzte ich tausend und gewann, bravo." Dora lachte ungewöhnlich laut. „Lassen Sie mich mal sehen," sagte sie. Pol zog eine Handvoll Scheine und Gold aus der Tasche. Dora schrie nach Champagner. Zwei Champagnerflaschen knallten. Pol trank und verschüttete das nieiste auf den Marmortisch. Dora trank und verschüttete noch mehr, woraus sie wie zufällig die eine Flasche unter dem Tisch verschwinden ließ und zwei neue Flaschen unter zunehmender Munterkeit bestellte. Und Pol erzählte: „Ich gewann beständig. Da kam der Wirt, ein sehr feiner Herr, Whiskers, englischer Lord, eine goldene Uhr mit Wappen in der einen Tasche,, ein falsches Kartenspiel in der andern. Hm, hm. Es freut mich, sagte der Wirt, ein Glas, mein Herr. Nein danke, sagte ich, aber eine Zigarre, dadurch kann man nicht betäubt oder vergiftet werden, sagte ich. Darauf setzte ich tausend und gewann. Da weinte der Wirt keine Tränen, sondern Whisky. Dann kamen Danien, schöne Damen, Bravo! Gib mir einen Schein von deinem Gewinn. sagte Leonora, du kennst sie gewiß. Zwei, sagte ich, zwei Scheine, und dann stopfte ich sie ihr in die Taille, weißt du, hier, versuchsweise, schrei doch nicht so verflucht, Dora..." Sie aber schrie überglücklich und behielt die Scheine, indem sie noch dazu die Hand auf ihre Brust legte. Der arme Pol wurde indessen immer betrunkener, ein- mal schlummerte er sogar ein, den Kopf auf der Marmor- platte, wurde aber unbarmherzig von Dora geweckt, die ihm eins auf den Kopf gab. Da hob er seinen Kopf wieder, er war bei dem elegischen Stadium angelangt, er hatte Tränen in den Augen und vertraute Dora flüsternd seine heiße Liebe an. Während er vergeblich vom Stuhl auf die 5knie zu fallen versuchte, wechselte Dora verstohlen Blicke mit dem Fremden mit dem unsympathischen Gesicht. Er zündete sich gerade eine Zigarre an, und durch den Zigarrenrauch blickten seine Augen verschlagen, kalt und befehlend. Weder diese heimlichen Zeichen, noch Pols unglückselige Betrunkenheit oder Doras Heiterkeit hatten indessen Arif- merksamkcit geweckt. Dazu waren derartige Auftritte viel zu alltäglich im„Pfau", außerdem wimmelte daS Lokal von Menschen, so dafr es nicht möglich war. bei all dem Lärm ein Wort zu verstehen. Der Mann mit der schwarzen Stirn- locke bezahlte und ging und ein neuer Gast nahm seinen Platz ein. tFortj. folgt.) Plan der(Stoßen Berliner Straßenbahn und Osibahnen, der An« sdjlußbetrieb«lim«n nach Spandau, der Berliner elektrischen Straßen« bahnen, der Cöpenicker städtischen Straßenbahn und der Berliner Hochbahngesellschaft, sowie über die Aufnahm« einer An- leihe von 5 Millionen Mark für die Große Ber« l i n e r Straßenbahn bei der Deutschen Girozentrale beraten. Ter Postraub in der Wuhlheide. Die Erinittelungen des NaubdezernatS zur Aufklärung des lleberfalls auf einen Landpostwagen in der Wuhlheide haben eine überraschende Wendung gebracht. Hiernach scheint nicht der zu- nächst verdächtige Kutscher Etagen, sondern sein Mitfahrer, der 3i Jahre alte PostauShelfer Nudolf Brock vom WeinbergSweg mit den Räubern unter einer Decke gesteckt zu haben. Brock' hatte sich beim Verladen die Wertsachen genau angesehen und geäußert. daß wäre ein schönes Weihnachtsgeschenk. Während der Fahrt sprach er dauernd davon, daß sie überfallen werden könnten. Als an der dunklen Stelle plötzlich auf der Straße ein Mann auftauchte, sagte er zu seinem Begleiter: Pass' auf. da kommt einer. Dieser Mann fiel dann auch sofort deni einen Pferd in die Zügel und brachte eS zum Stehen. In diese»! Augenblick war auch der zweite Räuber zur Stelle. Er hatte zwei Revolver und richtete sie auf den Kutscher, der noch aus dem Bock saß. während Brock sofort abgesprungen war und dem ersten Räuber schon den Schlüssel ausgehändigt hatte. Während dann einer der Räuber Brock hinter den Wagen führte, mußte Stögen mit dem «chlllssel, den ihn der Räuber überreichte, den Bockkasten auf- schließen. Dann wurde auch er hinter den Wagen geführt, wo Brock schon an der Erde lag. Etagen bekam einen Stoß in den Rücken, daß er ebenfalls zu Boden fiel, nachdem er vorher schon ebenso wie Brock gefesselt worden war. Als die Räuber sich mit der Beute nach Niederschöneweide zu entfernt hatten, löste Stögen seine Fesseln, dann befreite er Brock und beide fuhren nun weiter. Auffallend war es. daß Brock, als ein Fuhrwerk dem Postwagen begegnete, den Kutscher gleich anrief, ihm von dem Uebersall sprach und ihm seine Hände hinhielt, damit er sehe, wie stark er gefesselt gewesen sei. Etagen wurde sonst immer von AuShelferiimen begleitet. Brock fuhr zum erstenmal vor vier Wochen mit ihm. Nach dieser Wendung wurde auch B/ock verbaftet. Stögen erscheint jetzt entlastet, um so mehr, als er einen etwa eingefädelten Uebersall wohl eher hätte ausführen laffen, während er von einer Anshelferin begleitet war._ Beamtenschaft und Heimstättenfrage. Eine vom„Kartell Groß-Berlin des Deutschen BcamtenbundeS" einberufene Versammlung der Groß-Berliner Beamten und Lehrer beschäftigte sich mit der Heimstättenfrage. In einer einleitenden Ansprache machte Geheimer Regierungsrat Falkenberg als Vertreter des ReichSamtS des Innern beachtenswerte Mitteilungen. AuS der Not dieser Zeit, führte er auS. kann die Beamtenschast sich nicht allein durch eine BefoldungSreform herausbringen. Ich bitte überhaupt, sich in diesem Punkt nicht allzu überspannten Erwartungen hinzugeben. sHeiterkeit.) Wir müssen noch nach anderen Mitteln suchen, und da zeigt uns die Heimstättenbewegung einen Weg. Durch Schaffung von Heim- statten können wir zur Hebung der soziale,! Lage der Beamten bei- tragen. Die R e t ch s r e g i e r u n g hat sich in dieser Frage voll- kommen auf die Seite der Beamtenschaft gestellt. Nicht mit schönen Worten, sondern mit völlig ernstem Willen wird sie helfen.(Zuruf: Na. na l) Wenn Sie nicht das Vertrauen haben, dann weiß ich nicht, wie unsere Beamtenpolitik noch pofitive Erfolge bringen soll. Das müssen wir erwarten, daß Sie uns ein gewisses Vertrauen zeigen. Wir leben in einer Zeit, wo jeder von Egoismus beherrscht ist und mit Ellenbogenfreiheit alles erreichen will,«ber das deutsche Volk kann nicht wieder zur Höhe auf- sieigen, wenn jeder in dieser Weife seine Politik machen will. Nur wenn das ganze Volk zusammenhält, können wir wieder empor- kommen. Bodenständigkeit ist die Grundlage für das Glück, das uns allen fehlt. Die Beamtenschast wird eS erreichen, wenn sie sich als Einheil fühlt. Es kann nicht so weitergehen, daß den oberen Beamten die mittleren und diesen die unteren gegenüberstehen. Eine einzige geschlossene Beamtenschaft müssen wir haben. Ohne lückenlose Geschlossenbeit können wir weder in der allgemeinen Beamtenpolitik noch in der Heimstättenpolitik vor- wärtsschreilen.(Starker Beifall.) Ein Vortrag von L u b a h n über„Wie kommen wir Beamten in Groß-Berlin z u einer Heimstätte?" schilderte die Bemühungen der Beamtenschaft um. die Förderung der Heimstättensache. Die deutsche Bcaintenschaft ist jetzt dabei. sich ein eigenes Heimstättenamt zu schaffen. Lubahn erkannte das Entgegenkommen des Reichsamtes des Innern an. In einer M i u i st e r s i tz u n g, an der auch die preußischen Minister teil- nahmen, hat man sich einstimmig für Unterstützung der B e q,m t e n s ch a f t ausgesprochen. Der Redner forderte boden- reformerische SiedlnngSpolitik in Stadt und Land und schleunigste Einbringung de« ReichSsiedelungSgesetze» sowie Schaffung einer Zentralstelle für das Heimstättenwesen. Er legte eine entsprechende Resolutiow vor. In der Diskussion berichtete ein Vertreter deS preußischen Ministeriums über den Plan, für Mitglieder von Ein- wohnerwehren eine Siedlung bei Döberitz anzu- legen. Man hofft, daß es gelingen wird, die Schwierigkeiten in der Baustofibefchaffung zu überwinden. Ein Vertreter de» Reichs- arbeitsministerinmS führte aus, daß dieses Ministerium die ge- forderte Zentralstelle sei. Er teilte mit, daß soeben im Justiz. Ministerium eine Sitzung stattgesimden habe, in der das Reichs- h e i m st ä t t e n g e s e tz im Entwurf bis auf wenige redaktionelle Aenderungen fertiggestellt wurde. Verlieren Sie. schloß er. nicht da« Vertrauen und seien Sie versichert, daß Mitte Januar d a S Heimstättengesetzda sein und dann der Nationalversammlung vorgelegt werden wird.(Starker Beifall.) Na» weiterer Diskussion wurde die vorgelegte Resolutton ein« st i m m i g angenommen. Angenommen wurde noch eine andere Resolulion, ein Protest gegen die vom HauShaltungS- auSschuß der Nationalversammlung vorgeschlagene Erhöhung der laufenden Teuerungszulage. Sie bezeichnet SO Proz. al« ein.ver- letzendes Almosen" und fordert IbO Proz. als das Allermindeste. Einschränkungen iqi Vorortverkehr. Die jetzigen Maßnahmen im Berliner Vorort- und Stadtbahn- verkebr aus Einstellung einiger Züge deS EpätverkehrS bedeuten durchouS keine radikale Maßnahme. Nach Mitteilung der Eisenbabndirekrion ist keineswegs beabsichtigt, alle Züge im Spät» verkehr ausfallen zu lassen, sondern nur die. die infolge der Polizei- s?unde um 11 Ubr keine genügende Besetzung aufweisen und un- rentabel sind. Die ganze Maßnahme ist weiter nichts al» eine Anpassung des Verkehrs an die Polizei st und«. Es hat sich bei der Eisenbahn ja überhaupt die Praxis herausgebildet. Züge, die nickt genügend besetzt sind, aussallen zu laffen; dadurch wird einnral die Rentabilität gehoben und andererseits, wenn auch nur wenig, aber immerhin etwas an Kohlen gespart. Die Verpflegungssätze in den städtischen Krankenhäuser« > verden für die Einwohner Berlins und die der Nachbar- { e in e i vi d e n angesichts der erheblich gestiegenen Selbstkosten auf 7 M., für Kinder auf 4,50 M. festgesetzt. Für Kranke, die einer Groß-Berliner Gemeinde nicht angehören, soll der tägliche Ver- pflsgungSsatz auf 12 M. erhöht werden. Die Zustimmung der Stadt- verordnetenvcrsammlung soll alSbokd beantragt werden. Unbefugte Laterucuanzündcr. In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen bereits ausgclösche Straßenlaternen von unbe- rufen«» Leuten teils aus Unfug, teils um eigene Beleuchtung zu sparen, wieder angezündet werden. Da durch solche Gasverschtven- dung der Allgemeinheit bei der schon so gesteigerten Kohlenknapp- Heu größerer Schaden zugefügt wird, liegt eS �im eigensten Interesse des Publikums, die Täter zur Anzeige zu bringen oder wenigstens die Polizeiorgane auf sie aufmerksam zu machen. Die Buchhandlung BorwärtS ist am Sonntag von 1— 6 Uhr nachmittags geöffnet. Eine lederne Handtasche, enthaltend u. a. ein Rasierzeug und eine elektrische Taschenlampe, ist am 27. Nooenrber auf der Fahrt von Tiergarten nach Hirjchgarten verloren gegangen. Der ehrliche Kinder wird gebeten, dieselbe abzultesern bei Otto Pawelczhk, Hirschsprung, am Bahnhos Hirschgarten. Die ErtverbSlasenfürsarge verzichtet am R. Dezember sowie am 1. Januar aus die fälligen Kontrollftempel. Ein deutscher Schäferhund wurde— angeblich von Sicherheitsbeamten— am 17. d. Mt»., abends S Uhr, in der Fennftrasi« gestohlen. Zeugen, hie gesehen haben, wie die Beamten mit dem Hund aus die Straßen- bahn Fenn-, Ecke Müllerstraße, gestiegen find, wollen ihre Adresse angeben bei Kolberg, Lynarstr. Ib. »Berliner Museen-'. Die unter dem Titel.Amtliche Berichte ans den Preußischen Kunstsammlungen" bisher monatlich erschienene Zeitschrist wird vom neuen Jahrgang an unter dem Titel„Berliner Museen" in ver- ändertcr und erweiterter Form in ZweimonatShestcn erscheinen. Sie soll auch durch kleinere Aussätze in allgemeinverständlicher Form wisseuschaslltche Studien und Arbeiten über die verschiedensten Kunstzweige bieten und die Fülle der angesammelten Kunstschatze dem allgemeinen Interesse zn- sühren. Voraussetzung dasür ist. daß die bisher eingeschlagene Bahn der Kunstgelehrsamkeit entschlossen verlassen wird. Schäneberg. Wohin mit dem„vetrrsiuß"? Bei der Spar- lasse der Stadt Schöneberg erhöhte sich das gesamte Spargut« haben in diesem Jahr vom 1. Januar bis zum 1. Dezember von 137 Millionen Mark auf 180 Millionen, d. h. um 48 Millionen, um ziemlich ein Drittel de? Betrages vom Jahresanfang. Diese Geld- flut hat, wie bei anderen Sparkassen, so auch bei der hiesigen die Unterbringung der Gelder sehr fühlbar erschwert. Die Sparkassen können die ber ihnen zusammengetragenen Kapitalien nicht mehr zu einem ausreichenden Zinsfuß anlegen, gleich- zeitig aber sind ihre eigenen Verwaltungskosten beträchtlich gestiegen. Dem Beispiel anderer Sparkassen folgend setzt auch die Schöneberger Sparkasse den Zinsfuß jür die ihr überwiesenen Spareinlagen vom 1. April 1920 an auf drei Prozent herab. Lichterfelde. Gemeiudedertretnng. Am 13. Dezember kam eS zwischen der Linken und der Rechten mehrfach zu heftigen AnSeirr- andersetzungen. Von der S. P. D.-Fraktion wurde der Antrag eingebracht, die Vorschulen an sämtlichen höheren BildungSanstalten der Gemeinde durch Aufhebung der untersten Vorschulklaffen vom 1. April 1920 ab abzubauen. Der Antrag wurde, obwohl er von den Unabhängigen und Demokraten unterstützt wurde, mit den Stimmen der Rechten und denjenigen deS reaktionären Gemeindevorstandes— nur Genosse Schöffe Pints und der demokratisch gesinnte Schöffe Dr. L e n g n e r stimmten für den Antrag— in namentlicher Abstimmung mit 24 gegen 19 Stimmen abge- lehnt. In der Erörterung über den Antrag zeigten besonders der. „Schulmann" Professor Morgenstern und der Gemeindevertreter Borkenhagen ihre refonnfeindliche Befinnung. Ersterer in verschleierter Form, letzterer dagegen frei und offen. Er erklärte rund heraus, daß seine Fraktion prinzipiell gegen die Einheitsschule sei und daß sie unter allen Umständen das Klassenprivilegium aufrechterhalten wünscht, was auf feiten der Linken minutenlange Unruhe auslöste. Der weitere Antrag unserer Fraktion, die Einziehung der Kirchensteuer durch die Gemeinde abzulehnen, wurde von Seite der Rechten zum Anlaß genommen, die Kirche in allen Tonarten zu preisen. Wir hätten allen Grund, der Kirche für das, was fie für Gemüt und Kultur geleistet, dankbar zu sei». Demgegenüber be- deute das Entgegenkommen der Gemeinde wenig. Die Geistlichen hätten im Kriege Hervorragendes geleistet. So und ähnlich ging es weiter. Die Herren mußten, da fie die Angelegenheit von einer rein kommunalpolitischen in eine kirchenpolitische verwandelten, eS sich gefallen lassen, daß die Linke da? wahre Geficht und die wahren Leistungen der Kirche und der Geistlichkeit, besonders während deS Krieges, festnagelte. Auch dieser Antrag wurde schließlich gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Dem Beirat der KriegSbeschüdigten, Kriegshinterbliebenen und dem HilsSauSfchuß für Kriegsgefangene wurden weitere 13 000 M. zur Verfügung gestellt zum Zweck der Unterstützung besonders be« dürftiger Kriegsopfer. Die Rechte hatte einen Antrag eingebracht, im Interesse d«S gemeinnützigen Bauvereins»Kriegerheim" von der Evang. Kirchengemeinde das zur Erbauung von Eigenheimen in Aussicht genommene Bautand zu erwerben, weil der gemeinnützig« Bauverein finanziell nicht die Sicherheit bieten könne, die die Kirchengemeinde verlang«, müsse. Es stellte sich heraus, daß diese Angaben der Rechten vollständig au« der Lust gegriffen lvaren, denn tatsächlich war der Kaufvertrag bereit« abgeschlossen. Genosse akubowicz sagte der Rechten auf den Kopf zu, daß sie den ntrag nicht etwa aus Liebe zum Bauverein, sondern lediglich aus Liebe zu den nächsten Wahlen gestellt habe. Sie habe dem Bau- verein, der sie in keiner Weise beauftragt habe, den Antrag zu stellen, mehr geschadet als genützt. Lichtenberg. Stadtverordnetenversammlung. Die von der U.S.P. gestellte Anfrage:.Welchen Einfluß hat der Ma- gistrat auf die Tätigkeit der Lichtenberger Ein- wohne rwehr?" rief ein« längere AuSsproche zwischen S. P. D. und U. S. P. hervor. Thurm(U. Soz.) erging sich in längeren Ausführungen, in denen er feststellte, daß zurzeit genügend Polizei vorhanden ist und daß die Einwohnerwehr zu reartio- nären Zwecken Verwendung finden soll. Hierbei durften die üb- lichen Angriffe auf die Nodkegarde usw. natürlich nicht fehlen und der Auferuf des Parteivorstandes der S. P. D. zum Eintritt in die Einwohnerwehren wurde scharf kritisiert. Wessel(Soz.) trat diesen Ausführungen scharf entgegen und wies ganz besonders dar- auf hin, daß durch die Januar- und Märzunruhen sich erst die Notwendigkeit der Einwohnerwehren erwiesen habe, und wenn ll. S. P. und K. P. D. erklärt haben, daß sie mit den Plün- derern wchtS zu tun haben wollen, dann müßten fie doch mit der Bekämpfung diese? Gesindels ebenso einverstanden sein wie die anderen Parteien. Werter wies Genosse Wessel darauf hin, daß ja die U. S. P. im November 1913 die Regierung hätte allein übernehmen können und daß ihr von den Vertretern der S. P. D. weitestgehende Unterstützung zugesagt sei, sie jedoch aus Angst vor der Verantwortung und um lieber in der Opposition zu bleiben, dies abgelehnt habe. Oberbürgermeister Ziethen beantwortete die gestellte Anfrag« dahin, daß der Magistrat keinerlei Ein- fluß aus die Tätigkeit der Einwohnerwehr habe. Angenommen wurde ein Antrag, in dem der Magistrat er- sucht wird, dahin zu wirken, daß die Zwangswirtschaft nicht abgebaut, auch den Landwirten die LieferungS- Prämie nicht gewährt wird und daß weitere Mittel zur allgemeinen Verbilligung der Lebensmittel vom Reich bereitgestellt werden. Ein Antrag, daß den katholischen Geistlichen firr die Er- toilung des katholischen Religionsunterrichts eine E n t s ch ä d i- gung gezahlt werden soll, wurde angenommen. Die Errich- tung einer Poliklinik, die Beseitigung der 1. und 2. Klasse und die Einrichtung einer EntbindungS- anstalt im Krankenhause wurde beschlossen. Weiter wurde be- schlössen, an Erwerbslose, Ortsarme. Kriegsbeschädigte, Krieger- iviwien— welche noch Kriegsunterstützung, aber keine Rente be- ziehen— und alte Rentenempfänger, soweit die Genannten einer Unterstützung dringend bedürftig sind, eine WeihnachtSgabe v o n 20 M. und an noch nicht 14 Jahre alte Kinder der Genannten je 3 M. zu zahlen. Ferner wurde angenommen ein Antrag der bürgerlichen Fraktionen, daß in Zukunft für die Tribüneribesucher Einlaßkarten ausgegeben und den Fraktionen entsprechend ihrer Stärke zur Verfügung gestellt werden sollen; ein Antrag de» Ma- fgistrois, daß den Mitgliedern des Magistrats und der Stadtoer- ordnetenversammlung ein Pauschalbetrag von Monat- I ich 20 M. für Fahrgeldentschädigung gezahlt wird. NiederschSneweide.„Ter Kampf um die Schule" heißt da- Thema, das am Montag, abends 7 Uhr, im Wirthaus Loreley eine öffentliche Versammlung beschästigen wird. Es handelt sich um die Besetzung de? Rektorats, über das es in der Gemeinde- Vertretung zu Differenzen zwischen den beiden sozialdemokratischen Fraktionen und dem Bürgermeister gekommen ist. Die Bevölkerung Niederschöneweides wird gebeten, sich recht zahlreich an dieser Kund- gcbung zu beteiligen. Alt-Glienicke. Gcmeiirdevertreturrg. Die Fahrpreise der Straßenahn werden aus Antrag Kuustnann auf 0,20 Mk. für einfache Fahrt, 1,60 M. für Wochenkarten, Monatskarten 15 M. und Schülerkarton C M. erhöht. Auch will Genosse Kaufmann dre Verlängerung der Straßenbahnlinie bis Bahnhof Grünau haben. Mit den Strmmenenilhaltungen der Bürgerlichen wurde die Eni- laffnng des Gemeindevorstehers angononunen. Für den besoldeten Schöffen PeterS werden monatlich 1000 M. bewilligt. Bezug- lich Gshaltserhöhung der Beamten wurde die Resolution von den Gemeindebeamten mitangenommcn, noch der auch die Lehrer be- rücksichtigt werden sollen. Der Dringlichkeitsantrag der S.-P.-D.- Fraktion bezüglich Stiftung von zwei Ehrenpreisen für die Klein- tierausstellung der hiesigen Klemtierzüchierve reine fand, nachdem die Genossen W. Dürre und Kaufmann dafür gesprochen hatten, Annahme. Höchst merkwürdig ist das Verhalten der U.-S.-P.- Vertreter Bennewitz und Hentschel, die für die Volkser- nährung nichts übrig haben; hoffentlich werden die Wähler dieser Volksvertreter über dieses Verhalten Rechenschaft fordern. Rivawes. Gemkindevertretun». In den WohnungsauS- schu ß werden die G.-V. Gomoll, Thomas, Quappe, BlagniS, Biete urtd Corpus gewählt.— Den Angestellten der Gemeinde wird für die Monate Juli, August, September eine UehergangSbei-- Hilfe in Höhe von 20 M. für Verheiratete, 16 M. für Unverhei- ratete und 10 M. für jedes Kind gewährt.— Im Namen ihrer Fraktionen erklären die G.-V. Gomoll(Soz.) und Wolter (ll. Soz.) die Errichtung einer Einwonerwehr nicht für nötig und wird dieselbe gegen die bürgerlichen Stimmen ab- gelehnt.— Für die vorn, Kommunalbeamten verband Groß-Berlin gegründete Verwaltungsakademte zahlt die Gemeinde einen einmaligen GründungSbeitrag von 200 M.— Darauf erstattet der Kämmerer Schmidt den Bericht über den Ab- schluß des Rechnungsjahres 1918/19. Derselbe wird«e- nehmigt.— An Stelle des verstorbenen SanitätSratS Dr. Crohn wird dem Herrn Dr. Michaeli» die SäuglingSfürsorge über- tragen.— Eine rege Debatte verursachte die Beschlußfassung über die Erlangung eine? Bebau» ngSplaneS für die von der Gemeinde erworbene große Sandscholle. Vom SiedlungsauS- schuß liegt ein Antrag vor, einen Wettbeiwrb auszuschreiben für in der Provinz Brandenburg geborene Architekten. Während beide sozialdemokratischen Parteien auf denn Standpunkt stehen, daß die Gemeinden verpflichtet sind, den jungen Künstlern Gelegenheit zu geben, ihr Können der Oeffentsichkeit zu zeigen, und eö oarum auf einige Tausend Mark bei einem solchen Miflioerenprojekt nicht an- kommen dürfe, waren die bürgerlichen Vertreter, außer den G.-V. Ruß und Nathan(Dem.), gegen einen Wettbewerb Dem An- tvage wird zugestimmt.— Der Tarif der Straßenbahn wird zum 1. Januar.1920 um 5 Pf. erhöht. Grost-verliner Lebensmittel. Schöneberg. Voranmcldung für 250 Gr. Teigwarer»(106 und 107), 200 Gramm Kartoffclftärkemebl(46). Ausgegeben werden 250 Gr. Gersten- graupen oder Gerstengrütze(99), 2 Brieschen Sützstoss(33 u. 34); aus besondere Bezugscherire: 3 Pakete Keks an Kinder vom 1. bis 4. und 6. bis 12. Lebensjahre. 1 Tasel Schokolade an Kinder im 5. Lebensjadre, 8 Pakete Keks und'<« Pjd. Kakao an werdende Mütter, sowie 1 Dotc Malrerlrali an Kinder Im 13. und 14. Lebensjahre und alte Leute von 60 bis S4 Jahren, 1 Glas Bienenhonig an alte Leute von 65 Jahren und darüber. Soziales. Eine Reichskonfereoz der Arbeitöinvalitze« Deutschland« beschäftigte sich dieler Tage in Cassel mit der Frage des Zusammen- schluste« sämtlicher Verbände zu einem Zentralveroand. Nach eine», Referat de» Vorfitzenden Lüneburg-Frankfurt a. M. wurden die Richtlinien deS zu schaffenden Zentralverbandes festgelegt. Samt- liche Delegierte stimmten der Vereinigung der Organisationen unter dem Namen»Zentralverband der Arbeitsinvaliden Deutschlands" zu. Der Beitrag wurde auf 73 Pfg. monatlich festgelegt. In einer von der Vorkonferenz in Elberfeld angenommenen Resolution wurde einstimmig zum Beschluß erhoben: „Die zur Reichskonferenz in Cassel am 14. und 13. De- zember 1919 vereinigten Arbeitsinvaliden-Organisationen Deutsch- landS erachten e« al« dringend notwendig, daß bei der Abände- rung der R. V. O. und allen Beratungen von Gesetzentwürfen, die die Interessen der Arbeitsinvaliden berühren, nicht nur Ver- treter der Versicherungsträger, sondern auch die Vertreter des auf der Reichskonfercnz in Cassel gegründeter,.Zentralverbandes der Arbeits invaliden Deutschlands' heranzuziehen sind, um die Wünsche und Forderungen ihrer Mandatgeber in geeigneter Weise zur Geltung und Kenntnis der maßgebenden Körperschaften bringen zu können." Die bisher von Staat und Gemeinde getroffenen Fürsorge- maßnahmen wurden als gänzlich unzureichend erachtet und u»bc- dingt gefordert, Fürsorgeämter für Arbeitsinvaliden, in denen ihre Organisationen vertreten sind, zu schaffen. Die Vorstandswahl ergab: JohS. Lüneburg« Frankfurt a. M., 1. Vorsitzender; Hugo S ub ke- Berlin, 2. Vorsitzender; G. Nitiche- Bremen, 3. Vorsitzender; Ernst P a tz k e, Offendach a. M., 1. Schrift« führer; A. Engel, Offenbach a. M. l. Kassierer; Fr. Gernblis- Essen, Wilh. Baiser- Elberfeld. Joseph Wipperfürth-Obligs, Beisitzer. Die Geschäftsstelle des.Zentralverbande« der Arbeits- invaliden Deutschlands' befindet sich Frankfurt a. M., vethmann- straße 46. die Geschäftsstelle Groß-Berlin N., Stubbeniammer Str. 6, wohin alle Anfragen zu richten sind. Groß-Serliner Parteinachrichten. Achtung, Jnfttzbeamte Die auf Sonntag vormittag 10 Uhr in der Bellevuestraße 7, II, angesetzte Besprechung wird bis nach Seihnachten« verschoben. Eharlotteuburg. Sonntag Märchermachmittag 3 Uhr in der Aula der Lribniz-Realichulc, Schill erstrahe 125/127, an der Hardrnbergstraßc. nicht wie aus den SrntrittSkarien Schtllerstraße 26/27. Eintritt Kinder 80 Ps., Erwachsene 60 Ps._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Reichs», ind der Kriegsbeschädigten, Bezirk 12(Osten). Heute abend 5 Uhr Aeihnachtsseier mit Kmderbescherung in der PiehhosS-Börjc, Eldena«: Str. 87.— Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr: Stadthalle. Kloslerstratze, Ecke Sttqlaner Strohe, Vortrag de» Herr» Ernst Däumig:„Katholizismus und Sozialismus". Harmonium. KeihnachiS- lieber.' Gäste willkommen.— Schachspieler. Dienstag'/,? Ubr im Lokal von Gütig, Renkölln, Donaustrahc 105, Schachveranstaltung. 1. Vortrag. 2. ProblemlösungSturnier. 8. Simullanspiel Während der Veranstaltung wird W, Dünnbier zwei Partien ohne Ansicht de« Brettes spiel«». Eine phänomenale Leistung der Gehirntechntk eines Arbeiters. Eintritt und Teil- nähme für jedermann frei. Wetteraussichten für da» mittler« Rorddeutschland bi« Sonntag mittag. Etwa» kälteres, wollige«, teil» anfheiterude« Wetter mit Schnee- und Regenschauern. JOSEPH BERGER& Co.. - 166 Oranien s Straße 166 empfiehlt zum Weihnachtsfest: Flügel, Pianos, Harmoniums auch mit eingebauten Spielapparaten (ohne Notenkenntnisse sofort spfelhar), neu u gedrsuokt. Eingespielte Yieiiien, Maideliien, Celli, Gitarren, Lauten, sowie alle Streieti- und Zupfinstrumente, Zithern mit ünierlegnoten, Ronzertzttiiern, Bandonien, Hand- und Mundharmonikas, Noten für alle Instrumente in großer Auswahl, Saiten, Utensilien etc. Opernhaus. Carmen. Anfang b>/, Uhr. Schauspielhaus. Maria Stuart. __ Anfang 6'/, Uhr. Direktion Max Reinhardt Ueutsches Theater. 7 uhr: Und Pipjia tanzt. Sonntag 7: l'nd Pippa tanzt. Kamm erspiele. 7 uhr: Adveat. Stg. FrQhllngs Erwachen. Abends 7: Adveat. <»». Mehaasplelhans 7»/,: Orestle(auB. Ab.) Stg. 2'/,: Orestle(N.-A. C, I.V.) Abds.T»/;: Orettie(auü. Ab.) Theater t. d. KOniggrätzerStraße > ,» U.: Schlott Wetterstein Sonntag Nachm.: Musik. (Klara: Maria Orska.) Abends:8chIol Wetterstein Mont.; Schlott Wettersfein KomOdienhaus •M Uhr: Sie. Stg. Nrn.: Llselott v.d. Platz Abends; Sie. Montag: Sie. Berliner Theater 7.i5 ü: Bummel= Studenten Stg. 3: Sterne, d. Wied, leuchten Central-Theatcr 7-/. uhr- Die FaseMfigsIee. Ilcntaehea Opernhana i: Wohlt.-V. Hinsel n. örefel. 7 uhr: la Traviata. Die Tribüne t'/s uhr:„Die WariliMig." Eden-Theater T't,.:„U. A. w. g." Sonnt. 3: Der Rcgiraentspapa. Priedr.-WUhelmat.Th. 3'/, Uhr; Peter und Paul. ph uhr: Oretchen. Kleines Theater. 7v. u.: Die inMirteFrau Kl. Mchansplelhaua. u? Albine uadAijust oder: Freut Euch d. Lehens Homlsrhe Oper zÄie: Dichterllebe Stg. 3llt: Schwanwaldmidel. liustaplelhaiis Arnold Rleck in: J�JerGreBstadt-livaller Xetropol-Theater. 7 Uhr: Sybill Sonntag 3 U.: Charleys Tante mit Thielscher Venea Operettenhaan. 'v,u.:DieDaievfiHZirkDS. Stg. 3'/,: Die keusche Susanne. MchlUer-Theat. Oharl. 3: Verschwörung des Flesco. iv, uhr: Der Meineidliauer. Thalia-Theater 77. u.t Die RänlNlie Uede. l'h. an» Siollenclortplat» 37, Uhr: Schneewittchen. 77. Uhr: Theater des Westens ■ Uhr; Max und Moritz. f/. u.- DleFraHimHenneliB 'onnt. Z>/,: Die lustige Witwe. thealer d. Prledrichstadt 7, uhr: Die Rutsetibalin. Wallner-Theater ihf Eine Ballnacht. lgI7<: Qelsha m.MiaWerber Residenz- Theater. ■Jachm. 4 Uhr, Kleine Preise: Ciünsel und Gretel. Täglich' ,8 Uhr: Evclien HmnbreGht. Sonntag 4 Uhr: Der gute Ruf. |Apoilo> Theater Dir.; James Klein J PriedrichstraBe 218 1 | 7 2Sonnt.31/tu.7<;!| Dezember 1919 f J Unübertreffliche« L Ivarlitö-Programml U a.: Lo Kittay der weltberatamtc GedankenUber- trager, macht ied. Menschen willenlos. Zum I.Male a. ein. Variclöblihne ans der V. Etage 4 Ruanbyi 1 Fliegende Akroba ! 12 Varleti-Sensatlon. 1 I Stg. 3*/,|. Erw. I K. fr.[ Volhsbahne JsSfoSk 3 Uhr: Götz von Bcriichlngen. 7 u.: Gütz von Beriichinp. Lessinj-Tlieater, Direktion; Victor Barnowsky. t»/. uhr: Pygmalion. Sonntag 77.: Pygmalion. Montag 7>/.: Pygmalion. Deoisches Kiistler-Tbeater Aka7.e uhrc:h Cyprienne. .....>. Gütz, Walter.) (Konstantin, Trianon-Theater. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise! 71 ax und Moritz. Täglich i/,8 Uhr: JHaskerade. Sonnt 4: Der Lebensschfller. ScbaH und Rauch Im Grollen Schauspielhaus Karlstr., Schiffhauerdamm. Paul Qraetz Charlotte Dorree Blandlne Ebinger Lala Herdtnengcr Hans Junkermann Q, v. Wangenhelm H. H. v. Twardowakl Frledr. Hsllaender Klabund Eröllnung 77.. Beginn 8>/, v. Walhalla-Theater. 7>'2 Uhr: Am goldenen Horn. Gasino- Theater Lothringerstr.37. TägLs/.8U.: Schniepels Lene Berliner Volksstück l. 3Aufi. Vorher erstkl. Spezialitäten. Viktor Lltzek i. d. Op. Sketch „BrwUcht." 5tg.37,: Einsauberes Kleeblatt ente Theater am Hottbuaer Ter. Tat: Uoritzplatz 14 814. Jed. Abend ühr: •SSnaer 9 ehem. MltgL der SteHimr unter. Sonnt nehm 8 Uhr ermiß. Preiseivoll Ahand-Preinara) 1 Und well* Rauchen gestattet i-K.Bzert Beg: 7.» Uhr. Vervwrkf. 11— IV, u. 4—6 Uhr. Gr. Weihnachts-Programm! Winter- Gaden 7.15 Uhr; Variete-Splelplaii Rauchen gestattet 1 CirtaiBasch T»gl.77„ Stgs.37, u. 77». Bisir.Zirkns-Prflgramffl >7 Orig.-Lasso-Sport- N ® Spiele rn Pierde.® Zum Schluß: TÄ0mm Aphrodite Morg. nachm. I elg. Kind fr. Märchen- lcsha|b>hHBl Pantom. ÄSCHCBttTOBCI. Der Vorverk. für alle vier Weib nachts.-Feiertage beginnt am Montag. m irtergeo, .PjF-RjK mif Bruf* 0«rR «s StCOW. ENALICH A wi i«r�m dh«rvorr0®«ntS oezEna.PROGR. ö«o 7� Reieteluül.-Titcalep Abends 77» Sonntag« und ffeiettaa» nachm. 3 Uhr: Stettiner Sander. SNU Rose-Theater. 37» Uhr: Aschenbrödel. 77, Uhr: Die im Schatten leben. KSSaSBSSSSSSSSS | Zentralverband der Angestellten! •]___ Bellealllancestr. 7/10.[( Bettnässen Befreiung sofort. Altjr u. Geschlecht ang. Ausk. umsonst Sanis Versand, München. Sonntag, den 28. Dezember 1919 * ❖ Kunftabcnd ❖ ❖ in der Stadthalle, Klosterstr. 47—59. Mitwirkende: Lamblnon,Quartett Rezitationen: Altred Bcierle Am Klavier: Theodor Fleck. Eröffnung 5 Uhr, Beginn 7 Uhr abends. 512 Eintrittskarten zum Preise von 2,50 M. sind im Ver- bandsburcau von 10—3 Uhr, Sonnabends von 10— I Uhr zu haben. Der Ritdungsauslchuß. Wiener Restaurant Inh. JOSEF ZOLLER Bcrlia-Charlottenbg., JoachimsthalerStr. 41 1 Fernsprecher: Steinplatz 8025* nahe Zoo) zwischen Kantstraße und Kurfürstendamm. ; Als Festgeschenk empfehlen wir! KodenStOCk8 Barometer In modernen runden nolzrahmen mit nur genau funktionierenden prima Werken Baro«Thermometer in Edelholzrahmen für jeden Geschmack Wetterwarten, Polymeter Eenster-, Zimmerfhermomctcr! .Ilaximai-, Minimalthermometer für Hausgebrauch und Landwirtschaft Unerreichte Auswahl la Jeder Preislage Optisch- oculistische Anstalt üosef KodenstochpSprlin ripziger Straße 101-102, Ecke Friedrichstral Friednchstraße 59-60, Ecke Leipziger Straße; Rosenthaler Straße 45, Nähe Hackescher Markt i ' Joachimsthalcr Straße 44, Bahnhof Zool. Garten i Verlangen Sie bitte unser Angebot: ».M WMtüLu. KR o ch fe in e dubectl aefäUtflev Ausführung, große« Formai, mit kprlng. >edei. reich gulllochlerc oollfomm. Oirian ttt nuete echt goib Uhren auf guten <8ang geprüft, lorocii Vorrat tili 90—, «lefelte ml Schweizer Wert» 05.—. «n größter Auswahl: L'hren, Kavalier- Uhren, Tnla-Uhrcn, Armband-Uhren, Damen-Uhren, JLenehtnhren ic. gut gehend— genau reguliert. E. Möbis, 14 SÄ 14 «.--* Im Laden. ßurzclt tetn verfand, verkauf Zahn 5 M. und höher, in Platin u. Gold bis 1000 M.* DIvsASm Gramm 100 M. u. höher. Mal-Breim- ""mAlfl stifte, Kontakte, Krambons, Drähte. Tiegel. alter Schmuck usw. Höchste Preise. "lilH£mU Teichler, BcllciUltccepiiuOs�Lprt In BnlläntCllf goldenen Herren=u. Damenuhren, = Schmucksachen= Fugenlose Trauringe (Jede Preislage I— Eigene Fabrikation I) KOKOSKI, Berlin, Brunnenstraße 168. Speziell Mtii �-U flutocühlfeaj I J auf öaiutSabwf« tsr OHuJüf» Jogomj CScom.06 fSS, fainyt tn jedes 75mi9Ii)T» ouf TDunfcb �—"--- h ohne Scnifsftömng bc- �- seitigenHaut-,Har«- VT) u. HutcrleibOlcibf n, f c�PTT/L�j�- Qnts andere versagte. Reine Einspritzungen. Natura-Jnstitut. �"w'ng.� Blücherplatz B(btreft am Halleschen Tor). Sprechstunden von 10—1, 4—8 Uhr u. Sonntags 11—1 Uhr. Blut-, Born-, Sputura Rntcrfuthungcu nfw. Amtliche Berawng oder fchristliche Auskunft kostenlos. Ertraansertiguna fonfnrrenz- fos vierhnndertfiinfzig Mark in- infolge enorm billiger Oirosteln- fiwfe erstklainger Stoffe und Futterstoffe, ibarautie für tadellosen Sitz! Antue Ru«, gegen» über Bahnhof Alepanderplatz, Dircksenflr stinfunbzrvanzig. Keschüstszeit zehn bis sieden, Sonntags geöffnet. Montags geschlossen, VSf. Motz. fchueiborcl, gegründet 1892. MUSIKALIEN I N STRU MENTE ---- SAITEN------ bestan-dteile GRAMMOPHONE PLATTEN- NADELN PIANOS- FLUEGEL HARMONIUMS Reparatur- Werkstatt MUSIK-SCHOLZ BKRI-IH O 3 4 FRANKFURTER ALLEE 337 ALEX. 4180 BERLIN- LICHTENBERG FRANKFURTER ALLEE 267 ALEX. 4180 BERLIN- SCHÖNEBERG HAUPTSTRASSE 9 »1 STEPHAN 9090. Schwere letteGänsetis"«. Stückenfleifch..... Pfd. 8,50. Prima fettes siiegenfl.„ 8,«.). Fette ziegenteuien Pfd. 9,50 au. Prima fetteMaftent.„ OJK)„ Mastputen...... 9,95» Fetie geroucherteNügenwaider Spickdruft.... Psd.29,9». Fette gr. gerih:ch.Rcul.„ 19Zö. Beriin, Belle- Alliance-Str. 98 EHarloltdg., Rais.-Fried.-StrrtZ, Wilmersdorf, Bernhardstr. Ida. i Die neu« sozialistische Zeitschrift WWW „DER FIRN" 1 Sozialistische Rundschau über das politische, wlrt- schädliche und kulturelle Leben. Erscheint halbmonatlich Inhalt des erschienenen 6. Heftes; Hase und Swin- [»gel(Unabhängiger Parteitag). Arno Franke, Das J Buch Kautsky. K. B. Wolfsdorf, Eine Fürstenfronde JW-CRen den Kriegs-Relcnstag. Fritz Naphtall, Das Be- 1 iriebsrätegesetz, Dr. John Schlkowskl, Max Klinger. i Fritz Mielert, Das Betnebsrätcgesetz. Ferner:„Blicke i vom Firn",„Die Zeitungspost" und„Neue Bücher". Vlerleljährllch(6 Hefte) 5,50 Mk. Einzelheit>.— Mk.— Probenummer kostenlos. Parteiorganisationen erhalten„Der Firn" als Vereins- Ausgabe erheblich billiger. .,Der Firn" Verlag, Berlin- Halensee von 300 Mark an I-d. 2-SlultBn-Einriclitnnp � Bar oder Kredit! "t# Möbel-Qross GroBe Uranklnrter Str. 141 InvalldeiiHtr. 5, Elng. Acfcerttr. Zahlungsbedingungen nach Wunsch. Größte Rücksicht bei ArbelUlosigkelru. Krankheit. k Kriegsanleihe u. Sparelnlsz. nehme In Zshluni V ans rein orientsiisch. hellen Tadak v. 220 M. p. 1000 Stüd an. Sieks Türken 1000 Siek. ZK. SSV. Lagerbesuch lohnend I U MM. -■--——- Heißgetränke(alkoholfrei) mit Rumpunsch -Aroma, Liter 3,50 M.(inkl. Steuer). Glühpunsch -Aroma, Liter 3,00 M.(inkl. Steuer). Das täglldK Getrink in iedem ßausbalt. !! Kein Zucker erforderlich!! I Teil Extrakt, 2 Teil« siedendes Wasser ergeben 1 ein herrliches, süßes Getränk. Berlin K, Oranien- 1 burfger Str.<16. Verkaufsstellen: Oranienatr, 67, 1 Andrcasstr. 78. 1 Chaussestr. 76. Potsdamer Str. 76; Birkenstr. 28. Nowawes, Lindensraßc 7t.| Spandau, Brückenstr. 4. Petersburger Str. 4 a. ( Versand In Korbflaschen von Z, 10 und 25 Litern.| Diese werden frei zum vollen Preise zurückgenommen. KsKrömer,1 5 Jhöoc Stellenangebote J Beisende sucht Zlgarcttcnlager Ilergmannstr. i. für mein Zlgaereugefchiiff am Hermannplatz per sofort gesucht. Nur schrifttiche Be- Werbungen mit GehttUsait- sprudicn»ndsieugnisabschriften an B. PuB, verli» C 2, Htralaner Str. 28. 183/11 Werkmeister. Chem.-tcchnlschc Fabrik In Schweden sucht einen mit der Herstellung von Präparaten für Schuh- u. Lederindustrie nebst Gebrauchsartikeln durchaus vertrauten Fachmann. Nur tüchtige Krältc, diu In der Lage sind. die Arbeit zu leiten, wollen sich bewerben. Angebote m. Angabe v. Lohnansprüchen u. Zeugnisbeschr. an A/B., Kern Tekn. Fabriken fiten- hocken, Hälsingborg, Schwei. 5Em$eBF® für drill, bnut ill. Familien- Zeitschrift ges. Angebote u. B. N. Z. 40 an Haasenstein ft«ogler, Berlin W.35. 25/4 für nachunttaa s. TZarfOinorie Schert, Ioad)tmsthai«r Str. S. ISA. ümvisel auf Barockleisten sucht für dauernd Gubener eeisten- «nd»uhmenfabrit, Tuben. SSnMltit« nach Görlitz bei hohem Lohn gesucht. Melden Ttugel. Beriutt Vratsienstr. 22. 12723) AltseMWnll in u aufi. d. Hause verL»>«fe» & Aeumnnn, kapern itusstr. 85 Tüchtige Putzzitarbeiteriunen suchen dei hohem Gehalt unk dauernder Stellung TNerte« & So, Lindcnstr. 85. 73/3 | Stellengesnche TiielitigeReineiüaetieiruieii, Waschirauen. Auswart erinnc» und Ausyilssmiidchcn im Ar» deitonachweir her Stadl Berlin, Gickihornstr. 2(Liitzsw 8753), f lgerstr.ll(gentrnm tiviW, nnlstr. 1(Moadit 9434), elle-Aliinnee-PIaB 6 (Moritzvlatz t«»«). aeppenstr. 1 sAlerander22»6' Gormunnftr. IS(Rdn. 3733). StölM 8-7 Uhr.' Größere Lokale! Mein-, Bicr- Lokale, Hotel-Reslaurants, Ztadarclls,«Vartenlolale, Renndaftn- Reslaurants von mindestens M) gm tonneil durch epochale Neuheit ihren Umsatz vcr- Vielsachen. Vermittler erwünscht. Austunft erteilt Serbcrt Kanzler, Berlin W 50, Kulm- lachet Str. 13. Amt Uhland 2230. 8-12 vorm. OReiIllHJlllflUlllKtll.MttWtlltMtR DeDtKdMS Ortsverwaltung Berli«. Tonntag, den Sl. Tezember ISIS. vorm. 1« Uhr, im„Deutschen Hof«, Lnrtaucr Ztr. IS: aller Vnmlhell. Tagesordnung: I. Freie»ewerkschaften, Betrieb-. organisationen und Syndikalismus. Ref.: Gen. F. Heck er t, I Chemnitz. 28/6 2. Teuerung und Wirtschaftsbrihilf«. «W" Das Erscheinen aller Kolleginnen und Kollegen er- wartet bei dieser wichtigen Tagesordnung "Die Ortsverwaltung. Verlangen Sie .Vioparfa Parfüme sowie erstklassige kosmetische Präparate ViolaParfllinenWalirto Zahnpasta Ehlenbeck-Kautabaflc\ 184/16* aus reinem Uebersee-Tabak mit prima Friedensdeize her- M Rauchtabak rein Ueberse». khlevbelk& Beöet.\ Fabrit lNiederlage: Berlin W, Eptchernstr. 22, Haltestelle I Nürnberger Platz(Ausgang Spichernftratze) der Unter- d grundbahn. Fernsprecher: Pfalzburg 3904.• DUM- Anfragen und Auftrüge aus Berlin werden aus- schlietzlich von der Berliner Fabrikniederlage erledigt. tw i MklWllU Kleinste Anzahlung— Bequemste Ab- Zahlung— Größte Rücksicht. Einzelne Möbel gebe bereitwilligst ab. Bei Barzahlung bedeutende Preisermäßigung. M. Landwehr Müllerstraße 7, eine Treppe. Kriegsanleihe nehme in Zahlung. Tonutago geöffnet. Cieokknet von 8—6 Uhr. Besonders vorteilhaftes Speisezimmer 1 Büfett Eiche 1 Kredenz„ 1 Ausziehtisch„ 6 Stühle„ Mark; 3750,4500,6800 etc. Herrenzimmer 1 Bibliothek, Eiche 1 Schreibtisch, 1 runder Tisch„ 1 Schreibsessel„ 2 Stühle„ Mark: 3650,4875,6750 etc. Sehlafiimmer 1 Schrank mit Spiegel 1 Waschtoilette mit Spiegel und Marmor 2 Nnchtschränke mit Marmor 2 Bettstellen 2 Patentböden* 2 3teilige Auflegematratzen mit Keilkissen 2 Stühlo 1 Handtuchhalter M. 2150, 2975, 3250, 4350 etc. Ständig große �Ausstellung von Berrenzlmmern.SpEiseziniineni.SElilalziinnien!, Woimsalons, Wohnziminern, Kiictien, Bleien ete. Leder-Möbel— Gobelin-Sofas und Sessel. Hervorragend schöne, gediegene Ausführungen :: einfacner, mittlerer und elegantester Art= Teppiche' Kronen/ Kristall/ Porzellan. Berlin C, Dircksenstr. 51 am Bahnhof AlexanderpL, Ecke Königsgraben Die Acantcn- und Sterbetage der Schuhmacher n. Beruf.- genossen verliu» V. a. ffl. Sonntag, den 25. Jan. 1910 nachmittags 4 Uhr Alle Zokobstraste 89, Qu. I Tagesordnung: 1. Bericht des Vorfitzenden. 2. Bericht des Kafflerer». 3. Dis- kussion. 4. Wahl des Borstandes. 5. Wahl der Rechnungsprüfer, der Krantenbefucher, des Schiedsgerichts. 6. Innere Kafienangelegenheiten. Z71b Mitgliedsbuch legitimiert. Oer varftand. F. Latz, Pars.. Watcrloonferg. Elektromolore Gleichstrom:: Drehstrom kauft f* Berlin W 9, Llnkstr. 10. Tel. LUtzow 3705 und 8518. ü.'Geld!!! Teppiche, Bücher usw. Wolff, Frledr)chstr.41 III. Ecke Kochfir. Rhein-, Mosel-, Nahe-, Badische, Wurtt, Franken- Weine Süßweine Burgunder Bordeaux Liköre Spirituosen ' Spez.: Echt Sthnm. Klrsthnner zuckergcsoBteSchaumweine yy Champagner -'Auf Wunsch Preisliste oder Vertreterbesuch Blgene Schmelze— Direkte Verwertung. HöchstePreise überTageskurs zahlt für Tiegel; Schalen Schmucksachen Brennstitte; Zahnstifte Blitzableltcrspitzen Platin Schalen: Brem Sachen: I Gold chmuck: Zahngc Silber Barren: Münzen; Abfälle: Bestecke: Löffel Barren: Münzen: Schmuck; Zahngold: Bruchgold Gegr. 1903 nur Gegr. 1903 Metallkontor Berlin SW 68, Alte Jakobstr. 188, Hallesch. Tor Telephon: Moritzplatz 12858 Tetegramm-Adresse: Metallkontor Berlin SW 68. Eigene Schmelze— Direkte Verwertung. Spezialarzt Dr. Hasche Sprechstunden 10—1, 5—8. Sonnt. 10—1. Teilzahlung> gestattet. ZMMrM 90 Hh Spezial-Betiandlung KOhn �"«1 iniiHicctp 15 I Ecke Breslauer Str., dicht am Schles. Shf. Älllircoosir. 10, I Sprechz. 10—12, 5—7, Sonnt geschlossen ■ Harn- und Blutuntcr.uchuncen.i Platin!: Zalmoeblsse Zahn bis 75».! Gold! Silberl MQitfenl SalpeteFsaures Silber! Quecksilber!; 1 GIDhstnimpfasche! Stanniolpapier! Kupfer! Messing etc. 1 Sämtliche Metalle zu höchsten Tagespreisen kauft | Edeimetall-Eiokaufsbureau, Weberstrafle 31. � •••••»••»»»••••>•••••••••• Qnkauf von bedeufendern _£ t*l 1 1 0#1 f~und Perlfchmuck zum heutigen hohen Kurs Margraf&C9hn Kanonicrstr. 9. Platin Gr. 123 Zahngeblsac, Brennspitzen, Platinkontakte Gold, Silber, LUV3 IV r/e� Silbergeschirre, Bestecke MchinuebgreigenMttlnde, Brillanten Bosch- ZUndapparaie kaufen frimiliniiPh t Tn Berlin S, Kommandanteastr. 29, I. rncuiinoer« ID., Telephon: Moritzplatz 5722. Pianos! Harmoniums!* gebrauchte und neue! Große Auswahl! Teilzahlung! PlaN»�aadlUa��8b«n�ra�»�l0��� KriogMnlaids wird zum Kurse von 83% In Zahlung genonmonl Sonntag geöffnet von 1-6 Uhr Prachtstücke: Entzückende PelunSntel 3200, 3800, 4900, 5600, 6500 Wandervolle Plüschmäntel 550, 780, 910, Seal 1215, 1580 Ulster 68, 85, Modelle 155, Kostüme 78, 119, Modelle 358 ImprlgB. Seidesmistel 163, 238 GnansiMiat«! für Herren und Damen, 13t, 161, 215 Tssz- und GeaellseWtakleider, darunter Modelle, 250, 375, 525 StoHrScke 33 AstrackaD-Hohirmäiitel au! Herrenclothfutter 250 Seidenrocke 78, 115 Sportjacfaen, grün, rot, 78 Konstseidene Strickjacken 145, 235 Westmann 1. Geschäft: Berlin W 8, 2. Geschäft: Berlin NO 18, Mohrenstrasse 37 a Gr. Frankfurter Str. 115 Sonntag gnöffnnt 1— T Uhr älllllinilllllillillllllllllllUllilllllllllllHllilllUIIIUIIIIIittllllllllllllllllÜlirKllillllllllllllllRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIillllinillli -m-peeto 7//#/////&///////4/m is B E' FL L! N* W | Die Schaufenster unserer 20 Geschäfte zeigen| I nützliche Geschenke für Gesunde und Kranke 1 | W 85, Am Karlsbad 15 W N., Friedrichstraße 105c W N., Brunnenstraße 171 U NO., G r.[F rankfurter Straße 94 D NW., Rathenower Straße 5 W W., Potsdamer Straße 5 D W., Kurfürstendamm 25 H S., Kottbuser Damm 65 s SW., Belle-Alliance-Platz 2 B W., Tauen tzienslraße 6 W W., Martin-Luther-Straße 97 Charlottenburg: J Berliner Straße 137 W Wilmersdorfer Straße 73 Ulli Steglitz: Albrechtstraße 1 Schöneberg: Hauptstraße 31 Grunewaldstraße 47 Friedenau; Rheinstraße 21 Halensee: Kurfürstendamm 125 Potsdam; Brandenburger Straße 26 Spandau: Neuendorfer Straße 5 liltllllllllii..|„,|„|| Zigarren g.ranttert rein Ueberfee, m jeder Preislage ständig größtes Zager auch in Aehersr.- Bauch- und ftoufobafen. Ziaarren Spezial-Engros Hans Neukölln, SBcfetilr. 808. 24/19 JCSbel liefert gegen bar und auf Teilzahlung zu mäßigen Preisen. Bürgerliche WohnuiigseinriclitungED Wohnzimmer, Schlafzimmer, hipelaezimmer, Herrenzimmer in großerAuswahl Einzelne Köbel Farbige Küchen Leiser Lothringer Str. 67. Morgen Sonntag Ton 12—6 Uhr geöffnet. M! ZW! NtWtlM! alle Legierung., je deMenge, zu hächstemTages�reis taust Ed. linelall- Einkauss- bureau. Weberst.aße 31 («lex. 4243,. Zigaretten Pro Mille von M. KZ0.— an Mm■matt tI!- an mm(prima Qualität) Hflüdltflfjflt(rein Ueberfee) Best« Bezugsquelle f. Gastwirte I.. Manbeimer, Berlin, Bergmmnttr. 1(n.Kreuzberg). jLeder- IMöbel- [Fabrik jeK Quant,�taust�. Hächsstir-Is. «?Ir�Ähönt�>nser�Str?Ä. verkauft direkt ohne Zwischenhandel Klubsessel and Leder-Sofas in pr. garant, echt, Leder i zu billigen Preisen. Curt Roeder Innungsmeister Berlin SO 26 Oranienstr. 25. W RöuJttabök ({liefert ständig "EXPORT� IMPORTSK Benlin WS7 . Bölowstr. 64-2 Präsentkistchen 25 Stück von 20 M. an Goldflake— Gold- stripe Dicke Türken sowie deutsche Marken. Nordhäuser Kautabak i. Roll. u. Stang. an Restaurateure, Kantinen etc. Zlgarren-Haus Gebr. Schanzer, Friedrichstr.243(Hall.Ton Alex«nderstr.9(N.Pol.-Pr.) JVISbcl liefern in guter Ausführung zu soliden Preisen gegen bar und auf bequeme Teilzahlung Bürgerliche Wohnzimmer Schlafzimmer Speisezimmer H errenzimmer in jeder gewünschten Holz- und Stilart Einzelne Möbel Farbige Küchen in großer Auswahl. Gebr. Kassner Hloistr. MdertÄ Gekaufte Möbel können kostenlos lagern. Morgen Sonntag von 12—6 Uhr geöffnet. Ich brauch keine Seife, die kostet zu viel. Schneeweiß wird die Wäsche nehm ich BORAXIL Marg. Herrendorfer V. Preis 20 Mark. liefert gegen bar ond auf Teilzahlung zu billigsten Preisen; Wohnzimmer Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer KarbieeKUchcii Kinzeine Hobel Größte Rücksichtnahme Liefere auch n. auswärts. Kriegsani, nehme in Zahlg. MöbelCohn Gr. Frankfurter Str. 58 S Min.vom Alexanderplatz. Filiale: Badstr. 47-48. 5 Min. v, Bhf. Gesundbr. WAREN Export Eiigros Einzelverkauf wie alljährlich preiswerte« Angebot in Kraxen, HufTenund Pelzhüten* Fuchsgarnituren in großer Auswahl ReparaturBD nUniartieiiiing prompt und billigst Ad. Abrabamsohn Nachfg. 261 Neue Königstr. 261 Küchen in allen r'arben, M OKA 7teiIig,nt.Rahm. m- üJU 7 teilig, mit An- M K7K richte..... mJlil Gedieg. Verarbeitung. Auf Wunsch Zahlungserleichterung. Sfolzmann Belle Allianccsfr. • lOO' Reaktionärer Llebermut. Im NatilM�lveÄbsnd deutscher LTsizicre hielt am Freitag- abeno General Dieckhuth-Harrach die übliche Preuhenbundrcde uird g»b seinem A erger über SrzbergerS Beurteilung des alten Preußenregimeö Ausbruch das den Haß der Welt auf unS geladen lmt. Er hofft, ein frohes Geschlecht glücklicher Entel werde den preußischen Adler wieder der Sonne entgegenfltegen seihen. Noch einem Referat des Baltikumers Oberleutnant Graf v. d. Gold, der iich nun schon offen hervorwagen darf, nach allem, wa» un» das Baltikum-Abeitteuer an Ententestrafen und neuer Blockade ein- gebracht hat, wurde„festgestellt", daß die deutsche Staatsrcgierung auch in der baltischen Angelegenheit die deutschen Interessen schmäh- Iich im Stich gelassen habe! Man sprach den zurückkehrenden Bal- irkumkämpsern Dank und B ertrauen aus und bedauerte, daß auch hier wieder deutsche Männer, die Blut und Leben eingesetzt haben, um der Wiedergeburt Deutschlands einen neuen Weg �u bahnen, von einer unfähigen schwachen Negicrung auf Geheiß unserer Feinde treulos verlasset» worden seien. Schöne Nationale, die den Einmarsch der Senegalesen in die Heimat der Räumung des lettisch-litauischcn Fremdlandes vorgezogen hätten? hdfferich hätte brummen müHen! Der zweite Unterausschuß des parlamentarischen Unter« silchungSauSschusse« hat auf die Beschwerde deS Staatssekretärs a. D. H e l f f e r i ch folgenden Beschluß gefaßt: In Erwägung, daß zur Entscheidung über die Beschwerde der zweite Unterausschuß des parlamentarischen UntersuchungS- auSschusses ausschließlich zuständig ist, daß in beiden Fällen, in denen eine Strafe wegen FeugniS« Verweigerung festgeietz« ist, eine Zeugnisverweigerung vorliegt, daß jedoch in dem zwetien Falle nicht«ine Geldstrafe. iondern nur dtr ZwangShast gesetzlich zuläistg gewesen wäre, eine solche nachträglich aber nicht sestgeietzt werden kann, hat der zweite Ausschuß den folgenden Beschluß gefaßt: 1. Tie Beschwerde wird zurückgewiesen, soweit sie sich gegen die an, IS. November 1919 festgesetzte Geldstrafe richtet, da auch Gründe nicht vorliegen, die Strafe zu ermäßigen, 3. die am 17. November 1919 verhängte Geldstrafe wird auf- gehoben. Der Beschluß ist gefaßt mit 4 gegen 2 Stimmen bei einer Siimineiithaltung._ Linksunabhängige Gefangenenfreunöschast. Der Abgeordnete Keenen-Halle, Mitglied des Vorstande« der U. S. P., leistete sich am Donnerstag in der Nationalversamm« lung bei der Kundgebung für die deutschen Kriegsgefangenen eine Demonstration. Die gesamte Nationalversammlung hatte sich erhoben, K o e n e n blieb demonstrativ sitzen. Die anderen Unab- hängigen waren ausgestanden, nur Koenen nicht. Abg. Wurm redete eindringlich auf Koenen ein; erst zum Schluß erhob fich Koenen halb und legte sich mit den Armen auf sein Pult, um ja nicht aufzustehen. So ehrte Koenen unsere Kriegs- gefangenen. Es ist die ärgste Beschimpfung unserer Gefangenen. die ein Deutscher ihnen zugefügt hat. Die rheinische Bewegung. Den P. P. N. wird aus Frankfurt gemeldet: Aus fast allen Orten des französischen Besetzungögebietö wird von einer leb- hasten geheimen Tätigkeit der Leute um Dorten be- richtet: So hat in den letzten Tagen in Köln, Koblenz, Wies- baden, Trier und mehreren Orten de» Rheingaues eine Reihe der- traulicher Besprechungen stattgesunden, von denen man nur erfahren kann, daß entweder Dorten selbst oder einer seiner Ver» traue nsleute daran teilgenommen habe. Die bisher� durch unsichtbare Fäden zusammengehaltene Organisation scheint nunmehr in die Oeffentlichkeit treten zu wollen. Außer in Wiesbaden und Köln ist dieser Tage auch in Koblenz ein Zweigbureau der Rheinischen Volksvereinigung, der neuesten Dortenschen Gründung, eröffnet worden. (das Wiegenlied, das an den Vater im Saal der Vieltausend Menschen denkt, die ihren Kindern Blumen und Sonne träumen; das Lied vom Vogel Widuwit. der in den Zweigen des sounen- armen Baumes tm Hose singt). Die vierte Reihe aber besteht ganz aus Liedern und Lehrversen, die dem kindlichen Sinn den Weg weisen wollen, den sozialistische Ethik baut, den Weg zum Edlen. Hilfreichen, Brüderlich-Veriräglichen. Die Kinderbücher auf für diese schöne Gaben, auch die Bücher der Schule! Mit dem Sinn- spruch.Saat und Ernte" schließt Schönlanks gutes Buch: Kinderberzen sind das Feld. Das die jüngsten Saaten trägt. Grünet, blühet eine Welt, Die sich nicht mehr haßt und schlägt. Haltet Euch von Zwietracht«in, Daß Euch möge Ernte sein. frd. Albert MattauschS Musikdrama Graziella, da? im Magdebur- der Stadtiheater erfolgreich uraufgeführt wurde, vertont einen Tex; von Max Kempner und Ernst Bethgc. lieber Werk und Aufführung wird uns geschrieben: Mattausch, der schon verschiedent- Iich mit Musikdramen, Opern und Operetten hervorgetreten ist, hat sich mit diesem neuen Werk zu der neuitalienischen Schule bekannt, die in d'AIbert ihren deutschen Vertreter gefunden hat. Aber während d'AIbert sich ganz dem Jahrwasser der Italiener hu'gibt. ist das Bestreben MattauschS darauf gerichtet, dem stark verr.ischen Drange zu widerstehen. Der Handlung angepaßt, wechselt starke, fast aufreizende Dramatik mit einer äußerlich zurückgedämmten Glut innerer Leidenschaftlichkeit. Vorteile seiner Musik sind die Sangbarleit seiner im Volkston gehaltenen Melo- dien, die vorbereitende Phrase im Orchester, die ökonomische Nutz- barmachung deL Solo-Personal» und eine glückliche partielle Ver- Wendung des Gesamtchors. Bedingt wurde der Opcrnstil MattauschS durch die Holzschnitt-Monier der Handlung. Sinnliche Liebe und tödlicher Haß sind die Beweggründe der Handlung, sie, am Aetna spielend, skizzenhaft schnell vorüberzieht. Die Uraufführung war von Direktor Vogeler sehr treu dem Milieu angepaßt und typisch eingerichtet. Der Komponist leitete sein Werk selbst. Stürmischer Beifall folgte den Akten._ p. Theater. Else Lehmann beginnt ihre diesjährig« Tätigkeit an den Meinhard. Bernauerschen Bühnen Ansang Zanuar. Richard I. Eichberg, der ausgezeichnete MusltpSdaqoqe und Musik« schristiteller, eine nambaste Persönlichkeit im Berliner Musikleben, ist am Dienstag abend nach längerem ichwcrcn Leiden im 65. Lebensjahr« ge« starben Er war Schüler von Mbert Lölchhorn und Friedrich Ktel, widmete sich last ausschließlich der Mufikpädagogtt. war aber auch am den Gebielen der Kammermusik, der Vokal- und Klaviermusik schöpleriich täiig. Vlies«nd Neues über die Luftpiimpe. Heber dies Thema spricht im Austrage der Preußischen Akademie der Wissenschaften heute abend T'/j Uhr, im Physikalischen Institut der Hniversitüt, Reichstagsuser 7/8, Professor Dr. Rubens. Mit Experimenten. lieber Rhythmik und Stil der Lyrik wird Dr. Artur Michel w der Berliner Sezession, Kursürstendamm 282, In zwei zusammenhängen- den Vorträgen gm 8. und 15. Januar, abends 8'/, Uhr, sprechen. Tas KönigSbergcr Schloß alS Museum. Der Ostmarkenverein bat, wie wir hören, an die preußischen Minister sür Wisienschaft, Kunst und Volksbildung und der Finanzen, sowie den Oberoräfidenten für Oschreiiße» eine dringende Eingabe gerichtet wegen Erhaltung deS Königsberger Schlosses und seiner Am-gestaUung zu einem Prootnztakmusewn jür Ost- Preußen. Zum Wiederaufbau der Reichsbetriebe. Die Konferenzder Angestellten- und Arbeiter- Vertreter der ehemals militärischen ReichSbe. triebe beschäftigte sich am Freitag mit der Frage des Wie- deraufbaus der Betriebe. Dr. B e ch t, der als kauf- mänmschcr Leiter der Ntaschinenfabrik des Spandauer Werkes drei Monate vorgestanden hat, hält die gegenwärtige technische und kauf- männische Organisation der Spandauer Werke für unzweckmäßig und machte Vorschläge zur Umgestaltung der Organisation.— Ge, nasse W o l d t, Mitglied der Preußischen Landesversammlung, be- tonte, daß die Staatsbetriebe nicht dem Privatkapital ausge- liefert, sondern im Interesse unserer Wirtschaft der Allgemeinheit erkalten und umgestellt werden müssen, daß dabei aber mancherlei Widerstände zu überwinden seien.— Einige Redner aus den Span- dauer Betrieben führten Euizelfälle an. die dafür sprechen, daß die Lettnug der Werke in Spandau keineswegs einwand- frei zu sein scheint. Unter anderem wurde angeführt, Jagd- g c w e h r e würden— wahrscheinlich weit unter den Herstellungs- kosten— einer Großfirma für 189 Mark das Stück verkauft werden, daß diese Firma dieselben Gewehre daL Stück zu 600 M. an Händler abgibt, die sie für 800 bis 1000 M. an di« Kunden ver- kaufen. Im Spandauer Werk hergestellte Stühle werden das Stück für 42 M. an den Großhandel geliefert, im Ladenverkauf kosten sie 105 M. Arbeiter und Angestellte deS Werkes, die für den eigenen Bedarf«inen solchen Stuhl von der Werksverwaltung kaufen, müssen ihn mit 7S M. bezahlen. Der dcutschnationale Abgeordnete Koch, Mitglied des parla- mentarischcn Beirats für die Reichsbetriebe, sagte, der Ausschuß sei der Meinung, die Verwaltung der Reichsiverke müsse anders wie jetzt gehandbabt werden. Der parlamentarisckie Beirat müsse bestimmungsgemäß ztvar in allen»vichtigen Angelegenheiten ge- hört werden, er habe aber keinen Einfluß darauf, daß die oon ickln geforderten Maßnahmen auch ausgeführt Iverdcn. In einer Reihe von Fällen habe die Hauptverwaltung wichtige Anord- nungen durchgeführt, ohne den Beirat zu hören. Es werde davon gesprochen, daß für die Reichsbetrlebe ein AufsichtSrat gebildet werden solle, so daß dieselben als im ReichSbefitz befindliche Aktiengesellschaften betrachtet werden, als deren Vorstand die Hauptverwaltung gilt, die dann unter Ausschaltung der parlamentari- scheu Kontroll e. wie jeder Privatbetrieb arbeiten könnte. Das dürfe natürlich nicht gebilligt werden. Eine Resolution wurde angenommen, die unter anderem besagt: Die Konferenz vermag weder der Hauptverwaltung der Reichs- betrieb« das Vertrauen auszusprechen noch die von ihr angeordneten Maßnabmen zu billigen. Der Beirat der Ratio naiver- sammlung für die Reichsbetriebe wird aufgefordert, für Abhilf« zu sorgen. Die Feststellungen des Sachverständigen D it t m a r bieten Material für die Erfüllung dieser Aufgabe. Die Angestellten« und Arbeitervertretungen sind bereit, weiteres Mate- rial zur Verfügung zu stellen. Solange das bisherige System in Verwaltung und Betrieb besteht, ist cS unmöglich, die bestehenden, das Nationalvermögen schwer schädigenden Verhältnisse zu ändern. Folgend« Forderungen sind unverzüglich durchzuführen: 1. EntMilitarisierung der Betriebe. 2. Leitung der Verwaltung nach kaufmännisch-industriellen Grundsätzen. 3. Ab» schaffung der kameralistischen Buchführung, Ein- fübrung«iner kaufmännischen Buchführung. 4. Umstellung der Betriebe auf industriell-technischer Grundlage. 5. Mitbestimmung und Mitwirkung der Vertre« tung der Belegschaft in der Verwaltung und im Betrieb.— ES ist endlich festzustellen, welche Betriebe in Reichs- regle weiterbetrieben werden sollen, damit daZ Gegeneinander« arbeiten der drei Abteilungen des Reichsschatzamtes aufhört. Stach einer Besprechung über Lohn- und Akkordarbeit ivurde eine Kommission mit der Ausarbeitung eines Manteltarifs beauftragt. Zur Frage der Beschaffungsbeihilfe äußerte sich unter anderen Rednern Genosse Stahl als Mitglied des parla- mentarischcn Beirats. Er sagte, die Tätigkeit des Beirats werde von anderer Seite so beengt, sa geradezu sabotiert, so daß die Mitglieder des Beirats beabsichtigen, in der nächsten Sitzung ihre Ma ndat« niederzulegen. Da die Reichsbetriebe immer noch Zuschüsse erfordern und die Gewährung einer BcschaffungS- beihilfe, wie sie den Eisenbahnern zugebilligt ist, eine Ausgabe von SS Millionen Mark verursache, sei die Bewilligung der Be- schaffungSbeihilfe von den zuständigen Instanzen abgelehnt worden, weil sonst eine endgültige Schließung der Reichsbetriebe die Folge sein würde. Den Arbeitern müsse aber statt dessen eine wesentliche Lohnaufbesserung gewährt werden. Nach längerer Diskussion wurde Einstimmig beschlossen, die parlamentarischen Vertreter zu ersuchen, daß sie ihren ganzen Ein- fluß geltend machen für die Gewährung einer Beschaffungsbeihilfe. wie sie die Arbeiter anderer Staatsbetriebe erhalten heben. Genosse Stahl derfichcrte, daß er im Sinne dieses Beschlusses wirken werde. Rückkehr aus Frankreich. Durch die Zeitungen geht die Nachricht, daß die Antwort- note der Entente auf die letzte Note der deutschen Regierung vom 15. Dezember fertiggestellt sei und daß diese Note die Zusicherung der Rückkehr der Kriegsgefangenen und ein Verzeichnis derjenigen Personen enthalte, die sich nach Ansicht der Alliierten während des Krieges Verbrecksen zuschulden kommen ließen und deren Auslieferung von den Alliierten gefordert wird. Der„Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen" möchte zu dieser Nachricht ausdrücklich bemerken, daß kein Grund dafür vor- Händen ist, befürchten zu müssen, daß etwa die Frage der Rückgabe unserer Gefangenen von der Auslieferung dieser sogengnnten Schuldigen abhängig gemocht werden könnte. Ebensowenig ist es unseren Gegnern möglich, die Rückkehr unserer Gefangenen aus Frankreich von der Gestellung freier deutscher Arbeiter im Wiederaufbaugebiet abhängig zu machen. Der französische Ministerpräsident Elemenceau hat selbst noch in biesen Tagen erklären lassen, baß er an eine solche Verquickung der Gefangenenfrage mit irgendeiner anderen Frage gar nicht denke. Mit dem Inkrafttreten des Friedensvertrages muß und wird auch die Heimbeförderung der deutschen Kriegsgefangenen aus Frankreich beginnen. Die einzige Bedingung, von der die Rückgabe unserer Gefangenen durch unsere Feinde abhängig gemacht werden könnte, ist von der deutschen Regierung erfüllt:„Alle in Teutschland kriegs- gefangen gewesenen feindlichen Staatsangehörigen sind von uns zurückgegeben worden". Eine neue Verzögerung in der Herausgabe unserer Ge- fangenen wäre eine schwere Rechtsverletzung durch unsere Gegner, die nach deren eigenen Erklärungen nicht zu erwarten ist. Churchill teilte im englischen Unter hause mit, daß die deutschen Krieasgefangenen in Britisch-Jndien ungefähr am 24. Dezember Indien verlassen»erden. Die Kriegsgefangenen in Malta sind bis auf 10 Kranke bereits in die Heimat gejanöt worden. vor dem endgültigen Friedensschluß. Die Pariser Verhandlungen zwischen Deutschland und der Entente scheinen, wenn man den Pressestimmen folgen darf, sich günstig zu entwickeln. Offenbar ist auf Seiten der Entente ein sehr starkes Bedürfnis vorhanden, den latenten Zwitterzustand zwischen Krieg und Frieden bald zu beendigen. Man glaubt, daß noch im Lause dieses Monats alles so weit geregelt sein wird, daß die Niederlegung der RalifikationSurkunden und damit der Ein« tritt deS FriedenSzustandeS erfolgen kann. England hat bereits seinen GejchäftSträger(also nicht Botschafter) für Berlin ernannt. Gewisse Schwierigkeiten bestehen noch hinsichtlich der Ab- stimmung über den FriedenSverlrag in Amerita. Der amerikanische Senat will bekanntlich eine Reihe Vorbehalte, namentlich hinsichtlich des Völkerbundes, aufstellen. England und Frankreich verhandeln zurzeit mit Amerika, um diesen Vorbehalten einen Charakter zu geben, der den Friedensvertrag selbst nicht gefährdet. ES ist wahrscheinlich, daß die amerikanischen Schwierig- leiten für den Frieden, die man sehr delikat behandeln muß, bei den Pariser Verhandlungen eine versöhnliche Stimmung erzwungen haben. Wie der„M a t i n" mitteilt, wird eine neue Sitzung der alliierten Sachverständigen über da? zu liefernde Hasenmaterial wohl erst in zwei bis drei Tagen stattfinden. Offiziell wird mitgeteilt, daß diese Unterbrechung dadurch veranlaßt sei, daß gewisse Zahlenangaben der deutschen Delegierten n a ch g c- prüft werden müssen. Diese Vertagung habe aber noch cinen anderen Zweck. Erstens sollen die englischen Delegierten und Marinesachverständigen sich mit ihrer Regierung in Perbindung gesetzt haben, weil sie sich nicht berechtigt glauben, ohne besondere Instruktion auf ein Kompromiß einzugehen, für das offenbar die Vertreter anderer Mächte eintreten. Zweitens bestehe ein Mci- nungSunterschied innerhalb der französischen Delegation. Der Washingtoner Sonderberichterstatter des„Echo de Paris" wÄdet, daß Wilson im Begriffe stehe, den Einfluß auf die Leitung der demokratischen Partei, der bisher ein absoluter getvesen sc!, zu verlieren. Seine Weigerung, irgendwelchen Kompromiß in der FriedenSvertragSfrage in Betracht zu ziehen, habe eine lebhaft c- Opposition hervorgerufen, an deren Spitze Senator U n d c r- wood stehe. Die Demokraten seien nunmehr geteilter Ansicht und ein Zeichen der zunehmenden Auflösung der Wilsonschen Regierung sei die Demission des Ministers de» Innern L a n c, den man als die bedeutendste Persönlichkeit des Kabinetts' betrachtet habe. die polen gegen die danziger Wahlen. Bei den jünst stattgefundenen Danziger Stadtverord- neten Wahlen(Wahlen für den Freistaat Danzig) sind die Polen, die in dieser rein deutschen Stadt nur einen sehr kleinen Prozentsatz ausmachen, natürlicherweise sehr schlecht weggekommen. Von 66 Mandaten sind ihnen nur fünf zugefallen. Darüber sind sie jetzt dermaßen erbost, baß sie von der Entente unter heftigen Angriffen auf den Danziger Bürgermeister und mit der Begründung, daß 2000 polnische Wähler nicht wählen durften, die Ungültigkeitserklännig dieser Wahlen fordern. Wenn die Entente nicht ei» flagrantes Unrecht begehen will, wird sie dieses Begehren ablehnen müssen. Abbruch öer russisch-englifchen Verhandlungen. Au« Kopenhagen wirb mitgeteilt, baß die dort zwischen England und Sowjetrußland, über den gegenseitigen Gefangenenaustausch geführten Verhandlungen am Donnerstag abgebrochen worden seien, ohne daß es gelungen wäre, in den Hauptfragen eine Einigung zu erzielen. ES scheint, als wenn der GesangenenauStauich zurzeit überhaupt noch nicht fest geregelt werden könnte. ES sollen noch zvzei Zusammenlünste stattfinden, um die Einzelheiten über die Zstfuhren an britische Gefangene und die gegenseitige Erleichterung der Postverbindung zugunsten der Kriegsgefangenen zu regeln. Ob dieser Abbruch irgendwie mit den neuerlich gemeldeten offensiven Vorbereitungen der Russe» an der nordwestlichen Front zusammenhängen, ist zurzeit noch nicht er- sichtlich._ kleine politische Nachrichten. Seine Verpfändung der Eisenbahurn. Eine Anfrage der Deui- scheu Volkspartei ist schristlich dahin beantwortet worden, daß Lolo- motivreparaturen nicht inö Ausland vergeben werde», Bezug ge- wisser Rohstoffe vom AuSland zwar nicht zu umgehen, aber eine Verpfändung der Bahnen nicht beabsichtigt ist. Eine Referent,'» im ReichswirtschnftSamt.. Inö Reichswirt- schaftsministerium ist als erste Frau Fräulein Dr. Kora B ex- I i n e r als Referentin für Sozialisicrung und Arbeiter- fragen berufen worden. Tie ZentralarbeitSgemcinschaft des Trutschen Transport- und VerkehrSarwrrbcs legt Wert darauf, m der Oeffentlichkeit festzustellen/ daß in ihrer Gründungsversammlung am 1l. Dezember 1019 auf Llntraa des Vertreters der Binnenschiffahrt der ein- stimmige Beschluß gefaßt worden ist, daß die beiden Vor sitzenden nach Kräften bemüht sein sollen, eine V e r b i n d u n ß mit den anderen Zentralarbeitsg e mein sch asten her- zustellen, um, soweit irgcnd möglich, in Gemeinschaft mit diesen zu arbeiten. Der Beschluß, eine besondere Zcntralarbeits- gemeinschaft für da? deutsche Verkehrsgewerbe zu schaffen, hat also keine trennenden Tendenzen, sondern trägt nur der Tatsache Rechnung, daß die rechtlichen Grundlagen und wirtschaftlichen Ziele diese« GcwerbezwcigeS von denen der anderen Gewerbozweige grundlegend abweichen. Der Verkehr gehört weder zur Jndusirie noch zum Handel, noch gar zur Landwirtschaft; er ist vielmehr ein zur Durchführung dieser drei Gewerbezwcige unbedingt not- wendiges Hilfsgeivcrbe, dessen große Bedeutung für die Allgemein- Wirtschaft gerade in diesen Zeiten der Not besonders scharf' in die Erscheinung tritt Die' Zentralarbeitsgemeinschaft des Deutschen Transport- und Verkehrsgewerbes wünscht daher im Interesse dee, deutschen Wirtschaft, daß ihre gute Absicht auf harmonisches Zusammenarbeiten bei den anderen ZentralarbeitSssemeinschoslcn volles Verständnis findet. Die baltischen Russen in Deutschland. Die in Deutschland bc- fin'dlicken 8000 russischen Soldaten der Arme« Awalofs haben ver- langt, daß sie zur Armee Judenitsch an die westrussisch' Front ge- sandt werden. Der Transport würde erst möglich sein, wenn die Entente die Erlaubnis dazu erteilt. Wie verlautet, ist von Deutsch land aus diescrhalb mit der Entente Fühlung genommen worden. Arabcranfstand in Mesopotamien. Aus Mesopotamien treffen Nachrichten ein, aus denen hervorgeht, daß die Araber einen Ausstand geigen die Engländer begonnen haben. ES hat den Anschein, alS werden die Aufständischen von den Türken unterstützt. Dir oddachlofen französischen Abgeordnete« sollen in den 6. schlagnahmten Pariser Wohnungen von Deutschen uutergebrachi werden. Amnestie in Fiunlaud. Der finnische ReichSiag hat mit 12 b gegen SS Stimmen da« Amnoftiegejetz angenommen. HewerkschaflsbewMng Die fetten Pfründen. Nichi zuletzt bei der Begründung der Erhöhung der Fahrpreise für die öffentlichen Verkehrsanstalten wurde van den Direktionen das Argument angeführt, die Löhne und Gehälter seien so enorm gestiegen, daß mit den bisherigen Fahrpreisen die Kosten nicht mehr zu decken seien. Die unternehmerfrcundliche Presse brachte dazu wiederholt Notizen, die den Anschein erweckten, als würden den Angestellten und Arbeitern der Vcrkehrsanstalten Löhne gezahlt, die ihnen ermöglichten, ein wahres Schlaraffenleben zu führen. während die unglücklichen Aktionäre gezwungen seien, von den ihnen in weiser Fürsorge zugeteilten rationierten Leebnsmitteln ihr kümmerliches Dasein fristen zu müssen. Erst vor einigen Tagen haben wir gegenüber den unsinnigen Behauptungen,, daß die Löhne der VcrkehrSangestcllten Minister- gehälter seien, die kärgliche Entlohnung dieser Arbeitergruppen kritisiert. Diese Notiz hat uns eine ganze Reihe Zuschriften ein- getragen, in denen das jammervolle Dasein noch schlechter bezahlter Angestellten und Arveiter geschildert wird. Aus der Flut der Zu- fchriften wollen wir die einer Witwe veröffentlichen, die als Zug- reinigungsfrau bei der Hoch- und Untergrund- bahn dauernd im Nachtdienst beschäftigt ist. Die be- treffende Arbeiterin schreibt: Ich bin seit Juli 1316 bei der Hochbahngesellschaft als Aus- Hilfskraft tätig. Im Juni d. I. bin ich aus dem technischen Betrieb herausgezogen worden und bei dauernder Nacht- arbeit(von 3 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) als Zug- reinigungsfrau im Dienst angesetzt. Für diese Tätigkeit erhalte ich eine Entschädigung von nur 10 M. pro Nacht. Jede 6. Nacht habe ich dienstfrei, so daß in der Regel 6, ausnahms- weise mitunter auch ö freie Nächte auf den Monat entfallen, für welche ich aber auch keinen Lohn erhalte. Ich habe somit ein Gehalt bei 31 Tagen im Monat von 253 bis 263 M. Bei 33 Tagen im Monat würde sich mein Lohn um weitere 13 M. reduzieren. Von dieser Summe'ind noch zirka 3 M. für Kran- kenasse und Jnvalidengeld in Abzug zu bringen. Es verbleibt mir somit im allerg ün st ig st en Falle ein Monats- geh alt von 251 M. Jeder Kommentar zu dieser minister- haften Entlohnung wäre wohl überflüssig, zumal ich als Witwe ineinem Haushalt selbst vorstehen muß. Nur eine Frage möchten wir im Anschluß an die schlichten Darlegungen an unsere Gesetzgeber richten: Wie denken sie sich die Wirkung, die die beschlossene Erhöhung der Preise von Brot, Kartoffeln, Marmelade und Kunsthonig— der Leibspeisen der Armen— auf die arbeitende Klasse ausübt, und welche Schluß- folgerungen werden die Arbeiter aus der enormen Erhöhung der direkten und indirekten Steuern ziehen? Soll ihr Interesse am Wiederausbau unserer Wirtschaft dadurch gehoben werden? Lohnerhöhung in der Pelzwarenkonfektion. Die Hausdiener und Pgcker in der Berliner Pelzwarenkon- fektion waren durch ihre gewerkschaftliche Vertretung, den Trans- Portarbeiterverband, im September d. I. mit den Unternehmern der Branche in Verhandlungen über Lohnerhöhungen eingetreten. Da eine Einigung nicht erzielt werden konnte, riefen die Arbeiter den Schlichtungsausschuß Groß-Berlin an, der dieser Tage in der Angelegenheit einen Schiedsspruch fällte. In seinem Spruche er- klärt der Schlichtungsausschuß, daß er es unter Berücksichtigung der gesamten einschlägigen Verhältnisse für zweckmäßig halt, daß die beiden Parteien sich dem Tarifvertrag der in der Bcklei- dungsindustric beschäftigten männlichen und weiblichen Packer, Hausdiener, Stadtfahrer, Radfahrer, Lagerdiener, Bureau- diener, Kassenboten, Fahrstuhlführer, Portiers, Lauf- und Arbeits- burschen vom 31. Oktober 1313 anschließen. Da auch der Arbeitgeberverband der Pclzwarenfabrikantcn den Schiedsspruch anerkannte, so beträgt nach dem üblichen Lohn- abkommen in der Engros-Bekleidung-industrie der Mindestlohn für Hausdiener, Packer usw. im Alter von über 23 Jahren 133 M. pro Woche, weibliche 75 Proz. des Grundlohnes der männlichen Beschäftigten, rückwirkend ab 1. Oktober 1313. Tarifabschluh für Arbeiter im Möbelhandel. Nach längeren Verhandlungen ist der Tarif für Hausdiener, Packer. Kutscher usw., die in Möbelgeschäften beschäftigt sind, zum Abschluß gebracht worden. Der Lohn beträgt ab 23. November lglS: für Kollegen über23Jahre 138,— M. pro Woche; nach einjähriger Beschäftigung 118,— M. pro Woche; der Anfangslohn von 118,— M. ist auch sämtlichen Kollegen zu zahlen, sobald selbige nachweislich ein Jahr in der Branche be- schäfiigt waren. Jugendliche von 14 bis 16 Jahren erhalten 45.— M. pro Woche; von 16 bis 18 Jahren 63,— M. pro Woche; von 18 bis 23 Jahren 83— M. pro Woche; Kutscher erhalten für die Pierdepflege 13.— M. pro Woche extra. Für die Möbel-Kreditgcschäfie treten dieselben Lohnsätze vom 17. Dezember 1313 in Kraft. Tie Blumen- und Fcdcrnarbeitcrinnen Groß-Berlins, die dem Verbände der Fabrikarbeiter angeschlossen sind, nahmen am Donnerstag Stellung zu dem Verhandlungsergebnis mit den Ar- beitgcbern. Rücker gab den Bericht der Kommission. Wie er ausführte, beträgt die Lehrzeit 1 Jahr. Als Entlohnung wird gewährt ein Anfangslohn von 63 M� monatlich, steigend alle Viertel- jähr um 13 M.. bis zu 33 M. Nach beendeter Lahrzeit 153 M. monatlich. Für F a ch a r b e i t e r i n n e n im Alter von 13 bis 21 Jahre 253 M.. über 21 Jahre 333 M. monatlich. Allen zurzeit Beschäftigten wird auf das am 1. März 1313 be- zogene Gehalt ein prozentualer Zuschlag gezahlt, und zwar bei einem Gehalt von 233 M. 75 Proz., über 233 M. 63 Proz gewährt. Wer durch diese Regelung nicht mindestens 33 M. Zulage erhält, dem ist die Differenz bis zu 33 M. zuzuzahlen. Hilfsarbeiterinnen im Alter von 14— 16 Jahre 22,33 Mark, von 16—18 Jahre 33 M. pro Woche, über 18 Jahre 183 M. monatlich, über 21 Jahre 225 M. monatlich. Selbständige Färberinnen erhalten 433 M. monatlich. Ueber die Löhne der Ausschläger ist noch keine Einigung erzielt, diesjoll evtl. einem Schlichtungsausschuß vorgelegt werden. Tie Ausschlägcrinnen haben dem gebotenen Wochenlohn von 83 M. zu- gestimmt. Für Akkordarbeiterinncn gilt als Akkordbasis 1,33 Mark, l,53 M. und 1,83 M. pro Stunde. Ist die Akkordarheiterin durch Verschulden der Betriebsleitung gezwungen, auf Arbeit zu warten, so muß ihr diese Wartezeit entsprechend vergütet werden. In den Betrieben, wo bisher Stundenlöhne gezahlt wurden, müssen Wocku'nlöhne eingeführt werden. Für die stille Zeit erhält die Akkordarbeiterin 233 M. mit der Maßgabe, daß die Arbeitszeit auf 5 Stunden verkürzt wird. Nach längerer Diskussion stimmten die Versammelten dieser Vereinbarung zu._ Deutscher Metallarbeiter-Verband. Montag, den 22. Dezember, abends l> Uhr: BezirkSnersammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Berlin in folgenden Lokalen: Norden: .Pharussäle". Müllcrilr. 148: Schulaula, Demminer Str. 27; Büttner, Schloedter Str. 23: Schulaula, Mumtbalcr Str. 5. Moabit: Schulaula, Zwinglistr. 2. Charlottenburg, BolksbauS, Rosinenttr. 3. Wellen, Schöne- berg, Friedenau, Steglitz. Wilmersdorf: Lindenpark, Schöneberg, Haupt- strasie 13. Sudenbczirte: Kewerkschasishails, Engeluser 15(Saal 4). Neukölln:.Hobenftausensäle", Cotlbuler Damm 75. Osten und Nordosten: »Comeniusfäle-, Memcler Str. 67. Lichtenberg: Schulaula, Resorm-Ghm- nasium, Parkaue. Stralau-Rummelsburg: O. Blume, Alt-Boxhagen 56. Weißensee:„Zum Prälaten", Berliner Allee. Ecke Lehderstr. Tegel, Rei- nickcndors-Wcst: Hartmanns Brauerei, Reinickendors-Aeft, Scharmveber- straße 101/104. Oberschöneweide, Niederschöncwcide, Johannisthal und Um- acgend:»Zum Landsturmmann", Oberschöiicweide. Wilbtlminenboistraßc. Cöpenick-Friedrichshaacn: Conrads Festsäle, FricdrichShagen, Friedrich- straße 137 lkleincr Saal). Spandau: Aula der Obcrrcalschule. Spandau. Moltkcstr. 39. Tagesordnung in allen Versammlungen: Berichterstattung von der letzten Generalversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Rohrleger»nd Helfer. Sonntag, den 21. Dezember 1919. vor- mittags 9 Uhr: Branchenveriammlung in Klicms Festsälcn. Hasenheide 13 (großer Saal). In dieser Versammlung werden die Nachträge für den Tarifvertrag ausgegeben.—Sonntag, den 21. Dezember, vormittag? 9'/, Uhr, in„Schulz' Prachtfälen". Königsgraben 2. am Alexandervlatz: Branchen- versamnllulig der Kesselschmiede un d Helfer sowie dazu gehoreliden Berufe. Mitgliedsbuch legitimiert 1 Die Kollegen der Eisenbahnbetriebe sind bierzu besonders eingeladen.— Sonntag, den 21. Dezember, vormittags 10 Uhr, im Lokal»Süd-Ost", Waldcmarstr. 75: Versammlung aller in Hütten- und Mesiingwerken beschäftigten Schmelzer, Gießer, Osen«, Gießereiarbeiter usw. Verband der Buchbinder. Sonntag, den 2l. Dezember, vormittags 13 Uhr. im„Deutschen Hos", Luckauer Str. 15: Oesientliche Buchbinder- Versammlung aller Branchen. Tagesordnung: 1. Freie Gewerkschaften, Be- trtebsorganisationcn und Svndilalismus. Rcsereni: Gen. F. H eckcrt- Chemnitz. 2. Teuerung und Wirtschastsbeihilfe. Gerichtszeitung. Die Diebereien der Gräfin C»l»nna und ihrer Kamplizen be- 'chäftigten die 5. StvafkMnmer des Landgerichts III. Auf der An- klagebank saßen Ella, Gräfin Colonna, geb. Stutz, die 49jährigs unbestrafte Modistin Smmy Gate gast; der mehrfach porbestrafte Schweißer Willy Dahl; der unbestrafte Landwirt Joachim v. Bült ich er; der unbestrafte Mechaniker Gustav Jod»it; der unbestrafte Glasermeister Wilhelm Döring und der gleichfalls unbestrafte Archirekt Leutmnit Erich Stutz. Die der Anklage zugrundeliegenden Tatfachen sind folgende: Bei dem in der Helmstädter Straße wohnenden Herrn v. d. Heyden wurde in der Nacht zum 6. Mai ein Einbruchodiebstahl verübt, bei dem die Diebe mehrere wertvolle Teppiche, zahlreiche Silbersacken usw. im Gesamtwerte von zirka 43 333 M. erbeuteten. Der Diebstahl soll von der Gräfin Colonna und der Gategast bis ins einzelne organisiert worden sein. Beide waren über die gute Ge- legenheit genau unterrichtet, instruierten den Dahl und den„Adi" sehr genau und diese führten den Einbruch aus. Ein Teil der ge- stohleneii Sachen ist an Döring, ein anderer Teil an unbekannte Personen verkauft worden. Die gestohlenen Teppiche sind noch in der Diebstahlsnachr in die Wohnung der Gräfin Colonna, Wilmersdorf, L-ffendacher Str. 8, gebracht worden, und diese hat sie an zwei Charlottenburger Händler für 6703 Dt. ver- kauft.' Mit großer Raffiniertheit ist der folgende Diebstahl ausgeführt worden. Tie Colonna unterhielt ein Liebesverhältnis mit dem Ingenieur Dr. S. m Wilmersdorf. Ms sich eines Tages die An- geklagten Dahl und v. Bötticher zusammen mit dem unermittelten „Jean" in der Wohnung der Gräfin Colonna befanden, erzählte diese ihnen, daß eine äußerst günstige Gelegenheit vorhanden sei, bei Dr. S. ein Ding zu drehen. Sie entwickelte ihnen ein sauberes Plänchen, wonach sie bei einem Besuch in der S.scken Wohnung die Balkontür offen lassen, dann mit diesem in ihre eigene Wohnung gehen und während eines Schäferstündchens ihm unbemerkt die Wohnungsschlüssel abnehmen wolle. Sie legte besonderen Wert darauf, daß ein kostbarer Teppich, mehrere Perser-Drücken und zwei alte Geigen gestohlen werden sollten. Bei dieser Unterredung war auch die Gategast zugegen, die eifrigst den Männern und ins- besondere dem noch zaudernden v. Bötticher zugeredet haben soll. Der Diebstahl ist dann auch planmäßig ausgeführt worden. Die Sachen sind zur Colonna gebracht und später verkauft worden. Dem Angeklagten v. Bötticher fällt außer dem Diebstahl bei Dr. S. noch eine Unterschlagung zux Last. Im Juii hatte ihm e:n Händler ein Pferd zum Kauf augeboten. Cr hatte es im Tiergarten ausprobiert, dmrn aber dem Besitzer nicht zurück- gebracht, sondern in Retnickendorf an einen Unbekannten verkauft. Der Angeklagte Stutz ist an folgender Tat beteiligt: Im Sommer d. I. wurde von mehreren Personen; unter denen sich auch der ominöse„Adi" befand, aus einem Vorgarten eines Hames a-in Kurftifttendamni eine Bronzefigur im Werte von 6333 M. ge- stöhlen.„Adi" brachte sie zur Gräfin Colonna, wo sie Stutz in Empfang nahm.— Im Mai d. I. erschien Stutz zusammen mit „Jean" bei dem jetzt Mitangeklagten Jodelt; sie sagten ihm, sie hätten günstige Gelegenheit 1330-Mark-Sck>ei»e zu verwerten und boten für einen 1333-Mark-Sck)ein 1333 M. Als Jodelt darauf ein- ging, soll Stutz plötzlich gesagt haben, er sei Kriminalbeamter und den Jodeit aufgefordert haben, ihm nach der Polizei zu folgen. Nach dem Antrage des Geh. Rats Hoff mann beschließt der Gerichtshof, den Dahl und v. Bötticher auf ihren Geistes- zustand untersuchen zu lassen und auf 6 Wochen einer Anstalt zu überweisen. Infolgedessen ergab sich die Notwendigkeit, die Per» Handlung gegen alle übrigen Angeklagten zu vertagen. Die An- träge der Verteidiger auf Haftentlassung der Angeklagten Colonna gegen Kaution von 5333 M. und der Angeklagten Gategast wurden vom Gericht abgelehnt._ Mus aller weit. Hotclspcrre als Druckmittel. Der Hotelbesitzerverbanid Düssel» dorf drahtet uns, es werde in führenden Hotelkreisen beabsichtigt, als Protest gegen die Zurückhaltung der deutschen Kriegsgefange- nen die Hotels fitr franzöfische Reifende so lange zu sperren, als sich noch ein Deuftcher tn französischer Kriegsgefangenschaft be- findet. Verantw. für den redaktion. Teil: Art»» gickler, Tharlottenbura: kllr Anzeia«»: Th. Gleit, Berlin. B erlag: Borwiirts-Berlag.. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckcrei u. Berlagsanstalt Paul Einger u. Co. Berlin. Lindenstr. 3. Hier»» I Beilage. 'SM' Fried enSware! in- und ausländische Grosse Auswahl und sehr billig! WMZllMl Tuchlager Molteamart» 14—15. En gros. En detail. Wie i Wer beseitigt oÄsHaussalbe jed. Hautaussehl» Flecht., Hautjuck., bes. Beinschad., Krantpfadern der Frauen u. dergl, in Originaldosen 6 25, 9 75 erhältlich in der „Elefant en-Apotheke" Berlin 213, Leipziger Straße 74(a. Dönhoffpl) r Unser Stein der Weisen Das Original aller Nagelpoliersteine � ständig nachgeahmt— niemals erreicht, 12 20 ist das ideale Nagelpolier> u. Pflegemittel CfM�K AAL--l Man weise Nachahmungen zurück.— Zu haben rn OLUUlv tVUV. O. a|]en Paifümerien, Drogerlen etc. oder direkt durch v KOPP& JOSEPH, Parf älmerieffabpik, Berlin W 50, Potsdamer Str. 122. Schrotmühlen, Wirtsdiastsiniihlen für Haushalt, Landwirte und Zierhalter. für Hand-, grast- und Pferde- antrieb. Jede Grüße am Lager. Fordert Preisliste mit Abbil- düngen umsonst. Qrude.'Berlln, Voltastr. 32 lNähc Gesundbrunnen). Bettnässen. Uefrciung: sofort. Alter u. Geschlecht angeben. Ausk.urnsonst. Aeltest. u.best- bewährte ges. gesch. Methode. Institut Knglbrecht München B 387, Kapuzinerst.9. Amt Moritzplaß»U vergeben. Angebote unter E. O. 4779 an Grammophone .u, Teil- zahlg. F.iH, Schmidt Petersburger Str. 23. 1. Et. Messing, Kupfer, Zinn, Zink, Blei, sow. siimtl. AU- und Edelmetalle kauft hüchstzahlend Metall- EInlaus.zenIrale. Kottduser Damm 66. Mpl. 13580._ Aofiammo Vertrauensvolle IlrvMM. Auskunft. preuB, Srunncnftc. 16.* Stoffe zur Damen- und Herrenbekleidung Futterslofie/ Knöpfe j Konfektion litt Damen u. Mädch. Maüanfertigung C.?elz 5 Kottboser Str. 5! Platin pro Gramm Jim- von 100 Gramm u. mehr kauft Metallkontor Alte JakobstraBe 138 Telephon: Moritzplatz 12858. Isolierten Kupferdraht, Litzen und Wachsdraht, kauft höchstzahlend* Ingenieurbureau Schlichting Berlin W 9, Linkstrabc 10. Tel.: Lützow 3705 und 8518. SiHifir-Münzen kauft jeden Posten zu aiieriiöehsten Preisen X Metallkontor X Berlin SW.68. Alte Jakobstr. 138 Telephon; Moritzplatz 12 858. Piatina, Gr. 126 M. Gold, Silber, Zahngebiffe, Mtlv-Me.Vr?«. lanft E. Hausdorf, Palisadenstraße 11, vorn II. 140/15a* Spezialarzt Dr. med.Wockenfufi friedrichstr. 125 Spr. II— I, 6—8, Sonnt. II— 1 Erfolgreiche Behandlung Harn- u.Blutonterbucbnng ■I" ahnhof Institut MeiSncr liiggerstr.25,Frank?.AnL. Haut-, Har»- u.Unterletbsletd., nervöse Schwäche, spe». Ttraltet. Fälle, bei schnell., sich. it. schmerzloser Behandlung ohne Berus»- stärung. Auskunftkostenl. Harn u. Blutuntersuchung. 10-1, 5-8. Donnerstag u. Sonntag 10-12.• Pfandleihe. Höchste Velelhuna! Banse und beleihe Psandscheine. Berkauf: 24/17 Ein Pasten Pelzsappen, ein Posten Damen-UINer, bio.Gold- waren. Pchstolas u. Garberobe. Grüner Weg 071. Zigaretten igarren Igarillos In grofier Aus» ah I. Ucbtrsce-Rauchtabak. Lagerkesuch sehr lohnend Nur Kantinen u. Gastwirt. M, Dessen, Berlin, Alczanderplatz 2, 1 Tr. am Untergrundbahnhof. Leihhaus verkauft zu bekannt billigen Preisen: Kreuzf Uchse Alanka-BianfAcliae la bis»»».- Mark. Berlin, Oranienstraße 58a. Gelegenheitskäufe in Mknnks. Wiarder, Herren-iaehpelzen. Sportpelzen, Wasen- pelzen.— Großer Posten Herren-Anr.üae, Paletotn von S5— Ä50 Mk,. hochelegant. Gelegenheiten in Damen-Kostümen, Plüsch-. Astrachan-, Pelzmünteln.— Ferne* im Liimbard verlalleue(Ihren, Kinge, Brillanten, silb. Taschen usw. unter Taxpreis ea