|lr.652. 16.Iahrg. vezugspreiS» SiftttljäijrU lOJOJÄU manotLMOHH Tfi tiu bau« oorau» mhldar. Voll- bHUfl«onallich 8» Ml. nfL Zu» ;teflung»qfbüt)t. Unier Kreuzband fllr Seulichland und Oesterreich- Ungarn 6,7ä Ml. istr da» iidrtg» Ausland >0.78 Ml» bei tagllch einmal. Zustellung �,78 Ml. Postdestellungen nehmen an Dänemart. Kollaad. curemburg, Schweden u. die Schweiz. Etngelrage» m dt« Poft»Zemmg»-Bre>»iift«. Per.Sonodtt«* mtl der Sannlng»- deUage.Boll u.Zeir' erlcheinl wochen- iSglich zweimal. Eonnlag, einmal. Telegramm-Adrrsi« Sozialdeiaalra» Berlin- Morgen-Ansflabe. berliner Oolksbleltt (iSpksnnig) Anzeigenpreis l Die achlgelvalien» Ronpareillezest« »stci IM M, Teuerung»julchlag 60%. .filein« Anzeigen-, da» iett» gedruckre Wori 78 Pfg. izuldisig zwei lettgedruckte Worre). lede« weile« Wori 50 Pig. Siellengeiuche und Schlattlellenanzeig»n das erste©Mi 64 Pfg. iede« weitere Won«0 Pf». Worte llder IS Puriistadeu zählen wr we, Wonr. Teuerung»zuschlag 40»?» Familien- Anzeigen, volitilch« und gewerlichafiliche Verein,» Dnietgr» IM Ml. die Zeile. Anzeigen siir die nächste Nummer mästen vi« B Ahr nachmittag» im Kaupigeschäfi. Berlin SW W. LindenstraKe 8. adgegeben «erde», cherstnel von S Uhr früh bi, S Uhr abend» �entrslorgan cker roztaldemokratfrdKn Parte» Deutfcblands Reüaktion und Expedition: Sw. dS. Lindenstr. Z. arrnivrerher-«mi Morivpla». Str. l."»! Vit— liil i»?. vorwärls-verlag G. m. b.£)., Slv. 6$, Lindenstr. Z. Zherniprlchrr: Amt Moritiplati. Nr. 117 Ft. Reichsarbeiterrat. . Seit einer Reihe von Wochen beschäftigen sich die fuh- renden Unternehmerkreise in Handel, Industrie und Land- Wirtschaft mit der bangen Frage, ob dem von ihnen vertrete- nen Gewerbezweig eine genügende Vertretung in dem nach Artikel tK5 der Verfassung zu bildenden ReichSwirtschastsrat eingeräumt wird. Dieser Tage nun ist im„ReichSanzeiger" der Entwurf einer vom Reichswirtschaftsministerium aufge- stellten Verordnung über einen vorbereitenden R e i ch S w i r t s ch a f t S r a t veröffentlicht worden, der dem- nächst dem Reichskabinett zur Beratung vorgelegt werden soll. Seitdem scheint die Eifersucht der Unternehmer n eine erhebliche Verstärkung erfahren zu haben. Namentli die Agrarier klagen in der ihnen dienstbaren Presse über die angeblich ungenügende Berücksichtigung der Landwirtschast, während die Vertreter des Handwerks es vorgezogen haben. ihrem bedrängten Herzen durch mehrere kleine Anfragen in der Nationalversammlung eine Erholung zu verschaffen. Nun ist es gewiß nötig, daß die Zahl der Vertreter, die den großen Eewerbezweigen zugebilligt wird, sehr sorgfältig abgewogen wird, denn davon wird es wesentlich abhängen. welcher Geist dieses erste deutsche Wirtschaftsparlament be- herrschen wird. Es gilt, unsere gesamte Wirtschaft neu aufzubauen, und diese Aufgabe kann natürlich niemals erfolgreich gelöst werden, wenn in der hierzu berufenen Kör- Perschaft die Vertreter alter Anschauungen und überlebter Witschaftsmetboden das Uebergowicht haben. Vor allem muß aber die Gewähr gegeben werden, daß bei allen Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um die menschliche Arbeit alS das Fundament der Wirtschaft und die Quelle jedeS Wohl- standes auf eine neue Grundlage zu stellen, den A r b e i t e r n und Angestellten eine angemessene Mitwir- k» n g g e s i ch e r t w i r d. Ich werfe deshalb die Frage auf. die mir bei der bisherigen Erörterung zu kurz gekommen zu fein scheint: Enthält der veröffentlichte Entwurf auch eine genügende Berücksichtigung der von den Arbeitnehmern zu erhebenden Ansprüche? Man kann die Frage mit Ja und mit Nein beantworten. Mit Ja, wenn man lediglich die innere Zusammensetzung de? vorbereitenden ReichswirtschaftSratS im Auge hat. So- tr>e>t die Bestiinmungen des Entwurf? erkennen lassen, ist überall die Parität gewahrt. In jedem der großen Gewerbe- zweige stebt den Vertretern der Arbeitgeber eine gleiche Zahl von Arbeitnehmervertretern gegenüber. Eine Ausnahm« machen nur die vier Vertreter des landwirtschastlichen Klein- besitze«, deren Benennung durch den ReichsauSschuß der beut- schen Landwirtschaft jedoch an die Vorschrist gebunden ist. daß sie im Einvernehmen mit den VerHänden der landwirtschast- lichen Arbeiter zu erfolgen hat. Die Frag« erhält jedoch ein andere« Gesicht, wenn man erwägt, ob überhaupt die paritätische Vertretung von Arbeit- gebern und Arbestnehmern im Reichswirtschaftsrat at« eine ausreichende Erfüllung� der durch die Verfassung den Arbeitnehmern gemachten Versprechungen anzusehen ist. Und diese Frage möchte ich v e r n e i n e n. Artikel>65 der Reichs- Verfassung bestimmt, daß die Arbeiter und Angestellten zur Wahrnehmung ihrer sozialen und wirtschaftlichen Interessen gesetzliche Vertretungen in Betriebsarbeiterräten, in Bezirks- arbeiterräten und in einem ReichSarbeiterrat erhalten sollen. Die Bezirksarbeiterräte und der ReichSarbeiterrat. heißt e« weiter,„treten zur Erfüllung der gesamten wirtschaftlichen Aufgaben und zur Mitwirkung bei der Ausführung der So- zialisierungsgesetze mit den Vertretungen der Unternehmer und sonst beteiligter Volkskreise zu Bezirkswirtschastsräten und zu einem Reichswirtschaftsrat zusammen". Sieht man von den Betriebsräten, die einen besonderen Charakter haben und deren gesetzliche Gestaltung unmittelbar vor der Vollen- dung steht, ob. so ergibt sich, daß die hier in Rede stehende Vcrordniing nicht den in der Verfassung vorgesehenen Weg gehen will, er st d ieArbeiterrätezu schaffen und dann �e WirtschaftSräte. Es soll vielmehr mit der Bildung eine« Reichswirtschaftsrats begonnen werden, ehe noch der R e ich S- arbeit e r r a t besteht. Von diesem ist in dem veröffent- lichten Entwurf überhaupt nicht die Rede. Nun betrifft allerdings die Verordnung, deren Entwurf im.Neichsanzeiger" veröffentlicht worden ist. noch nicht den endgültigen Re-chswirtschaftsrat. sondern nur einen vorläufigen, von dem man jedoch nicht weiß, wie lange er bestehen wird. Nach Artikel>3 de« Entwurf» soll er aufge- löst werden, sobald der endgültige ReichSwirtschaftSrat zu- sanimengetreten ist. Aber wann wird das fein? Das lang- same Temvo. daß die Nätegesetzgebung- bisher aufweist, be- rechtigt sicher zu keinem Optimismus, und da außerdem bei den herrschenden politischen Schwierigkeiten immer noch mit besonderen Verwicklungen gerechnet werden muß. kann der vorbereitende Reichswirtschaftsrat unter Umständen «in sehr hohe« Lebensalter erreichen. Und während dieser ganzen Zeit soll die Arbeiterschaft auf den rbr zugesilberten Reichsarbeiterrat verzichten, während die Unternehmer weiterhin durch ibre Handels-, Gewerbe- und Landwirtschaftskammern da« Wirtschaftsleben in ihrem Sinne beeinflussen können? Man braucht diesen Einfluß Der englifih-amerikaniMe Krach. Um Englanüs �errjchaft in perfien. Zwischen Amerika und England sind ernste Differenzen wegen des englisch-pcrstschen„Abkommens" über P r r s i e n, das Pcrsicn tatsächlich zu einem englischen Protektorat macht. ausgebrochen. Amerika will den robuben und rücksicht�loirn Ellenbogeagebrauch Englands in Asien nicht dull>. „Chicago Tribüne" l rrichtrt von einem N o t r u a« S- tausch zwischen der r n g l» s ä, e n und der amerikani- schen Regirrung über das e n g l i s ch- p e r s i s ch e „A b k o m m r n". Lord C u r z o n habe gegen die Veröffent» lichung einer Erklärung zu dem Vertrag durch die amerika- nische Botschaft in Teheran protestiert. Die Erklärung entspreche nicht den diplomatischen Gepflogenheiten. Sie sei unfreundlich, ja sogar feindlich. Das amerikanische Staats- departcment habe sich aber geweigert, die Erklärung zu des- avouieren, ja, es habe sie sogar wieder erneuert. In einer anderen Depesche habe sich alsdann Lord Curzon bemüht, den engllsch-persischen Vertrag zu rechtfertigen, und ihn in Vcr- gleich gestellt mit der Haltung Amerikas in betreff Liberias. Er habe sogar behauptet, die Vereinigten Staaten hätten ihr stillschweigendes Einverständnis zu dem persischen Abkommen gegeben. In seiner Antwort erklarte Staatssekretär L a n fjji g, daß Amerika England in bezng auf Liberia befragt habe, wäh- rend Großbritannien Amerika in bcttess Persiens nicht befragt habe. In einer Antwort hierauf erflärtr"Lord Curzon, Oberst Housr und der amerikanische Botschafter in London, Davis, seien über die Pläne Englands in betreff Persiens aus dem Lausenden gehalten gewesen. Oberst H o u s e, der da- durch in die Debatte gezogen wurde, sagt, wenn er irgendwelche Erflörnngrn über Pcrsien abgegeben habe, so seien diese rein persönlich gewesen und sie verpflichteten in kei- uerWeiseseineRcgirrung. Lord Curzon erklärt in einer weiteren Depesche andererseits, daß die Vereinigten Staaten mit Nachdruck verlangt hätten, daß die Frage von Liberia nicht dem Völkerbund unterbreitet werde. England sei diesem Ersuchen nachgekommen. Die ungewöhnlich heftige Tonart zwischen den beide« Verbündeten, die in diesen Noten zum Ausdruck kommt, läßt auf einen sehr ernsten Fall schließen. Nach perften kommt Negppten. Der„«estminstee Gazette" wird au» New Aork berichtet, daß vtaatssekrrtSr L a n s i n g an den Senator Owen, der sich für die Nnabhingigkrit Ae«yptrn» auSgtsprochen hat, einen Brief gerichtet hat, war« er unter anderem schreibt, rs sri anzn- durchaus nicht zu überschätzen. Ohne Zweifek ist er heute, namentlich waS die Einwirkung auf die Regierung anbe- langt, nicht mehr so groß wie in der vorrevolutionären Zeit mit ihren völlig im Banne einseitiger Arbeitgebercnschouun- gen stehenden Regierungen. Gleichwohl bieten sich den Kam- mern auch heute noch zahlreiche Gelegenheiten, um ihre be- sonderen Wünsche und die von ihnen vertretenen Interess.m weil bester zur Geltung zu bringen, al« e« den Arbeitern und Angestellten mangels entsprechender öffentlich-rechtlicher Vertretungskörper möglich ist. Außerdom bilden sie mit ihren wohlausgestatteten, durch zahlreiche geschulte National- ökonomen und Juristen geleiteten BureaiiS eine ebenso groß« Zahl von Mittelpunkten für die sachgemäße Beratung ihrer Mitglieder und für die Sammlung von Meinungen. Anre- gungen und GefetzeSvorfchlägen, deren Bedeutung nicht leicht überschätzt werden kann. Alles die? fehlt der Arbeiterschaf tl Die G e w e r k s ch a f t e n bieten, trotz ihrer ausgezeich- neten Leistungen, für diesen Monges naturgemäß nur einen unvollkommenen Ersatz, und die von ihnen errichteten Ar- beitersekretariate. so werwoll sie zweifellos sind, können mit den Kammern der Unternehmer in keiner Weise verglichen werden, weil sie in gleicher Weise wie die Berufsvereine der Arbeiterschaft zersplittert sind und niemals als Organ der gesamten Arbeiterschaft angesprochen werden können. Zu- dem fehlt ihnen die öffentlich-rechtliche Geltung. Ueber die Notwendigkeit der Bezirksarbeiterräte ist daher kein Wort zu verlieren. Ihre Einrichtung wird aber noch mancherlei Schwierigkeiten begegnen, im besonderen wird es nötig sein, daß zunächst einmal die zu ihrer Errichtung nötigen Wirt- schaftSgebiete abgesteckt werden. Und dieses wiederum wird nur im Rakrmen der Gesetzaebung über die B e z i r k S w i r t- fchaftSräte geschehen-können. Daß dieS unter Mitwir- kling der berufenen Vertreter des Wirtschaftslebens geschehen soll, ist sehr zu bearüßen. und insofern ist eS durchaus zu billigen, daß zunächst ein vorbereitender ReichSwirtsöbastSrat gebildet werden soll. Der vorliegende Entwurf der Verord- nung spricht jedoch bei der Aufzählung der Aufgaben nicht nur von dieser gesetzgeberischen Mitwirkung bei der Räte- nehmen, daß England die Süsicht habe, die von König Georg dom früheren Sultan v-n Aegypten gegebenen Zusicherungen, wie sw in der Londoner„Times" vom 21. Dezember 1911 vcröfsentlüh» wurden, zu erfüllen. Das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl, auf de» England in irgendeiner Form reagieren mutz. Amerika in rzfervierter Haltung. Die Kommisiion des amerikanischen Senat? für ans- wärtige Angelegenheiten hat die Nrsolutian deS ScnalorS Knor in abgeänderter Form angenommen. Sie bezweckt de» Eintritt de? FrirdcnSzustandcS mit der Absicht, den Bereinigten Staate« die ihnen durch den Berfailler Bertrag zugesprochenen Borteile zu wahren. Sie versichert, daß die Regierung im großen und ganzen ihre Unterstützung dem Projekt der Errichtung ein»« internationalen Liga zur Aufrechtcrhaltung des Friedens gewährt. In der abgeänderten Form der Resolution wird ferner erklärt, daß die Bereinigten Staaten im allgemeinen fortfahren werden, in engen Beziehungen mit den Alliierten zu vre» bleib c n. Die demokratischen Mitglieder deS Senat? werden diese Resolution bekämpfen, während verschiedene Führer der RepubN- kaner hosten, in dieser die Grundlage zur Schlichtung de? Konflilt? z» sehen, der wegen des Friedensvertrag? entstanden ist. .Im großen und ganzen",»im allgemeinen". Darin liegt die starke Zurückhaltung Amerikas in der Friedensfrage und die Offenhaltung einer jederzeitigen Rückzugsmöglich- k e i t ausgesprochen. Für Amerika ist, falls der Kommission Soor» schlag durchkommen sollt«, der Schandvertrag von Versailles nicht» al» ein»Fetzen Papier"._ Verzögerung öer pariser verhanölungen! Dar Oberste Rat konnte die Frage der Wiedergutmachung für Scapa Flow nicht erledigen, da die englischen Dele- gierten erklärten, sie hätten diesbezügliche Weisungen aus Jon» don nock nicht erhalten. E» ist anzunehmen, daß die britisch« Rr- gierung Aufstellungen machen wird, um feststellen zu können, Wievieh Tonnen Hafenmaterial Deutschland zu liefcro imstande ist. Korruptwnsskanöal in Frankreich. In Paris sind große Dchiebimgen mit amerikanischen H»««»- lebenSmilteln aufgedeckt worden, an densn eine Reih« hoher Mini» sterialbeamter beteiligt ist. Ein« Rote oeS VersorgilngSmtnistcrtumS gibt bekannt, daß wegen Angebotes von Lebensmitteln zu übertrie» benen Preisen, die auS amerikanischen Lagern stammen, eine U n- tersuchung eingeleitet wurde, die mit der Verhaftung verschiedener Personen ihren Abschluß fand. Die An- golegenheit scheint viel Staub aufwirbeln zu wollen. organisation, sondern weist dem vorbereitenden Reichswirt- schaftsrat auch die Aufgabe zu, bei ihrem Aufbau mitzu-� wirken und zwar nicht nur bei dem der WirtschaftSräte, sondern auch beim Aufbau der A r b e i t« r r ä t e. DieS sollt? aber in erster Linie Aufgabe der Arbeiter fclöft sein, und dcShasb erscheint mir nötige daß mit dem vorberei- tenden ReichswirtschaftSrat zugleich auch ein vorbe- reitender Reichsarbeiterrat gebildet wirdl- Organisatorische Schwierigkeiten können dieser Forde- rnng gegenüber keinesfalls geltend gemacht werden, weil ja keine neuen Wahlen oder Ernennungen nötig würden. Man brauchte lediglich zu bestimmen, daß die dem vorberei- tenden Reichswirtschaftsrat angehörenden Arbeitnehmervertreter zu einer besonderen Körperschaft zusammengeschlossen werden. Diese würde dann den Aufbau der Bezirksarbeiterräte durch- zuführen haben. Ein weiteres nicht minder wichtiges und sehr umfangreiches Tätigkeitsaebiet würde ihr anS dem Bs- triebSrätegesetz erwachsen, dessen Durchführung gewiß sehr erleichtert würde, wenn neben den zuständiaen Reichs- und Landesbebörden eine vom Vertrauen der Arbeiterschaft ge- tragene Körperlchaft bestünde, die durch Beratung und AuS- kiinfterteilung die unausbleiblichen Schwierigkeiten überwin- den belfen würde! Vor allem aber: Dieser vorbereitende ReichSarbeiterrat würde die erste öffentlich-rechtliche Jnter» essenvertretiing der gesamten deutschen Ar- beitnebmerschaft sein. Mit seiner Errichtung würde der bisher ans diekem Gebiet herrschenden Imparität ein Ende gesetzt. Die Arbeitcr-Angestellten wurden endlich eine Vertrauens st eile erbalten, der sie ibre Wünsche und Beschwerden ohne Rücksicht auf P a r t e i a n s cb a» u n- kw n, Richtungsunterscluede_ oder Verbandszugehörigkeil unterbreiten können. Für die ReicbS- und Landesbebördsn würde endlich eine Körperschaft erstehen, in der alle irgend- wie bedeutsamen Richtungen in der Arbeitersthast eine Vertretung haben und an die sie sich daher in allen Angelegen- heiten wenden können, die die Gesamtheit der Arbeiter oder Angestellten betreffen. HermannLüdemann. die Partei und Nsske. -$n erntt vom BezirkSveickxmd GroB-BerAn �einibsrusenin A�i- t z t i o n Z? o n f c r e n z am gestrigen Sonntag im ehemaligen Ae-renhaits« kam«S lebhaften Erörterungen. Das Referat des Genossen Heinrich Schulz knüpfte daran an, da?,»< in der Partei ein großes Mißbehagen besteht- Es erklärt sich im allgemeinen aus dsn unerfreulichen Zu- ständen, die durch den Krieg herbeigeführt worden sind, und weiter guch aus einer nach der Revolution eingetretenen E n t t än- schung. Im besonderen spricht aber noch die Ursache mit, daß die Partei viel neuen Zuzug von rechts erhalten, hat, während alte Parteigenossen nach links abgegangen sind. Man braucht die Neuen nicht alle als„R o V e m b c r s o z i a 1 1 st e n" herabzusetzen, es sind auch viele ehrliche Parteigenossen unter ihnen. Aber der'gute'Wille ersetzt nicht die parteigenössische Erfahrung, darum sollten sie Z u- rückHaltung üben— nicht in der Arbeit für die Partei, son- dem in der Entscheidung über schtvieriae Fragen der Parteitaktik. Fordern müssen wir von ihnen auch Disziplin. Es war der schlimnrste Fehler und das schwerste Pergehen der jetzigen Unab- hängigen, daß sie den- allen Parteigrundsatz der Unterordnung brachen. Zustimmung.) Pieke, die vor dem S. November die Faust nur in der Tasche ballten,' waren froh, sie nun offen gegen d«--Machthaber eicheben, zu können, Da diese aber nicht mehr da waren, so richteten sie ihren durch die Not der Zeit gesteigert«« Zom gegen die neue Regierung. Diese Mode wird mitgemacht auch von«Ken Parteigenossen, iste oft diel zw sehr unter, dem Eindruck einer gut gehaltenen Rede stekkst. Selbstverständlich ist auch gegenüber der jetzigen Regie- rung die','■' ■ Kritik nicht zn entbehren, wir. dürsem aber�gegen sie kein grundsätzliches Miß- trauen niehr. haben.(Zustimmung.) Das ist leider noch nicht allen Pärteigcnöffen'klar. Da hat dann jeder auf Erfolg zu rechnen, der den Aerger übet die, jetzigen Zustände auf die Regierung zu leiten weiß. Hierzu kommt noch, daß die Maßnahmen der Regierung dem Sozialismus oft'das Beste schuldig bleiben müssen, weil das deutsche Polk nicht eine Nationalversammlung mit sozio» lrstischer Mehrheit gewählt hat.(Sehr richtig!).. Da die Unab- hgngigen ustseren Vorschlag gemeinsamen Vorgehens ablehnten� blieb nur. Ko a li t i o n s r egi e r u n g übrig, bei. der dann Zu- göstchldnisse. natürlich von beiden Seite iß gemacht werden mußten.' ES ist ein Seichtes, mit Kritik der Koalitionsregierung rchnerische Triumphe zu feiern:- '' Leicht ist es sa auch'Beifall zu ernten, wenn man— fuhr Schill, fort—'M gegen Roste wendet.(Zustimmung.) Für viele Unabhängige ist sein Name der Inbegriff ihrer ganzen Politik, cht ganzes' Parteiprogramm'. Das sollte unser» Genossen davon abhalten, dieselbe Geschmackkosigkeit.zu begehen. Ihn hat- die Re- Uolutwm aus den undankbarsten Posten geWllt- llebhoffe' Zustimmung), vor die schwersten Entschlüsse und vor den schwätzesten Undank.- Die Beschimpfungen, und Drohungen haben ihn nicht irre gemacht, weiter seine parteigenössische Pflicht zu mix. nichts-weiter handelt es.' sich. alS�um sie! Er' blci-bt auf sefftem undankbaren, und-gefährlichen Posten, weil er s» muß, wen-».nicht. iGcsähren Ä«x uns, hereinbrechen sollen. iÄlstity.muvg,)I So.'cht. Noske'sichi nfft'd�n.Parteigenössen aüsein- 'äSeischM". kÄtiitK.' ihttßten"sie.'sich, überzeug'««,- datz'er' gar.nicht andtcs kandesti kann.'-'--I'-'- . Wit�Ken.Slngrfffen gegen Noske-wetden- nur die- Geschäfte. der cknabhä ng i gen befotgt?:.Dich«.-.nsn«chffich moch".Sozialdemo- h«gchl":zyber, slezrind es nicht mehr,(Sehr richtig-!) Wir.müssen �«..Tre n.n ung.S sfr.ich-.schars stich unzweideutig ziehen.. DaS äomÄci die' parteibolit'ische Tcsitck silWÄt ünd� dreifach, wenn man chch-'Monatch vor'Ä'a hl'e u von' einer Bedeutung fleht, Trie wie sis NMer'noch iffcht hatten. Gerade- für die' Neuen-.in der �Partei nchst füv'-ch'Ä�w�ft-r'iw Gewistncnd'zn int unZ'-'--'''•* '''' ftsarheit und Pestimmtheft-V not.-.....- Wollen wir an die ReichKiagswählen''' km' Zeichen- der' Koalition gehen oder die Kmilifton sprengen' und allein kämpfen? Nein, wir müssen die Äo ali-t i o n s p ol i t i k, ohne die wir nichts erreicht Die Schülerbibliotheten unö Ser Geist , öes neuen Deutschlands. Von Dlr>Er ich Witte.. (hie Bilder des' Kaisers und deS Kronprinzen sind aus der Schule"entfernt, die weitere Benutzung der Schulgeschichtsbücher -ist verboten worden. Nötig ist aber eine ministerielle Verfügung, nach- der aus den Sch ü l e rb i'b ltotheke«' die j e n i-g e n Bücher b e s e i t i g't w e r d e n, d e r e n J n h a l i im Gegen- jaw' zu dem-Geist des neuen Deutschlands steht. Tlcrch Mach der Revolution hieß es in einem Ministerialerlaß, daß aus denselben diejenigen Bücher entfernt werden sollten, welche den Kr ieg an sich v e r h e'r'rl i che n.>. Fast alle Lehrer erklärten dstrausk„Solche Bücher gibt es in den Bibliotheken nichts. Dies' konnten' sie mft- einem gewissen Recht'behaupten.- Denn die Ansichten darüber, was man unter der Verherrlichung deS Krieges an"sich versteht,-.können, verschieden sein., Aber, es gibt in den Schulerbibliotheken, viele Bücher, welche im n a t.i o n a l i st i. schen, militaristischen und byzantinischen Geiste verfaßt sind.--'■ . MS Hauskurator von mehreren höheren Schulen Berlins hatte ich Gelegenheit,-mich von dem Bestand einiger Schülerbibliotheten zit-.überzeugen.' In einer Schule-erklärte mir ein Kollege, der �«.Sozialdemokrat ist, daß er eine- Reihe von� Büchern anS dem «ngegebxnen(Grunde nicht mehr ausgeliehen hätte. Unserer In» qe'n'd mutz andere- ggistige Nahrung vorgesetzt werden, als die Hghpnzollsrnjahrbücher, die. im. Geiste.' ReventlowS verfaßten Flottenbücher oder das Jagdbuch des früheren Kronprinzen, das sich in.- einer Schülerbibliothek befand. In einem-„Deutstysands Jugend" betitelten Buche fand--ich einen Aufsatz über Wilhelm IL, worin diesem so ziemlich alle Tugenden zugeschrieben werden, die ein Monarch hoben kann; nur einen Fehler hätte er, nämlich den, die Bosheit unserer Feinde nicht erkannt zu haben. Wenn Schüler ein solches Buch lesen, so werden siedirettzurGegenrevo- tution erzogen.....• Für eine Revision der Schülerbibliothek'en will ich keines- Wegs ein ra.dikales Verfahren empfehlen. Ich hätte persönlich nichts dagegen einzuwenden, daß Bismarcks Reden sowie' seine„Gedanken und Erinnerungen" darin bleiben, erhebe esber dann die Forderung, daß auch eine Sammlung von sozial- demokratischen Reden- auigenoinmen wird,' ferner- Bebels Buch Jfat meinem Leben'!.- Entfernt.man nicht- Treitschkes»Deutsche Geschichte", so müßke Maureubrechers„Hohenzollernlegende" an- geschafft werden.-»- In der Kommigion für Schul-, und Erziehungsftagen der S.-P.-D.-Gemeindevertreter von Grotz-Borlin haben wir uns vor einiger Zeit auf. den Vorschlag der Genossin Vielhaber- an den Mi. llister Haenisch mrt der Bitte gewandt, eine beson- tzere Kommission für die Revision der Schüler- ?ib l io thet en einzu setze n.. Diese hafte die Aufgabe,- Vor- Wäge für das Verbot folcher Bücher zu machen, die heute staatS- feindlich oder gefühlverwirrend auf die Jugend wirken, und eine Lifte von solchen Werken zusammenzustellen, die zur Anschaffung für Schülerbibliotheken empfohlen werden könnte». Hoffentlich diese Petition Erfolg..Einstweilen find toi? ans uns selbst an- hätten, auch bei den Wählen vertreten stnd sie durch die Wahlen rechtfertigen l a s s en.-Es ist möglich, haß die Politik dieser Regierung nicht immer verständen wivd. Aber der Pöli- tiker mutz nach seiner Ueberzcugung handeln, auch aus die Gefahr, daß man ihn nicht versieht(lebhafte Zustimmung) und»Per- räter" ruft. Darum fordere ich auch von' den Parteigenossen eine Politik der Tat und der Verantwortung, nicht eine Politik der Phrase und der Beräntwortungslosigkeit. Den Kurs halten wir geradeaus, aber wir umschiffen die Klippen, und da soll man sich nicht irre machen lassen, wenn wir abzutveichen scheinen. Wir müssen vorwärts durch eine schwere- und rrübe Gegenwar:, hindurch zu dem neuen Leben, dos auch aus diesen Ruinen blühen wird.(Lebhafter Beifall.) ODt c Diskussion über das Referat erstreckte sich auch auf die R e s o l u k i o n e.n der Neuköllner Genossen, die gegen die Freisprechung Marlohs protestieren,� Bestrafung aller an seiner Tat Mitschuldi- gen durch ein ordentliches Gericht fordern, ferner die' Verwendung von Reichswehrtruppen zu Versammlungssprengungen tadeln, das Einschreiten des Reichswehrmintsters verlangen, weiter die Ein- berufung einer. Generalversammlung, für Groß-Berlin zwecks Stellungnahme zu diesen Fragen und zur gegenwärtigen politischen Situation für notwendig erklären. Durch die ganze Debatte zogen sich Auseinandersetzungen über die Frage, ob ein Rücktritt Noskes gefordert werden soll. Gegen- Noske polemisierten besonders Dr. K ö l i tz, nach dessen An- sich t bei einer. Urabstimmung der Genossen SO Proz. sich gegen Noske erklaren' würden(Widerspruch), und Dr. Caspar:, der in dem letzten Vertrauensvotum der Funktionäre für Noske nur eine Kundgebung für den Menschen, nicht für den Reichswehrminister sieht. Zusammen mit Heller hat Ca spart die sozialdemo. fratische Fraktion- der Nationalversammlung in einer Denkschrfft ersucht, die Frage des Rücktritts von Noske zu erwägen. Noske, der a« der Agitationskonferenz teilnahm, erwiderte: Er bah« sich nicht nach seinem Posten gedrängt, sondern sei zur Uebernahme genötigt worden. Gern würde er ihn wieder aufgeben, sobald es möglich sei. All die Schwadronierer hoben, führte er weiter aus, keine Ahnung von den Schwierigkelten, mit denen ich zu kämpfen gehabt habe. Richard Müller hat kürz- lich gesagt, das deutsche Volk sei unklar und zusammenhanglos' i n die Revolution hinein getorkelt.- Jawohl, das ist richtig! Die Masse hat wirftich nicht gewußt, um was es sich handelte. Nun ist sie enttäusch t, daß nicht schon in einem Jahre der sozialistische Zukunftsstaat geschaffen werden konnte: Wir müssen ihr tagen, w:e infolge des Zusammenbruchs, den der- Krieg uns-gebracht hat, die Tinge liegen. Aus.einem kahlen, verhun- gerten. Land kann man nicht in ein Schlaraffenland hineinspringe». Jahre, hindurch, bielleicht Jahrzehnte, werdey wir hart arbei- ten.müssen, um wieder in die Höhe zu kommen. Darüber müssen wir das Volk aufklären. Als ich nach Berlin kam, hatten wir 20 WO Mann revolutionäre Truppen. Aber wenn'S schoß, waren sie nicht zu haben, nur wenn eS gegen die Regierung ging. Wir mußten uns die heranholen, die geeignet waren, den Auf- stand niederzuschlagen. Die Kommunisten gingen doch zuerst auf vie Straße. Nun wird auf mich geschimpft. Solang« ich aus meinem Posten stehe, trage ich das nötige Maß von Verantwortung in- nftzu Durch Spektakelst lasse ich mich nicht von dem abbringen, was. ich für richtig halte. Ich geh«- nur,- wenn ich das Vertrauen.der Parteigewosseu nicht mehr chäbei" Die Armee ist n i ch t r e a k't to-n ä r.' Auch die Offiziere haben an der Aufrechrerhaltung der kapitalistischen Wirt- Mast, an sich kein Jnteirksse. Namentlich von den'jnnger'etr iOfft. Zieren- können sich viele auf unsere Forderungen. einstellen. G.e- wiß, den richtigen Nachwuchs müssen wir unK' erst erziehen. Aber das erschweren uns unsere eigenen Genossen. Wie soll ich denn dann die Söhne von Sozialdemokraten in die Ar- m.e e.h.: nei n k ri e g« ut Noske erwähnte' auch den Fall des MajorS Lange.'Er bab« Lange.nicht entlassen, das fei nicht wahr.(Zuruf: Kuttner hat das Dokument!) Ich habe eS nicht unterschrieben. Lange' ist weggegangen.(Zuruf: Nachdem er schon entlassen war!) gewiesen. So- sollten die Genossen und Genossinnen, die Mit- glieder d«S Elternbeirats wyrden, die Entfernung der chauvinistischen und militari sftschen Werke aus den Schüler- bibliotheken vorschlagen, und dafür andere zur. Anschaffung emp- fehlen. Die Berliner Deputation. für die äußere» Angelegenheiten der höheren Schulen hat auf meinen Antrag eine Komm:ssion ge- wählt, die die Aufgabe hat, nach Durchsicht der Kataloge der Schülerbibliotheken die Entfernung von Büchern zu beantragen, deren Inhalt im Gegensatz zu dem Geist des ueuen Deutschlands stch-■, Komische Gpec:»vichterliebe'. Wir sind wieder«inen Schritt weiter in der Operette,«in« Spanne rückwärts im guten Geschmack. Denn zweifellos wird dieses Potpourri MendclSsohnscher Musik zu lyrischen Phantasien auS Heines Leben ein Zugstück wie das.DreimaderlhauS". Ein immer und ewig angefeindeter Dichter, ein Liebling der göttlichen Musen und der weltlichen Frauen mit seinen schönsten und reinsten Versen, — dazu ein Komponist, der für elegische, träumerisch« und verson- neue Stimmungen eine so leicht faßbare, eingängige Musik schrieb: welch einen Zusammenklang muh das geben! So dachten Bramer und Grünfeld für den Text, Emil Stern für die zusammengeraffte Musik dieses Singspiels. Der linterschied von der wirklichen Ope- rette ist nur der, daß hier so gut wie gar'nichts Eigenes mehr komponiert wird. Man entlehnt, schneidet mit der Schere aus, der- kleister: ein Klexchen �Violinkonzert mit einem.Lied ohne Worte", oder lü Takte der schottischen Sinfonie mit einem Capriccio, läßt dann ein wirkliches Lied und gar das FrühlingSIied singen— und ist am Ende erstaunt, daß Feinfühlige bei so viel schwärmerischer Musik nicht Mitgehen? Nun: uns wlll scheinen, baß Mendelssohn in Urgestakt schon verdächtig viel rührselige MeloS hat, daß die Süße verstärkt wird durch ein opcrettenhaft durchsichtiges Instrumentieren einfacher Stimmungsgebilde, und daß zuletzt ciu zwischen Weh und Ach, Verliebtheit und Entiäuschung, Histor:« und Traum hin- und herpendelndes Sprechen, Singen, Kokettieren und Witzeln dieser Musik schlecht bxlommt. Gott sei Dank, daß von deS ewig großen Bteudetsfohn.Paulus" und„Elias" nichts in dieser Parti- tur steh:. Ich hole mir einen Band Mendelssohnscher Klaviermusik vom Regal und spiele. Nein— das ist keine Musik'für die Bretter, für Beleuchtung, für Beifällsckstasen, für Schauspieler—— . Mendelssohns Töne siegten über das Klischee einer mehrfach sich wiederholenden"Handlung. Und das Publikum' jubelt«. Ich bebe ordnungsgemäß aus der Relhe-der freudig milgehenden Spielet hervor: den breit-gemütlichen Direktor C Harle, den in Leid und Jubel gleich ausgezeichneten Heine des Johannes Müller, und von den Damen, die, wenn sie schön und lieb sind, so oft vergeblich geliebt werden, die anmutige, reizende Else Müller. Artur Gutt- mann leitete das Ganze niit seinem bargen Orchester sehr um- sichtig und schwungvoll.. �_ J K. S. Das Lerlustkout» des Weltkriegs. D:e„Car n e g i e- S t i f. tung fürdeg/internationalen Frieden" hat soeben in Washington enten Gesamtbericht über die direkten und-.inpirektyn Verluste im Weltkrieg veröffentlicht. Diese Verluste betrage«: is-toatm Date. 331 612 542 560 Dollar Ausgaben. Die Ausgäben der am Kriege bereit ugren Länder werden auf 186 Milliarden Dollar Wir werden, schloß NoSke, soviel revolutionäre Errungenschaf- ten behalten, wie die Arbeiterschaft zu behaupten klug genug ist. Die rückläufige Bewegung macht dielleicht beträchtliche Fortschritts, aber nicht, weil ich„zuviel Blu: vergossen habe", sondern weil die ungeschulte Masse jedem Phrasenheld nachläuft. Nur dann wird die deutsche Arbeiterklasse i m B e s: tz d e r politischen Mach: bleiben, wenn sie sich fähig, erweist, die Geschicke des Reiches klar zu lenken. Deshalb müssen wir sie darüber, aufklären, was auf dem Spiel steht! iSiarker Beifall.). Nach Schluß der Debatte wiederholte Caspari mehrere von ihm an Noske gerichtete Fragen, so daß Noske in. nochmaliger langer Rede antwortete. Die erste Mitteilung über die Vor- gänge in der F r ckn z ö fisch e«'.Straße sei ihm in der Zeit heißester Kämpfe gemacht worden, wo. er sie naturgemäß we- niger beachtet habe. Erst allmählich seien Einzelheiten bekannt geworden. Sobald er den Eindruck hatte, daß dort Schlimmes ge- scheben sein müsse, sei mit der Strenge des Gesetzes vorgegangen worden..-.... Die Konferenz beschloß nahezu einstimmig,' die Neuköllner Resolutionen als durch diese Aussprache erledigt anzu- sehen. Nach langer. Geschäftsordnungsdebatte wurde— gleichfalls fast einstimmig— beschlossen, daß die Konferenz sich der- in Caspari» Hellers Denkschrift niedergelegten.. Ansicht über einen Rücktritt Noskes nicht anschließt. Einstimung wurde dann noch folgende Resolution ange» nommen: Die Versammlung sieht in hem Vorgehen der Entente in den besetzten Gebieten«inen neuen Deweis dafü?, daß die kapitalistischen Regierungen' der feindlichen Länder die. völlige Vernichtung und Versklavung Teutschlands beabsichtigen. Die Versammelten sprechen der Bevölkerung,' des Rheinlandes ihre volle Sympathie aus und erwarten, daß diese, trotz aller - Unterdrückung, treu zur. deutschen lliepublik hält. Von den Sozialisten der Ententelände'r wird erwartet, daß sie alles tun, ihre Regierungen zu drängen, daß der Versailler Friedensvertrag nach den Grundsätzen des Se l b st b e st: m m n ng s r e cht s der Völker revidiert werde. Unsere Regierung sollte alle Kräfte einsetzen, das Schicksal unserer Volksgenossen der besetzten Gebiete zu bessern. An dem Willen der Regierung dazu kann kein Mensch zweifeln. Aber Enwnteoff.iziepe, Senegalesen und Anamiten hören nicht auf unsere Besebwerden. Hat doch z. B. General N u d a n t am 5. Oktober aus deuislbe Noten geantwortet daß die BeiatzungSbebörden gegenüber allen deutschen Parteien strenge Neutralität peinlich bo- obachten— und jetzt hat der Stabschef de? Generals Gerard eine Schrift- in Sttaßburg erscheinen lassen, in d:r er diese Neutralität ablehnt und verhöhnt!_ dieSeschaffungsbeihilfe für Staatsarbeiter. Der Reickjsfinanzminlster hat verfügt, daß den bisher von der Beichafftingsbeihilfe ausaeiMoffenen Nn'-est eil- ten und Arbeitern die Hälfte der.Bescka-ffungsbeihilfe sofort zu zahlen ist. sofern sie am 3. September mindestens drei Monate ununterbrochen im Reichs- oder Staatsdienst oder bei einer Kriegsorganisation beschäftigt waren und am 3. Dezember sich in ungckündigter Stellung befaniden.!---- Außerdem hat bei einer Besprechung von Vertretern der verschiedenen in Betracht kommenden Reichs- und Staatsämter eine Vereinbarung dahin stattgefunden, daß man im allgemeine« nicht je n chh e r z i a. verfahren soll«iä. bei Beurteilung der Zpstan'digkeft. der/ Veschaffunosbeibilfe Unferbrechungen ' von..(HA.. MMfAtge»)- n ich t-äks Unter» brechungen zu beträchten seien.;'.■. �ine Erklänmg Schelüemanns. Das„Kasseler VolkShlatt" en:hält eine Erkl-ärung des Ge- nossen Scheide mann, in der es heißt: Die Behauptung, daß ich eine Prämie auf, die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts ausgesetzt hätte, kann nur dem Kopfe eines gehirnkranken Menschen entstammen: geschätzt. Die indirciten Ausgaben belaufen sich auf 151612 542560 Dollar: Darin st auch die Summe der Schäden einbegriffen, die die Neutralen erlitien baden: sie ist mit 1750 000 000 Dollar ange» setzt.' Die rndtreiten Ausgaben umfassen auch das Minderergrbnis der Produttion, das auf 45 Milliarden geschätzt wird, und die Unter» stützungen, die im Laufe des Krieges verteilt würden(1 Million Dollar). Der Lobenswert der gefallenen Soldaten ist auch berechnet worden. Er ist eingesetzt bei den indirekien Unkosten mit einer Summe von 33,5 Milliarden Dollar. Die Verluste cm Gütern ver- teilen sich folgendermaßen: Verluste zu Lande: 20,9 Milliarden Dollar, zur See: 6,8 Milliarden Dollar. Die Zahl der ihrer Person nach festgestellten Toten wird mit 9998 771 berechnet: die Zahl der Vermißten, die für tot gehalten werden, beträgt 2 991 800. Dieser genxtliigen Zahl der Kriegsopfer müssen aber noch weiter die Menschen bimfligerechnet. werden, die in-- folge von Krankheiten, Epidemien. Entbehrungen und physischer Erschöpfung geswrben sind. Ihre Ziffer wird man nie genau angeben k.nnen. Wägnrr in Paris. Am Sonnabend fand im Trocadäro, dem größten Pariser Theater, unter der Leitung des Schauspielers Lugne-Poä tin große? Konzert statt, das ausschließlich den Werken Richard WognerS gewidmet war. Das beste Pariser Orchestet, Colonne, mit hundert Mitwirkenden spielte vor überfüllt«: Saale und unter großem Beifall des Publikums. Reue Filme.' Im.2ichtfpieI-Palast- Unter den Linden 21 blühte» .Dle weißen Rosen von Ravensberg-. E« ist schade, wie hier fleißige und saubere Regitarbeit an einen entsetzlich kitschigen und ganz ungeeigneten Schmachtletzen(noch dem Roman der Frau Gräfin-Euiernia d. AdlerSseld-Dallcstrem tcchgihore«! verwendet wurde. Auch die bübiche Uschi Slleoi Tchöneberg. Am 27. Dezember. 814 Uhr, im Tunnel der»Reuen Rathaussäle", Martin-Lucher-Str. 53. Weihnachlsscier. Eintritt, inkl. Tanz, 50 Pf. Kinder in Begleitung Erwachsener srei. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Tourtften.Perein„Die Ramrsreuube". Dienstag, 7 Uhr, im Berlincr Klubhaus, Ohmftraße Z, Ortsgruppensixung. HewerkschaflsbewMng politische Maßregelung oöer Kündigung wegen Sabotage! Dieser Tage ging die Mitteilung durch einige Blätter, daß in der Eisenbahnhauptwerlstätte Grunewald zwei Arbeiter gemah, regelt worden seien, weil sie in einer Betrieösvermiiu�irng die heutigen Zustände beleuchtet und der Regierung ein sch-$ 1 Mißtrauen ausgesprochen hätten. Nach ein« in der„Freiheit" abge- druckten Zuschrift hatten die in Frage kommenden Arbeit« auch betont, datz für dieses zusammengebrochene System den Arbeitern nicht« daran gelegen sein könne, die Produktion sonderlich zu er- höhen, vor allem solange, als bis nicht die Arbeiterschaft an allen Stellen den ihr gebührenden Einfluß habe und damit eine genaue Kontrolle über die Verwendung der Fertigprodukt« bekomme. Nachdem diese Ausführungen zu Ohren einiger Beamten ge- kommen, ist die Kündigung der betreffenden Arbeiter veranlaßt worden. Im Werlstättenamt wurde dem Kontrollausschutz erklärt, daß von einer höheren Instanz die Kündigung verfügt worden ser, woran das Werkstättenamt nichts ändern könne. Von zuständiger Seite wird den P. P. R. versichert, daß die Kündigung nicht erfolgt sei, weil die Arbeiter ihrer politische» Ueberzeirgung Ausdruck gegeben hätten. Die Eisenbahnverwal- tung denke nicht daran, das Recht der freien Meinungsäußerung oder der poTitischen Betätigung ihrer Arbeiter irgendwie zu beein- trächtigen. Bei dem Verhalten der Arbeiter handele eS sich aber nicht um ein Werben für ihre politischen Ansichte», sondern um den Versuch, die Arbeitsleistungen in den Eisenbckhnwerkstätten herabzudrücken und dadurch zum Schaden deS gesamten DolkeS das Eisenbahnwesen und mit ihm das Wirtschaftsleben zum Erliegen zu bringen. Darin liege eine Aufforderung zur Sabotage. Die Eisenbahnverwaltung dulde nicht, datz ihre eigene» Arbeiter sich der nach dem allgemeinen Volksempfinden unbedingten Not- wendigkeit des Wiederaufbaus urkseres Eisenbahnwesen? wider- setzen. D« Eisenbahnminist« habe deshalb die von der Eisenbahndirektion ausgesprochene Kündigung gebilligt und keinen Zweifel darüber gelassen,, datz auch künftig Arbeit«, die zur Sa- botag« der Arbeitsleistungen auffordern und ihre ArbeitSgenossen »«anlassen wollen, die Leistungen absichtlich niedrig zu halte», un- (er allüfl Umständen sofort entlassen werden. rs.L Von einem Genossen erhalten wir hierzu noch ein Schreiben, worin die Auffassung zum Ausdruck kommt, datz im vorliegenden Fall das MitbestrmmungSrecht de? KontrollauSschusseS völlig außer acht gelassen worden sei. Nicht um die entlassenen Personen han- dele es sich hier für ihn, sondern um die Tatsache, datz der Kon- trollousschutz gar nicht zur Mitentscheidung herangezogen wordeit sei. Unt« keinen Umständen dürfe«ine ReichSbehörde die Grundrechte der Arbeit« außer, acht lassen. Teuerungszulage der Buchbinder. 'In einer«m Sonntag abgehaltene» Versammlung dsx Buchbinder aller Branchen wurde ausgeführt, daß sich im Hinblick auf die bevorstehende erheblich« V«t«ueruna de« täglichen BroteS das Verlangen nach eine? entsprechenden Lohnaufbesserung immer drin- gendtt wird. Die seit länger« Zeit schwebende» Tarrfverhrüchlun. gen, die«ine Erhöhung der Teuerungszulagen bringen sollen, seien mit Rücksicht auf die Tarifverhandlungen der Buchdrucker hinauSge- schoben und erst in den. letzten Tagen aufgenommen worden. Bei diesen in Leisgig geführie» zentrale» Verhandlungen iei «ine Teuerungszulage von LS bis 30 M. für Arbeiter und 10 bis 16 M. für Arbeiterinnen vereinbart worden. Abgesehen von diesen Verbandlungen sei bei den Berlin« Buchdruckereibesitzern eine Verhandlung Wege» Gewährung einer Teuerungszulage an die Büch- hinder. beantragt worden. Di« Verhandlung wird voraussichtlich am Montag oder Dienstag beginnen. Um ein« Milderung der dringendsten Notlage herbeizuführen, wird an die Forderung einer einmaligen MrtschoftSbeihilfe gedacht. die aber von der Arbeitgeberorganisation abgelehnt wurde. Ja,' eS ist den Arbeitgeb«», die geneigt waren, sich mit ihren Arbeitern üb« diese Forderung zu verständigen, von der Leitung der Arbeit-. gaberoryanisation verboten worden, de» Arbeiter» größere Zuwen- düngen zu machen. Bei der.Firma A S Serrmann ist e? wegen der Forde- rung einer WirtschaftSbeibilfe zur Arbeitsniederlegung gekommen, die mehrere Tage währt«. E» ist eine Vereinbarung zustande gekommen wonach Sj« Firma den Arbeitern ein« Zuwen» dung macht, womit dies« sich zufrieden«klärten. I» der V ersann». lung wurde der Wunsch ausgesprochen, datz in den, Betrieben ver- sucht iverden solle«ine Verständigung mit d«» Arbeitgebern Üb« ein« noch t»r Weihnachten zu gewährende besondere Zuwendung herbeizuführen. �. Tie Beissanrmlung stimmt« ein« Resolution zn. welche.daS mehr als träge?«holten des Zentralvorstandes" gegenüber der Forderung der Teuerungszulage verurteilt und die Arbeitsgemein- schaft ablehnt._ Der Tarifvertrag für die Berliner MetaMndnffrie wurde.-wie wir bereits in d« SormtaaSnumm« berichteten, vom RoichSarbeitSministerilim am IS. d M. für allaemeinderknndlich er- klärt. Di« Verbindlichkeit beginnt laut dieser Verfügung am 1. No- vember 1919. Infolgedessen müssen sämtliche Betriebe der Metall- induftrie» die in der Verbindungslinie liegen, den Tarif- vertrag in seinem vollen Umfang«, anerkennen nnd somit auch die darin bornesebenen Gebälter sahnen. Aufgabe sämtlicher Angestell- tenaiizkchüsse her Metallindustrie ist e» nun, den Nutzen dieser Ver- bindlichkeitSerflärung wahrzunehmen. DeuffAer TrimSportarbrtrtnierband. DkenSiaa. den 23. Dezember, morgens 9 Uhr. im Gewersschartshaus.»roßer Saal Sngekufer 14'15, Große Versonnnlun» aller Wächter. Wächterinnen. Obert? ächter, Kontrolleure, Oberkontrolleure und Wachtmeister. Tagesordnung: ,Di« Airtwort der Unternehmer aus unser« eingereichten Fordernngen". >.(F, G. 5 rnnl Osdorf. Sämtlich« Kollegen heute. Montag, pünki- llch 12 Uhr. im Arbeitslosenraum des D. M. V.. Llnienstr. 83—85, zwecks Unterfiütz»np( Enckossunasvaviere und. Streitkart« mitbringen. BnchdrtickereihilkSarbelter und nntbeiterinnen, die auf dem Boden der S. P. D. stehen, versammeln sich, beute um 5 Udr im.Schultheiß- Restaurant". Reu« Jakobftr. 25. Tages Ordnung: Stellungnahme zum neuen Reichitarff. Referent Verbandsvorfitzend« E. Pncher. Ms aller Welt. Vt« Lehrerstreik in Salzburg hat M« vewilklgung einer AehatlSerhöhung durchgesetzt. Frauen tu den Ministerien. Durch die bürgerliche Press« ging ein« Meldung, wunach Frau Tora Berliner als erste u-eidlich« Ne- ferentin in da» ReichSwirtschaftSministeriuai berufen wurde. Diesen Ruhm kann die kommunalisierungKabholde Dame, die sozialisieren helfen soll, nicht für sich in Anspruch nehmen, �m Neichäwirtschaft»- Ministerium sitzen, wie auch in den anderen Ministerien, wo Frauen» imeressen in Frage kommen, schon mehrere Reierentinnen darunter auch Parteigenossinnen. Wir nennen u. a. Frau Müller-Oestreich, Frau Dorothea Hirschfeld(ReichSarbeitSminlsterium), Frau Meta Krug sReichSwohlfahrtSministerium). HafenbeschSdigung. Der amerikanisch« Dampfer Darkandare ist nachts, als er den Lotsen absetzen wollte. IL Meter tief iu daS Der angerichtete geschätzt; auch der b«r luxbavener Mole n wird auf üder«in« Million Dampfer schernt beschädigt zu fein. etirtofionSunglfitf. Bei einem Reichswehr. llebungsschiesten in Rreckow explodiert« der Bltndgänger einer Min«, wobei drei Sol- baten getötet und fünf schwer verletzt wurden. Der Löwe t» la». Während einer Jugendversammlung im Saale des Leipziger Zoologischen BartenS gegen daS Kinoun. we sr n entstand am Freitagabend ein Tumult, weil plötzlich Low- boyS(Filmschauspieler), die bei einer glei-�citig staltfindenden Kinoaufnahme mitwirkten, mit dem Rufe:„Der Löwe ist loS!" hereinstürzten. Während der Aufnahm« war ein Löwe über daS Schutzgitter gesprungen, doch wurden sogleich die Türen des be- treffenden Raumes geschloffen, so dah die Gefahr beseitigt war. Wegen Hinderung der Kartoffelrevifi»« verurteil« das ameri» konische Gericht in Montabaur drej Landwirte zu je vier und zwei Landwirt« zu je einem Monat Gefängnis. Der Gemeinde Maxenin würben bi» auf wettere« dt« ameriiamschen RahvungSmittel eut» zogen. Snade Schieber. In der oberöfterreichifchen Hauptstadl Linz wurve von der Polizei ein kaum ld Jahre alte» Bürfchchen anae- ballen, das ein Plerd am Züpel iührte und e« zum Kauf anbot. Tie Erbebungen ergaben, datz der Bub stch ganz ernstlich alS Grofc« bandler betätigt. Et liefert nach Linz LandeSprodulte wnggon» weise aus eigene Rechnung und Gefahr. Als der Junge den Handel vor zwei Jahren begann, war ereindreizebnjäbrigeS Kind, das fast nichts beiatz. Heule batet es bereit« zu einem Der« mögen von b8 UOO Kronen gebracht. Wetterbericht bt, DienS-ag mittag: Milde«, vorwiegend wo!» kigeS und vorübergehend aufheiterndes Wetter mit wiederholten Regenfällen. D-ran w.«lr l>.n r-d-ittion. Teil:«et»,»t-lei, Tb-rl-ttenduri,: kllr Anz-inen- Tb.»locke. Berlin. Vcrlo«: B°rwSrt».B.rl°a G. m. b. S.. Bern n. Druck' Bor- warls-Buchdruckerei ll.«erloasansloll Paul Sinoer II. To. Berlin. Lindenstr.». W> Ubi Süte- Sänger "" S•Bein. MttuL der ttettinar Sänner. knounu nchra 8 Ohr •rnäB PrelBeiroll. ätrvd. Programm) t Kind Iren• __ Baoctn u gebtaltet liaiBgea-Xauart. Beg. 7.i»0hr. VoirtrU. U-IW a.«—8 Ubr. (ir. Welhnactau-Programm l xtis sof. ab Lager G. Wagner Rellin l« CöpenickerStr.;i. Verl. Sie Pral. 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