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Familien- Anzeigen, politische und gewertschaftliche Bcreins- Anzeigen 1�0 MI. die geile. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 63. Lindenstrasse 3, abgegeben werden. Dcössnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemohratifcben Partei Deutfcblands KZSBZ NeSaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. aer«>prcct»er! Amt Moretipla«, Str.»!»» SO— I.i>I»7. Dienstag, den Ä3. Dezember INILK vorwärts-verlag G.m.b. K., SW. b8, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Moritkytat?, Nr. 117 33— 51. llül miHiill illMBKtlWiMWUAiüMI Studium der Volksschullehrer. Der Erlaß des Kultusministers, durch den das Seminar mit den Vollanstaltcn und das Seminar- Abiturium mit der Reifeprüfung einer Obcrrealschule gleichgestellt und damit das Lehrerseminar faktisch als höhere Schule an- erkannt wird, hat in gewissen akademischen Kreisen wie eine Bombe eingeschlagen. Ter„Reichsbnnd akademischer Beimfsslände", der 2300lK) Akademiker umfassen will, wendet sich in einem Aufruf an die Oeffentlichkeit, daß durch die Zulassung von„Halb- akademikern" und ungenügend vorbereiteten Junglehrern zur Universität das„Niveau der Hochschule herabgedrüikt" tverdc. Eine Studcnteukorporation wende: sich an die andere in banger Sorge um eine mögliche„Verproletarisicrung der Universitäten". Sie fassen Beschlüsse, die sie dem kommen- den Philologcntag in Halle im Januar 1920 vorzulegen gedenken. Die Senate der Universitäten, besonders der süd- deutschen und sächsischen— Tübingen, Erlangen, Leipzig— sträuben sich mit Händen und Füßen gegen die ungeheuer- liche Zni-mtung der Regierung. Volksschullchrer als Vollbürger an die Uliiversitäien aufzunehmen und sie gar promovieren zn lassen. Auch die philosophische Fakultät stellt sich der Zu- lassung der Lehrer zur Doktorpromotion, auch wenn sie ordnungsgemäß studiert und die Eigänzungsprüfilngen abge- legt haben, durchaus ablehnend gegenüber. Man be- streitet dem Ministerium das Recht, in die„Autononiie" der Universitäten einzugreifen. Ferner macht die Oberlehrerschaft mobil. Sie fürchtet eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz, spricht von der„unmöglichen Gleichstellung der Seminare mit der höheren Schule" und sieht genau wie die Studierenden die„Ver- Proletarisierung des Akadennkerstandes" heranrücken. Wie liegen nun die Dinge in Wirklichkeit? Bei näherer Betrachtung erweist sich der Streit als ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Hierfür ein Beispiel: An der Universität Halle studieren etwa zehn ehemalige Lehrer, die das Reifezeugnis nachträglich envorben haben. Zwei dieser Lehrer- studenten sind Juristen. Die übrigen acht verschwinden in der großen Zahl der Hörer, die sich zurzeit auf 3t74 beläuft, und dürsten zu der sehr bedenklichen Verproletarisicrung der Studentenschast in wirtschaftlicher Hinsicht sicher den geringsten Anteil beitragen. In den„Vorschriften für die Studierenden der Landes- Universitäten" ist die Vorschrift enthalten:„Als Studierende dürfen nicht aufgenommen werden: Reichs-, Staats-, Gemeinde- oderKirchenbeamte." Hiernach muß der Lehrer, der nach der Ver- sassung als öffentlicher Beamter gilt, sein Amt aufgeben, wenn er von der Möglichkeit zum Hochschulstudium Gebrauch machen will. Das ist aber völlig ausgeschlossen, denn wie soll ein Lehrer, der in der Regel in durchaus bescheidenen Verhält- nifsen lebt, mindestens' drei Jahre lang sein Einkominen auf- geben und außerdem noch 5kollegiengeldcr zahlen. Es bleibt also dem Lehrer nur dir Möglichkeit, auf das Studium zu verzichten oder sein Einkommen aufzugeben, was in der Mehr- zahl der Fälle mit der Gefahr des Hungerns identisch sein dürfte. Hier kann die Regierung mit einem Federstrich helfen, indem sie den sogenannten Beamten Paragraphen streicht, so daß die Beurlaubung des Lehrers für die Zeit des Studiums genügt. Man befürchte nicht, daß ein durch Fortsall des Beamtenparagraphen erleichterter Zustrom der Lehrer zur Hochschule diese zum Einschlagen der Oberlehrerlaufbahn verleiten nnd so der Volksschule eist- fremden würde. Die Lehrerstudenten wollen dielmehr zurück zur Volksschulel Dazu studieren wir— so wird uns von einem Volksschullehrer geschrieben— an der Hochschule! Darum setzen wir uns als alte Knaben noch einmal auf die gymnasiale Sckulbank. Darum aber begrüßen wir ganz be- sonders den ministeriellen Erlaß. Wir wollen nicht Oberlehrer werden, W i r w o l l e n d e m V o l k s s ch n l w e s e n erhalten bleiben. Für uns gibt e« keinen Unterschied zwischen Oberlehrer und Volksschullehrcr; stellen sich aber die Akademiker weiter in Gegensatz zum Volksschullehrcr oder nehmen sie gar auf dem Philologentag in Halle eine Reso- lution gegen das Volksschullehrerstudium an, so werden wir uns zu verteidigen wissen. Dringender als je bedürfen wir heute der studierten Lehrer. Die Entwicklung schreit nach ihnen. Die Volks- schule den Volksschullchrern! Und nur ihnen! Heute ist die Volksschule in den Händen von Schulverwalwngsbeamteu. welche das Wesen der hohen Schule zwar einst studiert haben, von der Praxis der Volksschule aber nur äußerst mangelhafte Kenntnisse besitzen. . Die studierten Volksschullehrcr, soweit sie ein gewisses Universitätsstudium abgeschlossen haben— sei es durch eine größere Arbeit oder Ablcgung eines Examens—, sind zur weiteren verwaltungstcchnischen Ausbildung im Volksschul-' Verwaltungsdienste in die Regierungen oder Ministerien als Der weiße Terror in Ungarn. Die Parteilci tung der d e« t s ch ö st e r r e i ch i s ch c n Sozialdemokratie erläßt folgenden Aufruf: Au die sozialistische» Parteien aller Länder! Seit dem Sturz der Rätcrcgierung wütet in Unflarn der weiße Terror. ALe Gefängniffr sind überfüllt. Sozialdemo» krateu, Kommunisten und Arbeiter werde« in den Gefängniffea fürchterlich mißhandelt. Dem roten Terror in der Zeit der Räte- diktatnr sind 500 Menschen zum Opfer gefallen, der weiße Terror soll seit dem Sturz der Räterepublik schon 5000 Menschen gemordet haben. Zu den brutalen Morden der weißen Garde gesellen sich die „legalen" Morde der konterrevolutionären Justiz. Täglich«erden in Budapest Todesurteile gefällt. Viele dieser Urteile sind schon vollzogen. Zum Tode verurteilt werden nicht nur Ver- b r e ch c r, denen der Bürgerkrieg Gelegenheit zur Betätigung ihrer Mord- und Raubgclüste gegeben hat, sondern auch lautere Idealisten nnd ehrliche Revolutionäre, So ist Corvin zum Tode verurteilt worden, ein Mann, den alle, die ihn kennen, als einen vom reinsten Adcnlismns erfüllten Revolutionär schildern und von dem alle,»ie seine Tätigkeit in der Zeit der Rätediltatur beobachtet haben, bestätigen, daß er einen hart- näckigen Kampf gegen die verbrecherischen Exzesse des Terrors geführt und ihm viele seiner Opfer entrissen hat. Ebenso harrt vieler anderen ehrlichen Borkämpfer des ungarischen Proletariats der Galgen. Die E ntentemöchte haben die ungarische Rätediktatur zu Falle gebracht, mit ihrer Zustimmung wurde Budapest vor dem Ab- zug der rumäaisilicn Truppen von der konterrevolutionären weißen Garde besetzt. Tadurck) wurde das ungarische Proletariat den Cavaignacs und Gallisets der ungarischen Konterrevolution ausge- liefert. So sind die Enteuteregicrungen mitverantwortlich geworden für die Ereignisse in Budapest, aber die Ententeregierungen haben zwar zur Zeit der Rätediltatur konterrevolulionäre Bourgeois gegen de» roten Tereor mit Erfolg geschützt, sie haben aber bisher noch nichts getan, um revolutionäre Proletarier gegen dir wilde Rachsucht des weißen Terrors zu schütze». Schweigen die Regierunge«, so haben die Arbeitcrmasseu zn sprechen! Wir fordern daher die sozialistischen und Arbeiterparteien aller Länder auf, mit uus gegen die blutige» Greuel der ungarischen Konter- revolution zu protestieren. Wir fordern insbesondere die Ar- beiter und Sozialisten Großbritanniens, Frankreichs, Italiens nnd der Bereinigten Staaten ans, von ihren Regierungen zu verlangen, daß sie durch ihr Machtwort dem grau- sauien Wüten des weißen Terrors in Ungarn ein Ende setzen. Genossen bedenkt, daß in Budapest Tag für Tag Todesurteile gefällt, von Woche zu Woche Todesurteile vollzogen werden. Ihr müßt laut, Ihr müßt vor allem schnell sprechen, wenn ihr die Vorkämpfer des ungarischen Proletariats ihren Henkern entreißen wollt! Wien, 22. Dezember 1919. Der Partcivor stand der dcutschösterrrichischen Sozialdemokratie. ES ist zu hoffen, daß die Arbeiterklasse in denjenigen Ländern, auf die es hierbei ankommt, die heilte alle Macht haben und die sie allüberall nur zur Fvrdernng der Gewalt und gegen Freiheit und Gerechtigkeit gebrauchen, ihre Regierungen durch starken Druck veranlassen wird, wenigstens die Bluthcrrschaft in Ungarn zu beende», dir die ncne Man- archie einleite« soll._ Der Senat macht Frieöeu! Acuter meldet aus Washington, daß der SenatsauSschnß für auswärtige Angelegenheiten die neue Entschließung Kuvx', in der der F r i e d c n s z n st a n d mit Deutschland er- klärt wird, mit 7 gegen 3 Stimmen gutgeheiße« hat. Die Entschließung tritt ein für FricdenSerktärnng, für Bei- beHaltung aller materiellen Vorbehalte, die für die Vereinigten Staaten ans dem Vertrage von Versailles erwachsen nnd für die Beirästijjuug der allgemeine« Unterstützung praktischer Pläne für einen internationalen Friede nSbuud durch die amerikanische Regierung. Eine neue Niederlage für Wilson! Daß der Senat Gegner der Wilsonschen Politik ist, und namentlich gegen die Ratifizierung des Versailler Vertrages beharrlich Front macht, ist zwar nichts Neues. Aber eS ist dennoch bezeichnend für die entschiedene Gegnerschaft, auf die das Werk des Obersten Rates im amerikanischen Parlament stößt, daß die Republikaner nnd auch ein Teil der Demokraten b e i j e de r neuen G e l e g e n he i t dem Präsidenten ein neues M i ß t r au e n s v o t u m erteilen. Wollte dieser durch seine Starrköpfigkeit den Widerstand seiner Gegner ermüden, so dürfte er nunmehr diese Hoffnung aufgeben. Bereits ein- mal war ein ähnlicher Antrag in der Plenarsitzung des Sc- »ats angenomnicu worden, doch fehlte die Zweidrittelmehr- heit, die nach der amerikanischen Versassnug nötig ist, um den Beschlüssen Gesetzeskraft zu verleihen. Nnn ist der neue Autrag Knor zwar erst im Ausschuß angenommen worden,»ud es ist»och keineswegs sicher, ob er diesmal im Plenum die notwendige Zwcidrittel-Majorität erlange» wird. Entspricht die Verteilung der Kräfte im Plenum der Ab- stimmung im Ausschuß, dann dürfte allerdings der Frie- denszüstaud zwischen Amerika und Deutschland endlich Gesetz werden, zum beiderseitigen Nutzen und— was auch nicht schaden kann— zur Warnung für die Pariser und Lon- doner Herrschaften. Es scheint übrigens, daß Amerika nicht allein europa- müde sei, sondern auch die ganze Meuschlichkritstragödie, hie seit Monaten im Gange ist, allmählich satt bekomme. An Stelle des Versailler Völkerbundes, der bis auf weiteres nur eine G. m. b. H. zur Eintreibung deutscher Forderungen ist, soll ein wirklicher Friedensbund treten. Weuu dies ein Bund gleicher Völker mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten sein soll, können wir den neuen An- trag Knox im Interesse der wirtschaftlichen, politischen und moralischen Genesung der Welt nur ans das wärmste begrüßen. wissenschaftliche Hilfsarbeiter zu übernehmen. Auch die päda- gogischen Akademien sind die ausschließlichen Domänen für ehemalige Seminaristen. Nur im äußersten Notfalle rufe man regulär studierte Akademiker dorthin, die in ihrer Mehr- zahl ja doch bisher über Volksschulwesen redeten, ohne es zu kennen. Der studierte Lehrer steht nicht außerhalb der Lehrer- schaft, er ist vielmehr ihr tapferster Mitkämpfer. Zwar sind eS nur wenige und werden wenige bleiben, die Geld, Zeit und Kraft zum Weiterstudium aufzubringen in der Lage sind. Opfer, die ihnen keine Regierung, kein Ministerium jemals zu ersetzen vermag. Aber wir wollen endlich los von dem Druck, der auf die Volksschulentwicklung ausgeübt wurde. Nochmals: Wir wollen nicht irgendwo alS fünftes Rad am Wagen an einer kleinen höheren Oberrealschule das höhere Schulwesen verproletarisieren. nein, wir wollen das Volks- s ch u l w e s e n endlich von den Herren säubern, die nicht die Aufwärtsentwicklung gefördert, sondeni die Niederhaltung der Volksbildung systematisch betrieben haben. Wir wollen das jahrzehntelange Versäumnis des alten Re- gimes nachholen uiid die Verbindimg zwischen pädagogischer Wissenschast und Volksschule herstellen, die zurzeit noch völlig fehlt. Darum ist den regulären Akademikern die„Karriere im Volksschuldienst" solange zu verschließen, wie die Einheits- schule noch nicht verwirklicht ist! Die Volksschullehrcr an die Universität und von dort zurück ins Volksschulwesen! Das erst nennen wir dem Tüchtigen freie Bahn. Und in diesem Sinne Protestieren wir studierenden Lehrer energisch gegen die Angriffe und Be- etnflussungen der öffentlichen Meinung durch Universitäts- senate, Fakultäten, Studenten- nnd Professorenschaft. Die Danziger Warnung. Zu dem unter dieser Ueberschrift erschienenen Artikel er» halten wir von anderer pacteigenössischer Seite nachstehende Ergänzung: „Der Verfasser hat ztvei Momente außer' Betracht ge- lassen, welche das Wahlergebnis doch weit günstiger erscheinen lassen. Bei den Wahlen zur National- und Preußischen Landes- Versammlung gab es in Danzig noch eine große Anzahl im Militärdien st stehender Personen. Ferner waren die Staatswcrk statten noch mit den vollen Kriegsbeleg- schaften der Arbeiter tätig. Diese Massen haben zum größten Teile der Sozialdemokratie ihre Stimnie gegeben. Jetzt nach Schließung resp. nach Uinlcgnng der Staatsbetriebe ist nur eine kleine Belegschaft vorhanden. Die früher tätigen Staats- arbeiter und die Militärpersonen haben Danzig verlassen müffen. Ferner haben die Kommunisten einen größeren Anhang gefunden als bei den Nationalwahlen. Sie haben am Tage der Stadtverordnetenwahlen eine Gegendemonstration auf dem Heumarkt veranstaltet, welche die politisch nnerfahre- nen Arbeiter in Lerwimny brachte und von der Wahlbcteili- gung abhielt." Soweit die Zuschrift. Das letztere Moment will uns wenig durchschlagend erscheinen. Die„politisch unerfahrenen" Arbeiter sind nicht so leicht ins Garn der kommunistischen Wahlenthaltung zu locken, wenn die Sozialdemokratie streng Uno unbeugsam eine einheitliche demokratische Linie innehält und nicht mit der unabhängigen Diktatur liebäugelt oder sich gar mit ihr verbindet. Größeres Gewicht hat die erste Erklärung. Durch die Abwanderung sind sicher verschiedene tausend sozialdemokra- tischcr Wähler der Partei verlorengegangen. Aber auch dieser Grund wird fiir den ungeheuren Stimmenverlust nicht aus- reichend erscheinen, wenn die Zahlen hart nebeneimnrdergerückt werden. Es haben nämlich erhalten bei der Rationalwnlil PreußeiNvalil Stadtverortnetenwahl 19. Jan. 1919 26. Jan. 1919 14. Dezbr. 1919 Sozwldemokratc». 46 482.69 917 27 257 Demokraten... 27 920 23 452 11996 Zentrum.... 17246 17 196 11LL9 Bolen.....—— 7893 Deutschnationale. 15 677 13 678 18 382 Wirtsch. Vereinig..—— 12 960 Wahlbeteiligung: , 80°/, 73% 81% Die Zahl der Wahlberechtigten hat seit deni 19. Januar um rund 1! 000 abgenommen: die sozialistischen Parteien haben aber in derselben Zeit rund 19 000 Stimnien verloren, das ist ein Verlust, der mit den beiden oben angeführten Gründen nicht zu decken ist. Mindestens für die noch fehlenden Tausende bleibt als Erklärung nur die Annahme übrig, daß diese Wähler an der Partei irre geworden sind, weil sie sich in Danzig bereit ge runden hat. die demokratischen Grundsätze zu verleugnen und den unabhängigen Nätediktatoren Gefolgschaft zu leisten. Die Danziger Warnung verliert durch die obige Zuschrift also nichts von ihrem Gewicht und ihrer Bedeutung. �Walow in DeuSsthlsnü. Am Sonnabend meldete die„Deutsche Allgem. Zeitung�, daß sich Truppen des' Obersten Awalow in Deutschland be- fänden, die wieder an die baltische Zront gehen wollten, um gegen die Volschclviki zu kämpfen. Der Abtransport werde erfolgen, Ivenn die Entente damit einverstanden sei. Das Auswärtige Amt habe sich schon deswegen mit den Vertretern des Verbandes in Verbindung gesetzt. Jetzt wird„von zuständiger Seite festgestellt�: Die Annahme, die deutsche Regierung habe über die in das Lager von Neisse gebrachten Baltikum-Russen ba3 freie Ver- fügungSrecbt, trifft nicht zu. Diese Russen find auf Anordnung der interalliierten Baltikum-Kommisfion nach Deutschland ab» transportiert worden uud stehen weiterhin zur Verfügung dieser Kommission. Dadurch wird die Sache zwar etwas anders, aber nicht diel besser. Die Politik Deutschlands gegenüber den inneren Kämpfen in Rußland kann nur die der st r i k t e n N e u- t r a l i t ä t sein. Deutschland ist durch den Friedensvertrag nicht verpflichtet, die Ententepolitik in Rußland zu unterstützen, eS hat daher auch die Teilnahme an der Blockade abgelehnt. Es wäre ein innerer Widerspruch, wenn Deutschland auf der einen Seite die Beteiligung am wirtschaftlichen Kumps gegen Sowjetrußland ablehnte, auf der andern Seite aber den militärischen Kampf unterstützte, indem cS sich zur Operations- basis für eine der gegeneinander kämpfenden Parteien her- gäbe. Der Politik der Neutralität würde eö nur entsprechen, wenn kämpfende Truppen, die auf deutschen Boden überge- treten sind, entwaffnet und interniert würden. Sind wir nicht mehr in der Lage, eine solche selbständige Politik zu treiben, und, wenn wir es nicht sind, wer hindert uns daran? Bei dieser Gelegenheit sei wiederholt, daß die Zurück- Haltung der kriegsgefangeuen Russen in Deutschland ausschlicß- lich auf das Ententegebot erfolgt. Irgendwelche antibolsche- wistischen Werbeversuche in den Russenlagern finden nach offiziöser Erklärung nicht mehr statt. Den Abtransport der Baltikumsoldaten hofft man bis um L. oder 6. Januar durchgeführt zu haben. Ein falfther Räteprophet. Nach Zeitungsberichten hat der Chefredakteur der„Frei- heli", in der unabhängigen Parteiverfammlung am Sonntag gegen seine Gegner mit der Behauptung aufgetrumpft, er habe schon in seinem„Finanzkapital'' die Diktatur des Prole tariats verkündet, die— natürlich nur durch das Räte s y st e m zu verwirklichen sei. Diese Behauptung wäre von großer Bedeutung, wenn sie richtig wäre, den» dann wäre Hilferding der einzige sozialistische Schriftsteller, der schon vor der russischen Revolution die Heilswahrhciten des Rätewesens erkannt hätte. In Wirklichkeit hat Hilferding aher seine Behauptung nur aufgestellt in der berechtigten Zuversicht, daß kein Mit- glied der erleuchteten Versammlung sein Buch gelesen haben würde. Tatsächlich enthält es nicht die geringste An- d e u t u n g des Gedankens, daß die Diktatur des Prole- tariats durch das R ä t e w e s e n zu verwirklichen sei. Es wird darin die große Bedeutung der Gewerkschaften betont und auseinandergesetzt, daß die Entscheidung in Wirtschaft- lichen Massenkämpfen immer mehr der Staatsgewalt zu- falle, weshalb das Vorhandensein einer politischen Ar- beiterpartei(nicht etwa zweier oder dreier) notwendig sei. Daß die politische Arbeiterpartei auf anderem Wege als auf dem der Demokratie die Diktatur des Proletariats verwirk- lichen könne, wird, soweit wir sehen, mit keinem Worte an- gedeutet. Es bleibt also dabei, daß sich in der gesamten sozialisti- schen Literatur von Plato bis Hilferding keinerlei Vorahnung des„politischen Rätesystems" vorfindet. Hilferding erhebl den Anspruch, zu den theoretischen Vätern dieses GÄankens zu gehören, zu Unrecht, und er würde in einem Patentprozeß mit den neueren und neuesten Geistern wie Cr i spien, D ä n m i g und Richard Müller übel abschneiden. In Hilferding hat der taktische Opportunist den sozia- listischen Theoretiker längst erschlagen. Wenn er jetzt so weit geht, in den verflossenen Theoretiker etwas hineinzuinterpretieren, was in ihm gar nicht drin ist, so ist das entschieden des Anpaffungseifers zu viell Die komplette Einigung. In einem Lokalblatt, das die W a h I v e r e i n e der U. S. P. D. der östlichen Vororte herausgeben, stellt der bekannte Unabhängige Alexander„Futran" in recht sati- rischer Weise„politisch-optische Betrachtungen" über die Rich- tungen innerhalb der U. S. P. an, die bei der Frage der Stellung zur Internationale auf dem Leipziger Parteitag in Erscheinung getreten sind. Er bildet sich aus den Resolutionen H i l f e r d i ng sAnschluß an Genf), Ledebour(weder Genf noch Moskau), Stöcker(Anschluß an Moskau), Crispicn- Parteileitung(Gemisch aus den drei vorherigen) ein Prisma, und bei der Betrachtung durch dieses Prisma zerfällt das reine Weiß der Parteieinheit in dreizehn verschiedene Richtungs- färben I Futran zählt sie auf: 1. die U l t r a l i n k e n: das find die Genossen, die mwer- ände« an Stöcker festhalten; I. die R a d i k a l l i n k e n: die bereit waren, die Stöckersche Resolution etwas abzuändern; 8. die gemäßigt Radikallinken: die cvil. bereit waren, mit Richtung Ledebour zu verhandeln; 4. die rechten Radikailinken: die auf alle Fälle be- reit waren, der Richtung Ledebour etwas nachzugeben; 3. die L i n k e n: unter bestimmten Umständen für Resolution CriSpien; 6. die rechten Linken: nur CriSpiensche Resolution. 7. das linke Zentrum: versuchte die Ledeboursche Resolution in die Stöckersche hineinzuarbeiten; 8. Zentrum ichlechlhin: versucht die Stöckersche Re- solution in die Ledeboursche hineinzuarbeiten; 9. das rechte Zentrum: nur Ledeboursche Resolution; 19. die lintcnRechien: bereit, Ledeboursche Resolution mit der Hilferdingschen zu verbinden; 11. die einfach Rechten: bereit, Hilserding mit Haut und Haaren zu schlucken, jedoch ohne den Gang nach Genf; 12. die rechten Rechten: Hilserding mit Gen?; 13. die Ultrarechteu: nur nach Genf, ohne RZoskau. Doch damit hält Futran seine Aufzählung noch nicht für erschöpft. Bei genauem Hinsehen gewahrt er noch Uebergangsfarben an manchen Stellen, dort zum Beispiel, wo die Parteimitglieder saßen, die zwischen Crispien und Stöcker gestellt, den Zusatz beantragten, daß die U. S. P., wenn der Westen die Zusammenkunft ablehnt, allein mit Moskau die Sache machen sollte. Dabei stellt Futran noch folgende Schattierungen fest: 1. Richtung, die diesen Zusatz verneint; 2. Richtung, die den Zuiatz als eine logiiche selbstver- stündliche Folge der Crispienschen Resolulion betrachtet; 3. Richtnng, die dieser, Zusatz als eine Verschärfung der, Crispienschen Resolution ansieht. Aber das ist immer noch nicht alles. Das durch dauernde Beobachtung geschärfte Auge Futrans entdeckt noch folgende Farbennüancen: 1. Vollständig unabhängige ll»abhängige: die weder Gewalt noch Terror anwenden wollen; 2. schlicht Unabhängige: nur Gewaft, aber kein Tirror; 3. von der K. P. D. abhängige Unabhängige: gegen Gewalt— Gewalt, gegen Terror— Terror; 4. reiakomniunistische Unabhängige: gegen Ge- Walt sofort mit dem Terror usw. usw. Dem Verfasser wird schließlich von all diesen Betrach- tungen schwindelig. Wir glauben ihm daS gern, aber seine Beobachtungen sind doch ganz zutreffend und beleuchten trefflich die in Leipzig geschaffene„Einigkeit" der N. S. P. Die Etappenvecbrecher. Bei all den erschütternden Klagen, welche aus dem be- setzten Gebiet zu uns kommen, müssen wir uns immer wieder sagen, daß das deutsche Volk und insbesondere die besetzten Gebiete ernten, was deutsches Militär im besetzten Feindesland gesündigt hat; wie denn überhaupt die Gemein- heiten auf der einen Seite immer wieder die Gewalttätigkeit auf der anderen neu angeregt und durck das Gefühl, Un- recht zu vergelten, noch gesteigert hat. Natürlich konnte die deutsche Praxis in den besetzten Gebieten niemals die Tiefe des jetzigen Vorgehens der Eutentetruppen erreichen, denn Deutschland hat gegen weiße Menschen nicht Neger und Mongolen losgelassen; außerdem war damals immerhin noch Krieg, und jetzt ist Waffenstillstand und„Frieden". Die Haager Landkriegsordnung läßt Requisitionen nur für den unbedingten Bedarf der feindlichen Truppen zu; waS darüber hinausgeht, ist unrecht, und wenn«5 durch Gewalt erzwungen wird, Verbrechen. Nun ist in unserem Dort- munder Parteiverlag Gerisch u. Co. eine Schrift Charleville Duvkle Punkte aus dem Etappenleben erschienen. Ihr Verfasser. Oberlehrer Dr. Wilhelm Appens, hat als sprachkundiger Unteroffizier bei der Kommandantur die ganze Herrlichkeit von Charleville mitgemacht und er be- richtet unter genauen Angaben Haarsträubendes über die schamlosen Diebereien, Plünderungen und Schiebungen von Osfizieren aller Grade, die da in der Gewißheit der Kriegs- entschädigung durch die anderen verübt wurden, die Raube- reien der„Jndüstriehyänen" und MctaLsammlcr, die elende Mißwirtschaft deS Etappenmilitarismus, die�empörende Will- kür bei der Zwangsarbeit(selbst gegen Kinder) und vieles andere mehr. Der Platzmangel verhindert unS leider, einen AuSzug zu veröffenllichen, der ohnehin nur höchst lückenhaft sein könnte. Mehrfach betont der Verfasser, daß der Krön- prinz. soweit er konnte, diesem Verbrechen entgegengetreten ist. Wir verweisen auf die nur 1,20 M. kostende Schrift von 38 Seiten und lenken insbesondere die Aufmerksamkcir des KrieSssisschW- Irieöebeginn. Krieg ist eutseelt. Der Friede flicht die HSude. DaS Ohr ertaubte schon dem Klange dieser Wende. Nicht Jubel glüht. Ein Dämmern feruer Helle: ES steigt ein Tag— ist Pforte und ist Schwelle. Es ist eis Tag mit erstem heiligem Namea. Die Ungezeugteu heische« Segenssauleli. Ans tiefsteu Schächte» dringe» wieder Glocke«. Die Zeit steht ans uud greift nach neuem Rocke». Wildwasser stockt. Versiegte Quelle« steigen. Blnt— sing' an Glut: Du-Jch— wir aller Eigen! Völker der Erde! Hoch die reine« Hände! Krieg ist am Ende! Krieg sei am Ende. Willibald Kraiu. Mzw Holz: Dls ausgttvählLe Werk. Seit der tapfere alte Schabelitz in Zürich, der Achtundvierziger. in der Milte der achtziger Jahre sich de- trotzig stürmende» Alarm- bandeS Berliner Grotzstadtlyri!.Buch der Zeit' annahm, ist das Dasein dieses und anderer Werke von Arno Holz ein unrnhvolleS. nie endende« VerlagSwandcrn gewesen. Sie sind wie ein« Flotte, die immer von Port zu Port über» hohe Meer kreuzt, und jeder neue große Segler, der ihrer Schar zustößt, bringt neue Bewegung in die heimatlose Masse. Zuletzt hat daS sicherlich auch mit den Anforderungen zusammengebangen, die des Dichter» eigenartig- Wertformen an den Bau der Buchschiffe stellen mutzte. Jetzt will daS Deutsche BerlagShauS Bong, Berlin, der leste, große Heimalha?en der Werke werden. Er lündigt soeben die Abficht an, sie in schneller Folge herauszubringen, und legt jetzt als Sustakt und Einführung dazu einen Auiwahlband vor, der freudig begrützt sei. Da» Werk von Arno Holz ist Kunst, deren erste» Wort Kampf war und die immer trotziger Kampf blieb und iinmer ernste Arbeit gewesen ist. Und noch dauert sie an in unerschlaffier Kiast, und was sie gab, ist eine Spiegelrunde, in der daS Ich und die Welt tausendfällig »»schärfsten Fassungen seine Bilder drängt. Eine Arno-Holz-Anthologie, die kein- der künstlerisch tragenden Werke unbenutzt läßt! Vom.Buch der Zeit" bis zur.Phantasus- Lyrik', und mitten in Erzählendes, setz rische Verkmassrn, Dramenalle. Nur Dichterisches also, nichts KunstlheoretischeS. Wae eigentlich zu bedauern rst, weil die« Letztgenannte nun einmal zmn Bilde deS Dichters gehört. Doch die neuen Leier, die der prächtige Quart- band in Elsenbeinweitz mit Goldschrist gewinnen soll, werden daS nicht vernnssen. Worauf es ankommt, da» stellt sich ihnen dar: daS dichierische Gesicht in den wesentlichen Zügen. Verkürzte Linie» zwar, aber doch deutlich besondere Bestall und Bewegung. Man stutzt anfangs, aus den drei Dramen de» Zyklus vuli» je nur den erste« Akt in diesem Buch zu finden. Aber mehr ließ sich schlechterdings nicht geben, und es genügt ja auch, um die Art der dramatischen Zeichentunst Holz' zu erweisen, insbesondere seine Kunst, die Welt seines jeweiligen Stoffes im Wesen der Ge- stalten zu erschließen und dessen Handlung die Schwelle bi» zum Augenblick deS Heberschreitens zu bauen. Nach allem, was der Dichter in den letzten Jahren äußerte, gipfelt fei» Schaffen heute im Fortführen dieser Dramen, und so hat er klar ein Recht, kein« der schon vollendeten Werte in dem Auswahlbuch zu übergehen. Unbenutzt blieb einzig die.Familie Selicke'. Von den bahnbrecherischen.Papa Hamlet'-Arbeiten. wozu diese» Draina deS konsequenten Naturalismus gehört, fand überhaupt nur ein Stück Aufnahme, die Erzählung.Der erste Schullag', in der. beiläufig bemerkt, einige Namen durch neue ersetzt worden sind. Unter dem Uebertitel»Goldene Zeiten, Geschichte einer Kindheit', reiht die Erzählung sich zwei bisher au- der zweiten Auflage des»Buches der Zeit' bekannten Gedichten an, der bitlerspottenden .WidmungSepistel' und dem Heine, Zola, Ibsen feiernden»Prä- ludium', die hier(erstereS mit noch unbekannten einleitenden Versen) als Teile der Dichtung»Unterm Heiligenschein' gegeben sind. DieS.Erbauungsbuch für meinde Freunde' entstand, wie man aus Holz' kunsnheorenichen Schriften seil dreißig Jahreu weiß unmittelbar nach dem»Buch der Zell', war ein umfangreiches Verswerk, ist bis auf jene beiden Stücke Pultichatz geblieben und stellt ein Werk dar, daß Holz' Anierl an den jüngstdeulschen kulmr- satirischen Fechlergängen der achtziger Jahre erstgradig kennzeichnet. Ueber den breiten Abgrund von drei Jahrzehnten springen folgende Verse herüber in dre Gegenwart letzter Geschichten. Du armes Volk l Als ob ein Paradies mit Blut und Tränen sich verschachern ließ! Mit wieviel Elend wirst du dleien Tag. mit wieviel wehe« Wunden dir erkaufen, und wie verwüstet seh ich schon den Hag. wenn sich die Wasser wiederum verlaufen I Dann werden, was Jahrzehnr« wüst zerschmettert, Jahrhunderte von neuem auferbauen, bis wieder mit dem neuen Morgengrauen die alle Sintflut neu vom Himmet wetlert I So gärt von Aberwitz und Aberwahu die Welr wie ein verriegelter Vulkan und immer häufiger hört man sie sprechen daS grimme Wörtlein: Biegen oder Brechen! Doch unterdessen warf sich unsere Zell auf» Phrasenfaulbett der Bequemlichkeit. Denn rmmer regnen noch wie reife Birnen Titanenlroncn auf Phgmäenstirnen, noch immer zeh« von seinem alten Ruhm das lächerliche Gottesgnadentum I Arno Holz hat der satirischen Dichiung der letzten Jahrzehnte Kräftiges uud Dustiges geschenkt. Hütte er sein Mysterium.Die Blechschmiede', im Uaterillel genannt:»Der umgestürzte Papier- lorb", statt wie vor zwei Jahren i» einer schruüig-ulkigen Luxus« auSgabe je in ganz wohlfeilem Druck herausgebracht, so wäre daS in viel weiteren Umkreis bekannt. Nun mag der Bong-Band Versäumtes nachholen. Die.Blechschmiede' ist echt Hoizschc Berliner Spoitzur.gensertigkeit, ein Kunterbunt von Zerrspiegel-Aiispielungkn auf ein FaschingSgewimmel von tausenderlei literaiischen, kürst- leriichen, politischen und anderen Menschen und Dingen der erlebten Zeit, inebesondeie der wilhelminischen, in Wersronarten, die von alteriümelndem Barock bis zu Wilhelm Busch und immer bis zu den anpaflungSgewandten Tonarien von Arno Holz reichen, den Bocksprüngen eines lustig geschundenen PegasuS. dem auch die Neurhythmeu des PhantasuS-FormerS zu genialen Extranummeru (der EinzugSbeiehl Wilhelms nach der Jerusalem-Reis«!) dienen. Wer daS PhantasuSwerk kennt, weiß, daß die lyrischen Sonder- Vergnügungen, wie wir sie in dem DaiurS-vuch Holz' haben, mehr als bloß müßige Slila'robatik diese« Dichter» sind. Sie gehören zum Bilde seines Weiens und werden ibm AnSdruckSmittel eines losgelassenen spaßenden Humor«. ES gehört zu den Merkmalen de» AuSwohlbandeS, daß diese Zeugnisse von Satire und Humor betont im ganzen Werk hervortreten. Bis zu ihren feinsten Btüleu im Phantai'u-werk. au» dessen reicher Fülle ein dichter Strauß als abschließender Terl des neuen Buche» geboren wird. Zum Schmuck des Buches gebären vier Bildnisse, einS gezeichnet von Erich Büilner, drei von Carl Bauer, die den Dichrer in der Folge der Lebensalter darstellen, und dann drei Noteirftück« von Georg Siolzenberg, die den lyrischen Hauptrerlen als Abschluß gegeben sind. So ist alles einheirlich hergerichtet. Und dazu gebört auch das dem Ganzen borgesetzte Autogramm de? lampiwilligen Dichter- .Künstler sein heißt den Mut haben, wie jene allen Cbrrstenpriester unter die Heiden zu gehen und ihren Götzen, während die Brüllen- den ums Feuer tanzen, den Kopf abschlagen!' ini. Das zweite städtische Äolketonzert deS Vlütb�er.Qrchesters findet am 96. Dezember. 7'/, Uhr, hart. Im Jai.rrar 1936 jiuden die Bolkzkonzerte an folgend.'N Tagen liatt: 2. Januar: Happoldl.Braucrei, 19. Brauerei Köviglladt, 27. Happoidt-Brauerei. Dir. V. Schetnpslug. Ein- trittskartcn k 30"Pf. im Orchcjlerbur-au, Lützoliistr. 76, vorm. II— 1 Uhr, und Buchhandlung Vorwärts. Im Weihnachtskouzert des Btütbner-LrchefterS am crslcn kScihnachtStag, abends 7'/, Uhr, im Blüthnersaal, sind Solisten: Lerlsticr Votalterzett und Dr. Hans Luedtk«(Orgel). Am zweiten Feiertag: Tanz- weisen ou« alter und neuer Zell. Solisten: Ethel Hansa llveiang) und Konzertmeister N Lautbinon(Bröl.). Dirigent: P. Schciripfluz. Ter Bildhauer Rclubold Felderbvss. cm Schüler von vega«, der einst jür eine große Gruppe»Mattet* die Goldene Medaille gewann, ist 66 Jahre alt, gestorben. Er stammte au« Slbiug und gehörte seit sechs Jahren der Akademie der Künste an. Irene Driesch trägt am 29. Dczemver. abends 7»/, Uhr, w der Sing- akademie Dichtungen von Goethe. Elisabeth«arclnBrowning, Anette von Drofte-HülSdofs und Byron vor. Für die hunzernden Kinder Lien«! Doktor-Jugcnieure ehrenhalber find auf Antrag der Architektur- abteiiung der Techniichea Hochschme zu Berlin- Eharlotlenburg die beide» Erforscher autiter Baukmu't, Pros. Dr. Wilhelm Dörpseld, der langjährige Letter de« Archäologischen Instituts tu Athen, und Prof. Joses Lützt»»»» geworden. I ttf. 654 ♦ 36. Jahrgang Seilage öes Vorwärts dkenstag, 23. dezember 191� GroßGerlm Eine Vochearatiou fleisch. Wir haben den Berliner Magistrat schon mehrere Male ersucht, uns Auskunft zu geben, wo das Fleisch bleibt, das die Teilnehmer an Massenspeisungen für ihre abgelieferten Fleischkarten zu beanspruchen haben. Selbst, wenn sich die armen Opfer dieser Versorgung dazu bereit erklären, die Holz- stückchen, den Priem und die Lederabfälle, die sie verschiedent- lich finden, als Fleisch gelten zu lassen, kommt doch immer noch mehr heraus, was zu verlangen wäre, als die'es Stück Wurst, das wir heute zum besseren Verständnis in Lebens- grösse vorführen. Dieses ist eine Wochenration, deren Dimensionen in n-rwra abgemessen und von Zeugen unter Eid genommen werden können: O E 76 mm "N |®| Natürliche Lebensgröße! Das ist doch wohl etwas zu wenig. Wir haben volles Verständnis dafür, daß es schon deswegen kein Schweinefleisch gibt, weil k�ine Schweine gezüchtet werden können, d a j a das Schweinefutter in den Massenspeisungen verabreicht wird. Es ist uns daher auch erspart ge- blieben, auch nur eine Spur von Grieben in das obige lebens- wahre Bild einzeichnen zu müssen. Doch so gross ist der Mangel an Rindviechern in Deutschland nicht, dass man nicht auch beim Essen etwas mehr davon schmecken könnte. Norwegische Weihnachtsgabe für deutsche Kinder. Ucber oierhundert kinderreichen bedürftigen Berliner ffamilien wurde am Freitag eine freudige Weibnacht«überraschung bereitet, indem an� fie im Norwegischen Generalkonsulat je nach Kinder, ahl und Bedürftigkeit vier bis neun Pfund bester geräucherter Speck verteilt wurde, den das Bergen er Komitee zur Unterbringung deutscher unterernährter Kinder als WeibnachtSgabe gesandt hatte. Eine gleiche Menge kommt von dort in Leipzig und Hamburg zur Berteiluna. Die Spender können der herzlichsten Dansbarkeit aller Deutschen versichert sein angenchts dieses neuen Beweises dafür, wie warm das norwegische Herz unseren unschuldig leidenden Kindern entgegenschlägt. Viele Tausende unterernähne deutsche Kinder sind im vergangenen Sommermonatelang in norwegischen Familien aufgenommen und völlig an Kindesstatt gehalten worden. Nicht zum wenigsten haben gerade minderbemittelte Familien ihren Stolz darin ae» sucht, das Besie� für die so notwendige Kräftigung zu bieten. Mit grossem Interesse folgen sie auch weiter ihren kleinen Sommer- gasten und unzählige Liebesgaben in Naturalien, Kleidungsstücken und Geld beweisen die grosse weitere Fürsorge. Alle diese Kinder. von denen manche noch in Norwegen geblieben sind, und ebenso deren Eltern, werden dankbaren Herzens an ihre norwegischen Pflegeeltern und die schöne dort im Norden verlebte Sommerzeit zurückdenken. Der Millionendiebstahl in per Biktoriastrahe aufgeklärt. In überraschend schneller Weise ist eS gelungen, den Rieseneinbruch aufzuklären, der in der Nacht vom Donnerstag zum Frei- tag in der Viktoriastrasse bei einem Grossindustriellsn, Geheimrat Sch.. verübt und bei dem eine Münzensammlung im Werte von 600 000 bis 700 000 M. für über 600 000 M. Schmuckstücke und Brillanten, für 70 000 bis»0 000 M. Wäsche und eine vollständige. sehr wertvolle Brautausstattung gestohlen wurde. Es gelang bis jetzt, bereit« einen sehr grossen Teil der gestohlenen Sachen wieder herbclzuschasfen. Wie erfahren darüber folgendes: Am Donnerstag befand sich die gesamte Familie deS Geheim- ratS SS. in ihrer Billa in Wannsee. wo die Hochzeit der Tochter des Grossindustciellen mit dem Oberleutnant V.. dem Angehörigen einer bekannten Berliner Familie stattfand. DaS jung« Paar iollte noch in der Rächt nach Berlin zurückkehren imd die Wohnung in der Biktoriaftrasse bezieben. Als die Neuvermählten die Wohnung betraten, deren Aussentüren ordnungsgemäss verschlossen waren. entdeckten fie zu ibrem Schrecken, dass Einbrecher fast die gesamte Wohnung ausgeräumt hatten. Gewisse Verdachtsmomente deuteten darauf hin, dass der auch der Kriminalpolizei seit Jahren als EinbruchSipezialist bekannte 27 jährige, mehrfach mit Zuchthaus bestrafte Willi Kugler, ElSholzstrasse 15 wohnhaft, bei diesem Raub beteiligt sein müsse. In Abwesenheit des 5wgler wurde in der Wohnung der Wirtin de«.schweren Jungen* eine Haussuchung vorgenommen. Unter dem Gasmesser fand man eine moderne Ein- brecherauSriistung und— den Orden Pour le m&ite, der dem Schwiegersohn des GeheimrateS Sch. gehörte, sowie Schmuckstücke im Wert von 10 bis 20 000 Mark vor. Bald darauf erschienen mehrere„Freundinnen* des Kugler, die gestanden, dass Kugler.das Ding mit dem langen Hamburger gedreht* habe, einem Einbrecher. der seit langen Jahren wegen schwerster Straftaten von der Staats- anwaltichajl gesucht wird. Schliesslich kam der Kugler selbst, ein herkulisch gebauter Mann, der ebenfalls festgenommen wurde. Sodann erschien auch der.Lange Hamburger* auf der Bildfläche, der jedoch eine feine Witterung hatte und sich im letzten Augenblick durch die Flucht rettete. Innerhalb einer Nacht sind die gestohlenen Münzen durch die Hände von nicht weniger als zehn Hehlern gegangen, bis fie schliesslich zu einem grossen Teil in der Grenadierstrasse landeten. Die Braut- oussteuer wurde bei einem Mädchen Heddy Heil in der Nostizstrasse festgestellt. Da inzwischen auch die Hebler ermittelt worden sind, bei denen der Rest der Beute untergebracht wurde, dürften die ge- stohlenen Sachen fast restlos wiederzuerlangen sein. Der Postraub in der Wuhlheide. Zu dem Raubüberfall auf den Landpostwagen dcS Postamts 17 in der Fruchtstrasse wird mit« geteilt, dass der Begleiter, der Postaushelfer Brock, unter dem dringenden Verdacht der Mittäterschaft verh aftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden ist. Der Postillon Stagen dagegen, der zunächst in Verdacht geraten war, wurde nach Aufklärung der Vorgänge wieder auf freien Futz gesetzt. Die beiden Räuber, die mit den Werlsendungen verschwanden, find noch nicht ermittelt. Auf ihre Ergreifung hat die Oberpostdirektion jetzt eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. Für die Wieder- beschaffung des Inhalts der geraubten Pakete sichert fie ausserdem Belohnungen von 10 v. H. des Wertes bis zum Höchstbetrage von 3000 M. zu. Tie juristische Sprechstunde fällt am Heiligeu Abend und am dritte» Feiertag aus. ' Das Fehlen des Geruchssinnes ist der 48 Jahre alten Ehefrau Marie Schubert aus der Weserstr. 153/154 zu Neukölln ver« hängmSvoll geworden. Die Frau verlor den Sinn vor einiqer Zeil durch eine Krankheit. Als fie nun gestern während deS Geschzrr- abwaschens au? Versehen einen GaShahn des Kochers offenstehen liess. merkte fie nichts von dem ausströmenden GaS und atmete es so lange ein, bis sie bcwusstloS zusammenbrach. Als man fie auffand, war fie tchon tot. Für 200000 M. Anzüge und Stiefel gestohlen. 20 000 M. Belobnung. Reiche Beute madbten GeickäftSeinbrecher in der Nacht zum Sonntag in der Pappelallee 2. Sie drangen dort über eine Feuerleiter in die Räume des Konfektionsgeschäftes von Josef ein und stahlen'ür 200 000 M. Stoffe und fertige Anzüge. Auf die Wiederherbeiid&affung der gestohlenen Sachen ist eine Belohnung von 20 000 M. ausgesetzt. StundungS- und TeilzahlnnzSgesuche bei Steuerrückständen. Die Steuerdcputalion deS Magistrats Berlin bitte» uns, darauf brnzu- weisen, dass täglich bei den Steuerkassen eine grosse Anzahl von Gesuchen um Stundung der Steuern oder Bewilligung von Teil- Zahlungen eingeht, die weder eine Begründung noch einen Zeit- Punkt, bis zu dem Stundung beantragt wird, oder eine Angabe über die Höbe der Teilzahlungen, in denen die Sckiuld ge- tilgt werden soll, enthalten. Die Einziehung kann aus Grund solcher Anträge nickt ausgesetzt werden. ES liegt daher im eigen- sten Interesse der Steuerzahler, ihre Gesuche eingebend zu begründen. und anzugeben, bis wann Stundung beantragt oder in welcher Höbe Teilzahlungen geleistet werden sollen, um Rückfragen zu ver- meiden, da die Gefahr naheliegt, dnh die Zwangsvollstreckung ein- setzt, ehe das entsprechend vervollständigte Gesuch wieder ein- gegangen ist. Die Steuerdeputation ist übrigen« nicht berechtigt. Gesuchen zu entsprechen, die Teilzahlungen anbieten, welche zu der Grösse der gesamten Steuerreste in keinem Verhältnis stehen oder Stundung auf unbestimmte Zeit verlangen, da sie nicht nur die Interessen der Steuerzahler allein wahrnebmen kann, sondern auch die des Staates und der Gemeinde berücksichtigen muh. SO 000 Paar Militärstiefel befchlagnabmt. Die.HeereSguk- VerwerliiUflSgelellschast* teilt u»« mit, da« fie selbst die Beschlagnahme der Stiesel veranlafil hat, um eine behördliche lklarftellung der Herkunst der Ware zu c: wirken. Die städtische Wanderausstellung szur Zeit im Norden Berlins in der Aula der Temcindeschule in der Antonslrasse, Eingang Plantagenstrafie) Montrose. 511 Detektivroman von Sven Elvestad. „Was sind Sie für cm Frechdachs?" fragte Pol.„Sind Sie vielleicht mit Tora verheiratet, wie?" Worauf er wieder in den Stuhl sank und die Tischdecke mit sich zog. Der Fremde faßte wieder vor ihm Posten. „Wir haben sehr wenig Zeit," sagte er. „Wir," rief Pol, wie mit einem Schimmer von Ver- nunft,„wirl Scheren Sie sich meinetwegen zum Teufel, ich habe reichlich Zeit. Ich brauche nicht vor 1924 in meinem üontor zit sein." Die lange Jahreszahl verursachte ihm Schwierigkeiten, s-.' ließ! ich aber glückte es ihm doch, sie hervorzustammeln. „Es ist wirklich schade um Ihr Talent," sagte der Fremde und lockte höhnisch,„Sie hätten Schauspieler werden sollen. Vielleicht wäre� es Ihnen sogar geglückt, auch mich zu täuschen, wenn ich Sie nicht bereits seit mehreren Stunden beobachtet hätte. Jetzt kann es genug sein." So leicht aber ließ Pol sich nicht schrecken. Er redete weiter dummes Zeug von Dora und Champagner. Da rief der Fremde: „Harry!" Hinter dem Bettvorhang kam eine neue Gestalt hervor, ein untersetzter seemännisch gekleideter Mann, der einen Gummibaton in der Hand hielt. ..Da sehen Sie meinen Freund Harry." sagte der Frsmde fast freundlich.„Beachten Sie, was er in der Hand hält. und beachten Sie seine kräftigen Arme. Können Sie sehen, daß der Totschläger Appetit auf Sie hat. er ivedelt bereits mit dem Schwanz. Hallo, nein, lassen Sie Ihre Hand von der Tasche I Noch eine Bewegung und es ist aus mit Ihnen. Nimm ihm das kleine Ding ab, Harry. Sieh mal einer an, vine hübsche kleine Waffe, D Coll-Mod ll 1910. ein Polizei- revolver, dachte ich mir's dock. Wir wollen setzt ein ernstes Wort miteinander reden, es ist die höcksie Zeit. Wir müssen. nämlich ein« sehr wichtige Angelegenheit verhandeln, mein Lieber." Pol richtete sich auf. „Nehmen Sie Platz," sagte er,„ich liebe es nicht, mit stehenden Personen zu sprechen, wenn ich selbst sitze." „Gut, das ist ein andSrer Ton," sagte der Fremde und ließ sich Pol gegenüber am Tisch nieder. Er spielte wie icher- zend mit Pols Revolver, und Pol hielt den Bück auf �ine Finger gerichtet. Der Fremde schien seine Gedanken zu er- raten. „Nein," sagte er,„nein, Sie haben nichts zu fürchten. Wir spielen nicht mit solch geräuschvollen Dingen. Weshalb sollten wir die frohen Menschen dort unten in ihrem Vergnügen stören? Dagegen dürfen Sie meinen Freund Harry mit dem Toffchläger nicht vergessen. Wie Sie vielleicht die Güte haben zu bemerken, steht er neben Ihnen. Er wartet nur auf einen Wink von mir. Es kommt nur auf Sie an, ob ich ihm diesen Wink geben soll." „Wo haben Sie solch gebildete Sprache gelernt, Tobbi?" fragte Pol. „Ich heiße nicht Tobbi." „Na, dann meinetwegen Tommi oder irgendein ande- rer Name vom Hafen. Sie sind sicher einmal Fahrstnhljunge oder dergleichen gewesen und man hat Sie verabschiedet, weil die Taschen der Reisenden nicht sicher vor ihren Fingern waren." „Harry," sagte der Fremde sanft,„lieber Harry—"/ Pol lachte. „Sie haben mich nicht hierher gelockt, um mich gleich totzuschlagen," sagte er.„Ich nehme an, daß ich meine Sinne beisammen behalten werde, bis ich erfahren habe, nws Sie von mir wünschen. Jetzt, meine Herren Schurken, bitte ich Sie, sich zu beeilen, denn ich habe nicht die Absicht, es in der Zwischenzeit an Schimpfworten fehlen zu lassen." „Was wir wünschen, läßt sich mit wenig Worten sagen," sagte der Fremde,„wir wollen, daß Sie einen Brief schreiben." „Und wenn ich mich weigere?" „Das ist undenkbar," antwortete der andere lachend. „Sie werden diesen Brief schreiben." Pol beobachtete seinen Gesichtsausdruck und mußte im stillen zugeben, daß er vielleicht dazu gezwungen werden würde. wird an beiden Weihnachlsseiertagen sowie am Neujahrs- tage von 10-3 Uhr geössnel sein. Am 2. WeihnaihlSIeiertag 11 Uhr vorm. Vorlrgg mit Führung. Am LI. und 31. Dezember wird die Aus- ftellung bereits um 5 Uhr nachm. geschlossen. Neukölln. StadiverordnstKiversammlung. Debatten über Un- terrichts- und Erziehungsfragen nahmen einen grossen Teil der gestrigen Sitzung in Anspruch. Die Unabhängigen fragten den Magistrat, ioas er zur Durchführung des im Juni angenommenen Antrages auf allgemeine unentgeltliche Lieferung der Lehr- und Lernmittel getan hat. Auf die Begründung durch die Stadt- verordnete Frau Schütz srl. Soz.) antwortete Siadtschulrat Buchenau: Die Kosren sind für Neukölln auf 1 Million Marl pro Jahr veranschlagt. Wegen dieser Höhe hat die Schuldeputativn die Sache vertagt, und zwar einstimmig. Auch die Unabhän- gigen haben nichts eingewendet. Frau Schütz: Ich war nicht dal(Heiterkeit.) Buchenau wies weiter darauf hin. daß Wünsche auf Lehr- und Lemmlttelgeivährung stets erfüllt werden. Beschwerde sei nicht ein einziges Mal gekommen.— Dir sozialdemokratische Fraktion beantragte: Nachdem der Deutschnationale Jugend b und aufs deutlichste gezeig. hat, daß er Tendenzen verfolgt, die nicht nur die Republik schädigen, sondern sogar die Wiederaufrichtung der Monarchie und die Wieder- einführung des Militarismus zum Ziel haben, ersucht die Stadt- berordneteuversammlung den Magistrat, mit allen ihm zu Geboie stehenden Mitteln dafür zu sorgen, daß jede Agitation die- ses Bundes an unseren Lehranstalten unter- b un den wird. Gegen Schulleider und Lehrkräfte, die diese Agitation auch weiterhin dulden oder unterstützen, ist das Disziplinar- verfahren mit dem Ziele auf Entlassung aus dem Amte zu bcan« tragen. Stadtv. Wille(Soz.) führte zur Begründung aus:� Wir wollen ernst und eindringlich warnen. Auch in Neukölln ist dm Treiben des Deutschnationalen Jugendbundes zu spüren. Provokationen, wie in Berlin und anderswo, würden in dem sozialistischen Neukölln vanmuubersehjbaren Folgen sein. Natürlich soll dir Ingen! politisch aufgeklärt werden. Aber in die Schule gehört d-e Politik nicht hinein. Unser Antrag richtet sich nur gegen die Lehrer, die sich in den Dienst einer Partei stellen. Die Eltern mögen die Augen ausmachen; sie sollten da nicht so gleichgültig sei». Es sollte nicht vorkommen, daß selbst Kinder sozialistischer Eltern in den Deutschnationalen Jngendbund gehen. Dort wird(Redner verlas Proben davon) VMerhaß gepredigt und zur Rache aufgehetzt, und auch eine antisemitische Tendenz tritt deutlich� hervor. Neu- köllner Schulen haben auch, dem die Agitation untersagenden Mini- sterialerlaß zum Trotz, sich in den äußeren Dienst der Dentfchnaiio- nalen gestellt. Schüler haben dort für den Jugendbund agitier und seine Abzeichen getragen. Unsere Kinder sind unS zu wertbo" als daß wir sie unter politischer Agitation in der Schul« leid:' lassen wollten. Stadtschulrat Buchenau versichert«, die Direk toren der betreffenden Schulen hätten ihm ernstlich� versprocher kein« Agitation nicht zuzulassen. In die' ein Punkt sei aber vor allen Parteien schon gesündigt worden. Manche alten Direktor:' dürften allerdings unverbesserlich sein. Keinesfalls werde der Mag strat die Parteipolitik in den Schulen dulden. Stadtv. Oberlehr-" Dr. Bierbach(Bürgerliche Fraktion) er zähst te ein Langes unt Breites von der Harmlosigkeit seiner deutschnationalen Freund« nn� klagte über die angeblich ungerechtfertigte Bedrohung der deutsch national gesinnten Lehrer durch diesen Antrag. Die Demokrater unterstützten den Antrag, ebenso die Unabhängigen. Ein Redner der Unabhängigen glaubte aber darüber schimpfen zu sollen, dal die Rechtssozialisten«so spät damit gekommen' seien. Nach fast dreistündiger Debatte wurde der Antrag angenommen. Bolkshochscknle Renkölln. Um wette Kreise aller BevSIkenma?- schickten von Neutölln mit dem Zweck, dem Ziele und der Einrichwm, dr hiesiqm Dollsbochsckule bekannt zu machen, werden beionder« Merwlätie» an Vereine/ Gcwcrkschc.tten, Verbände in Reukölln aus Wunich in beliebig- Anzahl von der GetckätiSstelle der Volkshochschule, RathauS Neukölln. Zimmer 218, zugestellt bezw. abgegeben. Neukölln. Der Inhaber deS«CaiS N.rtballs* teilt unS mit, dafi er sein Lokal während des Slreiks der G-rilwirte geschlossen gebalien und die Renherung. die Belieferung von leiten des Magistrats genüge sür die Aus- rechtcrhallung seine» Betriebes, nicht getan habe. Wcißensee. Gemeindevertretung. Zum Vorsitzenden des Kauf mannsgerichis wurde der Syndikus Dr. Raßmus, als Mitglied in den Vorstand der kaufmännischen Fortbildungsschule Herr Ernst R uel i u S sU.S.P.) und als Waisenrat für den 15. Bezirk Emil Ullrich(S-P.D.) geiivählt. Der Pferdemarkt ist von der Gemeinde in eigene Regie über- nommen, mit Ausschluß der Gastwirtschost. Mit der Konsum- genossenschast Lichtenberg, welche im alten Ortsieil einen Laden au? 10 Jahre mieten will, wurde ein entsprechender Vertrag abge- schlössen. Die Gemcindctuvnhalle, die jetzt wieder in Benutzung genommen wird, soll den Turnvereinen wie bisher überlassen XXXVI. P o l s B r i e f. Obgleich der Vicomie im stilley zugab, daß Gefahr im Anzüge sei, verriet sein Auftreten nichts davon. Im Gegiv teil. Er war sich nicht klar über die Absicht der Bandit-'' lind es tvar ihm recht zwcifelliaft, wie das Abenteuer vei laufen würde. Aber er befand sich hier einer neuen Sensaiio gegenüber, die seine Nerven kitzelte, und deshalb war er in Grunde sehr vergnügt, was er auch durch gute Launz an de Tag legte. Es fehlte nur eine Tasse Kaffee oder ein El-, Wein, damit es den Anschein hatte, als ob er in eine Salon säße und über die gleichgültigsten Dinge der Wo. kouversicrte. Sein gleichgültiges Austreten reizte die anden «Ich kann mir denken," sagte er,«daß keiner von den Herren Banditen einen Brief schreiben kann. Ein Mann n it solcher Stirnlocke wie Sic, Tommi, kann natürlich nicht ortho- graphisch richtig schreiben. Falls ich einen Brief sür Sie au Ihre Herzliebste schreiben soll, dann können Sie überzeugt sein, daß niemand solch echte Gefühle in einen: Brief auszu- drücken versteht wie ich. Gestern habe ich erst einen Bnef für meine Köchin geschrieben an ihren Soldaten. Geliebter Roland, so fing ich an.... Nein, nein, mein lieber Harry, schwenken Sie den Totschläger lieber nicht so heftig durch die Lust. Er könnte mich treffen und ein bewußtloser Mann kann nicht mehr schreiben. Also, meine Herren Ab- schaunl, wenn es sich um einen Liebesbrief handelt, so bin ich bereit. Ich begreife nur nicht, warum Sie sich so viel Un- gelegenheiteu machen wegen einer ganz gewöhnlichen Liebes- epistel an Ihre Köchin. Ich hätte auch für weniger zu Diensten gestanden. Heißt sie Kathinka? Ist sie sehr schön? Wie beliebt, mein lieber Tommi? Sie lachen in Gedanken an die Schöne, bravo, oder zeigten Sie nur Ihre Zähne? „Eine Minute," sagte Tommi und legte seine Uhr vor sich auf den Tisch. »Wie beliebt?* fragte Pol,„waS meinen Sie?" «In einer Minute halten Sie Ihren Schnabel," ant- wartete der Mann mit der Stirnlocke und indem er seinem Kameraden einen Blick zuwarf, fügte er hinzu. »Hast du verstanden. Harry." «Ja freilich", antwortete Harry, indem er den Totschläger hin und her schwang, um ihn in Schwung zu bringen. ©Otts, folgt.) Sorbett. We Bevekr« fvVen her(SniwSnBe nur K« Karen Auslagen ersetzen. Dann wurbe beschlossen, eine Zwischenanleihe von 500 000 M. für Beschaffung von Lebensmitteln boi der Gemeindesparkasse ans- zunehmen und dem l�emeindevorstand die Ermächtigung zu geben. nach Bedärf biS zu 2 000 000 M. von derselben Kasse auf ein Jahr zu leihen. Bei diesem Punkt gab Genosse Falke»stein Bericht über Lebensmittelankäufe. Durch einen Zwischenhändler sind der Giemeinde Erbsen a»S der Provinz Pommern angeboten. Der Tchöffe Herr?l«z d r« e und unser Genosse Falkenstetn wurden de- auftragt die Ware zu besichtigen und abzunehmen, weUn die Qua- lität der Probe entspricht. Die beüden Vertreter kauften dann noch größere Posten und ersparten durch Ausschaltung deS Zwischen- Händlers der Gemeinde 4000 M. Genosse Schlemminger gab bekannt, das; durch einen günstigen Abschluß 4000 Zentner Holz angekauft wurden. Für Aus- bildungSkurse in Papp, und Holzarbeiten wurden 000 M., für die Ruhegehaltskasse der Lehrer und Lehrerinnen mußten 000 M., für die Winnen und Waisen 2800 M. nachbewilligt werden. Zur Bekämpfung der Mückenplage wurden 2000 M. bewilligt. Gemäß des MinisterialerlasseS vom 27. 10. 19, wonach Beihilfen an ErwerKskofe gewahr? warben Kmren, beschloß die Temelndeber» tretung die Gewährung beim ReichsarbcitSminifier zu beantragen. Es lagen mehrere Anträge der Fraktion der U.S.P. vor. Dem ersten, Ausbesserung der Renten der Invaliden, Rentenempfänger, Witwen und Waisen an dcS zuständige Ministerium zu richten, wurde zugestimmt, ebenso dem zweiten, bei der Kohlenstelle auf Lieferung von billigem Koks an die Erwerbslosen und sonstigen Be- dürstigen vorstell kg zu werden. Der dritte, die Bezüge der Ort?- armen auf 40—60 M. für Einzelpersonen, auf 55— 75 M. für Ver- heirateie gu erhöhen, wurde vertagt. Der vierte Antrag, an Invalide, Erwerbsunfähige usw. billiges Mittagessen pro Portion zu M Pf. abzugeben, wurde einstimmig angenommen, Das Rennbahngclände wurde von der Gemeinde gepachtet. Das Gelände steht allen Sportvereinen zur Verfügung. Der LichlstrompreiS mutzte gemäß Schiedsspruch für Lichtver- brauch auf 1,80 M.. für Kmstderbauch auf 0,75 M. per Kilowatt er- höht werden. Die Einrichtung eineZ Hypoth:keneinii>ungsamts wurde beschlossen. Die Zurückzahlung der Vorschüsse an die VolkSschul- lehrpersonen ist verlängert, da die Neuregelung noch nicht erfolgt ist. Die Arbeitslosen hatten nach Schluß ihrer Versammlang einen Demonstratio-nSzug noch dem Rathaus unternommen. Da sie den Vürgermeiffer nicht ankrasen, sorderken sie den Beigeordneten Dr. Klamrott auf, sofort ein« Depescke mit ihren Forderungen an den zuständigen Minister.zu senden. Wenn er das nicht sofort täte, wurde ihm mit der unten wartenden Zahl der Arbeitslosen gedroht. GroS-Berli«er Lebensmittel. »erli«. BIS Sonnabend für 18«,. 20«. und 233. Brotkommission 12s g Stofe, Grsß-Serliner yaetelnachrkchten. Sl. E. G.. Brunnenftrahc. Heute 3 Uhr bei Krüger, Huffitenswaße, Ecke Echcringstrahe: Konseren, sämtlicher Funktionäre der Angestellten und Arbeiter, die aus dem Boden der(5, P, D. sieben Temvelbof. Dienstag. 6 Uhr: Erweiterte Vor tandSfidung bei Last, ffncdrich-WUhelm-Str. SO, Sämtliche Bezirks- und Gruppcnsährer haben der wichtigen Tagesordnung wegen zu erscheinen, KriedrtchSbagrn. Am zweiten Feiertag>1� Uhr Weihnachtsfeier im Muggelieekastno. Kmderaufiührungen, Betcherung und Tanz. Antritt 1 R.. Kinder stci. An diesem Tage vorm.>/,I0 Nhr im Lokal Generalprobe der Kinder. Noch nicht in die Liften aufgenommene Kinder von Genossen können unter Vorlegung de» MitaliedSducheS bei Genossin Hossm ann, WUHelmftr. 87, nachgetrag— werden. 5s?.Illi Eoziakdemvkrariscken Wobl- 1 Vereins Ä'.iedr�schiiiieweide, l starb pliistlich u. iinerwartel i an den Folgrn cmc» Herz- Ichlaaes unser erster vor- sizenvrr, der Senoffe m\[[ CnruH im Wtcr von 48 Jahren. Me die, denen Ecnoffe Unruh au» seine« Wirken fiip br« Sache de» Lazia-i lismuB bekannt gewesen, 1 wissen, welchen derben«er- tust unsere Partei erlitten! Wir werben ihm ein ehrendes Audcnliii bewahren! 313/9 1 Der Vortun:!. Am 20. d. M. plvziich im 17. jghre Herr »erschied I Lebens- l ZM/Ui MI! Wmh o« BerUn-NiaderschSne- f «eibe. Seit November lSlZ bei! unserer Iasie als Ztrankm-! kv'nrrolleur talig, verlieren! wir in ihm ernen Ange- 1 stellten, der voll und ganz> feine ihm obliegniden> Pstichteu eriUllto. Wir werden fein An- Z denken i» Ehren halien. Der Vorstand der Allgemeinen Orts- tran.'tntassc für Adlers- Hof und Umgegend. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 25. De- zcmber, nachmittag« 2 Uhr, auf dem«emelndefriedhoi Niedcrschöneweide in Alt- 1 Glienicke statt. Nachruf. Am 30. Dezember vee-I starb piiitziich und mier-. wartet unier stolsz», der! Krankenkossenangestellt« Niü vor»!, im Alle: von 18 Jahren. Ehr» teinan,«adentea 1 Wir verlieren in dem Verstorbenen einen lieben Ztollegen, welcher stch durch seineu geraden und ehr- l ichen ckb arakter die Achtung seiner Mitarbeiter erworben halt«. 339b Die Beerdigung findet am Donnerstag. 23. Dez., nachmittags Z Uhr, auf dem tbemeaid-stiebhof zu Aü-Sli-nicke statt. UmzahlretcheBeteMgung Der Angestellten. nuSichuß d.Allgrmeinen Orrstrankenkasse für AdlerShof u. Umg. DeulfAer Pollerbund. "«erlitt. vcr- der Maurerpolier Be-ir-xereia»roh.«! Äm 20. DeZttnber starb unser lieber tto >er Maurerpolier �-Zo!! Izspsmlcil. Ehre selno.n Anbeuten i Die Beerdigung findet am Mittwoch. 31. Dezember. vocmiiwgs 11 Uhr, von der Leichenhalle de» neuen igen. ollner Gemiindekried- Hofs. Martendorfer ans statt. Ver vorflaud. Z. p. Srah». veseuigi �rnwsk!sL2L?.idö! itd. liautaussthi.. Flecht., i.iauljucr�vcj.Bemschid.,. , Kraatpiadcrn der Frauen j u.derg: ,in Onginaldr.seii i 1 6 25,» 75 erhältlich«i der I „Elefunen-ApoihelLe" I ler(in 213, Leioziirert 5ira8e vi(a. Oanhofspl) jSS lirlsessnieihe eputt gegen Barxabltuig Cgüiscle üetalüsilästrie, ' Pbt«d«irr'er 3tr. 67. äfcäoiee-LWi Draueu�chutz: nefii*. anerl. Prospctt gratis toigt& Co,, Stattgart. 23, bmnnastuwstraße 19. 86/ 3h* Nach kurzem,«chweren Leiden verstarb am 17. Dezember 1919 mein lieber, guter Mann, unser trcusorjvnder Vater, Schwiegervater, Qrollvater, Bruder, Schwager und Onkel, der Schriftsetzer Emil Schotter im 76. Lebensjahr. Dies zeigt an mit der Bitte um stille Teilnahme im Namen 3er Hinterbliebenen Frau Wllheiralne Schotter, geb. Binder. Die Beerdigung findet am 23 Dezember, nachmittags 2 Ubr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- kirchhofes, Neukölln, Hcrmannstr. 100, aus statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Verwandten, des Buchdruckers Gustav Färber sagen wir allen Beteiligten, besonders dar aeschäftsleitung und dem Personal der Firma Büxenstein, sowie dem Verband der Buchdrucker und SchriftgieBer unseren verbindlichsten Dank, 23/13 Ja Namen der Hinterbliebenen: Hermann Schmidt. iPWKWilH«� ß E FL L! N* Die Schaufenster unserer 20 Geschäfte zeigen nützliche Geschenke für Gesunde und Kranke Speziälarzt Dr. Hasche Sprechstunden 10— l, 3—8. Sonnt 10— L WWwM 4"Sn8zi.a!-BeliaB/,'/<>/, Lose 5.25 10.50 21.- 42.- M. u. Porto Boeck, Preuss. Lotterie-Einnehmer, Uerlin K, Chausseestr. 17. Fernspr. Norden 5814. , Postscheckkonto 31 0�1. Zigaretten : Pro Mille oon M. 120,— an ' lk'-,-in-en wo snick q.yllueU Mark 70,- an iWlÄÄ(P-irta CualUät) Ha'jifß&fl!' Ball, Manzenhandlung, Berlin, Wllhelmstr. 47. jZuppauluugeu, (Icgont gtüB, zw°' Puppe«. kompl Ausstattung, iteuslaven, Wiege, Kochherd, olle» fast neu. vertduflich bei 37Sb HSpfner, Mittelstr. 37. KMsnnot dsssitigt !>sl!lri>-ll»Iverz»I'Mrmi!r M Wsrme IzM Passender Owchenkartlktl. l'ebersll erhältlich sonst tür Mk. 75.— Ire! Hau* von der Fabrik Firma Friedr. Rinderthür, Siegen. Platina, Gr. 126 M. Gold, Tilber, Zahn�ebiffe, ZiÄiü'ZSstii? keuft E. Hausdorl nicht 71» unter I Swnger a koimfahi 121 Bans Oetken, Esens(Oitfritslb.) Selderhsen. 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Ferner suchen wir, ehenfalls zum baldigen Anttitt einen zweiten Landesparteisekretär mit dem Sitze in DarmstadL Die Anstellung der beiden Sekretäre erfolgt nach den Be- dingungen des Perein» Ardellerpre fte durch den Landcsvorsta td der Sozialdemokeaiischen Pattei Sessen». Seslgnetr Bewerber wolle» ihre Bewerbung unter Ang.de der Seholtsan'yrüche und Tag de» evtl. Eintritt» bis späteste u» 10. Sünna« 1820 an den Unterzeichneten« in reichen. In der Bewerbung ist aber die bisherige Tittiglrit und Stellung in der Partei MitteUung zu machen. Auch ist anzugeben, oie lange der Bewerber Mstgliev der Paneiorganiiaüon ilt 5s wirb nur auf solche ibenoffen reflektiert die»rganisatorisq, ni d agitatorisch« Ersohnnig besitzen. Hermann Neumann, Darmftadt, Neckarstr.V. �SWWgeZmZoMem für schwere Bänke gesucht. Bewerber au» Grotz-Berlin und au» erükiaisigen«etvirben, die an vriizise» und saubere» Arbeiten gewöhnt sind und die Maschinen sich selbst »Ineichten, wollen stch mit Lebenslauf und Angabe der Dauer ihrer Taiigieit bei den einzelnm Firmen meiden unter l. ii bei der Hauptexpedition de».Borwärt».* Tücht.Geldschrankbaner als Kolonnenführer, Schlotzbauer und Geldschranktransporteure werden sofort eingestellt von der �slddlllls«WkkPlsts ZZ» Lsrüa, vranieostruLo SS». verkauft zu bekannt»,»»»»a � öa**"r es r\ Alask«-i:iauf4cb«e la von OO.— billigen Preisen; SfcPeUZTMC.CSe- bis 825.-«ark.- OeJe�enheitsküufo in Skunks, Marder, Hcrren-Wehpalzen. S�ortpeluen, Wcgen- pclzen.— Großv Posten Herren-Ana uge, Paletots von 85—250 Hh,, hochelegant. Gelegenheiten in Damen-Kostümen, Plüsch-, Astrachan-, Pelzmänteln.— Femer im Lombard verfallene Uhren, Hinge, Brillanten, silb. Taschen usw. unter Taxpreisen THaafe�LkhSspleSe e%c. socxnooo zu jxcaoarmr i w» lamtneim rr�tmonn.7>/3: Jaakobs Traam. Kammeraplele. 'uhn Myent. ionn-Z'/.: FrtiillngsEnrachen ibends /: Adveot. I«p. Sehaasplclbans Orcstla(lg. Abt I.Abd.) Sonn.V/i: Ore«Ue(aul Ab.) Theater i. d. iönigorätzerStraSe ijSL'.: Schlott Welterstels Donnerst, nachm.: Maaik. (Klara: Maria Oiska.) Kbends rSchlottWetterstcin Freitag nachm.; Musik. (Klara: Maria Orska.) Kbends:SohIoBWetterstelB ionnb.: Schlott>Ve tteratein ti KomCdicuhaus Z Uhr; Sie. onnerst. nachm.: LUelott. Ebenda VtS Uhr: Sie. ■reitag nachm.; Llselott. \bcnds>/zg Uhr: Sie. Sonnabend; Sie. Berliner Theater usu: Bummel« Studenten Centrai-Theater Heute geschlossen wegen Vorbereitung zur Premlire Fräulein Puch. Dautache» Opernhaus p/m wir: Parsifal. Die TrlbUne f/sUhr: Je Wandlimg." Eden-fhuater ?'Ä.;„ü. A. W. 0." An beiden Feiertagen J Uhr: Der Reg�incnUpapa. Frledr.-Wllbelinst.Th. iv» uhr: firetchen. Kleines Thcister. 7va u: Die nnlierötirtfi Fraa Kl. 8chaasple|hans. föAlblne und Anjust oder: Prent Bach d. Lebens Komische Oper "/. u.: Dichtsrilehe» An beiden Feiertagen 3'/. U.: Schwarz waldmAdel. LustspielliauB Arnold Bleck In- uhn Der GroSslEilt-KMiiler Uetropol-Tbeater. 7 Uhr: Syblll An beiden Feiertagen 3 Uhr: Charleys Taste mit Thielscher t«eucH Operettenhnns. !vau.:ßl£ßanie vom Zirkus. An beiden Feiertagen 3'/, U.: Die kousche Susanne. Nchilter-Thcat. Charl. Jhi: Der Bnnil der Jugend. Thr.lln-Thentep vi, u.i Die närriseiie Liebe. Th.aiu AloUeudorfpiats TV. Uhr: DcrTtefQzfTe&fe Theater den Westens TV. U.: An beiden! Feiertagen 31/. U.: Die lustlre Witwe. Theater d. Prledrlcbetsdl tv, uhr: Die KvtMM. Wallner-Tkeater uilr Else Ballsacht. An beiden Feiertagen i'l, U.: Qtisha mit Mle Werber. Residenz- Theater. Täglich Vrf Uhr: Evclieii Homlifecli!. 1. Feiertag 4: Der gute Rai. 2. Feiertag 4: Der gute Ruf. Trianon-Theater. Täglich V,S Uhr: JKasksrsde. i. Feiert. 4: Der LebenssthOler 2. Feiert 4: Der Lebensschiller Sonnab. 4; Max und Moritz. Caslno" Theater Lotbrlngerstr.äT. Tägl.'/.gU.: Schnlepels Lene An allen Feiertagen nachmittags ZV, Uhr: Frohes Pest. '1,9 Uhr: Schnlepels Lene sowie ersikL Spezialitäten. Winter- Gälten V.» Uhr; Varletä-Splelfilan Rauchen xestattetl ReicteliaiL-Tiißaler «benbe Vit, Sonntags und Atiettag» nachm. 3 Uyr: Stettiner Sänger. DitiHnachls-Vt. if* /Jhrais-füLsi1 • Allabendlich» Uhr: Volksbühne JbÄl vi, u. Predigt Ii Litauen. Dir.: James Klein FrledrlchstraBe 218| j Allabendlich T1/. sQVi A.fceld.Fcler- 7'/j 5i) tagen ZVorst. I önibertreffiefes U. a.: töW der weltberflhmte aedankenüber- t rager, macht Jed. Menschen willenlos. Zum LMale a. HttVorhiri-hahne Gadbluslodessgrung ans der V. Btaxe 4 Hoasbyb Fliegende Akrobaten J IZ Varleti-Sensatton. Sonn- u. Feitrt jed jed. Erw. I Kind frei Unter d7Lindca 22/23 Dir. M. S o 1 i m a n. Aul vielseitigen Wunsch und der groBen Nachfrage wegen sehe Ich mich zu einer Verlängerung des Films veranlagt Sas Recht frei*! Ziehe. AufsehenerrtgentLDrama in 7 Akten. Hauptrolle; Magnus Stifter hüte Richter Pletro Scholz. uarlcben wird eingeseift. Lustspiel In einem Akt. Hauptrolle: Karlchen Plague. erwäK Fr» ____ 8s»T.»Ükr. MorvsrU. Ü—|V«*. e— 4 UM. flr, Wclhnachts-Prograam! Madame iuharry Turmetr. 13 Ich klage an! Altxandcrpiatz-Passage Friedenau, Raeinstr. H. LSIIis Ehe mtsfimiA LessIng-TMer. Direktion: Victor Barnowsky. vu uhr: Pygmalion. Mittwoch geschlossen.. Donnerst 3: Der rote Hahn. Abends 7V.; Pygmalion. Freitag 3: Der rote Hahn. Abends 7'/.: Pygmalion. Dentseiws Eiiiistle?-!nieater tv, uhr: Cyprienne. (Konstantin, Götz, Walter� Mittwoch geschlossen. Donnerst u.Freit3;Diesirae. Abends?>/,: CypHenne. rJcut/emJh, W wO,r. WA/kr f« Urgurt 32titlO0-«. Äbendn-usitz � Klvalla SllUchälok. tu&tau ♦ �ODBÖflff ♦ U»t«r d.» Siud.nSI Äoffet« Diele» SBot atfctnti. lVachm..». 9a>e«b�tMqn4i SopKlm Uf4nuini.30�M Clgra ZJItae«(Mdmll Äaffw.Subwats»,»ach Rubäober ätz» ©cflnetnf — Größte»ßtffht Einztine Möbel gebe brreifwtlligsi Sri varzahltntg bedeutende Prtisermößigttng.\ R9. Landwehr Müllerstraste 7, eine Trevve. Rritg.anltch« nehme In Zahlung. i2oiuitflj«>jicdrtnet� 1 «nwmn in großer Auswatil■■ SCHUHE BOkJü® EMCH" Trauringe I »UKATENCiOIiD ÖOO? U kar. Gold£S5 gestempelt, 8 kar. Gold von Zss. Ä»,75 an. VsrkSBl direkt an Private 1 Qold waren- Fabrik _.�Moslodft o. ifiBlrsie: Berlin, löhrenstrafie 16 ÄÄk 1 AlssaDd.rstra«. 14a. nah» JxnnowltzbrOck«. Kottbuscr Damm 24. | Chartottenburg, Stuttgarter Platz 3, Tauentzlanitr. 6. Schflueberg,(IninewtldstraBc IS. I I Pnlrl k lRjeder Form n. Menge l0ilrkne häuft Goldwaren- 1 Uf llOSl6Il Fabrik J.ielflsüek�S; Mohrenatraße 16 a.U�BI.FrledrlehsL Alexanderstr. 14a. 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Von der| w Wissenschaft Ist das Buch rückhaltlos»nar- Sttr kaant, leider war das Buch inletzter Zelt verfxtten. M Wer das Glück seiner Ehe festigen will, wer w dleQueicn, die die Gatten wthrend der ganzen DSV Qesclilechtsperiode empfinden, vermeiden M möchte, dem empfehlen wir die wlzsenzchaft- w liehen Aufklärungen, wie solche in dem Buch« IMT. Die Olfen barungeo im Oescdlecd Illeben" ent- M halten sind, aufs angelegrntste, es wird wie w eine Befreiung von Not und Pein empfunden UM" werden. Dieser Vorzüge wegen ist dieses Buch • beliebt, wie kein anderes In der Ehe. Preis M. MO. Nechn.«e Pf teurer. 164/10* »■8" Linser-Verlag, Berlin-Paokbv 1001. Prozesse, Z Beistand, mäßige Preise, Tell- --..jung. Ehe-, Alimenten-, Stral- - saehen, Eingaben, Gnadengesuche. Laadgerlehtsrat Dr. t. K t r ch b aci, Gesellschaft m. b. Ha AlexaaderetraB»«•(am Alcxzuiderplatz. gegenüber TietzL<9—T> Glänz. Erfolge Beobachtg, Sonnt 10- It Trauringe Dukatengold 900«st. Stück M. 130, 14 ktr. 585 gest. 8 kar. 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Und mit rinnenden Krokodilstränen wird darauf hingewissen, datz es in Preußen etwa 3 offene Richterstellen gibt, die seit Jahren nicht besetzt, sondern kommissarisch durch Assessoren verwaltet werden. Der noch nicht festangestellte Assessor aber genießt nicht dieselben Garantien der Unabhängigkeit(Un- absehbarkeit und Unversetzbarkeit) wie der ordentliche Richter. Sehr richtig I Aber haben wir diesen Zustand denn erst seit gestern, erst seit den: 9. November 1918? Die Herren Alldeutschen mögen sich erinnern, daß diese Einrichtung eine Erbschaft des a 1 t e n S y st e m s ist, das niemals zu bewegen war, davon zu lassen. Und das hat nun seine guten Gründe: war doch das Hilfsrichtertum eines der besten Instrumente der K l a s s e n s u st i z. Als Bismarck in der Konflikts- zeit der sechziger Jahre einen preußischen Abgeordneten, den Deuwkraten T Westen, wegen einer im Parlament— also unter dem Schutze der Immunität— getanen Aeuße- Tinig ins Gefängnis bringen wollte, wurde Twesten von zwei Instanzen freigesprochen. Da brachte Bismarck die Sache vor einen mitfa st lauterHilfsrichtern besetzten Senat des preußischen Obertribunals, und x dieser bekam es fertig, mit rabulistischen Spitzfindigkeiten doS Recht der Immunität zu verneinen, weil es sich nicht auf im Parlament ausgesprochene Beleidigungen erstrecke! Diese Begebenheit wurde zum Anlaß, datz später in das Gerichtsversassungsgesetz eine Bestimmung kam. wonach beim Reichsgericht Hilfsrichter nicht mehr fungieren können. Aber bei allen anderen Gerichten blieben sie zugelassen, und gerade die Strafkammern, welche die härtesten Urteile gegen Sozialdemokraten fällten, waren oftmals bis über� die Hälfte mit Hilfsrichtern besetzt. Eine Königs» berger Strafkammer z. B., die in dem sogenannten„Schand- säulenprozcß" ein geradezu Wahnwitziges Majcstätsbeleidi- gungsurteil gegen einen sozialdemokratischen Redakteur fällte, zählte von fünf Richtern vier Hilfsrichter! Die heutige Regierung hat sicher kein Interesse daran, solche Zustände zu verewigen. Die Zahl von 300 Hilfsrichtern ist denn auch tatsächlich weit geringer, als die Zahl der Hilss- richte? unter dem alten System. Die Regierung sollte ruhig das Institut ganz beseitigen. Die Alldeutschen-che? sind die letzten, die foaS Recht haben, sich darüber zu beschweren, datz seine Reste noch bestehen. Denn, wieder zur Macht ge- langt, würden sie die ersten sein, es wieder einzu- führen._ Zalsche Seschulüigong. Der englische Marineminifter Churchill hat im Unter- haus behauptet, datz Deutschland noch soundsoviel tausend Geschütze. Maschinengetvehre und Flugzeuge auszuliefern der- pflichtet sei. Dazu erfahren die P. P. N. an zuständiger Stelle, daß Deutschland die Waffen- und Nugzeugabliefe- rungspslicht aus dem Waffenstillstandsvertrag restlos erfüllt habe. Di? Reichswehr umfaßt einschließlich aller AbwicklungS- stellen 280 000 bis 300 000 Mann, worin die 20 000 Mann zur Bewachimg de? durch die Entente an der Rückkehr der- hinderten gefangenen Russen mit einbegriffen sind. Frei- kvrpS existieren nicht mehr. Die Z e i t f r e i w i l l i g e n, die sich lediglich zur Aufrechterholtung der Ordnung zur Verfü- gung stellen, werden nur in Zeiten der Gefahr tageweise der- wandt, wenn durch mangelhafte Werbung oder stärkere Kün- idigung Lücken entstanden sind. Die Sicherheitspoli» z e i dient dazu, verbrecherische Elemente im Zaum zu halten. Die Einwohnerwehren sind bewaffnet, um Hab und Gut gegen Plünderungen schützen zu können. Am 1. April 1920 wird die Reichswebr gemäß den Forde- rnngen des Friedensvertrags»ur 100 000 Mann zahlen. Die Verwendung der Zeitfreiwilligen hört in dem Moment auf, in dem der F r i e d e in Kraft tritt. Sturm in öer italienischen Kammer. In der italienischen Kau-mer empfahl Nicolai eiae Programm- lisch* Erklärung namens der Sozialistnifrattion. in der diese alle Lockungen der anderen Parteien sowie der Regierung ,»r Zusammen. crdeit zurückweist und betont, fie werde dir Regierung nur»ach eigene« Ermesse» übernehmen. Wir sind»n«, sagte Nicolai,«der Scrantwortnng bewußt, dir wir übernehmen, indem wir dir Dinge ans die Spitze treiben. Italien hat sich weder auf eine gute Krieg- sühruug, noch ans riucu guten Friedensschluß verkianden. Italien, der irdene Topf jmischeu den riseruea englische« uud deutschen Töpfen, muß in Stücke gehen. Ucber dieses vi!» brach auf den anderen Viintcn Sturm l«S. Ministerpräsident Ritt! hielt eine groß« Rede, in der er umueutlich auf die Bchauptuugeu der Redner in de«»orange, qn- geuen Sitzungen antwortete und erllärte, daß Italien in Europa zugunsten einer Politik de« Frieden« arbeiten woll*. Bezüglich der Lldriafragc bestätigte Nitti, daß Italien die freundschaftlichsten L*- zichungcn zu Süd.Slawieu aufrechtzuerhalten wünsche. Die Frage von gium* habe für Italien eiae moralische, nicht aber wirtschaftliche Bed*ntun«. Die Alliierten hätten Italic» hierin niemals Schwierigkeiten bereitet. Diese« Problem dürfe nicht von einem de» Alliierten feindlichen Standpunkt auS betrachtet werden. Die Regicrung arbeite in der Frage von Fiume darauf hin, Kon- fliktc zu vermeide». Die vou der franzosischen Regicruug form«- kirrten Porschläge blideten ein Minimum. Die große Mehrheit der Bevölkerung von Fiume habe sich für di�Anuahmr der Bor- schlage der italienischen Regierung auSgesptoTca. Frankreich and England ihrerseits hätte» ihre freundschaftliche Billigung, wenn nicht ihr volles Einverständnis gegeben. Nachdem Nitti seinem Ber- traue» in die Zukunft d*S Landes Ausdruck g«grben hatte, hob er die Notwcudigkeft einer Ausländsanleihe hervor und rrklSete stch zur Annahme der Tagesordnung Molliasi bereit. Als Nttti den Sozialisten zurief, wen» fie den Kampf wollten, dann dürften fie erfahre», daß der Staat stärker srj a l s sie, fetzte ein ungeheurer Lärm bei der sozialistischen Partei ein. Nitti schloß mit einem Hochruf auf dvu König, dem sich die Kammer durch demonstrative« Beifall anschloß. Daraufhin ver- anstaltete die sozialistische Partei ihrerseits eine st ü r. mische Gegenkundgcbung. Rote Tücher wurden geschwenkt, und man sang die Arbeiterhymne. Die Kundgebungen, woran sich auch die Tribünen beteiligten, wiederholte» sich mehrmals. Nitti verband mft der Tagesordnung Molliasi die Bcrtrauens- frage, dir unter Namensaufruf 242 Stimme« für und 21Ü Stimmen gegen ergab. Die Mehrheit RittiS beträgt somit nur 2S Stimmen. TaS ist ein übler Anfang für ihn. G i o l i t t i erklärte, daß er zugunsten der Regierung stimmen werde. Die Erklärung MolittiS gab zu Unterbrechungen, Zwischen- rufen und Kommentaren Anlaß. Barel erllärte im Namen ber offiziellen Sozialisten, daß sich seine Partei jedem Versuch parlamentarischer Skaktion entgegen- stellen werde. Nach öem Wahlsieg! (Baseler Drahtbericht des.Vorwärt s'.) Die„Berncr Tagwacht" meldet, daß neuerdingS in Brüssel und Autwerpe» Masscnvcrhastungru sozialistischer Deputierter(?) uud Funktionäre vorgenommen worden sind, uud daß ein Generalstreik in Belgien nahe bevorstehe. Bei der Richtung der„Berncr Tagwacht" ist vielleicht anz«> nehmen, daß es sich um Bolschrwistrn handelt. §Ür DeutWsierrelch. Baseler Drahtbericht deS.VortvärS'.) Einundzwanzig schweizerische Arbeiterunionen beschlossen die Einleitung einer großen Hilfsaktion für Jnnerösterreich, Vorarlberg und Tirol. England genehmigte die Absendimg von Fetten usw. für 280 000 Pfund Slerling und von drei(Schiffs»?)Ladungen Kohle nach Deutichösterreich. Wie» steht vor einem Weihnachtssest ohne Licht «nd ohne Straßenbahn. Auf dringende Notrufe der Regicruilg hat die iti/lienische Mission wegen sofortiger ü/sendung de« in Trieft liegende» Ge- treideS gedrahtet. Ja, wenn auch Luxemburg!.. Die Sozialsten deS GrotzherzogtumS Luxemburg hielten ihren Parteitag in der Hauplstadt ab. lieber 100(!!) Delegierte waren anwesend und nahmen schließlich nach lebhaften Auseinander- setzungen mit überwiegender Mehrheit die Entschließung de! Vor« standes an, die sich für das Nätcsyslem und die Erziehung der Ar- veiterklassr zur Ergreifung der Macht ausspricht. Andere Resolutionen, die den sofortigen Anschluß an Moskau bezw. die Vertagung der Entscheidung empfohlen, sowie eine weitere Entschließung, nach der der Genfer Kongreß eine neue revolutionäre Internationale zu schaffen haben würde, waren durch die Vor- standSresolution erledigt. Zittere, o HuySman«, auch Luxemburg kehrt dir de« Rücken und wirst sich in die Arme CrispienS! Neue Anleihe ßrankreichs. In der französischen Kmmnersitzung wurden die Mitglieder der Kreditkommisfion, die die Finanzvorlage der Regierung zu prüfen haben, gewählt. Im Verlaufe der Diskussion, die der Ernennung vorausging, gab Finanzminister Klotz feine Absicht kund, binnen kurzem eine Zlobersicht über die Fina nzlage zu geben zur vülli. gen Aufklärung deS Parlaments und des Landes. Er bemerkte, datz es ihm nicht möglich fei, sich über das Ergebnis der Verhandlungen mit den Alliierten auszusprechen, bevor er sich mit Clemencoau ver- ständigt habe. Klotz ist der Meinung, datz die Kammer die Vor- schlage, die«r der Regierung unierb reitet«, so schnell als möglich berhcmdeln und datz sie keine der jetzt bestehenden Steuern ab- schaffen solle, bevor sie nicht einer anderen an deren Stelle treten- de» Steuer zugestimmt hat. Er erklärte, datz Vergeudung nicht mehr am Platze sei und datz man mit der bis jetzt verfolgten Politik hin- sichtlich des BrotpreiseS und des Eisenbahnbetriebes aufhören müsse. Er schlotz mit der Ankündigung der Einreichung einer neuen Anlcihcvorlaae und einer neue» Dteuervvrlage. Das Schicksal von Konsiantinopel. .Daily Mail* schreibt über die Frage von Konstantinopel, man habe die Wahl zwischen zwei Lösungen: Entweder Konstantinopel an Griechenland zu geben, welches gewisse Ansprüche auf die Stadt erheben kann, oder aber den Hafen zu internatio» nalisieren, genau so wie Danziz internationalisiert worden ist Das Drama von Nmrl'tsar. Wir berichteten schon über die warnungslose Niederschießung einer Jnderversammlung aus Befehl deS englischen Generals D y- r. ES werden setzt auS der englischen über die schweizerische Presse weitere Scheußlichkeiten bekannt. So hat der General die Frage, warum er sich um die etwa 1300 Verwundeteen(neben 450 Toten) nicht gekümmert habe, damit beantwortet, daß die Hospitäler ja offen gewesen seien und die Verwundeten hätten hingehen können. Auf seinen Befehl mußten Inder durch die Straße, in der eine englische Krankenschwester mißhandelt worden war, auf allen Vieren kriechen. Er hat die Ptügelstrofe eingeführt, von der reichlich Ge- brauch gemacht werde. Und er wurde von seinen Vorgesetzten. auch dem Leutnanl-Governor belobt. Unbelehrbar. Am Sonntag morgen hatten wir den Fall de? Landrat« von Götz an Hand der«niworl beiprochen, die der Minister d-S Inner». Genoffc Heine, auf eine Anirage in der LandeSversamm- luug zu erieilen gedenkt. Au« dieser Antwort ging deutlich hetvor. daß e« sich um einen freiwillige n Rücktritt gehandelt hat. Daß eine Maßregelung nicht vorlag, ging auch schon daraus hervor, daß der Landrat nach dem Ablauf seines Urlaubs auf einem anderen angemeflencn Regierungsposten verwendet werden soll. Die.Deutsche Zeitung' zetert sich trotzdem in eine erhebliche Auf- regung binein. Zur Beruhigung sei festgestellt, datz auch nicht der geringste Druck einer Regierungsstelle auf den Landrat von Götz autzgeübt worden ist. Herr von Götz, der an politischer Schulung jeden- fall« der.Deutschen Zeitung' weit überlegen ist, hat einfach, als er er- kannte, daß die KreislagSmehrhert ihm die Gefolgschaft verweigerte und insolgedesicn ein Erfolg versprechendes Arbeiten für ihn nicht mehr möglich war, die Konsequenz gezogen. Gegen die Mehr- heil eines Parlaments kann in einem demokratischen Staate nicht regiert werden. Der.Deutschen Zeitung', die immer noch ihr Ideal in der wilhelminischen Epoche sieht, wo der Parlamentarismus nicht«, die Polizeiorder aber alles bedeutete, will sich an diese Wandlung noch nicht gewöhnen, sie ist eben unbelehrbar. Ihre persönlichen Angriffe gegen Heine und den.Vorwärts' beweisen nur. daß ciwaö geistige Elastizität im Sinne der.tainin- dischen Rabulistil", die fie Heine vorwirsy den schwerindustriellen Knappe« nicht schaden köaute 1 Wo bleibt öer pachtzwang Z Die AuSsührungSbestimmnngen zum SiedlungSgesetz sehen au?« drücklich den P a ch t z w a n g vor. Jnzwischcn mchien sich die Klagen der Landwirte, die gern noch zu ihrem eigenen Grundbesitz Land pachten möchten, darüber, daß ihnen lein Land überlassen wird, oder aber nur zu übermäßig hohen Preisen. So liegt uns jetzt wieder eine Klage vor. die anführt, daß ein Bauer, der gern sein Land verpachten möchte, weil er es selbst nicht voll be- wirtschaften kann, für einen Morgen Pachtland mittlerer Schwere 60 Mark jährlich verlangt. DaS ist an sich vielleicht noch nicht einmal übertrieben, erschwert aber dem armen landbedürftigeu Kleinbesitzer die Möglichkeit der Bewirtschaslung außerordentlich. Die Folge davon ist, daß diese 10 Morgen natürlich nur wenig aus- genutzt werden, waS nicht im Interesse der Allgemeinheit liegt. In solchen Fällen müßte rasch eingegriffen werden, damit möglichst viel Kleinbesitzer in die Lage kommen, schon im nächsten Frühjahr Pach:- land bewirtschaften zu können._ Die II« S. p. D.-?ugenA. Das SpailtungSfieber der Kommunistifcheit Partei überträgt sich auch auf die linksradikale Jugend, die bisher in der söge- nariutni„Freien Jugend" zusammengefchlossen war. Nachdem diese Organisation völlig mS Schlepptau der Kommunisten geraten ist, hat sich von ihr die zur U. S. P. D. neigende Jugend losgelöst uud zu einer neuen Organisation unter dem Titel„Sozia- l isti sche Proletarierjugend' zusammengeschlossen. Obwohl die neue Organisation nach ihren Richtlinien es ausdrücklich ablehnt, sich auf das Programm einer politischen Partei zu ver- pflichten oder sich ihr organisatorisch anzugliedern, sieht man ihr doch die U.-S.-P.-D.-Färbung schon von weitem an. Es ist ganz die Halbheit und Unklarheit dieser Partei. Auf der einen Sci.e tut man sehr revolutionär, auf der anderen Seite nimmt man bci den Forderungen und Richtlinien geistige Alüeihem bei der sozial- demokratisch ge-nchleten Jugend. Die„Sozial isti sche Proletarierjugend" bezeichnet sich stolz als „politische Jugendbewegung'. Da sie sich nicht auf das Pro. gramm einer politischen Partei festlegen will, müßte sie logischer- weise als eine neue politische Partei angesprochen werden. Do eS handelt sich eben nur um ein Spiel mit Worten, denn in Wir-- lichkvit kommt überall ver ll.-S..«. 33. 1. Herr Präsident. 2. Wird von Fall zu Fall entschieden.— H. P. 4«. Mieteiiiigunglamt anrusen.— lt. L. Ä7 Di, Hebamme bat nur einen Anipruch. wenn sie bestellt wo, den ist. — St». G. 06. Krankengeld ist nbzugSfähig.— G. 60. Ja.— Bch:n 37. 1. Bis 31. 12. 19. Die Benachrichtigung cnwfiebU fich. 2. An« Ipruch auf Invalidenrente haben Sie, wenn Sie invalide find.— H. A. «opeuhagen. 1. Ja. 2. Nein, da Sie sich nach dem 12. t2. 18 nicht binnen Dreimonatsfrist gemeldet haben. 3. Fragen Sie bei derjenigen Stelle, die Sie semerzeit zur'.Reldunz ausgefordert hat, an. ob ein Ver« fahren gegen Sie eingeleitet ist, und bitten Sie evtl. um Niederfchlagung. — F. A. 19. Wenden Sie sich sofort persönlich an das Bezlrtskommaodo. Dort erfahrc»! Sie alles Nähere.—(s. D. 19. Das mutmaßliche jetzige Einkommen. Komme» Sic um Skundmio oder Beivilllaung von Raten- zahlmigen ein.— F. M. 85. 1. u. 3. Ja. 2. Nicht nötig.— Z. 34. J. Tie gesetzlichen Bestimmungen gelten noch. 2. Unbekannt. 3. Nein, erst von CG'/, Pioz. der Bostrente an.— N. N. 6. t. Nur wenn der Erwerb d-S Grundstücks zum Zweck der Anfiedlmiq erfolgt ist. 2 u. 3. Wenden Sie fich an die dortige Fürsorgesielle.— 25. f>. 27. Klage aus Zahlung erbeben.— Schüningstr. Unoerstäiidlich, wenden Sie sich an die Kranken« lasse.— 21. Z. 190. 1. Nein. 2. Beschwerde Beim Landtat bzw. Ne- giernngSpräsideiilen.— M. 89. Führen Sic Beschwerde.—«.;»f. 8. Beaiinoortmig ohne nähere Bezeichnung der Urkunde unmögüch.— 25.(a. Hoffnung. Warten Sie den weiteren Verlaus der Sache ab. Wahrschein- lich handelt es fich um gestohlene Sachen.— V. 41. Nein.—<5. M. 100. Sie haben keinen SrstattuiigSanspruch.—«. 101. 1. Rem. 2 Nn- bekannt.— 05. 25. 119. Wenden Sie fich an die Orchitrankonknise. — 26. Z. 47. Bis 30. 6. 19. Legen Sie sofort Berikjung ein. Hriefkaften öe? Expeöition. St. Z. Schw. Sie erhalten Nachricht vom Verlag P. Oestergaard. S-tzettrranSsickitcn für daS mittlere Norddentfchland bis vliittwoch mittag. Zieurtich mild, zeitweise anfklarend, j-doch über« wiegend bewöllt, mit öfter» wiederholten, im Küstengebiet zum Teil starken, sonst meist geringen Niederschlägen. Berantw. für den redattion. Teil: Artur stickler, Tbarlotienburg: kür Anzeigen: Th. Stock«, Berlin. Verlag: Borwärts-Verlag S. m. b. i>.. Derlin. Druck: Bor- wärto-Buchdruckere: u. Berlagsanstall Park Cinger u. Co. Berlin, Lindenftr. 3. Hierzu 1 BeUeg gegen geringe MonatsgebGhr; auf Wunsch auch gasgefüllte Metalldrahtlampen mit und ohne Armaturca Die Lampenmiete für ein ganzes Jahr betrügt ungefähr soviel, wie der halbe Ladenpreis einer Lampe, denn ausgebrannte Lampen werden von uns ohne Mehrkosten ausgewechselt Wöchentliche Lampenkontrolle. Instandhaltung von Gasglühlicht-Anlagcn im Abonnement Mcn verlange unverbindlichen Vcrlretci besuch und übeneeuge sielt von den vorlei Jhaflen Bed-ngungen. 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