9t.667. 36. Suljrg. Brz»«»PretO t Sl*tte(ll�rL IS» ült, monotl. fr« ms siaus, oorous-ah Idar. Post» bemfl Slonatltö 4» Sit, ehtL Hr- steHuilgsgedilhr. Unier RrtuibaiUi für Deullchland and Oeklrrreich- Ungarn T,7i SIL rtit das iibng« Unsiond 12.— SIL bei tbiild) einmal. �nfteHung 10�- Mt.+ Valuta- Aufschlag. Sofl- beitellunzen aedmen an üanemotf, Holland, iluxemdurg. schweben i nd die Echwett. Cingeiraaen>n die Post- Leitung»- Vreislille. •Vtt.Vorwärts' mit der SflOTttogs- beilaze.Soll a. Reif erichelni wochen- äglich eweimal. Sonntags einmal. Telegramni-Ädrels« .Sozlalb-inokral pettW*. Abend-Ansgabe. Bciiincv VolKsblatt ( 15 Pfennig} SlnzeigenpreiS: SU achtlielvaltene Nonpareillezr l» Sollet 1» M, Teuerungszulchlag S0e/> »Kleine Anzeigen-, das Irl!- gedruckte Wori 7ö Psg. szulassig zwei iettgedruckte Worte). levis weciere Wort M Sfg. Etellengesuchc und Schlafstellenanzeigen das erste War! 65 Pfg.'tbcs weitere Wor! 40 Pfq. Wori« Uder>5 Buchstaben zählen flir zwei Worte. Tenerungszuschlag 5V°>. Familien-Anzeigen, volitlsclie und gewerklchastliche Vereins- Anzeigen 1» Ml. die Feile. Anzeigen für dl« nächst« Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlw EW 68, Lindenstra�e 3. abgegeben werden,©«öffnet don 9 Uhr früh bis b Uhr abends Zentralorgan der rozialdemohratifchen Parte« Deutfchtands ReSaktioa und Expedition: GW. öS» Lindenstr. Z. aernivrectieri Amt Mortnpla», Nr. ll!»! 00— l»! V7. vorwärts-verlag G.m.b. h., GW. öS» Lindenstr.3. Zherrtsprechrri Amt Moritipia», Nr.«17SZ— St, Der ßrieöen tritt in Kraft. höchstmieten gegen Mietswucher Eine tatkräftige Verordnung. Die neue preußische Verordnungüber Einfüh- ruug von Hoch st mieten vom 9. Dezember 1919 hat in den Kreisen der Mieter weitgehende Befriedigung ausgelöst. Endlich einmal eine Verordnung, die dem Miets- und Häuserwucher Aiigei anlegt. Volkswirtschaftlich ist die Verordnung zweifellos zu begrüßen und notwendig. Dia Verhältnisse auf dem Gebiete des Wohnungswesens find un- sagbar traurig. Nicht immer haben die Mietseinigungs- ämter es verstanden, den nie zu stillenden Gelüstcu der Haus- besitzer, die Konjunktur auszunutzen, standzuhalten und die Mieter vor den übertriebenen Ansprüchen der Ver- mieter zu schützen.' Wer die Verl)ältnisse aus dem Gebiete des Häusermarktes kennt, weiß, daß gerade in letzter Zeit, die Hausbesitzer bestrebt waren, die Konjunkturgewinne durch Verkäufe zu realisieren. Die Verordnung vom 9. De- gember 1919 fährt ihnen hierbei in die Parade, und ihr Ge- schrei über die angebliche Ungerechtigkeit ist groß. Desto wohltuender berührte es, daß die Preußische Regierung an der Notwendigkeit der Verordnung festgehalten und den Wünschen der Mieter weitestgehend Rechnung getragen hat. Es erübrigt sich, näher auf die Gründe der Verordnung ein- zugehen. Genug, sie ist da, und es gilt nunmehr, die Rechte per Mieterschaft auf Grunb der Verordnung auch i n d e n kommunalen Körperschaften energisch zu vertreten. Die Drohung der Hausbesitzer, die S t e u e r- Zahlung einzuft eilen und ähnliche Scherze zu»er- üben, wird die Kommunen kalt lassen. Häuser sind keine Hasen, sie laufen nicht weg. Letzten Endes schneiden sich die .Hausbesitzer dabei nur ins eigene Fleisch, da die z w a n g s- weise Hausverwaltung ihren Jnteresien nicht ent- sprechen dürfte. Die einzelnen Bestimmungen der Verordnung find zwar noch nicht Allgemeingut geworden, sie werden aber in nicht allzu langer Zeit von der Melirzahl der Mieter beherrscht und angewendet werden müsien. In den nächsten Tagen werden die von den Gemeinden festzusetzenden prozentualen Zuschläge zur Friedensmiete vom 1. Juli 1914 bekanntgegeben werden. Damit beginnt die Wir- kung der Verordnung, da nach 8 6 mit der Bekanntgabe ves gemeindlichen Beschlusses die Mieten s i ch v o n s e l b« r auf die Höchstgrenze ermäßigen. Es bedarf hierbei keines Entscheides des Mietseinigungsamtes, sondern die Feststellung der Friedensmiete vom 1. Juli 1914 genügt, um jedem Mieter die Möglichkeit zu geben, unter Hinzurechnung des von der Gemeinde festzusetzenden und zu veröffentlichenden Zuschlages, seinen nunmehr zu zahlenden Mietszins festzulegen. Diejenigen Mieter, die auf Grund ihres schon vor dem 1. Juli 1914 ab- geschlossenen Mietsvertrages den Mietszins vom 1. Juli 1914 mit Leichtigkeit feststellen können, werden die Feststel- lung des neuen Mietspreises am schnellsten bewirken. Für spätere Mietsvertröge gilt die Bestimmimg. daß der Vermie- ter dem Mieter wahrheitsgemäße Auskunft über die Höhe des am 1. Juli 1914 vereinbart gewesenen Miets- zinses mit der Versicherung der Richtigkeit seiner Angaben zu geben hat. In erster Linie hat der Vermieter einen in seinem Besitze etwa befindlichen Mietvertrag über die Woh- nung. aus dem der für den 1. Juli 1914 vereinbart gewesene Mitcspreid hervorgeht, dem Mieter vor der nächsten MictS- zahlung vorzulegen. Genügt dem Mieter die vorerwähnte Auskunft des Vermieters nicht, so kann er durch das MietS- einigungsamt vom Vermieter die A b g a b e e i n e r d a h i n- gehenden eidesstattlichen Versicherung er- langen. Die automatische Herabsetzung des Mietzinses auf die zulässige Höchstgrenze tritt vom nach st en Mietzahlungstermin in Kraft, sobald die Ge- meinde den Beschluß über den zur Friedensmiete hinzinurech- nenden Zuschlag veröffentlicht hat. Wo die bisherige Steige- rung der Friedeusmiete keine so wesentlidfe ist, daß sie die zulässiae Höchstgrenze überschreitet, tritt keine Erhöhung der bisherigen Miete auf Grund der Verordnung ein, son- dern es verbleibt zunächst bei dem niedrigen Mietspreis zum mindesten bis zum Ablauf des bestehenden Mietsvertrage-Z. Nach dessen Ablauf wird der Vermieter sicher schon dastir sorgen, daß der neue MietSzinS die Höchstmiete erreicht. Nach 8 5 sind Kündigungen zum Zwecke der Mietssteigerung für die Zeit vom 9. Dezeniber 1919 ab bi? zur Veröffentlichung des Vesckilusies der Gemeinde unwirksam. Damit soll eine unnötige Verhandlung vor dem MietseinigungSamt ausge- schaltet werden, da der Kündigungsgrund durch die Besch- tung der Bestimmungen in den weitaus meisten Fällen in Fortsall kommt. Von den vorerwähnten Bestimmungen wer- Einigung in Paris. T>U letzte» Hemmungen sind beseitigt: kl« Tage der HeMge» drei Könige» Dienstag, den K. Januar 1920, viereinhalb Uhr nachmittags, findet im französischen Ministerium der Austausch der Ratifikationsurkunde statt. Wenn nichts Unvorher» gesehenes eintritt, fügt die HavaSmeldung hinzu. ES hat unserer Pariser Delegation schwere Mühe gekostet, die F-ranzosea davon zu überzeugen, daß die Auslieferung von 400 000 Tonnen Hafenmatcrial eine glatte Unmöglichkeit ist«nd daS Schicksal unserer Hasenstädte besiegeln würde. ES war leider so» daß die Ententekommissionen bei der Einschätzung der deutschen Leistungsfähigkeit irgendwelchen Agenten größeren Glauben schenkten als unseren Sachverständigen. Unsere Vertreter sind in ihren Zugeständnissen bis zum äußersten gegangen und haben der Ententcfordcrnng— 400 000 Tonnen nach Entontcwahl— ein Angebot von 192 000 Tonne« deutscher Auswahl und SO 000 Tonnen Nachlieferung so so rt herzu« stellenden Neumaterials entgegengestellt. Di« Entente ist entgegengekommen» wenn auch nicht ganz, denn i» der Meldung heißt cS, daß daS Material„gemäß der an Ort«nd Stelle gemachten Feststellungen in Dan, ig» Hamburg und Bremen von der alliierten Sachverständigenkommission"»erlangt werde. Wir könne« uns nicht verhehlen» daß e» hoher Einsicht der geg. nerifchc» Sachverständigenkommission bedarf, bei dieser Gelegen- heit»ene Konflikte zu vermeiden. Die deutsche» Zugeständnisse waren paS Ergebnis des bis aufs äußerste angespannten WillenS, au der Hasenfrage vorbei zum Abschluß deS Friedens zu kommen;«na möge die Entente durch etwas Vernunft wenigstens de« Anschein eines gleichen WillenS erwecke«! Die flbftimmongsgebiete. Pariser HavaSdrahtung: Die alliierten Delegierten hadern den deutschen Vertretern die V e d i g u n g e n zur Kenntnis gebracht, unter denen sich die Ilebertragung der Vollmachten in den dem Plebiszit unter stehenden Gegenden vollzieht. Die deutsch« Delegation beschränkte sich aus bloße Kenntnis- nähme. Eine Erörterung' entspann sich nicht; eine solche wird sich inde» in einer dorgesehenen späteren Konferenz er- geben. den alle Mietsverträge der ahne Warnrwiasser imd Zentral- heizimg eingerichteten Häuser restlos getroffen, soweit sie den Höchstmietssotz übersteigen, gleichgültig, ob die bisher ge- zahlte höhere Miete vom MietseiinigungSamt oder durch frei- willige Vereinbarung festgelegt worden ist. Auf die vor dem 23. Juli 1919 abgeschlossenen Mietsverträge mit Zen- tralheizung oder Warmwasserversorgung, durch die eine Trennung der Heizung oder Warmwasser» Versorgung von der Miete nicht vorgeschrie- b e n ist, findet die Verordnung keine Anwendung. Das ist ein offensichtlicher Mangel der Verordnung, der durch die Reichsverordnung über Sammelheizungs- uind Warm- Wasserversorgung in iMetsränmen vom 22. Juni 1919 entstanden ist und nicht beseitigt werden konnte. DaS Reichs- gesetz mußte beachtet werden. Bis zum Ablauf ihres Miets- Vertrages sind diese Mieter an den bisherigen Mietspreis gebunden. In den meisten Fällen werden aber auch diese Mieter eine Reduzierung ihres Mietszinses vor dem anzurufenden Mietseinigiilngsamt erreichen können, da die geringen, ungenügenden Leistungen der Vermieter Hinsicht- lich der Heizung und der Warmwasierversorgnng eine M i n- derung der Miete begründen. Alle Verträge, für die in Häusern mit Wannwasser und Zentralheizimg eine Preisvereinbnrm'g nach dem 23. Juni 1919 abge- schlössen worden ist, oder wo in älteren Verträgen be- reits eine Trennung zwischen Mete und den Kosten für Hei- zung usiv. vorgeseben ist, werden insoweit abgeändert, alS vom 1. Januar 1929 ab eine Trennung in Grundmiete und den Kasten der Heizung eintritt. Für die Grundmiete gelten dann die gleichen Bestimmungen, wie für alle son- stigen Mieten, nämlich Friedensmiete vom I.Juli 1919und Zu schlag derGemeinde. Ueber die Verteilung der Kosten für Warmwasser und Heizung sind eine ganze Reibe neuer Vorschriften getroffen worden. Der Vermieter muß über die entstandenen Kosten ordnungs- gemäß Buch führen, die Bücher zu bestimmten Terminen einem Mieterousschuß barlegen, lmter dessen Mitwirkimg dann die Nmkegung der Kosten ans die Wohnräume erfolgt. Für die Kosten der leerstehenden Wohnungen muß selbstredend der Vermieter aufkommen. Dieses Verfahren kann von dgr Gemeinde durch Festsetzung bestimmter Zu- schlage für Zentralheizung und Warm- Wasserversorgung vereinfacht werden(ß 7 Abs. 8). Die Festsetzung darf nur auf die Dauer eines JahreS erfolgen. Der 8 8 will die Ueberschreitung der Höchstgrenze in Zukunft verhindern und bestimmt, daß alle Verträge, die unter Ueberschreitung der Höchstgrenze abgeschlossen werden. sich ohne weiteres auf den Mietshöchstsatz ermäßigen. Eine solche Bestimmung würde an und für sich naturgemäß nichl genügen, das S ch i e b e r t u m zu unterbinden. Durch eine weitere Zusatzbestimmung, nach der jede über den Höchstsatz geforderte Miete später zurückgefordert werden kann, ist aber allen Bestrebungen der Hausbesitzer, mehr als die Höchstmiete herauszuschlagen, eine wirksameSchranke gesetzt wor- den. Die V e r j ä h r n n g S s r i st für solckfe Rückforderun- gen des Mieters beträgt 3 9 Jahre. Eine sehr unangenehme Bestimmung ftir die Hausbesitzer! Jede Nebenleistung des Mieters gilt als Mietzins. Bei Lebensmittelgeichäften z. B. wird hier und da zwischen Vermieter ured Mieter die Vereinbarung getroffen, daß der Mieter Lebensmittel an d e n V e r m i e t e r zu lic fern hat. Auch derartige Leistimgen gelten als Miet- z i n s oder Teile desselben, ebenso eine prozentuale Be> teiligung des Vermieters am Geschäftsumsatz des Mieters. Insbesondere gilt auch als Mietzins die Uebernahme der- jenigen Reparaturkosten durck) den Meter, die nach den Bestimmungen des B.G.B. der Vermieter zu tragen hat. Diese Bestisnmung kann bewirken, daß der Vermieter not- wendige und ausführbare Reparatilren machen läßt, da cr sich sonst eventuell der Gefahr aussetzt, daß der Mieter, bzw. das Einigungsamt, Mi.etzinsabzüge vornimmt. In jetziger Zeit besonders wichtig ist die Vornahme von Repara- turen an Oefen und Fenstern, da durch schlechte Oefen und Fenster das jetzt so wertvolle Heizmaterial verschwendet wird. Sind die persönlichen Verhältnisse des Mieters derartig daß er auch die Höchstmiete nicht tragen kann, so ist das Einigungsamt berechtigt, die Miete herabzusetzen. Andererseits kann auch dem Vermieter im einzelnen Falle ein über die Höchstmiete hinausgehender Zuschlag zi gebilligt werden, wenn er ohne solchen Zuschlag u n v e r s ch u I- dete Zubußen leisten würde und außerdem diese Zubußen durch Renovierungen oder durch Erhöhung der vom Grundstücke zu entrichtenden öffentlickprechtlichen Abgaben verursacht sind. Es genügt also nicht die Tatsache allein. daß der Hausbesitzer mit den Höchstmieten ke in Auskommen findet, sondern er muß gleichzeitig nachweisen, daß er Renovicriingen im letzten Jahre vorgenommen Hai oder vornehmen will, ober daß die Abgaben recht beträchtlich gestiegen sind. Die AuSführungsbestimmungen sagen zu diesem für den Mieter sehr wichtigen Teil der Verordnung noch folgendes: Durch den Z 19 sollen Härten, die den daS HauS nicht als Spekulationsobjekt betrachtenden Eigentümei eventuell treffen können, vermieden werden. Zur Anwen- dung des Z 19 ist zunächst erforderlich, daß der Vermiete! nachweist, daß er bei der Verwaltung des fraglichen Grund- stücks„unverschuldete Zubußen" zu leisten haben würde. Un verschuldete Zubußen liegen nicht vor, wenn der Kauf preis oder die Belastung des Grundstücks s e i n e n W e r t übersteigt. Die infolge dieses Um st ander- durch die Mietein nähme nichtgedecktenZin- s e n des in dem Grundstück angelegten eigenen oder fremden Kapitals dürfen daher durch Bewilligung von Zubußen nichtals berechtigt anerkannt wer- den. Tagegen wind anzuerkennen sein, daß der Vermieter unverschuldete Zubußen zu leisten haben würde, ivenn nachgewiesen wird, daß die Belastung des Grundstücks und das eigene vom Vermieter hineingesteckte Kapital den Wert des Grundstücks nicht übersteigt und bei Anftuendungen für die Unterhaltung des Hauses oder bei Zahlung der öffentlich)«.' Abgaben eine angemessene Verzinsung des Kapitals durcl die Mieteinnahmen nicht möglich ist. In diesem Falle können dem Vermieter für einen fest zu bestimmenben Zeitraum für notwendige, im letzten Jahre ausgeführte oder im bevorstehenden Jabre eiuszufübrende bauliche Jnstandsetzungsar- beiten Mietzuschläge bewilligt werden. Eine Verlängerung deS Zeitraumes, ftir welche der Mietzuschlag bewilligt ist, ist jedoch für dieselben Reparaturen unzulässig. Hat der Vern irter die Reparaturen bereits ausgeführt, so wird ei durch Belege vor dem Einigungsamt die Höhe der Koste'- eingebend r ächz»weisen baden. Verlangt er einen Vorschuß ftir die erst anszuftibrenden Reparaturen, so wird bei Be- willigung des Vorschusses durch diesbezügliche Bestim mungen Sorge dafür zu tragen sein, daß der Vermieter di. Zuschläge auch tatsächlich für die dngegebenen Reparaturen verwendet. Im Gegensatz zu den Reparaturen ist bei öffentlich- rechtlichen Abgaben eine Verlängerung des Zeitraumes, für die sie bewilligt sind, zulässig. Welche Abgaben als öffent- ..ch-rcchtsiche anzvsehni fw?>, wirb rmch bm ehrjeliren Se- meindcordnungen zu entscheiden sein. Zum Beispiel wird der Wasserzins in einzelnen Gemeinden den Charakter der Gobühr tragen, in anderen dagegen nicht. In Zweifel- fällen— aber auch nur in solchen— wird diese Rechtsfrage zugunsten der Vermieter zu entscheiden sein, da die Erhöhung der Abgaben die Allgemeinheit tragen mufc, nicht der einzelne. Ta die Entscheidung der Frage, ob dem Vermieter Zu- ichlage zuFlchilligen sind, vielfach von der Beurteilung des Wertes des Grundstückes abl>ingig fein wird, so werden (läufig Sachverständigen-Gutachten erforderlich werden. Bei der Bewertung der Grundstücke wird mit Rücksicht auf un- sere wirtsckzaftspolitischen Gesamwerhältnisse eine gewisse Vorsicht am Platze sein. Diegegenwärtige.ausder Wohnungsnot sich ergebende Konjunktur soll bei Abschätzung des Grundstückswertes nicht berücksichtigt werden. Tie Kosten für der- artige Gutachten hat der Vermieter zu tragen. Die persönlichen Verhältnisse des Mieters bei Festsetzung des Zu- Wag es können insofern berücksichtigt werden, als der Zu- ichlag einem nachfolgenden Mieter gegenüber mit Rücksicht ans dessen Einkommens- und Vermögensverhälwisfe anders festgesetzt werden kann. Der Zeitraum, für den die Zuschläge festgesetzt werden, 'wird je länger festzusetzen sein, je gröster die vorgenommene oder vorztinehmende Reparatur ist. Unerträglich Hobe Zuschläge dürfen dem einzelnen jeweiligen Mieter nicht zugemutet werden. Bei der Festsetzung der Höhe der Zuschläge find die dem Vermieter gemäß§ 2 der Verordnung bewilligten Zuschläge voll zu berücksichtigen, und daß dies geschehen, ist in der Entscheidung beiondcrs hervorzuheben. Ilm eine Schädigung wirtschaftlich schlwacker Mieter zugunsten verwägendcr Vermieter zu vermeiden, ist weiter bestimmt worden, daß das EinigungsarNt die Venuögens- . d EinkommenSvcrhältnisse beider Parteien gegeneinander a b z u w ä g e n hat. Im Z l2 der Verordnung ist der Versuch gemacht war- wn, dsn immer größer werdenden Mietwucher mit nöblierten Wohnungen und möblierten Zimmern ziu unterbinden. Nunmehr unterliegt die Zeitervermietung der Genehmigung des Wohnungsamts und zwar soweit der Miels- ureis für solche Räume in Frage kommt. Tie Vermieter möblierter Wohnungen und Zimmer müssen also eine Preisgenehmigung vom Wohnungsamt einholen. Wer die Einholung der Genehmigung unterläßt oder dem Untermieter von der Preisfestsetzung keine Kennt- n:s gibt, hat als Strafe nur Anspruch auf eine Mietsent- 'chädigung, wie sie für unmöblierte Räume gilt. Zum Schluß wird in der Verordnung noch die Beisitzer- frage für die MietSeinignngsämter neu geregelt. Bisher sind die Beisitzer ernannt worden. Nunmehr sind sie' von den Eeweindcvertretern zu wählen. Vermieter- und 'tietervereinigungcn soll hierbei ein Vorschlagsrecht einge- räumt werden. Schon seit langer Zeit ist keine Verordnung von so ein- schneidenden Best'nnmimgen für die Stadtbevölkerung ergangen. wie diese Verordnung über Höckstmioten. Dringende . iolwendigkeit ist es. daß jeder Mieter über den Umfang feiner nene-n Reckte Bescheid weiß. Allein aus diesem Grunde war es zweckmäßig, den Inhalt der Verordnung äher zu erörtern, als es sonst geschieht. Die Mieter dürfen ' ch nunmehr auch nicht mehr durch Spiegel fechte- ' eien der Hausbesitzer beirren lassen. Das Gesetz schützt dre Mieter und schützt den soliden Hansbesitz. Jeder wnjunkturgewinn des Hausbesitzcs muß aber verhindert werden. Hoffentlich erfassen auch die K o m m u n a l b e h ö r- den bei der Festsetzung des Zuschlages die Motive det Rc- Gerung voll und ganz. In den Ausfllhrungsbestimmungen ist der H ö ch st z u s ch l a g auf 20Proz. derFriedens- miete festgelegt warben. Es wäre richtiger gewesen, diese Bestimmung in die V e r o r d n u n g hineinzunehmen. Die Verordnung ist eine soziale Tat, die Beschlüsse der Kommunen werden ihr hierin sicher nicht nachstehen, sondern im Ginne deS Gesetzgebers den entgegengesetzten Bestrebungen des Hausbcsitzes nachdrücklich Widerstand leisten. Fritz Scholz. der klotzige Klotz. In der Montagsitzung der französischen Kammer berichtete Finanzminister Klotz über die Gesamtausgaben der setzten sechs Jahre, die sich auf �09 Milliarden be- laufen. Aus der Lignidation der Heeresbcstände könnten acht Milliarden erzielt werden, die alten und die neuen Steuern halte» 91 Milliarden eingebracht. Von den Alliierten hat Frankreich 33'/, Milliarden geborgt und von der Bank von Frankreich 25 Milliarden. Die Anleihen während des Krieges ergaben 53 Milliarden, die Schatz icheine und kurzfristigen Obligationen 49 Milliarden. Im ganzen also vabe Frankreich während des Krieges über 195 Milliarden„Einnahmen- der- fügen können. Dann kam der jchöne Trost: Man müsse in Zukunft mit Ausgaben rechnen, die später Teutschland bezahlen müsse. Die Schuld Deutschlands an Frankreich nach dem Friedensvertrag schätzt Klotz auf 200 Milliarden Franken. Für die ersten Jahre müsse Frankreich die Lasten für die Wrederher- stellung, die der Feind durchzusübren habe, tragen. Frank- reich sei al'o der Bankier des Besiegten. Es habe jetzt für den besiegten Feind mehr als 25 Milliarden vorgeschossen, darunter lOMllliarden für Kriegsschäden und 1 Milliarde für Pensionen. Im übrigen hat Frankreich unter der gleichen Not wie Deutschland zu leiden: die Aussuhr Frankreichs weist einen ungeheuren Fehlbetrag auf. während die Käufe im Ausland ganz erheblich gestiegen sind. Für das Jahr 1919 beträgt das Defizit des wirtschaitiichen Gleichgewichts etwa 25 Milliarden. Bezeichnend ist die Einsicht von der Notwendigkeit intensiver Handelsbeziehungen zu Deutschland. Ocstei reich und der Tschecho-Slowakei. die einen sür Frankieich günsliaen Wechselturs hätten. Kloy sagte, es habe gar keinen Sinn, von England und Amerika zu ungeheuren Preisen Maschinen kommen zu lassen. die nieistenS in Deutschland gekauft seien. Es sei auch notwendig. die unnölige Einfuhr von Luxus- produkten mit einer besonderen Steuer zu belegen. Im Augenblick wolle nseinand etwas entbehren; der Konsum rn Luxusartikeln, in Pelzwaren, Parfüms und Blnmcn erreiche eine phantastische Zahl. Nur die Rückkehr zur Einfachheit und Aibeit könne es dahin bringen, daß der Wechselkurs sich bessere und die Lebensmiitelteuerung ein Ende nehme. Eine Erkenntnis, die wir übrigens noch notwendiger haben als Frankreich I_ Die ersten Abstimmungen. (Eigenbericht au» Rom.) Die ersten Abstimmungen der neuen Kammer sind in hohem Maße beachtenswert. Sie zeichnen klarer als Worte die prinzipiellen Linien der Parteien. Zuetst brachte Lazzari für die sozialistische Fraktion eine Tagesordnung ein, in der die Kammer die Antwort ans die Thronrede nicht billigte. Für sie stimmten nur die So- zialisien, Republikaner und einige vom Kriegerverband; die Tagesordnung blieb also in der Minderheit, woraus der Kammerpräsident den: Schluß zog. daß die Mehrheit die Antivort g u t hieß. Ans d t e Art haben die Klerikalen, um nicht in einer allgemeinen Frage mit den Sozialisten zu stimmen, für die Regierung gestimmt. Der eigentliche Kampf begann aber bei den Zusatz- antrügen. Ein Zusatzantrag Rcina(Coz.) forderte die Eni- eignung der Ladisundien, soweit sie nicht rationell bewirtschaftet sind, und ihre Ueberlassung an Ar- Eeitergenossensch asten zur Bestellung; er forderte weiter die Kontrolle der industriellen Betriebe durch die Arbeiterschafr und durch den Staat zur Anbahnung der Vergesellschaftung der Großindustrie. Dieser Antrag, den die Regierung nicht angenommen hatte, erzielte die M e h r h e i t, weil Neformiiien und Klerikale gemeinsam mit den Sozialisten stimmten. Die Klerikalen freilich mit dem Vot behalt, daß sie dem Antrag nicht dieselbe Bedeutung beimessen wie die Sozialisten, und ihrem Votum nicht die Bedeutung des Mißtrauens gegen die Regierung verleihen wollten. Bleibt die Tatsache, daß sich in der italienischen Kammer eine Mehrheit für die Forderung der Expropiierung des Groß- petsr Schkmihls Erlösung. l Erzählung von Edgar Hahneivold. (Schluß.) Zlnd Sie Soffen da» Ziel zu erreiiSen?* „JÄ hoffe es nichl nur. ich weiß: der Sozialismus wird kommen. ES hängt nickt von Teichiüsien ab. ob er kommt. Er ist der einzige ..reg, der vorwärts führt. Er allein hat die Kraft, der Menschheit aus dieiem schrecklichen Grabe herauSzuhelsen. in da» sie im Blut« • aufch dreier vier grauenhafien Jahre getaumelt ist und in dem fie zu versinken drohte. Aber sie lann nicht untergehen. Mag fie noch ■o tief der selbstgeschaffenen Schmach verfallen, fie erzeugt au» sich selbst die Kräfie, die sie verjüngen. Und in dieser Stunde ist der Sozialismus diese Kraft. Er ist nicht nur ein anderes politisches System, nicht nur eine andere wirtschaftliche Ordnung. Er ist die höhere Idee. Er hebt die Menschheil auf die nächsthöhere Siufe ihrer Entwicklung. Ich kann Ihnen die Stunde iiicbt nennen, in der seine Ideale erfüllt sein werden. Sie wird den Böllern der Welt zu verschiedenen Zeiten schlagen. Aber sie ahlägt. Die Zeiger rücken unauibaltsam dieser Stunde zu. Und aö ist dann Ihr Gliicksbeutel? In einer sozialistischen Gesellschaft. - der man. um glücklich und iatt zu sein, keinen GiückSbeutel, kein O.ichlein-deck-dich braucht. WaS ist er dann? Eine Kuriosität. eine lächerliche Erinnerung an eine gewesen« Zeit, ein nichtiges Spielzeug sür Kinder, die sich daran ergötzen mögen, wertlose Münzen au« einem nnerschöpslichen Beutel zu nehmen und sie im Sande zu verstreuen.- .Bielleicht haben Sie Recht-, sprach Schlemihl..Aber glauben Sie mir. das. was Sie prophezeien, ängstigt mich nicht. Sie finden nur Worte sür Gedanken, die mich schon oit bewegten. Ich Hobe unter meinem Reichtum gelitten und ich leide noch darunter. Ich sehe die steigende Not ringsum, fie bedrückt mich und macht mich unruhig. Ick denke in ichlaklosen Nächien darüber nach, und oft wandelt mich die Lust an, all meinen Reichtum von mir zu werfen. Aber was hülse eS? Es ist ein Tropfen aus einen heißen Stein. sind mich befreit eS nicht. Und doch, ich swäme mich meines cpeiÄtlims. der mir ein Berbrecken an meinen ärmeren Mit- menschen scheint und der mich denen zugesellt, die Reichtum aus .sioändliche Art erwarben. Vielleicht habe ich kein Talent, seelen- ruhig reich inmuten tiner Welt de« Elends zu sein. Um da» zu können, darf man die Armut nicht gekannt haben. Ich aber bin durch diese derbe Schule gegangen und tonn mich meines Reichtums nicht sorglos freuen. Nein, ick bete mein Gold nickt an. Gewiß, e« bat mir Gcnüffe bereitet, um die mich die Mitmenschen beneideten. Aber womit habe ich das bezahlt I Mit meiner inneren Ruhe, mit meinem Glück. Denn das habe ich immer tiefer erkannt: Glück ist gar nicht so unbedingt abhängig von äußeren Umständen. Natürlich giit auch das wie alle Wahr- heilen nur in bedingtem Zinne, aber e» gilt. Glncklichsein ist Fähigkeit deS Herzens. Wer die nicht in sich trägt, dem verbilh auck Reichtum nicht zu jener inneren Harmonie, die dock das Gluck ist. Am glücklichsten war ich doch bis zu jener Stunde, die mich in den Garten de« Herrn Thomas Jobn führte und in der ich dem Mann im grauen Rock meinen Schotten für den Glückssäckel rer- kaufte. Seit dieiem Tpge besitze ich die Macht, die da« Gold ver» leiht, aber ich selbst war dieser Macht verfallen. Ich bin es noch und ich sehne die Stunde herbei, die mich von ihr befreit. Wa» kann ich sürckten? Wenn die Zukunft, von der Sie träumen, nicht nur ein schöner Traum ist, wenn fie die Menschheit au» der Sklaverei de« Golde» erlöst, befreit fie nickt auch mickl Ich habe dem Fremden meinen Schatten sür den Glücks'äckel verlauft. Sein Gold bindet mich an ihn. Wenn aber da« Gold sein« dämonische Macht über die Men'chen verliert, dann erstirbt auch der Zauber, der dem Glücksäckel innewohnt. Dann wird der Pakt hinfällig, den ich mit dem Fremden schloß. Mein Schatten kehrt zu mir zurück und ich kann erlöst meine alten, müden Augen schließen. Denn nur die Zauberlrafi de« Golde» macht mich unsterblich.- In der Stadt läuteten stäklerne Glocken und erfüllten den weichen Frieden de« frühen Abend» mit einer strengen, erhabenen Feierlichkeit. Da» süßlchluchzende Ämsetlied im Baum schlang blühende Ranken um die ehern aussteigenden Säulen de» Geläuts. Paul schwieg in jenem leichten Fieber deS Denkens. Scklemiht aber stand von einer übermächtigen Bewegung ergriffen auf. In seine alten Augen trat ein fremder Glanz. Er blickte lange in die sinkende Dämmetung. Dann ergriff er bewegt Paul» Hand und sprach zitternd: .Sie haben einem dunklen Wiffen in mir Worte verliehen. Gedanken, die schon lange in mw lebten, haben Sie ausgesprochen. Die unsägliche Rot, die der Zwiespalt zwischen Armut und Reichtum über die Menschheit gebracht, läßt sich nur in einer höheren Ordnung überwinden. Ich Tor, ich glaubte mich ihm durch den Erwerb des Reichtum« zu entziehen und geriet doch nur auf die andere Seite der unüberbrückbaren Kluft— jetzt erkenne ich klar den Verhängnis- grandbefitzeS und die vergesellschastung der grotzsndustrielle« Betriebe gefunden hat. Dann ging das Spiel der Abstimmungen mit der- schiedenem Zusammenschluß der Parteien weiter. Es folgte eine Tagesoi duung Picceli(Soz.), die für die Elementar- schule»wissenschastltche und rationelle Leitsätze- verlangte. Sie war gegen die Klerikalen gerichtet, wurde von Nilti an- genommen und erzielte die Stimmen der ganzen Kammer, mit Ausschluß der Klerikalen, die ganz allein blieben. Dann kam die Reihe an die Sozialisten, allein die ganze Kammer gegen sich zu haben. Nämlich bei der Abstimmung über die Wiederaufnahme der Beziehungen mit Sowjet- rußlan�>. Es war dies die einzige namentliche Ab- slimmung: sie ergab 1�4 Ja und 289 Nein. Schließlich gab es einen Zusatzantrag Manes(Krieger- bund) gegen jede Intervention in Rußland, den die Re- gierung annahm und der die Stimmen" der Gesamtheit der Kammer erzielte. Es gab also an einem Tage zwei Abstimmungen, in denen die Sozialisten allein blieben(gegen die Atttwort auf die Thronrede und sür Sowjetrußland), zwei, in denen sie die Mehrheit für ihre Tagesordnung erzielten, davon eine mit Hilfe der Klerikalen und gegen die Regierung(Soziali- sierung und Aufteilung der Lattsundien), die andere zusammen mit der Regierung gegen die Klerikalen(Schulsrage). und schließlich eine, die die gesamte Kammer in der Tagesordnung gegen die Intervention in Rußland um einen Zusatzantrag des Kricgerbundes scharte. Dieses Spiel der Koalitionen, die auf Augen- blicke zustande kommen, legt die Parteien fest, ob sie wollen oder nicht. Die Klerikalen orientieren sich nach links, und zwar so stark, daß es nicht ausgeschlossen er- scheint, daß es zu einer Spaltung in ihrer Fraktion kommt. Reformisten, Republikaner und Kriegerbund gravitieren nach links. Die.Ordnungsparteien- wissen nicht aus noch ein. Dabei besteht wenig Lust. daS Kabinett zu stürzen, weil begreiflicherweise keine starke Nachfrage nach Minister- präsidentenstellen ist. Man spricht von einer Erweiterung der Grundlage des Kabinetts, aber bei der Weigerung der Sozialisten und der Klerikalen, an der Regierung teilzu- nehmen, kann es sich nur darum bandeln, Reformisten oder Demokraten zu gewinnen, die nicht eben eine sehr üppige Mitgift an Stimmen mitbringen. Interessant ist, daß Gtolitti für die Tagesordnung Reina gestimmt hat..Sollte er sich für den Vorsitz eines iozialistisch-klerikalen Kabinetts m Vorschlag bringen wollen? Dafür hat die neue Kammer von dem Leben ihrer Vor- gänger doch zu viel gelernt und vor allem zu wenig ver- gessen._ Ein Schritt Scheiüemanns. Auswärtige Blätter bringen die Nachricht, daß Genosse Scheidemann bei der Staatsanwaltschaft in Berlin den An- trag gestellt hat, ein Verfahren gegen ihn selber wegen der Bes6>uidissung einzuleiten, daß er— Scheidemann— eine Belohnung auf den Tod Liebknechts und Rosa Luxemburgs ausgesetzt habe. Diese Nachricht ist, wie wir von Genossen Scheidemann erfahren, richtig. So- fort, als die Beschuldigung gegen Scheidemann, deren Ur- Heber bekanntlich S o n n e n f e l d- Voter ist. in der Oeffent- lichkeit austauchte, hielt es Gcnosie Scheidemann für leine Pflicht, der Partei gegenüber alles in seinen Kräften liegende zur Klärung der Angelegenheit zu tun. Obwohl Srfveide- mann— wie auch wir— an der geistigen Zurechnungssähig- keit des Sonnenfeld sen. zweifelt, und obwohl er selbstver- stündlich die Wahrheit der Beschuldigung auf das Entschie- dcnste in Abrode stellt, stellte er aus dem genannten Grunde den Antrag beim Staatsanwalt. Dieser hat Genossen Schei- demann bereits mitgeteilt, daß seinem Antrag entsprechend ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wor- den sei._ Die Ewwung ln Danzia. Nachdem der am 21. Dezember stattgesundene Parteitag der Sozialdemokratischen Partei für das Freistaatgebiet T a n z i g den Landesvorstand beauftragt hatte, mit der Par- teilettung der Unabhängigen zu verhandeln, um eine E i n i- vollen Irrtum, unier dem ich litt und den ich nichl begriff. Ich glnube an die Zukunft, sür die Sie kämp'en. Aber ich braucke nicht auf Ihre Erfüllung zu warten. Ich iüble e«. Ich fühle da« Nahen meiner Erlöung und ick kann geduldig auf me.ne Stunde Ivarteu — fie kommt gewiß. Ich Tor, der ich nicht erkannte, daß der Fremde nur so lange Macht über mich besiyl, so lange ich mich dieier Macht unterwerfe. Jetzt weiß ich, daß ich sie in mir besiegen, daß ick sie innerlich überwinden muß. Ich habe fie überwunden. Ihnen danke ich da». Sie haben mir dazu geholfen. Ich glaube nicdt mehr an die ewige Macht des Fremden— ich danke Ihnen— ich fühle den Bann von mir fallen...- Ergriffen und leiner Worte mächtig, drückte Schlemibl dem Gefährien die Hand. Paul saß ergriffen und jühlte, wie sich der Druck d� müden Hand aus der leinen löste. Swlemihl wandt« sich ob und ging. Hinter den iprosienden Bäumen sank die Sonne in milder Glut. SchlemiM schritt im rostgen Dunste des scheidenden Lichts. Unter seinen schreitenden Füßen wuch» ein schmaler, karger Schatten, der sich unier den schrägen Strahlen der sinkenden Sonne immer länger und stattlicher siteckt«. Der'Pudel Figaro sprang freudig kläffend über den Schatten herüber und btnüber. Und langiam zeiflotz die Gestalt Schlemihl« in der weichen Dämmerung, dte den gewundenen Weg unter dem zarte» Gewirr der iprosienden Bäume umschattete. V-Tank». Neue Pläne find aufgetaucht, Tanks bei der Bergung der Tausende im U-Boot-Krieg versenkter Schisse zu benutzen. In- genicure und Mannesachverständige halten eS sür wahrscheinlich, daß man einen Tani sehr wohl zu einer Art Taucherglocke um« wandeln kann, die dann den Vorzug hätte, sich auf dem MecreS- gründe vorwärts zu bewegen. Man will einen solchen„Tauchtank- mit einer starten Rohrleitung versehen, durch die man ihm vom Bergungsschiss auS Lust zuführen könnte. Ferner müßte er in Telcphonverbindung mit dem Mutterschiff stehen und mit kräftigen Scheimversern versehen setn. In der amerikanischen Flotte hat man bereits Versuche mit einem solchen Tauchtank angestellt, den man in«inen tiefen Fluß versenkte. Mit derselben Leichtigkest wie auf dem festen Lande konnte man auch auf dem Grunde de» Fluß- betteS mit dem Tank vorwärts kommen. Konzerte. Im NeujahrStonzer« de« B l ü t v n e r- O r ch, ft�« r« wirk! al» Solist Claudio Arra» mit.— Frettaa abend 8 Ubr m ter Slna- atademie Liederabend»on Margarete Bart hei und im Klind« worlb-Tcharwenkaiaal Konzert Oskare ungünstig« Versorgung der industriellen Betrieb« Berlin« ist eine Folge des plötzlich eingetretenen Frostwetter», da» die Binnenschiffahrt ganz erheblich behindert hat. E» sind 175 für Berlin bestimmte Kohlenkähue festgefrorcn. Infolge de» einge- tretenen Tauwetter» ist wohl zu erwarten, daß die Hindernisse be- hoben werden können, so daß die Kähne, die für Berlin bestimmt sind, fvei werden und daß damit die Industrie Berlin» über die Schwierigkeiten der Kohlenversorgung himoegkommt. Auf der ganzen Elbe herrscht Sonnenschein und Tauwetter. Der Eisgang auf der Mittelelbe ist nicht fahrtstörend, so daß die gesamte Schiffahrt wieder aufgenommen wurde. Von der unteren Elbe liegen Nachrichten über Wiederaufnahme der Schiff- 'ahrt noch nicht vor, ist jedoch begründet anzunehmen, daß auch hier wenigsten» bis Homburg, wie auch sonst auf dem ganzen Flusse, die Schiffahrt wieder m Gang ist. kleine politssche Nachrkchtea. Ende des Hamburger �Belagerungszustandes. Auf Anregung unserer Genossen hat die ReichSregieruitg die Aufhebung d e S Belagerungszustandes für Groß-Hamburg und für daS Freihafengebiet verfügt. Die Hamburger Bürgerschaft hatte be- reitS vor Monaten durch den Senat bei der Reichsregierung eimen dahingehenden Antrag gestellt, der zu diesem Beschluß der Reichsregierung mitgewirkt haben dürfte. Sachse»« Lehrer für die weltliche Schule. In Dresden tagt zurzeit ein« Vertreterversammlung de» sächsischen Lehrer- verein«, die gegen das von der Nationalversammlung beschlossene Schulkompromiß Stellung nahm und für Sachsen die weit- kr che Schule forderte. Es wurde vom Reich der Erlaß eines RcichSschulgefetze» verlangt, ferner wurde beschlossen, den sächsischen Lehrerverein auf gewerkschaftliche Grundlage zu stellen. Endlich wurde eine Arbeitsgemeinschaft der sozial- demokratischen Lehrer Sachsens gebildet und der Arbeits- gemein schaft der sozialdemokratischen Lehrer Deutschlands ange- schlössen. Jnöustrie und hanöel. Börse. Tie Börse beschloß da? Jahr in durchaus fester Haltung bei ouf einzelnen Gebieten ziemlich lebhaftem Geschäft. Amsehnliche Kursbesserungen wiesen namentlich AuSlandspapiere auf. wie etwa Shantung, die lü Proz., Canada, die 5l) Proz. und Deutsch- Uebersee, die 23 Proz. gewannen. Am Montanmarkt zeigte sich Kaufbegehr für Bismarckhütte, Mannesmann-Röbrenwerke. f'bersMesischc KokZ und Phönix: auch Schiffahrtsaktien stellten sich höher; von Farbwerten hatten Badische Anilin die Führung. Rüstungspapiere waren im allgememen wenig verändert; auch heimische Anleihen wiesen nur ge- rinafügige Veränderungen auf. Kriegsanleiben stellten sich auf unverändert 77 Fremde Renten waren unbeachtet. GroßSerlln heiliges vonuerwetter. von Arno Nadel, Mafchinengewehrdichler der„Freien Welt'. Heilige» Donnerwetter! Kommen die Leute daher und sagen, was ich so dichte, härten sie sich längst in Adolf Hoffmannscher Proia an den Sliefetsohien abgelaufen. Heilige» Donnerwetterl Da» Proletariat kann noch viel mehr ertragen. ai» Zeilenichinderei. Laßt mich doch! E» est eben mein Beruf. Für radikale KindStaufen, Fackelzüge und Weißbierorchideen halte mich bestens empfohlen. Telephon Norden V7S8. Honorar nach Ueberrinkunst. E« lebe die Freie Welt! Sir hat mich und meinen Gallimathia» und da« Abonnementsgeld erhöht. Sie erscheint einmal wöchenlilch jedesmal Mittwoch». Wa» wollt ihr mehr? Heiliges Donnerwetter! Silvester. Also fangen wir an: Wieder einmal geht ein Jahr zur Neige. Wenn wir auch einerseits nicht sagen können, daß... hm.... so hoffen wir doch... hm... So geht es nicht. Fangen wir nochmal an: Stlvesterglocken läuten ein alteS Jahr ins Grab. Ein Jahr der... hm... der. wie kann man gleich sagen... hm. So geht es auch nicht. Ach was, reden wir nicht davon. Ich wünsche jedem etwas Warmes zu trinken. Das weitere wird sich schon finden I _ Paulchen. Die neuen Tarife. Wir geben«in« Zusammenstellung der neuen Tarife, die für Straßenbahnen und Hochbahn am 1. Januar 1920 in Kraft treten. Auf den Linien der Großen Berliner Straßenbahn kostet die Einzelfahrt 30 Pf., die Sammelkarte zu 7 Fahrten 2 M., die Monatskarte für eine Linie 23,50 M., für zwoi Linien 80 M., für drei Linien 89 M., für alle Linien 00 M., die Schülermonatskarte 8 M., die Arbeiterwochenkarte für 8 Wochentagsfahrten 1,60 M., für 12 WochentagSfahrten 3 M. Auf den Anschlußlinien nach Spandau kosten die Strecken von Spandau nach Neukölln 40 Ps., nach Kupfergraben 40 Pf., nach Bahnhof Jungfernheide 85 Pf., von Spandauer Bock nach Spandau 80 Pf., nach Neukölln 80 Pf., nach Kupfergrabcn 30 Pf., von Siemensstadt nach Spandau 30 Pf., nach Bahnhof Fungsernheide 30 Pf. Di« Berliner Städtischen Straßenbahnen, die früher Siemen? u. HalSkeschen Berliner Elektrischen Straßenbahnen, die Berliner Ostbahnen und die Eöpenicker Städtisch« Straßenbahn nehmen' den neuen Tarif der Großen Berliner Straßenbahn an, jedoch mit den Abweichungen, daß auf den Berliner Städtischen Straßenbahnen die Monatskarte für alle Linien 23,50 M. und auf der Eöpenicker Elektrischen Straßenbahn die Monatskarte für«ine Linie 12 M., für alle Linien 18 M., die SchülermonatSkarte 6 M., die Arbeiter- Wochenkarte, ohne Umsteigcbcrechtigung. 2 M., mit Umfteigeberech- tigung 2,50 M. kostet. Auf der Hoch- und Untergrundbahn kostet die Fahrt bis zur 6. Hallestelle in 3. KI. 30 Pf., in 2. Klasse 45 Pf., darüber hinaus in 8. M. 40 Pf., m 2. Kl. 60 Pf. Auf der F l a ch. bahn nach Lichtenberg kostet die Einzelfahrt 25 Pf., die Monatskarte 12,50 M., die Schülerkarte 5,50 M., die Arbeiterwochen- karte 1B0 M. Im Uebcrgangsverkehr mit der Hochbahn beträgt der Zuschlag 10 Pf. Der UebergangSverkehr zwischen Hochbahn und der Städtischen Straßenbahn hört auf. Kleinarbeit. Unsere Partei befindet sich augenblMch tn keiner beneidenS- werten Lage. Bon rechts und links fallen uns Drohnen an und suchen die Unzufriedenheit über die gegenwärtige schlechte Wirt- schaftliche Lage uns und unseren Parteigenossen in der Regierung aufzuhalsen. Dabei sind die bestehenden Verhältnisse nur die Folge einer katastrophalen Welterobererpolitik, deren Verhäng- niS von jedem von uns längst vorausgesagt wurde. Eine Partei nun, die solchem organisierten Ansturm trotzt, beweist, daß sie von der inneren Berechtigung ihrer Taktik fest durchdrungen und durch leeres Wortgeklingpl nicht beiseite gaste A werden kann. Der 9. November 1918 nahm dem deutschen Volke jede poli- tische Fessol; mittels des Stimmzettels kann auf legalem Wege die Räterepublik ihren Einzug halten, vorausgesetzt, daß die Mehr- heit der Wähler dies wünscht, und nur solche Kandidaten wählt. Damit allein fit schon der Grundstein zum zukünftigen Aufbau deS deutschen VolksstaateS gegeben. Ein Gefühl der Befriedigung ist nirgend« vorhanden. Dennoch fällt uns die geschichtliche Aufgabe zu. der Baumeister der Demokratie zu sein. Sind wir alle von dieser Aufgab« durch- drungen? Den Anhängern der einzelnen Parteien bat sich eine gewisse Apathie �Gleichgültigkeit) bemächtigt; sie erwarten alles Herl von ihren Führern und geben sich einer Illusion hin. die nie Wirklichkeit werden kann. Besser leben können, heißt mehr Anteil nehmen am politischen Leben; heißt mitraten und mittaten im Kreise seiner Gesinnungsfreunde. Auch uns hat die Revolution starken Zuwachs gebracht; da» wurde erwartet. Gucken wir uns aber in unseren Mitgliederfcer- sammlungen um, sehen wir fast immer dieselbe» Kampf- genossen, mit denen wir schon so manches Körnchen Salz haben schlucken müssen. Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen, aber — gesagt soll es werden— bei der Kleinarbeit fehlh unser Zuwachs bald ständig. Lesen Ivir die Biographien unserer toten und noch lebenden Führer; sie alle kannten nur eine Lebensaufgabe: das Wohl der Partei. Verfolgungen achteten sie nicht, konnte., sie nicht veranlassen, von dem als richtig erkannten Weg abzulassen. Nehme» wir uns daran ein Beispiel; mehr Anteilnahme am Parteileben! Kopfhänger brauchen wir nicht. Jede Kleinarbeit ist die Vorstufe des Erfolges; an dieser Kleinarbeit muß sich jeder beteiligen. Wir wollen gänzlich aus der Negation heraus; müssen auf» klären, die Köpfe weiter revolutionieren, darum. zeigt sich in der K l e i n a r b e' t für die Partei erst der w a h r e, üderzeuguuaStreu« Sozialist. Berschtevmig der Wahl der MternbetrSte. Mehrfachen Wünschen entsprechend hat die Scdulabteilung der Regierung in Potsdam inAenderung ihrer Verfügung vom 26. No« vember den WabUermm für dir Elternbeiräte ouf Sonntag, den 22. Februar 1920, festgesetzt. Dieser Termin ist un- bedingt einzuhalten._ Christliche Nächstenliebe. Ein erhaben«? Bild christlicher Nächstenliebe und Duldsamkeit konnte man am Montag, den 2K. Dezember, aus dem Friedhof in Stahnsdorf beobachten. Dort sollte eine Genossin zur Ruhe bestattet werden, welche nicht der Landeskirche angehörte. Vom Sarglieferänten war die Versicherung gegeben, daß dem nichts im Wege stehe, wenn in der Leichenhalle einer der Genossen einige Worte spräche, auch sollte der Sängerchor am Grabe singen und die Kranzdeputationen Widmungsworte spreche» Der Sarglieferant hatte die Anmeldungen übernommen; als jedoch die Leichenfeier beginnen sollt«, wurde jedes Reden zunächst untersagt, selbst gesungen sollt« nicht werden und erst nach langen erregte» Debatten ließ sich der Herr Inspektor herbei, einige Worte am Grabe zu gestatten. AIS die Leiche bereits aus der Halle heraus war. kam der Bescheid, daß auch dort ruhig hätte gesprochen werden können. Unsere Genossen grüßten, wie eS sich für anständige Menschen geziemt, die Leichen, welche— vom Geistlichen gefolgt— an ihnen vorüber geführt wurden; als jedoch unsere Genossin zu Grabe ge- führt wurde, hielt eS der amtierende Geistliche nicht für nötig, die Tote zu grüßen. Das ist christliche Nächstenliebe und Duldsamkeit. Die Geistlichkeit, die uns immer predigt, daß im Tode alle Menschen gleich sind, geht da mit einem wunderbaren Beispiel voran. Konnte wohl jener Geistliche besser beweisen, wie notwendig es ist, endlich sich von solchen geschäftslüsternen GlaubenShelden freizumachen? Dank verdienen die Herren für ihr Benehmen; denn nichts formt sich klarer als solches in den Ruf um: RauS au» der Landeskirche, wer religiös ist! Stockung in der Berliner Kohlenversorgung! Die wechselnde Wetterlage der letzten Tage hat in den Kohlen- zufuhren wieder eine empfindliche Störung eintreten lassen, so daß im Augenblick nicht nur die private Industrie, sondern auch die öffentlichen Werke, wie Gasanstalten und Elcktrizi- tätswerke vor ernsten Schwierigkeiten stehen. Während der letzten Eisenbahnsperre war eS möglich, diese» für das Allge- meinwcchl wichtigen Anstalten etwa? mehr Kohle als gewöhnlich zu liefern, so daß eine, wenn auch sehr bescheidene Reserve angelegt werden konnte. Infolge deS Hochwasser? am Rhein ist der SchiffSver- kehr doxt zum großen Teil« i n g e st e l l t und aus der O d e r sind zahlreiche K o h l« n k äh n e, die für Berlin bestimmt waren, ein�- gefrrren T»e E senoa.;n«st nicht i" der Lage, auch bei noch stärkerer AuSrnchung deS Gütertransportes augenblicklich das Kohlen-defizit auszugleichen. Bei den Gasanstalten und auch bei den Elektrizitätswerken ist die Lage im Augenblick so. daß gerade der Tagesbedarf sichergestellt werden kann. Man hofft, daß bei Anhalten deS Tauwetters in den ersten Tagen des Januar sich eine Entspannung der Lage bemerkbar machen wird VorzugSkurse für Heimkehrer für die Zeit vom 1. bis 11. Januar 1920: Amerika j England j Frantreia, I Belgien Noten> Sckeck Noten! Scheck Noten| Scdeck Noten 1 Scheck 48 43 185| 165| 450\ 410| 455\ 415 LiebeStragödie am Heiligabend. Eine Liebestvagödie hat sich am Heiligabend in der W i l h« l m. st r a ß e 55 abgespielt. In dem Hause bewohnt« ein 27 Jahr« alter VerwaltnngSsekretär Franz S u l z e r gemeinsam mit der 25 Jahre alten Modistin Felicia K o r n o w i tz ein möbliertes Zimmer. Das Paar hatte vor den Feiertagen erzählt, daß ti verreisen wolle. So fiel es zunächst nicht auf, daß es auch nach den Feiertagen noch nicht gesehen wurde. In Wirklichkeit war es aber zu Hause ge- blieben. Dienstag wurde es in seinem Zimmer t o t aufgefunden. Ein Arzt stellte fest, daß es sich mit Leuchtgas ver- giftet hatte und schon seit fünf Tagen tot war. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schouhause gebracht. Was die jungen Leute in den Tod getrieben hat, weih man noch nicht. Ein Auto von der Straße gestohlen. Ein wertvoller Kraft- wagen wurde von unbekannten Dieben gestohlen, a!» er vor dem Hause Hardenberg st ratze 3 hielt. Es ist, ein sechssitziger schwarzblau lackierter Wagen, ein Benz-Landolaa Nr. In 6092, und trägt di« Motor, und Fabriknummer 18 337. Das Coupe ist hell- grau ausgeschlagen, d!« Beschläge sind mattgelb, der Aschbecher und der Sprecher vernickelt. DaS Verdeck ist außen angebracht, der Wagen auffallend hoch. Er hat einen Spitzkühler und ist 119 000 M. wert. Auf seine Wiederherbeischaffung sind 10000 M. Beloh- n u n g ausgesetzt. Nachrichten sind an Kriminalwachtmeister Werk. meister im Berliner Polizeipräsidium zu richten. Der RcichSbund der Kriegsbeschädigten, Abt. Ckarlottenburg, veranstaltet am Freitagabend 6 Uhr im„Marmorsaal am Zo' ein Wohltätigkeitsfesi zugunsten der HirnerbliebeneN der im Kriege Ge- fallenen und der SwwerkriegSbeschädigten. Namhafte Kräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt. Der Botanische Garte« in Dahlem ist am Sonntag von 11— 1 Ubr dem allgemeinen Besuch geöffnet. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Nudow. Der ehemalige Kieler Matrose. In seiner Mvrgen- ausgab« vom 23. Dezember schrieb der„Berliner Lokal. a n z e i g e r":„In der kleine» Gemeinde Diepensee besteht ein Konflikt wegen des Anusvorstehers. Dort wurde bisher das Amt ehvenamtlich ausgeübt. Der neugewächlte Amtsvorsteher, ein früherer Kieler Matrose namens Schulze, verlangt ein JahreSgehalt von 8000 M.; hiergegen sträuben sich jedoch die Ge- meindemitglieder." Dazu schreibt un» dxr Angegriffen«: „Ich bin vom Kreistag am 30. Cftdber d. I. zum Amts. Vorsteher des Amtsbezirks Rudow, wozu auch Diepensee ge« hört, gewählt, bis dato aber noch nicht bestätigt. Somit ist eine G e- Haltsforderung meinerseits noch gar nicht s» Frag« ge- kommen. Ebensolvenig kann von einem Konflikt die Red« sein. Im übrigen werden sich die Herren Reaktionäre damit abfinden müssen, daß in einer sozialen Republik derartige von Ar- beiwr» besetzte Posten bezahlt werden. Wenn jn dem Artikel bohauptet wird,„bisher wurde daS Amt ehrenamtlich ausgeübt,' so doch mir deshalb, um die Interessen einer Klasse zu wahren und statt auf Befolgung der Gesetze größte Sorgfalt zu legen, sich selbst absichtlich gegen die Gesetze zu. vergehm, um persönlichen Vorteil für sich herauszuschlagen. Vor etwa 3 Wochen versuchte der alte Amtsvorsteher. Ritter- gutsbesitzer Karl W re d e aus Tiepensee, 22 Fettkühe zu verschieben. Tief« wurden auf dem Bahnhos Grünau von dem kommunalen Arbeiterrat von Bohnsdorf beschlagnahmt und an die Ein» wohner von Bohnsdorf und Grünau abgegeben. Man ersieht, wie notwendig es ist, endgültig mit diesen Patrioten und Volksbe- glückern von früher aufzuräumen. Das sind die Herren, die heute für die Aufhebung der Zwangswirtschaft eine rege Propaganda entfalten, um nach ihrer Meinung dem Volke mehr Lebensmittel zuzuführen. Jn Wirklichkeit ist ihnen aber an des Volkes Wvljl nicht» gelegen. Komödianten vom reinsten Wassert' Ins nsue Jahr! Ein Jahr rcvolntioi'ärer Gärung geht zu Ende. Für viele tvar da«, lvas sie in dieiem Jahre durchlebt, schlimmer als in den Kriegsjahren, Das ist begreiflich denn am Anfang deS Jahres 1919 Halle jeder die Hoffnung, daß der Friede nicht mehr lange auf sich warten lassen und eine Periode der Besserung einsetzen werde.,. Statt denen durchlebten wir in allen Teilen Deutschlands und namentlich in Be'lin große Unruhen, deren Ziel auf«in« völlige Umwälzung der Wirtschaslsordnung gerichtet war. Waren die Verhältnisse für eine solche gewaltsame Umformung der Gesell'chatt reit? Die im BordergrunS der sozialistischen und der GewerkichaftS- bewegung stehenden, von tieferer Erkenntnis der ökonomischen und politischen Verhältnisse getragenen führenden Personen verneinten diese Frage von vornherein. Ihre warnende Stimme wurde indessen übertönt von den revo» lutionären Stürmern und Drängern— zum großen Teil Neulingen in der Arbeiterbewegung— die im Eiltempo die unzufriedenen Massen in das Land des Sozialismus iühren zu können meinten. Von dieser pseudorevolutionären Hast wurden auch die GeWerk- schaften ergriffen, und gerade weil in ihnen die nüchternen und kühlen Beurteiler der Berkältnisse ihre warnende Stimme erhoben, zum Tummelplatz der wildesten Kämpfe gemacht. Alle im Sturm erprobten Gewerki'chaftSsübrer, die ihre Organisation aus der Taufe gebobcn und zu einer dem Unternehmertum Achtung gebietenden Macht eniwickelt hatten, wurden, weil sie es nicht über sich gewannen, in daS Wunderhorn einer von Partei« leidenichait erfüllten Richtung zu blasen, von ihren Posten gejagt und durch Männer der neuen Richtung ersetzt. Allmählich beginnt wieder Vernunft Einzug zu halten, und der politische Kinderolaube, daß eS nur der Anwendung eines Radikalmittels bedarf, � um unser Wirtschaftsleben umzustülpen, einer reiferen Erkenntnis Platz zu machen. Bemerkenswert ist, daß die Gewerkschaften trotz aller An- feindungen in dem nun zu Ende gebenden Jahre einen ungeahnten Aufschwung genommen haben; das ist ein Zeichen dafür, welch unbegrenztes Vcmauen in den Kreisen der bisher noch nicht organisierten Angestellten und Atbeiter zu ihnen besieht. Möglich, daß die neue syndikalistische Strömung zunächst einige Erfolge wird verbuchen können, es wird indessen nickt gelingen, die deutsche Arbeiterschaft in nennenswerter Stärke in sie hineinzu« ziehen. Jene in den ungünstigen Wirtschaftsverhältniffen Deutschlands wurzelnden oppositionellen Strömungen werden in dem Maße der- fanden, als es gelingt, das Wirtschaftsleben und mit ihm die Existenzbedingungen des Volles auf eine gesundere Basis zu stellen. Dann wird es sich auch zeigen, daß einzig und allein die plan- mäßige und methodische Gewerkschaftsarbeit die Arbeiterklasse zwar nur schrittweise aber sicher auf den Weg seiner Befreiung führen kann. Diesen planmäßigen Weg berlaffen hieße nichts mehr und nichts weniger als alles auf eine Karte setzen. Einen solchen Weg wählten die tudendorffe deS Krieges; wer die Arbeiterklasse jedoch zu einem frevelhaften Vabongue« ipiel benutzt, handelt verbrecherisch und' beirügt sie um die Früchte jahrzehntelanger organisatoilscher Arbeit. Wohl wissen wir. daß erst«in geringer Teil dessen erreicht ist, was an sozialen Forderungen in einem freien VollSsiaar vorousgesctzl werden kann. Gewaltige Probleme aus den verschiedensten Gebieten harren noch der Lösung. Wenn wir diese Probleme jedoch roch lösen wollen, so setzt dies den einmütigen Willen, die größte Liebe zur Mitalbeil aller Volksgenossen in wirtschaftlicher und sozialer Beziehung voraus. Diese Arbeit aber kann nur geleistet werden auf dem Boden der Demokratie. Liebe und Gemeinfinn aller Bevölkerungs- schichten sind notwendig, wenn das sozialistische Gebäude errichtet weiden soll. Mit dieser Ueberzeugung wollen- wir in» neu« Jahr schreiten. mit ihr wollen wir die Berufs- und Gewerkichaftsgenossen durch- dringen. Ein heiliger Wille soll von nnS ausströmen und die Herzen unserer Klassengenosscn in dieser Periode des Leids und der Wirt- schaftlichen Trübsal mit neuem LebenSmut durchdringen. Diesen neuen Lebensmut und die daraus resultierende Lebens- kraft brauchen wir, weil eS das Größte zu erreichen gilt, was je angestrebt wurde im Entwicklungsgang der Völker, wir brauchen ihn zur Errichtung einer neuen Menschheit. Ter Tyndikalistenkougre�. Am vierten VerhandlungStage fand noch eine Diskussion über den Organiiarionscntwurf statt. Ein Bergarbeiter aus dem rheinisch» westfälischen Kohlenrevier betonte, daß dieieS Revler das Stück Erde sei. auf dem die Entscheidungsschlacht geschlagen werde. Sei das Kohlenrevier erobert, so habe man Deutschland erobert. Der Redner verstieg sich sogar zu der Prophezeiung, daß im nächsten Jahr 200000 Bergarbeiter syndikalistisch organisiert sein werden. Die Organisation ioll fortan den Namen„Freie Arbeiter- union Deutschland«'(sydikalisten) tragen. Eine Schlußrede RockerS beendete den Kongreß, Lohnforderungen der Tapezierer. Unter dem Druck der TeuerungSverhältmsse, die ihnen ein Auskommen mit den Lohnsätzen des geltenden Tarifs unmöglich machen, hatten die Tapezierer kurz vor Weihnachten in einer Reihe von Betrieben Lohnzulagen bzw. Wirtschaftsbeihilfen gefordert. In einem Teil der Betriebe hatten sie den Erfolg, baß ihnen Zulagen von 16 bis 30 Pf. pro Stunde bewilligt wurden. Ein anderer Teil der Betriebe lehnte die Forderungen ab. In einigen großen Werk- statten kam es deshalb zur Arbeitsniederlegung, hinter die sich aber wegen des geltenden Tarifvertrages der Verband nicht stellen konnte. ES kam zu einer Aussprache der beiderseitigen Vertreter in der Schlichtungskommission. Hier beriefen sich die Arbeitgeber zunächst auf den Tarifvertrag, erklärten aber schließlich, daß sie mit Rücksicht auf die Teuerung eine Zulage bewilligen würden. Nun forderten die Vertreter der Arbeiter eine Zulage von 76 Ps. pro Stunde. Die Arbeitgeber boten nach längeren Verbandlungen eine Zulage von 30 Pf. für Gehilfen und 20 Pf. für Näherinnen als das Acußerstc, was sie bewilligen könnten. Am Dienstag nahm eine überfüllte Verfamm- l u n g der Tapezierer Stellung zu diesem Angebot. Nach längerer Aussprache wuvde ein Antrag angenommen, der da» Angebot als äußerst gering erklärt und, um nicht sofort zum Streik zu greifen, die Kommission beauftragt, nochmals mit den Arbeitgebern zu der- handeln und für die Näherinnen dieselbe Zulage wie für die Ge- Hilfen zu fordern. Zentralverbonh der Angestellten. Vertammlimgen am Freitag, den 2. sianuar! Fachgmvpe 10 Scktron b«Putz on gros«; Oeffeniliche Versammlung abend» 6 llbr im Scbnlidcitz-Aussa lmb Weae Jalobür. 24 W. Tagesordnung: Unser Tarif.— Jugendgru?p«: Bcr an-m!ung derbe. t» iebZvertrauenSleute abends 7»/, Uhr in„HaoerlanbS Feüiäteu', Reue Friedrichftr. 35. SoMles. Schreberschule. Vom Prsss«rmt der Stadt Altona wird uns gefchrteSen: WoK allgemein ist bekannt, welche Borteile in dieser Zeit der Ernäh- rungsnot die Kleiugärtnerei bietet. Merkwürdig nur, daß die Kenntnis von jenen Vorteilen sich lange noch nichl in entsprechen- dem Maß in praktische Betätigung umgesetzt hat. Woran liegt das? In der Hauptsache wohl an der mangelnden Ausbildungs- gelegen hett. Dieses volkswirtschaftlich wie volkSgesundhetilich gleich wich- tige AuSbikdungswerk hat sich die Stadt Altona zur Aufgabe gemacht. In dem der Vollendung entgegengehenden, über eine Million Quadratmeter großen Volkspark wird neben einer Reibe dem Sport und der Erholung dienender Einrichtungen auch eine fogsr.annte BorbercitungSstätt: für den Kleingartenbau eingsrich- txt. Sie wird eine Sonderabtellung deS Zentralschulgartens, eines vorwiegend dem Jugendunterricht dienondsn botanischen Gartens werden. Jedes Kind wird hier ein Stückchen Land haben, das es unter Anleitung bestellt und in Ordnung hält. Die Schieber- schule wird die Klcingartenkolonie der Alton aer Jugend sein; Hunderte van Kindern werden sich hier zu gleicher Zeit betätigen. Sech» fachmännisch bestellte Musterschrebergärten worden als An- fchauungsmaterial dienen,. Die besten Leistungen der Schreber- fchuljugend sollen durch Prämien ausgezeichn« werden. In kleinerem Rahmen hatte übrigens die Altonaer Kriegshilfe schon seit zwei Jahren einen derartigen Unterricht eingerichtet. Annähernd hundert Schülerinnen der oberen Volks» und Mittelschulklassen haben im letzten Sommer daran teilgenommen. Gerichtszeitung. fi» Einbruch l« Treptow in bis technische Abteilung crnsprrch- und Telegraphrngeriite beschäftigte das Land- gerickt III. Der Einbruch ist in der Nacht zum 26. Juni d. I. aus- geführt worden. Ter Buchhalter Otto K r u g l e r war in der tcch- nischen Abteilung angestellt und wußte, daß dort in dem Geldschrank eine erhebliche Wcrrsumme verwahrt wurde. Er besaß den Schlüssel zu dem Hause und dem Jnnenraume. Er verkehrte bei dem Gast- � Wirt Otto Riedel und dort wurde zusammen mit dem Eisendreher Friedrich W u t t k e und dem Arbeiter Wilhelm Schumann der Plan ausgeheckt den Geldschrank auszuplündern. Der Plan wurde � whr bald in die Tat' umgesetzt. Den Tieben fielen 300000 M. in � Bargeld und Wertpapieren in die Hände. Der größte Teil des ge- . itohlenen Gute» wurde wiedererlangt. Das Gericht verurieilte Wuttke zu 3 Jahren Zuwthaus Schumann zu I 2 Jahren Zuchthaus, Krugler und Riedel zu je 1H Jahren Gefängnis._____ Verantro. für den rebaffion. Seil: Arinr gickler, Cbarlolicnbur«: für Anzciaen: Tf>.©fotfe, Berlin. Perlag: Vorwürts.Derlag®. in. b. S.. Berlin. Druck: Bor» wärla-Buckidruckere! u. Beriaaeanfialt Paul Einaer u. Co. Berlin' Lindcnfir. 3. und KoropL WohnuocseSnrichfunoen Sierees*-- ts-Spelfcxiaamcr WoKm-- u. SicfilnfaElmmer Hervorragend schön und prels-wert k» szSictt Rri<lQ, jjoa«„StUffli-Soi* Klubsessel und Solas In Oobeün und Leder i.Vcmxfctrmo kompletter P. nrict-. in-�en, daher stets viele OelegenhelfskSufe M. Makritiewicz OAJb. SC., BerUa'nrSO. Mamsrafciutr.at jlulilii- Berfaus im Fabrilmagazin M 31, WatUtr. 17/18. Kleine Anzeigen im„Vorwärts" sind billig und erfolgreich! Zähne nlshf mit. 8 Al. 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