Ur. 26. 37. Jahrg. BezugSprei»: Liert-IISHrl. l�SV Ml. mmuitl.«AZ M. rrel in» bau», ooraus iahldar. Post- bezug Monatlich 430 Ml. rxkl. Kn- siillnng»geblll,r. Unier Kreuzband für Dentlchland und Oesterreich- Ungarn 7,72 Ml. für da» übrige Ausland >2.— Ml. bei iaolich einmal. Zustellung Ub—Ml.+ Valuta- Aufschlag. Post- bestellungen nebmeu an Sanemarl, bolland. üuzemburg, Schweden und die Schweiz. Singetragen m die Paft- Zeitung»- Preisliste. "er.Porwans' mit der Sanntag»- beilage.Voll u. Zeit' ericheim Wochen- äglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adreste � .Sazlalderuolral verlln» Morgen-Ansgabe. vlinev Nolksbleltt s 20 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achigelpaliene Nonpareillezeile loste! 2.— M.. Teuerungszuschlag 60°/». .klein« Anzeigen", das fett- gedruckte Won 72 Pfg.(zulässig zwei ietigedruckte Wortes, jedes weitere Won 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Won 22 Psg. fede« weitere Won«0 Pfg. WoNe über 12 Buchstaben zählen für iwei Wone. Teuerungszusäilag 20°/». Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Berein»- An, eigen Ml. die Zelle ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittag» im bauptgeschäft. Berlin SW 63. finden- ftrahe 3, abgegeben werden.(Bcäffnet von 9 Uhr früh bis 2 Uhr abends. �entrslorgsn der rozialdemokratifchen Partei Oeutfchlands Rcdoftion und Expedition: SW. 68,£indenfh. 3. Sernirredier: Ami Morinvla»,'Jdt. 15190—15197. Donnerstag, den 15. Januar 1920. vorwärtsrveclag G.m.b.H., EW. 68. Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Morinplan,?!r. 117 ZZ— üß 42 Tote, 105 verwundete. Verhetzung— Zersetzung. Die Rede, die der unabhängige Frakiionsvorsitzende Henke am Mittwoch in der Nationalversammlung hielt, lief letzten Orndes darauf hinaus, die Regierung hätte keine Maßnahmen zum Schutz der Volksvertretung ergreifen dürfen, dann wäre auch nichts Passiert. Dazu'ist zu bemerken, daß die Nationalversammlung, wie jedes Parla- ment, wie jedes öffentliche Gebäude in der Welt, st ä n d i'g vor dem Eindringen Unberufener geschützt wird, sonst könnte jeder ungeladene Gast die Arbeit, die im Hause ge- leistet werden muß, stören. Je nachten zeitlichen Umständen wird der Schutz verstärkt, z. B. auch an großen Tagen, an denen ein starker Andrang von Neugierigen zu erwarten ist. Für den Dienstag war eine Massenversammlung des unab- hängig-kommunistischen Anhangs angesagt, die sich gegen die Mehrheit der Nationalversammlung richtete. Im Borjahr ist in München der Landtag, in Berlin das ganze Zeitungsviertel von Kommunisten und Unabhängigen er« stürmt und tagelang, wochenlang besetzt worden.?hir mit Gewalt und schweren Blutopfern konnte der Rechtszustand wiederhergestellt werden. W o h i nßh ätte wohl die Re- gierung gehört, die unter solchen Umstän- den, nach solchen Erfahrungen das Sitzungs- gebäude der Volksvertretung ohne Schutz gelassenhätte? Die unabhängige und die kommunistische Parteileitung hqtte alles getan, um ihrer Demonstration gegen die Volksvertretung einen feindseligen und bedrohenden Charakter zu ßeben. Sie hat alles zu ttin unterlassen, um die Kundgebung in ruhige, geordnete Bahnen zu leiten. Am 13. Januar war noch kein Belagerungszustand. Es war nicht nottvendig, die Demonstration im Dimkeln vorzichereiten und sie als einen Ueberraschungs st reich wirken zu lassen. Die Ver- anstaltcr konnten die Bttvegung in vollem Tageslicht organi- steren, Plätze bestimmen, von denen aus die Redner sprechen sollten, Ordner stellen, um Ausschreitungen zu verhüten, eine Parole zum geordneten Abmarsch ausgeben._ Sie konnten sich, ohne die geringste Gefahr zu laufen, mit den Behörden verständigen, um einen glatten Ablauf der Kundgebung zu sichern, und sie hätten be° reitwilligstes Entgegenkommen gefunden. Der Polizeipräsi- dent, Genosse Eugen Ernst, besitzt bekanntlich in der Ver- onstaltung von Massenkundgebungen eine gewisse Erfahrung, und darum ist es auch n i e vorgekommen, daß unter seiner und anderer erfahrener Genossen Leitung die Massen führerlos geblieben und schließlich die Entscheidung über rhr eigenes Schicksal in die Hände des Mobs verloren hätten. Eine planmäßige Organisierung der Kundgebung im Einverständnis mit ihm hätte jeder Gefahr für Menschenleben vorge- beugt. Aber Verantwortliche Beteiligung der Führer. Stellung von Rednern und Ordnern, Ausgabe einer Abmarschparole, Verständigung mit den Behörden— nichts von alledem geschah. War es nickt böse Absicht, dann trägt die bodenlose Unfähigkeit der neuen Größen in der Führung der Massen— jene Unfähigkeit, die sich bei der Führung von Streiks in ebenso verhärnrnisvoller Weise er- wiesen hat— die Sckuld an der Katastrophi!, in die sich die linksradikale Bewegung blutig verwickelt hat. Diele Unfähigkeit und dieser Mangel an Verantwvrtnngs- gefuhl Haben schließlich zu einem Schauspiel geführt, das un- erhört ist in der Geschickte der Arbeiterbewegung i Während die Massen vor die Maschinengewehre geschickt wurden, saßen hie �uhrer. die unabhängigen Abgeordneten, hinter den Maschinengewehren! Ans allen Betrieben kommt min die Nachricksi. die Empörung über d i e Gewissenlosigkeit d i e s e r F ü h r u n g hohe Wellen schlägt. Die Empörung ist begreiflich. Denn mindestens neim Zehntel aller Demon- stranten hatten aar keine andere Absicht, als in friedlicher Wc''e zu demonstrieren— ob sie alle genau wußten wofür, darüber mögen sie selber nachdenken. Das gewalttätige Vor- gehen eines Zehntels oder eines noch kleineren Teils, der gar nicht ans schaffenden Arbeitern bestand, hat die Abwehr der Schutzwock-e erzwungen, durch eine Häufung ausgesuchter Infamien geradezu erpreßt. Dann flogen die Kugeln, die, wie es in loschen Fällen nicht ander- sein kann, keinen Unter» schied machen konnten zwischen Schuldigen und Unschuldigen. Wenn die Veranstalter diesen Ausgang nicht vorausgesehen und nicht gewollt haben, dann kann ihnen nur gesagt werden, daß sie von loschen Experimenten ihre Finger hätten lassen sollen. Für ihr plumpes Spiel sind Arbeiterleben zu kostbar. Und fetzt? Jetzt herrscht wieder einmal der Delagerungszu stand. Ihn aufheben, war das erste. Die Zahl üer Opfer. Bei den Unruhen vor dem Reichstagsgebiinde find, wie jetzt endgültig feststehen dürfte, 42 Tote' und IttS Ver- letzte gezählt worden. Von den Toten befinden sich 21 im Schanhause, die übrigen in verichiedcncu Krankenhäusern. Die Sicherheitswehr hat einen Toten und 8 Schwer- und 5 Leichtverletzte zu beklagen. Zwei Beamte wurden in die Spree geworfen aber g e- rettet. * Tie Beerdigung der TeuionstrationSopfer. Räch den bisherigen Erfahrungen bei der Bestattung der in den Slraßenkämpfe» umgekommenen Opler dürfte ohne weileres an« genommen werden, daß sicb Unabhängige und K o m m u- nisten auch diesmal die Gelegenbeu nicht eingeben lassen wmden, die Beerdigung der Opfer des 13. Januar zu emer politischen Demonstration großen Stils auszugestalten und gleich- zeltig bei diesem Anlaß für ihre politischen Zwecke Reklame zu machen. Die Regierung wird, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, mit ollen Mitteln dafür Sorge tragen, daß eme d e m o n st r a t i v e Beerdigung unterbleibt und der Schluß- akt der furchtbaren Tragödie vor dem Reichstag nicht neuen Jünd- sioff in die Bevölkerung trägt. Neue Erlasse Noskes. Auf Grund der Berordnung des Reichspräsidenten vom 13. Januar 1920 betreffend die zur Wiederherstellung der öffent- lichen Sicherheit und Ordnung nötigcu Matznahmeu verordne ich für Berlin und die Mark Brandenburg folgendes: Jede wirtschaftliche Bedrohung und S ch ä d i-, g u n g(Boykott) der Angehörigen der E i�i w o h n e r w e h r, der Reichswehr und der Technischen Rothilfe sowie ihrer Familienmitglieder und die Aufforderung oder Anreizung hierzu ist verboten. Zuwiderhandlungen werden gemäß 8 1 der Berordnung des Reichspräsidciitc» vom 13. Januar 1929 mit Gefönanis oder Haft oder mit Geldstrafe bis zu 13 999 Mark bestraft, sofern nicht dir bestehenden Gesetze eine höhere Strafe bestimmen. Ter Oberbefehlshaber,(gez.) Roskc. Außerdem ist eine Verordnung erschienen, die das Neuerscheinen von Zeitungen und Zeitschriften und den Druck und Ber- trieb von Flugschriften verbietet. Eine andere Brrurd- nung beschäftigt sich mit An- und Brrkauf von Schußwaffen, Munition und Sprengmitteln. « Hamburg bewahrt Ruhe. Wie unS aus Hamburg gedrahtet wird, hatte der Reichs- bund der Kriegsbeschädigten für Mittwoch in Hamburg eine große Demonstration geplant. In Anbetracht der Berliner Unruhen und des Aufrufs der Sozialdemolratifchen Partei wurde davon Abstand genommen, jedoch sandte er»ach einer größere» TcmcnstrationiZ- Versammlung eine Trputatio» in die im Rathause tagende Biir- gcrschaft und ließ dort seine Forderungen vortragen.— Mittwoch abend hatten daS GewerkschaftSkarieU und die Arbeitsgemeinschaft freier Angestclltcnverbändc in Hamburg ihre Delegierten versam- melt, um zum Betriebsrätegefcs und«ur Agitation der Unabhängigen und Kommuaistc» Stellung zu nehmen. Die An- gestelltcnvcrbände veröffentlichen eine Kundgebung, in der sie mit- teilen, daß die organisierten Angestellten jede Teilnahme an Massenaktionen und Streiks, als nur der Reaktion dienend, ablehnen. Das Gewerkschaftskartell faßte nach stür- mischer Debatte mit ijbcrwültigender Mehrheit eine Entschließung, die sich auf denselben Standpunkt stellt. was die Sozialdemokratie im November 1018 tat. Da kamen die Januar- und Märzputsche� Kaum war ein tvenig Rübe eingetreten, so forderte die Sozialdemokvotie abermals die Aufhebung des Belagerungszustandes— der„Vorwärts" tat es zweimal täglich—, und setzte sie schließlich auch durch. Kaum war der Belagerungszustand aufgehoben, da kam der Puttch gegen die Nationalvcr'aniiulung vom 13. Januar 1920— und jetzt ist er wieder dal Für wie lange— wer weiß es? Tie Gegnerschaft� gegen ihn ist schachmatt gesetzt. Jedesmal, wenn die Sozialdemokratie seine Aufhebung durchsetzt, erzwingen die Unabhäygigeil und Kommunisten seine WiedereinsühVung. Jetzt diskutiert man in kleiuen Zirkeln über die Zweck- Mäßigkeit der unabhängig-kommnnisri'chen Taktik und ihre Erfolge. Tie Zersetzung frißt weiter. Leugnet Jhr's? Wo sind B e r n st c i n. K a u t s k v. S t r ö b c l. N e st r i e p k c, Herz- Altona und viele andere, die vordem Eure Besten waren? Die Intelligenzen ziehen sich flucht- a r r r g aus der sinnlos gewordenen Bewegung zurück. Die Massen werden ihnen folgen. vor sechs Jahren. - Tie erste politische Folge des iinabhängig-kominunisti- schen Reichst agsputschcs war die Ausnutzung des Blutbades durch die reaktionäre Presse. Je wahnwitziger und verbrecherischer es die Unabhängigen und Kam- muuisten treiben, um so hellere Freude und größere Genug- tuung in den monarchistischen alldeutschen Reihen. Die Einen arbeiten für die Anderen. Tie„Deutsche Tagesze:- tung". das Zentralblatt der Agrarier, behauptet z. B.,� der Putsch gegen den Reichstag sei die erste Frucht des Betriebs- rätegösetzes: es werde unter diesem Gesetz noch ganz anders kommen. Es keimt auf jener Seite die Hoffnung auf Ver- eitelung des unbequemn Gesetzes. Dank der Hilfe der äußersten Linken. Anders packt die deutschnationole„Tägliche Rundschau" die Ereignisse an. Sie sagt, vor 6 Jahren hätte die Sozialdemokratie einen solchen Krawall m i t inszeniert, hätte sie ebenfalls das Militär, das lediglich seine Schuldigkeit �etan habe, als Mörder und Bluthunde ausgeschrien und die Regierung beschimpft, welche die Ordnung selbst mit Waffengewalt aufrechtzuerhalten angekiin- digt hätte. „Wenn daS vor 6 Jahren, in de» Z abe rn t a g c v. wenige Monate vor Kusbruch des Krieges, vom RezicrungStijch aus gesagt worden wäre, so hätte Herr Bauer vom Parterre aus gebrüllt wie ein Stier, mit ihm all die Seinen und dazu mach Fehrenbach."" Das ist genau dasselbe, was der Abgeordnete Henke asich sagt/ Was wünschen'sich denn die Unabhängigen mehr als den Beweis, daß die Sozialdemokraten andere ge- worden sind als früher und jetzt verbrennen, was sie damals angebetet haben. Die Wahrheit ist freilich ganz anders. Vor 6 Jahre» hatten wir— so schreibt mit Recht die„Soz. Korr."— Drei klassenparlament, Gewaltherrschaft, den Militarismus lw „Edelsten und Besten", die brutale Beschimpfung)des Volkes obne jeden Grund, wie der„Wackes" in Zabern. und müh. Schneidigkeit. Heute haben wir den demokratischen Staat. Tie Regierung ist legitimiert durch den Willen de« Volkes Noch in diesem Jahre wird neu gewählt. Wenn das Bo't will, bekommt es eine andere Regierung. N i e m a n d braucht m e h r zu den Waffen zu greifen, der nicht mit der Minderheit die Mehrheit brütalisieren will. Sonst kommt jeder mit dem gleichen Recht zn seinem gerechten Anspruch. Damals vor sechs Jabrcn hat die S o z ia l d e m o- fj a t i e R i e s e n d e in o ii st r a L i o n e u v e r a n'st alte t. Stundenlang zogen die Züge durch die Straße trotz Polizei und Militär. Aber nicht eine Fensterscheibe ist. damals z e r b rocke n worden. Die Partei hatte durch' ihre Ordner dafür gesorgt, das; keine unlauteren Elemente sich einmi'chten. oder daß sie sofort unschädlich gemacht würden. Die.Masse selbst hielt straffe Disziplin und war stolz darauf, nickst mit dem Rüstzeug der Barbaren und auch nicht mit dem Rüstzeug der modernen Kriegstechnik zu kämpfen, sondern mir des Geistes Schwert und des Rechtes Panier zu schwingen. Am Dienstag vor dem Reichstag sah es ja wohl etwas anders aus. Damals gewaltlose Willenskundgebung gegen eine bru- tale Gewaltherrschaft der Minderheit, heute eine gewalttätige Kundgebung der brntalen Minderheit gegen die Herrschaft der Mehrheit— der Unterschied ist mehr als riesengroß. Und prie hat sich am Dienstag die„Soldateska" be- nommen? Erst als sie nahezu ein Dutzend Verwundete hatte, hat sie zur Waffe gegriifen. Nicht um sieb zu schützen, sondern zum Schutz des Hauses, in dem die Erwählten des Volkes tagten. Hätte die alte Polizei eine solche Lamms- geduld jemals an den Tag gelegt, ihr Führer wäre mit Schimpf und Sckand? ans dem Amt gejagt worden, weil er unentschlossen'eine Tienstinstrnktionen vernachlässigt hätte. Heute aber übernimmt der Minister.Heine die Verantwor- tung für di? beisvielkoie Geduld der Sicherheitspolizei, heute werden die Führer der Schutztruvpe des Reichstags dafür belobt, daß sie bis zum Aeußersien Nachsicht und Selbst- beherrichung an den Tag geleat haben. Aber was schiert das alles die„T ä g li ch e R u n d- schau"? Sie muß in Ermangelung der verbotenen kommu- nistischen Hetzblätter den radaulnsiigen Elementen einen■ neuen Antrieb geben. Denn ans diesen beruht ja die st ä r k st e Hoffnung der Reaktion. Sie muß mit dem Feuer neuer Puticke. neuen Blutvergießens spielen, denn sie treibt ja dsutichnationale Kataftropheupolitik. die es lehrt, daß, je schlimmer es werde, um jo besser die Aussichten seien, daß es wieder gut(im reaktionären Sinne) werde. Wir aber halten dieses verlogene Treiben für ebenso § e m e i n n e f n h r l i Ä, wie das dar traririgan unabhän- Ttincn Helden, die in der Nationalversammlung Sieg oder Tod schreien und im gleichen Atemzuge jede Verantwortung !iir die blutigen Zusammenstöße ablehnen. Folgt das deutschen Volk diesen Demagogen von rechts oder links, so wird es zugrunde gehen. Nur demokratische Festigkeit kann es retten. Kommunisten gegen Unabhängige. Genosse Heine hat in der Nationalversammlung die vorläufig letzte, nicht mehr verbreitete Nummer der.Freibeit" zuim. Die zugleich erschienene, vom gleichen Schicksal ereilte .Rote Fahne" ist nicht minder interessant. Sie gibt zn, daß erst Sol�datcn entwaffnet wurden, bevor die ersten Schusse siele», behauptet aber, die Massen seien dadurch erregt worden, daß sich die Soldaten über- flüssigerweise in die Menge begeben hätten. In einem Aufruf der K. P. D. wird aufgefordert, sofort. noch am Mittwoch vormittag, überall in den Vetrieden revo- lutionäre Betriebsräte zu wählen. In einem Leitartikel, in dem dieses Thema weiter behandelt wird, wird gegen die Unabhängigen der Vorwurf erhoben, daß sie die Dienstag-Demonstration allein öffentlich angekündigt und damit die Kommuni st cn überrumpelt hätten: Engherziger Parteigeist der U. S. 5(5. glaubte diese große Bewegung... ausmünzen zu können in ein unab- bängigeS Parteigescbäft. So hat es ein kleiner Klüngel von Parteigeschcifl?machern für angebracht gehalten, mit diesem Aufruf zur Demonstration auch die K. P. D. zu über« raschen, mit der man sich zuvor auf möglichste Gcuirinsamlcit der Aktionen verständigt hatte. Wenn die paar F ü h r c r ch e n, die das für angezeigt gehalten haben, glauben, damit der Partei ge- nützt zu haben, so glauben wir anderericilS zu wissen, wie die Massen auch der unabhängigen Proletarier darüber deiiken. Es wird dann weiter heftige Kritik daran geübt, daß die Unabhängigen nur eine Parole des negativen Protestes ausgegeben hätten. Das sei ein Beweis, daß die Köpfe der Unal�ängigeu noch völlig benommen seien vom„parlamen- tariscken Kretinismus". Nicht minder interessant ist ein Artikel gegen Lebe» bour, der als„Nevolutionsmacher" erbarmungslos ver- höhnt wird. In diesem Artikel, der aus der Feder RadckS zu stammen scheint, wird anSgcführt, daß die Zentrale der K. P. D. von der Aktion LedebourS siften am 8. Januar 1919 abgerückt sei, indem sie beschloß, ihre Vertreter aus der Körperschaft der revolutionären Obleute zurückzuziehen. Wegen innerer Widerslände sei es leider erst am 10. Januar möglich gewesen, diesen Beschluß durchzuführen. Die„Note Fahne" fährt dann fort: AlS wir als die Putschisten im Reiche herumgebrülll wurden. die alles verschuldet baden: da war keiner von deu Unabhängigen, der deren Teil Verantwortung getragen hätte. Da freute man sich dessen, daß w r r die Kosten zu tragen hatten, daß wir ver« folgt und vcrfehmt wurden, daß unS die Gewalt strai und sie nicht. Da war keiner mehr stolz ans die Januartaten, da wollte keiner den Glorienichei», nach dem Lcdebour heute wieder gierig greift. Und sogar gibt es Herrschaften in der ll. G. P., die heute, wo die U. S. P. D. groß geworden ist. infolge der Verfolgungen, � did uns getroffen haben, sich gefällig an|S feiste Partribönchlcin klopfen, mitleidig verächtlich böhnilch auf uns herunterblicken und sagen: Wir habcn'S geschafft. Ja, solche würdige Nuyniesier NoSkc'schc» Terrors gibt es in der U, S. P., und wir wollen Georg Ledcbour die Namen nennen, wenn er sie wünscht. Man kann sich danach vorstellen, wie liebenswürdig sich die Diskussion zwischen Kommunisten und Unabhängigen gestalten wird, wenn man sich den jetzt angerichteten Schaden besieht.' Neue Einzelheiten. Zu den Mitteilungen, daß die Abgeordneten Zieh und Z u 5 e i l die vor dein RcichSlag versammelten Menschenmassen durch hetzerische Rede» aufgeputscht haben, wird uns mitgeteilt daß die als besonders rabiat bekanntes Mitglieder des»Noten VollmgSratS" Maltzahn und Ne um an«tauf einem Nollwagen an der Peripherie de: Demonstranten von einem Platz zum anderen ge'ahren sind, um bei jedem Halt die Masse durch aufrerzendc Redensarten zur Akiion aufzufordern. Die Opfer sind die mißleiteten und verführten Arbeiter. die Aufwiegler haben sich a u ß e r Schußweite gehalten » fsür die fanatische Wut gewiffer Elemente, deren shöchsi ego» istischen und unpolitischen) Absichten die Polizei im Wege steht, ist folgende Touache bezeichnend. In einer Parterrewohnung der H i ti d e r s i n st r a ß e. ganz nahe am Reichstag» in der ein von der Menge versolgicr SicherheilSsoldal aus Erbarmen auf« genommen wurde, schlugen die Verfolger die Fenster ein. um ihrem Opier folgen und ihr Mordwerk vollenden zu können. Ncchizeitige Verscheuchung hinderte die„revolu- tionäreTat". Der Verkehrsstreik. Die verblendeten Eisenbahner lassen sich leider noch immer von den Halunken beeinflussen, die mit aller RiickfichtSloflgkeit auf den Zusammenbruch der deutschen Wirtschast hinarbeiten. Trotzdem ihre wirtschastlichc» Forderungen in einem Umfange bewilligt sind, de» sie sich kaum gedacht haben, verharren sie i» vielen Orten»eiter im Streik uild leisten den politischen TuiikelmSiinern HilfSbicnste. Die Kohlcnnot der Industrie bat schon vielfach zu Betriebs« rinsiellungen geführt und steigt noch fortgesetzt. Tic Lebens« m i t t e I n o t in den größeren Städten, namentlich im Westen, ist biS zur llnerträglichkeit gestiegen. Trotzdem fahren die Eisenbahner fort, den Velrieb zu umerbinden und teilweise Gewaltakte gegen einen Versuch, ihn wieder aufzunehmr», zu verüben. Dieser Streik zeigt nnS aufs deutlichste, daß die Regierung sofort ein besonders scharfes Nugcnuicrk auf die S i ch e r u u g d c S Verkehrs in künftigen Tagen lenke» muß. Sie muß mit außergewöhnlichen Miiteln die„Technische N o t h i l f c" ii» Reichsgebiet so stark machen, daß diese in jeder Stunde bereit sein kann, im Falle deS Vcrsagens der selbstverständlichen Arbeiterpflicht für den Schutz des LedeuS der Vcvilkerang einsvringen und alle tcch- nischen Arbeiten verrichten zu könncn, die für die Fortsetzung der Lebensmittel- und Kohlenbcsörderung uoiweudig sind. Der gegrn» wärtigc Streit ist eine bittere Lehre. Wir sind eS dem Lolke schuldig, das wir das gleiche Elend nicht ein zweites Mal er« leben. Die Verhandlungen im Eikenbahnerstreik stehen vor ihre« Ab« s ch l u ß. Die Tarifverträge für die westliche» Gebiete sind bereits fertig. Danach werden die Arbeiter über 24 Jahr« in tünf Wirt'chaltSklassen eingeteilt und ihnen Stundenlöhne zwischen 2,70 und 3,60 M. zugebilligt. sBerlin 3,60 M., Esse«, Köln, Saarburg, Frankfurt a. M., Hamburg und Altona 3,50 M., Eldcrseld, Krefeld und Cassel 3.30 M.) Durch die Erhöhung der Eikeubahnarbeiterlöhne het der Staat, also das deutsche Volk, 1'/, Milliarden mehr zu bezahlen. Dazu kommen noch die Erhöhungen der Teuerungszulagen für die P«i>ut»n nm 150 Prozent. Da die Eisenbahnverwaltung gegenwärtig scheu mit einci» Defizit von 4 Milliardcil arbeitet, wird eine Erhöhung der Eise» bah ntarise nicht mehr lange ausbleiben könncn. Ter Eisenbahnverkehr im Bezirk Elberfeld ist im großen nnd ganzen wieder ausgenommen worden. Auf de» weitaus meisten Bahnhöfen des EisenbahndirektionS- l-ezirkeS E s s c n ist der S t r e i k beendet. Aus dem Duisburger Hauptbahnhof, den Mülheimcr Bahuhöfrn, Langendreer, Wittcn-West und den Vochumer Bahnhöfe« verharren die Arbeiter noch im Ausstand... Auch in Düsseldorf und im Direktionsbczirk Münster ist einmütig beschlossen worden, die Arbeit wieder anfz». nehmen. Dagegen ist in Frankfurt a. M. eine starke Nn;u>icden. hcit, weil die Arbeiter der kleineren Bahnhöfe in die dritte Lehn« klaffe eingereiht worden sind. Wenn dieser Beschluß nicht geändert wird, drohen die Arbeiter mit dem Streik. 45 Waggons holländischer Kartoffeln, die für Frankfurt bestimmt waren, sind im rheinischen Strcilgrbiet angehalten und anSgr. plündert worden. Au? Köln meldet uns ein eigener Drahtbericht: Drr Eisen«. bahn er streik in Köln ist erloschen. Die Briten haben nicht weniger als 254 Bcrhaftungen vorg'nommen. Auch im Kölner Braunkahlrnrcvier ist der Streik beendet. E.n Beweis für die Tat« fache, daß von Berlin aus die Drähte gespannt sind, um das WirtschaftSkibcn in Teutschland lahmzulegen, ist die Fest- stevung, daß am Mittwoch kommunistische Sendboten in den Betrieben in Köln den Arbeitern einflüsterten, der General« streik über ganz Deutschland sei beschloffen und in Berlin bereits anSgcbrochcn? man mllss: sich deshalb in Köln bereit- halten. In Sachsen, wo man glauben durfte, daß die Bewegung gütlich beigelegt wird, sind die Arbeiter der Chemnitzer Eiscnbahnwcrk- stätten in de» Streik getreten. D'e AnSstandSbewegung Hot bereits auf dir Leipzig-EngelSdorfer Betriebe übergegrisscn. DaS Fahrpersonal verhält sich dem Streik gegenüber cnt« schieden ablehnend. In Oberschlrsie» dauert d«r Streik im Dircktionsbezirk Kattowiy fort. ES ist jedoch der„Technischen N o t h i l f e" gelungen, de,, gesamten Personenverkehr und einen großen Teil des Güterverkehrs aufrechtzu- erhalte«.' Ver weiterstreikt, w!rü entlassen. Die Eisenbahndirrktion Elberfeld hat folgende Verfügung erlaffen: „Ter Rcichskommiffar S e v e r i n g ist zum Eisenbahn» k o m m i s s a r für dir RcgieruggZbezirke Düsseldorf, Minden, Münster und Arnsberg ernannt worden. Entsprechend seinen An- ! ordnungen werden sämtlich? im Ausstand befindliche Arbeiter auf- gefordert, die Arbeit späte st ens Innerhalb 24 Stun« den nach Bekanntwerden diese? vefelsi? wieder aufzunehmcn. Wer diesrr Aufforderung nicht Felge leistet, ist als entlassen S« betrachten. D>e Lohnzahlung erfolgt vom Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme ab und nur für di>e Zeit der wrrk« lichev Arbeitsleistung. Dir Stellung von Lokomotiven und Wegen a« die Streikleitung ist n»r noch mit Genehmigung des Rc- gierungSkommiffarS zulässig." Der Minister der öffentliche« Arbeite»' hat fol- gende Weisung an alle Eisenbahndirektionen gegeben: Di: letzten Ereignisse lassen keinen Zweifel mehr, daß die Eisenbahnrrbewegung nur ei« Teil einer umfassenden politi- scheu Bewegung zum Sturz der Regierung ist, die von langer Hand von den Kommunisten und Svndckalisten vorbt- reitet ist. Tie A« f r e ch t e r h a l t u n g des Betriebe» ist zur Tnrchfnbrmrg der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel» nnd Kohfe««bedingte R« t«>: n d i g k r i t. Ich erwarte, daß die Beamte« in Erkenntnis Jessen sich gegenfritiz bei der Aus- Übung der für die AufreiVechaltnng d?S Betriebes notwendige« Arbeiten, insbesondere der Rcbenarbeitc« deS Lokomotivdienstes, unterstützen. Alle Anordnungen z« diesem Zwecke sind ohne jede« Zeitverlust an Aemtcr und DiTnststeflen zu erlassen. Die AmtS- vorstände und Dienststcllcnvorstehrr haben sich persönlich für die glatte Durchführung dieser Anordnungen einzusetzen. Die Beamten- verbände haben ihre Mitglieder in gleichem Sinne anfgernsen, um di« staatliche Ordnung und die LchroSmittelversorgung aufrecht- zucrhaltcn. Es darf nicht geduldet werden, daß ungezügelte Ele- mente das Verkehrswesens zerrüitcn und dadurch namenloses Elend über die breitesten BolkSmasscu bringen., Ernst Kreowski f Wir sieben an der Bahre eines langjährigen treuen MilschafferS an nnserm Kunstteil: Ernst KreowSki ist gestern morgen im KreiS« krankeuhauS Britz, wo er seit Wochen an einer ZellgewebS» eikrankirng daniederlag. an« dem Leben geschieden. Dies Leben, daS er als ein Proletarier der Feder durchkämpfie, hat mit seinen besten Kräften nickt nur im besonderen dem.Vorwärts", sondern weiwrhin der deutsckcn Arbeiterschaft gedient. ES wurzelte im Boden sozialer Kampfgedanken, und immer war eS der Halt und der Stolz feine« Trägers, dem Ringen der deutschen Arbeiterschaft auch seine Kraft einschieben zu können- Manches Stück seiner Arbeit al« Mittler geistiger Bildung, als Kritiker, Erzähler, Dichter hat einen weiten Weg durchs Land wandern können, und so wird es viele Herzen in Deutschland geben, die Ernst KreowSki mit uns dankbar einen Scheidegruß nachrufen. Ernst KreowSki war von Geburt Ostpreuße. Seine Heimat ist Rossitten.. AlS Sohn«ineS Gärtner« kam er dort am 12. Juni ISöl) zur Welt und die Erinnerung an Heimat, Eltern und Kind« heit, die in seinen Gedichten oft innig hetvordringt, hat ihn bis in seine letzten wachen Stunden beglückt. Nach einigen Jahren de» Lehrerberuf« in masurikchcn Dorfichulen trieb ihn die junge Lust, ein Dasein in schriftstellerischer Unabbängigkeit zu zimmern, aus die Wanderschasl. Eine Zeitlang siedelte er im holsteinischen Fehmarn, dann schlug er sich durch« Rheinland nach dem Badischen durch. Anfang« der achtziger Jahre faßte er in München Fuß, und alS die Welle der literarischen Bewegung in der Stickiust jenes Jahrzehnts anfstieg. fand er im Kreise der Modernen, was seiner Sinnesart' entsprach. Er gewann engeren Anschluß an Frank Wedekind, Heinrich von Rcder, Liliencron. Franz Held gehörte natürlich zif den Mitarbeitern der Eonradschen.Gesellschaft", und ol« der Fall deS Sozialistengesetzes einer Albeitetpresse Raum schaffte, bewies er alsbald, wo er politisch stand. Der .Münchener Post" diente er al« Literaturkritiker, dem.Süddeunchen Postillion' Eduard Fuchs' stiftete er Stachelverse. Seinen Neigungen und Fähigkeiten verdankte er die Leitung der Zeitschrift. die während der großen Nürnberger Ausstellung erschien, und dann die Berufung an die Krönerschen Familieublätter„Gartenlaube" und«Vom Fel« zum Meer", die ihn Ende der neunziger Jahre „och Stuttgart und bald nach Berlin führten. Da e« nicht seine AN war, au« seinem politische» Herzen eine Mördergrube zu machen, fand er schnell Anlaß, die Arbeit an den genannten Blättern aufzugeben, und fortan baute er seine Existenz auf der Mitarbeit an sozialdemokratischen Blättern auf. Unter Nikolaus Ärrniß wirkte er als Kunstkritiker am.Vorwärts' mit, ging im Frübfahr 1964 als Leiter des Feuifletons und Tbeaterkriliker an die Ehenuiitzer.Volksstimme" und kehrte Ende 1965 mit juitgenr. ehelichem Hausstand nach Berlin zurück, um abermals und bis zum Tage der min tödlich vcilaufenen Erkrankung dem.Vorwärt»' als Kritiler für Musik und Theater zu helfen. Harte Sorgen der KriegSzeit haben seine Kräfte aufgezehrt. vergebens war seine Freude, in gebotenen Arbeiten, die ihm will» kommen waren, in eine neue Zeit heilsamen Schaffen» überzu- gehen. In einer Reihe von Buchvcröffentlichungen hat Ernst KreowSki daS Beste seines WcsenS und seines Können» gesammelt. Vier lyrische Bände bezeugen, wie sehr der soziale Geist, der in den achtziger Jahren in die deutsche Dichtung emdrang, seinem Fühlen und Denken die Richtung gab. Alter, opposilioireller, zum Sarkai- muS geneigter Groll saß ihm im Bluie, und das erklärt wohl. daß er sich so gut mit Wideripruchsköpieir einer älteren Generation wie Ernst Ziel, an dessen Seite er in Stuttgart arbeitete, mit dem Münchner Dichteroberst Rcder und später m Berlin mit unserm greisen Robert Schweichel verstand. Bei ihm. dem Jüngeren, hall« dieser Groll sozialtstisch« Farbe gewonnen und die bot»eine Ver»« bände zu Büchern werden lassen. denen die Stimmung ihrer Zeil lebt. Ein sampfhcreite« Aufkommen gegen bedrückende Gedanken und Gefühle einer peisimistisch gerichteten Zeil stempelt sie ab. lieber die Härten seines Daseins, die ihn immer gestoßen haben, arbeitet sich sein für da» Schöne offene Herz empor, und im Glauben an da» Proletariat gipfelt sein Wille, fich selber gegen alle Unbill kräftig zn zeigen. Dieter Glaube wtll Buch nm Buch immer gedrängter sich ausdrücken. Neben einem balladiicken Bande .Von goldner Spindel'(IE)«) stehen die drei Bücher mit den be» zeichnend trotzigen Titeln:.Schlagende Wetter"<1896),.Rotfeuer' (1904) und zuletzt.Auf der Bairikode', dessen Widmung August Bebel ein Jahr vor feinem Tode annahm. Durchaus ein Bück sozialistisch:r Teudenzlyrik wollte diese letzte Sammlung sein: sS sollte deren„Arsenal um ein trutzhaft Eest>affen bereichern". Denn, sagt« KreowSki,.wie absurd immer die Pcrdammniöurteile über deren angebliche Urkraft aus den Mäulrni vcaktwnärcr oder unwissender Literat urhyänen lauten mögen— die tagtäglich kontrollierbare Talsache, daß oft ein einzige» Gedicht imstande sei, mehr Zündstoff unter die Massen zu werfen, weit gcwaktia-ere und nach« haltrgere Wunder zu wirken, als noch soviel gelehrte Abhandlungen oder«ohlgesetzt« Reden zusammengenommen, die soll unS niemand wegdisputieren!" Daß KreowSki solche Gedicht« gelangen, ha: mancherlei Wirfung augenfällig bezeugt. Er schrieb fein„Lenz- sturmlied, da» lodernd soziale", und Strophen daraus, auf die Kranzschleifen für die Berliner Märzgefallenen gedruckt, verfielen der Polizeischcere. Er schrieb 1964 eine„ZukunstSvcrheißung" für die deutsche Maifestzeitung und der Fanuschaiwr griff die Verse zu einem Angriff im Reichstag gegen dt« Sozialdemokratie auf. Und er schrieb den brausenden Sang„Dem Lenz entgegen", den Uthmann al» Männerchor vertont« und der von den deutschen Arbeitersängern wie bisher so auch in Zukunft gesungen werden wird. In den ersten neunziger Jahren erklang daS Marschlied„Lassalle, mein Volk, sei deine Kampsporole", und die Luft am Ausgang der acht- ziger Jahre atmete ein„Vulkanon-Tanzft Ich sing ein Sturmlied von der Gaß Und sag« nur voll Zorn und Haß: Ihr tanzt auf einem Vulkane! Mit diesen Gaben hat Ernst KreowSki fernen Namen in das rote Buch deutscher Arbeiterdichtung in festen Zngm r-:>g schrieben, und wer diese Bücher liest, findet neben den Kampsgesüngen sezi!e Bilder— der„Russische Verbannten zug" au? der 3eit der Vrn:n- Enthüvungcn über Sibirien ist sehr bekannt geworden—, ü. o cn deS Dichters ernstes Empfinden sich untrüglich und immer als Zeit- auddrnck offenbcrt. Immer aber war KrcowZki zugleich.an der Arbeit, durch literarische Darlegungen dafür zi wirken, daß die Bedeutung der sozialen Dichtung in weiten Kre'fen erkannt avrde. In den Zeitungen und Zeitschriften der Arbcitersch ist stecken v ele Zeugnisse dieser emsigen und mit Lust geleisteten Arven Wir stellen diese Seite seines Schaffens voran. Anderes, das er mit gleicher Sachfrcude geleistet, liegt auf kunstzeschch'l.che'u Gebiete. Als Musikkcnncr hing er an Richard Wrgner, und dem setzte er mit Eduard Fuchs zusammen ein anerkannt köstliches Denkmal in dem Bilderwerk„Richard Wagner in der Kavikrtur" (1967). Au» gleicher Arbeitsgemeinschaft ging da» kulturgcsch cht- liche Fresko„Die Straße"(1916) hervor. Und als ein letzte» vor dem Kriege veranstaltet« er eine Auslese der Lyrik des jung ge- storbenen Franz Held, der ein vulkanisch schleudernder Revolutionär war»rnd dem ihn eine nahe Freundschaft verband. Immer hat er die Feder angesetzt, da» Gedächtnis seiner Freunde wachzuhalten. Auch das gehörte zu den trefflichen Seiten Ernst KreowSki». Er lebte die Werke derer weiter, deren Nähe ihn beste Stunden seine» Dasein» gewinnen ließ. Wenn sein Leib in die Flammen sinken wird, werden wir von Ernst KreowSki scheiden als'von einem guten Kameraden in Kamps und Arbeit.__. Thrnicr. Im Tbalia.Thcaler findet am Freitag die SS. Aufführung de» Sinaipicl«. D i e närrische Liebe« statt. Nrdrr morgenlöndlsches und abendlardilcheS Lenken spricht Dr Gras Hermann K e y s e r l i n q am 1h». Januar, abends 8 Ubr, in der Kant-Pcsellsch-!'. Schönebcrger Ufer«6(BiumcShos 17). Aus,prache und Stil»er Lvrik. Der zweit. Uetzt� Vortrag von Dr. Ariur Michel ft»d«t am IS. Zanuai, S>/, Ubr in der Seeesfion. Kur- iürsie�amm Malerei? Ueber dieleS Tb-ma spricht Max D er, am 17-.Fanuar. 7'/, Udr. im Hörlaal de- KunNqcw-rb-m.iscmnS. Bcwr.Ackrecht.Slr. 7s. zugunsten der.Deutlitzen Eeiellscha» Wr Mutlcr. und Aind-srecht'. Der yorlr-g wird an Lichtbildern erläutert. Karten 3 SB. Wrtrdrich MoeÜ Pest am 18. Januar, abendS 7V, Uhr, im Saal der Reicherichcn Hochichute, Faianenfw. 38, Novellen von Joiepb Ruedcrer niib jiScinrirfj. „tos Jnstanzenkind«, eine Komödie von Robert Oraweg. wird vom Komödtenhau» mit« l f. L e h m. n n w der Titelrolle zur Äussuhrung vorbereite Nationolgalcrir und im Kronprinzen» Bala's finden von 15. Januar ab nicht von 12— 1, jonlern von 11— 12 Ubr Na«' Dienstag. Mittwoch m der Rationaigaleri«, Donnerstag, Freitag und Sonnabend im»ronprüizco-Palai». Nr. 2ö� 37. Jahrgang Seilaae öes vorwärts IJI. Uli Jt.— WMPBIWIWW— MMB— HilMIIIIBUMUll« Vsnnerstag, 15. Januar 1920 Die Volksvertretung nach öem Straßenkampf. Wr setzen im folgenden den im Abendblatt begonnenen De- I entwaffnet wurde». Lange Zeit verging, bis man ibnen Entsatz richt über die Mittwochsitzung der Nationalversammlung fort. bringen tonnre. Vom Portal II war ein Stotztrupp hinaus. Präsiden! Fchrenbach: Dafc die Zähl der Ovier höher ist. als � gegangen nacd dem �önigsplay und kam zurück, grotzlenteils ver- mir gestern bekannl war, scbeinl mir ein zwingender Grund, mein � wunder, zum Teil der Waffen beraubt. Bedauern beule nodzmals au wiederholen. j Die Maffcn vor dem Portal ll wurde aufgereizt durch Herrn Abgeord- Preußischer Minister des Innern Heine: Herr H e n l e meint, für das, was gestern geickehen ist, wären diejenigen verontworllich, wellbe das Haus durch Mannichaften der Sicherheilswehr besetzt und geschützt haben.. Diese Verant- Wartung übernehme ich gern. Denn das. was geschehen wäre, wenn ich das Haus nicht geschützt hätte, hätte kein Menich in diesem Haui'e verantworten lönnen.t!-Rufe bei den U. Soz.) Es gibt eben unter den Funktionären Männer, die BerantworilichkeitSgefühl in sich tragen.(Abg. Seeger: Sehr richtig! Männer meiner Parteil) Bis hierher sagte die.Freiheit" die W a h r b e i t. Nun kommt der Schwindel, der aufgedeckt wordea ist.(Widerspruch bei den U. S.) Sie können nicht bestreiten. waS von so zahlreichen Zeugen gesehen worden ist- (Lebhafte Zustimmung.) Auch die„Rote Fahne" ist bau' dem Eingreifen des Neichswehrministers»tchl erschienen. Sie schildert das Verhalten der Massen als mniterhaft ruhig. (Stürmisches Gelächter.) Oisiziere und Soldaien der Sicher- heitswehr hätten sich ganz unnötigerweise in Ver- kennmig der Stimmung unter die Massen gemischt.(Anballeade stürmische Heiterkeit.) Sie halten es wohl für nüng gehalten, die Massen zu erregen. Diese hätte dann die Sicherheiiswehr enl- waffnet. Darauf sei der erste Schust gefallen.(Groste Unrube bei den U. Soz. Abg. Düwell: Gemeiner Kerl I Der Abg. Düwell wird zur Ordnung geiuien.) Der Abg. Henke hat hier gerufen: „Sieg oder Tod!"(Rufe der U. Soz.: Sehr richtig l) Jawohl, den Tod der anderen! DaS denken Sie.(Abg. Seeger ruft: Roia Lupemburq. Liebknecht.) Ihren Bcrbrechen gegenüber wird das ganze Volk einer Meinung seit«. Im übrigen erkläre ich, dast wir vorlänfig eine ruhige Tagung diese« HauseS garantieren(Anhaltender, sich wiederholender Beilall.) Präsident Fehrenbach: Da der preustische Minister Heine ge- sprachen hat, erteile ich auch noch einem unabhängigen Redner in der Sache da« Won.(Lärmender Widerspruch rechts. Rufe: Immer dieses.unerböne Zurückweichen! Abg. Dr. Temmler: Schlappheit:— Die Abgeordneten der Rechten beider Parteien verlassen demonstrativ den Saal. Nur der Abg. Düringer (D.-Nal.) bleibt als Posten zurück.) Abg. Hcnle(II. S.)«itlärt, die Behauptung des Ministers. Zubeil und Zietz bauen d,e Bollsmassen aufgehetzt als duelic. vermutlich auf falscher Juformalion deruhende U u wahrbeit, ebeilio ier eS unwahr, dost eine Verständigung m i den Massen durch Tücher schwenken staltgesunden Hohe. Der Minister iprach von einem zufällig losgegangenen Schust. Man must wissen, wie Wilhelm Liebknecht über die zuerst losgegangenen Schüsse gedacht hat, man must wissen, wie früher die Sozial- demokratie über diese Schüsse urteilte, um zu erkenne», wie tief der Minister Heine gesunken ist.(Gelächter.) Ich bin feit überzeug!. dast Leute meiner Partei keine Waffen weg- genommen und geschossen haben.(Gelächter.) Dr �.Freiheit" und der„Roten Fahne" gereicht das Verbot zu, Ehre. Wofür würdjr der Minister Heine nicht die Verantworlnn? übernehmen, wenn eS sich um die Bekämptung der llasienbewustteir Arbeiterschaft bandelt.(Der Redner erhält einen Oldnungsru' Heine ist eine Schande für die Sozialdemokratische Partei. Wenn der Minister behauptet, dast niemand die Veraniwortung für da- Eindringen der Mafien in daS Haus hätte übelnehmen lönnc». dann lügt er.(Der Redner erhält den zweiten Ordnungsruf) Wir werden mit Heine und Konsorten schon abrechneu. Die gestrigen Vorgänge überlassen wir dem Urteil der Geschichte. Wir glauben, dast sie zu Ungunsten der Regierung entscheiden wird. Abg. Bcnder-Magdeburg(Soz.) t In der Beurteilung der gestrigen Vorgänge schliesten wir uns dem Urteil des Reichskanzlers an. Ich wende mich deshalb sofort zu der sachlichen Besprechung der Vorlage.(Beifall.) Der Gesetzentwurf Hat eine lebhafte Debatte entsesselt. In der Kommissiontbcratung sind die Rechte der Arbeiterschaft ganz erheblich geschmälert worden. Der politische» Demokratie muß die wirtschaftliche und soziale Demokratie folgen. Das Herrenrecht ist gefallen, das Recht der Ausbeutung hss einen Menschen durch de« andern muß auch fallen. Das- Beiriem- rätegeietz ist der e r st e Schritt dazu, den Arbeiter aus einen? AuSbeutungSobjelt zu einem gleichberechtigten Faktor in der Produktion zu machen. Das Gesetz soll die Produktion steigern. Dast die Unternehmer dagegen Sturm lau'en würden, war vorauSzuieben. Sie würden gern weiter den Arbeiter als willenloses Objekt der Ausbeulung betrachten. Dast aber Parteien, die sich„ d e m o k r a l» s ch" nennen, sich diesem Druck der Unternehmer fügen, ist nicht politisch 1»-. Die Revolution ist noch nicht beendet, sondern wir stecken noch mitten in der sozialen Umwölznng.(Sehr richtig! bei den Soz.i Wenn eS nicht gelingt, die brennenden Fragen, die jetzt die Arbeiicr- Die Narchen öes Steintlopferhanns. � Von Ludwig Anzengrubcr. Das war eine Aufregung im Orte, als man die beiden kestnahm, das wogte ah und zu nach der Unglücksstätte und nach dem Gemeindekotter, wo'die Täter und die Landjäger, die ste zu bewachen hatten, auf eine Fahrgelegenheit warteten, und als schon lange der unbeholfene Leiterwagen über die ausgefahrene Straffe dahingepoltert war, standen die Leute noch überlaut redend vor ihren Türen. Das Gemeindewirtshaus war überfüllt von erregten Gästen, die sich durch den Trunk noch mehr ins Feuer brachten; was wollte da jeder schon lange gesehen und gehört haben, das ihm bedenklich vorkam? Da war keiner, der es nicht schon früher gemerkt hätte, wie in-der Mühle nicht alles richtig gewesen, und schier alle hätten es vorhersagen mögen, baff das kein gutes Ende nehmen könne. Da war keine üble Nachrede, die nicht ihre zustimmenden Hörer gefunden hätte. Und es war allwege nicht denkbar, daß an dem Weibs- bild und dem Burschen jemals ein gutes Haar gewesen wäre, die mufften von Äindauf verderbt und verworfen gewesen sein, waren gar niemal wie andere Leute gewesen, denn rechtschaffenen Leuten— jeder schmeichelte sich zu denselben zu zählen,— könne so eine gräßliche Tat gar niemals bei- fallen. In einem Winkel der Stube trank auch der Steinklopfer- Hanns sein Gläschen und rauchte feine Pfeife, setzt war sie ihm aber ausgegangen, er klopfte die Asche in derselben an der Tischkante aus und sagte:„-Oes seids recht christlich— recht christlich!" „Werd'n wir's doch nicht gegen so Mordgefellen sein sollen?" „Warum nit," sagte Hanns,„wer sich für christlich aus- gibt, soll allezeit dabei bleiben, und wann nich mich recht be- sinn', so steht doch geschrieben: Richtet nicht, daß ihr nicht gericht' werd't!" „ES wird auch kein ehrlicher Christmensch ein'm andern was nachtrgg'n aber so ein Mordgesindel zählt doch nit dazu!" „War wohl auch a Zeit," meinte der Steinklopfer,„wo sie kein Brösel anders waren als eins von uns da!" „Na hör auf, Hanns, das is kein Reden, so ein Stück brächt' wohl keiner, wie wrr da sein, übers Herz, dazu muff man schon ganz gottverlassen auf die Welt kommen, dazu muff eins schon bestimmt sein." „Dann iL auch dazu bestimmt, wer heut sich ein' Rausch trinkt! Ihr betet doch alltag paarmal's Vaterunser und bei der Rosenkranzandacht schon gar, weiß nit, wie oft, aber wohl weil's unserm Herrgott'u vermeint is, leiert's ös her- unter, daff's kein Teuxel versteht, ös selber aber auch nit; sonst mächt' euch doch bei einer Brtt' einleuchten, selb' wär's g'scheiteste Beten, was's jemalen auf derer Welt geb'n hat, dö Vitt, was ich mein' heißt: Führe uns nicht in Versuchung! Es is schon so, daß sich einer recht brav halt't, wen nihn kein' Verlockung betrifft, und geht mancher als ehrlicher Mann sein' Wog. weil ihm die Versuchung nie begegnet. Kommt's aber einem über die Quer, so gibt's ein hart' Stück Arbeit, da soll sich keiner auswerfen und vermeinen, er wüßt', was da aus ihm wurd'; osten kommt's ruckweis' und führt'n Tritt! für Trittl, er denkt sich's dabei selber nit aus. wohin. Osten kommt's mit ein'mal und er tut. was er augenblicks drauf nöt für möglich halt't, es wär' sein Tun und hat wohl auch vor kurzer Weil' g'sagt: So a Stück brächt' wohl keiner, wie wir da sein, übers Herz?—'s Menschen-Einweidige muff mer kennen, heißt- wer muff sich sagen,, mer kennt's eigentlich net, dann is mer fein ganz b'scheiden ruhig und stnd't a Mitleid auch mit dö"), wo man nit meint, sie ver- -dienen's, die's aber z'notwendvgst brauchen, soll's mal mit dö besseren Zeiten an heb'n, wo man von Kind auf schon der Leidenschastlichkeit ausbeugen und's G'scheitsein lernt und statt: sei fromm, sagt: sei brav!" „Hört's'n Steinklopfer! der hat wieber a neu' Evcmgeli Kopf." „Is eh' a rechter Heiland, nimmt Eh'brecher und Mörder Schutz!" „Im Schutz nehm' ich's nit." sprach Hanns, 7daß ich etwa saget, es war' recht, aber ich sag', einstmal war'n's net andere Menschen wie wir und wann's uns dö gleichen Weg führet wie sie. möcht' wohl keiner sagen können, ob er heut nit-da stund' wo die zwei!" „Ab. selb' kann man wohl sag'n, WaS man nie wurd' im stand sein," riefen etliche junge Burschen. „Na," lachte verschmitzt der Steinklovfer,„mir sieht mer's wohl auch nit an. noch hätt' ich's selber g'laubt. aber doch wohl hätt, ich bald ein' um'brachtl" „Geh zu— waS d' sagst!" „Na wohl, war's a so!" „Verzähl— verzähl!" Allel rückte zu. „Na lost's'*) zu. Verzähl' ich's hast." rn in ") Do— die, doiren. **) Anlosen— zuhören. 4. Die Versuchung. Bald is's gar nimmer wahr, so lang ist'S her, aber ich besinn' mich noch, es war ein schöner Herbsttag g'wcsen. mir hat er aber nit zu Sinn woll'n, denn damal is's mir grad grimmig schlecht gegangen, was braucht mir auch d'Sunn' so steundlich in' leeren Sack und in' hungrigen Magen z' scheinen, Hab' ich mir denkt, was Hab' ich davon? Is a bos- hastig's Ding! Die Rauch' hab'n mich geärgert, die aus die Schornstein' gradauf g'stieg'n sein,'s Obst af dö Bäum'— mein war's net— und af der G'meinwiesen hätt' ich mögen 's ganze Gras ausreuten, na ich war ja koin' Kuh, daß ich'S hätt' mögen fressen. Teufi h'nein! Ich war froh, wie die Sonn' ein' Anstalt macht zum Untergehn und bin noch fort ins Gebirg, bin durch Schluchten ang'stieg'n. daß ich vor ihre letzten Lichter sicher bin. bis's Monad')'raufkimmt, was nit so aufdringlich is mit sein Licht. Wie ich später so forttrapp', denn'S sakrische Mondschein iS hinter dö Wolken blieb'n. riegelt sich waS in der Finstern. kommt hervor aus'm Schatten und steht a schmächtiges Bürschel vor mir, so wie man's sieht auf der Wanderschaft. Er fragt nach'm Ort, WaS überm Berg enten liegt, G'lcheiter's wüßt' ich mir grad nit zu tun, denk' ich mir, führst ihn bis hin, vielleicht zahlt er-dir dafür doch a Glasl Wein. . Sag' ich also zu rbm, wann's ihm recht war', könnten wir ein' Weg gehn, ich selbst mächt' nach Tappenthal. Er steht, schaut mich eine Weil' cm. entf einmal sagt er, es wär' ihm lieber, ich gäbet ihm die Weisung, daß er sich allein hinfinden könnt'. Ahcn. denk' ich, selb' is a nötiger Kerl, der fürcht' sich z weg'n �elner klein' Derkcnntlichkeit und sag' deswegen zu «hm: Ich steh' af nir nöt an, ich führ' eng schon umsonst. Da sagt das Bürschel ganz wegwerfen sch: Ich Hab' eng gebeten, mir'n Weg z' beschreiben, wollt's net, so such' ich mir'n halt selber. Auf dös sag' ich nöt steundlich: Na. na. wo ich z'wider bm, dring' ich mich nöt auf!— Weis' ihm die Steig', sag' von da geht'Z a so und von dort a so nach Tappenthal zu, halt, daß er nit irr' geht, dreh' mich dann um und b'hüt Gottl No gibt er mir dö Hand, bedankt sich recht schön und meint, ich söllt'S ihm nöt in Hebel aufnehmen, aber er wär' noch in tausend Angst und Schrecken. *)'s Monad der Mond. (Schluß folgt.) idiaft bewegen, auf gesetzgeberischem Wege zu lösen, dann wird die Lösung «us anderem Wege erfolgen. sHört! bört! recht?.) Jawohl I— und diese Lösung wird furcht» bar sein für unser arme» Volk und Land. Wer unlerm Volke furchtbare Kämpfe ersparen will, der mutz den Weg der Gesetz- g e b ii n g beschreiten, damit die Arbeuerschast nicht wieder in die alte Hörigkeit zuiücksinkt.(Zeih richtig I be« den Soz.) In manchen Punkten bat die Kommission die Vorlage verbessert, z.B. durch die Herabietzung de» WaHlalterS. Ganz so schlecht, wie die Unabhängigen sie schildern, ist die Borlage nicht. Viele ihrer Bestimmungen bleiben aber weit hinter dem zu- rück, wa» die Arbeilcrschasl sich schon an Nechten errungen hatte. Nach dem V. November 1Ö18 hatte die deutsche Arbeiterklasse die unumschränkte Macht in der Hand, aber es scheint manchmal. alit hätte die Arbeiterschaft die Macht zu früh an» der Hand gcgebe». �Zehr richtig! bei den Soz.) Es trifft nicht ganz zu. daß die Kommiisionsfassung ein Kompromiß der drei Regierung». Parteien ist. Viele KommissionSbejchlüsse find gegen uns gefaßt worden. Die Nnabhäiigigen haben die Verschlechterung der Vorlage erst ermöglicht. Ihre Kommisfionsmitglicder haben sich meist nur in die Präsenzliste eingetragen, haben selten geredet und keine An- iräge gestellt. Den Wünschen auf Furückverweisung der Vorlage und Nachprüfung durch den Reich rwirtichafrsrat können wir nicht folgen. Da» Geietz ist v e r- abschied ungsfertig! ein Abweichen davon iväre eine Baiikrotierllärung der Nalionalversammluug,(Beifall bei den Demokraten.) Schiele(Duatl.): Die'er gesetzgeberische Schritt ist um io ge- rährlichcr. als e» für ihn nirgend» ein Beispiel gibt. Tie Fachleute erstären sich einmütig gegen bit Vorlage. Die be- rechligtrn Forderungen her Aibeitnehmer wären auch durch einen zweckmäßigen Ausbau der schon bestehenden Arbeiterauöschüsse erreichbar gcwe>cn. Die Vestimvinngen über da» Mitbestimmungsrecht bedeuten die AuSlicsernng der Betriebe an die Arbeitnehmer i« Sinne des Kommunismus. Auch verneint das Gesetz den GewerkschastZgedanken. Die Rcdak- nonSfuhrung der Zeitungen muß dem Eingriff der Arbeitcrräte entzogen sein, die Unabhängigkeit der Presse gewahrt bleiben. Neichsarbcitsminister Schlicke: Ein obligatorische» Schiedsverfahren läßt stch nicht so führen, ohne eine durchgreifende Umgestaltung der bestehenden Schlich- tungSauSschüsse. Da» Betrieberätegesetz, mit dem die Gesetzgebung kühn neu« Wege beschreitet, ist durchau» kein« Konzession an die Straß«. Di« Erfahrungen mit den jetzt wirkenden Betriebsräten widersprechen durchaus nicht der Regierungsvorlage, in der ihnen nur ihr Wirkung» kr ei« deutlicher umschrieben wird. DaS Gesetz trägt auch nicht den Streit in die Betriebe( diese sind doch auch jetzt nichzl in Ruhe, sie wird sich aber herstellen lassen, wenn auf der EKndlage des Gesetzes Gewerkschaften und Räte gemeinschaftlich a�hite-n. Verabschieden Sie«S bald! Abg. Dr.. Vogler' l'ijft 33p.): Die bürgerlichen Parteien, die diesem Gesetz zustimme»,.iladcn eine ungeheure Verantwortung auf sich. Kommen zu den fchchn jetzt vorhandenen furchtbaren Schmie- rigkeiten auch noch die Mitifchen Räte, so wird da» Wirtschaft»- leben völlig ruiniert. Di«�Arbeitnehmer dürfen keine diktatorischen Rechte über die Arbeitgeber erhalten.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Das- Gesetz muß dem Reich öwirtschaft» rat überwieseu werden. Abg. Dr. Geyer- Sachse«(U. Soz.); Da« Gefetz hat de« Zweck, die soziale Revolutron zn SehKidern. Es ist eine Provokation der klaünibewußtcn Äüboiterschast: die Folgen haben wir gestern erlebt. Nachdem die Regierung diese» Blutbad hervor- orufen kot. sucht sie die Schuld aus die Kommunisten und Unabhängigen abzuwälzen.(Anhaltend« Unruhe.) Die Regierung hat im letzten Jahre die Einführung einer sozialistischen Kon- »rolle de» Wirtschaftslebens versäumt.� Sie will eben nur eine Re- «ierungSherrlichkeft im Rahmen dor bürgerlichen Republik und hofft auf da» Einschlafen des revolutionären Willen» der Arbeiterschaft. Heute will sie mit Maschinengetvebren gegen ihn vorgehen. Der wahre Zweck dieses Gesetze, ist die Festigung de» Kapitalismus. (Gelächier im ganzen Hanse.) Der Klassenkampf ist für die Mehr- heitssozialisten„olle Kamellen". Die Unternehmer fühlen sich wie- der in Deutschland, deshalb drohen sie mit der Schließung der B«. triobe. In vielen Unternehmungen find diese Drohungen schon wahrgemacht worden.(Ruf: DaS haben Sie verschuldet durch Ihre Streikpolitik.) Durch das Gesetz soll erreicht werden, daß die Arbeiterräte alz Antreiber für die Interessen des Kapitalismus dienen.(Gelächter.) Heute leben wir noch in den Zeiten der schlimmsten Ausbeutung durch den Kapitalismus.(Zuruf: Denken Sie an Leipzig und an Ihre 400 000 Mark!) Der Redner geht dann ausführlich auf die Einzelheiten der Vorlage ein. Er schließt: Wenn Sie(zu den Mehrheitssozialisten) sich so stark fühlen, warum schreiben Sie da nicht in diesem Augenblick allgemeine Wahlen auS? Aber Sie glauben selbst nicht an Ihre Stärke und haben auch kein Recht dazu. Die 30 Proletarierleichen werden jetzt und immer gegen Sie zeugen. Abg. Gandorfer(Bayer. Bauernb.): Das Gesetz ist für uns nicht annehmbar, besonders deshalb, weil eS nicht auf unsere länd- liehen Vcvhälinisse in Bayern paßt., Damit schließt die allgemeine Aussprache. Abg. Frau Ziep(persönlich): Minister Hein« hat erklärt, ich hätte die Demonstranten ausgereizt. Hätte jemand außerhalb des Hauses diese Lehauptung aufgestellt, so hätte ich ihn einen Ver- leumder genannt(Große Unruh;. Ordnungsruf.) Minister Heine hat sogar den Wortlaut meiner Rede mitgeteilt. Ich habe gestern kein Wort zu den Massen gesprochen, kein Wort sprechen können. Ich bin in der Wsicht, zu reden, hinausgegangen(Zuruf rechts: Ihr Erscheinen genügt schon.— Groß« Heiterkeit), babe aber diese Absicht nicht ausführen können infolge eines Schusses, der hier aus dem Hause gefallen ist.(Unruhe.) Meine Rede ist also von A bis Z ein Phamasieprodukt des Herrn Heine und seiner Spitzel.(Lachen bei der Mehrheit.) Abg. Znbeil(U. Soz, persönlrch): Auch ich habe infolge des Schießens nicht zu den Massen sprechen können.(Und vorher? Redaktion.) Abg. Braß(U. Soz., persönlich): Minister Heine ist ausS schändlichste angelogen worden. Ich war aufgefordert worden, einige Worte an die Arbeiter zu richten und habe dann draußen darauf aufmerksam gemacht, daß die Masse im Zurückfluten sei und nicht geschossen werden dürfe. ES ist aber doch geschossen worden ohne vorherige Aufforderung, zurückzuweichen. Minister Heine: Ich habe über Herrn Braß überhaupt nichts gesagt.(Wider- fpruch bei den ll. Soz.) Er bat auS meiner Aeußerung auf einen Zuruf nur einen schlecht erfundenen B o r w a n d genommen, um hier eine agitawrische, die Wahrheit verdrehende Rede zu halten. (Lärm bei den U. Soz.) Die Augenzeugen, die mir berichtet haben, daß die Sicherheitsposten erst in höchster ÖJefoJjr geschossen haben, Nachdem der Offizier laut zum Zurückgehen aufgefordert hatte, sind mir glaubwürdiger als Herr Braß. Es ist von unabhängiger Seite gerufen worden, Frau Zietz fei gar nicht unten gewesen. Abg. Laukant: Jetzt lügen Sie schon wieder!— Ordnungsruf.) Nach der Mitteilung des Abg. Hug hat Frau Zietz aber draußen auf- geregt herumgeschrien. Ich rufe Sie alle zu Zeugen an, ob da? unwahrscheinlich ist.(Große Heiterkeit.) Der Abg. Hug hat ebenso wie ich seit 20 Jahr-n die Eh«- Frau Zietz zu kennen.(Rufe rechts: Eine sehr zweifelhafte Ehre! Frau Zietz ruft dem Präsi- deuten zu: Und daS lassen Sie hingehen?) Herr Znbeil ist auch unten gewesen, ist aufgeregt schimpfend herumgerannt unh hat den Sicherheitspolizisten zugerufen: »Ihr kostet nn» 20 Millionen und wollt auf da? Volk schieße»? Ihr solltet Euch schäme», Ihr LümmclSk" (Abg. Znbeil: Ich fordere den Abg. Hug auf. vorzutreten, hier stehe ich!— Präsident F e h r e n'b a ch: DaS Recht, einen Abge- ordneten vorzurufen, hat nur der Präsident.) Herr Zubeil wird nicht behaupten, daß diese einwandfrei festgestellten Aeußerungen zur Beruhigung beigetragen haben. Wenn Herr Zubeil heute von den Aeußerungen, die er gestern getan hat, nichts mehr weiß, so wundert mich daS bei ihm nicht.(Abg. Geyer: Der echte Heine!) Ich quittiere diesen Zuruf mit der Ruhe, die mir die Anerkennung meiner Glaubwürdigkeit und Ehrenhaftigkeit von Abgeordneten aller Parteien seit 20 Jahren verschafft. Bei Ihnen(zu den U. Soz.) ist da» Schimpfen und Lügnerschreien derartig alltägliche Gewohnheit, daß e» den Mangel an wirklichen politischen Gedanken nicht verdecken kann. Ich glaube nicht, daß daS auf irgendeinen Menschen von Ehre Eindruck machen wird. (Beifall bei der Mehrheit.— Lärm bei den U. Soz.— Präsident F e'h r e n b ach: DaL letzte war keine kcrsönliche Bemerkung.) (Heiterkeit.) Abg. Frau Zieh versucht von ihrem Platz auS zu sprechen. Es wird stürmisch verlangt, daß fix von der Tribüne aus spricht. (Präsident Fehrenbach': Frau Zieh, die Herrschaften nehmen ein so lebhaftes Interesse an Ihren Ausführungen, daß ich Sie bitte, von hier oben zu sprechen. Stürmische Heiterkeit. Heftige Zwischenrufe de» Abg. Henke: Das ist ein Hohn auf das Frauen- Wahlrecht! Präsident F'e h r e n b a ch: Herr Abg. Henke, Mangel an Humor ist keine Sünde und Schande, aber ein Unglück für oft Umgebung. Stürmische Heiterkeit.) Abg. Frau Zieli: Ich finde es unerhört, daß ber Präsident gegen mich in dieser Art und Weise vorzugehen wagt, aber er tut daS, weil ich Mitglied der unabhängigen Partei bin.(Große Unruhe.) Präsident Fehrenboch: Frau Zietz, ich habe heut« morgen von dem Minister verlangt, daß er von dem Rednerpult aus spricht, und habe auch das Nccbt, dies von Ihnen zu verlangen. Frau Zietz: Ich stelle fest, daß der Präsident im BefchlStvn (siehe oben! Neb.) von seinem Recht Gebrauch gemacht hat. Im übrigen gebe ich zu, daß ich draußen gewesen bin, um zu reden. Ich bin aber nicht dazu' gekommen. Ich stehe durchaus zu meinen Taten.(!) Abg. Zubeil: ES ist mir gleichgültig, ob der Minister Heine mir Glaubwürdigkeit zuspricht oder nicht. Ich habe mich ver- pflichtet gefühlt, draußen zu sein, um das Blutbad zu verhüten. Minister Heine: Gegenüber den Aeußerungen der unabhängigen Redner stelle ich fest: keiner von ihnen hat den Umstand hervor- gehoben, daß die SicherbeitSIeute erst blutig geschlagen nnd entwaffnet wovden waren, ehe der erste Schuß fiel.(Stürmische Zustimmung im ganzen Hanf«. Die Unabhängige» schweigen.) Wenn der Ab- geordnete Zubeil beruhigend wirken wollte, dann wäre er am besten hier oben geblieben; denn man weiß doch, daß er zu schimpfen pflegt, wen» er den Mund auftut. Er hat freilich aufgefordert, nicht zu schießen. Hätten die Sicher- Heusleute dem entsprochen, dann wären in ein paar Sekunden die Gewehre in der Hand der Menge gewesen.(W'i derspruch bei den U. Soz.) Wer hat denn hier ins Hau? hincingeschosscn? Es ist doch einfach eine Entstcllnng, wenn Braß, Znbeil und Zietz per- schweigen, daß die Angriffe von den N-assen ausgegangen sind. .(Stürmische Zustimmung im oanzen Hanse.) Dieser Verschleierung halten wir un'er gutes Gewissen entgegen und verzichten darauf. Frau Iictz und ibre Freunde zu über,«uzen. Da» ganze Hau» bat zweifellos die Darstellung der Unabhängigen als unwahrhaftiz empfunden.(Anhaltende Zustimmung.) DaS Vorgehen war not- wendig zum unmittelbaren Schutz de? B-iftsvertretunz. (Lebhafte Zustimmung.) Gestern babe ich mich persönlich mit aller Entschiedenheit dafür eingesetzt, daß nur im äußersten Falle von der Waffe Gebrauch gemacht wird Tie Folge davon sind V wundungen der Sicherheitsleute gewesen; auch für dies« babe ich heute morgen die Verantwortung"übernommen, in der Absicht, auch den Schein jeglicher Provokation von der Regierung abzu- lenken. DaS Ergebnis ist in der Tat, daß kein Mensch an da» Märchen der Provokation mehr glaubt.(Allseitige andauernde Zustimmung.) DieZm.rl ist mit äußerster Zurückhaltung gehandelt worden. Das nächste Mal wird schärfer vorgegangen(Lebhafter Beifall.) Abg. Frau Zietz: Die Behauptung- iebr.radikal' geredet hatte, im Verhandlnngsziminer die bescheidcuste Figur machte.(Lebhaste Zustimmung.) Wer nicht das Gebiet der von den Unternehmern auiS sorgfältigste ausgebildete» Produktions- statislik beherrscht, wird von ihnen über den Löffel barbiert und kann die Jntcresicn seiner Arbeitskollegen n ckl mehr veiirelen Auch um die Einstellung und Entlassung werden wir unS zu lümmern haben. Wir denken nicht daran, dieses wichtige Recht preiszugeben. Dabei niuß uns dos bisher nur in den Personalkartotheken der Unternehmer bearbeiteie Problem beschäftigen, daß jeder Arbeiter und An- gestellte an den richtigen Platz kommt. Den Luxus kann unsere Wirtschaft sich nichl mehr gestatten, daß ArbeitSlräne am falschen Play unzweckmäßig verwendet werden. Wir werden auch dafür zu sorgen haben, daß die neue Wirtschnfr mit den besten ProdultionS nrrtteln arbeiten kann. Der Sozia- liSmuS kommt nicht, wenn er sich nicht über den Kapitalismus hinaus entwickelt. Die sozialistische Wirtichaft muß sich auf die besten ProduklionSmethoden stützen, von diesem GesichlSpnnkle aus kann man da» T a h l o r'-« y st e m in Zukunft Ficht mehr be. lämpfen. Die Betriebsräte haben die verantwortungsvolle und undankbare Aufgabe, olle Methoden zur Hebung der Arbeitsleistung zu prüfen und die ArbeitSgenosien zur Anwendung des Besseren zu bewegen. Mit dem früheren umvirtichaftlichcu Kräsleoerichleiß können wir nicht weiterwirtichaflen. Hinaus über das Taylor» System, das nur die besten Arbeitsweisen sucht, geht die plan« volle Berufsberatung, die mit den Hilismitteln der Ex- perimentalpsychologie die Eignung der Menschen er- mittelt. Die Anpasiung des Arbeiters au den veränderten«Arbeits» Prozeß ist ein wichtige» Probien, auch für die BeiriebSräte. Tie Betriebsräteschnle wird alle diese Fragen in den Spezialiursen bebandeln, die den jetzt zunächst abzuhaltenden Kurien über allgemeine Fragen folgen werden. Dies« heute eröffnete Schule ist ein erster Akt der Selbsthilfe, später wird aber die AuS- bildung der BeiriebSräte eine Angelegenheit de« Staates werden müssen. Denn die Betriebsräte sind nichl Privatperson««, sondern haben öffenttich-rechilichc Funsiionen ans. zuüben. Viele Unternehmer sagen:.Laßt sie doch dos Betrieb»« rätegesetz so radikal auSgestaliei», wie sie wollen, die� Arbeiter sind ja doch so unfähig, daß sie nn» keinen Schaden tun können'. Dem gegenüber wollen wir dafür sorgen, daß da».Rätesystem' in unserem Sinne gestaltet wird, und daß wir u n S mit allem Rüstzeug ausstatten, damit e» die Belastungsprobe besteht. Wir müssen verhüten, daß ein Mißerfolg sofort die Betriebsräte schwer diskreditiert. Der Erfolg wird unser sein, daS hoffen wir- (Lebhafter Beifall.) \ Groß�berün Schwarzblaue öolschewiften. Bolschewismus ist im letzten nichts anderes als die Vei' zweislungstaktik ungerechtfertigten Gröszeubewusttscins, ethisch- pathetisch verbrämter Nechtsbruch von Rechthabern, Endziel- romantik mit der Cowboy-Geste. Durchaus keine ausge- sprachen proletarische Sache, im Geaeteil zarisch-vreustischer Gesühlsrückstand. Klein-Tschunkawer Domänengewächs. Wenn z. B. in der Dienstaqsitzung der National- Versammlung ein Dcutschnationaler in bczug auf unabhängige Mitglieder des Hauses losschreit:„Schmeiht sie hinaus!" so unterscheidet sich die geistige Verfassung dieses Ordnungsbolichcwisten von der der Angreifer drangen nur durch den Mangel an persönlichem Mut und durch das Fehlen mildernder Umstände. Im übrigen ist es das gleiche: Ver- achtung des Wesens der Volksvertreter als Vollstrecker des Genicinwillens, verschärft durch die Beschimpfung der eigenen Würde. Noch ein anderes vom gleichem Holze: Die Kunst ist von den Fesirln der Zensur befreit. Im„Kleinen Theater" wird Lauten sacks Pfarrhauskomödic" gegeben, Die Tragikomöd:? des Zölibats, tausendfach bestätigt durch das Leben. Ernst, ivahr, innerlich und echt menschlich gestaltet. Den Muckern lzweicrlei Geschlechts ohne Selbst- bewuhtkein) gefällt das nicht. Sie brauchen zwar nicht hin- zugehen, tun es aber und besitzen die Frechheit, das Publikum um sein Recht auf die Vorstellung zu prellen. Sie pfeifen auf Hausschlüsseln und verlassen sich fröhlich auf die Anständigkeit von Zeitgenossen, die von der bier einzig wirk samen Ueberzeuqungskraft ungedämpfter Maulschellen aus Rcinlichkeitsgründen Abstand nehmen. Sie glauben, der Konflikt'ei nicht da. wenn er— auf der Bühne wenigstens — unter der Soutane gehalten wird; vielleicht glauben sie auch gar nichts und pfeifen nur. Wie lange noch? Wahrscheinlich ist cS im Lande cineS Goethe erst notwendig, ein Gesetz auszuarbeiten, das die Weibwasserbolschewisten dazu anhält, sich im Theater still auf ihr Gehirn zu setzen.__ Grosi-Berlin im Nusschuh. Der AuS sikmh derPreutziichenLandeSversammlung fkir den Ge'etzeniwurf G r o h- B e r l i n nabm am Mittwoch ,u- nächst die 3 und 4 an, durch die der Zweckv-rband Groh-Berlin ausgelöst wird. Z 4 handelt von der Äusernandersetzung der Stadtgemeinde Groh-Berlin mit den Kreisen Teltow, Nieder- barnim und Ostb-Welland. Alle dam gestellten Anträge wurden abgelehnt und K 4 nach der Regierungsvorlage angenommen. Die Z§ S und S bandeln von dem Schiedsgericht, da? die Höhe der Entschädigung für die Re st verbände fekt'etzen soll. Hier wurde nach längerer Debatte beschlossen. daq dem Vorsitz im Schiedsgericht nicht, wie in der Vorlage vor- ge'eben. der Oberpräsident der Vrovin, Brandenburg und von Grohberlm. sondern der Präsident des Ober- verwaltungSaerichtS führen soll. Die 7 und 8 handeln von der Zahl der Stadtverordneten und der Einteilung der Wahlbezirke. Hierzu lag ein Antrag Heilmann sSoz.) vor, der die ganze Wahlhandlung auf eine neue Grundlage stellen wollte. Danach sollen in den Wahlbezirken von jeder Liste so viel S t a d t v e r o r d n e t e gewählt sein, als auf diese Liste 7000 Stimmen entfallen sind. Die über« schiebenden Stimmen sollen für jeden Wahlvorschlaq für ganz Berlin zuiammengezäblt werden und danach jeder Wahl- verschlag auf eine Sradtliste wiederum soviel Sradtverordnete haben, als in dieser G e i a m t f u m m e 7000 S fi m m e n ent- halten find. Auch ein Rest von mebr olS der Hälfte soll noch ein Ttadlvcrordnetenmandat ergeben. Der Antrag wurde von allen Parteien beifällig begrübt und zur genaueren ffeststelluna der Zahl dem UnteranSschnb überwiesen. Zu§ S beantragte Abg. Leid lll. Soz.). die Wahlperiode von vier auf z w e i I a h r« zu verkürzen oder mindestens alle>wei Jahre die Hälfte aller Stadtverordneten ausscheiden zu lasten. Der Antrag wurde abgelehnt, et bleibt also bei den vier Jahren der Regierungsvorlage. Sozialiftische Silüungsschule. In den Vororten finden im 1. Quartal d. IS. folgende Vortragszyklen statt: 1. Neukölln. Vortragslokal: Albrecht- Dürer« Oberrealschule, Ernscr Sir. 137. Beginn: Sonntag, de»>8., vorm. 10 Uhr(8 Abende). Voriragender: Erwin Barth über Volkswirtschaft. 2. Tcmpelhof- Mariendors. Vortragslokal: Aula der 2. Ge- meindeichule, Werderstratze, Ecke Kaiier-Zriedrich-Straße. Beginn: Montag, den Ig.. 7 Uhr(8 Abende). Vortragender: Redakteur Kuttner. RednerkursuS. 3. Wildau. Vortragslokal: im Kasino. Beginn: Montag, den 20. 7 Uhr«8 Abende). Voriragender: Genosse B a h l k e über Grundbegriffe des Sozialismus. 4. Adlershof. Vort;agSloial: Zeichensaal der 2. Gemeinde« schule, Radickestr. 10. Beginn: Donnerstag, den 22.. 7 Uhr {8 Abende). Vortragender: Dr. Lohmann über Volkswirtschaft. b. Ncinickcildorf. Bortragslokal: Aula der ö. Gemcindeichnle, Auquste-Vlltoria-Ällee 38. Beginn: DonneiStag, den 22., 7 Uhr i8 Abende). Vortragender: Genosse Kabelitz über Volks- Wirtschaft. 0. Sieglitz. Bortragslokal: Aula der Realschule, Am Stuben- rauchplay. Beginn: Donnerstag, den 22., 7 Ubr(8 Abende). Voriragender: Genofie Sauer über Boltswirtlchast. 7. Lichtenberg. Bortragslokal: Schnlaula, Kronpriiizeiistr. 10. Beginn: Freitag, den 23., 7>/, Ubr(8 Abende). Vortragender: Dr. T i ch a u e r über Versanuugöweien und VerfastungSkämpie. 8. Charlottenburg. RednerkursuS: Vortragslokal und Beginn der Vorlräg« werden noch bekanntgegeben. 9. Friedrichs Hage». Vortrag über Bcrfastungswesen und Ver- sastllngskänlpfe. VortragSlokal und Beginn der Vorträge werden uoch bekannlgegeben. 10. Panto«. Vortragender Dr. B e n d i n e r: Enurt.-r Pro- granim. VortragSlokal und Beginn der Kurse wird noch bekannl- gegeben. Hörerkarten zun, Preise von 4 M. sind zu haben bei den Ob- leuten der BildungSausschüsie und den VertraueiiSleule». Woher komme» die Kartoffel«? Zu der in der Morgenausgabe vom 10. d. MiS. gebrachten Notiz unter obiger Ueberschrift ist eine Berichtigung erichieueu. Zu dem von unS gemachten Zusatz wird uns folgende Berichtigung gesandt: E» ist nicht richtig, das; drei Wagen zur Fortichasfung der 15 Zeutner verdorbener Kartoffeln gestellt worden sind. Vielmehr wurde dazu nur ein Wagen benutzt, welcher nur eine Tragsäliigkeit von höchstens 20 Zentnern hatte. Der gestörte Telegrammverkehr. Infolge der orkanartigen Stürme l?aben sich im mtänldischsn Telegramm verkehr die Leitungsstörungen verschlimmert, so daß die meisten Verbindungen Berlins mit den größeren Aemtern im Bcsteu und Südwesten des Reiches fehlen und große Telegramm- Verzögerungen sowie umfangreiche Versendungen der Telegramme mit der Post unvermeidlich geworden sind. Im Auslands- verkehr machten sich die vennehrien LeitungSstörungen verstärk: gellend, besonders im Verkehr mit England. Holland, Frankreich, Tchlveiz, Italien, Oesterreich. Voraussichtlich wird sich jedoch die Lage Herne et: ras bessern. Im Fernsprechverkehr waren Mittwoch vormittag noch 110 Ver liner Fernleitungen gestört. Keine Verbindung bestand mit Köln, Essen, München. Zur Beruhigung der Eltern, die Kinder zu einem Erholungs- aufenthalt in die Schweiz sandten, wird mitgeteilt, daß soeben Nachricht vom Fürsorgerefcrentcn der Deutschen Gesandtfckaft in Bern eingetroffen ist, daß die Eltern aus dem Grunde seit vier Wochen noch keine Nachricht von ihren Kindern erhalien haben, weil ans einem Versehen die gesamte Kinderpost sert Mitte Dezember in Kreuzlingen liegen geblieben ist, jetzt aber zur Weiterbeförderung über die Grenze geschickt wurde, so daß sie dem- nächst in Deutschland eintreffen wird. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß durch daS Lawinen« Unglück in TavoS keinem einzigert! Kind etwas zu- gestoßen ist und sich alle Kinder wohldesindcn. Vermischte Lokalnachrichte». In der letzten Zeit wurde wiederholt der Versuch gemacht, die die ausgegebenen Bermondt-Noten, die tnSbeionders den baltischen Truvven ousaebändigt sind, hier in den Verkehr zu bringen. Von zuständiger Seite wird darauf aufmerksam gemacht. daß eine Umwechielung oder Einlösung dieser Noten nicht er« folgt, und daß diese Noten nicht als Geld anzusehen sind._ Durch«rode FahrlSsfigkett eine» MilitSranto» wurde am 8. Dez. rniltanS l1/, Uhr. vor dem alten.Cass deS Westen»- der Kunst- mnler P. L. E. aus Chorlottenburg überfahren. Zeugen werden dringend um Angabe ihrer Bekundung mit genauer NamenSangabe an das Bureair der Rechtsanwälte Fritz Kakifcher und Valentin, Kurtürstendamm 223, gebeten. Eine vollständige Zlufnahmc deS Personenstände» findet aus Grund der ReichSabgabcnordnung für die Stadt Berlin am 2 0. Januar, d. I. statt. Zu dieiem Zweck sollen die nach den Bestimmungen de» bis- bertgcn EivkonimenilenergesetzeS voi bereiteten Bordrucke mit der Maßgabe Verwendung finden, daß nicht der Personenstand, wie angegeben, vom tö. Oktober 1gll>, sondern wie er am 2 0. Januar 1920 besteht. Aus- nabme zu finden bat. Sämtlichen HauSbesiUern oder ihren Stellvertretern werden durch die Steuererbeber die ertorderlichcn Bordrucke zugestellt. Tie Abholung der gehörig auszusüllendcn Listen ersvlgt ebenfalls durch die Steuererhcber vom 2 2. I a n u a r d. IS. ab. Wilmersdorf. Tie Volkshochschule eröffnet da» Winter- quartal am 19. Januar mit 15 Vorlesungen und 5 von der Hörerorganisation gewünschten Arbeitsgemeinschaften. ES find vorgesehen: I. Vorlesungen: Schubert: Die ReichSverfajfung der Deutschen Republik, Berger: Einführung in die VolkLwirtschaftS- lehre, H a l l st r ö m: Die Großmächte der Wirtschaftsgewalten, Fi igel: DaS niosernc soziale Drama, G oot te: Goethes Fatist, Sternfeld: Tie Deutsche Oper, Krogmann: Hauptrichtungen der modernen Kunst, B ä» m l e r: Grundzüge der Philo- sophie Kante, Klose: Einführung in die Geologie, Opper- mann: Di« Vererbungslehre und ihre praktische Bodeutung, L c m ck c: Vom Sellen und Hören, Busse: Chemie in Küche und HauS. S t o l p: Verhälten bei plötzlichen Erkrankungen. Eich- Horn: Bilder aus dem Leben der Naturvölker, G i r k e: Der Mensch' der EeSzeit und seine Kultur. II. Arbeitsgemeinschaften: Etzin: Pädagogische Fragen der Gegenwart, Schulze: Experimentalphysik, Heinitz: Mrthematik iFortsetzung), Rose: Mathematik(Einführung), Siede: Richtiges Deutsch in Schrift und Rede. Hörcrkartcn zu 5 Mark für jede aus 8 Doppelstunden bestehende Vortragsreihe in der Geschäftsstelle und den bekannten Verkaufsstellen. Kriegsbeschädigte und Erwerbslose erhalten die Karten unentgeltlich. Auskunft erteilt die ffie- sck>äftsstelle, RathauZ. Brandenbuvgifche Str. 2 1l, Zimmer 38, Dienstag mid Freitag 3— 3 Uhr. Grosi-Berliner Lebensmittel. Berlin. Die AagiiiiatSgänte weiden am 20.. 23.. 27.«nd 30. Ja- nuar in den städtischen Markthallen, nachmittag» von 2 bis s'/, Uhr. ver. laust. Die Gänse werden nur gegen Abgabe der ausgegebenen Gänse- bezuaSkarten vcrubsolgt. Friedrtchskelde. AIS Ersatz sür die ausfallende Kartoffelration 100 Gramm Karloffclstärkemchl. Groß-Serliner parteinachrichten. Eine«onseren» der in derJngendbrwegung tätigen Wcuoiieu findet am Sonntag, den Itt. Januar, vormittags l<» Ubr. im Jugendheim. LA SS. Ltndenstr. 3, 2. Hot iints. 3 Dr., statt. Borrrag de»«Seuostcn«lvrecht über- Dir Pra»«,schr Mit- arbeit der Erwachsenen. Verteilnng der Arbeit. 24. Abt. Freitag, 7 Uhr. Funltwnärsitzung bei Winzer, Ehristburger Ecke Winsstraß« Jnngtoziatifttsche Vereinigung 2. P. t>. tLrtSgruppe Süden). Heute 7'/, Uhr im Saal der Jrniftischen Sprechstunde, Lindenftr. 3, Kunst. abend. Gäste willkommen.— Nächste Beranstattung der Ortsgruppe Osten erst kommenden Tonncrötag. Vereinigung dnr sozialdemotratischeu Beamten u. Angestellten der Verwaltungsbehörden. Bertrauensmännersitzung 16. Ja it.. nuchm. 1 Uhr. im WstbclmSbot. 1 Tr., AnhaUstr. 12 Tagesordnung: l. Wahl eines Vertreters in den Bezirksvorstand: 2. Bericht aus dem Bezirksioerbe- auSichuß usw. Vollzähliges Ericheinen der BerUauensleuIe(auch tozial- dtinolratischer Nütglicbcr der Slusschülse) der einzelnen Bedörden ist drin- send crsorderlich.— SÄrrbrauSschuss für Pott und Delegraphie. Gruppe 10. Freilag t> Uhr bei Schmidt. Tellower Str. 18, Vertrauens. münncrverminnilung sür die Verkehrsämter 2, 12. 19, 29, 17, 18, Sl, 68,77, Postfuhramt Möckern straße, Reichsdruckerei, Temvelhof, Mariendorf. Sonn- abend 8 Uhr im Restaurant»Zur Wartburg', Frankfurter Allee 165, Ver« tammlung sür alle Angehötigeu de? Post, und TelegraphcrrbetriebeS der Postämter Lichteuberg, Rummeltburz, Friedrichsseide, Kautsdors, Biesdorf, Marzahn imd Hoppegarte» Tagesordnung:.Die jranzösischc Revolution von 1789 und die b ewige Zeit.- Reserent Gen. Teich. Achtung, TSerdeausschiiste der soztaldrmokrattsche« Beamte«. Sonntag, vorm. 10 Uhr, im Sitzungszimmer Bellevuestr. 7 II, erste Rede- ilfrnnq sür die Vertrauensleute, Thema: Wie leite ich eine Ver. sammlung. Rcuköllu. Elternverfammlung sür die 7. und 8. Gemeindeschule Mahiower Straße, Freitag 7 Uhr, in der Turnhalle, Mahlower Straß«. Eltern, die aus dem Boden der S. P. D. stehen, sind herzlichst eingeladen. Tempelliof-»iartendors. Sonnabend 7 Uhr. Veits GelellschattS- baus; EroxcS Winter fest der Jugendorganisation unter Ritwirkung des Gesangvereins, anschließend Tanz. Einlaß 99 Pf. SLilmcrsdorf. Heute 7H. Uhr: Mitgliederversammlung w der Aula der Hindenburg-Oberrealschule, Am Secpark 36. Tagesordnung: 1. Dahl de? Kassierers. 2. Wahl enies Beisitzers. 8. Mitteilungen über die Eltern- beiralswublen. 1. Reserat deS Genossen Dr. Löwe vom RcichSwirtschasts- Ministerium über die wirtschastliche Lage. 5. Diskussion. Niederbarnim-Land. vezirkskoufereuzen. Sonnabend. Bezirk 3. abend« 7«, Uhr. bei PiotrowSki in Buch, Bahnhosilr. 6. Bezirk S, abends 6 Uhr, bei Heine in Fredersdorf, Schwarzer Weg.— Sonntag. Bezirk 1. nachmittags 3 Uhr, Restaurant.Waldliaule- zu HermSdors, am Wasserturm. Bezirk S, nachmittags 1 Uhr, Lokal von Schulz in BaSdors. am Bahnbos. Bezirk 4. vormittags 9 Uhr, Lolal von Schneider in Ahrensfelde. Bezirk. Horn Staublawinen. Ter«ine Teil ging gegen die Jüdische Heil statte Etania(früher Hotel Excelsior) und Villa Surlavc. Wahrauo der Rettungsarbeiten ging eine zweite Lawine nieder, begrub z w R e t t u n g s l e u tc, die nur tot ausgegraben werden konrl... und beschädigte diese Häuser im Innern stark, während die ÄUßr mauern vollkommen unversehrt blieben. Von Kurgästen wur?- niemand verlebt, alle Insassen konnten ohne ernstere Verlebung gerettet werden. Ein anderer Teil der zweiten Lawine ging geg daS Sanatorium DavoS-Dorf und die Pension Germania und zu:.. Teil daS Bergsanatorium, auch hier die Gebäude im Innern sta 1 beschädigend, während die Außenmauern intakt blieben. Im Sana torium DavoZDvrf wurden eine Krankenschwester und ein russischer weiblicher Kurgast getötet, die Sekretärin schwer verletzt, i» der Germania ein'Kind(Tochter des Besitzers) schwer verletzt, im Bergsanatoritun die Göttin des Arztes verletzt. Weitere Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Eine weitere Lawii girsg außerhalb Davos am See nieder, demoliert« einen Stall ir. 1 tötete zwei Knechte. Die Unglück konnte sich nur infolge Her gäS lich anormalen WitterungZ- und Schneeverhältniffe ereignen, für den Kurort besteht nicht die geringste Gefahr. Ueber Bord gespült wurden fünf Passagiere de« Post dampferS Toder— Ostend; sie sind ertrunken. Zahlreiche Pasth. giere wurden verletzt._ Sriefkasten der NeöcMoa. Sprechzeiten der iuristischen Sprechstunde: Montag. Freitag und Sonnabend 2—5 Uhr; DienStag. Mittwoch, Tonncrötag 4—7 Uhr. Lebrftrlle INS. Die Beratungsstelle befindet sich ia der Slbuke Hinter der Garnison kirche.— G. Zt. 97». Wenden Sie sich an das Patentamt. — E. 25. 1. Legen Sie in einen alten Tavs oder in eine mit Blech au: geschlagene Kiste alte Wollappen und schütten Kleie hinein; das Gesäß muß warm stehe», dann cnlwickcln sich zunächst Käser, dann Mehlwürmer. 2. Ja; ordentlich klopfen und mit Salmiak abreiben.— F. 14. I. EigcD- lich gar keiner. 2. Dissident: Andersdenkender; konseifionSIoS: keiner Kirchengemeinlchast angehörend.— W. St. 73. Fragen Sie mal bei der Zentralstelle vom Roten Kreuz, IV 35» Am Karlsbad 23, an. gegen geringe Monat5gebQhr; auf Wunsch auch gasgefüllte Mctalldrahtlampen mit und ohne Armaturen. Die Lampenmicte tür ein ganzes Jahr beträgt ungefähr soviel, wie der halbe Ladenpreis einer Lampe, denn ausgebrannte Lampen werden von uns ohne kdehrkosten ausgewechselt. WöchentlicheLampenliontrolle. Instandhaltung von G a s g I ü h I i c h t- A n 1 a g e n im Abonnement Man verlange unverbindlichen Vertreferbcsuch und überzeuge sich, von den vorteilhaften Bedingungen. Fabrik für Glühlichibcdarf, Abonncmcnisoblciluiiß, Berlin O17. Fernopr. Konigstadi szss. Theater, Lichtspiele etc. OpernhsQS. Salome. Aniarig 7'/» Uhr. Schauspielhaos. Wilhelm Teil. Anfang Direktion Max Reinhardt UeatKchcn Theater. 7V, Uhr; üil'J fippil(aDZt. Freit. T1/,: Janhobs Traum. Kamm erspiele. 7 uhr: Advent. t rtg.T/,; Büchse der Pandora. Schausplcltaaa. KarlstraSe. Orestie(31. Avh, 1. Abd.) Hrtg. 71',; Orestie(32. A. I.A.) Theater i. U. KSniggrätzerStrafie 1 �3 U.: Schlott Welterateln freit.: Schlot! Weiterstein ibd.: SiCizcn der(icsellschaft KomodienhaDS >/-S Uhr: Sie. Berliner Theater 7.15 U.: Iluntmcl- S< nilonfen ni. d. neuen Operett-Parodle. Ceutral-Theater 7-.u.- Frdulein Pack. »eutsnlies Wpernhnnit 7 uhr: FigsFOS HoelizEit. Dlo Tribüne 7-/.u.- Franziska. JEden-Xlieatcr IX„Ü.A.w.g." Tri edr.-IVtl heimst. Th. f/, unr: Gretchen. Kleine» Thcnter. i fr: Die PfantoskoiüSdie. ILl. htehauspielhuu«. TVauJlsunberlilirte Frau Komlselie Oper 7/, u.: Dichterlieöe. tg. 3%; Schwarzwaldmädet. liustsplelSiaiis Arnold klec» in; Der Orolisiatit-Kavalier iSetropel-Theater. 7" mir; SsWU aonntag JU.: Chartert Tante mit Thielscher Vene» Operettenhaas. 7.13 u.: OSs kleine Hoheit Stff. 3Vj: Die keusche Susanne. »vchlller-Theut. Chart. V Die Tür ins Freie. Thalia-Theater u.: Die närriscSie Liehe mit Oskar Sab« a. G. und Ftrry Slkla a. Q. rh.nm Xottendorfplaf» ö"-, Uhr: Der Vetter. 7',. Uhr: JDcr'PicCfijciTeTifc Theater de« Westen« 77: U.:... sbd. A'hr: Max und Moritz. Stg. SV.; Die lustige Witwe. Wnilxier-Theater uilr Eine Balinacbt. Stg-Vli: Geisita ni.MagdaAlmo Residenz- Theater. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise. TJnzt nnd ZInrit«. Tilg lieh 7>. Uhr: Eyslisn ürnntirecltt, f reitagt: HSnsel und Uretel. form.: Max und Moritz. Trianon-Theater. Nachm. t Uhr, kleine Preise: Rotkäppchen. Täglich TVj Uhr: Freitag 4; Max und Moritz. Sonnab. 4: tUnsel und Gretel. Volksbühne Theater am Bülowolatz. uhf: Der Schwarzkünsfler. Lesshg-Tlieater. Direktion; Victor ßarnowsky. 7". uhr: Pygmalion. Freitag T/,: Pygmalion. Sonnabend 7V<: Pygmalion. Sonntag 7V,: Pygmalion. Montag: Pygmalion. Dienstag 7, zum 1. Male: Hölle, Weg. Erde. Deutsches KOustier-Theater A"?Äc:h Cyprienne. fKonstantin. Götz, Walter.) Theater Dir.: James Klein |An einem Abend I Weltrekordmann Heros | beröhmt. Kraftjongl Carran Tollkühnheiten |a. schwankend. Mast.| 4 üesseras | Sensations-Akrobat Radjes&deVps 1 Meistersch.-Tänzerp 2 Ottkars Urkom. Reckakt, 4 Sternas Rangen im Seebad. | Sowie pers Auftreten der berühmt. Rennfahrer wie: Lorenz, Pawke, Tcchmer und andere: Radrennen Mtfder IIHhnel Schall u. Kaush Im Groden Schauspielhaus Karlstr., Schiifbausrdamm. G u s sy Holl Hady Christians Paul Qraetz Prledr. Hollaender Hilde Gad Hubert von IHeyerink Ann Hcusfnger Olli Sudahtl Fritz Feld Karikaturenfllm ton Trier Eröffnung?v„ Beginn«f, V. 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Ein chriatlioher Prieater ▼eranebte hol der Ectdeckang daa Dokument ea»ernichten. de Bich die renseo myatiacbea � WanderaeschiohtEm eut einmal fana natürlich erkiirrn Die VemichtQnif felang Dim aber nicht. Dieter blatorlache Bericht iat Ina Deataehe hberaetst worden, mit einem Vorwort Oder Pontiaa Vllatue neuboarbeitet von Ford, ßchmldu Kein Denkender wird daa Werk uubafnedtrt aua ch ende Wandlung in der britischen öffent» lichen Meinung vollzogen habe. Die Engländer sind auS dem wüsten KriegSrausch erwacht. Sic habe» die Verblüffung über- wundrn, in � die dir fortgrscvtc Gewalttätigkeit sie verseht hatte. Jetzt srheu sie, daß der militärische Sieg ihnen keine« Nutzen gebracht hat. Sie begreifen, daß dieser.Krieg für internationale Ge- rrchtigkeit" allen früheren Kriegen aufs Haar glich, und mit einem Gefühl von Scham haben sie die agressiveu Absichten ihrer Bundesgenossen erkannt, als deren Staatsmänner gierig über die Ben»« des Siege? herfiele». Er erblicke keine ftaatSmännische oder befriedigense Lösung auch nur eine» der großen europäischen Probleme, vielmehr sei die Saat mancher ZukunstSkriege jetzt ausgestreut worden. So faagen die Engländer an, sich«llmäh. lich die Frage vorzulegen, ob sie nicht gegen de» u n� i ch t i g e n Teil gekämpft haben, als die deutschen. die österreichischen die ungarischen und die bulgarischen Bauern und Arbeiter ihre Feinde waren. ES besteht in der Tat ei» Grund für die Hoffnung, daß Großbritannien sich noch erheben wird zur hohen Serantwortlichkei« s«i«erM-chtstelluug,daß rs noch den richtigen We, finden wird, um Zufriedenheit, Er» holung und Frieden zu schaffe», durch eine grllndlitr nnd praktische Abänderung der Verträge, die iu Paris von Männern verfaßt worden sind, deren ausschließliche Motive Rache und Triumph waren.__ (düesta bolschewistisch. Dir rmuänische Telegruphenagrntur Daria meldet: ES wird amttich bestätigt, daß die Volschcwistcn Odessa eingenominen Huben. Der zwischcu Odessa und Sonstauza verkehrende Dampfer der Armee D eniki n s ist ans Konstanza nicht mehr nusgrfahern. Die Bolschewisten h«be» auch Melitopol-n der Bahn lZsiarkawSk— Zaiu'tzpol erobert. Sie melden drahtlos, daß die roten Heere den japanische» Truppen in Sibirien gegenüber keinerlei aggressive Haltung einnehmen werden. Die Bedrohung der Sowjetrcgicruog durch Japan zwinge sie jedoch, ein großes Heer zu uuttrhalte». Gegsn Sie stufrührer— für Die gestern abend im große« Saale des Kriegerver» einshaus es abgehaltene Versammlung der sozialdemokratischen Partei- und BetriebSfunktlonäre nahm Stellung zu den Vorgängen. die sich am Dienstag am NeichStagkgebäude abspielten und der rn- folgebefien von der Regierung getroffenen Matznahmen. Der Vorsitzende Franz Krüger eröffnete die Versamm- luag und führte aus: Unter den von der»Freiheit" veröffentlich- ten Ausruf zur Demonstration ist nickt nur die Unterschritt des VebavdeS der Buch, und SteindruckereihilfSarbeiter ohne dessen Wissen gesetzt worden, sondern auch die Unterschriften anderer Verbände sind widerrechtlich gebraucht worden. Die G'e w e r! s ch a f t s k o m m i s s i o n hat daZ f e st- g est eilt und wird das nähere veröffentlichen. Wir hatten die Parole ausgegeben, datz sich unsere Parteigenossen an der De- monstration nicht beteiligen sollten, weil eS eine Demon- st ratio» für die Rätediktatur sein sollte. Im allgc- meinen haben unsere Parteigenossen der Parole Folge geleistet. Es steht auch fest, datz der weitaus größte Teil der Beri liner Arbeiterschaft der Demonstration fcrnge» blieben ist. Wer die Demonstration gesehen hat, wird festge- stellt haben, datz ein erheblicher Teil der Demonstranten nur der Form wcgsn mitgegangen ist. Viele sind schon vor 3 Uhr wieder zurückgekehrt. . Was die Veranstalter der Demonstration in Wirklichkeit beab- sichtigt haben, das geht aus einwandfreien Zeugenaussagen hervor. Danach ist in Gesprächen unter den Pemonstranten vor dem Reichstag zum Ausdruck gekommen, datz man auf jener Seit« von vornherein mit blutige« Zusammenstößen gerechnet und offenbar darauf hingearbeitet hat, datz eS zu solchen Zusammenstötzen kommt, die den Drahtziehern der Veranstaltung zur Erreichung ibrer Zwecke erwünscht waren. Wie Zeugen be- Haupte», haben die unabhängigen Abgeordneten Zietz, Zubeil und L a u? a n t unter den Demonstranten aufreizend gewirkt. Was mit der Demonstration� beabsichtigt war, ergibt stch auS� dem Flugblatt, worist es hcitzt: ES gibt kein„Zurück" mehr, erlahmt nicht im Kampf für die Eroberung der politische» Macht. Es liegen auch noch andere Beweis« für den Zweck der Demonstration vor. So hat ein Unabhängiger di« Arbeiter der Firma S u d i k a t i S aufgefordert, zum Protest gegen das Blutver- gießen am Reichstag zu demonstrieren, sich bei dieser Gelegenheit mit Waffen zu versehen, jeden grünen Lausejungen der Sicher- heitSwehr nirdrrznschlngen, stch mit Brechstangen zu versehen, um, wen» die Not groß wird einzubrechen. Hundertc von einwand- freien Zeugen haben beobachtet, datz Demonstranten zuerst gegen die SicherheitSwohr vorgegengen sind. In der Nationalversammlung haben heute die Unabhängigen behauptet, die bloße Anwesenheit der SichcrheitSwchr habe auf die Demonstranten so aufreizend gewirkt, datz eS zu Zusammen- stötzen habe kommen müssen und datz nichts geschehen wäre, wenn die Sicherbeitswehr nicht dagewesen wäre. sGe- lächter.) Solche BehauptunMn werden sckon widerlegt durch den .Hinweis auf die Vorgänge in der Berliner, Lichten- berger und Neuköllner Stadtverordnetenver. fammlung. Hiernach kann man sich vorstellen, was geschehen wäre, wenn die Eingänge zur Nationalversammlung nicht bewacht gewesen wären. Erst als eine Anzahl von SicherheitSmannschaften entwaffnet, vtrprüzrlt und verwundet waren, erst nachdem der Ber- such gemacht worden war, in den Reichstag einzudringen und nach einer draußen ausgegebene» Parole die ganze Bande niederzumachen, hat die SicherhsitSwehr von der Waffe Gebrauch gemacht. Dir bedauern die unschuldigen Opfer, die dabei gefallen sind, aber die Verantwortung fällt auf diejenigen, welche die Demonstranten ohne Führung auf dir Straße schickten und so den g e w a l t» tätigen Elementen die Möglichkeit gatkn, die Situation in i b r e m Sinne auszunutzen. Soweit darf die Demokratie nicht getrieben werden, datz man die vom Volke gewählte Vertretung zum Spielball radau» lustiger Elemente macht. Auf Leute, die über den Belage- rungszustand schreien, aber mit der Freiheit den größten Mißbrauch treiben, darf keine Ziücksicht genommen werden. Die Regierung war gezwungen, den Belagerungszustand zu»er- bangen. Sie wird auch unter'dem, Belagerungszustand von allen Matznahmen abseben, die eine Einschränkung der Frei- heit der Bevölkerung bedeuten würden. Tie Regierung wird von dem Ausnahmeznstand nur soweit Gebrauch machen, als eS notwendig ist» um Ausschreitungen gegen die öffentliche Ordnung und Sicheiheit zu verhindern. Dem Vorgehen der Komm». nisten und Unabhängigen ist eS zuzuschreiben, datz der Be. lagerungs zustand wieder verhängt werden mutzte. Sollmann- Köln, Mitglied der Nationalversammlung schilderte aus Grund eigener Beobachtungen die Vorgänge am Reichstage. Sein« Darlegungen bestätigten die Tatsache, datz die Demonstranten den Anfang gemacht haben mit Gewalttaten gegen die Sicherbeitswehr. die nicht die gering st e Veranlassung dazu gegeben hatte. EZ sei auf. gefallen, datz ein« Anzahl von Menschen in Mntroscnuniform im Vordergrund der Demonstranten standen, obgleich cS doch Matrosen- abteilungen in Berlin wohl nicht gebe. Während drautzen die De- monstranten ihr Unwesen trieben, befanden sich die Slbgeordneten der Nnabhängigen in den sicheren Zimmern deS Reichstages und die Unabhängigen Rosenfeld und Stöcker, Mitglieder der Preutzi- fchc» LandcSversammlung, sahen sich die Vorgänge von einem Fenster des Reichstages aus an. Bei solchen Gelegenheiten gehören doch die Führer an die Spitz« der Massen. Stundenlang haben die Sicherheitsmannschaften mit der grötzten Lang. m u t dem Treiben gegenübergestanden. Erst als mehrere von ihnen verwnndet und ander« in größter Gefahr waren, Habs« sie zur Die Rückkehr üer Gefangenen. In der letzten Sitzung im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, an der auch deutsche Vertreter teilnahmen, gab General G a s s o u i n Kenntnis von dem Plan zur Heimschaffung der Kriegsgefangenen der vier verbündeten Zentralmächte. Sieben deutsche Züge, die jeder 1000 Mann transportieren, sollen täglich gestellt werden. Die 30 000 au« dem Innern Frankreichs werden durch die Schweiz heimgeschafft, die aus französischen Inseln Internierten zur See. und zwar wahrscheinlich auf deutschen Schiffen. 2600 österreichische Gegangene werden in Lyon gesammelt und durch die Schweiz heimgeschickt, die lOOO Türken und 8000 Bulgaren über Marseille zur See. I» längstens 6 Woche» soll der ganze HennlranSport beendet sein. Die ersten Gefangenenzüge haben bereits die Grenze passiert.__ Kleine politische Nachrichten. Schamloser TerroriSmnZ. Vom Magistrat Neukölln wird uns zu der unter gleicher lleberschrut in unserem Blatte erschienenen Notiz geschrieben: In den städtischen Betrieben und bei den städti- scheu Bauverwaltungen Neuköllns erfolgen grundsätzlich keine Ent- laffungcn wegen Zugehörigkeit zu einer pol, tischen Partei oder zur Einwohnerwehr. Richtig ist, daß ei» Teil der Arbeitskollegen dcS Zimmerers LorkowSki beschlossen hatte, nicht mehr mit ihm zu- sammenzuarbeiten, fall« er Mitglied der Einwohnerwehr bleibe. Vom Eintritt in einen Streik oder von der Forderung, datz LorkowSki die Arbeitsstelle zu verlassen habe, ist nach eigener Aussage deS L. jedoch nicht di« Rede gewesen. LorkowSki hätte mm die Möglichkeit Demokratie und Grünung. Waffe gegriffen. Wir Abgeordnete haben das Recht, von der Re- gjerung zu verlangen, datz sie uns vor den wüsten Elementen schützt iBeisall.) Meine Wähler haben mich nicht hierher geschickt, um mich von selchen Leuten besudeln zu lassen.(Beifall.) Wir haben jevt im Rheinland einen schweren Stand gegenüber den� scpara- tistischen Bestrebungen, die, wenn sie Erfolg hätten, ein schwerer Schaden für das deutsche WirtschrfiSlcben sein würden. Solche Vorgänge, wie sie sich am Reichstage abspielten, sind Wasser auf die Mühle der rheinischen Tondcrbündler. Wenn es den Unabhängigen und Kommunisten gelingen sollt«, in Deutschland die Demokrat« zu beseitigen, dann bedeute da? nicht den Tieg des Proletariat«, sondern den Sieg dcS internationale» KapUalismus. Das z n verhindern ist unsere Aus. gäbe.(Lebhafter Beifall.) � Rüben betonte unter starkem Beifall, datz e« in dieser Zeit Pflicht aller Parteigenossen ist, sich hinter ihre Führer zu stellen. — N ö r p e l bestätigte auf Grund eigener Anschauung, datz nicht die SicherheitSmannschaften schuld sind an den bedauerlichen Vor» gängcn. Die Sicherbeitswehr habe bewiesen, datz sie imstande sei, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten, deshalb könne er» der Redner, die Verhängung des Belagerungszustandes nicht billigen.(Lebhafter Widerspruch.) Warum sei die„Rote Fahne" und die„Freiheit" verboten?(Unruhe.) Durch die Verbote werde Erregung geschaffen und wir kommen immer tiefer in die Un- ruhe hinein.(Widerspruch.) Tie Situation könne auch ohne Eingriffe in die verfassungsmäßige Freiheit gemeistert werden. Franz Krüger verwies dem Vorredner gegenüber dar- auf, datz der Belagerungszustand notwendig sei, um Unruhen, die burch Stratzendemonstrationen und Preß- erzeugnisse hervorgerufen werden, von vornherein zu der- hindern. Daß da? Verbot der„Stuten Fahne" begründet sei, beweise ein Artikel in der Nummer, die heut erscheinen sollte. Darm werden die Arbeiter unter der Ueberschrift: „Gestern der Mord, heute die Tat" aufgefordert, sich in den Betrieben die Rechte selbst zu nehmen, die ihnen die Nationalversammlung nicht geben wolle. Die Ar» bester sollen also die NLtcdiktatur aufrichten. Weiter werde i» dem Artikel gesagt, datz der weitere Verlauf der Revolution nicht nnblufig sein werde. Vor den Folgen solcher Hetzereien müsse die Bevölke- rung geschützt werden.(Beifall.) Ewald bemerkte, Zubeil habe schon vor Monaten in Ver- sammlungen gesagt, daß e? wieder losgehen werde und dann in ganz Deutschland. Tann gehe eö aber a u f S Ganze. Krüger, ein in der A. E. G. beschäftigter Genosse, führte auS, in dem Betriebe haben sich trotz größter Bemühungen der Unabhängigen nur 600 Arbeiter am Demonstrationszuge beteiligt, während 7000 weitergearbeitet haben. Ein Teil der Unabhängigen, die für Demonstration stimmten, habe diese aber nicht mitgemacht, sondern sei nach Hause gegangen.— Rasch versicherte, daß wir alle geschlossen hinter der Regierung stehen, er erwarte, datz aber auch gegen die Reaktion vorgegangen werde. Lüdemann gab seiner Empörung über die Treibe- peicn der Unabhängigen und Kommunisten Aus- druck, die eS verschuldet haben, datz Tote und verwundete auf dem Platz geblieben sind. Tie Sicherbeitswehr babe'die größte Zurückhaltung bekundet. Tie Provokation durch dir führerlese Masse habe da» Blutbad verschuldet. Es ist ein neues, große» Aufbäumen der Kommunisten. Seit Wochen stisten sie Unruhe unter den Eisenbahnern und hetzen sie in neue Streiks hinein. Hätten wir schon gestern den Belagerungszustand gehabt, dann wären die Opfer nicht gefallen, die wir heute be- klagen müssen. Damit solche Vorkommnisse verhindert werden, müssen wir die an sich bedauerlichen aber-leider notwendigen Maßnahmen der Zlcgierung billigen. Heut haben wir nicht mehr zwei Spielarten von Sozialdemokraten, sondern hier steht die alte Sozialdemokratie und drüben dir kommunistischen Verbrecher, mit denen es keine Gemeinschaft geben kann.(Lebhafter Beifall.) Mit allen gegen drei Stimmen wurde folgende Resolution angenommen: „Die am 14. Januar 1020 versammelten Partei- und Be- triebssunktionöre der S. P. D. Grotz-BerlinS konstatieren mit tief st er Empörung, daß die Gewissenlosigkeit der Veranstalter der unabhängigen Demonstration am Reichstage zu einem schweren Blutvergießen geführt hat. DreseS Blut zum Teil Unschuldiger kommt auf daS Haupt der Anhänger der Diktatur, der Gewalt und des TerroriS- m u S. Sie tragen auch die Schuld, wenn die Regierung gezwnn- gen ist, zur Sickerung der ungestörten Arbeiten der deutschen. Volksvertretung und zur Abwehr der Gewalt den Ausnahmezustand zu verhängen. Die Funktionäre erkennen an. datz zurzeit nur durch diese Maßnahme die Freiheit der Bevölkerung und die öffentliche Ord- nung gesickert werden können. Sie fordern die Grotz-Berliner Arbeitersckaft auf, alle unabhängig-kommunistischen Versuche zur Inszenierung eines Generalstreiks mit Enffchieden- heit zurückzuweisen. Nur wenn wir jetzt endgültig mit den Gewaltpolitikern Scklutz machen und die demokratisch-sozialistische Wieder«»frichtung Deutschlands energisch in die Hand nehmen, wird daS Blut am Reichstage nicht umsonst geflossen sein." r-rrnr-............. n i gehabt, m einem anderen Teil d:Z Betriebes zu arbeiten. Dem Druck seiner Kollegen folgend, hat er jedoch die Arbeit aufgegeben und einen erst einige Zeit auf der Baustelle befindlichen Regie rung»- bauführer gebeten, auf dem Entlassungsschein zu vermerken: Wegen Zugehörigkeit zur Einwohnerwehr auf Wunsch der Zimmerer ent- lassen. Nachdem die Bauleitung diese Vorgange erfahren hatte, bat sie sofort eingegriffen. LorkowSki ist. nachdem er nur zwei Tage ausgesetzt hatte, sofort wieder eingestellt worden. Die alte Klage. In einem längeren Schreiben verweist der „Arbeitsausschuß deS Zentralausschusses der Angestellten von Groß- Berlin" auf die unendlich langsam erfolgende Bearbeitung amtlicher Eingaben seitens der zuständigen Ministerien. Es ist dringend zu hoffen, datz die allmähliche Durchsetzung der Behörden mit de uro- kratischem Geiste hier Abhilfe schaffen wird. Die neuen Sozialisten im französische« Senat sind B ouveri im Departement Saone- et- Loire und Fourment im Deparle- ment Bar. Unler den Durchgefallenen befinden stch der Leitartikler< de«„Journal de« DSbatS", Auguste Douvain, rcruer die Generale Fapolle und Bailloud, der früb're M a i i n e rn i n i st e r d« Lavehere und der Ehef de» A e n c r a! st a b S im KriegSininisterimn General Albt). Daaeaen ist Poincoi« wiederqewäolt worden. Teutschösterreichisch-tschechische Verhandlnngen haben in Prag stattgefunden. Ministerpräsident Tusor schwtz sie mit der Hoff- nung, datz nun freundschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern einsetzen würden. ES ist u. a. auch eine Vereinbarung über den Schutz der nationalen Minderberten getroffen worden. Smyrna wird in der türkischen Thronrede als untrennbarer Bestandteil der Türkei erklärt. Dre Weltverteiler haben e« soeben Italien alö Köder hingeworfen. / GewMWsbewMNg Tie Lohnbewegung im Berliner Verkehrsgewerbe. Der Traiisportarbeileiverband schreibt unS: Die Bewegung der Siras-en- und Hockbuhner mr Erreichung von den Zettverhält- innen entsprechende» Lödnen, Hai bis jetzt au keinem positiven Ergebnis geiiih t. Es haben bereits itwei Verhandlungen mit den Ärbeiigebcrn staltgefnnSen. Tie dort gemachten Zugeständnisse Ivarcn jedoch Nicht geeignet, den gestellten Forderungen �n geniigen. Sowohl die Verhandln,, rskommission der Arbeitnehmer als auch die am Montag, den 12. Januar 1919 tagende Funklionäiversainm- lun r iahen sich deshalb gezwungen, die gemachten Zugeständnisse abzulehnen. Im beiderseitigen Einverständnis Iwrd der Streii« fall dem Einigu n gsamt des Berliner Gewerbe- gericktS übergeben. Dieses wird noch im Laufe dieser Woche die Entscheidung heibeifübren. Bemcrten möchten wir noch, das; die getroffenen Vereinbarungen rückwirkend ab 1. Januar rn Geltung kommen._ Trohnug mit dem Gerichtsvollzieher. Mii welchen Mitteln bürgerliche Angestelllenorganisationen ihre Mitglieder zu ballen und ihre Kassenvcrbältnisie aufzubessern suchen, zeigt folgender Brief, den der Verein der Deutschen Kauf« lcute unter dem 12. 12. 19 an eincS seiner Mitglieder schreibt: .Wie wir aus Ihrem Konto ersehen, baden Sie die Ihnen zugestellten Mahnungen bieder nicht beachtet. Zurzeit sind Sie mit den Beiträgen für die Monate: Januar bis Juni 1919 a 2 M....... 12 M. Juli bis Dezember 1919 i 3,50 M..... 21 M. Summa 33 M. im Rückstände. Die oben näher bezeichnete Abteilung sKlage- ebteilung) ist mit der Einziehung der Rückstände im Zwangswege beauftragt worden. Wir hoffen jedoch, das; S,e sich die Kosten, die durch da» Zwangsverfahren entstehen würden, ersparen wollen und uns bis zum 20. d. MtS. vor« stehenden Betrag übermitteln werden.' Solchen Leuten gegenüber, die mit dem Gerichtsvollzieher drohen, kann es nur eines geben: Austritt und Ueberlritt zur frcigewcrk« schaiilichen Berufsorganisation! Streik in der Putz-Engrosbrauche. Die kaufmännischen Angestellten der Blumen-, Fedein- und Hilt-Enqros- und Fabrikalionsbelriebe besinSen sich seil gestern, »«>, nmmiii wi iii■um i im imw—■■■— mwu Mittwoch, ftn Ausstand. Für den allen Tarikbertrag, der am 31. Dezember 1919 abaelansen war. soll den Arbeitnehmern dieser Brancbe ein neuer Tarifvertrag aufgezwungen werden, der Gebälter von 200 bis 350 M. für den weitau» größten Teil der Angestellten schakt vorsieht. Außerdem verlanat der Arbeitgeberverband, der Verband zur Wahrung der soiial-wirtschaftlichen Jnt-resten der Putzbranche, daß sich die Angestellten aus mindestens sün? Mo« nate zu diesen Gehaltssätzen binden sollen. Z» diesem Zweck soll 'olzender Pastns in den neuen Tarif aufgenommen werden: .Während der Dauer des Veriragsverhältnisse? dürfen von keiner Seile Handlunaen vorgenommen oder unrerstützt werden, die die Ruhe in den Betrieben geiäbrden' Den männlichen Angestellten, die in dieker Branche kaum 10 Pro», der Angestelltenschatl betragen, billigt man 15 Proz böbeie Gebälter, wie oben zu. Das Angebot der Arbeitgeber ist von den Mitgliedern des Angestelltenverbandes der Putz- und Mode Industrie einstimmig obgelebrit worden, und auch ein großer Teil der g-we, blichen Arbeiterinnen bat ssch solidarisch zum Sympathie- streik erklärt. Alsttnng. Arbeiter der chemlkeden Industrie 1 Die Finna Dr. L a b o l ch l n, Alt- Moabit 104, chemilib-vharmaz. Präparate bat ibrc Arbeiterschaft ai'sgcivcrrt. Fabntgrbeiter-Verband. Ber'in. Zentralverband der Angestellten. Verlawmlnngcn lür Freitag. Fa'dgrvpve 7. Sektion o. Svez�algetchäsie. I1/, Nbr. in den Sopbienläien. Sovbicnstr. 17/18, Mitgliederoeriammiuna für die?lngestclltkn der Ko-ictt- branche ltachgruvpe 1,/I5, Isnnktionäre»ed AngestellienanSschuhmit- gl'eder der Metall, und Etektro-lXndultrie. 61/, Uhr Bcriammtunq in den Mufileilelen. Kailer-Wilbelm-Str. 81. Tagesordnung: Besprechung der Tarlfverbandluna der verlchi-den�n Sektionen.— Fachanivve 17, Sektion Tabak, abends 5ll, Uhr öffentliche Versammlung in den Residenz-Feslsälen, Landsberger Str. 31.— Fachgruppe 17. Seltion a. Kolonialwaren»nd Delikatessen, abends 7>/z Ubr Mitgliederverlammlnng in den Sophiemälen, Sophienslr. 17/18. � Tagesordnung: Bericht über die Verbandlmigen mit dem Arbeitgeberverband.— Fachgruppe 4, Sektion ä, Krankenkaffen- anoeltellte, nachm. 4 Ubr, Gitzima der Vertrauensleute»nd Verl malans- ichnsse der Krankenkassen Kroß-BerlinS im Restaurant Dotllieb, Oranien-, Ecke Kommandantenstraße. Wirtschaß. Von der Börse. Der durch die Unruhen gesunkene MarkkurS eimachte die Kauf- lust in deutschen Dividendenvapieren, die erhebliche K u r S st e i g r- r u n g e n an der gesiriaen Börie erfabren baben. An den Käufe» an den deutschen Börsen ist gegenwärtig das Ausland sehr stark beteiligt. Der völlige Zusammenbruch der österreichischen Valuta. In der letzten Zeit machte D> an der Berliner Börse ein außerm deutlich starke« Angebot in österreichischer Auszahlung bemerkbar. In Züri» stellte sich Auszahlung Wien am 31� Dezember auf 3,20 und am t2. Januar d. I. auf 2,70. Gestern hat die österreichische Krone den bisher tiefsten Stand, nämlich 1 Centime, eingenommen. Industrie- Export- Berband Leipzig, Genosscuschaft m. b. H. In einer von de» Vertretern indusiiieller Fachverbänve und Angehörigen der verichiedensten Industrien be'uchieu Versammlung in Dresden ist beschlossen worden, eine Export-Genosienichaft unier obiger Firma zu gründen, welche sich u. a. folgende Ziele geletzt bai: Förderung des Absatzes der Industrie- Erzeugnisse seiner Mitglieder im Auslände. AuSkunftserteilung über die Absatz» und PreiSverbältnisse des Weltmarktes, Zusübrung von bewährten Anslandeverlretern, Beschassenhcit von ausländischen Rohstoffen für seine Mitglieder. Vermiltluiig von Konsortialeinkäusen von Rohstoffen und Kredit- Vermittlung. AuSfnhraigabe für Kanin, und Hasenscllc. Die Fachausschüsse für Rauchwaren»nd Huistoffe bei der AußenhandelSstelle der Leder- Wirtschaft baben auf Antrag der Belzwarenkonfekiion und der tui« 'tossindustrie die Frage einer Ansfuhrabaab? für Kanin- und Halen- selle in zugenchletem. gefärbtem und ko»fekiioniertem Zustand be« sprochen. Nach eingehender Besprechung haben sich die Ausschüsse daraus geeinigt, daß versuchsweise für die Ausrubr von nicht- kotnekiionicrten Kanin« und Hasenfellen in zuierichteiem oder gelärbtem Zustand eine Abgabe von 20 v. H. des Fakturen- betrage? und für konfektionierte Kanin- und Hgsenwarcn eine solche von 10 V H. erboben werde» soll. Die Abgabe i'oll in erster Linie für die Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung mit Schuhwaren dienen. Im �Februar treten die Ausschüsse erneut ru- lammen, um die geschaffene Wirkung der Abgäbe zu besprechen und sich darüber schlüssig zu werden, ob die Abgabe weiier er- hoben werden soll oder nicht. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen lür robe Kanin- und Halenkelle Austuhrbcwilligungen auch bann nicht erteilt werden, wenn es sich um eingesübrte Ware bandelt. Tie Ausschüsse wurden darüber einia, daß für andere Raucliwaren als Kanin- und Hasenfclle Ausfuhrabgaben nicht in Frage kommen. TJetteraussichten kür vas mittlere Norddenitchiand bis Donnerstag mittag. Etwas kälter, zeitweise beiter, jedoch iepr per- änderlich. im Nordosten ziemlich znhlreiche. in den meiiten anderen Gebenden mebr vereinzelte, im allgemeinen geringe Niederschläge. Berantw. für den rcdattion. Teil: Artur Zicklee, Tharlottendura: lür Anzeigen: Tb. Glocke, Berlin. Bcrlag: Borwärto-Terlag iS. m. b. K. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckerei u. Bcrloasanstalt Va»! Singer u. Co. Berlin. Lindcnllr. 3. Hierzu 1 Beilage. Tom 1 Sjz riiiicm. lüaljlvcrcin I Bcriin-Sdiönebcrg (S. J5. S.) 7. Abtcilulig. Am 12. Januar verstarb iui er Parteigenosse, de: Ltuckateur im A. Ledenssahce. Ehre seinem Andenken! Beerdigung: Freitag, den IS. Januar, nachm.'/-Uhr, aus dem städiischen Fried- Pol,„Blanke Hölle", Eydt- strahe. 16/12 Rege Detriligung erwartet Der Borstand. -l!f�8p.-Lew%Esz» Haut-, Harn-, Unterlcibsleiden und nervöse Schwäg,e. Schnelle, sichere Behandig., möglichst ohne Berufsstörung. lSjähr. Praris. IkilitN«ndreasftr. Z5, nUUJ, Ecke Srcslaue: Str„ dicht am Schief. Bhnh. Sorechlt. 10-12, S-'/iS. Sonni. geschlossen. Institut nVn HeiBner Am Balirifiot f-'rankf.A I iee Haut-, Harn- lulluterleivoleld., nervöse Schwäche. Ipcz veraltet. lläile.bei schnell., sich. u. schmerz- loser Bebandiung ohne Beruis- stärung. Austunst kostenl. ttorn- u. öllltunrersuclruirx. 10- t, ki-S. Donnerstag u. Sonntag 10- 12." AMMlöMmMMU« Fachgruppe 17, Sektion a(Tabak). AchtDnc! Achtung! Angestellte der Zigaretten-Industrie! Freitag» den 16. tzanuar 1920, nachmittags'£ AHB, in den Residcaz-Festsälcn, Landsberger Str. Zl: Ocffentliche Versammlung aller i.d.Ztgarcttcn-Jnduslriebeschäft.Augcstcchtcu Tagesordnung: 1. Sollea wir aas das IZerhsUoa des Arbeitgeber- aeri-andes gefallen lassen? Ref.: Kollege Uaaper. 2. Freie Aussprache und Beschlußfassung. In Anbetracht der Wläiiiglclt tsr vollzähliges Erscheinen aller Angestellten dringend nolwendig. l Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiler i M EMWrSme 0 jgnpMonOks (Setvetariot, Kasse, Scbataon, Stellennachweis) 1 bestlchen(ich nicht nrthe SC 57, Winterfeidtstr. 24, sondern ! RlS SS IS.«terWiem S». IS Tvtrvhon: Moritzpwtz 3105/09. t NB. Das OttaUuccaa befindet ssch nach wie vor Engel-! ! ufer 14, parterre. 85/11 M! Platin bis 845 ffiark. . Pl.-Zahne nicht unter 9 Mark. Silbermark 6 M., Goldmünzen über Preise lioldsacben, Silber- Sachen kauft 7rau Sinke, �HcherrtHü1o0ä Stuutlügei, Harmonien leder Hoiz- u. Stilaru Kunstspielapnarate. Notenrollen. Qebrauchie Insuumeme, in eigener fteparaturwerkstati wie neu hergestellt, unter voller Garantie. 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Kurze otr. 18 tAl«i�>t.)