Nr. S8. 37. Jahrg. BezngSpretS: iurreljahrl. litLO MI.. mocaa.*�03lf. '«i ms Sau»,«srzu» mhlda� Post- Monatlich iJSO Ml.«sfl-Sa* >t«Ilunz»z«!>ithr. Uutn Krenzt-aad fiit JeutichimU) und Sester:«ich- Ungan» 7,7» Ml. lät da» übriflt lernt) Iii— Ml. doi täqlich»mmal. �ustellllag lv,— M?. 4- Balllta»Anschlag. Pak» deitollllngen„«hmon an Dänemark. Holland, injemtmrg, Schmede» uab die Schwei». Smgettaqc» in die Pen- Zeitung»-Prei»lilt» Der.BonoS««- mit der Sonntag»- deilag».Volt n. Ztif erichein» wachen» täglich zweuuol. Sonntag» einmal. Telegramm-Adrrts«' .Zojialdemokral Serli»-, Morgen Ansgabe. MG ch. Vevlinev NolKsblettt s Lvpksnnig) A»zeise»preiS t Sie achtgelsaitene SionyarcUleteile leitet M., Teucrungsinschiag«» „RUinc ilnzoige»". das gedruckt« Wert 75 Pfg.(jullülip fwti !e:tg«d ruckte Qvtte). jedes-»v.tvie Wort 50 Pfg. Etelleiizrsuche nuo Lchlafstellenaiizeigen or.« erite �--r: 55 Psg. iede« weitere Wo« 40 Wo«e Oder lä Buchstaoen zSdlen iiir ,wei Borte. Teue«>ng«zufchiag � Familien-Aitzrizen. poltttjche und gewertlchastiiche Berti»«- An, rigen 2,— Ml. die geile ohne Olufschlaz. Bnüeigm für die nitchlte ilemi�er nutsfen bis 5 Ahr miöiuüiiag« im HauptgischSst, Berlin LAW.»Zindeu- strahe Z, abgegeben werden,'iedffnrl von S Uhr früh bis 5 Uhr abend». Zentralorgan der fozialdeniokratifcbeii Partei Deutfcblands voewärtS'verlag G.m.d. h., Ew. öS, Liaöengr. 3. »ernwrrcher- Am, Moritzplttt«, Nr. 117 KZ-St. Neüaktion vnü Expedition: Ew. öS, Linden st?. Z. Zeruftirrcher: Zlmr Slnrtnvlag. Nr. 151 ldv- IT, l 97. Freitag, den 10. Januar 10£0. Zusammenstöße im Ruhrrevier. Not und Luxus. ES hiehc zw« Begriffe falsch aufeinander einstellen. wollte man von dem Luxusaustvand eineS Landes auf feinen natürlichen Wohlstand schliefen. Wohlstand schließt LuxuS nicht aus. hat ihn aber ebensowenig zur Voraussetzung wie Kultur. Das Weimar der Zeit Goethes und Schillers war ein Kulturzentrum allerersten gianges-, es hatte einen ge- wiffen Wohlstand und eine breite Lebensbasis zur Voraus- setzung; Luxus aber war hier keineswegs zu Hause und wir Kinder eines geistig auf viel tieferein Niveau stehenden Zeit- alters blicken nicht ohne scheueö Erstaunen auf die relativ primitiven ArbeitßlKume, in denen ein Goethe und ein Schiller der MenschhcitSstirn das Siegel ihrer unvergänglichen Werke ausprägte. Auf der anderen Seite besticht unS der Glanz einer Hof- holiung Ludwigs XIV.. die Lebenshaltung der spätrömischen . jäsarenepoche. Hier haben wir den Luxus in seiner reinsten JJorm. Und doch: betrachtet man die GesellfchastSstruktur jener Tage als Ganzes genommen, so bricht aller helle Glanz fatamorganenhaft zusammen. Armut und Verfall rc«en die dürren Hände zu einem Himmel empor, an dem bereits die ersten"roten Signale der Revolutionen züngeln. Massennot ist der Dünger, auf dem Luxus seine Schößlinge treibt. LuxuS als Zeiterscheinung hat die Akkumulation deS Kapitals zur Voraussetzung und die Attumulation deö Kapitals hinwiederum die Auspoverung der Masse, so daß LuxuS daS Vorzeichen einer Verfallcpochc und eines ftulturzusammenbruches ist. DaS gilt auch für unS. Wollte man vom LuxuSaufwand auf Wohlliabenheit schließen, alles stünde herrlich bei uns. Und doch ist cö nur ein bitterer Spott auf unsere armselige Not. Wir gleichen jenen Tänzern, die— die Pest im Leibe— mit fremdem Tand behangen in den Tod hineintaumeln. Greifen wir imr das, was auf der Oberfläche liegt, hinaus. evür die Luxushotels existiert die Not des Volkes nicht. Champagner und die erlesensten Weine fremder Länder peilen in den Gläsern. Liköre, welche immer man will, würzen die Schlcmmermahle. Fleisch- und Lebensmittelmaitgel sind dort unbekannte Begriffe. Seltene Südfrüchte zieren die Tafel. DaS Volk friert. Kaum ist es möglich, die Arbeits- räume unter erträglicher Temperatur zu halten.--- dort fließt warmes Waffcr Tag und Nacht und die Zimmer strahlen wohlige Wärme auL, die sich von Saalflucht zu Saalflucht verbreitet. In den Grünkramläden der Minder» bemittelten prangt ständig da? Schild deS.Ausverkauft' über den notwendigsten Bedarfsartikeln. Die Kommune ver- mag selbst die vom Staat dem einzelnen als karges Mindest- maß garantierten LebenSmittelquanten nicht zu stellen, in den Delikateßläden hingegen herrscht der Ucberfluß der durch Wucher Reichen und Reichbelieferren. Echte Kunst hungert hinter verschloffenen Türen und ist vom Mahl des LebenS ausgeschlossen, indes die Asterkunst deS frechen Luxus goldene Tage feiert und an den Tischen der durch VolkSnot Reichgcwordenen paradiert. Aller Reich. rum hat sich auf Aeußerlichkeiten konzentriert. Ein LuxuS- druck irgendeines perversen Lüstlings, wenn er sich nur recht frech und ungeniert geriert. ist feineS Absatzes und lOOO-Mark- Preises gewiß; ein Künstler, der sein Bestes gibt, bleibt un- gehört. Der Durchschnitt deS Volkes vermag dos für die .Kleidung unumgänglich Notwendige nicht mehr zu beschaffen; die von der Blässe einer längst überwundenen Moral nicht Angekränkelten hingegen gehen in großer Toilette und gleich Opferticren mit Schmuck und Steinen behangen-- Gewiß. Gegensätze gab eS auch vor dem Kriege. Aber nie waren sie derart auf die Spitze getrieben und nie ward Kultur derart Aeußerlichkcit wie heute. Kultur und Luxus haben den Platz gewechselt und Luxus ist im Begriff, jeder Kultur das Lasso um den HalK zu werfen. Kultur entartete m Unkultur und Unsinn. Rat und Luxus stehen als harte Dissonanzen neben einander, dazwischen klafft der Abgrund und die Harmonie der Lebenssinfonie, in der allein ein Volksganzes atmen, schreiten und leben kann, hat aufgehört zu sein. Die Begriffe„Staat",„BolksganzeS"..VolkSwohl' bröckeln ab wie verwitterndes Gestein. Jeden Augenblick kann das Geröll zur Tiefe fahren und daS Ganze unter fich begraben. Die Katastrophe, die mit dem Krieg be gann nimmt ihren Fortgang und selbst in ben Pause« hört man das Gewittergrollen jener unheimlichen Gewalten, die unter- irdisch ihren Zersetzungsprozeß fortsetzen. Man nimmt eS. den wildstreikenden Arbeitern übel, daß sie ihr Recht auf Leben ohne Rücksicht auf daS Allgemeinwohl geltend mache». Gewiß: hier Legt verkennung der Tatsache» vor. Tote unü verwunüete. Wie die in C s s r n entstehend ni Mrldvnsrn beweise«, trete» Unruhen und Ausschreitungen wie iu Hamborn auch in anderen Städte« de» Industriegebietes auf, so iu Duisburg, Strrkrudr usw. Ueberall muhte die SicherhcitSwehr eingreifen, wabej eS leider ulcht ohne Toten und verwundeten auf feite» der Aufrührer abgiu«. Die Tr i l str ei ks der vergarbeiter, die«inen rem politischen Charakter habe», greife» nw sich. Während die Arbeiter der Zecht» Helene und Amalie und der Guteu-Hostnung-Hütte die Arbeit wieder anfgenoinmrn haben, sind diejenigen der Zeche Wiesche in de« Streik getreten, wo nvnmedr etwa 21 Ml Mann feiern, �n Mülheim muht? die Technische Nothilfe eingreifen, um das städtische Wasserwerk in Betrieb zu holten. Da» Wehr- kreiskommando sieht sich in dir Notwendigkeit versetzt, über den ganzen Regirrungsbezirt Tüssrldorf dr« verschärften A«S- uohmeznstand zu proNamirre». » I« Ruhmvier sind die LinkSradikal?» am Werke, dir Arbeiter abermals tief zu erregen. Die shadikalistifche Union propagier« die Einführung der S e rf,» jt».d u sch i ch i sb U F e b r n»«. Da die Syodikaliste» wissen, oah da» Gros der Berglrntr keine Neigung für einen allgemeinen Streik zeigt, wollen sie die Sache in der Weise schieben, dah ab 1. Februar die Bergleute nach Ablauf von K Stunden die A«»fahrt erzwingen. Jeder Mensch in Deutschland, der sich über die schwere Kehlennot Rechenschaft ab- legen kann, ist sich über Pen verbrecherisch«« Charakter dieser Agi- tatio» Nor. poftfabotage. Nach amtlicher Mitteilung sind im Westen durch die streikenden Telrgrephrnarbciter schwere Sabotageakte an de» Fernlritnn- gen verübt worden. Unterirdische Leitungen stnd durch. schnitte» und viele der Porzellanisolatoren find zertrstm- in e rt worden. Besonder? im Bezirk Münster ist da« der Fall gewcsen. Räch de« amtlichen Feststellungen handelt e» sich hierbei um ei« regelrechte«,»»» Trlegrapheuarbckitern vorbereitete« Komplott. Bisher stnd drei Telegraphen- arbeiter der vorsätzliche» BrschSdigung von Telegraphvnanlage« überführt. Der HauptrSdrlSführer ist dem zuständigen Krieg«. gericht übergebe«. Die Oberpostdirektion hat die zuftändigeti Staatsanwaltschaften um Ermittlung der weiteren Täter und um Einleitung de« strafrechtlichen Verfahrens ersucht, soweit nicht die verschärfte« Bestimmungen de» Gesetzes über den BelagerungSzu- stand Platz greifen Mehrere Sabotageakte find außerdem in den Bezirken Dortmund und Düsseldorf festgestellt worden. Tie gestörten Leitungen und Linien sind zum Teil bereits wieder in Betrieb«der werden in kurzer Zeit Wied« hergestellt sein. Indes ste um ihr Leben zu kämpfen vermeinen, graben sie sich selbst ihr Grab. Aber sie handeln unter der Zwangsvorstellung, die durch den Luxustaumel der VolkSauSsauger bedingt wird. Hier gilt es den Hebel der Befferung anzusetzen. GeNngt eS nicht, dem Luxus zu steuern, so rollen wir weiter dem Abgrund zu. Viel Glück zur Reise! Man mag für Aufhebung der fiktiven ZwangSivirtschaft plädieren, ich de- fürchte, eine Gesundung kommt nicht zustande, wenn Wir nicht vorher dem fessellosen LuxuStricb die Kehle zuschnüren. Zeigt man dem besinnungslos streikende» Arbeiter gelegentlich die harte Hand, dann muß man den tm LuxuS Schwelgenden die gepanzerte Faust unter die Nase reiben. Hier störend eingreifen, heißt aufbauen. Den LuxuS besteuern, heißt der Not der Zeit steuern. Mit stommen Wünschen aber ist eS nicht getan. Der Ernst der Stunde fordert Taten. Man sage nicht, eS fei schwer, den LuxuS steuerrechtlich zu erfassen. Wir leben in der Zeit der Ausnahmegesetze. Soll das für den iuxuS- treibenden Wucherer heißen, er nehme innerhalb seines ge- liebten Volkes eine Ausnahmestellung ein. die ihm alles er- laubt? Oder sollte nicht gerade für sie daS Wort geschrieben sein. daS man heute so oft den kämpfenden Arbeitern unter die Augen hält, das Wort vom Diebstahl am Volke?! Mit relativ hohen Steuern ist eS nicht gemacht; ein positiver Ausgleich muß geschaffen werden. Deshalb: Not und Luxus haben nicht Platz in demselben HauS. Will nian zum inneren Friede,? kommen, so mutz man den Luxus austreiben. Den Luxus unterbinden, heißt den Volkswohlstand mehren. Also: Krieg dem LuxuS! Herbert Lepäre. der Verkehrsstreik. Die Streikbewegung unter den Eisenbahnern geht weite'. zurück. Au« verschiedene,, Teilen des Reiche« liegen darübri Meldungen vor. Zum Teil ist die Wiederaufnahme der Arbeit a..- die Bewilligung der Arbeiterforderungen und zum andern Teil a\ die geschloffen gegnerische Sümmung der geschädigten En wohnet und der Entschlossenheit der matzgebenden Amtsstello. zurllckzuflihren. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Krieg?. teilnehmer und Hin te r d lie denen hat an die Eisenbaki. � einen Aufruf erlaffen. der an deren menschliches Bejühl appellu. und sie bittet, nachdem die Feinde den gefangenen Brüdern d. Weg in die Heimat geebnet haben, nunmehr ihrerseits davon ad zustehen, den Schwergeprüfte» den Heimweg zu versperren. In den EiseubahndirektionSbezirken Breslau und Zk a t t- Witz ist der Streik im schnellen Abflauen begriffen. Daß dr: auch während deS�Streik« die Bevölkerung vor besten schlimmste Folgen bewahrt blieb, ist in erster Linie der.Technische� Nothilfe" zu verdanke», die mit ihrem soiort eingeset� Apparat von besonnenen Arbeitern iu der Lage war, sowohl t: Pcrsonenverlehr wie den Gülerverlehr in dem verlangten Umfan. durchzuführen. In Oppeln ha, die.Technische Noih,,ir durch den Fortbelrieb der Ltch, anlagen während d- Streif« geholten. Wenn in allen ReichSgebteten, wo st die Arbeiter von den linksradikalen Radaubrüdern in den Etr� gegen da» eigene Bolk treiben lietzen, die.Technische Nochtls. schon den dazu notwendigen riesigen Umgang gehabt hätte, würl die Bevölkerung und unter ihr insbesondere der arbeitende Teil v.. grotzen Schäden bewahrt geblieben sein. An» Frankfurt a. M. wird uns tolegraphiert: Eine staU besuchte Versammlung der im Deutschen Eisenbabnerverband orgav sierten Eisenbahner Grotz-FranksmtS sprach sich gegen einen Streik, als zurzeit nicht pastend und aussichtslos, au«. Sie l, schlotz jedoch, da« Arbeiten nach Borschrist lpassive Reststen bis zur Erledigung der gestellten Lohnforderung durchzusührn. Ferner beschloß die Versammlung den Kamps gegen di. Hauptvorstand de? Deutschen E t s c n l> a h n e>. Verbände« in Bedlin aufzunehmen, da dieser die Bertretu.> ihrer Jntereffen nicht in wirksamer Weise vornimmt. In ein, außerordentlichen Generalversammlung soll der Gesamtvorstand d;: vorliegenden Fragen zur Entscheidung bringen. In Düsseldorf haben die streikenden Telegraphenarbeit. den Streik abgebrochen, nachdem ihnen die Unterstützung ihn. Forderungen durch den Zivilkommistar zugesagt worden war. In Königsberg i. Pr. hat der militärische Befehlshaber di Arbeiter, die heute in lebenswichtigen Betriebe» t Arbeit niederlegten, unter warnendem Himvel? auf§ v der Vn Ordnung des Reichspräsidenten aufgefordert, die Arbeit umgehe> wieder aufzunehu,«,. Im Elektrizitätswerk wurde vie Teck' nifche Nothils« ei, gesetzt, so daß eS in den MiltagSslundc wieder Licht gab. Straßenüemonstrationen für Liebknecht unü Luxemburg. Donnerstag nachmittag fand in Mannheim zum Grdächtn? Karl Lieb tu ech ts und Rosa Luxemburgs ein Demo,'- strationSzug statt, der von der U. E. P. und der>1.. � arrangiert Ivar. Die Teilnehmerzahl betrug nur 3300, bbvc.i TO Proz. junge Leute. Am Rosengarten wurden, Ansprachen g halten, die sehr mäßig auSsteien. Die Eozialdemoktaüjch« Pa,: hatte mit vollem Erfolg eine Warnung erlaffen, sich an der Demo.! stration zu beteiligen. DaS Stratzenbrld war durch die Demonstratio.'. nicht verändert. Ans Frankfurt am Main wird uns gedrahtet: Die kl: abbönglge Sozialdemokratische Partei hatte für Donnerstag nag mittag eine.Protestversammlung gegen die Meucheln, i>, der br.: Berlin' einberufen. Auf Grund de» Ausnahmezustandes Verl. jedoch der Polizeipräsident die Bersammlung und ließ die Un.. gebung de« Bchumann-TheaterS durch Reichswehr und Polizei, i., weiten Umfange absperren. Hinter der AbiperrungSiinie sammelten st trotzdem große Men'chenmassen, die die Soldaten beschünpftcn und- anlärmten. Später zog die Menge nach dem Bismarckdenkmal,„ der Parteisekretär der Unabhängigen und vier Stadtverordnete A. sprachen hielten, die in heftigen Angriffen gegen die Negierm. gipfelten. Inzwischen rückten größere Kolonnen Reichswehr an, i den Platz absperrten und die Menge nach der Kaiserstroße zu, ist drängten. Die Menge nahm eine bedrohlicheHaltung geg. die Soldaten ein. die fie mit Steine» bewarf und anspi. Am Uhrtürmchen versuchte die Menge einem Soldaten da? Gewehr zu entreißen und auch sonst tätlich gegen die Truppen borzug-hci Der Führer ließ daher mehrere Schreckschüsse abl'.eb-i T i war da« Signal ,a einer wilden Flucht der Maflrn. Na weuigen Augenblicken tpat der Platz leer. Später sammelten si: .'.•f.ftt»!?, VnljnIZostplatz und MSmarckfisatz; andere der« u. gegen da? Polizeipräfidmm vorzudringen, wurden aber -.! den starken Postierungen mühelos zurückgetrieben. Für die Ärcht sind umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Lewilligung der Heamtenzulagen. Im Haupt, möschnk der Nationalversammlung wnrde von s S m t- lichen Parteien beschloffen, sofort eine» Initiativantrag im ylemim drr Nationalversaiumlung einzubringen, der die ISOproz�ulige iivhShmxp! der TeiicriingSzulagen für die Beamten vorsieht. Die " ViVfifa wird auf den Initiativantrag einen entsprechenden Räch. l r a g L'e t a t vorlegen, der Freitag ohne Aussprache in der National- ersammli.ug angenommen werde» wird Die Zahlung irr Tencriingszulngen wird also schon in allernächster Zeit erfolge». Denöenmg der Reichstagswah!kreife. Die Reucinteilung der Reichswgswahlkrcise ist der Gegenstand i'ieCei schiefer und unzutreffender Betrachtungen tn parteipoli- Irschen Kreisen. Melfoch versucht man mit allerlei Ausstreuungen über diese Angelegenheit Stimmung gegen die Neichsregieruikg zu machen. Bon zuständiger Seite wird uns daher folgendes mit- •jEleUt; Die Reichsregierung hat überhaupt noch keine Stellung ge- nommen zu der Frage der Einteilung der Wahlkreise. Dagegen ■>at das Reichsministerium des Innern die Landesregierungen ge. eten, im Anschluß an die Boventwürfe des Reichsministers deS "innetn, von denen einer 3 bis ü, der andere 6 bis 8 Abgeordnet« für den Wahlkreis in Aussicht nimmt, ihrerseits Vorschläge über . ie Gestaltung der Wahlkreise zu machen. ES kann sich dabei natürlich nur um Eventualvorschläge handeln, da ja die Frag«, ob ' ie.Ereise msf die Wahl von 3 bis 6 oder 6 Bis 8 Abgeordnete ab- -estimmt werden sollen, erst noch der Entscheidung der il a t i o n a l v e r s a m m l u n g unierliegt. Von den Ländern iuben einige bereits ihre Wünsche geäußert, andere, darunter Greußen» noch nicht. Die Reichsregierung wird bei ihren end -.iltigcu Vorschlägen auf die Wünsche der Länder gebührend ltücksich, nchinen, da diese aus ihrer besonderen Kenntnis der geo r.Aipijifcheit, Verkehrs, und sonstigen Verhältnisse heraus am besten :x möglichst praktische Gestaltung der Wahlkreise ermessen können. Die Reichsregierung entscheidet über die Wahlkreiscin- xilung überhaupt nicht endgültig, da die Abgrenzung der •vchlfrcisit einen Bestandteil d e S Wahlgesetzes bilden füll und daher von der Nationalversammlung, in der alle Parteien .'re Borschläge und Anregungen geben können, beschlossen werden •'rri. Jedenfalls aber werden sich die maßgebenden Gesetzgebung�- ctfme zu bestreben haben, die Wahlkreise zwar, wo sie zu groß ud, zu. teilen, aber sonst an den bestehenden Wahlkreisgrengen, e sich übrigens fast durchweg mit den VertoaliungSbezirken decken, möglichst wenig zn ändern. Unnötige Besorgnisse. Herr Professor Abderhalden- Halle äußert in der Presse die Befürchtung, daß die Aufnahme dcutschöster- reichischer Kinder in Deutschland schädigend auf die Hilfe rinwlrlen könnte, die uns vom neutralen Ausland duvch seine Gastfreundschaft für reichsdeutsche Kinder geleistet und vom deutschen Volk? mit tiefempfundenem Danke auf- uenommen>v!rd. Die Befürchtung Abderhaldens ist aber rrnstegrültfaet. Wenn in Deutschland 10000 Wiener Kinder aufgenommen werden, so bedeutet das für Wien eine große Hilfe. Dem stehen aber 10 Millionen deutsche Kinder gegen- über. ES könnte also hierdurch auch gar nicht im Ausland die Vorstellung entstehen, daß eS den reichSdeutschen Kindern doch g n t gehen müsse. Wenn Wiener Kinder nach den in der Ernährung besser dastehenden Gegenden Deutschlands, also besonders nach deni Süden und Südwesten kommen, so ist das Hr diese armen Wesen ebensoviel wie für unsere Kinder ein Aufenthalt in Holland oder Skandinavien. Werden etwa die Plätze dieser Kinder durch deutsch- österreichische ausgefüllt, so würde das gewiß Deutsch land keinen Schaden bringen. Gerade das Entgegenkommen, welches dem verhungernden Wien in den etwas besser gestellten Städten gespendet wird, entspringt dem elementar ausbrechenden Mitleid und wird sich/ woianf wir in all diesem Elend stolz sein wollen, durch unbegründete Befürchtungen nicht beirrrcn lassen— denn das deutsche Wien verhungert. Der Zentrumsparteitag. Am Montag findet im ReichStagSgebäude der Parteitag der deutschen Zentrumspartei statt. Nach der.Germania' ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Allgemeine politische Entwicklung und Lage. Referent Staatssekretär a. D- Gebeimer Justizrat Trimborn. 2. Kirche und Schule. Referent Abg. Mansbach, Kor- rekerent: Abg. Frau Schmitz. 3. Staat und Kirche. Referent: Abg. Prof. Dr. KaaS. 4. Wirtschaftspolitik. Referent: Abg. Herold. 5. Sozialpolitik»nd Wohlfahrtspflege. Referent: Minister Stegerwald. 8. R ä t e s y st e m. Referent: Abg. Ehrhardt. 7. Di« Frau in der Zentrumspartei. Referentin: Abg. Frau Dransfeld. 8. Parteiorganisation und Parteipresse. Ref.: Abg. Dr. BrannZ. Auffällig daran ist, daß über die Stellung des Zentrums zur Finanzpolitik des Reiches, deren Leitung ja in den Händen eines der namhaftesten Mitglieder des Zentrum? liegt, kein Referat vorgesehen ist. Wien ohne Kohle. Die Situation der Stadt Wien ist infolge de? Ausbleibens der Kohlen gcradez« trostlos. Eine Deputation des Stadtrats unter Führung des Bürgermeisters erhielt vom StaatSfrkrtär für Handel und Industrie eine sehr betrübende Antwort: Es seien keine Mittel vorhanden, um Kohlenzuschübe zn erhalten und gegenwärtig sei sowohl der Personen- wie drr Güterverkehr der Bahnen anf daS äußerste bedroht, so daß zu befürchten sei, daß drr Bahnverkehr eingestellt werden muß. f>ohn dem Sesiegten! Di« Franzosen habe« die Nnterzeichnnng deS Frieden» in Mainz mit großem Pomp und Aufwand gefeiert. Große Trnp- penmassc» durchzöge« die Stadt. Vor dem Schloß fand ein Zapfen- streich statt. Bor den Schloßbrüike« und den militärischen»nd militärisch benutzten Gebäuden fanden Festbeleuchtungen statt, die im krassen Gegensatz zu der furchtbaren Kohlen« und Lichtnot im ganzen besetzten Gebiet stehen, drrenwege» die gekürzte Arbeitszeit weiter vermindert werden mußte. Ein Elemenceau-Konkurrent. Fast einstimmig hat die französische Kammer Paul DeSchanel zum Piäsidenten wiedergewählt. Man rief ihm zu, daß da« wohl das Vvr'piel zur Kandidatur für die Präfidentschaft sei und DeSchanel bestritt eS nicht. Zum Präsidenten de» Senats wurde der ehemalige Minister» Präsident Löon Bourgeois gewählt, ein überzeugter Pazifist und Gegner der BöUerverhetzung— wa» man von DeSchanel nicht sagen kann.. Der anttbolschewistische General Semenoff soll ZOOO deutsche und österreichische Gefangene rekrutiert(!) und unter den Befehl eines Generals Hofmann gestellt haben. Auf diese 3003 Zwangsfoldatcn wird er sich wenig verlassen können. ssoltschak gefangen! Die Dorpater Sowjetabordnuag erhielt»uS MoSkan dir Mitteilung, daß bei drr Eroberung von JrkntSk Koltschak mit seinem ganzen Stabe in Gefangenschaft geraten sei. Aus drr Sitzung de» räterusfischcn BerteidigungslomiteeS erklärte Trotzki, eS fei nun der Zeitpunkt der Borbereitung zn einem entscheidenden Angriff auf Finn- land eingetreten. „Associated Preß" meldet auS Peking, daß die B o l s ch e- Wiste« S i a ch t a an der mongolischen Grenze besetzt haben. $ür und gegen uns. Die liberalen.Daily News' schreiben in einem Leitartikel: «Deutsche Presseberichterstalter würden jetzt nach England kommen, und können Deutichland sagen, als wie wenig typisch unsere wilden Männer anzusprechen sind, und wie sehr das Gefühl des Grolles gegen Deutschland gepaart geht mit dem Wunsch nach einer besseren Welt, in der ein neues Deutschland statt der Bitterkeit der Snt- fremdung neue Bande der Verständigung finden kann.' Ganz anders als diese sympathische Zeit ungS stimme liest sich folgende Meldung über Regierungsabsichten: Ohne Zustimmung des Ministers des Innern wird Deutschen nicht gestaltet sein, sich in England aufzuhalten. Dieie Zustimmung wird nur aus besonderen Gründen für drei Monale erteilt werden, kann aber für einen gleichen Zeilraum verlängert werden. Die Namen der Deutschen, welchen der Ausenthalt in England ge- stattet wird, werden in jedem Monat in ber amtlichen.London Gazelte' veröffentlicht werden. Frankreich und Italien haben in Argentinien gegen die Ge- Währung einer Anleihe an Deutschland protestiert. Sie wollen selber Geld haben. Gut— aber darf darum Deutschland kein? kriegen? Ohne Ileberseelieferungen kann der Sklave der Entente nicht fron den. Kleine politische Nachrichten. Der Chefredakteur deS„Vorwärts". Das.Bert. Digebkrtt" vrilirgt in setner letzten Abendausgabe folgende Meldung: Friedrich Stampfer wieder im»Vorwärts'. Wie wir erfahren, hat der ABgeortmete Paul Bader die Chefredaktnm des„Vorwärts" beivte wieder an Friedrich Stampfer abgetreten. Die Natiz ist nur zu einem Teil richtig. Der Sachverhalt ist dieser: Genosse Bader hatte stch bei seiner Wahl zum leitenden Redakteur des.Vorwärts" zunächst nur verpflichtet, die Stelle sechs Monate laug zu versehen; er war von der Magdeburger Parteiorganisation auch nur für diefe Zeit beurlaubt worden. Bader hat sich nun entschlossen, in feine Stellung an de- Magde- Hunger„VoCtsstimme" zurückzui ehren. Als Chefredakteur inrseoes Blattes ist jetzt wieder Genosse Fviedeich Stampfer in Aussicht genommen. Die entscheidende Sitzung der Pveßkommifsion findet jedoch erst im einigen Tagen statt. Der Wechsel würde aber erst zum 1. Februar erfolgen. Ministerräten. Als Nachfolger des zurückgetretenen Reichs- schatzministerS Moyer-Kaufbeuren werden verfchiodene Vermutungen aufgestellt. Man glaubt, daß ein demokratischer Minister diesen Posten einnehmen soll und nennt dabei den Namen des Abgeordneten Dernburg. Andere raten auf den rhemischen Abae- ordneten Falk. Rädel ist mit Zustimmung der polnischen Regierung vor einigen Tagen nach Polen geschafft worden. Zum Erzbischof von Köln ist der bisherige Bischof Joseph Schulte von Paderborn gewählt worden. Holland gegen die Auslieferung. Nach holländischen und eng- tischen Blättermeldungen hat Holland den Perlrelern der Entenre in Paris mitgeteilt, daß der niederländischen Regierung ein Aus- liefer ungsersuchen gegen den Kasier seh: unangenehm sein würde. Holland müsse sich weigern, den Kakser nnd seineu Sohn auSiuliefern. da es sie als polinsche Flüchtlinge bewachte. Fiume soll nunmehr Italien zugesprochen lein, der Hasen werde internationalisiert und dem.Völkerbund" unterstellt, das Hinterland und die gesamte Dalmatienlüste sind bis auf Zara und einige Inseln, aber mit den italienischen Städten zu S ü d s l a w l e n geschlagen. Amerikanische Beschuldigung gegen Japan. Berichten ans San Antonio lTexass zufolge ist ein japanisches Handelsschiff in Begleitung eines japanischen Kreuzers mit einer Wafiensendung für Mexiko im mexikanischen Häfen Manzanillo eingetroffen. Der japanische Botschafter in Washington stellt die Meldung, daß Japan Mexiko mit Waffen versorge, in Abrede. Ernst preczang. Zum 30. Geburtstage des Arbeiterd ichterS. Für den kulturellen Aufstieg emporstrebender Volksschichten sind nicht allein Fragen und Kämpfe politischer und Wirtschaft! icher \i et maßgebend. Auch ihre geistigen.Kräfte streben an die Ober- iiäche. Das hat auch für den Emanzipationskampf der deutschen .irbeiterklasse Geltung. Und wie sie auf wissenschaftlichem Gebiet >.>,eiqt hat, daß sie Feder und Logik ebenso gut zu führen verstand, :jk Hammer nnd Hobel, so auch auf künstlerischem. Bon dem ersten Stadium ihrer Entwicklung an ist sie bestrebt gewesen, daS zu schildern, was ihres Wesens Kern war, das zu sagen, was sie für erstrebenswert und des Kampfes für würdig hielt. Und einer von denen, die ein gut Stück Weges dieses Entwicklungsganges mit uns schritten, steht heute, ein Fünfzigjähriger, auf der Höhe seines Löbens und feines Schaffens: der Arbeiterdichter Ernst Preczang. är ist Arbeiter im ureigentlichsstea Sinne de? Wortes. Hinter dem setzerioften stehend, verdiente er sich Jahr um Jahr sein tägliches Bwk. MS er's dann wagte, von der Arbeit der Feder zu leben. Heut« vor fünf Jahrzehnten erblickte Ernst Preczang zu Winsen a. d. Luhe da» Licht der Welt. In kleinen Verhältnissen wuchs er auf. Die Voltsfchuie gab ihm das geistige Rüstzeug, das sie zu .ergeben hatte. Bitter wenig war das. Aber der junge Setzerlchr- .ing suchte sich nach besten Kräften weiterzubilden und seinen Ge- jicktskreiS zu weiten. Ein paar Jahre Wanderschaft ließen ihn c.sch über die Enge der Kleinstadt hinauSivachsen. Offenen AugeS schritt er durch die Welt; er sah und hörte und lernte. Sein reger Geist Heß ihn früh die hohe Bedeutung der beruflichen und poli- r.'cheu Organisation erfasscu. Er wurde Gewerkschaftler, wurde Sozialdemokrat. Der Erkenntnis seiner Jugend ist er vis auf den heutigen Tag treu geblieben. Dem Milieu seiner Herkunft und seine» Werdens ist Preczang aufs innigste verwurzelt. Er fühlte ganz instinktiv, daß hier die Quelle» seiner Kraft rauschten. So hat er denn, wahrscheinlich i-anz unbewußt, danach gestrebt, diesen Kreis, in dem er sich fest und sicher fühlte, niemals zu verlassen. Beobachtend und mit. erlebend schritt er durch die Jahre, die einer Zeit des industriellen and kulturellen Aufschwungs Deutschland gehörten: Jahre der er- äarkeulden Arbeiterbewegung, des Sieg um Sieg erringenden Soli- daritätSgedankeus. der Pcrsönlichkeitswertung uild der Eingiiede- rang dieser gesteigerten Persönlichkeit in den Allgemeingedanken. PreczangS dichterische Begabung ist eil« vielseitige. In Ge- dichten, in Erzählungen und in Dramen legi« er-in BekenntmS von dem ab. was seine Zeit durchpulste. loaS seine Seele erfüllte. lleberall hat er Tüchtiges geleistet. Seine Hauptstärke aber liegt entsthieden auf lyrischem Gebiet. Hier spricht seine Art am deutlichsten. nrwüfigstrn. In weichen, lockenden Tönen weiß«r zu inalen, in nachdenklichen Strophen versteht er zu bannen. Doch auch daS Fortreißende fehlt feinen Gedichten nicht. Oft rauscht eine wilde Gärung in ihnen auf. Anklagende, niederschmetternde Worte! Der volle Zorn der Zeit! Hart»ud klirrend rolle» da«» seine Rhythmen; fordernd und begehrend heische« seine Strophen Recht und abermals Recht. Ihm, der sichtlich jedes Pathos vermeiden möchte, fließen wuchtige Lautgebilde, gigantische Bilder zu. Ein Seher und Deuter, reckt er sich ans der Schar seiner ArbeitSkame- mden, Gericht haltend über jene, die die Schicht, der er angebSrt, nicht. ans Licht heraufkommen lassen möchten. So etwas kann nicht angelernt und anempfunden sein. Es muß im ganzen Wesen ernes Menschen begründet sein. Wer Ge. legenheit hatte, Ernst Preczang im Leben näherzutreten, wird be- stätigen können, daß dies für ihn ganz bedingungslos zutrifft. Dieser stille, sich gern im Hintergrunde haltende Mensch glaubt an das, was er zu sagen hat. Mehr noch: es ist ein Bedürfnis feines Naturells und feiner Veranlagung, dem Stimme zu verleihen, was seine Zeit fühlt, was feine Klasiengenossen empfinden. Nicht irgendwelche Vorteile haben für ihn etwas Verlockendes. Sein bisheriger LebenSgang war alles aridere, nur nicht ein mit Glücks- gütern gesegneter. Aber alle Entbehrungen, die er zu trage» hatte, vermochten nicht, ihn auch nur für einen Augenblick steptisch zu machen gegenüber dem, was er als seine Lebensaufgabe empfand. Diese zähe Standhastigkcit wurzelt tief in Preczangs Wesen und ist im Grunde genommen nichts weiter als eine heilige Liebe zur Natur. Man braucht sich feine Skizzen und Gedichte nur daraufhin anzusehen. Nirgends wirkt Preczang reiner und freier, reinigender und befreiender, als wenn er mit uns hinauszieht in die sommerliche oder winterliche Welt. Da wird er eins mit der Natur. Da läßt er ihr« Farben und Linien auf uns wirken, an uns modeln; da weht ein Hauch von Unendlichkeit«nd Ewigkeit auf uns ein. Hier ist sein« Gestaltungskraft größer und freier, als wenn er uns in geschlossene Räume führt, in Wohnungen oder Werkstätten. Im VerbandSorgan der Lanoarbeiter lesen wir eben ein neues Gedicht Preczangk,»Neue Tage". DaS tönt so auS Natur und Gegenwart in einZ: Wo kommt ihr her? Bus dunklem Grund«. Wo geht ihr hin? In graue Nacht. Inzwischen aber schlägt die Stunde, Die euch gebiert zu Tal und Macht. Mit Glut den Himmel zu umiäume«, Erhebl sein kühne» Flammen baupt Der Tag lebendig aus den Träumen, Zu künden, was er jubelnd glaubt: Dem Gestern Fluch! Es gab euch Schmerzen Und gradverickiworne finstre Rot; Ich aber fülle eure Herzen Mit meiner Sonne goldnem Rot. Ick, schreite über Trümmerstätten Und über euer Golgolha: Ich schmelze eure letzten Ketten. Euch zu befreien bin ick da. Ich leuchte mit der Fackel Klarheit Dem Haß ins stiere Angesicht. An meinem Himmel loht die Wahrheit, Die allen Göyentrug zerbricht. Ich hebe au daS Licht der Stunden Die Schmach der Menschheit, grau und alt, Den Wahn, darin sie tief gebunden: Die tieriich rasende Gewalt. Ich rüttle an dem siärlsten Riegel Der Kncchiichast: blinder Toren Zwist, Und ruf': Erkenne dick im Spiegel, Der du dein eigner Sklave bist! So will ich dich vom Gestern trennen. Und finlt mein Sonnenauge zu, Soll noch sein letzte» Leuchten brennen: Die Zeit erlöst I... Die Zeit bist du. Wo Preezang Menschen schildert, gelingt ihm die Ski, zierung der kleinen Leute am besten. Seine Händler und Handwerts- meister, feine Fischer und Schijter. seine Tagelöhner und Fuhrleute find, gleich fein gestrichelten Radierungen, mit einem großen Aus- wand von Liebe und freundlich gesinnter Gründlichkeit gezeichnet. Ein photographisches Abbild vom Alltag gibt er nicht gern. Er holt sich die ihm entscheidend wichtig erscheinenden Szene» heraus, fetzt feine zartgelönteu Lichier auf und stellt uns am liebsten Per- ionen vor, die nach ihrem Charakter, eine tüchtig« Dosis Menschen« freundlichkeit nnd Güte in sich haben. Ernst Preczang ist der deutschen Arbeilecschaft längst kein Fremder mehr. Seine Erzählungen wanderten durch die Partei» presse, seine Gedichte fehlten selten bei festlichen Veranstaltungen: sie wurden deklamiert, manche gesungen. Seine Bücher smeift bei Dietz und im Verlag Vorwärts erschieiie») gehören seit Jahr und Tag zum eisernen Besitzstand unserer Vereinsbibliotheken und unserer Privaibüchereien. Sein« jahrzehntelange journalistische Tätigkeit— er redigierte die vor kurzem eingegangene Woäien» schrifl„In freien Stunden'— machte ihn zum Freunde Ungezählter. denen die geschickte Art seiner Veitragsauswahl stille Stunden der Freude, der Erbauung und der Unterballiing bereitete. Wir denken und hoffen, die deutsche Arbeiierklaffe, deren Ausdruck dieser Dichter ist. ha, von Ernst Preczang noch Vieles und Gutes zu erwarten. Und so wünschen wir ihm heute noch manches gedeihliche, fruchtbringende Jahr! HL. xyeater. gm«rofeen Tchanfviehau« findet am Sonnabend die Erftailffühcimq von Shakejveares.Hamlet- ftal». Für die Ler- ilellmigsrelpe ist eine Anzahl Rollen doppelt besetzt worden: Alexander Moüfi und Erm't Deutsch geben den Hamlet,'Paul Wegencr und Josef Klein den König, Werner Krauß und Aildelm Borller den Polomus, AgneS Straub und Maria Leiko die Koniglu.•, -Das Svort der Seele nennt sich ein Vortragsabend, den u u g e u Herbert vom Deutschen Theaier am 16. ganuar, 7'/, Uhr abends, im Meiftersaal, Athener Straße, abhält. Der erste Teil ist L a o t s e lern Buch de» Alten vom Sinn des Lebens, gewidmet; im ziveiten Teil wud ein chinesisches Konzertstück und chinesische Lleder geboten. EintritiSlaricn an der Abendlasje.____„_, Borträge über Weltanschauung. Äenosse Dr. Mar A p el bilt soiaende vottragSreiben: Donnerstag George�Ir. 30. 7-8..Well. anlchanunaen der Neuzeit». 6-9 Haeckel« ,»c!trüt|tl-(mit Diskussion); ' eitag. Dorottzeemtt. 12, 7-8 �LogU", S-S.�injühnmg in die i tTt. 2S � 57. Jahrgang Seilage des vorwärts Die Ssratung des Setriebsrätegefetzes« In b?r DoiinerSiogsttzung der Nationalversammlung, über deren Beginn wir im Abendblatt berickteten. begründet weiter Abg. Laukiat(N. Soz.) einen Antrag seiner Partei über Zusammen« fosiung der I leinen land« und forstwiltschastlickien Betriebe, die in der Regel weniger als zehn Arbeitnehmer beschäftigen, nach Ge- meinden oder Vutsbegirken gur Wahl eines GemeindebetriebSratS. ß t wird unter Ablehnung sämtlicher AbäuderungSvo» schlüge angenommen. Zu K S sSondergesetz kür See- und Binnenschiffahrt) beantragt Abg. Dr. Most(D. Bp.) ein besonderes Gesetz auch für Kranken- häuler, Heil- und Pflegeanstalten, da beispielsweise die Eni« scheidungen der Aerzte nicht von den Betriebsräten beeinflußt ts-rden könnten. K 5 wird in der LuSschufefassuvg angenomnren. Zu§ 6(Arbeiter- und Angestevtenräte) beantragt Abg. Korne«(U. S.) Streichung, weil zwischen den beiden Arbeiinehmergruppen bei der Vertretung ihrer Jntereffeu kein Unterschied gemacht werden sali, oder es soll wenigstens nicht von Räten, sondern von.AuSschüffen' gesprochen werden, um Irreiübrung der Vertreter de? RätegedankenS zu vermeiden. Der Unterschied zwischen Kops- und Handarbeitern ist eine faule Ausrede, die Kopfarbeiter arbeiten nicht ohne Hand und die Hand- arbeiter nicht ohne Kopf, ganz abgesehen von den BerufSschichten, — wie Mechaniker und Optiker— für beide ist hochwertige, geistige und körperliche Leistungsfähigkeit Boraussetzung. ReichSarbeUSvnnister Schlicke: E« ist falsch, daß den Arbeitern und Angestellten Betriebs« rate irn Sinne der Aussührungen KoenenS versprochen sein sollen. Eine Vereinbarung gwiichen einer bestimmten Arbeiter- gruppe und der Regierung kann natürlich gesetzliche Regelungen wie eine Verordnung nicht aufhebeu. tiS kann keine Rede davon sein, daß die Regierung ihr Versprechen nickt gebalten hat, sie muh auch die Wünsche anderer Arbeitergruppen berüikffchtigen. Abg. Koene»(U.Sog.): Ich verweise den Minister aul die ganz ander» geartete Erllärung der Regierung gur Zeit der Märgstreike. ReichsarbeitSminister Schlicke: Die Behauptungen des Bor- rcdrierS sind völlig unhaltbar. Abg. Giebel(Sog.): Ich stelle vor der gangen deutschen Ange« stellteiischai» fest, daß die Nnabhövgige» in der Kommiiston für den Standpunkt, den Koenen hier jetzt so ausführlich und erregt begründet Hai, auch»icht eine» Finger gerührt haben.(S-bhafteS Hart, hört!) Die Unabhängigen selbst find also schuld an der Beischlechterrmg des Gesetz»?. iBeisall b. d. Soz.) Wenn die Unabhängigen jetzt die Kordernng auf gemeinsame Aus- ichüsie stellen, so ist da? einfach ein AgitationSwanövcr. Die Ar- heiter- und Angestelltcnräie werden auch trotz der un» nicht zn- iagendcn Formulierung de? Gdietze» den Weg zu g e n> e i n f a m er Arbeit finden.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. Koeae»(ll. Soz.): Sie haben ja dock nur ein Kompromiß angestrebt. Nutzen Sie Ihre Macht gegen Jbre Kumpane in der Regierungsmehrheit bester au». Warum tritt Giebel nicht kür das viel weiter gehende Programm der Arbeitsgemeinschaft Freier An- gestellte» verbände ein, deren Mitglied er ist? Der Kampf gegen daSBetriebSrätegefttz kann nur mitdeuWänuern von vorgestern geführt werden.(Stürmische Pwirufe: Da haben wir ihn!— Zischen: Beisoll bei den V. Soz) Abg Bender-Magdeburg(Soz.): Die Behauptung KoenenS, daß von vornherein ein Kompromiß angestrebt wurde, ist vollständig falsch.(Große Unruhe bei den U. Soz.) Wir werden mit Ihnen (zu den U. Soz.) nach ihrem jetzigen verantwortungslosen Verhalten überhaupt kaum noch einen Weg gemeinsamer Arbeit finden.(Leb- Haft er Beifall b. d. Soz.) Abg. Koenen(U. Soz.): Sie(zu den Soz.) wollen die Arbeiter nicht kämpfen lasten, sondern hindern sie daran durch Maschinen- gewcbre.(Anhaltende Unruhe.) § 8 wird unier Ablehnu-zg der unabhängigen Anträge ange- »kommen, ebenso§ 7, Danach tritt um! Uhr SO Min. eine Mittagspause bis 8 Uhr 80 M n. ein. In der RachmittagSfitzung bekämpft Abg. Henle(U. S.) einen Antrag Dr. Heinze(D. Vp.) zum § 8(Interessenvertretung durch Arbeiter- und Angestelltenorgani« sationen), wonach Tarifverträge der Zustimmung der zuständigen ArbeitSgenieinscha/len bedüisen sollen, wenn sie den Betriebsräten mehr Rechte einräumen, als das BetriebSrStegeletz. Die Gesetze haben den Arbeitern immer erst die Rechte bestätigt, die vorher schon ihre Eewerlschaften erkämpft hatten. Der Antrag Dr. Heinze wird abgelehnt. Zum ß 9, der die.Betriebe' im Sinne de? Gesetzes kenn« zeichnet, empfiehlt jilbg. Adcrhuld(II. Soz), die Reichswehr zu den Betriebeu im Sinne des Gesetze» zu rechnen. Den Soldaten muß die Mög« lichkcit geboten werden, Betriebsräte als Gegengewicht-gegen die realtionären Offiziere zu schaffen.(Unruhe und Schlußrufe rechts.) Der Antrag Äderhold wird abgelehnt. Zum§ 10 begründet Abg. Düwell(U. Soz.) einen Antrag, auch die Hausgewerbe» treibenden dem Gesetz zu unterstellen und die AiiSnahmebestinimnngen für Personen, deren Beschäftigung nicht ausschließlich dem Erwerb dient, zu streichen. Der Antrag Düwell w-ist abgelehnt und die K§ 10—12 m der Fastung des AuSschuste» angenommen. Zu§ 13(Behörden) wird ein Ankrag Arnstadt(deutschn.) an- genommen, wonach die Vcarntenanivärter ebenso wie die Beamten unter da? Gesetz fallen, DaS HauS nimmt auch die Bestimmungen über Zusammen- setzung und Wahl der Betriebsräte(§ IS bis LS) öbne wesentliche Aenderungen an. Abg. Knnert(U. Sog.) erhält im Verlauf der Aussprache wegen Beschimpfting NoSkes al».miliiärischer Massen- Mörder' einen Ordnungsruf. Tann beriet das Ha»S den Abschnitt: Geschäftsführung der Betriebsräte. Zehn Minuten»ach l> Uhr stellt Prästdent F«ihren bach, nachdem da» Hau?»tele Stunden nur Verschlepp» ngSreden der Unabhängigen und der Rechten gehört hafte, fest, daß der Gang der Verkandlungen sich ungetvöbnlich ichlcpper.d gestaltet. Er der» »'eist darauf, daß für die nächste Woche Verfügungen getroffen > norden sind(Parteitag des Zentrums), deren Jnnehaltung mit größter Bestimmtheit zugesichert wurde. Wir müssen heute wenig» stens noch bis zum 8 SO kommen. Die für v Uhr vorgesehene Bcr- tagung wird voraussichtlich dann noch nicht- erfolgen können.(Un- ruhe.) Abg. Kühnen(IL Soz.): Hier hat sich ein Block der Nicht. redner gebildet-(Heiterkeit.) AngestchtZ der Wichtigkeit des Gesetzes eine merkwürdige Erscheinung.(Stürmisches Gelächter. Nüst: Wo waren Sie denn bei den A u s s ch u ß b c r a t u n g e n?) Der Redner schweift von dem§ 53, zu dem er sprechen will, soweit ab, daß der Präsident ihn wiederholt ersuchen muß, zur Sache zu sprechen. Um 10 Uhr hat die Beratung den§ 37 erreichst Die Presse- bepichterstattnug wird einmütig eingestellt. Da» Hau» tagt weiter. Nächste Sitzung Freitag, den 18. Januar, morgens: 89 kleine Anfragen. » Ter Reichsrat hat Donnerstag u. a. eine neu« VerozdnuNg über die Regelung der Einfuhr genehmist, wonach ein« wider- rechtliche Einfuhr ckhne Genehmigung mit Gefängnis bestraft wird. Ferner wird die sogenannt« Auffangeorganisation auf gesetzliche Grundlage gestellt. Die preußischen Stimmen wur- den gegen die Verordnung abgegeben, da Preußen Bedenken hegt ivegen der Wirkung auf die Stimmung in den besetzten Gebieten. Angenommen wrde ferner ein Gcsttzentwurf über den Personen- stand. Tiefer Gesetzentwurf soll die unrhelichen Kinder schützen derart, daß sie durch da» Bekanntwerden ihrer unehelichen Geburt nicht Nachteile haben. Auch der Gesetzenttnurf über Erhöhung der Zuständigkeit der AintSgerichte in vermögensrechtlichen Streitig. keiten gelangte zur Annahme. Ebenso ein« Verordnung über die Eintragung von Hypotheken in ausländischer Währung. Schließ- (ich wurden noch angenommen der Gesetzentwurf über Gewährung von Straffreiheit an Personen des AMmmungögebiets in Ost- Preußen, Westpreußen und Schleflen sowie die Abänderung des deulsch- polnischen Vertraigs über Beamten fragen vom 9. No> vember 1919. Die Narchea öes Steinttopfechanns. tls Bon'Lvdwtg Anzengruber. (Schluß.) U trtem, und wie er das sagt, schau' ich ihm ins G ficht, er war käs'weiß. Je, je, lieber Herr, sag' ich, was is eng denn zug'stohen? No erzählt er mir, es hält' sich ihm heut aus'm Weg a wilder Kerl ang'schloffen, der war' schon'm Anschau'n nach zum furchten und nit von der Seit' z' bringen g'n>cst, nne'fi aber in ftnstcrn Wald kämma, fallt der Kerl über ihn her, und w»:nn not a alte Holzklauberin dahertappt und zum schreien und Zettern anhebt, wer iveiß. was g'schehn wär'I Not gar weit vou da und vor a klein' Halb'nstuud' hält' sich dös zutragftr. Selb' hält'n(>anz scheu und verzagt g'macht, er wüßt' sich kaum auS in sein Sinn, gern möcht' er allein gehn, doch noch lieber mit ein' ehrlichen Menschen. No. sag' ich, da seid's schon recht, ich bin, soweit ich warm bin. a ehrlicher Kerl, von was nit mein war, hon ich all mein Lebtag nit tvas schwarz untern» Nagel is. weg- g'nommal � Jo, locht er, freilich, um was schwarz unterm Nagel is, zahlt sich's net aus, in der Weis' steckt die ganze Welt voll lauter ehrliche Leut'. aber wann'S mehr gilt, da probiert sich dö Ehrlichkeit. Kreuzwkra. sag' ich, not um'n Kaiser sein G'schloß tat ich a Zchlechtigkeit. Glaub's wohl, meint er. o G'schloh kann mer half wieder net leickst in' Tack schieb'n, was z' g'nng is. oder was einer nit aufh'b'n mag"), laßt a jeder lieg'n, um z' wenig und z' viel belobl sich a jed'S osr Enthaltsamkeit von fremdem Gut. aber, mein lieber Hanns(ich wüßt wahrhaftig net, wa�or er mein' Nam' g'wußt hat. ober g'nennt hat er'n). mein lieher Hanns, es is ganz a andere Sach'. wann's um a schwer- mächtig Stück Gest» Hergang' und dös kunnt eins nehmo und war sicher vor Klagen und Fragen und wüßt kein' lebendige See!' drum. Na. na, sag' ich, ehrlich währt am längsten, und wann's wollt's. ich soll weiter noch mit eng zehn, so tut's ein' andern Dischkurs onheb'n, sonst müßt' ich frei glaub'n, ös Halts •) Mönen. im Sinne van peripog, boftcr die komischen Miß- verssändnisje, wenn en-eui Hochdeutschen gegenüber ein Bauer er- klärt: I mag nit, wo» aber Hecht: Ich vermag tt«cht. nrich net für besser wie den Schubjak, der eng vorhin hat auSraub'n wöll'n. Ah. sagt das Vürschel und lacht dabei so spöttig, daß ich ihm hätt' elns versetzen mög'n. Ah, beileib', Hanns, ich weiß schon, du bist a ganz a andrer Mann. Uebrigens is's a Glück fiir mich, daß der Rauber von vorhin sich wohl auch denkt hat, es zahlt sich net aus, hätt' er g'wüßt, was ich weiß. ich mein', er war' dabei'blieb'» und hätt' nrich und dö alte Holzklauberin spediert. No. was is's denn nachher, was ös wißts? brumm ich, daß ich nur was red', obgleich ich von dem dummen Dischkurs gern los'kommen war', aber ich mag net so z'neben ein' her- torkeln und mein' Gedanken nachhänga. No, sagt er, was ich bei mir führ', war' schon ein' Mord und ein' Totschlag wert g'wesen. Was meinst? Was weiß denn ich, um was sich ein Mord und Totschlag auszahlt, schrei' ich, glaubt's, ich bin a gelernter Räuber? Na, sogt er, Hanns, o dreißigtausend Gulden sein doch a Geld! Dreißigtmisend Gulden l Liebe Leut', wie er dös sagt, is wer völlig schtmndlich word'n, denkt's, so viel Geld und ich nöt ein Groschen im Sack, auch kein' Aussicht sür nrorg'n oder übermorg'n und noch weiter, daß ich zu a bisset was komm'. Dreißigtausend Gulden, sagt er, und alle? in kleine Bank» noten, was sich leicht verzetteln lassen und wo kein' Frag iZ. wie kommst dazu? Bei der Red' kommen wir über'n Hacksen Kamm, der Weg is kaum für zwei, turmhoch, steilauf steigen da die Felsen übers Tal an: dort bleib'n wir a Weil' stehen, denn das Vürschel schnappt a wen'g nach Lust, dann hebt er wieder an: Dreißigtaussnd Gulden, HannS. kein groß'S Vapi« dabei, wo dich der Krämer oder der Wirt drum groß anschaut. langsam, wann Jähr drüber hin'gangen sein, kann mer'S noch und nach zum Vorschein bringen, mer gewinnt in kleine Händel/eS wird mehr und mehr, dö Leut' können ein'm doch nit jeden Posten nachrechnen, auf einmal, alle Welt muß meinen, eS is mit rechten Dingen zu'gangen, sitzt mer af ein Bauerngut, kujoniert sein G'sind, is wer und stellt was vor. hat Grund' und Liegenschaften, Geld im Kasten: all dös, was kost's? Ein Griff nach meiner Taschen und ein' Ruck, daß ich da h'nunterflieg— und morgen is weiter kein Reden drüber, als daß a armer Handwerksbursch verunglückt is. Höllteufel, verfluchter! schrei ich auf. Da lacht er und sagt: Und wann d' noch weiter wüßt'st. Krettag, 16. �amwr 1626 Abrechnung mit De. wepl. Die Berliner Stadtvcrordnetenversamm- l u n g saß gestern zu Gericht über ihren Vorsteher Dr. Wehl. Am Dienstag hatte er sich herausgenommen, gegen den aus- drückiichen Beschluß einer Zweidrittelmehrheit die Sitzung für geschlossen zu erklären. RamenS der s o z i a l d e m o k r a- tischen Fraktion kennzeichnete gestern Genosse Ritter dieses skandalöse, den demokratischen ErnndsStzen hohnsprechende Verhalten mit scharfen Worten. Dr. Wey! habe den Takt und die Objektivität vermissen lassen, die man im parlamentarischen Leben an einen Vorsteher zu stellen gewohnt ist. Mit ähnlichen Erklärungen schlössen sich die Führer der bürgerlichen Fraktionen an. Cassel sagte, diese unerhörte Vergewaltigung der Stadtverordnctcnvcr- sammlung durch ihren Vorsteher habe kci« Beispiel in der Geschichte parlamentarischer Berhaublunge«. Die Fraktion der Unabhängigen brachte es fertig, durch Dr. Rosenfeld zu erklären, sie sei nach sorgfältigster Prüstmg deS Verhaltens von Dr. Wehl zu dem Ergebnis gekommen, daß ihm nicht irgendein Vorwurf ge» macht werden könne. Dieser Rettungsversuch vermochte die Wirkung der an dem Vorsteher Dr. Wehl voll» zogenen Geißelung nicht abzuschwächen. Sein Amt legte er nicht nieder.— Gegen die Abhaltung der von ihm nicht geschäftsordmmgsgemäß einberufenen gestrigen Sitzung erhob keine Fraktion Widerspruch. Alle>vün schien die schleunigste Erledigung der Vorlagen über die Beihilfe für Unbemittelte und Erwerbs» lose und über die Gehälter der Lehrer. «» • In der auf Donnerttay einberufe neu Sitzung, berat DageS» ortmimg mit derjenigen für die DiernStogSfitzutig gleichlmitei, führen die Vorgänge vom T-icnSiag zu einer Reihe von Erklärungen, in denen die Fvaktionkn zu den Vorgängen und zu dem Verbakten des Vorstehers Dr. Wehl Etelving' nehmen. Den Vorsitz führt H e i nt a n n. Ritter(Soz.): Dteme Freund?, sind zunächst zteeisäthaft gc- Wesen, ob sie an der heutigen Sitzunig überhmipt teilnehmen soll- ten; denn sie-ist« nach unserer festen Uelierzengung entgegen der Geschäftsordnung«ruf heute angesetzt. Meine Freund« sind at>or nicht Leute von jener Seite, die sog. B.oSheitö- Politik betrcÄ>sn. Wir haSen bereits Dienstag zum Ausdruck gebracht, wie wlchttg die LehrerbesoldurigSvortoge und die deihilfe für die Unbemittelten find, so dag ei unlogisch märe, Hütte t nicht zu verhandeln. Wir werden also beute an der Beratung reil- nehmen. Angesichts der Vorgänge, die sich am Dienstag in diesem Saate aibipteiten, geben wir folgende Erklärung ab: Nach unserer felsenfesten ll Überzeugung hat der Vorsteher Dr. Wehl in der DienStagsitzung unrecht gehandelt(Lebhaft« Zustimmung) insofern, als er als Vorsteher nicht Funktionär einer Irak- tum, sondevn der gesamten Bersamtnlung ist.(Sehr richtig!) Er hatte infolgedessen unrecht, die Be-rsamutlung zu schließen; er konnte sie vielleicht vertagen oder die Letttmg an den nah un» fever Reinting durchaus noch im Amte Defindkiche» Ste!lverrr»t?r abgehen, daswäre korrekt gewesen. Mr»vollen durch diese Erklärung beknnden. daß der Vorsteher Dr. Wehl denjenigen Takt und diejenige Objektivität hat vermissen lasse«, die man im parlamentarischen Leben von dem Vorsteher zu forderngezwnngen ist. Die gleiche Objekttvitä!, wie sie in den. Parlamenten vän den Präsidenten ge» übt wird, hätten«vir auch hier und auch von Dr. Wehl erwarten sollen. Wir bebaue an ausdrücklich, daß da» nicht geschehen ist, uio sprechen über diese Vorgänge unsere schärfste Mißbilligung auS. (Lebhafter Beifall. Ruf bei den U. Soz.: Früher klang ei anders!) Koch(Bg. Vgy.): Auch wir sind nnS bewußt, daß die heitere .Hanns, das Geld alles hon ich noch dazu selber g'stohl'n: ich bin in einer großen Handlung g'west, da is's mir g'lung.m. War' doch c Narr, der in die Gericht' rennst, kann er mich doch selber b'strafen und fand' mer mich morg'n da unt' lieg'n und d'crkemtet mich auch, mer denket, ich hätt' all dös Geld sauber dnrch'bracht. Du elendiger Dieb, schrei ich, du hast Lohn und alles g'habt, ich hab' nir, gar nix als'S nackete Leb'n, teil dein» g'stohlen's Gut mit mir, oder— x w'z Kein' Red', sagt er, alles oder nir mein' Wahl! Da hob' ich mich nimmer auSg'wüßt, der Teuxel hat mich bei jedem Haar g'habt,— kein' Sefl' weiß'S, was du tust, — es kann gar nit anfkoinmen,— Liegenschaften,— Geld im Saften,— bist wer, auf L/chzeit geborgen—! Das gehl mer durch'n Kopf)vie a Spinnrad! schnell. Alsdann nix, schrei' ich und stürz' mich as ihn, reiß' ihm die Taschen weg und gib ihm gleickMitig ein' Nenner. Da lacht er wie der leidige Teuxel- auf, und nöt wie a anderer Mensch kopfüber abifaust, langsam, ganz langsam wie a Federn fallt er hinunter und dabei lackst er fort und fort und schreit: Hanns, du ehrlicher Mann, dul Und unten fallt er schwer ans nnd nochmal hör' ich von nnt' ganz tieft wie aus der Holl' ausser, sein' Lacher: Hanns, du ehrlicher Mann, du! Ich schrei' aber auf: Jesses und Joseph! und fall'— aus'm Bett. « „No is's halt wieder a Traum g'west," sagten die Zu» Hörer. Hanns zwinkerte mit den Augen.„Als a Wacher bracht ich ja kein Hendel um*), freilich war's o Tvaum, aber Leuteln, es iS mir lieb g'west, daß'S nix Wirklich'? war. und ich mein', es darf jedem lieb sein, er hAt' an meiner Stell'» auch nur'träumt." if „918 und was beweist dös af dö» Heutige?" fragte«i» junger Bursche. „Die Müllerin und der Knecht," sagte der Steinklopfer. „dos sein verlorene Leut'. laßt's dö Richter mit dö fertig werd'n, sein wir froh, daß wir froh sein könna. aber über- heb'n mer uns net: freu'n mer uns. daß wir g'sund sein, M sorg'n wir allfort sür die G'sundheit von Leib nnd See!', aber vergessen wir nöt, daß doch unser jeden ein Uebel an- fall'n kann, und sollt' nnS vor ein Siechtum auch grausen, so dürftn mer doch mit dö Kranken a Barmherzigkeit hob'n." *) Als ein Wacher, d. i. wachend brächte ich ja kein Huhn tun. ©jrfamimlurtB nicht ordnungsmäßig eitrSmtfEn ist. Diese trdirumgSwidrigkeit schließt sich den irbrigen an, die sich Herr Dr. Wehl un Lause seiner Geschäftsführung und nicht erst m der letz- ten Sitzung hat zuschulden komnien lassen. In dieser! er die Versammlung vergewaltigt und sich über einen M�-rheits- bischluß eigenmächtig hinweggesetzt. Er hch sich nicht nach demo- kritischen Grundsätzen bewegt, sondern eine D i.k t a t u r aufge- stellt, gegen die wir dsn aller schärf st en Einspruch erheben müssen. Wir beugen uns der Notwendigkeit, heute zu tagen, um daS ani Dienstag durch die Obstruktion der U. Soz. angerichtete Unheil wieder gutzumachen, besonders den Arbeitslosen gegenüber, die durch die Schuld der ll. Soz. das vorige Mal nicht zu ihrer Unterstützung gekommen find. Die objektive Unwahrheit der Behauptungen des Dr. Rosenfeld ist inzwischen durch den Reichskanzler bestätigt worden. Eissel sDem.): Dr. Wehl hatte kein Recht, bei der Begrün- dang des VertagmigsautragS die endlosen politischen Ausführungen RosenseldS zu dulden. Es ist mich lein Zweifel, daß die Versammlung vo« Dr. Wetzl in der unerhörtesten Weise vergewaltigt worden ist, daß er in der unerhörtesten Weise den Beschluß einer Zweidrittelmehrheit durch sein Verhalten hinfällig gemacht hat.(Rufe: Niederlegen!) Er hatte als Vorsteher kein Recht, sich als Mitglied oder Vorsitzender der U.-S.-P.-Fraktion zu fühlen. Jedenfalls hätte er Vorsorge tressen müssen, daß die Bersammlungsgeschäste weitergeführt werden konnten, er hätte, wie am 8., so auch am 13. Herrn Wege den Vorsitz übergeben können. Die einseitige Schließung der Versammlung ist ein Vorgang ohne Beispiel in der Geschichte parlamentarischer Versammlungen? er hat kraft der ihm faktisch zustehenden Gewalt einen Lersammlungsbcfchlutz verhöhnt und zuschande» gemacht. Wir werden so etwa? in Zukunft nicht dulden und entsprechende Beschlüsse vorbereiten. Wir sehen mit der heutigen Verhandlung diesen Vorfall unerhörten Mißbrauchs der Machtbe- sugnis durch einen Vorsteher, wodurch die Würde und Bedeutung der Versammlung herabgesetzt ist, keineswegs als er- ledigt an. Dr, Lammerich(Z.): Der Vorsteher muß über den Par- toien stehen. Sein Verhalten kann uns nicht veranlassen, ihm V e r- trauen entgegenzubringen. Wir erwarten mit der Bürgerlichen Vereinigung, daß Herr Dr. Wehl au-Z seinem Verhalten die not- wendigen Konsequenzen zieht. sLachen bei den ll. Soz.) Dt. R o se n fe ld(IL Soz.): Die Fristen für die Einberufung der heutigen Sitzung konnte,! freilich nicht gewahrt werden. Wir haben am Dienstag die Erledigung der erwähnten Dorlagen der- Ändern müssen, weil«S für uns eine höhere Pflicht gab, so zu handeln; aber wir haben ja auch gerade gebeten, die nächste Sitzung schon heute anzubeiaumen.(Andauernde Zurufe und Unter- brechunyen.) Vorsteher H e i m a n n: Ich bitte jeden von Ihnen ans da? dringendste, etwa? mehr Selbstzucht zu üben. Früher war es eine Freude und Ehre, dieser Versammlung anzugehören. ES ist für mich«in fast körperlicher Schmerz, jetzt fast in jeder Sitzung zu Erleben, wie die Würde und das«»scheu der Versammlung sinkt. ES geht mir wie ein Stich durchs Herz, wenn ich tumultnari- sche Szenen mit dem Vergleiche schildern höre,.es ist z u g e gangen wie in der Berliner Stadtverordneten- versamchlung". De Freiheit, von der wir alle jetzt sprechen, besteht nicht darin, daß jeder jeden Augenblick tun kann, was ihm richtm scheint, sondern in erster Reihe in der Achtung der Zdechte anderer. Roscnfeld bestreitet dann noch, daß die.Parlamentär, sähen Gepflogenheiten- ohne weiteres auf den Vorsteher Anwendung finden, und behauptet, daß die Versammlung am Dienstag durch den Auszug der U. Soz. beschlußunfähig geworden sei, Dr. Wehl also ganz korrekt gehandelt habe. Auch der«Vor- wärts" habe gemeint, die Sozialdemokraten hätten besser getan, den BertragungZantrag anzunehmen. Auf die Schuldfrage jetzt ein- zugehen, sei zurzeit zwecklos, da die„Freiheit" und die„Rote Fahne" unterdrückt seien.— Die U.-Soz.-Fraktion stellt nach ge- lumer Prüfung der Dienstag-Vorgänge dem Vorsteher Dr. Wetzl ein vorbehaltloses Vertrauensvotum aus. Damit ist diese Episode für heute abgeschlossen: die Versammlung wendet sich der Erledigung der Tagesordnung zu. Zunächst sind die beiden Vorsteherstellvertreter für 1920 zu wählen. Hintze(U. Soz.) schlägt Zubeil, Ritter lSoz.) Bruns vor. Don 121 gültigen Stimmen erhalten Bruns(Soz.) b2, Ritter (Soz.) 67, Zubeil(U. Soz.) 48 Stimmen: 3 Stunmen zersplit- lern. Bruns nimmt an, Ritter lehnt ab. Da Zubeil nicht die avjolute Majorität hat. mutz eine anderweite Wahl stattfinden, die in der nächsten Sitzung erfolgen soll. Dr. Wetzl übernimmt den Vorsitz. Löser(Dem.) berichtet über die Ausschußberatungen des An- trags Wetzl wegen Gewährnng einer Weih nachtsbeihilfe an minderbemittelt« Einwohner. Der Ausschuß be- antragt, zur Gewährung einmaliger Unterstützungen an besonders bedürftige Familien der Stadt eine Summe bis zum Betrage von m Millionen M. aufzuwenden. Bei der Untenstützung sind in erster Linie kinderreiche Familien zu berücksichtigen, deren Einkommen hinter den Bezügen der Erwerbslosen zurückbleiben. In der Erörterung kritt Stadtv. Wurm(U. Soz.) unter dem Widerspruch eines Teils der Versammlung lebhast für die Er- höhung des Betrags auf 21h Millionen ein und findet dabei auch temperamentvolle Zustimmung bei einem Teil der Tribünenbesucher.— K a v s e r(Soz.) erklärt sich für die Ausschußvorschläge.— Warthmann(Bg. Vgg.) bringt zur Sprache, daß Wurm neben der Unter- stüyung als Erwerbsloser noch als Arbeitslosen- rat 13 M. Entschädigung bezieht.— Stadtrat Kunze hält die Zakstiing dieser Entschädigung für berechtigt, de der betr. Arbeiterrat immerhin erhebliche Arbeit leiste.(Zuruf: Aber daneben Arbeitslosenunterstützung?) In der werteren Erörterung nimmt auch L c w i n(Dem,) im Sinne von Warthemann zum Falle Wurm Stellung.— Die Versammlung tritt dem Ausschußbor- schlage bei. Ueber die neue BesoldungSordnung für das städtische Lrhrpersoual berichtet Brückner lSoz.). Eine große Anzahl von VerbesserungS- antragen ist eingelaufen. Es ivrecheu Cassel(Dem.), Dr. L a m m er i ch(A.). Goß(ll. Soz.). der für absolute Gleichstellung der Lehreriunen mit den Lehrern bei gleicher Glimmen, abl eintritt. D ittmer(Soz.). der sich auch hier mit Rachvruck für die Einheitsschule einsetzt. Koch(Vg. Vgg.), M a n a s i e(U. Soz). Brückner(So,.). Angenommen wurden mehrere Anträge Cassel- Brückner, die aewifle Kateqorien in«ine höher dotierte Gruppe versetzen: das Gehalt der Gruppe l wird mit 11 S Heute Eröffnimg der Ortsgruppen Neukölln und Wilmersdorf. GruppeStteukölln 7-/, Uhr Lokal von Gralk-, Herniaimllr. 199. Bortrag des Genoffen Dr. Caöpart über„Jnzrnd unö soziallSmut". Gruppe Wilmersdorf(enffchl. Schmaramdorf. Steglitz. Friedenau.(Siuiittaafc) 7'/, Uhr G-kangsiaal der Hmdenburgschale, Au» Secparl. Referent: iKttioffc Sternberg. Gäste zu beiden Beranftaltnng« sehr willkommen. Ms aller Welt. Das Hochwasser. Neckar und Rhein sind in langsamem fallen begriffen. UuS Basel wird unS gedrohiet: SWS allen Teilen der Schweiz kommen Nachrichten über Hochwasser und Lawinenstürze. Aare. Reust und Limmat haben weite iS-bieie unter Wasser gesetzt. Zahl- reiche Elektrizitätswerke sind außer Betrieb. Im Berner Alpen- gebiet sind Lawinen niedergegangen, die ganze Gehöfte zerstörten. Mehrere Personen find umgekommen. Im südlichen Sch w a r z- wald sind zahlreiche Dörfer des NieseinalS unter Walser gesetzt. Der Verkehr ist an verschiedenen Orten unrerbrochen. Da? Oberelfatz ist von schwerer Wassernot heimgesucht. Die Vogesenflüsse. die Jll, Larg. Doller und Thür haben Städte und Dörfer überschwemmt. Miihlhausen ist vom Verkehr mit dem übrigen Elsaß abgeschnitten. Ueberall sind Militär und Feuerwehr zur Hilfeleistung ouigeboten.— Das Hochwasser des Rheins steigt andauernd weiter. Der Pegel in Düsseldorf zeigte einen Stand, der seil 1882 nicht mehr erreicht wurde. Die Ufermauern ragen nur noch einen halben Meter über den Wasserspiegel hervor. Bei weiterem Steigen ist ein Ueberflutcn der Altstadt zu befürchten. Der Rhein treibr eine Unmenge von Schwemmsteinsand, an- scheinend auS dem Neuwieder Becken, mit stch._— Die Fulda ist weienrlich gefallen.— Auch i n Holland ist infolge des Hoch« Wassers der M a a S und des Rheins die Lage ernst, besonders in Limburg und in der Gegend von Zevenaor. Zahlreiche Ortschaften sind überschwemmt.— Das Hochwasser int Schwarzwald fällt.— In Dresden ist das Terrassenufer überschwemmt, das Wasser ist ZK«» in zahlreiche, tiefet gelegene Keller eingedrungen. AuS Böhmen ivird ein weiteres,»venu auch langsames Steigen des Elbwasser- stände» gemeldet. In Meisten sind zahlreiche Siratzen und Plätze überflutet. Läden und Wohnungen mußten geräumt werden, in einigen Straßen steht das Wasser teilweise einen Meier hoch. Obrrschlesisches Banditeitttm. Mittwoch vormittag wurde zwischen Fannygrube und Elaubenshütte der Rechnungsiübrer Iwan von der Thercsienhülte, der Lohugelder in einem Wagen mit stch führte, von vier Banditen, die den Pferden in die Zügel fielen. durch mehrere Schüsse getötet. Ter Kutscher wurde schwer ver- letzt. Im ganzen find gegen ob 000 M. geraupt. Die Leiden des Saarreviers. Am. ufahrSabend gegen 0 Uhr wurde der älteste Sohn des Kausmaims Biktor Obe auf dem Markt- platz von französischen K o l o n i c�l s o l d a: e n ohne jeden Grund übel zugerichtet. Er wurde später von Passanten bewußtlos aufgefunden. Am selben Abend überfiel ein Trupp weißer Franzosen die drei Söhne des Buchhändlers Schreiber, ebenfalls ohne sede Veranlassung, und misthandelte sie schwer. Der jüngste. ein Mediziner, wurde mit vorgehaltenem Revolver gezwungen, sich ruhig zu verhalten, während ihm mit einem Bajonett Schädel- Verletzungen beigebracht wurden. Der Ueberfall ereignete sich unmittelbar bei der stark besetzten Hanvtwache am großen Markt, dem belebtesten Punkte der Stadt. Von den Attentätern wurde keiner gefaßt. Der französiscli« Gerichtsoffizier, der sofort von dem Vorfall benach- richtigi worden war, teilte mit daß die Schuldigen nicht aus- findig gemacht werden k önn t e n.— Die Saarzeitungen geben anläßlich der Ratifikation des Zuchthausurteils von Versailles der Hoffnung auf den Völkerbund Ausdruck. Was könnten sie sonst tun. da sie unter der Zensur der Weltbefreier stehen— Der Paß- visnmzwang zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet ist angeblich aufgehoben. TaS Wiener Elend. Die Kohlenkatastrophc nimmt einen erschreckenden Umfang an. Von Freitcg an wird die Straßenbahn wieder ganz eingestellt. Jnfolgedeiiei, ist es auch fraglich, wie sich der Krankenbesuch der Aerzte gestalten toll, da bei den itenen fünfzehnfoch erhöhten Lohnsätzen an eine Benutzung eines Lohnfiihrwerts nicht zu denken ist. ES werden auch sämtliche Theater, KinoS und sämtliche Bergniigungslokaie geschlossen.~ Donnerstag wütete in Wien mebrete Stunden iang ein Orkan von außergewöhnlicher Heftigirft, der durch eine R e'g e n b ö e abgelöst wurde. Zahlreiche Paffanten wurden dmtoj Windstöße zu Boden geworfen oder durch herabfallende Fenster- scheiben. Mauerstücke und Dachziegel getroffen. Der Sturm hatte solche Kraft, daß er Wagen umwarf, Planken umlegte, Auslage- scheibe« eindrückte und Firmenschilder hcrabritz. Er richtet? überaus schloeren Schaden an und hat auck zwei Todesopfer gc- fordert.— In Linz und Umgebung richtete da» Unwetter schwere Schäden an. Eine Person ist beim Einsturz einer Hütte umi! Leben gekommen. Die Donau sieht drei Meter über tiormnl. örlefkastea See ReSaMon. P. W. Z3. Wenden Sie sich an Herrn Walter Rüdiger, Berlin Xt', Bcllcvuestr. 7.— G. Wt. Iii. Infolge der Pahschloicrigkeiten noch nicht möglich.— N. 5r. NirSrrichöneWeide. 1. und 2. Rein. 3. u. 4. Ja. — R. 3. Eine solch« Äeratungsstelt« befindet sich Berlin. Am Köllnischen Park 3. Die Äerattmg ist unentgeltlich für jederuran».— Bö. Q. Nein. Di««cinilftfienniö de« I j nm S. i». durch Unglücks- 1 ' lall verstorbenen Fonds-] ; Maklers 6916 Martin Maim 1 rindet am Sonntag, den 1 18. Jan., vorm. 11 Udr. im | Kreinatortum Gerichts�. 38 , stall. Allen Freunden, Belann- l len und Parteigenossen dl» | Itautiae Sicrfiridi:. daß I meine liebe Frau, Schivestet, | Schwägerin und Taut» ElfcM Enlntänn geb. Demuth an Montag tm Aller von öS Jahren verstorben ist. Die« zeigt hiermil tief- betrübt an 26,10« IVillielrn N-ainanri, S«r!in-Sch>!nebetg. Die Beerdigung sindet am Sonnabend, den 17. Ja- murr, nackin. 3 Uhr, von sher Halte des 2. städttschen Feiedhokes, Sythstrasje, aus nain_.__ Nach langem, schwerem Leidlv starb am Dienstag, den lZ. Zanuar. abends o Uhr, meine innigstgeliedte Frau, unser« gute Murter, Sckwicger- u. Grohmultcr, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau 63 tb SopMe Thener, geb. Bewitz. 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen tzlrauml Theaer. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Januar, nau'miliaas 1 Uhr, von der tzeilhenhalle de» Christus- stirchhois. Mariendors, Lich- lenradcr Chaussee, ans statt. Konsum-Verein Zehlendorf. Die sieneralTersanjunlnng findet am Sonntag, den 18. Jannar:»20. nac'amlrtass 4 Chr, statt.»er Vorstand. 500 Mark Belohnung! In der Nacht vom Zt. Dezember zum 1. und vom 8 zum 4. Sonuat wurden von der Baustelle des städtischen Westhaseuo zirka bh gentner Eisen gestohlen. Es sind Guh- und Schneede- fiuckc von StraHeubahuwewsen und cm der Form leicht qls solche zu erkennen. Wer UNS über den Berblcib des Eisens Angaben machen kann, so dast mir wieder in den Besitz desselben gelangen, erhält obige Belohnung, Ztzritz Hackbarth u. kauft in unseren 4 Elnkaafsstcllcn „Cohn" 1. BrunuenMt.lI (am RosenthalerPL). 3. Hahnhofrur.S Ecke Schüneberg. St am Anhalt Bahn hot 3. Fennatr. 48 am Weddingplatz. 4. Bfenhfilln, Keiser-Friedrlch- Strasse 223 (nahe Hermannplatz). Ein wirtschaftlicher Rückblick und Ausblick von Lrnst ELslm. Prets: L— Mark. verzelcholss» her früher erschienener,?lngschr>sf«n stehen kostenlos zur Derfllgnng. Xtl siozfsftist- Durch alle Bnchhandlnugen oder direkt «Iii U.jldfitlt. vom Brrlag der Franifurter Sozietäfs- . druckerei, Ftankfurt a. Al. 21/11 MMlve MftMmUeVM- Bült Mit»enrhmigung de-o Ober- nerstcherungsawres trist mit dem I. Januar 1826 der V. Nachtrag zu unserer Satzung in Kraft Abänderungen reip. CrzäNMiiqen erfahren die 5814 15, 19, 2Ü, 28, 30, 33,;«b(Famit.. niocheieistife), 47, 66, 94 sowie Zisscr VII der Satzung;üt die hausgewcrbliche Krankenversicherung. Nach K 47 werden die Bei- ieäge aus scchshunbeetstel«r» bäht und betragen unier Fortfall der Stufe a für jeden Arbeitstag: in Stufe 1— tz Pf. ., 2=™* ** 3— 18„ .. 4-24„ , 5=3 30„ »» 6" 66, „» 1= 42, „» 8 48 � ,, 9= 54, . ,. 10= 60, Der gedruckte Wortlaut der AbSnderungen ist als V. Nachtrag im ftaffäNlofoI unentgeltlich erhältlich.«Sil Der Vorstund. R. Keaatz, 1. Borsitzender. öisgesbuis tlVßsbz-KegiicIiksüsu bietet die nächste Tukunft Eine tiefgreifende Aenderung unseres gesamten Wirtschaftslebens, ei» gewaltiger Umschwung unserer Industrie und des Handel:, steht bevor, uod es werden überall geschulte Kräfte gesucht sein. Angehörige technischer Berufe und Handwerker sollen nicht versäumen, ihre Kenntnisse und Eertigkeiten der kommenden Zeit aiuu- Bassen, um teilzunehmen an dem wlrtscfmitllchen mschwung, der naturgemätt das Ergib. us dos ce wältigen Ringens sein muß. Das beste Mittel, rasch und gründlich ohne Lehrer, durch einlachen Selbstunterricht oige grllndliche Ausbildung In technischen Wissenschaften zu erwerben, sind die technischen Selbstunterrichtswerke..Systeiu Kar- aack-Hachteid'4. Ausführliche 80 Seiten starke ->"»----- Brosct.üre kostenlos.—-_ Booncfi& Hachfeld, Potsdani. Postfach 167. Goldwaren- Fabrik J. Weinstock G.m. ssiolircnftr. 16 hu«'. LInterg.-Bhf. '' Fricdrichstraße Filialen Alaxanderstr. 14a Xot1bi»erdamm24 Charlottenburg: Tauenlzianstr. 0, Stuttgart» r Platz S von Haat-. H*ru" und Unterlelbklelelen, ohne Berafsstsnmg. Aufklärende, belohrende Broaehüre für 1 Mk. portofrei in verschlossenere. Umschlag ohne Aufdruck durch Spezialarzt Dr. med. 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Sie zeigt, wie der Geist im Kapiiallsmus dem Worte nach frei, der Tat nach aber in Ketten geschlagen ist, die nur der Sozia- _ iismus lösen wirf aueherdaak! i ges. gesch., ermögl. in einig. Tag. das Rauch. ganz othteilw. z. unterlassen. Amtl. begut- lichtet. WSrltunp ver- v. blllfi. Vol'Stänri. uti- svhidi. Taal, Anerkenn. Ausk. ums. Institut EnslhrechU MOacbMK.� kipuiiiicmr, 0 Aktie n-Gcsellschaft stellt Botenfrauen ein In den Gt- schä/tsstellen; � 14»,'4a* Markus It. 36. Petersburger Platz 4. Wattstr v liaerwaldstr, 42, Lausitzer Platz I4;l5, SteälitioV StraSc 37, Lindenstr. 3, 2. H. pt., Ackersw 174 Prinzensir. 31, Oreilenhagener Str. 22, Wilhelmi'. havener Str. 48, Immanuelklrchstr. 24,— Chat- lottonburs, Sesenheimer Str. 1.— Schömberg. Beiziger Str. 27,— Lichtenberg, Wartcnbergstretc 1 Soxhagener Str. 62.— Treptow, Kiefholzstr 412! Gramenz.— Neukölln, Neckarstr. 2.— Nieder� schöneweide, Unruh, Brückenstr. to.— Borsitr- walde, Räuschstr. 10.— Welssensee, Berllrcr Allce 61. ? 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(AuJtr Abonnement) Parsifel. An.ani: ß Uhr. I Soteaspielhans. Die Jcumalisten Anianü 7 Uhr.___ i i-Ktion ftlox ReintiarUi • o.iiseäitw The&tor. JasÄTranm. Tv». Und nppa tanzt ßr.mmcj sptelc. HieBüEteeferFanitera abend 7; Die deutschen KieDisadttr. >>. SchaiiKplelhanN kartstraße. Orestie(J2. AbL, I. Abd.) ■nabehd, zum l.JKpie, b'/«. : inlet. �AuBer Abonn.7 i beuter t. u. i alggrStzerStrafie . 13.: i.chlüfi Weltereteln Stützen der Gescilscbaft .; SchloB We.tersteJn .m.: Erdgeist.( A. Orths.) sioraSiiieHhacs .■ Uhr: Sie. yerHuerTiieuter .;.i U.: CJutniucl- (setndenten ■■-1. reuen Operett-Parodie. <3e.tr ai-"rhei»tci' a; Frsnlsin M. j at.ebOH Opernhaa. pGSüüsnf.LonjQiseaii Wie Tribüne 'j; Franziska. Eden-Theater U:„ü. h. W. 0." :iB*r.-WUhrlxn«t.Th. ' Uhr: Gretcfeen. zlelne. Theater. .' v DlePIarrlisasitönjtüiie. >b.l, SelttiUHpiellinns. - u: Die DnbeFßtirte Frao Uomi.cUe Oper u, Bichleriicbe. . SchwarsvaUnUcL Ensteplelhaua Arnold Riceic in: uDer&oM-llavalter 1! ot.ropol-Theatcr, M: Sybül ,ntag 3U.: Charleys Tante mit Tbielscher ce.«perettenh.n». ur Ele felEiße lidieit > Z>/,: Ute keuteb« Susanne. '■'ilUer-Thent. Chart. jhr Jer Motor. Vh.lla-'fbe.tep , u.: Eie nMsehe Liebs mit Oskar Sab» a. ü. und Perry Slbla a. O nm hinllcndorfplatr. 7>/, Uhr; , r:crSPifc/'geXTelß&i i r-enter de» TVestcnH u.: Bis Frau imHeniiello . 4 Uhr: Max und Moritz. . Die lustite Witwe. Vallner-Tbenter v Eine Baüaacht. •.V[4: Geisha m.MagdaAlmo idenz- Theater. ■..' hui. 4 Uhr, kleine Pieise. ZMtel and tdretcl. Tiglich w, Uhr: zw HmMrt. na. f: Max und Moritz. » na,; 4: Der gute Hnf. rfianon-Thsater. • Lhm. 4 Uhr, kleine Preise: lax und illorlta. Täglich 7V» Uhr; •ss&eraäe. nah. 4: minsel und Grete!. nta 4 4 U.:.loiiannitiuucr. Volksböhne Theater am Bülowptatz. e'/,; Cötz m EerHcSiiap. Lessino-Bsafer. Ulrekfion: Victor Barnowsky. tu uhr: Fygmaiian. Sonnabend 7 /.: Pygmalion. Sonntag 7>/.: Pygmalion. Montaa VI,: Pygmalion. Dienstag 7, zum 1. Male: Hölle, Weg, Erde. Rose-Theater. 7»/, Uhr: Die im Schalten leben. Walhalla-Theater. Vit Uhr: Die Gsärdäsfürstin. uÄrh Cprieaae. (Konstantin, Oölz, Walter.) Schall u. Hauch Im Groben Schauspielhaus Karlsir., Schlitbaucrdamm. Gnsay Holl Mody Christian. Paul Graetx Ptledr. Hollaender Hilde Gad Hubert von Meyerlnk Ann Heusinger Olli Sudahti Fritz Feld Karikaturcnlilm ton Trier Eriflnung 7Vj, beginn Vit II. Theater Dir.; James Klein Olympia-Theater (früber Voigt, Badstr.*8) Täglich?>/, Uhr: Die Frau mit den 2 Männern. Schwank in 3 Akten. Vorher: DallesxBrfider, Ocsangsp. &n einem Abend 8 ßTCUBÜliSA W#»l/rpknrdlTn3r»n'w7 Weltrekordmann Horo.s berühmt. Kraffjongl ihirrau TotlkOhnheiten a. schwankend. Mast 4 l'fcnsetat« Senaationg-Akrobat. üadjES&iieVpos Meistersch.-Tänzerp Zi Otttor»« Urkoni. Reckakt. 4 Sternan Rangen im Seebad. Sowie pers Aultreten der berühmt. Rennfahrer wie: Lorenz, Pawke, Tecbmer und andere: Radreanen autder itühne 7'/,: Gr. Clrcns-Progr.! N. U. a.:/ N Lustiges I e u SebwelBe-rDijioDfTl u 9 Uhr: �Aphrodite" 1 Atoiirals-Piiliist.1 .OielusligePuppeJ 'Aöfflirals-Kiiio' Harakiri mit LH Darltower Thcaiar am Hottboser Ter Tel; Morhxplati 14 914. Jetl. Abend?>/, Ubi; Sitte Unter d. Linden 22/231 Dir. M. S o 1 1 tn a n. 2 UrntifiShrangen 2 J »Saspr bem, V.i:,:l. der B»dem. Siettiner«är.ger. kjenntnebm 8 ühi etmAÖ PrelssITOll. Abcud• Prograrant) 1 Riad freil• Baucht u gsstattst. MBuigec-Koniott. lieg V.nUhr. VoiTarkt. IT— p.» u. 4—6 Uhr. asiao- Theater .•tngcrstr.37, TägL«/4SU.; >•- Schlager der Spielzeit oMepels Lei�e . liner Volksstöck in 3 Akt zu der Operetten- Sketch r wlacht-x m.Tiktor Litzek. . nitag 3>/,: Frohes Pest. Spannend. Detektivdrama In 6 Akten. Hauptrollet Ria Jende Gass Albert. Lustspiel in 3 Akten. Hauptrolle: Llssy firna Ottchen Mücke Wintsr- Galten Täglich 7.i5 LtIip: Varletl-Splslplan Rauchen gestattet! 4 Jaoos u. Ottvia 4 4 Marg. n. Luise Dowe 1 Lea Alorenz Franz Gravenhorst Spieß D. Qeo Annle Kllemcben Vindu bona» 44 s in ihrem Sketch „Pst Pst" mi« Fritz Berger. Kapelle Mundl Neumann. [ Am Flügel: E. Heatschel. ; 3.Wod:e /�. niJ.t grossem Beifaüi M EU MY PORTEN ■/ In lug Monika Sogelsang, v r.aoh Felix Philippis Mcvelie * Wochentags..... 7 u.»/«9 Uhr '? Sonntsss....... 4, 6, S Uhr VsrverJtau? 11—1(ohne Auhchlas) B Beiebzbsü.-fbetits' Iehrn Äbmb 7V, unb f Eonnt Sm.8U.: Stettiner Sänger. Nachmittags • eimäzigtePm.i Fotsdnmcr Str. 88 Die Geschichte der Ataud Oregaards. I i Teil des groB May-Films Tonostr. 12 Sienny Portens Die Fahrt ins Diane. Friedenau. Rheinstr. 14 Oer GaiecrenatrAtUng L Teil. AlexanderpIatt.Poss. Kenny Porten in Rose Bernd. Woehentss* eb 7 Uhr Sonntags ab 4 Uhr 4» U.T Basonhside 23 3, Teil Der Rabbi von Cuan• Fu kimi Huyires»: M I c h a c I Bohnen U-TAIexanTerplata, Weinbargsweg 19, ScbOnvberg 4. Ten i Kbnis Makombe MianBebe Hauptrolle: Micha«) B O Cl II• II B e gl o: Uwe Jahs KrnfH U.T Kirnrstenduam 28, Naileadorfpixtz 4, Friedriehatr. ISO c. Taiii Opiilr, dl« Stadt der Versang�nlielt il«si.»tHtraiho; Michael Bohnen/ Paul Hansen _ Begle: Uwe Jans Krafft MIA HAY* fc Titelrolle: Künstlerische Oberleitung: Joe May Uta-Liebtspiele Tawentzienpalxel Erate Woohnl 6. Teil Dia Frau mit dan miiierden L'taii. Huptrclii: P a II■ HaNSCN Begit: Uwe Jens Krafft__ D«r � ilnHmt. kaif h rn Selilal-.Spei�.loiiB-. Berreminnnen! Jedem Oesohmack eateprecheod.* IM MaHerrlmhe. LcrerrBum.bbdOD Mt. gr. Verband nach allco PlätionDeat!,chIaBd», DckichUguag lohnend, ebne Kaulxwazig. Gskaafts Nähet künnen boUeblgc Zaft kosten kot lagern. I van FMr-f Ukr(eäflnet. mmrnmmmmmmm* 5Ia!la 141-1441. ithjfrmszf 6 3R. •rlWtatfr« a mm" I4l/Sa*| t« SrlMiUttr 210 ; n-aiJE 14l/2a*j tauft E. Hrtandopf. NO 18, yalifabenstr. 11, o, II. Saal . 1000 Personen fass., • Versammle Vereine, j Verynflgun: en etc frei. Rtsidsnz-Festsale I Landaberger Str. 33| Verordnung betr. Herstellung von Kleingebäck in Lohn. Auf Grund des 8 y der Reichsgetreideordnung für c.i Ernte 1919 vom 18. Juni 1919(ReichsgesetzbUtt Seite 333 ff.) sowie mit Zustimmung der Aufsichtsbehörde auf Grund der ßß 12 Ziffer 1 und S, 15a, 17 Ziffer 2 der Bekanntmachung lioer die Errichtung von PreisprCfungs, teilen und die Ver- sorgungsregeiung vom 25. September 1915(Reichsgesclz- blau S. 6071 in der Fassung vom 4. November 1915(Reichs- gesetzblatt Seite 728) wird für den Bezirk der Stadt Berlin angeordnet: e I. Den Bäckern Ist gestattet, aus dem von der Bevölkerung ihnen Qberrebenen Mehl Schrippen oder ähniiehex Kleingebäck herzustellen. §*■ Der Bäcker hat über das in Lohn hergestellte K!».i>- gebäck ein« lortlaulende Liste zu führen, aus der Name und Adresse des Bestellers, Tag der Uebergabe des Mehls, Gewicht des übergebenen Mehls, Datum der Ablieferung des Gebäcks und Gewicht des abgelieferten Gebäcks ersichtlich sein müssen. Der Bäcker hat Uber das Gewicht des ihm rui Herstoiiunfi von Kleingebäck überaebenen Mehls dem Besteller auf Verlangen Quittung zu erteilen. §3. Der Bäcker hat dem Besteller ein Fünftel mehr Kleisgebäck zu liefern, als ihm Mehl fibergeben worden ist. Für die Herstellung des Kleingebäcks einschileSlich der Zutaten zum Mehl darf der Bäcker für Je 100 Gramm 8 Pfennigen berechnen. 54- Kleingebäck darf nur aas fremdem Mehl(niebt aus Iremdem Teig) hergestellt werden. Dem Bäcker ist untersagt, das ihm flbergebene Mehl mit anderem Mehl zu mischen, es sei denn, daS es fielt um Mehl völlig gleicher Art und Beschaffenheit handelt. 5«. Zuwiderhandlungen werden gemäß§§ 80, 81 der Reichs- Jetteideoidnung für die Ernte 1919 sowie gemäß§ 17 iffer 2 der Bekanntmachung Uber die Errichtung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung vom 25i September 1915 bestraft. Auch kann die Erlaubnis zur Herstellung von Kleingebäck entzogen werden. §6- Die Verordnung hptreffend Hersteilung von Kleingebäck In Lohn vom 5. August 1919 wird aufgehoben. § 7. Diese Verordnung tritt mit dem 19. Januar 1920 In Knft. Berits, den 13. Januar 1920. Magistrat. Wermuth. Zeichen: 13947 Br. L 16. 300 18. Submission. »I an JCriegsmtta I-Aktiengcsellschat In Llautdation, Abttilun, KV- zu richten.. Bei telephon sehen oder mündlichen Anfragen kenn nicht act Beantwottung gerechnet werden. besieht! ung der Materialien Positionen 1—41 kann nur am Donnvrstag, den 22. Freitag, den 23. und Montag, den 26. Januar 1920 erfolgen und rza: in der Zer, von 9 bis ' � Beslchtigungsbertchtigung wird mit den Submlssions- formuiaren zusammen erteilt.,___ Gebote sind bis zum 31. Jenuar 1920 etasdUWUkh bei der kriegsmetall- Aktlengesellschxfi i» Uguidatlon eintreffend einzureichen., Gebote bleiben bis zum 16. Februar 17M einsdiBeBlich für den Bieter vorulndüch. ICwtl BerH«. 12. Januar 192a tat Llqaldatlaa. Die Wahrheit üb Uns geht noch folgende Schilderung eines Augenzeugen zu: Mit anderen Mitgliedern der Nationalversammlung Hab« ich am TienSiag nachnnttag von$«3 Uhr bis 3i4 Uhr die Vorgänge vor dem Reichstagsgebäude vom Fenster de? Lesesaals aus mit beoöachtei. Die Zahl der Demonstranten wuchs von 1 bis 3 Uhr beständig, von diesem Zeitpunkt ab schien ein St i l l st a n d einzutreten. Die Menge battc sich nach und nach immer dichter an das Gebäude her angeschoben, die Sicherheitsmann- s ch a f t e n wurden mehr und mehr gegen das Haus ge- drängt. Diese waren sichtlich bemübt. durch Zureden die Menge von Gewalttätigkeiten abzuhalten, sie wurden fortgesetzt besäsimpst, teilweise tätlich angegriffen und angespuckt. Hin und wieder wurde ein SicherheiiSwebrniann ab- gedrängt, von den Demonstranten umringt, geschlagen undentwaffnet. Trvfcdcm bewahrten die Soldaten ihre Rübe. Auffallend war es, daß stets nach einer der viele» Ansprachen, dir gehalten wurden, AnruhrindieMassen kam und diese sich ruckweise vorwärts gegen das NcichStagSgebäude bewegte. L r» t e, die auf crhzhtem P o st ea standen, winkten mit den Hüten oder den Hände« nach dem Gebäude zu, dann rückte st eis die Menge nach. Loa oben aus tonnte man auch genau beobachten, wie in der vorderen Linie eine systematische Umgrnpvicrnng sich nach und»ach vollzog. Besondere Trupps, die zunächst passiv im Hintergrunde standen, setzten stch»ach vorn in Be- w e g u n g und drängten dir zuerst dort Stehenden zurück. Die Provotatione« der Ticherheitsmannschaften setzten dann in verschärfter Form ein, besonders dann, wenn ein Redner, meist sehr jugendlich, eine Ansprache gehalten hatte. D a S B e r h« l t e n der Soldaten gegenüber der aufgeregten und von Minute zu Miaut« grwalt- tätiger werdenden Menge war geradezu bewun- dernswert, sie sind sichtlich bestrebt gcwesen, jeden Znsammenstoß mit den Demonstranten zu vermeiden. Bemerkt sei«och, daß Schreiber dieses gegen I Uhr mittags durch die L u i s r n st r a ß e nach dem ReichstagSgebände ging. Diesen Weg Ising auch eine Gruppe von Demonstranten in der Stärke von zehn Mann. Einer derselben äußerte sich dabei laut und nach dem Rcichstagsgrhäuve rufend: „N a hoffentlich gelingt rS heute, die Bude auSzurgucher n!" Auch aus dieser Aenßrrung ist z« schließen, daß die Demonstratio« nicht dem Betriebsrätegesrtz allein galt, vielmehr dir Au?- Hebung der Nationalversammlung der eigentliche Zweck der„Wissenden" gewesen sein dürfte. « Sin anderer Augenzeuge meldet: „Zuerst war ich Zeuge der wüsten Beschimpfungen des Genossen Hugo H e i m a n n. welcher nur dadurch tätlichen Angriffen Snlging, daß zufällig ein Kommando der Sicherheits« wehr als Verstärkung anrückie, wodurch er seiner Widersacher ent» ledigt wurde. Auf die Beschimpfungen jedes neuanrückenden Trupps der Sicherheitswehr reagierte dieselbe über» Haupt nicht, obwohl ein Teil der Demonstranten sich in den gemeinsten Ausdrücken überbot. In ungemeine Erregung versetzte mich aber daS verhalte» des Janhagel» am Königsplatz. Ein klassenbewußtes Proletariat bringt da» nicht fertig, sondern nur Lnmpenproletarier mit der Betonung aui da» Wort Lumpen. Bon der gewundenen Rampe am ttönigSplatz wurde plötzlich ein Angriff auf die, die Freitreppe und das Portal besetzt haltende Wache unternommen, dieselbe e n t» w a f f n e t und misthandelt. Anrückende Verstärkung in der Zahl von etwa l2— Iii Mann liest man bis zur halben Höhe der An» iahrtSrampe kommen, klemmte sie dort ein, misthandelte sie ebenfalls und entwaffnete sie zum Teil. In meiner Umgebung börte ich nur sortgesetzte AufmunteiungSriife: die„Grünen" totzuschlage«. Zu dieser Zeit fiel hinter mir auS der Menge ein Schuß, welcher mich veranlastte. zu den Umstehenden zu äußern, dem Lümmel ein Paar an die Ohren zu hauen. Erst hiernach erfolgte die Schießerei der Sicherheitswehr. Einen von seinen Kameraden abgeschnittenen SicherheitSsoldoten führte man durch die Meng« der Demonstranten nach dem Tiergarten und schlug ihm dabei unmenschlich ins Gesicht. DeS» gleichen wurde nach der Schießerei ein Offizier der Reichswehr, welcher vom Potsdamer Platz kommend, durch das Brandenburger Tor in die Linden einbiegen wollt«, von der Menge arg miß» handelt und blutig geschlagen. Nach den Vorkommnissen dieses Tage» versteige ich mich z» dem Ruf:„N-Ske, werde hart!" Ems Antwort an Herrn Znbell. Genosse Paul Hug schreibt unS: Der Abgeordnete Fritz Zu b eil hat in der Sitzung der Nasionalversammlung am 1s. Januar nach den Zeitungsberichten behauplet,«s sei unwahr, daß er die Wachtmannschaslen der grüne» Polizei beleidigt habe; meine dem Geiiossen Wolfgang Heine, preußischem Minister deS Innern, gegenüber darauf bezuz habende Mitteilung sei unwahr. Ich bedaure, nicht mehr Mitglied der Nationalversammlung zu sein, um ihm inS Gesicht hinein mein« Wahrnehmung sage» zu können. So will ich es durch den„Bor- wärls" tun. Ich war im Begriff, den Reichstag durch das Portal II ,u verlasicu, da traf ich auf Z u b e i l unter der Tür, wie er in höchster Erregung auf die Wachtmaonschaften rinschrie und ihn«» zur, Vorwurf wachte, daß der Unterhalt der grünen Polizei zwanzig Millionen koste. Er hat diesen Vorwurf wenig. slens zehnmal wiederholt. Ich hatte den Sindruck, daß er m« seinem Angriff auf die Beamten, deren Pflichtbewußt» s e i n e r i ch ü t t e r n und den draußen stehenden Demonstranten seine Tapferkeit zeigen wollte. Ich rief ihm zu: Zubeil, dieLeute können doch nicht dafür, daß fie hier wachen miiffrn, fie sind doch hierher befohlen; einen solchen Borwurf darf man ihnen doch nicht machen! Zubeil hat auf diesen Beruhigungsversuch nicht reagiert, sondern mehrmals gerufen; E« ist unerhört! Die Leute kosten �t) Millioneu, lasse» das Boll nicht in sei» HauS und wolleu auf das Volk schießen.' Glücklicherweise machte die Schimpferei auf die Äachtmannichaflen keinen großen Eindruck. Der Au« blick der verwundete Kameraden, die bereits im Vestibül blutend lagen, mahnten fie, sich vorzubereiten, dem einsetzen» deii Ansturm der Demonstranten auf daS Portal zu begegnen. Einem Wachtmeister der blauen Polizei gelang es er üas Slutbaö. übrigens, Zubeil zu beruhigen und ihn ins Innere de« Reichstags hinein zu bugsieren. Ich ging mit meinem Begleiter in der Richtung nach dem Brandenburger Tor aus dem Portal II und beobachtete ganz gerom, daß der Angriff von Demonstranten auf die Wache au Portal II und auf den Kordon der grünen Polizei guer durch die Anlagen nach dem Rondel vor dem Branden- burger Tor einsetzte und den Kordon wie die Portal- wache überrannt hätte, wcnir nun nicht der Befehl zum Schießen gegeben worden wäre. Diese Beobachtungen kann ich wie mein Begleiter, der Ma- fchinenbauerNieder au§ Wilhelmshaven, beschwören. Der zurzeit Dienst habende Portier, ein schlanker Mann mit schwarzein Schnurr- bart und Haupthaar, sowie der Wachtmeister der blauen Polizei. der Zubeil mit väterlicher Milde und Geduld behandelte, können eS sicher auch. Lügen unö Zugestänüniffe. Mt der ihr so gut stehenden Infamie sucht die Leitung der U S. P. in einer mit obigem Titel belegton ISseitigen Bro- schüre die Vorgänge am Reichstag»richtigzustellen". Schon der Satz, daß auch die Berliner Gewerkschaften die Arbeiterschaft auf- gefordert hätten, die Betriebe zu verlassen und vor den Reichstag zu ziehen, ist gelinde gesagt, eine Unverfrorenheit. So haben sich viele Gewerkschaften mit Entrüstung da- gegen gewehrt, ihre Unterschrist zu einer solchen Aufforde- rung gegeben zu haben. Selbstverständlich fehlt auch das Märchen von den bekannten Lockspitzeln nicht. Die Broschüre sagt nur nicht, in welchen Reihen diese Lockspitzel zu suchen sind. Daß die Stellung des„Vorwärts" diesem beispiellosen Ge- Metze l gegenüber dem Verfasser nicht behagt. rechnen wir uns zur Ehre an. Natürlich trägt die ausschließliche Schuld daran die „rechiSsozialistische Regierung", während die Provokateure in der Mass« mit keinen: Wort erwähnt werden. Aber hören wir, wie nach Ansicht der„Fmhelt"-Männe? diese? Blutbad entstanden ist: Immer itene Massen kamen heran, kurz vor 4 Uhr wurden dir Soldaten auf der Freitreppe bis auf den obersten Treppen- absah zurückflkdruckt. Di« Menge drängte nach«nd die Soldaten gerieten zwischen die Demonstranten. Die Gewehre und Hand- granaten wurden ihnen abgenommen. Aus den Karabiner» wurden die Patrone« entfernt und zerschlagen. Zwei Ma- schinengrwchre wurden ebeufalk? zerstört und in die Spree ge, warfen. Bei der Entwaffnung der Soldaten ging ein Schilß loS, dos Projektil schlug in die Decke des RrichStagsgebäudes. Unbewußt geben die Herausgeber dieser Broschüre zu, daß die Sicherheitssoldaten„entwaffnet" wurden. Erst dann setzte die selbstverständliche Gegenwehr ein. Wir ftagen noch einmal: warum hat die U. S. P. die Leitung dieser Demonstration nicht in die Hand genommen? Dazu war sie der pflichtet, sie hatte ja die Massen dazu ausgefordert. Das Treugelöbnks üer Sicherheitspolizei. Der Verband der Beamten der Sicherheits- Polizei, welcher vom 12. bis 17. Januar im KriegervereinShäuS seinen Bertretertag abhält, sanoie au den Herrn Reichskanzler und an den Herrn preußischen Minister des Innern ein Telegramm des folgenden Inhalts: Die zurzeit in Berlin tagende Bertreterversammlung der ve- amten der Sicherheitspolizei Deutschlands hat von den am 14. Ja- nuar 1920 in der Nationalverfammlnng gehaltenen Reden de? Herrn Reichskanzlers nnd de? Hrrru preußischen Minister« des Innern Kenntnis erhalten. Der Bertretertag dankt derReichLregie- rung für die warmen Worte herzlicher«nd rück- haltloser Anerkennung, der den Beamten der Sicherheits- Polizei selbver stündliche» Pflichterfüllung. Die Vertreter der Beamten der Sicherheitspolizei bekräftige» hierdurch im Name« der von ihnen vertretenen Beamten aller demsche« Gane, daß fie nach wie vor in»nverbrüchlicher Pflichttreue unter Einsetzung de« eigenen Leben« im Pvlizeidienst für die vam Volke gevählteRrgirrnng eintrete« und jedem einzelne» Staatsbürger die Ruhe»nd Sicherheit gewähr- leiste« will, auf die er Anspruch hat. RamenS de» vcrtrrtrrtage»: gez.: Kern. Ein Waffenlage? See Kommunisten ausgehoben. Ein Beweis dafür, wie„friedlich" sich die Kommunisten die weitere Entwicklung der Revolution denken und mit welchen Mitteln fie gewillt find, die Mehrheit deS Volkes zum Schweigen zu bringen, geht aus der Meldung der Sicherheitspolizei hervor, wonach in der Nacht zum Donnerstag ein ganze» Waffendepot der Kommunisten ansgehoben wurde. Auf dem Landen- gelände in der Ostender Straße 32 wurden vier schwere und zwei leichte Maschinengemehre, 112 Jnfan- tericgewehre, Modell 93, und zwei Kisten mit Muni- tion ausgegraben. Die Sicherheitspolizei vermutrt, daß noch mehrere solcher ge- Heimen Waffenlager bestehen und ist eifrig dabei, ihnen auf die Spur zn kommen. Der �Genera!''streik. Trotz der gewaltigen Provaganda und des bruiolen Terrors hat die Aufforderung der Unabhängigen und Kommunisten, am IS. Januar die Arbeit zum Gedächtnis der Toten der Revolution ruhen zu lassen, wenig Erfolg gehabt. Zu den bereits im gestrigen Abendblatt veröffentlichte» Berichten aus einzelnen Be- trieben lassen wir noch nachstehende Meldungen folgen: Bei der Firma JulruS P i n t s ch, AnbreaSstr. 71, find von etwa 8100 Beschäftigte» gestern ganz« 3S Personen auSge- treten. Am Dienstag haben nur S Personen den Betrieb Verlassem Bei Z w i e t u s ch u. Co. in Charlottenburg hat alles ge- ackdeitet. Bei der Firma Fritz Werner, Marienfelde, haben von 1000 Beschäftigten 400 gearbeitet.— Bei der Firma Tele. funken, Tempelhofer Ufer, hat«in Zehntel der ganzem Belegschaft gestreikt Die Firma hat veranlaßt, daß 57 Arbeiter, die den Bescheid d-S ArbeiterauSichusses gar nicht abgewartet haben, sondern um US Uhr gleich nach Hause gegangen sind, s o- fort entlassen werden. Im Betriebe der R. A. G. erklärten sich bei einer am Donner»- tagtrüb vorgenommenen Abstimmung 10 38 Stimmen gegen und 77 2 für den Streik Entsprechend diesem Abstimmungs- ergeh nis kam es daher nicht zur Arbeitseinstellung. Di« ElektrizitätSzentrale Moabit hat am DicnS- tag au» Anlaß der Demonstration nicht geruht, wie irrtümlicher- weise in der Abendausgabe am 14. berichtet wurde, sondern ist in Tätigkeit geblieben. Diese Tatsachen zeigen sehr deutlich, daß rn. der Arbeiterschaft allmählich wieder die Vernunft die Oberhand aewinut. Lu unsoven Genossen ist eS nunmehr»dlich au» der Defensiv« htttmSzwgehe« und sich Mmz energisch gegen den Terrors». muS der Linksradikalen zu ivenden. Gestern ist damit der Ansang gemacht und ivir fpffen, daß die Miiyliedrr unserer Partei im Kampfe gegen die T erroriste n und Putschisten nicht erlahmen, soitdern überall sich sreudtg zu den Grundsätzen unserer Partei bekrurien: zur Demokratie und zum So» z i a l i S m u s. -i- Wie die„FreihsitSkäutpfer" die Meinungsfreiheit der a«. deren respektieren, dasür folgendes Beisviel auS einer Betrieb». Versammlung der Gummi fechrik„Herz", Köpenicker Straße 187. Ter Arbsiierrat berief am Doniiersiag gleich zu Beginn der Arbeitszeit eine Bersammluug ein. Nach der bekannten Methode hielt her radikale Härchtliug e.u Referat iiber die Demonstra. tion am Dienstag. J?n Laufe seiner �-chimpfkano-- na de stellte er die Behauptung uns. daß die Schießerei am Reichstag von Lockspitzeln der Regierung provo- giert worden sei. Unser Genosse Ancker erlaubte sich dabei den Zwischenruf„Beweise!". Sofort erhob sich ein wüster Sturm, währenddem sich die gewalttätigen Elemente au unseren Genossen heranmachren und ihn angrissen. Plötzlich ging— ob durch„Zufall" oder infolge einer Betriebsstörung, ist nicht genau festgestelltt— das L icht aus. Diesen Moment benutzten nun die Radikalen, um über unseren Genossen herzufallen und ihn gehörig zu verprügeln. Ei» Schlag jus Gesicht zertrümmerte sein AugenglaS. Nach Wieder- Herstellung der Ruhe und Beleuchtung wurde gegen sechs St im« m e n beschlossen, den Betrieb einzustellen und sich an der Gedächt- niSfeier für die Nevvlutiousopfar zu beteiligen. Sis»Totenfeier"' öer Kommunisten. Die für Donnerstag nach der Neuen Welt einberufene Totenfeier der Kommunisten wurde bekanntlich auf Befehl des Oberkommandierenden verboten- Im Lokal selbst wurde eine »liegende Wach» der S icherbeitZwehr eingerichtet, während auf den Straßen der Umgebung ein starker Patrouillendienst unterhalten wurde. Tie Ansammlungen von jungen Bur- scheu wurden ohne große Muse in kürzester Zeit zerstreut. Gegen 2 Uhr sollen nach dem Bericht einer Lokalkorrespondenz zirka 10 000 Personen in der Hafcnheide und auf dem Hermamrplcch herum- gestanden haben. Von einer Absperrung der Straßen wurde vollständig abgesehen. In der loyal st en Weise sorgten die Beamten der SicherbeitRockhir für die Aufrechterhaltung des Verkehrs. Zu einem Zusammenstoß kam es m der unteren Hermannstraße, wo eine Patrouille von den De man« stranten arg bedrängt wurde. Sie griff in ihrer Not zum Gewehrkolben und schaffte sich freie Bahn. Die. Ruhe wurde bald wieder hergestellt unb um 3 Uhr zsrstrsutcn sich die Massen. Virtsihaft. Ter Großhandel und Finanzmiuisterium. Der Zentralverband des deutsche n Groß» Handels will dem Umsatz iteueramt bei W Er. fassung d?5„wilden" Handels Helsen: „Die stattgefundenen Besprechungen haben ergeben, daß der R e i ch s f i n a n z m i n i st e r zunächst Wert darauf legt, den beteiligten HandelSlreiien in? Bewußtsein zu bringen, daß 1. die' Luxussteuer zum Unterschied deS früheren UmsatzstcuergesetzeS vom 26. Juli 1S18 beim Hersteller erhoben wird. 2. daß es zweckmäßig ist für die betreffenden Gewerbe« treibenden, die SuxnSsteuer rechtzeitig in Höhe von IS bis 17 Proz. einzukalkulieren, da eine besondere In« r e ch n u u g st e l l u u g der Umsatzsteuer nicht zu- ! ä s s/ g ist(§ 12). Falls sich herausstellen sollte, daß die eine oder andere Warengaltung nichr von der Umsatzsteuer betroffen wird, kann eine Rückvergütung der Steuer zugesagt werden. 8. die Zusammenarbeit der Finanzämter und der Fachver- bände müsse in der Feststellung der Anzeigepflickitigen vor allem in Erscheinung treten(§ 34), um ju vermeiden, daß Firmen irgendwie diese Anzeigcpflichr versäumen. Gerade darin wird eine Hauptaufgabe der Fachverbände be» stehen müssen, die Umsatzsteuerämter in der Erfassung d»r Ber- küufe von LuxuSgegenständon durch Privatpersonen zu unter« stützen, da die diesbezügliche» Vorschriften de« Gesetze« dazu dienen sollen, den legitimen Handel gegen den Wettbewerb von GelegenheitSvcrkäufern und Schiebern zu schützen.» Wichtig ist ferner insbesondere der§ 40 des neuen Umsatz. steuergeietzeS, in dem ausdrücklich vorgejehen ist, daß Verkauf«. angebote Namen und Wohnung des Verkäufers enthalten müssen, die dem Verleger beziehungsweise dem Drucker der Druckschrift gleichzeitig mit Bestellung des Austrages mitzuteilen find." Diese Mitarbeit des Großhandels ist ja sehr lobenswert. Wir möchten nun aber doch fragen: Wer kontrolliert den Großhandel und die von ihm betriebene Politik? Solange diese Spitzen« orgamsatione» rein kapitalistisch statt gem einWirtschaft« I i ch aufgebaut sind, hat daS Volk nicht die geringste Gewähr dafür, daß die Interessen der BolkSgesamtheit den Eigeu» intcrcsseu der Herren Großhändler vorangestellt werden. Frankreich«ud Schweiz in der Rheinfrage. Bekanntlich beabsichtigt Frankreich die Rheinstrecke EUaßburg— Basel mit mehreren Kraftwerken zu verbauen und für die Schiffahrr einen großen Seitenkanal zwischen Straßbnrg und Hüningen zu erstellen. Die Schweiz hält fest an dem freien Rhein und lehnt den Kanal ab, sie beruft sich auf die alten Be- fttmmungen der R h e i n i ch i f f a h r t s a k t e. Der Handels- und Jndustriekongreß wird sich selbsiverständlich ebenfalls auf den Standpunkt der schweizerischen Schiffahrtsinteressenten stellen und seinerseits ebenfalls Protest einlegen gegen die Verbauung des freien Rheinstroms. Ob sich Frm/reich viel um den Protest kümmern wird, ist freilich eine andere Frag-! Die Valutasorgen in drr Schweiz. Unser Baseler Korrespondent berichtet, daß der Zweite schweizerische Kongreß für Handel und Judustrie sich mit der Valutafrage besaßt, die fast so kritisch ist wie die Ar- beiterirage, denn durch die medrige Valuta der die Schweiz um- gebenden Länder ist der Außenhandel der Schweiz nahezu voll ständrg la hmgelegr. und es gilt nun, eine Lösung zu finden, um der vollständigen Stockung des Autzcnhandets vorzubeugen. bevor es zu spät ist. Es Hai mir dieser Frage sich schon einmal eine Konferenz von Vertretern der Industrie und d«S Handels beschäftigt, ohne ern positives Resultat zu erzielen. und es»il wenig Hoffnung, daß diese Konferenz eine entscheidende Lösung finden wird; die Balulafrage kann nicht ander» al» auf internationalem Wege gelöst werden. Die vorgespiegelte Wohlhabenheit! Trotz ungeheurer Verarmung und Verschuldung deS Staate» steigen auch in Italien die Sparkasseneinlagen. Endlos wird Papier zu Geld gemacht, das sich in Bankguthaben sanun-li und W ohlhabe uheit vortäuscht. Die„Economtsta d'Jtalia" weist darauf hin, daß nicht nur die Einlagen in den öffentlichen Sporkasien, deren Gesamtbetrag bereits im Mai lüly die Summe von 5 Milliarden Lire überschritten hat. in den letzte« Monaten durchschnittlich um 60—80 Mill. angewachsen find, sonder» daß auch die Einlagen bei den EmiisionSinstttuten und anderen größeren und kteinerrn Bankhäusern>.ch auf mehrere Milliarde« Lire belaufen. HewerffchaflsbewWng Nekchskonfereoz öer Muflklnftrumeatenarbetter. In diesen Tagen 5�md in Berlin die Neichsfcmfmiiz der im HolzarbeiterverbanS organisierten Musikinstrumentennrbeider statt. Im Vordergrund der Verhandlungen stand der Abschlug eines neuen ReichStaviss. Der erste Tarif war am Id. Februar 1019 zustande gekommen und galt für ein Jahr. Aon feiten der Arbeiter wurde er gekündigt, da er in materieller und ideeller Hinsicht den jetzigen Berhälwisscn nicht mehr entspricht. Auf Anregung des Verbandes der Kluvievindustriellen fanden vor der Neichskonferenz zentral« Verhandlungen zwischen Unternehmern und Arbeitern statt, die aber zu keinem Ergebnis führten. Die Unternehmer, die die Verband- lim gen angeregt hatten, lehnten eine Krörternng über die zentrale Regelung der Lohnfrage bzw. eme sofortige Teirerungszulage mit der Begründung ab, daß sie dazu keine Mandat« hätten. Räch Ablehnung der zentralen Verhandlungen hat die Konferenz nunmehr beschlossen, sofort örtlich vorzugehen, und hat alle Arbeiter verpflichtet, in allen Orten mindestens eine Mark Lohn- zutage pro Stirn de für Arbeiter über 18 Jahre auf die tatsächlich gezahlten Lohn- und Akkordsätze zu fordern. Für Arbeiter und Are baiterinnen unter 18 Jahren wird ein Sinndenzuschlag von 7S Pf. »erlangt. Die Konferenz faßte folgenden Beschluß Die zu der Branchenkonferenz der Klavier- und Mnfikinstru» me-ntermrbeiter Deutschlands versammelten Vertreter des Deut- fchen HolzarbeiterverbandeZ erklären im Raulen der Gesamt- kollegeirschaft, daß sie gewillt sind, das provokatorische Verhalten der Unternehmer mit allen zu Gebot: stehenden Mitteln zurückzuweisen. An die Mitglieder im ganzen Reiche richten sie daS Ersuchen, für die unvermeidlich« n Kämpfe alle nötigen Vor- kchrungen zu treffen. Ebenso fordevn sie den Hauptvorstand des Deutschen Holzarbeiterve rbandeS auf, zur erfolgreichen Durchführung dieser Kämpfe sofortige Ertrabeiträge für alle Verbands- Mitglieder in Höhe von einer Mark auszuschreiben. Die volle Unterstützung des Deutschen HolzarüeilerverbandeS werden dt« Musikinstrumentsnarbeiter finden, nud auch der Appell an olle Mitglieder wird nicht nur gehört werden, sondern freudig« Zustimmung finden._ Die verflcherlmgsaageftetttkn zum Abbruch ües Streiks. Anr 14. Januar referierte in einer in der R-uen Welt tagenden Massenversammlung der im Zentralverband der Angestellten organi- fieitcn Berliner VersichernngSangestellten Fritz Schinidt über die Ursache des Streikabbruchs. Er wandte sich zunächst gegen die Unterstellung der bürger« lichen Presse, als habe er seinerzeit im ZirluS Busch erklärt, daß der Streik der BersicherungSangeftellrer. zu einen, politischen Streik gemacht werden solle. Die Versicherungsangestellten kämpfen um bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse, um ihr Mitbestimmungs recht im Betriebe. Richtig sei allerdings, daß jeder größere wirtschaftliche Streik auch gewisss politische Auswirkungen habe. De: Streil durste nach feiner Ansicht nicht abgebrochen werden, bevor die BersichermigSangestelllen selbst einen derartigen Beschluß gefaßt hatten. Die Teilnahm« der VerhandlungS- kominiision allein berechtige nicht zu einen, derartigen folgen- schweren Entschluß. Wenn die Untenishmer aus dem Abbruch deZ Streiks folgern sollten, daß die Ailgestellten durch den Abbruchs des Streiks ge- schwächt seien, so koninen sie schon in der nächste» Zeit eine außer- ordentlich starke Enttäuschung erleben. Gegen die Versuche einzelner Unternehmer, mißliebige Angestellr« zu beieingen oder sie in der Ausübung ihres Mitbestimmungsrecht! zu beschränken, werden die Berliner Angestellten ours dcfe entschiedenste Front machen. Die Vereinbarungen des Zentralverbandeö bezüglich des_ Mitbestimmungsrechts besagen nichts werter, als� daß bei Zustandekommen des Betriebsrätcgeietzes nicht etwa dieses automatisch an die Stelle des biSherigen'MtbeftiminuugSrechtes tritt, sondern daß vielmehr da« bisher im Vertrag gewährleistete Recht ergänzt wird durch die Bestimmungen de« BelnebSrätegesetzeS, die über da« bisherige Mitbestimmungsrecht hinausgehen. Ebenso werden selbstverständlich die Magdeburger Beschlüsse die VerhandlungSöafis bei den Tarisverhandlungen bilden. Wenn die Angestellten weiter bin zum Kampfe entschlossen find, dann werden wir diesen im Falle der Notwendigkeit erneut aufnehmen und leventuell kür Berlin allein) mir Snlschredenheit durchführen. tLcbh. Bestall.) Dr.« o l l b r e ch t gab alsdann ein« chronologisch« Darstellung des verlaufe« deS Kampfes und wie» in feinen Ausführungen nach. daß. wenn man auch von einem vollen Siege nicht sprechen kann, doch sestgestcllr werden muß. daß die Arbeitgeber durch den Streik gezwungen wurden, in wesentlichen Punkten nachzugeben und sich an den BerbaudlungZtisch zu setzen. Er charalrerifierte insbesondere die Hinterhältigkeit der CewerkschastSbündler. die bisher in jedem Kampfe gezeigt haben, daß-S ihnen mit der Durchführung emeS solchen nicht ernst ist. In der DiSku'sion wird scharfe Kritik an den Entscheidungen de» Hauptvorstande« geübt. Stürmische Zustimmung wurde den Kollegen Schädel, Frankfurt am Mai» und Völker, Breslau, gezollt, die ebenfalls den schnellen Abbruch des Streik« verurteilen. Schädel erklärt unter stürmischem Beifall der Versammelten, daß. wenn die An- gestellten verhungern sollen, dann auch die Nnternelnuungen daran zugrunde gehen müssen. Bei aller berechtigten Kritik gegen den Hauvtvorstand ermahnt er die Kollegenschaft, über der Kritik nicht die Notwendigkeit der Geschlossenheit der Angestellten zu vergessen und alle« zn tun, um auch den letzten Angestellten der Organisation zuzufübren. damit der Kampf, erneut aufgenommen, auch mit vollem Erfolg beendet werden kann. Im Schlußwort ermahnt Schmidt die Kollegenschast noch einmal zu einmütigem Zusammenhalten und bereit zu sein zum Kampfe. Er findet in seinen Ausführungen stürmische Zustimmung der versammelten. ES gelangen dann eineNeihs von Anträgen zur Annahme, die eine bis zum 29. Januar auszuzahlende WirtschaftSbeihilfs und für den Fall, daß der Tarif nicht bis zum 31. Januar erledigt ist, die Zahlung eines Provisoriums fordern. Ferner wird in den An- trägen verlangt, daß an Stelle deS Kollegen Giebel Kollege Fritz Schmidt di: Verhandlungen führt, daß am Magdeburger Em- lvurf festgehalten wird, daß Uebeistunden und Hausarbeit zunächst abzulehnen sind und daß die jüngeren Kollegen bei der GehaliS- vcrbesseruug stärker berücksichtigt werden. Zum Schluß wird folgende Resolution einstimmig angenommen: Die in der.Reuen Welt' versammelten Versicherungsangestell- ten erklären, daß«S eine irrige Ansicht der Arbeitgeber ist. wenn sie glauben, daß die im Zentralverband vereinigten versicherungs- angestellten in der Entschlossenheit, ihre begründeten Rechte zu ivohren, erlahmen. Die Groß-Berliner VersicheningZangestellten sind gewillt, fall« die Zugeständnisse der Arbeitgeber ungenügend sind, in ihrer»ngeschwächten KampfeZkraft erneut die letzten ge- werkschaftlichen Mittel zu benutzen. Eine außerordentliche Fnnltionirsitznng deS Deutschen Eisen« bahnrrverbandcZ, Bezirk Groß-Berlin. nahiu zuerst einen Bericht über den derzeitigen Stand der Tarisverhandlungen entgegen. In reger Diskussson wurde u. a. auch darauf hingewiesen, daß die Kollegen von Wustermark nur zum kleinen Teil in Wustermark und Umgebung wohnen rmd zwar 47, in Staaken 48, in Spandau 119 und in Berlin IIS, und dennoch wird Wusterhausen nicht in die Lolinklasse l» genommen. Sollte da« Ministerium nicht»rkennen, daß schon durch die Fahrt vom»nd zum Arbeitsort eine ver- teuerung der Lebenshaltung entsteht? Allgemein wurde betont, daß wenig Verständnis für die Notlage der Eisenbahner bei der ver- waltnng zu finden ist. Die Verhäugung de» AuSiiahmezufiande« wird besonders als eine Maßnahme angesehen, welche e? unmög- lich macht, die Kollegen zn informieren und die Angriffe, denen die Eisenbahner ausgesetzt sind, genügend zurückweisen zu können. Ein Antrag, den Zentralvorstand zu beauftragen, beider Regierung die Zurücknahme des Belagerungszustandes und die Wiederber- stellnng der Pressefreiheit zu verlangen, fand«instimmige An- nahmen Für die Angehörigen der Toten vom IS. Januar sollen Sammellisten herausgegeben werden. Tie oberschlefifchen Tarifverhandlungen. Di« Tarifv-ihandlunge» zwischen dem verband der Arbeitgeber der oberichlesischeit Berg- und Hülteiiindnstrie und den Arbeit« nebmern find noch in der Schwebe. Sie Wersen am 17. d. MtS. wieder Pifgeuommen. ES find allerdings noch einzelne Schwierig- leiten zu überwinden, die zunächst in der Differenzierung der Löhne sowie in der Gruppierung der einzelnen Arbeitsgruppen bestehen. Zurzeit wird darüber verhandelt, ob eine gleitende Lohnskala auf Grund bestimmter Indexziffern eingeführt werden soll. Der vor« schlag, automatische Teuerungszuschläge von je 10 Proz. monatlich bis 1. Juli zu gewähren, fand keine Billigung, da keine Gewähr dafür besteht, ob nicht ein böherer Teuenmgszuschlag nötig wird. Augenblicklich gehen die Verhandlungen dabin, ob nicht lieber wöchentliche TeuernngSzuschläge einzusühren find, über deren Höh« «ine Einigung jedoch noch nickt herbeigeführt ist. ES ist zu be- grüßen, daß von beiden Seiten volle« Entgegenkommen gezeigt wird. Auch der Arbeitgeberverband zeigt Verständnis für die durch die Teuerung bedingten Arbeiterforderungen, wenn er auch anderer- isitS stark feine Interessen wahrt. Jedenfalls ist«ine vorläufige Einigung dabin erzielt, daß laut den Bestimmungen der Reicks- arbeüsgcmeinschaft die Sonderzufchläge infolge der erhöhten Preise für unentbehrliche Lebensmittel gezahlt werden. Solbaienrät« in Frankfurt a. M. fein« zersplitternde Tätigkeit ans» übte, machte er nock den Eindruck eines Revolutionärs.mit weben- dem Lockenhaar'.(Natürlich bildlich gesprochen.) Gestern!am er un« so gedrückt vor. Wir hatten den Eindruck, daß er als gesckick- ter Steuermann zwischen der mebrheitSsozialistischen Szylla und der unabhängigen CharybdiS hindurchzulavieren versuchte.' Zum Streik in der Putzengrosbranche. vom Zentralverband der Angestellten erhalten wir folgende Zuschrift: Die in der TomierSiog-MorgviauSgabe im.Vorwärts' er- schienen« ftotiz über den Streik in der Putzcngroöbranche ist nichr von einer freien Gewcrksthast, sondern von dem in dieser Branche bestehenden Fachverbande»erfaßt worden. Freie Gttverk schaff u sind an dem Streik nicht beteiligt. Der Zentrawecband der An- gestellten hat auf einstimmigen Beschluß seiner Mitglieder in dieser Branche einen Tarifvertrag abgeschlossen. Ter Fachverband will aber seine eigenen Wege gehen uns glaubt, durch einen rn aller Stille vorbereiteten Streik seine VerdanvSgeschäfte besorgen z» können. In hermetisch abgeschlossenen Mitgliederversammlungen sind die Mitglieder des Fachverbandes zum Streik veranlaßt worden, ohn- daß sie über die neuen Gehaltssätze gewissenhaft informiert wurden. Beim Zentralverbcmd der Angestellten liegen Beweise vor, daß den Mitgliedern des Fach Verbandes niedrigere Gehaltssätze genannt wurden, als der neue Tarif vorsieht. Der in der„Vorwärts"-Rotiz besonders erwähnte Passus befind»- sich über- Haupt nicht im Teviwertroge. Der Zweck des Streiks ist jedem Kenner der Dihtaiion klar. Ter Fachverband will durch seine Ueberrumpelunasstrategi« seine» Mitgliedern zeigen, daß er tüchtiger ist als die freien Gewerkschaften. Die Leidtragenden aber sind die Angestellten, denen jede geschlossene Aktion durch daS eigenbrötlerische Verhalten deZ Fachverbar des"n- mögl'ch gemacht worden ist._ Reiufall der Generalstreitler. Pariser Meldungen zufolge hat di« Geueralversanimlnng der Confödöration Gänsrale du Travail am Mittwoch, den 14. Januar, mit 110 gegen 22 Stimmen einen Antrag der Extremisten auf Erklärung deS. Generalstreiks abgelehnt. Zentralverbanv der«ngeftellten, Nachgrnppe 14—1». FnnNw- nöre und Angeftelltenansschuhmstalieder der Metall- und Slckro-Jndulni« beute, Freitag, abends S'/, vdr, versannnlung in den Mufikerfälen. Kaller- Wilbelm-Str. 3l. TageSmdnnng: Besprechung der Tarisverhandlimgrn der verschiedenen Sektwnen. MnfUinstrttineuten.Arbeiter! Am heutigen Fr-Uaguachmittaz b Nbr bei Kliem», Hornheide, Branchenvers cimmlnnz. Tagesordnung: Bericht von den zentralen Berhandwugen. Berich! von der Blanche«- konferrnz. Stellungnabme zu der gesorderten Teuerungszulage. Zum Ausgleich der neue« Preiserhöhung. In einer Sitzung der Gewerkschaftsvorstände Magdeburg« wurde der Beschluß gefaßt, eine einheitliche Aktion in die Wege zu leiten. um die durch die Prämienzahlung an die Landwiaschast verursachte Teuerung im Lohn auszugleichen. Der Karlellvorstand wurde be- austragt, die Beschlüsse der Gewerkschaften den Aröeitgeberverbänden zu unterbreiten. Die Gewerkschaften traten in ihrer Mehrzahl dem Beschluß der Vorstände bei, wonach als Lohnausgleich für samt- lich« ledigen Beamten, Angestellten. Arbeiter und Arbeiterinnen 2b M. und für verheiratete 80 M., außerdem für jedc» Kind 2.50 M. wöchentlich zn bezahlen find._ Die Aufgabe« der Gewerkschafte« in revolutionärer Zeit. Diese» Thema behandelte der.revolutionäre' Gewerkschaftler D i ß m a n n in der Kieler Ortsgruppe de» Deutschen Metall- arbeiterverbandeS. Unser Kieler Parteiblatt, die.SchleSwig-Holstcimsche Bolls« zeitung', würdigt den von abgestandenen politischen Schlagworten durchsetzten Vortrag u. a. mit folgenden treffenden Sätzen: .Wer aber glaubt, daß dieser Borlämpfer jener Gruppe des Proletariat», die das Wort.revolutionär' für sich in Erbpacht genommen hat auch nur einen neuen Geftchlspunlt vorgetragen hätte. ist gewaltig auf dem Holzwege. Er sang die alien Tiraden von der beabsichtigten Ueberbrückung der Klassengegensätze durch die Arbeitsgemeinschaften, an die auch der dümmste Sozialdemokrat nicht denkt, streifte die.verfehlte Kriegspolitik d?r Gewerkschaften' nnd rührte den ganzen Brei wieder auf, der im Tagesstreit der Meinungen längst seine Wirkung verloren bat.... ES will uns bedünken, daß sehr viele Leute bei der rmmer wieder als notwendig betonten Revolutionterung der Köpfe ihren eigenen Kopf ausnehmen. Ais Dißmann kurz nack AuSSrpch der Revolution auf einer Konferenz der Arbeiter« und Silüungsveranftaltungen. Bezirksbildungsausschuh Gros,-Berlin. Bebelfeier Sonntag, den 22. Februar in der Festhalle de» StadtbauseS. Stralauer Straße. Eintrittskarten, 2 M., zu haben bei den Zlbiellunn�- kaifierern, bei Horich, Engeluser 15, Borlvärlibuchhendlung. Lindrnstr. 2, Bureau de» BildimgSauSschusseS, Lmdenstr. 8, 2. Hos IV, Zimmer 10, geöfwet von 6—4 Uhr, Donnerstag Ö— 1 und 5—8 Uhr. Festkonzerte. Nächste Folge:.Hellere Musik' am Sonntag, den 25. Januar, nackm. 3 Uhr km Blütbnersaal. Lützoivftr. 75 Nur Inhaber blauer Karlen baben Zutlitt. Für gelbe Karten Sonntag, den 1. Februar. —•~ V 14. März f" M» sür rote«arten Sonntag, 21. ST— Musik' den rz, sür grüne Karlen Sonntag, deir 21. Mörz. Wkr empschlen bringend, die Marke» sür da« Konzert.Heitere im Blüthnersaai sofort einzulösen. Jugenüveranstaltungea. Abt. kJesten. Hellte 7 Uhr: Lichtbildervortrag:.Tie Slle:tboh» und ihr Glei»', an Kantinenraum der Baugewerkschule Kurfüritenstr. 141. Eintritt 30 Ps.— Wedding. Heute 7 Uhr, in der 305. ftemcMdeschule. Lüttlcher Str. 8: Diskussion«abend..Wie soll man wandern?'— Zur Führung durch das Bau- und VerkeHrSmujeum am Sonntag treffen'ich die Genossen um>/,10 Uhr km„Jugendheim", Lüttiter Str. 38.— Ltv:. Konigswlisterhanicn. Restaurant„Zum Lustschtss". Heute Vorncu: „Geichichte der Jugendbewegung".— Abt. Ltchtcnbcra. Parkaue t0. Heute'1,7 Uhr: Vortrag«- und Leseabend.— Abt. ÄentlAln-Skid. Rogakstr. 58. Heute 7 Uhr: Vortrag.„Die Qrlmdlazcn der Stettrotechmt". — Abt. Sttcderschöuhause». 1. Kemeindeschule, Blanken bürg er Str. 69/70 (Zimmer 23). Heute Tj, Uhr: DiSkutitrabend über:„Der Mädchenabend'. — Abt. Nordost. ThristSurger Str. 14, Schule(Zimmer 14) Vortrag: „Was ist SozlalksnmS?"— Abt. Cften. 253. tLrmemdeichule, Stran- man nur. 6. Heute: DiStutkerabend.„DaS Wandern und leint Bedeutung". — Adr. Pankow. Wollantstr. 131(Schule). Heute: Borirag...Geschtchte unserer Jugendbewegung".— Abt. Rosenthal. Gemeindeschule, Kast-iiiiei!- Altee. Heute: Turnen.— Abt. SchSnbanser Vorstadt II. 222/23?. Ge- metndeschule. Pappelallee 41/42. Heute: Vortrag.„Erziehung zum Sebent- kamvs".— Abt. Spandan. Aslauierring. Heute 7 Uhr: Bortrag„Die Revolution von 1848.— Slvt. Tegel. Bahnhosftr. Zo. Heute 7 Uhr: Diskulierabend über die letzte Rümmer der„Arbeiter-Jugend".— Abt.' Treprow-Baumschaiemoeg. Slienstr. 3: DiSkutiernbend.„Die Mit- arbeit der Erivachieven in der Jugendbewegung".— Stb». Weisscusce. Woeltpromenade 1. Heute'st 8 Uhr: Vortrag ,Llcvo!nt!onSdicht-r".— Tempel Hof ivtarienborf. Sonnabend 7 Uhr: Gemein, anred LMnleriefl beider Abteilungen bei Veits, Tempelhos. Dorsstratze, Eck« Berliner Stra'.e, unter Mitwiriuilg des Tempelhojer S. P. D.. GesangSvereinS. Karten find noch an der Kasse zu habe«. BöetteranSsichte« kür das mittlere Rorddentsckiland bis Sonnabend mittag. Ziemlich mild«, meist wolkig, späterhiu Rege-ffälle bei südwesUichen Winden. Berantw. für den redaktioa. Teil: Akt»» Zicklet, Charlottenburq: wr«»zciqcir: Tb. Hl-cke, Berlin. Lcrlag: VoewSew-Jerl-g E. rn. b. K. Berti.,. Dnui: Bor. wilrts-Buchdructerei u. Berlaasa»statt Paul Siaaer u. To. Berlin. Sindenlk. S. Hier»» l BcUage. tliniri* tin'jniiVAV'*' Qencral-Vertreter: Vertriebs�eseltechaft ffif öreaaerei KrieuxalSSe w. b. H., Berlin W 9, Potsdamer Str. 23a. Telephon: Kurfürst 743