Kr. SS.»7. Jalir». Bezugspreis i vittteliihrl. IS�O OT;. monatt.*50 M!. tte ins Jiou» ootmi« aijlbot. Post- fcfVJS Monatlich*50 Ml» cxkl. Zu- klillunzsqebiilir Unier Krrujldand für DsMichland und Oesterrrich- Ungarn 7.7ö MI»-ilr das übrige Ausland 18.— Ml» bei täp ltd) e 1 nmo:. �uUellunz 10,— M'+ Baiuta»Au schlag. Poll» beitellungen neuinen an Oauemark. Holland, curemdurg. Schweden und die Schwell- Singelraaen n die Poll- 'eilungs. Preisliste. Her..Porwaris' mi> der SonMags» betlag»»Voll u.3t;t* ericheim wochen» «flliai lweimal Sonntage einmal. Teiegramm-Adreste jSoiioltteaartae Berlin" Abend Ansgabe. Berliner Oollr�blott ( ISPfenn'g) Anzeigenpreis: Die achtgelvaltene NonoarelllejeNe lostei 2.— M., Teucrungszutchlag 60%. „Aleiae Anzogen", das iett» gedrnckle War, 75 Pfg.(zulässtg zwei iettgedruckre Worle), iedes weiter« JSoti 50 Etellengeiuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort 65 Pig» iedes weiter» Wort 40 Pfz. Worte iiber 15 Luchstaden Millen liir zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien. Anzeigen, politische und geweriichaftlich» Vereins> Oln'eiqen Ml. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen iür dii nach st e Mummer müssen bis S Ahr nachmittags im Hauvtgelchiisi. Berlin SW68 Linden» strasze 8. abgegeben werden. Oiebisnet von 9 Uhr irllh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemohratifchen Partei Deutfcblande Neüaktion und Expedition: Slv. öS. Ündenstr. 5. .7ern(urertier; Ami Moriiivlan, Nr. t.»l»0— I.II»7. Freitag, den 16. Januar Vorwärtsoverlag G. m. b. f>., EW. öS, Lindenstr. 3. Rerniurrdicr: Amt Morttivlau, Nr. I17 5il— 54. Die Mslieferung Wilhelms verlangt. Das Setriebsrätegefetz und die Seamten. An Laufe der Donnerstagsberatung der Nationalver» .sammiung über die§8 10 und 13 des Betriebsrätegesetzes war es ergötzlich anzuhören, mit welcher Liebe sich die U n- abhängigen und die B o l k s p a r t e i l e r der Beamten annahmen. Sowohl die Redner der Linken als auch der Rechten meinten, die Beamten seien durch die vorgeschlagenen Bestimmungen völlig entrechtet. Nach Ansicht der Linken da- durch, daß man die Beamten nicht samt und sonders in das Gesetz einbeziehe, nach Ansicht der Rechten dadurch, daß man gewisse Gruppen von Beamten als Arbeiter im Sinne dieses Gesetzes betrachten kann. Auch wandte sich der Volksparteiler scharf dagegen, daß man Angestellten und Arbeitern, die Be- amtendienste machen und setzt schon ihre Vertretung in den Beamtenansfchüssen haben, nicht durch eine Bestimmung des Gesetzes das Recht zusprerfc. auch weiterhin in diesem Sinne als Beamie behandelt zu werden. Selbstverständlich entbehren diese Reden seder sachlichen Berechtigung� sie haben nur agitatorisck)en Wert. Zu einer Beunruhigung liegt cibsolut kein Grund vor. � Alle vorge- schlagencn Gesetzesbestimmungen sind wohl überlegt und führen weder zur Entrechtung der einen noch der anderen Gruppe Sicher wäre es etwas Adeales, und wir Sozialdemo. kraten würden dem herzlich gerne zustimnien, wenn wir die Beanlitenräte auch durch das Betriebsrätegcsctz schaffen und so die gesetzlickien Vertretungen der Hand- und Kopfarbeiter ausnahmslos unter eine Decke bringen könnten. Leider ist dies aus mancherlei Gründen unmöglich. Tie bürgerlichen Parteien, mit denen eine Koalition zu bilden wir nun einmal gezwungen sind, würden einem solchen Antrag niemals zustimmen. Es läßt sich auch nicht ver- kennen, daß die Stellung des Beamten, vom Gesichtswinkel des Betriebsrätcgesetzes aus betrachtet, eine andere ist, als die eines- Arbeiters- oder Angestellten. Verschiedene Befug- nissc und Rechte, die man diesen in den Betrieben einräumt und die sie mit zu Trägern der Produktion machen, wird man schlechterdings dem Beamten nicht übertragen können. Aus dem einfachen Grunde nicht, weil es sich bei vielen Beamten gar nicht um eine eigentliche Produktion handelt. Hinzu kommt noch, daß der Arbeitgeber des Beamten. das Reich, das Land, die Gemeinde, über ihn gewisse Disziplinarrechte haben, ohne die sich ein geordneter Be- chördenbetrieb gar nicht denken läßt. Und schließlich ist auch die unkündbare Anstellung des Beamten zu berücksichtigen. Dies alles muß bei Schaffung der Beamtenräte natür- Nch niit in Betracht gezogen werden, und deshalb können die Beamten nicht von heut auf morgen und ohne weiteres unter das Betriebsräteaesetz gestellt werden. Sie erhalten, wie eS die Reichsverfassung vorschreibt, ein Beamtenräte- g e s e tz, desien Entwurf schon fertiggestellt ist. Er wird der Nationalversammlung hoffentlich recht bald zugehen. Die Bestimmung des Kommissionsentwurfes des Be- triebsrätegcsetzes, nach der gewisie Gruppen von Beamten und Beamtenanwärter als Arbeiter oder Angestellte im Sinne - des Gesetzes angesehen werden können, muß man als b e- r e ch t i g k anerkennen. Es gibt eine Anzahl von Betrieben des Reiches usw.. in denen neben sehr wenigen Beamten eine große Menge Angestellter und Arbeiter beschäftigt werden. Man denke doch nur beispielsweise an die Betriebe der staat- lichen Theater, die abgeschlossen für sich und ohne jeden Be- Hördenaufbau als selbständige Einrichtungen dastehen. Die Zahl der bei ihnen beschäftigten.Beamten ist minimal. Es wäre widersinnig, diesen Beamten, d/ren ganzes Arbeiten sich in innigster Gemeinschaft mit den beim Theater Ange- stellten und dort beschäftigten Arbeitern abspielt, das Recht zu versagen, in dem Betriebsrat auch ihre Vertretung zu suchen und zu finden. Andereneits denkt kein Abgeordneter der Mehrheit? Parteien daran, jenen Arbeitern und Angestellten, die Beam- tendienste versehen und jetzt schon ihre Vertretung im Beam- tenausichuß haben, diese zu nehmen. Wenn eine diesbezüg- liche Bestimmung im Kommisiionsentwurf fehlt, so hat das seinen Grund. Grundsätzlich sollen alle Arbeiter und Angestellten unter das Betriebsrätegesetz fallen. Werden die im Beamtendienst siebenden Arbeiter und Angestellten hiervon ausgenommen. ohne daß ihnen gleichzeitig eine andere gesetzliche Vertretung gegeben wird, so stehen sie nach Verabschiedung des Gesetzes im Gegensatz zu allen ihren Bcrufsgenosien ohn� jede Vertretung da. Dies soll vermieden werden. Die Bestimmung. daß diese Angestellten und Arbeiter im Sinne des Beamten- rätegesetzes als Beamte zu gelten haben und in ihren Ver- Ententenote an tzollanü. Nachdem der Frieden seschlaflea ist. wiri» das Rad der Ge- rechtigkeit, wie man sie im Lager der Alliierten Ausfaßt, weiter rollen. Die Entente verlangt nunmehr formell die Auslieferung deS Exkaiser» durch Holland. Die entcntistischen Regierungschef« genehmigten am Don- nerstag in Paris den Wortlaut der Note, die im Namen deS Obersten Rates an die holländische Regierung ge- richtet wird und dir daS Begehren auk Auslieferung des Kaiser» Wilhelm II. enthält. Tie Note, die wahrscheinlich am Sonntag ilbermittclt wird, bezieht stch auf Artikel 227 des Bersailler Pertrages, der die Berseyung des früheren Kaisers von Teutschland in Anklagrzuftand vorsteht. Tie Alliierten laden Holland ein, sich an der Erfüllung dieses Werkes der Ge- rechtigkeit zu beteiligen. Die Note ist in frcundfchaft- l i ch e m Tone gehalten. Demzufolge hat die holländische Mitteilung in Paris, daß der holländischen Regierung das AuSlicfcrungSbroehren sehr u n a n- genehm sein würde, weil Holland da« Asstlrecht für politische � Flüchtlinge nicht verletzen möchte, nicht die gewünschte Wir. k u n g gehabt. Ob die Auslieferung deS Kaiser» tatsächlich statt- findet, ist natürlich keineswegs sicher. Es wäre denkbar, dah Hol- land im freundschaftlichen Tone die Buslieferung ablehnt und dah sich die Entente«ach mehrmaligem Briefwechsel damit begnügt, . de« vaiserprozeh ohne den Kaiser durchzuführen und ihn in coa- 1 tumaciam zu verurteilen. Versammlungsverbot. Reich.?webim nister Noele hat sollende Veroidnung erlassen: Aui Giund der Verordnung' de« Reicbspiäsidtznten vom 13. Januar 1920 veibiete ich bis aus weiteres alle von der K o ni m u n i st i i ch e ii und Unabhängigen Sozialdemo- lratiichen Partei veranstaltete» ioaenannten Gedächtnis- feiern. Ferner verbiete ich die vom Arbciierrat der Arbeitsloien Groß Berlin«, der-lenirale der Äoniniunistiichen Partei Deutsch- landS und der Unabhängigen Partei Deutschlands, Bezirk Berlin, eiuberufeuen Arbeilslosenveiiaminlungeii am Fieitag, den 16. Januar, � tgid die sllr Freilog. de» 16. Januar. 7 Uhr abends, in den Ger- mania- Festtälen, Chausieestratze HO, von der Freien Bereinigung der BerkehrSarbeiter Groß» Berlins cinbentfene Ver iammlung mir der Tagesordnung:»Die Nollage der Verkehrs- arbeiter". Entfcheiüuna in üer �uslieferungsfraae. Der Pariser Korrespondent der„TimeS" berichtet, dah die Frage der Auslieferung de» deutsche« Kriegsschuldigen jetzt end- gültig entschieden sei. Tie Alliierten hätten sich große Mühe ge- geben, um bei der Entscheidung zu zeigen, daß eS durchaus nicht in ihrer Absicht liege, an dem Feind Rache zu üben, sondern daß sie eine gerechte Bestrafung der Missetäter wünschten. DeS- 1 halb hätten sie auch gar nicht die Absicht, die AuSliefrung von Männer« wir Ludendorff und Hindcnburg oder anderen Generälen zu verlangen, die den Krieg rücksichtslos durch. führten, ohne dabei die Grenzen dev Erlaubten zu über. schreiten. Die englische Liste enthält die Namen mehrerer Personen, die im Zusammenhang mit dem U-Boot-Krieg hervorgetreten sind. ES wird auch dir Ausliescrung von Offizieren verlangt, die den Befehl gegeben haben sollen, auf englische Seeleute z« feuern, deren Schiffe torpediert waren nnd die sich aus dem Wasser zu rette« vre. sucht«. Ferner sollen dir am Prozeh Fryatt Beteiligten ausgeliefert werden und wahrscheinlich wird auch die Auslieferung von Admiral Tirpitz verlang, werden. tretungen Sitz und Stimme erhalten, gehört nicht in das Betriebsrätcgesetz. sondern in das Beamtenrätegesetz und wird auch in diesem erscheinen. NamenS der Mehrheitspar- teien hat der Abgeordnete Luppe auf die demagogischen Reden von rechts und links auch eine entsprechende Erklärung ab- gegeben und überdies die Regierung-aufgefordert, zur vollen Beruhigung der Gemüter noch einmal zu der Frage Stellung zu nehmen. ,/ Das„revolutionäre Nätesvstem" der Eisenbahner wird natürlich trotz der beweglichen Klagen der Unabhängigen den gesetzlichen Betriebs- oder Beamtcnräten weichen müssen. Vielfach mißverstanden wird auch die Bestimmung des Gesetzes, welche die Bildung von Einzel- und Gesamt- betriebSräten sowie ihre Abgrenzung und ihre Be- fugnisie gegeneinander für die Unternehmungen und Ver- waltungen des Reichs usw. im Verordnugswege vor- sieht. ES kann auf den ersten Blick scheinen, als ob mit dieser Bestimmung die Schaffung von Beamtenräten im Ver- ordnungswege beabsichtigt sei. Ties trifft natürlich nicht zu. Die zu erlassende Verordnung hat lediglich den Zweck, die Unternehmungen des Reichs ibrer Ausdehnung nach abzu- grenzen und den einzelnen Betriebsräten zuzuweisen. Ferner wird sie festlegen, welche Befugnisse dem einen Rat gegen- über dem anderen zustehen.> Es ist also— wie gesagt— weder für die Beamten noch für die Arbeiter oder Angestellten im Beamtendienst irgend eine Ursache zur Beunrubignng vorbanden. Mre Interessen sind bei der Beratung des BetriebSrätegese�es. ebensowenig wie da? irgend einer anderen Gruppe vost Arbeitern oder Angestellten übersehen worden. Das Beamten- rätegesetz. das selbstveiständlich erst nach der Erledigung des Betriebsrätegeletzes in Angriff genommen werden kann, wird den Voweis erbringen, daß nichts versäumt worden ist. Die Brandreden von rechts und links waren also mehr Aur�ohnbeweyunflöerTe'earaphenarbeiter Der„Zentralverband Deutscher Post- und Telcgraphenbe-- diensteten" sendet uns zu dieser Frage einen umfangreichen Ar- tikel, dem wir folgendes entnehmen: Seit einiger Zeit werden von unberufener Seite dauernd Notizen in die Berliner Tageszeitungen, wie auch in die Provinz- presse lanziert, in denen mitgeicilt wird, daß die Telegraphen- arbeiter m Braun schweig, Cassel usw. in. den Streik! ge- treten sein sollen. Diese Nachrichten sind unwahr. Infolge der langsamen Verhandlung, die über die Lohnforde» rung der Telegraphenarbeiter gepflogen wurde, kam eS zu Teil- streikS im Sitz Bochum, ob mit Zustimmung der Verbandsleitunz, können wir leider nicht sagen. Auch Sabotage ist getrieben worden, die wir aufrichtig im Ansehen der Telegraphenarbeiter. schaft bedauern. Wir glauben nicht, daß unsere Kollegen im Rheinland zu dieser Handlung die Hand geboten haben, wir glau- ben vielmehr, daß die Sabotage getrieben worden ist von Elemen- ten. die am allerwenigsten dazu berufen sind. Fernsprecheinrich- tungen, die dem Interesse der Allgemeinheit dienen, in dessen Diensten sie stehen, lahmzulegen. Im Januar dieses Jahres kam ein Erlaß des R e i ch s p o st- Ministers GieSbertS heraus, in dem dieser sich bereit er- klärte, sich dafür einzusetzen, daß dem mit den Telegraphenarbei tern abzuschließenden Tarifvertrag rückwirkend« Kraft vom t. Januar 1920 ab beigelegt werde, und daß dle Löhne und Teuerungszulagen der Telegraphenarbeiter vom 1. Januar 1920 vor- schußweise nochmals um denselben Betrag erhöht werden, um den sie gemäß der Verfügung vom 20. Dezember 1919 erhöht worden seien.' Ein weiterer Schriftwechsel mit dem Rerchspostminister ergab weitere Zugeständnisse an die Telegraphenarbeiter, und eS ist zu hoffen, daß die kommenden Tarifverhandlungen endlich den Ar- 4 beitern das Existenzminimum verschaffen werden. Der Zentralverband deutscher Post- und Telegraphenbedien- steten, Sitz Berlin, hat zum 1. Februar 1920 einen autzerordent- lichen VerbandStag nach Berlin einberufen. Auf diesem wird der Tarifvertrag nebst den weiteren Lohnforderungen und-sonsti- gen Bezügen durchberaten und darüber Beschluß gefaßt werden. Streikobftkmmuna in öreslau. Wie die„Breslauer Zeitung" mrldet�hattc die in den einzelnen Eisrnbahnwerkstättrn Breslaus Freitag vorgenommene Abstimmung folgendes EtgebniS: 4860 für die Aufnahme der Arbeit, 3657 für den Streik, 271 zersplittert. Die Arbeit wird also unter de« Donnerstag bekanntgegebenen Bedingungen aufgenommen._ ftus der Werkstatt der Enthüller. Dem UntersilckNlngSauSsckiuß der Sostaldemokraliickien Parte zur Aufklärung des.Falles® f l a r z* ist ein neues umfang- reickieS Material zugegailgen, über dessen Beschoffung der Verleger Baumeister, der eS überreicht hat. folgende Angaben macht: Eines TageS sei bei ihm ein nnbekannter zurückgekommen auS- sehender Mann erichienen, der ibm wichtiges Material zur Auf- bellung der Tretbereien bon Sklarz. Scheidcmann und anderen deutschen Politikern zum Kauf angeboten bälte. Er habe ihm ganz offen geioat. daß er dieie« Material bei dem deutschen Legatious- aitachee Prinz Wiitgensiein in Kopenhagen gestohlen hätte und eS jetzt möglichst vorteilhast veräußern wolle. Baumeister habe ihm bann 150 Mark gegeben, damit er daS angeblich in Dänemark deponierte Material nach Berlin schaffen könne. Räch einiger Zeit ist der Mann wieder bei ihm erschienen und hat ihm erklär«, daß die Originaldokumente ihm leider bei Ge- legenheit eines RautbandelS vernichtet worden seien, aber er bat die Briefe und Telegramme so genau im Kopfe,- daß er sie zu jeder als überflüssig, doch wir stehen vor den Wablen. da Zeit aus dem Gedächtnis wieder herstellen könne. Auf«uf muß agitiert werden. Willy Steinkopf, iforderung Baumeisters Hab« er sich dann hingesetzt und insgesamt 16 icpefräen»nd Briese diktiert, die angeblich wörtlich mit d'en ver« nicki'ten Orizinalen. übereinstimmen. Ter Inhalt tiefer Telegran'.qie ist zusantinengslah.t der, daß Eenig.> S-st t a r z, S ch e i d c m a n Graf Brock dortf- t an? an und Stqatskornmifiar Dr. Köster in Verbindung mii dem französischen Gesandten in Kopenhagen Verrier�em Vor- ntzenden' oer Internationalen Kompagnie für die Ablretnng LharleS Morling und nationalistischen dänischen Politikern'für sich grofzc Terrains in NordschleStvig erworben und zwecks bester acr'wertung darauf hingearbeitet hätten, dah dieses Gebiet an Dänemark falle. Zugleich ist in den Depeschen von Salvar- 'an-Schmuggel, Gewehr-Verkäufen und ähnlichen Schiebungen die Rede. Der Vertreter des deutschen Gesandten in Kopenhagen, Prinz Wittgenstein, soll als Vermittler bei diesen Geschl.ste» gewirkt und besonders den Verkehr mit Nachrichten und Schecks durch seine Kuriere vermittelt haben. Wenn das nicht verrückt ist— was soll dann verrückt sein\ Der Zeitungsersatz öer Unabhängigen. iln Stelle der verbotenen„Freiheit" arbeiten die Unabhängi- ;eii mit Flugschriften und Flugblättern, deren letztere unterirdisch gedruckt werden. Als erste Publikation ist bei der VerlagSgenossenschaft der„Freiheit" eine verlogene Broschüre über :ie Vorgänge am Reichstag herausgekommen. Wir hatten in uu- erem heutigen Morgenblatt bereits eine' kurze Stilprobe gegeben. Dören wir, was der unabhängige Abgeordnete Brah in seinem .'lrtikel in dieser Broschüre sagt: „Ohne ein Wort der Warnung, ohne auch nur zum AuScln- -ndergehen aufzufordern, ohnr einen Schreckschuh, wurden die Arbeiter niedergeknallt." In diesem Tone geht es durch den gangen Artikel fort. Dah 'iese Darstellung verlogen und bewußt e r s ch Um n d e l t ist, wird nach den einwandfreien Beobachtungen und Mitteilungen '.ller nichtunabhängigen Beobachter jedermann erkennen. Denn s steht fest, daß am Reichstag die Sicherheitsorgane selbst nach •.»■ubhängsgem Eingeständnis fortgesetzt zurückgedrängt, bedrohk. .eschimpft, mißhandelt und zum Teil entwaffnet wurden, und daß Zaun zuerst Schreckschüsse abgegeben worden sind. Uns geht eine Darstellung de?„Zentralkomitees der llnab- hängigen Sozialdemokratischen Partei" zu, in der unter anderem gesagt wird, daß Spitzel und Provokateure bei diesem Unglück die Hände im Spiel gehabt hätten. Die Darstellung der Vorgänge ist dermaßen wahrheitS widrig, dah selbst die mit >er„Freiheit" durch dick und dünn gehende„Berliner Volke- z e i t u n g" sie alS„nicht richtig" bezeichnet. Mr fragen den Kihltusmimster. Genossen Haenlsch, w i e tan g e er einen derartigen Srand.as du!- den will? Dank der akadeimsclsen Äernfrciheit ist kein Student verpflichtet öder genötigt, die, Voriejung eined bestimmten Professors zu hören, der ihm nicht behacn. Jeder Student kann. sich feinen Lehrer aussuchen. Es braucht also niemand in eine Vorlesung des Professors Nikolai zu gehen, der an dessen Person Anstoß nimmt. Umgekehrt haben die Studenten aber auch die L e h r s r e i h e i t zu achten. Kein Student hat das Recht, durch Rad.ru und Terror die Vorlesung eines ihm unsympathischen Professors zu ver- hindern. Der Kultus mini st er i st unbedingt verpflichtet dafür zu sorgen, daß dieser Tewror abgestellt wird, wenn es nicht anders geht, dadurch, daß die Terroristen zum Tem- pel" hinausfliegen. Die Namen ihrer Wortführer werden von der„Deutschen Zeitung" veröffentlicht. Ter Minister mache einen Anfang. Eisners Neröer vor Gericht. In München begann am Freitag, wie gemeldet, vor dem j Bofksgericht der Prozeß gegen den Mörder EiSnerS, den Grafen ! A r c o- V a l l e y. In einem längeren zusammenfassenden Be- richt erzählt er seine Kriegserlebnisse uno teilt mit, wie er den ! Plan faßte. E i s n e r zu töten. In der Zeit, in der Auer die .Bürgerwehr gründete, gegen die sich Eisner bekänntlcch wehrte, beabsichtigte der Angeklagte einen Aufruf anzuschlagen, um daS Volk vor unüberlegten Schritten zu warnen. Gegen die Volkswehr, her Area angehörte, bestimmte EiSner einen D e m on st r a t i o n S z u g, der sich auch gegen den Land- tag richtete. Seine Erregung steigerte sich, als ein Soldat seiner Gefreitenknöpfe wegen von Demonstranten mißhandelt wurde. Es packte ihn eine wabnsinnige Wut gegen Eisner, den er als Führer des Bolschewismus ansah und von dem«r annahm, daß er den Freistaat Bayern an Spartakus verkaufen wolle.(Fortsetzung in der Morgenausgabe.) dir ungarische» Interessen außerhalb Eitrepi:?. die Kriegsgefangenen, die Wiedergutmachungen, die Lustschiffah'.'t, dir Häfen, die. Wasserstraßen, die Eisenbahnen und auf verschiedene Bestimmungen beziehen, lauten iu beiden Totnmentcn gleich. Ungarn erkennt die volle Unabhängigkeit des serbv ikraatisch-slawenischen und der tschechoslowakische» Sraaten a« Ungarn verzichtet zugunsten Italiens, des serbv-kroatisch-slr- iwenische« Staates, Rumäniens und der Tschechoslowakei auf cüe � Rechte und Trtel jener Gebiete der ehemaligen Ssterrcichisch ungari ' ichrn a-ionarchie, die als Bestandteil diesen Staaten emverlcibt wer« ' den. Ungar« verzichtet auf alle Rechte an Italien über Fiume»«d dir angrenzende» Gebiete, die dem frühere,, König- reich angehörten. Ungar» verzichtet zugunsten Oesterreichs auf alle Rechte dcS ungarischen Königreiches, soweit es außerhalb der festgelegten Grenze« liegt.> Die Gesamtstärke der ungarischen Wehrmach» wird aus 35 vvv festgesetzt. Es darf k e i n s ch w e r e S Geschütz, d. h. kein Geschütz geführt werden, dessen Kaliber mehr als 105 Millimeter betrogt. Was dir Wiedergutmachung betrifft, so find die Besti,". wungen identisch mit jene» des Vertrages für Oesterreich. Die iwirtschaftlichcn Bestimmungen sind identisch mit den im � österreichischen Bertrag enthaltenen Einzelbestimmnnge,, über dir wirtschaftlichen Beziehungen«wischen Oesterreich und Ungarn. Die Rechtsbolfthewiften. Die dsutschnationalen Terroristen scheinen in Sorge zu 'ein. daß sie über den Vorfällen vor dem Reichstag in Ver- gessenheit geraten könnten, deshalb machen sie mit Gewalt von sich reden. Ihre Avantgarde sind wie gewöhnlich dabei die buntbemützten Lausbuben. Zum zweitenmal haben sogenannte Studenten— Studierende kann man sie ja nicht nennen— durch Terror eine Vorlesung des Professors Nikolai unmöglich gemacht. Tiesmal wandten sie einen besonders seinen Trick an. Professor Kikolai wollte in der Klinik des Geh. Modizinalrats Pro- 'essor Dr. Kraus eine Vorlesung über klinische Propädeutik halten. Vor Beginn der Vorlesung hatte sich eine große Anzahl von Klinikern im Hörsaal versammelt, von denen einer :n kurzer Ansprache erklärte, daß sie die Abhaltung der Vor- lesung nicht dulden würden. Ein Appell des Assistenz- arztes des Professors Kraus, auf die in der Klinik liegenden Kranken Rücksicht zu nehmen, deren Befinden durch die geplante Kundgebung beeinträchligt werden könnte. ,fand keinen Widerhall, die Versammlung erwiderte, daß »ie Kundgebung stattfinden werde und m ü ss e. So handeln angehende Medizinerl— Mit Rücksicht auf. die Kranken mußte dann von Äör Vorlesung Ab- stand genommen werden. Zur Jje Gefangenen Sibiriens! Nunmehr, da durch Heimiendung unserer Gefangenen au? Frankreich von Hunderltausenden Familien sibwere Sorgt ge- nommen wird, gilt es, sich mit aller Kraft für diejenigen Ge- sangenen einzusetzen, für die bisher nichts geschehen konnte Hierbei muß in erster Linie an die Gefangenen, die seit Jahr und- Tag in Sibirien schmachten, gedacht werden' Die Briefe, die bei uns fast täglich eingeben und mitunter ein halbes Jahr und mebr unterwegs gewesen sind, geben ein erschütterndes Bild von der trosi« losen körperlichen und seelischen Verfassung der in Sibirken Ce- sangenen. Eine besondere Schwierigkeit, sich des SchickialS dieser Gefangenen anzunehmen, besteht darin, daß Sowjetrußland bisher keine Gefangenen durch sein Gebiet hindurchgslassen hat. ES �wird Aufgabe der Regierung sein, durch Erhtbung ein- dringlichster Vorstellungen bei der russischen Regierung die Rück- ! gängigmachung dieser unmenschlichen Maßnahme zu veranlassen. Der ßrieöensvertrag für Ungarn. Am Donnerstag ist in Paris nach einer kurzen. förmliche» Mitteilung Elcmenceaus dem Chef der ungarischen Frie- dcnSdelcgatian, Graf A p p o n h i, der Friedensvertrag für Ungarn überreicht worden. An der Konferenz nahmen für. England Lloyd George und für Italien Ritt i. teil. Amerika und Japan gabru ihr abgeschwächtes Jnteresse durch die Eutseaduag ihrer Pa. rifer Botschafter künd. Apponyi hatte den Wunsch ausgesprochen, der Konferenz die Lage der ungorischc» Regierung unter de» gezenwärtige« Umstän» den darzulegen. Es war ihm das aber nur unter der Bedingung zugestanden worden, daß sich daran keine Diskussion schließe. ] Apponyi hat daraufhin ebenso kühl erklärt, daß er sich be g n ü g c, Kenntnis von dem Friedcnsvcrtrag zu nchmrn. Ter Friedensvertrag, der der ungarischen Ft iedenSdNegation l überreicht wurdc. baut sich in gleicher Weise auf wie der Bertrag ! für Oesterreich. Die AbschuiUr, die sich auf den Völkerbund, Vor öer präsiüentenwahl in Frankreich. Während diese Zeilen gedruckt werden, tritt in Paris die au? Delegierten d«S Senats und der Kammer gebildete vor- bereitende Versammlung zur Wahl des Präsidenten der Republik zusammen. Diese Wahl zieht darum in' besonderem Maße die«utmerk- sanikeit der politischen Weit auf sich, weil sie zu einem Ringkampf zwischen Clemenceäu und D e s ch an e l wird. Detcbancl, der langjährige Kammerpräsident, ist jüngst fast ein- stimmig von der ftanzöfilchen Deputierteniammer erneut zum Präfidenten gewählt worden. Während der Lvalionen, die man ihn- daraufbin brachte, erklärlen seine Freunde und er auf deren Drängen ebenfalls, daß damit. gleichzeitig feine Kandidatur für die Piäsiorntsibait der französischen Republik auSgespiochen fei. Damit bekommt Clemenceäu einen Rivalen, der äußerst ernst zu nehmen, ist. Hinter DeSchanel stehen Brian d und Teil« von Kammer und Senat, die man für ebenso stätk hält, als He, die sich für Clemenceäu erklären werden. Clemenceäu selbst scheint die Möglichkeit seiner Niederlage nicht zu ignorieren. Er bat deswegen auch schon einen gewissen Rückzug angetreten, in- dem er Mitgliedern ve« Parlaments erklärte, er habe sich für die Kandidatur nicht angeboten, sondern sei mit Zustimmung »einer Freunde ausgestellt worden. Eine Niederlage Clemenceäu? muß von ihm selbst und von ganz Frankreich als»in-Schlag empfunden werden, dem weitere politische Konsequenzen folgen müssen.__ Der öeutsche Geschäftsträger für Paris. Nach dem„Berliner Tageblatt" ist zum deutschen Geschäfts� träger in Paris der bisherige Reichsschatzmimster Mayer- Kauf' beuren ernannt worden. DaS Blatt hört daS. Wo mm rückt die Rcichsoegirrung nicht endlich mit der doch wohl fertigen Lisi? heraus? Die ententistischen Geschäftsträger sind alle bekannt. Der Stachelüraht gegen Dulgariev. Na» einer Wiener Meldung bat am DonnerS'ag in Bukarest ein Ministerrai unter Borfitz de» König» stattgefunden, der sich mit der revolutionären Lage in Bulgarien befaßte. Es wurde be- schlössen, die bulgariiche Grenze ganz abzujchließen. fall» die Un- ruhen in. Bulgarien fortdauern. „Das erste Opfer.* Die rechtsstehenden Blätter berichten n&aä den Selbstmord de» U-Doot-Kommandanten Maroth, und füge,. daran weinerlich heldenhaft, daß der Mann den Tod durch eigene Hand der Auslieferung an die Entente und dem Durchleben der Schande Teutschlands vorgezogen hätte. Da haben sie das falsche Öbjek: erwischt. Der tote Morath ist gar nicht der U-iLoot-' Kommandant und außerdem hat er sich wegen Familien- angelegenheiten vergiftet. Gin verftlmtes Glich! Es war«in stille» Buch ttefer Menschlichkeit, kein Kämpfer«! lebe». Ein Sucher innerer Ruhe, froher Harmonie, nach Schön- heit und llngebundenheit von allen lästigen Formen und beengen» den Fesseln strebend;«ine» Künstlers Leben» den dieses Suchen in hundertfältige Konflikte getrieben, die er, der Einzelne, zu schwach, nicht lösen konnte. Ein Prediger reinster, uneigennützigster, tief- iter Menschenliebe gab er in all der Seelenqual doch Mut und Licht und Kraft hehren Idealen hoher Menschlichkeit. Und in Stunden der Ermüdung sprach er Trost und redete von Nicht-ver- Pveifeln-sollen, weil die vielen Menschen noch schlecht, eigennützig, räch- und haßsüchtig, verbittert. Und er, der so hundertfältig ent- täuscht worden, der Sucher nach Idealen im Menschenleben, de: immer wieder zurückkehrte zu den Tiefen der eigenen Seele, der verlästert, verhöhnt und verschrien, nicht Haß noch. Weltfremdheit oder Lebensabsage anriet, nur Eigenleben, Bollmenschentum, ab- gewandt aller Heuchelei und Lüge, wollte, ward Höhemveiser, Ziel- verklärer allen Kämpfern, Streitern; Ermutiger ihnen, wenn sie verbittert, verwundet au» haßerfülltem Hader zu sich selbst kamen. Denen ward er Prediger höchster Bedeutung. Vor Jahren gab mir ein Freund diese» Buch zum Geschenk. Drei-, viermal schon Hab ich'? gelesen und blätt're dann und wattn noch darinnen in stillen Stunden. Den Freund nahm mir der Krieg. Aber sein« Briefblätter liegen wohlverwahrt bei mir. Und auch sie atmeck inmitten des furchtbaren Erlebens, in denen sie niedergeschrieben, den tiefen Geist dieser hohen Menschlichkeit, den siegfesten Glauben an die Kraft des Edelmenschen— auch noch, da er schwerverwundet in .unsagbaren Schmerzen den Tod sich sehnte. An all daS mußte ich denken in diesen Tagen, al» ich an den Säulen und in Zeitungen las, daß diese» Dichtwerk ein Opfer de» Kinos geworden. Und ich nahm noch einmal das Buch zur Land und las von Anfang bi» Ende. Dann ging ich ins Kino und besab mir di/ Bilder. Ich wünscht', ich Hütt' e» nimmer gesehen. AuS den Seelenkonflikten waren Serien von Grimassen gezogen, das Streben nach Schönheit und Ungebundenhei» von lästigen Formen und beengenden Fesseln war zu Szenen widerlichster Sinnenlust von brutaler Stärk« verunstaltet. Ein„Sittenfilm" nur für Er» «achsene war dieses Buch geworden. Nein— nicht diese» Buch— nur der Name des FilmS noch war der gleiche. Nichts von Seelen- tiefe, nichts von Höhenzielen, nichts von Zukunftsmusik— nur Grimassen und brutale Handlungen im Bilde, nur Sinn-Zkitzel. Und nach Wochen erlaS ich auS der Zeitung, der Dichter de» Buches habe einige Hunderttausend für die Abtretung de? Rechts d«r Verfilmung erhalte«; er lebte zur Zeit in bitterer Bedräng- niS. Die tiefe Tragik traf mich schwer. JudaSgeld, das er ge- nommen. Sein Werk verschachert. Ob er in Seelentiefen nicht doch Scham empfindet, wenn er den.Film jemals gesehen. O, Hütt' er'S nicht, daß seiner Seele Reinheit unbefleckt bliebe. So oft ich da» Buch in Händen nun, immer muß ich an den Zwiespalt des Lebens denken, den es armen, einsamen Suchern schon so oftmals gegeben. Ich heiße nicht gut, und läst'ce auch nicht. Ich glaub doch an den Freund, und denk' immer, eines Tages werd' auS dem«in- samen Sucher doch noch ein Streiter, wenn er gewahr ist, wie gleißende, mächtige Gaukler ihm Heiligste» in rüdem Gassenton und schreienden Bildern Volksgenossen darbieten. Und Zorn mög' ihn erfüllen, so viel beifallsfreudig Volk bei solchen Gauklern zu finden. � W. B. „Da? letzte Gericht." Am hessischen Landestheater zu Darm- stadt, dem traditionellen bourgcoisen und Beamtentheater, kam unter willigem Publikum? beisall. der auS Absicht und anö Ironie gegeben wurde, die dramatische Dichtung:„Das letzte Gericht", eine Passion in 14 Stationen, zur Uraufführung. Der Dichter, der frön. kische Schullehrer Julius Maria Becker, eine aus geisti« gen Quellen gespeiste Begabung, hingegeben� einem milden und reinen Sozialismus, türmt darin ein Werk auf, da» sich wie ein tolles mystisches Chaos aufbaut, aber sich auseinanderschneidet in «ine Schichtung, aus dem sich die Ideen und Problem« unserer Zeit blank und konzentriert spiegeln. In den ersten Szenen Hinsdellung noch von Realität, nackter, fletschender Revolutionsansprung, dann Umbiegung in langsam ansteigende Verschmelzung von symbolische.» Vorgängen, die ihre Essenz aber aus politischen oder ideellen Pro- blemen wie Altruismus. Sozialismus, ziehen. Zwei Figuren—«» sind sehr beziehungsweise Brüder— stehen da al» die Träger der ganzen politischen und menschlichen AuSeinanderklaffung. Ossig, der irrend«, ringend«, stürzende, ansteigend« Mensch, also der Altruist, der Sozialist, die franziskanische Natur, als übcrströmendfS Gefäß, andererseits Bconid. der höllische, egoistische Mensch, die Canaille der-Gewa'i und des hemmungslosen Triebe». Die Gegen- «inanderspiegelung dieser beiden Charakter gibt ein«, wenn auch fragmentarische, so doch gespannte und außerordentlich« Armo» svhäre, bi« die Dichtung rn die Mitte der guten und wesentlichen längsten Dramatik stellt. Gewiß ist sine Atmosphäre um manches, das typisch-kleinbürgerlichen Zug, das trockene, dozentenhafte. da? daS Visionäre totrcdet und überwuchert(stellenweise) da. Di« Fa» fern dieses Stücks find glühend und voll Blut. Kraft ist da und Begabung für da» Theater. Nicht allein Literatur, Theater. K«ne mv ralm ästige Begabung, aber eine reine und wichtige, d»e sich violleicht«inm� zu einem scharfen and geraden Stück auswächst. Die Wirkung, die auS seiner Reinheit drang, trotzdrm bornierte und sprachvathetische Dorstellmiasluiilkunst in ibm tätra war, ergriff Nicht die bourgoise Stumpfheit deS Abonnementspublikums, aber die Gehirne der porletarischcn Zuhörer, die das Wesentliche der Dichtung erfühlten und ihr zu einem unbestrittenen Siege verhalfen. Anton Schnack. Arthnr Salhcims Komödie„Pilzer und Spieler" kam in den Hamburger Kammerspielen unter der Sp«lleitung Erich Ziegel» zur Erstaufführung. Arthur Sakheim ist der Dichter irrender und verirrt« Liebe. Ludwig Rotenhan liebt aus Angst vor dem tätigen Leben, und Carola Hermann und Elfriede Reinhold sind tätig aus Angst vor der Liebe. Rotenhan und JEarola suchen sich— Pilger, und gehen aneinander vorüber— Spieler. DaS Irr- licht Liebe spielt durch die Dichtung. Komödie, Tragödie? Es ist eine tragische Komödie in Dialogform oder umgekehrt. Am Anfang ist genau soviel Handlung als am Ende oder besser genau so wenig D'e Dichtung ist Barock im erpresfionistischen Rahmen. Erich Ziegel als Rotenhan verstand eS, die innere Einheit zu wahren und dr« großen Feinheiten de» Dialogs zu gestalten. Sein Zusammenspiel mit Mirzam Horwitz al» Carola und Anni Mewe» als Tin« CazaltS war ein« hervorragende Leistung. D« Beifall übertönte bei weitem vereinzelte Zischnersuche. Der Dichter mußte sich wiederholt den Zuschauern zeigen. 1 Walter Teich Für daS Staatliche Bauha«» in Weimar erlassen der Berliner ArbeitSrat für Kunst und andere Kunstgruppen eine Sympathie- kuildqebung, worin es heißt: Gegen da» Stoatli.be Bauhau» in Weimar, an welchem Wolter GropiuS mit'feinen Mitarbeitern«in Lehrprogramm in die Tat umzusetzen begonnen hat, wie es au» der gemeinsamen Arbeit der ihrer Pflicht bewußten Künstler unserer Zeit sich entwickelt hat,»st� in der Weimarer Bürgerschaft eine kleinliche und gehässige Kam- pagne in Szene gesetzt worden, die sich gegen ein« wertvolle künst lerisch« Idee wieder einmal der übelsten nationalistischen und antt- semitischen Mittelchen bedient. Wir lehnen e» ab, uns mit Leute» künstlerisch auseinanderzusetzen, die aus Schiller und Goethe eine muffig« Attraktion ihre» Fremden- und VerkehrSvereins machen und für die alles Neue unbesehen e'.ne Gefahr ist. Sie würden un? doch nicht verstehen. Wir wollen mit dieser Verösfentlichung den Künstlern in Weimar, deren kübne» und reines Wollen wir lieben, unsere herzliche Sympathie ausdrücken. Dir zweifeln nicht, daß sie ihre Sache zum Siege führen werden. Mnfik. In dem Sonntag». Konzert de» Blüthner. Orchesters am 18. Januar wird die Ilntoni« Bastorali lNr.«) von Beetboven aufgelülitt. Kon, ertmeister Joor Kärman spielt da» B-tnoll- Cioitnlonjeit von Bruch mit Orchesterb-yletwnz. Dirigent: Paul Schcw- Pflug. Der verkauf der«arte» zum vrefieball om St. Januar beginn! am Sonnabend, d e n 24. d. SR. in der Kelchä'ISst-ll- W.J». Maatzensir. 15. Für die Erlangung der Karlen ist dlc tchrrstliche Ein- tllhrung durch ein MIlglled deS Verein? erforderlich. von Gor» Kocks berühmtem Roma«. E e e f a d et i st u o tt- ist soeben im Verlage von SR. OUogou fr in Hamburg da« 100. Tausend auf seinem Papier und in vornehmem Halbfranzband erschien, rr. Ein internationales Jnstitnt für Grfinduuge« hat nach der„vm- schau" in Rom der ameritanische Professor Wwter Baumgarte u m? Leben gerufen. Da» Institut soll-ine zentrale NachweiSIIelle werden wo die Erfinder der ganzen Welt Schutz und Uoterftützrmg finde« und tarck Zuteilung von Preisen gefördert werde» soll««. deutsche Nationalversammlung. 1 3 S.$ t b u n g, Freitag, 16. Januar. Arn R�gierungSÜsch: Schlicke. Vizepräsrdzr.t Lbür eröffnet die Sitzung S�lhr'26 Äinuter.. �- J Haus erledigt zunächst kleine Anfragen? lieber tie Heiinbeförderung der Gefangenen von G-tapi* Flow— Anfrage des- Abg. Mittelmann— gibt.ein Regie- rungsvertretcr die Erklärung ab, daß die in England bisher fest- ,. l alten en Kriegsgefangenen, sobald sie sich lemer KriegSver- l-- ch l n schuldig" gemacht hibtn, nach dem Gang der bisherigen l a:.d!ungcn in kurzer Zeit h e i m b e t ö rlh e r t werden. ?!e Versenkung der deutschen Scapa-Flow-Hlotbe wird«ruf der Gegenseite Nicht als Kriegsverbrechen betrachtet. Die Kadettenanstalten, die gemäß dem FriedenSver- irage aufgehoben wenden müssen— Anfrage deS Abg. Weiß Dem.)— wird d'e Regierung ebenlo wie die anderen Militär« ichusc« zu Schulzwsckev neuzeitlicher Art verwenden;«S wird daran gedacht, dann Lant'eserziehungsheime, Volkshochschulen und Bildungseinrichtungen für minderbemittelte Kinder unter- zubringen. Die in einer Anfrage der Abg. Frau Zieh(Ö. Soz.) niederzelegte Behauptung, als beabsichtige die Regierung die Ka- .'-itenanstalten als.ZwilinLernate" fortbestehen zu lagen, wird ron dem Unterstaatssekretär Schulz als nicht den Absicht«« der Regierung entsprechend zurückgewiesen. Die Entschädigung der Opfer der Marloherschietzung — Anfrage des Abg. K u n e r t sU. Soz.)— wird aus Grund des Tumultschadengesehes erfolgen; vorher wird eine Beihilfe in der Art gewährt als wären die Getöteten im Felde gefallen. Die Regier>u«g bestätigt, auf Anfrag« des Abg. K u n e r t «U. Soz.), daß in dem Entwurf für das neue Schutzhaftgesetz Be« Kimmungen über die Entschädigung von. SchutzbäftAin- gen vorgesehen werden und verweist den Fragesteller wegen der Militärgerichtsbarkeit auf die bereits in der Oeffent- lichkeit bekanntgewordenen Verhandlungen über den kommend m Gesetzentwurf' Räch einer Flut weiterer Anfragen erklärt um 16 Uhr 46 Min. Präsident Fehrenbach, daß die Erledigung der noch auf der Tages- ordnung stehenden kleinen Anfragen gemäß der GeschäftSord- nung, die dafür eine Stunde der Verhandlungen vorsieht, zurück« gestellt werden muß. Danach setzt dos Hans die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Betriebsräte fort. In namentlicher Abstimmung wich sin Antrag, das Wahlalter der Wähler zu den Betriebsräten von 1& auf 20 Jahre zu erhöhen, mir 237 gegen SS Stimmen der Richten bei zwei Stimmenthaltungen abgelehnt. Unter Ablehnung weiterer deutschnationaler und unabhängiger AenderungScnträge werden die§§ 20 bis 47 in der AuSschußfassung anzeuommen / Zum 8 48 begründet Abg. Seeger(U. Soz.) einen Antrag, der die Beschlüsse der De- tr ebsrenämmlung bindend für den Betrieborit machen will. Der Antrag wird abgelehnt und§ 48 in der Ausschuß- fassung angenommen. k Schluß in der Morgenausgabe.) Wirtschast. Ausfuhrkontrolle i« der Leinenindustric. Die„Deutsche Allg. Ztg." berichtet über Unser« Leinemndustrie: .Vorbildlich für die Art der Ausübung einer Kontrolle mr- icrer Ausfuhr ist die Organiscrtion, die ine Leinon-induftrve ge- schaffen hat. Ter Baftfofer-HauptauSschub schuf eine scharfe VreiSkontrall« und setzte dadurch der Verschleuderung oeut- scher Lainsngewebe i« das Ausland ein ZiÄ. Durch diese Ber« orkmung find all« Verkäufe und Lieferrmgen zum Zweck der Aus« mrhr dcm Wob«, Wirk», Strick, und Derierwar«, aus Flachs-, Ramie», Hanf«, Jurs«, Hartfaser- und Kcckasgarjien aa die Ge» ne-hmiguna der zunändiaen R««chSw'rt''cbaft»-'?sllen gebunden, die bei der Prüfung aec Ausfuhranträge einen großen Einfluß auf die Preisstellung ausüben und somit zu billige Verkäufe von Leine ngsweben an da» Ausland unmöglich machen können. Bei dem Rohstoff der Jute-Jndustw ist Deutschland auf den Eintauf cm Ausland vollkommen angewiessn; Indien nimmt als Produkt ionSland eine monopolcrrtig« Stellung«in. Die deutschen Höchstvreis« für Leinengarn« lagen ganz erheblich unter d«, Welt- Marktpreisen, so daß nichiinfvrmierten deutschen Verkäufern die , Festsetzung dos höchst erziel-barvn Preises bei Auslandsgefchästen , schwer möglich war. DaS war sehr bedauerlich mit Rücksicht auf ! die im Augenblick fast monopolartige Stellung unserer Leinen» Industrie auf dem Weltmarkt. Durch die bedeutende Ber- größerung des eigenen Anbaus dieses Rohstoffes ist b.e dcmfche Leinonmdustrie, wie es scheint, besser mit Flach? vor- sorgt als der ausländische Wettbewerb. Die Preise für Leinen- gcwebe hatten infolgedessen auf dem Welt markt in den letzten MoncrtLn enorm« Steigerungen erfahren, über die die deutschen Verkäufer sehr wenig mfovmiert waren. DaS wird jetzt durch die ausgeübte Preiskontrolle der Reichswirt- schaftSstell'en, die sich ja nicht nur auf die Verkäufe der Als- dustri«, sondern auch auf die de«' Handel» erstreckt, geändert, und es wäre zu wünschen, daß auch andere Industrie» ähnlicbe Selbst- t«ern-al:ung?körper für die Preisprüfung und Kontrolle der Au». fuhr fchafften." Di« fortschreitende Organisation der deutschen Wirt- schaft ist sicher ein erfreuliches Zeichen,«der dos Tempo sollte noch weiter beschleunigt werden. Wir wünschten, der WirtschaftSminlster wüvd« diktatorisch einen Ter- m i n stellen, bis zu dem sämtliche Wirtsckastszwerge sich o r- g a n i s i e r t haben müßte». Genosse Schmidt, gegen eine s o l ch e D i k t a t u r haben wir kein« Einwendungen. Nur i ein starker Mann kann uns aus dem wirtschaftlichen Chaos » Herausführen._ Gegen den Schleichhandel in Tafelglas. Diu Preise für Fensterglas haben teilweis« eine durch die Er- �zeuflungSiostm nicht zerechrtcriigt« Höhe erreicht, da' sich der Handel auch deS Handels mit Tafelglas bemächtigt bat. Der Bekämpfung des Schleichhandels stehen große Schwierig- keiteu entgegen, weit es die Händler und die Berbvaucher im all- gem.imen ablehnen, die Stellen, von denen ihnen wucherische Angebote gemacht sind, bekannt zu geben. Allen bekanntwerdenden Einzelfällen von Schleichhandel und Zurückhaltung von GlaS wird nachgegangen. Im übrigen find folgende Abhitfemaßlnahmen be- reit« angeordnet: 1. Das Ausfuhrverbot für FenstevglaS ist vor etwa 2 Monaten wieder in Kraft gesetzt und angeordnet wor- den, daß Ausfuhrbewilligung.,, arundsätzlich nicht erteilt werben. 2. Die m der UeberwachungSstell« der Tafelglasinduilriz zusam- mengeschlosiene TafelglaSindustrie ist im Zusammenwirken mir den Händlern bemüht, den Schleichhandel auszuschalten. Bon dieser Stelle wird auf die Glashütten eingewirkt, in erster Linie den a'ren Glabhandel zu beltesern. Auf der anbeten Seite haoen e« die Händler übernommen, festzustellen, welche Tafelglas. mengen in ihre Hände gelangt find, um auch cm Hand dieser Fest. iwuntge« auf die Hütten entsprechend einzuwirken. Glänzende Aussichten für— Amerika. Wie.Nieuwe Courant" aus Washington meldet, erklärt« Schatzsekretär Glatz. daß die gesamte Kriegsschuld der Bereinigten Saaten in wenigen Jahren getilgt sein werde. Die Nettoschuld betrug am 81. Dezember 25 887 Millionen Dollar, die laufende Schuld 3500 Millionen Dollar. Glaß sagte, die Zukunft sehe gläw- zeich aus. GroßSerlm Ter geheimnisvolle Tsd zweier ÄinVer. Der rätfÄhaste Tod des 12 Jabre alt« Sohne» Marno und der 9- Jahre alten Tochter Hildegard des Oberwckchtmeijters der Sicherheitspolizei Karl H e ck I q u, mit dem sich dt« Kriminal- Polizei seit gestern nachmittag unausgesetzt beschäftigt, hat bis jetzt noch ietnc AufÄärung gefunden. Tie schwerwiegsche Frqgr, ob ein Unglück oder ein Verbrechen vorlwzt. ist Nock völlig ungelöst. wenn' auch gcwissr Begleitumstände eS wahrscheinliche echchpjnen lasten, daß c» sich um ein Verbrechen lzandett, an dem die Eltern beteiligt sind. Fast ausgeschlossen erscheint dagegen die Annahme, daß die Kinder von einer d r i t r e n Person umgebracht und in die Tonne gesteckt worden sind, wie der Vater zu nächst Glastben zu machen suchte. Bei der Bestucdaufnahore am Tator:, die sich von«der jünften Nackrmittapcstuiche bis in den Abend hinein ausdehnte, wurde zu- nächst die Möglichlost eines Unglücksfalle» eingehen!» erwogen und besprochen. Sie ist auch setzt noch temeswezs von der Hand zu weifen. Das jüngere Mädchen lag neben dem Aioren Knaben und hielt ihn mit der einen Hand umschlungen. Tie Lage war so eine ganz friedliche. Es wuvde nun cnrgenommeir. daß der Knabe seine Schwester zuerst'in tre Tonne gehoben hätte und dann selbst noch- gestiegen sei. Tie einzige Mözlrchkcktt, daß die beiden Kinder die Tonne selbst so fett verschlossen haben, daß sie«ch nur mit größter Gewalt öffnen ließ, ist folgende: Die Seitenwättde der Kekstonne, die sehr dünn find, lasten sich ziemlich leicht auSeinanderbfege«. Ein Versuch ergab min, daß der Teckel, wenn ex horizontal auf das Faß gelegt wird, bei emer kleinen Biegung der Seitenwände in das Faßinne« hineinfällt. Wenn man nun annimmt, daß da» cwch passiert ist, als die Kinder fick m der Tonne bsfanden, so werden diese versucht haben, den Deckel wieder nach oben zu stoßen. Hierbei ist er dann wabtschemkich in die wagerechte Lage gekommen undbat sich durch das Drücken von unter so fest eingepreßt. daß er die Lustzustlhr bald abschnitt, da die Tann» innen mit Ber- gamcmtpapier ausgeschlagen ist und keine Luft einläßt. So wären die Kinder dann HilsioS erstickt. Soweit ist dies« Erklärung des geheimnisvollen Tode» der beiden Kinder sehr naheliegend. Nun aber fragt es sich: wäre die doch sehr leichte Tonne nicht um- gefallen, wenn die Kinder darin sich so lobhaft bewegt hätten, wie«S nötig gewesen wäre, um den Deckel mit solcher Gewalt hoch- zudrücken?. Durch Versuche toll nachgeprüft werden, ob der Tod der beiden Kinder auf diese Weise emgetreren sein kann. Dafür, daß der Knabe selbst in dt« Tonn« gestiegen ist, spricht ferner noch, daß seine Holzpantinen an der Wand der Tonne so standen, als ob er sie selbst abgestreift und hingestellt hätte. Für ein von den Eltern selbst ausgeführtes Verbrechen spricht zunächst deren ganze« Verhalten. Sie zeigten beide bei ihren Vernehmungen eine Ruhe, als ob sie ganz Unbeteiligte seien. Hier- zu mag sa wesentlich beitragen, daß das Ehe. nnd Familienleben sehr trübe war. Der Grund dieser zerrütteten Familien- Verhältnisse war ein sehr starkes Nervenleiden des ManneS, der leicht erregt und aufgebracht wird und auch die finanziellen Sorgen, mit denen dt« Familie zu kämpfen hatte. Der Hauswirt war schon seit längerer Zeit bestrebt. Hecklau zu veranlasien. zu ziehen. Auffallend für das Verhalten de? Vater» war schon di« erste Meldung, die er dem Polizei- revier nach der Auftindung der beiden kleinen Leichen>n der Tonne machte. Hecklau teilt« dem Polizeileutnant Wege die» mit den Worten mft:»Die Kinder sind wieder da, aber tot und sie stin- k« n schon." Als die Beamten darauf am Fundort erschienen, sagte er beim Hinaufgehen, er müsse sich zunächst eine Zigarre an- rauchen und steckte diese dann auch i-n Brand. Im Lause ihrer Vernehmung erklärte Frau Hecklau. die in nächster Zeit wieder einem Fcmnlienzuwachz«ttgegensieht, daß sie vorgestern nachnrtttag nach 1 Uhr. als sie die Kinder noch nicht der- mißte,«in leises kurzes Wimmern gchört Hab«, da« sich in der fünfte» Stunde wiederholt habe Obwohl sie jetzt die beiden Kinder schon vermißte, habe sie doch nicht daucm gedacht, daß e» von ihnen herrühren könnte. Ein Dienstmädchen, das in der Wasch- ksiche im selben' Stockwerk, die nur durch zwei Türen und eine» Flur von dem Vvrboden gerrennr ist, tätig war. hörte dagegen kurz nach 1 Uhr nicht ein leises kurzes Wimmern, sondern ein laute» Kindergeschrei. Es kümmekie sich ganz natürlich darum nicht, weil i'n dem Öauf« ftrtwähreud Kindcu schreien. Fxäu Hecklau würde darauf oufmerktam gemacht, daß ist dock? diese» Ge- schrei wohl auch hätte hören müssen. Sie blieb aber dabei, daß sie eS nicht gehört habe. Hecklau selbst war auf der Such« nach den Kindern, wie er sagi. schon gestern vormittag au der Tonne. Di; Holzpantosfeln de».sieben, die etwas versteckt zwischen Tür und Tonne gestanden hätten, habe er erst nachmittags gesunden. Dieser Fund habe ihn veranlaßt, die Tonn« zn öffnen, weil er jetzt dich stutzig geworden war. Die ganze Sachlage, die Aussagen der Eftern selbst, die nicht ganz frei von Widersprüchen sind., gaben Vor- anlassung, die Eltern einstweilen zu weiteren Bttneh wrngen i m Gewahrsam der> Kriminalpolizei zu behalten. Die beiden Leichen wurden nach dem Schauhause gebracht und sollen dort sobald al» möglich obduziert werden. Die Obduktion wird vor- auSsichtlich die Lage weiter klären. Das �Hochwasser der Spree«nd Havel. Seit einigen Tagen macheu sich in der Mark Branden- bürg und auch innerhalb Verlin« die Folge« der etw getretenen Schneeschmelze und der letzten Niederschläge sehr bemerk- bar. WSbrend sich der Oberwasserstand der Spree nicht verändert hat. zeig« der Pegel unterhalb der Müblendammschleufe 1,80 M über normal. Die zum Wasser hinabführenden Treppen stehen teil» weite schon zur Hälfte unter Wasser. Hochgebanten Kähnen ist e« nicht mehr möglich, die Sprcebrücken zn Pasfieren. Besonders hinderlich wird dabei die an Stelle der Weidendammer Drücke er- richtete Notbrücke. Bei Siemens ft« dt und Spandan find die tieftelegenen Uftr überflutet. Anch die Havel führt ein Hock- Wasser, wie es sich seit 20 Jahren nicht mehr gezeigt bat. Bei BichelSberge, S«b i I d b o r n und Lindtverdtir stehen die Wiesen teilweise 50 bis 60 Zentimeter unter Wasser. Di«!« der Räbe de» Pier» befindlichen Schuvven und Häuser der dort wohnenden Fischer stehen unter Wasser, so daß die Vefitzer vom Fenster an» mit Käbnen da« Ufer erreichen müssen. Auch in der Umgebung Potsdam« find weite Strecken überflutet«nd das Hochwasser har hier der Wintersaat erheblichen Schaden zugefügt.___ Riicktritt WeqlS? Die k.5i.-Korrespondenz meldet: Au» den Kren en der Berliner Siadivsrordnetenversammlung w'rd uns mitgetefft. daß der Vor- steh« Dr. Wehl sich über die Niederl egung feine» Posten? als Leiter der Versammlung schlüssig machen will, so- bald seine Frakiien zu dem Mißtrauensvotum, das ihm gestern er- teilt worden ist, Stellung genommen hat. Dr. Wehl will seinen engeren Fraktionsfreunden gegenübe- bereit» die Absicht, zurückzutreten, bekundet haben, weil er eö ebenfalls für einen unmöglichen Zustand hält, gegen den Willen der großen Mehrheit der Stadtverordnelenversammlung im Amt zu verbleiben. 88 Eltück Dieh verbrannt. All der Ecke der Kiautschou- und Damoastrahe kam nach der „B. Z." in der vergangenen Nacht ein großer Brand auf dem mit Schuppen und Viehstallunaen besetzten Grundstück au». A!» die Feuerwehr auf der Brandstelle erschien, standen be» reitS die Stroj- und Heuvorriite in hellen Flammen. •jrtziu v. Lorch gm- sofort mit mehreren llicotor- spritzen vor, konnte aber nicht verhindern, daß 12 Pferde, 14 Kühe, 62 Hühner, 3 Ziegen, 1 Schaf und 6 Kanin che« perbraunken. Ter große Schaden ist nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Die EntstohungSursache ist noch nicht aus geklärt: man vermutet.Brand st i s i n n g. „Vrssk und. Zeit", unsere illustriert? WochtzliZchrist, liest der tisiltigen Vastauflage bei. ' Em Leberfall ruf das'Artillerie- MunitionSde�ot in S p ü u d a ü tt-urdc in der vergangenen Nacht von unbekannten Tätern verübt. Die Lande kam mit einem. Kraftwagen gefahren. überrumpelte die drei Wächter und zwang sie, die Schlüssel Henaus-- zugeben. Sie schloß dann auf, drajta in da» Munitionslager ein, erbeutete einen Posten Munition und schäftte ihn mit dem Kraft- wagen weg. Der BrboitSansschnk deS„Deutschen Hilfswerkes für die Kinder Oesterreichs- bal sich tonslituiert. ES gehören ihm u. a. an: Ber- ireter des beut chen und de» österreichische» Roten Kreuzes, deS evan- nclischcn KinderreitungSoereins, der katholischen»Charitas", der jlldisihen Dohkfahrtsvcrcine sowie der öfter« An' che Koniul m Berlin. Der ArbeUS- ausichuß wird die Zentralstelle der Aktion zur Unterbringung österreichischer Kinder in Teutschland sein, lfn etvzeltien Stödten Deutschtands haben sich bereit» Ortsausschüsse getüdet; andere Städte sind im Begriffe, nach- zusolge«. gv Wien werden die erforderliche« Arbeite» vom„Gtädttschen Illgendsürsarzeaint" besorgt Ausillnstc werden durch de» Arbeitsausschuß de» Deutschen DilsSwertes für die Smder Oesterreichs. Berlin NW, Moltke- strafte 3(im Hause der österreichischen(Sesandtschast) erteilt Reisiöll». Zur Förderung dcS KlemkinderschutzeS werden von den FürsorgUrzten der itädttschen SänglingSsürsorgestellen wiederum mehrere öffentliche Vorträge gehalten, in denen die Entwicklung de» lleii en Kinde«, feine Ernährung und Pflege, die Krankheiten de» KleinkinderalterS und ihre Verhütung, die Erziehung und die Ein- richtungen de» öffentlichen Kleinkinder'chntzeS behandelt werden tollen Der erste Bortrag findet am Mittwoch 8 Uhr in der Anla der Slbreckt- Dürer- Oberrealschule, Errtsec Straße, statt. Die weiteren Bortröge sind aui den 28. Januar, den 11. und 18. Februar festgeietzt. Der Zutritt ist unentgeltlich. Eharlottenburg. Für die Charlotteubnrzrr Schul« wird mi« dkm Unterrtchtöbeginn die bisherige Zusammenlegung auf- gehoben. Die Unterrichtsräume sind also dieselbe» wie vor der Zusammenlegung. Der Unterricht beginnt am IS. Januar, morgens um v Uhr, und zwar gilt die» nicht nur bis Milte Februar. sonder» bis zu den Öfter fe rien. Die städtische Tarlefin Stesse beabsichtigt, den Zinsfuß für Dm- lehen vom 1. Januar 1920 auf 5 Proz. herabzusetzen wn- auch künftig den Zinssatz nach dem Stand« deS Geldmärkte» zu bestimmen. Bisher hielten sich die kommunalen DarlehnSkaffeu an den Zu sfuß der staatlichen TarlehnLkasscrt Groß-Serliner parteinachrichten. ArdeftSgrripve Gesnnddrniin.e«, 33.-36 und 44,-45. Abt. Sonnabend, 7'/, Uhr: Sitzung der Arbeitsgruppe. �ugenüveranftaltungen. SchSneverg. Arbeiterjugend. Jugendheim, Rüben-, Ecke Hauptstraße. Heute 7 Uhr: Mitgliederversammlung. Silüungsveranstaltungen. RenköL». Der BildunqSauSschuft dercmstal'et Sonnabend 8 klhr in dir»tlla der Reelsck'ule. Voddtnstrahe 34, einen Kunftabend Brand-llaeobi. Eiuftitt 1.50 M. Billetts find bei den FmiNionSren. tn den Partei- speditionen nnd vor Beginn der Veranstaltung am Saaleingcmg zu haben. Vorträge, verewe unö verfammlungea. Slllgenieiue Kranken-«od Gterveraffe der Motelterbefter- »iltale Berlin st. Miirfieberfici'aimniiing Sonnabend S llhr bat Krüger, Reick! enleraer Strafte«54.— Dou ristenverei».Dt« Raturfranode-. Sonntaa Wanniee. Potsdam. Ab �annieebahnbot 3,26, ab Schlefischer Babnbos 3,06.— Reichabuftd d-r«rtegSbeichSdigte» a) Verhandlungen mit de« Arbeitgebern ata« ihren Capaufa » fatkmen Wer die Regelung der Sohn- und Arbeitsbedingungen und den Abschluß von kollektiven Lohn» und Arbeitsverträgen; d) die Arbeitsniederlegung(der Streik), wenn die VerHand- lungen zu keinem annehmbaren Ergebnis führen. Den Mitgliedern ist Streikunterstützung zu zahlen. Die Unterstützung, die auch im Falle einer Aussperrung od« Maß. regclung den Mitgliedern zu zahlen ist. muß in den Satzungen , der Arbeitnehmergewerkschaft festgelegt werden; c) die geistige und fachliche Ausbildung der Mitglieder; 6) Rechtsschutz und UnterstützungSeinrichtungen; e) Sicherung der Arbeitnehmerrechte durch die Gesetzgebung Die finanziellen Mittel zur Durchführung des Zweckes der Arbeitnehmergewerkschaft sind durch Beiträge der Mitglieder auf- zubringen. Die Arbeitnehmergewerkschaft darf keine Zuwendung mat«. rteller Art von Unternehmern oder Unternehmerorganisationen an» nehme». Die Grundsätze gelten sinngemäß auch für die Arbeitnehmer- organisatione» der Beamten. Angestellten und Arbeiter' staatlicher und kommunaler Betriebe. vie Verhandlungen mit de« Angestellten des ver- stcherungsgewerbes. Am heutigen Freitag gaben bei den Verhandlungen über den ReichStarif die Arbeitgeber eine längere Erklärung ab, wonach sie bereit sind, in die Tarifverhandlungen einzutreten; sie mWen dies aber im Interesse einer Sicherung der Aussichten auf einen Erfolg her Verhandlungen davon abhängig machen, daß der Zentral»«- band der Angestellten sich durch eins schriftliche Erklärung ver- pflichtet: 1. Di« sofortig« Aufnahme der Arbeit seitens seiner Mit» glieder in allen Betrieben, in denen zurzeit noch gestreikt wird, herbeizuführen. 2. Die Meinungsverschiedenheiten darüber, ob die Betriebs- leitungen zu Entlassungen wegen Vorliegen strafbarer Vergehen sofort oder erst nach ftrafrechrlicher Verurteilung berechtigt find, wicht zum Inhalt einer Streikparole zu machen. 8. Seinen Einfluß auf seine Mitglieder in den Betrieben da. hm wirkend zu machen, daß Wiedereinstellungen oder Entlassun. gen nicht zum Anlaß eines Streiks gemacht werde«, vielmehr Meinungsverschiedenheiten im Wege de? Verfahrens vor den ordentliche« Zivilgerichten ihre Erledigung finde». Uns scheint, daß� die BersicherungSunternehmer unter Wrn Deck- mantel dieser Bedingungen nur ein Verschl-ppu chen nicht zutück- schrecken. Auf einer an pefäbrlidben Zwiicheniällen reichen Tteib- jagd wurden kürzlich zwei besonders schöne Prachtexemplare der Räuber zur Strecke gebracht. Berantw. kür den redaktivn. Zeil:«et»» glckter, Cbarlottenburq: für Anzeigen! Th. Glocke. Berlin. Bering: Vorwärts. Verlag®. rn. b.$. Berlin. Druck: Bor- witits-Buchdruckerei v. Berloasanstalt Baut Singet u. Co. Berlin Lindenstr. 8. Zeitungs-Zentrale(Z-Z) MiengeleMchaN.* Geschäftsstellen und Inferaten-Unnalsine. Seat tagt) ttftt Aenzel.«ck-rstr. 174. am ftewt- plag. Seäffntf oon 9—5 Uhr.\ 9t c u m o n n, Drün str. 10, a. tc») 8 e t m. i? eilte, Steglider Str. ST, Sät Magdeburger StroRe.__,,,. «weg ggd SSdaufteg: Gustav SSmidt.«Irs-td. ftrahe 42, a. d. SneisenauftraRe. Eeösfnet von 9—5 Uhr. «den: St. Arid. Drinzenftr. 81. Ho! recht, pari. Gc- � öffnet oon 9-5 Uhr._., M....' Osten: Franz Arndt, Markuastr. 80. chesffnet von 9—5 Uhr.— A a r l Melle, Petersburger Plag 4. Seijffnet von 9—5 Uhr. Swosten: Paul«Ohm. Lausiger Platz 14/15. von 9—5 Uhr. Ikardsstevt Paul P5l». Zmmanuelkirchfte. 24. von 9—5 Uhr. Maadit: Zakevh.«ilhelmshaven« Sie. 4S. »s» 9—5 Uhr. Wedding: Z. 8 5 n i s ch. MMerstr. 81», SS« StroRe. EeSlinet non 9—5 Uhr. Stofenihaler und vraniendneger«»ettsdt: Wattstr. 9. GeSffnet von 9-5 Uhr. Sesnnddruggeal Fische!:, ffiafilatilte 7. Seöffnei von 9-6 Uhr. Schlnhanler«vrstadt: Karl Rar«,«reifenhasener Straße ZZ. Dcijffnc! von 9—5 Uhr. GeSffnei «eSkknet SeSkknei Utrechter S. Wolgast. »iesdork: B. Danneber». Piktoriaste. ll. vohusdoesl Horleman», Sreollenichafistzau««Pa» radir«�. Puch holz, Blanlenburg! W. P a s o r», Buchhol», Bahn» CharloNenburg: Gustav Scharvherg, Srsenhrimer Straße 1. Geöffnet»an 9—5 Uhr. Cdarlattenbarg: Eisfeld, Tauroggener Str. 14. Charlattegbnrg! Naiferbamm 101. 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