Nr. B9. 37. Jahrg. BeznaSpreiS: !«I m« Hmls. Daraus zahlbar. Ba!<- b«ysä; Slonatlüi 150 Mt. exN-gU' s�llung.zebühr. llntrrKreuzdaud fili DtutschlaNd itivö Octt-raeich■ llttgatn 7.TJ 3?iu füs da. uitig: Au»!a»d 12.— Ml. bei täglich«inmau SufteUunj 10.- SJ i.+ OalBta.«affijlao- bclentiKjen lähmenen> täglich zweimal. Sanntag. einmal. Telegeamm-ZUrressl �Saziaivamokrai vsrlw". Morgen Ausgabe. Derlinev Volksblatt s 20 Pfennig) ««zeigenvret»: Die achtgelpaltene Sianv-'eUlrzeile ivstett,— Teuerungsz»! i eg00°/» »«leine«nzetgen-, diu fcU- gedruckte Wart 75 Pfg.(zuliisfig;mti tettgedruckte Werte), jede» weitere Wort 50 Psg. Stellengesuche und Schlafftellenlmzelzen das erste Wort 65 Pfgv ieder weitere War:«0 Ptg. Warle üdee IS Buchstaden zZstieu slir zwei Worte. Tetieeung.zuschlag 50°,«. Fomilieit-Bnzeigeir, paiitische und gewerlschastliche Vereins- An, eigen 'i,~ Ml. die Zeile ahue Austchiag ?lnzeigen fiir die nächste Ännuncr mitsten bis 5 Ahr»achniiitags im Hauptgeschilft. Berlin SV W. Linden- streche 5, abgegeben weeden. SeSstnet vo»« Uhr frllh Mi 5 Uhr astend». Zcntralorgan der rozialdcmokrati fehen parte» Deutfcblande Neüaktio« unö»Expedition: SW. 68, Linöenstr. 3. ssteruivreckert Slmr Monstplatz. Str. 151»tt— I lil g?. Donnerstag, den Januar 1920. vonvärts-verlag G.m.d. y., Ew. 68, Änöettstr. 3. Aernwecche«: Amt M-ristvlat». Rr. I17S»-�S«. Neues Gewittergrollm. Jusmünzung See Not. Im RuhrocLiet wurde im März v. I. durch die Reichsregierung der Belagerungszustand iocrstängt, weil dw Bewegung der Bergarbeiter auf Ber- kiirzltng der Schichtzeit mit politischen Forderungen verknüpft und die Ausführung von Notstand öarbeiten der- weigert wurde, so daß die Gruben in die Gefahr des Sr- faufens kamen. Nach Beendigung des Streiks konnte der Belagerungszustand nickst ohne weiteres aufgehoben werden. weil einmal noch eine starke Unruhe bestaud und zum anderen mit dem Belagerungszustand eine Reihe von Verordnungen gefallen wäre, deren einige durch den Reichskommissar Severing im Interesse der Arbeiter erlassen waren. Die wichtigsten davon waren: die Verordnung zur vor- läufigen Dienstanwoistmg für Berriebsräte, die den Zechen- betriebsräten gesetzlichen Boden und bestimmte Aufgaben gab. und die Mieterschutzverordnung, durch die verhindert wurde. daß ein Mieter auf die Straße gesetzt werden kannte, ohne eine andere geeignete Wohnung zu haben. Obwohl diese Gründe bekannt waren, obwohl sich immer mehr zeigte, daß Syndikalisten und Kommunisten auf einen neuen großen Putsch hinarbeiteten, setzte eine Be- lvegung zugunsten der Aufhebung des Belagerungszustandes ein. Die verantwortlichen Stellen, insbesondere der Reichs- kommisiar, konnten sich billige Volkstümlichkeit erwerben, wenn sie dem Drängen nachgegeben hätten. Indem sie eS nicht taten, haben sie die unheilvollsten Wirkungen neuer Störungen des Wirtschaftslebens— besonders im Hinblick auf die Äohlenwirtsckaft— verhütet. Als sie schließlich zu- stimmten, eine Aufhebung des Belagerungszustandes zu be- fürworten, da geschah es unter der ausdrücklichen Voraus- setzuna, daß ast keine Stelle der Ausnahmezustand nach Ar- tikel 48 der Reichsverfassung treten sollte. Freilich sollte dieser Ausnahmezustand weitgehende Erleichterungen, besonders in bezug auf Versammlungs- und Pressewesen, bringen, Diese friedlichen Absichten wurden aber vereitelt durch die Ende Dezember einsetzenden Umtriebe für einen neuen politischen Streik im Judustriebezirk. Schon am 15. Dezember hatte die Bezirksleitung der Kommunisten in Düsseldorf folgende Anweisungen gegeben: «Zunächst ist die Revolution in ein Stadium getreten, in dem die Arbeiterschaft, nachdem sie politisch niedergeschlagen ist, der- sucht, sich wirtschaftlich einig, Vorteile zu verschaffen, d. h. ihren Lohn den Warenpreisen onzupaffen und in den Betrieben Einfloß zu gewinnen. Diesem Bestreben der Masse müsse« wir aller dings nicht entgegenkommen, ober wir müflen es berücksichtigen. Mit einem Wort: Die kommunistische Partei muß versuchen, in der ganzen wirtschaftlichen Bewegung Einfluß zu gewinnen, um dieselbe fürihrepolitischenZiele an«. zpnutzen." y Zu diessm Zwecke wird empfohlen, in den Zeptralgewcrk- schafton und in der Arbeiter-Union kommunistische Fraktionen mit einem eigenen Vertrauensmännersystem zu bilden, um die Gewerkschaften in ihren eigenen Reihen zu bekämpfen und die Arbeiter-Union von dem„verderblichen Einfluß der Syndikalisten" zu befteien. Und die Hauptleitung der Kommunisten erklärte in ihrem Rundschreiben Ztr. 6. daß die Agitation nicht nur im Gegen- satz zum Betriebsrätegesetz anknüpsen müsse, sondern olle Nöte der Zeit— Kohlennot, VerkehrLnor. Lebensmittel- not. Arbeitslosigkeit— sollten in dem Gedanken münden, daß sie nur durch revolutionäre Betriebsräte zu beheben sind. Die Frankfurter„Rote Fahne" kündigte bereit« zu Weih- nachten den großen Streik im Jndustriebezirk an. der sich Glicht um eine Wirtschaftsbeihilfe oder um einen neuen Lohn- tarif drehen würde, sondern um die alte Forderung:„Sozia- lisierung deS ZZergbaueS, wofür die Vorbedingungen der Sturz der jetzigen Regierung und die Durchführung des Rätesystems auf der ganzen Linie ist."- m, Nach alledem konnte von einer Aufhebung des Belagerungszustandes keine Rede sein. Und wenn nach dem«üs- bruch des Eisenbahner st reikL der Ausnahmezustand für Rheinland-Wcstfaleu n,tt Einschluß einiger bis dahin noch freier Gebiete erklärt wurde, so geschah daS, weil das Leben des ganzen Volkes auf dem Spiele stand. An den meisten Orten rissen radikale Elemente die Führung an sich und es zeigte sich bald, daß sie weniger Nachdruck auf die berechtigten wirtschaftlichen Forderungen der Eisenbahner als vielmehr auf die vollkommene Zerstörung unseres ohnehin fast voll- ständig erschöpften WatschastSlebenS legte«. Die Verweige- zrntg der Notstandsardetten in notwendig« Umfange brachte viele Städte in die Gefahr einer Hungersnot. Die Brot- knappheit nahm in einigen Orten bereits beängstigende Forme« an. Große Werke mutzten wegen Mangel au Brennstoff« stillgelegt werden. Noch einige Tage und der große Kladderadatsch wäre dagewesen. Die Gefahr wuchs, als planmäßig nach den Absichten der Kommunisten auch einige Zcchcnbelegschaften in den Streik eintraten. Zuerst war es die Spartntistcn- grübe Wehofen, die im letzten Jahre Wohl die meisten Streiktage zu verzeichnen hat. Dort kamen vorwiegend politische Gründe in Frage: Auflicbung deS Belagerungszustandes. Freilassung von Schutz- Häftlingen usw. Die Schachtanlagen Löhberg V» und */» folgten. In der Belegschaftsversammlung der Schachtan- läge Wehofcn vom 9. Januar wurde der Zweck des Streiks unzweideutig dargelegt. Die Zeit sei jetzt gerade günstig, er- klärte ein Redner, und die Bergarbeiterschast müsse sich nun mit den Eisenbahnern solidarisch erklären. Alle Lohnerhöhungen könnten dem Bergmann nichts mehr nützen, sondern nur eine völlige Umgestaltung der Regierung und die Einführung der Diktatur des Proletariats. Sollte da» Proletariat die Diktatur erhalten und das Kapital ge- stürzt sein, würden die dicke«. Herren, die Besitzer, auf den Zechenplatz gestellt werden und jeder geweckte Arbeiter würde wohl wissen, was er zu tun l)abe. Dieser Redner empfahl ferner unter dem johlenden Beifall der Versammlung, die Pferde aus der Grube zu holen und abzu- schlachten! Ein anderer Redner forderte 60 und ein dritter allen Ernstes Ii»— 150 M. Mindcstlohn für jede Schicht.„Versäumt die Zeit nicht," rief ein Redner am 11. d. M-,„die Stunde ist da, denn das Kapital ist mürbe und es braucht nur noch einen Schlag und es liegt erledigt am Boden!" Die Wirkung dieser Reden äußerte sich zunächst darin. daß sich an» 13. d. Mts. in Hamborn eine größere Menschenmenge zusammenrottete, die daS Rathaus stürmte, dort vorwiegend die Etenerakten vernichtete, die Räterepublik ausrief und dann schließlich zwecks Abschaffung des Kapitalismus riesige Plünderungen verübte. Als Militär einrückte, um die Ordnung wieder her- zustellen, wurde e§ beschossen. ES gab auf beiden Seiten Tote und Verwundete. Von Hamborn au» sollte der Streik inS übrige Revier getragen werden. Ans Zeche„Vereinigte Helene und Amalie" in Essen hatte ein BetriebSratSmitgltcd schon für den 13. Januar— also für denselben Tag, an demiu Berlin der Reichstag erobert werden sollte — den großen Schlag angekündigt, der die Re- gierung stürzen würde. Nur durch die Herrschast des Pro- letariatS könne eine Verbesserung deS Loses der Arbeiterklaffe erreicht werden. Hier gelang eS den Abgesandten der Kommunisten der Zeche..Lohberg", die Belegschaft tn den Streik zu reißen, der natürlich inzwischen schon wieder be- endet ist. Auch auf anderen Werken würde eS den kommunistischen Maulhelden gelungen sein, wenn sie nicht inzwischen festgesetzt worden wären. Kann und darf- die Regierung einen» solchen Tretben tatenlos zusehen? Wenn sie eS täte, angesichts der Not« die aus dem Kohlenmangel geboren ist— sie verdiente, glatt hin- weggefegt zu werden. Hier muffen die schärfften Mittel an- gewandt werden, um schlimmere« Unheil zu verhüten. Die Zeche„Wehofen' ist einstweilen geschloffen, die Arbeiter sind entlassen worden. Wegen der Unruhen und Plttnderimgen in Hamborn sind über 400 Verhaftungen erfolgt. Die kom- munistischen und syndikalistischen und die„unabhängigen" Zeitungen in Hagen, Remscheid und Düffeldorf sind bis auf weiteres verboten worden. V Nu» werden wahrscheinlich die Klage« über daS„rigorose Borgehen der Regierung" einsetzen. Aber soll den« die Regierung warten, bis wir ganz tn den Äljgmad gerate« find. bis die ArbectZlosizleit und mangolndc. Zufuhr an Nahrungsmitteln den wildeste« Kampf aller gegen alle entfesselt«nd den blytigsten Bürgerkrieg inS L an d gebracht hat? ES handelt sich eben heute»nn mehr als den Bestand der Regierung. eS handelt stch»un Sein oder Nichtsein deS ganzen Volkes. Wer in einer solchen verzweifelten Lage beimißt den Grund untergräbt, auf dem unsere Wirtschaft steht, ist ein Verbrecher am Volkswohl und muß als solcher be- handelt»verden. ganz gleich, in welchem Lager er politisch steht. ES ka»m keine Rede davon fem, daß die erwähnten harten Maßnahmen den Zweck haben, eine geistige Bewegung zu bekämpfen. diesem Zusammenhange«ruß der unheilvollen Rolle werden, die insbesondere die»Unabhängigen" bei den Streiks im Jndustriebezirk spielen. Durch ihre ur verantwoliliche Hetze haben sie in trauter.Uebereinstimnmi!. mit den Kommunisten in der Hauptsache zu der geistigen Bei »virrnng beigetragen, in der heute viele Arbeiter leben. Weir.i diese Arbeiter nicht mehr auf ihre alterprobtcn, sich ihn Verantwortung bewußten Gewerkschaftsführer hören, sondern jedem Schreihals nachlaufen, der ihnen recht viel vc spricht, so ist das die Saat, die sie auLgestrei' haben. Sie find es. die ihnen die Idee der Gewal: eingeblasen haben in der Forderung der Rätediktatur. Aber freilich, greifen die Arbeiter zur Gewalt, dar.' waschen die„Uuadaängigen" ihre Hände in Unschuld. Wi dann der Gewalt die Gclvalt entgegengesetzt, dann schreie• sie wieder über die UirterdrückungSpolittk der Regierung. Bo. einigen Wochen forderte ein unabbängiges Blatt die Regternn. auf, mit allen Mitteln für mehr Kohlen zu sorgen. S>!. aber der ReichSkotzlenkommissar in einer Presscbesprechuu darlegte, daß die Einführung der S e ch s st u n d e n s ch i ck daS Ende unserer gesamten Volks ivirtschai bedeute und daher die Presse auf diese Folgen aufmerksam machen müsse, da schrieb dasselbe Blatt, die Regierung woll. die Arbeiter nur einseifen. Wie soll ober die Regtenui, mehr Kohlen schaffen, wenn die Arbeitszeit noch verkürz! werden soll? Der Vera»ltwortm»gslosigkett, mit der heute im Ruhr gebiet wie auch im Reiche„unabhängige Politik" gemaä wird, dürfen auch unsere Genossen nicht länger zr sehen. Anstatt sich auf die Abwehr zu beschränken, müsse, sie aus der ganzen Linie zum Angri, übergehen. Man müßte ja an der Einsicht unsere! Arbeiter verzweifeln, wenn sie nicht das frevelhafte Cpir einsähen. daS die Unabhängigen mit ihnen treiben. E. mißbrauchen die wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiter ebenso für ihre Politischen Ziele wie die Itommuuisten. An der Ve- zweiflung, die die Röte der Zeit auslösen, kochen sie ihre Polstische Parteisuppe und treiben die Arbeiter und unsci ganzes Volk immer tiefer inS Elend hinein. Da dürfen wir Sozialdemokraten»ich! länger mit verschränkten Armen zusehen. Wir müssen ihnen die Larve vom Gesicht reißen und ihiv Verbrechen am Volke aufzeigen. Wenn»vir immer nu Stimmungspolitik treiben, wie es leider vielfach noch g M......' Schlitten. Di.' Wie leicht schlägt sie inS Gegenteil im». Nur dann können wir vo' der Geschichte bestehen, ujcmi»vir unbeirrt dur� daS Geschrei von rechts und von linke unseren Weg gehe: und je nach den Umstünden die Front nach der einen ope! auderen Seite nehmen, In diesem Augenblick versucht man, im Ruhrrevier Stimmung für den Generalstreik zu umcher In einem Flugblatt de« Spartakusbundes heißt eL, daß die U. S. P. in vielen Städten den Generalstreik erklärt Hab.. „Fördert keine Tonne Kohlen!" heißt eS darin.„Legt du Eisenbahnen still l" Eisenbahner und Bergarbeiter werde> ausgefordert, noch- vor dem 1. Febnior loszuschlagen.„Jetz oder nie I" ES ist zivar nicht anzunehmen, daß die Arbeiterschaft in ihrer Mehrheit dieser Parole folgen wird. Die Verbreitung deS Flugblattes konnte verhindert werden. Die Streiks in Hamoarner Bezirk sind so gut wie zusammengebrochen. Ciu■ Generalstreikprobe in Düsseldorf ist geradezu kläglich pei laufe«. Aber eL ist notwendig, daß den Arbeiter« gesagt wird, wie wir wirtschaftlich stehen und■ welche politischen Folgen ein solcher Putsch haben muß. Wenn eine weitere Verschärfung dcö Ausnahnrezustandc: eirstrcteu müßte, dann ist daS nicht der Regierung, sonder! den kommunistischen Drahtziehern nebst ihren miabhängigeu Helfer» und Nachläuse«» zuzuschreiben. LuS dem Geivstt« grollen darf sich»mter kewa» Umständen ein Hcimtte? ein wickeln. Die niedersahrenden Blitze würden unser ganzes l Wirtschaftsgebäude m Bvnrd setzen, schieht, so kommen wir bestimmt unter den Schlitten. Gunst des Volkes ist ein schwankes Ding. �ohn und Lebenshaltung. Die Lohnstatistik bereits früher in der P......... Grundlagen endgültig festgelegt und wird im Lause„- natS Februar in einer großen Zahl deutscher Gewerbebetriebe zur Durchführung gelangen. In engem Zusammen- arbeiten mit der Zentralarbeitsgemeinschaft und mit Verbänden der Arbeitgeber und Arbeit nehmer Hot man sich für eine Jndwidual-Lohnstatistik cnt- schwden. Die methodischen vyrzüge giWr klchy» �Möglicher :tne auf breitester Grundlage fußende, weitgebende Erfassung aller Mliswirtschaftlich und sozialpolitisch wichtigen Fragen. Die Erhebungen werden zum erstenmal einen wirklich zuvcr� lässigen Einblick in die tatsächliche Lobnentwicklung in Deutsch. land gewähre». Augenblicklich ist leider niemand in der Lage, die latsächliche Lohnhöhe für einzelne Wirtschaftsgebiete oder Vcruf? zweige auch nur mit einiger Sicherheit zu bestim- inen. waZ sich bei Tarif- und CinigiingSoerhandlungen und sonfü'VN Bcrarimgen über Gehalts- und Lohnfragen stets anfs einpfindlichstc bemerkbar inachte. Die gegenwärtige Lchnstatistik fleht in eng st er Be- ziehung zu der L e b e n s h a l t u n g s st a t i st i k. für welche die Unterlagen bereits erhoben worden sind und gegen- wärtig bearbeitet werden. 9!:ir auf Grund der Einteilung Teutschlands in Klassen mit annähernd gleichen Lebensbedingungen wird es möglich sein, die durch die Lohnstatistik beschaff- ten Angaben richtig zu bewerten uird die bezahlten Löhne nach ihrer tatsächlichen Kaufkraft einzuschätzen. Angesichts dieser hervorragenden Bedeutung der Lobnstati- stik ist die freudige Mitarbeit aller Beteiligten, die schon bei den Vorarbeiten in dankenswertester Weise zum Ausdruck kam. unerläßlich. Die Unternehmungen dürfen die ihnen entstehende Arbeit nicht scheuen, durch die sie zu einer Gesundung der Lohnverhältnisse wesentlich beitragen. Und auch die Angestellten und Arbeiter, die teils persönlich, teils durch ihre Betrieösvertrctungcn an der Statistik beteiligt sein werden, niüssen wissen, daß eS i h re eigene Sache ist, für die sie tntig sind. Der Erfolg der Statistik wird denen Recht geben. welche nur von einem Zusammenwirken der Interessenten in allen Stadien der Erhebung eine wirklich brauchbare Statistik erwarten: auch in dieser Hinsicht bat der jetzt angestellte Ver- such einer umfassenden Lohnstatistik grundsätzliche Bedeutung. Er kann für eine vollständige Neuordnung des Dienstes auf volkstümlicher Grundlage wichtig werden und damit der Statt- stik die allgemeine Anerkennung, die ihr heute vielfach noch ' fehlt, verschaffen._ Lelagerungszuftanö. Uns wird geschrieben: Die„Kreuzzeitung" läßt in ihren Spalten eine„geschätzte Seite" darüber Klage führen, daß die Preußische Regierung seinerzeit den Belagerungszustand in Berlin aufgehoben habe und meint, daß diese Aktion unter dem Druck der„von der Straße abhängigen" Reichsregierung erfolgt ist. Daß die Zuschrift behauptet, die Preußische Regierung habe diesen Schritt wider besseres Wissen getan, sei nur neben- bei zur Charakterisierung der Beweisführung der von der ...Kreuzzeitung�„geschätzten Seite" erwähnt. Die Preußische Regierung vertrat damals und vertritt heute den Grundsatz, daß dem Volke die versaffungSmäßig ihm zustehenden Rechte ihm nicht länger vorenthalten werden dürfen, als sehr wichtige Gründe dazu z tv i n g e n. Der„Kreuzzeutung" mag diese Auffassung nicht ganz einleuchten, denn sowohl sie wie ihre„geschätzte Seite" fühlten sich immer am wohlsten im Schutze der Bajonette und sehen in dem Regieren mit Belagerungs- zustand einen Ideal zu st and. den man nicht frivol ab- kürzen soll. Zu der Zeit, a!S die Preußische Regierung den Belagerungszustand aufhob, war eine akute Gefahr n i ch i v or h a n d e n, und es lag kein wirklich stichhaltiger Grund niebr vor, den Belagerungszustand noch aufrechtzn- erhalte». Daß unverantwortliche Hetzer und Demagogen die maßgebenden Stellen gezwungen haben, den Ausnahme- zustand zu verhängen, wird gerade in der Preußischen Re- qierung besonders bedauert. Denn hier wünscht man ein freiheitliches Regieren ohne Anwendung von Gewaltmaß- nahmen, woran man sich freilich von den Kreisen um die ..Kreuzzeitung", die ihre Aufgabe nicht so sehr darin sehen, m i t dem Volke als gegen die große Masse des Lölkes zu regieren, sehr wesentlich unterscheidet. i die Aeitrnigsverbote. Die von den Ze i t u» g§ ve r l e g er n nachgesuchte?e- sprcchung beim Reichskanzler fand am MiNrvoch stait, und zwar nehmen an ihr auch der R e i ch s w e h r m i n i sie r, der RcichSminister d?S Innern, sowie ein Vertreter des Reichs- justizmiursteriums und der Pressechef der Reichskanzlei teil. Die Verleger trugen die bereits in ihrer Entschließung zusammengefaßten Wünsche vor, in her sie sich gegen die jetzige Praxis der Verbole von Zeitungen und Lahmlegung der Betriebe wandten. Soweit ZcitungSverbote unerläßlich erscheinen, sollten üe nicht ohne Bcxfristung und ohne Begründung ersol- gen. Außerdem erscheine unbedingt erforderlich die Schaffung einer Instanz zur Nachprünmg der die Pressefreiheit einschränkenden Maßnahmen. Der Reichskanzler sowohl wie der Reichswehr- minister gaben eine Darstellung über den Einst der gegenwärtigen Lage und ließen keinen Zweifel daran, daß sie, um im allgemeinen vaterländische» Interesse der Lage Herr zu bleiben, weitgehende Machtmittel für sich in Anspruch nehmen müßten und auf die An- Wendung des nach Artikel s8 der Reichsverfassung zu verhängenden Ausnahmezustandes nicht verzichten köimtem Sie müßten die Möglichkeit behalten, gegen Zeitungen, die ohne Rücksicht auf das Allgemeinwohl in offener oder versteckter Weise z»r Verwüstung und Vernichtung des deutschen Wirtschaftslebens aufreizten, nach- drücklichst vorzugehen. Dagegen wäre die Regierung bereit, im Interesse der gesamten Presse und des Zcitungsgewerbes den vor- getragenen Wünschen entgegenzukommen, den Zeitungsverbolen in Zukunft eine Bcgründirg sofort mitzugeben oder unmittelbar ful- gen zu lassen. Inwieweit eine Befristung der Verbote stattsinden könne, müßte der Erwägung noch vorbchalte» bleiben. Außer- dem solle das Reichsjustizministerium sofort eine Verordnung ausarbeiten, auf Grund deren eine Kommission— gedacht ist au einen Ausschuß der Nationalversammtung— eingeselst werde. Dieser Kommission soll das Recht einer Besch werd einstanz gegenüber den behördlichen Anordnungen gegeben werden. Tic NegierungSSertrcrcr und Verleger gaben der Hoffnung � Ausdruck, daß auf Grund dieser Verständigung ein Zustand ge- schaffen werde, der den gegenwärtig bestehenden Schwierigkeiten und auch dem allgemeinen Rechtsbetoußtsein entspreche. die Luchürucker zu öen Zeitungsverboten. Die Vertrauensmänner der Berliner Buchdrucker und Hilfs- arbeiter nahmen am Mittwochabend Stellung zu den ZeitungSvcr- boten. Die Versammlung verlief zum Teil recht stürmisch. Von den Linksradikalen wurde schärfster Protest eingelegt gegen die erfolgten Verbote unter heftigen Ausfällen gegen die Regierung, die von der Militärkamarilla getrieben werde und gang im Banne der Reaktion stehe. Die Aktion richte sich nicht nur gegen die „Freiheit", sondern gegen die ganze Richtung. Es liege in aller Interesse, gegen die Knebelung der Presse aufzutreten, denn was heute der radikalen Presse geschieht, könne morgen auch der Presse von rechts passieren. Sollte nicht das Verbot schnellstens rückgängig gemacht werden, so müßten die Buchdrucker in den General- streik eintreten und die gesamte Presse lahmlegen. Ats ein Redner, der mit seinen radikalen Ausführungen bei einem großen Teil der Versammlung auf Widerspruch stieß, er- klärte, die Buchdrucker seien die erzreaktionärste Masse, erhob sich ein großer. Tumult, lind der Redner mußte das Pod'um| verlassen. Der Vorsitzende M a f f i n i rügte die Aenßerung und bezeichnete es als unerhört, wenn eiu Redner seine eigene Srgani- sation in dieser Weise beschimpfte.(Stürmische Zustimmung.) Mehrere Mitglieder der unabhängigen Sozialdemokratie der- urteilten die Fahrlässigkeit und Unfähigkeit der unabhängigen Führer, die die Massen nach dem Reichstag dirigiert hätten, ohne sich weiter um sie zu kümmern. Die Redner der anderen Seite verurteilten ebenfalls die Ver- böte der Zeitungen, ganz besonders aber deshalb, n>eil sie ohne Frist und Begründung erlassen Nwrden seien. Sie seien auch unklug, die Regierung hätte die ll. S. P. und K. P. D. ruhig sich gegen- seiiiz beschimpfen lassen sollen, wie eS gekommen wäre, wenn sie«r ihren Zeitungen halten schreiben können. Massini ivar in der Mißbilligung der Zeitungsvcrboie, wie sie erfolgt sind, mit allen Rednern einig. Die Verbote ohne Be- fristung und Begründung seien natürlich zu verurteilen. Man soll aber die Frage in Ruhe und leidenschaftslos behandeln. Es sei nicht klug, wenn man sich jetzt festlege auf radikale Beschlüsse, die sich nachher nicht verwirklichen ließen. Es sei leicht, für den Generalstreik einzuireten, anders sehe es aber aus, wenn es so weit sei und die Mitglieder die Betriebe verlassen sollten. Die Kommission, die bei der Regierung vorstellig geworden war, habe erreicht, daß bei künftigen Verboten eine Befristung und Begründung gegeben und die Beschwerdekom- Mission angehört werde. TaS seien Erwlge, die man anerkennen müsse. Bezeichnend sei es, so führte M a s s i n i auS, daß ein Redner erklären konnte, wenn sie die politische Macht be- kämen, würden sie sämtliche rechtsstehenden Blätter einschließlich des„Vorwärts" einfach verbieten. Weiter wies Masnni darauf hin, wo denn der Protest der Radikalen bei den Ianuarkämpfen geblieben sei, wo fünf Zeitungen, darunter der„Vorwärts", besetzt waren. Das sei wohl keine Beschränkung der Pressefreiheit. Im übrigen empfehle er, die Resolution des GauvorstandcS» die sich in seinem Gedanken- gang bewege, anzunehmen. Die nachfolgende Abstimmung ergab die Ablehnung aller Resolutionen von radikaler Seite mit großer Stimmenmehrheit. Angenommen wurde, ebenfalls mit großer Stimmeniilehrhcit. die Resolution des©cruvorstaudes, die sich gegen die ZeitungSvcrbote wendet, wie sie jetzt erfolgt sind und die die Garantien verlangt, die Massini zum Ausdruck gebracht hatte. Die fünfgliedrige Kommission wird diese Resolution am Donnerstag an zuständiger Stelle unterbreiten. folgen öes 15. Januar. Amtlich wird erklärt: Adolf Hoffmann hat in der Mittwoch-, fitzung der P'.cußischen Landcsversammlung. angeblich nach einer ZeitungSkorrespipdenz, behauptet, daß ein RegierungS- a u S s ch u ß, bestehend auS dem Reichspräsidenteii nnd den Ministern RoSke, Bauer und Kock», mit Dikraturgewalt ein- gesetzt worden sei. Diese Behauptung ist unzutreffend- Wenn Hosimann weiteihin behauptet,„man habe die Vorgänge vor dem Reichstage gebraucht, um die Einsetzung dieses Direk» toriums noch außen begründen zu können", so ist das nur ein neuer Beweis für die unehrliche, verhetzende und gewissenlose Propaganda der Unabhängigen. In Bremen wurde der GeschästSführer der kommunistischen Zentralleitung Dr. Paul L e v i auf einem HauSdach. wohin er ge- flüchtet war, verhaftet, in Berlin der Herausgeber der„Räre- Zeilimg" Dr. Alfons Gold fchmidt. TaS Kieler Organ der Unabhängigen.Die Republik' wurde wegen wahrheitSwidriger nnd verhetzender Darstellung der Vorgänge am iü. d. Mts. verboten. Der Abordnung der Buchdrucker und DruckereihilfSarbeiier erklärte Reichswehrminister RoSle, er sei grundsätzlich für die Befristung von Zeitungsv-rboten. Rur habe sich in den Fällen der.Freiheit" und .Rote Fahne" sowie anderer radikaler Blätter die Befristung noch nicht empfohlen, weil die radikalen Gegner nicht in die Lage hätten ver-. setzt werden dürfen, für die nächste Zeit politisch dispo« n i e r e ir zu können. Wenn die bestehende Krise überwunden sei. werde inan wahrscheinlich die Befristung der ZeitungSderbote grundsätzlich festlegen können. » Im Prozeß gegen den ehemaligen Bevollmächtigten deS Halle- schen SoldalemateS Leutnant d. R. Friedrich Ferchlaudi wurde nach vicrzehntägiger Verband luNgsdauer das Urteil gefällt. Es lauict wegen MißbrauchS d« Dienstgelvalt. Unterschlagung in Tai« einbeit mit vorlätzlicher Röligung eines Umergcbcnen. FreiheitS- bcraubung. Bildung eines bewaffneten Haufens in Tateinheit mit Ungehorsam auf fünf Jahre Gefängnis und Dienst« entlassung. Sechs Monate der UncerinchungShaft werden an« gerechnet. Heist und Mäste. Karl Bröger entwickelt im Januarheft der im Verlag von Eugen DiederichS-Jena erlchemcndrn Zeitschrift„Die Tal" wefcntliche Gedanken aber das Bnhälwi» von Keift und Masse. woraus wir die Thesen über die Nolle de» revolutionären Jdea- tiSmus abdrucken. Dem revolutionären Idealismus ist als besonderes Merkmal aufgeprägt, daß ihm jedes Gefühl fehlt für den Abstand zwischen Geist und Masse. Wird dieses Gefühl aber einmal wach, ja schlägt es gern in sein Gegenteil um, und war zuerst überhaupt kein Sprung zwischen Geist und Masse sichtbar, so gähnte nun auf ein- mal eine Kluft, über die für den verzweifelten Jdcakisten keine Brücke führt. Daß die großen Massenverächter als revolutionäre Idealisten beginnen, hat seine Ursache in diesem mangelnden Gefühl *it Abstand zwischen Geist und Masse und in dem gefährlichen Ilm- phlag dieses Gefühls. Trotzdem erfüllt der revolutionäre Idealist die Sendung deS ?eistes reiner als sonst ein Geistiger. Er geht vom Geist aus und »redt zur Masse hin, getrieben- vom Rhythmus der großen Mission. die dem Geist in der Welt gesetzt ist. Nu» nimmt der revoluiionäre Idealist leicht das Ziel für den Weg und hat kein Verstehen für da« Grundgesetz jeder Massenbewegung, enthalten in dem Umstand, tsß sich da? Tsmpo jeder Massenbewegung aus dem Schritt des «erngsamsten der Masse ergeben muß, wenn der Bewegung nicht auf halbeui Weg die Kraft ausgehen soll. Auch hier erklärt das mangelnde Empfinden für den Abstand von Geist und Masse alles. Wo nichts trennt, ist freilich der geradeste Weg der nächste Weg, uno könnten wir die Welt fertig auS unserem Kopf nehmen wie Kinder ihr Spielzeug aus einer Schachtel, wir wären am Ende aller Not. aber auch am Ende alles Leben?. Wo ist bei revolutionären Idealisten heute Einsicht in diesen Zusammenhang? Selten genug erkennt einer aus diesem Ge- ichlecht seinen geistigen Auftrag dahin, daß der revolutionäre Jdea- tismus nur darum revolutionär ist, weil er wieder Grenzen auf- »eckt, die im Schlendrian der gerühmten Entwicklung verwischt und »erwaschen Worden sind. Welche Grenzen wohl? « Masse isr Natur, inid ivas in jedem von uns natürlich ist, hin« (d ihn unauflöslich an die Masse. Jedes Loslösen aus diesem Ver» iundensein zahlt der Crnzclmensch mit einem Schwund an natür- sicher Kraft, mit Einbuhe an Instinkt, die durch nichts zu ersetzen ist, auch durch Weist nicht. Der Literat ist da? äußerste Glied einer Kette, die sich von der Masse wegeubwickeln und die Welt auf ihren «igenen kleinen Schößling pfropfen will. Der Literat ist sich selbst genug. Cr beweist sich das, ohne eS aber auch zu begründen, und hat deshalb auf dem Papier mindestens so oft recht, wie er im Lebe»«unecht hoch Jedes Zeitalter bringt seine Satire der Persönlichkeit mit. die zwgleich Satire auf den Geist ist, weil die Persönlichkeit den Geist trägt. Für daS bürgerliche Wcltalter, dessen Götzcndämmcrung eben hereinbricht, ist der Literat satrrischc Person. Dem Literaten dankt es dieses schwatzhafte und lesewütige Jahrhundert, daß der Geist kaum mehr anders als„redend" oder„schreibeud" gedacht werden kann; sein Werk ist der grobe Irrtum, daß die Entschei- dung des Menschen lauten müßte: Geist oder Masse! Hier setzt das Ve'.dien st des revolutionären Idealismus ein, der diese falsche Fragestellung über den Haufen rennt und. über die Wahrheit hinausschießend. Geist un>'o Masse gleichsetzt. Dieses Verdienst bleibt auch dann groß, wenn die nahe Zukunft zeigen müßte, daß sich Geist und Masse langsamer finden, als des stur- mische Wollen deS Idealisten wünscht. Wir sehen wieder die Grenze klar, die der Literat mit M ficht verwischt hat. Sie läuft zwischen Geist und Masse durch die Persönlichkeit, durch die volle Person- lichkoit mit allen Kräften, bewußten und unbewußten, nicht durch eine Gc Hirnmaschine, die mechanisch auf mechanische Reize anläufi. Geist muß wieder organisch werden, was wesenhast anderes I besagt akZ: organisiert. Masse muß geistig gegliedert werden, waS j sehr viel mehr vorausfetzt als alle die Einträge in Taufregister, � Einwohnerkisten, Vartennftgliedsbücher und ähnliche Faszikel der ! ordentlichen Statistik. Die Frühreife des Mathematiker?. In Berlin tritt zurzeit ein Knabe auf. der gan, Erslaunhcbes im Scha-tupiel leistet. Die Be- gabung für dq« Schachspiel scheint mit der mathematischen zu- iammenzuhängen. In der Maibematik aber ist Frühreife nicht selten. Während bei anderen wisienichaftlichen Disziplinen eine besondere Flühreife nur in ganz seltenen Fällen beobachtet wurde. offenbarten die Vertreter der mathematischen Wisienschaft ihre außerordentlichen Fähigkeiten meist schon in srüher Jugend. PaScal hat mit 12 Jabren selbständig eine elementare Geometrie entwickelt und mit 18 Jahren sein berühmte« Werk über Regel- schnitte versaßt. C'.airaut las mit Ii Jahren eine mathematische Abhandlung vor der Pariser Akademie, deren Mit- glied er sechs Jahre später wurde, wozu er sich die Be- rechtigung durch die Veröffentlichung eine« bedeutenden Buche» über Kurven doppelter Krümmung erworben hatte. Lagrange wurde auf Grund seiner Abhandlungen zu« höberen«nalhsis im Alter von 19 Jahren Professor an der«rtillerieichule zu Turin, und Galois hat in dem gleichen Alter seine lababrechenden Entdeckungen i» ver algebraische» Gruppentheorie gemacht. Auch Newton, Gauß, der Norweger Abel, der Russe Tschebyscfieff offenbarten in frühester Jugend ihr Genie. Man muß dabei>n Erwägung ziehen, daß bei der Hervorbringung mathematischer Leistungen weniger Erfahrung uno Studium m Betracht kommen, als bei anderen Wissenschaft. iichen Gebieten, sondern mehr ein« natürliche Anlage, die dann mohl durch Fleiß und Studium erweit-N und g-sörderl wird. Der Werdeprozeß des Matheinaliters hat>» gewisser Beziehung mehr «ehnlichkeit mit dem des Künstlers, insbesondere des Mustkers, als dem de« Gelehrten. Bemerkenswert ist übrigen«, daß zahlreiche Mathematiker besonder« begabt aach w der Musik sind, oder doch eine große Vorliebe für Mukik haben. Es muß also rine innere Verwandlschajt zwischen Musiker und Mathematiker vorhanden sein. Der RcilbSthentcrrat—«»beitsgemeinschaft de» deutschen BübneuveuinS der Genossenschaft dcuticher Bühnenangehöriger, des Verbände« vemscher BühnenschriftslelZcr und Büdueukoiliponisten und der Vereinigung der Br'hnenvcrleger— beiaßic sich in seinen Sitzungen vem 16. und 17. Jcinucn mit Aue wüchsen de§ Thealerlebens jüngster Zeit und brjchloß, zum Schutz der iünstlcrischen Freiheit gegen Zuchtlosigkeit und gegen Engherzigkeit tälig einzu- greifen. Besonders wurde bei den Verhandlungen die Unter» örechmig des Spiels durch planmäßig ongesliftele Theaterikandale ouss schärfste verurteilt. Audererseus gab die Ausschreitung eine« Bühnenleiters Veranlassung, mit den Mitteln der Organisation gegen ihn vorzugehen. Theaterschluß in Wie«. Der Kohlenmangel in Wien bat zu einer Schließung sämtlicher Theater ge'ührt. lieber die wirnchoft- lichen Folgen dieser Situation äußerte sich der Präsident de» Wiener TheaterbirekiorenverbandeS:„Der lägliche Kohlenvcrbrauch der Theater bcträgc einen halben Wogqen Koble Wegen diefts halben Waggons Kable, der durch die Schließiuig der Theater erspart wird. werden W 600 Menschen, die beim Theater beschäftigt sind, brotlos." Theater. Infolge lhkranknnz eines Sauptdmchc ll-iS. findet die Erst. austühiung tti Blitzspiels ,F e m i« a" im Tttanon-Zucai c tri am Sonn« abend statt.— Die ttiam ührnng von Heimat in v. BiietkcherS Schauspiel .Der Kronprinz-(1. Teil von.Friedrich der Große) h auf Donnerstag. den MO. Jan., angesetzt. Mit der Rolle drS Kronpriiizm blgi.int Lothar Müthil vom Münchenu Schauspielhaus seine Z hangleit am StoatSthealer. Elaire Tujr, die dramatische Sängerin der Berliner Oper, bat ei» Engancmcut ILr Konzert« und 0'astsvIele in den Verewigte» Staaten ab- gelchlojsen. Deuvche©eiangdlimst schiint drüben noch Km» zu Hobe», die Künftlerin belommt für 20 Abend- PO 000 Tollai». Au« der Republik der ZLissrnschaften. Richard Willstätt-r, Vro- sefsor der Chemie in München, hat den an ihn ergangenen Ruf als Nach. solgcr Emil Fischers nach Berlin abgelehnt. Leo Penkert vom Lustspiclbaus liest Sonntag, den 25„'/,12 Uhr, im Saale des Deutschen Lyzeumtwbs au« Ehriftian Morgenstern. Mise Laökee- Dchneler liest am 2S. �omiar, 12»br mltwZZ. im .BrüdcrvcreinSbauZ', Krnfülstenstr. U5, ouä eigenen Werlen jut den Palastma-ÄitsbausoitdS. Theodor Fontane ist ter Dichterabend diese« Sonntag«, nachmittags 4 vbr im Schillerfaal CharloUenburg gewidmet. Den einleit-nd-n Bortrag hält Dr.«ustav Manz. Vrnuo«Lilie- Feler. Nu« Nn'aß po« Bruno WilleS 60, Eeburts- tofl finde» eine Feier nt:i 1. Februar 19J0, vorm, 1' Ub'. m der„Boll-. bühne' siatt. Dabei wirken mit: OJcrtnid EhjotM, Friedrich.«ayßtcr, Karl Ärmster und oaS Orcheiter des Deutsch«-, Overnbause» unter Eduard Märikc. Ansprachen halten Konrad Hoeniich und Karl Warlersteig, Ficht««md unsere Zeit. Dir bei der Flchteseier der Univerfttät Jena von Pro!, Sruno Bauch gehaltene Rede über dieses Thema wir» erweitert als Sonderheit der.Beitrage zm Phitolophie de« deutsche« JVcaliöMus" im Verlag der Keyscischen Buchhandlung in Ersurt erscheinen. Da« Atnauzgsnie. Im CKicago Stecord-Herald liest man: .Vater, was ist ein Fmanzgenici"— awanzgeme. mein öohn, ist ein Mann, der da««eld auszugeben versteht, welche» er nie besessen hat und da» die Latte. Kle e« zu erhalten meinen, niemal« zu sehen be. Äne S-y. d.-Reöaktkoa militärisch überfalle«. Der Geschöflsfiihrer der sizialdemokratische»„Niederbayerischen B-lkSwach!�«Genosse Zchmid� telegraphiert uns: Montag mittag Uhr erschien in«nserer Redaktion der Weich w c h r l e u t n ä n t»nd WirtschaftSvffizier Brand in Bs- glcitvuq dreier Militärs und einer Zivilperson und forderte von tmfercm!>! e d a t t c u r S e I m a y r in brutalem Ton Rechen« Ichart über die in Nr. 12 unserer„Niederbayerischeu Bolls« wacht" cnthnlftiif Lokalnotiz„Ein teurer Mist". Unser Redakteur wachte de» Offizier darauf ausinerksam � dafi sich in der Notiz ein Irrtum befinde, der jedoch in der folgeudeit Nummer bereits richtiggestellt sei, trotz dieser Entschuldigung hielt es Leutnant Brand mit seiner„Offiziers- rlirc" für vereinbar, in der wvstestcn Weise leSznschimpfen,«nserra Redakteur, der ahnungslos an seinem Schreibtisch saß, beim Rock- tragen zu packe» und regelrecht zu schiitteln. Nur mit Mühe gelang es dem Ziedaltriir Selmayr, sich von seinem Sitz zu erhebe», sich das Leuchme« des Herrn Brand zu verbitten und ihn zu ersuchen, mit seiner Begleitung die Rcdaltivn zu verlassen, widrigen- saU's der Oifizicr sich des Hausfriedensbruches schuldig mache. Diesen Augenblick schien Herr Brand erwartet zu haben; er zog eine zu diesem Zwecke mitgebrachte geflochtene Hundepeitsche unter seinem Mantel hervor und schlug damit wütend aus nuscreu Redakteur ein Rur dem Umstand, daß es unserem Redakteur gelang, den tobenden Offizier beim Krngeu zu packen und gegen die Tür zn drängen, wobci der eiserne Ofen umfiel und das Wasch.-ejchirr Schaden erlitt, ist es zu danken, daß unser Redakteur vor schwereren Verletzungen bewahrt blieb und mit einer leichte» Schramme ans der Stirn davon- kam. Als es unseren? Redakteur gelungen war, sich aus den Eisen- grisscn des Eiudrechcrs zu befreien, seine» an der Wand hängenden Revolver zu ergreife» und sich mit diesem vor weiteren Tätlich- leite» des Offiziers zu schützen, zog eine der im Zimmer an- wcsendcn Militürmannschaften ebenfalls den Revolver und zielte auf den Ncdaktrnr, die anderen im Zimmer anwesenden Personen»erhielte» sich neutral. Ein Militarist mußte, man lese und staune, vor dem RcdaltionSz'mmcr Wache flehen. Erst als der Hausbesitzer erschien und sich nach der Ursache des Lärms erkundigte,»er- ließ Leutnant Brand mit seinrn Helfershelfer» das Rcdaktivnslolal. die Landplage. Die sehr gemäßigt liberale, starl industriell beeiufluxte »Magdeburgische Zeitung" schreibt: A I t« n g r a b o w, 17. Januar. Das Schreckens- r e g i m e n t der seit einigen Wochen im hiesigen ehemaligen sstesangcnlager untergebrachten baltischen Truppen hat jetzt die Besetzung des Lagers durch ein Bataillon der Reichswehr notwendig gemacht. Gestern rückte das Bataillon hier ein und stellt« die durch die unge- betenen Gäste starl gefährdete Ruhe wieder her. Unter den Truppen, vre hier dsmobilrfiert werden sollen, befinden sich viele waschechte Russen, die ihren ganzen Hausstand mitgebracht haben. Sie wie auch ihre deutschen Kameroden fordern von der Reichsregierung vor ihrer Entlastung die restlose Erfüllung all der Versprechungen, die ihnen bei ihrer Anwerbung gemacht worden seien. Dabei find die Leine mit Geld reichlich verseben und die unglaublichsten Schieber- geschäfte werden hier trotz deZ strengen Verbots ob« gcschiosten. Die Dörfer der Umgegend find mit ge« stohlenem oder auf andere unrechtmäßige Weise erworbenem HvereSgut überschwemmt. Auch zahlreiche Ausschreitungen gegen die heimische Bcvölleruug ließen sich die iiiternierlen Truppen zuschulden kommen und haben die Er- Sitternng gegen sie auf das höchste gesteigert. Daß eS noch nicht zu blutigen Zusammenstößen gekommen war, ist nur dem Um« stand zu danken, daß man die Baltentruppen vor ihrer Jnler- merung entwaffnete. Den am Freitag in eine militärische Kaflenstelle verübten EinbruchSdiebstahl, wobei den Dieben 20000 M. in die Hände fielen, glaubt man ebenfalls auf das Konto der fremden Truppen setzen zu müsien. Hoffentlich geht der Wunsch der Bevölkerung nach schleuniger Befreiung von dieser Plage recht bald in Ersüllnug. ES ist bemerkenswert, daß ausgerechnet die.Magdeburgische Zeitung" über ihre Helden, die ihr bisher.die letzten Träger des nationalen Gedankens" waren, diese anschauliche Schilderung eines hervorragenden Wirkens veröffentlichen muß. � Die Berufung gegen öas 5iüer4lrtcU. Die neue Verhandlung gegen den früheren Oberleutnant Hiller soll im kommenden Monat vor dem Gericht deS Wehrkreise? III in der Lehrter Esraße stattfinden. DaS R.'lrnmaterial ist erst vor wenigen Togen dein Gericht zugegangen. Die Wiederaufnahme deS Verfahrens gegen Hiller im Fall Helmhake auf Grund des§ 122 deS MiliiärstrafgesetzbucheS, alio wegen Mißhandlung im Dienst mit tödlichem Ausgang ist nicht möglich, da dieser Fall vor dem Kriegsgericht der Kommandantur bereits abgeschlosten»nd die Revifion de? Urteils lediglich auf Grund des§ 12Z, der Mißhandlung eint« Untergebene» im Dienst durch Schlagen und Stoßen, erfolgte. Aller Wahrscheinlichkeit noch werden alle die Zeugen, die sich neuerdings gemeldet haben, in dem Wiederaufnahmeverfahren gehör: werken._ Tagung 6er Einwohnerwehren. Die 10. Tagung der deutschen Einwolmerwehren, welche in ?erl?n«u» 20. und 21. Januar stattsand»ich von ministeriellen fce.trcicrn und zahlreichen �lbgesandlen tut Einwohnerwehren nfl-T BuiideSstaaten besucht war, wurde von dem Leiter der Reich!» ü.rirale, Herrn Janssen, mit einer B�rußungSansprache et« ch;nft Während am ersten Verhandlung« tag- verschiedene Or- p�nisat iondfragen crngchc-ntd behandelt und wertvolle Anregungen fi?e'wn wurd», ergingen sich«n zweiten Tage mehrere Redner m lungeren Ausführungen über die.Wetterentwicklung der deutsch.» Einwohnerwehren»us einer Abwchrgemeiuschaft zu einer Rufbangenoffenschafch. In der Aussprache kam allgemein der Wunsch zum Ausdruck, daß das Treiben der rcchikalen Elemente inti) somit die Unruhen ihr Ende erreicht haben mochten und daß die Einwohnerwehren sich nun Mitarbeit an der friedlichen Erneuerung b?S Deutsche» Reiches widmen könnten. Herr Dr. Runkel bei ante, wie unser neuer Staat die K rä f t e s o l i da- rität dringend brauch«, die nicht durch Klaffenherrschaft, sondern durch natürliches Menschenrecht:z,u organisieren sei. Den Ein- wohnerwehren stehen in dieser Hsnficht zwar ungeheure, aber doch erreichbare Ausgabe:: bevor. Hert Dr. Poscner- Woltskehl ging aus di Vorgeschichte des Siedlungswetens ein. dessen sich die amw lichsn Stellen nach ichorfer Kritik nun doch anscheinend angenom- nun hatten, und me:nt, die Einwohnerwehren müßten daZ Jnter« > sie der Kommunen so zn belebe» verstehen, daß diese bei der Siedlung ernsthaft mithelfen. Fänden sich Emwobnerwe'hrmii- e'ifbtt zusammen, unter fachmännischer Leituva sich selbst Helm- staue» zu hauen, so träte nicht nur für den betreffenden Kreis eine erhöhte Garantie bezüglich der Sicherheit ein, sondern die Kom- munen hätten durch die dadurch gcmäkjrleijiete ruhige Wiederentwicklung de». Industrie usw. einen größer«» und dauernden Gewinn. *■?« sehr interessante Tagung endete mit dem Aufruf des letzten Bortregenden, daß in den Einwohnerwehren sich ,i<,ch ziud nach da«. ganz« deutsche Volk, da« wieder wie früher emporkommen werde, j zu einer-geistigen Aufbaugenossenschaft' susammenjchließen möge, s Die ersten Heimkehrer. Mittwoch früh trafen die ersten Gefauxene» auS dem franzö- fische» Norden in Hcrbesthal ein. Ter erste Zug brachte 098 Man» aus dem Lager Lille, die nach kurzem Aufenthalt nach Jülich weiter- fuhren. Der zweite Gefangen cnzuz brachte 1081 Mann, die nach Düren weitcrgeleitet werden. Die Stimmung der Heimkehrenden ist durchweg gut. Ihr Befinden ist ebenfalls zufriedenstellend, wie auch ihre Klei- dung. Der Gesamteindriick, den die Leute mache», die jetzt aus langjähriger Gesangcnenschaft heimkehren, ist im cillgemeinen gut. Es handelt sich durchweg um Leute aus dem linksrheinischen Ar- biete. Ein besonderer seicrlichcr Empfang fand nicht statt. An- sprachen wurden nicht gehalten. Die Heimkehrenden wurden mit Kaffee bewirtet und mit Liebesgaben bedacht. Es werde» tagtäglich 9 Züge in Herbesihal über die Grenze komnien. Belgien hat die 20 deutsche Geisel« heimgeschickt. Vom 13. bis 29. Januar tagte in V e r l i n eine internationale Konferenz, die vom„Voltcbunde zum Schutze der deutschen Kriegs- «nd Zivilgefangcnen", vom„Bunde der deuischen Jeanen zur Befreiung der Gefangenen" und von der„ReichSvereiuigung che- maliger Kriegsgefangener" einberufen worden war. Vertreten waren nutzer den genannten Verbänden das schwedische tztote Kreuz durch einrn Abgesendten des Prinzen Karl von Schweden, die Bcr- einignng schwedischer Frauen zur Befreiung der Gefangenen, eine Abgesandte der finnlöndischen Frauen, das Holländische liomitre zur Befreiung der Gefangene», Abgesandte Deutsch-Oestemichs, das Zentralkomitee dcs Roten KrenzeS in Berlin, die interessierte,, Be- Hörden des Reiches«nd Abgesandte aus Berlin. Gegenstand der Verhandlungen waren die Matznahmen für eine baldige Heim- schaffung der Gefangenen in Sibirien nnd dir Für- sorge für diese bis zu ihrem Abtransport. ßtt unsere Msnnenten! In«nserer Morgenausgabe vom Mittwoch ist in kurzen Zügen die Rotlag«, in der sich das Zritungsgcwcrbe znrzeit befindet,«e- schildert worden. Eine gigantische Steigerung der Preise aller Materialien, die z,.:r Herstellung der Zeitung notwendig sind, be- droht die Ötrundlnze nnd das Weitererscheincn der Zeitungen. Nicht nach Hunderte», sondern nach Tausenden von Pro- z e n t c n beziffert sich diese Prrisstcigcrnng. Drucker- nnd AuSträgcrlohne sowie die Gehälter der Auge- stellten nnd Redakteure mtiffr« der beispiellose« PreiSsteigevung aller Bedarfsartikel gegenüber gleichfalls bedeutend gesteigert werden Tie hierfür alifgewrndrten Bnsgabcn übersteigen die Ei» nahmen aus dem bisherigen Abonnemcntdpreis nm da? Tovpelte. Wir müssen deshalb, wenn auch schweren HerzenS, den Sbonne- mcntspreiS nochmals um 1 Mark pro Monat erhöhen. Der Abovncnrentspreiß beträgt ab 1. Febrnar 5,5V Mark pro Monat und Exemplar. Nnserr Bbonuentru können versichert fei», daß wir diese Er- höhung gern vermieden hätten, doch der„Vorwärts" soll«nd mutz im Interesse der werktätigen Bevölkerung Berlins nnd im Interesse der dentsckfen Soziakdemekratie in voller Lebeiwfähigkeit erhalten bleiben. Wir vertrauen auf die Einsicht unserer Leser und Partei- genossen, batz sie trotz dieser Preissteigerung treue Abonnent«, heS „BorwärtS" bleiben werden und durch Werbung neuer Abonnenten dir fernere Entwicklung des„Vorwärts" sichern. Verlag deß„Vorwärts". Clemenceau gegen Clemenceau. Im Oberste« Rat sprachen Llovd George, Ritti, Matsni und Wallace Elcmenccau ihr Bedauern darübcr aus, daß Ii« die Arbeit mit ihm gemeinsam nicht fortsetzen können. Elemenrea», erwiderte in einer langen Rede und sagte, alle Mitglieder der Friedens- konferenz hätten daS, was sie als das Interesse ihres Vaterlandes angesehen hätten, gnt verteidigt. Jedoch habe man niemals die Notwendigkeit eines gemeinsamen Einverständnisses außer acht ge- lassen. Wenn die berechtigten Interessen jed« Nationalität ge- wahrt werden sollten,„nd wenn es ein ruhige? Europa geben solle, dann könne dies nur geschehen, wenn daS Recht jedes einzelnen anerkannt werde. Wenn England, Amerika, Italien und Frankreich vereinigt bliebe«, dann sei dies eine Garanlie für den Frieden, die alle Sicherheiten überbiete, die man ans Papier schreibe» könne. Wenn diese Nationen sich eine« Tage? trennen sollten, dann wage er nicht daS Unglück voranszusage«, daß daran? entstehen könne. Laut HavaS beabsichtige die Kammer, Elemeneean durch eine nationale Kundgebung, durch Ueberweisung eine« GefchenlS von einer Mllion, durch Verleihung der Militärmedaille und durch sein« Ernennung zum lebenslänglichen Senator zu ehren. Neue Männer, alter Kurs. Die deutsche Presse war gnt beraten, als sie ziemlich sin- mütig davor warnte, ans der Niederlage Clemen- ceaus bei der Präsidentenwahl irgendwelche weitgehenden »der gor günstigen Schiaißfoglmingen zu ziehen. Und die- jenigen fanatischen Anhänger Clemenceaus, die. der„Hu- manit6" zufolge, in den Wandelgängen des Palais Bonrbon in letzter Stunde Teschanel mit dem Argument belämpften, daß bei einer Niederlage ClemenceanS Berlin illuminieren würde, werden nicht behaupten können, daß die Haltung der deutschen Presse ihnen recht gegeben hätte.\ Tatsächlich bleibt, nanventlich in boziug auf die auswärtige Politik, der französische Kur s der alte. Ter Kurs, den das französische Volk zu seinem nreigemten Schaden ain 16. November selbst bestimmt hat. Die Politik des „nationalen Blocks" bleibt Trumpf. Der beste Beweis dafür liagit in der Ernennung M i l l e r a n d s zum Mi- nisterpräsidentcn. Formell ist diese Wahl noch von Poincars getroffen worden, aber sowohl Cleinencoau»vie mich Teschanel hatten ihre Absicht kundgegeben, diesem führenden Mitglied des Nationalen Blocks die Bildung des neuen Kabinetts anzudertrausn. Wir wollen hier nicht überflüssigettveise alte Wunden wieder aufreißen, sonst würden wir an di« Nolle erinnern, die der neue französische Ministerpräsident als KricgÄninister des Kabinetts PoincarS im Fahre. 1912 gespielt hat. Er ge» hört uichestreitbar zu denen, die dazu beigetragen haben, die nationalistischen Strömungen m Frankreich zu stärken nnd somit Poincaref irwdbe Wahl zu ermöglichen. T. ß raen dem Siege Frankreichs Millerond zum Gcneralkommissar des wiedereroöerren Elsaß-Lothringens ernannt wurde, war nur eine folgerichtige Belohnung seines Wirkens als Kriegs- minister. Wo? mm Millerand als Di ktator in Elsaß- Lothringen geleistet hat, bestärkt uns in der Auffassung, daß die Zeilen noch lange nicht gekommen sind, in denen der Geist der Bersohniichkeit, den wir Sozialisten für die Be- ziehnngen zwischen'den Völkern erstreben, zwischen Deutsch- lcmd und Frankreich herrschen wird. Frankreich verdankt Clemenceau Mar den Sieg, oder was man heutzutage so nennt, aber es verdankt ihm auch einige hunderttausende Tote und Änige Dutzend Milliarden Schuldenlast mehr. Und Frankreich verdankt Millerand zwar die Ausrottung aller deutschgesinnten Elemente aus dem Elsaß, aber es verdankt ihm gleichzeitig eine tiefgehende Entfremdung des e l s ä s s i s ch e n Proletariats, das nur aus der Cha- rybdis des kmserlick-dentschen Joches in die Skylla des re- aktioiiär-niilitaristischen Joches der französischen Bourgeoisie geraten ist. Die Stunde>oird ichon kommen, in der das französische Volk in seiner überwiegenden Mehrheit sein Ur- teil sowohl über Clemenceau wie über Millerand und über die Dankbarkeit, die es dem einen wie dem anderen schuldet, gründlich revidieren wird. Unterdessen wird die Politik der rücksichtslosen Durchführung dos Friedensvertrages, die Politik, die die herrschende französische Bourgeoisie selbst verlangt, weil es die einzige ist, die sich ihrem engstirnigen, egoistischen Gesichtskreis anpaßt und deren fte fähig ist, mit derselben blinden Konsequenz verfolgt werden, wie unter Clemenceaus Leitung. Weitherzige, den Grundsätzen der internationalen Gerechtigkeit entspreclzende Gesichtspunkte sind von dem Manne nicht zu erwarten, der im Elsaß das System der Jndentitätskaiten eingeführt und das Denunziantentum zu einer staatlichen Institution erhoben hat. Welleicht wird Millerand— im Gegensatz zu Pichon, dem blinden Diener Clemenceaus— so viel Einsicht haben, mit dem hoffnungslosen russischen Abenteuer Schluß zu machen und die Lösung der Friedensfrage in Ost- e uropa mit anderen Mitteln als mit denen der bloßen Gewalt zu suchen. Das wäre ein Fortschritt, den wir. ob- gleich er uns nur indirekt beträfe, begrüßen würden. Nicht aus Sympathie für die Sowjetregierung, sondern aus Mit- gefühl für div Leiden des schwer geprüften russischen Volkes. Tie meisten Mitglieder des französischen Kabinetts Millerand sind Neulinge, die der 16. November in die Kam- mer gebracht hat, lvo sie versuchen werden, die Versprechungen einzulösen, die sie dein Volke vor ihrer Wahl ans den Listen de? Nationalen Blocks abgegeben hatten, und die sich in die bekannte Formel:„I-e boehe paiera!" k Deutschland muß bezahlen) zusammenfassen läßt Auch hierin haben wir, hat -dar europäische Kontinent nickst viel Gutes von der neuen französischen Ragienmg zu erwarten. Milleranös Programm. DeSSanel erklärt« unmittelbar».ach dem Wahlakt de« Deputierten und Pressevertretern, daS Amt werde er im Geiste seines V o r g ä n g er S fübren, und er versprach, er werde die Erfüllung der FriedenSbedingnngen durch die bisherigen Feinde als die wichtigste politische Maßnahme der nächsten sechs Jahr« ansehen. Der neue Kriegsminister Lese vre ist derselbe, der in der Kannner noch zuletzt daS FriedenSdiltat aufhalten wollte, um zuerst mal Deutschland vollkommen zu entwaffnen. Er scheint also auch von dem Lngsifimmel vor der deutschen Rache besessen zu sein: wenn man den Schond.vertrag' ganz durchführen will, züchtet man rnn dip RevanchckriegSagitation. Raimoud Fofidick, Ilutergeueralsekretär des Völker- b n n d e s, gab feine Entlassung wegen der schwierigen Lage. in der er sich wegen der Untäiigleit der Vereinigten Staaten hin-' sichtlich deS Jnlrafttretens des Völkerbundes befindet. Die Stelle des Generalsekretärs der WiedergntmachungS- kommission erhält der jetzige Leiter der WirtjchaftZabteilung des Völkerbundes, der Engländer Salter. Immerhin nennen die anständigen.Daily NcwS' diese Ernennung glücklich. Freilich betont der Engländer K e y n e S in seinem SchilderungSbuch der Pariser Konferenz die vollständige Fremdheit, mit der die Eng- länder KominentSdingen gegenüberstehen. Der Grientkrieg „Times" meldet, von arabischer Seite vcrlante, daß wieder Ge» fechte zwischen Franzosen und Arabern stattfanden, wobei diese siegreich waren nnd französische Maschinengewehre erobert habr«. Das Reiltrrsche Bureau erfährt, daß in London eiuzetrosfeurn Berichten zufolge an der i u d i s ch e n Grenze ein schweres Ge- fr cht stattfand, bei dem die b r i t i s ch e n Berluste 330 Mann be- trugen. Die Kolonne, die in da« Herz dcs MahzudlandeS vorrückte. stieß ans starke» Widerstand. Tie Führer der Ausständischc« hätten jetzt schriftlich uni Einsiclliing dcS fremde« Bor marscheS gebeten und erklärt, daß sie sich den ihnen gestellte« Bedinguogeu sägeil würde». Er» Moskauer Funkspruch meldet hesiiz« Kämdse zwischen Weißen Truppen und Ausständischc» bei I r l u t s l. Ein Teil der Kosalea bade sich den Aufständischen augeschlosse«. Auf der Halbinsel Kamtschatka brach eine revolutionäre Bewegung unter de» Truppen ans. die z» den Bufrührern überginge» mid die bisherige» Behörden verhafteten. Die Aufständischen im Konkasns habe« Terbent ange- griffen, wurden aber zuriickgcschiagcn. Tie englischc Kanlas»!- arme« hält eine Linie, welche die Eisenbahn Zarizin— Jclaterinodar kreuzt. Durch Hochwasser wurden viele Brücken weggerissen; Ber- suche der Bolsch-wiste», den Don zn überschreiten, glückten«nr südlich Nachiischevan, wo es einer kleinen Abteilung gelang, sich auf dem linken Nfrr festzuseneu. Di? nach den: Schwarzen Meer entsandten englischen Kriegsschiffe sind bestimmt, die durch den B o r m a r s ch der Bolschrwistcn bedrobten englischen Unter- tanen nnd die englischen Jntercssrn zu schlitzen. Gleiche Matzuahmen werben in Wladiwostok rrgriffen. Der Expreß von Kairo nach Luxer wnrdc von A u f st ä n- bischen zum Entgleisen gebracht. ES wurden ungefähr 2000 Pfund Sterling geraubt. Die Polen werden aus Angst vor den Bvlschewistea in dem ihnen zugcfn0rncn Teil Ost- uud WestprrnßeuS Aushebungen vornehmen. Wir bezweifeln, daß Nichipolcn sich sehr begeistert für die Sicherung der polnischen Fremdheerschnft schlage« würden. Kleiue poUtische Nachrichten. Zum Kaiscrprozctz erklärt der sozialistische.Tailh Herald", daß der Prozeß vor ein deutsches Gericht gehörte; im übrigen fei Chur- anspteiprcwen, ecr ourcv ichnncnac vc, ey i fiimrMNin mng uvet äc schau eröftaiben sei. Die polnisckw Regierung werde für alle Sch den austommen, die dadurch entstanden sind, waS durch das Au gabckammando überwacht werden solle. Freilassung ungarischer Kommunisten. Di« dcutsch'ästvreichisck T\/r+ X'c» Ct/Vrffi Ein TttfPTrv.'Tf/«*» Cntcrm: ' Utw,| t y v* �,|»-• vitit j.i. wc sind zurückbehalten worden, darunter Bela itua, Josef Pogau Ernst Bettetheim»nd seine Iran, SewerkschaflsbemMW Lt«a«Mform im deutschen HolzarheiterverbanK. Im Dfutschen Holzarbeiteiverband ivird demnächst eine sehr beträchrliche Erbühung der Beiträge durchgeführt. Der Vorstand veröffeilUicht einen Entwurf für die Neuregelung der Verträge und der Unterstützungen, über welchen ein zimr 26. April nach Berlin einberufener außerordentlicher Verbands» tag endgültig entscheiden soll. Daneben macht der BerbondS» vorstand von seinem statutarischen Recht Gebrauch, indem er ab l. Februar Extrabeiträge ausschreibt. Tiefe Extrabeiträge sind obligatorisch, den Mitgliedschaften in den einzelnen Orlen ist aber dre Entscheidung über die Höhe des ExlradeurageS überlassen. ES sind wöchentliche Hxirabeiiräge von 25 Ps. bis 2 M. vorgesehen; den Mitgliedern wird jedoch empfohlen, den Extrabeitrag so hoch zu wählen, daß er zusammen mit dem ordcnt» lichen Beitrag die Höhe eines durchschnittlichen StundenvcrdiensteS ergibt. Diese Extrabeiträgs sollen zu» gleich zu den künftigen höheren Wochenbeilrögen überleite», die nach den Bestimmungen deS Statuts, fasern sie vom Verbandstag beschlossen sind, noch einer Urabstimnmng unterliegen und deshalb vor dem 1. Juli kaum in Kraft gesetzt werden können. Der Holzarbeitsrverbgnd hat zuletzt im Jahre lS17 eine großzügige Jinanzrefotm durchgeführt, die mit Beginn deS JahrcS 1918 in Kraft iro?. Der VerbandStag im Jahre ISIS hat dann die Bei- träge auf 50, 75, 100, 190, 150 und 180 Pf. erhöht. Diese Bei- tragSerhbhung sollte ausschließlich dazu dienen, die Streikunter- stützung zu erhöhen. Im Hinblick auf da? Bedürfnis nach einer weiteren Steigerung der Sätze der Streikunterstützung soll auch die neue Finanzreform durchgeführt werden. Dabei kommt aber auch in Betracht, daß die relative Höhe der Beiträge, gemessen an der Höbe des Lohnes, stark gesunken ist. Dadurch war eS nicht möglich, de» Kampffonds in gewünschtem Maße zn stärken. Absolut ist das VsrbandZvermägen nicht gesunken. Bei der gewaltigen Steigerung der Mitgliederzahl — der Verband zählt etwa LOöOVO Mitglieder gegen 190000 vor dem Kriege ist aber da? auf den Kops de? Mitgliedes berechnete Bermögni beträchtlich zurückgegangen, ganz abgesehen von dem stark verminderten Wert de? Geldes. Nach dem Borichlage des Vorstandes sollen nenn Beitrags- klaffen eingeführt werden mit Wochenbcrträgen von 50, 75. 100, 125, 150, 200. 250, 300 und 400 Pf. Die Mtgliederversammlunzen beschließen, welche BcitragSklasse für den Orr maßgebend ist, sie sollen aber verpflichtet sein, die BcitragSklafle zn wählen, die dem durchschnittlichen Stundenlohn des OrtZ resp. des Berufs am nächsten steht. Bei der Arbeitslosen-, Reise-, Kranken-, Umzugs- und Tterbeunterstützunz bleiben die Sätze im wesentlichen auf der seitherigen Höhe; sie erfahren eine Erhöhung nur soweit, wie das durch die Anglrederung der höheren Beitrags- klaßeu bedingt ist. Dagegen erfahren die Sätze der Streik- Unterstützung ein« beträchtliche Steigerung. So wird z. B. für dm Wochenbeitrag von 1,50 M. an Streikunterstützung gezahlt nach einer Mitgliedschaftsdauer von 13 23 32 150 260 520 Wochen stützung vorgesehen: Nach einer Migkiedschastsbauer und Beitrags- leistung von 13 23 52 156 260 520 Wochen Wochenbeitrag 2.50 M. 3,~, 3.50„ 4,-. 36 30 33 40 35 40 46 50 46 54 62 70 52 60 70 80 58 68 78 90 64 76 88 100 Mar! Mar! BiSS-r.. 16 22 29 32 2L 40 Künftig. 18 25 SZ 40 44 48 Die wöchentlichen Sätze der Streikunterstützung find natürlich in den höheren Lettragsklosten berrächtßch höher. Für die vier höchsten K'afie« find die folgenden Wocherrkätze an Strcikunter- Dazu wird in allen BeitragSklafien für jedes Kind unter vier» zehn Jahren ei« Zuschlag von drei Mark pro Woche gewährt. Um die Miigliedcr recht schnell in den Genuß der höheren Unterstützungssätze z« bringen, sollen diese schon dann gewährt Arbeiter- und SetriebsrSte! vsrtrauensieute sämtlicher GewsrSschesten, Sie Wt- glieSer Sec S. p. V.?nö. Heute DonnerStag, de» SÄ. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Plenarsaale des ehem. Herrenhauses, Leipziger Str. verfamm!ung. Tagesordnung: Stelsungnahmc zn den bevorstehende« Betriebsratswahlen. S.p.d.- Fraktion Ses vollzngsrats. 3, JH.: Brotat. werden, wenn die höheren Beiträge 13 Wochen lang gezahlt wurden, wobei die zunächst in Betracht kommenden Ertrabsiträge angerechnet werden. Der Borstand deS HolzarbsiterverbandeZ hat seinen Plan zu- nächst mit den Gauvorsichern und einem Vertreter deS Verbands- auSschufieS beraten. In dieser Konferenz wurde festgestellt, daß in den Kreisen der Mitglieder der Wille, höhere Beiträge zu leisten. allgemein vorhanden ist. Es darf deshalb erwartet werden, daß diese Finanzreform ohne nennenswerte Reibungen durchgeführt wird. Einigung iu der Binnenschiffahrt. An 14. Januar haben im ReichSarbeitSministerium unter Bor- fitz des Referenten. Fregattenkapitäns a.D. Erler.'Verhandlungen zwischen den Arbeitgeber- und ArbeiMehmerorgonUaltonen der Binnenschiffahrt aus der Elbe. Oder und den Märkischen Waffer- straßeu wegen Gewährung einer Teuerungszulage stattgefunden. Nach langwierigen Verhandlungen kam man zu einer Einigung auf der Grundlangc. daß den Arbeitnnehmern eins TeuerungS- zuläge in Höbe von 30 Pro z. der nach den bestehenden Tarifabkomuten gültigen Löhne mit Wirkung vom 1. Januar 1920 ab zugebilligt wurde. Diese Erhöhung der Löhne bedeutet für die Bootsleute eine Zulage von 27 M. die Wockr. lür 1. Dampker- iteuerleute SO M. und für Kapitäne und Maschinisten 38 M. Die Arbeitnehmerorganisationen verpflichten fich. an rhre Mitglieder einen Aufruf zu richten, die AibeilSlcistung im Rahmen der im Tarifablommen fsstgetetzten Arbeitsbedingungen möglichst zu st e i g e r n. Damit dürfte die Ruhe in der Binnenschiffahrt auf absehbare Zeit gesichert sein._ Die Tarifverhandlungen im Bcrffchernngsgewerbe. Der Arbeitgeberverband lehnte in der Mrltwochsitzung endgültig ab, vor Erledigung der Beratung über den Perkonenkreis zur Frage der WirtschaftSveihtlfe Stellung zu nehmen. Die Fassung deS Personenkreises beschloß der Arbeitgeberverbund wie folgt: Personenkreis. 1. Dieser Tarifvertrag gilt für die Angestellten der privaten Versicherungsunternehmungen, welche kaufniännische Angelegeicheiteu, inöbesoudcre versicherungStechntsche, bearbeiten, mit Schreibe», Rechnen oder ähnlichen Arbriten besÄi't'zt werden, niedere oder lediglich mechanische Arbeiten für Bu>'> verrichten oder sich als Lehrlinge in einer geregelten AuSbi:; zu einer der genannte» Besthästigungen befinden. 2. ES fallen nicht unter diesen Tarif: Prokuristen und Hand« lungSbevolluiächiigie. Generalagenten sowie Angestellte bei Provi« sions- und LerwalmugSgeneralagenten, Außenbeamte, deren Tätig- keit vorwiegend im Anwerben von Versicherungen besteht, Laut- Wirte, die von den HagelversicherungSgeiellschasten lediglich im SchätzungS- und Werbedicnst zeitweilig beschäftigt werden, auf Probe Angestellte, sofern die BeschästigungSdauer drei Monate nicht übersteigt, gewerbliche Arbeitskräfte und Einnehmer, soweit für sie andere Tarifverträge gelten, sowie Hausangestellte. Die Vertreter des ZenwalverbandeS der Angepellten lehnten entschieden diese Verengung deS bisherigen Geltungsbereiches d«S ReichstarifvertragcSab. SiefordertcnnachdrücklichdieEinbeziehung der Verwaltungs- und ProvisioSage» tu rangestellten in den einheitlichen Taris. sowie die Erreichung deS Einheitstarifes auch für die alten Beamten für Leben, Unfall. Haft, soivie die Einnehmer und gewvtblichen Arbeiter. Dabei sollte nach dem Bor- söblage des Zentralverbandes inS Auge gesaßt werden, die Tntig- kcit der Generalagenturbeamten, Außenbeamien, Einnehmer und der gewerblichen Arbeiter in besonderen Bestimmungen zum Stamm» »arif zu regeln. Auf die eindringlichen Vorstellungen bu Ange- stelltcnvertretiu: hin beschloß der Arbeilgeberverband, seine end» gültige Stellungnahm« in der nächsten Sitzimg am Donnerstag. den 22. Januar bekanntzugeben. Fachtechnifcho Fortbildung. Unter dem Namen ,&aax und Bart' gibt der Arbeitnehmer- Verband des FrikeurgewerbeS eine fachtechnische Monats» deilage zur, Fr iseurgebilfen-Zertung � im Umfang von 4•seiicn heraus, die sämtlichen Mitgliedern kostenlos gelieferr wird. Die Einführung der Fachbeilage erwies fich als notwendig zur Hebung der Leistungsfähigkeit des Berufes, die bei der Lehrlings- züchtem zu'kurz kommt, sowie mit Rückficht auf den ständigen Modewechsel im Damenfach._ Achtnug! Bfervcdroschkrusührer! Heute DonnerSiag. den 22. 1., abends 7'/, Uhr, Branchctwersanmilung im Saal 10 des Gewertschaslshauscs. Deutscher Transportarbeiter. Verband. Ze» tratverband der ZUgelkllten. Versau an laugen am Freitag. den 23.Januor1vL0. fifacharuppe 13, SeNion o(Ehemischer Großhandel) wesentliche Versammlung lStellungnabme zum Tarifvcr- trag) abends»/,8 Uhr. Atestde»?.- Festsäle. Landsberger Str. 31.— Fachgruppe 16, Sektion s(Ängestellte der Buchhandlungen, Leih- bibliotbeken und BerlagSanstalten) OeAetitllche Versammlung(VerbindlichkeitSerklivmg deS Tarifvertrages) abends Uhr, Ber. iiner Konzertsäle. Kommandant enftr. bS/öS.— Sugendgruppc: abends 7 Uhr Rosenthaler Hof, Rojeutbaler Str. It/t2. BSetterausfichten für das mittlere Freitag mittag. Ei» wenig kälter, zeitwetle eti——.----. überwiegend Rübe, mit öfter wiederholten, im östlichen Süstmgebiek starken, in de» anderen Kegende» meist geringen Niederschlagen. Ilorddeutschlaud bis etwas ausllarcnd, jedoch ichen Küfteugebiek meliacd fttt dm redattiott. Zell: Art« Ritflei, Sharlottenburg: für Amelgen: B erlag: Barwärto�Berla, S. w. b. S.. Berlin. Druck: Bar. Berantw... 16.«lock«. Berttn.______. wärt»»Buchdruck«r«: u. Derlaa-anNalt Baal Einaer Hterzu 1 Beilage. Bertin, Linden br. 3. yfciß-S&ncickxei Nr. ♦ Z7. Jahrgang Seiigge des vorwärts i*/:'r-: A �-'.'MMWNWSFW�KWk'M! L doonrrstog, SS. Januar V. tasr. Preußens Trauer. Sfc Preußische LandeSverfammlung ist am Miti- wsch wieder zusaannengeta�ten. Bizepräscdent Tr. Porsch erinnert dermis dag während der Ver- iagirng der grausame Friedendvertrag in Kraft getreten sei, der kerndeutsche Gebiete von Teutschland losreiße. Die Preußische Lande« r-ersamnekung nimmt, so bemerK der W zepräsident unter led- haftee Justimwung, einmiitig mit dem GefüA tiefster Trauer von dieser ub«ro-us schmerzlichen Tatsach« Kennlnis. Die Bevölkerung dieser Gebiete wird aber nicht vom deutschen Stamm, von deutscher Kultur, vom deutsche,: Geistesleben und deutscher Sprache losgelöst, wir geloben ihr Treue für immerdar und wissen, daß auch sie uns dich« Treue halten wird. Wir vertrauen, daß die Gerechtigkeit der Weltgeschichte sie wieder mit uns vereint. Zlioz. Adolf Hoffma«(U. Soz.): Auch wie bedauern die LoS« reißung deutschen Landes, erstreben aber die Revision des Friedens. verrranss nicht durch einen neuen Krieg. Wir erwarten die Ge- rechtiglkit der Weltgeschichte durch den Sieg des internationalen Sozialismus. Als erster Gegenstand steht auf der Tagesordnung der Antrag der Regierung, betreffend Gewährung von Beihilfe« an die durch Hochwasser Geschädigte«. Nachdem Ministerpräsident Hirsch die Vorlage kurz begründet, macht Abg. Schülmg(S.) darauf aufmerksam, daß den Landwirten im UeberschwemmungSgebiet besonder» geholfen werden«rüsse. Wg. Zär>iebel(Soz): Durch Frost mi> Mißamte ist unser« Ernährung gefährdet, und jeßt, wo wir endlich die Kriegsgefangenen wieder in der Hoianat be« grüßen wollen, setzt ein« Hv-i-wasserkatastr-mbe em. wie wir sie seit Menschengedenken nicht erlebt haben. Der Schaden läßt sich zahlen- mäßig gar nicht berechnen, allein in Neuwied ist für über anderthalb Millionen Schoden an städtischem Eigentum angerichtet worden. Zu diesem Schaden steht die von der Regierung bewilligte Summe von 125 000 M. in gar keinen, Verhältnis.(Sehr richtig!) Mit dieser geringen Summe ist nur den Sonderbündlern am Rhein neues Material geliefert worden. lLebhafte Zustimmung.) Schnellste Lieferung von.Kohle ist notwendig, damit die Wobii/urgen ausgetrocknet und wieder beziehbar werden können. Die Regulierung der Aar würde-nicht nur die Hochwassergefahr verringern, sondern ihre Wasserkraft würde uns über 500 000 Tonnen Kohle ersvoren.(Hört, hört!) Finanzminifter Dr. Südekum: Himmel und Hölle haben sich gegen uns verschworen. Die Hilfsaktion der Regierung versteht sich von selbst. Bisher dnrfte kein prruß, scher Minister in die bes.hten Gebiete fahren, und in unserer Hand ist auch die Wahrung der Ehre der preußischen Re- gieuung gelegt, die uns verbietet, einen fremden Offizier um die Erlaubnis zu bitten, in ein Land zu gehen, das unserer Souverä- nitöt untersteht. Wenn da» Wasser abgelaufen ist. wird ein Mi» nister die Gebiete bereisen, um zu helfen. Wenn man daraus, daß nur 125 000 M. gefordert werden, eine unlautere Propaganda gegen Preußen herleite.', so wird hoffentlich die rheinische Bevölkerung sich darum nicht beirren lassen.(Beifall.) Der Antrag der Regierung wird einstimmig angensnnmen. Es folgen kleine Slnfragen. Auf Anfrage Dr. Jorda»(Dem.) erklärt die Regierung, es wür- den Vorkehrungen getroffen, die ungehemmt« Zuwanderung zu ver- hindern. Für einen Teil der Ausländer müßten Fremdenkolonien eingerichtet werden bis zur Abschiebung. Ein Verbot des Straßenchandels mit Süßigkeiten(Anfrage Hammer iDnot.f) kann die Regierung nicht erlassen, da es Reichs- fache ist. Der Beschluß der Gemeindevertretung Berlin-Hohenschönhauseu, daß bei Verheiratung von Beamtinnen da? Beamtenverhältnis zu lösen ist(Anfrage Frau Arendsee(U. Soz.s), widerspricht der Reichs- Verfassung und wird von der Regierung beanstandet. Der Zlntrag Dr. Faßbcader(Z.), vre LandwirtschaMiche Hoch- schule a»S Berlin fortznverlege«, wird nach kurzer Dsbaite anye- nommen« Vizepräsident Dr. Frenhrl schlägt Vertagung vor. Abg. Adolf Hoffula«»(II. Soz.) ersucht, den Antrag der ltnäb- hängigcn auf Lufhebuug de? LclagcrungSzustaudeg morgen als ersten Punkt auf die Tagesordnung zu fetzen, da im Lande Gerüchte verbreitet würdou, an deren Klärung die Regierzmg besonders interessiert sei. Redner bezieht sich auf den Artikel einer ZentrumSkorrespondenz, wonach sich unter Führung EbertS, Bauer», NoZkeZ und Kochs«ine Art Direktorium gebildet hätte, um mit rücksichtslosen Mitteln die Ordnung im Lande wiederherzustellen. Daraus gehe bervor, da diese Auslassungen schon am 12. Januar verschickt wurden, also einen Tag vor den Zusammen- stoßen vor dem Reichstag, daß die Regieruno einen Anlaß gesucht habe.(Großer Tumult und Gelächter.) Nach einer Unterbrechung durch den Vizepräsidenten bleibt der Redner dabei, baß die Diktatur den Vorfall vom 13. Januar gebraucht habe.(Großer Lärm, die M chrhe itc- sc jlcclisten und die Unabhängigen«den erregt cmfein- ander ein.) Abg. Heller(Soz.): Meine Freunde find selbstverständlich bereit, den Antrag zur Verhandlung zu bringen, aber nicht morgen, zumal die U«abhlluzige« den Anlaß zur Wiedereinführung des Belage- rungSzustandes gegeben hoben.(Großer Lärm bei den U. Soz.) Die Unabhängigen balbvn nicht den Mut. de» Massen zu sagen:„Wir haben euch in die Maschineng«woh« hiueinaehetzt!"(Gmtcuie Tu» mults.-enen. MehrheitSsozialisten und Unabhängige beschuldigen sich gegenseitig.) Nack einer Erwiderung des Zlbg. Rosenfeld lU. Soz.) wird der Autrag Hoffmann gegen die Stimmen der Unabhängigen abgelehnt. NadMte Sitzung Donnerstag. 12 Uhr.(Beamtencefoidung und kleine Vorlagen.) Schluß 6-4 Uhr. der Zentrumsparteitag. (Schluß au» der Abendausgabe.) Bis gegen drei Uhr plätschert die Debatte»Iber die Frage der Parteiorganisation und Presse in den von Dr. Braun« gewiesenen Bahnen dahin. Vor fast leerem Hanse tragen die Redner ihre Wünsche vor; nur einmal wird es lebhafter. Der Partei» lekretär klagt über die geringe Achtung, die man den Sekretären entgegenbringe und darüber, daß man ihnen nicht nur den Weg zu den Parlamenten versperrt, sondern auch die Führereigenschast ab- spricht. Dr. Brauns betont demgegenüber, daß man in einer' Person nicht den Sekretär und Führer vereinigen könne. E» dürfe in der Zentrumspartei nicht so weit kommen, daß die Partei- sckreläre die Plätze der Pflegschaft einnehmen. In der NochinittagSsitzung referierte Fräulein Draugfeld über das Thema:„Di« Frau in der ZentruuSpartei". Sie gibt einen Ueberblick über die Entwicklung de» Frauenwahlrechts und meint, daß dasselbe au« ohne die Revolution gekommen wäre. Bei dem Aufmarsch zu de» Wahlen zeige eö sich, wie sehr die Frauen schon politisiert wären. Der Traditio» ihrer Familie folgend, reihten sie sich in die Parteien ein. Die Frauen aus den alten Zentrum»» fomilien wurden Schildhaltsr insierer Partei. Wenn der Zentrums- wagen auf die jetzige Höhe heraufgeführt wurde, so verdanke» wir da? in erster Linie den Frauen.(Sehr richtig!) Bei denabgegebenen Zentrum»- Uimmen überwogen die Frauenstimmen die der Männer bei weitem.(Hört! hört!) Die Frauenstimmen als das Grund» gerüst unterer Partei müssen restlos erhalten bleiben. Für die Partei gab es ein Frauerchroblem nicht. Die Gefahr einer Frauenpartei scheint überwunden zu sein. Die Vertretung reiner Fraueninteressen würde eine Abnormität bedeuten. Abson- derungsbestrebunzen treten wir am besten dadurch entgegen, daß wir für unsere Partei den Grundsatz der gleichen Rechte und Pflichten gelten lassen. Die äußere Ablehnung der gleichen Reckte für die Frauen ist überwunden. die innere aber noch nicht.(Sehr richtig.) Unsere Partei darf nicht den Anschein erwecken, a!S achte sie die Frauenrechte weniger als die anderen Parteien.- DaS politische Selbstbewußt- sein der Frauen fordere Vertretung in den Parteiinstanzen und Parlamenten nach eigener Wahl. Von den fünf Zentrumsabqeord- netiimen in der Nationalversammlung kommen vier aus dem Rhcinlande(Hört! Hört!) und nur eine aus Westfalen. Auch die Bayerische BolkSparlei ist nur durch eine Frau im Parlament der- treten. Die Frau muß auch im StaatSleben die Kam er a d r u des Mannes werden. DaS ZentrumSprogramm ist wie geschaffen. die Begeisterung gerade der Frauen zu wecken. Um Vater- ländische und nationale Gesinnung zu betätigen, brauchen unsere Frauen nicht nach rechts zu geben. Im Kampfe gegen den Sozialismus müssen wir das Banner des guten Glauben? aufrollen. Die Frau soll in der Politik nicht einfach eine Nachahmerin des ManneS sein, das Ethos unseres politischen Lebens wird sich durch die Mitarbeit edler Frauen hohen. Echte Männlichleit soll die Politik beherrschen, aber die Frauen dürfen nickt vermännlichen, sondern müssen ihre Weiblichkeit bewahren. In unserer Hand liegteS, daS Krauenwahlrecht zu einer Errungenichaft und Wohltat zu machen. (Lebhasier Beifall.) Präsident Fehrsnbach dankt der Rednerin und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das Bündnis zwischen Zentrums- männern und Frauen sieghaft sein möge. In der Diskussion erheben die Frauen lebhaste Klage über ihre allzu geringe Berücksichtigung bei der Besetzung der Ehrenämter in der Partei und bei der Verteilung der Mandate. Gefordert wird, daß alles getan wird, um die politische Durch- bildung der Frauen zu fördern. Frau Abgeordnete Neuhaus belont besonders, daß das r e I i g i ö s e M o m e n t wie kein andere« geeignet ist, die Frauen an das Zentrum zu fesseln. Eine Tele- gierte aus Köln unterstreicht stark, was die Referentin über d'.e innere Ablehnung der Gleichberechtigung der Geschlechter in der Partei gesagt hat. ES sei ein Unterschied, ob man eine Forderung nur vertrete oder anerkenne. Frau Abgeordnete Schmitz tritt der Forderung nach Berücksichtigung der einzelnen Staude bei der Auf- stellung der Kandidatenlisten entgegen und betont, daß das Par- lamerrt die Vertretung des ganzen Volkes sei und darum nicht tue Zugehörigkeit zu einem Stande, sondern die Tüchtigkeit des ein- zelnen ausschlaggebend bei der Auswahl der Kandidaten fem Von feiten der Männer wird die Tüchtigkeit de> Fvauen in der Partei und die Berechtigung ihrer Wünsche anerkannt und deren Erfüllung zugesagt-___*.._. Um 8 Uhr abends wird zur Abstimmung über die Satzungen geschritten, die nach dem Beschluß der Zentrumsvereinigung in der Natioiralverso mmlung vom Oktober 1919 vorliegen. Mrt mmgen Aenderungen wird die Vorlage einstimmig angenommen. Darauf vertagt sich der Parteitag auf Donnerstag 9 Uffr. MrtsthM. Zur Aufhebung der Zwangswirtschaft. Tie Fraktion der Teutschnationalen und der Deutschen VoWpartei haben in der Nationalversammlung folgende Anfrage gestellt:. „Wie verlautet, bringt jetzt auch in Regierrmg??rcsien die An- ficht durch, daß die ZwangSWirtschast in Deutschland nicht mehr aus- rechterhalien werden kann und daß zur Hebung der deutschen Er- nährungsverhältnisse die landwirtschaftliche Produktion freigegeben werden inuß. Trifft diese Annahme zu? Auf jeden Fall ist c5 geboten, schon jetzt Maßnahmen vorgn- bereiten, durch die den Bevölkernngsschichten, deren ErnkommenS- verbältnisse der zu erwartenden allgemeinen Erhöhung der Preise nicht folgen können, die Möglichkeit gesichert Wind, diese Wirtschaft- Ii che Entwicklung zu überstehen. Hat die Regierung sich mit dieser Frage bereits beschäftigt und welche Maßnahmen gedenkt sie zu ihrer sachgemäßen Lösung zu ergreifen? Wir erwarten eine �christliche Antwort." Hierzu schreibt die„Deutsche Tageszeitung": Anfrage beuie ist. daß den Gegner n J>er. 3 Wohl der Bevölkerungskreise, die durch die schast daZ Wohl der Bevölkerungskreise, die durch dt« Herstellung. der W i r t s ch a f t S f r c i h e i t voraussichtlich für ein längeres Uebergamgsftadium höhere Ausgaben für die notwercdigen Lebens- mittel haben würden, nicht nur ebenso am Herzen liegt, wie irgendeinem Vertreter der„Äurkosmnenten", sondern daß sie zugleich möglichst früh Vorsorge dafür getroffen wissen möchten, daß diese BevölkerungSschichten jene Zeit ohne Schaden überstehen können. Die Anfrage, die unferes Wissen? aus landwirtschaftlichen Kreisen angeregt wurde, ist um so mehr zu begrüßen, je größer die Gefahr ist, daß die Regierung auch in dieser Frage wiederum die nötige Vorausficht vermissen lassen und eines TageZ einer schweren Lage unvorbereitet gegenüberstehen könnte. Hoffeut- lich machen sich Regierung und Parlament an der Hand dieser An- frage den vollen Ernst unserer Ernährungslage klar und ziehen aus ihr endlich die Folgerung, die am ersten„och im Interesse der Verbraucher gezogen werden muß: daß wir mit allen Mitteln, vor allem ml dem Grundmittel der Wirtschastsfreiheit. die landwirt- I 5]?on Krebsereuter. Seine Taten, Fahrten und Meinnngen. Anfgezeichne, V»« Hans Müller-Schlösser. „Maiiam Krüll, da habt Ihr wahrhaftig als Gott recht! Ich sag. die Ueberfahrt vom Leben zum Dot ist so kurz, dai man olles, wat mcm von Glück an Bord hat, gut verstauen soll, und olles, wat sich van Widerwärtigem und Traurigem auf Teck fttscht, über Bord schmeißen soll. Glück ist die beste Fracht, sag' ich. und für die Fracht muß man selber sorgen, denn die anderen sorgen nit dafür. Ich sag'. Glück ist der beste Wind. Glück ist--" „Grades," unterbrach ihn Quaddelwechel,„es soll gut sein, halt du deine Red', ich geh' unterdeS nach'm Standes- amt." „Hei" rief Madam Krüll und riß die Augen auf.„Stan- deSamt?? M'fieur GradeS N?" „Jawolll" antwortete der. und ein stolzes Lachen lag über seinem roten Gesicht,„ich muß den ersten Fung anmelden!" „Oh, Ig. lal Sacre noin de Dieu!(O, la, la, Heilige Mutter Gottes) Ein Junge! Jsch gratulier! Jsch gratulier!" Sie ergriff Grades' Hand und schüttelte sie kräftig. ..Grüßen die junge maman und küssen den kleinen Dauphin! Ob. wie misch das freuen! PennettezI(erlaubt) Nch m,lß auch anstecken eine Kerße für den kleinen Mann. daß er wird ein großer Junge wie woo aber petlt(mein teurer kleiner) Matthieu?" Sie zündete eine dritte Kerze an. „dlon petit Matth ieu wird werden PN brave Mann, wie eine war rnon hon Matthieu. Sie müssen kennen meinen petlt Matthieu! Er ist so groß schon wie sein« alte manzsn. onl! Er ist in Lehre bei M'sieur Levrault, wo er lernt, wie man macht die Bücher. Oh. ist serr fleißig! Bald er kann ernähren seine alte, arme msruao, oui?" ..So Gott will, Madam Knill!" sagte Grades,„und adchus!" JSdicu, m'fieur GradeS! Ädieu, m'fieur flattelmeschell?" Die beiden gingen weiter, und Madam Knill setzte sich wieder auf ichr Mappstühlchen, nahm ihren Strickstrumpf und nuttc ihnen glücklich lächelnd nach. Grades und der stolpernde Ouaddelmechel bogen aus der Hafenstraße in die Bergerstraße ein, wo ihnen von weiten, schon der Marktlärm entgegenschallte. Sie mußten den zwei- räderigen, hoch mit leeren Gemüsekörben beladenen Esels- karren der Bauern ausweichen und als sie auf den Marktplatz kamen, blieben sie eine Zeitlang vor dem lauten, tönenden Gewimmel stehen, um einen Weg zum Hindurchkommen zu rinden. Tie Hammer, Volmerswerther und Oberkasselsr Bauernweiber saßen dick und breit in ihren gesteppten Röcken bei ihren Gemüse- und Kartos selkörben und schrien, feilschten. kreischten und knäbbelten sich mtt den Bürgersfrauen, die zwei Pfennige vom geforderten Preis abhandeln wollten. Zwischen den Knien hatten sie das.„Komförke" geklemmt, ein kleines, eisernes Oefchen, das mit glühenden Holzkohlen gefüllt war. Das„Köppke" mit dünem Kaffee hielten sie zwischen den Händen. Die blaue Leincnschürze spannte sich um den Leib und die Schenkeln und das vuntgewirkte, mit Fransen besetzte wollene Umschlagtuch, das den weißen, ge- zackten Rand der Schlafmütze sehen ließ, packte die massive Brust warm ein imd war auf dem Rücken zu einem dicken Knoten geschlungen. So saßen sie da wie auS Ton geknetet und schrien, feilschten und kreischten. Rur der Kopf bewegte fach manchmal, und das Maulwerk klapperte in einem fort. Es ging so rasch, daß es von weitem aussah, als stünde es immer offen. In den Käsebuden aber, die rings um das Jan- Wellm-Denkmal aufgebaut waren, gestikulierten die Käse- Händler mit den blanken Messern, winkten mtt den Armen die Käufer heran, ließen mtt hochwichtiger Miene ein Scheib- chen Holländer Käse kosten, reckten den Hals um den Stand 'chver Bude, wenn bei einem Konkurrenten ein Käufer stand. Zwischen den Körben schoben ijnd dnängten sich und stolperten die Bürgersfrauen, ließ sich ein Schüler der nahen Maler- akadenrie knuffen und puffen, der Motiv« für sein Skizzen« buch suchte.„Achtung för de Höhnerogel" schrie ein Ecken- stehe?, der für ein paar Saufgroschen einen Korb mtt Ge- müse auf der Schulter herdeitrug. Auf den Stufen zur Rat- Haustür, zwischen den Schlüsselblumen und Schneeglöckchen- Händlerinnen, stand wie eine Bildsäule der alte Drögendick, der Polizist und Marktauffeher in einer Person war. Der lange, blaue Unisormrock mit den blanken Messingknöpfen wölbte sich über dem Bauch, an dem weißen Bandeliere hing der gefährlich aussehende breite, gekrümmte Säbel in der > schwarzen Lederscheide. Der brette Lederschirm der Mütze be- I schattete die dicke, rote Nase. An dem Auf und Ab deS grauen i Schnauzbartes konnte man sehen, daß der Drögendick irgend ! etwas kaute. Und wenn man sich an den blauen Schattest I hinter Drögendick gewöhnt hatte, sah man in den auf dem Rücken liegenden Händen ein zerkntttertes Stück Zcitungs- papier, aus dem er ab und zu etwas herausfingerte und rasch in den Mund steckte. Uebcr all dem Lärm und Gewühl saß in seiner ehernen Rübe der Kurftirst Jahn Wellem auf dem dicken Pferde und hielt gleichsam beschwichtigend sein Zepter ausgestreckt. Die respektlosen Spatzen hüpften auf seiner grünen Krone herum und zwitscherten ihm frech in die Ohren, und die grelle Märzsonne kitzelte ihn m der knubheligen Nase. Grades und Ouaddelmechel zwängten sich durch das bunte Getümmel, drückten sich an Drögendick vorbei, den Grades mit einem heiteren Kopfnicken grüßte, und gingen ins Rathaus. An dem alten, schmiedeeisernen Nokokotreppen- geländer vorbei schritten sie in den düsteren Korridor und suchten die Tür mit dem Schildchen„Klapdor, Standesbeamter". Grades wollte anklovfen. da raunte ihm Ouaddelmechel zu:„Hüh. Grades! Du kannst doch nit mit der Pief bei dem Herrn rcingeh'nl Ich sag ja, du hast kein' Manier, mit den Leut' umzugeh'n!" Grades nickte und ging zurück ins Helle und klopfte vor- sichtig seinen„Nasen wärm er"(yr dem bunten Porzellanschild aus, das drei Fuß hoch in die Wand eingelassen war. Ein- gerahmt von sinem Blumenkränzchen stand da„Wasserstand 1748". „Fernand?" rief Grades,„guck" mal, dir war' dat Wasssr bis an den Bauchnahel gegangen." Grades steckte daS PfeifH..: in die Rocktafche, ging wieder an die Tür und klopft«. „Herein!" hörten si« eine dünne Stimm« und hinterher ein Hüsteln. .GradeS trat ein: der eifrige Ouaddelmechel blieb mtt dem Aermel an der Klinke hängen. Dag, Herr Klapdor!" sagte GradeS. nahm die Schirmkappe ab und zerknüllte sie in der Hand. „Gode Dag, Herr Standesbeamter!" verbesserte Ouad- dclmechel. „Morgen." erwiderte Klapdor. schaute die beiden über die Brille hiweg an und schrieb dann Wetter. Gorts. folgt.) [ schcrftliche PwduNicm wieder sSrdern müssen, wenn wir nicht schwerster Hunoersgefahr entgegentreiben sollen." Diese Ausführungen der„Deutschen Tageszeitung" können den Anschein erwecken, als ob die Aufhebung der Zwangswirtschaft nahe bevorstände. Wir haben ja unfern Standpunkt zu dieser wichtigen Frage in dem Aufsatz:„Um die Zwangswirtschaft" eingehend be- gründet. Soweit wir unterrichtet sind, besteht auch an der maßgebenden Stelle keineswegs die Absicht, die Zwangswirt- schaft zu beseitigen. Gewisse Umbildungen in der Lebensmittelbewirtschaftung sind wohl in Aussicht genommen. Der Zweck der Meldung ist nur zu durchsichtig. Man will die schwierige Ernährungsfrage zu parteipo- liti scher Agitation ausnützen und die Krisis noch da- durch verschärfen, daß man den Landwirten die nahe Aus- sicht auf Rinführung der freien Lebensmittelivirtschast und bedeutend erhöhte Preise eröffnet. Da sich viele Landwirte dadurch veranlaßt fühlen könnten, in der Getreideabliefe- rung noch mehr zurückzuhalten, muß nochmals betont werden, daß die Regierung zur Steigerung der Ablieferung alle der- sügbaren Mittel anwenden wird. Es liegt daher nicht nur im dringenden Interesse un- seres Volkes, sondern auch jeden einzelnen Landwirtes, sich an die Bewirtschaftungsvorschriften streng- stenS zu halten und zur möglichst raschen Ablieferung bei- zutragen. Verwerfliche Propaganda. Tin Leser sendet uns das folgende, ihm von Louis Seidel Nack- folger, Leipzig, übersandte Zirkularsibreiben: .Gezwungen und freiwillig müssen Sie Gelder über Gelder auswerfen für nützlich«, unt«r den heutigen Verhältnissen aber mehr noch für die unsinnigsten Dinge und Maßnahmen einer weisen Gesetzgebung, feuern, die ins ungemesscne gehen, erwarten Sie im kommenden Fahre. DaS famose Reichsnotopfer steht vor der Tür und was uns allen cm weiteren Schrövfungsversuchen zudem noch in Aussicht steht, ist noch gar nicht abzusehen. Leider läßt sich da? alles nicht ändern, Gott fei Dank aber laßt es sich erträglich gestalten. Nehmen Sie weg von dem, waS Sie der sogenannte» Allgemeinheit in«nerhijrte» Abgabe« darbringen müssen, soviel als irgend möglich und legen Sie es wer- bentz an. Nutzen Sie unseren verhunzten Geldstand aus. Das Bier- bis Zehnfache können Sie für Ihre Arbeit aus dem Auslände ziehen, wenn Sie Ihre Fabrikate dort anbieten. Was unsere politischen Waisenknaben unseren Gegnern im Friedensvertrag— ohne Grund— so freigebig zugestanden haben, haben wir Kaufleute die Pflicht, ihnen wieder abzunehmen. Tun wir eS doch! Es ist möglich, absolut möglich! Unser»Eildienst" — er liegt bei— zeigt Ihnen die Wege zur Verwirklichung dessen. was uns allen notwendig ist. Widmen Sie ihm, bitte, einige Minuten Aufmerksamkeit.'Sie werden nicht verloren sein. Hochachtungsvoll Periodico Suramericano Abt. Elldisnst." Wir kaufleute, schreibt dieser ehrenwerte Mitbürger! Fässer ans Papierstoff. In Penig ist eine Fabrik errichtet worden lPurpurolast-Werke, Penig), die die Herstellung hohler Körper, insbesondere Fässer aus Papierstoff bestrebt. Die Pro« dllktionSfähigkeit wird auf jährlich 15 Millionen Fässer beziffert. Die Eisendahn-Diebstähle. Die sächsische Stoatseisenbahn« verwaltnng bat an Entschädigungen für gestohlene Güter zahlen müssen: 1V13: 295 000 M.: 1914: 191000 M.; 1916; 255 000 M.- 1916: 450 000 M.; 1917: 2 086 000 M.; 1918: 5 259 000 M. Loksmoliobcffrniinfifrt. Der„Berliner Lokalanzeiger' meldet, daß da? belgische Staatsministerium den belgischen Konstruktionswertstätten eine Bestellung von 100 Loko* motivcu in Auftrag gegeben hat. Da die Hersteller dafür ein Jabr Lieferfrist beanspruchen, mußte eine weitere Bestellung von 200 Lokomotiven den englischen KonstrnltionSwerkstätten in Arm» strong übertragen werden. Eine zweite Bestellung von 150 Loko« Motiven erhält die amerikanische Gesellschaft.American Loco- motive SaleS Corporation', die dieselben in 30 Monaten ab- liefern wird.__ GroMerlw Moderner Geographieunterricht. Den Film für die Schule zu nutzen sind Schtilrnänner und Filmtechniker andauernd bemüht. Bisher ist man frei- lich über erste Bersuchc noch nicht hinausgekommen. Vor einem Jahne wurde von dem Z e n r r a l i n ft i t u t f ü r E r- ziehung und Unterricht in Berlin eine eigene Bildstelle eingerichtet. Prof. Dr. Felix Lampe, ehr Leiter, bot gestern einem Kreis geladener Gäste eine L e h�r- probe unter Verwendung eines Films. In dem großen Saal des Instituts hatten sich zahlreiche Ver- treter der Lehrerschaft und der Schulverwaltung eingefunden, darunter Stadtschulräte aus Gemeinden Groß-Berlins, höhere Beamte aus den Provinzialschulkollegium Branden- burgs und ans dem preußischen Mimsterhmi für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, an ihrer Spitze der Minister Haenisch. Als Versuchsschüler dienten Quintaner, Terzianer und Primaner der Körner-Nealschule, die gleichzeitig unterrichtet wurden, um zu zeigen, wie ein und derselbe Lehrfilm auf die Schüler verschiedenen Altets wirkt.> Professor Lampe benutzt? den von ihm selber zusammen- gestellten und von der Kmltur-Abteilung der Umversum- Film-Aktiengesellschaft(Ufa) ausgeführten Alpen film. der zur Verwendung im GeogmphieuNterricht bestimmt ist. Der Film verzichtet nicht auf die Landkarte, aber er läßt sie vor den Augen der Schüler entstehen. Diese veranschaulicht das Gebirgssystem und den Zug der Täler, das Netz der Flüsse und der Eisenbahnen. Ter Schüler wird sodann durch denFilmindieGebirgsweltselöerein- geführt, hinauf zu den Firnen und Gletschern, hinab in die von Wildbächen durchtosten Schluchten. Er lernt die Ver- kehrswege des Gebirges kennen und die Verkehrsmittel, den beschwerlichen und schwindelerregenden Pfad des Bergsteigers ebenso wie den bequemen Wagen der sicheren Drahtseilbahn. Alles spielt vor dem Auge des Schülers sich ab und steht an- schaulich vor ihm wie lebendige Wirklichkeit, verstärkt durch die besondere Eindringlichkeit, die das Laubbild hat. Die Aufgabe des Lehrers ist es nun, die Schüler anzuleiten, daß sie beobachtend das Wesentliche erfassen und es in W'orten wiedergeben. In diestr Hinsicht brachte allerdings die Lehrprobe dock) nicht das, was Prof. Lampe versprochen hatte. Er he ich rankte sich auf ein kurzes Abftagen, wobei kein Schüler dazu kam, sich zusammenhängend zu äußern. Auf diesen Mangel wurde vom Schulrat Wille in der Besprechung hingewiesen, die nach Schluß der Lehr» probe stattfand. Prof. Lampe entschuldigte sich mit der Kürze der.ihm zur Verfügung stehenden Zeit. Daß es gelingen möge, den Film in den Dienst des Unterrichts zu stellen, kann man nur wünschen. Von der Schule könnte die Reform des Kinos ihren Ausgang nehmen, an der die Freunde eines edleren Kinos bisher sich vergeblich abgemüht haben._ Versammlungsfreiheit unter dem Belagerungsznstand, Von zuständiger Seite wird dem„P. P. N.' mitgeteilt: In der Oeffentlichkeit besteht nock, Unklarheit darüber, ob gegenwärtig unter dem ZluSnahmezustand in Brandenburg und Berlin politische Versammlungen genehmigungspflichtig sind. Hierzu ist zu bemrken, daß in der maßgebenden Verordnung deS Oberkommandos sllr den LandeSpolizeibezirk Berlin, den Stadtkreis Spandau und die Landkreise Teltow und Niedcrbarnim alle Ver- sommkimflsn in nichtgcsclilossenen Räumen, also unter freiem Himmel, sowie Umzüge und Ansammlungen von Menschenmengen verboten find. Ueber Versammlungen in geschlossenen Räumen ist keine Bestimmung getroffen worden. Politische und andere Versammlungen in Sälen sind also nach bestehenden Bestimmungen nicht verboten und bedürfen daher auch keiner An- Meldung und Genehmigung._ Endlich die Magistratsganse! Endlich sind sie da, die langersehnten, angezweifelten, viel bc- spöttelten, durchgefrorenen Magistratsgänsc. AuS unergründlichen eisigen Kellern empovgetaucht, wo sie«in trauriges Weihnachten „verlebten", statr bestimuningSgemäß in der Pfanne zu schmoren, hat ein weiser Magistrat sie glücklich in das trübe Licht der Januar- tage entlassen. Er schickt sie wagenweise zunächst in die Markt- hallen, wo sie znm Ergötzen Zahlreicher ihren feierlichen Einzug hielten. Begrüßt mit Hallo und saftigen Witzen der Gutgelaunten, die sich lange auf diesen Augenblick gefreut zu baden schienen. 11,50 MarkdaS Pfund. Es ist nicht gerade billig in diesen Tagen, wo sich der Cänscpreis ohnedies zu senken beginnt, aber Gott, man freut sich heute um jede Kleinigkeit. Die Gänse fanden auch ihre Käufer, die sich nach stiller Vereinbarung in alter, durch jahrelange Uebung liebgewonnene Gewohnheit„anstellten" und— kritisierten. Ach, wie hübsch diese Sitte, im engsten glsichyefinnten Kreise Kritik üben zu können, über Gott und die Welt und nicht weniger über den Magistrat schimpfen zu können, der, na ja-- Ueberdirs hatte der Magistrat eS verboten, die Gänse vor dem Kauf zu berühren. Wo blieb also der gewohnte Griff in die Fett- teile der GanS, um ihre Stärke prüfen zu können.. Dieses Verbot war sozusagen Wasser auf die Mühle und Oel auf das Feuer der Allergeduloigsten.— Mit seiner ganzen Gänsegeschichte war der Magisttat wirklich vom Pech verfolgt. Darum stürmte man die G ein silager nicht, hielt sich hübsch in der Reserv iertheit, die nach soviel Kränkung die einzig mögliche Geste bleibt. Man war be- leidigt und wollte„Haltung" bewahren.„Schon recht dem Ma- gistvat, wenn er sie nicht alle loS wird, warum hat er nicht.. Jvgendgenossen und Genossinnen! Sorgt mehr denn je ffir Massenbesuche nnscrer Veranstaltungen. Unsere Organisation muß stärker und größer werden. Denn nnr eine einige und feste Bewegung kann uns das Ziel des Sozialismus bringen. Agitiert überall für den Verein„Arbeiter-Jugend Groß- Berlin'. DaS Schlafwaflen-Logis. Vor enwger Zeit tauchte bekanntlich der Gedanke aus, die nutz- losen Schlafwagen zu verwenden, um der herrschenden WobnungS- not, ivenn auch hier nur im kleinsten Umfange, etwas zu steuern. Dieser Plan ist nicht crufgegeden worden. Er wird von bere Eisen- bahn Verwaltung unterstützt, stößt aber auf überaus große Schwie- rigteit-n. Da? letzte Hite>ernls bildet die Unmöglufikeit. die Wagen an die Kanalisation anzuschließen. Der Eisenbahnverwallung mangelt es an dem Ersatz und dessen Wartung. Auch die Stadt Berlin, die dafür emtrettn wollte, scheint aus Schwierigkeiten zu stoßen. Zum Versuch sollten zunächst drei Wagen ausgestellt werden. Die Wahl des Platzes ist besonders schwierig. Die Wagen müssen so stehen, daß sie nicht angefahren werden können, sie müssen zugänglich sein, aber auch nicht den Betrieb behindern. ES ist jedoch festgestellt, daß im ganzen nicht nur 25, sondern sogar 33 Schlaf- wagen auf den Berliner Endbahnhöfen Platz finden, so daß 860 Betten bereitgestellt werden könnten. In Frage kommen der An- Halter, der Militärbahnhof und etwa noch der Lehrter, Stettiner und Görlitzer Bahn Hof. Es leuchtet ein, wie angenehm«S für die Reisenden wäre, wenn sie spät in der Nacht ankommen und gleich aus dem Bahrchos Obdach finden. Als Preis für ein Bett ist etwa 15 M. angenommen. * Wie wenig trotz aller Notschreie von den Behörden getan wird, um der noch rmmer grassierenden Wohnraumverschwen- dung zu steuern, beweist folgende Zufchrist: Angesichts der mehr und mehr sich verschärfenden schrecklichen Wohnungsnot erscheint eS sehr notwendig, einmal auf die Ver- schwendung hinzuweisen, die mit dem Wohnraum in den öffent- lichen Schulen noch immer getrieben wird. Groß-Berlin hat über hundert höhere Lehranstalten. In jeder befindet sich eine Direktorwohnung von durchschnittlich 8— 10 Zimmern. Die Zahl der Bewohner ist oft nicht halb so grdß. Weshalb wird der überflüssige Platz immer noch nicht ausgenutzt? Mit ihren beiden getrennten Eingängen könnten diese Wohnungen städtische Bureaus aufnehmen, die jetzt den Gemeinden oft hohe Mieten kojteir. Oben- drein würde Wohnraum für manche Familie frei. Bei der so leicht zu bewerkstilligenden Tr ilirng der übergroßen Direktorwohnungen könnte man auch mancher kinderreichen und von der allgemeinen Not bedrückten Lehrerfamteie eine passende Behausung bieten. Hoffentlich werden sich die Direktoren gegen ein so s»zialeZ und darum auch wahrhaft nationales Werk nicht sträuben. Immer noch„königlich"—? Im„Vorwärts' wurde vor einigen Monaten ein? Reihe von Behörden aufgezählt, die trotz Revolution und Republik noch nicht aus ihren Stempeln, Briefbogen, Bekanntmachungen usw. die Be- Zeichnungen„königlich' oder.tai'erlich' beseitigt hatten. Die Fest- nagelung dieser Rachlässigkeit hatte den Erfolg, daß die betreffenden Verwaliungsstellen sich besannen und endlich die notwendige Säube« rung vornahmen. Daß dieS aber noch nicht überall gescheben ist, zeigt ein von der Universität Berlin im Januar 1920 ab- gesandter Briefumschlag, den uns ein UnivcrsilätSprofcssor zur Ber- sügung stellt. Am Kopf deö Briefumschlages prangt:„König- l i ch e Universität zu Berlin," in der Aufschrift lesen wir:„An den Königlichen UniversttätSprofesior Herrn—'. der Porto- ablösungkvermerk lautet:„Fr. d. A. 21. Kg l. Pr. Universtlät,' und schließlich bestätigt der Steinvel nochmals:„ K ö n i g l. Fried.-Wilh.-Uuiverfität Berlin.' Kann man noch mehr ver» langen als diese viermalige Versicherung, daß die Universität immer noch„königlich' sei? Der Empfänger des Brieses schreibt uns. daß tee llniversitäl zu ihren Brieten an die Professoren noch ständig solche Briefumschläge be- nutzt. Er fügt hinzu:„Es dürste woöl bald Zeil sein, dag auch die Universitäten' der politischen Umgestallnng Rechnung tragen." Ja, das meinen wir auch! Vielleicht hat aber die Universität Berlin noch einen reichlichen Vorrat von solchen Briefumschlägen mit dem viermal aufgedruckten Hinweis auf ihre ehemalige„König- lickkeit'. und man glaubt wegen der Papiernot diese Umschläge noch verbrauchen zu sollen. Gewiß, das wäre eine Sparsamkeit, die Lob verdient. Alsdann sollt« wenigstens das Sekretariat der Universität auf jedem Briefumschlag das viermalige »Königlich' durchstreichen. Die vier Durchstreichungen litis einem und demselben Briefumschlag würden sich sehr etnbrucks- voll machen. Der früher getriebene Unfug, überall mit dem Wort „Königlich' umherzuwerfen, könnte nicht besser illustriert werden. Vorzngsknrse für Heimkehrer für die Zeit vom 2l. bis 25. Januar 1920: Einreise in die besetzte» Gebiete. DaS amerikanische Oberkommando macht bekannt, daß nach Ratifikation des Friedens- Vertrages zur E i n r e i s e von Zivilpersonen in die von der Enteute besetzten Gebiete lediglich nur noch ein Personal- a u s w e i S mit dem Lichtbilde des Inhabers und polizeilichem Stemvel erforderlich ist. Jeder weitere Paßzwang ist aufgehoben. Der Personalausweis berechtigt gleichzeitig zur Ein- und Ausreise. sowie ebenfalls zum Verkehr zwischen den besetzten Gebieten. Die Einreise von Militärpersonen in das amerikanisch besetzte Gebiet vollzieht sich noch den alten Bestimmungen. Anträge sind an die deutsche Militärkommission in Koblenz zu richten. Durch den Tod haben wir wieder einen unserer Besten ber- loren. Der Genosse Rektor Georg Schünemann von der 24. Gemeindeschule. Hinter der Garnisonkirche 2, ist durch Herz- schlag verschieden. Besonders schwer trifft dieser Verlust die erste Abteilung, der er angehörte und deren Vertrauen er sich in hohem Maße erworben hatte. Sein Ideal war die Einheitsschule, kür die er in Wort und Schritt gekämpft hat. Ein lauterer Charatter, ein tapferer/ lieber Genosse ist von uns gegangen— möchten seine Ideale verwirklicht werden und seine Arbeit seine Kollegenschaft zur Mitarbeit anspornen. Rückgang der Massensprisnng in Neukölln. Seit Beendigung des Kriege« lassen die von den Städten getroffenen Einrichtungen zur Speisung der minderbemittelten Bevölkerung einen starken Rückgang in der Inanspruchnahme erkennen. Besonders deutlich tritt diese Erscheinung in Neukölln zutage. Während im März 1919 in den städtischen' Bolkstüchen insgesamt 623 326 Portionen ent- nommen wurden, sank die Zahl der verausgabten Portionen sprung- halt bis 39 960 im Monat November. Demzufolge ist nun- mehr der größte Teil der Neuköllner Volksküchen stillgelegt worden. Im Betriebe befinden sich noch die Küchen Berliner Str. 86 sSbendküche), KarlSgartenstr. 6—10 und Hertzberg- firaße 25/26, wo zum Preise von 2,25 M. reichhaltigeres Essen verabfolgt wird. Sozialistische BildnngSschnl«. Heute abend 7 Uhr beginnen folgende Vortragskurse: Gruppe Süd-Ost: Aula. Dresdener Straße 113. Thema: Volkswirtschaft. Redner: Genosse Knoll.— Gruppe Osten(Landsberger Viertels: Heinrichs Festiäle. Große Frankfurter Straße 30. Thema: Betriebsräte und Gewerkschaften. Redner: Adolf Cohen.— Gruppe Nordost(Zentrum): Aula des Känigstädtischen LyzeumS, Greifswalder Straße 24/25. Thema: Volkswirtschaft. Redner: Genosse Wissell. Der Beginn dieses Kursus ist auf Montag, den 26. Januar, verlegt worden. Teilnehmerkarten ä 3,— M. noch am Eingang des Saales. Vororte. Adlershos: Zeichensaal der IL Geineindeschule, Radickestr. 10. Thema: Volks. Wirtschaft. Redner: Genosse Dr. Lohmann.— Reinickendorf'. Aula der V. Gemeindeschule, Auguste-Viktoria- Allee 38. Thema' Volkswirtschaft. Redner: Genosse Kabelitz.— Steglitz: Aula der Realschule am Stubenrauchplatz. Thema: Volkswirtschaft. Redner Genosse Sauer.— Bildungsausschuß Groß- Berlin. Matinee: Skaatstheater(Schauspielhaus), Sonntag, den 1. Februar, vormiitags 11 Uhr. Eintrittskarten k 1,10 M. im Bureau deS BildungSaus- schusses, Lindensir. 3 und in der Vorwärts- Buchhandlung, Liaden- strahe 2.— 5. M u st e r- K u n st a b e n d(Kammermusik), Sonntag, den 13. Februar. 7 Uhr. Eintrittskarten ä 1.— M. ab Sonnabend, den 24. Jan. in der Vorwärts-Buchhandlung. Linden- ktraße 2. bei dvn Abteilungsführern, und im Bureau des BildungS- ausschusses, Lindenstr. 3.— Abonnements-Festkonzerte! Sonntag, den 25. Januar, nachmittags 8 Uhr, im Blütbncriaal, Lützowsir. 76, erste Aufführung„Heiterer Kunst". Nur Inhaber blauer Karten. Wir mache» darauf aufmerksam, daß die Marten unverzüglich eingelöst werden müssen.— Märchenvorle- su n g en: Sonnlag, den 25. Januar, Schulaula. Schönhauser Allee 166a. nachmittags 4 Uhr; Schulaula, Ruheplatzstr. 6'7. nachmittags 3 Uhr; Schulaula, Eckertstr. 16 mit Lichtbildern, nachmittags 4 Uhr. Die Volkshochschule Groß-Berlin beginnt ihre Tätigkeit am 20. J. Mit- gliederversammllmg am Freitag, den 23. d., 7 Uhr, im Berliner Rathaus. Zimmer 100. I» Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird uin voll- zähllg-s Erscheinen gebeten. Bcrband sozialistischer Lehrer«nd Lehrerinnen Deutschlands und DeutschöfterrcichS, O. Groß-Berlin. Verlammlung am 24. Janaur. 6 Uhr, Berliner Rathaus. Zimmer lOS, III. Gen. Schcetre:.Resorm des Turnunterrichts". t�cn. Nalpricht:„Zerstkrrmz der StaatSsch.". Zlllg. Familienfterbekasse. Sonnlag. den 25., Zahl- und Aufnahme« tag von 2 bis 6 Uhr im Restaurant Gcrichtslraße 12/13, von 2 bis 5 Uhr Adalbertstraße 24. Schmöckwitz will nicht zu Grvß-Brrlin Die Schmöckwitzer Gemeindevertretung beichätrigle sich in einer dringenden Sitzung mit der Eüibeziehung des One» in dl« Einheitsgcmeinde Groß-Berlin. Schmöckwitz rst die entlegenste Gemeinde und dürste nur Nachteile aus dieser Maßnahme haben, auf irgendwelches Eni- gegenkommen oder wirkungsvolle Vertretung der Jnteresien de» Ortes ist nicht zn rechnen, jede Selbständigkeit geht verloren, so daß die g e i a m t e Gemeinde in einer besonderen Bittschrift um Aufhebung de» Beschlusses des Hanptausichnsses der Landes- Versammlung ersucht. Eine zu diesem Zweck erwählte Kommission der auch der Genosse Kerpen angehört wird bei den maßgebenden Stellen vorstellig werden, damit die Selbständigkeit unseres Ortes erhalten bleibt.— Zum Zwecke der Ausführung des in der am 14. d. MlS. stattgehabten Gemeindevertreter-Sitzung beschlossenen KleinwvhnhausbaueS wurde die Aufnahme einer Anleihe von 600000 M. genehmigt.__ Groh-Berliner Lebensmittel- StegU«. 500 Gramm Teigwaren, 600 Gramm Grouven, 250 Gramm iiuil. HLlsäNsrüchtc. An über 60 bis 65 Jahre alte Personen 250 Granu» ease.floken, 500 Gramm Kindergersienmehl. An werdende Mütter Ml Gramm Änrst.?rrleO,ma von einer Kerze aus die grüne.eanshaltS« tarte. 2Psd. Karlafsem. An Stell? der nicht anSgegcdencn Rartosscm wer- den 200 Gramm Hülsenfrüchte, 200 Gramm Karlofsetschciben, 2 Psd. Kohl. riwcn verteilt. Reinickendorf. Für Jugendliche 200 Gramm Sago, 250©ramm Teigwaren. Aus Abschnitt III der Groß-Berliner LebenSünIieilatte 125 Gramm Graupen. 135 Gramm Suppen. 123 Gramm Hülsensrüchte. Aus die Januarabschnilte der Kinder'aitci!: Karte A 1 Pid. Knidergersten» rneyl, 2 Pute.te Zanevack, 2 Palelc rui», S.arlc 0'!, Psd. Ktnöergerftcn- mcül, 3 Pakete Acts, 3 Pakete Milchsützspeiie. Karte 0'/, Psd. Kinder- gerstenmehi, 2 Paket« Keks, 3 Pakete Mstchjüßjpessc. Hroß-Seelkner parteknachrkchtesu 36.-32. Abt. Sonntag, den 2!� Januar, i Nhr, Märchenvorlefunz tn bei- Schulaula, eiondnufcr Allee 166a. Eintrittskarten bei den Abtei« luNgS-Vfierern und BszirkSsührern. 30. Abt. Freitag, den 23., 71/, Uhr, im Lokal Bon EHImg, Carmen« SdlBa-Straße 22, wichtige Sitzung der Parteifunktionäre und Betriebs« Vertrauensleute. ZrntralwerbeauKschus? der Beamten. Pertrauensleutc und Fun?« tionäre der Beamten, die sich an Redeiwmigeu beteiligen, wollen Dienstag. den 27., 7 Uhr, im Sitzungszimmer in der Lellevuestr. 7, iL erscheinen. Thema; Aus.Terrorismus und Kommunismus" von Krn'.tSIy. ZchSneberg. Freitag. 7 llbr. DiSkusftonSabend bei ButterSkowSki, ?lleininger Strotze 8. Tbcma:.Die Verfassung". Redner Gen. Buchholz, Bernstein, Molkcnbuhr. Rektor Schwarz, Dr. Tendiner tt a. Um zahlreiche �crniici Beteiligung wird gebeten. Blankenburg. Bai gl. Heute 8 Uhr, bei Ecke, Dorfstr. 1. Referent: Genosse Iugenöveranftaltungen. Äerein»Arbeiterjugend"' Grost-Berli«. Sonnaörtid. den 24. 7 Uhr. in der Gemeindeschule Schönhauser Allee 41/42; Lichtbildervortrag »Konftantinopel, Türkei und Serbien". Sonntag nachm. 3 Uhr in der Singakademie, Kastanienwäldchen: Konzerl, Sologesang uild Solovorträge. Ech'trittspreis 2 M.— Zentral-Jngendheiin Lindenitr. 3, 2. Hos links, 3 Trevpen. Heute 7 Uhr: Reigencwend.— Abt. Gesundbrunnen. iXugcnd« heim Lokal Pose, Koloniestr. 15. Heute: Uuterbaltmiqsabend.— Neuen- klagen. Jugendheim Grmeindeichme Mederheidenslratze(Arcka). Heilte 'LS Uhr: Brettspielabcnd.— Niederschäueweide. Jugendheim Gent« Schule Berliner Strafet 31, Eingang vasielw erder Strafet. Heute 7 Nhr: Leieabend.— Schönhauser Borstabt. Jugendheim Gemeindeschule Sonncnburger Str. 20. Heute: DiSkusfionSabeud.— Steglitz-Friedenau. Jugendheim Lokal Clement, Steglitz. Düppelstr. 7. Heute llt8 Uhr: Vortrag. Mus aller Welt. Beulentzest an nnserer Grenze. Tschccknsche Blätted melden aus Mährisch-Ostrau, daß in dem polnischen Gebiet von Teschen Kalle von Benlenpest vorgelommen seien. Zur Katastrophe von Schneidemühl tvird berichtet, daß ein Unter« offizicr am Bahndamm kurz vor dem Unglück drei verdächtige Leute in Soldaten uniform anhielt. Einer sitzt, die anderen beiden konnten davonlaufen, nachdem sie ihre angeblichen Namen und ihre EinquartierungSstelle, die nahebei fein sollte, angegeben hatten. Gerüchte sprechen von einem polnischen Anschlag gegen einen ver- mutete» deutschen Militärtransport, aber wahrscheinlicher ist eS, daß man den Güterzug entgleisen und den Damm hcrunierstürzen lassen wollte, nm ihn auszurauben. Die KoUennot. In Hamburg dürsten ab Freitag die Verkehrsmittel ffitf die Zeit von b bis 10 Uhr abends beschränkt werden. In den übrigen Stunden werden die Arbeiter und Angestellten, denen der Fußmarsch die Arbeitszeit verlängert und die Erhe'lungs- zeit verkürzt, über den Nutzen der Streik? und die Notwendigkeit der Secbsstirndenschicht im Bergbau nachdenken können. Auch ohne Auslieferung. Von dem Kriegsgericht in Lille wird dieser Tage der deutsch: Hauptmann Hubert Klausa ab- geurteilt werden. Klausa ist angeklagt, weil er sich während des Krieges als Ortslommandant Mö'�l und Antiquitäten angeeignet und an einen Antiauar iu Brüssel veckauft haben soll. Des weiteren soll er bei dem planmäßigen Abbau zahlreicher Fabriken beteiligt gewesen sein. Klausa blieb nach Abschluß des WafsenstillftandeS in Brüssel zurück und tourde dort verhastet. Das französiwtc„Schlettstadt". Nachdem der Magistrat der Stadt Schlettstadt im vorigen Jahre einstimmig beschlossen hatte, die Fezeichnung„S chle st a d V amtlich einzuführen, ein Warf, das unter dem französischen Regime vor 1870 gebräuchlich war, hat sich jetzt herausgestellt, daß die Franzosen auch diese Bezeichnung nickt recht auszusprechen vermögen, und der Magistrat hat infolge« dessen mit allen gegen eine Stimm? beschlosten, der Stadt Schleit- stadt die Amtsbezeichnung„Sclestat", dir zu Zeiten Napoleons l. üblich war, anzunehmen. Budepester Glend. Die holländisch: Hilfsmission unternahm eine Rundfahrt durch Budapest, um sich von dem herrschenden Masten? letid zu überzeugen. Zunächst wurde die auf dem West« Bahnhos entstandene W a g g o n st a d t, welche die Flüchtlinge ans den verschiedenen vom Feind besetzten Gebictvn beherbergt, und mehrere Mastenwohnungen besichtigt. Hieraus fuhr die Gesellschaft in das Stephamen-KinderspitÄ, wo insbesondere der Saal für Säuglinge einen niederschmetternden Eindruck macht. Nach Angabe der driüfchen Milnärmission reicht der Gebreidcvorrat nur noch eine Woche._______ BdefFaf!«! der Redaktion. Jeder gl? den Briefkeflen bestimmten Anfrage Wae man einen Rnchiiaben und eine Rummer bei. Briefliche Auekunfi wird nicht erleilt. Eilige An« fragen trage mau in der Juristischen Svrechslunde, Lindeustr. 3, 1. Kol parterre links, vor. Echriftstilii« und Beiträge lind mitzubringen. G. N. 40. Zunächst mutz Ihr Sohn m einem Fachgeschäft eine Leh'« zeit durchmachen z ipäter-ist der Besuch eincS Technikums 51t empfehlen. vi. S. 43. Lehrzeit in einer Eifcnbabnwertstait oder Lolomotivenbc fakuik, dann Heizer und svätcr nach Prüfung Lokomolivsührtr; ob der B«! ins in acht oder zehn Jahren übcnüllt ist(denn so lange würde die RnS« bildnng mindestens dauern), können wir nickt foocn. 2. Bei einem ge- prüften tchtitermetster oder in einer optischen Fabrik.— B. 43. Frauen erwerbsfähiger und erwerbstätiger Männer sollten arbcttsloscn Männern von sewst die Stellen überlassen, evtl. beim Arbeitgeber in dieser Richtung vorstellig werden. Dss Original aller Nagelpoliersteine ständig nachgeatimt— niemals erreicht, 12/20 ist das ideale Nagelpolierau. Pflegemittel Cffiz-lr Mst?_ Man weise Nachahmungen zurück.— Zu haben In Olliv.iv miv,«J. allen Parfümerien, Drogerien etc. oder direkt durch v KOPP& JOSEPH, Pari limepEef abrikg BcrlSw W 50g Potsdamee* Str. 122. /unser Stein der Weisen COl-om 8753. Riwmachefrauen. WaschsraSer Aushilfen. Burearirelnigung-- trauen, Ausbesserinnen. San»' fchneiderinnen im Arbeits »atnveis der Etadt Verl!« Eichbornstr, l. lSS � Kupfer 16 M., Rotfuü i2, Messing 9, ßlei - �'". ncrK lo k- H. Hahn, tgua �._. Zink« M. jicr Kilo kauft � SO 26, Batiliorstr. V. DeutscIlerEisenbalsnerverband Bezirk Berlin. Am Donnerstag, den 22. Januar 1920 findet die Beerdigung unserer bei der Demonstration erschossenen Kollegen Robert Fritz und Schulz statt. Die Beerdigung des Kollegen Robert Prlt* findet auf dem Neuen Jakobi- Kirchhof, Neukölln, Hermannsir. 90-101, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle aus statt. Die Beerdigung des Kollegen Mchnlz findet auf dem Friedhof der Markus-Gemeinde, Hohen-Schönhausen, nachmittags Va3 Uhr. statt. Rege Beteiligung erwartet Die Bezirksleitung des Deutseben Eisenbahnerverbandes. MMeMU T aschenuhren kaust gegen sofortige»äffe M. Müller. Berlin, Hilnzstr. 5. Telephon: Norden 6500. Nea.-Eröffnung! Hiermit gebe ich der werten iwndschast bekennt, daß ich das' Edel-Melall-Geschäft (Abknuf und Verkauf) la bea)I«lb«n OesctzSftalofnlc toelletbf(reibe. Adolf FrisiSländer, Rommandantonstr. 29, vorn eine Treppe, recht». k»ls0n Ell».»73 Zahnseblsse, Brennspitzen, Fiatlnkcati kte Gold, Silber, Rllbepgeachlrre, Bestecke, SehniuckKeeenatänile, Brillanten Besch- �dndapparate Kaafl [iiloll Fried»?, Ber,iö ai&n;�XTr*ic*■ Spezialarzt Dr» Hascht Eprechsnmden 10—1. 5—8. Sonnt 10—1. ZlZMSMe 83 wTÄuU" Ä'-■ Unser jede OlasgrOCe und Form si Scbilas* �~ G«asj;röCe und Form soielend leicht t ifnende XonLsrvLng!?b8 vsftnev „OiimaJachBleor" ohne Stech- u. 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Januar 1S20. abends 3 Uhr. im GcwerkschaftShanse, Engelnfer 15(großer Saal): General-Versammlung. Tagesordnung: t. Geschäst?« und Kassenbericht vom 4. Quartal. 2. Neuwahlen, a. der Ortsverwaltung, b. der Revisoren, e. der Vertreter zur GcwerkschastSkommiskion. ck. der BibliothekZkommijsion. 8. Bericht über die Verhandtungrn über Kirtschastsbcihils« und Manleltaris. 4. VerbandSanzelegenheiten. Zutrstt nur gegen Vorzeigung der Delegiertenkarte und de« MtgliedSbucheS. gi/ia öle Ortwvcrpraltnng. Senrcal-ttecsammTünB L'er Sterbekasse eiim. PHng'scfter Arbeiter fan(l!r;«chäft BOttcher, Kottbuser Str. 18, 54/19 : 8l}enbeln Stoßzähne und ad» I gespielteBiilardbälle kauft Liepinann, Lessingstr. 24. I20D Zaüle für Goid- ii. SiHürmOnzen SOPfcnnigstOckr=M. 3,6S I Mark(Silber)=„ 7,30 Z Mark(Silber)»-nfcltücken-leisch.., 8-50 prima Hautfett..., 21 r— Liefen«nd Darmfett. 29,— Sngerstkette�pickgans. W,— Tri Sertin. BUe- 1 aBin,lcjttr. CS. 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Die Hariifiiurc setzt sich dann feft tn jftlu und Gelenken und verurjacht Schwellungen und Ent- eungen, oft unter rasenden Schaittin,. Tie Ä diagerungen Harnsäure können zu kleineren oder gröHcren Knoten werden, ,n Lerlriinpelungen an Landen und FuKen slitznen, solch lseben ist zerstört. Schlimmer ist es, wenn die Ablagerung Herzen erfolgt, dort wirkt sie tödlich, Deoduld sollen solche tMdendm sehr vorsichtig in der An- drurg ftart wirkender Mittel sew, die das Herz noch mehr eetsen. nilc z. B. Salizul u. a. Die Natur selbst aber liefert uns bester mirkende, dabei völlig mlose Mittel in den berühmten Heilauellen. lsiichtoiint enthkilt nur die Salze, welchen eine Anzahl, der -s hmtesten Heilquellen ihre gute Wirkung verdanken, aber in l-Srlier Form und unter Weelastung oller iiderstüsfigert olse, besonders solcher, welche die Wirirntg abschwachen können. Durch eine GichlofW-Hanoftt! wird die dn XStptt»dg«. lagerte Harns iture ausgelöst und auogefplllt, alle» ohne streng« Dlitt, ohne Berrif-störung. Befreien Sie sich von Ihrem Leiden, von Ihren Schmerzen. Niemand lapn sich recht froh m,d gliicklich sllhlrn. der nicht ganz aefuud ist. Folgen Sie dein Wege, den die Natur selbst zeigt: Wie schnell und sicher Gichtofint hllst, darüber liegen eine groge Menge Anerkennungen vor, die rm Original in unserem Kontor ctnzcfchrn werden können, da sie alle immer dieselben Tatsachen bekunden, so sei hier nur eine von vielen Zausenden abgedruckt: Werter Herr! sehe mich gezroungeu, Ihnen meinen innigsten Dank hienrni auszusprechen. Sie haben mich dem beten wieder- gegeben, Im Jahr« 1916 holt« ich mir in Frankreich einen furchtbaren Gclentrheum at!»un-.z. Ich lag>/, Jahr, ohne mlih ml« siuen» Glied« hcrpegen zu tonnte tch. Nachdem ich zugebracht Hub«, tonnte ii u kLnneu. Nicht einma ziemlith«In ganzes Iah, z mit Hilse zweier Stöcke etwas gehen, -al alletn esien hr im Lazarett Aach zw« Fahren konnte was war dah für ein Gehen Als ich bei Gelegenheit einen Leben noch werde tanzen können, da schon Wunder in der Welt passiert und ha kann dieses auch noch passieren. Mit anderen Borten, er glaubt- nick, Nachdem ich Stchtokint 10 Tage genommen hatte, ist in mir eine Wandlung vorgegangen. Ich wollte selbst nicht glauben, daß ich so gut gthen konnte. Alle mein« Pekannteu wunderten sich, wa» nitt mir mit einmal passwrt war. Ich habe nun vier Kuren verbraucht, um mich gründlich zu hellen. Ich bin nun wie neu geboren. Mit dem Sehen und Treppensteigeit kann ich es mit jedem aufnehmen, vo» Wunder ist auch geschehen, deuu ich tanzte vor einigen Ingen ans der Holliz-it meines Bruders. Ich fühle mich so zlstSUch, daß ich es in die ganz« Welt binausfchreien könnte. Gichtosint kann man mit Recht ein Wundermittel nennen. Diesen Brief wollte mich aber llderzeugen, mebr»kender""' c er mir: Es sind ja Wunder t daran. erwies sich al« g-unblo». Ich fühle mich bei Altterunzew-chsel ebenso wohl, als bei schönstem Sonnenschein, Wenn es möglich ist, so bitte diesen Brief öffentlich/»iannt- zugeben, damit die Menschheit von diesem schrecklickch! Leid-n ans solche einfache mid billige Welse befreit wird. Mit bescndirer Hochachtung „, I. Gavinsti. ®te erhaiten zum Versuch ganz umfouft«in« genüqrnde Probe. Dies« ist für jeden Letoenden gewisi da? E u ,'t in Gold wert. Echrew.'N Sit gleich danach, ehe neu- AnW« Ihr Leide» veeschltmiuern. Sic werden mit Gichtosint ebenso zusrieoen sew wie viele Tansende vor Ihnen, die uns tteiwillig ihren Dank und die Anerkennung schristtich cnsdrückten Sobald Sie sich durch dl« Probekur von der guten Wirkung' Uh�-ugl! hoben, werden Sie sich schon-lletn sägen: Nimm Zu haben tu dm Apotheken. Di« Sratizprobe erhalten Sie mir, wenn Sie möglichst heut» noch schrelben direkt an da? � eneral-Depot Biktoria-Apoth t' Feiedrtchstrage 19. z eke, Berlin A. llZI, cliuuaoct* i»jra.tjTOaocx.'i»ox/,: VI« lustige Witwe. Wallnor-Theater :!? Eine Bailnacht. OeUha m.MiaW erber �liienz-Theater. ehm. 4 Uhr, kleine Preise: 71 al und Uoritr,. Täglich?>/, Uhr: IChei)»MdlSkll!. ;rel 4 Hfinsel und Bretel. unab. 4: Max und Moritz. Manon-Theater. \.rc(un. 4 Uhr, Kleine Preise i Hotk&ppchen. Täglich Vh Uhr: »e-e.wvww* wvvwwd ; onnabend abends 7 Uhr: Premiere; Pomina. Rose-Theater. 7»/, Uhr: f-ie im Schatten leben. 'äMQa-Theater� 71/4 Uhr: J9 Cstlrdäsfürstin. ölytnpEa-TBeater <.i'ÄherJrolgt. Badatr. 8i . 777. Uhr: via Frto mit den 2 Mlnpern. Schwank in 3 Akten. Vorher: 1 II«». Brüder. Oesangsp. M ÄdiBiral�Palast1� OielustlgePuppel :,fii vmw. !3AdiBlra!s-Kin« v Harakiri 7 und 8*/. Uhr. Lessliijj-Tlicater. Direktion: Victor Barnowskv. uh'r Bolle, Weg, Erde. Freitag?1/,: Ii ölte, Weg, Erde. Sonnabend TU: Pygtoallon. Dsiilscbes Kinstler-Tbeater A117%enuhrh Cyprienne. (Konstantin, Götz, Walter.) Schall u. Bauch Im Grollen Schauspielhaus Karlstr., Schlfiba jerdamin. Onssy Holl Mady Christians Paul Oractx Priedr. HoUaender Hilde Gad Hubert von Meyerlak Ann Hensinger Olli SadabU Prltz Peld Kar katurenfilra von Trier Eroflnuiig?>/„ Beginn 8V, U. Dir.: James Klein j.7i/. Allabendlich 7«/£S ! Heros, Kraft]ongleur{ j Curran, da? schwankende Phänomen |4 liessems, Sensau- Akrobaten, j Hadges b. de Vynos, 1 Meistersch.-Tanzetj |! Ottkars, urkomisch> Reckakt, 1 4 Siernas, Rangen 1. | Seebad, |2MorandIs, Leben- 1 des Handgepäck. ° Rad.Rennen auf dert Bühne mit Lorenz,[ Pawke.Techerusw 1 (Jasino- Theater Lothringerstr.37. TägL'/jBU.; Der Schlager der Spielzeit Schniep�s Lene Berliner Volksstück in 3 Akt Dazu der Operetten Sketch „Erwischt*1 m. Viktor Lltxek. Sonntag SV,: Die Wundtrkar. Cirees�nsci 7'/,i Gr. Clrcus-Procr.I ki U-jt-. V Lästiges. u SebwelriE-PDtpflunl u 9 Uhr: wvAnhrodlte4* ileiehsh!iD.-Theater Zedm Aoend TV, und Sonnt Rm.SU.: Stettiner swi Sänger. ' Nachmittags etinäiiigteProif Winter- Garten Täglich 7.15 Uhr; Variete-Spielplan Rauchen gestatUtt Sitte Thectar am a»ttbatcr Tor. 'fei: Uuniepiat? 14 814. Jed. Allen,'?>/, Cbi: -Sänger 9 eneo. MltcL der Stethair Sänger. ■kinotncbm 8 Uhr «rwlllt Preis«(voll Abend- Preaiein» 7 Kind heil• Bauchen gestattet ilöi-Konisrt. Beg. 7.»» Uhr. Votvsril. 11- IV, b. 1—»Uhr. Carala Toelle In dem Film OPFER Außerdim das Lustspiel KATINfiCA Titelrolle: Erika Olaßner EinlalJ«-« -grsp " E FL L I N* Dauerwäsche nur erstklassige Qualität in modernen Formen und allen Weiten vorrätig. 21 eigene Geschäfte in Groß-Berlln. BasCliristepniHeinpalfeflSÄV.u™«"'1 1s einer»Ken erientelitohen Bibliothek ist ein Dokument pefonden worden, de« gana gerteo mitteilt, wer Jeeaa Chriütae war> eia Bnadedbruder dea Eeatterboadee. einer Art FrmmaurMrvtlrolnignng. Es Ut der Bericht des AÄtceten dieses Bandes In Jorosolem»n den Alteeten ia AJeiandrion. Bin ehrietlieher Priester veretmhte bei der Entdecknnf das Dokument aa veniichtea. da sich die raoaen mjatUehaa Wosdergescbiehten aui einmal gana nstdriieb erklären. Die Vernichtung feiaa* Ihm»her nicht« Dieser historische Bericht ist Ins Deutsche ühersetst worden, mit rJnom Vcrworl fiber Pontius Tilatus uenbearbeitet von Ford. Schmidt. Kein Dankender wird das Werk unbefrierligt sns d«r Haudiegen. Preis U* 2t—tceh&a Rf gebanden H« A,—, Nachnahme 60 Pf. uakr« DUeherkateios gratis. U> fzroeser Bücherkauiog gratis durch: Albreeht Donath« Verlag» Leipzig 42, Geltän Sin sclileclit? Haben Sie Ballenknoten, Schwielen phter den Füllen, Hohl. Schwach-, Senk-, Flach-, PlaUFjll, so tragen Sie nur mein FuSkofSBtt„Globetrotter Preis pro Paar n M. Sic gehen sofort leicht u. schmerzlos. Ver sand überallhin. 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