Nr. 43. 37. Jahrs, Bezugspreis: Biertell ährt. 13,50 Mt.. mmiatl. 430 Ml. frei m»S>au», ootau« tihlbar. Pest- bezag MoilatUch 430 Ml.«rkl-gu- stelltütgsgedstlir. Umer Kreuzband für Deutichiand und Oesterreich-Ungarn 7.75 M!, illr da» übrige Dusland IS.— Mk., bei iüalich rmnai. Zustellung 10.— Ml.-f. Baluta» Aufschlag. Post- bestellungen nebmen an Dänemark. Holland, äu�emdurg, Schwede« und die Schweiz. Singetraaen m die Post- Zeitung,- Preisliste. Der.Vorwärts' mit der Sonntag«- beilage.Poll n. Reil*«richeini wochen- lägiich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adreste .Zozialdemokrot verlin-. Devlinev VolksblAtt s 20 Pfennig) Anzeigenpreis: ZXe achtgeipaltene Nonpareillezeil« koste! 2,— M., Teuerimgizuschlag 80%. «meine Anzeigen-, das fett- gedtiuckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei settgedrulkte Worte), jedes wettere Wori 50 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort 05 Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszujchlag 50°/«. Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Perein»- Anzeigen 2/— Mi. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 3 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft. Bersin KW 08, Linden- stratze 3, abgegeben werden, tbiöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abend». �entralorgan der fo2ialäemokratifcken Partei Daitfcblands Neüaktion und Expedition:@tD. 6$, findende. 3. Fernivrecher: Am» Morttivlau, Nr. 1Ö190— 15197. voewärts-verlag G.m.b.H., EW. öS, findende. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplav, Nr. 117 2:!— 51. Drohung an tzollanö! Erdrosselung der Industrie. Der Reichswirtschaftsminister Genosse Robert Schmidt sendet uns dös folgende dringende Mahn- wort an die Bergarbeiter: Es mehren sich die Anzeichen, daß abermals durch eine große kommunistische Propagandadi« mit so viel Mühe hergestellte Ruhe in den westlichen Bergbaugebieten erschüttert werden soll. Unter dem Schild, für die Einfüh- rung der Sechs st undenschicht einen allgemeinen Ge- neralstreik durchführen zu wollen, bedrohen politisch Ber- blendete wiederum das Fundament unsere? schwer notleiden» den Staatslebens. Es ist nicht anzunehmen, daß diese ver» brecherischen Versuche bei der übergroßen Masse der Berg- leute Entgegenkommen finden werden. Hoffentlich gelingt es den großen Bergarbeiterverbänden, zu der Frag« der Sechs- stundenschicht die Anschläge der politischen Drahtzieher zu vereiteln. Aber es mögen in folgendem einige nüchterne Zahlen der Oeffentlichkert bekanntgegeben werden, die jedem Denkfähigen dartun müssen, wie jede Störung in der Kohlenförderung die Arbeiter und auch die Bergarbeiter schwer trifft. Seit dem Frühjahr 1919, wo uns der große Ruhrstreik im Monat April allein einen Ausfall von mehr als 3VH Millionen Tonnen Kohl« gebracht hat, ist in außerordentlich er- freulicher Weise von Monat zu Monat eine Steigerung der Kohlen Produktion eingetreten. Di« Durchschnittsleistung von lOVz Millionen Tonnen in den Monaten September. Oktober, November stellen eine beträchtliche Befferung der Leistungen dar. lind doch ist die Unzulänglichkeit dieser Produktions- mengen gegenüber den Anforderungen am deutlichsten daran zu erkennen, daß von dem angeforderten BedarfderJn- d u st r i e cm Steinkohle von rund 6V2 Millionen Tonnen im Monat November nicht einmal die Hälfte, nämlich nur rund 3 Millionen Tonnen geliefert werden konnten. Die Wirkung ist an den Fingern abzuzählen unh wird am besten beleuchtet, wenn man die Beschäftigung unserer wichtigsten, ganz auf heimischen Rohstoffen basierenden Industrien be- trachtet: die Glasindustrie ist zu 49 Proz. beschäftigt, die Porzellanindustrie zu 59 Proz. Es liegt aus- schließlich an der Kohle, wenn diese beiden Industrien nicht vollbeschäftigt sind. 59 Fabriken, welche Zeitungsdruck- ■*"' rung nur Fabriken zu 5J0 Proz. beschäftigt. Wenn schließlich bei der Stickstoffindustrie fest- gestellt werden kann, daß sie bei Vollbelieferung mit Kohle wahrscheinlich ihre Produktion um 159 999 Tonnen im Jahre steigern würde, wenn ferner die Tonne Stickstoff zu 15 Ton- nen Körnerertrag umgerechnet wird, so heißt das, daß die Kohlennot einen Ernte ausfall von mehr als 2 Millionen Tonnen, also von einem Viertel der offt- ziellen Ernteeinschätzung bewirkt. Was sagen diese Zahlen? Erstens, daß die gegenwärtig herrschende, von Woche zu Woche steigende Arbeitslosig- keit. die sich bedenklich einer Million Menschen nähert, zu ihrem weitaus überwiegenden Teile nicht durch außenpolitische Gründe oder durch mangelnde technische Leistungsfähigkeit oder durch Rohstoffmangel und Absatzschwierigkeiten bedingt wird, sondern daß die hunderttausend« Menschen der weiter- verarbeitenden Industrien feiern, weil ihre Kol- legen in den Bergwerken kein« größeren Förder- mengen zutage bringen können. Zweitens, daß wir den Anschluß an den Weltmarkt nicht gewinnen werden. England ist bereit, beliebige Mengen von Produkten der keramischen Industrie zu jedem Preise auf-\ zunehmen._ Aus Amerika liegt ein Auftrag von 299 999 Tonnen Zeitungspapier vor. aus Südamerika werden hundert Wagenladungen Papier monatlich angefordert. Diese Auf- träge können wegen KohlenmangelL nicht er- füllt werden. Schließlich drittens: die fehlende Erportfähigkeit ver- hindert die Einnahme ausländischer Zahlungsmittel und ver- r i n g e r t damit die Aussichten der Lebensmlttelein- f u h r von Tag zu Tay. �, Nun soll durch die sechsstundenschicht eine abermalige Verminderung der Produktion um ein Achtel in Oberschlesien. um ein Siebentel im Ruhrgebiet erzwungen werden I Es ist selbstverständlich, daß Eisenbahn, Elcktrizitäts-, Gas- und Wasserwerke in ihrer Belieferung nicht noch weiter herabge- drückt werden können. Der Ausfall von rund 1,5 Millionen Tonnen im Monat bei der Einführung der Sechsstunden- schicht müßte daher ausschließlich von der Industrie getragen werden, die damit noch nicht einmal 25 Proz. ihres Bedarfs befriedigen könnte. Hinzu tritt die nach der Ratifikation des Llopö George will nicht nachgeben» Renter meldet: Lloyd George hielt in Paris eine Ansprache an die Pressevertreter, der Millerand beiwohnte. Er führte u. a. ans: Die Verbündeten hätten beschlossen, ihre Fordernng betr. Wilhelms U. nicht abweisen zn lassen. Die verbündeten Mächte seien eins, daß dem Kaiser gegenüber alle völkerrechtlichen(!) Zwangsmaßnahmen anzn- ioenden seien. ES ist nicht unwahrscheinlich, daß diese Worte vor der Ueberreichnng der holländischen Antwort gesprochen wnrden. Wilhelms Frau und andere Verwandte sollen Bittbriefe an die englische Kollcqenfamilie geschrieben haben. „Tclegraaf" meldet aus London: Obwohl die großen Mbrgcnblätter die Antwortnote Hollands aus das Ausliefe- ruugsersuchen der Alliierten gesperrt dMckten, bringen nur „Daily NewS" und„Daily Expreß" kurze Kommentare dazu.„Daily News" ist der Ansicht, daß die Autwort der Niederlande de« A n s a n g v 0 m E n d e des ganzen Lustspiels bedendet.„Daily Expreß" schreibt, eS sei den Niederlanden gelungen, die Alliierten und den Hohen Rat in eine lächerliche Laue zu bringen. Aufhebung üer Sowjetblockaüe.. DaS Generalsekretariat der Pariser ,FriedeuS"konfere»z macht folgende Mitteilung: Um die schreckliche Rotlage der innerrusfischen Bevölkerung zu beheben, der alle aus dem Auslände kommenden Manufakturwaren fehlen, hat der Oberste Rat beschloffeu, deu Warenaustausch zwischen dem rosfiche» Boll und den alliierten»der neutralen Ländern auf der Grundluge der Gegenseitigkeit zu gestatten. Zu diesem Zweck hat der Rat angeordnet, daß den mit der Bauernschaft in ganz Rußland in unmittelbarer Verbindung stehenden Genossen- schaftSarganisationeu für die Einfuhr von Kleidern, Medikamenten, landwirtschaftlichen Maschinen sowie aller hauptsächlich für das russstche Boll notwendigcn Erzeugnisse dir erforderlichen Erleichterungen gewährt werden. Die Einsuhr soll im Austausch gegen Getreide, Flachs, Holz und andere Erzeugnisse erfolgen, an denen Rußland einen Ucberschuß hat. Diese Abmachungen bringen keine Aenderung(!) in der Haltnng der Alliierten gegenüber der Sowjciregierung mit sich. London dementiert daS Eintreten der Militärgewaltigen für einen SaukasnSfeldzug. Nach bolschewistische« Angaben stehen die roten Truppe« an deu Grenzen vrßarabiens und Chinas. Der alte russtsche Koloß richtet sich wieder auf. Der bolschewistische ReichSanzriger„Jswestja" meldet, daß die Soldatenräte abgeschafft, und Befehlshaber, denen Adjutanten zur Seite stehen, ernannt Warden find, die die Ber- «mtworiung für die BefehISführung haben, Der Korrespondent der„Daily Mall" in CTharbln berichtet, eS fei nicht mehr daran zn zweifeln, daß Koltfchak von den Re- volutionären in JrkutSk gefangen genommen worden fei. Die Gründe feien unbekannt, die die T f ch ech e n veranlaßt hätten, den Admiral seinen Feinden auszuliefern. ES habe den Anschein, daß die Tschechen den Boischewisten auch den KriegSfchatz der Alliierten im Betrage van 1750 Millionen Franks ausgeliefert hätten.__ Clemenceaus Nbschieü. Clemcnceau hat gtgen die Gesellschaft„Elartö" wegen einer Publikation ein Strafverfahren einleiten lassen. Angeklagt sind der Verfasser Berger und der Zeichner Bterge(Pseudo- nym Goldes). Eine Seite zeigte einen deutschen Reiter, ber den Leichnam von Miß C 0 v e l l mit Füßen trete, daneben aber zwei französische Offiziere, die in Rußland ein junges Mädchen ermordeten. schreiben. Wenn die Bergarbeiter aber gegenwärtig mit einem gewissen Recht darauf hinweisen, daß sie vor der Revolution gegenüber den anderen Jndustriegruppen einen größeren Vorsprung in der Verkürzung der Arbeitszeit ge- Nossen haben als heute, so kann daraus nur gefolgert werden, daß die anderen Gruppen in dem dringenden Notstande der Gegenwart ihre Arbeitszeit verlängern. Ich meiner- seits trüge keinerlei Bedenken, alle unter acht Stunden hinuntergehenden Verkürzungen der Arbeitszeit in Industrie, Handel und Beamtenschaft zu beseitigen. Daß die Negierung für die berechtigten Wünsche der Bergarbeiter volles Verständnis zeigt, hat sie während deb ganzen Jahres 1919 durch die dauernde vorzugSweisie Be- lieferung mit Nahrungsmitteln bewiesen. Eine Verordnung über die Errichtung von Bergmannsheim- statten nimmt das große Siedlungsprogramm in Angriff. Mit aller möglichen Beschleunigung sollen für 159 999 Berg- arbeite r Wohnstätten geschaffen werden, die eine Vermehrung des Bergarbeiterstmnmes ermöglichen. Darf die Regierung da nicht erwarten, daß der Bergmann die dargebotene Hand ergreift und durch die volle Pflichterfiillung, möglichst durch Ueberschicht und Ucberstunden, das Produklionsmtttel schafft, mit welchem die Baustoffe zur Errichtung seines eigenen Heimes hergestellt weiden? Wenn der wirtschaftliche Zusammenbruch durch außenpolitische Gewaltmaßnahmen- oder durch innere Schwache der Produktton herbeigeführt würde, dann müßte man sich mit verzweifelter Resignafion in dieses Unglück finden. Daß aber eine vollkommen leistungsfähige Industrie mit besten Absatz- Möglichkeiten ausschließlich durch mangelnde Einsicht und mangelnde Solidarität, einer bestimmten Berufs- gruppe des eigenen Volkes sabotiert werden soll, diesen Vor- Wurf kann kein Bergarbeiter vor feinem Gewissen verantworten. Wer die Sechsstundenschicht durchführen will, schädigtnichtdieRegierungunddieKa- Pitalisten, sondern er läßt seinen Arbeits- bruder in den städtischen Gewerben in buchstäblichem Sinne des Wortes verhungern. Friedenzvertrages in.den Bereich großer Möglichkeit gerückte Aussicht, baß die Entente die ihr nach dem Friedensvertrag zustehende Menge von 1,67 Millionen Tonnen monatlich voll anfordern wird. Dies hätte zur Folge, daß s ü r d i e In- d u st r i e gerade noch 19 Proz ihres Bedarfs an Steinkohlen zur Verfügung stehen. Wenn sich bei Anrechnung aller günstigen Faktoren nach dem gegenwärtigen Leistungsstand ein Jahrcsdefizit von 69 Millionen Tonnen ergibt, dann ist jeder weitere Pro- dukfionsausfall Selbstmord. Dabei ist kein Wort gegen die sozialpolitische Berechtigung, der Einführung der Sechs- stundenschicht gesagt. Es steht für mich außer allem Zweifel, daß die Sechsstundenschicht in einer gesunden wirtschaftlichen Entwicklung, durch i n t e r n g t i 0 n a l e Vereinbarung in allen Staaten durchgeführt, einen ungeheuren sozialpoliti- schen Fortschritt bedeuten würde. Die Bergarbeiter haben nach der allgemeinen Verkürzung der Arbeitszeit das volle Recht, die Sechsstundenschicht als Z u k u n s t s f 0 r d e r u n g für die Zeit) unserer wirtschaftlichen Wiedererstarkung auf ihre Fahnen zuj Neues Wahlrecht. Die Regierung übergibt drei Vorentwürfe eines Reich»- Wahlgesetzes der Oeffentlichkeit, wobei sie es der öftent- lichen Diskussion überlassen will, zu entscheiden, welchen sie für den besten hält. Sämtliche drei Entwürfe beruhen auf dem„automatischen" Wahlsystem, das die Mandate nach einem vorbestimmten Stimmenquotienten verteilt, also die Zahl der Mandate abhängig macht von der Zahl der abgegebenen Stimmen. Nach den Entwürfen soll auf je 69 999 abge- geben« Stimmen einer Partei ein Abgeordneter entfallen, bei schwächerer Wahlbeteiligung wird die Zahl von 69 999 ent- ' sprechend herabgesetzt, damit die Zahl der gewählten Abge- ordneten möglichst nicht unter 499 herabsinkt. Das neue Wahlverfahren will die Vorzüge deZ Proportionalwahlrechts, die in einer absolut gerechten Verteilung der Mandate nach der Anzahl der abgegebenen Stimmen be- stehen, nicht nur beibehalten, sondern bis zur letzten Voll- endung bringen, auf der anderen Seite will es die Mängel beseitigen, die bei der Wohl zur Nattonalversammlung un- zweifelhaft zutage getreten sind. Damals waren die Wahl- kreise zu groß, die Kandidatenlisten enthielten zu viele Namen und dadurch kam die Persönlichkeit des einzelnen Bewerbers nicht genügend in den Vordergrund, während gleichzeitig der personliche Kontakt zwischen Wählern und Gewählten sich un- gemein lockerte. Um diese Mängel zu vermeiden, werden zwei Wege vorgeschlagen, die hier kurz skizziert sein sollen. . Nach dem Entwurf A vollzieht sich die Wahl in Wahl- kreisen, die auf durchschnittlich sechs Wgeorduete zuge- schwisrn sind. Jede Liste erhält soviel Mandate zugewiesen, als sie volle 69 999 Stimmen auf sich vereinigt, also für 129 999 Stimmen zwei Mandate, für 189 999 drei usw. Die überschießenden Reste gehen jedoch nicht verloren, son- dern sie werden zusammengezählt für eine Reichs liste. die jede Partei über das ganze Reich aufstellen kann. Behält also eine Partei in sämtlichen Einzelwahlkveisen zu- sammen insgesamt an Stimmenresten 399 999'Stimmen übrig, so sind noch fünf Abgeordnete ihrer Reichsliste ae° wählt._ Dieses Verfahren wird in den Entwürfen B und C, die mn: unwesentlich von einander abweichen, noch lveiter aus- g-rwcnt Nach diesen Entwürfen ist der Einzelwahlkreis auf nur vier Abgeordnete zugeschnitten. Dafür werden drei oder mehr Einzelwahlkreise zu einem Verbandswahl- kreis vereinigt. Die Parteien stellen auf: Lislm für die EiirzelwaMreise, für die VerbanöswaWreise und für dos stanze Reich. In Äpn Wahlkreisen erhält zunächst wieder jede Liste soviel Mandake, als sie volle 60 000 Stimmen vereinigt. Die Reste werden aber zunächst für den V e r b a n S?> w a h l- kreis zusammengezählt, so oft sie volle 60000 Stimmen ergeben, ist ein Kandidat dar VerbandSwahlkreislistg gewählt. Erst die dann noch verbleibenden Reste werden für die Reichsliste zusammengerechnet. Dieses Verfahren will der- meiden, daß gar zu viel Abgeordnete auf der Reichsliste, also ohne jeden Zusammenhang mit einem bestimmten Wählerkreis gewählt werden. Dieses zweite Wahlversahren scheint uns von dem ersten noch den Vorrang zu verdienen. Beide Arten garantieren jedenfalls eine absolut gerechte Verteilung der Anndate nach der Stimmenzahl. Gleichzeitig mit diesen Entwürfen wird auch der Vor- entwurs eines Gesetzes über die Wahl des R e i ch s p r ä s i- d e n i e n veröffentlicht. Hier war die Streitsrage, ob der Präsident durch absolute oder lkurch relative Stimmen- Mehrheit gewählt werden sollte. Der Entwurf schlägt einen Mittelweg ein. Erhält im ersten Wahlgang ein Kan- didat die absolute Mehrheit, so ist er gewählt. Erhält da- gegen keiner der Bewerber niehr als die Hälfte der Stimmen, so findet ein zweiter Wahlgang statt. Dieser ist jedoch keine Stichwahl zwischen den beiden Benxrbern, die ♦m ersten Wahlgang die meisten Sttmmen hotten, sondern es kann jeder Bewerber vom ersten Wahlgang wieder kan- didieren, ja es können sogar noch neue Bewerber aufgestellt loerden. Aber im zweiten Wahlgang ist auf jeden ssjall der- jenige gewählt, der die meisten gültigen Stimmen hat, auch tvenn er nicht die absolute Mehrheit erreicht. Es sind also Vereinbarungen verschiedener Wählergruppen für den zweiten Wahlgang möglich, aber diese vollziehen sich in aller Freiheit, der Zwang zum Kuhhandel, der durch das Prinzip der Stich- wähl gegeben ist. fällt fort. Auf Grund des ersten Wabl- ergednisses können sich die Parteien frei entscheiden, wie sie . bandeln wollen. Die Wahlentwürse zeigen das Bestreben, dem demokratt- 'Wen Wahlsystem einen möglichst hohen Grad der Vollendung zu geben, die Fehler bisheriger Systeme zu dernreideu und die Vorzüge verschiedener Systeme miteinander .gi verbinden. Beispiele für das neue Wahlverfahren. Wahlverfohren nach Entwurf A: In einem Walü- !-eis erhält die Lifte I 220 000, Liste II IM 000. Liste III 00 000 und Liste IV 20 000 Summen. Auf 00 000 Stimmen kommt ein Abgeordneter. Also erhält Liste I drei Abgeordnete, während 10 000 Zirmmen auf die Reich? liste der gleichen Partei gutgeschriebon werden. Liste II erhält zwei Mandate und 10 000 Stimmen Gut- ichrift für die Reichäliitc, Liste III erhält ein Mandat und keine Guischrift für die. Reichsliste, während Liste IV kein Mandat be» kommt; aber ihre 20 000 Stimmen werden der Reichsliste der be- treffenden Partei ssuigcschriebew Erlstilt nun die Partei der Liste IV rnxh in zwei weitereu Wahlkreisen je 20 000 Stimmen, so har sie einen Kandidaten ihrer Reichsliste dirrchgebrachi. die Stim- eren sind also nicht verloren, wenn sie auch in den Kreisen noch keinen Abgeordneten ergeben. Wahl verfahren nach Entwurf Es seien die drei Wahlkreise A, B und C zu einem Verbandswahlkreis vereinigt. Auf 00000 Stimmen entfällt ein Mtndat. Die Liste I erhält in Wahlkreis A 00 000. in Wahlkreis B 150 000, in Wahlkreis C 50 000 Stimmen. Dann hat sie zunächst in Wahlkreis A ein Mandat, in Wahlkreis B zwei Mandate, in Wahlkreis C kein Mandat. Für di«rt BerÄaNdswahlk reisliste kommen zusammen als Reste 30.000 -r'30 000+ 50 000, zusammen 110000 Trimmen. Bon diesen er- geben 00 000 ein Mandat aus die Verliandswahlkreislfste, während 50000 als neuer Rest auf die Reichsliste übertrwgen werden. Au§ den Porentwürfen ist noch die Einführung von„Wahl- scheinen" hervorzuheben. Solche„Wahlscheine" sollen alle die- jenigen Wähler erhalten, die keinen festen Wohnsitz haben. z. B. Reisende. Lokomotivführer usw. Sie können dann in jedem beliebigen Wahlbezirk wählen. Der Reichs minister des Innern soll ferner, wenn infolge ge- ringer Wahlbeteiligung bei Zuteilung von je einem M- geordneten aus 00 000 Stimmen die Zahl der Abgeordnet eu 400 nicht erreichen würde, das Recht haben, durch Verordncmg die Per- teNungSzahl 60 000 so Weit herabzusetzen, daß die Zahl der gewählten Abgeordneten die Ziffer 400 erreicht. Massenschließung von Cisenbahnwerkftätten. WTV. meldet: Alle bisherigen Bemühungen der Eisenbahn- Verwaltung, die LristungSfähigkeit der Eisenbahn- Werkstätten wirksam zu heben, haben eine» genügenden Erfolg nicht gehabt. Auch den zu diesem Zweck eingesetzten Arbeitrrvertrctungen ist rS nickt gelungen, die Arbeitsergebnisse zu bessern. Die Leistungen der Werkstätten find viclmebr, nach vorüber- gehender Besserung im Herbst, in den letzten Monaten ständig ge- i it n t e n. Dir Gefahr einer gänzlichen Stillegung des Eisenbahn- bctriebeS rückr infolge der Knappheit des rollenden Materials immer näher. Gleichwohl verschlingen die Werkstätten riesige Zu- schüsse. Die Regierung hat auf die hierin für die Arbeiterschaft liegenden Gefahren seit langem hingewiesen. Sie steht sich nunmehr gezwungen, im»alle» Bewußtsein ihrer Berantwortung vor dem Volke die besonders unwirtschaftlich arbeitenden Werk- stätteaBerliulund 2, Breslau 2 und 4, Stargar», Sebalsbrück(»ej. Hannover), Darmstadt 1 und 2, Salbke(Bez. Magdeburg), Frankfurt am Main, Zeua, Gotha und Königsberg i. Pr. vom 36. Januar ab m schlieücn and sämtlichen Ar»eitern unter gleichzeitigem Zcrzicht rnif weitere Dienste$u kündigen. Die Werkstätten werden demnächst unter neuen Bedin- g u» g e» geöffnet, die eine Wirtschaftlichkeit und erhöhte Arbeits- ergebnisse ermöglichen. Die Wiederaufnahme sämtlicher bisher beschäftigter Arbeiter ist unmöglich. Anfgenommrn werde» nur diejenigen Arbeiter, die sich schriftlich zu einer verständigen Akkord- n r b e i l ans Grund der neu vereinbarten Tariflohnsätze und zu einer täglichen Arbeitszeit von volle» acht Stunden vrrpfiichte». Die mit den Gewertschasteu geführten Tarifverhan dlnugen erkennt dir Regierung voll an. Die neuen Tarife bilden die Grundlage für pie Festsetzung der Sätze. Tie Regirrung bietet damit der Arbeiter- schast die Möglichkeit, bei guten Leistungen noch mehr als die Tarif- löhne z» verdienen._ Set?iebsemfteUungen im Inöuftriegebiet. Vor den Tsrcu der Schächte müssen umtangreiche Betrieb'- e.nslelluilgrn indusiri�Ier Werke erfolgen. Trotzdem wühlt man verbrecherisch unter den Bergarbeitern, um die Arbeitszeit nock t»efer berabzudrücken und noch weniger Koblen zu liefern. Daß damit ungeheure Massen von Arbeitern ins Elend gestoßen werden, kümmert diese Leute nicht. Jetzt wird aus Solingen gemeldet, daß tat: wuttie umfaugreiche Leir.ehSsttllc�imgcu wcgcu Kohlrnmangel erfolgt» müsse». die Srotverforgung. Als vor einiger Zeit in der Presse und auch an dieser Stelle auf die Schwierigkeiten in der Lebensmittelversorgung Deutschlands bis zur neuen Ernte hingewiesen wurde, haben sich die amtlichen Stellen bemüht, darzutun, daß über- Haupt kein Grund zur Beunruhigung vorliege. Be- schwichtigen ist häusig bedenklich, bedenklich besonders in der Er- nährungsfrage, wo künstlich hervorgerufene günstige Stimmungen der Bevölkerung im Augenblick des Eintretens ungünstiger Ver- hälrnisse zu einer schweren Enttäuschung führen müssen, die sich in unserer leicht erregbaren Zeit besonders ungünstig anf die öfsentlichc Ruhe äußern. Der Optimismus in der Bevölkerung hält immer nur so lange bor, als er materiell begründet werden kann. Er wirkt außerdem in vielen Fällen eher erschöpfend als erzieherisch. In Zeiten so ernster Wirlschaftsnot, wie wir sie gegenwärtig in Deutschland durchleben, ist die rücksichtslose Per- öffentlichling der tatsächlichen Verhältnisse, auch wenn sie. sehr düster sind, wenigstens insofern dorteilhafter, als dadurch die Be- völkerung zur Sparsamkeit, Porsorge und zur Anspannung aller positiven Fähigkeiten angeregt wird. Nun sickern bereits Stimmen durch, die uns erkennen lassen, daß der Optimismus, der seinerzeit durch die Regierungs- stellen- ausgebreitet wurde, nicht überall herrscht. In der Sitzung des badischen Landtags hat ein Regierungsver- treter, also eine amtliche Stelle mitgeteilt, daß die Brotversorguag in ein kritisches Stadium getreten sei. Die tägliche Kopfmenge an Brot müsse von 260 auf 200 Gramm herabgesetzt und die Autz» mahlnng drS Brotgetreides auf 90 Prozent erhöht werden. Also zu der verringerten Kartosselration auch eine kleinere Brotportion. Auch die L a n d w i r t s ch a f t ist sich der kommenden Schmie- rigkeiten in unserer Broiversorgung klar, wie der folgende Auf- ruf der großen landwirtschaftlichen Körperschaften an die deutschen Landwirte beweist: „Die. Lage unserer Brotversorgung ist gegenwärtig äußerst gespannt. Die greifbaren Vorräte der Reichsgetreidestelle reichen nur bis zur zweiten Hälfte Februar und wenn die Lieferungen nicht ganz erheblich steigen, müßten schon im März oder April Stockungen in der Brotversorgung der Städte ein- treten. Das wurde das Signal zu neuen Unruhen und da- mit zum Zusammenbruch unserer Volkswirtschaft geben. Tie deutsche Landwirtschaft wird und muß dieser Not steuern, soweit es in ihren Kräften steht. Wo der Ausdrusch noch im Rückstände ist, weil bisher Arbeitskräste und Kohlen fehlten, muß alles daran gesetzt werden, jetzt in der kurzen Spanne bis zum Beginn der Frühjahrsbestellung den Ausdrusch zu Ende zu führen und so rasch als möglich abzuliefern. Wir richten an alle Landwirte die dringende Aufforderung, durch beschleunigte Ablieferung des Brotgetreide? dazu beizu- tragen, die jetzige Notlage zu überwinden. Es ist Vorsorge getrosten, daß die nötigen Druschkohlen und sonstigen Betriebsstoffe zugeführt werden unb der erforderliche elektrische Strom zur Verfügung gestellt wird. Soweit dies nicht der Fall sein sollte, wende man sich tclegraphisch an die Reichsgetrciiäe- stelle.", Der Aufruf ist viGi allen namhaften Organisationen der deut- scheu Landwirtschaft unterzeichnet. Witzblätter sollen nicht geniert werüen. Vor dem Landgericht l wurde am Sonnabend gegen den Herausgeber des„S a t y r" Dr. Alexis Schleimer wegen Beleidi- guug des Reichspräsidenten Ebert und deS ReichswehrministcrS Nosfe verhandelt. Der„Satyr" hatte unter dem Titel„Unsere Menagerie" eine Reihe politischer Persönlichkeiten in Tierbildern gebracht. Ebcrt war als Eber mit der Unterschrift abgebildet;„Ter Urgrund jeden Teils und Zwecks ist die Behaglichkeit hiemeden, der Eber freut sich seines Specks und ist zufrieden." Noske war als Aste dargestellt, wie er den Reichsapfel mit der Inschrift„Mili- iarismus" in der Hand hat. Auf dem Kopfe trägt er einen Papier- Helm mit einer roten Feder, beide nur in schwarz-weiß-roten Bade- .hosen. Unter dem Noskebild stand;„Possierlich sehr ein Sozi ist, wenn er vom Fürstenappel frißt." Die anderen karikierten Politiker haben keinen Strafantrag gestellt. . Te+ Verteidiger Dr. Bahn hatte eine ganze Reihe von lite- ravisch-künstlerischen Sachverständigen darüber geloben, das Gericht den Verleger des„Kladderadatsch", Hostmann. T�er Angeklagte richtete-bei seiner Vernehmung scharfe Angriffe gegen den Reichs- Präsidenten Ebert und erklärte, wie er dazu gekommen sei, rhu so in der Karikatur festzuhalten. Aus der Zahl der geladenen Sach- verständigen wurden vernommen: Eduard Bernstein, Graf Re- ventlow, Rudolf Prcsber, Georg Bernhard lind HoffmaiiN. Samt- liche Sachverständige waren einig darüber, daß Tierbilder seit dem grauen Altertum ein gebräuchliches Mittel der Satire seien und daß der Angeklagte nicht die Grenzen der politischen Satire überschritten hätte.'Infolgedessen wurde aus Vernehmung der an- deren Sachverständigen verzichtet. Staatsanwalt Gerlach führte ans, solche Äarikattlven könmen-das Anseben des Deutschen Reiches cmrergraben. Er beantragte 300 M. Geldstrafe. Verteidiger Bahn wandte sich gegen die pofttischen Prozesse überbäupt, welche Eberl und Noske. als sie noch nicht Staatsoberhaupt und Minister lvaren. aus das heftigste bekämpft, hätten. Das Gericht möge gleich bei diesem ersten Vorstoß wegen der politischen Satire das Prinzip ausstellen, daß es sich mckl, wie unter dem alten System, dazu her- geben würde, politische Gegner duirf) Richtersprüche'mundtot zu machen. Tie Freiheit der politischen Satir« müsse unter allen Um- ständen gewahrt werden� Es sei eine Satire, in einem von Sozial- demokraten geleiteten Staat durch Strasaifträge den„Sahr" zu verhindern, gegen Sozialdemokraten sittirisch zu werden. Der Vor- sitzende, Lamdgerichtsrat Macco, publizierte schließlich die Freisprechung des Anaeklaaten tn längerer Begründung.. DaS NoSkobill» sei unter keinen Umständen beleidigend, daS Bild des Präsidenten Ebert stehe an der Grenze. Indessen habe das Gericht in diesen Karikaturen nicht den Tatbestand der Beleidigung gefunden, denn wir leben ja unter dem neuen System, in einem freien demokratischen Staats- Wesen. Deutsche Treue im Norüen. Der Abschied der deustchen Resthswesirtruppen, die von Flens- bürg nach Rosrock übersiedeln, gestaltete sich zu einer gewaltigen Kundgebung für das Deutschtum. Die ganze Stadt prangte in reichem Flaggenschmuck. Schon lange vor Beginn der anf dem Siidermarkt stattfindenden Abschied Sseier hatte sich eine ungeheure Menschenmenge angesammelt. Am Bismarcks runn en hatten zahlreiche Verein« mit Fahnen und Musik Ausstellung genommen. Gegen 2 Uhr nachmittags marschierten die deurschen Truppen heran, voran eine Abordnung schleswigscher Husaren. Unter den Klängen des Liedes„Deutschland, Deutschland über alles" nahmen die Feldgrauen vor dem Biömarckbrunnen Auf- stellunz. Dort ergriff Oberbürgermeister Dr. Todscn das Wort zu einer längeren Ansprache an die Versammelten und er- mahnte sie, dem deutschen Baterlande auch in der Stunde der Rot und Gefahr Treue zu bewahren. Er schloß mit dem stürmisch auf. genommenen Hoch auf das deutsche Baterland. Unter den Klängen des schleswig-holsteinischen Liedes und nach brausenden Kandgebungeii und Hochrufen marschierten nun- mehr- die Truppen zum Bahnhof. Vereine und Bürgerschaft bil- beten amen Zug, der über dreihigtausrnd Persour» umfaßte. Räch der Abfahrt der Reichstruppen zogen vor d«n Flens- burger Hof, dem Sitz der Jnternattonalen Kommission, Posten der alliierten Mächte aus. Metallarbeiterftreik im Elsaß. (Baseler Drahtbericht des„Vorwärts".)' In der Straßburger Metallindustrie ist ein Lohntonslikt auS- gebrochen. Die Unteruehmer haben die Slrbcilerforderungen vollständig abgelehnt. Ein Bermittlungsversuch der Regierung ist»escheitert. Die gesamte Straßbmger Arbeiterschaft hat fich mit dcst Motall- ardeitrrn solidarisch erklärt. Der Ausstand ist uiwermeidllch. Deutschöfterreichs Politik. Die reaklionären Parteien des Wiener Parlaments haben ein großes Geschrei erhoben, weil Dr. Renner in Prag mft Dr. Banasch einen Verteidlgungsbund gegen die ungarische Reaktion geschlossen hätte. Begreiflich wäre e�, wenn sich trotz aller Unmöglichkeit dessen, was die Weltverderber auS dem ehemaligen Habsburger« Reich gemacht haben, die der schwarzgelben Herrschaft Entronnenen gegen ihre Wiederkehr vereinigten. Aber Renner hat in der National- veisannnlung festgestellt, daß von einem Staatsvertrag keine Rede sei, sondern man fich nur zur einheitlichen Vertretung einer Politik vor den Parlamenten verpflichtet habe, die auf dem Diktat von St. Germain be- ruhe. Ein Bestandteil dieses Diktats ist die von Ungarn— dem roten wie dem weißen.— verweigerte Freigabe Deutsch-West- Ungarns. Der ungarische Paris-Delegierte HegedüZ macht in Entrüstung.- weil man Ungarn Pflichten zur Ernährung Teutschästerreichs auferlegen will. Ja, wer soll es sonst ernähren? DaS fruchtbare Ungarn bleibt auch in seiner schändlichen Verstümmlung ein Ueber- sckußgebiet. Eine so iniame Aushungerung des nächsten Nackbarn wie im Kriege, im genieinsamen ReichSverbande, wird man hoffenl- lich den ungarischen Agrariern nicht mehr durchgehen lassen! Schweiz unü Völkerbunü. Infolge der Weigerung der Entente, die Neutralität der Schweiz zu verbürgen, noch ehe sie dem„Völkerbund" beitritt, ist Bundesrat C a l o n d e r zurückgetreten. Das vom Züricher„Bolksrecht" veröffentlichte Gutachten der schweizerischen Landesverseidigungskommisslon kommt zu folgenden Schlußfolgerungen: l. Es ist nicht anzunehmen, daß es in aller Zukunft bei der jetzige» Mächtegruppierung bleiben wird. Im Friedensvertrag selbst liegen zahlreiche Keime zu neue» Staatcnverbindungcn, die unfehlbar auch zu neuen K r i e- gen führen, sobald irgendeine Gruppe Aussicht hat, mit de» Waffen die sie verletzenden Bestimmungen des Prrsailler Frie- dens zu ändern. Das Bündnis der drei Vormächte der Entente zeigt, daß selbst innerhalb de» Völkerbundes fich solche Verbindungen mit besonderen Zwecken bilden und verwirklichen können. 2. Ter Beitritt der Schweiz zfzut Völkerbund kann nur unter Preisgabe ibrer vollkommenen Neutralität geschehe«. Eine ünvollftändige, zugünftc« des Völkerbundes gefärbte ffogenannte differenzielle! Neutralität wird von keinem Staate geachtet wer- den, der ein Interesse an der Verletzung unseres Gebietes hat. Die Schweiz lauft also Gefahr, in alle Kriege und Bollstreckuu, gen des Völkerbundes hineingezogen zu werde«. Ihre Lage inmitten der Großhaaten läßt diese Gefahr als besonders schwer erscheinen. 3. Ter Britritt zu einem Bund, in dem einige Großstaaten! unbedingt eine erdrückende Urbermncht besitzen und aus- üben werden, kann für die Schweiz nur aus Kosten ihrer Selb« ständigkeit und Unabhängigkeit geschehen. •l. Ebre und Ansehen der Schweiz und ihrer Bürger müssen unfehlbar darunter leiden, wenn sie an de» Maßregeln nach Artikel 16 sich beteiligt, aber der Teilnahme am Kampfe für das (angeblich� verletzte Völkerrecht{ich gänzlich entzieht. 5. Ter S i tz des Bölkervnndes bringt eine Gefährdung mit sich, nicht nur des betreffenden LrteS, sondern des ganzen Landes bei BollstreckungShandlungen des Völkerbundes. 6. Der Austritt aus dem Völkerbünde kann nur unter schwerer Einbuße an Achtung und Ansehen des Landes geschehen. Auf eine Rückgewinnung der Neittralität ist dabei ebensowenig zu rechnen, als anf eine Erneuerung von deren Anerkennung durch di? Mächt/. Unser Schweizer Berichterstatter hatte bereits gemeldet, daß diese Bcröfsentlichung die Aussichten für einen Volksentscheid z n- gunsten deS Völkerbundes sehr verschlechtert hat. Generalstreik in Schweden! Aus Kopenhagen wird der Tel.-Union gedrahtet: Nach einent Telegramm aus Stockholm haben die der- einigten Arbeiterverbände beschlossen, den G.eneralaus« st and für ganz Schweden zu proklamieren, wenn die angekündigte Aussperrung in der Maschinen- i n d u st r i c von den Arbeitgebern zur Ausführung gebracht werden sollte. kleine politische Nachrichten. Katl KautSky und Barmat. Karl Kaursly batet uns um Aufnahme deS folgenden: Sie schreiben iu Ihrem Artikel vom 23. Ja« »uor 1920; „Wer die„Leute jenes Schlages" sind, die so korrumpiert sind und bei Barnial verkehren? Na, eS sind die besten Männer der sozialistischen Jnternalionale, z. B. HuhSmans. Henoerson, Hugo Haai'e. Lonzuei, Karl RaulSky und andere von ähnlicher Bedeu- tung." Ich bitte zu berichtigen, daß ich n i e ,m Hause deS Herrn Barmat verkehrt habe und ihm nie näher getreten bin. Ich bin nickt in der Lage, irgend etwas über die Periönlichkeit aus eigener Erfahrung aussagen zu können. Ausgleich mit den Ooftenzollern. Der preußischen Landesver- sammlung wird demnächst eine Vorlage über die Vermögensrecht- liche Auseinandersetzung Preußens mit den Hohenzollern zugehen. Nach dem Vorschlag verbleibt ein Teil der Schlösser im S t-a a t s- besitz oder gebt in diesen über, ein Teil bleibt den Hohenzollern. Sie erhalten noch eine geldliche Abfindung für die von ihnen an den Staat überlasienen wertvollen Kunst- und Einrichtungsgegenstände der Schlösser. Die Verfassung Preußens. Der Entwurf der Berfasiung Preußens wird in Kürze der Preußischen Landesversammlung zu- gehen. Em SlaatSprästdenr für Preußen ist darin nicht vorgetehen. Dir Lerfassung als SchulcntlassungSgabr. Die nach Artikel 148 Absatz 3 der Retcksversassung an die Schüler nach Beendigung der Schulpflicht auszuhändigenden Abdrücke der Verfassimg werden bei Schluß des diesjährigen Schuljahres zum erstenmal von Reichs- wegen zur Verteilung kommen. Abgelehnt hat Spanien den Dr. Roieu als Vertreter Deutsch« lands. Man siirchiet dort FraulreiSs Verstimmung über die Politik, die Dr. Rosen unter Wilhelm in Marokko getrieben bat. Peinlich, diese Abfuhr durch dt, edrltch neutrale Regierung; man hätte sich sie erspart, wenn man einen Mann ohne Vergang enhett hingeschickt hätte. Befristet verdaten ist der Kasseler Kommunist", nämlich big 14. Februar.— Unhejtijtet verboten wurde die unabhängige B«r« mer.VoUStribüne". Nr. 45 ❖37. Jahrgang 1. Vellage öes vorwärts Sonntag, 25. MSnar t420 helfferich gegen Eczberger. (Schluß aus der Abendausgabe.) RechtZamoÄt Dr. AlSberq: Nun nuch eine andere Frage. Exzellenz. Sie erhielten für Ihre Tätigkeit im AuffichiZrat kein« Tantieme«, sondern ei« Fixum. Ist Ihnen ein solcher Fall anderweitig bekannt?— Erzberger: Ich babe augenblich- Ich einen solchen Fall nicht in Erinnerung, ich weiß aber, daß es in englischen Gesellschaften üblich ist, ein Fixum zu zahlen. Helfferich: Es handelt sich hier um den außerordent. lich ausfallenden Fall, daß einem Mitglied? des Aufsichtsrots eine Tantieme mit einem hohen Betrage garantiert wird. Tin solches Verfahren ist nur bei Direktoren und der Geschäftsleitung gegen- über möglich, aber nur bei positiven Leistungen.— Vors.: Der Sinn der Sache ist also der. daß sie in der ungewöhnlichen Fixie- rung«inen Grund sehen, daß eS sich auch hier um Leistungen handelte? Dr. Alsberg: Haben Sie den Sitzungen d«S AufsichtsrateZ der Firma Thyssen beigewohnt? Erzberger: Sitzungen fanden nur sehr selten statt. Tagegen hielten wir alle vierzehn Tage De- svrechnngen ab. Bors.: Welcher Art war denn Ihre Tätigkeit? Erzberger: Ich hatte eine sehr umfangreiche Tätigkeit. Fast fede Woch« kam ein Vorstandsmitglied nach Berlin, dann wurden all« großen Fragen durchgesprochen. Daneben hatte ich ja noch mit der Veiständigung innerhalb der Familie Thyssen zu tun. Dr. Alsberg: Der Sinne der Frage ist der. Wir be. haupten. daß der Zeuge nur dem Namen nach AulsichtsratSinitglied war. ES gibt aber auch Fragen über Tatsachen, die sich auf allge- meine Einzelheiten beziehen. Ist«5 zum Beispiel richtig, daß Ervllcnz verschiedentlich wegen Durchfuhrerlaubnis für Alkohol sich an den Herrn Reichskommissar gewandt haben, mit der Begründung, daß dies für politische Zwecke geschehe? Daß der ReichSkommissar dann beim Auswärtigen Amt angefragt habe, und daß dann das Aikswärtigr Amt von nichts gewußt habe? Erz- berge r: Daran ist richtig, daß ich mieb während des Krieges wiederholt um Durchfuhrerlaubnis bemüht habe. Ich kann hier in der Oeffentl chkcit keinen Namen nennen. Daß aber das Aus- wärtige Amt gesagt habe, es sei ihm davon nicht? bekannt, weiß ich heut« nicht. Dr. Alsberg: Haben Sie persönlich« Vorteile gehabt? Erzberger: Ni« und nimmer. Dr. Alsberg: Noch eine Frage. War der Herr Reichsminister Beirat der osteuropäischen Handelsgesellschaft? Erzberger: Ich er- kläre unter meinem Eid, daß ich diese Gesellschaft nicht mal dem Namen nach kenne. Damit ist die Vernehmung des Ncbenkläisers Erzb�raer einstweilen beendet. Es wird als nächster Zeuge Tirektor RabeS vom Thtisien-Konzeni hereingerufen und vereidigt. Der Zeuge bekunde: übe: den Ein- tritt Erzberger» in den Thvssenschen AufsichtZrat: 1915 auf einer Geschäftsreise wegen einer Erzangelegenheit wies Thvssen daran: hin, daß man Schritte unternehmen müsse, damit die Eisenindustrie fm Reichstage besser vertreten würde. DaS Zentrum hatte keinen Vertreter der Eisenindustrie im Reichstag. Thvssen frag:- mick. ob ich Herrn Erzberger für geeignet hielte, unkere Interessen im Reichstag zu vertreten. Ich konnte bejahen, da ich Herrn Erz- berger dazu für sehr befähigt hielt.— V o r s.: Ter Grund, warum T�yss-n sich an Herrn Erzberger wandte, wär' also der. daß Thhssin seine Interessen im Parlament durch einen sachkundigen Mann wahrgenommen haben wollte?— Zeug«: Nicht nur seine Interessen, sondern die Interessen der Eisenindustrie überhaupt. Vors.: Nebenkläger Erzberger hat behauptet, daß er auSdrück- lich die Bedingung gestellt habe, daß seine politische Ueber» . z e u g u n g durch seine Tätigkeit im AufsichtSrat nicht berührt werden dürfe.— Zeuge: Das stimmt.— Vors.: WaS erwarteten Sie von Erzberger?— Zeuge: Die Förderung der Hcraaschaffung v»a Erzen. Zur Brieyfrage erklärt der Zeuge: Bei unsere« Eingabe« handelt« -5 sich darum, mehr Erz« heranzubek»m«en, u«d zweiten? ein« Entschädigung für die i« Frankreich beschlagnahmten Gruben zu erlangen. Die vo« uns befragten RechiZgelehrten lehnten eine Uebereignunz LongwY-BrievZ ab. Herr Erzberger hat sicherlich von allen Eingaben Abschrift erhalten.— Vors.: Herr Erzberger sollte wohl im.Sinne der Eingaben tätig sein, sonst hätte« Sie doch wohl auch anderen Personen Abschriften schicken können?— Zeuge: Richiigl Der Zeug« sagt weiterhin: Die Lage war so, daß auf jede deutsche Kugel und auf jede deutsthe Kanone drei feindliche Kugeln und drei feindliche Kanonen kawe«. Tpäier verschlechterte sich dieses Verhältnis auf 1: 4. Die drntsche Eisen- industrie war in hohem Matze auf den Bezug ausländischen Eisens angewiesen. Der Bezug aus Schweden w«r nach Ausbruch des Krieges völlig unterbunden und betrug in den nächsten drei Mo- naten nur ein Drittel des Friedensbezuges. ES blieb uns also nicksts andere? übrig als nach neuen Quellen zu suchen im Inter- esse der Vaterlandsverteidigung, v. Bethmann Hollweg hat nnS auf unsere Eingabe Bescheid gegeben, daß ein« Verletzung feind- lichcn privaten Eigentums, d. h. eine Ausbeutung nicht möglich sei. Dagege» vertrat Geheimrat Zorn die Auffasiung, daß ohne die Ausbeutung der Brieyschen Gruben ein Weiterbctrieb der beut» scheu Werke nicht möglich sei und dieS eine Unterstützung der Feinde bedeute.— Vors.: Ohne den Thyssen-Äonzern konnte woh! die notwendige Munition nicht hergestellt werden?— Zeuge: Nein. Wenn unS die Ausbeute überlassen worden wäre, wäre cS möglich gewesen, bedeutend mehr Munition herzustellen. Erzberger war critsdstcdcn gegen die Uebereignunz.— Erzberger: Ist«S richiig, daß der T h Y s s e«- K o n z e r n, der an der maßgebenden Stelle die Ausbeutung der Brieygruben über- chaupt erst angeregt hatte, in der später geschaffenen Schutzver- waltung dieser Grube« nicht vertreten war, während eine czanz« Reihe anderer Werke aufgenommen wurde?— Zeuge: Richlig! Wie der Zeuge angibt, ist der Vorstoß deS inzwischen aus dem Thpssciikonzern ausgeschiedenen Erzberger gegen die AuSfuhrab- gaben im HauptauSschuß 1918 auch als Racheakt bezeichnet wor-� den; der Zeuge glaubt jedoch an überwiegend sachliche Gründe und daß der ZluStritt Erzberger? aus dem AufsichtSrat freiwillig, infolge der FricdenSresolution geschah.— ■Beuge Fjritz Thdsscn bestätigt, daß sein Voter ihm mitgeteilt Hab«, Erzberger habe be- tont, daß bei der Festsetzung des JahreSgehaltS von 40 000 M. seine polirische Auffassung durch seinen Eintritt nach keiner Richtung hin beeinträchiigt werden soll. ES waren keine Hintergedanken dabei, diese Summe war kein Bestechungsgels.—. R.-A. Alsberg: Wir sind der Auffassung, daß ei? sich hier gar nicht»m ein AiifsichtLratSverhältniZ, sondern u m ein Angestellte«»«!- hä l t n i s gehandelt ha!.— Ter Zeuge bekundet, daß Erzberger als Aufsichtsrat eine eifrige Tätigkeit entwickelt habe.— R.-A. Dr. Alsberg: Das wesentlick« war doch wohl die Vertretung der Firma Thvssen in den Parlamenten und tu der Regierung? Wenn Herr Erzberger dort nicht gewesen wäre, hätten Sie ihn doch wohl nicht in.den AufsichtZrat gewählt?— Zeuge Th Y s s e n: Warum'iiichs?- Das weiß ich nicht einmal.— Borst: Das halte ich allerdings auch für etwas unwahrscheinlich, denn der Herr Nebenkläger stand iwch dem geschäftlichen Leben völlig fern und wohl nur sein« Eigenschaft alt Parlamentarier war wohl für die Wahl auSscklagyebend?— Zeuge: DaS glaube ich nicht einmal. In der weiteren Briey-Debatte sagt Zeug« Thyssen aus: 1916 trat sogar ein sozialdemokratischer«bgeordneier im Laufe der Unterhaltung Mit der Ansicht hervor, daß eS nostvendig sei, sich das E i g e n t u m an de« Erzgruben von Brich zu sichern. Der Zeuge Thyssen geht sodann auf die schon bekannten Konferenzen mit Exzellenz Richter im Reichsamt des Innern ein und kann trotz vielfacher Frage« der Prozeßbeteiligten es nicht auf» klären, wie der Irrtum über die Absichten der Firma entstanden war, der schließlich dadurch zum Ausdruck kam, daß im R«?chSamt des Innern, insbesondere bei Dr. Helfferich, die Meinung cnt- stand, die Firma Thyssen beanspruche die Eigentumsübertragung an den Briey-Gruden und nicht nur die Ausbeutung während des Krieges. Der Zeuge betont ausdrücklich, daß die Eigentums- arlangung gar nicht in der Absicht der Firma Thyssen gelegen habe. K'ageanwolt Dr. Friedkänder: Ist Ihne» bekannt, daß infolge des Falleulassen» deS Planes der Ausbeutung der Gruben eine ganz kolossale Verschuldung der Industrie eingetreten ist, die mehrere Millionen schwedische Krauen, d. h. bei der heutigen Valuta mehrere Milliarden Mark be- trägt?— Zeuge Thyssen: Jawohl.— R.-A. Dr. Alsberg: Nachdem die Friedensresolution gekommen war, hat nicht da Herr Erzberger Ihrem Vater erklärt, daß auch die Friedenkresolution der?lnuexion des Briey-Beckens nicht im Wege stehe?— Zeuge Thyssen: Das weiß ich nicht. Zeuge Thyssen ist der Anficht, daß Erzberger wegen seine» Ausscheidens fem« Ansicht nicht ge- ändert habe. Minister Erzberger betont, daß er auch nach feinem AuS- scheiden eine ganze Reibe wichtiger Fragen mit Herrn Thyssen sen. besprochen habe, auch habe er mit ihm gesellschaftlich verkehrt.— Der Zeuge bestätigt auch, daß sein Vater dem Sinne nach geäußert habe, Hui ab vor Erzberger, der sich auch durch mich nicht politisch beeinflnsseu läßt. Erzberger habe auch sofort seinen Austritt erklärt, als er erkannte, daß seine Ansicht mit denen Thyssens nicht mehr über- einstimmten. M o n t a g soll u. a. Minister S ü d e k u m vernommen werde«. Silöungsveronstaltungea. sozialistische Bildnugsschule. Steßli*. Der SurluS über Volkswnüchaft findet ab Tonnerslag 7'/, Uhr i» der Prima der Zleallcbnle am Swbenrauchdlah statt. (charlottenburg. Freitag O'l, Uhr beginnt der Redneokursus. Teil- Nkhmergebiihr i M. Anmeldungen im Paiteiiekretariat, Rofimnltr». ?ugenöveranftaltungen. verein ,«rbeitertFuge»P«. Jagendlekrrtariat, V 9, Selleduestr. 7. III — Zen rra l- Iiigendbetm, Zindenstr. S, 8. Hof links, 3 Tr. Heute Mufil-Unterhaliungsabend. DaS Heim ist von 4 Uhr an gebjsnet.— Abt. HcrmSvorf. Jugendheim. Turnhalle, Raonstraße. Heute abend: Bortraa..Zweck und Ziele der Arbeiterjugend-.— Kaut»dorr. Jugend- beim. Adolfilraice sKemeindrschalej. Heute abend: Lichtbildervortrag in der Turnhalle.— Reuenliage». Jugendheim lKemrindeichulel, Riederheiden- strahe iNula). Heute: Lieder» und Reiflenabend.-- Trealiy- Friede«»«. Jugendheim. Lokal Clement. Diippclftr. 7. Heute; NnterhaltungSabrnd mst besonderem Programm.— Treptow- Baum libxlenweg. Heute: OHlern- abend Mit besonderem Proflramm. im Jugendheim, Elsenstr. 3, rechl», PI. Beginn: b'/, Uhr. Die Arbeiterelieru smd herzlichst«ingelad«». WetteranSiichten lßr das mittlere Norddentschland bis Montag mittag. Borwiegend heiter, trocken, nach!» Frost und teilweise Nebel. TagSüber ziemlich mild. tyotuchttje Schnc > �"M ü&J >1<11 II•IIIIII JJIIItllK ejr �Stockwerken �ynhcbctx JVTtJSSi/I&L, imiiiniuiiiiiiiiiiiiiiiiviiimuiiiiiimiiiii BERLIN C S�aniauer Str. 16 Gegründet 1815 BEREIN C Königstr. 11-14 Damen-sileiöung SsiSe u. Samt Vasihstoffe Kleiderstoffe k�r. K!:««»u»"je. m weificr Seide.... I iJ»" Nr. 86 Bluie a. IOC karierter Seide i FrQhjahrs-HOfe—? Blase wÄS.h""': 29.50 Bluse 32.50 Regenmantel nnt nn aus vonüjl. imprija. Stoff Gummi-Msuitel-orj nn aus KSperstoff.......... OZ\J.\jU TT]»j»u$ vorzütUchem JS.lCICl Wollstoff m. färb. OC)< nn Stickerei............... 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MgartorStraße 3 Uhr: Krdgevst(M.Orska) ,Montg.:SchI.B Wettersteta Dienst.•.SchloBWetterstda 'Mittw.; StiiieB Wette rsteia ftnntg.: Stützen«.Gesellschaft Ereil.; SehlaB Wetterstein >>./,: Pyjgmalla». Freitag Tjji Hülie, Weg, Erde. Sonnabend 7: Pygmall.a. Sonntag 7>/<: Pvgaiall.a. Montag 7Vj: Hölle. M ex, Erde. üeiiteelies liiüStisr-Tleater 3 Uhr: Dies irae. A""rch Cyprieüne. (Konstantin. Götz. Walter.) Montag T,<: Cyprieaae. Dienstag 7, zum 1. Male; Dl* Margulte vou Arcia. (Konstantin. Servaes, Straßmann-Witt, Veidtj. Allabendlich 7'/,: Die Marqaise von Arcls, Central-Tlienter 3 Uhr: Die Fatchingsfec. t-.u: Prlalein Pncfe. Dentarhe« Opemhan« 11 Uhr: Sinfoule-Kenzert. - uhr: Mignon. Die Tribüa« Il'/a Uhr: Rolf ReiOmann: ..(Jeher naive Kunst." 3 Uhr;„Die Wandlung." -v.u.: Fraaziska. E.ien-l'heater 7'/.u.:|le!!8eisElieiiiier. Prledi-.-WiUielmet.Th. 7-,. uhr.- SJekeit ier Biels. Kloine« Theator. 3 Uhr: Liebelei, yifr: Sie P!irrhiusl(oiflfliic. Kl. SrUauoiitelk»«». 7Va u.: Bie iialjeFiilirl« Frau Kotaischr Oper 3t/«: SchwarzwaldraHdet. -aoujichterliefee. Lastcpirlkna« 3Va: So»i« Mädel. Arnold Pieck in: J�BcröNSsladt-Mfr Hetropol-Tbeater. 3; CharleyzTante m.Thielscher 7" Ulir: SsbäU !h>»e»(»perecteah«*«. J'/j: Die keusche Snsanie. 7-/- u.t Bit iiieiit fliheit. nchlllcr-Thest. Charl. 3 Uhr; Wie e» euch gefällt. 7Ü: DicTSr i»sFfelc. Tkmlia-Theater 3 Uhr: Jungier Sennenschcin. 7t/. u.t Ble Bimsefce Llelie mit Oskar Sah« a. G. und Perry Slkla a. G. Tli.aa.\•Urnaorffilate 3Vj Uhr; Der Juxharen. 7'/. Uhr: rtepfiergeMeere Theater des Westens 3'/.: Die lustige Witwe. -'/-u.- DifFriBiileraieliii Wallner-Theater 3'/«: Gelsba mit Mia Werber 7,5 Eise Ballaacht. Uhr Theater Dir.: James Klein 57t/a Allabendlich 7'/; 1 | Herds, Kraftjongleur 1 [ Cum*, das schwan- 1 kende Phänomen, r 1 4 Uessems, Sensal.-) Akrobaten, ! Haages u. de Vjnos,| 1 Meistersch.-Tarzcil ! 2 Ottkars, urkomisch# I Reckakt, 1 4 Stcrnas, Rangen i. I Seebad, I !2 Moraadis, Lebe«-) i des Handgepäck. jRad.Xcanen aufdeH Bühne mit Lorenz,! 1 Pawke.Techeruswl Sonntags 3'/, jeder I Erwachs. I Kind frei| S8h«Un.K«neh Im Großen Schauspielhaus Karlstr., Schiffbauerdamtn. ii ti s s y Holl Mady Christians Paul Qraetz Prledr. Holtacnder Hilde Gad Hubert van Meyerink Ann Heufinger Olli Sudahti Fritz Feld Karikaturcalilm von Trier Eröffnuag 7»/i, Reglan»>/- l). YcrfcsaMerFrMsÄen Sonnftg, üen 25. Januar, nachm. 2t, 5 Uhr Schaufpteihaus(Stnotolliccttc) Maria Magdalena. Nachm. 3 Uhr: ZZaUsbühne: Luther. Schiller-Th. Charlottenburg: Wie es euch gefaßt. Lefltna-riieater: Der rate Hahn. Rünftler-Theater: Dies irae. Frle dr.»Bil helmst. Th.: Die zliri- iichen Ver»>andtea. Th. d. West.: Die lustige Witwe. Bolisbithne. wochentags abends uom 26.— si. Januar! Der Liebestran!. Käh von Derlichingen. Predigt IN Litauen.__ Walhiila-Theater. 3'/-: Familie Hannemann. TV. Uhr: Die Csärdisfilrstm. Olympia-Tiieater (früher Voigt. Badstr. 58) Täglich 7'/j Uhr abends: Im Cmt6 Xohlesao. Diebeskomödie in 3 Akten. Vorher; AnscbluB verpaBf. Operette in einem Akt. Casioo- Theater LathrfngeTStr.37. TägL'/.SU.t Der Schlager der Spielzeit. Schaiepels Lene Berliner Volftsstück, in 3 Akt. Dazu der Operetten-Sketch „Erwischt" m.Viktor Litzek. Sonntag 3rV,: Bie Wunderkur. Unter d. Linden 22/23) Dir. M. S o I i m a n. Z Uraufführungen 2 1 Großes sensationelles Gesellschaftsdrama in 5 Akten. Hauptrolle: Liane Haidt Witt». Klitsch DieTragodiean Ider Goldküste. 1; Goldgräber-Geschichte aus Nordamerika in 2 Akten. zzzxzzzzxxzzxs Braunes Diele p Alexandersfraöe SS. f Direkt.; Karl Helnzlus. j Trade van Bargen Mario Gosla Geschwister Skala Sorna SchacUer ? Rubins? Am Emgel: Hans Sagawe K texzzzzzzzzzzxB SSIE Potsdamer Str. 3S Uraufführuns: Eva May im Drama ScbloB ElaSd, außerdem Henny Portens Die Fahrt la« Blaue. Turmstr« 12 Dia Herrin der Weit. II. Teil. Wochentags ab? Uhr Sonntags ab 4 Uhr & U.T Hasenbeide 13 4. Teilt Kenia Makombs Fäcni.«zcptroii«; KSehael Bohnen Regie: Uwe Jans Krafft U.T AlexsnJerplatz, Welnbergsweg 16, SchOneberp 5. Teil: Ophir," die SUdt der Vergangenhc!» Hiiml. Btuptroiiin: Mlchaol Bohnen/ Paa! Mansen' Eegie: Uwa Jens Krafft U.T Kurfärsteadimm 26, Noücndorfplatz 4, Friedrichs tr. 180 e. Teil: Die Frau mit den MHIIaräen Männliche Hauptrolle: Paul KcSnSGVl Regle: Uwe Jens Krafft TftelroSie: M S Ä Künstlerische Oberleitung Joa May Üfa-Liciit»piole Ta uen tzi e n p al ast Erste Woche I 7. Teil Die Wohltiterln der Menschheit In don HaiUptroUen: Mia May/ Hans Mierandorf Paul Hansen ErnsIMofmann Oer Varvar- itauf in da« Ufa-licMsgialtn Tsuentzlsnpilast findet von 11-1 Ulir statt "SVT VonrarVao' in den U.T's Kurfürstar.damm and Friedrichstraß. vet 12-1 Uhr Kammerllchtspielo AlbertBasssrmann Else bassermann, QertrudWelcker im Schauspiel Die Duplizität(£er Ereignisse Regio: Adolf Gärtner ßerTod aus Osten Schauspiel von Kurt von Böttlcher Arnold i&ieck im B. B. Lustspiel Killern ann CinusiBusch ?>/, Heute Stg. 2 Vorst. 7", Nachm. I eig. Kind frei! L er. Circus-Propr. u! a. Lustiges ir. beiid leu! SchTeitie-R.tpourri. Zum Schluß: Nachm.; A.chenhrödel. Abends: Aphrodite. Sonntag erhöhte Preise. Tkoatar am ftotthuior Tor. T»L: MorltzpUtr, Udlt. Jod. Abcad r1;. Uhr: em«-Ls 9«hem.Mik IttdPMf« iSoiee. cckn •rp9dd.Pr«lM(ToIL lad-Pratranm) t Um hall» jUnehni gastat t«. a-gaazait Stg. 7.m Dbr. ti. II— IV«■. d—«Dkr. uß; Die I. Versandten. infSf KitjT der f ssagar. :!>»> Z vk: Carola Toello in dem Film OPFER Außerdem das Lustspiel j KATINKA| Titelrolle: Erika GläRner Einlaß: 13™ 5«l.v gs XadÄtsjpäele Allabendlicli 7 und S'i« Uhr Sonntags: Beginn 4 Uhr Die WohSMJteHn der Menschheit T.Teil des grossen May- Film- Zyklus Die Herrin der Welt IT* up traUen-»Ii«. May 2i:atrtBMy.et*«nclor»z Paui Haneen Emst. Hormann KOnstlerlacho Oberleitung: JOE May Vervarkauf: II bis 1 Uhr Winter(iart«n Heute 2 Vorstellungen Z'/d /, Uhr Kleine Preise ! Kind. d. Hälfte! lüülir VarlcßS-SMelplau Rauchen ge«Tattet! | Potsdamer Str.72» Hochbahn Billowatz, M Siebs Erich Kaiser-Titz Grossstadtgift Vorfülrruogan 4. 6.15. 6.30. ej Leipziger Straße, Ecke Friedrichstraße (Equltablc.Palast) 1 Zielka's I Margareten Saal der schönste Weinsalon mit Bar. | 5=Uhr=Tee Vorträge und Tahzvorführungen Eintritt frei. Eintritt frei. Komödietchaus 21 tt der Iftarfchollb rücke. Freitag. den Zv. Januar, 7 Zihr: Zum erste« Male i La» ?nftanAenkmö KomSSle in z HXtea oon Robert Ooertoeg. Mitwirf ende: Else Lehmann. Leonhard Haslel. Ferdinand n. Mten, Ernst Böhmer. tSastau Bah, Otrete Diercks. Hildegard Friese,.Hermann Vichä, Berthold Reigig, Feli; Bofseti, Alfred Scherzer, Robert Scholz, Werner Stein, Willi,~--- erner Stein, Heinj Stieda. Appel!, August PShler. IllSZi KHSSQ l.lszt: Irrlichter, Au bord d' une source, La Campanella■ B Kart. M. 8, 6, 4, 2 b. Bote& Bock u. A. Wenheim. M ReiEhshall.-ThMter Heute nachm. 3 und abends 7 Uhr: Srettincr Sänger. Nachmittags ermöhtgtePreiie . GermaniaPrachlsäie C. Richter, N 4, Chausseestr. 110. Jed. Sonnig. Hoffm. Nordd. Sänger. Leg. Hd VorstA.dJKonz.S1, Nachd.F'am.-Kränt- chen.lm wei BenSaal . v. 4 Uhrabtgr.Ball. Merkur- Palast Ecke PalUaden- n. Straußberjer Straß« i Mai» labam i Der gewaltige Prunkfllm« 2 Akte. MZMMWttMMWMt Gemälde-Galerie Gelb Potsdamer Str, 27 gegenüber VepVs Amt LötZW Ii362 Oule Originale. Reelle Preise Nr. 45 ♦ 37. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 25. Januar 1920 Groß�erün Die , Hüter" üer Pressefreiheit. Di« Unabhängigen haben für heilte fünf Pro« te st Versammlungen einberufen. Es gilt, für die be� drohte Pressefreiheit zu demonstrieren. Unter den An- wüsten für die Freihest der Presse befinden sich auch Georg Jedebour, der„Macher" der Revolution, und der»er- stossene Polizeipräsident Emil Eichhorn. Ausgerechnet diese beiden sollen ihren gläubigen Zuhörern ein Bild von der„Verkommenheit" der Regierung geben und den„Verrat" an den Errungenschaften der Revolution geißeln. Da die Versammlungen durch ein V e r b o t deS Polizei- präsidenten verhindert worden sind und Vedebour sowie Eichhorn damit die Gelegenheft genommen wurde, zum„re- volutionären Proletariat" zu reden, wollen wir eine„Kleiniy- keit" in Erinnerung briirgen. Im Januar 1919 waren es die beiden erwähnten Führer der Unabhängigen, die die Massen nicht daran hinderten, sämtlich« Berliner Zeitungen mit Ausnahme der linksradikalen und der reaktiv- nären zu besetzen. Sie, die heute so entrüstet sind darüber. daß die Reichsregierung in der Notwehr— um das Leben des Volkes zu retten— die verbreche- rischeWühlarbeitder Unabhängigen und Kommunisten unterbindet, indem sie ihre Zeitungen verbietet, taten damals aus krassem Parteiegoismus nichts, um die P r e f f e- srei.heit wiederherzustellen. Wir fragen sie: Wieviel hundert Menschen mußten sterben, weil sich Lrdebonr und Eichhorn bis zum äußersten weigerten, die besetzten Zcitnagsgebändc freizugeben und die gemeuchelte Presse frei Heft wiederherzustellen?_ stark, daß da- Zungenbein zerbrochen ist.— Die Nachforschungen nach dem zweiten Täter, dem 20 Jahre alten Reinhard Schneider, waren bisher ergebnislos. Tie Grost-Berliner BezirkSversawmlungen. Ter 17. Ausschuß der Landesversammlung erledigte in seiner Sonnabendsttzung die Bestiminungen über die Bezirksver- sammlungen. Die Zahl der Bezirksverordneten wurde, je nach der Cröß« de» Orte», auf tv. 30. 40 und 45 festgesetzt und die Zabl der Beztrksverordneten für die großen Städte gegenüber der Regierungsvorlage stark herabgesetzt. Im übrigen wurden die Vor- schiäge der Regierung durchweg mit geringen Senderungen a n g e- n o m m e n. vorzugskurse für Heimkehrer für die Zeit vom 2S. Januar bi» 1. Februar ISSO „D» Tochter de» Polizeiwachtmeister».- Mit einem neuen Trick arbeitet«jre junge Lebensmittelschwindlerin. die es besonders auf Lewe Geschäftsleute und Handwerksmeister ab. gesehen Hai. Um mit den Leuten anzuknüpfen, kaust sie hei den Geschäftsleute u irgendeine Kleinigkeit oder bestellt die Handwerker ,u Autbesserungen nach«inem bestimmten Hause, dessen Verwalter ihr Vater, der.Polizeiwachtmeister Scholz", ser. Sehr geschickt weiß siq. dann die Unterhaltung weiter zu spinnen und auch auf das Gebiet der Lebensmittel hinüberzuspielen. Sie läßt durch- blicken, daß diese in ihrer Familie nicht knapp seien. Ihr Vater gebe den lleberschuß gern zu mäßigen Preisen ab. To unwahr- scheinlich auch diese Geschichte klingt, so wird sie doch geglaubt. Die Leute geben Fräulein.Scholz" gern eine Anzahlung oder auch gleich'den ganzen Kaufpreis und find damit ihr Geld lo». Der Raubmord i» Berlin N. Die Leiche de» ermordeten Alt- Händlers Reinhold Koch au» der Thoriner Str. 5 wurde Sonnabend obduziert. Die Schädeldecke wies fünf 114 bi» 4 Zentimeter lange Verletzungen auf, die jedoch die Schädeldecke nicht zer- trümmert haben. Der Tod ist infolg« von Blutungenzwischen der Gehirnhaut eingetreten. Die Schläge können sowohl von dem Gummiknüppel wie auch von einem großen Schlüssel her- rühren? Die Mörder haben auch ihr Opfer gewürgt und zwar so Vermischte Lokalnachrichten. Au? Grmch der Ermächtigung d«S Herrn Preußischen Ministers für Volkswohlfahrt verordnet der Mogistrat die Verlängerung der Gültigkeit semer am 25. November 1912 gegebenen Anordmittg bis zum 1. April 1920. Diese Anordnung bestimmt, daß die Vollstreckung von Räumungsarbeiten von der Zu- stimmung deS MieteinigungSamtes abhängig ist und daß die Zu- stimmung erteilt werden muß:») falls Schuldner mit der Mict- zinSzahlung fchuddhafterweise im Verzug ist, oder d) falls für ihn ein andere» geeignetes Unterkommen ge« schaffen ist.— Nach einem Beschluß des Magistrats werden die Schulgeldsätze vom 1. Äpril 1920 ab auf 240 M. für Vollanstalten einschließlich Lyzeen und Vorschulklassen, auf 100 M. für Real- schulen und auf 120 M. für Mittel schulen für Mädchen festgesetzt. Bon der Schulgeld st affelung nach Einkommen?- g r u p p e n ist Abstand genommen worden.— Die Nachfragen nach dem Verbleib von Paketen au? Amerika gehen bei der Post, be- sonders!n Hamburg, in solcher Zahl ein. daß sie kaum noch regelrecht bearbeitet wenden können. Die» ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die deutschen Empfänger mit«wer viel zu kurzen VeförderungSdauer rechnen. Von der Einl««ferung w den Vereinigten Staaten bis zur Ankunft am deutschen Bestimmungsort vergehen nach den gemachten Erfahrungen häufig 8—10 Wochen. Unter diesen Umständen können nur solch« Antragen auf Erfolg rechnen, die frühestens S— 10 Wochen nach der Ewlieferung der Vakete abgelassen werden und— wegen der m die Hunderttausend« gehende Zahl der Pakete.— genaue Angaben über den Tag der Absenkung und wenn möglich den Namen des Beförde- r u n g s d a m p fers enthalten. Fall» der Empfänger hierüber keine Nachricht hat, setzt er sich zur Einleitung von Nachforschungen zweckmäßig mit dem Absender w Verbindung.— Der 12iShrige Sohn de? Zigarrenhändlers Bierlein bekam au» noch nicht auf- geklärten Umständen die Pistole de» Pater» w die Hand. Plötzlich entlud sich ein Schuß und traf einen im Laden anwesenden' ver- wandten in den Leib. Der Verletzte ist in das Moabiter Kranken- hau? übergeführt worden._ Die ftSdttscken Bolkskonzerte de» Vlütbner. Orchester» finden im Februar an folgenden Tagen statt: Montag, 2., KSnIgstadt; Montag 9., Happold; Montag 23., Bermanialäle und Freitag. 27., Köniastadt. EintrtitS- karten K 30 Pfg. in der Buchhandlung Vorwärts sowie aus dem Orchester« bureau, vormittag» 11—1 Uhr. Urauia. Dienitoa 3 Udr:„Entwicklung, vrntpfieg« und Elternliebe'. Sonnlog. Monlaa, Mittwoch, Freilag und Sonnabend:.Thüringen'. Donnertlag spricht ttrx Dr. Heinrotb über.flörperlich« und geistige yugendentwlcklung b-imffcher Vogelarten', mit Lichtbildern nach eigenen ilusnadmen. 9m Hörsaal: Montag: Pros. Dr. Tonatb,.Verflüssigung von Kaien'. Dienstag: Oberstabsarzt Dr. Meißner,.Gesundheit und Krank. beit'. Mittwoch: Dr. D Berndt..Da» sozial« Problem im Tierreich'. Freitag: Bros. Dr. Keßner,.Kupfer und Zinn'. Sonnabend: Pros. Dr. Donalb,..Wärmewellen'. Neukölln. Die Wahllokale zu de« Elternbeirat»wähle« befinden sich: 1. Gemeirldeschule: Schul« Boddinstr. 55/50. 2. Gemeindesch.: ■Seljule Bvddinstv.-52/54. Lehrerzimmer. 8. Gemeindesch.: Schule Brmz-.Handjertz-Gtr. 02/04. 4. Gemeindesch.: Schul« Prinz- Haichjery-Str. 02/04. 6. Gemeindesch.: Oberrealschule Emser «tr. 132, Zimmer 5. 0. Gemeindesch.: Turnhalle Mariendorser Weg 09/70. 7. Gemeindesch.: Restaurant, Weisestr. 03. 8. Gemeinde. schul«: Restaurant, Weisestr. 8. 9. Gemeindesch.: Schul« Weser- strafte 9/10. 10. Gemeindesch.: Schule Dorraustr. 120/120, Zimmer 8. 11. Gemeindesch.: Schul« JoncrSstr. 16, Zimmer 5. 12. Gemeindesch.: Turnhall« Kopfftr. 54/55. 13 Gemeindesch: Schule Kopfstr. 54/55, Lehrerzimmer. 14. Gemeindesch: Sebule Kopfstr. 54/55, Lehrer- zimmer. 15. Gemeindesch: Schule Lesfingstr. 38/39, Lehrerzimmer. 10. Gemeindesch: Schule Lesfingstr. 88/39, Lehrerzimmer. 17. Ge- meindeschule: Schule Weserirr. 9/10, Raum 4. 18. Gemeindesch: Turnhalle der I. Mäbchen-Mirtellchule, Donaustr. 120/127. 19. Ge- meindeschul«: Schul« Herrborstplatz, Zimmer 1/2. 20. Gemeindesch: Schul« Hertzborgplatz, Zimmer 1/2. 21./23. Gemeindesch.: Schule Weisestr. 19/20. Zimmer 7. 22. Gemeindesch: Schule Schiller- Promenade 84/35, Zimmer 8. 24. Gemeindesch: Schule Schiller- Promenade 34/35, Zimmer 1. 25. Gemeindesch: Schule Elbestr. 11/12, Zimmer 0. 20. Gemeindesch: Schule Elbestr. 11/12, Zimmer 8. 27. Gemeindesch: Schul« Mariendorfer Weg 09/70, Lehrzrnmer 11. 28. Gemeindesch: Schule Mariendorser Weg 09/70, Lehrz immer 3. 29. Gemeindesch: Schrie Boddinstr. 65/66, Zimmer. 80. Gemeindeschule: Schule Boddmstr. 52/54, Zimmer 24. 31. Gemeindesch: Schule Rütlistr 40, Zimmer 0. 32. Gemerndesch.: Pflügerstr. 39. Restaurant. 33./34� Gemeindesch: Schule Wcserstr. 9/10. Raum 2. 85. Gemeindescki: Schilturnhalle Richardstr. 47. 30. Gemeindesch.: Schulturnhall- Richardstr. 47. 37. Gemeindesch.: Turnhalle Marien- dorfer Weg 09/70. 38. Gemeindesch.: Schule 28, Mariendorser Weg 69/70, Zimmer 7. 39-/40. Gemeindesckr: Schul« 28, Marien- dorfer Weg 69/70. Zimmer 8. I. Hilfsschule: Hilfsschule Kaiser- Friedrich�Str. 207. Zimmer 2/3. pari. II. Hilfsschule: Hilfsschule Bergstr. 15. III. Hilfsschule: Schule Lessingstr. 38/39. Zimmer 1/2. I. Mädckrenmittelichiile: Schule Donaustr. 120/127. Lehrerzimmer. II. Madrbenmittelschule: Mittelschule Richardstr. 47. Knabenmittel- schule: Schule Donaustr. 120/127, Lehrerzimmer. Zentrale für Einigung Neukölln. Mitgllederverlammlung Mon- tag,>/,3 Uhr, im Lokal von ProhaSka, Boddin-, Ecke Isarstraße. Grosi-Berliner Lebensmittel. Berlin. An dieler Boche gelangen zur AiiSgad«: 12b Gramm 9 äse in den Vrolkowmisflonsbezlrkcn 49. 51-58, 61, 76. 178. 179. 223. 228 und 259.— Kinder, die zwischen dem 1. Aanuar 1906 und 8l. Januar 1915 geboren sind, erhalten ein Paket Kokaomilchlüßspeise aus besondere Bezug». scheine, die in der Zeit vom 26. bi« 31. Januar in den durck a r ü n« BerkaufSlchilder gekennzeichneten Buttergelchäiten. sowie in den Filialen der Konsumgenossenichast und de» BeamIen-DIrtschastS-BereinS vorzulegen find.— Der nächste Bertaul von städtii-ben Gänlen findet am Freitag von 2 bi» 4st, fllbr in den städtiichen Markthallen statt. Eharlottenbnrg. 2 Plund Kartoffeln. Piund Zucker?275). 125 Kramm Teigwaren("113), 100 Gramm Kraupen(114), 250 Gramm MaiS- fabrikate(2). Kartostelerlatz wird besonder» bekannt gemacht. Echöneberg. Voranmeldung: 250 Gramm Gerftenlabrlkate(111 nnd 112). 1 Päckchen Pudcrpuddingvulver(85). 20 Gramm Därr, wiebeln(36). Ausgegeben werden für auSsallende Kartoffeln 800 Gramm Ka> loff-Istärte« nie 61 f5e-gr), 250 Gramm Haserflocken oder Hasergrütz«(110). Für Jugend- liche 200 Kramm Sago(47). Wilmersdorf. 2 Pfund Kartoffeln fb» nnd 5d). 2 Mund Kohlrüben (So). Ab Mittwoch 260 Gramm Karloffelstärtemebl(5d und 6e), 150 Gramm Haserflocken(5k und g), 875 Gramm Zucker(81), 100 Kramm Siel»(114), 125 Kramm Teigwaren(118). Für Jugendlich« 200 Gramm Teigwaren(J 47). Für Kranke Eier(51. i Gtegltn. Wegen Kartoffeln bessstder« Bekanntmachung. Anmeldung von: 100 Kramm Kraupen(1141. 125 Kramm Weizengrieß(1), 250 Kr. Haserflocken(2). 100 Kramm Maisflocken(3). 125 Gramm Nährsuppen oder Morgentrank(4), 250 Kramm Teigwaren(51), 250 Gramm Marmelade(64). Berteilmig von: 250 Kramm Teigwaren. 125 Gramm Gerstengrütze, 125 Gramm Nährsuppen, 850 Gramm gcrrallenmehl. Krankenbrot nur aus Abschnitt 4. Neukölln. 250 Gramm Haserkabrlkate. 800 Gramm Graupen. 200 Kramm Nudeln und 100 Gramm MaiSgrieß. In der 4. Brotlommisfion 125 Kramm Käse bis Montag.. BriN. 200.Gramm Teigwaren<114 und 1). Für KriegSdelchädigte 1 Pfund Grieß<5). Werdende Mütter unh Kinder Psund«rieß(22). 250 Gramm Zerealmehl(W 24). 1 Psund Kraupenmebl. 1 Psund Obst- mu», 1 Pwnd kleine weiße Sobnen,'1, Pfund Milchiüßspeiie. Zwiebeln und Streichhölzer(34). 4 Psund Kartoffeln, 200 Gramm Teigwaren(So und f), 1 Piund Kartoffel scheiden(5g). Treptow. 2 Psund Kartoffeln(5»— b), 400 Gramm Kartosfellcheiben, 300 Gramm Bohnen(So—g). 300 Gramm Bohnen aus 2»— o der alten Kartoffelkarte. 225 Kramm Gerstengrütze<114 u. 1). Für Jugendliche 200 Kramm Gerstenflocken(48). Für Perionen über 65 Jahre 1 Paket Nähr- hese<81). 250»ramm Roaaenmebl(H 27). FriedrickiSfelde. 1 Pfund Hülsenfrüchte(HauSdaltSkarte), 250 Gramm MalSmebl(1091. 1 Suppenwürfel, 100 Gramm Haferflocken<10g), Nährhefe(HauSha.tSkarte). Lichtenberg. Gegen Voranmeldung: 100 Kramm Haserflocken(144). Für Jugendliche 200 Gramm Haierflocken(47Ü). Urlauberbezugskorten 100 Kramm Nährmittel und 250 Gramm Marmelade. Für beimgekchite Krieg«, und Zioilqesangene je 250 Gramm auSI. Hülsenfrüchte(1o— 6«). Zucker(440 E. J. Q. K. 8.) 61« 30. Hcrmsdorf. 400 Gramm Hasernähnnlttel als Ersatz sür anSgelallene Kartoffeln t» der letzten Woche. In dieser Woche 3 Psund Kartoffeln und 500 Gramm Großbrot. Blt-Glienicke. 125 Kramm Kraupenmebl<113), 250 Kramm Sau« bobnen(66), 125 Gr. Maisflocken(66), 1 Herwg(67). 125 Gramm Teig- waren<68), 250 Gramm Grieß und ein Paket Zwieback(Nährmiltelkar e). KrlegSbeschädiat« 1 Pfund Kraupemnehl, 4 Pfund Kartoffeln und 3 Pfund Kohlrübe». Für Krank« Sier. Groy-Serllner parteinachrichtea. �rauenabendc. Montag?>/, Uhr: X«.. 5. Abt. Schmidt. Alte Jatobslr. 174. Ref. Genossin Lahehne» .Arbeit und Menschenwürde.' Ss Jan Krebsereuter. Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgcjeichnn von Hanl Müller-Schlöfscr., EradeS stieg die enge, gewundene Treppe zum dritten Stock hinauf und öffnete die kleine Tür zu feiner Wohnung. Im ersten Zimmer. Küche und Wohnraum zugleich, rekelte Billa Quaddelmechel� unten am Trommelofen, so leise eZ giltzg, mit dem Stocheisen, um Lust für daS Feuer zu fchaffen. „Vfdht!" machte sie und hob den Zeigefinger,«„Trüdeke schläft I" Grades ging auf den Fußspitzen weiter und öffnete be- hutsam die Tür zum Schlafzimmer, machte sie wieder ebenso behautsam hinter sich zu und setzte sich auf einen Stuhl neben dem Bett der schlafenden jungen Mutter. Auf dem Kissen lagen die dicken, schwarzen Zöpfe und auf der Bettdecke die bleichen Hände, beschattet von dem gezackten Rand der weißen Bettjackenärmel. Den Kopf hatte sie nach der Seite gewen- det, denn w schmaler Sonnenstrahl zitterte auf dem Kissen. Neben der Mutter schlief der neugeborene Erbprinz, die roten Fäustchen fest gegen die Backen gepreßt. Grades saß mäuschenstill auf dem geflochtenen Stuhl und rührte sich nicht. Glücklich lächelnd schaute er auf das liebe Bild nnd rieb sich dann die Nase, in der eine auf- quillende Feuchtigkeit ihn kitzelte. Auf der Fensterbank neben den allen Geramentöpfchen. die wieder neue Blätter ansetzten, lag der schwarze Kater. der.Möhr" und ließ sich hie Sonne auf den glänzenden Pelz scheinen. Grades nickte ihm zu. und da sprang er auf. machte einen Buckel, bllnzelte Grades mit feinen goldgelben »Augen an und fing an zu schnurren. Die Zweige, die der Kastanienbaum auS dem Garten des Nachbors bis an da» Fenster hinüberstreckte. trugen tauben- eigroße, klebrige Knospen, die jeden Augenblick platzen wollten. Auf der Dachrinne unter dem Fenster schnirpten die Spatzen. Sechs oder sieben hüpften um ein Weibchen herum ud ichrien sich mit ihren Liebesbeteuerungen bald die Kehle ab. Das Weibchen saß rulsig dazwischen unii ließ nur ab und zu ein mitleidiges„Schnirp schnirp" hören. Bis unter dem halben Dutzend Freier eine Balgerei anfing. Da flog das Weibchen davon, und die anderen mit Geschrei hinter- drein.-- Der Frühling kam!. Grades streckte plötzlich die Beine von sich, reckte die Arme und pumpte seine breite Brust voll Lust. Der Stuhl unter ihm krachte an alle Ecken und wußte nicht, was ihm geschah. Trüdeke regte sich. Grades erschrak, zog die Beine rasch an und hiell sich mäuschenstill. Aber Trüdeke wurde wach. Sie drehte den Kopf zu ihm herum, lächelte ihn an und streckte ihm die Hand ent» gegen. »Wie ist es dir, Mütterke?" fragte Grades leise, ergriff ihre- Hand und streichelte sie. Sie nickte bloß und lächelte.--- Da lag also unser Held Jan und ahnte in feiner Un- schuld nicht, daß ich einmal ein dickes Buch über ihn schreiben und euch soviel von ihm erzählen würde. Glücklicher Jan, du wirft alle die Lügen strafen, die da behaupten, das Leven wäre ein ewiger Kampf, denn du bist mit allen in Frieden ausgekommen. Du hattest keine Feinde, auch nicht unter den bösen Menschen, weil du ihnen ungefährlich warst. Du hast da? Leben immer lachend angeschaut, weil du glaubtest, eS wäre so schön und lebenswert. aber du wußtest nicht, daß es bloß darum dir so vorkam, eben weil du es mit heiterem Gemüt anlachtest. Aber dabei� hattest du doch so klare und nüchterne Augen, daß du Mäusedreck niemals für Pfeffer ansakist. Dein vornehmster Grundsatz, du Sorgloser, war: . Besser einen Tag gut alS alle Tage schlecht". Du pflücktest die reifen Früchte am We�e im Vorbeigehen und aßest dich bauchsatt daran, ohne zu sparen, auch wenn du am anderen Tage am Daumen lutschen und den Schmachtriemen zuzieben mußtest. Du hast dir nie den Kopf zerbrochen, du Glück- sicher, über das Woben? Wohin? Wozu? Du warst da/ und daS genügte dir. und im übrigen ließest du GotteS Wasser über GotteS Land laufen.--— Und fetzt meine Lieben, zieht euer Sonntagshabit an und geht mit mir nach der Zitadellstraße, um des kleinen Jan Taufe mitzufeiern! vorne am Ausschlag war ein Suppenfleck! Hast dü den rauS- gekriegt mit heiß Wasser? Und der abgesprungene Knopp an der West, hast du den Widder angenäht? Und dann mußt du mal nachgucken, ob ich noch eine anständige schwarze HalS- bind Hab, sonst müssen wir rasch ein« neue—" „Bring dich nit um deine KontenangS, Fernand!" unterbrach ihnj Billa, stellte die Teller ineinander und ging mit ihm ins eheliche Schlafzimmer. Und als sie nach einiger Zeit wieder herauskamen, würdet ihr die beiden wahrhaftig nicht wiedererkannt haben, wenn ich euch nicht ausdrücklich gesagt hätte, es ist Billa und Ferdinand Ouaddelmechel. Er klappte die hölzernen Läden vor das Fenster und schloß die Haustür, und als sie schon einige Schritte gegangen waren, lief er noch einmal um und rüttelte. an der Tür, um sich zu vergewissern, ob sie auch gut im Schloß säße. Seine silbergrauen Hosen saßen so eng um seine spindel- dünnen Steckenbeine und waren durch Stege so stramm ge- zogen, daß er bei jedem Schritte stelzte wie eine ausgedrehte Puppe. Auf der gelben Seidenweste hing leise klirrend eine silberne Uhrkette mit einem Petschaft aus geschnittenem Rheinkiesel. Die schwarze Halsbinde war zusammengehalten mit einer Nadel, an deren Ende eine Korallenkugel saß. Am nächsten Sonntag sagte Ouaddelmechel. nachdem er sich nach dem letzten Bissen Rindfleisch mit weißem Kappus mit der Hand den Mund abgewischt hatte, zu seiner Frau: „Billa," sagte er,„stell' dat GespühlS solang auf Seit' bis morgen. Zieh' dich an. dat rotgeblümte. Hast du meine Bux aufgebügelt? Ist mein braun«? Rock abgebürstet? Und Hinter dem Vatermörder verschwand bald sein kleines, gelb- licheS, von feierlichen Falten durchzogenes und von einem grauen Filzzvlinder beschattetes Gesicht. Der Wind trieb die Schöße seines lavaen braunen Rockes weit auseinander wie die Flügel einer Windmühle. Seine Frau, die um einen Kopf größer und um eine Schulter breiter war als er, hatte er fest im Arme. Sie trug ein schwarzes, rotgeblümtes Maussesinekleid, das nach unten durch eingenähte Reifen wie eine Glocke weit auseinanderlief und mft drei Reihen dicker Rüschen geziert war. Es wurde von Ferdinands stesiendcn Beinen bei jedem Schritte aV die Seite aestoßen, und dann sah man ein paar stämmige Waden in selbstgestrickten, derben, weißen Strümpfen. Uni die Schultern log lose ein Tuch aus dünner, gelber Wall? mii langen Fransen. Auf der Brust war das Tuch mit eine, goldenen Brosche zusammen aehasien. die ein Paar derchsun- gene Hände darstellte, nebst den langen Ohrringen ein Hoch- zeitkgeschenk ihres Ferdinand. Ihr dickes, wie ein roter Apfel leuchtendes und immer zum Lachen bereites Gesicht konnte mon von der Seite nicht sehen, weil der schwarze. von einem unterm Kinn zu einer Schleife geknoteten Samt- bände niedergekl-appte große Strohhut es ganz verdeckte. lLortl. folgt) V 8. u. 4. Abt. Riekert, Stcwmetzftr. 37. Ref. Senosfw Büstng: »Au-,endlickliche Möglichkeiten, augenblickliche Notwendigkeiten." g.«. lv. Abt. Reichenberger Hos, Reichcnbergcr Str. 147. Ref. Genosse Unger:„ftrauenleib, Frauenkamvs und Frauenerlösung." 13. u. 14. Abt. GraPhischeSVereinsbau», Alexandrtnenstr. 44. Ref. Bezirksjugendsürlorgerin Genossin Schlomer: Iugcndsürsorge." IS. Abt. Sorgatz, Waldeyerstr. S. Ref. Genosse Lehrer Meise:.Reli» gion. Kirche und Schule." 23., 24.». 25. Abt. Schulaula, Georgen tirchsir. 3. Ref. Genosse Heibui:.Was ist Religion?" 2K. u. 27. Abt. Bürgerbeim, Schönhauser Str. 28. Ref. Genoffin Sch eibenbuber:„Iugendwohlfahrt." 2ts. Abt. Schulaula, Schönbauser Allee 166». Ref. Genosse Lehrer Zietert:„Religion, Kirche und Schule." 2S. Abt. Schulaula, Seneselderstr. 6. Res. Genossin vr. niack. Benecke:.Frauenkrankheiten." «1. Abt. Goldschmidt. Stolvische Str. 3S. Ref. Genossin Kiesel:.Die Frau im Kamps« gegen die Reaktion." 83. Abt. Gillwaldt, Putbuser Str. 24. Res. Genosse Brun«: ,Ju> gendvsiege." 34. Abt. Goldbach, Vinetaplatz 7. Ref. Genosse Oberlehrer Dr. Dittmer:„Crziehungsfragen." 86. Abt. Baerwalde, Schlegelstr. 8. Ref. Genossin Grass«:»Die Frau und die politische Lage." 87. Abt. Scholz, Wilsnacker Str. 36.»Literarischer Abend" Bortr. Genosse Lebrer.Noack. 43. Abt. Schade, Kösliner Str. S. Vortrag des Genossen Aust. 4K. Abt. Groll, tzenningsdorser Str. 10. Res. Genosse Lehrer Hennicke:»Religion, Kirche und Schule." 47.«. 48. Abt. Krunwaldt, Kameruner Str. 13. Ref. Genosse Kempke:»WaS mutz die Frau vom Krankenkassengeses wissen?" Moabit und Hansaviertel. Günther, FlenSburger Str. 3. Ref. Genosse Lehrer Grotze:„Erziehungsfragen." Cbarlottenburg. 3. tt. II. Gruppe. Dedelow, Sömmcringsir. 22. Ref. Genossin Eg«, M. d. L.:»Die Frau im neuen Preußen."— 4. Gruppe. Lux, Ulenaustr. 1. Res. Genossin Wachenheim.— 5. Gruppe. Sperling, Helmboltzstr. 83. Res. Genossin Gotlhusen, M. d. L.:„lieber die beutige politische Lage."— k. bis 10. Gruppe. Hippler, Wnlsstr. 30. Res. Genosse Landrichter Rüben:.Waisenpsiege."— 12. bis IS. Grvpe. Kant- ftratze öl. Res. Genosse Scheller:»Sexuelle Ausklärung der Jugend."— 17. u. 18. Gruppe. Schutt, Kursüriienstr. 75. Ref. Genosse Israel: »PlaioS Staat und der moderne Sozialismus." Aaumschulenweg. Hätz, Baumschulenstr. 72. Res. Genosse Stein: »Die Mission der Frauenbewegung von beute." NiederschSneweide. Rethei, Grünauer Str. 8. Res. Genossin Lohdal: »Wirischasissragen." Retnickendorf-Oft. Schulaula, Lette-Allee 25. Ref. Genossin Böhm- Lchuch, M. d. N.:»Kinogesahren und Schundliterawr." Reinickendors-Wcft. Hartmanns Brauerei. Scharnweberstr. 101—104. Res. Genosse Fendel:»Lebensmittelteuerung und ihre Ursachen." Marirndorf. Hoch, Chausseestr. 44. DrePtow. Ebert, Graetzstr. 1. Hpf. Genossin H.(Streetz:»TrzlehungS. fragen." Wilmersdorf. Schilling, Lauenburger Str. 21, Tcke Uhlandstr. Ref. Genosse Lehrer Kietzmann-Roeder:.Elternbeiräte." Neukölln. I. Abt.(1.— 3. Bez.) Warnecke, Nansen-, Ecke Weserfir. 2. Abt.(10.-13. Bez.) Schwengel, Elbeftr. 8.— 3. Abt.(20.-27. Bez.) Wolf, Kaiser-Friednch.Str. 173.— 4. Abt.(28.-36. Bez.) Marten», Böhmssch« Str. 42/43.— S. Abt.(37.-45. Bez.) Fels, Knelebeckstr. 48.— k. Abt.(46.-52. Bez.) Kutzli, Leinesir. 1.— 7. Abt.(53.-53. Bez.) Goblle, Hermannstr. 133.— 8. Abt.(60.-65. Bez.) Hentichel, Herrsurth- ftratze 27. O. Abt.(66.-75. Bez.) Fiebig, Mainzer Str. 7.— Refe- Kenten find: Lehrer Arndt, Dr. Käthe Frankenthal, Gertrud Hanna, Lehrer HZdicke, Lehrer Hehn, Alfred Moeglich, Lehrerin Riediger, H. Stühmer und Gustav Trink«. Dienstag: Mohlsdorf. Anders, Bahnhofftr. 33. Res. Genosse Lehrer Messe: »Religion, Kirche und Schule." Mittwoch: Beginn de« Kursus(Genossin Juchacz) 61/, Uhr im Sitzungssaal, Bellevnestr. 7 II. 1K. Bbtg. Frauenabend 7'/, Uhr, Handwerkerschule(Aula), Andreas- ftratze 1. Ref.: Gen. Pfarrer Dr. Aner:»Religion und Sozialismus". Cbarlottenburg. Frauenabend Gruppe 1 und 2 bei Kämmlein, Friedrtch-Karl-Platz 6. Ref.: Gen. E. Unger. Achtung, Ortsvorständckonferenz. Montag 6ss, Ubr, Bellevueltr. 7, Ortvorständekonserenz der Borsitzenden der Berliner Vororte. Tagesordnung: 1. ElternbeiratSwobl. Pef.: Ge- nossc Dr. Lohmann. 2. Diskussion. 3. Der Ausbau unserer Organssation und Agitation. Ref.: Genosse Häutzlcr. 4. Eingelaufene Anträge. 5. Per- ichiedene». Erscheinen sämtlicher Vorsitzenden und Kassierer der Vororte dringend erwünscht._ 2 Abt. Mittwoch 7',,: Zahlabend lür die Bezirkes 0 biS 3 u. 30 bi, 32 .bei Rathmann. Wilbelmsir. 118, sür die Bezirke 20 vis 29 bei Schirm, Charlottenstr. 7-8, für die Bezirke 216, 217, 220 bei Schmidt, Alte Jakob- ftratze 174. 10. Abt. Heute 10 Uhr Sitzung der Arbeiterräte, BetriebZvertrauenS- leute, AbteilungSsübrer und BezirkSführcr bei Wolf, Förster Str. 44. 2K. bis 32. Abt. Heute 4 Uhr Schulaula. Schönhauser Allee 166», Märchenvorlesung. Eintrttikarten sür Kinder 30 Ps., Erwachsene 50 Pf. bei den Abtcstungskaifierern und Bezirkssührern. Jungsozialiftische Vereinigung(T.P.D.) Heute nachmittag 3 Ubr im Saal der Juristischen Sprechltunde, Lindenstr. 3: Arbeitsgemeinschaft .Redeübung' Soziale Antzenpolitik. Bereinigung soz. Beamten«nd Angestellten der Verwaltungsbehörden. Donnerstag 7 Ubr im Restaurant Wilbelmshof, Anhalt- ftratze 12, II(Blauer Saal) öffentliche Bersammlunq. Reserent: Ministerialdirektor Genosse Franz Krüger, M. d. N., über:„Die Beamten und Angestellten im demokratischen Deutsch and". Berein soz. Justizbeamten. Montag S'l, Uhr im Lokal Ball- schmieder, Badftr. 16/17. Versammlung der Beamten des Amtsgerichts W e d d i n g. Genosse Landrichter Rüben über die politischen Rechte der Beamten. S.-P.-D.-Juuktionöre des TiemenS-KonzeruS k Montag 4 Uhr: Konserenz, Restaurant Marsand(Hetdekruq),.TetriebSratSwahlen". Neukölln. Mittwoch 7 Uhr: Mitgliederversammlung, Hohenstaufen- läle, Koltbuser Damm 76. Tagesordnung: Betriebsrätegesetz und politische Lage. Reserent: Genoff« Bender, M. d. N. Lchöneberg. Dienstag. Aula der Uhlanbschule, Kolonnenstr. 22/23: Mitgliederversammlung. Vortrag deS Gen. Gotsschalk: Was bat die unter soz. Führung stehend« Regierung bisher an gesetzgebender Arbeit geleistet? Lichtenberg. DaS Sekretariat befindet sich Niederbarnimer Str. 4, Onerg. III. Geöffnet von 3—5 Uhr. Alle Zuichriften an den Sekretär Max BaranowSki.— Frauenversammlipig. Mittwoch 7 Uhr, Aula der Schule Marklftr. 10. Thema: Elternbeiräte. Ref. Stadlschulrat Dr. Siggel. Bi» aller Welt. Ei« MMoneuschwindler verurteilt. Da« Schwurgericht München verurteilte den angeblichen Handelsmann William Speneer aus Bristol(Australien) unter Ausschluß mildernder Umstände zu 6 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. Der Verurteilte versuchte im März des Vorjahres mit gefälschten Papieren auf den hochtönenden Ramen eines Grafen Jmperiali den Freistaat Bayern angeblich namens der italienischen Regierung um 17 Millionen zu betrügen. die für LebenSminelkäufe dienen sollten. Die Beweisaufnahme konnte nicht klarstellen, wer der Verurteilte eigentlich ist. Nicht Pest, sonder« Flecktyphus in schwerer" Form soll im Kohlenrevier an der polnisch-tschechischen Grenze wüten. Eine Interpellation im polnischen Parlament berichtete: Die(ukrainisch- jüdische) Bevölkerung Ostgaliziens stirbt in Massen. Es sind ganze Dörfer ausgestorben und die polnische Regierung ge- währt gar keine Hilfe, liefert nicht einmal Holz zur Heizung der Spitäler, keine Kohlen für die Desinfektionsanstalten und kein Geld zur Bekämpfung der Epidemie. In StaniSlau sind die Kranken in Hotels uniergebracht. Bisher ssnd 100 000 Typhusfälle festgestellt, darunter 10 000 mit tödlichem Ausgang. Diese Statistik ist jedoch ungenau, weil die wenigen Aerzte, die gegen- wärtig in Ostgalizien vorhanden find, in die entlegenen Dörfer nicht gelangen können. Um die dort Erkrankten kümmert sich niemand. In Tarnopol sterben täglich 70 Personen an Typhus. Mit Aether. In einer Kasseler Kaufmannswohnung er- schienen vier unbekannte Männer, die angeblich Platin verkaufen wollten, zwangen die in der Wohnung befindliche Frau zur Her- ausgäbe des Vertikoschlüssels, raubten eine Summe von 80 000 Mark, betäubten die Frau und, ihre Schwester mit Aether und entkamen unerkannt. Gerettet. Alle Passagiere des Dampfer?.Powhattan", die seit fast einer Woche hilflos im Atlantischen Ozean umhertrieben, sind von einem Transportdampfer in Sicherheit gebracht worden. Freisprechung eines GattenmörderS? In dem Giftmord- Prozeß gegen den Steinhauer Karl Stabl aus Weinheim, der seine Frau mit Arsenik verginet haben soll, um eine Kellnerin, die er als Deserteur in der Schweiz kennen gelernt hatte, heiraten zu können, sprachen die Mannheimer Geschworenen den Angeklagten frei. Raubmord. Al« der Fabrikbesitzer Gerhart Windolff morgen? sein Bureau in Stettin betrat, fand er drei Männer, die den Geld« schrank zu öffnen versuchten, vor. Windolff erhielt einen Schuß in die Brust, an dessen Folgen er g e st o r b e n ist. Die Täter entkamen. Acht-Millionen-Kronenraub. Auf einer Tiroler Grenzstation wurden aus einem Eisenbahnwagen zwei Handtaschen geraubt, in welchen sich über acht Millionen Kronen in deutschösterreichischer Währung befanden. Der Eigentümer der beiden Taschen wollte das Geld von Italien nach Oesterreich bringen. Der Dieb wurde erwischt, als er feine Beute bei einem Zollbeamten anbot. Er wurde angezeigt und festgenommen. Die beiden Taschen wurden beschlagnahmt. Wat ick mir dafür koofe. Die britische Admiralität bestimmt, daß. nachdem der Friedenszustand zwischen England und Deutsch- land wiederhergestellt ist. die deutsche Nationalflagge zur See genau so wie andere Nationen gegrüßt werden mutz. 50 Jahre hindurch versorgen wir nunmehr einen grossen�Tell der TierllnerDe* völkerung. HJDlr freuen uns, nach Aufhebung der Zwangswirtschaff und Beseitigung des nJDarenm mangels unsere alte, treue ttundm schaff so zahlreich wiederzusehen, wodurch uns der beste Beweis für die grosse Popularität unserer fflrma gegeben Ist. Unsere Cäger sind wieder wie In der Briedens» zeit reich sortiert. nXtlr können Infolgedessen fedenlDansch unse* rer werten Kundschaft erfüllen. nimnnmnnuwnrniiww-iw.iwniipwww�wi� Das keimende Leben aueftlhelichst, einz. tll. und gemeinverständlich in dem Buch: »Sin dunkler Punkt". Bon erster Autoritiit glänzend empsohlen, nach Beschlagnadme freigegeben. 6. Aussage. 300— 400 Seiten. 8,— M. 3U beziehen vom Vers. 3. LuiireU, Wiinchen-Olchlng. 5000 Mark Belohnung! Am 20. Januar ist auf dem Wege von der Staatsoper bis zum Nürnberger Pittt, ein kleines jjerlenfomec m der Droschke oder auf der Stratzc verloren gegangen. Der Finder bekoinmi 5000 Mark Belohnung gegen Niickgnbe— Adresse im Annoncenbureau. Lssertcn unter 15209 Aia Berlin W 4». 84/10 Watina Gr. 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Januar, früh 4'/, Uhr, verstard nach längerer Krankheit unser lieb««angeabruder Heinricli Maaß. O« Thor>«lifK in idm einen»on seltener Pfiichi. treu««rfilllken Sänger»nd die SangeodrUder einen teure» Freund. Mb Ehre feiaem Anxedenle»! Die EiuSfcherung findrt- am Mittwoch, den ZL. Ja- nuar. nuchtninag» um4llhr im Krematartum, Daum- schulenweg, statt. UMlMMOl»? S pezi&larzt Or. med. WaeUenfuC FrleUftElistr.lSÄTor Spr. tt-I. 6—3, Sonnt. 11-1 Harn- o.BIniuatersDchmig Spezialarzt. Ertolirclctae Behandlung. Ronigstr. 34/3G Alexanderplatr.• 19—1, S— 8. Sonnt. 10— l, Hierüber sprechen am 752b Montag, den 26. Januar, abends T'/j Uhr, öffentlich im„Krieger» vereiushaus", Chauffeestraße 04: Otto Hermann Wilke SHbcr"'' Eintritt frei! Die Einberufer. 753b arWfet in Mm» SlKueiiRtttnei MmSss können sich«findiich»d« schriftlich an dt« Kaff« Adler». Hof wenden tat Orientierung weg»n gnUalgiMf kec Fahr. de»»iri»tz,,ftre«t, im Slat.Zuir ISIS. Speri»l»rrt Dr. med. Kecben. 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Möbilfibrik HoffmRg. iinft Die unterzeichneten Banken und Bankhäuser geben hierdurch ihrer Kundschaft bekannt, daB sie mit Rücksicht auf den außerordentlich großen Umfang, den das Börsengeschäft angenommen hat, eine Gewähr für die Ausführung von brieflichen, telcgraphischen oder leiephonischen Börsenaufträgen noch am Tage des Einganges nicht mehr übernehmen können, wenngleich sie nach wie vor nach besten Kräften für eine unverzügliche Erledigung bemüht sein wollen. Berlin, den 23. Januar 1920. Bank für Handel und Industrie. Berliner Handels-fiesellschaft. 8. BlelcbrSder. Commerz- nad DIsconto-Bank. Delbrlck Schickler& Co. Dentsche Bank. Direction der Disconto-Gesellschaft. Dresdner Bank. J. Dreyfus& Co. Bardy& Co. 6. m. d. H. Mendelssohn& Co. Hitteldentsche Creditbank. Nationalbank ffir Dentschland. �SlhA'yS'il A r>7f für Haut., Harn-. Blasen-, OpC�iai-.�rZ l raiorlelHltldea, aervbw Schwäche, speiieM veraltete Mlle, SalvarMMt-Karca, Uria. u Blwtaater.ucliwagoa, Separat,« Damenrimmer. WtzWP- Erste und Slt.atc ndl-Aaftalt 1.8«er.-MG Dir. Löser senior. dWSi. Nur Rosenthaler Str. 09-70 Stammeln. Lispeln, KervosiMt und Angstgefühl vor dem Sprechen, Atemnot etc. beseitige gründlich Dr. Schrachers Spciiil-InsNiut tfir Siofterer elc. igr?»» Beiüii W, LitwowMraB.». Spr. 4-7, sutz. Sonnabend u.Sonmag. Jeder, derstotterfrei singt, ertiälteinefliedende na türf Sprach Sounaiea», den 14.«ebrnar, nachmtttaa, 1 Uhr, im SelchaftÄotai: GevelalvnsssmlsW. Tag e» o r dNuna: 1.«efchäfisberichL 2. Lilan,.. 8. Reuwahl de» Poistlanhes und' Pusstchlsrateo. 76Zd ve» Horfland. «.Banges«..«chmadt.. WskniaseßM fZlMMMSkvelbe ch- Speiisl-Sedslliilullg+ o. Hant., Harn-, Intet leUwlMben, neratJf« Schwäche. Srdsttr Heiiersolgel Aesondero s. Kranfe, iveiche anberwärt» nicht aus- .«ataa�ckachan� H6he»san«-Brstrahlg. ->' Bltattttf I?'.a«Srtebrichftr.Spr.! 5 QilBnflnl.hf- ist— 12,4— 7,®orau.lI!—l geheilt worden find. Aerjt!. aeL Heilanstalt Dir. HBRnANBi Die zs leriln. VI. Ahänderu Uhändsrung de? � Ulfttfvif Zahnoebisss i ! M i Ji H.l II' ÄBhn bis 75 St.! ,!* Mil• ßoli I Silben s |[Äfinzenl S«!ptfefS«fesSillwr! Quecksilber!; I1'(ilühstrumpfajchelStamilolpapleri fcupftrl Messing etc.' I1'Sämtliche MclaUe zu höchsten Tagespreisen kauft | Cdelpeiall-tinkaosgbgreao, Weberstrafle 31. � «O»««««O>VOVVV«VVV>GGVW»>DVDV Kasfensatzung ist vom Oder- versicherungoaint WM Sroß-Leriin genetzinigt und tritt mft dem l. ftebruar 1880 in Kraft. Adgeändett find die M 1, 9, 6, 18, 14, 18, 84, 86, 88, 80, 81, T, 88, 10, 47, 37, 77 UN» 82. Räch{ 47 werden die Bei» ........ � � und be- «uetag: Stufe A ii! iii IV v vi VII vm IX 18 7 \l: 80. 88 48 48 54 60 Der gedruäte Wortlaut der Abändetunaen ist ab 2. Februar 1880 im«affenlofal unentaelt- lich«hälllith. 764b vor vorstand: A. Vttfd, H. Freund, Borfitzender. Schriftführer. ■§■ Spezial s Behandlung-Hm von Haut-, Harn-, Unterleibsl, Frauenleid., spez. veraltete hartnackige Fälle, Schwäche; Salvarsan-Kuren.— Urln- a Blutuniersuchungen. Ltcht- u. f insen-Bahandlung. SchneH, »icher, ohne Berufsstörun«. Damen und Herren. Gmrennts Wartezimmer für AorattM* BjHaaHaH. 144/3* Löser, Mfinzstr. 9. ▼on Bawt-, Hara- und Catcrtelioatoidca, ohne Berufartöning. Anfklärand., belehrende Brar-o mu*, Geld-, Silbif-Gerlt« und SehioeksaciieR kauft an konkarrcnnloacn PreJaen Fehrbellloer Str. 52, J. Herz, Vorderhaus links parterre. 4- MMAMMSZIM.. fit(i» lilfcOHtl 1.4t«... »«1». Mlhmr.»lattn ia«»<66«n.* PlatrnV'är riä'O M.« Esel- Met« ll-«iUt«BfS« Bureau HBinploh Trapp, Crnnmanhentlmtzfe. 26 I, llnfa, Oeaniauhatgcc 6tr. 46,— Aoritzplatz 57tt Tranrlnge | DukatengoW 900 gest., Stück M. 130, 14 kar. 585 gest 8 kar. Gold von M. 80 pro Stück. Aaktuf altes Gold, Silber, Platia, Brillantea und ZahngeblEse.— Zahle bichste Preise. Minefla, Berlin 0., firfiner Weg 69. 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Auf der Tagesordnung der gestrigen auherordentlicken Berliner Stadtverordneiensitzung stand der Antrag Wehl und Genossen. „den Magistrat erneut zu ersuchen, bei den zuständigen Reichs« behörden vorstellig zu werden, um die Lebensmittelversorgung sicher zu stellen.' Stadtv. Wurm(11. Soz) gibt eine umfangreiche Begründung. An die Spitze stellt er den Satz: Noch nie Kaden wir in einer so katastrophalen Epoche gestanden wie jetzt. Da« System der Zwangswirtschaft, wie es heute gehandhabt wird, hat völlig Bankerott gemacht. Das Einzige, was uns noch vom Verhungern retten kann, ist die Sozialifierung der Landwirtschaft. Dem zähen Andrängen der Agrarier hat die Regierung immer wieder nachgegeben. Die neueste Prä mienwirtschaft bedeutet nach dem' Urteil eines mitten«n der Beiwallung stehenden Beamten den Tod der Zwangswirtschaft. Gewiß sind die Produklions- kosten der Landwirtschaft gestiegen, aber die Landwirte verlangen eine Preissteigerung, die an A u S w u ch e r u n g der großen Masse heranstreitt. DaS Zwang»w»rtschaftssystem bietet das einzige Mittel, die große Mäste am Leben zu erhalten. Wir iordein, daß mit der Sozialisierung beim Großgrund- besitz sofort ein Anfang gemacht wird. Die Maßnahmen, die uns bisher noch einigermaßen geholfen haben, uns vor dem Zusammen- bruch zu retten,' müssen aufrechterhalten bleiben, soll nicht die große Mäste des arbeitenden Volkes elend zugrunde gehen. (Beifall) LbcrdSrgermeister Mermuth: In den letztetr Wochen hat die Sorge um die Ernährung den Magistrat in einem Maße wie nie zuvor beschäftigt, besonders auch durch Verhandlungen mit den Behörden bis hinauf zur politischen Leitung deS Reichs. Die Lage ist für die Städte ernst und für die Regierung Verantwortung? schwer. Die Kartoffelversorgung aller deutschen Städte ist in« Stocken geraten. Getreidemehl als Kartoffelersatz ist nicht zu erlangen. Damit ist auch die ReichSgetreidcstelle in Bedrängnis. Die Hoffnungen der Regierung auf die sogenannte LieferungSprämi« lstiben sich nicht erfüllt. Heute hört >nan bereits wieder von der Erhöhung der Ausmahlung auf 9l) Proz. und scheint eine Herabsetzung der Brot- Kopfmenge ernsthaft erivogen zu werden. Es liegt mehr als genügender Anlaß vor, die Regierung zu drängen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln für die Beschleunigung der Lieferungen sich einzusetzen. Die Vorräte dazu sind nach dem vrteil aller Kenner auf dem Lande vorhanden.(Hört! hört!) Alles kommt darauf an, ab die Regierung sich und ihre Maßnahmen durchzusetzen vermag. Aus dem Lande ist die Notlage der Städter wohl noch nicht überall genügend bekannt; einem an die Landwirte gerichteten Aufruf in diesem Sinne können wir nur vollen Erfolg wünschen. Der Landwirt muß erkennen und würdigen, daß die heutige Zeit nicht dazu reif ist, den Verbraucher einzeln und hilflos in das Meer des freien«Angebots und der ungeheuren Preisunterschied« herabzustürzen; denn damit wäpe die Verarmung der Städte, das Verhungern eines Teils der städtischen Bevölkerung und damit daS Elend der gauze« deutsche» Wirtschaft besiegelt. fGroße Bewegung.) Sollen die großen Gemeinden die Rationierungslast weiter ivayen, so muß ihnen auch die Sicherheit verbleiben, daß ihnen die betreffenden Mengen regel- mäßig unter öffentlichen Scbuh und unter Berant- Wartung der Gesamtheit zugeführt iverden. Für uns in Berlin steht die Sorge um die nächsten Wochen' und Monate ganz im Vordergrunde; von der Energie und dem Ver- ftändnis, mit dem im entscheidenden Augenblick gehandelt wird, hängt — ohne Uebertreibung— da« Wohl d«S Reiches ab.(Leb- basier Beifall.) B r e i t k o p f(Dem.) erklärt die Eonährungsirage für eine * Kohlen-, Dünger- und Lokomotiven-, vor allem aber für eine Arbeiterfrage. Aber was tun die Arbeiter? In Meuna streikt man in den Stickstoffwerken?(Lachen und Zurufe bei den U. Soz.) Herr Kolleg« Urig, draußen würde ich auf iolche Zurufe ein Gedicht aus den Riesen Goliath zitieren, worin os heißt:„Er hatte Knochen wie ein GoÄT und ein entsetzlich großes Maul, doch nur ein kleines Hirn." (Große Heiterkeit.) Ueberoll im Lande iollte man den Streikern sagen, sie seien Schuld, daß in Berlin die Arbeiter nichts zu essen haben. Jetzt ist Volksnot, da kann man den Berg- nroeiiern nicht den Sechs st undentag geben. Die Eisen- bahnwerkstättenarbsiter zwingen durch ihr Verhalten die Verwal- lUJtg. 6 große Werkstätten zu schließen! Die Arbeiter baöen die Macht, sie haben ktuch\ die Hand„an der Gurgel d»s Volkes"; sie müssen zur Besinnung. Vernunft gebracht werden. - Redner plädiert mit einem Vorbehalt bezüglich Getreide und Milch für Beseitigung der Zwangswirtschaft und für Verständigung mrt der Landwirtschaft; ein e-rr�fkrechr dürfe den Landarbeitern nicht zuerkannt werden. B e r n d t legt ausführlich die Notwendigkeit dar, die Zwangs- Wirtschaft zurzeit auS praktischen Gesichtspunkten aufrechtzu- erhalten. Koblenzer(Soz.): Noch vor 14 Tagen hat der Reichs- ernährungsminisier Schmidt die Ernährung Berlins als g c- sichert bezeichnet; jetzt scheint es doch, daß sein Vertrauen in die Wirksamkeit der LieferungSvrämien i h n g e t ä u s ch t h a t; die Besürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, daß tmr eines Tags vor dem Nicht? stehen können. Mit der Redensart von der„Sozialisierung" ist da nicht geholfen. Das Wort ist etwas in Mißkredit gekommen, wir sollien zunächst daS Wirtschaftsleben soweit bringen» um, an solche Dinge lieranzehen zu können. Die Ernährungsfragc ist eine Arbeitzfrage. Aea, Augenblick ist zur Verkürzung der Arbeitszeit ungeeigneter«IS der jetzige. Die stete B e- unruhig ung und Lahmlegung des LSirtschafts- lebend durch Streiks erschwert die Lebensmittel. zufuhr und gefährdet die VoltSernährung. I,, Zeilen wie den heutigen müssen die Arbeiter auch Bernilnit aufwenden können.(Große Unruhe bei den' U. Soz.)— Zurzeit würde die Aufhebung der Zwangswirtschaft ein Unglück dedsuien, wohl oder übel muß sie vererst aufrechterhalten bleiben. Wir hoffen, daß der Notschrei der 4 Millionen Groß- Berliner im Lande gebort iverden wird. Nur durch Arbeit »nd nochmals durch Arbeit kommen wir aus der drohenden Katastrophe heraus! K o ch(Bürg. VflV( 28: r lehnen es ab, uns an pelitischen Erörierungen zu beteiligen. Die Rcvolutionsregicrung ist un- fähig getveseil. ihre Versprechen zu halten und dem Volke-Brot zu schaffen, sie wird auch den Zusammenbruck nicht verhindern können. Hintze(U. Soz.) legt gegen Veroächtiqungen Verwahrung ein, welche gegen ihn als Mitglied des LebensmittelverbandeS Groß- Berlin gelegentlich per Beschaffung ausländischer Hülsenftüchte von Br«rlops geäußert worden süü>. v. Rehbinder lflentr.) spricht da» Einverständnis fein« - mit den Aussührungem Beeitkopsl ob»- vrig(0. Soz.); Nach Herrn Breitkopf ist dt« Ernährung»- frage eine Arbeiterftage. In Weißensee ist ein Maschrne.ibruwerk mit 1200 Arbeitern zum Stillstand gekommen, weil die Banken kein Geld mehr hergeben wollten. Nach dem Schlußwort des Abg. Wurm wird der Antrag Wehl einstimmig angenommen. ES folgt der Antrag Barkotvski(Soz.) aus Einsetzung einer gemischten Deputation für die Vorberawng der vorbereitenden Masmahmeu für die Eingemeindung. Abg. B r u* n S(Soz.): Der Antrag spricht für sich selbst. Bis zum 1. April soll das Gesetz verabschiedet sein; es gilt sich auf diesen Zeitpunkt einzurichten. Vorarbeiten sind ja in mehrfacher Be- ziehung bereits gemacht worden; die Versammlung hat ein drin- gendes Interesse daran, rechtzeitig zu erfahren, wie der Magi- strat sich die Ausführung des Gesetzes und die Organisation der Einheitsgemeinde denkt.— Die U. Soz. lagen durch Leid die Zu- stimmung zum Antrage Barkowski erklären, ebenso die Demokraten durch D o v e. Auch die Rechte sagt durch Saltzgeber und Koch Mitarbeit in der gemischten Deputation zu.— Der Oberbürgermeister gibt die Erklärung ab. daß der Magistrat ebenfalls zustimmt und in die Deputation 6 Mitglieder entsenden wird. Ter Antrag Barkowski wird angenommen. Schluß �lg Uhr. kleines Feuilleton.. Franz TchrckrrS neue Oper„Der Schatzgräber".(Nrauf- rung im Opernhause zu Frankfurt am Main.) Der.Hunger nach Göll», Reichtum und Macht ist der leitend« Gedanke in Franz Schrekers Oper„Der Schatzgräber". Eine seltsam« Laute er- klingt in geheimnisvoll zauberischer Musik, wenn sie fu die Nähe eines vergrabenen Goldschatzes kommt. Ein fahrender Sänger trägt diese wundersame Laute. Dem Künstler kann das Gold nichts be- deuten, er verschenkt es. Aber die schöne EIS giert nach Gold und Geschmeide. Ilm des GoldeS Willen läßt sie Menschen morden, zer- stört sie ihr LebenSglück, die Liebe zu dem fahrenden Sänger Elis. Beide Gestalten sind in eine Handlung Venvobsn, deren grauses märck>enhaftez Kunterbunt die� Jagd nach dem Golde versinnbildlicht. Dieses Opernbuch— e» ist von dem Komponisten selbst gedichtet — ist nur zu erklären durch Schreker Musik. Denn in der un. gewöhnlichen Doppelbegabung SchrekerS ist die musikalische Vision die ursprünglichste. Die musikalische Gestaltung beherrscht völlig das Dichterische. Dabei ist die Begabung SckrekerS für die Bühne so außerordentlich, daß sie allein genügt, diesem Komponisten eine Ausnahmestellung unter denen, die heute für die Opernbühne schreiben, zuzuweisen. Das rein musikalische Vermögen stellt Schreker in die erste Reihe t>er schaffenden Musiker. Seine Sprach- gewalt hallt über die Hier der herkömmlichen Kunstausfassung deS gebildetoi: Bürgertums hinüber in die weite Ebene, wo das ganz« Volk auf die Kunst wartet, die aus der Gegenwart ichöpst. Der „Schatzgräber" ist ein Werk von Empfindungswerten, die eine Welt umspannen, es ist Kunst van tiefftem sittlichen Gehalt, die ihren Hörerkreis nicht unterhalten will, sondern ihn aufwärts reißt. Die unverkennbare Steigerung der musikalischen Gestaltungskraft den früheren Opern gegenüber, liegt in der durchsichtigen Klarheit der Formung, in der Sicherheit deS melodischen Ausdrucks. Hier spürt man den Meister, der aus dem Vollen schöpft, der in allem eigentümlich und selbständig ist. Die Glut dieser Tonsprache, die Gewalt dieser Klangphantasie ist unvergleichlich. Der Fluß des Ganzen ist von einer innerlich bedingten Natürlichkeit. Dieser „Schatzgräber" ist die erste ausgereifte Frucht d« stärksten musik- dramatischen Begabung der Gegenwart. Wie die drei früheren Werke SchrekerS erlebte auch diese Oper ihre Uraufführung im Frankfurter Opernhause. Sie ward zu einem durchschlagenden. Erfolg für das Wer? und den Komponisten. Die Auffübrung dieses außerordentlich schwierigen Werkes war eine Glanzleistung der Oper.__. K. W. Fried rich Kntchler wird am Montag, den 2«. Januar, im Blüthner- saal„Aus de» Reden Gotamo Buddhas" und„AuS dem alten und neuen Testament" lesen. Scheidemantel— Operndirektor in Dresden. Kammersänger Karl Scheidcmantel, der von 1886 bis 1911 an der Dresdener Hosoper mitwirkte, soll zum Operndirektor in Dresden ernannt werden. Irene Driesch, die in Franksurt a. M. einen Vortragsabend gegeben hatte, wurde auf dem Bahnbof von der drängenden Menge aus das Bahn- gleis geflotzen und geriet zwischen die Räder de» noch fahrenden Zuges. Sic erlitt leicht� Verletzungen und einen Nervenkramps. Hewerkschaflsbewegung die Generalversammlung öer Sergarbeiter. Eine der wichtigsten Entscheidungen über das Wirtschasis- leben wird auf der außerordentlichen General- Versammlung des. Bergarbeiterverbandes, die am Sonnabend in B o ch u rn zusammentrat, gefällt werden. Handelt es sich doch darum, ob die Sechs st undenschicht, tziese auS politischen und agitatorischen Gründen von den An- hängern der U. S. P. T. und den Kommunisten aufgestellte Forderung, zu einer Forderung der Organisation erhoben wird. Wiederholt haben wir dargelegt, wie die Erfüllung dieses neuen Schlagwortes, mit dem man die Kumpels einzufangen sucht, unS noch weiter in Elend und Not hineinstößt, uns die letzte der Möglichkeiten abschneidet, auS dem Zusammenbruch wieder herauszukommen. Vor wenigen Tagen ist das deutsch-holländischc langfristige Kreditabkommen perfekt geworden. ein tröstlicher Lichtblick in dieser trüben Zeit. Wir erhalten dank dieses Kredits Lebensmittel und wichtige Rohstoffe, wenn wir— K o h l e n an Holland liefern. Die Kohlen liegen unter der Erde, sie brauchen nur gefördert zu werden. Und da kommen, trotzdem die Produktion aus mancherlei Ursachen gegenüber früheren Zeiten nachgelassen hat, die bewußten. Zerstörer aller wirtschaftlichen Wiederaufbau Möglichkeiten her und wühlen unter den Bergarbeitern mit dem Schlagwort: Sechsstundenschicht i Ein. weiteres Sinken der verringerten Produktion wäre die Folge. Eng damit verbunden aber auch die Unmöglich- keit, die industriellen Betriebe des Reiches mit dem bisherigen Quantum Heizstoffe zu beliefern. Einstellung der Produktion in vielen Werken, weitere Erhöhung der Arbeitslosenzahl wären die nächsten Folgen. Manche klugen Leute setzen sich über die Tatsache der Forderung der Scchsstnndenschicht leicht hinweg, indem sie sagen: Dann muß man eben mehr Bergarbeiter einstellen. Diesen Neunmalklugen nur eines als Ant- wort: Wieviel von den Berlüier Arbeitslosen gingen bei- spielöwcise in die Grubenrevicre, um dort als Bergarbeiter zu schaffen? Würden iV"lcht zuerst ganz selbstverständlich und berechligterweise danach fragen, in welche Art Wohnquartiere sie untergebracht werden? Den Ansprüchen eineS großstädtischen Arbeiters entsprechende Wohngelegenheiten laffen sich aber zurzeit nicht schaffen, denn es ist keine Kohle da. um Ziegel zu brennen! Kohle, und nicht die Sechs st undenschicht! DaS ist die Forderung, die die aufgeklärte Arbeiterschaft an ihre Brüder i» de« vergwerd« zu stell« hat. Kahl«, um! Nahrungsmittel und Rohstoffe zu erschwinglichen Preisen zu erhalten, Kohle, um die Gefahr der Arbeitslosigkeit zu be« seitigen, Kohle, um uns herauszubringen aus all dem jammervollen Elend der Jetztzeit! Der erste Tag der Verhandlungen. � Die außerordentliche Generalversammlung wurde durch de« Vorsitzenden Husemann mit einer Ansprache eröffnet, in der er einen Rückblick auf die Entwicklung der Schicktzeit gab und in der er Hinweis auf die unverantwortliche Agitation der Ueberradikalen, die geeignet sei, den Verband zu zertrümmern. An den Delegierten liege es. zu beweisen, daß die sich ihrer Verantwortung bewußten organisierten Bergarbeiter nicht den Blick für das große Ganze verloren haben. Zur Schichtftage liegen nickt weniger alS 13 Anträge vor. Der radikalste Antrag ist derjenige der Zahlstelle Schonnebeck II und Katernberg, der verlangt, die grundsätzliche und tatsächliche sührung der Sechsstundenschicht zum 1. Februar ohne jede Berklau- sulierung und Abschwäckung, die Mitbestimmung der Betriebsräte nicht nur in Fragen der Lob»- und Arbeitsverhällinsie, sondern auch in der Leitung der Produktion und in allen betriebstechnischen Fragen, die sofortige Sozialisierung des Bergbaues, die Diktatur des Proletariats, und falls diese Richtlinien von den drei anderen Verbänden abgelehnt werden sollen, den sofortigen Austritt aus der Arbeitsgemeinschaft sowie die Propagierung deS großen Klassen- tampses mit allen Mitteln. Zahlreiche andere Zahlstellen verlangen gleichfalls Einführung der Sechsstundenschicht, teils ohne Fristbe- stimmung, teils am 1. Februar d. I., teils zu einem späteren Zeit- Punkt, um den technischen Schwierigleiten Rechnung zu tragen, die der sofortigen Inkraftsetzung des Sechsftundenlages entgegenstehen. Eine Reihe von Zahlstellen erklärte sich bereit, mit Rücksicht auf die Kohlennot die siebente Stunde als Ueberstunde mit einem enk- sprechenden Lohnouffchlag zu verfahren. In einer Anzahl anderer Anträge wird den Unternehmern der Kampf angedroht, wenn sie sich ablehnend verhalten sollten. Der alte erfahrene Bergarbeiterführer Genosse Otto Hue hat das Referat über die Frage der S e ch s st u n d e n s ch i ch t übernommen. Die Opposition hat in dem Knappschaftsälle- sten R o s e m a n n einen Korreferenten gestellt. Ueber das B e- triebsrätegesctz und die SiedlungZfrage im Berg- bau wird Genosse O st e r r o t h sprechen. An der Generalversammlung nehmen 220 Personen teil, davon sind, wie dem„Vorwärts" telephonisch aus Bochum gemeldet wird, ISO Delegierte, wovon etwa ein Drittel unter dem Einfluß der radikalen Agitatoren steht. Die Verhandlungen begannen mit ObstruktionS- an trägen der Opposition und mehrstündigen Obstrukiionsreden. Endlich kann Otto Hue sein Referat beginnen. Er spricht mit bitterem Ernst und durchdringender Sachlichkeit. Tic Delegierten folgen ihm lautlos und mst Spannung und selbst die Radikalen scheinen wankend zu werden in den Anschauungen, die ihnen von den in wirtschaftlichen Tingen völlig unerfahrenen Demagogen eingetrichtert worden sind. Hue reiht Tatsachen an Tatsachen, wirtschaftliche Wahrheiten von zwingender Gewalt. Bon dem Eindruck, den die Rede deS viel geschmähten, viel verlästerten, verdienten Führer» auf die Delegierten machen wird, hängt heute zum guten Teile die weitere Gestaltung unseres wirtschaftlichen Daseins ad. Siegt nicht die Vernunft, die aus seinen Worten spricht, dann ist cö um unser Wirtschaftsleben geschehen. Wie recht hat Hue. wenn er sagt, daß die Kohlennot wie ein Bergsturz uns zu verfchürten droht, daß die Kohlennot gerade die wirtschaftlich Schwäch üen am meisten fühlen werden. Tausende von PpoduktionSstähen müssen au» Kohlen- maugel stilliegen und Millionen Arbeirern droht Arbeitslosigkeit, denen allein die Kohle Leben und DaseinSmöglichkeit sichern kann. Aue weist zahlenmäßig noch, wie katastrophal die Einführung der SeckSsiundenschich: aus. die Kohlenförderung wirken würde. Die Arbeitsleistungen des' einzelnen Bergmannes könnten kau«, noch gesteigert werden. Es sei bezeichnend, daß die Propaganda,-'. für die SechSstundenschicht gerade auS den spartakistischen Ecken komme. Die sofortige Einsührung der SechSstundenschicht sei nicht ein Mittel, um den Bergarbeitern zu helfen, sondern sie würde ihren völligen Zusammenbruch zur Folge haben. Man dürfe nicht vergessen, daß die Revolution in einzelnen Revieren den Bergarbeitern eine Arbeitszeitverkürzung von Vi bis 4 Stunden gebracht habe. Da sage man, es sei nichts erreicht. Kein Mensch im Verband, auch nicht die viel geplagten Angestellten, seien gegen die SechSstundenschicht. Mit tausend Fäden sind wir mit der Weltwirtschaft verbunden, für ein Drittel unseres Volkes müssen wir Lebensmittel einführen. Wenn wir nicht imstande sind, infolge der Kohlennot so viel In» dustrieprodukte zu erzeugen, um mit ihnen die Einfuhr zu bezahlen, müssen die hungernden Arbeiter bS Hüffen. Sollen wir den Arbitern, so fragt Hue. die täglich zu unS kommen, und unS bitten, alles zu tun, um eine Steigerung der Kohlenförderung zu erreichen, mit Undank lohnen, WaS sie früher in höchster Opser- bereitschait für die Bergarbeiter, die im Kampfe mst den Zechen- Herren lagen, getan haben? Wollen wir wirtschaftliche Vernichtung bringen, weil wir einem Phantom nachjagen? Frage auf Frage, die eine eindringlicher wie die andere, wirft .Hnä in den Seal und schließt mit der Aufforderung an die De- legierten, ihrer Ptlicht gegen da» arbeitende Volk bewußt zu sein und zu handeln eingedenk deS GoetheworteS:„Edel sei der Mensch, hilfreich und gut." Der stürmische Beifall der Versammlung bewies, wie sehr Hue-S verstanden hatte, da« VcrantwortlichkeitSgefühl der Bergarbeiter zu wecken. Di« Wirkung der Hueschen Rede konnte der Korreferent nicht erschüttern. Tie Diskussion bewegte sich in durchaus fachlichen For« men. Bezeichnenderweise wagt cs kein Redner, für die gewaltsame Einführung der SechSstundenschicht Propaganda zu mache».' Die Lohnbewegung der Berliner Klavierarbeiter. Die im Deutschen Holzarbeiterverband organisierten Klavier« arbeiter nahmen am Freilag im großen Saale der„Neuen Well", Hasenheide, Stellung zu der Weigerung der llnternehmer. in Verhandlungen über Teuerungszulagen einzutreten. Die Versammlung beschloß nach ausgiebiger Diskussion, von einer allgemeinen Lohnbewegung Abstand zu nehmen und dieselbe p a r« tielk durchzuführen, da festgestellt wurde, daß bereits eine ganze Anzahl von Betrieben die gelorderte Teuerungszulage von 1 M. ab 1. Januar zahlt. Ein großer Teil der llnternehmer hat die Gewährung in Aussicht gestellt, wenn der Streik bei der Finna Lehmann u. Co. beende! sei. Die streikenden Arbeiter haben nun bereits am Dounerstag. den 22. d. Mt»., dem Borschlag der Arbeitgeberkommisfion zugestimmt, um ihren"Kollegen bei der Erlangung der Teuerungszulage nicht hinderlich zu sein. Trotzdem lehnr eS der Reichsverband ab, in Verhandlungen über Teuerungszulagen einzutreten. ES scheint, als wenn die Leitung der Uinernehmerorganisation seit einiger Zeit durch eine bestimmte Strömung immer mehr inS Fahrwasser der Scharsmacher gedrängt werde. Bekanntlich trifft diese auch die Schuld deS SchelicinS der zentralen Berhandlungeu über de» ReichStaris. Wo der Teuerungszulage wegen der Kampf aufgenommen werden muß, treten die verschärfte» Forderungen der Gesamt« BertrauenSmänner-Bersammlung in Kraft, in denen außer Teuerung«« zulage. Mindest- und Durchschnittslohn, die llstündige Arbeitszeit, MiloesiinnnungSrechr bei Einstellungen und Entlassungen, Ferien von 6— ig Tagen, Regelung des LehrlingSwesen« us». aefattait ioettob Die Holzarbeiter zur Teuerungszulage. Die Holzarbeiter nahmen Freilag in zehn Mugliederversamm« lungen Stellung zum bisherigen Verlauf der Verhandlungen über die Teuerungszulage. In.Kliem» Festsälen' in der Hasenheide, wo der Saal stark llberiüllt war. berichtete Zirkel. Er leitete i'eine Ausführungen damit ein, dast er treffend die Ursache der Teuerung auf den Warenmangel, der Folge des Krieges, zurückführte, und meinte dann, mit den wenigen Warenbeständen hätte in geeigneter Weife im Jntereffe der breiten Volksmaffe gewirtschastet werden müssen, als es unmittelbar nach der Revolution und später geschehen sei. Seine weitere Kritik war leider recht unklar, und er wurde aus der Versammlung wiederholt.zur Sache' gerufen.— Die örtlichen Verhandlungen über die geforderte Teuerungszulage sind noch nicht abgeschlossen, nachdem die Arbeitgeber sich bereit erklärt haben, die Stundenlöhne um 50 Pfennige su erhöhen. Daneben werden auf Veranlassung deS ReichS- arbeitSmmisterS Verhandlungen auf zentraler Grundlage zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Holzindustrie geführt: diele Verhandlungen werden wahrscheinlich durch einen Schiedsspruch ihren Abschluß finden. In der Diskussion, an der sich viele Redner beteiligten, kam die Erbitterung der Berliner Holzarbeiter darüber zum Ausdruck. dah sich angesichts der wahnsinnigen Teuerung die Verhandlungen so verschleppen. Trete hierin keine Beschleunigung ein, dann würden die Arbeiter dem Widerstand der Unternehmer z» öegegnen wissen. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Erhebung von Eztrabeiträgen vom 1. Februar an. so dast anstatt k,80 M.. wie brSber. der Beitrag wöchentlich 4 M. betragen wird. Diele Mast« nabme zur Stärkung des Kampffonds fand einmütig« Zu« stimmung._ Schwarze Liste». Bor einigen Tagen kennzeichneten wir das Bestreben der Freien Vereinigung der Holzindustriellen.zu Berlin, in echt scharfmacherischer Weise Lohnkämpfe mit Ver- femung der Streikenden durch schwarze Listen zu beantworten. Auch jetzt wieder betätigt sich diese Unternehmerorganisation in der gleichen üblen Weise. Unter dem 20. d. MtS. erläßt die Freie Ver- einigung ein Rundschreiben an ihre Mitglieder, in dem sie ersucht, IS namentlich und mit Kranken kassennummer aufgeführte Arbeiter der Firma Schulz& Hi nsche, Frankfurter Allee 12, nicht ein- zustellen. Wie würben die Herren auffchrelen, wenn die Arbeiter einmal den Spieß umdrehten und solche Firmen, die mit schwarzen Listen arbeiten, boykottierten. Buchdruckerstreik in Flensburg. Da? Setzerpersonal der Flensburger Zeitungen ist behufs Durchsetzung von Lohnforderungen am Sonnabend vormittag in den Ausstand getreten. Die Zeitungen erscheinen in verkleinertem Umfange._ Lohnkämpfe der Angestellten im Berliner Holz» grosthandel. Unter obiger Ueberschrift versendet der Berein Ostdeutscher Holz- Händler und Holzindustriellen an die sübreuden Berliner TogeS- zritungen einen Bericht, der alle» andere, nur nicht objektiv ist. Das Verhallen der Arbeitgeberverbände ist in dieier Branche geradezu himmelschreiend. Seil Anfang September v. I. versucht der Zentralverband der Angestellten«inen Tarifvertrag für die An- gestellten im Holzgroßhandel abzuschließen. Die Herren Arbeit- geber hatten bis jetzt es verstanden, die Verhandlungen auf all« möglich« Art zu berschlepveu. Die Angestellten hatten e» mm endlich satt, sich an der Rase herumführen zu losten und beauf- tragten de» Zentralverband der Angestellten in einer öffentlichen Versammlung am 15. Dezember, unverzüglich den GchlichtungS« ausichuß gegen die Arbeitgeber anzurufen. Folgende Forderungen bezüglich der Gebälter waren von den Arbeitgebern, da ihnen jedes soziale Verständnis tehlt, abgelehnt worden: Gruppe I fschematiiche Arbeiten) im 18. LebenSjahi 400 M.. steigend bis auf 800 M. im 30. Lebensjahre. Gruppe II fl. Lageristen, 1. Expedienten, Einkauf- beamte, Wertleiter uiw.) im 18. Lebensjahr 550 M, steigend bis zu 1200 M. im 80. Lebensjahr. Die Arbeitgeber boten dagegen in der ersten Gruppe ein An fangSgebalt von 225 M. für männliche und sage und schreibe 157.50 M. für weibliche Angestellt«. Da fragen die Angestellten die Oeffentlichkeit, ob diele gebotenen Gehälter nicht ein Hohn auf die heutige teure Lebenshaltung find. ?n dem oben erwähnten Artikel entrüsten sich die Arbeitpeber er, daß von den Organisationen diese Borschläge abgelehnt worden sind. Sie wissen anscheinend nicht, daß sie sich damit selbst genügend gekennzeichnet haben. Sie entrüsten sich ferner darüber, daß von dem Vertreter des Zentralverbandes in dem Termin vor dem SchlichtungSauSschuß die Arbeitgeberbeisitzer alS befangen ab- gelehnt wurden, weil diese Herren bereits in der Tariskommission in den vorherigen Verhandlungen als Vertreter der Arbeit- geber tätig waren. Ein Kommentar dazu erübrigt sich wohl. Wenn die Arbeitgeber in ihrem Bericht erklären, daß die Ange- stellten auf die älteren und nicht mehr voll leistungsfähigen Kol- legen bei dem Tarif keine Rücksicht nehmen, so ist daS eine glatte Unwahrheit. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Aber natürlich, wie man eS auffaßt. Und wenn sich kleinere Geschäfte auf Kosten ibrer Angestellten bochhalten, dann wird derartige» Firmen auch sede Existenzberechtigung mit vollem Recht von den OrganisationS- Vertretern abgeivrockien. Dieser Vorwand der Arbeitgeber ist fa auch zu durchsichtig, als das er ernst genommen werden kann. Die Verdienste, die im Holzhandel gemacht worden sind, sprechen zu laut. Die Angestellten sind der Ueberzeugung, daß die Sympathie der Oeffenilichteit ihnen in ihrem so schweren Kampfe sicher ist. Holzarbeiter. Mitgliederversammlungen. Tagesordnung: vericht der Kommission und Wahl derselben. Kandidatenausslellung und W-ibl der Delegierten zur Kenerawerfammlung. Lohnbewegung und Ablauf de« Tarifvertrages. Mitgliedsbuch legitimiert. Vautifchler, Bezirk. I. Montag, den ü. Januar 1920, nachm. 4'/, Uhr, bei Karl Fröhlich, Fontane-Promenad« 46. Tüchler. Bezirk Süden. Montag, oen 2«. Januar 1920, nachm. 4'/, Uhr, im»Märlischen Hos", Admwalftr. 18o. Tischler, Bezirk Südosten. Montag, den 26. Januar 1920, nachm. 4'/, Uhr, bei Bebrend, Manteuffelfw. 95. Tlfchler, Bezirk Osten II. Montag, den 26. Januar 1920, nachm. 4'/, Uhr, In den.ComeniuS-Festfälen', Mcmeler Straße. Tischler, Bezirk Osten III. Montag, den 26. Januar 1920, nachm. 4'f, Uhr, In den.Prachtfälen deS DflenS*, Frankfurter Allee 48. Tischler. Bezirl Nordosten. Montag, den 26. Januar 1920, nachm. 5 Uhr, im Lokal Mann, StrauSberger Sw. ö. Tüchler, Bezirl Oberschöneweide. Montag, de» 26. Januar 1920, abends VI, Uhr. bei Strobach. Wilh-Iminenhofstr. 18. Achtung! Laden-, Kontor, und Deißtischlerl(Sächsische Möbel) Montag, den 2. Februar 1920, nachm. b Uhr, tm.Englischen Host, Alexander- ftraße 27o, «ürenmöbelbranche t Montag, den 26. Januar 1920, nachm. ö Uhr. im.Englischen Host,«lexandersrr. 27c(unterer Saal). Rahmenmacher I Montag, den 26. Januar 1920, nachm. 5'/, Uhr, im GewerttchastShauS, Engeluser 15(Saal 5). Maichinenarbeiter. Bezirk Südwesten. DtenStag. den 27. Januar 1920, nach«. 5 Uhr. bei Fröhl'ch, Fiestaurant zum LeuchUurm', Fontane-Prome- nad«. Ecke Blücherstr. und Kaiser-Friedrich-PIa». Modell- unv Kabrittischler und Modelldrechsler. Donnerstag, den 29. Januar 1920, abend« 6*1, Uhr, In der Schulaula. Weimneisterstr. 16/17. Tischler in Theater- und Film-Betrieben l Sonntag, den 1. Februar 1920, vorm. 10 Uhr, im VerbandShau«, Rungestr. 80(ArbcitZlosensaal). «rdeltSgemeknlchaft freie««ngektekltenderbände. LnsesteMen. auSschüsi« und Funltionäi« der Metallindustrie..Unsere Teuerungszulage'. Montag, den 26. d. M., abends 6'/, Uhr. tm.Schultbeiß'. Neue Jalob. ftraße 24/25. Jeder Funktionär mit.Afa'- Legitimation hat Zutritt! Zentralverband der««gestellte». Versammlungen am Montag, den 26. Januar 1920. Fachgruppe 7(Kauf- und Waren- Häuser, Spezialgeschäfte): Bezsammlung abends 7 Uhr im .Lehrer- VerewShauS', Alexanderplatz.— Fachgruppe 11(Sektion Stockbranche): Sitzung abends 6 Uhr Im Restaurant MedeinlowSv, Michaellirchstr. 24.— Fachgruppe 17(Sektion der Brauerei- angestellten): Keneralversomrnlung abends 7 Uhr m HaoerlanöZ Festsälen, Neu« Friedrichstr. 85. parteinachrichten. AnS dem Parteileben im Reiche. An Stelle des Genossen W i n n i g, der sein Mandat für die Nationalversammluna niedergelegt hat. tritt der Gewerkschaft�- sekretär Kärtsch-KöSlin in die Nationalversammlung ein.— Die Mitglieder d«S sozialdemokratischen Wahlvereins Niesky beschlossen für drei Monate einen Cxtrabeitrag von je 1 M.— Der württembergische LandtagSabgeordnete Genosse Zernicke, der einen sozialpolitischen Auftrag im ReichSschatzministerium übernommen hat und daher nach Berlin übersiedelte, bat sein Man- dat niedergelegt. An seine Stelle tritt der Genosse Jakob Härder in den Landtag ein.— Einen erfreulichen und zur Nachahmung anspornenden Mitgliederzuwrchshatder sozialdemokratische Wahlverein in N e u-J s e n b u r g(Hessen) zu verzeichnen. Konnte er doch im letzten Geschäftsjahr seilte Mitgliederzahl von 100 auf 8 4 0 erhöhen. Die. Parteiarbeiten wurden durch erfolgreiche Siege bei öffentlichen Wahlen gekrönt.— Einen besonderen Wahlbeitrag zu erheben hat der vez,rkSvorstand Frank- furt a. M. im Einverständnis mit den übrigen Instanzen be- schsossan. Der Wahlbeitrag beträgt 50 Pf. den Monat.— Der Be- zirksvorstand Ostpreußen beruft für die Zeit vom 2. bis 4. Fe. bruar d. I. einen außerordentlichen Provinzialpar. teitag nach Königsberg«in, auf dem u. a. die politische Lage, das Erfurter Programm und die Stellung Ostpreußens zur Zwangswirtschaft behandelt werden soll.— Eine großzügige Par- teitätigkeit entwickeln zurzeit unsere Genossen in B a d e n. So haben am 17. und 13- Fanuar 7b Volksversammlungen im 2. badischen LandtagSwahlkreis einen überaus günstigen Verlauf genom- men. Trotz des Auftretens der U.-S.»P--Leate in einigen Per- fammlun�en wurden ein« Anzahl Genossen für die Parteivereine und Bezieher für die Varteivrelle aewonnen.— Arn 2R. Jcirror und Bezieher für die Parteipresse gewor sind es 25 Jahre, seitdem Genosse Bau innen.— Am 26. Januar ,———-------- Zaudert erstmalig als Ab- geordneter für Apolda in den Weimarischen Landtag einzog B-ranti». für den redaktion. Zell:«et»! lllckle», Cbarlvttenbilr«: für Anzeisen: Th. Blocke, Berlin. Verla»: VorwSrt«. Verla»®. m. b. S.. Berlin. Druck: Bor. wärto-Buchdruckerei u. BerlaaoanNall Paul Sinaer u. To. Berliu. Lindeuslr. 8. Hierzu 2 BcUazeu. yllf looooo Sllmmberechtlgt» aas öem Reiche Ins Sreazlaaä schaffen I Slt Veto» Grenf-Ghenö-e für öle Volksabstlmmungeo auf popscheckkanto vertl» TfTT* oött auf Seine Vankl Sealfcher Schutzbun», Vertta kUDf« A. WERTHEIM m. H. Leipziger SfireAe KtfnlgsfraOe Moi-lfeplefe Rosenöl aler siraöe Blumenvasen, optisch von 95 Pf. bu 260 Blumen vasen, geschliffen von S25 bis 740 arÄb« 15" bu 34» Steingut Porzellan Teegeschirr, schwarz und braun gladert Teekannen................ 425 Kakaokannen............. 290 Tassen.l35 Kuchenteller.. 85 Pf. Zuckerdosen............. 200 Geleedosen............ 245 315 Satzschösseln, weiS».. 6 Stück S78 Küchenschüsseln, bunt..... S25 475 Spülnäpfe........ von 70 Pf. bis l48 Tassen, blaues Muster.......... 1TO Brotteller„Freya".......... I10 Kochtöpfe, braun... von 93 Pf. bis 4� Kuchenformen, braun...... 390 S00 Milchtöpfe, braun.... 03 93 Pf. I85 Bunt htm alt Kaffeegeschirr,...tS«24°o Teegeschirr, für 6 Personen»...85°° Tafelgeschirr,"'"SST"•••• 210°° Tassen S28 mit Goldrand........2K Obstteller.............. 298 380 Kaffeebecher 42 95 Pf. groi... I58 Kaffeegeschirr.Margarete�, Cotd Kaffeekannen...... von 575 bis 16°° Teekannen........ von 590 bis 1300 Milchtöpfe........von l�bis 400 TeUer.................... 2« Zuckerdosen......-von S28 bis 600 Tassen................. 2« 318 Weiß Teller.................. 1« 2®« Tunkeschalen...........2-- 2S8 Suppenschüsseln ohne Deckel... 778 Kompottschalen......... I45 l78 Kartoffelnäpfe, mit Decke!..... 978 Milchtöpfe....... von 85 Pf. bis 288 Blumen- Vasen....I45 720 Blumenschalen...Z" bu S25 Glas Preßglas Butterdosen 3 25 Käseglocken 240 Gebäckdosen.............. 375 Konfektplatten........ 295 450 Salzgefäfie 42 Pf- Komp otteil er 75 PL Wassergläser......... 48 60 Pt. Bierbecher...7777... l« l33 1» Schleif glas Selterbecher, geschliffea...... 2a Sturzflaschen, mit Glas. S10 453 6 25 Bowlengläser.............. 3 40 Weinrömer 578 Weingläser.. 425 Honigdosen, grün........... I90 hochelegante BaeopoM Gadiel ( Setdm Unten Sehe) 1 Treppe CesellsMls- u S so sc/ißn, wfe sie sehen wieder gezeigt werden. Ix jfiusser gewöhnlich schöne £wsemm-Kleidsr Seide, Sehen ne, feine Wollstoffe, vorzügliehe Qu alt- täten Jjssonaets schöne fittUatis- Mitelle VA billig oaernste Macharten in Qtipe Chine, Jäi. Seiae eie. hurnehe Xiehtiarben. 3( Jungmiiaclisit-Weläer leine Wo nto'te ura S* ckck. MmMm I'fäkißJlts-Milßis» J Regsmänlel � Voile- u. fölhi-Hiniet- u. 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