Nr. 217. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich) 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tülustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn and Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 18. September 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Wir reiten. Giebt es denn noch ein Mittel, das nicht den Futtertrog. Wohl steht ihnen noch die Staatsgewa schon gegen die Sozialdemokratie versucht? Alles war schon zur Verfügung infolge des Trägheitsmomentes. Aber Wo sind die für alle Ausbeuter, Drohnen und bunten dagewesen, und jedesmal hat sich das Unzulängliche noch der Staat ist nur ein Begriff. Und die Form, die Schale Patentgigerln so ruhig, glücklich und friedlich verlaufenen als Ereigniß erwiesen. Die schärfsten Sozialisten- und muß sich ändern mit dem Inhalt. Und so eine Sammlung Tage hin, da man die Sozialdemokratie eine obsture Sekte| Anarchistengeseze haben die Angegriffenen nur noch fester von spizen Bäuchen und faulen Gäuchen sollte jemand nennen konnte, ihre Anhänger Narren schalt, ihre Führer zu einer Masse zusammengeschweißt, die schönsten, spit- schrecken?" Vielleicht ein unschuldiges Kind, aber nicht einen Hallunken titulirte und mit einigen Verleumdungen und findigsten Gesetzesauslegungen verpuffen, denn die Sozial- tlassenbewußten Arbeiter. Schimpfworten die ganze Bewegung zehn Klafter tief in demokraten haben keine Bitterfedern am Hute, schwarze den Boden hinein zu schmettern vermeinte? Und wer ist gegen die Koalition der Ausbeuter? Alles, Vorbei Listen, Entlassungen über Entlassungen haben Märtyrer was da arbeitet mit Kopf und Hand, ausgebeutet wird auf immer. Vorüber ebenso wie die Zeiten, in welchen geschaffen, weiter nichts. Selbst die billigsten Frrlehren- und seine Lage erkannt hat. Männer, die dem Tode zu man vom Spott und Hohn sich zur Anklage und broschüren haben kein anderes Resultat erbracht, als daß sie jeder Stunde ohne zu zucken ins starre Antlitz sehen, Verurtheilung wandte, die Gefängnisse und Kerker voll- ihrem geistig genügsamen Autor ein gutes Honorar verschafften. Männer, die gewillt sind, Leib und Leben, Blut und Mark stopfte, überzeugungstreue Bekenner wie tolle Hunde durch Aber es muß etwas gegen die Revolutionäre geschehen, trotz alles an die Verwirklichung ihrer Ideale zu setzen, Männer, die Lande hette, Hunderte vernichtete und Abertausende dem. Vielleicht hat man früher doch nicht den Kampf mit die sich unter einander eins wissen in ihrem Streben, preßte und drückte. Das Sozialistengesetz, das die Sozial- vollem Ernst geführt, weil man sich über die Größe der Kriegen und Kämpfen, denen es eine Freude bereitet, eindemokratie auslöschen sollte, wie man ein brennendes Streich Gefahr täuschte, vielleicht hat man bei der Organisation ander zu übertreffen an Opferwilligkeit, Muth, Ausdauer holz austritt, das zu Boden gefallen, es tam und es fiel des Widerstandes Fehler gemacht, vielleicht giebt es doch und selbstloser Hingabe an eine Idee. wieder in sich zusammen. Und als es gestorben war an noch ein Mittel, den Tod der bürgerlichen Gesellschaft auf fürchten sich nicht, und sie lassen sich auch nicht einschüchtern Solche Leute Altersschwäche, da war der Aufmarsch des rothen Heeres zuhalten. von keiner Seite her. Darum wächst auch ihre Zahl mit vollzogen. Auch die brutale Gewalt erwies sich als unjeder Stunde. Das Beispiel ist es, das zündet und zur genügend, den Sozialismus aufzuhalten auf seinem Nacheiferung anspornt. Ihr hättet euch in diesem Siegeszuge. Sommer überzeugen können ihr Sommerfrischler, feinen, reichen wie die Armee des Sozialismus wächst, wenn ihr Augen hättet zum Sehen und Ohren zum Hören. Ihr hättet nicht einmal herumfragen brauchen und ihr hättet doch erfahren, daß es selbst in den stillsten Waldthälern und entlegensten Holzknechtshütten Menschen giebt, bei denen die Heilsbotschaft des Sozialismus auf guten Grund gefallen. Go argumentirt es in den Zeitungen der Ausbenter, die literarischen Handlungen zermartern den oberen Fortsatz ihres Rückenmarkes und allüberall erklingt der SchreckensHeute ist die bürgerliche Gesellschaft abermals an einer ruf: Halten wir zusammen, alle miteinander, der Sozialkritischen Wende angelangt im Kampfe gegen ihren Tod- demokrat kommt! feind. Aber die Verhältnisse liegen nun etwas anders als Und der Ruf ertönt auf allen Kanzeln und in den vor zehn und zwanzig Jahren. Die wirthschaftliche Ent- Schulstuben, und der vertrocknete Bureaukrat zischt ihn wicklung hat die Zahl der Bevorrechteten verringert von durch die Zähne. Halten wir zusammen, alle wir BeJahr zu Jahr, von Tag zu Tag, was festgegründet schien sitzenden und Gebildeten, und ausgelöscht sei alles, was uns seit Jahrhunderten, erweist sich auf eitel Flugsand gebaut, bisher trennte. Und Herrscher steigen von ihren Stühlen ganze Klassen wanken und schwanken und können purzeln und werden Freiwillige zum Kampf gegen die Mächte des über Nacht. Aus den Reihen der noch wirthschaftlich Umsturzes, der alte Verschwörer und Freimaurer Crispi Starken ist die Siegeszuversicht geschwunden und wirft sich vor dem Papst auf den Bauch, füßt andächtig der Glaube an die Zukunft. Man hat die Hoff- den gnadenreichen Pantoffel und stöhnt aus tiefstem Herzens nung aufgegeben, die heutigen Zustände weiter aufgrunde: Hilf uns, wir gehen zu Grunde. Wir reiten. Das Gebelfer, Geheul und Angstgeschrei der Bourgeoispresse sagt es auch. Und es sagen uns es auch die Ueberläufer aus dem bürgerlichen Lager, die sich immer häufiger einstellen, aus jeder Schicht. Vor einigen Tagen wandte sich die Pächterin eines Schützenhauses, welcher man das Abhalten von sozialdemokratischen Vers recht halten zu können, die Ehrlicheren unter den Bes Sie haben Ursache zu stöhnen, zu jammern und zu fizenden versuchen, an dem alten windschiefen, ober- und fluchen, sie, die Vertreter der gottgewollten Ordnung". sammlungen verboten hatte, an ihre zuständige politische unterfaulen Staats- und Gesellschaftsgebäude herum- Wer steht auf ihrer Seite und wer ist wider sie? Ihr Heer Behörde. Der betreffende Beamte hörte die Frau ruhig zuschmieren, zu kleistern, zu flicken und zu zimmern, die ist ein bunt zusammengewürfelter Haufe, den eigentlich an und meinte dann: Die dummen Schützen! Die Blöden schreien in heller Todesangst nach einem Retter. nichts mehr zusammenhält, als das Trägheitsmoment und werden den Sozialismus aufhalten! " Aber kein Gott kann ihnen helfen. Es muß etwas ge- die blasse Furcht. Einer der Helden mißtraut dem andern. Wir reiten voran! Und die kläffenden Spize und schehen, zetern ihre papierenen Mundstücke, aber man weiß Kein Funke von Aufopferungsfähigkeit zuckt mehr in ihrer sonstigen Köter halten uns nicht auf. Sie fagen uns durch nur nicht was. Soviel Cliquen und Coterien, soviel Brust. Ihre Ideale haben sie zerschlagen und fort- ihr Gekläff blos, daß wir reiten. Allheilmittel. Aber es ist rein zum Haarausreißen! geworfen und ihre einzige Sorge geht nur noch um Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. 142 " die ganze Nacht hindurch, und kein sauertöpfischer Wirth welcher der drohenden Geberde Gerhards entlief, und im darf mich auf die lange Glocke verweisen, wenn ich nach Entspringen gegen den Edelknecht höhnisch die Zunge neun Uhr mein herzhaftes: Eingeschänkt, über den Tisch herausstreckte. Bjui!" rief Dagobert: welch ein abdonnere. Ich mag jego meine längste Stoßklinge an die scheulich Gesicht, entstellt noch obendrein durch das Pflaster, Hüfte stecken und damit den Waden der jungen Fante be- das die Höhle des verlorenen Auges bedeckt. Wahrlich! schwerlich fallen, während ich sonst mein fürzestes Schwert wären dem Burschen nicht schwarze Borsten gewachsen, ich lein anhängen muß, das nicht viel besser aussieht, als das würde ihn für des elenden Judenknechts Ebenbild halten, Wetzeisen am Gürtel eines Schlächters. Ja, mir ist's den ich einmal von den Schrauten schlug. Wer weiß," " Ich will doch des Donners und des Hagels sein," sprach Gerhard von Hülshofen zu Dagobert, mit welchem jogar nicht verwehrt, Sonntags meinen Bart scheeren zu setzte er nach langem Schweigen hinzu: wer weiß, auf er durch das Gewühl schlenderte,„ wenn ich nicht die lassen, so mir's gefällt. Es lebe die Meßfreiheit! Sagt, welchem Anger der Schädel des Bösewichts bleicht,... aber beiden angeputzten Hasenfüße auf jenem Gerüste, so barsch kann man wohl glücklicher sein? Jagt darum die Grillen sein schrecklich Angedenken verbindet sich so innig mit einem und recenhaft sie sich auch haben, mit einem Pfannen- zum Teufel. Sprecht, wohin wollen wir? Soll ich Euch unaussprechlich wehmüthigen, mit Esthers Gedächtniß, stiele in die Flucht jage, so weit der Himmel blau ist. etwa zu dem Wundarzt führen, der an der Ecke der Klaus- daß ich schier Thränen in meinem Augenwinkel fühle." ftiele in die Flucht jage, so weit der Himmel blau ist. kirche seine Latwergen und Billen verkauft? Vielleicht hat weh!" klagte Gerhard ärgerlich:" da sind wir wieder Das sollen Fechterhiebe sein? Büffelei, weiter nichts, mein er ein Mittel gegen Euren Blödsinn, oder sein Schalks- auf der alten Fährte. Die Pest über alle Liebesnarren. guter junger Herr. Was meint Ihr dazu?" Dagobert blickte den Frager mit der Miene eines Mannes an, der narr zwingt Euch zum Lachen, was das Herz froh macht, Das Gesicht des häßlichsten Gauners erinnert sie an ihres soeben aus einem tiefen Schlaf erwacht, und nicht eine und hungrig den Magen; oder wollen wir den Bogel Liebchens Antlig. Kaum wage ich's, Euch auf jene Bande Silbe von dem gehört hat, was man ihm seit Stunden Strauß sehen, von welchem Alt und Jung erzählt, oder von Holden Dirnen aufmerksam zu machen, die kosend und vorgeredet. Gerhard schüttelte unwillig den Kopf." Seid Bolk behauptet, der Teufel selbst stecken soll?"" Besich Bube hatte gewiß lange keinen so freundlichen und willGerhard schüttelte unwillig den Kopf.„ Seid das ungeheure Elephantenthier, in dessen Waust, wie das lachend um des Goldschmieds Laden stehen. Der glatköpfige wieder in Eurer besten Laune, mein Lieber," brummte er. " Ich rathe Euch, löscht Eure Lampe aus, und sagt der Welt Du allein diese Seltenheiten," erwiderte Dagobert topf- tommenen Besuch. Seht wie er in seinen kleinen Schreinen " Gute Nacht;"' 3 ist eine Schande für alle Junggesellen des schüttelnd, laß mich jedoch hier unter der Menge von framt und wühlt, als ob seine gichtbrüchigen Finger römischen Reichs, daß Ihr, der Wackersten Einer, Euch ge- Menschen, die mir größtentheils fremd find, und folglich erst vor sechzehn Jahren gewachsen wären; wie er dokt -Glaubt Ihr denn, ich Mund süßlächelnd zusammenkneift, daß die blühenden berdet wie ein träumend Kind. Ihr helft der ganzen Welt auch meine Bürde nicht kennen," aus dem Eisen, wie die Historia mit dem Wildmeister erst würde Euch allein lassen, guter Freund?" fragte Gerhard Dirnen das mangelhafte Gebiß nicht bemerken sollen. Euch, kürzlich bewiesen, obgleich der Herzog alles gethan haben lachend." Behüte Gott; ich bin wie zu Eurem Wächter be- liebes Herrlein, ist freilich seit geranmer Frist der Anblick mußte; aber Euch selbst tönnt Ihr nicht helfen. stellt. Ihr wärt im Stande, in Euerm Trübsinn geradezu in schöner Weiber ein Gräuel geworden. Erlaubt aber Schämt Euch, und kommt zu bessern Gedanken. Daß Ihr den Strom zu gehen, oder Euch zum Mindesten von dem immerhin, daß ich mich ein Weilchen daran ergöße. Das nicht heirathen wollt, wie es Euer Vater wünscht, ist gut, einfältigsten Spizbuben Eure Börse vom Gürtel stehlen runde kleine Mägdlein in der Ecke, dasselbe, das so ver denn nur der unbeweibte Mann ist ein ganzer, zu lassen: denn der Diebe giebt es hier zu Frankfurt legen in dem Kästlein fucht, und an ihres Gürtels Haten aber der Grund, war um Ihr's nicht thun wollt, ist ein ein ansehnlich Gelichter. Wenn der Markt eingeläutet ist, ebenfalls etwas zu suchen scheint, ich weiß nicht was? schlechter Grund. Für diesmal sei's genug, aber seid doch mögen Schelme und Strolche zur Stadt kommen, bis Das: Mägdlein sticht mir ganz besonders in die Augen, und luftig, in Teufels Namen,' s ist Meßzeit, Jubel und Freude wieder ausgeläutet wird. Wohl dann den Diebesrittern, wenn mich diese nicht hinters Licht führen, so ist die Maid an allen Ecken, und der wohlweise Rath so sanft wie ein wenn sie viele solche Junkherrn antreffen, die, wie Ihr, eine Bekannte, sowohl von Euch, als auch von mir." einhergehen, die Hände auf dem Rücken, die Augen in Wer? wer?" fragte Dagobert hastig, warf einen Blick Lamm, er weiß schon warum. Alle fahrenden Frauen und Töchter sind losgelassen, und dürfen schwärmen auch der Luft, und nicht bemerkend, was um sie her fich begiebt. nach der Bude, und ein hoher Grad von Ueberraschung und Töchter sind losgelassen, und dürfen schwärmen auch Schaut! während ich so rede, hat sich ein abscheuliches malte sich in seinen Zügen: ist das nicht,"... setzte er außerhalb dem Rosenthate). Die Schenken sind offen Gesicht an Eure Seite gedrückt. Zieh' aus, Schelin!" staunend hinzu ist das nicht das Fräulein.... Re*) Der Ort, in welchem der Nath diese Personen gebannt hatte. Dagobert blickte neben sich, und ersah einen Menschen, gina. " Freilich!" erwiderte der " Die Angriffe gegen den schweizerischen Arbeitersekretär. I. " -VOO um den Bundesrath wegen der ungehörigen" Haltung des Die Nachforschungen der hiesigen Polizei haben ergeben, daß Arbeitersekretärs zu interpelliren und eine Reihe von Angriffen der berüchtigte Anarchist Baron v. Ungern- Sterngegen den Letzteren zu richten; auf der anderen Seite erschien als berg, der Urheber der Explosionen in Lüttich, hierher gekommen Helfer gegen den ihm verhaßten Sozialdemokraten das sozial- war, um gegen den 3aren ein Bombenattentat zu verüben. In politische Mädchen für alles, Herr Hans Müller, auf der Bühne seiner Wohnung sollen einige Bomben gefunden worden sein, Die Leser des Vorwärts" sind bereits davon unterrichtet, und schlug mit dem Sozialdemokraten Seidel und dem konfer- welche nach einem ganz neuen Muster gearbeitet sind. daß der den deutschen Parteigenossen sattsam bekannte Dr. Hans vativen Bundesrath Deucher in die gleiche Kerbe gegen Greulich. Das ganz neue Muster war wohl mit dem Stempel Müller in einer Broschüre eine Reihe Angriffe gegen den Zeiter Der Unberufenste von allen ist sicher Herr Hans Müller. der russischen Gesandtschaft in Paris geziert? des schweizerischen Arbeitersekretariats, Genossen Greulich, erhoben Er ist der Charakterlosesten einer, ein politischer Apostat vom Apropos, die anarchistischen" Platate in Marienburg, hat, die in der Beschuldigung gipfeln, daß die bisherige Thätig Scheitel bis zur Sohle. Bekanntlich war Herr Hans Müller welche die sonderbare Wirkung hatten, sämmtliche Kowalti's" teit des Arbeiterfekretariats einen großen Mißerfolg bedeute". einer der„ Führer" der ,, Unabhängigen", die im Jahre 1890, unter Das schweizerische Arbeiterfekretariat ist ein vom Bund ins dem tosenden Beifall der gesammten gegnerischen Preffe, es ver- eines Bataillons zur Haft zu bringen warum nicht Leben gerufenes Institut, das aus Staatsmitteln erhalten wird fuchten, eine Erneuerung der in der Korruption verfunfenen sämmtliche Schulze oder Meyer?- sehen sehr Ungernund durch den Vorstand des schweizerischen Arbeiterbundes- welch deutschen Sozialdemokratie an Haupt und Gliedern vorzunehmen. Sternbergisch aus. Sollte der falsche Baron etwa noch letterer aus Arbeitern aller politischen und religiösen Richtungen Nachdem er sich aber in Magdeburg, als Redakteur der sozial- Freunde in Deutschland haben? gebildet ist kontrollirt wird. Die Delegirtenversammlung des demokratischen Volksstimme", einige Preßprozesse erschrieben Ist es möglich? Aus Myslowig wird uns Arbeiterbundes wählt den Arbeitersekretär, wohingegen die hatte, wählte er der Zapferkeit befferes Theil und verduftete nach eigentliche vorgesetzte Behörde des Arbeiterfekretariats der der Schweiz, um den Annehmlichkeiten einer längeren Gefängniß. folgendes schier unglaubliche Vorgehen gemeldet: Nachdem die Cholera in den russischen Grenzgebieten schweizer Bundesrath in Bern ist, der das Recht besißt, dem strafe zu entgehen. Sekretariat bestimmte Aufträge zur Ausführung zu übertragen, Später haben, wie bekannt, die meisten der unabhängigen zu erlöschen beginnt, hat die hiesige Polizeibehörde auf Anund dem alljährlich ein Bericht über die Thätigkeit des Sefre- Maulhelden dieses Beispiel des tapferen Hans Müller nach- ordnung des Landraths Holtz den Grenzübergang von hier nach Modrzejow( Russisch Polen) gänzlich gesperrt, und zwar die tariats zu erstatten ist. Da ferner Nationalrath und Stände- geahmt. rath, die beiden bundesstaatlichen in Bern tagenden Volksver- Kaum in der Schweiz angekommen, veröffentlicht Herr Hans Brücke mit Brettern vernagelt. Durch die Sperre sind tretungen, ihre Zustimmung zur Gründung des Sekretariats zu Müller eine Annonce, in der er sich als Redakteur eines ca. 200 preußische Arbeiter und 15 Beamte gegeben hatten und alljährlich über die dem Sekretariat zu ge- Blattes, einerlei welcher Parteistellung empfahl. zwungen worden, ihre Beschäftigung auf der russischen Niwkawährenden Mittel zu beschließen haben, so besitzen auch diese Als er darauf eine Offerte erhielt und nach seiner bisherigen Grube aufzugeben oder auf kostspieligen Umwegen zu ihrem Körperschaften ein Recht der Kontrolle und der Kritik, von dem Thätigkeit befragt wurde, verschwieg Herr Han 3 Arbeitsort zu gelangen. Da bisher auf jedem Uebergang ein fie wie die Verhandlungen des letzten Sommers im National- Müller sorgfältig, daß er vor kurzem Re Arzt zur Stelle war, der die Passagiere untersuchte, und den die rath zeigten auch gelegentlich Gebrauch machen. bakteur eines sozialdemokratischen Blattes Regierung bezahlte, so wurde, um dies zu ersparen, die Brücke Das Arbeiterfefretariat ist ein Institut, das, wie schon der in Magdeburg gewesen war. 3wei Jahre später mit Brettern vernagelt, und somit den Arbeitern und Beamten, Name fagt, den Arbeiterinteressen dienen und insbesondere auch drohte ihm die Ausweisung aus der Schweiz. Jetzt ließ Herr welche sich ihre Beschäftigung drüben suchen müssen, der Weg zur in Arbeit gesperrt." dem Bundesrath wie dem National- und Ständerath Anregungen Hans Müller durch den liberalen Professor Oncen geben und Material für gesetzgeberische Arbeiten im Interesse der Bern eine Erklärung veröffentlichen, worin dieser kund Ist das möglich? fragen wir noch einmal. Arbeiter liefern soll. Im übrigen ist die Stellung des Setre- that, daß Hans seine radikal sozialdemo tariats eine durchaus freie und unabhängige. Seine Mitglieder tratischen Jugendsünden bereue und wieder hilfe erfolgt. haben ein Maß von Bewegungs- und Thätigkeitsfreiheit, wie in den Schooß der alleinseligmachenden es den Mitgliedern eines ähnlichen Instituts im bureaukratisch Ordnungsparteien zurückgekehrt fet. So rettete Eckermann's sagte der„ große Olympier", der auch auf der Müller polizeilich regierten Deutschland niemals gewährt und hier als sich Herr Hans und Ausweisung unerhört gelten würde. vor dem Odium, noch Sozialdemokrat zu sein. Diese Erde Bescheid wußte: Das Sekretariat begann seine Thätigkeit am 1. Juni 1887 Erbärmlichkeit hat ihn aber nicht gehindert, kurze Zeit nach und seitdem ist sein ständiger Leiter der Genosse Greulich, der jener öffentlichen Erklärung Oncken's als Zuhörer bei den Verimmer wieder von der Delegirtenversammlung des Arbeiterbundes, handlungen des internationalen Arbeiterfongresses in Zürich zu und zwar meist einstimmig, gewählt wurde, und der im Laufe der erscheinen und dort, von der Gallerie herunter, seinen heimlichen Jahre mehrere Hilfskräfte zugetheilt erhielt gegenwärtig sind Parteis und Gesinnungsgenossen Landauer und Werner rasenden es drei, von denen der eine aber als Vertreter der französischen Beifall zuzuklatschen. Schweiz in Biel residirt. So sieht der Mensch aus, der sich jetzt zum Nichter über den schweizerischen Arbeitersekretär aufwirft. Bisher hat sich das Arbeitersekretariat der allgemeinen Sympathie der schweizerischen Arbeiterklasse erfreut; von einer absprechenden Kritit über die Thätigkeit desselben war nirgends vor der = etwas zu bemerken, und insbesondere ist von dem hierzu berufenſten Politische Leberlicht. " 1 Wir erwarten, daß entweder ein Dementi oder AbEin Wort von Göthe. Nach den Aufzeichnungen Revolutionen sind ganz unmöglich, sobald die Regierungen fortwährend gerecht und fortwährend wa ch sind, so daß sie ihnen durch zeitgemäße Verbesserungen ( aber nicht schwächliches Flickwerk!) entgegenkommen und sich nicht so lange fträuben, bis das nothwendige von unten her erzwungen wird. Gewisse Leute könnten sich das merken. Bekenntniß einer schönen Seele. Der Ex- Kanzler, dem es in seinem fressenden Grimm gegen die neue Regierung garnicht darauf ankommt, sich selbst in's Gesicht zu schlagen, wenn er nur dem verhaßten Feind eins auswischen des schweizerischen Arbeiterbundes, eine solche nicht geübt worden. Berlin, den 17. September. fann, erzählt jetzt in seinem Hamburger Skandalblatt, daß Da begann im Herbst des vorigen Jahres, wesentlich mit Sie find klug und weise, die literarischen Handlanger er das allgemeine Wahlrecht seiner Zeit blos eingeführt angeregt durch den Leiter des Arbeiterfekretariats, Genoffe des Geldprozenthums. Jetzt haben sie, um sich über die habe, um die nationale Begeisterung" zu schüren, d. h. Greulich, und, irren wir nicht, auf grund eines Beschlusses Fortschritte des Sozialismus in England bas Bolt zu bemogeln, daß man aber jetzt die der Delegirtenversammlung des Arbeiterbundes, eine große Initiativbewegung durch die ganze Schweiz, deren Ziel die Ver- 3u trösten, die Entdeckung gemacht, daß blos die schlechten Begeisterung und folglich auch das allgemeine Wahlrecht staatlichung der Krankenpflege einschließlich des Aerztewesens Beiten an diesen Fortschritten Schuld find." Sobald wieder nicht mehr brauche. Wohlgemerkt, dies wird nur angewar. Die Krankenpflege sollte Bundessache werden. Der Leiter gute Zeiten kommen und dieselben anhalten, könnte der deutet. Es wird sogar ausdrücklich erklärt, das allgemeine des Arbeitersekretariats, Genosse Greulich, hatte für diesen Zweck Sozialismus auf den Aussterbeetat kommen." nicht nur einen vollständigen Organisationsplan nebst KostenWahlrecht sei auch jetzt noch gut aber es tönne ja Gewiß. Wenn auch nicht der Sozialismus, doch die forrigirt werden, oder redigirt", wie die bekannte Chamade. anschlag ausgearbeitet, er trat auch agitatorisch mit Wort und sozialdemokratische Partei. Aber die guten Zeiten", die Zum Beispiel die geheime Stimmabgabe sei vom Uebel. Echrift für die Verwirklichung dieses Planes ein. Damit hatte anhalten", werden nicht kommen. Das ist's ja gerade. Bhue diese ist aber das allgemeine Wahlrecht nichts werth. er aber in den Augen gewisser Leute ein Kardinalverbrechen beDunkel ist der Rede Sinn. Ein in der bekannten Mit seinem Geständniß bezüglich seiner Motive bei gangen. Unbegreiflicher Weise war es ein sozialdemokratisches Organ, die von R. Seidel redigirte Arbeiterfiimme", die zu Bötticherei angefertigter Waschzettel der nationalliberalen Einführung des allgemeinen Wahlrechts sagt der Fälscher der Emser Depesche uns nichts Neues- daß nächst wider Greulich's Thätigkeit, die sich mit seiner Stellung Presse beginnt wie folgt: daß er als Arbeitersekretär nicht vertrage, Front machte. Nun stand aber Die Königsberger Kaiserrede hat die Erörterung der Woche das allgemeine Wahlrecht nur als einen Röder zum Fischen hinter dieser Bewegung nicht nur die gesammte organisirte Ar- beherrscht, ohne daß man heute, nach zehn Tagen, im Trüben betrachtet hat, das wußten wir von Anfang an. beiterschaft, in erster Linie die fozalistisch demokratische; man hat fagen fönnte, daß die politische Welt das Neue. Aber es ist ihm gegangen, wie anderen Betrügern. Aus e3 in der Schweiz bisher auch immer als selbstverständlich betrachtet, was durch jenen kaiserlichen att angebahnt daß jeder schweizer Bürger, auch wenn er Beamter ist, das un- werden soll, klarer erfennen gelernt hätte. geschmälerte Recht besitzt, seine Meinung als Staatsbürger, Was der Waschzettel- Fabrikant sich bei diesem bedent eventuell auch gegen seine Vorgesetzten, zu vertreten. Seidel ist lichen Sah wohl gedacht haben mag? freilich feit längerer Zeit der Antipode Greulich's, mit dem er Der Doppel- Plöh wird von Herrn Plög dementirt fich seiner Zeit um die Leitung des Arbeitersekretariats bewarb, wobei er aber unterlag; und so sind die Motive für seine Handlungs. Nicht er selbst habe sich in einen groben und einen feinen weise wohl ziemlich klar. Aber im Interesse der Bewegung lag diese Plötz gespalten, sondern die Spaltung sei von der KreuzHaltung Seidel's nicht, er hat sie vielmehr schwer geschädigt, wie Zeitung" vorgenommen worden, die und zwar mit denn seinem Thun ein gut Theil der Echuld beigemessen werden seiner Erlaubniß aus dem groben Plög einen feinen gemuß, daß die sozialistische Bewegung der Schweiz das nicht ist, macht habe. Die Sache wird immer räthselhafter. Und was sie sein könnte, und daß ein tiefer Riß durch sie hindurchgeht. nun wissen wir erst recht nicht: wer und wo ist der richtige Seidel hat mit seinen Angriffen gegen die Stellungnahme Plötz? Oder giebt's teinen? " des Arbeiterfekretariats nur deffen offenen und geheimen Gegnern in die Hände gearbeitet. Auf der einen Seite trat jetzt der kon- Ein telegraphischer Scherz. Der sehr polizeifreund servative Nationalrath Deucher im Nationalrath in Bern auf, liche Telegraph meldet aus Petersburg: " 11 einem Betrüger ist er ein Betrogener( geworden. Das allgemeine Wahlrecht hat sich stärfer erwiesen, als Junter Bismarck. Und dieselbe Erfahrung werden Andere machen, die versuchen sollten, es anzutasten. Eine angenehme Familie. In nationalliberalen, also in diesem Fall offiziösen Zeitungen lesen wir:] Berlin, 12. September. Eine alberne, dabei aber auch gehäffige Legende war fürzlich in der Altmark verbreitet und drang auch in die Reichshauptstadt. Danach sollte Graf Herbert Bismarck fürzlich dem Kriegerverein von Osterburg, der sich am Sedantage in Schönhausen zur Besichtigung des Bismarck- Museums" eingefunden habe, mit bewaffneter Hand entgegengetreten fein, um die Leute zu nöthigen, das Schloß, beziehungsweise den Park, dessen Be Freund das liebliche Fräulein von Dürning, wie es leibt Gedächtniß Eurer Freundin zu thun begehrt? Der einfache indessen dem schwazhaften Gerhard bis an die Ecke der und lebt. Wer ist denn aber der junge Mann, der vor Goldreif taugt immerhin für die Nonne, die nur in stiller Straße gefolgt, wo ein Wildbär in starken Retten tanzen mir steht? Seid Jhr's denn noch, Freund Dagobert? Belle dergleichen Weltherrlichkeiten beschauen darf; Gurem mußte, um welches Schauspiel sich eine Fluth von NeuEuer Geficht gligert ja wie das Abendroth?"" Thut es Liebreiz und Eurer freien Jugend gebührt jedoch ein gierigen drängte; Dagobert schlug seiner holden Gefährtin das?" fragte Dagobert hinwieder mit einer gewissen Aengst- schöneres Geschent."- Somit langte er mit sicherem Finger vor, sie dahin zu führen. Was soll ich in dem wilden lichkeit: so tomm, alter Rumpan, komm, laß uns von in des Goldschmieds Vorrathskaften, und holte den aller- Gewühl?" fragte sie sanft und mit fleuchtenden Augen: dannen eilen." Warum zupft Ihr mich so ungestüm schönsten Ring heraus, der sich unter den übrigen aus" Vor allem, was soll ich jetzt dort? führt mich lieber zu am Aermel?" lachte Gerhard: ein schön Dirngesicht ist genommen hatte, wie ein König unter seinen Vasallen. Er unserer Wohnung, guter Junkherr. Die Mutter wird sich doch keine Teufelsfrate, die uns beheren könnte. Macht war von wälscher Art und hielt einen Saphir umfaßt freuen, Euch wieder zu sehen. Ei," lächelte Dagobert: der schönen Maid Eure Reverenz und geht dann!" mit einer herrlichen Krone von Gold und Perlen. Regina der Ton, mit dem Ihr langsam und gezogen diese Worte Um Gottes willen nicht!" entgegnete Dagobert ängstlicher, wußte nicht, wie ihr geschah, als ihr Dagobert das blizende spracht, ließe mich beinahe das Gegentheil vermuthen. Wie und suchte zu entkommen; allein im Nu drehte sich auch Kleinod an den Daumen schob, wo die vornehmen tommt es überhaupt, daß Ihr, die Herrlichkeit der Messe Reginens Gesicht nach dem seinigen und die Flucht mußte Frauen ihre Prachtringe zu tragen pflegten, und mit anzuschauen, in Eures steifen Vetters Haus gezogen seid, unterbleiben. Das anmuthige Geschöpf, obschon in dessen einem gewissen Befremden, mit einer süßen ahnenden Lust welches in abgelegener, finsterer Gasse steht, und nicht vielBügen eine zatte jungfräuliche Verwirrung ihre Rosensaat jedoch zugleich, sah sie auf das Juwel hernieder, ohne mit mehr in das unsrige, mitten im Gewühl emporragende, in ausgeftreut hatte, neigte sich freundlich gegen den Erkannten, Worten es anzunehmen, ohne sich dessen mit Worten zu welches Euch obendrein der Mutter und des Vaters freunds Regina betrachtete im Gehen und faltete wie flehend die zierlichen Hände, mit der weigern. Der Goldschmied pries indessen die Freigebigkeit, liche Einladung berief?" Bitte, doch alsobald näher zu treten. Dagobert fonnte sich mit welcher Dagobert ihm seine Forderung bewilligte, er- verlegen die Schnabelspigen ihrer Schuhe, und antwortete der Einladung nimmer entziehen und näherte sich fragenden zählte mit geläufiger Bunge, daß solch ein Wunderwerk in anfänglich gar nicht. Alsdann erwiderte sie zögerud:" Fragt Blicks. Regina flüsterte ihm hierauf rasch und heim- deutschen Landen nicht gefertigt worden, sondern, daß mich doch nicht, ehrsamer Herr. Ich kann Euch ja hierauf lichst in das Ohr:" Ach, mein lieber, ehrenwerther Junk- Neapolis dessen Heimathland gewesen; das vor einem Jahr nicht berichten, und ich darf es ja auch nicht."„ Ihr herr! Ihr erscheint, recht wie ein Engel, mir zum Troste. zehnt ungefähr eine vornehme Frau dieses Kleinod nebst kommt mir räthselhaft vor," versetzte Dagobert, dem die Die blaffe Kunigunde dort, eine liebe Gespielin von uns vielen andern bei ihm verpfändet, und auch nach verstrichener Wangen heiß wurden, ohne daß er sich bewußt war, warum: allen hier Versammelten, geht zum Advent ins Kloster, Lösepflicht gelassen habe, und setzte schelmisch lächelnd und Hingen Eure Augen nicht so fest am Boden hin, wie und sie soll ein Andenken von uns allen haben. Ringe flüsterlich hinzu:" Der gestrenge Herr möge nicht übersehen, Eure zierlichen Füßchen, ich möchte wohl die Wahrheit in sind der Freundschaft Sinubild und Kette, sagt man. Eine daß dieser Ring ein Verlobungs- und Ehereif sei."-ihrem flaren Spiegel erforschen. Ein Kummer scheint Eure jede hat daher einen goldenen Reif erhandelt, zum Geschenk Unangenehm überrascht fah Dagobert nach dem Kleinod heitre Stirne zu trüben. Was ist's, das Euch, ein Kind für die Freundin, und auch ich nicht minder; da gewahre hin, welches Regina soeben wieder vom Finger zog, und des Himmels zu betränken vermag?"- Regina seufzte ich jetzt erst, daß mir ein böser Mensch meinen Wetscher sinnig lächelnd betrachtete." Ja, ja,..." lispelte fie, wie schwer, und entgegnete so leise, daß kaum der lauschende vom Gürtel gestohlen hat, meine kleine Baarschaft war in einem holden Traum befangen, vor sich hin:" Das war Dagobert es vernahm: O Herr, auch ich habe meinen darinnen, und doch möchte ich von dem Goldschmied nicht er... der war gemeint; wandte sich dann zu Gram, wie jeder andere Mensch... wie Ihr zum Beis als eine leichtsinnige Käuferin oder Borgerin angesehen, Dagobert, und sagte mit einer Verneigung:" Es ist viels spiel selber, Junkherr."" Wolle Euch doch der Himmel noch von des Vaters hochnäsigen Töchtern ausgespottet leicht nicht recht, mein edler Herr, daß ich von Euch ein vor solchen Leiden bewahren;" rief der junge Mann erwerden. Werdet Ihr daher Bürge für mich, lieber Junk Geschenk empfahe, und obendrein will sich ein töstliches, schrocken: ,, Euer Leid ist nur das eines harmlosen Kindes herr. Die Mutter wird, sobald als Die Lieb: wie dieses, für mich nicht ziemen, aber dennoch behalte ich und vergeht schnell, wie der Märzschnee, aber ich, ich sehe Da blickte ihn Regina liche durfte nicht ausreden, und schon hatte der Kaufmann, den Ring und danke Euch. Wollt' mir jedoch nicht zürnen, meinem Trübsinn fein Ende." was ihm gehörte. Wie nun Dagobert bemerkte, daß sein wenn ich ihn nicht am Finger trage, sondern der Nonne von der Seite an, mit einem Gesichte, als wollte sie sagen: Gefährte mit den übrigen Jungfrauen ins Gespräch ge- gleich, in einsamer Belle nur befchaue." Thut wie's Euch Schelm, Du solltest ewig grämlich bleiben?- Ihr Mund treten war, und diese letzteren begierig auf die Fabeln gefällt," entgeguete Dagobert, sichtlich erleichtert:" Doppelt sprach aber zu dem Betroffenen die Worte:" Nehmt Euch horchten, die des Edelknechts ruhmrediger Mund zum gekehrt ist ein Geschenk und dessen Geber, wenn man es zusammen, Herr. Macht doch Euch, Euren Eltern und Besten gab, so sprach er ferner zu der dankbar bewegten der stillen Aufmerksamkeit würdigt, ohne sein im alltäg. Euren Freunden wieder Freude. Glaubt mir, Euer TrübRegina Jhr werdet mir doch wohl erlauben, mein lichen Gebrauche zu vergessen."- Regina warf einen ver sal wird sich endigen, und bald, sage ich Euch." anmuthiges Fräulein, daß ich den Augenblick, in dem ich so legenen Blick auf den Jüngling, und der Ring verschwand ( Fortfehung folgt.) glücklich war, Euch einen geringen Dienst zu erweisen, schnell in dem golddurchwirkten Mieder. Nun erst besann ebenfalls an eine Kette legen darf, wie Ihr mit dem sich das Fräulein auf ihre Gespielinnen, allein diese waren slchtigmig et nicht gestatten wollte, zu verlassen. Der wahre Each- verhalt ist nach den Ermittelungen des„Berliner Tageblatt" folgender: Vor etwa drei Wochen— also nicht am Sedantage— an einem Sonntag, hatte sich aus dem Städtchen Osterburg eine größere Ge- sellschasr— kein Kriegerverein— in Schönhausen eingefunden, um alle diese Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen. Während nun die Besichtigung des„Bismarck-Museums" Jedem gestattet .ist, ist neuerdings das Betreten des Parkes und des Gartens, die zu dem vom Grafen Bismarck bewohnten Herrenhause gehören, verboten, und dieses Verbot ist durch Tafeln, die sich an den Eingängen befinden, bekannt gemacht. Hatten nun die Oster- burger dieses Verbot nicht gelesen oder ihm keine Beachtung ge- schenkt— genug, sie betraten den Garten und sahen sich in dem- .selben um. Graf Herbert Bismarck, der die Anwesenheit der Besucher mißliebig bemerkte, ließ sie zuerst durch einen Diener .auffordern, sich zu entfernen. Die Osterburger beriefen sich nun .darauf, daß der„alte Herr"— nämlich Fürst Bismarck— die Besichtigung des Gartens stets gern gestattet habe, und setzten ihre Wanderung fort. Jetzt kam Graf Bismarck selbst aus dem Schlosse und forderte die Leute energisch auf, sein Besitzthum schleunigst zu verlassen, was denn nach einigem Hin- und Her- reden auch geschah. Es wurde nun, wie erwähnt, allgemein erzählt, daß der Graf seiner Aufforderung mit der Waffe in der Hand einen besonderen Nachdruck verschafft habe. Genaue Nachzorschungen ergaben jedoch, daß das ungeheuerliche Gerücht schließlich auf eine Aeußerung zurückzuführen ist, welche ein An- gestellter des Grafen Herbert Bismarck in einem Gasthofe des Ortes gethan hat, und die dahin lautete:„Die Leute haben sich dem Grafen gegenüber derart benommen, daß dieser wohl das Recht gehabt hätte, ihnen zwischen die Beine zu s cl, i e ß e n."— Und daraus haben Leichtfertigkeit oder böser Wille eine solche Räubergeschichte gemacht! Na! Na! Eine„allgemein erzählte" Geschichte, die „genaue Nachforschungen" erheischt, ist doch wohl keine so ganz grundlose„Räubergeschichte". Jedenfalls sieht die ganze Geschichte, auch so wie sie entschuldigend erzählt wird, recht häßlich aus, und wenn die„A n- .gestellten" sich solche Rohheiten zu schulden kommen lassen, wie das brutale Drohen mit„zwischen die B e i n e s ch i e ß e n", so wird man doch unwillkürlich an das Sprüchlein erinnert: wie der Herr, so der Diener— welches Sprüchlein sich auch umdrehen läßt: wie der Diener, der Herr.— Tie Posener Wallfahrer— teutsche Männer aus Posen— waren gestern in Varzin und wurden von dem schwatzhaften Schloßherrn mit einer seiner stereotypen Reden abgestraft. Da der Herr nichts mehr zu sagen hat, und Jedermann auswendig weiß, was er über die Schlechtigkeit der Caprivi'schen Politik im Allgemeinen und seiner Polen- Politik im Besondern denkt oder zu denken vorgiebt, so können wir unsere Leser mit einem Resümee des Inhalts verschonen. Der Barziner Rummel muß übrigens sehr anstrengend gewesen sein, wie aus nachstehendem Tele- gramm erhellt: Varzin, 17. September. Fürst und Fürstin Bismarck haben den gestrigen Tag verhältnißmäßig gut überstanden. Das Befinden beider ist zufriedenstellend. Da wird wohl Schweuninger demnächst einschreiten müssen.— Bayerisches. Wir haben nachstehenden Brief er- halten: — IS. g. 94. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der Notiz„Bayerisches" vom Freitag, den 14. d. M., findet sich eine Aussassung der Geisteskrankheit König Ludwig's, die ich als Irrenarzt nicht unwiderjprochen lassen kann, umsomehr, als ich zufällig mit den einschlägigen Ver- Hältnissen genau vertraut bin. Sie schreiben, König Ludwig sei schon zur Zeit der Kaiserproklamation geisteskrank gewesen, man habe ihn aber erst dann für irrsinnig erklärt, als er anfing sich von der Bismarck'schen Politik abzu- wenden. Der erste Satz ist durchaus richtig, ja man kann sogar behaupten, daß der König, der an einer vererbten Geisteskrank- heit litt, nie geistesgesund gewesen ist. Interessant ist übrigens das Faktum, daß als der König Ludwig den zwischen den Regierungen von München und Berlin verabredeten Brief an den König Wilhelm schreiben sollte, in dem er ihm die Kaiserkrone anbot, er von den Ministern nicht auf- gesunden werden konnte. Er hatte sich, wie so oft, in eins seiner einsamen Jagdschlösser zurückgezogen, wo man ihn erst nach einiger Zeit entdeckte. Die Geisteskrankheit des Königs war auch den Ministern vollständig bekannt, und trotzdem duldeten sie es, daß er seine wahnsinnigen Luxusbauten ausführte, daß er Dinge trieb, die hier nicht einmal angedeutet werden können. Durchaus falsch ist es aber, daß die Absetzung des Königs erfolgte, weil er der Bismarck'schen Politik untren wurde. In den letzten Jahren lebte der König nur noch in einer Traum- weit, die er sich aus seinen Sinnestäuschungen zurecht gemacht hatte, von den Ereignissen dir Wirklichkeit, also auch von Bis- marck'scher Politik, hatte er zuletzt, wenn überhaupt, jedenfalls nur noch eine dämmernde Vorstellung. Die Absetzung er- folgte, weil es einfach nicht mehr weiter ging. Die Kasse war leer, die nothwendigsten Unterschriften, die der König früher wenigstens mechanisch geliefert hatte, waren nicht mehr zu erlangen, die wichtigsten Regierungs-Schriststücke blieben monate- lang liegen u. s. w. Zudem machten sich Spuren des tiefsten geistigen Verfalls geltend. Der König wurde unsauber, das Ge- dächtniß schwand immermehr und schließlich machte sich ein Hang zu raffinirter Grausamkeit geltend, sodaß er seiner Umgebung gefährlich wurde. Die Minister, welche die Ab- setzung nach dem Schlosse Neu-Schwanstein brachten, haben Be- weise dieser Grausamkeit erhalten, die ich hier nicht weiter an- führen will. Richard Wagner und Bülow als Bismarckssche Agenten zu bezeichnen, ist doch sehr naiv. Ersterer, der durchaus kein Bismarckmann war, benutzte den König, um für seine Unter« nehmungen(Bayreuth) Geld zu bekommen, und letzterer hat sein Bisinarck'sches Her, doch erst recht spät, lange nach König Ludwigs Tode entdeckt. Zum Schluß muß ich gegen die Bezeichnung des unglücklichen Professors Gudden „als ober st er Wärter" protestiren. Dieser hervorragende Gelehrte und Arzt, dem wir eine große Bereicherung unserer Kenntnisse in dem Bau des Gehirns verdanken, war wohl mehr, als ein gewöhnlicher Wärter. Wenn Ihnen irgend etwa? in dm letzten Lebensjahrm König Ludwigs unklar ist, so bin ich, der ich die ganzen Um- stände genauer als die meisten kenne, zur Ausklärung gern bereit. Mit Hochachtung »»» Wir danken für die freundlichen Aufschlüsse. Es freut uns, auch von kompetentester Seite bestätigt zu finden— was uns früher bestritten ward—, daß der König von Bayern, als er den entscheidenden Schritt zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs that, geisteskrank war. Wir nehmen Akt. Was den politischen Charakter der„attischen Nächte", und insbesondere die von den Herren Wagner und Bülow gespielte Rolle betrifft, so haben wir das Zeugniß eines der Theilnehnier, des armen Rockel(der wegen seiner Betheiligung an dem Dresdener Mai-Aufstand viele Jahre lang im sächsischen Zuchthaus gesessen). Von Röckel erhielten wir in Gegenwart verschiedmer noch lebenden Freunde die genauesten Mittheilungen. Bülow war beiläufig schon 1863 im Bismarck'schen Bann. Daß der unglückliche Ludwig II. gemeingefährlich geisteskrank war, als er abgesetzt wurde, das unterliegt keinem Zweifel; allein ebenso gewiß ist, daß er schon lange vorher ebenso hochgradig krank war. Vorher hatte er sich aber seinen, bekanntlich die Bismarckische Politik vertretenden Berathern gefügt. Diese wandten sich gegen ihn erst, als sich seine Wuth gegen die Bismarckische Politik richtete, und er sogar Ver- biudungen zu den: Zweck anknüpfte, sich im Nothfall ge- waltsam von der Vormundschaft zu befreien. Erst jetzt wurde eingegriffen. Wir hatten also ganz recht: der Wahnsinn ward geduldet und ausgenutzt, so lange er sich für die Bismarck'sche Politik gebrauchen ließ; und der wahnsinnige König ward in die Zwangsjacke gesteckt (figürlich), erst als er dieser Politik gefährlich wurde. Das hat das bayerische Volk begriffen, und das ist es, was die heute noch fortglimmende Erbitterung— die einen Augen- blick lang in offene Flammen auszubrechen drohte— hervor- gerufen hat. Bezüglich Dr. G u d d e n' s müssen wir unserem ver- ehrten Korrespondenten recht geben. Mit dem vielleicht nicht ganz passenden Ausdruck„oberster Wärter" hatten wir übrigens das zweite Opfer der Tragödie des Starnberger See's nicht herabsetzen wollen.— In den österreichisch- ungarischen Telegations- ansschnssen wurde, wie üblich, viel politisirt und ge- kannegießert. Erwähuenswerth— nicht wegen ihres In- Halts, sondern wegen ihrer Inhaltslosigkeit— sind blos die Ausführungen des Grafen K a l n o k y. Derselbe sagte nach dem Wolff'schen Telegramm: Der Dreibund sei nicht gegen Rußland gerichtet, sondern be- zwecke nur die Erhaltung des Friedens. Man brauche den Dreibund nicht zu fürchten, man rechne aber mit ihm; infolge dessen seien die Beziehungen mit allen Mächten, auch mit England, gut., Die Sympathien Frankreichs hätten sich bei der Reise des Kaisers gezeigt. Der Ab- schluß eines Handelsvertrags mit Rußland habe auch die politischen Beziehungen gebessert. Angesichts dieser Umstände könnten die Ereignisse in den kleinen Staaten nicht beunruhigen. Oesterreich-Ungarn wolle in Serbien keine Politik machen, die Beziehungen zu Serbien hätten sich seit anderthalb Jahren ge- bessert. Die inneren Vorgänge in Bulgarien allerirten nicht die Beziehungen zu den: Lande. Die Bulgaren seien klug und würden die errungene Position nicht aufs Spiel setzen. Der bewaffnete Friede werde noch eine gewisseZeit fortdauern, weil das Gefühl der Sicherheit in die Bevölkerung noch nicht eingedrungen sei; allein die Regierungen thäten ihr Möglichstes, um die Beunruhigung fernzuhalten. Die Presse habe durch ihre Sensationsnachrichten einen großen Antheil an der Beunruhigung. Die Regierung von Rumänien habe sich trotz der nationalen Strömungen stets korrekt benommen und den freund- nachbarlichen Pflichten genügt; er sei überzeugt, daß dies auch in Zukunft so bleiben werde. Herr Kalnoky ist nicht glücklich mit seinem Versuch, die Verantwortlichkeit für die unsichere Lage und die allgemeine Unbehaglichkeit von den Regierungen abzuwälzen. Wir überschätzen die Macht der Regierung wahrhaftig nicht, und fern ist es von uns, sie ausschließlich verantwortlich machen zu wollen, allein einen wesentlichen Theil d'er Schuld tragen sie unzweifelhaft durch ihre rein negative, blos aus die Erhaltung des Bestehenden gerichtete Politik, und vor allem durch die unaufhörlich st e i- genden Krieg drüstun gen, die alle Friedens- betheuerungen Lügen strafen.— Aus Rnstland. Es wird uns geschrieben: Vom russischen Zaren wird viel in letzterer Zeit gesprochen. Bald soll er sich überarbeitet haben und Mangel an frischer Luft und Bewegung haben, bald soll er wieder blühend aussehen und vorzüglich gestimmt sein. Ja, das Leben des Zaren ist eben ein Geheimniß. Wer sieht ihn? Wer spricht ihn? Und welcher von denen, die ihir sehen und sprechen, hat ein Juteresse daran, die Wahrheit über ihn zu verbreiten! Er soll sich überarbeitet haben! Wodurch denn? Vielleicht durch die Abfassung seiner„Erinnerungen aus dem Krimkrieg", die in französischer Sprache erschienen sein sollen! Warum in französischer und nicht m russischer Sprache— das mag wohl seinen Grund darin haben, daß dies Buch die russische Zensur nicht vassiren könnte. Viele literarische Kollegen des Zaren und darunter auch die bösen„Nihilisten", sind dadurch auch gezwungen, ihre Schriften im Auslande erscheinen zu lassen. Nach einigen, in den deutschen Zeitungen, veröffentlichten Nachrichten, soll der Zar als Staats- und Familienhaupt viel zu leiden haben. So brachte vor einigen Tagen die„Kölnische Zeitung" einige Daten über die Familienverhältnisse des Zaren- Hauses. Danach solle» sich mehrere Mitglieder dieses Zaren- Hauses der besonderen U n g u n st des Zaren erfreuen und sogut wie aus der Familie ausgestoben sein. Am schlimmsten soll es in dieser Beziehung um den Sohn des verstorbenen Großfürsten Konstantin Nikolajewitsch, dem Großfürsten Nikolai Konstantino- witsch stehen. Er habe sich viel Schlimmes zu schulden kommen lassen und sei dafür von seinem Oheim Alexander II. nach Turkesta» verbannt worden. Wir sind in der Lage behaupten zu können, daß in der„Köln. Ztg." betreffs dieses Großfürsten nicht die volle Wahrheit wiedergegeben ist. Wahr ist folgendes. Großfürst N. K. gehörte thatsächlich zu den sympatischsten Mit- gliedern des Zarenhauses, und da er sich durch seine selb- ständige und unabhängige Haltung besonders hervorthat, so zog er sich die Ungnade des Zaren Alexander II. zu. Er wurde nach Orenburg am Ural(nicht nach Turkestan) verbannt. Das er- regte großes Aufsehe», und um die über den Großsürsten ver- hängte Strafe zu rechtfertigen, scheute man sich nicht in der Zarenfamilie, über den Verbannten das Ge- rücht zu verbreiten, daß er sich einen ganz gemeinen Diebstahl babe zu schulden kommen lassen. Dies genügte nicht, denn da der Verbannte auch in seiner Verbannung nicht aufhörte, gegen die ungerechte Strafe zu protestiren, entschloß man sich, kurz und bündig ihn für verrückt zu erklären. Unmittelbar nach dem Tode Alerander'ssil.swandte sich der Großfürst an Alexander Iii. mit der Bitte, dieser möge ihm gestatten, nach Petersburg zu kommen, damit er feine privaten Angelegenheiten ordnen könne. Als ihm das verweigert wurde, entschloß er sich, ohne Erlaubniß nach Petersburg zu reisen. Sein Vetter Alexander III. war von seinem unerwarteten Besuch nicht wenig überrascht, und forderte von ihm, daß er den Eid der Treue gegen den neuen Zaren ab- legen solle. Der rebellische Verwandle weigerte sich und gab„Väterchen" folgende Antwort:„Sie haben sich nicht gescheut, mich für verrückt zu erklären und jetzt fordern Sie von mir, daß ich den Eid der Treue leiste? Ein Verrückter ist jedes Eides entbunden." Kurz darauf kehrte der Großsürst nach Orenburg zurück; hier weilte er nur unter der Aufsicht des Grafen Rostowzew, der zu seinem Vormund ernannt worden war. Der Großfürst oblag eifrig verschiedenen Studien, und die Thatsache, daß ein Mitglied der Zarenfamilie sich innerhalb der Stadl nicht ohne polizeiliches„Beaufsichtigung" bewegen konnte, ließ ihn in kürzester Zeit zu einem Freund der Orenburgischen Bürger- schaff werden. Ter Fürst lernte die Tochter des damaligen Polizeidirektors Dreier kennen und heirathete sie. Nun war an einer Versöhnung mit dem Zaren gar nicht mehr zu denken. Um aber aus der unbestimmten Lage, in der er sich befand, herauszukommen, siedelte der Großfürst mit Frau und Kind nach Turkestan über. Hier begründete er eine Seiden- waaren-Fabrik, und betheiligte sich hervorragend an der kulturellen Arbeit in diesen entfernten Ländern. Sein Verhalten gegenüber den Arbeitern ist durchaus lobenswerth, und diese seine Humanitär war es auch, was zu dem Märchen geführt hat, er habe sich in die Arme deS Nihilismus geworfen und dafür auch längere Zeit die Annehmlichkeiten der Festung Schlüsselburg gekostet.— Ei» frommer Anarchist. In bürgerlichen— nationalliberalen— Blättern finden wir folgende Notiz: Madrid, 12. September. Ein Berichterstatter der Tele- graphen-Agentur„Fabra" hat neulich den„bekehrten" Anarchisten Salvador m seiner Zelle aufgesucht und ihn bei einer über- reichen Mahlzeit überrascht, die er mit großem Appetit verzehrte. Seine Zelle ist mit allen möglichen Heiligenbildern und Kruzifixen ausgestattet, und ihn selbst umgeben ganze Stöße von Andachts- büchern. Der Besucher äußert sich über seinen Eindruck nach der„Köln. Zeitung" wie folgt:„Man könnte danach an eine Bekehrung glauben, wenn man nicht sowohl an der taltung des Gesangenen als auch an dem ganzen pvarat, womit er sich umgiebt, ein studirtes, an- genommenes Wesen wahrnähme; er scheint mehr eine be- stimmte Rolle darzustellen, als sich freimülhig zu äußern. Berührt man irgend einen Punkt der sozialen Frage, so sieht man ihn auf Irrwege gorathen, indem ibm Bemerkungen zum Preise der Anarchie entschlüpfen." Obwohl der assistirende Jesuitenpater ihm neuerdings die Kommunion gereicht hat, scheint man von der Idee, ihn in einen Mönchsorden auszunehmen, wieder abgekommen zu fein. Dieser fromme Anarchist, den die katholische Geistlichkeit liebkost und der mit der Kommunion auch die Absolution, d. h. Freisprechung von seinen Sünden er- halten hat, ist der Urheber des Bomben- attentats von Barcelona?— Malon's Todestag— der 16. September— wurde in Paris vorigen Sonntag von einer Anzahl Parteigenossen, die sich an seinem Grabe auf dem Pere-Lachaise versammelten, feierlich begangen. Benoit Malon, der voriges Jahr nach langen und schweren Leiden uns entrissen ward, ist vielen deutschen Genossen vom Pariser und vom Brüsseler Kongresse her persönlich bekannt. In Brüssel war sein Zu- stand schon hoffnungslos.— Ter Kongrest i» Nantes, welcher gestern nach drei- tägiger Dauer beendigt ward, war der zahlreichst besuchte der bisherigen Parteikongresse. Die Tagesordnung war von ungewöhnlicher Wichtigkeit und soweit die Verhandlungen durch die Blätter und telegraphisch bekannt sind, können wir sagen, daß der Kongreß auf der Höhe seiner Aufgabe stand. Unter andern hat er sich schon dadurch allein ein großes Verdienst erworben, daß er, wie ein Telegranim meldet, dem, den Arbeitern ronianischer Abstammungs noch vielfach gefährlichen Phantom des G e n e r a 1 st r e i k s durch eine klare Resolution kräftig zu Leibe gegangen ist. Von unserem Pariser Korrespondenten haben wir sol- genden Bericht über die erste Sitzung erhalten: Paris, IS. September. Der gestern in Nantes eröffnete Landeskongreß der französischen Arbeiterpartei— der zwölfte seit ihremBestaude— scheint der dortigen opportunistischenMunizipalität recht ungelegen gekommen zu sein. Im Gegensatze zuanderen.und zwar nicht nur sozialistischen Munizipalitäten, die nicht selten den in ihren Gemeinden abzuhaltenden Arbeiterkongressen eine Sub- vention gewähren und die Kongressisten zu einem„Ehrenwein" laden, ja selbst im Gegensatze zu den monarchistischen Aldermen Englands, welche die Gepflogenheit haben, die verschiedenen Ar- beiterkongresse in der Townhall zu empfangen und ihnen zu Ehren daselbst ein Fest zu veranstalten, hat die„republikanische" Muni- zipalität von Nantes den Kongressisten sogar jeden Saat ver- weigert, so daß sie sich schließlich gezwungen sahen, den Kongreß im Lokale des dortigen sozialistischen Verbandes abzuhalten. Natürlich wird der Kongreß dadurch nichts von seiner Bedeutung verlieren. Im Gegentheil. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: I. Bericht des Nationalraths der Partei. 2. Allgemeiner Stand der Partei(parlamentarische Thätig» keit, Wahlen, Presse. Propaganda). 3. Die den Arbeitern durch die Zlusnahmegesetze vom De- zember 1893 und Juli 1894 geschaffene Lage. 4. Der Sozialismus und die Streiks. s. Das bäuerliche Eigenlhum und die ökonomische Eni- Wickelung. 6. Die Leiden der Landwirthschaft und die von den kapi- talistrschen Regierungen vorgeschlagenen Heilmittel. 7. Ergänzung des landwirthschastlichen Parteiprogramms von Marseille. 3. Die Departementsivahlen von 1895. 9. Verschiedenes(Seemannsfrage:c.). Die wichtigste Frage des Kongresses bildet die Landfrage. der denn auch drei Punkte der Tagesordnung gewidmet sind und deren Behandlung allseilig, mehr vielleicht noch von opportunisti- scher als von sozialistischer Seite mit Spannung entgegengesehen wird, weil das immer tiefere Eindringen des Sozialismus unter der Landbevölkerung das Parasilenthum mit einem wahren Grauen erfüllt. Diese Frage und die darauf bezüglichen Punkte werden erst heute zur Verhandlung gelange». Gestern— der Kongreß währt nur drei Tage— wurden die ersten drei Punkte be- handelt, über die ich, bis mir aussührlichere Meldungen vor- liegen, blos kurz berichten will. Genosse Zevaös hat den Bericht über die Thätigkeit des Nationalraths der Partei abgestattet und dabei besonders auf die Propaganda hingewiesen, welche dessen Mitglieder im ganzen Lande betrieben haben, während Genosse Jules Guesde über den allgemeinen Stand der Partei reserirte und dabei in ebenso ausführlicher wie glänzender Weise das Verhalten der sozialistischen Abgeordneten in der Kammer dar- legte. Ein Votuni, das der Thätigkeit des Nationalraths ganz und voll beistimmt und die Abgeordneten der Partei beglück- wünscht, die sozialistische Vereinigung in der Kammer herbei- geführt zu haben, bildete den Abschluß der betreffenden Sitzung. Die Verhandlung des dritten Punktes schloß mit der An- »ahme einer von Guesde vorgelegten Erklärung, die sich in energischer Weise gegen die Schandgesetze ausspricht. Leider liegt mir die Erklärung noch nicht vor, um sie dem Wort- laut nach mittheilen zu können, und muß mir dies daheij für eine spätere Korrespondenz vorbehalten. Damit waren die Verhandlungen des ersten Tages ab- geschlossen. Wie die Mandatsprüsung ergeben hat, beträgt die Zahl der Delegirten 87, die zusammen 97 Orte und 300 sozialistische Gruppen, Syndikate und Verbände vertreten. Die meisten Delegirten wurden entsandt von Calais, Lille. Roubaix, Tour- eoing, Fourmies, Cherbourg, Armentiöres, Havre, Montlu?on. Orleans, Carmeaux, Tours, Roanne, Bordeaux, Cahors, Nimes, Bauoaire, Alais und Marseille. Unter den Delegirten befinden sich die Abgeordneten Carnaud, Chauvin, Guesde, Jaurös und Jourde, ferner�Lafargue, Telcluze, Lavigne u. s. w. Zum Schlüsse sei noch bemerkt, daß zahlreiche Zuschriften, u. a. von der sozialdemokratische» Partei Deutschlands, der panischen Arbeiterpartei und der russische» Sozialdemokratie eingelaufen und vom Genossen Jourde unter lebhaftem Beifall des Kongresses zur Verlesung gebracht worden sind.— Die Republik Perier's im Arm der Pfaffen. Aus hier wurde wieder einmal versucht, außer dem verantwortlichen abzugeben. Außerdem bitten wir alle Genoffen, welche Arbeit. Frankreich erhalten wir folgendes Telegramim: Redakteur des„ Voltsblattes", Gen. Simon, der einen Bäcker- geber tennen, die in unserem Sinne thätig sind, diese noch be= Villeneuve sur 2ot, 16. September. Der Unterrichts- meister, indem er ihn Boykottwachmeister" titulirte, beleidigt sonders aufmerksam zu machen. Mehrere Arbeitgeber. ninister Leygues nahm hier die feierliche Einweihung der Statue haben sollte, auch noch den Drucker Gen. Ewald unter An- An die Schneider und Schneiderinnen! Schon ver der Republik vor. In seiner Erwiderung auf die Ansprache des flage zu stellen. Der betreffende Bäckermeister hatte, wie er selbst schiedentlich ist über den Werth und Nugen von BetriebswerkPfarrers, welcher sagte, die Geistlichkeit werde den Rathschlägen zugeben mußte, zwei Soldaten, die in einem bontottirten Geschäft stätten in der Schneiderei und die Kampfesmittel der organisirten des Papstes folgen, erklärte der Minister:" Sie erinnern an Bigarren gekauft hatten, denunzirt. Sehr bezeichnend ist auch, Arbeiterschaft gesprochen worden. Um aber ein flares Bild zu vie Weisheit des Papstes, welcher überall Frieden daß, wie die Verhandlung ergab, der Staatsanwalt den erhalten, wird der Kollege Timm in einer öffentlichen Verand Einigkeit predigt. Auch die Republit ist eine läger erst auf mehrere angebliche Beleidigungen hatte sammlung der Schneider und Schneiderinnen am Dienstag, den Regierung der Duldung und Versöhnung, sie achtet den Glauben aufmerksam gemacht. A13 das weitaus merkwürdigste 18. September, Abends 81/2 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakoband hegt den Wunsch, Religion und Staatswesen muß aber der Strafantrag des Staatsanwalts bezeichnet werden, straße 48a, über: Betriebswerkstätten in der Schneiderei, ein möchten in gutem Einvernehmen zu leben der gegen den Redakteur 50 M. Geldstrafe für jeden Beleidigungs- sozialer Fortschritt und treibendes Kampfesmittel" referiren. trachten." fall beantragte, den Verleger aber mit je 1 Monat abgerundet, Mögen es sich die Kollegen und Kolleginnen in anbetracht dieses Platter kann man vor dem Papst und seiner Klerisei also mit 3 Monaten bestraft wissen wollte. Der Gerichtshof wichtigen Themas zur Pflicht machen, recht zahlreich in dieser nicht auf dem Bauch liegen. schloß sich dem Antrage Ewalds an und sprach ihn frei, da Versammlung zu erscheinen. Die Agitationskommission der feine Mitthäterschaft nicht unter Beweis gestellt sei. Genosse Schneider und Schneiderinnen. Simon wurde zu der obigen Strafe verurtheilt. An die Glasarbeiter. Von seiten des spanischen Ein übelberathenes Bürschchen ist der junge Graf oon Paris", der seit dem Tode des Herzogs von Orleans, seines Vaters, das Geschäft der Prätendentschaft auf den Thron Frankreichs eröffnet hat. Er will nicht blos mit Worten, sondern auch mit Thaten für seine„ heilige" Sache eintreten. Wir rathen dem obendrein sehr problematischen Königs- Jüngelchen, es bei den Worten bewenden zu lassen. Ansonsten könnte es in einem französischen Gefängniß sterben oder gar in einem französischen Festungsgraben. Belgien. Der Plan eines liberalen Wahlbündnisses mit der Arbeiterpartei kann nun als endgiltig gescheitert betrachtet werden. Die Arbeiter, welche die größere Hälfte der Wählerschaft bilden, können nicht mit 4 Kandidaturen von 18 für Brüssel vorlieb nehmen. Die Folge der Kurzfichtigkeit und Intoleranz der liberalen Parteien wird sein: die beiden bürgerlichen Fraktionen gehen bei den nächsten Wahlen zusammen, und die Arbeiter kämpfen auf eigene Fauft, was für die Entwickelung der sozialistischen Partei entschieden das beste. Auf Korea wollen die Japaner am 15. d. Mts. einen großen Sieg" erfochten haben, von dem die Chinesen natürlich nichts wissen. Parteinachrichten. Ganz ähnlich lag eine andre Klage gegen Sidow, den Ver- Glasarbeiter Verbandes wird mitgetheilt, daß in den fasser, und Ewald, den Drucker eines Flugblattes, in welchem Glaswerken von Barcelona ein Streit ausgebrochen ist. Die ein Gastwirth beleidigt sein sollte. Hier mußte Freisprechung deutschen Glasarbeiter werden gebeten, sich nicht durch lügenhafte für Beide erfolgen, da die angezogene Stelle, wie der Gerichts- Vorspiegelungen nach Spanien locken zu lassen. hof selbst anerkennen mußte, sich auf den angeblich Beleidigten gar nicht bezog. Von einem Kinderfest Erlasse ist nun auch die Stadt Meerane beglückt worden. -In Oberlungwig bei Chemnih sind 25 Arbeiter unter Anklage gestellt, weil sie einer Vereinigung( dem Textilarbeiter Verband) angehören sollen, die die Rechte einer Körperschaft nicht erlangt habe. ÷ in der Redaktion und Setzerei, sowie in der Wohnung des Re- Gehaussucht wurde seitens der Polizei am 15. d. M. dakteurs der Breslauer Bolts wacht" nach einem Manuskript; gefunden wurde natürlich nichts. - Die Auflösung des Liegnißer Frauen- Bildungsvereins ist vom Kammergericht bestätigt worden. In Beuthen( Oberschlesien) hatte der Bevollmächtigte der Zahl stelle des Holzarbeiter- Verbandes zwecks Abhaltung von Vereinsabenden eine Privatwohnung gemiethet, da ein öffentliches Lokal nicht aufzutreiben war. An dem Tage, an dem der erste Vereinsabend stattfinden sollte, kam ein Polizeibeamter in das Komtoir feines Chefs; gleich darauf wurde er gerufen und ihm eröffnet, daß er entlassen sei, da der Chef durch die Polizei vor ihm gewarnt worden sei; er wäre ja ein ganz gefährlicher Mensch, was er gar nicht gewußt habe. So wurde also in diesem Fall ein völlig unbescholtener nüchterner Mann, Familienvater, welcher Parteikonferenzen. Eine Parteifonferenz von Vertretern dreizehn Jahre zur vollsten Zufriedenheit in des 12. hannoverschen Reichstags- Wahlkreises fand am 9. d. M. dem Geschäft thätig war, sofort entlassen! Gleich in Göttingen statt. Dem Bericht der Agitationskommission, darauf wurde durch den Polizei- Inspektor und fünf Polizeiden Genosse Lesche Göttingen erstattet, ist zu entnehmen, beamte in feiner Abwesenheit(!) in der Wohnung Haussuchung daß eine Einnahme von 451 M. zu verzeichnen gewesen sei und gehalten und alles durchsucht. Zum Schluß wurden die Mit nach Abzug der Ausgaben noch ein Bestand von 228 m. verglieder- Versammlungen wegen Choleragefahr(!) verboten. bleibe. Gewählt wurde sodann eine Agitationskommission aus 7 Mitgliedern. In einer Resolution fordert die Konferenz das Provinzial Agitationskomitee auf, für den 11., 12. und 13. hannoverschen Reichstags Wahlkreis einen Provinzial Soziale Uebersicht. Frankenhausen, den 20. August 1894. Aus Güstrow geht uns folgendes Schreiben zu: Die Versammlungsfreiheit, die im ganzen Deutschen Reiche, selbst in Sachsen, wenn auch im beschränktesten Maße gewähr leistet ist, hängt in Medlenburg gänzlich von Polizeignaden ab. Thatsächlich darf in Güstrow teine gewerkschaftliche Bersammlung tagen. Eingeleitet wurde dieser Angriff auf das den Arbeitern nach§ 152 der Gewerbe- Ordnung gewährleistete Recht mit der Auflösung der am Donnerstag, den 6. September, stattgefundenen Bürger der Stadt waren über diesen Akt ganz perplex. Denn gerade Bersammlung. Sämmtliche Anwesende, unter ihnen angesehenſte sprach der überwachende Polizeiwachtmeister die Auflösung aus, als der Referent Bate aus Hamburg entwickelte, wie sehr der konser vative Nationalökonom Rodbertus damit Recht hatte, wenn er sagte, daß dem Arbeiter unter der heutigen Produktionsform nur so viel zum allernothwendigsten Lebensunterhalt gegönnt würde, als hierzu im Verhältnisse die Maschine an Kohlen zur nothwendigen Krafterzeugung gebrauche. ist Das Leiden ist freilich, daß mit Bewachung von Versamni lungen Leute betraut werden, denen ihr Leben lang keine Auftlärung über politische und wirthschaftliche Fragen zu theil ge worden ist. Von der Absicht der Auflösung der Versammlung ganz zu schweigen, muß doch der Beamte unbedingt unter der Voraussetzung gehandelt haben, daß sich die Aeußerung Bate's unter den Begriff Politik definiren läßt und somit die Mecklen burgische Verordnung von 1851 die günstige Handhabe bietet. Nach dieser Verordnung bedürfen politische Versammlungen der ministeriellen Genehmigung und die von dieser Seite seit Bestehen der betreffenden Verordnung zu Arbeiterversammlungen noch nicht ertheilt worden. Es hat den Anschein, als ob regierungsseitig ängstlich darüber gewacht werde, den Arbeiter vom öffentlichen Leben fernzuhalten. In der Beantwortung einer Beschwerdeschrift, welche in dieser Sache an das Ministerium des Innern gerichtet war, heißt es, daß die Auflösung der Betreffenden Versammlung zu Recht geschehen sei, weil in den Ausführungen des Referenten Aufreizungen zum Umfturz der staatlichen Ordnung zu erblicken seien und gleicherzeit aus demselben Grunde das Verbot aller in der= felben Angelegenheit( Streik in der Mecklenburgischen Waggonfabrit) etwa anberaumten Versammlungen sei. Die ungerechtfertigkeit und Unrechtmäßigkeit dieser Ansicht läßt sich beweisen doch damit wäre in Mecklenburg nichts bewiesen; und ein Glück ist es, daß der dortige Arbeiter dies weiß. Wegen solcher Maßregeln geht der Güstrower Streik nicht verloren. Parteitag einzuberufen. Für den Parteitag in Frankfurt Der Streik der Seiler in Schlotheim ist natürlich am Main wird der Genoffe Trilse Göttingen als Delegirter, nach Meinung der bürgerlichen Presse, wie alle andern, von den Hahn Münden als Vertreter gewählt. Nachdem sich die Arbeitern frivol vom Baune gebrochen. Diese verlogene Notiz Konferenz in einer Reſolution noch dafür ausgesprochen hatte, wird durch folgendes Vorkommniß treffend widerlegt. Anläßlich in Zukunft dem Kommunal- Verwaltungswesen noch mehr Auf einer unglücklichen Geburt, die eine Operation des Neugeborenen merksamkeit zu schenken, wurde die Sigung geschlossen. Die Vertreter des 17. hannoverschen Wahliche Zeugniß: nothwendig machte, erhielt der Vater des Kindes folgendes amttreises waren am gleichen Tage in Harburg versammelt; Die Mittel zur Vornahme einer derartigen Operation und anwesend waren 17 Personen. Der Vertrauensmann Weniger der damit verknüpften Unterbringung in einer Klinik stehen dem Harburg fonnte berichten, daß die Agitation namentlich auch auf Water nicht zur Verfügung, da er außer den nöthigsten Kleidungsstücken Der Verband deutscher Berg- und Hüttenarbeiter dem Lande schon gute Früchte getragen. Im Stadtgebiet ist die nichts besitzt und auf den spärlichen Lohn als Seiler angewiesen dürfte einer Erklärung des Schriftführers Hünningshaus Organisation gut und die Opferwilligkeit der Parteigenossen ist, mit dem er eine Familie mit 6 Kindern kaum erhalten kann. zufolge nun doch ein wenig oder gar nichts bei dem in eine große. Hierauf wurde die Abrechnung verlesen. Dieselbe Wegen dieser ärmlichen Verhältnisse wird ergebenst gebeten, die Liquidation befindlichen Konsumverein der Bergkeute verlieren. weist eine Einnahme von 4937,84 M. und eine Ausgabe von Aufnahme des Kindes in die Universitätsklinik zu Göttingen un- Die Erklärung lautet: In der Generalversammlung des Ver4151,83 m., vom 1. November 1893 ab, auf, so daß entgeltlich zu genehmigen. bandes deutscher Berg- und Hüttenarbeiter am 26. August, wurde ein Kassenbestand von 786,01 m. verbleibt. Als Delegirter beschlossen: unsere Forderung hinter den ersten Forderungen der zum Parteitag in Frankfurt a. M. wird Genosse Weniger- HarFürstl. Schwarzburg. Landrathsamt: A. Klipsch. Gläubiger geltend zu machen, wogegen die Gläubiger auf die Ueberburg für den 17. hannoverschen Wahlkreis gewählt. Eine längere Während die bürgerliche Presse ihren Lesern alle Neuigkeiten schüsse verzichten. Durch dieses Uebereinkommen hat der Verband Debatte entstand über die Gründung einer Parteipreffe für den unterbreitet und nicht genug über die Frivolität der Streifenden sein Geld nicht verloren, sondern wird vollständig befriedigt 17. Hannoverschen Wahlkreis. Genosse Baerer erstattete Bericht eifern kann, wird vorstehendes Schreiben unterschlagen. werden, da die Ueberschüsse nach der von dem Liquidatorenvon der vor kurzer Zeit gewählten Kommission. Dieselbe hat in Die Wahlen zum Gewerbeschiedsgericht in und Gläubiger- Ausschuß in einer Gläubiger- Versammlung, an mehreren Sitzungen die Frage nach allen Seiten hin berathen Posen, die am 12. September dort stattgefunden, haben, wie welcher der unterzeichnete Theil nahm, vorgelegten Bilanz ca. und Fachmänner mit zu Rathe gezogen. Alle Berechnungen wir der" Posener Zeitung" entnehmen, und bei der Stimmen- 8000 bis 9000 m. baar betragen werden und dann auch noch unter Zugrundelegung einer Abonnentenzahl von 2500 feien, ab= gesehen von kleinen Differenzen, gleichlautend. Auf eine Abon- enthaltung von deutscher Seite nicht anders zu erwarten war, die in 9 Filialen sich befindenden Waaren dem Verbande zufallen mit dem Siege der volksparteilichen polnischen Kandidaten ge- werden. nentenzahl von 2500 sei aber nicht mit Bestimmtheit zu rechnen. endet, die 162 Stimmen erhielten, gegen nur 30, welche auf die Eine Berechnung mit einem hiesigen Drucker habe zwar den niedrigsten Anschlag ergeben, aber es sei zu bedenken, ob derselbe auch im Stande sei, die Zeitung auf die Dauer dafür herzustellen. Auch bei dieser Berechnung decke sich die Einnahme, Blümchen- Kaffeelands wird heute telegraphirt:" Dresden, Dortmund, 17. September. Bei den Wahlen für das Ge. wenn man die Woche pro Abonnent 18 Pfennige rechnet, völlig 17. Sptember. Heute wurde von dem Minister des Innern werbegericht siegte die Liste der christlich- patriotischen Partei mit mit der Ausgabe. Nun seien aber in der Ausgabe unvorher v. Meßsch einer aus Bergarbeitern der Gewerkschaft Deutsch- 1695 Stimmen gegen die Liste der Gewerkschaftskommission gesehene Fälle überhaupt nicht berücksichtigt worden. Schulz- land" der von Arnim'schen Werke und des Beckerschachts in mit 1550 Stimmen. Wilhelmsburg sieht in der Sache nicht so schwarz wie Baerer. Hänichen, sowie der Grube Himmelfahrt in Freiberg bestehenden Christiania. 17. September. Ein Theilnehmer an der Er ist der Meinung, daß, wenn die Genossen dafür eintreten, Deputation eine Audienz gewährt, in welcher die Deputation Peary'schen Nordpol- Expedition, der Norweger Giwind Astrup, das Unternehmen bestehen wird. In längerer Rede sprechen zu dem Minister einen mit 7244 Unterschriften versehenen Protest hat an das Morgenbladet" telegraphirt, er habe an der diesem Punkte noch Wilm- Wilhelmsburg, Weber- Buxtehude, überreichte gegen die von den Vertretern der Sozialdemokratie Binneneis- Expepition nicht theilgenommen, weil er durch FieberSchaller- Wilhelmsburg, Mau, Weniger, Hillmer, Asbar, Nothbohm bei den Verhandlungen der zweiten Kammer im Februar anfälle, die ihn in der letzten Zeit heimgesucht hätten, start Harburg und Tödter- Ower theils für, theils gegen die Gründung. und März d. J. gegen Beamte der königlichen Bergbehörden angegriffen sei. Er habe an der Melville Bai eine 1100 RiloDieselbe wird schließlich mit 9 gegen 8 Stimmen abgelehnt. und des königlichen wie des Privatbergbaues vorgebrachten Be- meter weite Expedition unternommen, und es sei ihm gelungen, Hierauf erfolgte mit einem dreimaligen Hoch auf die internatio- schwerden und Anschuldigungen. Der Minister sicherte die wohl von einer Küstenstrecke von 300 Kilometern eine Karte zu entnale Sozialdemokratie der Schluß der Konferenz. wollendste Wahrnehmung und Berücksichtigung der Interessen des werfen. Diese Strecke sei größtentheils mit außergewöhnlich Bergbaues zu." Als ob man nicht wüßte, wie das gemacht wird. weit ausgedehnten Gletschern bedeckt. Die Peary'sche Expedition Es muß aber, trotz aller krampfhaften Rettungsarbeiten, um die sei wegen Mangels an Proviant zurückgekehrt. Sache der Ordnungsparteien in Sachsen sehr schlecht stehen, da sie auf solche Kindereien verfallen. Für den bayerischen Parteitag haben die Münchener Sozialdemokraten folgende Anträge gestellt: Gründung eines bayerischen Wochenblattes, das sich speziell mit den ländlichen Kandidaten der Hofpartei" entfielen. Ordnungsparteiliche Späßchen. Aus der Hauptstadt des " 1 Verhältnissen befassen soll, die Gründung einer großen bayerischen Nächstens sammelt man wohl Arbeiterunterschriften" zu einer Landesorganisation zu Agitationszwecken und der Antrag auf Betition gegen die Umsturzparteien"? materielle und geistige Unterstützung der Landagitation. Die Tabakarbeiter von Frankfurt a. M. haben einen Ausschuß gewählt, der den Tabaksteuerprojekten der Reichsregierung durch den Nachweis entgegenarbeiten soll, wie ein derartiges Gesez Tausende von Arbeitsträften arbeitslos machen würde. Wird beschränkter Unterthanenverstand" die Reichsregierung überzeugen? " Gewerkschaftliches. Die Saalabtreiberei, wie sie gegenwärtig in Rö In a. R h. geübt wird, dürfte die Behörde in eine recht eigenthümliche Situation bringen. Der der Stadt gehörige große Saal Gürzenich" ist bisher den Sozialdemokraten und den Gewerkschaften verweigert worden. Vor kurzem hat nun die Stadt beschlossen, einen Arbeitsnachweis zu errichten, dessen Leitung und Ueberwachung einem Ausschuß übertragen werden soll, der aus Vertretern aller Organisationen der Arbeiter und Arbeitgebern Achtung Gewerkschaften Berlins! besteht. Die Gewerkschaften Kölns beabsichtigen 4 Ausschußmitglieder und 4 Vertreter zu wählen, können diese Wahl aber nicht Die Gewerkschaften Berlins werden darauf aufmerksam gevornehmen, weil sie feinen größeren Saal zur Verfügung haben. macht, daß am Montag, den 24. d. Mts., in Berlin 10 große Sie haben deshalb an den Magistrat das Ersuchen gerichtet, den öffentliche Gewerbegerichts- Wähler Versammlungen stattfinden Gürzenich freizugeben. Auf die Konsequenz des und ersuchen wir die Gewerkschaften, zu diesem Tage keine VerMagistrats darf man gespannt sein. fammlung abzuhalten. Depeschen: ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) 0 ( Depeschen- Burean Herold.) Lemberg, 17. September. Die Stadt Mosciska in Ostgalizien steht in Flammen. Salonichi, 17. September. Ein mit Getreide beladener englischer Dampfer ist auf der Fahrt von Odessa nach Gibraltar bei Hasan Jstelassi gescheitert. London, 17. September. Heute vom ostasiatischen Kriegsschauplage eingetroffenen Depeschen zufolge, ist es zwischen Japanern und Chinesen bei der Festung Ping- Yang zu einer entscheiden den Schlacht gekommen, wobei die Japaner den Sieg davongetragen haben. Die Festung, von 20 000 Mann zuerst hartnäckig vertheitigt, mußte schließlich kapituliren; die Japaner erbeuteten Waffen, Lebensmittel und viele Fahnen. Die Verluste auf chinesischer Seite betragen 16 000 Mann an Todten, Ver wundeten und Gefangenen. Unter den letzteren befinden sich mehrere hohe chinesische Würdenträger und Offiziere, unter Anderen der General Tsofont, der Oberbefehlshaber der Mandschurenarmee. Die Japaner hatten 30 Tobte zu verzeichnen. melden, find die Behörden von Tientsin davon benachrichtigt London, 17. September. Wie die„ Times" aus Shanghai worden, daß 21 japanesische Transportschiffe mit 10 000 Mann Truppen abgefegelt sind, um einen Einfall in China zu bewirken. Die chinesischen Hafenbehörden haben auf diese Nachricht hin alle nothwendigen Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Der chinesische Admiral Ting fährt in südlicher Richtung den chinesischen Schiffen entgegen. London, 17. September. Rardinal Vaughan hielt eine bes deutende firchenpolitische Rede. Fast alle hiesigen Blätter tommentiren dieselbe und erörtern hauptsächlich die Stelle, wo der Kardinal ausführte, die katholische Kirche sei bereit, der anglikanischen Kirche gegenüber in bezug auf Disziplin weitgehendste Konzessionen zu machen, daß sie aber im Prinzip der Autorität nicht mit sich handeln lasse. Die deutsche Freiheit" begrüßen durfte am Sonnabend Der geschäftsführende Ausschuß der Reichstags- Abgeordnete Gen. Bu eb in Mülhausen iG. der Berliner Gewerkschafts- Rommission. Bueb hatte bekanntlich eine dreimonatliche Strafe wegen Preßjünden zugetheilt erhalten; ob er nun gebessert aus dem Achtung, Maler! Die Filialversammlung der Maler Gefängniß zurückkehrt?- Eine tausendköpfige Menge so und Anstreicher in Rigdorf findet heute wegen der schreibt man uns empfing ihn mit begeisternden Hochrufen auf Voltsversammlung nicht statt, sondern erst Dienstag, den 25. Sepdie Sozialdemokratie und seine Person vor den Thoren des Ge- tember. Die Kollegen werden ersucht, in der Volksversammlung fängnisses. Die dargebrachten Ovationen bewiesen aufs Neue, zu erscheinen. Rezerau. daß alle Gewaltmaßregeln nur zur Stärkung unserer Sache bei- Für die Orts- Krankenkaffe für Handlungsgehilfen und tragen. Ob man in der russischen Abtheilung des deutschen Lehrlinge finden diese Woche die Ersatzwahlen der Delegirten Reichs hieraus die entsprechenden Lehren zieht, bleibt allerdings statt und machen wir hierdurch nochmals auf deren hohe Wichtigfraglich. Indessen: Wir haben gekämpft bis hierher, wir werden teit aufmerksam. Die Agitation unserer Gegner ist beweiter fämpfen. Hoch die Sozialdemokratie! sonders lebhaft in den Reihen der Arbeitgeber. Wir bitten deshalb alle Genossen, die auch nur eine Person bei der obenPolizeiliches, Gerichtliches 2c. bezeichneten Raffe angemeldet haben, von dem ihnen zustehenden - Mit dem Brandenburger Militärboykott Wahlrecht Gebrauch zu machen und heute, Dienstag, den 18. Sepzusammenhängend war eine Anklage, welche dieser Tage vor dem tember, Abends 81/2 Uhr, pünktlich im Bürgersaale des RathSchöffengericht zu Brandenburg zur Verhandlung stand. Auch hauses sich einzufinden, um ihre Stimme für unsere 43 Kandidaten Attentate zu bestrafen. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötsch in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthj... pe 2 Tanger, 17. Sept. Wie letzte Meldungen aus Casablanca besagen, sind die der marokkanischen Regierung zugegangenen Proteste wegen der Vergewaltigung des britischen, dänischen und anderer europäischer Konsrin völlig erfolglos geblieben. Die Regierung des Sultans fei ganz ohnmächtig, die Urheher der Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 217. Dienstag, den 18. September 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jalrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung ges worden. Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstüßung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, tampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbefizer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbefizer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei tönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes fich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Rampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß unser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird. Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinft feinen Tropfen Ningbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kintz u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Rathenow, Niederlage bei May Denn hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank furt a. D. Phönix- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spiekermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Branerei in Storkow( in Firma A. Miethe), Vertreter: Spiekermann, Weberstraße 66. Brauerei Hildebrandt, Nowawes. Vertreter: H. Hensel, Krausenstraße 18. Die Boykottkommission. Osten. Lorenz, Roppenstr. 47; Tempel, Langestr. 65;| besitzers. Der Kleine Käthner, der selber weiß, wie Hunger und Wilte, Andreasstr. 26; Spiekermann, Weberstr. 66; ueberanstrengung drückt, ist dem Ermüdeten behilflich und giebt Stabernack, Mühlenstr. 49a. ihm im Quartier soviel er vermag; der Edelste und Beste dagegen thut für den maroden Vaterlandsvertheidiger auch keine Fingerspitze mehr als er nothdürftig nach dem Reglement thun muß; der Soldat kann sich des" Patrioten" wegen zu Tode hungern und dürfien! Süd- Ost. Köhn, Naunynftr. 83; 3ubeil, Naunynstraße 86; Hente, Gr. Frankfurterstr. 73 und Naunynftr. 86. Süden und Westen. Schonheim, Gräfestr. 8. Charlottenburg und Schöneberg. Wernicke, Charlottenburg, Krummestr. 19. Im Berliner Aquarium sind neun Riesenschlangen anPankow. Durch Volksversammlungsbeschluß ist die hiesige gekommen, acht Stück aus Indien und ein aus West2otalfommission um weitere drei Mitglieder verstärkt afrika. Die indischen sind sog." Tigerschlangen", die Afrikanerin worden; sie besteht jetzt aus neun Mitgliedern. Die Neu- zählt zu der braungefleckten und gebänderten Spezies, die von gewählten sind die Genossen Lukas, Schwarz und Otto. den Eingeborenen im Westen des dunklen Erdtheils abgöttisch 3. A.: Otto Ehlert, Schriftführer, Pantow, Berlinerstr. 24. verehrt und daher den Namen Abgottschlange wirklich und weit Das Debut der antisemitischen Freien dentschen eher als wie die Boa Südamerika's beanspruchen dürfte. Bühne" hat am Sonntag nach einem Bericht des theilnehmend Schillers Befeuchtung. Der jetzt vollständig ausgearbeitete gesinnten" Bolt" mit einem betrübenden Reinfall geendet. Schon Plan zur Errichtung zweier Springbrunnen auf dem Schillerplaz die gestrige Erstaufführung hat, so schreibt das Blatt, bedauer- wird den Stadtverordneten binnen furzem vom Magistrat unterlicher Weise gezeigt, daß nicht einmal in den Kreisen, an die sich breitet werden. Die Springbrunnen sollen nach der MarkgrafenInteresse dafür vorhanden ist, das man einem judenreinen beytmals errichtet werden. Ihre Gestalt soll der Architektur des die neue Bühnengründung vorzugsweise wendet, das weitgehende straße zu auf den Rasenflächen zu beiden Seiten des Schillermodernen Theater wünschen muß. Denn wenn von den vielen Schauspielhauses möglichst angepaßt werden, weshalb zwei einreinen Antisemiten" Berlins, von denen die Gründung doch fache, kreisrunde Becken gewählt worden sind. Wie die freisauszugehen scheint, einem so wichtigen Eröffnungsakt schließlich runden Becken mit der Architektur des Schauspielhauses zusammennur etwa drei bis vierhundert Personen( Damen und Kinder hängen, entzieht sich unserer Kenntniß. einbegriffen) beiwohnen, so ist das ganz gewiß herzlich wenig 11 000 M. für die Brunnenanlage und 17 000 M. für die nothund spricht nicht eben für die volle Ausreife des Unternehmens." wendige neue Röhrenleitung. Eine ähnliche vernichtende Kritit läßt das„ Volk" dem aufAhlwardt geht wieder ins Gefängniß. Die Staats geführten judenreinen Volksstück zu Theil werden. " Die wenigen darin vorhandenen richtig beobachteten Züge Bolksversammlung in den" Germaniasälen, in der Reichstagss bürger Zeitung" meltet:" Die für Montag Abend angesagte modernen Lebens fonnten den ganzen dürftigen Kohl ebenso wenig fett machen, wie einige hier und da angebrachte und viel belachte Abgeordneter Ahlwardt sprechen wollte, findet nicht statt, da ihm ein Strafaufschub nicht bewilligt worden ist und er seine satirische Hiebe auf Mißbildungen und Auswüchse des heutigen Erwerbslebens; und es zeugt daher wenig von der dramaturgi- Strafe bis Abends um 6 Uhr angetreten haben muß." schen Wohlberathenheit der neuen Gründung, daß sie. die Zwei sensationelle Selbstmorde. Aussehen erregt im Zukunft der Freien deutschen Bühne abermals mit einem Volts: Südwesten der Stadt der Selbstmord des sehr begüterten Hauptmanns a. D. und Hauseigenthümers Vette. Ihm gehörte das Haus Friesenstraße 21, dessen ersten Stock er mit seiner Wirthschafterin und deren Knaben zusammen bewohnte. In der Nacht zum Sonnabend etwa um 1 Uhr hörten die beiden Verkäuferinnen des Butterhändlers Schulze, die in einem hinter dem Laden belegenen Zimmer schlafen, über sich den Knall eines Schuffes und einen dumpfen Fall. Gleichzeitig war die Wirthschafterin ausgeschreckt worden, die ihren Herrn mit einer Schußwunde in die rechte Schläfe auffand. Ueber die Beweggründe zur That gehen die Ansichten auseinander. Einerseits wird be hauptet, Vette sei dem Spiel und Trunk nicht abhold gewesen und habe unter dem Einfluß eines Rausches Hand an den er mit einem Miether führte, ihn schwermüthig germacht habe. sich gelegt, andererseits will man wissen, daß ein Prozeß, Ein Bruder des Verstorbenen, der höherer Justizbeamter im Posenschen ist, wurde durch den Draht hierher gerufen.- Der zweite Selbstmord ist geeignet, weite Kreise in Erregung zu verLouisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, stück des Herrn Paul Grafemann bedroht." N., Gartenstr. 152. Tokales. Ein Glück für die deutsche Kunst, daß sie nicht einzig auf die Urteutschen angewiesen ist. Vielleicht haben die Herren ein Einsehen, lassen Kunst Kunst sein und bleiben beim Radaumachen und Boykottbier- Vertilgen. Die Das Das kaiserliche" Gesundheitsamt in Berlin bereitet Die juristische Sprechstunde findet in dieser Woche nicht eine gemeinfaßliche Anleitung zur Gesundheitspflege unter dem Titel„ Gesundheitsbüchlein" vor. Direktor und Mitglieder Mittags, sondern Abends von 74 bis 84 Uhr statt. des Gesundheitsamtes haben haben sich sich vereinigt, Ist Herr Röficke wirklich so geschmacklos? In Moabit vegetirt ein fleines Wochenblättchen, das sich durch Bierannoncen Errungenschaften auf dem gesammten Gebiete der Gesundheits und Boykottschimpfereien allerniedrigsten Ralibers über Wasser zu wissenschaft zusammenzustellen und gemeinsaßlich in einem für halten sucht. Seine Lieblingsbeschäftigung übt es unter Aus- Schule und Haus bestimmten Buche wiederzugehen. schluß der Deffentlichkeit durch die dramatische Vorführung von Berlin erscheinen, gut ausgestattet, zweckmäßig illustrirt und das " Gesundheitsbüchlein" soll im Verlage von Julius Springer in Schlinger", und" Liebrecht" aus, die in seinen Spalten Champagner trinken und Auſtern effen und das bei zu einem übermäßig billigen Preise weiteſten Kreisen zugängWir nehmen von Volk beschwindeln. dem Kampf mit lich gemacht werden. Diesem Büchlein wird in maßgebenden Interesse entgegengebracht; unter anderem geistigen Waffen, den das Blättchen ums liebe Brot nothgedrungen Kreisen großes Interesse entgegengebracht; unter setzen. Es handelt sich um den Bildhauer Henning, dessen nennt man als Mitarbeiter zwei Minister, welche einführt, natürlich aus Mitleid feine Notiz und wir würden uns Werkstatt im Rauch- Museum, Klosterstr. 76, belegen ist. Hier man mit Hungerlöhnen gewiß nicht mit dessen dunkler Existing befassen, wenn uns nicht gehend darlegen werden, wie ein Exemplar dieses antisemitischen Radaublättchens in die von 2 M. und 25 Pf. nicht allein ein ehrlicher, sondern auch hatte er vor wenigen Tagen eine Löwengruppe vollendet, die er zum Verkauf stellen wollte. Am Montag Vormittag gegen hände gespielt worden wäre, dem ein Bettel folgenden Inhalts mit Weib und diversen Kindern ein viel gefunderer Mensch 10 Uhr hatte der Direktor des Museums, Professor Siemering, bleiben fann, als der besser entlohnte Oberbeamte, der 10/2 anhing: erlaube ich mir, Ihnen ein Gremplar der„ Moabiter Nachrichten" in schauervollen Verſen loszuwerden trachten muß. Auch Thür hinter sich geschlossen, als ein Schuß fiel. Profeffor getroffen. Kaum hatte Siemering den Rücken gewandt und die Auf Beranlassung der Schultheiß- Brauerei seine förperlichen und seelischen Gebrechen in Karlsbad und den Künstler besucht und vor seinem fertigen Werk stehend auzu übersenden und um freundliches Ginspaunen in den Beitungs- foll in dem Büchlein auf die entsetzlichen ſanitären Verhältnisse Siemering trat sofort wieder ein und fah, daß der Künstler vor halter zu bitten. Die ferneren Nummern werden regelmäßig eingegangen werden, unter denen der Arbeiter leidet und man der Löwengruppe in seinem Blute lag, er hatte sich mittels eines wird, getreu den heute gangbaren sozialpolitischen Marimen be= folgen. Bei aller aufrichtigen Feindschaft, die Herr Rösicke der weisen, daß er in enger Fabrik und in stickiger Hinterhaus. Revolvers erfchoffen. Im Elend verkommen. Ein Leichenfund ist in einem Berliner Arbeiterschaft schuldig ist für so verbohrt tönnen wohnung für so verbohrt können wohnung bei der nöthigen Frömmigkeit dennoch besser wir ihn nicht halten, daß er die Grenzen des guten Geschmacks daran ist als das wohlgemäftete Schwein des Großgrundbesizers, Heuhaufen auf dem Grundstücke Invalidenstr. 115 gemacht worden. überschreitet und fich Ungeziefer zu seiner Unterstützung heranholt. das ohne irgend welche Tröftung seinem Schicksal verfällt. Als am Montag früh ein Arbeiter für die Küche eines MolkereiIst auch die Noth im Brauereiring anerkanntermaßen be- Kurzum, das Buch wird nicht verfehlen, auf die hochgehenden besitzers Futter holen wollte und in das Heu hineingriff, faßte denklich groß an der Hilfe der mehr oder weniger anständigen Wogen sozialpolitischer Erregung besänftigendes Del zu gießen. es den leblosen Störper eines Mannes. In ihm ist der 45 Jahre alte obdachlose Arbeiter Otto Bein aus mitgeführten Papieren größeren Blätter hat es Herrn Rösicke noch nie gefehlt' zur Ein liebliches Manöverbild bringen die im allgemeinen erkannt worden, der in dem Heu sein Nachtlager gesucht hatte Insektenwelt braucht er nicht seine Zuflucht zu nehmen. für die Edelsten und Besten schwärmenden„ Neuesten Nachrichten". und dort vom Tode ereilt worden ist. Es wird daher ein Mißbrauch seines Namens vorliegen. Dies Blatt schreibt: Ueber außergewöhnlich schlechte QuarDreißig nene Richter sollen zu Ostern 1895 in Berlin Zur Lokallifte. Urbanstraße 51, schänkt tiere des Gardekorps wird allgemein geklagt. Namentlich boyfottfreies Bier, und nicht, wie in der Sonntagsnummer wurde es seitens der Soldaten sehr bitter empfunden, daß sie eingestellt werden. irrthümlich angegeben, Bier aus der Unionsbrauerei. The so häufig von wohthabenden Leuten den armen und Die Straffammer H in Explosionsgefahr. Ein Bubenwald, Barutherstraße 16, ist aus der Liste zu streichen, weil er är msten Familien, welche aus der Einquartierung ein Ge- streich, der schlimme Folgen hätte haben können, ist am Montag Ringbier verzapft. In Hohen- Neuendorf sind die Lokale schäft zu machen suchten, zugewiesen wurden. Wenn man auch im Moabiter Gerichtsgebäude verübt worden. Eine Frau Starke, von Ivert und Forster gesperrt, weil beide Ningbier führen. zugeben muß, daß gerade die Mart Brandenburg von deren Ehemann im Gerichtsgebäude angestellt ist und auch wohnt, In Abel's Lotal, Weißensee, wird wieder Ringbier ge- jeher am meisten unter der Einquartierungslast zu leiden hatte einen starken Gasgeruch wahrgenommen und machte dem schänkt. Die Parteigenoffen wollen dies beachten. Hartmann, hat, so können derartige Drückereien doch nicht streng Rastellan bezügliche Mittheilung. Dieser forschte längere Zeit genug verurtheilt werden. Hollmannstr. 9/10 schänkt ringfreies Bier. Hoffentlich wird schon die nach und entdeckte schließlich, daß in einem Vorraum des Abortes, An die Gastwirthe Berlins und der Umgegend! Um öffentliche Meinung den Betreffenden die Lust zur wie in dem zum Untersuchungsgefängniß führenden Treppenflur den regelmäßigen Bedarf an Bier seitens der Gaft und Schant- Wiederholung solcher Schiebungen verleiden. Es müßte sonst je ein Gasarm abgeschraubt und gestohlen worden war. Der wirthe Berlins und Umgegend zu decken, haben die verschiedenen um den märkischen Patriotismus sehr schlecht bestellt Dieb hatte die Deffnung nicht wieder verstopft, sodaß die Gase frei ausströmen konnten. Durch Deffnen der Thüren und Fenster außer dem Ring befindlichen Brauereien von auswärts selbst hier sein." Die Neuesten Nachrichten" brauchten nur bei ihrem Herrn wurde die Gefahr einer Explosion rechtzeitig beseitigt, die um so Niederlagen von ihren Bieren eingerichtet. Die unterzeichnete um zu erfahren, verhängnißvoller hätte werden können, als die zweite Straffammer Rommission glaubt, daß dadurch ein jeder Gast- und Schankwirth, und Meister in Varzin anzufragen, e3 mit dem Patriotismus der seine Gäste befriedigen und denselben ringfreies Bier ver- daß der Wohlhabenden in des Landsgerichts II über den mit Gas angefüllten Räumen der Mark und anderswo immer miferabel aussieht, tagte, und außerdem die Bureaus der beiden Gerichte mit Beamten abfolgen will, dazu in der Lage ist. Sollten dennoch unpünftliche und unregelmäßige Lieferungen sobald bei diesem Patriotismus tein Geschäft zu machen besetzt waren. Zur Explosion in der Kaferue des 2. Garde. von Bier vorkommen, so ersucht die Kommission, alle Beschwerden ist, oder sobald er Unbequemlichkeiten verursacht. Es muß den an die unten genannten Adressen zu richten, wonach dann das armen Gemeinen" beim letzten Manöver übrigens schon sehr Regiments. In dem Zustand der drei bei der Explosion in Weitere veranlaßt wird. arg mitgespielt worden sein. Jeder Soldat wird sonst berichten, der Kaserne des zweiten Garde- Regiments verunglückten Personen, Norden. Scheb 3, Reinickendorferstr. 7; Haferlandt, daß ihm ein Quartier bei kleinen Leuten immer noch zehnmal der anfangs als hoffnungslos erschien, ist am Sonntag glück Bellermannsir. 87. lieber ist, als der Aufenthalt auf dem Gute des adligen Grund- licherweise eine merkliche Wendung zum Besseren eingetreten. " " Vermischtes. Alle drei Opfer wurden als vernehmungsfähig bezeichnet, find| Aufhalten eines durchgehenden Gespannes hin und erlitt einige, aber, vielleicht aus Schonungsrücksichten, über den Hergang des anscheinend unerhebliche Verlegungen.- Nachmittags erhängte sich Unfalls noch nicht vernommen worden. ein Arbeiter in seiner Wohnung, in der Gartenstraße. Abends Stuttgart, 17. Sept. Ju dem pyrotechnischen Laboratorium Reine gute gebratene Gans. Zahlreiche Gänseheerden fuhr ein Handelsmann in der Grimmstraße mit seinem unbeleuchteten wandern jetzt durch die Vororte. Die Preise der ziemlich abge- Geschäftswagen im Trabe in die Menschenmenge, die sich in der Gebr. Weiffenbach ereignete sich am Sonnabend Nachmittag triebenen Thiere schwanken zwischen 2 bis 3 m. das Stück. Die folge des Einmarsches von Truppen gebildet hatte, und ver- infolge von Spielerei mit einem Brennglas eine Explosion. Fünf Personen wurden schwer, eine Person leicht verlegt. Vier von Gänse müssen aber noch wochenlang gemästet werden, ehe sie letzte durch Ueberfahren eine Person schwer und zwei leichter. einen Braten abgeben, der wirklich als eine gute Gabe Gottes" Am 16. d. M. Morgens zerschlugen zwei unter fittenpolizeilicher den Verwundeten find inzwischen gestorben. Aufsicht stehende Mädchen, nachdem sie aus einem Kaffeelokale in Cholera. Petersburg, 15. September. An Cholera bezeichnet werden kann. Man sei also vorsichtig beim Rauf der Alexanderstraße entfernt worden waren, die Glasscheiben der erkrankten bezw. starben vom 8. bis 14. September in Petersdieser, auf dem stundenlangen Straßentransport meist entsetzlich Eingangsthür. Gins der Mädchen verletzte sich dabei so schwer burg 92 bezw. 50 Personen; vom 2. bis 8. September erkrankten gequälten Thiere. am Arm, daß seine Ueberführung in ein Krankenhaus erforder- in Kronstadt 2 Personen, in Warschau erkrankten 35, 16 starben. Ein schweres Sittlichkeitsverbrechen mit dem Tode ge- lich wurde, während das andere nur leichte Verlegungen an der Aus den Gouvernements liegen aus der Zeit vom 2. bis büßt hat in der Nacht zu Montag ein etwa 30 Jahre alter Mann Hand davontrug. Nachmittags wurde im Spandauer Schiff 8. September über Erkrankungen bezw. Todesfälle folgende Melin Halensee. Es handelt sich um den Geschäftsführer der Tele- fahrtskanal, bei der Fennbrücke, die Leiche eines Mannes angebungen vor: Lomsha 23 bezw. 16, Petrifau 823 bezw. 259, graphenbauanstalt von Wehr aus der Andreasstr. 32, Namens schwemint. Abends sprang ein Mann bei der Zwillingsbrücke Sjedlitz 198 bezw. 97, Estland 13 bezw. 7, Witebst 68 beziv. 26, Emil Wagner, der in der Gubenerstr. 12a wohnte. Am Sonntag in den Luisenstädtischen Kanal, wurde aber alsbald herausgezogen Kowno 42 bezw. 20, Minst 100 bezw. 44, Podolien 446 bezw. 175, Abend gegen 10 Uhr bemerkte der Buffetier Anton Becker einen und nach dem Krankenhause gebracht. Am 15. und 16. d. M. Besarabien 453 bezw. 158, Wladimir 30 bezw. 13, Kostroma Mann im hellen Anzuge mit Strohhut nahe am Grunewald- fanden drei unbedeutende Brände statt. 136 bezm. 37, Nowgorod 179 bezw. 76, Dlonez 105 bezi. 51, Bahnhofe, der sich in Begleitung eines etwa 10jährigen Mädchens Pskow 44 bezw. 18, Samara 32 bezw. 24, Simbirsk 6 bezw. 5, entfernte. Becker folgte beiden heimlich und überraschte W. bei Zwer 5 bezw. 1, Tula 2 beziv. 2, Jaroslau 110 bezw. 55. Aus der Ausführung eines Verbrechens. Auf die im ersten Unwillen der Zeit vom 26. August bis 1. September wurden gemeldet an den Wüstling gerichtete Frage: Was machen Sie hier", stellte aus Kalisch 65 Erkrankungen und 31 Todesfälle, Kjelce 735 dieser die Gegenfrage: Was wollen Sie denn hier", entfloh dann bezw. 413, Radom 422 bezw. 232, Kurland 30 bezw. 19, aber, als Becker ihn festnehmen wollte. Er rannte auf einen Livland 96 bezw. 38, Rafan 67 bezw. 24, Perm 52 bezw. 19, bei dem Hanke'schen Grundstück befindlichen Pfuhl zu. Becker Rjäsan 236 bezw. 84, Zambow 1 bezw. 2. In Plozk erkrankten hatte Hilfe herbeigerufen und man umstellte das mit Gestrüpp vom 12. August bis 1. September 910 Personen, es starben umwachsene Wasserloch. Aus dem Auffliegen zahlreicher Wild494 Personen, in Astrachan vom 19. August bis 1. September 65 bezw. 30, in Jekaterinoslaw vom 26. August bis 8. Eep= tember 16 bezw. 6, in Kaluga vom 30. August bis 8. September 36 bezw. 14, in Nishni- Nowgorod vom 27. Auguft bis 9. Septbr. 535 bezw. 347 Personen. Witterungsübersicht vom 17. September 1894. Stationen. 660 Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. AS OUR Windrichtung Windstärke NANNAN( Stala 1-12) 770 770 GD B 770 60 768 Still . 767 768 Still 768 N 761 770 773 V 767 NND B . WNW DGD Wetter anvading CES( nach Celsius Nebel Nebel 10 11 heiter 12 wolfenlos 10 halb bedeckt Nebel 11 halb bedeckt 1 bedeckt 2 wolfig 15 heiter 2 wolkenlos 50 G. 4° R.) enten schloß man, daß der Flüchtige in das Wasserloch hinein- Swinemünde. gerannt war. Nachdem man ihn bis gegen 121/2 Uhr dort gefangen Hamburg gehalten hatte, vernahm man aus dem Wasser heraus dumpfes Berlin Stöhnen, forschte mit Hilfe eines Kahnes nach und fand denn Wiesbaden. den Gesuchten, der bis an den Mund in das Loch hineingerannt München war, um auf der anderen Seite die Flucht fortzusehen, aber in Wien dein Morast stecken geblieben war. Wagner gab noch schwache Haparanda Lebenszeichen von sich. Als man ihn herausgezogen und an das Petersburg Land gebracht hatte, war aber der Tod bereits eingetreten. Cork. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. 3wei Polizeibeamte Aberdeen und ein Gendarm haben die Leiche und die bei ihr vorgefundenen Paris Werthfachen Uhr und Ring mit Beschlag belegt. Das in Wetter- Prognose für Dienstag, den 18. September 1894. Begleitung Wagners befindliche Mädchen, das gleichfalls zu ent- Beitweise etwas nebeliges, vorwiegend heiteres, trockenes, am tommen versuchte, wurde ergriffen und als Klara Behrendt vom Nollendorfplatz 3 festgestellt. Wagner sollte am Sonnabend für Tage ziemlich warmes Wetter mit schwachen östlichen Winden. sein Geschäft seine Gelder einziehen. Ob er dies gethan hat, steht noch nicht fest, bei ihm wurde kein Geld vorgefunden. Berliner Wetterbureau. Gewerkschaftliches. 4579 Die Steinträger und Maurer, die am 22. August, Abends 7 Uhr, am Bahnhof Gesundbrunnen Zeugen der Affäre waren, Die polizeiliche Vernichtung der Chemnißer Gewerk in der ein Arbeiter wegen seiner Wochenkarte sistirt wurde, werden ersucht, ihre Adresse in der Restauration von Stabenow, Brunnen- schaftsorganisationen findet in der„ Leipziger Zeitung" folund Usedomstraßen- Ecke abzugeben. gende Vertheidigung, die dem Blatte von einem Anonymus augegangen ist: Pest, 16. September. Heute um Mitternacht brach in der Maschinenwerkstätte der der Eskompte- und Wechslerbank ge= hörigen Schiffswerft Feuer aus, welches die Werkstätte völlig vernichtete. Die Ursache des Brandes ist unbekannt. Der Schaden ist sehr bedeutend. Rom, 16. September. Der Senator Fabretti, Professor an der Universität Turin, ist gestorben. Briefhaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet in dieser Woche nicht Mittags, sondern Abends von 74 bis 84 1hr statt. Rothstein. Eine Stadt Bärenburg ist uns nicht bekannt. Es giebt ein Dorf dieses Namens in der sächsischen Kreishauptmannschaft Dresden. Gut Heil. Dazu haben wir keine Zeit. Wenden Sie sich an ein Mitglied der Lokalkommission. 2. 23. 1. Nein. 2. Voller Schadenersatz steht, wie es scheint, den Betreffenden zu. Sprechen Sie nach dem 23. d. M. zwischen 12 und 1 Uhr mit den betreffenden Papieren vor. C. K. Gerichtskosten verjähren in 4 Jahren. Die wesent lichsten Vorschriften über Verjährungsfristen finden Sie im Briefkasten vom 6. September. G. Sch. 1. Nein. 2. Unter Niederschlägen versteht man Regen, Schnee, Hagel u. f. w. Kr. Sie haften für diese Schulden Ihrer Frau feineswegs. G. 165, 777 E. 2. Ja. K. M. Die Frau hat einen Anspruch auf Unterstützung nicht. Daß ein Reservist deshalb, weil er seinem Vorgesetzten auf Befragen die unwahre Angabe machte, er habe fein Geld bei sich, zu zehn Monaten verurtheilt sei, erscheint nicht glaublich: tönnen sie nicht Beweismaterial angeben und die näheren Umstände mittheilen? Völlig unbekleidet und mit zahlreichen Wunden bedeckt ist Bei Besprechung der polizeilichen Maßregeln, welche die Leiche der unter räthselhaften Umständen am 10. d. M. ver- während der letzten Zeit in Chemnitz und Umgegend gegenüber schwundenen Frau Bäckermeister Bogel, deren Gatte Schilling den Zahlstellen und örtlichen Organisationen sozialdemokratischer straße 26 wohnt, bei Stralau gefunden worden. Bekanntlich Gewerkschaften ergriffen worden sind, ist in der Presse vielfach, hatte Frau Bogel 900 m. bei fich, als sie das Haus ihres so u. a. in dem Sozialpolitischen Zentralblatt", die irrthümliche Gatten verließ und diese Summe wurde bei der Leiche nicht Meinung vertreten gewesen, daß es sich um ein Einvorgefunden. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß die an dem schreiten gegen reine" Gewerkschaftsorganisationen handle. Körper der Vogel entdeckten Verlegungen erst nach dem Tode der Frau Wenn hierunter solche Organisationen verstanden werden, herbeigeführt und allem Anschein nach durch eine Schiffsschraube welche sich ausschließlich im Rahmen von § 152 der verursacht worden sind. Hiermit in Einklang steht eine Gewerbe- Ordnung bewegen, d. h. nur die Erlangung günstiger Meldung, die der Kapitän eines eines Passagierdampfers in Lohn- und Arbeitsbedingungen insbesondere mittels Ein Stralau machte. Als derselbe mit seinem Fahrzeug auf der stellung der Arbeit" bezwecken, so würden sie schon durch die an Fahrt von Berlin die Warschauer Brücke passirt hatte, bemerkte gezogene Gesetzesvorschrift vor jeder Beanstandung geschüßt sein. man an der Schiffsschraube ein Hinderniß, welches die Fahrt Die Gewertschaften, deren örtliche Organisationen aufgelöst worden beeinträchtigte. Jn Stralau legte der Dampfer an, die Schraube sind, haben aber nicht blos thatsächlich in ihren Versammlungen Ziegler. Zur Abnahme des Huts in einem Bureau wie in wurde untersucht und man fand in derselben größere Fetzen und Vereinszusammenkünften die politische Agitation im Sinne jeder Wohnung verpflichtet der Anstand, aber kein Gesetz. Der Tuch, die von der Kleidung einer Frau herrührten. Hiernach der Sozialdemokratie geduldet und getrieben, sondern ihre statuten- Bureaubeamte hat kein Recht, Sie zum Abnehmen des Huts zu bat es den Anschein, als ob Frau V., wahrscheinlich infolge mäßigen Zwecke gehen auch vielfach und in wesentlichen Punkten zwingen. Geistesstörung, sich in Berlin in die Spree gestürzt hat. Die über den geschützten Rahmen des§ 152 der Gewerbe- Ordnung F. B. 25. Stellt eine Ehefrau trog gerichtlicher AufLeiche dürfte jedenfalls von der Schiffsschraube des Dampfers hinaus. So nennt z. B. der Textilarbeiter- Verband unter seinen forderung das eheliche Leben nicht wieder her, so ist ihr Mann gefaßt und bis Stralau hinaufgeschleppt worden sein, woselbst Aufgaben: Bornahme statistischer Ermittelungen über Lohn- und Scheidung zu beantragen befugt. Der schuldige Theil, dem der Körper der Todten alsdann gefunden wurde. Die 900 M. Arbeitsverhältnisse 2c., Regelung des Verkehrs- und Herbergs- allein im Urtheil die Kosten aufzuerlegen sind, ist dann die Frau. dürften mit den Kleidern der Selbstmörderin in der Spree ruhen. wesens, unentgeltlichen Rechtsschutz bei gewerblichen Streitigkeiten R. G. 101. Ja. und dergleichen. Ebenso unterhalten und vertreiben die meisten Unmittelbar vom Mittagessen in den Tod gegangen ist dieser Gewerkschaften eigene im parteipolitischen Sinne wirkende am Sonnabend der 40 Jahre alte Arbeiter Johannes Matte, der Verbandszeitschriften. Unter solchen Umständen fallen diese Gemit seiner Familie in dem Hintergebäude des Hauses Charlottenstraße 50 wohnte. Kaum hatte er um 1 Uhr seine Mittags- werkschaften unter das Verbot der Verbindung und Vereinsmahlzeit eingenommen, als er sich von der Küche aus in die gliederung in§ 24 des sächsischen Vereinsgesetzes und die Polizeibehörden sind nach§ 25 des Gesetzes nicht nur befugt, sondern Wohustube begab, wo er kurze Zeit nachher an der Thürklinke schlechterdings verpflichtet, ihre örtlichen Organisationen auferhängt durch die Angehörigen aufgefunden wurde. Obgleich er zulösen." fofort aus der Schlinge befreit wurde, so konnte er doch durch Die ärztlicherseits angestellten Wiederbelebungsversuche nicht mehr zum Leben zurückgerufen werden. Ueber die Veranlassung zur That fehlt bislang jede Aufklärung. Polizeibericht. In der Nacht zum 15. d. M. erschoß sich ein Mann in seiner Wohnung, in der Friesenstraße. Am 15. d. Mt. wurde Vormittags am Halleschen Ufer die Leiche eines neu geborenen Rindes aus dem Landwehrkanal gezogen. Gegen Mittag stürzte in der Swinemünderstraße ein Schuhmann beim Theater. Bieje. Nach Ihrer Schilderung find Sie durch jemand ges täuscht, der sich als Kriminalbeamter fälschlich ausgab. Sie tönnen Antrag auf Untersuchung bei der Polizei stellen oder beffer die Sache ruhen lassen. F. C. Schwindsucht. Charl. Nr. 4. Soweit ersichtlich, find Sie an den Vers trag gebunden. Sprechen Sie eventuell nach dem 23. d. M. zwischen 12 und 1 Uhr mit Vertrag vor. Also Statistit, Regelung des Verkehrs- und Herbergswesens, W. R. 24. Das Amt des Vormundes ist ein unentgelt. Rechtsschutz in gewerblichen Streitigkeiten sind Handlungen, liches Ehrenamt. Die ihm übergebenen Papiere hat er herauswelche in Sachsen die Vernichtung der Gewerkschaften rechtfertigen? zugeben. Leider verschweigt das ungenannte Polizeigenie, wie ohne diese 1000. Ji tein Testament vorhanden gewesen, so sind Sie Unternehmungen die Gewerkschaften in den Stand kommen sollen, und Ihr Kind Erben Ihrer Ehefrau geworden. Ihr dann ver von dem Rechte des§ 152 der Gewerbe- Ordnung mit Aussicht storbenes Kind haben Sie allein beerbt., Ihrer ehemaligen auf Erfolg Gebrauch zu machen. Es hört in der That schon Schwiegermutter steht also fein Anspruch zu. verschiedenes auf, wenn auf solche Weise polizeiliche Maßnahmen A. S. 17. Die Ansprüche richten sich nach den Statuten begründet" werden müssen. derjenigen Krankenkasse, der derselbe angehört. " " alternden " E3 reichen, leidenden Geistes noch erschüttern fann und ungleich leb- der Vater" verkehrt im Hause, die Nachbarn zischeln hafter bewegt, als Komödien im Stil des Geizigen" mit ihren und munkeln nur der rechtliche Beamte, der unermüde Molière Abend im Schauspielhause. Als im vergan- typischen Figuren ,,, Der Misanthrop" der deutschen Bühne wieder lich thätige Vater merkt in all den sechzehn Jahren von diesem genen Jahre der Schillerpreis von den erwählten Preisrichtern gewonnen worden. Der„ Tartüffe" in Fulda's Bearbeitung erweckt Verhältniß und den dadurch bedingten Zwangssituationen nichts Dem dramatischen Märchen„ Talisman" von Ludwig Fulda zu- im Deutschen Theater" immer noch frohes Behagen und an der seine Tochter ist alleweil die Erzieherin bei der Frau erkannt worden war, hatte der Kaiser die Wahl der Preisrichter schalthaft vorgetragenen Lebensweisheit in einer der wichtigsten Baronin". In Anwesenheit des Großvaters spricht die sechzehn nicht bestätigt. Um nun doch den Schillerpreis für Fulda zu Komödien Molière's," Der Schule der Frauen", konnte sich das jährige Enkelin von Onkel und Tante, kaum hat der Großvater retten, wurde von einzelnen der Preisrichter das miß- Publikum des Schauspielhauses am letzten Sonnabend den Löffel aus der Hand gelegt, um wieder zu schreiben, schreiben, Der Talisman" fallen gelassen Liebige Stück und man erfreuen. Ludwig Fulda hat dies Schauspiel gleichfalls in schreiben da heißt es wieder Mutter, Vater, Großmutter, schlug den Schillerpreis für Fulda vor in anbetracht deutsche Worte gebracht. Die Darstellung athmete nicht den Großvater! Man kann es am Ende dem wilden Ehemann" feiner Molière- Uebersehungen". Auch das neue Moment vollen Reiz der Grazie, die gerade diese Komödie umspielt; und nicht übelnehmen, wenn er nach soviel Jahren an die Ahnungsänderte den Entschluß des Raisers nicht. Die Anregung in- trotzdem feffelt das geistig lebhafte Stück, in dem an einem losigkeit des guten, ehrlichen Baters nicht mehr glaubt und deffen, Ludwig Fulda für seine trefflichen Uebertragungen von luftigen Beispiel bewiesen wird, wie junge Liebe sich im Frühlings- über dieses Versteckenspielen brutalen Hohn ausgießt. Molière's Komödien zu ehren, geschah nicht ohne Grund. Ludwig sturm ihr Recht erkämpft allen herbstlichen Erfahrungen, aller glaubt wohl auch Niemand daran, daß eine so fein empfindende Fulda ist kein Mann, der aus erster Hand ausgiebt. Sein Besonnenheit und Vorsicht der Gealterten zum Troß. Das junge und so rein denkende Frau, wie der Dichter Johanna gezeichnet, reiches Formtalent ist mit einem Spürsinn verbunden, der jede Liebespaar wurde von Fräulein v. Mayburg und Herrn Mat- mit einem solchen Mann, den Herr Brechtler auf das Niveau literarische Mode wittert und sich ihr gefchickt einfügt. Rasch fowsky gegeben. Der größere Theil von Molière's Humor des Stadtreisenden drückte, sechzehn lange Jahre die moralische auf die bes Gestalt Spuren der Pfad fällt vermag fein gewandter Geist den Liebewerbers Folterung der wilden Ehe ertragen hätte, nur um zu der einen den Herr Vollmer, fonft finder, die vorausgegangen, zu folgen. Als Ludwig Fulda Arnolph eine treffliche die zweite und in diesem Falle die größere fittliche Lüge der feine Laufbahn als dramatischer Autor begann, da war er nichts tomische Kraft, diesmal nach meinem Geschmack zu derb, zu poffen- standesamtlichen Ehe hinzuzufügen, auf die sie zum Schluß felber minder als ein Empörer. Wider alle Erfahrung, die da lehrt, haft anfaßte. Den Molièreabend am Sonnabend vervoll rasch verzichtet, um einem im Fühlen und Denken gleichstehenden daß der Jugend Troß und Auflehnung in fünstlerischen Dingen ständigte noch die Aufführung des Geizigen". Ueber sie schweige Manne sich anzuvertrauen. So unwahrscheinlich der ganze innewohnen, schwor Fulda auf das Evangelium der Spießbürger- ich lieber. Hier kommt alles auf den Darsteller des Harpagon Gedankengang des Stückes, ebenso frei ist es von sozialen Anschaft und pries mit Schönthan um die Wette den behaglichen an, und, was Herr Grube als Harpagon that, das war eitel flängen und sozialen Gedanken, denn der Jammerruf des alten Nowak: Schreiben, schreiben, immer wieder schreiben, Schlafrock und den engen Familienherd. Als er später neue Tage gedehnte Komödianterei. Tag und Nacht schreiben", giebt für die schwere Schuld aufdämmern fah, schloß er, halbmännisch in seiner Art, seinen ein Bruchstück der Erklärung. Nur Das Lessing- Theater brachte am Sonnabend ein neues nur im zweiten Batt mit den neuen Gewalten und zur proletarischen und Frauenfrage trug er die Kompromißarbeiten" Das verlorene Paradies" foziales" Stück auf die Bretter. Der Dichter- Richard Att macht der Dichter einen Anlauf: er zeichnet die und Die Stlaverei" bei. Als die Märchendichtungen Nordmann hat aber vorsichtigerweise feine Gefallene Genußsucht und Lottermoral unserer fabrikantlichen goldenen Bühnen beherrschten, Borjahre die Das ver Jugend", er streiflichtert die moralische Verlogenheit der besseren war Ludwig Engel" ein Stück aus dem Volksleben" genannt. Fulda wiederum als einer Frühesten aufgestanden. spricht sehr viel und verpflichtet schließlich zu garnichts. Daß es Gesellschaft", die das feudale Recht der ersten Nacht modernisirt Treuer vielleicht und ehrlicher als in all dieser bühnentechnisch wirksam ist, versteht sich von selbst, Herr Blumen hat in den thatsächlichen Anspruch des Fabrikanten auf die Frau aber über ein paar moralisirende leichten Wandelbarkeit prägt Fulda's Natur sich dort aus, wo thal hätte es sonst wohl taum im Lessing- Theater zur Auf- feines" Buchhalters er, ein liebevoller Werber, sich als Nachdichter in die Werke führung gebracht. Und doch hat thatsächlich nur das vortreffliche Redensarten des bekannten weißen Raben in dieser Gesellschaft eines bedeutenden Originals vertiefen kann. Witz und Eleganz, Spiel der Darsteller es bewirkt, daß man drei Akte hindurch fich( Richard Eick) bringt er es nicht hinaus. So hat es denn nur Bierlichkeit und Anmuth in der Behandlung des Wortes und die Unwahrscheinlichkeit der psychologischen Entwicklung gefallen das in der That vorzügliche Ensemble des Leffing- Theaters Verses machten ihn besonders besonders befähigt, die Werke des ließ und sich zu guterlegt durch den mit außerordentlichem zuwegegebracht, daß das Stück gleichwohl einen Erfolg errang. Klassischen Komödiendichters der Franzosen, Molière, für das dramatischem Raffinement herbeigeführten Schlußatt für einen Frl. Marie Meyer gab in der Frau Nowak eine geradezu Theater Deutschlands neu zu erobern. Molière war arg ver- Augenblick sogar darüber hinwegtäuschen ließ. In einer Wiener brillante Leistung; ebenso Herr Leicher in dem alten Schreiber. nachlässigt in deutschen Landen. Höchstens einmal fah Schreiberfamilie Beamten familie tauft sie Frau Nowat Welcher Gestaltungskraft Frl. Geßner fähig ist, das bewies das und der Verfasser wird die durch eine höhere Töchterschule" ihre Johanna, die der Dichter durch drei volle Akte immer nur den Geizigen" über die Bretter gehen und Virtuosität meist schauspielerischer Dant gefirnißte einzige Tochter mit 16 Jahren durch ein bischen viel flagen und weinen läßt, und Frl. Geßner fesselte dennoch von Ludwig Fulda's frischen, leicht dahin fließenden Gedanken, ist Nachsicht und ein bischen viel Nachhilfe der eigenen Mutter Att zu Att das Interesse des Hauses bis zu wiederholtem stürMolière's tiefsinnigstes Werk, das den modernsten Geist in verführt; sechszehn Jahre lebt die Tochter in dieser wilden mischen Beifall. Eine Kunstleistung war auch das Spiel von wächst im Hause auf, Frl. Riska in der Berauschungsszene des zweiten Aftes. seiner Fülle an individuellen Zügen, als Selbstbekanntes eines Ghe", die Frucht dieser Ehe wächst im im man au Liebe. " Briefkaffen der Expedition. der Porzellanarbeiter Berlin II 10,-. Gesammelt Tapezirer- Fil. 5 Berlin 1,45. Statklub treue Freundschaft 2,60. Schafswerkstatt Adolf Fischer, Charlottenstr., 4,50. Tapezirer, Beuth- topfklub Bruderkette 1,50. Gewerkschaftskartell Kassel 100, straße 18, 5,-. Bierapparaten- Fabrit, Lindenstraße 7, 5,50. Von den Parteigenossen in Rassel 100,-. Gesangverein Arbeiter der Werkstatt E. Cohn, Charlottenstraße 48, 6,-. Liedesfreiheit I 5,- Mart. Ueberschuß der Lassallefeier in Für die ausgesperrten Branerei- Arbeiter gingen ferner Steinträgerfolonne vom Bau Chauffeeftr. 35, 2. Rate, 6,75. Rummelsburg 75,- Mark. Zur Feier der Einsegnung ein: Tischler Werkstatt T. Wolter, Büschingstr. 7 10,50. Ges. Arb. d. Metallwaaren- Fabrik Elisabeth- Ufer, 8. Rate, 7,25. des Frl. Frieda Mertens, gesammelt durch R. Liebe 3,01. In bei Roland 1,20. 3. Rate von organisirten Arbeitern der Haupt- Grüne Jungens, Spandau, 8. Rate, 21,50. Blaue Schuster, einer gemüthl. Gesellschaft b. Siebert 2,10. Amerit. Auktion, Kolonie werkstatt der Firma S. u. H., Charlottenburg 4,05. Amerikan. Spandau 1,-. Rother Milchmann, Spandau 1,-. Schwarzmann's Marienslust" durch A. Wendt 3,-. Arbeiter der Firma Auktion bei Motes durch Neumann 1,25. Ges. bei einer Hochzeit Lederarbeiter, Prinzen- Allee, 4. Rate, Anti- Ringbier- Prozente 5,-.. Quehl, Ritterstraße 51, 6,50. Tischlerei von JungMittenwalderstr. 1,40, Ges. b. Bauernball d. Vergnügungsv. Ge- Pfeifenklub Bergißmeinnicht, 2. Ueberschuß von einem rothen nickel, Langeftr. 109, 10. Rate 2,-. Groß- Lichterfelde, Amerik. rechtigkeit d. Heinrich 5,50. Vortrag b. d. lokalorgan. Maurern Geburtstag 3,60. Dergleichen von einer amerit. Auktion durch Auktion durch Pl. 2,80 M. durch Herrn Wagner am 25. Juli 6,-. A. W., amerik. Aution Rudolph 4,26. Tischlerei von Görlich, Krautstr. 38 6, " Summa 428,28 Mart. Bereits quittirt: 9911,70 Mark; in Roth mit schmalen weißen Streifen, Raumert, 3,76. Verband Zentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer Summa 10 334,98 M. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 18. September. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Schauspielhaus. Der Geizige. Die Schule der Frauen. Leffing- Theater. Gefallene Engel. Berliner Theater. Ein Erfolg. Neues Theater. Das neue Gebot. Schiller- Theater. Der Veilchenfresser. Deutsches Theater. Das vierte Gebot. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Voltsfänger. Residenz- Theater. Demi- Monde. Theater Unter den Linden. Drpheus in der Unterwelt. Bellealliance- Theater. Der Erb. ontel. Adolph Ernst- Theater. Lolotte's 28 Tage. Central- Theater. D! diese Berliner! Alexanderplat- Theater. Ein alter Sünder. Unserem Freunde Fritz Berg- Achtung! mann zu feinem 35. Geburtstage: zu Deinem ersten Wiegenfeste als Proletarier- Restaurateur, Gratulier'n herzlich Deine Gäfte, Genossen, Freunde und noch mehr, Laß weg die Sorgen, genieß' das Leben, mach' es Dir angenehm und schön, Und will ein Gast Dich mal anborgen, laß' ihn nicht durftig von Dir geh'n. Drum Friße, laß' heut mächtig fließen, das boykottfreie, edle Naß. Wir wünschen Dir ein frohes Leben! Sag' Frige, wie gefällt Dir das? Tischler- Verein! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Herr Julius Andersch am 15. September verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. d. M., Nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Um rege Betheiligung bittet. Der Vorstand. Beerdigungsverein National Theater. Ein Mobel. Berliner Zimmerleute. Susanne im Bade. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Unser Kamerad, der Zimmerer Emil Dameck ist am 14. d. M. nach längerem Leiden von 63 Jahren verstorben. im Achtung! Schuhmacher! Dienstag, den 18. Sept., Ab. 81/2 Uhr, bei Wilfe, Andreasstr. 26: 223/13 Mitglieder- Versammlung der Freien Vereinigung aller in der Schuhindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen. Tages- Ordnung: 1. Wie stellt sich der Verein zu den Erfurter Kongreßbeschlüssen? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. reich zu erscheinen, damit der Streit Die Mitglieder werden ersucht, zahlum die Form der Organisation endgiltig geschlossen werden kann. VerSozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 20. d. M., Abends 8½ Uhr, im Mehlhaus, Cantian- Platz am Kupfergraben A. Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Deutschfreisinu und Sozialdemokratie." Referent: Borchardt. 2. Diskussion. 3. Verschiedeneš. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Allgemeiner Verein der Töpfer freter der Zentraliſation werden eben und Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin. falls in der Bersammlung erscheinen. Der Vorstand. Zentralfrankenkasse d. Maurer, Gipser( Weißbinder) und Studateure Deutschlands. ( Grundstein zur Einigkeit.) Orrtliche Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 20. Sept., Abends " 81/2 Uhr, in Deigmüller's Salon", Alte Jakobstr. 48a: Ausserordentliche tittwoch, den 19. September, Abends 6 Uhr, im Saale des Herrn Wernan, Rosenthalerstr. 57: Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Fortsehung der Berathung über die Statutenvorlage des Zentralvorstandes, 2. Die Fensterfrage. 3. Vereinsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist unbedingt nothwendig. 246/4 Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. 200/4 Mittwoch, den 19. September, Abends 8½ Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobftr. 48 a: Parodie Cheater. Spezialitäten. Die Beerdigung findet Dienfios, ben Mitglieder- Versammlg. Branchenversammlung der Metalldrücker. Borstellung. M 18. d. M., Nachmittags 4 Uhr, von der Wintergarten. Spezialitäten Bor- Danzigerstr. 19 nach dem Freireligiösen Friedhofe( Pappel- Allee) statt. 2994b Der Vorstand. stellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Dienstag, 18. Sept., Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Mittwoch, 19. Septbr., Abds. 8 Uhr: Der Menonit. Allen meinen Freunden und Kollegen zur Nachricht, daß meine Frau Adelheid Marie Gutowsky, am 15. d. Mts., Morgens 4 Uhr, nach geb. de Camp, Die Beerdigung findet heute, Dienstag, langem, schwerem Leiden gestorben ist. den 18. d. Mts., Nachmittags 2 Uhr, Tagesordnung: 1. Wahl sämmtlicher Hilfskaffirer. 2. Berichterstattung des Bevollmäch tigten für Unfälle. 3. Kaffenangelegenheiten. NB. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. W. Garbe, Breslauerstr. 9. J. A. der örtlichen Verwaltung: Orts Krankenkasse 10 Donnerstag, 20. Sept., Abd3. 8 Uhr: von der Leichenhalle des städtischen der Strumpfwirker. Die Räuber. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Josefine Dora. Zum 17. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musik von Iul. Einödshofer. Raffeneröffnung 6½ Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Vorlettes Gastspiel des Fräul. Bertha Rother: Um 9 Uhr: Ein Modell. Posse von Eugen Prudens. Borher um 71/2 Uhr: Susanne im Bade. Große Posse mit Gesang in 4 Atten von Eugen Prudens. Musit von Adolph Wiedecke. Regie: Mar Samst. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Letztes Gastspiel des Frl. Bertha Rother: Ein Modell. Vorher: Susanne im Bade. Donnerstag, den 20. Septbr.: Erstes Gastspiel der Liliputaner, der berühmten fieben Zwerge mit eigener, vollständiger Theatergesellschaft: Die kleine Baronin. Billets find von heute ab an der Kasse zu haben. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: ,, Die Weber." Passage- Panopticum. 5 51 wilde Beiber Krankenhauses am Urban aus nach dem Emmauskirchhof( Brit) statt. 2989 Der tiefbetrübte Mann Franz Gutowsky. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Genossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises zur Nachricht, Auf Verfügung des Oberpräsidenten betragen die wöchentlichen Rassenbeiträge vom 17. September 1894 ab: 1. Für erwachsene männliche Kaffenmitglieder über sechzehn Jahre, ausschließlich der Lehrlinge daß mein inniggeliebter Mann, unser 2. Für erwachsene weibliche Vater, der Drechsler Louis Suchan, 2983b am Sonnabend, den 15. d. M., Abends 11, Uhr, nach langem Leiden an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, Nachmittags 1 Uhr, von unserer in Johannisthal, Friedrichstr. 45, belegenen Wohnung, nach dem Rudower Kirchhof statt. Um stilles Beileid bitten Die Hinterbliebenen. Alcazar Vaudeville- u.Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Tägl.: Gr. Vorstellung. Der Sultan von Annaberg Vaudeville mit Gesang und Tanz in zwei Bildern. Auftreten sämmtlicher neu engagirter Künstler. Anfang 71/2 Uhr. Entree 20 Pf. Refervirter Platz 80 Pf. R. Winkler. Armin- Hallen Sommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Adolph Ernst- Theater Sonnabend, den 15. September: Zum 10. Male: Lolotte's 28 Tage. Zages Ordnung: " 1. Vortrag des Genossen Dr. Pinn über: Soziale Zustände im Alterthum". 2. Diskussion. 3. Wahl eines Beisitzers zum Borstande. 4. Aufnahme neuer Mitglieder, Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. und Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Firmen: Schäffer& Hauschner, Henniger's Neusilberfabrik, Hecht's Lampenfabrik Voelskow jun. ganz besonders eingeladen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen erfucht Der Vorland. Orts- Krankenkasse der Buchbinder sowie aller in Buchbindereien und ähnlichen Geschäften arbeitenden Personen. Mittwoch, den 19. September, Abends 8 Uhr, Alte Jakobftr. 37, Louisenäädtisches Konzerthaus: Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: 74/12 48 Pf. Protest gegen die Gründung einer Jnnungs- Krankenkasse. Kaffenmitglieder über 16Jahre 30 Bf. 3. Für männliche Rassenmit4. glieder unter 16 Jahren und für weibliche Kaffenmitglieder für Lehrlinge unter 16 Jahren 29986 24 Pf. 18 Pf. Der Vorstand. Bekanntmachung. 199/10 Die Zahlstelle A der Orts- Krankenkasse der Möbelpolirer befindet sich jetzt Anklamerstr. 82 bei Schibilski. Das Kaffenlokal wird am 1. Oftbr. von der Oranienstr. 169 nach der Andreasstr. 31, v. 2 Tr. verlegt. Der Vorsitzende wohnt vom 1. Dft. ab Straußbergerstr. 3, H. 2 Tr. Berlin, 15. 9. 94. Der Vorstand. Versammlung der großjährigen Mitglieder der Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Die Herren Jnnungsmeister sind hierdurch ebenfalls eingeladen. Posamentenarbeiter und-Arbeiterinnen! Morgen, Mittwoch, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstrasse No. 16: Versammlung Zages Ordnung: " 1. Vortrag des Herrn Dr. Paul Bernstein über: Verdauungsorgane". 2. Verschiedenes.• Gäste willkommen. Zahlreiches Erscheinen erwartet 209/3 Der Vorstand. Buchhandlung des Vorwärts" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Im Verlage der Ersten Wiener Volksbuchhandlung Orts- Krankenkasse erscheint foeben: der Gürtler am Donnerstag, den 20. September, Abends 8 Uhr, bei Schmiedel, Alte Jakobstraße 82. Tagesordnung: Wie stellen sich die Mitglieder zur freien Arztwahl? 2995b Quittungsbuch legitimirt. Der Vorstand. J. A.: Kneiff. Castan's Panopticum. Hassan Ali Gesangspoffe in 3 Aften v. H. Raymond der grösste Mensch der Welt. ( Novität.) u. A. Mars. Musik v. Wiktor Roger. Prinzess Topase Die neuen Dekorationen sind aus das fleinste Menschenkind. dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in aus Dahomey. Roburg. In Szene gefegt v. Ad. Ernst. Die Herenschankel, Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. 2634b wöchentlich 1 Mart. Achtung! neueste Illusion. Zahnersah auch Theilzahlung, Guckel, aufiger Play 2. Elsasserstr. 12, Ed- Destillation ist sofort zu ver29195 taufen Stephanftr. 25, 28946 Metalle fauft die Flaschenhandlung Linienstr. 77, Hiermit warne ich jedermann, meiner Frau Marie Meinow und meiner Tochter Amanda auf meinen Namen irgend etwas au borgen, da ich für nichts auftomme. 3001b Heinr. Meinow, Schwedenstr. 4. Stuhlflechtrohe, Schauerrohr, Rohr zu Bettsäcken en gros u. detail zu billigsten Fabrikpreisen. Adalbertstr. 6, am Rottbuser Thor, Hof. part. 2871b A. Malchow. Ign. Brand Wien, VI/ 1, Gumpendorferstr. 8 Naturkräfte und Naturgesehe Gemeinverständliche Vorträge von Dr. Anton Lampa Assistent für Phyfit an der Universität Wien. Birta 12 Hefte à 20 Pfennig 12 fr. ö. W. Alle 14 Tage ge= langt ein Heft zur Ausgabe. An Büchern, welche Darstellungen aus dem großen Gebiete der Naturwissenschaften enthalten, ist kein Mangel; was aber der Freund naturwissenschaftlicher Erkenntniß vor allem braucht und sucht, eine Uebersicht über das Ganze, ist in denselben nicht zu finden. Für den Laien jedoch handelt es sich in erster Linie nicht darum, tuusend und abertausend Thatsachen zu erfahren Bausteine, zu feinem Gebäude verbunden sondern er wünscht auf einen erhöhten Standpunkt gestellt zu werden, von welchem er die Thatsachen überschauen und darauf fußend zusammenfassen und begreifen tann. Diesem Wunsche will das Buch Dr. Lampa's gerecht werden, so daß dasselbe mit Fug als eine Naturphilosophie im wahren Sinne des Wortes bezeichnet werden darf, die erste, welche sich an einen größeren Leserfreis wendet und für ihn geschrieben ist. Ein Theil des Werkes ist in der Wiener ,, Arbeiter- Zeitung" veröffentlicht worden und behandelt die Grundprobleme, die allgemeine Schwere, die Wärme und die Kosmogonie; die weiteren Partien find der Elektrizität gewidmet, denn die magnetischen Erscheinungen und die Erscheinungen des Lichtes stellt der Verfasser, entsprechend den neuesten Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung, im Zusammenhang mit den elektrischen Erscheinungen dar. Alle Buchhandlungen und Kolportenre nehmen Bestellungen entgegen und find in den Stand gesetzt, Heft I zur Ansicht vorlegen zu können. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlung für den Osten Dienstag, den 18. September, Abends 81/2 Uhr, bei Nieft, Weberstr. Nr. 17. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann:" Der Kampf ums Dafein". 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen aus den Werkstätten von Steinbeck, Krautstr. 52; Vogler, Mühlenstr. 38; Rost, Mühlenstr, 36; Braun, Fruchtstr. 59; Jahn, Fruchtstr. 54; Detert, Fruchtstr. 32; Lauenroth, Langestraße 106, und der Drechslerei von Rohland, Grüner Weg 87, hiermit besonders eingeladen. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 142/3 Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Getreideträger, Schipper und Speicherarbeiter. Große öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 19. September, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Röllig, Nene Friedrichstr. 44. Zages Ordnung: 1. Die Ausbeutung der in der Getreidebranche beschäftigten Arbeiter durch die heutige Unternehmerschaft und unsere Stellung dazu. Referent Genoffe Blaurock. 2. Diskussion. 3. Der Unterstützungsfonds der Berliner Raufmannschaft. Referent Kollege Münch. Der Vertrauensmann. 187| 4 Achtung! Rixdorf. Parteigenoſfinnen und Genossen! Hente, Dienstag, den 18. September, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wiersing, Knesebeckstraße 77: Große öffentliche Volksversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über die Verhandlung der Saalbesitzer und der Bierboykott- Kommission und welche weitere Stel lung nehmen wir unseren Saalbesitzern gegenüber ein? Referent: Hilpert. 2. Diskussion. Alle Gastwirthe sind zu dieser Versammlung eingeladen. 254| 13 Die Vertrauensperson: Rob. Köppen. Töpfer Charlottenburgs! Verein zur Regelung der gewerbl. Verhältnisse der Töpfer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Wander Versammlung Dienstag, den 18. September, Abends 61/2 Uhr, im Lokale des Herrn Krause, Wilmersdorferstr. 39. Tages Ordnung: Vortrag. Diskussion. Gewerkschaftliches. Um recht rege Betheiligung bittet Roh- Tabak H. Herholz Brunnenstr. 188. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 5441 L* Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. BNB. 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Da hätten wir 30 000 haben müssen, dann wäre die gute Wirkung die Form des Kalenders allgemein Anklang gefunden desselben noch mehr hervorgetreten; ich hoffe, daß man davon Ab- hat, soll derselbe beibehalten werden, nach Möglichkeit stand nehmen wird, die Kosten für den Kalender von uns einzuziehen. follen die Wünsche nach Druckschriften Erfüllung finden, aber Ueber mangelnde Unterstützung durch die Agitationstommission es giebt auch hier eine Grenze, die innegehalten werden muß. Unter zahlreicher Betheiligung wurde die von der Agitations- beschwert sich Thierbach Berlin, Vertreter des Kreises Weit ausschauende Pläne hat die Agitationskommission momentan fommission für Brandenburg einberufene Provinzial- Konferenz in Prenzlau- Angermünde; der Opfermuth der Genossen im Kreise nicht. Der Plan, eine kleine Zeitung herauszugeben, welche die den Dranienhallen am Morigplatz abgehalten. Der Saal zeigte habe freilich alle Schwierigkeiten in dieser Hinsicht überwinden Stelle der Flugblätter vertritt, ist vorläufig der Kosten wegen reichen Schmuck an rothen Flaggen mit entsprechenden In- helfen. Statt der Hilfskräfte, die man von Berlin stellt, sollte nicht realisirbar, trozdem dies gerade ein Mittel ist, den vielen schriften. Auf dem Podium waren die Büsten von Mary und man lieber mehr Geld oder Drucksachen senden; man habe Konfiskationen der Flugschriften entgegen zu arbeiten. Legen Lassalle aufgestellt. Im Namen der Kommission eröffnete Antrick- mangels anderer gegnerische Stimmzettel, auf welche der Name wir zunächst Werth auf eine stetige stille Agitation, Berlin um 10 Uhr Vormittags die Sigung und begrüßte die unseres Kandidaten gesetzt wurde, in Benuhung genommen( Heiter damit sind uns die Erfolge sicher.( Beifall.) Dr. Lur erschienenen Delegirten. Der Redner erinnert daran, unter teit). Der Kreis mit 45 000 eingeschriebenen Wählern bedürfe hält es für wesentlich, jede Schablonisirung streng zit welchen Umständen die vorjährige Konferenz stattgefunden. Das mit Rücksicht darauf, daß Versammlungen vielfach illusorisch gemacht vermeiden; wirksam könne eine Agitation nur dort sein, wo mals habe es sich im wesentlichen darum gehandelt, den Feldzugs- würden, einer bedeutenden Anzahl von Druckschriften zur Agitation. man die sozialen Bedingungen genau fennt. Eine Sammlung plan für den Wahlkampf festzustellen. Aus dem Agitationskomitee Zweckmäßig sei, den Kreisen später nur Geld zu überweisen, fozialpolitischen Materials über die Lage der verschiedenen Bewurde später das Zentralwahlkomitee und damit die Funktionen damit sie nach Bedarf sich selber Material anschaffen könnten. völkerungsschichten sei daher unerläßlich. Die Ziegelei- Arbeiter erweitert. Troßdem die Mittel der Gegner Millarg Berlin VI. bemerkt, daß über seinen Kreis wohl sollten vor Allem in Betracht gezogen werden; diese Arbeiter nicht reinliche genannt werden konnten, und wir mit Wider nicht geflagt werden könne, daß er nicht genügend für die Land- kategorie hält der Redner aus gewissen Umständen für geborene wärtigkeiten aller Art zu kämpfen hatten, sind die Erfolge bei treise eingetreten sei; derselbe habe gegen 2500 M. dafür auf- Landagitatoren. Wenn es auch schwer fei, an diese äußerst der Wahl sehr gute gewesen. Die Zeit der Ruhe muß gebracht. Agitationstouren sind mehrfach Agitationstouren sind mehrfach veranstaltet. schlecht gestellte Proletarierschicht wegen der Kontrolle der Arjetzt benutzt werden, um zu berathen, wie die Agitation Der Kreis Friedeberg- Arnswalde habe zu wenig Material beitgeber 2c. heranzukommen, müsse der Versuch gemacht werden für unsere Jdeen in ein schnelleres Tempo gebracht werden erhalten; dieser und der Soldiner Kreis beklagen es, daß die letzten reiche Früchte trage die Agitation sicherlich. Mit der tönne. Das Banner der Partei sei aufgepflanzt in allen branden Flugblätter während der Wahl nicht zweckmäßig mit Rücksicht Empfehlung einer Resolution, die nachstehend folgt, schließt der burgischen Kreisen, hoffentlich würden die Berathungen der auf die wüste antisemitische Agitation abgefaßt feien, auch die Redner. Konferenz dazu dienen, die Partei ihrem Ziele ein gutes Stück Stimmzettel habe man nicht der Probe entsprechend angefertigt. Resolution. Zur Durchführung einer wirksamen Agitation näher zu bringen. Der Redner bringt ein Hoch in diesem Sinne Der Redner wünscht, daß ähnlich wie im 6. Wahlkreise die ge- auf dem Lande ist die Kenntniß der ländlichen Verhältnisse in aus, das begeisterten Wiederhall findet. Der Männer- Gesang- lesenen Schriften überall in die dunkelen Ecken der Provinz den einzelnen Kreisen und den einzelnen Berufszweigen die unverein ,, Kreuzberger Harmonie" intonirte hierauf ,, Es dämmert im gesandt würden. Labjuhn Lichterfelde: Wir haben zu viel mittelbare Voraussetzung. Um diese Kenntniß zu vermitteln, Osten" und ein anderes Arbeiterlied. Das Bureau sette sich zusammen Kalender bekommen( Heiterkeit), Mannschaften hat der Teltower erklärt die Parteifonferenz eine eingehende beschreibende, aus Görke Charlottenburg, Krasemann- Neu- Ruppin und Bilz- Kreis genügend, aber nicht Gelder. Von unseren Wahlschulden nicht blos rein statistische Untersuchung für nothwendig, die sich Pantow. Ohne Aenderung wird die vorgeschlagene Geschäfts- haben wir bereits die größere Hälfte trotzdem zurückgezahlt. Der auf die ländlichen Verhältnisse erstreckt, aber auch die Verhält ordnung angenommen, ein Antrag Gumpel, als 3. Punft der Vertreter für Sternberg Schmidt Sonnenburg hebt hervor, nisse der gewerblichen Wanderarbeiter, Sachsengänger und Ziegelei Tagesordnung die Lokalfrage zu behandeln, wurde als unpraktisch daß sich die Genossen vor den Thoren Berlins wohl selber arbeiter, sowie der Hausindustriellen berücksichtigt, weil diese abgelehnt. Die Anwesenheit des bekannten Herrn Sparr gab belfen können; anders liege die Sache bei den rein länd- als die geeignete Brücke zwischen der industriellen und der rein Veranlassung zu einer furzen Debatte, man beschloß, in sans lichen Kreisen.( Sehr richtig.) Aehnlich äußert sich Apelt ländlichen Bevölkerung erscheinen. Da das Agitationskomitee der betracht, daß es ganz gleichgiltig fei, ob und wie das Berlin, Vertreter für Ruppin- Zemplin, es komme im Wesentlichen auf Provinz Brandenburg und anderer Provinzen zur Einleitung Intelligenzblatt" berichte, den Herrn nicht auszuweisen. Eine die Stimmenzahl an nicht auf die Mandate. Barth dieser Untersuchung nicht im Stande sind, so überweist die ProMandats- Prüfungskommission wird gebildet( aus Kräcker- Berlin Fürstenwalde empfiehlt den Kreis Kalau- Luckau ganz be- vinzialfonferenz die Untersuchung der sozialpolitischen VerhältGerischer Luckenwalde, Salomon- Wrigen, Gumpel- Berlin und fonderer Beachtung, die fonservative Stammburg müsse energisch nisse der ländlichen Bevölkerung dem Parteitage Frankfurt a. M. Güntersberg Schwedt a. D. Während die Kommission ihres berannt werden. Bilz- Pankow geht auf die Verhältnisse zur Berücksichtigung. Unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten Amtes waltet, tritt die Parteifonferenz in den zweiten Punkt der des Niederbarnimer Kreises speziell ein. Die Ansprüche der Ge- einer solchen Untersuchung empfiehlt es sich wenigstens Tagesordnung ein; zum Bericht der Agitations- noffen im Kreise werden zurückgehen, je mehr die Tendenz fort mit einem beschränkten Bezirke oder einer bestimmten tommission nimmt das Wort schreitet, die Proletariermassen der Großstadt nach den Vororten Arbeiterbranche den Anfang zu machen." Der Vorsitzende Antrid- Berlin: Unter Hinweis auf den vorgelegten gedruckten zu drängen. verliest einen Brief der Radfahrer( Adresse: Schneider, Bericht enthalte ich mich aller Ausführlichkeit. Die Erfahrung hat Das Wort erhält nun zunächst Gumpel zum Bericht der Schöneberg, Hauptstraße 145), worin die Bereitwilligkeit gelehrt, daß die großen Agitationstouren nur bis zu einem Mandatsprüfungs- Kommission. Vertreten find ausgesprochen wird, die Landagitation unentgeltlich und nach gewissen Grade vortheilhaft sind. Nachdem der Anschluß gefunden, 30 Orte durch 58 Delegirte, zwei davon haben Doppelmandate; Kräften zu unterstützen. Timm Berlin knüpft an diesen nachdem das Terrain genügend sondirt ist, empfiehlt sich die von der„ Märkischen Volksstimme" ist der Redakteur und Ver- Brief an, so erfreulich diese Busage sei, frage es sich doch, ob Bearbeitung mit Druckschriften. Während der Wahlzeit im leger anwesend. Es haben entfandt die Kreise: Westpriegni 2; die Genossen nicht mehr nüßen könnten, wenn sie ihre Kraft vorigen Sommer ist die Kommission angestrengt thätig gewesen, Ostpriegnitz 1; Ruppin- Templin 3; Westhavelland 3; Königs ohne Rad in den Dienst der Partei stellen würden. es stellte sich als nöthig heraus, wegen der Fülle der Arbeit berg 2; Niederbarnim 3; Friedeberg- Arnswalde 2; Teltow Der Redner stimmt im übrigen dent Borredner 311, während der Wahlkampagne einen Genoffen als Bureauführer an- Beeskow 3; Ober- Barnim 3; Frankfurt- Lebus 8; Sternberg 1; allgemeine Flugblätter hätten nur geringe Bedeutung, zunehmen und zu besolden. Die einzelnen Kreise sind mit ihrem Forst- Sorau 1; Landsberg- Soldin 1; Kalau- Ludau 1; Bauchman müsse die Verhältnisse einzelner Kategorien ins Berlangen nach petuniärer Hilfe zumeist nicht blöde gewesen, je nach Belzig 3; Prenzlau- Angermünde 3; Guben- Lübben 2; Rottbus Auge fassen. Ueber einen Wahlproteſt aus Hegermühle dem der Kreis Aussichten hatte und je nach Umständen hat die Spremberg 2; Ost- Havellaud 3; Büllichau- Kroffen 1; außerdem gegen die Delegation aus Oberbarnim wird, nachdem Salomon. Kommission Gelder gegeben. Flugblätter sind von derselben die Berliner Kreise zusammen 17 Delegirte. Der Vorsitzende fon- Wrießen eine Aufklärung gegeben, zur Tagesordnung überwiederholt versandt, darunter solche für Schiffer, für die pol- statirt mit Genugthuung, daß sämmtliche Kreise der Pro- gegangen. Arthur Stadthagen betont, daß wenn der nischen Arbeiter 2c. Man hat von hier aus auch die Referenten vinz vertreten sind.( Beifall.) Ginige Mandate sind von der Einzelne bei der Agitation auch einen Weg gehe, der etwas ab= nach den einzelnen Orten dirigirt; wenn hin und wieder darüber Kommission beanstandet, die Konferenz erklärt dieselben nach seits von dem gewöhnlichen laufe, dürfe man die Sache noch Unzufriedenheit geäußert wird, so kann das nicht viel be- furger Debatte für giltig; es find dies die Man nicht gleich so schlimm darstellen. Die Proving tönne fagen, eine Reihe von geschulten Rednern hat sich schon für die date für Gludow, Lippehne, Jüterbogt und das der polnischen dasselbe schließlich thun, was Dr. Luy von dem Parteitag Landagitation herangebildet. Der behördliche Druck war Genossen. Der Vertreter für Schwiebus hat die Konferenz, wie erwarte wenn das nicht hier ausgeführt werde, bleibe es dort vielfach Veranlassung, daß Versammlungen daß Versammlungen unter freiem Gerisch hervorhebt, freiwillig verlassen. auch auf dem Papier stehen, wie es mit den Situationsberichten Himmel abgehalten werden mußten mit dem Erfolge Man fährt hierauf in der Debatte über den Bericht der geschehe. Der Redner geht nun auf ein Stück praktische Agitation" allerdings, daß zum Beispiel die Stimmenzahl bei Agitationskommission fort. Gerisch Berlin giebt zu bedenken, ein, die er wie folgt formulirt: der letzten Wahl in der Provinz auf 127 000 gestiegen ist. Mehr- daß der Apparat schon um deswillen nicht ohne Fehl funktioniren fach wurden Redner verlangt für gegnerische Versammlungen; fonnte, weil die Ereignisse sich im vorigen Jahre überſtürzten. Bum das hat sich als unzweckmäßig erwiesen, weil in den meisten Theil war die Agitationskommission gezwungen, etwas nach der Fällen die Genoffen von den Gegnern gar nicht zum Worte Schablone zu arbeiten, da die Zeit zu eingehenderen Erkundigungen zugelassen sind. Sehr guten Erfolg bei der Agitation fehlte. Das lasse sich beim nächsten Mal alles verhindern. Durch die hatten wir mit dem neuen Kalender, dem Märkischen Kalenderschulden der Kreise Teltow, Niederbarnim 2c. werde 1. Gesetz betreffend die Aufhebung der Ausnahmegesetze gegen Landboten". Die Berliner Genossen haben die Kosten man wohl einen dicken Strich machen müssen( Bravo), in ländliche Arbeiter und gegen das Gesinde.§ 1. Sämmtliche dafür getragen, es wäre gut, wenn die einzelnen Landkreise an nächster Zeit würden diese Kreise ihre Agitation auch selber landesgesetzlichen Sonderbestimmungen über das Rechtsverhältniß die Begleichung dieser Schuld denken wollten. In nächster Beit tragen können. Nur bedingungsweise gelte, was Apelt über Stimmen ländlicher Arbeiter, der Schiffer und des Gesindes zu ihren wird eine neue Broschüre, von der sich die Kommission ebenfalls zahl und Mandate gesagt. Bei anderen Kreisen in der Provinz Arbeitgebern werden aufgehoben. Insbesondere werden hiermit die gute Wirkung verspricht, herausgegeben werden. Erfolgreich war hätte man selbst mit diesen Kosten einen dementsprechenden Erfolg sog. Gesindeordnungen, sowie die Geseze und Verordnungen, welche auch die Agitation unter der Schifferbevölkerung; es empfiehlt wie in Teltow und Nieder- Barnim nicht erzielen können. Strafbestimmungen wegen Ungehorsam und Widerspenstigkeit fich, die letztere auch während des Winters in ihrer Heimath zu knüpfer Berlin wünscht, daß Gelder nicht mit Umgebung der der ländlichen Arbeiter, der Schiffer oder des Gesindes betreffen, den Versammlungen mit heranzuziehen. Die Verbreitung der Kommission an die Kreise gezahlt würden, dem widerspricht oder das Koalitionsrecht ländlicher Arbeiter, der Schiffer oder Druckschriften ist polizeilicherseits meist auf grund der§§ 10 und 41 Krasemann Neu- Ruppin, der das nicht schematisiren möchte. des Gesindes beschränken, oder die Zuführung oder Zurückführung des Presgesetzes gehindert worden. Man hat vielfach- wie es heißt Zu diesem Punkt speziell äußern sich noch Hergt und Freides Arbeiters zum Arbeitgeber gestatten, aufgehoben.§ 2. auf höhere Weisung die Verbreitung auf Wegen und Plähen thaler- Berlin. Salomon- Wrießen: Die Kommission sollte Die Verträge zwischen ländlichen Arbeitern, Schiffern oder dem gar nicht abgewartet, sondern alles vorher tonfiszirt. Es wäre in der Wahl der Mannschaften, welche sie uns zur Hilfe Gesinde und ihren Arbeitgebern sind Gegenstand freier Vereinan der Zeit, dieses vollkommen ungesetzliche Vorgehen der Polizei- schickt recht vorsichtig sein, andernfalls ist uns das barung und unterliegen lediglich den allgemeinen Vorschriften organe im Reichstage zur Sprache zu bringen( Zustimmung). Geld was diese kosten lieber. Riez- Berlin 6 betont, daß der über Dienstverträge( Verträge über Handlungen, Lohnverträge, Die Abrechnung, welche der Referent nunmehr bespricht, Kreis nur solange und nur dorthin Agitationstouren veranstalte, Arbeitsverträge.§ 3. Streitigkeiten zwischen den vorgenannten weift unter Einnahmen Parteibeiträge in der Höhe von wo sonst niemand hinkomme; man sollte ihm die Wahl seiner Arbeiterkategorien und deren Arbeitgeber sind durch, aus öffent7360 M. auf; die Berliner Kreise haben 4882 M. beigesteuert, die besonderen Agitation freistellen. lichen Wahlen hervorgegangene Gerichte unentgeltlich zu ent Einnahmen aus dem Vertrieb des Kalenders beziffern sich bis Das Schlußwort erhält Antrick, der auf einige der Kom- scheiden. Die Gerichte haben zu 2/3 aus Arbeitern und zu 1/3 aus jezt auf 145 M.; diverse Posten zusammen 89,07 M. Mit dem mission gemachten Vorwürfe näher eingeht. Die Kommission sei über- Arbeitgebern zu bestehen.§ 4. Dieselben Gerichte treffen zu Bealten Bestande vom 5. Mai 1893 in Höhe von 303,32 M. erzeugt, daß nicht alles am Schnürchen gehen konnte, weil die Auf- ginn des Jahres ortsstatutarische Bestimmungen über die höchste giebt das eine Einnahme von 12 779,39 M. Unter Ausgabe, welche ihr gestellt wurde, neu war; ihre Schuldigkeit glauben Länge den täglichen Arbeitszeit und über die Sonntagsgaben find 7400 M. als an die Landkreise abgeführt bezeichnet. Die Mitglieder der Kommission gethan zu haben, was zu ver- ruhe der vorgedachten Arbeiterkategorien. II. Beamte und MitDer Redner bemerkt, daß hierin nicht die Summen einbegriffen meiden sei, solle künftig vermieden werden( Beifall). Es tritt glieder der bewaffneten Macht, welche Verwaltungsorganen find, welche die Berliner Kreise noch direkt gegeben hierauf die Mittagspause ein. unterstellt sind, sind für ihre Handlungen und Unterlassungen haben; es sei zu wünschen, daß bei fünftigen Fällen Nachmittag3- Sigung. strafrechtlich und zivilrechtlich ohne Rücksicht darauf, ob ihnen ein der besseren Kontrolle wegen alle Gelder durch die Um 2 Uhr werden die Verhandlungen wieder aufgenommen. Verschulden zur Last fällt, verantwortlich. Anträge auf Bestrafung Kommission den bedürftigen Kreisen übermittelt würden. Das neue Bureau bilden Salomon- Wriezen, Gerischer- Lucken von Beamten und Mitgliedern der bewaffneten Macht 2c. Für Drucksachen zur Reichstagswahl( Flugblätter, Stimmzettel) walde und Fischer- Frankfurt a. D. Ueber die fernere Ge- oder Verurtheilung zu Schadenersatzleistung fönnen von find 1718 M. ausgegeben; die Herstellung des„ Märkischen Land: staltung der Landagitation" referiri Albin Gerisch: jedem gestellt werden, der sich geschädigt fühlt. boten" erforderte 1612 M. Die Ausgaben für Referenten( die Mit dem Erfolg, den wir im vorigen Jahre bei der Wahl hatten, diese Anträge haben Laiengerichte, die aus allen Kreisen der zum großen Theil weniger als ihnen zustand verrechnet haben), sind wir wohl alle ziemlich zufrieden. Eine Anzahl von Bevölkerung zusammenzusehen sind, zu entscheiden. III. In die für Gerichtskosten 2c. belaufen fich auf 1069,25 M., mit den Kreisen sind so weit, daß sie uns nächstes mal jedenfalls in die Gewerbe- Ordnung ist eine Bestimmung aufzunehmen, durch welche diversen Unkosten von 166,56 M. beträgt die Gesammtausgabe Hände fallen. Bu entscheiden, ob alles gut gemacht ist, sind die außer Zweifel gesetzt wird, daß weder der Landesgesetzgebung, 11 965,81 m. Der Bestand am 1. September 1894 war Bertreter der einzelnen Kreise hier anwesend. Die Agitations- noch irgend einem Beamten das Recht zusteht, das Schankgewerbe somit 813,58 M. Nachdem die Revisoren durch Wölfer eine dem kommission ist natürlich der Meinung, daß sie nichts durch Verbote zu beschränken: zu einer bestimmten Zeit auszuentsprechende Erklärung abgegeben, wurde nach Schluß der vergessen hat, was sie hätte thun müssen.( Heiterkeit.) schänken oder öffentliche Lustbarkeiten zu dulden. Debatte die Decharge ertheilt. Hochfliegende Pläne scheitern fast immer daran, daß die Mittel Der Redner verlas die oben mitgetheilten Anträge und be Als erster Redner zu dem Rechenschaftsbericht nimmt nicht reichen, so geht's auch uns, das müssen unsere Genossen, gründete sie im einzelnen. Er schloß mit dem Ersuchen, durch Thomas Rixdorf das Wort und führt aus, daß mit Rück wenn sie mit Anträgen kommen, vor allem bedenken. Im wesent- einstimmige Annahme dieselben, deren Fassung ev. noch geändert ficht auf die Kosten für das Boltsblatt" und die großen Summen, lichen war die Kommission nur auf die Hilfe der Berliner werden könne, gutzubeißen.( Lebhaftes Bravo.) Den Kreis welche der Kreis Teltow- Beeskow für die Landagitation aus Genossen angewiesen. Daß Erfahrung die beste Lehrmeisterin ist, Landsberg- Soldin empfahl der folgende Redner, Behrendt. werfen müsse, die Bezahlung der Kalender wohl unterbleiben müsse. haben wir bei der Landagitation wieder bemerkt; wir sind Kladow, besonders zu berücksichtigen. Gewöhnliche Tagelöhner, Jede Versammlung in den Landbezirken fofte Geld, während ziemlich abgekommen von den geräuschvollen Touren; nicht wie die meint der Redner, sind leichter zu bearbeiten, als Ziegelei- Arbeiter, andererseits die Genossen der Städte dabei noch Gelder übrig be- Heuschrecken dürfen wir einfallen, sondern müssen vor allen Dingen welche zum Theil noch einen gewissen Dünkel nicht verleugnen können. halten, mögen die Berliner die Kalenderkosten vorläufig auf Fühlung suchen. Dazu gehört, daß die Genossen nicht müde Für das Land hält der Genannte die Broschüren- Agitation für fich nehmen. Kopp Friedrichsberg: Birka 8000 m. bat die werden, geeignete Adressen der Kommission zur Verfügung werthvoller als Versammlungen, die in den kleinen Städten mehr lehte Wahl dem Niederbarnimer Kreise getoftet; man sollte be- zu stellen. Wenn alle Streise sich den sechsten als Vorbild nehmen, angebracht feien. Ueber die polizeiliche Behandlung in Pantow denken, daß wir zumeist mit einer petuniär sehr schlecht gestellten kann noch mehr geleistet werden; wir wollen davon Abstand äußert sich Bilz. Um 9 Uhr haben die außerhalb des Ortes = -O Die Parteikonferenz wolle beschließen, den Vertretern der sozialdemokratischen Partei wird im Interesse der Landagitation empfohlen, auf dem Parteitag dafür zu stimmen, daß die Fraktion ersucht werde, bei geeigneter Gelegenheit im Reichstage Gesetzes vorschläge etwa folgenden Inhalts einzubringen: Ueber nossen. an = = Gerichts- Beitung. Während der Staatsanwalt nicht für erwiesen hielt, daß Kloth von der Bewaffnung feines Genoffen Kenntniß hatte und gegen ihn zwei Jahre Gefängniß beantragte, gelangte der Gegeklagten zu zwei Jahren Zuchthaus und dreijährigem richtshof zu einer anderen Ansicht und verurtheilte den Anlichen und engeren Sinne zu verstehen, nicht aber Leute, die in Restaurationsräumen als Gesangshumoristen auftreten, selbst dann nicht, wenn ihre gefanglichen Fertigkeiten an sich Anspruch auf ein höheres künstlerisches Intereffe erheben dürfen. Versammlungen. = Stellungnahme hierzu und Aufstellung eines Kandidaten am Sonntag Vormittag eine öffentliche Wählerversammlung im Schwarzen Adler" abgehalten. Genosse Borchardt hielt das einleitende Referat. in welchem er auf die Wichtigkeit der Bethätigung an den Gemeindewahlen himvies. Als Kandidat wurde einstimmig der Maurer Friß Jensice nominirt. Außerdem wurde noch eine Kommission von 5 Mitgliedern gewählt, welche zum Zweck hat, dafür zu sorgen, daß dem Genossen Jensice, wenn er gewählt wird, die ihm durch das Ehrenamt entstehenden Unkosten und Zeitversäumnisse ersetzt werden. Es ist Pflicht jedes überzeugten Arbeiters, sich an der heutigen Wahl zu betheiligen, damit auch in Mariendorf durch das Vorhandensein eines Arbeitervertreters die Möglichkeit der Kontrolle der Gemeindevertretung gegeben ist. arbeitenden Genossen erst Zeit, Versammlungen zu besuchen, und heute gefaßten Beschlüsse energisch zur Durchführung bringen| heit des Reinold hoch bemessen, weil dieser wehrlose Gefangene um 11 Uhr nehmen dieselben durch den Machtspruch der Behörde werde. She wir hinausziehen in die Ferne zur neuen Arbeit, so ausgebeutet und entsittlichend auf die Beamten eingewirkt habe. ein Ende! Kaum hundert Schritte davon auf Berliner Gebiet tage schloß er, lassen Sie uns einstimmen in den Ruf: Die Sozial- Reinold wurde sofort verhaftet. man solange man wolle. Schlimmer fönne die fächsische Gemüth- demokratie lebe hoch, hoch, hoch! Um 6 Uhr Abends wurde lichkeit auch nicht mit den Arbeitern umspringen. Der Antrag die diesjährige Parteifonferenz für die Provinz Brandenburg ge-§ 715 der Zivil- Prozeßordnung hatte sich fürzlich der Ferienleber den Begriff eines Künstlers" im Sinne des Stadthagen sei zweckmäßig und nöthig im höchsten Grade. schlossen. Schmidt Sonnenburg ersucht, die Referentenliste Zivilfenat des Kammergerichts auszusprechen. Nach§ 715 den Genossen im Lande zugänglich zu machen, damit jederzeit Nr. 4 sind bei Künstlern die zur persönlichen Ausübung ihres der rechte Mann Berufs unentbehrlichen Gegenstände der Pfändung nicht die rechte Stelle komme. Kopp Friedrichsberg verwirft die Massenagitationen, ebenso das unterworfen. Nun waren bei einem Restaurateur die Versenden alter Echriften und der vielen Witblätter. In Ein Kampf zwischen Polizeibeamten und Einbrechern Bühnenkostüme, zwei Chapeaux mechaniques, mehrere seinem Kreise habe man Erfolge damit erzielt, daß man nach gelangte gestern zur Kenntniß der vierten Straffammer des Land- Perrücken 2c., die den bei ihm auftretenden Gesangshumoristen Letztere machten den§ 715 einem bestimmten Bezirke immer dieselben Leute sende, welche gerichts I Aus der Untersuchungshaft wurde der Handschuh- gehörten, gepfändet worden. dort schon bekannt seien und dadurch sich einer gewissen Autorität macher Johann Kloth vorgeführt, der des gemeinschaftlichen für sich geltend und beanspruchten auf grund eines ihnen von erfreuen. Barthel Gusow ersucht auf die Bauhandwerker ein versuchten schweren Diebstahls angetlagt war. Kloth, ein schon einem Musikdirektor ausgestellten Kunstscheins die Charakterisirung zuwirken, damit dieselben in ihrer Heimath die Agitation nicht vielfach vorbestrafter Mensch, legte ein theilweises Geständniß ab. Unter" Künstlern" im Sinne des§ 715 Nr. 4 3.-P.-D. sind nur als„ Künstler". Das Kammergericht hat dagegen ausgeführt: vergessen. Berfus Berlin spricht für die polnischen Ge- Seit längerer Zeit arbeitslos, hatte er sich bereit finden lassen die Vertreter der schönen Künste, d. h. die Künstler im eigent Er schildert die Schwierigkeit der Agitation und dem Arbeiter Josef Weiß, einem berüchtigten Einbrecher, bei hofft auf thatkräftige Unterstützung durch die deutschen Genossen einem Diebstahle Hilfe zu leisten, welcher am Nachmittage des ( siehe Anträge). Heinrich- Potsdam bittet die Kommission, 2. August im Hause Bülowstraße 51 ausgeführt werden sollte. Bestellungen von Broschüren 2c. nur vou den Kreisvertretern Weiß wußte, daß dort mehrere Wohnungen unbeaufsichtigt waren, anzunehmen, da schon vielfach Unfug getrieben ist. Türke da die Inhaber sich in der Sommerfrische befanden. An dem Guben ersucht mit der Agitation des Lübbener Kreises eine genannten Tage wurde auch zur Ausführung geschritten. Das andere Regelung zu treffen. Ape It Berlin: Was für Ziegelei Gindringen in die Wohnung machte den mit Dietrichen und arbeiter gilt, trifft für Alle zu, wenigftens für alle Wander- Nachschlüsseln versehenen Dieben wenig Schwierigkeiten. Sie arbeiter. Die Agitation darf nicht schablonenhaft betrieben werden; fingen an, die Beute zusammenzusuchen und traten dabei so Der sozialdemokratische Wahlverein für Teltow die Zeitungen müssen mehr Lokales bringen. Eine ganze Reihe geräuschvoll auf, daß ihre Anwesenheit von anderen Haus Beeskow Storkow Charlottenburg hatte am Beschwerden hat Salomon Wriezen: Es ist zu wenig dafür bewohnern bemerkt wurde. Die Diebe wollten dadurch den 11. dieses Monats in Charlottenburg eine öffentliche Vergesorgt, daß die Provinz Brandenburg von guten Referenten be- Glauben erwecken, als seien sie zum Betreten der Wohnung be- sammlung veranstaltet, die sich eines regen Besuches erschickt wird; das Boltsblatt" ist zu schwer verständlich ge- rechtigt. Einer Frau kamen sie aber doch verdächtig vor, sie freute. Zunächst ehrte die Versammlung das Andenken schrieben. Ein Kreis wie Ober- Barnim verdiente bessere Behand- klopfte an die Thür und fragte, wer drinnen sei. Eine der kürzlich dahingeschiedenen Genossin Agnes Wabnih in der lung. Gerischer- Luckenwalde tritt dafür ein, daß die Agi- Stimmé antwortete ihr:" Das bin ich, ich will nur üblichen Weise. Hierauf hörte die Versammlung einen Vortrag tation zu gelegener Beit erfolgt. König- Berlin 11 hebt meine Sachen holen." Da die Thür nicht geöffnet wurde, die des Genossen E. Hoffmann über:„ Der Sozialismus als Prohervor, daß im dritten Streise wie gewünscht verfahren werde. Stimme auch eine fremde war, so gewann die Frau die Ueber- dukt der geschichtlichen Entwicklung". Die Tarlegungen des Auch petuniäre Opfer seien genug gebracht. Redner zeugung, daß Diebe in der Wohnung feien. Sie eilte auf die Referenten wurden sehr beifällig aufgenommen. Die Diskussion, berührt die Verhältnisse im Krossen- Büllichauer Kreise wo( wie Straße und traf zum Glück auch zwei Schuyleute, die sie von an der sich die Genossen Görte, Paleyfi und Flemming ein eingelaufener Brief befagte) in Sommerfeld nicht einmal ein dem Vorgefallenen unterrichtete. In diesem Augenblicke tam noch) betheiligten, bewegte sich im Sinne des Referats. Die Mitthei Lokal zu bekommen sei; er hält den Antrag der polnischen Ge- der Kriminalbeamte Richter hinzu, und die drei Beamten ließen lung des Genossen Scharnberg, daß sich hier in Charlottennossen für sehr wichtig. Görke Charlottenburg bespricht die sich schleunigst von der Frau nach der Wohnung geleiten. Auf burg in letzter Beit ein Individuum herumtreibt, das in den Verhältnisse der Ziegeleiarbeiter und Barth Finsterwalde die dem Korridor kam ihnen schon der Angeklagte Kloth entgegen, Lokalen unsere Versammlungsplafate abreißt mit dem Bemerken: straffe Bucht" der dortigen Behörden. Thierbach für Prenzlau- der die Thür zu der betreffenden Wohnung hinter sich offen Die Versammlung findet nicht statt, sie ist aufgehoben, wurde mit Angermünde: Im ganzen Kreise steht nur ein Saal zur Verfügung; an gelassen hatte. Er ließ sich ruhig von den Beamten fest- Unwillen und Entrüstung entgegen genommen. Mehrere Geeinigen Orten hat man Zimmer gemiethet; die Schwierigkeit der nehmen. Auf die Frage, ob noch mehr Personen in der Woh nossen bestätigten diese Angaben und warnten vor diesem beAgitation in manchen Bezirken ist bedeutend. Ein Schluß- nung feien, antwortete Kloth gleichmüthig: Sehen Sie zahlten Lumpen. Ein Antrag, in dem Lokale des Genossen antrag wird nun angenommen, nachdem schon vorher die Nede- doch selbst nach!", Die Beamten nahmen ihn nun in die Mitte Gimpel, Osnabrückerstr. 28, eine Zahlstelle des Vereins zu er= zeit auf 5 Minuten beschränkt war; eingezeichnet waren noch und gingen in die Wohnung. Kaum hatten sie die Schwelle richten, wurde angenommen. Ferner wurde ein Antrag, daß die 13 Redner. In seinem Schlußwort bemerkt Gerisch, daß zum übertreten, als zwei Schüsse tnallten und ihnen restirenden Mitglieder schriftlich zur Zahlung ihrer Beiträge Schwarzmalen, wie es einzelne Redner beliebt, fein Grund vor- die Kugeln um die Ohren flogen. Das eine Geschoß aufgefordert werden sollen, ebenfalls angenommen. Zum Schlusse handen sei. Wenn Lux bei Ziegelei- Arbeitern von ge brachte dem Angeklagten Kloth eine leichte Wunde an der wurde zur fleißigen Benutzung der Bibliothek, welche sich in dem borenen Agitatoren" spreche, so sei dem entgegenzuhalten, Wange bei. Es war sein Komplize Weiß, der die Schüsse aus Lokale des Genossen Ulrich, Wallfir. 90, befindet, angeregt. daß fast alle Schichten der Wanderarbeiter ebenso empfänglich einem Revolver abgefeuert hatte. Derselbe eilte dann vom Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei den Genossen: seien. Große Hoffnungen setze er, Redner, auf eine Statistik, Korridor der Wohnung in die daranstoßende Küche. H. Wernice, Krummestr. 19; H. Krause, Wilmersdorferstr. 39; besonders wenn die Partei sie gegen den Willen der Unternehmer Hier knallte gleich darauf ein dritter Schuß. Weiß P. Wolter, Magaziustr. 15. und Behörden aufnehmen müsse, nicht; außerdem sei zu bedenken, hatte sich selbst eine Kugel durch den Kopf gejagt, Am Dienstag, den 18. September, findet in Mariendorf daß wir trotzdem dieselbe Arbeit und dieselben Kosten bei der die nacheilenden Beamten fanden ihn sterbend. In der Vereine Nachwahl zur Gemeindevertretung statt und wurde zur Agitation hätten. Schon heute würde die Agitation unter den handlung gegen Kloth kam es hauptsächlich darauf an, festzuZieglern von der Parteileitung nach Kräften unterstützt. stellen, ob er wußte, daß Weiß sich mit einem Revolver versehen Praktisch sei sehr der Kopp'sche Gedanke: Dieselben Leute hatte. Der Angeklagte leugnete dies, die Beamten schlossen aber an dieselbe Stelle zur Agitation. Alle Wünsche, die hier be- aus dem ganzen Benehmen des Kloth bei seiner Festnahme, daß züglich der Agitation laut geworden, tönnen nicht berücksichtigt er wohl wußte, es würde sich beim Betreten der Wohnung werden. Wunderkuren fönnen wir nicht anwenden, aber die etwas Besonderes ereignen. Weiß sei ein durch lange Zuchthaus Gesammtarbeit wird uns vorwärts bringen. strafen törperlich herabgekommener Mensch gewesen, er habe Der Vorsitzende nimmt alsdann die Abstimmung über die gewußt, was ihm bei seiner Ergreifung bevorstehe und deshalb eingelaufenen Anträge vor. Angenommen wird der zu dem letzten Mittel gegriffen, um sich einer neuen Zuchthaus Antrag der Polen: In anbetracht dessen, In anbetracht dessen, daß sich in strafe zu entziehen. Zuvor habe er dennoch einem seiner Feinde der Provinz Brandenburg eine große Masse polnischen Prole- den Garaus machen wollen. tariats befindet, welches durch seine Bedürfnißlosigkeit sich von dem fapitalistischen Unternehmerthum in der schrecklichsten Weise ausbeuten und mit einen Hungerlohn abspeisen läßt, wodurch dem deutschen Arbeiter mit seiner höhern Lebenshaltung große Konkurrenzgeboten wird und gleichzeitig als ein nichtengu unterschäßendes Hinderniß in den Weg tritt, beschließt die Ehrverlust. heutige Konferenz, mit allen ihr zu Gebote stehenden Echamlose Ausbeutung im Zuchthause. Ein böser Mitteln unter den polnischen Arbeitern der Provinz Branden. Skandalprozeß hat sich dieser Tage vor der Straffgmmer in burg eine planmäßige Agitation zu entfalten. Angenommen Dortmund abgespielt. Es handelte sich um den Kaufmann H. wurde ferner der Antrag Stadthagen und die Resolution Lux. F. Reinold aus Hamm, der in dem dortigen Zuchthause die ArEin Antrag des 6. Kreises, dahingehend: Die drei bestehenden beitskraft der Gefangenen zur Fabrikation von Bürsten gepachtet Provinzialblätter Brandenburgs mögen es sich zur Aufgabe hat. Reinold hat sich nicht gescheut, den ohnehin geringen Armachen, je nach Lage ihrer Mittel beim Quartals- beitsverdienst der Gefangenen noch dadurch zu schmälern, daß er wechsel Agitationsnummern herauszugeben, welche zur die Aufsichtsbeamten zu veranlassen wußte, die Stückzahl der geMassenverbreitung dienen. Die betreffenden Nummern müssen lieferten Arbeit in den Kontrollbüchern zu fälschen. Wurden fich den einzelnen Kreisen anpassen, die Stellung der weniger Stücke eingetragen, als wirklich geliefert waren, so erSozialdemokratie zur Lage des Kleinbauern und Bürgers, sparte Reinold nicht nur den Arbeitslohn für diese Stücke, sondes Landarbeiters, Tagelöhners, Schiffers, Ziegelei- Arbeiters, dern brachte die Gefangenen auch noch um den Lohn für etwaige sowie des Gesindes präzisiren", wird gleichfalls angenommen; ueberarbeiten, 16 Pfennige für jedes Stück, der natürlich gleichfalls desgleichen ein Antrag Millarg Gadegast: = Die in seine Tasche floß. Um vor Beschwerden seitens der Gefangenen Agitationskommission zu verpflichten, vierterjährlich einen ficher zu sein, wandte St. folgendes Mittel an: Im Zuchthause ist Rechenschaftsbericht( gedruckt wurde gestrichen) heraus jeder Tabatgenuß, auch das Priemen, verboten. Die Ge zugeben und den Ein fangenen haben aber durchweg gern ein Priemchen; fie opfern einzelnen Kreisen zuzustellen. weiterer Antrag besagt: Die Konferenz der Provinz freudig ein Stück Fleisch oder Wurst, um ein Stückchen KauBrandenburg unterbreitet dem Parteitag zu Frankfurt tabat zu erlangen. Die Gefangenen wenden die unglaubam Main folgendes: Der Parteitag wolle beschließen, der lichsten Schliche und Mittel an, sich Tabak zu verschaffen. Reichstags- Fraktion aufzugeben, einen Antrag auf Abänderung und wissen immer wieder Wege zu finden, ihn einzudes§ 7 des Reichstags- Wahlgesetzes im Reichstage ein schmuggeln. Nicht etwa, daß R. den Gefangenen sagte, wer zubringen, dahingehend um Wählern wie Schiffern, mir seine Ueberarbeiten läßt, der bekommt Tabat; es war jedem Schnittern, Ziegelei- Arbeitern u. s. w., die durch Erwerbs Gefangenen bekannt, daß nur derjenige Tabak erlange, der verhältnisse verhindert find, ihr Wahlrecht an ihrem dem Reinold Ueberarbeiten zuwende. Diese Verhältnisse würden Wohnorte auszuüben zu ermöglichen, dort wählen zu dürfen, wo bei einer ordentlichen Ueberwachung und Kontrolle nicht möglich fie zur Zeit der Wahl in Arbeit stehen. Auch diesem Antrag gewesen sein; die Kontrolle wurde aber nur lässig oder gar nicht stimmt die Konferenz zu. Der Antrag Guben, den dortigen ausgeübt. Statt daß die Beamten bei der Abnahme zugegen waren Genossen die Bearbeitung des Lübbener Kreises abzunehmen und und selbst zählten, verließen sie sich auf die Angaben, die Reinold der Antrag Barth, dein Kreise Kalau- Luckau bei der Agitation oder dessen Werkmeister machten. Ein Aufseher fragte wohl hier Hilfe zu leisten, wird der Agitations- Kommission zur Berücksichtigung und da einen Gefangenen, ob die Sache stimme; der Gefangene überwiesen. Die Provinzial Konferenz tritt hierauf in den wagte aber meist nicht, nein zu sagen, denn er fürchtete, er werde legten Punkt der Tagesordnung, verschiedene Anträge feinen Tabat mehr bekommen, wenn er die Wahrheit sage. ein. Beschlossen wird, den Kalender( Märk. Volksboten) beizu Wenn ein Gefangener wirklich den Muth besaß, sein Recht zu behalten; die Agitationskommission soll außerdem einmal im fordern, dann bekam er sofort schlechtere oder schwerere Arbeit. auf I, Wörther u. Rykestraßen- Ecke. Schübenhaus. Freie Feld blume Wienerftr. 31 bei Schröder. Jahre ein allgemeines Flugblatt zur Verbreitung gelangen lassen Es ist sogar vorgekommen, daß ein Arbeiter, der sich über Reinold Harmonie III, nirdorf, Bergftr. 142 bei Schimtäſe. Gangesluit, Zwei von dem Kreise Westhavelland gestellte Anträge gelangen wegen der Betrügereien beschwerte, mit 14 Tagen strengem Butbuferstr. 30 bet Neimann. Alpenglühen, Manteuffelstr. 9 bei hierauf zur Besprechung. Angenommen wird der Antrag, die Arrest belegt wurde, weil feiner der Mitgefangenen es wagte, Nowack. Edelweiß I, Manteuffelstr. 9 bet Nowack. Waldtapelle, Prinzenstr. 110 bet Ballwig. Provinzialkonferenz zu einer bestimmten Zeit abzuhalten, dazu der die Beschwerde als richtig zu bezeichnen. Die Wertmeister des Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Unterantrag Antrict, einen Sonntag Mitte September dafür Reinold verfuhren genau so wie ihr Meister. In der Anstalt Alle Buschriften, den Bund betreffend, find zu richten an P. Gent, festzusetzen. Abgelehnt, weil unpraktisch, wurde der Antrag, die war es bekannt, daß Tabak eingeschmuggelt werde, es ist Adalbertstraße 95. Dienstag. Mufitverein Hoffnung, bet Dreßler, Geselliger Musikdilettanten Verein Münster: von der Kommission zu vertheilenden Broschüren 2c. an einem auch verschiedenen Werkmeistern das Betreten des Zuchthauses mann, bei Wilte, Hochstr. 32a. Nebungsstunde und Aufnahme neuer Sonntage in der ganzen Proving zu verbreiten. Der aus dem untersagt worden, als ihnen die Einschmuggelung von Kau Mitglieder. Theaterverein Freundschaft, Abends 9. Uhr beim 4. Wahlkreise gestellte Antrag, drei Revisoren aus dem zweiten, tabat nachgewiesen wurde. Den eigentlichen Urheber, Reinold, Anhaltiner, Tempelhofer Ufer. Theater- Gesellschaft Liberte, Kottbufer vierten und sechsten Kreise zu wählen, wurde von allen ließ man aber in Ruhe, bis ein Beamter dem Betruge s uhr. Rauchflub Gut gesinnte Freunde, Abends 9 Uhr, bet Müller, Damm 103 bei Meier.- Theaterverein Freie Kunst, Blumenstr. 46 b. Went, Rednern bekämpft und als gegenstandslos, da die Kreise nicht mehr zusehen konnte und Anzeige erstattete. Es Georgentirchstr. 65. Rauchflub Virginia tagt jeden Dienstag Abend Rauchklub Ambalema, Abends genügend Einfluß auf die Kommission haben, fast ein- war der Aufseher Sczymansky, der dafür jedoch schwer büßen uhr bei Schnieber, Admiralstr. 21. 9 Uhr bei Golz, Grünauerstr. 3. Rauchklub Ruhiga, Abends 9 Uhr bet stimmig abgelehnt. Ernst Havelberg beantragt, zu Gunsten der mußte, denn ein Theil seiner Kollegen hielt es mit Reinold. Auch Kalmus, Gräfeftr. 74. Rauchflub Sumatra, Abends 9 Uhr im Restaur. ausgesperrten Berliner Brauerei- Arbeiter durch die Kommission diese Vorfälle wurden in der Verhandlung nachgewiesen. Einzelne Krause, Gitschinerstr. 93. Musikver. Osiris, Mariannenftr. 32 bet Dober ein Flugblatt herauszugeben. Nach kurzer Diskussion nahm man Beamte sind bereits in Disziplinarſtrafe genommen worden, und stein. Vergnügungsverein Nord wacht, Abends Uhr bei Hermer schmidt, Perlebergerfir. 28. einen Antrag Antrick an, der diese Angelegenheit der Boykott der Staatsanwalt erklärte heute, er werde noch in anderer Weise Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Männer- Gefangtommission überweist. Die Konferenz wolle beschließen: gegen die Pflichtvergessenen vorgehen. Dazu kommt noch, daß, selbst verein Gangestreue jeden Dienstag von 8%-10% Uhr bei Prog, AnnenDie Herausgabe von neuen Parteizeitungen in der Provinz wenn der gute Wille vorhanden gewesen wäre, die Zahl der Be- ftraße 9.- Musitverein Frisch auf", Reichenbergerstr. 24 bei Tauschte. Arbelter Bitherklub Freiheit stränge. Jeden Dienstag Abends von Brandenburg darf nur unter Zustimmung der betheiligten amten nicht ausreichte, um den Betrieb des Reinold zu überwachen. sy bis 11 Uhr bei W. Stichter, Bülowstr. 65 am Dennewig- Blag. Kreise beziehungsweise des Brandenburger Parteitages ftatt- Staatsanwalt Dr. Schulze- Sölze erklärte, die Vorkommnisse seien Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von finden, so lautete der letzte der zur Verhandlung stehenden An- nur durch das pflichtwidrige Verhalten der Beamten und das 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnasiums, Bantstraße 9-10. Gerisch weist darauf hin, daß jetzt durch Zirkulare Verfahren der Gefangenen, die den Angeklagten durch ihr langes Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenftr. 63 a. Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden träge. Turnverein angezeigt werde, daß vom 1. Oftober ab in Finsterwalde eine Stillschweigen sicher gemacht hätten, möglich gewesen. Die Fichte( Mitglied des Deutschen Arbeiter Turnerbundes) turnt heute: neue sozialdemokratische Zeitung erscheinen werde. So erfreulich Reinold'schen Werkmeister gehörten, bis auf einen, mit auf die 2. Männer- Abtheilung Staligerstr. 65-56, 1. Lehrlings- Abth. Friedenstr. 37. das an sich sei, so streng müsse danach gesehen werden, daß Anklagebank, da sie in derselben schamlosen Weise ver- Turnhalle, Brinzen- Allee 8. Nach dem Turnen geselliges Beisammensein im bei den Unternehmungen, für welche die Partei moralisch fuhren, wie ihr Chef. Die weitere Verfolgung der Werkmeister Restaurant Bum Thüringer, Prinzen Allee 10.- Turnverein Froh und und materiell eintreten folle, auch die Kontrolle vor und einzelner Beamten werde er noch veranlassen. Gegen Rei Frei, Brig( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands). Turnen handen sei. Dies sei bei einem Privatunternehmen wie nold beantrage er 2 Jahre Gefängniß, 2 Jahre Ehrverlust der Männerabtheilung jeden Dienstag von 8-10% Uhr bet Bethke( vormals Engel), Chausseestr, 39. Theatervereine: Dilettanten- Bühne Rheinim vorliegenden Falle nicht gewährleistet. Ohne weitere Debatte und 2000 M. Geldstrafe. Das Urtheil lautete auf zwei Jahre gold II" 9% Uhr präz. bet Dambeck, Wollinerstr. 62: Sigung und Fidelitas. nahm die Konferenz den Antrag einstimmig an. Die Verhand Gefängniß, drei Jahre Ehrverlust und 2000 m. Geldstrafe event. Theaterverein Freier Wille tagt jeden Dienstag Abend 8% Uhr, tm lungen waren damit beendet; der Borsigende Salomon sprach weitere 200 Tage Gefängniß. Wie in der Urtheilsbegründung Märkischen Hof, Admiralstr. 18c.- Rauchtlub Sorgenfret tagt bei Bartel, Pallisadenstr. 22, um 9 Uhr. Gefelliger Verein Hertha, Abends 9 Uhr die Erwartung aus, daß jeder Delegirte in seinem Kreise die ausgeführt ist, wurde die Strafe trog der bisherigen Unbescholten in den Dranten- Hallen, Oranienſtr. 51. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pöhfch in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beutostraße 2. " den 18. September, Abends 8 1hr, im Restaurant Stühler, Neue GrünNationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, straße 38, Vorstandsfiyung." In der Freien Vereinigung der Gravenre und Biseleure hält am Dienstag, den 18. September, Abends 8½ Uhr, im Restaurant Oranienballen, Oranienstr. 51, Herr Reichstags- Abgeordneter Emanuel Wurm einen Bortrag über:„ Anarchismus und Sozialismus". 11 1 Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 18. Sptember, Ab: nds 8% Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16, Bersammlung. Bibliothekabend. Befprechung über das Herbſtfeſt. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend von 8%-10% 11hr. NordEchule, Mülleistraße 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Boltsih. Medizin. Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen und berren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Vorsitzender: Ad. Neumann, Pafewalterfir. 3. Alle Menderungen im Bereinskalender find zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Dienstag, Abends 9-11 Uhr: nebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Steineiche ( Böttcher), Neue Friedrichstr. 20 bei Keller. Senefelder, Rofenthaler fraße 57 bei Wernau. Gerechtigteit- Westen, Bülowstraße 59 bei Werner. Olympia, Adalbertstr. 21 bei Roll.- Gangesblüthen, Sängergru B, Friedrichshagen Friedrichstr. 59. Strautftr. 6 ber Rudolf. Echo II, Echönhauser Allee 28 bei Stelle. Schildhorn, Swinemünder= straße 35 bei Hübner. Gesangverein der Metallarbeiter Often, Krautstr. 38 bei B. Wiesegarth.- Freiheit II, Adlershof, Wöllstein's Lutit Myrthenblätter, Belforterstr. 15 bei Schneider. garten. umor, Lichtenbergerstr. 16 bei Karl Bolzmann. Jhn'scher Froh' Hoffnung, kulmſtr. 36 bei Julius Raumann. Gintracht I, Nieder- Schönweide, Grünauerstraße bei Strecker.- Männer- Gesangverein orbeertranz II ( 79), Waldemarfir. 75 Süd- Ost" bei Carl Ulrich Gesangverein Einig= teit III, Gr. Lichterfelde, Phönir- Brauerei bei Hoffmann. Unverzagt II, Stromstr. 27 bet 2. Lange. Sängerchor der Löpfer, Neue Friedrichstr. 44 b. Nöllig.- Arbeiter- Gefangverein Arbeiter: Maibund, Nowawes b Pots dam, Wallstr. 55 b. Gärtner. Freies died, Friedrichsberg, Friedrich- KarlMännerchor Nord Ost, Tilsiterstr. 82 bei Hänice. Männer- Gefangverein Gänger Freiheit, Naunynstr. 86 bei Frig Bubeil.- Gesangverein Rothe Nelte II, Ruppiner- u. Schönholzerstraßen= verein Borwärts Ill, Rathenow, Restaurant Zur Erholung bet Friesecke. Ecke.- Alte Linde, Mariannenſtr. 48 bet Gitttler. Arbeiter- Gesang= Gefangverein$ itaría, Andreasstr. 18 bei Matichte. Alpenglocke, Gr. Frankfurterstr. 138 bei Guld. Ei chentranz, Brenzlau, im Kaifer garten. Einigteit II, Weinstr. 11 bei Feind.- Weddinger Har= monie, Müllerstr 7 bei Meichert. Vorwärts VIII, Marmig i. d. Mart, bei W. Nölte. Wach' auf, Pantow, Wollantstr. 113 bet Lehmann. Concordia, Simeonstr. 23 bei A. Flic Freie Sänger III. Seegers mühle bei Eberswalde. Arbeiter- Gefangverein Einig, Andreasstr. 26 bei Wilte.- Gefangverein cacte( gem. Chor), Beugboffir. 8 bei Behlendorf. Wilmersdorfer Liedertafel, Deutsch- Wilmersdorf, Bad. fangverein Arton, Wittenberge, Thurmstr. 23, Sentralhalle. Freiheit III, Bernau, im straße 11 bei Heirecte. 1 Eisenbahnstraße 6. 1 -1 -- Ge Wacht Turnverein Norden, jeden Dienstag Abends on 8 bis 10 Uhr in der