Ue. 48. 37. Jahrg. Bezugspreis: ?'-A«!jiihrl. UM Ott, Bianott. 430 Mi. cci in»&mu. voraus zahlbar. Poll» Monatlich 4L0 Ml.«rkl. Kl- clllmssgcdühr. llirler Arelljbattd für lleiitlchlartd mib Oefterrcich- Ungar» 7,75 Ml. Hit da« übrige Ausland 13.— 3JIL, bei tiigltch einmal. Zustellung lO,— ML-f Valuta-Aufschlag. Post. oeftellungen nehmen an Säaemari. Holland, tluxomburg. Schmede« und die Tchmetg. Ltngetraqen tn die Post- Zeitung«- PteisIlKe. "et.Bormärts" mit der Sonntag»» deUaae.Boll u-Zeit" erlchetnt wochem» ägü/ zweimal Sonntag» einmal Stieg tamm-Adtefse: ..Sozialdemokrat Berthe". Morgen Ausgabe. Derlinev Volksblstt ( 20 Pfennig) Anzeigenpreis t Sir achtgefpollene Bmtpnrtiffejeilt lostet t.— M., Snietangsjufchiag 60%. „Steine Anzeigen", da» fett- gedruckte Wort 75 Psg. szullissig zwei 'ritgedruckte Worte), jedes weitere Wort SS Pfg. Stellengesuche und Schlakftellenanzrigen das erste Wort 65 Psg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für •.wel Worte. Tcuerungszuschlag 50% Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Bereins- Anzeigen 3.— Mt. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ii ch st e Nummer müssen bi« S Ahr nachmittag» im Hauptgeschllft, Berlin SW S8, Linden- straße L, abgegeben werben. Geöffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abend». Zcntralorgan der fozialdcmokratirchen Partei Deutfcblands NeSaktion und Expeöitton: 6 KD. 6$,£indcn(h. 3» emfureeiicr; Am» Morinplan, Ht. 1A190— 1519?. Dieustag. den A7. Januar IvÄO. Vorwärts-Verlag G.m.d. h-, SV. HS, Linöenste. 3. Kernivrecher- Amt Mumplaii. Rr. 11753—51. Meatat auf Erzberger. ?rr1lnn unö Verhetzung. Das Attentat ans Erzberger habe» wir bereits iu einer ExtlaauSgade mitgeteilt. ES ist weiter zu berichte»: Der Minister»erließ in Begleitung des Rechtsanwalts Dr. Friedlaender daS Kriminalgericht in Moabit und begab sich mit ihm z» feine« Kraftwagen. Bevor Srzberger einstieg, unterhielt rr sich noch mit be« Rechtsanwalt, all plötzlich ei« junger, gutgellcidcter Manu an die Beiden herantrat »ud einen Täiuß abfeuerte. Fricdlaender drehte sich um »ud sprang auf de» Attentäter zu. In demselben Auge». blick feuerte dieser einen zwetten Schuß auf Erzberger ab. Erzberger fiel darauf, wie Zeugen gesehen habe», in seinen Kraftspagro hinein, und der Chauffeur fuhr davoo. Der Täter wurde»an Sicherheitsbeamte« festgenommen und auf der Wache als der am 24. November 1899 z» Berlin geborene frühere Fähnrich»»» jetzige Schäler Oltwig von Hirschfeld, der in Steglitz im Hanse Fregestr. 48 bei seine» Eltern wohnt, festgestellt. Der Bater ist Banlbeamlcr. Die Kngel ging Erzberger dnrch de» Arm in die Schulter. Die erste Kugel war an eine« Metallgegenstand in Itv Westentasche abgeprallt; sie hätte sonst in de» Banch getroffen! Der Attentäter gibt an, er fei z» der Uedrrzeugung gekommen, daß Erzbew-»in Schädling sei und beseitigt werden müsse. Diese Ueberzeugung habe sich dnrch dal Anhöre» der »oiitägigr» Gerichtsverhandlung in ihm geftärtt, und er sei deshalb zur Ausführung der Tat geschritten. Er stellt ausdrücklich in Abrede, den Plan des Attentats auf Erz- berger mit irgend jemand besprochen»der unter der Ein- tvirkung anderer gehandelt zu habe«. Die RSotgenonter- suchung ergab, daß die Kugel in der rechte» Tchntter steckt. Di- Verletzung gibt»» irgendwelche« Vesargntssen kein« B eraul assnng. Keine vierzehn Tage sind vergangen, feit ein unvevant» wortlicher Streich der äußersten Linken das Reich in neue Unruhe und Verwirrung gestürzt hat, und schon meldet sich auch schon wieder die äußerste Rechte, um die unter Anwendung äußerster Mittel notdürftig hergestellte Ruhe aufs neue zu stören. Es ist. als ob beide Gruppen miteinander Wetteifer ten um den größeren Anteil an dem Ruin des Reiches! DaS Attentat auf den Reichsnrrnister Erz&erger�st wahrscheinlich nur die individuelle Tat eines besinnungslosen Fanatikers, aber sie ist zweifellos eine Folge der wahnsinnigen Hetze, die von der deutschnationalen Partei und ihrer Presse gegen die MMglisder der Regierung und beson- ders gegen Erzberger betrieben wird. Erzberger hat die schwere Aufgabe übernommen, die Wiederherstellung der deutschen Reichs fincmzen wenn nicht durchzuführen, so doch wenigstens anzubahnen, und er hat dabei, wie nur recht und billig war, auch den Besitz kräftig herangezogen. Seitdem ist er noch mehr als zuvor der Zielpunkt der leidenschaftlichsten Angriffe, die Deutschnationalen machen ihm jetzt zum Vorwurf, was in ihren Kreisen doch nur eine Selbstocrständ- lichkeit ist und haben in ihren Kreisen einen solchen Erzberger- rachesmn gezüchtet, daß die Revolverschüsse von Moabit nur noch als der psychologisch folgerichtige Abschluß ihre? ganzen Treibens erscheinen. Berlin ist seit gestern voll von beunruhigenden Gerüchten über einen bevorstehenden Putsch der Rechten, der zur Feier von„Kaifergeburtstag". würdiy genug, angezettelt werden sollte. Diese Gerüchte sind wenig glaubhast, ober sie find ein Symptom de? übernervösen Stimmung, die in weiten Kreisen herrscht und die naturgemäß durch das Attentat auf Erzberger nur noch gesteigert worden ist. Die Regierung wird nichts auf Gerüchte geben, aber sie muß sich an die Tat- fachen halten. Das Deutsche Reich ist seit der Umwälzung durch zahl» reiche Bluttaten befleckt worden, die von reaktionären Fanatikern verübt worden sind. Dazu gehört die Tötung wehrloser Gefangener, die Erschießung deS bayerischen Ministerpräsidenten EiSner und tefet daS Attentat aus den Reichssi nanzminister Erzberger. Alle diese Schandtaten find Folgen der reaktionären Verhetzung, die der äußersten Linken an gewalttätigen Ausschreitungen nicht» nachgibt. Die der- hetzten Kriegsbeschädigten, die den sächsischen Kreegsminister Genossen Nenring ermordeten, der Schlächter Lindner. der auf den bayerischen Minister Genossen Auer sein« verhäng» nisvollen Schüsse abgab, die wilde Horde, die am 13. Januar, entgegen dem Willen der demonstrierenden Masse, zum Sturm auf den Reichstag überging. Sicherheitspolizisten er- schlug und damit die Abwehr notwendig machte, die vielen Unschuldigen das Leben kostete— sie die haben noch eher Milder ungsgrllnde für sich als die jungen Herreu Grafen und Herren von. die sick m den Hinterhalt legen, um Minister obzufodta. Mufruf der Reichsregierung. Auf den ReichSfiuanzminister Erzberger ist beim Vor- lassen des Moabitrr GerichtSgebäudes ein Mordanschlag ver- übt worden. Ei« Schuß hat»h» verwundet. Die Gefährlich- keit der Verletzungen ist noch nicht zn übersehen. Die Reichsregierung steht erschüttert und l» tiefster Empörung vor dies« v«brecherischen Ausschreitung de« pofttischeu Kampfe», der eines ihrer Mitglied« mitte» i« der Durch» führung d« ihm anvertraute« schwierige« Aufgabe« zum Opf« gefalle« wäre. Sie hängt de« Attentäter a« die Rockschöße keiner Partei, sie stellt ab« vor all« Welt fest, daß die blutige Tat«»möglich gewesen wäre ohne dir sin«. lose««d veeantwortungslofe Hetze, die feit Monate« und in de« letzte« Tage««st«cht g e g e« de» ReichSfi«a»z«i»ist'er getrieben Wörde» ist. Sie sieht e« als größtes Unglück«nstres Volkes an, daß die schw«ste Schicksalsprüst'«g Deutschland in ei«« geistige« Verfassung trifft, aus der h«au« solche Schandtate« erwachsen können. Sie hat die einzige Hoffnung, daß die Schüsse in Moabit eine allgemeine flufrüttelvng bewirke» möchten, damit de« besinnungslose« Hetzer«, wel i«_. walttat und Vergewaltigung schützen. Ste ruft unt« dem Eindruck des»«gossenen Blutes alle Deutschen auf, mit ihr diese« Schutz zn übernehme» vor V«breche« gegen de» einzelne« und das ganze Volk. Berlin, den 26. Januar 1920. die Reichsregierung. Bau«. Schiff«. Bell. Dr. David. Gcßler. Giesberts. Koch. Müll«. NoSke. Schlicke. Schmidt. Es ist die Pflicht der Regierung, gegen das ver- brechertum, das den Wiederaufbau des Staatswesens gefährdet, nrit allen Machtmitteln, die ihr zu Gebote stehen, einzuschreiten. Sie wird und muß dabei die erdrückende Mehrheit des Volkes hmter sich hoben, gleichviel aus welchem Busch die Anschläge gegen die Demokratie kommen uni� wer hinter diesem Busch steckt. Es muß der Rechten gezeigt wer- den, daß sie die Sttuotton falsch rnisfafet, wenn sie meint, daß der notwendig gewordene Druck gegen links ihr Spiel er- leichtern könnt«. Der Irrsinn von rechts und der von links lauert auf Gelegenheiten. Die äußerste Rechte ersehnt einen Putsch d e r'L i n k e n, weil sie pou ihm die Gelegenheit erhofft, sich selb« in den Sattel zu setzen. Ganz ähnlich spekuliert die äußerste Linke, sie mochte die äußerste Rechte vorangehen lassen, um sich dann selber in der entstandenen Verwirrung der Gewalt zu bemächtigen. Von den geistig gesund gebliebenen Massen des arbeitenden Volkes, und das ist doch hoffentlich immer noch die erdrückend« Mehrzahl, ist zu erhoffen, daß sie dieses tolle Spiel, das notwendigerweife ihren vollen Ruin herbeiführen muß. nicht mitmachen und daß sie die Regierung der Republik in ihrem Bemühen, die zerstörenden Kräfte von rechts und links zu meistern, nachdrücklich imter- stützen wird. Es handelt sich darum, die Demokratie, das geord- u verteidigen, ohne ...Ji«derfnifsheg° —------------—...»-jf-— Feinden von rechts'pielend fertig werden, wenn ihr nicht immer wieder die Feinde von links in den Rücken fielen. So liegt heut« die Situation, die Massen müssen sie klar begreisen, darin allein liegt die Rettung. * Dem Spätabend-„Lokal-Anzeiger" machte der Attentäter einen„nicht unsympathischen Eindruck". Wie hat sonst daS wackere Blatt die Herren Attentäter geschmäht, wenn sie nur ein Loch in die Luft geschossen hatten, der irgendein Gottesguadenbefitzer huldvollst gestattete, ihn zu umgeben! Aber freilich, wenn einer auf den Minister schießt, der Kapttalisten und Kriegsgewimrer ordentlich besteuern will, dam» ist tx sympathisch! Serkcht eines Augenzeuge«. Eiu Augenzeuge, der d-n Vorgängen ans nnniitteldartr Räye folgte, tritt un? folgendes mit: J» war im Besitz einer ZuftSrerkart« und wohnte am Bormittag mit noch zwei Freunden der Verhandlung bei. Am Schluß der Sitzung erkundigte ich mich nach dem Anögaag, aus dem der Mi- nister da? Grrichtsgebänd« z« verlasse» pflegt«, verliest schnell das Gebäude und hielt wich unmittelbar in der Nähe des Ausgangs ans der Strafe auf,« um Erzberger ganz aus der RLhe sehe» z» künnen. Einige Minuten später kam er denn auch»nd bestieg sein Aut». Bor dem Auto standen drei Herren, von denen zw eh wie sich später herausstellt«, Kriminalbeamte zum persönlichen Schutz deb Ministers waren. Mit diesen unterhielt stch Erzberger durch de»»fsene« Wagen- schlag hindurch, während der dritte Mau« in«mnittrllmrer «ähe bei den beide» anderen stehen blieb, all ob er zu ihnen gehöre. Plötzlich ertönte et» laut« Knall, der sich wie das Platzen rinG Ant, reife«, anhörte. Jetzt sali ich, wie der dritte der Männer mit einem Revolver auf den Kopf de! Minister, zielte; instinktiv battr sich Erzberger in die Wagrnpolster zurückgelehnt, so dast die Kugel ihn am Kops nicht verletzen konnte. Der Attentäter schien mir ein— ISsähriger junger Mensch z« sein, der schwarze Gamaschen«nd einen Zivil- mantel trug. Sofort sammelte sich eine größere Anzahl von Menschen an, auch kamen eiligst Soldaten der Sicherheitspolizei herbei. Erregte Rufe ertöute« aus der Meng«: „Das danke« wir de« Reaktionären?" «.«.«. Der Attentäter wurde von der erregten Volksmenge schwer misthandelt und sofort vvn Soldaten abgeführt. Ek« weiterer Bericht. - Zu de« Attentat berichtet eine Lvralkverespondenz noch folgendes: Kurz«ach 2% Uhr erschien der Minister mtt Dr. Fried- l ä n d e r auf der Straße und ging langsam auf sein Bnto zu. Tie , beiden Herren waren in eifrigem Gespräch nnst hatten nicht demerkt, >atz»och ein junger Mann, der sich bereit? längere Zett In der Näh« deS Kraftwagen« aufgehakte« hatte, ohne dast«s den» Chauffeur jedoch anfgefassen wäre, ihnen nachging. Miuister Erz- berger bestieg da? Aut»«Nd fetzt« sich«eben Grheimrat Hämmer. Rechtsanwalt Dr. Frirdläuder blieb noch einige Angenblicke anf der Bordschwelle stehen, da er mit Erzberger einige jnristisch« Fragen zu brsvreckirn hatte. I« der Rahe be» Wagen? stand austerdem ein Beamter der Sicherheitspolizei in Uniform. Während der Minister and der Anwalt noch sprachen, hatte der Ehaussenr den Motor angeworfen«nd wartete auf das A b f a h rt S- s i g» a l. Plötzlich näherte sich der junge Mensch, der de» Minister unanSgesetzt beobachtet batte«nd drängte sich an den Kraftwagen heran. Er schob de» Anwalt etwas zur Seil« und frage den Ministee: „Sind Sie Herr Erzberqer?" Der Minister befürchtete offenbar ein Attentat, er rief:„Doktor/ kommen Sie herein-«nd versuchte die Tür de? Auto» zu schliesten. Im selben Augenblick zog der Unbekannte jedoch auch schon einen R e»» l d e r hervor und feuerte einen Schuß aus Er,- berger ab. Der Rechtsanwalt hatte an der Richtung der Waffe gesehen, daß der Lauf ans den Leih de« Ministers gerichtet war. Dr. Friedländer sprang ans den Attentäter zu und wolltr ihm die Waffe entrristen. Ehe ihm jedoch sei» Borhaben gelang, fenerte der junge Mann zum»weiten Male»nd Erzberger sank mit einem Schmer.stant zurück, und tief: „Ich bin an der Schulter getroffen." Regteenngsrat Hämmer sprang aus dem Bnto und uwllte sich nun ebenfalls auf den Schlltzen werfe«. Dieser war jedoch vonRecht»- anwalt Frirdländer bereit» ergriffen worden, der den jungen Menschen umschlungen hielt, um ihn zu hindern, nochmals von seiner Masse Gebrauch zu machen. ES entstand r i n Ringkampf zwischen beiden Männern, in den nun die Passanten und ein Sicherheitlbeamter eingriffe». D« Täter wurde überwältigt und in die Wackle im Justiz- gebänd« geschafft. Dort erklärt« der Schütze auf Grund seiner Ptzpiere, dir er bei sich führt», daß er der tzljährige frühere FSH« rich Dltwig v. Hirfchseld sei. der bei feinem Bater, cinnn Bankbeamte» in Steglitz, Fregestr. 48, wohnt. Tie Waffe, welche der Attentäter benutzte, war mitsechSKugeln geladen. Erzberger saß«vfrecht im Wagen und bat seinen vrgleiter, schnell einzn- steigen, da er vorlebt sei»nd schnell»n feinem Arzt gebracht z« werden wünsche. De, Kraftwogen sanfte davon nnd brachte den Minister zu einem im Westen wohnenden Lpezialarzt. Auf persönliche» Wunsch de» Minister? wurde seine Gattin benachrichtigt. dir sich im Auto zum Arzt begab und von dort die Ueber- führung Erzberger? in geeignete Pflege»rranlaßte. Interessant ist, daß Erzberger dnrch«in«« Zufall vor einer schwere» Verwundung bewahrt worden ist. Di- erst« Kugel traf den Minister am Leib nnd prallte an der goldenen U h r k e t t e ab. Sie ging durch die Kleider »nd die Wälche,»m de« Lei» Hern««nd fond ß» später t« Vitz- palste» he»»nta» wieder. Der Attentäter hat nach her Tat fotgenben Brief geschrieben: »Liebe Eltern! ES ist mir gelungen, Minister Erzberger anzn- schießen. Hoffentlich mit dem Erfolg feines Ausscheidens aus der Regierung. Mein Leben. ist zu Ende, aber ich scheide mit dem Bc- wußtsei», meinem Jolkc geniitzt zu haben. Herzliche Grüße Holtwig oon Hirschfeld." Der Täter will nicht die Absicht gehabt haben, den Minister zu täten, und behauptet, er habe absichtlich nicht nach dem Kopf, sondern nach der Brnst gezielt. Der Gedanke, den Minister nn- s ch S d l i ch zu machen, sei ihm durch die Berichte gekommen, die er täglich in der Presse gelesen habe. Er habe den von seinen Eltern gehaltenen»L o k a l- A n z e i g e r" gelesen. Nach einer Mitteilung des behandelnden ArzteS, UniversitätS- Professors F l e s ch, kann an eine Entfernung der Kugel zur- zeit nicht gedacht werden. Der Zustand des Patiente« erheischt für die nfichsteu Tage die g r ö ß �e Schonung, wenn auch eine »«mittelbare Lebensgefahr nicht besteht. Nach Anlegung des Perba ndcS wurde Erzberger nach seiner Wohnung gebracht. Reichspräsident E b e r t und Staatskanzlcr Dr. Renner- Wien halten dem RrichSfinanzminister Erzberger anläßlich des Aitentatrb telegraphisch ihre Entrüstnng und Teilnahme ans- gesprochen, f Wilhelms Geburtstagsgesthenk. In der Preffemeldung über die finanzielle A u s e i n a n-> dersetzung zwischen Preußen und de tl Hohen- z o ll e r n. deren Erledigung in den nächsten Tagen schon die Landesversammlung beschäftigen soll, hören wir, dah der Abfindungsentwurf für den früheren Kaiser ich- erwartet günstig ausgefallen sein soll. Man spricht von der Zuweisung einer Entschädigung durch Preußen fiir seinen an- geblichen. Privatbesitz, soweit er vom Staate übernommen wird. Einen Teil seiner zahlreichen Schlösser und seines großen landwirtschaftlichen Grundbesitzes in Preußen wird Wilhelm Hohenzollern jedoch außerdem in seinem persönlichen Eigentuvl" behalten, ebenso seine sämtlichen In- dustrieaktien, Obligationen, Hppotheken usw. Obendrein soll die Rente aus den Kronfideikommißgütern mit einer Summe von 100 Millionen abgelöst werden, die dem Exkaiser gleichfalls zufällt. Mau sollte denken, daß. nachdem Wilhelm durch seine Zlucht nach Holland Königtum und Krone freiwillig abgetan hat, es eine Selbstverständlichkeit sei, daß Kronrente und Krongütcr dein Staate verfallen.'Zweck dieses Vermögens- fonds war es doch, für den„Landesherrn" die Mittel zur Repräsentation aufzubringen. Diesen Nepräsentationspflichten hat sich der frühere Kaiser durch seine Ausreise nach Holland aber freiwillig und auf die Dauer entzogen. Es ist deshalb nur selbstverständlich, daß ebenso wie die K r o n r e ch t e a u ch das Kronv e r m ö g e n an den Freistaat Preußen entschädigungslos übergehen müssen. Wenn schon das bisher über das Abkommen Mitge- teilte kanm glaublich erscheint, sv wäre es der Gipfel deS Unbegreiflichen, wenn die weitere Angabe zuträfe, nach der daS gesamte Privatvermögen und die oben er- wähnten 100 M illionen E�i t s ch ä d i g u n g für den früheren Kaiser ohne irgendwelche steuerliche Heranziehung er- folgen und insbesondere auch vom Reichsnotopfer �.--befreit werden sollen. Wir müssen schon fragen: wenn der Exkaiser, der so viel -.Schuld am Elend des Volks trägt, in dieser Weise„entschädigt" 'wird, wie soll dann das deutsche Volk, das seiner RegieningS- kunst zum Opfer gefallen ist, für das namenlose Elend ent- schädigt werden, daS eS ihm verdankt? Unter öem Schutz öer Sasonette. Wir haben in unserem Leitartikel in der Morgenausgabe vom 13. Januar eine Reihe schwerwiegender Tatsachen an- geführt, wie die Unabhängigen des besetzten Gebietes unter dem Schutze der französischen Bajonette gegen die deutsche Regierung für die f r a n z ö s i s ch e n M i l i t a r i st e n und Kapitalisten arbeiten. Heute sind wir in der Lage, einen neuen Beweis fiir die eigenartige Tätigkeit der Diktaturprediger zu liefern. Vor einigen Tagen wurde in Wiesbaden ein un- abhängiges Flugblatt verbreitet, worin zu einer„flammen- den" Protestdersammlung aufgefordert wurde, nicht etwa gegen die französische Unterdrückung jeder Versammlungs- und Preßfreiheit, nicht gegen die Knute der französischen Militaristen, die z. B. in H ö ch st am Main in den Gefängnissen verhastete Streiksührer täglich blutig schlug und verprügelte, weil die Arbeiter gegen die DortenrePublik in den Streik getreten waren. Nein, es ging zum flammenden Protest:„Gegen die deutsche Mordregierung". Es sollte auch nicht demonstriert werden, daß die Äesatzungs- b e h ö r d e die in der Nationalversammlung beschlossenen freiheitlichen und sozialen Gesetze über die Betriebsräte im besetzten Gebiete nicht anerkennen will, es sollte nur de- monstriert werden gegen die„Büttel der Jndustriebarone und Agrarier, die die berechtigten Forderungen der. Arbeiterschaft im Blute ersticken wollten". Das Ziel der Demonstration sollte seni� die noch am Ruder befindliche deutsche„Schand- reaierung" zu stürzen. Die Arbeiter wurden aufgefordert, rechtzeitig die Arbeitsstätten zu verlassen. Die deutsche Polizeibehörde genehmigte die Versammlung nicht gemäß dem allgemeinen Befehl der französischen Behörde, nach dem alle öffentlichen Versammlungen ver- boten sind. Die Unabhängigen liefen daraufhin zur B e- satzungsb ehörde und es geschah folgendes: Der Vorstand der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei(Filiale Wies- baden), gezeichnet Reinsperger, sandte an die Wies- baden er Redaktionen ein Schreiben, dessen Eingang lautete:»Auf Befehl der französischen Be- Hörde bitten wir um Aufnahme nachfolgender Notiz", in der dann in einseitiger Darstellung aufmerksam gemacht ivurde, daß die französische Behörde die erneut angemeldete Protestversammlung für den 27. Januar sofort genehmigt habe. So sehen sie auS, die tapferen Helden und Märtyrer für Freiheit und Diktatur des Proletariats. Wir gratulieren den Berliner Unabhängigen zu ihren Genossen in Wiesbaden. Der Kommunist Rieth, der angeblich zum Mörder Dortens gedungen war, wurde am Sonnabend wegen Ver- brechens der Erpressung an Polizeidirektor Dr. Thon von der Staatsanwoltschaft verhaftet, dann aber von den F r a n- z o s e n„requiriert" und in das Mainzer Gefängnis über- geführt. Gegen das Zentrumsblatt„Rheinische Volkszeitung" ist von der Staatsanwaltschaft Strafantrag wegen Beleidi- gung gestellt._ Die Drückeberger. Neb er die Drückeberger in der Etappe kann man jetzt in der Presse allerhand Ausführungen lesen. Geht man nach den alldeutschen Blättern, so wären es lauter Juden ge- Wesen, die hier ein gutes Leben führten. Vom aktiven Offizierskorps.dagegen wirH behauptet, daß es zu 96 Prozent auf den Schlachtfeldern liegengeblieben sei. Ein etwas eigentümliches Licht auf diese Darstellung tvirft nun der folgende Erlaß, der uns zufällig in die Hände fällt: Nr. L70SS3 I». München, den 2S. Oktober 1918. Kriegs in i niste riurn. Betreff. Kriegsverwenduny. In der Etappe, im befetz-ten Gebiet und rn der Heimat ist eine sehr große Anzahl von nur garnisonverwen�)uugS- fähigen aktiven Hauptlente«, LbcrlrutnantS und Leutnants verwendet, die nur sehr kurze Zeit während des Krieges an der Front verwendet waren, ober die sich schon lange in ihrer gegenwärtigen Verwendung befinden. Fch bitte, den be- treffenden Offizieren eröffnen zu lassen, daß für ihre Be- lassung im aktiven Dienst bei der Demobilmachung die Gründe, auS denen sie längere Zeit dem Frontdienst entzogen waren, genau nachzuprüfen sein werden. gez. von Hollingrath. Verteilt an alle Kommandeure und Vorstünde zur Bekanntgabe an bayr. aktive Offiziere. V. S. ds E. I. d. Chef d. Generalstabs Schröder. Et.-Jnsp. 6. D. Feld*. 402. IIa, Nr. 218/petfünKch. Dem bayerischen Kriegsminister siel also die große Zahl .der in der Etappe verwendeten aktiven Offiziere auf. Unter den aktiven Offizieren war aber sicher nicht ein. Hermann Stehrs»he!ligenhof�. Von Hans Sochaczeloer. Wünscht man sich einmal Rechenschaft zu geben über den Wert der Romane unserer Zeitgenossen, so wird man nach eingehender Prüfung urtd kiebe voller Hingabc an das Schrifttum dieses be- tkommiin und erstaunt gewahr werden: eS gibt noch nicht ern halbes Dutzend Werke, die bei edler Sprachbeherrschung zugleich die Wesens- züge dcS deutschen Volkes darzustellen wissen. Von wieviel deutschen Romauen unserer Zeit vermöchte man zu erklären, daß sie künstle- üschen und nationalen Wert in nämlicher Weise verbinden, wie eZ in den„Brüdern Karamasofs" oder in Tolstois„Krieg und Frieden" fiir den Russen geschieht? Ja. vielleicht gibt es wirklich nur vier Romandichtungen, die, in gebührendem Wstand von den russischen Epikern genannt, diese Synthese erreicht und erfüllt haben; es wird an Thomas Alauns Buddenbrooks", an Ricarda Huchs„Ludolf UrSlcn", an Hauptmanns„Emannel Quint" und an die Persönlich- k»ft HermannStehr gedacht. Von ihnen steht nur Stehr auch heute»och, beim Leserkreise, nn Schßtkn. Nun ist es richtig, daß Stehrs bisheriges Schaffen bei aller Schönheit und Kraft der Ge- staltung doch mit gar zu schwerer Hand gebildet ward, so daß der Segen, der auf seinen Werkckn ruht, ungeübtem Ohre nicht eben leicht eingehen konnte, weil sein Wort nicht schmucklos allein, son- deru hart und geizig war, Seit c'r aber dem deutschen Volke den„Heiligenhof", seinen letzi.-ii(bei S. Fischer erschienenen) Roman schenkte, müßte dieser Dichter Stehr mit Liebe und Verehrung umgeben werden auch von jenen Tausenden, die an seinem tiefen und herben Ernst bisher Anstoß nahmen, weil ste nicht in ihn zu dringen wußten. Nicht, daß dieses Buch etwa ein bloß unterhaltendes Werk wäre, bei dem die Sprnnghaftigkeit erregter Leser über leicht ersessene Seiten hüpfen 'önnte; aber vereint ist hier, was ein ganzes Volk angeht, weil es sich darin gespiegelt sieht; zudem freilich scheint es, als habe das Be- wußisein um die Fülle der Kraft, die ihr nunmehr innewohnt, der Stehrschen Feder auch eine gewisse Flüssigkeit vermittelt, so das, sich Moll und Dur auf melancholisch-süße Weise begegnen. Nun, an dieses Buch mit Worten heranzutreten, hält schwer; es ist ein Roman, der alles, was im deutschen Volke und in deutscher Rmchschaft an Frohsinn, Arbeit, Mystik, Musik, Verinnerlichung»er- lorgen ist, in einzigartiger Weise zum Ausdruck bringt. Es ist in >o. sehnsüchtiger Bedeutsamkeit deutsch, daß man es, wollte man, um zum Lesen zu reizen, Bergleiche herbeiholen, nur mit Johann Se- öastian Bachscher Klarhelt und Reinheit vermählen könnte. Der.Heiligenhof", das ist der Bauernhof der Sintlinger, einer Familie in Westfalen, genannt von Volkes Mund nach dem Besitzer, der, wilden und sinnlichen Geblüts, geheiratet hat, und dem eine blinde Tochter geboren wird. Mit dem Bauern, in deui schon vor der Hochzeit Mystisches und gierige Unbczähmbarkeit gepaart waren, geht mählich die ergreifendste Veränderung vor sich, da sein er- blindetes Kind, einer Heiligen gleich, heranwächst. Er erfährt, als er mit dem„Heiligenlenlein". einen Augenarzt aufsucht, daß sie eines Tages, vielleicht, sehend werden kann. Aber seine Liebe, seine In- brüstst und sein neues Sein, das in Güte ausstrahlt und seine ganze Umgebung äußerlich und innerlich zu beglücken weiß gehören und sind verschmolzen mir dem blinden, dem Engels-Töchterchen. Der Sohn aus dem Nackibarhofe, einer seit Generationen mit dem Heiligenhof verfeindeten Familie, faßt eine tiefe Liebe zu diesem Mädchen. Und nun wird gezeigt, wie in beiden diese Liebe unbewußt reift. Dies alles, wiedererzählt und ans dem innigen, wachsenden, organischen Zusammenhang nicht der Erzählung, sondern des seelisch Unbegreiflichen gerissen, kann nicht ahnen lassen, wieviel unbewußte Spürkraft, beglückend wenig intellektuell und voll feinster Verästelung der Empfindungen, der Traumwelt de» Sintlingerhofes nachzn- graben weiß. Die Dichtung, um nicht den abgestandenen Namen Roman zu gebrauchen für ein Werk, in das aber Tausende sich ver- senken sollten, läßt die Sehnsucht auferstehen als eine Tai, und es bleibt der Meisterschaft eines Stehr vorbehalten, dabei nicht einmal verlogen, nicht einmal verschwommen oder auch nur süßlich zu wer- den. In Hebbels Tagebüchern, dieser unendlich bereichernden Fund- grübe wissender Schönheit, heißt es einmal:„Wäre die Sprache ein Produft deS logischen Geistes ansialt de? poetischen, so würden wir nur eine haben." Dieser Ausspruch bewahrheirei sich in diesem Buche Stebrs, das Romantik und Mystik mit Realismus so starr eint, als spränge die„Somm«nachtsrra>mr"-Musik über w ein letztes Beethoven-Quarteft, um von da im Himmel Gustav Mahlers einzuziehen. Das llnwissen ihrer Liebe zu dem Sohn deß feindlichen HofeS treibt da? blinde herangewachsen« Heiligen lenlem in seltsame Tauniel; eines Tages läuft sie, hober Entzückung voll, dem Ge- liebten in die Arme, erkennt ihre Sehnsucht und wird sehend auch auS den derduükeften Äugen. Da aber bricht iin Heiligenhofbauer etwas zusammen; was.fernem Schaffen Ehrgeiz und Willen lieh, daS war das Bewußtsein, ein« Heilige zur Tochter zu haben. Nun sie eine Frau, ein Weib wird, reißt Sintlinger- Seele entzwei; harrt neuer Offenbarnng. Aber da? Lenlcin sucht und findet den Tod im Wasser; es läßt die Eltern zurück, und nur das weise Er- kennen eines politisch Verfolgt«, der vor vielen Jahren in das I u d e. Diese Beobachtung wird übrigens keinen Front- kampfer verwundern, der weiß, daß etwa von 1915 an aktive Offiziere fast gar nicht mehr in der Front zu sehen waren, sondern in den �gefährlichen Stellungen fast nur noch Re- servboffiziere kommandierten. Die Alldeutschen behaupten ja immer, das deutsche Heer sei„von hinten erdolcht" worden. Schon möglich, die vom bayerischen Kriegsministerium so zahlreich in der Etappe be- merkten aktiven Offiziere, die dort meist ein Herren- leben führten und die Mannschaften kujonierten, standen ja im Rücken des Heeres._ Wie es gemacht wirö. In?!r. 39 der Wiener sozialdemokratischen Zeitschrift „Der Kampf" findet sich ein Artikel Rudolf Hilferdings über taktische Probleme der Unabhängigen. Gleich zu Beginn schreibt Hilferding für Wiener Leser, die die Richtigkeit nicht kontrollieren können: Der fürchterliche Marloh- Prozeß hat die Noske« Partei als die Beraiitwonliche des weißen Schreckens entlarvt und der Sklarz-Skandal scheint zu behängen, daß die politische Korruption sich mit der persönlichen verbunden hat. Sehr vornehm und sachlich, zu behaupten, daß der Marloh- Prozeß irgend etwas gegen unsere Partei bewiesen habe, von der darin gar nicht die Rede sein konnte. Oder hat der Irren- arzt Hilferding schon soviel von seinen geisteskranken Partei- Konzen angenommen, daß er Lüttwitz für Ebert. Reinhardt für Scheidemann, Marloh für Heilmann und Pernter für Kuttner ansieht? Mit der feinen Andeutung, der Sklarz- Skandal „scheine" zu bestätigen usw.. rutscht Hilserding auf das Niveau jener Antisemiten und Rechtsparteiler herab, die einst mit Bebels Villa und Singers Mäntelprofit arbeiteten. Aber das bedrückt ihn nicht. Wir salutieren Rudolf Hilferding, daß man ihm Unrecht getan hat, wenn man zwischen ihm und gewissen anderen Herren von der„Freiheit" unterscheiden zu müssen glaubte. Ein flbschieüsbrief. Auf ihrem Leipziger Parteitag hatten die Unabhängigen den bedingten Anschluß an Moskau beschlossen; zuvor wolllen sie jedoch mit dem revolutionären Proletariat der Westslaaten Fühlung nehmen, um auch dieses für die dritte Internationale zu gewinnen. Crispien, der Vorsitzende der U. S. P., wandte sich" daher auftragsgemäß an die linksradikale Sozialisten- Partei, die B r i t i s h S o c i a l i st P a r t y. mit dem Ersuchen, an einer von Crispin vorgeschlagenen Konferenz teilzunehmen. die die Ausrichtung der dritten Jritcrncflionale zum Ziel hat. Tie englische Wochenschrift„The Call", das Orgair der links- radikalen British Sozialist Party, veröffentlicht daraufhin folgende Antwort an Crispin: „Lieber Genosse! Ich bin vom Parleivorstand der British Socialist Parih (.B. S. P.") beauftragt worden, FKnen für Ihren Brie» vom lö. Dezember und für die beiliegenden Exemplare Ihres neuen Programms zu dankeir. In Veantworiung Ihrer Aufforderung, an einer Konferenz zwischen der dritten In l e r n a> i on a le und den anderen revolutionären Parteien teilzunehmen, bin ich beauftragt, Ihnen zu sagen, daß nach Meinung der B. S. P. die dritte Internationale bereits alle Parteien und wirklich revolutionären Gruppen der internationalen sozialistischen Be- wegung einschließt. Tie B. S. P. selber ist jedoch Mitglied der dritten Internationale, ebenso wie die anderen linkssozialistischen Gruppen dieses Landes, mit denen wir boffeu, uns bald m einer kommunistischen Partei vereinigen zu können; und unseres ErachtenS sind die Parteien oder Gruppen, welche noch zögern, sich an die dritte Internationale anzuschließen, entweder Gegenrevolutionäre oder es fehlt ihnen an Mut, für ihre sozialistischen Ueberzeugunge» einzutreten. Infolgedessen muß die B. S. P. eS ablehnen. on der von Ihnen vorgeschlagene» Konferenz teilzunehmen, und sie erlaubt sich, Ihnen zu raten, späterhin entsprechend der letzten Klausel Ihres neuen Program, ns zu handeln, wonach Sie der innerste Erleben des Bauern eingriff, richtet ihn nun nochmals empor aus der Erschütterung. Diese Dichtung„Heiligenhof" von Hermann Stehr ist es, die jenen wenigen Werken zuzurechnen ist, welche deutsches Wesen er- hellen und sich zugleich der edelsten Sprache, der begnadetsten Form zu bedienen wissen._ Im Kampf um das Staatliche Bauhaus hat eine erregt der- laufe»« Beriömmlung der Bürger» und Künstlerschaft Weimars sich mit großer Mehrheit auf den Standpunlr der tlelnaeistiaen Sturmlänier gegen das Werk der Gruppe Gropius erklärt. Ihre Resolution fordert die Wahrung der Tradirion. die vo,dem an dem Kunftinstitut Weimars herriwte. Der Versuch Groplu»', die unfern Leiern bekannte Erklärung des WerkbundeS zu verlesen, wurde heftig bekämpft und löste ebenso heftige Proleste seiiens der Leuie vom Bauhaus aus. Da die gefaßte Reio- lution an Regierung, Landtag und VolkSrat geben wird, wird die Krise vermullich noch wehere Stürme bringen. Ein Vorschlag Fritz Siahls im„B. T." rät die Uebernobme deS Bauhauies out das Reich an. womit man einverstanden lein kann. Weniger sympathisch ist der anhängende Vonchlag, den Weimaranern ihre Kunstichulen zur Herrichtung nach eigenen Wünschen wieder»u überlassen. Denn der Geist, den sie in dem jetzt enisessellen Kampie bewiesen haben, verspricht kein Werk, das der deunchen Kunst in Zeiten, wo sie für da« Gesamlooik große Beranlworlungen zu lragcn hat, segensreich weilerzuhelsen imstande sein dürfte. Wenn auch von den Treibern der jeyigen Bewegung von„Freiheit deS tünstlerischeir Schaffens" geredel wird, wozu doch vor allem gehört» daß von Kunst in ganz ernstem Sinne die Rede sein kann. Die Bllhncngenoss.'nschaft gegen die LustbarkeitSsteuer. Die Ge- nassen schast deutscher Bühnenangehöriger hat an die Berliner Stadt- verordnetenversammlung eine Erngabe gerichtet, worin sie darum nachsucht, daß die Theatervorstellungen imd Konzerte von der Lust- barkeitssteuer cnrsgsnommeii werden. In der sehr eingehenden Be- gründung wird Hervorgehoben, daß das Theater- und Konzertweseu der Bildung und Hebung des Volkes dient, und daß in der Schaf- sung von Lebens- und Arbeitsfreude für das Volk das beste Mittel gegeben rst, die Arbeitskrafi des Volkes wieder zu beleben uns zu stärken. Die Steuer ividerstreite also wichtigen LeherrZinteresscu des Volkes. Es I Verden dann im einzelnen die Gruppen der ver- schirdcneii Theater(StaatStheerter, die gemeinnützigen Theater: Freie Volksbühne, Schiller-Theater usw., Privaibühnen, die mibe- ftveftbar der Kunst dienen) durchgenommen und selbst bei dem Theatern, die ausschließlich der Unterhaltung dienen, nachzuweisen versucht, daß auch ste die Steuer nicht tragen können. Die Eingab? beruft sich auch darauf, daß die Stadt Berlin, im Gegensatz zu zahlreichen ander orr Städten, die zwei bis drei Mil- lioncn Mark jährlich fite ihre Theater ausgeben, so gut wie nichts Nr. 4S � Z7.?ahrgaog ��9 n) 9t» �9 vlrnstag. 27.?anaar 1H2V Prozeß Erzberger-Helfferich. (Schluß aus der Weud ausgäbe.) 'Zeuge Ministeria ldirekwr Ne u h a u S(fortfahrend): Thyssen machte den Borschlag der Inbetriebnahme der Gruben im Ärieygebiet, obwohl die übrig« Industrie sich dagegen ausgesprochen hatte. Am 12. November 1914 ist dann van Thysien unter Bezugnahme auf diese Besprechung vom 11. November c i n dritter Antrag gestellt worden, die liebe reignung der Gruben vorweg zu gestatten. Dieser Antrag ist vom Reichsamt des Innern und vom Handelsmini st erium geprüft worden. Das GrgebniS dieser Prüfung war«i-n Bericht an den Reichskanzler, die Ausnutzung der Gruben durch Tbyssen für Rechnung des Eigentümers zu gestatten. Dieser Bericht ist aber nur Gnt- Wurf geblieben, da inzwischen die Schutzverwaltung cinge- richtet war, die direkt dem Reichsamt des Innern unterstand. Unter dem 11. Dezember ist dann ein Erlaß an den Vermal- tungschef in Metz gegangen, in dem ausgeführt wird, daß nach Lage der Sache die baldig« Inbetriebsetzung der Brieh-Gruben zweckuräßig sei, daß aber das Privateigentum an diesen Gruben unbedingt aufrechterhalten werden müsse. Mt- nisterialdirektor Dr. Neuhaus betont, daß die sofortige Jnibe- triebsetzung dieser Gruben durch ein privates Werk sowohl aus militärischen Gründen wie aus Rücksicht auf die Arbeiter- fragen und auch auS Gründen der Ernährungsschwie- rigkeiten zunächst abgelehnt worden sei. Zeuge N c u b a u s bekundet noch, daß der damalige Unter- staatssekretär im RcichSanrt des Innern Richter die Hände ge- rungen habe darüber, wie Erzbcrger ihn mit Thyssens � Privat- wünschen bedränge. Auf Befragen deS Borsitzenden antwortet der Zeuge, daß nach seiner Auffassung es für Thyssen in erster Linie nicht auf allgemeine Interessen ankam, sondern darauf, im Brieygebiet testen Fuß zu fassen. Bei der Aufteilung der Haldenerz« hatte Erzbergcr jedenfalls im Sonderinteresse Thyssens gehandelt. welches im Widerspruch zum Interesse der Gesaint Partei stand. Bors.: Würden Sie eine solche Bciätigung eine» Abgeord- n�e t e n für zulässig halten.— Zeug« N e u h a u S(mit erhobener Stimme): Unter keinen Umstanden! Es entspinnt sich hierauf eine scharfe AuSeiwrndersetzung im Anschluß an die Aussage dcS Zeugen R a b e s: Der Dezirkspräsident von Geuimingen babe eine bestimmte Zusage an Thyssen wegen vorzugSweiser Erzlieferung gemacht und inefe Zusage nicht gehalten Dr. Helfferich fragt, ob dem Zeugen nicht bekannt sei, daß von Gemmingen die Abgabe einet solchen Versprechen» auf das ent- ichiedemss- bestreite. Zeug« Rabe» gibt zu. daß von G. die Abgabe dieies Versprechens bestritten habe, er aber unter seinem Eid« aussagen könne, daß von G. ein solches Versprechen gegeben habe. wie ihm Herr August Thyssen persönlich mitgeteilt habe.— Auf Befragen deS Borsitzenden bestätigt der Zeug«, daß er den bestimm» ten Eindruck gehabt habe, eS babe sich bei Thyssen stet» darum gehan. delt in bezng auf seine Festsetzung im Brieygebiet eine vollzogene Tatsache zu schaffen.— Aus ein« Frage Alsberg» erwidert Erzbergsr, daß er die Handelsgesellschaft.Ostrova" nicht kenne. Dr. Als- b e r g: Im Handelsregister Berlin-Mitte befindet sich aber eine Eintragung bei dieser Gesellschaft, wonach zum Beirat auch der Reichsflnanzminister Erzberger gehört.— Zeuge E r z b e r. a e r: Ich kann unter meinem Eide nur erklären, daß mir von diesen Vorgängen Überhaupt nichts bekannt ist.— Vors.: Wir tww- den die Klärung dieser Frage bei anderer Gelegenheit vornehmen müssen. Der früher« Staatssekretär im ReichswirtschaftSministerium Frhr. v. Stein bekundet auf die Frage Helfferichs, ob er das Bor- geben de» Abgeordneten Erzberger nicht illoyal und ungerechtfertigt tind«:„Illoyal' möchte ich nicht sagen, aber ungerechtfertigt labe ich e» gehalten, msofern, als nach meiner Ueberzeuguny die Regierung das Möglichste getan hatte. Nächster Zeuge ist Ln�erstaatSsekretSr Richter., Er erklärt, daß er versucht habe, sich aus den Akten zu informieren daß aber die Akten zum größten Teil verloren gegangen seien. Er müsse also nach seinem Gedächtnis aussagen, und versuchen, mit Hilfe der in den Zeitungen erschienenen Prozeßberichte die Such. läge von damals zu rekonstruieren. Er schildert dann die De- svrechung mit Thyssen und seine Anträge und kommt dann auf die Frage der Sckrtvedenerze zu /»rechen, die er für die deutsche In- dustrie als unentbehrlich bezeichnet. Daß er sich bei Neuhau» über Erzberger beschwert habe, ist dem Zeugen nicht mehr nn Gedächtnii. er will dies aber nicht bestreiten. Erzberger sei wiederholt bei ihm gewesen. Er habe damals gewußt, daß zwischen Erzberger und Thyssen nahe Beziehungen bestanden. Auf Befragen des Vorsitzen- den erklärt Richter, daß man über die Frage, ob Erzberger seine Pflicht als Abgeordneter verletzt habe, verschiedener Ansicht sein könne; es gebe sehr vorsichtige Abgeordnete, aber auch Männer mit weitgehenden Anschauungen. Er könne sich allerdings nicht er- innern. daß ihm ein solches Verhalten wie das Erzberger» auch bei anderen Abgeordneten vorgekommen sei.— Helfferich erinnert den Zeugen, daß dieser, kurz nachdem Helfferich daS Reichsamt de» Innern Übernommen hatte, mit Thyssens Eingabe zu ihm kam, mit dem Bemerken, daS müsse bald erledigt werden, dorm Erzberger ließ ihm kein Rube. Der Zeuge habe eS auch nicht in der Ordnung gefunden, daß Erzberger sich für die Thyssenschen Interessen io ein- setzte und dies Verhalten als ekelhaft und als Schweinerei bezeichnet. Zeuge kann sich ansang» dessen nicht erinnern, erklärt dann aber, daß er sich wohl besinne, auch daß er die Sache als dring. lich bezeichnet babe und dabei eine kräftige Bemerkung habe fallen lassen. Auf Befragen Helfferichs bestätigt UirterstaatSsekretär Richter diesem, daß Helfferich sich für eine ernstliche Prüfung der Fragv der Eigentumsübertraguirg eingesetzt habe. Auf Helfferichs Wunsch habe er dann Erzberger bei seinem nächsten Besuch zu ihm geschickt. Auf Bitte des Geh. IustizratS v. Gordon wird dem Zeugen dann die Thyssensche Eingab- vom Mai 1916 vorgelegt. Während Exzellenz Richter diese durchliest, macht Oberstaatsanwalt Krause die Mitteilung, daß bei ihm ein Telegramm eingelaufen sei, datiert vom 24. Januar auS Düsseldorf und unterzeichnet vom Werkmeisterverband, in dem mit Bezugnahm« auf die Zeitungsnachrichten über die Kränklichkeit deS Zeugen Thyssen daraus aufmerksam gemacht wird, daß Thyssen am 23. Januar von Mühlheim nach Düsseldorf in Geschäften gefahren sei.— Bors.: DaS ärztlich« Attest widerspricht diesem Telegeamm ja nicht. ES ist darin die Rede davon, daß dem Zeugen längere Reisen unmöglich sind. Bon Mühbheim bl» Düsseldorf ist doch nnr eine kleine Reise. — Es entspinnt sich dann eine längere Kontroverse zwischen Unter- staatssekretär Richter und den Anwälten über die Auffassung der Thyssenschen Eingaben. Der Zeuge bezeichnete die Forderungen Thyssens als alternativ, falls eS mit der EigentumSübertra- gung nicht ging«, dann müsse man es eben mft der Betriebsüber- nähme verlnchen. Bei verschiedenen Bersuchen des Rechtsanwalts Dr. Friedländer, den Zeugen zur weiteren Erläuterung seiner AuS- sage zu bewegen, bemerkt der Borsitzende:„Die Herren ivolleu den Zeugen immer ihre Meinung suggerieren. Die Zeugen haben doch schließlich ihr« eigene Meinung.' Der Vorsitzende verliest hierauf das Attest, das der Arzt August Thyssens ausgestellt hat und in dem eS für diesen für mindestens drei Monate als unmöglich bezeichnet wird, ohne ernstliche Gefährdung seiner Gesundheit eine längere Reise zu unternehmen und einer aufregenden Verhandlung beizu- wohnen. Der Zeug« sei 79 Jahre alt. Auf Antrag de» OberstaatS- anwalts Kraus« beschließt da» Gericht, August Thyssen durch einen beamteten Arzt untersuchen zu lassen. Reichsfinanzminister Erzberger läßt sich noch von dem Zeugen Exzellenz Richter bestätigen, daß er in seiner Gegner» schaft gegen den U Doot-Krieg mit dem Zeugen übereingestimmt habe. Gro&Berlin Ter Arbeitsplan der Bolkshochschnle« Die neugegründete Volkshochschule Groß-BerlinS gibt soeben ihren ersten Arbeitsplan berau». der ein Verzeichnis aller Kurse entbält, die für die Zeit Januar bis März 1929 veranstaltet werden. Danach werden zunächst sieben Arbeitsstätten ein» gerichtet und zwar im Zentrum, Nordwesten. Norden, Nordosten, Südosten(zugleich iür Treptow, Baumschulenweg, Nieder- und Oberschöneweide. AdlerShoi), Süden und Westen. E» sind durch- weg geeignete Räumlichkeiten an Hochschulen und ähnlichen Instituten gewählt worden, die sich für Borträge aller Art, auch mit Experimenten. Lichtbildern usw., eignen. Bei der Wahl der Kurse—«§ find deren 60 angesetzt— ist jedes Durcheinander vermieden und besonderes Gewicht auf einen systematischen Aufbau gelegt worden. Es finden eine große Reibe einführender Kurie stoit, die den Hörer zunächst an die Probleme der einzelnen Wissensgebiete heranführen. Erst dann werden in systematischer Reihenfolg» ArbeitSgemei nsch ästen Jan Krebsereuter. Seine Taten. Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet viu HanS Mllller-SchlSsser. So gingen sie noch dem Hause, über dessen Türe an einer eisernen Stange die große, vergoldete Brezel schaukelte. An der Türe begegneten sie der Hebamme, der dicken Fnau Zeppenfeld, die schnaufend den Dürpel hinaufstieg. ..'n Dag zuscunme!" begrüßte sie die beiden.„No, mat lagt Ihr'vom Grades?.Hat er mit seinen dreiundfufzig Jahr' noch so'ne tüchtige Jung aus die Bein' gebracht I" Und während sie. ihr dunkelrotes, mit schwarzer Spitze besetztes Staats kleid zusammenraffend, den beiden die enge. gewm'dene Treppe'Vovaufkletterte, fuhr sie unter Stöhnen und Schnaufen fort: „Aber der jungen Fron Hab' ich es angenierktl Ihr könnt Euch drauf verlassen, die ist noch schwor voll Jungens l" Madam Krüll war mit ihrem fünfzehnjährigen Jungen 'chcm oben. Grades hatte sie aus lauter Gutmütigkeit nnd iacrl er wußte, daß daL alte Madämchen sich dalüber freuen würde, als Patin eingeladen. Sie war schon eine halbe Stunde früher gekommen hatte ihrem langen, schwarzhaarigen Jungen, der täppisch in einer Ecke stand, ihr schweres, schwarz- 'eidenes und an den Rändern von Goldfäden durchwirkteS Umhänaetuch in Verwahr gegeben, ein altes Beutestück aus ihrer Marketenderinnenzeit, daS dem Untergange cm der Beresina entgangen war. und hatte sich dann kribbelig und wibbelig rmd in einem fort plappernd daran gegeben, dem ungeschickten Grades beim Decken des Kaffeetisches zur Hcmd z.U gehen. Den Küchentisch hatten die beiden in die Mitte deS Zimmers gerückt und. da er für die vielen Taufgäste zu klein war. mit einem steifbeinigen Empirekonsölchen der- länaerr. Ein aroßes Tischtuch mis dem Leinenschatze der Bäckersfrau deckte Tisch �und Konsölchen und hing an allen Seiten tief herunter. Fünfzehn Porzellantassen verschiedener Form und ebensoviel Tellerchen standen auf dem Tische und in der Mitte eine flache Schüssel mit den zu einem Berge auf» gestapelten Scheiben des mürben Weißbrotes, aus dem die lästigen� Rosinen und Korinthen hervorschimmerten. Zwei goldgeränderte und blaubenralte Porzellanvafen hielten Sträußchen aus Schlüsselblumen und Veilchen. Madam Krüll schnitt gerade de» braunen, nach Butter dustenden Topfkuchen in schmale Stücke, und als Grades vom Rande ein Häppchen abbrach und rasch in den Mund steckte, klopfte sie ihm mit>dvm flachen Messer auf die Finger und rief: ...He. Monsirur Grade?, große Kind! Können iwfcht warten, bis kriegen seine Teil?! Allez? NnßieHen die Rock! Machen fertisch für die Tauf'.'"• Grades, der noch in Hemdsärmeln war, begrüßte kauend und lachend das Ehepaar Ouaddelmechel und Frau Zeppen» falb, die ins Schlafzimmer ging, um den Täufling für seinen ersten Gang zurrechhiumachm und zu putzen. Von der Franziskaner Kirche läutete es. Madam Krüll rief durch die Tür ins Schlafzimmer hinein: „Madame Seppenfeld, l'nelll Da läuten schon?" Voller Aufregung riß sie ihrem Jimgen das seiden« Tuch auS der Hand und warf es um die Schultern. Grades wurde auch nervös: er zag hastig sein« blaue Sotlenjacke an, nahm die Kappe vom Nagel, hauchte daS Lockschild an und putzte eS mit dem Aermel glänzend. „Magst du rasch vorher'n« Ingwer, Fernand?" fragte er dann, holte aus einem Schrankchen eine Flasche und drei Gläschen.„Du auch, Billa?" „Eja. Ingwer schmeckt lecker l" Grades goß drei Gläschen voll, da kam die Frcm Zeppen» feld mft dem kleinen Jan aus dem Schlafzimmer. Er war in ein großes, türkisch gewirktes Tuch vingehüllt. Frau Zeppenfeld sagt«: r „Kommt, Grabes, ich trink auch sin Flötchen! Es blast ein frischer Wind, und Ingwer wärmt." Tann schlürfte sie das Gläschen leer und fragte: „Sind wir jetzt soweit?" „Jo. Frau Zeppenfeld,»mr sind soweit." „Dann voran I" Sie gingen, die Frau Zeppenftld mft dem Täufling an der Spitze. Grades dahinter und Ferdinand Ouaddelmechel und Madam Krüll zum Schlüsse. Billa blieb, weil sie die unterdessen ankommenden Tauf- gäste empfangen sollte. Sie ging ins Schlafzimmer und setzte sich zu Trüdske ans Beft. Sie drückte die Hand der jungen Mutter und sagt«: „Trüdeke. jetzt hast du. wat eine Frvu ihr Glück nennt. und mehr kannst du nit verlang«». Wenn e» uns armen' gebildet, in denen Lebrer und Härer gemeinsam den Wissens- stoff durckiarbeiten. Diese methodische Gliederung ermöglicht erst eine gründliche Durchdringung des Stoffes; außer- dem wird damit dem oberflächlichen BUdungsdilettamismiiS, der sich gerade gegenwärtig lehr breit gemacht hat, entgegengewirkt. Alle Gebiete des allgemeinen Wmen« sind in den Arbeitsplan auf- genommen: Volkswirtschaft. Geschichte. Philosophie, Staats- und Geielllchaftslehre. die Naturwissenschaften, Kunst und Literatur. Auch in der Auswahl der Lehrkräfte bat die Leitung der Volks« Hochschule eine glückliche Hand gezeigt: Die hervorragendsten Wissenschaftler, wie Prof. Dr. Einstein, wirken ebenso mit wie der Begründer der Wiener Volkshochschule Bros. Dr. Hart« mann und unser Parteigenosse Dr. Conrad Schmidt. Die einzelnen Arbeitsstätten sind nicht wahllos mit Kurien verseben, sondern überall finden die gleichen Kurse statt, so daß ge« wissermaßen sieben BolkSbochichulgemeinden, von denen keine sich als benachteiliat ansehen kann, gebildet werden, die im Rahmen des Ganzen wirken. Die Kurse umsasien 8 bis 10 Abende; die Hörgebühr beträgt für die Stunde(50 Pf, die Doppelstunde 1 M., für den einzelnen Kurius alko 4 bis 8 M AlleS Nähere ist aus dem Arbeits- plan zu erkehen. der bei jedem Lehrgang auch eine kurze� DiS- Position oder erläuternde Bemerkungen zur besieren Orientierung deS HörerS enthält. Der Arbeitsplan und Teilnebmerkarren und im Bureau des Bezirksverbandes Groß-Berlin, Bellevuestr. 7. 2 Tr.. Zimmer IS lTheodor Fischer) zu haben; kerne? an folgenden Stellen: Gewerkschaftshaus, 80. Engelufer 16, 1 Tr.. Zimmer 16; Gewerkschaftsbund der Annestellten. S"W, Schützenstr. 27/30, Hof r. Ausg. OH; Buchhandlung der.Freiheit', 0. Breitestr. 8/9; beim Bkörtner des Luisenstädtischen GymnastumS, Itf, Gleimsir. 49(5— 7 Uhr nachm.); beim Pförtner der König» städtischen Oberrealschule. MX Pasteurstr. 44/46(5—7 Uhr); sowie beim Vsörmer de? MuieumS für Meereskunde, NW, Georgenstr. 84 (8-7 Uhr)._ Eine Pachtschutzverordnung. Der im ReickSarbeiismiiristerium bearbeitete Entwurf einer Pachtichiitzverordnung, deren Erlaß die Nationalversammlung der» langt hatte, ist den beteiligten Ministerien des Reichs zur Beratung uigegangen. Die Verordnung sieht zur Schlichtung von Streitigkeiten aus ländlichen Vachtverträgen und ähnlichen Vereinbarungen iür gewerbsmäßig land- oder garten» wirtschaktlich genützte Flächen kleineren UmiangS Schiedsstellen vor. Diese werden eine gewisse Aebnlichkeit mit den Misteinigungsämtern aufweisen. anderenteils aber den besonderen Verhältnissen des Landes in vollem Umiange Rechnung tragen. Sie tollen in erster Linie aus einen Vergleich hinwirken und entscheiden im übrigen nach billigem Ermessen Dabei wird ibnen die Beryrdnung solche Richtlinien geben und ihre Bestignisse so fest umgrenren, daß die erforderliche Rechtssicherheit bei Pacht« Verträgen gewährleistet bleibt. Die Verordnung, die am 1. April, aber mit rückwirkender Kraft in Kraft treten soll, gilt auch für He»er» linasverträge ohne Einschränkung bezüglich der Größe deS Pacht» landeS._ Wustte er da«! nicht—? Zu der Angelegenheit des Architekten Kleber, der ak» Per» Walter des HnuseS Elbinger Str. 22' den Mietern die ihnen ange» kündigten Mietssteigerungen als von der 7. Wohnungsinspektio» genehmigt bezeichnete, bat auch die betreffende Wobnimg«» inspektion sich geäußert. Mietern des Hauses hat sie auf Snftoge mitgeteilt: .daß diese Angelegenheit durch ein Versehen von der VII. Inspektion bearbeitet ist. Wenn Herr Kleber schreibt, wir haben die Mietspreise ge» nehmigt. so ist daS r a l s ch. Wir haben gor kein Recht zur Genehmigung. Wir köunen uns nur mit den Preiiep einver» standen erklären, wenn auch die Mieter damit einverstanden sind, da sonst in sedem Falle daS M.-E-A. anzurnien ist. Ferner hätte Herr Kleber, der ielbst bei der VII. WobnungS» Inspektion täiig ist. wiffen müssen, daß daS Hau» n i ch t zu unserem Jnipektionsbezirk gebort. Herr Kleber bat. wie seine von uns in Nr. 19 wiedergeaebene Richtigstellung hervorhebt, die Mieten deS von ibm verwalteten Hause« nicht selber begutachtet. Er lehnte dg« ab, und ein anderer Sachverständiger der 7. WobnungSinipeknon besorgte dann die Taxierung. Diesen Punkt bot Herr Kleber hinreichend aufgeklärt. Daaegen ist noch unklar, wie er sich auf eine so» genannte Genehmigung der 7. Inspektion berufen konnte. Er mußte wissen, daß Elbinaer Straße 82 nicht zur 7. Inspektion gestört und daß eine von dieser Inspektion für dieftg Frcmleift auch nit ffegc-bcn ist, gelehrte Blichet zu schreiben, mit Pinsel oder Winkelmgß umzugehen, große Brücken zu bauen oder herrliche Schtösfer und Dome, Krieg zu führen und Länder zu regieren, io hat es uns der Herrgott über» tragen. Kinder aus die Welt zu bringen, und auf unsern Knien werden brave, tüchtige, kluge und berühmte Mann sleut groß! Auf unterm Schoß nimmt alle? Große aus der Welt 'einen Anfang, und das Mutterglück ist so'n ähnlich Gefühl, wie es ein Mann hat, dem ein groß' Werk gelungen ist. Ich gratulier dir, Trüdeke!— Und jetzt wollen wir dich ein bißchen sein machen." Sie stand auf. holte Kamm und Bürste, löste das schwere, schwarze Haar Trüdekes und flocht es m zwei lange Zöpfe.— Der kleine Taufzng war unterdessen die enae Treppe hin» untergestiegen und wie er in den Hausflur kam, stand der Bäckermeister Höffgens in roten Plüschpantofseln und weißer Feiertagsjacke mit Perlmutteicknöpfen breit in der Tür«. Er nahm seine lange Pfeif« auS dem Mund, strich den hängenden Schnauzbart aus die Seit«, lachte und sagte: „Viel Glück auf deinen ersten Weg, kleiner Jimgl 5lls Heid' gehst du raus und als Christ kömmst du nach Hausl" Als sie mit dem getauften Jungen aus der Kirche mieder nach Haute kamen, schallte ihnen von oben ein Durcheinander von Stimmen entgegen. Die meisten Taufgäste waren schon da. Der Bäckermeister hatte einen eigens gebackenen, runden Kuchen gebracht, der mit Zuckerarabesken verziert war und auf dessen Mitte ein Kreuz, ein Anker und ein.Herz aus Goldpapier glänzten, die Symbole von Glaube. Hoffnung und Liebe. Dte Bäckermeisterin legte ein Paar telbftaestrickte Jäckchen und Ttrsimpschsn dem Trüdeke in den Schoß dte noch ein wenig blaß und matt mitten unter den Gästen teß. „Och. Frau HöffgenS, wat haben Die sich da für'n Ar» beft gemacht!" sagte sie mit dankbarem Lächeln. „Arbeit, hö, hö wie ich so alt war wie Sie," eteaegnete Frau Höftaens.„da hatt' ich schon den Laden und drei Kinder- chen und Hab' dabei noch ein Eckbirttchen gehäkelt, hö, hö!" „Nee, nee, wat ein lecker Beestl" sagte die Frau Klempnermeister Schlüter vom zweiten Stock und kniff mit ihren rauhen Fingern dem in seiner warmen Hüll« schlafen» den Jungen in die rosigen Backen.>„Wat meinst du. Wellem." wandte sie sich an ihren Mann,„hcrtt'st du nft auch noch Appetit auf so'n lecker Tonnchen Kappes?" Worts, folgt) HcwS erteilte Genehmigung seihst dann unwirksam gewesen wZre, wenn WohnungSinipelnonen überhaupl Mieten qu genehmigen hätten. Wir erfahren, daß einige Mieter, die nach jenem Schreiben des Herrn Kleber sich mit dem.genehmigten' höheren Mietpreis ein- verstanden erklärt hatten, nach der bei der Inspektion erhaltenen Auskunft den neuen Mietsvertrag als ungültig abgelehnt haben. Wenn Herr Kleber, wie er gedroht hat, j,ur FeststellungS klage schreiten will, so könnte das einen interessanten Prozeh geben._ Gegen den Hiichstmieteabeschluß beS WohnungSverbanbes Groß- Berlin hat der Oberpräsident Einspruch erhoben. Be- gründet wird der Einspruch damit, dah die Verordnung deS Woh» nungsverbanfoeS sich nicht innerhalb der Anordnung des Ministers für Volkswohlfahrt halte, insbesondere für die Reparaturzuschlöge entgegen dem§ 10 der Anordnung fest« Reparaturzuschläge festgesetzt hat. Durch diese grundsätzliche Zubilligung der Reparaturzuschläge von 16 bis 20 Proz. würden die Mieten um 36 bis 40 Proz. erhöht und dementsprechend die Verschuldung der Gr und stücke stei- gen, was unter allen Umständen durch die Verordnung verhin- dert werden soll. Der Wohnungsverband ist daher genötigt, über die Höchstmieten für Grotz-Berlin erneut Beschluß zu fassen und diesen dem Oberpräsidenten zu unterbreiten. Ein„unheimliches" Schiebernest wurde dieser Tage in Tegel ausgehoben. Nahe der Humboldtmühle steht dort im Walde die sogenannt«„S p u kb i l la". Vor einigen Jahren soll in diesem Hause ein Mord verübt worden sein, und im Volks- munde erzählt man sich, daß es dort nachts„umgehe". Die Villa � war aus diesem Grünt« schwer vermietbar und wurde von den Nachbarn streng gemieden. Seit längerer Zeit beschäftigte sich � die Kriminalpolizei eingehender mit der Spukvilla, denn es waren ihr allerlei Ding« aufgefallen, die darauf schließen ließen, daß eS in ihr wirklich nicht mit rechten Dingen zugehe. Sie stellte nunmehr fest, daß sich dort ein großes Schieber- und Hehler- Warenlager befand, das einem Russen SolokoffSki gehörte. Der Verhaftete soll den Gerüchten, die über die Villa in Umlauf waren, dadurch Nahrung gegeben haben, daß er im Keller ein Grammophon aufstellte. daS von Zeit zu Zeit schauerliche Töne von sich gab. Wieder einer von der alten Garde. Am Sonnabend starb im W. Lebenssabre der Genosse Gustav Niecke, der 34 Jahre in treuer Pflichterfüllung als Korrektor am.Vorwärts" tätig war. In der schweren Zeit de» Sozialistengesetze« erfüllte er aufopfernd seine Pflicht als Parteigenosse und war als Vertreter. des 8. Wahl- kreikes bis zu seinem Eintritt in die Buchdruckerei Bading. wo damals das.Volksblatt' gedruckt wurde. Mitglied der Preß- kommission. Ebenso war er in den 90er Jahren Vorstandsmitglied im Verein der Berliner Buchdrucker.— Die Einäscherung findet am Donnerstag im Krematorium, Gerichtstraße, statt. Zeitangabe erfolgt im Anzeigenteil der Abendausgabe. Sammlungen für die Sicherheitspolizei veranstaltet ein Schwindler. Er gibt sich als Leutnant und Adjutant der Sicherheitspolizei Dornbusch aus, sucht die Inhaber größerer Geschäfte auf und schildert ihnen, wie infolge der schlechten Löh- . nung und noch viel schlechteren Verpflegung Mißstimmung unter den Beamten hervorgerufen worden sei, die schließlich zum Streik fuhren würde, wenn keine Abhilfe geschaffen werde. Er legt eine ZcichnungSliste bor und verspricht den Geschäftsleuten auch noch, daß er dafür sorgen werde, daß, wenn eS zu Unruhen kommen solle, ihr Geschäft besonders scharf bewacht werden würde. Einige Geschäftsleute haben auch Beträge bis zu 1000 M. und mehr gezeichnet und bar gezahlt. TS gelang bisher noch nicht, seiner habhaft zu werden. Die«eue« Bierpreise. Die PreiSprvfungSstelle Groß- Berlin fhat in ihrer letzten Sitzung, dem Antrage der Interessenten ent- prrckend, folgende Preise für Bier aus Berlin und der Provinz 'Brandenburg in Gastwirtilbasten für angemessen erklärt: Klasse l höchstens 1.00 M.. Klasse II höchstens 2.40 M.. Klasse III böckstens 3.— M. Bei Abgabe kleinerer Quanten dürfen die nicht durch fünf teilbaren Beiräge nach oben abgerundet werden. Bei a u S« wältigen Bieren kann ein Zuschlag von höchstens 60 Proz. zu den vorstehenden Preisen genommen werde:.. DaS Umsatzfteneramt veröffentlicht eine Bekanntmachung über die nach dem neuen Umsatzsteuergesetz nötige Anmeldung. D�'-ich ist die große Gruppe der Hersteller der im§ 15 aufgezählten G a- fiände zur Anmeldung des Betriebes innerhalb z>v< r Wochen verpflichtet. Dasselbe trifft zu für Kleinhandels- betriebe, soweit die im Z 21 erwähnten Umsätze in ftrage kommen. Auch diejenigen Betriebe, die nach§ 2V steuerpflichtig find oder werden, haben die Anzeige zu erstatten. Einzelheiten find aus der amilichen Bekanntmachung ersichtlich. BetriebSräteschule. Heute von 4—3 Dr. Striemer, 3—8 Wisseil. ?iim Besten der WohlfahrtSkakle der SicherbektSPolizei findet Februar, abends 7'/» Uhr. im Marmorsaal des Zoo«in Wohltätig- keltSkonzeit der Kapelle der Sicherheitspolizei unter Mitwirkung von Eugen Gura und Frau Kura-Hummel statt. Karten zu M. 12,50, 11,50, g u. 5 M. sind an der Kasse zu haben. Nene Schnellzüge verkehren(nur an Wochentagen) aus der Strecke Berlin— Hamburg. Der von Berlin ausgehende Schnellzug fährt vom Lehiter Bahnhof um 8.35 vormittags ab und trifft in Hamburg um 1.47 nachmittags ein, während lein'Gegcnzug D7 um 3.84 nachmittag« von Attona abfährt und um 2.10 abends in Berlin, Lehrler Bahnhof, ankommt. DaS vifenbahnbetriebsamt gibt im Jnferatentell zu vermietende Räume und Lagerplätze belannt. 60 Proz. Gemcinbesteuererhöhung beschloß die Schöneberger Stadtverordnetenversammlung. Der Sitzungsbericht, der uns erst in spätester Stund« zuging, wird nachgetragen werden. Reukölkn. Volkshochschule. Infolge zu geringer Meldungen finden die folgenden Kurse im Vierteljahr Januar'März nicht statt: Modern« religions-philosophische Fragen. Arbeitsrecht. Himmelskunde für jedermann. Ausgewählte Kapitel der Optik mit besonderer Anwendung auf Industrie und Technik. Die Hör» gebühren werden vom 27. ab im Rathaus«, 2 Treppen, Zimmer 213 zurückgezahlt. Britz. DaS Jugendamt hat sei einiger Zeit regelmäßig statt- findende Vortragsabende für die schulpflichtige und schulentlassene Jugend eingerichtet. Wir bitten die Eltern, auf die Bekanntgabe dieser Vorträge und sonstigen Veranstaltungen zu achten und ihre Kinder zum Besuch dieser Veranstaltungen anzuhalten. DaS Jugendami ist bestrebt, gv diesen Vorträgen nur gute Kräfte zu gewinnen und Gutes zu bieten. Die Eintrittspreise werden so gering bemessen wie möglich. Die Vorträge sind belehrenden, Hefteren, ernsten und unterhaltenden Inhalts. Die nächste Beranstaltmiöfindet am Mittwoch 7 llhr in der Aula der 1. Gemeindeschule, Thausseestr. 136/137, statt. ES wird Herr Rädel Lieder zur Laute zum Vortrag bringen. Eintritt 30 Pf. Wilmersdorf. Stadtverordnetenversammlung. Nach den Schul- und Kälteserien eine Schuldebatt« über einen Antrag Lüdemann, welcher in folgender Fassung Annahme findet:.Der Magistrat wird ersucht, dahin zu wirken, daß den Mitgliedern der Schnldeputation die Möglichkeit gegeben wecke, Einsicht in die Verhält- nisse der einzelnen Sckvlen zu gewinnen und zwar t) in bezug auf Baulichkeiten, Schulhygiene, Ausstattung und Sammlun- gen, d) durch Teilnahme an JugendveranstÄtungen und Esternbei- ratSsitzungen; ein Recht, dem Unterricht beizuwohnen, steht den Mitgliedern der Sebuldepntafirm nicht zu.' Ein Antrag, die D e- putation für Gesundheitspflege zu einer Zentralstelle auszubauen, wird einem besonderen Ausschuß von 13 Mitgliedern überwiesen; ebenso der Antrag, daß 1. der Magistrat baldmöglichst eine Vorlage, betreffend Schaffung«ineS Gemeindeblattes einzubringen; 8. die Gründung einer Städti- schen Druckerei zu prüfen und bald eine Vorlage einzubrin- qen. Für die Volkshochschule wurden 6000 M. bewilligt. Auf die Enteignung des Lehniner Platzes legte der Ma- gistrat keinen Wert mehr und zog bi« Vorlage zurück. Eine Ma- gistratsvorlage zwecks Gewährung von Entschädigungen an Stadtverordnete wird ohne Debatte angenommen, eben- so die Bewilligung von Aufwandeentschädigungen an die unbesoldeten Stadträte. Die Straßenbahnabonne- mentSkarten für Stadtverordnete und MagtstratSmftglieder werden eingezogen. Die MagistratSvorlage betreffend AufwandSent- schädigung an Mieter- und Vermieterbeisitzer für daS MietSeinigUngSamt stick dem Finanzausschuß überwiesen. Die Errichtung einer DarlehnSkasse für Beamte, dauernd Angestellte, Lehrer nnd Arbeiter wird angenommen. Die Wahlen zu den verschiedenen Ausschüssen werden gemäß den Vorschlägen deS Wahlausschusses vorgenommen. Eine Reihe von Petitionen kämmen zur Beratung. Einige Eingaben wecken dem Magistrat überwiesen. Tempckhof. I« der Gemeindevertreterschung wurde für die Errichtung ein«? Lese- und B e s ch ä f t i g un g S z i m« mer» für Schulkinder 1200 M. für Möbel. 1600 M. für Bücher und Spiele und für persönliche Kosten vierteljährlich 460 M. be willigt.— Bon einem Schiedsspruch inSachen derChar- lottten burger Wasserwerke, der die Erhöhung de« Wasserpreises um 10 Pf. vorsieht, wird Kenntnis genommen.— Die Gewährung aulTinführungderkollegialenSchul« leitung in der 6. Gemeindeschule ist abermals vom Ministerium abgelehnt worden. Nach langer Debatte wird der Errich- tung einer Rektor st eile an der 6. Geme'ndeschul» zugestimmt, und ein Antrag Jahnke. die Leitung vorläufig bis ,um Inkrafttreten der Novell« zum StbulunterhaltungSaesetz einem Lehrer zu übertragen, angenommen, ebenso ein Zusatz- antrog Witthauer, die Schuldepntation zu erweitern.— Für die Parkschule wecken u. a. 30 000 M. zur Beschaffung von Lehr- Mitteln für den naturwissenschaftlichen Unterricht gefordert; der Antrog wird auf Borschlaa des Gen. Witthauer unter der Be- dingung angenommen, daß dem Kuratorium vor Ankauf eine q e- naue Aufstellung gemacht w:rd.— Ein Antrag des Gemeinde- Vorstandes, für die Müllabfiihr für die nicht zur Wirtscha'tS» genossenschaft zugehörigen Hausbesitzer ein eiaeneS Unter- nehmen zu gründen, wird angenommen.— Schließlich wird noch eine dringliche Anfrage bebandelt: Was gedenkt der Gemeinde- vorstand zu tun zur Sicherstellung von Leben und Eigentum der Einwohner? Die überhand nehmenden Einbrüche und der Ueberfall auf ein« Frau in den letzten Tagen oab die Veranlassung zu der Anfrage. Man kam dabei auf die Einwohnerwehr zu sprechen; in der Debatte wurde die Angelegenheit seitens der Unabhängigen auf politische« Ge- biet getrieben und verlief die Besprechung deshalb resultatlo». Weißensee. Aut der Gemeindevertretung. Der Strompreis für Februar beträgt für Kraft 0,76 M., für Licht 1,30 M. Zum weiteren Ankauf von Lebensmitteln wucken 260 000 M. bewilligt. Diese Summ« soll durch ein« schwebende Anleih« aufgenommen werden. Genosse Schlemminger gab bekannt, daß die Hülsen- fruchte als Ersatz für Kartoffeln ausgegeben werden. Für die Hauptstell« für Mütter- und Säuglingspflege wurden 60 M. be- willigt.— Zur Anschaffung von Fenstervorhängen für Schulen wurden 6000 M. bewilligt. Die Lehrerbesoldungsreform wurde in dem Rahmen, wie Berlin diese verabschiedet hatte, angenommen. Biesdorf. Gemeindevertretung. Als Besoldungsgrund- lag« für all« Angestellten wurde der am 12. Ja- nuar 1920 vom SchlichttmgSauischuß Groß- Berlin gefällte Schiedsspruch, der sich auf dem vom 30. April 1919 aufbaut«, ohne De. batte anerkannt.— Man beschloß, von den SiemenSschen Erben ein Kaufgebot für da» Gut mit Park und Schloß zu fordern. Bei günstigem Angebot will man kaufen und in da« Schloß das Ge- meindebureau und drei Schulklasien unterbringen, den Park offen halten und das Gut, soweit die Ländereien an den Berkehrsstraßen und Bahn liegen, parzellieren, den Rest bewirtschaf. ten.— Die gegründete Fortbildungsschule(ländliche) soll in eine gewerbliche umgewandelt werden. Der Kriegkfürsorge- «US schuh wurde auf Dräng-n de» Reichsbundes der Kriegsbe- schädigten nach den RegierungSvorschriften gewählt. Ein Antrag der U. S. P. auf AuStrittauS dem Verein Berliner B o r o r t« wird in der nächsten Sitzung zur Abstimmung kommen. Groß-Serlkner partelnachrichten. Zahlabend Mittwoch 7 Uhr in folgenden Abteilungen: 3. Rlbtg. Bezirke 43.<5, 47, 42 und«0 bei Schneider, Körnerftr. 5: 70, 7l, 72, 78. 74, 78 und 72 bei Dtttschlag, Schöncberger Str. 1«.— 4.«dt«..Rationalhof', Baiowstr. 37.— 12. Adtlg. Fröhlich. Mus- kauer Str. 1; Weis«, Wrangelstr. 22; Krause, Mariami enplatz 22: Schul- Sat. Rutkauer Str. 28: Rüge, Waldemarftraße 22; Hensch?!, Raunyn- ratz« 38.— IS.«tztg. Stetnk«, Rilterstr. 115, Riespodziani. Branden« bnrgftroße 54; Drepven, Mexandrinenstr. 134; Stein, vuckower Str. 1.— 14.»bis. Radtte, Reue Jalobftr. 1; Krüger, Engeluser 13.— IS.«81«. bei ganz. N-llner- Theater< Str. 34. Thema: ViternbeirSte.— 24.»big. MactgewSkt, HetnerSdorser Str. 3: Winzer, TL ins-. Ecke Christburger Str.; Echwanenhorft, Raugarder Str.&— 28.»btg. Zahlabend aller Bezirle ln der Aula, SchZnhauser Allee 186». vorderettunz zu den Eltern- b-iratzw-hien der 15., 105., 110., 113., 121.. 171., 174.. 178.. 200. und 214. Gemeindeschlüe.— 29. Abtg. Bezirke 517, 518, 512. 522, 523. 521 bei Fensel, Danziger Str. 25; Bezirke 541, 542, 550 bei RockhauS, Schiie- mannftr. 32; Bezirke 543, 544», 544 b, 545, 547, 548 bei Blase, Dunkerstratze 8; Bezirke 542, 544 o, 548 bei Jurdcczka, Dunkerstr. 82.— 32. Abtg. Kalter, Gleimftr. 45; Blesfin, Stargarder Straße 3; Heubeck, Schönhauser Allee 85;— 35. Abtg. Kümper, Wattstr. 17; Krüger, Husfitenstr. 34; Weile, Gettchtstr. 12.— 36. Abtg. Eggert, Bergstr. 22; Doell, Bergstr. 71; Baerwalde, Schlegelstr. 8; Beirauch, Pflugstr. 1; Dicke, Boyenstr. 19.— 38. Abtg. Trump er. Flensburger Str. 3; Fabnttch, Sbenerftr. 20; Schäfer, Hindersinstr. 1.— 49. Abtg. Schmidt, Vielen- slrage 17; Schünemann," Wittftocker Str. 10; Triller, Berlichingenstr: 7. Elternbeiräte.— 42. Abtg. BchrendS. Tegeler Str. 22; Dolle, Nord- nfer 8.— 43. Abtg. Sitzung der Bezirkssührer und BetriebsvertrauenS- leute bei Meyer, Pankftr. 82.' Erlcheiuen dringend notwendig.— 46. Abtg. Klages, Utrechter Str. 22; Groll, HenningSdorser Str. 10; Püz. Max- ftratze 22; FuchS, Weddingsir. S.— 47. Abtg. Diemer, Buchftr. 8; LewandowSki, See-, Ecke Togosir.; Senkel, Utrechter Str. 10;— Steglitz. 8 Uhr: Oefientlich« Volksversammlung im Gymnasium, Heesestr. Thema: Wa» erwarten wir von den Elternbeiräten? Ref.: Dr. Stölzel.— Lankwitz. 8 Uhr bei Thiel, Katser-Bilhelm-str. 34: Mitgliederversamm- lung. Ref.: Gen. Dr. Meise.— Marieudorf-Südende. General- Versammlung in der Schulaula, Friedeultratze, Mattendorf.— Tagesordnung; i. Borslands- und Kassenbericht. 2. Neuwabl deS Vorstandes und der Kommissionen. 8. Patteiangelegendeiten und Verschiedenes. Ein- tritt nur gegen Vorzeigung des WahwereinSbucheS. Jnngsozialiftische Vereinigung(S. P. D.I. OttSgruppe Neu- kölln. Heute VI, Uhr bei Gohlke, Hermamiftr. 192: Vortrag des Ge- «offen Dr. Tickrnuer über:.Sozialismus als Weltanschauung"— Orts- grupve Tempelhof(einschl. Mattendott. Südende, Lankwitz). Heute VI, Uhr bei Busc, Kaiser-Wilbelm-Str., Ecke Werdersir. Vortrag deS Gen. Schloß über:.Weliwirtichaftliche Zeitfragen'.— Ottsgruppe Lichtenberg. Heute Vi, Uhr bei Kurls WS ki, Psarrstr. 74; Geselliger Abend. Jugenüveranftaltungen. Zentral-Jugendheim, Lindenstr. 3, DiSkusfionSabend: Die nähere Umgebung der Mar? Brandenburg.— Abt. Erkner. Wilhelmsirasie bei Elchhorn heute 7 Uhr Mitgliederversammlung.— Abt. MahlSdorf. Waldenserstrahe(Schule) beule 7 Uhr Vortrag:.Sternenkunde'.— Abt. Martendorf. Heute Vortragsabend:»August Bebel'.— Atzt. Prenz. lauer■Itarftabt. Lokal Eichhorn, Danziger Str. 23, heute 7 Uhr Dis- tussionSobend..»Jugend und Sozialdemokratie'.— Abt. Rosenthal. Gcmejtideschule Kasianienallee. Diskussion über letzte Nummer der»Arbeiter- Jugend'.— Abt. Rosenthaler Vorstadt. Gemeindefchule Bergstr. 56. Diskussiontabend:»Die Geschichte unserer Jugendbewegung.'— Abt. Südost««. Jugendheim» Lrangelstr. 128. DiSkusfionSabend über die Vorträge.— Weddtng. Heute 7 llhr im Jugendheim, Lütticher Str. 38, RezitationSabend.— Mittwoch 7 Uhr Mitgliederversammlung der«eib- lichen Jugend.— Bezirk Rordoft. Heute abend 7 Uhr, Elternabend mit besonderem Programm fn der Gemeindeschule Christburger Straße 14, Zimmer 14.— Bezirk Moabit. Heute abend 7 Ubr, Gründungsfeier mit besonderem Programm im Volkshause, Charlottenburg, Rosinem'tr. 4. nua aller Welt. Judische Sireiku«ruhen. Am 24. b. nachmittag« basten laut HavaS die Streikenden in Bombay begonnen, die Magazin« in den Vierteln der Spinner zu plündern und Steine auf die Straßen« bahn zu werfen, deren Betneb eingestellt wurde. Polizisten und Soldaten wurden mit Lastautos an Ort und Stelle geschickt. Die Lastautos konnten sich keinen Weg durch die Menschen- menge bahnen, und die Aufforderung zum Auseinandergehen wurde mit einem Steinhagel beantwortet. Schließlich gaben die Beamten zwei Soldaten den Befehl, zu schießen. Dl« Menge zerstreute sich. Ein Streikender wurde getötet und mehrere verletzt. Sriefkasten öer Neöaktion. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag, Freitag und Sonnabend 2—6 Uhr; DienStag, Mittwoch, Donnerstag 4—7 Uhr. M. H. S4. 1. Bei OSkar Eckert, 0 27, volzmarktstr. 12; Robert Reichelt. O 2. Stralauer Str. 52. 9. Fragen Sie bei einem der vielen infett erenden Händler. «. O. 86. Versuchen Sie«Z durch Bermittlung eine» Bankgeschäfts; vielleicht Jacquier n. Sceuttu«, Am Schloßplatz.— P. R. 66. Durch den Verein Berliner Buchdrnckereivositzcr(Zllsred ForSberg, in Firma Buchdruckerei DüttngShofen HO 18, Lichtenberger Str. 17).— W. 22. 1. Geburtsurkunde. 2. Heiratsurkunde. Wenden Sie sich an die für Ihren Bezirk zuständig« WohnungSw'pektion.— Willy. Vettorgungsftelle Gen?ral-Pape-Straß«(fr. BezirkSiommondo).— R. L. 5. Rekurs an daS ReichSmilitärveriorgungSgettcht. Die'Einlegung eines Rekurses hat nach Zustellung de» Urteils de« Milltärversorgungsgericht» zu erfolgen.— H. A. 69. Ju Ihrem Falle dürften die Boraussetzungen für die Ge- Währung einer einmaligen veschaffungsbeihilfe nicht vorliege».— W. 45, Fordern Sie Erledigung binnen einer Woche. Nach fruchtlosem Ablaui der Frist reichen Sie Klage durch ttnen Anwalt ein.— C. C. 53. Unter Nmiländen ja. Wenden Sie sich an Ihren früheren Truppenteil.— M. B. 8. 1. Wenden Sie sich an eine pbotograpbische Gesellschaft. 2. Die erhäbte Miete muffen Sie bi» auf weiteres zahlen. Watten Sie die Fest- letzung der prozentualen Zuschläge ab.— E. Sch. 78. Ja.— Z. 13. Ja. er kann sich verheiralen.— Bruno. 1. Unbekannt. 2. Vertag Dietz, Siuttgart.— Michel Ortmann. Ihrer Ueberfiedlung nach Deutschland steht nicht» im Wege. Im übrigen«ollen Sie sich an die AuSkunstsuelle sür SiedlungSwcsen, Berlin, Bernburger Str. 13, wenden.— M. H. 32. Zentralstelle für Kriegs- und Zwilgefangenc, Leipziger Platz 13.— L. L. 18. 1. Darüber geben die HcereSoerlorgungSblälter ZWSkunst. 2. Beaus- tragen Sie einen GettchtSvollzieher mit der Zwangsvollstreckung. Wenn tfändung stuck ilos, laden Sie den Schuldner zum LffenbarungSeid. Der chnldner dürste sich strasbar gemacht haben. 3. Die Mutter kann den Ber- kehr verbieten und sich vom VormundschastSgettcht einen Beistand beiordnen laffen. Dtrasantrag wegen Ehebruchs kann ettl nach Rechtskraft de» Ehe- scheidungsuricils gestellt werden.— Genosse 1967. 1. Wiederhalen Sie Ihren Antrag bei der Abwicklungsstelle des Gardckorp«. Die Fttit ist bis 31. Januar verlängert. 2. Ja, die Höh« richtet sich nach dem Einkommen. — H. 23. AuSkunst erteilt die städtische Waifendeputation, Alte Jakob- ftraße 35.— I. D. 5. Wenden Sie sich an die Abwickelungsstelle des Gardek-rps, LandeSausstellungSpark. Jnvalidenftraße.— S. 36. Stellen Sie beim Gettcht den Antrag, aus Grund der Verordnung vom 3. 12 18 da» Verfahren niederzuschlagen.— O. S. R. 16. 1. bi»i3. Ja, mit Wirkung vorn 1. 8. 19, 4. 6. 8. In jedem Bescheide wird auf den zu- lässigen Rechtsbehelf und aus die virgesehene Frist hingewiesen. 5. Stellen Sie ttnen Antrag aus Zahlung. 7. Adwickelungsslell« de» Kardekorps, LandeSausstellungSpark, Jnvalidenstrag«.— St. R. 160. Wenden Sie sich an da» Miniltettum des Aeoßern, Wilhelmstr. 76.— F. M. 85. 1. bis 4. Ja.-- A. H. 1. Ihren Tnlvpentttl.— A. v. 1. Alle drei. 2. Gesetz über Eteuernachstcht vom 3. 1. 20.— R. 6. Ich sosern Sie nicht Handlungsgehilfe sind. 2. ll. E. ja. 3. Ordentliche« Gericht.— Wetterausfichte» für da» mittlere Norddeutschland bi« Dienstag mittag. Zeftwttse nebelig, sonst größtenteils stocke» und viel. fach bester, in den Mittagsstunden ziemlich mild, in der Nacht zu Mittwoch wieder Frost. Zftsiue großen]lff6bel- Säger mit«peisajlmmetn, f)crteatimm«tn. schlaf. 1 zimmern. Leder, u.«Bodelln-iBnmihire«, PlSsch. ]- sota», Xcameaua, Schrtintea, Vertttes, ti pM'/ta»Schrnewttchiungen«fw stehen zur sc älligen smountafen Seficktiguna in der Srenneefleefc« Nr. 7, Nr. 6 u. Nr. l«6 nahe Rolenthaler Platz bei Möbel-Lechner,«ÄS |(Seölfntt von 8—6 Zahn S M. und höher, in Platin u. Gold bis 1000 M,• H)|_A5m Gramm 100 HI. a. iiötier. Mal-Brenn- ViaiEil gtjfte, Kontakte, Krambons, Crähte, TtaBel. attor Sehmuek usw. Höehotzo Preis«. UOia£miU Telekler, Für Silbermark *] 8,30 Mi« grolle Pesten kfther, Für Goldstücke 270 M. Sttberbrueit p. Gr. bis I»lO M. Geldbrndi p. Gr. bis 24 Ä. Pur Fiatina 174 M. zahlt siets d. höchsten Preise B. Wuschack, Koeimandantenstr. 61. leli Sinai aste Legierung., st be Zltcnze. suhödislemTa�es-rei» laust «delmetall- Elnkmtte- bureau. Weberit.-dsie 31 (««, 4414).» Bettnässen 9a* bekannt e und in orrazend« . to lästig' ____ die bekannten PasieasepBettteii o Schachtel 4 m. p. Nachnahme. Erfolg d. Dankschreib, nachgca, Echt nur durch i '" I.ÄToa ju beziehen. 188/7' Platin »rannn H htV Mark [oamche Attiuetalle-�chtzahlmp 8 Setzen Betlieass erlangen Reisedamen, Sauberer Ulm mit meinen«triiteln. ■.■00—000 M. mforberNch. An- geböte an den Slera-Venand, Berlln-SUdende. 147D isolierten Kupfardraht, Litzen und Wachsdraiit, banst höcnstrahlend' Ingeniearboreau S cd richtlag Herllii W», Linkstralia 10. Tel.: LUtzow 870» und 8818. Abcitlnitr�rnuien kann jeder selbst «uisttllen. Zieh. ah. geerabene Brunnen FJsr.Qucllwass. aus d. trju. III. Preisliste rai; Anerkenn.- 3ehr. gr. A.Sciiep- mann, Pnmpenfabenc, Bettln BbH, Ckaustteta. H. Mtz.MNlIIIW Gold- und SUbermedaUlcn kauft jeden Pesten zn aDeriiöefeten Preisen � Metallkontor 55 BerliBSWch8.AltejBkobstr.138 Telephon: Morüzclatz 12 858. Oegründet 19B3. Kupfer 17 M, IS.WÄ9'8ul8' _0P~ Sbcotee"IBffi rititcufdi«�: > cuutL iiSDi'uait gratis Voigt« Co., stattgart M. OgmmlkiiifMf ML«WO* Weleli BiiOiDKen ' Uerlen «HVWtzl, fÄlTSaS-ÄMSSÄ S5 S-Q. II Rat, Beistand. inaüg�Treise, Veit- zahiunj, Ehe-, Alimenten-, Str*|. Sachen, Emeaben, Gnadengesuche, Licdxerlchtsral Dr. v. kir cbbach, öesellschaft nun, H. AlexandentraBe 45(am Alexanderplau, gegenüber Tietzi.<)— 7> Olänt. Erfolge aeoPaehtg«onnt 10-I Prozesse, !!!Geld!!! Wr ich« Wettsache. H?Hstr«n- tauss�2Ll>e iiir Pfaavscheme, fioldmfinzen, SllbensQitzeii, kauft HöchstzaHl.'nd* Edelmeiall, EmkanfS- dureau Wedrrftraße 01 Tel.:«lezanbee iiu. CT�ater, Lichtspiele eficTI ocaaxxxixxrrr�rm um m XKwru.»■* ij.M.n w»i wrNjmiwH mn Oyernbaus. OcrRingd. Nibelungen. 2. Tag Siegfried. __ Anfang 5 Uhr.__ Schaospielhaiis. Viel Lärm um nichts. __ Anfang 7 Uhr.__ Direktion Max Reinhardt. UentHches Theater. 7 uhr: Bis SeniungSsniaeis. Mittw. 7: Bio Sendung Scmaels. Kammerspiele. 7 uhr: Advent. Mittw. 7�,: Gespenstersonafe. Gr. Schanspielhans KarlstraEe. V/a: Hamlet(39. A. I.A.) Mittw.?1/-: Hamlet(40. A-, I.A.) Theater 1. d. KonipgrätzerStraöe "j8 U.: Schloß Wcttersteln Mitor.: Schloß Wetterst ein Dontg.: Stetten d. Gesellschaft Komödienhans IJA Uhr; Sie. Freitag, tum eisten Male Das Instanzenkind. (Else Lehmann, Leonhard Haskel, Ferdinand v. Alten. Ernst Behmer. Gustav Botz, Grete Diercks, Herrn. Picha, Barth. Rcißfg, Felix Rossen, Alfred Scherzer, Rod. Scholz, Werner Stein, Heinz Stieda.) Berliner Theater 7.15 U.; Bammel- Studenten CentpnI-TUentcr 7-/.u.: Fräulein Puck. Deatse.hea Opernhaas 7 uhr-, Figaros Hoclizeit. Di« Tribüne 7-,.u.: Franziska. Eden-Theater TVzu.ÄensEheinäMerr Frledr.-WIlhelmst.Th. t«/, uhr: 8. Weit der Dieb. Kleluea Theater. Ur: Die Plarrlianskoniödle. Kl. Schnnspiclhan». 7i/z u: Die Doheriitifte Frau Komisehe Oper 7.20 u. Dichterliebe. Liustsplelhans Arnold Rleck in; Jh'f: Der Großstadt-IMer Btetropol-Theater. 7,0übr: Syblil Sieaes Operetten haaa. ?-/, u.: Die kleine Bobeil Sehlller-Theat. Chart. N Die Tür ins Freie. Thall x-Theatcr tu v.: Die närrische Liebe mit Oakar Sab» a. G. und Perry Slkla a. G. Tb. am X ollcndopfplat« 7V« Uhr; JDcrffcfcfcne&te Theater des Westen» 7>/,u.: Die Frau ini Hermelin Mittw. 4 U.; Max und Moritz. Wallner-Theater uhr Eine Balinacht Residenz-Theater. Täglich Tl2 Uhr: Evclien HumbrecM. TrlanoB-Tlieatei. Täglich TU Uhr: Ülaskerade. Mittwoch, 28h abends 7 Uhr: Premlere; Pemlna. Rose-Theater. VI, Uhr: Die im Schatten leben. Walhaila-Theater. vu Uhr Die GsärdäsfQrstin. Olympia-Theater (früher Voigt, Badstr. SS) Täglich Vi, Uhr abends: Im Catd Xobirsae. Diebcskomddie in 3 Akten. Vorher: Anschluß verpaßt. Operette in einem Akt Kasino- Theater Letbrlnieratr.37. Tigl.'/�iU.. Der Schlager der Spielzeit Scbnieneis Lene Berliner Volksstück in 3 Akt Dazu der Operetten-Sketch „Brwfscbt" m.Viktor Lltzek. Sonntag 3*/.: Die Wunderkur. Theaiar am hetthiuer let TrL: Morllzplatz 14 8(4. Jed. Abend 7'l, übi Slite-SSaaer s«nem. UituT der Slathaer Sänger. kSouaLDcbn SUbi ermiß PreiselToll. Absad- PtosrasiD» 1 Riad irell• Rsushcu gestattet ------ n-Keueft. Beg. 7." übt. Vorrerkt 11— IV« a 4-6 Übt Z. achiua: Die[.Verwandten. ! ÄiiHirais-P&lssi,1 lOleiustlgePappeJ ■ Uhr. raii i Opfer, Carola Toelle i 4 bis N Uhr. Volksbühne Theater am BQIowplatz. t/v Der Liebestrank Lessing-Theater. Direktion: Victor Bamowsky. 7',« uhr: Pygmalion. Mittw. TV«: Hölle, Weg, Erde. Donn. TU: Pygmalion, Deutsebes Könstler-Tbeater 7 Uhr. zum I. Male: Die Marquise«od Areis. (Konstantin, Servaes, Straß- mann-Witt, Veidt). Allabendlich 7'/«: Die Marquise von Arcl», Apoiio-I Theater Dir.: James Klein I? /, Allabendlich T/2t 1 Heros, Kraftjongleurl | Cur ran, das schwan- 1 1 kende Phänomen. I 14 Uesscms, Sensal.- 1 I Akrobaten, IHadges u. de Vynos,l I Meistersch.-Tänzeil 1 2 Ottkars, urkomischl ] Reckakt, 1 4 Sternas, Rangen i. I | Seebad, 1 2 Morandls, Leben- 1 I des Handgepäck.\ | Rad.Rennen auf den Bühne mit Lorenz,! Pawke, Techer usw! 1 Sonntags 3'/« jeder f [ Erwachs. I Kind frei| Reicbshal].-Tbeater Zehen Abend 71r 3Pa*s.l Hansen Ernst BCofmaias* Köns tierische Oberleitung: J O G Ml 8 y Ab Freitag, den 30. Januar KTell: DleRacha derMaudFergusson V e r verjtjiuf« Ii bis t Uhr Flüclitüngsfürsorge i Boniles i deatseiien GrcDZBiarken-Schulzvepbänfle Dienstag, den 10. Februar, abends 7 Uhr: Dom-Konzert. Emmi Leisner. Kliagler* Quartett. Domchor. Leitung: Professor Hugo Rädel. Dom-Organist Professor Walter Fischer. Karten zu 30, 20, 10. 5, 4. 3 M. bei Bot»& Bock, A. Wertheim, im Kaufhaus des Westens, in der Dom- Kfisterel, Portal II(8—2) und abends an der Kasse (Lustgartenseite). 226/2* »••••taaaoaoaai Winter- Galten Täglich T.is Uhr; Varieti-Splelplaii Rauchen gestattet 1 Zigarren garant. rein Uebersoe von OOO Mk, an. Englisch. Zigaretten Dicke Türken Caramldis, Wattford, Gobells, Federal, sowie deutscht Marken. Nordhäuser Kautabak i. Roll. u. Stang. f. Restaurat, Kantin. usw. Zigarren-Haus Gebr. 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Zuschriften mit Zeugnissen unter B. 46 an die Hauptexped. des Vorwärts er bemu 146® Suche per sofort tüchtigen, zuocrlästigen Bertreter für meinen erkrankten zunächst aushilsmneife(spittere anderwett. Beschasttgung nicht ausgeschloffen). 24/1 Berirauenswürdige Bewerber, die ähnliche Tätigkeit ausgeübt haben, wollen sich melden. Gest. Angedole mrt. Bw. F. 1371 befördert Rudolf Moffe, Turm- straße 61, Metallschleifer auf Alfen ide verlangt Buer 41 Stein A.G., 24/8 Alexandrinenstr. 24. OeioanMe SlenohjplsHn für fofoct gesucht. Genaue Angaben unt. Schdg, H. 191 br iorbeet Rudolf Moste, Schöne- berg, Hauplftt. 83,/24.(23/29 Mäeben zur Erlernung der Handzu- Ichneidttei mit anschL dauernder Befchäfttgung»erden unter günstigen Bedingungen ange- nommen. Porstellung vorm. 8—19. WasehefabriK Woltt& Glaserfeld, Zehdenickerstr. 12b. für fernste Fabttkation sucht für sofort«duurd«Irchhosf. Zögerst r. 23. 7733 Bekanntmachung. Die neveingerichtete Stelle eines bessldettn Stadtrats welchem namentlich die Bearbeitung des Finanz, und Rech- nungswesen«, der Gtats» nnd Steuerangelegenheften obhegl und welchem auch das städtische Gas- und Wafferwerk unterstem werden soll, ist zu besetzen., �., Sehalt'!2ao M steigend zweimal um je 399 M. und ein- mal um je 299 M. oon je 3 zu 3 Jahren bis zum Höchstgehalte oon 8090 M. Daneben 729 M. W-hnungsgeld und die Teuerungszulagen im jeweiligen staatlichen Umfange. Rur völlig mit dem Finanz- und lltatswefe» vertraute selbständige Bewerber werden berückfichttgti kausrnamitsch gebildete Personen werden bevorzugt. Gangerhausen, den 22. Januar 1920, i«? Der Magistrat. _ Brüning haust. WMMMlMMlWÄ Zkur genauer Kenner der gesamten Angesl-Menbewegunz mvglichst mit reichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Tarn adjchillsse und Sesetzgebung. kommt in Frage. Bedingung: Hervorragend tüchtiger Redner und Organisator. Berlangt wird mehrsährige gugehönakeit zur freigetverf schastlichcn Organisation. Gehalt nach Uebereiniunft. Angebote mit der«ustchrtft.Bewerbungen* find zu richten an den h- Zentralverband der Angestellten. Vrtsgrnpp» NteL Hafaugast» 6. Politischer Redakteur (Mehrheitssozialtst), guter lleitottifler und PsicmKer. in all/r Redakttonsardeiten erfahren, wird zum dafdigen Gintritt gesucht Bewrrbungei, mit Srhattssorderungen bis zuiu 6. Febrzu» d. I. erbeten an ,SMWN B9ll58l0»",,ggS BUanx-fittctaluiHer, wirtlich eriahrener. ftlbltänbion und zuverlästiger Herr, vis sofortigen(tinlntt gesucht Bewerbungen mit Bewerbungs gefuch, Zeugnisad/christen, kebenelaus und Seholtsansprüchei sind zu richten an da« Bureau der Fettstelle---- ...,_________ WWW_______«.»ß-Beetin. C t An der Stralauer Brück» 3, � H. des Herrn Bure«v>rsteheri BlcmsL Kontoristin Telephonbedlrnung und leichte fchrtitltche Ar! ?ssertctt unter E 4S an die Hauptexpedition de« >s«..... SS...................................... SB1«®..... SB»®"' Das beste Vorbeugungsmittel gegen Grippe y* ist laut Aussagen ärztlicher Autoritäten Weinbrand 1�1#� Cognac Marke yyVl wlCI5lUCK der Weinbrennereien JOCOb StUCk NSChflg«} HdüSII 9a M9II1 AN! 25. Januar uerftarb I nach turzer, jrfituctcc StaanN 1 h«tt unser lieber Vater, I«ruber und Schwager, der I Töpser Lsr! Aisatdo ln> A. Lebensjahre. Vi« trauernden Hinter. frtjffrfllffl• Qucbwister Manthe, al« Kinder. P. Lleblg u. Freu, gel». Manthe. Ww.A. Deich, geb. Manthe. Sie Beerdigung findet am Mittwoch, den-28. 1., nachm. t Uhr, von der Halle de» Cöpcnicker Friedhots, an der Rudower Strah», au» itatt. 774b S|fflS[!8Z. Haut-, Harn-, Unterleiboletden und neroiise Schwäche. Schnelle. üiüliü, Ecke Vreslaner Str.. dicht am Schlei. Bhnh. Snrechst. 10 12, S Sonnt, geschtolsen. WWSrMM. mmwm M. Alte Gediffe bis 700« M. «Soldsache», SIlbersoche», Gotdslüel«, SilbermLnzo» kaust Krau Snolh, Zious- "" I«I/la kirchstr. Z4, o. II. Bekanntmachung betrifft Anmeldtmg zur Umslchsteuer. > unterwerten Di- unten imszugsweise abgebluckten siA Vi, 21 und 28 de» neuen Umfansteuergesedes rom 2«. Dezember ISlo iefttmwte Tnuerdsimetg« haben n« Eteuersteli Steueroslichtigen der zustttudigen vezem einer erhöhten Umfohsicuer. Diese nach dem Sese«, int Monat Januar 1920 bteuerstelte ihre steuerpftichtige Taugreil anzu- btlge»«. Da diese Anzeigen bisher nur vereinzelt bei uns ein- gegangen sind, fordern wir auf Grund der Bestimmung de» Z 30 res UmsaSftillergtf-ties vom 2t. Dezember lSl!) dikjeitiasn Dcrfouen, Firmen, SescUschaften usw., die nach Vorstehendem vom 1. Januar 1920 ob erhöht umsatzfteuerpslichtig geworben sind und deren gewerbliche Niedertasfung im V-zic« der Etabt- 'emewde Berlin gelegen ist, anf. un» bis spätesten» tknbe tlg« vor' Januar 1920 Anze triebe» zu machen. Die SrZfinung von dem Bestehen de» gewerblichen Be eine» Gewerbebetriebe, oder der Beginn Zadre« ist Gröffnunz tner unifattsteuerpflichttgen Tätigkeit im Lause des Jahre« beim Umsatzsteueramt innerhalb zweier Wochen nach ' r Beginn anzuzeigei Die Hinterziehung ...... li>.. der Beginn anzuzeigen. Die Hinterziehung der Umsatzsteuer wird mit eiurr Geld- straf« bis»um zwanzigfachen Betrage der hinlerzogenen Etencr oder mit Gesiingnis bestrast. ß lS sanozugswelfc). Die Steuer erhöht sich auf 18 Prvz. de» Gntgelte, hei der lieferung der unten aufgeführten Tegenftände. soweit diese für ie Hauswirtschaft bestimmt sind. Steuerpflichtig ist der Her- geller. Es unterliegen der erhöhten Steuer Gegenstände au»! Edelmetallen, die nicht nachsitzt« zu versteuern sind i mi»un- edlen mit Edelmetallen verbundenen Stoffen; Haldebelsteinen; Nachahmungen der Halbedelsteine ulw.; Gegenstände au« Zluvier, stinn, Nickel oder deren Legierungen! ntchtichmiedbaren Guß, llunstschmiedcdrbeiten! Ton! Dia»: Gegenstände der Innen- stnrtchtuitg au» Horn!' Leder! Edeihalz: k>°Iz bei Bildhauer-. -einer Schnitz- oder Drechslerarbeit! Lorbgeflecht«! Gegenstände der Inneneinrichtung aus feine» Geipinnustonen. Ferner unterliegen der erhöhten Steusrpflicht: Schmucksachen aller Art. soweit sie nicht nach si 21 st euer- «stichtiä sind: Bildwerke: Erzeugnisse de» Buchdruck«»; Photo- -ravhiicho Handapparate sowie deren Bestandteil« und Ju- -hör: Handwassen. Munition! Flügel, Klavier«, Harmonien in, ich- und-lupfinstrumente; Billarde und deren gubehär; mnd-, Wasser- oder Lustsahrzeuge zur Personenbeförderung: stinder-, Sport-, Klapp- und Promenadenwogen! zugei ichtele gelbälge und Teile hteroon! de; Riech- oder Schönheitsmittel: stelle! Fächer! ffederboa«, einzelne?la>itschnkgegenständ> Geheimmittel, Spazlerstöcke, Schirme. Rettgerten und Peitschen au» oder in Verbindung mit Edelholz; Puppe»; Stand-, Tikch. und Wanduhren: Beleuchtunasaeaenstanbe sowie deren Bestand- icile und Zudehor! Parletläseidöden! Teppiche, Wanddeklch- düngen; Koffer UN» Reisetaschen! Wäsche, Oberbekleidung oder -'onstige Beiieidungsgegenstände, Bettdecken, Gardinen; Bor- hänge, andere Decken und Kissen, Hüte usw. au» jeinsten Ge- ipinststoffeni seine Sllsstgkeiten. si 21(auszugsweise). Die Steueo erhöht sich auf t» Proz. del Lieferung der fol- ginden Gegenständ« lm Klet» Handel: 1, Edelmetalle sowie< ....«egenstät der Sold- und Sllberschmiedeknnst au» oder, ln Berdin- änd« de» Iuwellergewerde» oder dung mit Edelmetalle»; Edelsteine einschließlich der synlhe- tischen und Perlen: 2. Orminalwerte der Plastik, Malerei und Graphik; 3, Antigultäten und Gegenständ«, wie sie au» Liedha Sammlern erworben werden! 4. Gebinde oder sonstige Herrtchwngen ans Blumen und ) Liebhaberei von . stt- und Kutfchpserde: Lebende« Wild. -' si»(au«z»g»weis,). 5>s« Steter erhöht sich auf 10 Proz de» Entgrttea des folgenden Leistungen: l. Der Uebernahme von Anzeigen: 2. Der Gewährung etngertchleler Schlaf- und Wohnräume; S, Der Ausbewahrung von Geld, Wertpapieren, Wertsachen, Pelzwerk usw.; 4. Der Vermietung von Resttieren. Bei Leistungen der vorstehend bei si 28 unter l und Z bezeich- neten Art tritt die Steuerpflicht auch ein, wenn der Leistende kein Unternehmer ist. Wegen Ginzeihesten zu den vorstehend anlgeMhiten her- stellerueuerpflichttgen Gegenständen verweisen wir an, die an- gezogenes Paragraphen d°» Gesetze»! auch die Fachoerdände erteilen in Awri-elsällen«»»stln t. Berlin, den 24. Januar 1910. Steuerdesiutation des Magistrat?. Umsa�stcucramt. Kamburger. riatls!: Zslmpliisse Zahn bis 75 51.! GoMI Silber!. iHOmenl SalpelersransSliriGaecbsüber I; 1 Olühatninpfasch«! Staanlolpaplerl Kupfer! Messing etc.| 'Sämtliche Metalle au h6chst»n Tagespreisen kauft' fcdelMlHall-Klnkaufsbareau, WeberstraQe 31.»j eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel i Die dem Herrn Gemeinde- beamten August Pfeifer zu- gefügten Beleidigungen nehme ich hiermit abbittend zurück. Irledrlch»ammer. Gastwirt. 777b' 9tmMffe berüleSMer. Svkller und verwandt. Gewerbe gu Berli«. Die sechst« Abänderung der Satzung betresivnd die si!» l, 2, 3, 4, 10, 11, 13, 14, 18, 19, 27, 28, 29, 20, 83, 41, 55, 59. 62, 72, 74, 79, 90 ist vom Oder- verficherunasamt genedmigt worden unotrstt, fowest sie die nfft, am sisi 27, 27a und 30 betrifft, am l Oktober 1919, Im übrigen an, 2. Fotrur.r 1920 in Kraft, ...... ttmtal Die Beiträge erhöhen diesem Tage an aus 7'/, des Grundlohn», da» B' von Pro,. terbe. geld aub 40 Proz de» Grund- lodne», Druckez emplare der Satzung»- änderung sind vom 30. Januar ad im Kassenlokal zu haben. Berlin, 26. Januar 1920. Der v-rrstaad. Z. A.: Max Gutsch«, Borfltzend. ZvNvgskrWkevkgsfe izerMU-MWzs Veliig. Kassenlokal: Mtchaelkirchstr. 15. Bekanntmachung. Wlr machen hierdurch be- kannr, daß di- in t>«r Ausschuß- sitzung vom 24. November 1919 beschlossene Vis. Abänderung der Kossensatzung vam Ober- versschernngsaint Groß-Berlin am 14. Januar 1920 genehmigt worden ist. Die Satzungsänderung ist demnnch. berests lest de» 14. Januar 1020 in Kraft. Die Wockenhilfe- Leistungen nach dem Ee>e» vom 26. Eep. tembcr 1919 gelten blrest, vom 1. Ottober 1919. Der gedruckte Wortlaut der Abänderungen ist lm Kassen- lokal unentgeltllch zu haben. Oer Vaestend. Otto Sronau, Doisttzender. Hermann Rät« dusch, Echrlsts. ?Ist!vs Kr. 183 W. pomdisrle Mos ilbisSSSMk. • Alte Gebisse bis 3000 M. Ooldstflcke 316 M. Silbermark 9,60 Mk. E. fiansdorf, Pallaademtr. II, vorn II, Kupfer, Messing, Jiiin, glnf. Biet sowie sämtl. All- u. Edelmetall» laust hächstzahlend' sitel«»- einllillll»-?entp»le, nottdusen Damm 66, Amt Mori upiatz 135 80. Zahle für GoW- u. SO PfcnnisrstQck= M. 8,2S l Mark(Silbers--„ 10,80 2 Mark(Silber)-„ 21,— 3 Mark(Silber)=t„ 83,- 5 ÄiarU(Silber)=„ 52,50 10 Mark'Gold»=„178,- 20«Urk(Oo d)=„350,- Q!asbergf Berlin, BrunnenstP 24, (Ihrenladcn, neben Jandori. Telephon Humboldt 9t I. AolV Silber»A. Münzen Mti' n Wögeiö laust hächstzahlend Silberzentrale GSWlv NMi3 iUBHuiieflitraBeSä Jabresabscbloa aofden 30. September 1919 Bestände. Orundst.-Konto Gebäude-Konto Maschln.-Konto Utensil.-Konto, DampfmasciL- Konto..... Werkzeug- und Repar.-Konto Fuhrw.-Konto. Patent-Konto. Kaution«-Kont Waren-Konto. Konto-Korrtnt- Konto..,., Bank-Konto.. Estekien-Konto Postscheck- u. Kassa-Kont Konto für Beteiligungen.. M. Verpflichtungen Aktienkapital- Konto.... 7 Se© 000,— Hypothek- Kto. 336 698,50 Reserveb-Kto.. 1407407,43 Talonsteuer- Reserve-Kto. 39 000,— Kriegs steuer- ROcklage-Kto 1 306 929,39 Slcherunos-Hy- potheken-Kto 6 000,— Dividenden-Kto 10370,— Konto- Korrent- Konto..... 1 702 430,23 Reingewinn... l 78(913.67 14 094 709/4 Qewlnn- und Verlost Rechnung. M. 946 049.14 2959 599ch3 736 407,64 1<— I.TS 36627 3 867 232,26 1 823 476,79 84 564,13 962 lOöchö 72 041,25 2 846 916.71 14 093'5922 Soll. Generalunkost. Absenreibung.. Reingewinn... Haben. Vortrag für 1. Oktob. 1918 Zinsen-Gewinn Beirlebsllber- «chuBn.Betei- ligungsgew.. M. 2 198 336 49 I 065 717,20 I 734 9>3.67 5»48 977,36 M. 8 614.58 9299,95 5 034 062.83 5u4»977.36 Die auf>8«,--- M. 180.- lestgesctzte Dividende wird gegen Einreichung des Divl- dendenscheines 1918/19 eo» fort bei der Commerz- and DtscontO'Baak, der>atio- aalbnok Hlr Deutachland und Herrn A, Hlrta in Berllii ausge/anlp Berlin, den 24. Januar 1920. Fabrik isolierter Drähte zu elektriscben Zwecken (vormals C. J. Vogel Telegrapheodrabt- Fabrik) Aktlengcsellscbakt. «si, sind ju ocrmUfra: l. Räum« Mäckernslr. z» t- 135 am bebaut, 279 unbebaut, ohne Bleisanschl. ad 4. 4. 20. 2. Räum« Schuppen 84a — 128 am mit Gieisanschiuß Anhalter Güterdhs. ad 1. 4. 20. 8. Lagerplatz Nr. 22»»1061 gm mit Gletsanchwß Anhalter Güterdhs. ad 1. 4.«>. 4. Lager. platz Nr. gl— 4032 gm mtt Gieisanschluß Anhalter Güter. dhs. ad 1. 4. 20. 5. Lagerplatz Nr. 2 Paprftraße•» 145 ern ohne Gleisamchlutz Bahnhof Papestratze ad sofort. 8. 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Telefon• Alexander 2430_* dritten Internationale Beitreten werden, falls die Kon« feren�, an der Sie uns auffordern teilzunehmen, scheitern sollte. Mit den brüderlichen Grüßen des Parteivorstandes der British Socialist Party gez. Albert Jnkpin, Sekretär." So holen sich die alles besserwissenden Unabhängigen einen Korb nach dem anderen: Däumig wird bekanntlich von Lenin als„Spiehbürge� bezeichnet, der infolge seines „Byzantinismus", seiner„knechtischen Unterwürfigkeit", seiner „Feigheit vor der Masse" keinen Heller wert ist. Erinnert dieses Bild nicht stark all den schweifwedelnden Hund? Aufruf. iLie Sintflut über Deutschland ist da. Als einsame Insel, von slavischcn Wogen mndounert, starrt Ostpreußen aus die Vernichtung. Nur über weite Wasser bin tarnt es das Mutterland ahnen, nicht mehr erblicken. Und M a s u r r n steht auch noch in Gefahr, weggerissen und verschlungen zu werden, dazu ein Stück Landes weiter im Wenen. Ganz Ober- s ch l e s i e n, aus das sieben Generationen heradblicken, die es deutsch und blühend und glücklich gemacht haben, setzt seine letzte Hoffnung auf den Notdcich, der aus einem große» Stimmzettel hausen i» firbcrhastcr Eile nusgcworien werden soll. Und ganz Schleswig- Holstein droht die gewaltsame Zerreißung. Ter Verlust dieser Abstimmungsgebiete wäre ein ruchloses Hinein- stoßen von Hunderttausendeu treuer Deutscher in die tosende Flut, während sie ihre Arme hilseflchend nach dem Mutterland« ausstrecken. I» einer ähnliche» Lage würde kein Pole oder Däne an der Urne fehlen. Auf dem Rücken trüge man den letzten zu ihr hin, wen» es keine andere Möglichkeit gäbe. lös gehl um unser Leben oder Sterben als Nation. Jetzt müssen Klatsch und Haß und Parteistreit und Nachbar- Mißgunst schweigen, jetzt heißt es angestrengt, wortlos— und, wenn es nottnt, keuchend— nickst nur vom Ueberfiuß herzugeben, sondern auch vom Spargroschen, um deutsches Land, deutsche Menschen nicht versiiiteu zu lassen in den Fluten. Sonst verschlingen sie einst UNS alle. Zum letztenmal noch stellt die Weltgeschichte vnS eine Prüfungs- fragr, che sie uns verwirft oder für gereift erklärt. Diese letzte Frage dars kein kleinlautes Geschlecht bei uns finde». Gebt zur G r e n z s p e» d e für die Volksabstimmungen! sPost- fcheckkont» 73776 und alle Banken). Gegen öen Universitätsterror! Folgender Aukruf geht uns mit der Bitte um Deröffentlichung zu: Die sozialistische Studentenpartei. als Organisation derBerliner sozialistischen Studenten aller Richtungen, protestiert aus das hestipste gegen den in letzter Zeit bervorgetretenen TerroriS- muS der alldeutschen und deutschnationalen Studenten. Professoren, deren politische Anschauung diesen Herren wcht paßte, sind in ihrem Kolleg überfallen, am Lesen verbindert, sozialistische Studenten verprügelt worden. Die Fälle Nicolai in Berlin und Max Weber in München haben gezeigt, was die freiheitlich und sozialistisch ge» sinnten Dozenten und Studenten von dieser Seite zu erwarten hoben, wenn dielen Ueberiällen auf Lehr- und Lernfreiheit nicht energisch entgegengetreten wird. Wir fordern alle noch nicht unserer Partei angehörenden Studemen und Akadermker sozialistischer Gesinnung aus, unverzüglich in unsere Reihen zu treten. Alle Genosien in Berlin und in der Provinz bitten wir, uns mit Geldmitteln zu unterstützen, deren wir zur Durchführung unserer schweren Kämpfe gegen die Reaktion dringend bedürfen);, Sozialistische Studentenparlei Berlin. Geschäftsstelle: Charlotrenburg 2, Crolmanstr. 27. Leutnant vieweg verschwunden. Der bekannte Potsdamer Leutnant Karl B i e w e g, Pogrom- redner im OffizierSkasino und Enthüller im Republikanischen Führerbuiid, ist, nachdem er sich dem Termin am lü. Dezember v. I., in welchem er als Angeklagter zu erscheinen hatte, durch angebliches Kranksein entzog, jetzt spurlos verschwunden. Selbst ein Haftbefeh l, den das Gericht der Reichswehrbrigade III in Potsdam gegen ihn erließ, konnte seinen Aufenthalt nicht er- mitteln.� für die Theater leiste und um so toeniger Veranlassung habe, sie durch besondere Besteuerung noch zu schädigen. Ter Maler der eleganten Welt. In Ohlstadt bei Murnau starb, fast siebzigjährtg, der in Hannover geborene Maler Friedrich A u g u st v. K a u l b a ch. ein Großneffe Wilhelms v. Kaulbach. Was a» ihm künstlerisch kraftvoll war, ging zugrunde an seiner Bereitschaft, sich den Gcichmockswünichen der noblen Gesellichait unterzuordnen. Er war»br Porträtmaler, besonders seit Lenbachs Tode, und verstand sich darauf, äußere Aehnlickke« zu geben, die- er in ei» farbiges Drum und Dran hüllte, wie es der Luxus liebt. Von der Malerei vergangener Jahrhunderte, besonders der englischen Rotokoteil. ließ er sich zeigen, w>e es zu machen war. Die Ge- sellschaft von Fürsten, Adligen und bürgerlichem Großbesitz, der er diente, bat ihn mit ihren Ehrungen überhäuit. Dem Tüchtigen, das er als Genremaler leistete, verdankt uniere Kinderbuchliteratur eine schöne Ausgabe der Heyichen Fabeln, die allerdings auch nur Luxushäusern zugute kommen konnte. Die Volkshochschule Gros?-Verlin veröffentlicht jetzt ihren Ar- beitsplan für das lausende Vierteljahr. Die e r st e n Kurse be- ginnen am 29. Januar. ES werden UniocrsnätZvrofeffor Dr. Kau'mann über:„Die modernen Temolratien', llnioersnätSproseffor Boruttau über- „Bau und LeiitunZen des menschlichen Körpers", Prof. Dr. Pilger tmd Dr. Kraule über:„Bau und Leben von Tier und Pflanze", Direktor Dr. JacobSthal über:„Malhcmatil" sprechen. ZI» den solgcnden Tagen bcgiueen zahlreiche Kurse über: Volkswirtschaftslehre, Philosophie, Kunst. fltzusit, Literatur usw. Vorlesungsverzeichnisse und Karten sind im„Gewerk- schastShauS", Engeluier 15, im Gewerktchaslsbund der Angestellten, Schützen- straxe 28/30. im Bureau der S. P. D., Institut für Meereskunde, Georgenstr. Si,36, in Treptow(Rathaus), Zimmer 40 und bei den Schul- warliur der Arbeitsstätten:!?, Gieimstr. 49, NO, Pasteurstr. 44/46, S\V, Schleiermacherstr. 23, zu haben. Tbeater. JmTheater des Westens beginnen die Aufführungen der»Frau im Hermelin' vom 28. Jar.uar ab um 7lii Uhr. Vortragskunst. Im Saal der Singaladenne tragt George Armin heute abend?-/, Uhr den sünsten und nemrten Gesang von Homer? Odyssee vor. ?m Institut für praktische Psychologie finden im Februar Uebnngen statt, und zwar I. sür Erwachsene zur besseren Ausnutzung des Gedächt- nisscs jede» Montag, aberrds T/, Übt; 2. sür Kinder Hebungen zur Per- heiscrung der Sluisaffung, Beobachtung, Konzenlration der Auimerki amieil und des Gedächtnisses, jeden TicnSlaz. nachmittags 3'/, Uhr. Anfragen an Dr. Albert Mob. Berlin W 15, iiuijüi üctibaarnt 45. Jntcrnaiionac Polarfsrschiiirg. Der Wclitiieg störte dl« bestimmt ge- fahren Pläne zur Ausführung gleichzeitiger, meteorologischer, aerologischer, eidmagtretischer und anderer Messungen ein« Seite von BeobachMiigs- statioir«» um das nördliche Eismeer zu legen, während zur selben ZeU 2ioald Aimnidsen auf seiner Polardrist entsprechende Beobachtungen an- stellen wollte. Die Pläne sollen jetzt, wie die„Umschau" meldet,«neut auszogrissen werden. Die norweglsche Regierung ersuchte die einzelnen Staaten dämm. Der Gnthüller. Wie»ns mitgeteilt wird, hat die Staatsanwaltschaft bei der Vernehmung des Radien sder bei A. Baumeister„aus dem Gedächt- nis" eine,» Alteuband dittirrt baii wegen der schleswig-holsteiu- scheu Geländeschiebunge» festgestellt, daß man mit grenzenloser Gewissenlosigkeit die Scheidemann und eine ganze Reihe anderer Persönlichkeiten belastenden Briefe gefälscht hat. Robicri, der diese Fälschungen zugegeben hat, ist auf Grund eines An- träges, den Scheidemann bei der Swatdanwaltichaft eingereicht hatte, in Haft genommen. * Zu den„Enthüllungen" Davidsohns über die angebliche Bormat-Korruption iu Amsterdam erhalten wir von dem Generalsekretär der hollandi- schen Sozialdemokratie,. Genossen Matthysen, folgendes Tele- gramm: „Bon den in Davidsohns Veröffentlichung wiedcrgegebenen Urteilen holländischer Parteigenossen über Herrn Barmat habe ich den Genossen de Roobe(„Het Volk"!, Fimmen tJnter. nationales Gcwerkschaftsbureau) und P o l a k jr. Mitteilung, ge- macht. Aus deren schriftlichen tsirklörnngen geht hervor, daß es Tavidsohn war, der sich ungünstig über Barmat ausließ, frei- lich auch über so viele Leiter der deutschen Partei und ihre Politik, daß de Runde sehr erstaunt war zu hören, daß Davidsohn selbst zur Mchrheitspartrj gehöre. P o l a k berichtet, daß Davidsoftn s e r« e r Mitteilung, Bar- mal hätte deutsche Parteigenossen durch Korruption kompromittiert, hinzufügte, daß Barmat auch versuchen würde, die holländische Partei zu korrumpieren. Irgendeine Tatsache wurde hierzu nicht beigebracht. Pvlak antwortete, daß er Korruption in der holländischen Sozialdemokratie nicht für möglich erachte, daß er es aber für seine Pflicht halten würde, sobald dafür jemals irgendein Anschein sich ergeben sollte, die ganze Partei zu alar- mieren. Fimmen erklärt, er habe Davidsohn im allgemeinen zugegeben, daß es für eine politische Partei wünschenswert sei» Vorsicht zu bewahren hinsichtlich derjenige«, die die Kriegs- konjunlwr ausgenutzt hätten; ferner, daß auch ihm wohl weniger günstige Berichte bezüglich BarmatS zu Ohren gekommen seien, die aber nicht bewiesen seien. Bon Versuchen Barmats zur Kvr- ruption niederländischer Parteigenossen, habe er nie gehört, halte solche auch für ausgeschlossen. De R o» d e erklärt, daß er sein Nr- teil über die durch Davidsohu erwähnten Tatsachen und Verhält- niffe in Tentschland zurückstelle, bis er gelegentlich seines Berliner Besuches zu einer persönliche» Untersuchung Gelegenheit haben würde. De Roode fügte hinzu, daß ihm auch durch Barmats Feinde niemals eine Tatsache genannt worden sei, die zu einer sittlichen Bernrtcilnng seiner Persönlichkeit Anlaß geben könnte. gez. Matthysen. Der Sergarbeiterkongreß. Auf der Generalversammlung des Alten Bergarbeiter- verbandeS wurde eine Entschließung angenommen, in der die Delegierten Oberschlesiens, darunter zehn Vertreter p o l n i- schen NomenS Einspruch erheben gegen die Abtrennung des süd- lichen Teiles vor: Oberschlesien durch einen Machtspruch, der dem arbeitenden Volk das Selbstbestimmungs recht nimmt. An alle oberschlesischon Arbeiter wird die Mahnung gerichtet, von ihrem Abftimmungsrecht Gebrauch zu machen. Die Bergarbeiter- Internationale wird um ihre Unterstützung im Kampfe für die Revision des Friedensvertrages gebeten. Die Entschließung über die Einführung der DechSftundenschicht, die, wie gemeldet, heute nachmittag angenommen wurde, spricht sich unter anderem dahin aus, daß in der sofortigen Ein- führung der sechsstündigen ArbeitSzett kein geeignetes Mitte! zur Linderung des großen Notstandes erblickt werden könne. Der Austritt auS der Arbeitsgemeinschaft sowie der Antrag auf Erhöhung der knoppschastlichen Leistungen wurden abgelehnt. lieber die Zugeständnisse bei den Tarifverhandlungen wurde u. a. mitgeteilt, daß der Grundlohn der unterirdisch beschäftigten Arbeiter um 3 Mark, der Gedingelohn um S Mark erhöht wird. Die Kinderzulage erfährt eine Erhöhung von 20 Pfennig auf eine Mrrk. Eine Lohnzulage von 1 Mark die Stunde erhalten Zechenarbeiter. Der Mindestschichilohn eines Hauers steigt auf über 40 Mark. Ungehemmter Gefangenentransport. Die Reichs- Zentralstelle für Kriegs- und Zwilgefangene teilt mit: Am 27. Januar wird der Landabtransport der linksrheinisch beheimateten deutschen Gefangenen, die in der französischen Kampfzone untergebracht waren, beendet sein. Der Abtrausport der Gesäuge, irn, die im unbesetzten Deutsch- land zu Hause sind, hat am 25. Januar auf Linie 1 /Aachen— Köln --.Düffeldorfi mit täglich drei Zügen bereits eingesetzt. Im ganzen waren 28 Züge erforderlich, um die linksrheinischen Gefangenen aus der Kampfzone in ihre Heimat zu bringen, davon sind 15 in der Zeit vom 20. bis 24. Januar aus Linie 1 abgelassen worden, während 13 Züge den südlichen drei Eisenbahnlinien znfirlen. .Der Dampfer R n g e n, der am 23. Januar Ronen mit 550 Kriegs- gefangenen verlassen hat, traf Montag in Knxhaven ei». Bon ftaiizöfijcher Seite scheint alles zu geschehen, um den Abtransport- plan ohne Stockung durchzusühren. Nach einem Bericht des KriegshilfsausschnsseS der Quäker liegen in Sibirien vom Ob bis nach Wladiwostok längs der Eisenbahn in einer Entfernung von je tausend Meilen Gefangenenlager, in denen 400 000 Gefangene den Winter erwarten, darunter 1 20 000 Deutsche und Deutschösterreicher, 150 000 Ungarn 30 000 Polen, 30 000 Rnmönen, 20000 Tschechoslowalen und 50 000 anderer Nationalität. Wenn eine interalliierte Kommission nach Wladiwostok geschickt würde, so wäre es möglich, eine Anzahl dieser Leute, die sich öst lich des Baikals«? befinde», noch über See nach Hanse z« schaffen.__ Neue englische Seschulüigung. Eine Neutermcldung an die britische Presse, die nicht nach Holland und andere» Ländern weitergegeben werden durfte, besagt, daß die alliierte Marinekommission in Wilhelmshaven fest- stellte, die Deutschen hätten die auszuliefernden Schiffe von 1000 Tonnen und mehr, die im Bau begriffen waren, nicht fertiggestellt mit der Vegründung, kein Material dafür zu haben. Inzwischen hatten sie aber eine Reihe von Handelsschiffen, die meistens 905 Tonnen groß sind, zu bauen begonnen, da sie diese nicht ans- zuliefern brauchen. Kleine politische Nachrichten. Gastwintestreik? In der Sitzung aller Hotel- und Gast» wirtsverbände Teutschlands am Montag wurde mitgeteilt. daß die nqAaesuchts Besprechung vom Reichswirtschastsmin ister Schmidt vorläufig nicht gewährt wurde. Die Verbände wurden an den Unterstaatssekrelär Tr. PeterS verwiesen. Die Vor- jtändefitzung erklärt, daß. falls die Verhandlungen wieder einen unbefriedigenden Verlans nehmen sollten, nichts anderes übrig bleibe., als die Schließung der Betriebe im gan- zen Reiche in kürzester Frist durchzuführen. Tie Räumung des Abstimmungsgebiets. Das Generalkom- mando des 6. Armeekorps teilt mit, daß die Räumung des ober- schlesischen Abstimmungsgebiets 5 Tage später als vorgesehen be- ginnt. Die erst? Zone muß somit am 81. Januar um 7 Uhr vor- imüag�, die letzte Zone am IE Februar um 7 Uhr vormittags von allen deutschen Truppen geräumt sein., Der sächsische Wirtschaftsminister Genosse Schwarz stürzte in seinem Garten von einer Leider und erlitt eine Gehirn» erschüttern ng, Verstcmchung der Wirbelsäule und Armbruch, Während der Dauer seiner Behinderung von den Amtsgeschäften wird ihn Arbeitsminister Heidt vortreten. Wirtschast. Zum 5rartofsela»blUt. tchir veröffentlichen iolgeiche Einsendung: «Als Abonnent des„Vorwärts" lese ich in Nr. 56 ritten Aufsatz über Kartoffelanbau. Ich kann es nicht unterlassen, Ihnen durch ciroige Zeilen Aufklärung zu geben. Vergangenen Herbst hat mich der Zontnet Kartoffeln 2 M. Hacklcbn gekostet, außerdem ist mir von den Frauen hier in der Klein st adt gesagt worden, wir brauchen leine Kartoffeln auszuhacken, wir haben KarioffeÄarten, die Bauern müssen u n» Kartoffeln liefern, auch bekommen wir soviel Arkwitsbösemmterstützung, daß wir nicht zu arbeiten brauchen. Wenn die Regiernng das Uebel an der rechten Stelle fassen will, dann muß die Arbeitslosennnterstützung fort- fallen, damit die Leute Wieder arbeiten, dann können auch wieder Kartoffeln angebaut werden. Wenn man jetzt als Landwirt sm Alädchen mieten will, dann ist die erste Bedingung, aber keine Kuh melke». Alles möchte Butter essen, aber nismänd will in den Kuh- stall gehen; das kann die Frau tun." Die Ernährungsfrage idarf nicht von einer, sondern imxß stets von beiden Seiten, von der Produzenten- und von der Äonsnmcntenseite aus betrachtet werden. Braucht der Landwirt Arbeitskräfte, so ist der Arbeiter, wenn kein Ueberflutz an Arbeitern vorbanden ist, oder diese durch Organisation oder Unterstützung nicht gezwungen find, jede Arbeit zu jedem Lohn anzunehmen, in einer Machtposition. Umgekehrt hat der Landwirt die Lebens- mittel, die der N i ch t l a n d w i r t zu seiner Existenz drin- gertd braucht, er ist aus diesem Grunde gleichfalls in einer Machtposition, die in der Preisgestaltung und Ablieferung zum Ausdruck kommt. Stehen sich gleich Starke gegenüber, die a u f e i n- ander angewiesen sind, um leben zu können, so tritt an die Stelle der Unterdrückung, der Ausbeutung die Per- ständigung, man tauscht Dienste gegen Waren gleichen Wertes. Unterbleibt die Nerständigung, so leiden beide Teile darunter. Da nun das nötige Verständnis für die LebenSnot- w e n d i g k e i t e n der Volkswirtschaft leider sehr oft fehlt, so brauchen wir dringend Vcrmirtlungsstellcn, die den Par- teien klarmachen, welche P f I i chten und Rechte sie eigent- lich haben. Wer lebr» will, muß arbeiten, niemand kann oder darf beaitfpruchen, daß er aus Kosten anderer zu leben be- rechtigt sei._ Wenn heute Millionen Menschen nnproduk- ti v e Arbeit leisten, die den Warenvorrat nicht vermehrt, dorm müssen wir diese Arbeit in p r o d u k t i v e umwandeln! Die Güterve rteiluug und-Verwaltung muß per- cinfacht werden! Mehr Menschen müssen daran arbeiten, daß der große Eßtops reichlicher gefüllt wird. Hat das Volk die Macht in Händen, dann kann es ohne weiteres die Gelvinne nach ihrer Größe auf dem Wege der Besteuerung erfassen und alle Privilegien beseitigen. Hat das Volk die Macht in den Händen, dann hat es auch das Recht und die Pflicht, alle Volksgenossen an die Arbeit zu bringen. Es ist im höchsten Grade unsittlich, sich von an- deren ernähren zu lassen, ohne� selbst das Seinig« im vollsten Maße getan zu haben. Das gilt für den arbeitsscheuen Reichen, das gilt für den arbeitsscheuen Armen. Wollen wiv uns als Volk überhaupt erhalten, dann muß hierüber im ge- samten Volk Klarheit herrschen. Wer Kartoffeln essen will, der produziere selbst etwas, was dem, der die Kar- toffeln� erzeugt, Nutzen bringt. � Je mehr selbständige Landwirte durch Siedlung ge- schaffen werden, je mehr Lebensmittel werden wir gewinnen. Die Produktion ist heute eine öffentliche Angelegenheit, der Boden, den die Grenze einsäumt, gehört dem ganzen Das Gebot öer Stunde ist die Zusnmmmaffung aller guten wirtschaftlichen Fätzigkeite» unseres BolkeS, um den drohenden Zusammenbruch der Lebenssicher» heitcn des deutsche» Volkes aufzuhalten und mit Brsonneudeit, Ge« schlosscnhrit und Tatkraft den wieSeraafbau Seutschlanös zu fördern. Dazu ist notwendig, die breitesten Kreise der Bcvölkc» rung sortgesetzt mit znverlässigeu Ii, formationeu über unsere innere und äußere Lage zu versorgen, die Schivicrigkriten aus- zuzeigen und die Wege zu«eisen, dir zur fortschrittlichen Entwich- luug lühren. Bon links und von rechts kämpfen bornierte Purteifanatikcr gegen die positiv arbeitende und die schwere Bürde der Verantwortung trogende mittlere Richtung a«. Durch alle Mittel flöße» sie Zer- setzuug, Haß und Vergiftung iu die Oeffentlichkeit. Die ganze öffentliche Meinung soll iu dieser Zeit in zwei schroff zu«iuauder stehende, nur mir Kampf und Haß angefüllte Teile gespalten werden. Da ist»S notwendig, alle Kräfte aufzubieten, um die BolkSkreiso aller Schichten für dir praktische Arbeit an der Gesundung deS Vaterlandes einzuspannen. Dazu gehört ei» Einfluß, der stark genug ist, die Bokksfeinde von rechts und von links in die Schranken zu weisen. Diesen Einfluß auszuüben ist kein Blatt besser in de» Lage als öer„VorNärts*. Für seine Verbreitung zu wirken ist nicht nur die hohe Pflicht der Sozialdemokraten und der Arbeiter, sonder« aller Aieuschcn, dencn das Wohl unseres Volkes am Herzen liegt! Folgender Zettel ist aiisgesüllt an die Expedition deS „Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstr. 3, zu senden. Ich abonniere ab!. Februar den„Vorwärts" mit der illustrierte» Sonntagsbellage„Volt und Zeit" in Grvß-Berliu täglich zweimal frei ins Daus für 5,50 Mk. monatlich. Llußerhalb Groh-Berlins Wohnende wollen beim Postamt ihres Wohnortes bestellen. Name---—................-, Wohnung---—__ --—■. Strasse Nr- vorn— Seitenflügel— Luergebäude..... Treppen. Bei wem?---- 11 11 y—— i i i i SJolf im OBemgentem. Wer affo mehr Boden hat.?vieren nur noch in Höhe von SV Proz. ihre« Kurswertes, höchstens jedoch mit einer BeleihtpigSsumute von 200 Proz. vorzunehmen. Ausgenommen hiervon sind nur die deutschen Vorzugsaktien mit einer begrenzten Dividende. So- weit zurzeit noch Kredite gegeben find, die diesen neuen Vorschrif- ten„ich: entsprechen, muffen sie bis zum IS. Februar 1990 den neuen Bedingungen angepatzt sein. Ausfuhrverbote für Lederwaren. Eine in den nächsten Tagen zu erwartende Bekanntmachung verbietet, wie die P- P. N. von zuständiger Stelle erfahren, die »uSfuht sämtlicher Kürschnerwaren us«.(Waren«ach Abschnitt S des Zolltarifs), also auch Offcnbacher Lederware». Handschuhe sowie Felle und Pelzwareu. Ausgenommen find nur Vogelbälge und ausgestopfte Tiere. AuSfuhrgenehmigungeu werden erteilt von der AutzenhandelSstelle für Lederwirtichoil, Berlin SB., Vik- toriastr. 12(Telegrammadresse: LederauSfuhr Berlin), für Kürschnerwaren autzerdein auch von der Rauchwarenabtcilung der AutzenhandelSstelle für Lt'derwirtfchast in Leipzig, Tröndlwg- ring 2(Telegrammadresse: Pelzstelle Leipzig). Eiue Ausgleichbank für de» Export. ..New t)ork Herald' meldet aus Washington, datz eine Anzahl von amerikanischen Bankier? ein Clearinghouse mit einem Kapital von einer Milliarde Dollar für die Finanzierung des Exportes iach Europa errichtet haben. Tividendeuerhöhuugen in der Zementindustrie. Aus der Zementindustr« schreibt die„Berliner Börsen- Zeitung': Mit den eine Zeit lang sehr lebhafte» Klagen der .stementindustrie über die auskömmlichen Zementpreife scheint die seit einiger Zeit anhaltend« starke Kurssteigerung der Aktien der Zementwerke wenig in Einklang zu bringen zu sein, wenn man nicht annehmen will, datz die Zementaktien einfach von der allge- meinen AuftvärtSbeweguog an der Börse mitgerissen worden find Allem Anscheine nach bestehen aher für die ganz erhebliche Kurs- steigerung der Zementakt re» doch noch besondere Gründe. In ein- «weihten Kreisen rechnet man nämlich damit, datz trotz der �erinyen Erzeugung der Zementwerk« im vergangenen Jahre diese doch zum Teil aus der Verwertung älterer Bestände zu den ja verschiedentlich erhöhten Preisen sehr beträchtliche Gewinne erzielt haben und deshalb ansehnliche Dividendenerhöhungen für daz Geschäftsjahr 1919 zu erlvarten seien. Dividende». Brüggener N.-G. für Tonwaren. Industrie in Brügge«, Rheinland. Die Tonselder. die die Gesellschaft im Besitz habe, reichen noch für 40— 60 Fahre.... SO Proz. Türkoppwerke A.-G. in Bielefeld......... 36„ Bachmann u. Ladewlz, T�pplchfabrtk in Chemnitz... 2S„ Tüllfabrik Mehltheuer A.-G. in Oberpirk bei Mehltheuer i. S................... 25, Bremen-Besigheimer Oelfabrik.......... 25„ IlenSburger Dampferkompagnie in Flensburg.... 25„ Ozean-Dampfer-Aktien-Gefellschaft in Flensburg... 20« Fabrik isolierter Drähte zu elektrische« Zwecke«(vorn». C. I. Bogel). Telegrophendrahtfabrik Akt.-Ges.... IS„ Maschinenfabrik Baum Akt.-Ges in Her»« i. W. t.. ITlh„ Mt.-Ges. für EiseubahnSedars in Weimar...... 16„ Phönieiawerke Ält-Gtf, in Elsterwerda....... 16„ Berein chemischer Fabriken in Zeitz........ 12« Bon«# 15„ Neckarsulmer Fahrzeugwerke A.-G......... 16, Vereinigung deutscher BaugenoffeaschaftSverbände... 12„ Bonu» 16„ �owaldtSwrrke i» Kiel............ 13* Hvpothekenbank in Hamburg.......... 10» Magdeburger Mühle, uacrte Nudel- und Couleurfabrik. 10„ Waggonfabrik A.-G. in Rastatt......... 9„ Optische Anstalt C. P. G-erz Akt. Ges.. Berlin-Friedenau 8„ Malzbierbrauerei Groterjan Akt.-Ges. in Berlin... 6.. R. Stock u. Co., Spiralbohrer-, Werkzeug- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft, Berlin-Mariendorf. Nach Abschreibungen von 64 286 M. ergibt sich ein Neingewinn von 1278 984 M. Waggon-«nd Maschinenfabrik A.-G. vorm. Busch in Bautzen. Da? Werk verfügt über grotze Bestände von Materialien, so datz eS auf lange Zeit hinaus dem Materialmangel enthoben ist«nd der Zukunft mit Ruhe entgegensehen könne. Es liegen so reiche Aufträge vor, datz das Werf die au» dem Ausland erteilten Aufträge nicht einmal annahm, vor allem, um haushälterisch mit dem Material umzugehen. Da» Werk soll nicht vergrötzert, son- der» verkleinert werden. I SewerffchllfisbewMng Die Abstimmung über Sie Sechsstunöensthicht. In der Montagssitzung der außerordentlichen General- Versammlung deS BergarbettervsrbandeS in Bochum wurde die Debatte über die Anträge zur Verkürzung der Schichtzeit zu Ende geführt. In den Schlugworten be- sürwortete der Redner der Opposition, R o s e m a n n, noch einmal die Einführung der Sechsstundenschicht vom t. Februar d. I. ab. Otto H u e stellte in feinem Schlußwort zunächst fest, daß in der grundsätzlichen Einführung der Sechsstunden- schicht für die Untertagearbeiter volle Uebereinstim- mung bestehe. Mit aller Entschiedenheit wandte sich Hue aber gegen den Termin der Einführung. Die Sechsstundenschicht, fat der gegenwärtigen Zeit eingeführt, trage die größten Gefahren für die gesamte Volkswirtschaft w sich. Der Redner bedauerte, daß die wirtschaftliche Frag« zu einem politischen Schlagwort ge worden sei. Unverantwortlich sei es. die Bergarbeiter zu Forderungen anzunizen, die erst dann erfüllt werden können. wenn unser Wirtschaftsleben wieder einigermaßen in Ordnung gekommen sei. Hue schloß seine ewdringltche Rede mit dem Hinweis, daß es Pflicht der Bergarbeiter fei. das Wohl der Volks- gefamthett über die persönlichen Interessen zu stellen. I» der Abstimmung sprach sich die Generalversammlung (grundsätzlich für'Verkürzung de» regelmäßige» unter- rdischeu Arbeitszeit auf sechs Stunde» an». An der weitere« namentliche» Abstimmung wurde ein OppofitiouSantrag, die Sechsstundenschicht im Februar durch Arbeitseiustelluog z« erzwinge«, mit 182 gegen 3S Stimme» abgelehnt. ver Gefetzeatwllrf einer Schllchtuagsorömmg. Der Gesetzentwurf einer SchlichwngSordnung für tarif- liche Streitigkeiten wird, wie wir erfahren, voraussichtlich noch im Januar fertiggestellt werden. Er bringt eine weit- gehende Ausgestaltung der Organisation de SchlichtungSbehörden und eine eingehende Regelung des Schlichtungsverfahrens. Auch schreibt der Entwurf unter bestimmten Voraussetzungen die Anrufung der Schlichtungs- »ehörden und sonstigen Schlichtungsstellen in zwingender 1 o r m vor und enthält weiter Besttmyiungeu, welche für estimmte Fälle die Sicherung der Durchführung der erzielten Einigung oder de» Schiedsspruchs nach abgeschlossenem Schlichtungsverfahren bezwecken. Die DeuernngSzulageu der Müllkutscher. Zwischen der Wirtschaftsgenossenschaft der Hausbesitzer und dem Den Ischen Transportorb«, terverband ist im Oktober 1919 für die im Betriebe tätige« Müllkutscher und Schaffner ein Tarifvertrag biß zum 80. April 1930 abgeschlossen worden. Nach diesem Bertrag« erhallen die Kutscher 159,00 SBv Schaffner 144,00 M. Lohn pro Woche, bei einer Arbeitsleistung von 100 Käste» pro Tag. Um einen Ausgleich zwischen den im Oktober festgesetzte» Lohnen und den jetzigen Preise» für Lebensmittel und Bedarfs» artikel herbetzu führen, forderten die Arbeitnehmer von der Wirtschaftsgenossenschaft eine Teuerungszulage von 60 M pro Kopf und Woche. In der am 24. d. M. stattgefundenen Verhandlung erklärten die Direktion und die Herren vom Sufsichtörat: die Gesellschaft arbeite mit Unterbiianz, daher seien sie nicht in der Lage, eine Teuerungszulage zu gewähren. Gin« Erhöhung der Abfuhr- -gebühren könne den Hausbesitzern nicht«ehr zugemutet werden, diese die Mehrlasten auf Grund der Mieterschutzverordnung, wonach die Mieten nur um 20 bzw. 36 Proz. gesteigert werben dürfen, nicht auf die Mieter abwälzen könnten. Weiterhin erklärte der Vorstand der WirtschaftSgenossensckaft beim WohlfahrtSministerium dahingehend zu wirken, datz dch, Hau»- hesitzern ein« höhere Steigerung der Mieten als in der Verordnung vorgesehen, zugebilligt wird. Dieses Ansinnen lehnten die Vertreter der Organisation ab. In einer Versammlung am Sonntagvormittag, die sich mit dem VerhandlungSergebni» beschäftigte, kam die Erbitterung der Müllkutscher zum Ausdruck, datz angesichts der enorme« Teuerung die Geschäftsleitung der Wirtschaftsgenossenschaft gar kein Ver- tänduiz für die Notlage ihrer Beschäftigten bekundet. Sie sind gewillt, den Kampf auf friedlichem Wege auszutragen, würden aber auch nicht vor dem äußersten zurückschrecken, wenn die Wirtschaftsgenossenschaft auf ihre« ablehnenden Stand- punkt verharre und kein Entgegenkommen zeigen sollt«. Zunächst wurde beschlossen, den SchlichluiigsauSfchutz anzurufen. Nach» tehend« Resolution gelangte gegen wenig« Stimme» zur An- nähme:, »Die am 26. Januar 1930 außerordentlich stark besucht« Ver� ammhing der Müllkutscher und Schaffner nimmt Kenntnis von «n bisher erfolglosen Verhandlungen wegen Gewährung einer Teuerungszulage. Die Versammlung bedauert lebhaft, daß die Direktion der Wirtschaftsgenossenschaft trotz der nicht zu leugnen- den ungeheuren Verteuerung aller Lebensmittel und Bedarfs- artikel, unter der die Arbeiterschaft ganz furchtbar zu leiden hat, Zugeständnisse nicht gemacht hat. Roch eingehender Aussprache »eschlietzt deshalb die Versammlung: der ArbeiterauSschuf, mit einer zuständigen Organssatton wird beauftragt, sofort den S�lich- tungsauSschiitz Grotz-Berlin anzurufen, um«in« Entscheidung her- beizuführen.'__ Bewegung der Berliner Kabarett»Arttftea. Am g. Oktober 1919 haben vor dem ReichSarbeitSmimster Verhandlungen wegen Abichlutz eine» Tarifvertrages zwischen sämtlichen Organisationen de««rtistengewerve« einerseits, dem Fnter- nationalen Variets-Theaier-Direltoren-Berboud und dem Verband der' KaffeehauSbefitzer Deutschlands anderseits stattgefunden, die zu einer Einigung in allen Punkten bei gegenseitigem Nachgeben beider Parteien geführt haben. Der VarietS-Theater-Direktoren- Verband bat ebenso wie die sämtlichen Arnstenverbände den vor dem Reichsarbeitsministerium geschlossenen Vertrag ratifiziert. Nicht so der KaffeehauSbesitzer-Berband Deutsch- land« trotz aller wiederholten Aufforderungen, die von feiten der Artistenverbände an den Verband der KaffeehauSbefitzer ergangen sind. Die Artistenverbände hatten an der Ratizifierung durch den Verband der Kaffeehausbesitzer dos gröhte Interesse, da die Ratifizierung sämtlicher Verbände notwendig war, um die allgemeine Ver- bindlichkeitserklärung beim Reichsarbeitsministerium zu erwirken. Da trotz aller Bemühungen, den Verband der Kaffee- Hausbesitzer zur Unterschrift zu bewegen, eine Unterschrift nichtz zu erlangen war und da auf«in letzte« Schreiben der verband der KaffeehauSbefitzer eine Antwort überhaupt nicht erteilte, wurden die Unternehmer einzeln aufgefordert, den Tartfvertrag als für ihren Betrieb verbindlich anzuerkennen. Als ein« Antwort auch von Pen einzelnen Unternehmern nicht erfolgt«, wurde den Uniernebmenr eine letzte Frist gesetzt, die bereit« am 22. Dezember 1919 abge- laufen war. Ein« nochmalige Erinnerung am 16. Januar blieb un« erledigt. Gegenüber diesem Verhalten der einzelnen KaffeehauSbefitzer sowie des Verbandes der KaffeehauSbefitzer wurde von sämtlichen Artistenverbänden beschlossen. Kommissionen zu bilden, die den einzelnen Beritner KaffeehauSunternehmern den Tarikverttag zur Unterschrift vorlegen sollten. In einzelnen Unternehmungen(Kaffee Stern, Friedrschstratze am Oranienburger Tor; Kaffee Nagler. Moritzplatz; Kaffee Nord- westhotel, Turmskatze; Kaffee 4 Jahreszeiten, Schönhauier Allee), ist«s auch zu kürzeren Streik» gekommen, in dem letzten Lokal besteht er noch; alle anderen sind aufgehoben, nachdem die KaffeehauSbefitzer ihre Unterschrift unter den Tarifvertrag abgegeben haben. Am 24.' und 26. Januar haben inSaesontt 20 Etablissement«, nämlich: Kaffee Winterfeld, Kaffee 1», Kaffee Eoloffeum. Kaffee Frankonia. Kaffee Alexanderpassag«, Kaffee Skandinavia, Kaffee Nagler. Lloyd-Kafino. Kaffee Pfeifer. Kaffee Vellevu«, Kaffee Stern. Kaffee Zielka, Kaffee Kronenech Kaffee Weidenbof, Aeidenbof-Kasino. Kaffee Trocadero, Kaffee Tivoli, Nordwett-Kaffee, Germaniapalast, Oranienpalast unterschrieben. «u« der Darstellung ergibt sich, datz die Artistenverbände, so« lange eS überhaupt angängig war. in friedlicher We,se die Rati, fizierung de« Tarifvertrages zu erlangen fachten. Wenn das Ver- halten der Gegenpartei die Artistenverbände nötigte, zu energischen Matznahmen überzugehen, so liegt die Schuld daran lediglich auf seilen de« Verbandes der KaffeehauSbefitzer. Die Streilposten haben in den bestreikten Lokalen in einwandfreister Weife dem Publikum Mitteilung davon gemacht, datz die Artisten in einem bestimmten Lokal in Bewegung stehen. Da« Publikum, wie übrigen« auch die Musiker, haben in erfreulicher Weise die Aktion der A- listen unterstützt._ Gin»euer Tarif für die Bürstenmacher. Nach mehreren Verhandlungen ist eS nun zwischen den Berliner Bürstenfabrikanten und den im Holzarbeiter-Verband organisierten Bürstenmachern zu einer Berständigung über die örtliche Durch- führung de« Re'chStarife» gekommen, von der Lobnkommisstsn der Arbeitgeber wurde erklärt, da» sie zwar den Reichstarif nicht anerkennen, aber auf der Grundlage de« ReichStarifeS verhandeln wollen. Da« Resultat der Verhandlungen bedeutet praktisch jedoch die Anerkennung de« ReichStarifeS. Lohn» und Attordbafis find, so wie im ReichStarrf vorgesehen, sestgelegt: im Akkord werden jetzt für Einziehen pro 1000 Bündel 10.80 M. bis 11,60 M.. für Borstenpechen 20.60 M. gezahlt. Arbeiten unter 6000 Bündel im Einziehen und 8000 Bündel beim Puchen werden in Lohn au«- geführt. Bei den Akkordarbeiten kommt also fast nur noch gewöhn- liche Stapelware in Frage. Ebenso ist auch über den Arbeit«- nachwei» eine Betständigung erzielt worden. Ein SchiedSamt zur Schlichtung von Streitigkeiten ist ebenfalls eingesetzt worden. Durch die Einigkeit der Arbeiter ist ein schöner Schritt vorwärts getan worden. Jetzt gilt e«. weiterzuarbeiten für die Zukunft, dazu ist die Mitarbeit jede» BerufSangehörtgeu notwendig. partelnachriKten. Mit der gegenwärtige« politischen Lage beschäftigt« sich eine sehr gut besuchte Sitzung der Halleschen Parte, funltio- näre. Zahlreiche DiSkusfionSredner brachten übereinstimmend die Meinung zum Ausdruck, datz die Regierung nicht nur berechtigt fondera im Interesse der Gesundung unserer Volkswirtschaft der-- pflichtet war, endlich dem gewalttätigen Treiben der U. P. so erttgegen zu treten. In einer einmütig beschlossenen Resolution wird anerkannt, datz der Regierung kein« ander« Wahl blieb, al« die Verfügung deS Belagerungszustand«» und das verbot der unabhängigen Zeitungen. Der Parteworstand wird beauftragt, dafür einzutreten, datz der AuSnahmezustanv und da« Zeitungsverbot aufgehoben wird, sobald e« die innerpolitischen Verhältnisse ge- statten. Die durch Zeitungsverbote wirtschaftlich geschädigten Arbeiter und Angestellten sollen von der Siegierun� entschädigt werden. Eine neue sozialdemokratische Zeitung für die Wabltreis« JngoNmdl-Scbrobenbausen, Eichstätt, Neuburg und Pfaffenhofen erscheint unter dem Titel»Jngolstädter LolkSkllatt' Mit dem Titel.Volksblatt' erscheint fett einigen Tagen ein neuer Kampfgenosse in Detmold. Da« ist nach dem augenblicklichen Stand der Parteipresse die 144. Tageszeitung der S. P. wovon der .Vorwärt»' und da?.Hamburger Echo' täglich zweimal erscheint. — Der Karlsruher.Volksfreund' soll fortab siebenmal wöchentlich herausgegeben werden. Zum besoldeten Stadtrat in Chemnitz wurde Gen. Lehrer Schatter mst 35 von 56 Stimmen gewählt.— Der Parteiverein Leipzig beschloß für die vier Monate Januar bis April einen monatlichen Extrabeitrog von je 1 M. zu erheben, zwecks Stärkung des Wahlsonds. Perantw. wr de» tedattisn. Zell:»ihn Rittet, Lharloltenburq: für Znztlsm: Zh.»l»ck«, Berlin. Berlea: BorwSrls-Vcrlaq®. m. b. 6. Berlin. Druck: vor. wiirh>--BuchdrullireI u. Verlaaennüalt Vo»! Llnaer u. Co. Berlin Lindenltr. 3. vier«» 1 veUagl. «Mrfsför für Zabrlken, Werkstätten. Wohnungen. SeschäftSlokal« usw. DohnungSinstollationen auf Wunsch gegen Amortisation. Technische Ratschläge(Jngenieurdefuch) kostenlos «Umstellung von Beleuchtungskörpern jeder Art siommandantenfiraße 55/5ä am Oänhoffplah. Stadtabtetlvug der Auerlicht-Gesellschaft, Aerktn O17. Ztotherstraß« S/12»»-»« Fernsprecher: Alezander 1443-1447