Nr. 50. 37. Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 18,50 mt, monatl. 4,50€. frei ins Haus, voraus zahlbar. Boftbezug Monatlich 4,50 t, egfl. 8ustellungsgebithe. Unter Kreuzband fiir Deutschland und Deiterreich- Ungarn 7,75 M., füft das übrige Ausland 13, Mt., bei täglich einmal. Ruftellung 10- t+ Baluta Aufschlag. Boftheftelingen nehnten an Dänemar Holland, Euremburg, Schweben und die Schweiz. Eingetragen in die BostZeitungs- Preisliste. Der Vorwärts" mit der Sonntage beilage Bolt u. 8eit" erscheint wochen täglich zweimal Sonntags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Pfennig Anzeigenpreis: Die adjtgespaltene Ronpareilfegrile Loftet 2- M., Teuerungszuschlag 60% „ Bleine Anzeigen", bas fetigebrudte Wort 75 Pig.( zuläffig zwet fettgedrudte Borte), jedes weitere Bert 50 Bfg. Etellengesuche unb Schlafstellenanzeigen das erste Wort 65 Bfg., jedes weitere Wort 40 Fig. Worte über 15 Buchstaben zählen file zwei Borte. Teuerungszuschlag 50% Familien Anzeigen, polittiche uitd gewertschaftliche Bereins- Anzeigen 2, Mt. Die Seile ohne Zuffchlog. Anzeigen für bie nächste Stummer nüffen bis 5 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin GB 68. Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. Fernivrecher: Amt Morissias, Nr. 15190-15197. Mittwoch, den 28. Januar 1920. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morinplat, Nr. 117 53-54. Eine neue Auslieferungsnote. Ein Jahr Landesversammlung. dung, und der Genoffe Ha enisch hat sich und sein Brobielen Angriffe, denen gerade er ausgesetzt war. Unterstüt gramm, das allseitigen Beifall fand, durchgesett trop der von einem Stab tüchtiger Mitarbeiter jucht er das zu schaffen, Ein weiterer Schritt der Entente. Der„ New York Herald" schreibt: Die holländische Note Am 26. Januar wurde die Preußische andes wegen Auslieferung des Kaisers wurde in der Sigung der beriammlung gewählt. Es genügt, an die furchtbaren Botschafterkonferenz besprochen. Die Vorberatung was im Rahmen der Koalition mur möglich ist. Samuartage zu erinnern, die uns heute wie ein schwerer einer Antwortnote, in welcher neuerdings auf der Traum voll Sput- und Schredgestalten erscheinen, um zu er- Auslieferung beharrt werden soll, wurde einer Es ist das Ministerium des Innern. Hier lag im alten Das wichtigste Ministeriuin leitet der Genosse eine. fennen, unter welchen schwierigen Umständen agitiert werden juristischen Sachverständigenkommission beim französischen Preußen die Kraftquelle für das Zunfertum. Preußen már inuste. Berlin war ein brodelnder Serenfeifel mit fait täg- Ministerium des Aeußern übertragen. Die Antwortnote wird für die unter nichts weiter als ein großer Gutsbezirf, den Tichen Demonstrationen, großen Streifs oder sonst wechseln Freitag fertiggestellt sein. Man erwartet, daß ein Vertreter ihnen der liebe Gott zur Bewirtschaftung übergeben hatte, Sen Aufregungen, Plünderungen usw., oder die Befehungen der Alliierten fie der holländischen Regierung nach der näch und alle Preußen waren die Tagelöhner und Sinterfaffen, jon Eisenbahnen, Zeitungsbetrieben durch die bewaffneten ften Sigung der Botschafterkonferenz am Montag übermitteln Sie auf diesem Gutsbezirk zu arbeiten hatten. Im Ministerium ipartatistisch unabhängigen lassenfämpfer", die uns damit wird. cinige Rostproben ihrer Regierungstalente verabreichten. follte. Wäre unserem Parvus ausgewiesen. Der Erkaiser erklärt durch Herrn v. Gontard feinen lest. des Innern aber saß der Herr Administrator; und webe ibin, hin veröffentlichten Brief mit der Klage über die Undank- wenn er sich den Zorn seiner Herrschaft zugezogen hatte. barkeit des deutschen Volkes und dem Protest gegen die Ver- ett hat seine die dankenswerte Aufgabe, neben der Beröffentlichung der Willy- Nicky- Briefe für vollkommen er Städte-, Landgemeinde-, Provinzial- und Kreisordnung, ivoVerfassung die großen Verwaltungsgefebe zu schaffen: funden. mit in Preußen sein Name und der seiner Partei verknüpft Mit diesen Gesetzen entsteht ein neues Preußen, vorausgeseßt, daß das Bolf von den großen Rechten, die ihm aus diesen Gefeßen zufließen, den richtigen Gebrauch macht, um damit zugleich auch seine Pflichten zu erfüllen. Inzwischen war es Heines Aufgabe, bessernb in seinem Bereich zu handeln. Das alte Preußen jaß und ist noch zu tief in dem Gefühl des höheren Beamten tums. Gestützt und gestärkt wird diese Anschauung von den tonservativen Boliche wisten, denen alle. Mitief recht sind, um das bestehende Regiment zu stürzen. Andererfeits war das alte System so berhaßt, insbefondere der and rat und Regierungspräsident, als die Träger der alten preußischen Unterdrückungs- und Mehrheitspolitif, daß die radikale Beseitigung dieser Männer gefordert wurde. Sicherlich mußten auch hier die Unschuldigen unter den Schuldigen leiden. den Schuldigen leiden. Aber den Weg zur Staatsfutterfrippe", um deutschnational zu reden, haben trotzdem nid biele Genoffen gefunden; es sind nur 5 Genossen als 5 als Oberpräsidenten, 3 als Regierungspräsidenten ernannt. Staatsfommissare, 9 als Polizeipräsidenten, 20 als Landräte, Es bleibt also für deuticnationale Betätigung noch ein viel zu großer Zummelplak übrig, und auch anders wie früher- Bos war einntal, beute heißt er es ist Aufgabe der Wähler, die richtige Ausleje zu treffen. Das Landwirtschaftsministerium ist nun auch anders wie früher Braun, dem die gesamte Landwirtschaft und alle Glieder derfelben, also auch die Landarbeiter, am Herzen liegen soll. Das ist in Preußen noch nie dagewesen, und deshalb lieben die unter den Genossen Braun wie frither die Sachsen die die Junker den Genossen Braun wie früher die Sachsen die Preußen liebten:" Und dicht binter Meißen, pfui Spinne, Breußen liebten:„ und dicht binter Meißen, pfui Spinne, liegt Breußen." Braun ist sich seiner Pflicht viel zu schr bewußt, um nicht alles daran zu setzen, seiner Aufgabe vor dem Volfe gerecht zu werden. Am 11. Januar machten die einzichenden Nosfetruppen Tangjam diesem Sput ein Ende; aber om 16. wurden Liebfnecht und Roja urembung ermordet, während am 19. die Bahlen zur Nationalversammlung stattfanden und am 26. Die Preußische Landesversammlung gewählt wurde. Daß die bürgerlichen Parteien von etwa 100 abgegebenen Stimmen bleiben wird. Reichstagswahlen im besetzten Gebiet? intmerhin 55 für sich berbuchen konnten, ist lediglich den unabhängigen Strategen und ihrem Anhang zuzuschreiben, die Die rtf. 3tg." meldet aus München- Gladbach, daß die Bordurch ihre politischen Albernheiten das Vertrauen zur Sozial- nahme der Reichstagswahlen von der interalliierten Rheinlandsbemofratie bei vielen Tausenden erschütterten und diese den kommission nunmehr gestattet werden würde. bürgerlichen Parteien zujagten. Soweit sind wir verknechtet, daß wir uns selbst über diese 28 uniche entsprechend verfahren und die Selbstverständlichkeit schon freuen und an ihrer Richtigkeit noch ahlen anfangs Dezember vorgenommen zweifeln... orben, dann wäre uns eine glatte Majoritäticher gewesen und damit der Boden für ein fröh Tiches Arbeiten für praktischen Sozialismus geschaffen wor ben. So aber fam es anders. Die Sosialdemokratie murde rffte mohl die it är kit e Partei in der Preußischen Landesver jammlung, fie blieb aber mit ihren 145 Mandaten unter 401 insgesamt in der Minderheit. Und auch die 24 Unabhängigen 11tachten den Stohl nicht fett, selbst menit ernstlich mit ihnen bestimmung. überhaupt etwas anzufangen gewesen wäre. Mit diesem Sahlergebnis aber war die Bolitik und die Zusammenfegung der Regierung in Preußen gegeben: fünt fozialdemo- und wenn hierbei die bisher herrschenden Parteien und fratische und vier bürgerliche Minister bildeten die Regie- lassen zu furz fommen, so sind damit auch die heftigsten rung und alle Gesetze und Regierungsbandlungen fonnten Debatten in der Landesversammlung eine Selbstverständnur die Folge her Bereinbarung der diese Regierung lichkeit. ftüßenden Mehrheitsparteien( Sozialdemokratie und Zentrum) fein. Draußen aber wurde alles, was nicht paste, der programm. Es versprach die Vorarbeiten für eine demoDer Reigen wurde eröffnet durch das Regierungs. fozialdemokratischen Regierung in die Schuhe geschoben. bratische Verwaltungsreform, mit weitester Selbst Die Preußische Bondesversammlung ftand von vorn verwaltung, Somnuumalisierung der hierfür reifen Be herein im Schatten Weimars; die Arbeit dort inter- triebe, Aufrechterhaltung eines unabhängigen Richter cifierte das Volk in erster Linie, hatte sich doch das Intereffe it a n des, Sicherstellung der Beamten und Lehrer. an der Wöhler bei den Wohlen fast erschöpft für die Wahl zur Reform des gesamten Schul- und Bildungswesens, Nationalversammlung, wo der Ariadnefaden jein Ende finden staatsrechtliche und finanzielle Lösung des Verhältnisses Aber Breußen bedeutet bier Fünfte I von amischen Staat und Kirche, die Ernährungsfrage Deutschland und ist von größter wirtschaftlicher und unter Hervorhebung der Bedeutung unserer Landwirtschaft fultureller Bedeutung für das Reich, und es konnte schon des- für das Staatsganze, und im Zusammenhange hiermit die halb in seiner parlamentarischen und Regierungsarbeit nicht notwendigkeit der Bodenfulturarbeiten und des Das traurigite Kapitel sind unsere Finanzen. Des umbeachtet bleiben. Die Eisenbahn und Bergwerke, die, Siedlungswesens, das Wohnungswesen, die kommt holen und feiner bringt. Minister Südefum Schule und ihre Lehrer, die Eltern, die gesamte Beamten- Berkehrspolitik, das Eisenbahnwesen und die Lage fann nur Vapier geben, während Nahrungsmittel und Beschaft, die vielen Staatsarbeiter usw., alles hängt mit diesem der hier beschäftigten Beamten Arbeiter u. v. a. darfsartikel es sind, die benötigt werden. Früher hatten Boit großen Staat zu innig zufannhen, ebenso wie Geistlichkeit Zuerst wurde geschaffen das Gejez zur botläufi und Eisenbahn hohe Ueberschüsse, die vielfach auf die und Kirche, um nicht mit Spannung das Regierungs- gen Ordnung der Staatsgemalt in Preußen. geradezu erbärmliche Bezahlung der Beamten und Arbeiter programm zu erwarten. Und als es fam, mußte Hiernach wurde die Landesversammlung zur Inhaberin der in diesen Betrieben zurückzuführen waren, heute liegt auf selbst die unabhängige Freiheit" zugeben, gefeggeberischen und vollziehenden Staatsgewalt. Diesem ihnen ein gewaltiges in die Milliarden gehendes Dedaß sich das Programm fehen laffen könne, Gejet folgten im Laufe des Jahres weitere 39, von denen fizit. Früher, als Geld genügend vorbanden war, bunger. felbitberſtändlich wären das aber nur schöne Worte, denen die mur hervorgehoben werden sollen das Bürger- und Ge- ten sich die Beamten bis zur Pensionierung durch, um dann Traftbollen Taten fehlen würden. meinderecht der Frauen, das Gefch betreffend die bald zu sterben, damit der Staat die Pension ersparte, henie, 3m Grunde hatte feine Bartei ihren prinzipiellen 2 andesfulturbehörden, das Ausführungswo nichts da ist, müssen Millionen für Beamte und Staats! Standpunt aufgegeben, als jie in die Regierung eintrat, gefet zum Reichsfiedlungsgefes, Aufbe- arbeiter bewilligt und beschafft werden, um der gang gewis ober die tot der Seit war bestimmend genug gemefen, bung der geistlichen Ortsschulinspektionen traurigen Lage dieser Schichten der Bevölkerung abzuhelfen. alles Trennende zu beseitigen und sich auf einer folchen und vieles andere mehr. Wird hierbei noch berücksichtigt, was mir nach dem Grundlage zu verständigen, die ein gemeinsames Regieren Die Etatberatungen nahmen viel Zeit in Anspruch. Die Friedensvertrag zu leisten haben, und was man ums möglich machte, und das ist gelungen. Es war eine Finanzlage erforderte größte Sparsamkeit, dabei sollten andererseits an Einnahmequellen genommen hat, dann Serkulesarbeit, die von der Regierung und den fie aber doch die großen Wittel bereitgestellt werden, die die drängt sich von selbst die bange Frage auf. wo das alles hin stügenden Mehrheitsparteien übernommen wurde, ein solches Beitverhältnifie erforderten. Was hätte das alte Preußen aus soll. Die Finanzen beliefen sich in Einnahmen und Erbe anzutreten und Brot zu schaffen für dieses fiebernde mit seinen reichen Mitteln alles tun können, was jezt getan Ausgaben 1918 airf 6 546 699 278 m., 1919 attf 9 633 761 956 und politisch vollständig zerflüftete und leidenschaftlich auf verden muß. Mean dente nur an die erbärmliche Lage der Mart, alio eine Steigerung von etwa 3 Milliarden Markgewühlte Boff. Nur das unerschütterliche Vertrauen auf das Beamten und Staatsarbeiter, die Wohnungsfrage und die was an sich schon den Schluß zuläßt, in welcher Richtung fid) tourzelgute, intelligente, fleißige Volf, das sich schon wieder sozialpolitischen Aufgaben. Jest sollte alles aus leeren die gesetzgeberischen Aufgaben in der Landesversammlung emporarbeiten würde, um seine erschütterte Stellung in der Stassen kommen. War irgend möglich war, ist ja auch ge- bewegten. Welt wieder einzunehmen, fonnte hierzu die Straft geben. schehen, trotz der fortgesetzten inneren Unruhen mit ihren Hervorstechend ist der unterschiedliche Charakter derfelben Das Notwendigste zuerst zu tun, war auch die Aufgabe feelischen Qualen und arbeithindernden Störungen. Auch Parteien in der Nationalversammlung und in der Preuzi der Bandesversammlung. Es galt, das Volf zu beruhigen Neues wurde geschaffen. So das Wohlfahrtsmischen Landesversammlung. Dort für, das 3entrum vor. und sein Vertrauen zu erwecken durch die Art der gejeb- nisterium, dem die Volkswohlfahrt, Medizinwesen und wiegend wirtschaftliche Fragen, hier Kulturfragen, Schufe geberischen Arbeiten. Aber in solchen Zeiten wollen die Wohnungsfürsorge, also die gesamte Gesundheitspflege und und Kirche; dort für die Demokraten das Sich- iperren in Bölfer nicht viele und lange Reden hören, sondern wlinschen Sozialpolitik iibertragen ist und dessen Tätigkeit von außer pirtschaftlichen Fragen, hier die ihnen weit sympathischer bic ich nelle Betabschiedung von frucht- ordentlichen Nuzen für unser heruntergewirtschaftetes Bolk liegenden politischen und Verwaltungsfragen. Hieraus erbringenden Gefeßen. Da diese aber sorgfältig vor sein wird. flärt sich die oft widerspruchsvolle Saltung dieser Parteien, zugleich aber auch die Verschiedenheit der gesek. geberischen Arbeiten in beiden Häusern. ( Baseler Drahtbericht des, Vorwärts.) Auf Begehren des Gemeinderats van Wädenswyl im Stanton Zürich hat das Schweizer politische Departement den Schriftsteller Dr. Helphant Barvus aus dem Kanton Zürich und der ganzen schweizerischen Eidgenossenschaft ausgewiesen, jedoch ohne Fristgearbeitet perden müssen, wobei als Grundton vorherrschen Das Kultusministerium hat sich umgestellt in joll: weiteste Demokratie in Staat, Provinz und Gemeinde, ein solches für Wissenschaft, Kunst und Volksbil Das&tfle ÜJisaifiE war reich an Arbeit vnd Aufregung in öer Vreuß?schen� Landesversammsung.(?Z hat aber leine ?t r ü ch t e gezeitigt. Tie Äerbältnisie im Üande sind besser gew erden, eine allmäblicbe Gesundung ist eingetreten. auch die B e r u b i g u n g des Volkes schreitet sort. Das neue Jahr wird die. bereits erwähnten, grohen VerwaltungK' aesetze und die Verfassung bringen und auch das Bodenoer- besserungsgefetz. Von grögter Bedeutung wird aber auch iein. daß aus dem wilbelminnchen..Gutsbezirk Berlin� endlich e.n wirkliches ein G r oß-B erlin ersteben wird. Bi lb. P setzet. Partei Meuchelmörder. � 7'N allen Tonarten sucht jetzt die rechtsstehende Presse ihre Mitverantwortung an dem Attentat auf Erzberger ab- zuleugncn. Tabei muß freilich selbst die..Kreuzzeitung" zugestehen...daß der Mordanschlag gegen Herrn Erzberger ohne die scharfe Bekämpfung seiner Person- l t ch k e i t, wie sie namentlich in der Presse der Rechten erfolgt ist. nicht verübt worden w äre". Und weiter gibt das Blatt zu. daß in der Polemik manchmal„über die Stränge g e s ch l a g e n" worden ist. und daß man„nicht jedes Wort verteidigen" körine. daZ in der Presse der Rechten gegen Erzberger ge» schrieben worden is� Doch trotz dieser Zugeständnisse'kommt das konscrvative.Blatt auf dieselbe Frage herauZ. wie die sich jetzt ganz unschuldig stellende„Post" und„Tägliche Rund- tchau", ob man denn deswegen nicht mehr einen politischen Kampf führen dürfe, weil im letzten Ende die Gefahr bchteht, daß irgendein unreifer Mensch sich dadurch zu Gewalttätigkeiten hinreißen lasse.' Gewiß darf man diesen Kampf führen! Es kommt nur darauf an, w r e man ihn führt, ob nut sauberen Waffen oder mit schmutzigen Mitteln, die von Vornherein daraus berechnet sind. dunkle I n st i n k t e auszu pertschen! Und das ist bisher das Merkmal sedes Preüekampses der T e u t s ch n a t i o n a l e n gewesen, naß die vergiftete Waffe der persönlichen Verleum- d u n g darin eine hervorragende Rolle spielte. Was ist nicht seit der tftevolution allein über sozial- demokratische Führer in der alldeutschen Presse zu- sammengelogcn worden' Man hat sich selbst nicht gescheut. fffjon aus dem Jahre 184s stammende Lügen gegen die Revolution neu aufzupolieren und lebenden Personen anzu- hängen. Dir erinnern ferner an die gehässigen Geschichten über den Reichspräsidenten und seine Famlio, von denen die„Deutsche Zeitung" wöchentlich mindestens je eine bringt und die sich stets als g l a t t e E r f i n d u n'g e n her- ausstellen. Ueber kaum einen Menschen aber hat die alldeutsche Presse wohl soviel gehässiges Zeug zusammengelogen wie über Erz- bcrger. Hat man nicht über ihn geschrieben, er sei bei den Waffenstillstandsverhandlungen so freigebig mit Angeboten deutschen Materials gewesen. daß die feindlichen Unterhändler sich darüber verwundert hätten?! Hat man nicht immer und immer wieder behauptet, Erzberger habe den Feinden Zugeständnisse gemacht, die sie gar nicht verlangt hätten?! Hat man ihm nicht nachgesagt, daß er sich am Tage der Friedensunterzeichnung in ausgiebigstem Maße den Freuden des WeinZ hingegeben habe usw. usw.?! Und nun wundert man sich, wenn solche Behauptungen in einem Minderjährigen den Entschluß auslösen, den Mann zu bc- fettigen, den et nach den Berichten seiner Presse für solcher Zchandtaten überführt hält. Wenn dazu noch die„Tägliche Rundschau" über den„kugelrunden aber nicht l u g e l f e st e n" Erzberger höhnt, so bedeutet das eine Herausforderung der Tat Tieselbe Presse, die mit dem©ist persönluher Verleumdung die Atmosphäre geschaffen hat. in der der Mord gedieh, will jetzt— o Ironie der Geschichte— die Revo- Musiker-persönlichkeiten. Konzert-Um schau. UchsteZ Glück auch für den Musikanten: eine Personlichkeü zu tem; jenen großen Ziii&sr zu veckveiüm, der mit dem Können so zu tun bat. Zufall, nicht Vorbedingung, daß die Technik bei den meisten kuiütleoischen Persönllchkeiten irgendÄnmal türm- bock! über Pas Erlernbar« hinauKjchwingt. jihr Verlust zerffärt den- Ruhm und den Wert d�r Persönlichkeit nicht; N'.emann, j-illi Leh« mann, Wüllncr sind große. Beispiele dafür; und sie ließen sich aus Gestern und H�uie mehren. Tiefe AuZnahme-Menschen parken unS. ehe wir wissen, wo die Größe ihrer Leistung endet. T i g r i d Hottmann- Onegin ist solch« Musiker-Persön- stichkeit. See breitet das Wunder ihrer Stimme über die trautesten Töne Äeethovenscher Lieder, maßlo- in der Hingabe ihrer Em.vsin- dung. oerichwenoerisch im Atem, in der Tongebung. fast ohne Rücksicht auf den ökonomischen Aufbau einer LiebeSweise. Dennoch. dennoch! sie bezwingt ur>5, und alle Vorbehalte nützen nichts: es ist eine steier, ibr zuzuhören. Eme zweite Krau. Ilse From- Michael», scheint den gleichen- Wch zu gehen, ofrnc daß ihre Technik gerade ltervorragend genannt werden könnte. In den .Wanocchabren" Liszts gleitet Hochgewölbtes und Flacheö, Brau- sendes aus dem Reich der Ewigkeit und Klingendes aus der Welt de.? Alltage, an uns vorbei. Diese blonde Frau, eifernd gegen die Weichheit ihrer Nerven-Hönde, sonnt aus dssn Kleingeborenen iwch ein Stück Welt-Musik, in die kahlen Noten einer TurchschnlttS-Im- pvefsisn tuebt sie aus»Eigenem Farben, Beleuchtungen«in. Sie vibriert, sie leidet, sie stürmt an. Ein seltsamer Betrug: über die Kahlheit eines Borwurfs triumphiert die Ueppigkeit einer musi- kalischen Kraft. Bei Walter Kauffmann.-der unter Kl edler» starker Leitung da? zweit« Araihänsche Klavierkonzert sprelie, stürmt die männliche Energle zu weit über den VmvflndungSgehalt selbst dieses gra- nitenen Werks hinaus. Gr hat die Wucht und die Kraft für daß Anspringen des«sten DatzcS. hat die Leidenschaft für das Scherzo und d:s Dämonie für den Dreidierteltakt. Sein Blut ist in solcher Wallung, daß ihm die Zigeunrrweise des letzten Allegre-w am reinsten, am bestim Klingt. Aber das Werk hat neben Sturm und Wetter und Lau»el noch ein« stille Note, die dem Geiste des Trau. meii Schumann verwandt ist. Sie muß immer wieder durchklingen., zu ibr muß sich der erregteste Spieler wieder zurückfinden können. Tftaan'allein fehlt es dem ungemein begabten Walter A-uistmann. Er melde die hörbar« Nkaltratievunz des Pedals, lerne singen und letfe fein im Jubel: sann wird er eine wahrhafte Zierde des Kon- «rtsaal». Fredler dirigierte noch die C-Moll,©infsjii'. von Hugo - t ause, ein klanqfchöneZ. klar, disponiertes, aber?n feinen ersten .««i Sätzen etwas saumselig Hinsließendes Werk; Brahmsche Linien, Straußsche Farben. Aber inmitten steht ein austechtes, gerades, hartes und persönliches Erleben. lution verantwortlich machen für die Tai eines aus- gesprochenen GegenrevolutionärZ Das Schönste in dieser Beziehung leistet sich der„Reichsbote". Daß das fromme Blatt lügen muß, die Sozialdemokratie habe den Meuchelmord von jeher in Wort und Schrift verherrlicht, regt uns nicht auf, Frömmigkeit und Verlogenheit haben seit jeher nahe beieinander gewohnt. Aber zum Lachen reizen mutz folgender PassuL: Wenn man naS einer Mitschuld an der Tat gegen Erzberger sucht, 10 kann nur die Revolution in Betracht kommen, die unser Volk moralisch verseucht und olle sittlichen Begriffe aus den Kork gestellt hat. Die Erziebung des Volkes zu Äitenlaten. wie sie ser sozialdemokratische Bkul'akender{11) bewirkt bat, die Emchrisl- lrchung weiter Kreise, die Vergiflung der Jugend durch Schmutz- und Schanderzeugn>ne einer verwüstenden Äiterliteratur, deren Bekämpfung und Zurückdrängung vom Markte Sozialdemokratie und Demokratie ste:z mit den abgedroschenen Schlag- Worten von Meaklion und Finsterlingen zu bindern gewußt haben, die zynischen Lehren von der Umwertung aller Werte und die höhnischen Spöttereien über eine„veraltete" Moral haben einen Dunstkreis über unserem Volke verbreitet, daß Unreife, Halb- und Ungebildeie durch den dicken Nebel die lichten Sterne ewiger, großer, unerschüuerlicher Wahlhelten und hehrer, golt- entstammter Siltlichkeitdbegiiffe nicht mehr erkennen können. Also der feudale Herr Oltivig don Hirschfeld. der Leser des„Lokal-Anzeigers" und rechtsstehender Blätter ist unter dem geistigen Einfluß der Sozialdemokratie zu seiner Tat ge- kommen!. Höher geht der Unsinn nimmer. Lohnt es sich kaum, dieses Geschwätz sachlich zu widerlegen, so wollen wir dpch die„Post", die von der„mit Morden belasteten jungen Republik" fabelt, in aller Ergebenheit fragen, wer denn eigentlich am 9..Rovember ermordet worden i st? Wo sind die Bluttaten am Siegestag der Revolution, aus denen heute ein gegenrevolutionärer Reaktionär das Recht der Wiedervergeltung schöpfen könnte? Keinem. Menschen ist damals ein Härchen gekrümmt worden. Selbst die ausgekochtesten Polizeihenker sind bei der Einnahme des Polizeipräsidiums unangetastet geblieben. Eine Frage aber noch an die sich biblisch entrüstende '„Deutsche Tageszeitung". Kennt sie das Blatt, das am 23. Januar folgendes geschrieben hat: In S«stütz und Bedeckung von zwei Anwälten, einem�mit einer Akrenlasche von Hamsterformat beladenen Plivatsekretär und endlick von zwei Privat Mameluken, die seine speck- glänzende Kolperlichkeit vor„Uebeefallen" beschützen sollen, zu seinem Kummer aber nicht im Saale verweilen dürfen, ist Erzberger aufmarschiert. Das Blatt, das dieses schrieb, ist— die„Deutsche Tages- zeitung". Und dieses Blatt entrüstet sich über die Feststellung der Regierungserklärung, daß die Tat ohne die sinnlose Hetze gegen Erzberger unmöglich gewesen wäre, mit den Worten, daS sei„die unverantwortlichste uild empörendste Unwahrheit, die sich denken laßt". Nach der Tat weiß man eben nicht mehr, waS man vorher geschrieben hat Und eben fällt uns noch ein.in München erscheinender „Völkischer Beobachter" in die Hände, der den Satz enthält: „Graf Area mag uns stets ein louckitendes Beispiel sein.""Wer solche Beispiele predigt, trägt die Verantwortung, wenn sie nachgeahmt werden. Erzbetrgers öefinöen verschlimmert. Die Röntgenuntersuchung der Schußverletzung des Ministers Erzberger, die unter Hinzuziehung von Professor Hildebrandt durch den Hausarzt Professor Dr. Plesch vorgenommen wurde, ergab den nachstehendeu Befund: Die Kugel, die Teile des Schulterblattes zeriplittert hat, sitzt dort fest. Da größere Blutungen eingetreten sind und die Wunde äußerst schmerzhaft ist, ist es zurzeit nicht möglich, das Ge- ichotz zu enliernep. Minister Erzberger besinder'ich zurzeit sieber- fre», doch leidet er an großer Schwäche. Pulszahl 149. DaS Gesamtbild der Beobachlungen gibt zu Bedenken vor- läusig keinen Anlaß und unmittelbare Lebensgesahr für den Mi- Carl F l e f ch bleibt seinem Ruf treu, unter Bcitcn ein Bester rn der Geia-errwalt zu sein. Seine Deerhaven-Jntervretatron ist zwar nicht frei von einem belehrenden Beigeschm«lck: iie gibt aber daS O-Tur-Konz-rt in so kraftvoller Ausarbeitung, mit so festem, gcsichenten Strich, so männlich und klug gegliedert, daß die Freude an solcher Leistung auch durch Erinnerung an die so anders fühlen. den Meister Busch und Veäeeq keinen Augenblick getrübt werden kann. Lernen aber kann man Wohl bei niemandem so gut, wie bei Eiarl Flesch; da? sollten auch die besieren Geiger wissen. Ella Pau ce r a ist eine brttemröss Pianistin: da» zeigt« sie rn der hinreißenden Bewältigung der IL. Liszt-Rhapsodt«. Man konnte dabei sogar vergessen, daß dieses Werk ernen starken Zuschaß Ifen Militärmusik und Kolportaae-Romantik enthält. Einen größeren Erfolg noch erzielte sie mit dem wundervoll gesungenen, einschmeichelnd gespielten Venetianischen Gondellied und der, eindrucksvoll lebendigen Gestalüpng oes lLll Petrarea-Sonettd. Ein« Frau war es auch, die der letzten Kammerrnusik-Veran- stallung in»er Neuen Musik-Gesellschaft besonderes Gepräge vcr- lieh: Nora Pisling-Boas. Sie sang in Schönbergs op. 10 die beiden cingewobenen Stimmungsbilder:„Litanei" und „Entwicklung"(von Stefan George). Unbekümmert, unbeschwert von den Schwierigleiten aller Einsätze, Tonstllgen, Kostl-Strapazen breitete sie in bewegtem und erlebtem Gesang einen Wu-nberteppich aus, farbig, edel, schwer und«cht. Musik, die uns Problem noch ist, hat sie in sich aufgenommen, ringt nicht mehr mit dem Aus- druck, sondern übermittelt schon EmpfinduNgs-Aerte. Diese Kunst. fertigchüt, die sicher einer tiefen Neigung entspringt, reißt unc- mit. Täuscht un» sogar mehr Musik-Pracht und Bluse vor, als das Werk in seiner heute noch grotesken Stilistik und eigenartig bewußten Melodik zu besitzen scheint. Ein Quartett? Ein Werk für Gtreich, Instrumente? Ein Lau mit Struktur und Kontur? Eine Not. wendigkert im Fernlosen, im skurillen Aneinanderreihen und Zu- sammcnplatzen der Töne? Nichts von alledem sehe ich. Und doch blüht aus der Tiefe heraus eine Pflanze, die nur unserer Zeit Sonne ans Tageslicht wecken konnte. Ein Problem, noch ungelöst. Aber es wirft seine Fänge nach uns aus. Lambinon, Fc-urnes, Höbers Zeelander bewälligten die Riesen-Maße dieser Pseudo- Architektur meisterhaft. Zum Denke nannte sie kein Buch, kein Programm. Ich will ihr Heros sein. Dr. Kurt Singer. Ter Groh,Serliuer Ausschuß zur Beköwpfnnz der Schandliteratur wählte gestern seinen Borstand neu. Dorfitzender bleibt Stadtrat Fobannes Sasi'enbach. Zwei aussisteldenSe Mitglieder wurden durcb die Herren Wirte und Svohr ersetzt. Im übrigen bleibt dl« Borstandichaft und im wesentlichen auch die Besetzung der Aus- schüsie für die neue Arbeirsveriode unverändert. Nur der Kino« ausschufc wurde erbeblich verstärkt. Auch di« katholische» Balls- bildungSvereine entsandten jetzt in einzelne Ausschüffe Vertreter. Kmdrich Kayßler las am Montag'm Blütbnersael ein Pro- gramm. daS mit Luodha-Reoen begann und mit Biöelftücken enpets. Dor Inhalt war vorweg nur so äußerlich angsdeutet, daß sich nur nister besteht nicht. Immerhin erfordert die Herzschwäche sorgsame Beobachtung. Bei der Rönlgenaufnahme wurde der Palient ohnmächtig, erholte sich aber nach kurzer Zeil wieder. Soweit die Aufnahme erkennen läßt, ist die Splitt er ung des Schulterknochens nicht allzu bedeutend. Es besteht keine zwingende Nolwendigkeit, die Kugel und die Knochensplitter so- gleich operativ zu entfernen, da neue Blutungen vermieden werden sollen. Erzberger hat auch am Dienstag trotz der Schmerzen die drin- gendsten AinlSgeichäste erledigt, muß sich jedoch größtmöglichste Schonung auferlegen. Spät abends wird folgendes Bulletin ausgegeben: Der Zustand d'eS Ministers Erzberger etwas verschli««erk. Temperatur über 37° gestiegen. Puls 120. Schwächezustand dauert an. Der Minister ist lehr er'chöpft und hat keinerlei Be- suche empfangen, ausgenommen den ihn vernelenden Unlerstaals- sekrelär Mösle; er durfte nur die aller dringendsten Geschasie erledigen. Mittwoch mittag erneute Beratung der Aerzte Prof. Pleich und Prof. Hildebrand. Gegen den Attentäter v. Hirschfeld wird die Voruntersuchung wegen Mordversuchs geführt. « AuZ den zahlreichen Äundgebuuge« feien folgende erwähnt: Minlstel Präsident Hoffmann sprach im daherischen 0 LerfassungSausichuß sein tiefste« Bedauern über den Mordänicklag aus. Auch Erzberger sei das Opfer eines unausgereiften, kaum dem Knabenalter entwawieneir Menschen gewoiden. der nur durch die sortgesetzis maßlose persönliche Verdächtigung Erzberger« in der Oeffentlichkeit ,u seiner Tat gelrieben worden sei. Jeder, obne Unterschied der Partei, insbesondere die Presse, habe die Verpflichtung, solche Talen zu verurteilen und müsis sich hüten, solche jugendlichen Täler als Helden zu s-lern. Reichsminister Eriberger und seiner Familie spricht die Regierung da« herzlichste Beileid aus mit dem Wunsche einer baldigen Geneiung. Borsitzender Ackermann schloß sich namens der Mitglieder de- Ausschusses diesen Worten an. Die Wiener Blätter sprechen ihr Bedauern über den Anschlag aus. Die„Arbeiter-Zeitung" schreibt: Solange Erzberger Einfluß hat. ist zu erwarten, daß da« Zentrum der Republik anhänglich bleibt. Deshalb die Wut der Aionarchiftea gegen ihn. von dessen BeseltiZung sie die Ee- winnung des Zentrums erhoffen. Das Spiel mit öem 5euer. Tie„Deutschs Tageszeitung" moquierte sich(20. 11. 19) unter der Uebe.rschrift„Ueber Herrn Erzbergers Attentats- furch t", indem sie nach der Zeüschrift„Die Tradition" berichtete, daß der Minister auf einer Reise von zwei Geheimpolizisten be- gleitet worden sii. Hinzugefügt wurde:„DaS allgemein be- kannte Charakterbild dieses Herrn erfährt dadurch eine gewin--. speckige A b r u v d u n g, die selbst bei den der Kugelform sich nähernden leiblichen Verhällnissen des Schützengraben- Finanzminifters nicht zu unterschätzen ist." Die„Deutsche Tages- zeitung" ihrerseits fügt harmlos hinzu:„Es ist eigentlich nicht rech: ernchllicki, vor wem Herr Erzberger Angst zu haben braucht?" Ganz, in derselben Art haben' sämtliche rechtsstehenden Blatter darüber gespottet, daß Erzberger sich zu den erste« Sitzungen des Helfserich-Prozesses von zwei Geheimpollziften be- gletten ließ. Wie berechtigt die Altentatsfurcht des Mküffter- war, ist jetzt leider durch die Dar des Fahnenjunkers von Hirsch- selo bewiesen. Aus der„Tradition" übernimmt die„Deutsche Zeitung" älne Schilderung des Lebens, das der Minister angeblich in seinem Amtsgcbaude führen soll,. ganz im Hintertreppeuroutanstil gehalten. Erzberger bade„im Badezimmer der Gräfin Rödern". Die Zeit- schrist fügt hinzu;„Die„Lerpz. R. R." haben Herrn B-zberger vor einigen Tagen einen.,S ch m u tz i a n" genannt, eine für einen beut- schsn Milliiter bisher recht ungewöhnliche Bezeichnung. W': die dar stehende Darstellung der Erzbergerschen Lebensgewohnheiten er- lennen läßt, fft sie aber auch nicht in vollem Umfange halrbar, denn dw außerordentliche Borliebe, die er für daS Badezimmer an Ort und«stelle erfahren ließ, was der Künstler mit seinem Abend wollte. Trutz dieser Zurückhaltung konnte er bor durchaus oollem Hause lefen.� Er gehört zu den nicht Allzuvielen, deren Auf- sorderung immer stunden bejonoenen ernsten Gehalts verbürgt. uno vielleicht hat oas in diesem Falle in der Tat auf den Zustrom. steigend eingewirkt. Das Progranun war denn auch erzeugt und getragen don idealsten Absichren. KahßlerZ Natur hat ethische Tonung, und hier wirkte sichtlich da« Ziel, den Forderungen di5 Tage« mit praktischer Ethik sich anzufügen. Kavßlers Kunst sucht das Hinauswachsen über das unmittelbar Gegenwartigt-. Er-st Sproß einer symbolisch gerichteten Kunst. .zett. Seine Lebensstimmung, in Vorkriegszeiten entfaltet, hat sin Ausoruck das Weilen im Entlegenen. Als scheute sie di« Berührung mtt dem allzu eindeutig Wirklichen. Unverkennbar ist er der Aus- spräche in romantischen Umjchleierunpen zugetan, die das Einzelne des Lebens über jeine Begrenztheit hinausheben. Er spricht zur Gegenwart äus Fernen: ober wer Ohren hat zu hören, wird schon. binter, die Worte gelangen. So fügte er am Montag Reben BuddbaS, Jch-läuternde Wahrheitserkenntnis, aneinander mit ge- wältigen Leidenszornftimmen des Alten Testaments, mit Donner-, warten des Jeremias, Hesekiel, Hiob, und ließ den Abend aus- münden in die Heilsweisheiten des ChnstuSgeisteS, der in Kraft uno Mild« den höckisten Ausdruck fn der Nikodemusstunde, der Berg- predigt und dem dreizehnten KoriniherbriiJ gefunden bat. Das Ganze ging zusammen in«in Mahnen, sich geistig selbst zu ge- Winnen, um aus der Kraft des geklärten Innern gegen die Ver- wirrungen und Zertrümmerungen unseres Daseins rettend aufzu- kommen. Also Rufe, d:e einen lebendigen Zweck hatten. Der Kern der rekigiöseii Aufwallungen unserer Tage. sind es steht ganz im E'.nkkang mit ÄayßkerS kunstlernch- menschlicher Art, diese Rute in der Einkleidung und Form heran, � zutragen, die schovjerisch bewegter Menichengeift ibnen vor Jahr- tausenden gab. Hier waren Reden gewählt, die den Künstler offenbar tief persönlich angingen, so daß also ein Wertteil des Ab.-nds in den Schlüssen bestehen konnte, di« vom seelischen Gehalt deö Vortrags in das Innerste seines geistigen Wesens führten. Er ist kein« klar bellireudige Natur, aber auch kein« düster kon-bgnger'sche. Nur hat«in Element don Schwermut viel Raum in seinem geistigen Mühen, das Leben im bewältigen. Aber besten Macht ist nicht so aroß. daß er ihr gefeffelt Unterworfener wäre. Denn im Grunde ist dieser schwermütige Zug doch vor allem das Zeichen eines tätigen Willens, der immer den Spaten zu ernstem Graben anfetzt und gar nicht anders kann, weil er Seele hat. die ihr bochstes Lebens- gefühl nur in solchem ringenden Schwernehmen der Dinge gewinnt. Diefer Art entsprach aber die Wahl deS Buddba.B bel-Ab-nds und nrsbesondere auch die Aufreihung der auserlesenen JHederr. Dem Hörer enthüllte sich nabe sehr viel von dem, was der Künstler- schaft Kayßlers das Wesen der Tiefe gibt. � zd- lieber die TSunderwelt im Mikroskop stricht sing. A. Zimmer- lein-m Zd. Januar, abends 1lß Uhr, Aula Hallesch« Nr. 24 mit Deuton- ftrotioneft und Lichtbildern. Bortragskuust. Hans Heinrich o. TwardowSki gstt am 7. F« bruär. 7»/, Ubr. im Saal der!?erl!ner Sezeision einen Rilke-Äbeud. Er spricht Kiedichtc. Malt« Üauride Brias-e. Comct u. a. üe Ktnoerlieder Friedrich Gulls, nicht Hevs Fabeln, wie geftern irrtümlich mitgeteilt wurde, find von dem Maler Friedrich August Ä a u l- b a ch mit Bildern ausgestattet perSffentlicht worden. Nr. 50 37. Jahrgang Beilage des Vorwärts Ohne Kohle und Stickstoff- Untergang! In der preußischen Landesversammlung sprach am Beginn der Dienstagssigung Bräsident Leinert den Abscheu über den Blägen.) das Attentat auf Erzberger und die Hoffnung aus, daß der Reichsfinanzminister bald wieder gesund sein und seine unverwüstliche Straft wieder in den Dienst des Baterlandes stellen werde.( Die Abgeordneten erheben sich von Die Gesetzentwürfe über die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Staatsarbeitern und gering befoldeten Staatsbeamten sowie über die Niederschlagung von Untersuchungen werden angenommen. Runmehr wird die Ernährungsdebatte -O Landwirtschaftsminister Brann: Mittwoch, 28. Januar 1920 wurde angenommen, der 3insfuß der Spareinlagen von 3½ Bros. auf 3 Proz. herabgesetzt. Bei Punkt 3 der Tagesordnung bringt effe( 11. S. 3.) Beschwerden über die Lebensmittelversorgung durch das Verhalten der N. K. und verlangt, daß diese den Gemeinden mehr Rech nung trägt. Räming( S. P. D.) spricht gegen die Stallprämie, Schönfeld( U. S. P.) über die Kartoffelmisere. Schließlich Die Unabhängigen treten bier als Angreifer auf, obwohl einigt man sich in einem Antrag Stawisz, die Kreiswirtschafts. gerade sie die Stickstoffwerke und Kohlengruben stillgelegt haben.( Lebhafter Beifall bei der Mehrheit, große linruhe bei den . 6.) Weitesten Vollstreifen ist leider noch immer nicht zum Bewußtsein gekommen, was in den letzten Jahren geschehen ist, und daß wir alle unfer ganzes Leben auf eine andere Grundlage stellen müssen. Es tommen noch viel schlimmere Zeiten als jetzt! Den Vollsmassen muß eingehämmert werden: wollen wir wieder boch, so ist es nur möglich, wenn wir mit aller Kraft die Arbeitsleistung steigern. Wir kommen nur wieder hoch durch das, was wir aus eigener Kraft dem eigenen Boden abgewinnen.( 2ebb. Zustimmung.) Ich stehe wohl nicht im Verdacht, die Verbraucherinteressen zu verraten, ich muß aber alles tun, um die landwirtschaftliche Erzeugung an heben.( Beifall.) Wir kommen bald an den Bunft, wo wir im Auslande nichts mehr faufen können, und dann sind wir ganz auf die Inlandserzeugung angewiesen. Jezt muß der Landwirt Klarheit haben, damit er weiß, was im nächsten Sommer mit der Ernte geschehen soll. Gegen säumige Landwirte geschieht alles, was geschehen kann, aber wenn feine Kohlen Stiditoff fortaejezt auf Grund einer förmlichen Anfrage Held über die Befchaffung von Kunstdünger für die Landwirtschaft und der Anträge Herold( Erzeugerpreise für Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben und Beschaffung von Saatkartoffeln) und v. Kessel( Aufhebung der Zwangswirtschaft für Zucker).. Hierzu liegen Abänderungsanträge der Demokraten und Sozialdemokraten vor. Abg. Peters- Hochdonn( Soz.) dankt den Bergarbeitern für den Beschluß, zunächst auf den Sechsstundentag zu verzichten und wendet sich gegen die neulich von den Abgg. v. Kessel und Graf und ohne Kohlen, das müssen auch die Arbeiter bedenken, da sind, tann nicht gedroschen verden, ohne Raniz gemachten Ausführungen. Er bestreitet, daß die Sozialdemo Das Aufrechtfratie der Landwirtschaft gegenüber Demagogie treibe. Wenn die gibt es fein Brot, feine Milch und kein Fleisch. Grzeugerpreise erhöht würden, müßte auch der Antrag seiner Partei Der Vorwurf, daß ich die Kinder verhungern ließe, trifft mich nicht. erhalten des jezigen Zustandes muß uns zum Abgrund führen. angenommen werden, der die Unternehmer zur Gewährung höherer wie wird es aber, wenn wir überhaupt keinen Zucker haben? Jest Löhne verpflichtet. Die Sozialdemokraten seien gegen die Aufhebung eine Sozialisierung der Landwirtschaft fordern fann nur jemand, der Zwangswirtschaft für Zucker. Gerade bei freier Bewirtschaftung der den Dingen absolut fernsteht.( Beifall.) Jept gilt es nicht zu des Zuckers bestehe die größte Gefahr, daß die Wohlhabenden den Mermeren den Buder weglaufen. sozialisieren, sondern zu produzieren.( Beifall.) Auf beiden Seiten ist Abg. Köpper( Str.) stimmt damit nicht überein. Gerade die guter Wille nötig. Die städtischen Arbeiter müssen sich auf die LandZwangswirtschaft behindert in gefährlichstem Grabe die Erzeugung, arbeit einstellen, und auf dem Lande müssen die Arbeitgeber ihre hoffentlich reichen wir uns an ihrem Grabe recht bald die Hände. patriarchalischen Anschauungen ändern. Auf großen Gütern Abg. Siemen( Dem.) spricht gleichfalls gegen die Zwangswirtganzen Familien gekündigt, schaft und für höhere Erzeugerpreise. die zum Teil 17 bis 30 Jahre dort tätig gewesen sind. Die Abg. Klausner( U. S.): Nur die notleidenden Landwirte und Herren spielen mit dem Feuer. Die Regierung wird aber unter die notleidenden Millionäre verlangen die Aufhebung der Zwangs feinen Umständen dulden, daß derartig mit den Arbeitern um wirtschaft. Daß Hunderttausende Kinder zugrunde gehen, scheint gesprungen wird. Solche Vorgänge dienen nicht zur Zusammen dem Landwirtschaftsminister gleichgültig au fein( 1) Richtige fassung der Kräfte. Ich hoffe, daß die Herren in Pommern nach gwangswirtschaft wäre die Erfassung aller Lebensmittel der heutigen Debatte von ihrem Vorgehen Abstand nehmen werden. beim Landwirt. Wenn der Landwirt seine Vorräte zurüd Nunmehr wird die Debatte geschlossen. Die namentliche Abhält, siebt die Regierung tatenlos git, wenn aber ſtimmung über den Antrag von Reiiel wird auf Mittwoch, der Arbeiter feine Lebens verhältnisse berbessern will, 12 Uhr, berschoben. Außerdem Anfragen und Anträge. Schluß geht sie mit Maschinengewehren auf ihn los(!). Uhr. ( Beifall.) 10] Groß- Berlin Der Schuß von Moabit. Gin Festgefang zum 27. Januar. Hei, wie die Augen flammen, es fiel ein guter Schuß, jei, junger Held, umschlungen, hier hast du unfren Ruß. Die aufrecht nationale allteutsche Rampfesfront fühlt sich vom Heil der Schlachten, bom Siegesglid befonnt Zwar heimlicherweise einstweilen, doch später, wer weiß wie es wird, tommt alles und alles zu Ehren, die Wagen find längstens geschirrt. " Schon trieb in Festesfreude das Strombett unserer Lust, schon schwoll mit Hurrarufen die treugesinnte Brust. Ranonen müssen brüllen:„ Es lebe Majestät!" Pistolenknall bescheiden des Herzens Wunsch verrät. Zwar heimlicherweise einstweilen, doch später, ihr Brüder, horcht auf! Wir schäßten von jeber die Rugel, gesegnet ist manchmal ihr Lauf. Jan Krebsereuter. Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von Hans Müller- Schlöffer. Darauf tippte sie dem Kinde auf die Nase, spitte die Lippen und machte: Tititi! Wo ist denn dat kleine Männefe? Dat let Schnänzte? Dat Zuckerpöppke! Dat HimmelDat Zuderpöppke! Dat Himmelschterenöterke, he?" " hat man 5 Wir hetzen, schimpfen, wühlen, ein Jüngling ist entflammt, und offen steht die Kammer, aus der das Rüstzeug stammt. Wenn flotte frische Jungen fich wappnen zu der Tat, dann freut man sich ein wenig der ausgestreuten Saat Zwar heimlicherweise einstweilen, doch später he, Kellner, schän!' ein, fommt alles und alles zu Ehren, welch herrlicher Tag wird das sein! Niederbarnimer Kreistag. Schlaraff Genosse Schlemminger erklärte, daß den Landrat von Bredow, dessen voltswirtschaftliche Kenntnisse er hervorhob, nicht persönliche Motive bestimmt haben, aus dem Staatsdienst zu scheiden, sondern daß lediglich die kommende Ginge= meindung, die ihm seinen Wirkungsfreis zu sehr verringern würde, ausschlaggebend gewesen sei. Gin Antrag der Unabhängigen, eine Deputation zum Berliner Bolizeipräsidenten zu senden, um die Freilaffung des in Schutzhaft genommenen Sefretärs lle beler zu erivirten, wurde abgelehnt und die Sache dem Kreisausschuß überwiesen. fommission öfters und regelmäßig zusammenzuberufen. Die Anfnahme einer Anleihe von 25 000 000 M. für die Lebensmittelverforgung wurde beschlossen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, der die Verbandsorgane des Kreises aufs strengste anweift, vor allen die Lebensmittelinteressen der Gemeinden berührenden Beränderungen die Vertreter der Gemeinden zu hören, um nicht su vrnichten, was im Intereffe der Bevölkerung mühsam aufgebaut worden ist. In der Aufhebung der Zwangswirtschrit für Roßfleisch erblickt der Kreistag eine verfehlte Maßnahme, und fordert, den Gemeinden die Bewirtschaftung des Stoßfleisches direkt zu übertragen. Der Streistag bejchloß ferner, für die Zivede des Wohnungs. verbandes Groß- Berlin eine Anleihe in einem Betrag von 1855380 9. aufzunehmen. niffe der Beamten und Angestellten des Kreises Niederbarnim wird Zur Neugestaltung der Anstellungs- und Besoldungsverhält der Kreisausschuß beauftragt, die gruppenweise Regelung noch ein. mal so vorzunehmen, daß die Gruppe 5 wegfällt. Mit diesem Vorbehalt wurde die Vorlage, die noch einen Teuerungs3 11= schlag für Verheiratete von 2400 20. und für jedes Kind 600 M. borsieht, angenommen. wird der Bau einer Kreisstraße, abzweigend von ber Die liebernahme von Kosten der Behandlung mittellofer Kranten in Kreiskrankenhäusern wurde angenommen. Ferner Diäten für die Kreisausschußmitglieder von 25 Kretsstraße Lehniß- Summt, beschlossen. Ein Antrag des Abgeordneten Schufar betr. Festjehung der auf 40 M. wurde angenommen. Feststellung der Fischpreise. Um der Bevölkerung von den im Fischhandel üblichen Preisen Kenntnis zu geben, tritt bis auf weiteres all went. ich eine Sommission zur Feststellung der üblichen Fischpreise zusammen. In jedem Einzelfalle ist zu prüfen, ob die Preisforderungen im Sinne der gesetzlichen Vorschriften ber mäßige find. Aufschläge ausschließlich der Umiazsteuer beim Verkauf von frischen Fischen, Räucherwaren und Zubereitungen von Fischen im Kleinhandel als angemessen festgestellt worden. Als Richtlinien für die Berechnung der Preise sind folgende 1. Beim Verlauf von frischen Fischen: Gestehungspreis bis zu 1 M. das Pfund 25 Broz.. über 1 M. bis zu 3 M. 20 Proz., über 3 M. 18 Proz. Auf schlag. Beim Verkauf von kabliau und Dorsch I im Aus schnitt tritt ein weiterer Aufschlag von 33 Proz, bei diell. fisch T, Seelachs I und Lengfisch im Ausschnitt ein Sonderaufschlag von 27 Proz., bei Lachs ein solcher von 25 Broz. vom Gewicht gerechnet hinzu. 2. Beim Verkauf von geräucherten Fischen: Einkaufspreis bis zu 5 M. das Pfund 30 Prog. über 5 M. bis zu 10 W. 25 Broz., über 10 M. 20 Proz. Aufiailag Hierzu tritt beim Ausschnitt von Räucheraal ein weiterer Aufschlag von 3 Proz. vom Warenwert hinzu. Beim Ber lauf bon geräuchertem Lachs darf der Gesamtaufschlag bis zu 50 Proz. betragen. 3. Beim Berfauf von Zubereitungen von Fischen und zwar konserven und Marinaden: Beim dosen weisen Berlauf sind die aufgedruckten Steinhandelspreise maßgebend. Jm Uebrigen ist für Zubereitungen von Fischen, Konserven und Marinaden an sich ein Aufschlag bis 311 23 Proz., beim Auswiegen ein weiterer Aufschlag von 5 Proz als zulässig erachtet worden. 4. Beim Verkauf von Salzheringen darf die Zuschlagsspanne bis 20. Proz. betragen. 11 Mordversuch an der Mutter. Ein weiterer Antrag der Unabhängigen, die Abgeordneten Wegen versuchten Muttermordes wurde der 25 Sabre alte Buchweiz und Moritz zum Polizeipräsidenten mit Legiti- Wachtmeister der Sicherheitspolizei Erwin a hI berhaftet. Am. mationen zu delegieren, wurde angenommen. Sonnabend suchte er seine Mutter auf, troßdem ihm diese seines Die Abänderung der Sazung der Kreisspartaiselleichtsinnigen Lebenswandels wegen schon wiederholt nischt kriegen raus die Brigands, wenn auch schießen mit vier-| huh! Frau Quaddelmechel," wandte sie sich dann an die, undvierzisch Kanons! Wir haben geschoß faput Mauern kommt, rasch noch ein Röppte Kaffee auf den Schreden!" und Forts, aber macht nir! Brigands wollen nischt kapitulier! Es war die fünfte Tasse, und allmählich wurde es ihr Fnfin,( schließlich) wir haben geschickt eine Parlamentair, aber pusterig und sie fing leise an zu feuchen. Sie ließ sich von der Gouverneur von die Festumt schicken retour und lassen Billa die Tasse bis zum Rande vollgießen und rief dann, gesillé, oui!( erichossen, ja). Er wollen unterhandeln mit die jagen: Wenn Parlamentair fommen noch einmal, wird fu- wissermaßen zur Entschuldigung: Franzos bloß durch die Kanons! Fh bien( nun gut), wir haben geschoff alles kaput, alle Häuser, ganz kaput. Die ganze Festunk brennen, aber, mes amis( meine Freunde), glauben, daß die Brigands fapitulier? Oh, non, au contraire!( nein, im Gegenteil.) Schießen auch, wie die Verwinter, wo nir mehr hatten zu essen, haben kapitulier. Waren undert un dreißenundert find worden blessiert. Aber im nicht übrig viele von die Brigands!" Macht mir den Jung' nit wach!" rief die Frau Zeppen feld, nahm den Läufling, trug ihn ins Schlafzimmer und legte ihn in sein Weidenförbchen, ein Geschenk der pratti- rüdte. Serr viele von die brav Franzos sind gefallen, viele schen Villa. Der Klempnermeister Schlüter zog aus der Rocktasche cine selbst zusammengelötete Sparbüchse in Geſtalt eines Fäßchens, und gab sie Grades als Taufgeschenk für den Lleinen Jan. " Oh!" rief Quaddelmechel, da will ich den ersten Sparpfennig reinschmeißen!" Und er warf drei Taler durch den Schlitz in das Fäßchen. Die arme Madam Strüll gab schüchtern dem Grades ein in dimnes, weißes Papier eingewickeltes Baketchen als Patengelchent. Grades widelte es aus und fab einen kleinen elfenbeinernen Trinkbecher mit seltsamen eingeschnittenen Figuren und Blumengetvinden. Madam Krüll," sagte Grades und schmaufte,„ dat ist ja ein Geschenk für einen Fürstensohn! Ich will es in Ehren halten für den Jung, und so Gott will drinkt er noch manch gut Dröppfe draus auf Ihre Gesundheit." Er ließ den Becher rundgehen und gehörig beivundern. Unterdessen fam Billa mit der Kaffeekanne herein und schenkte die Tassen voll. So!" rief fie, jest gegessen und getrunken!" Alle sezten sich, und es erhob sich ein melodisches GeFlapper der Tassen und ein Geflingel der rührenden Löffelchen, Man fragte die Madam Strüll, wie sie zu dem schönen Becher gekommen wäre. ,, Aber der Becher, Madam Krill?" ,, Holla!" Da Klopfte es, und herein famen der alte Anstreicher Kanehl, der im Hinterhaus wohnte, und sein jechsundzwanzigjähriger Sohn Jipp, der das. Handwerk seines Vaters gelernt hatte und zusammen mit dem Alten die Höfe der ganzen Nachbarschaft für Ostern oder für Schüßenfest kälfte und die Haustüren maserte und lackierte und die Fensterläden schön mit einer Art angenehmen Grufelns betrachtet, denn er war grün anstrich. Der alte Kanehl wurde von der Nachbarschaft Gottesleugner, Umstürzler, Demokrat und träumite von der republikanischen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Gr Se, lassen misch verzählen! Jst gewes eine jerr heiße größte Aerger feines Lebens, denn er war überzeugt, daß war im Grunde eine gutmütige Natur, und das war der Tag. Nir Bu trinken. Alle Wasser vertrocken. Zunge von ihn allein diese Gutmütigkeit daran hinderte, ein Weltber die arme, brabe Franzos fleben fest in der Mund. Un die befferer zu werden. Dieser Merger zehrte an ihm, das fonnte Stugeln fliegen herum wie die spanisch Fliegen wie heißen man seiner ewig verbissenen und mißmutigen Miene anschen. der spanisch Fliege? Ah, isch weiß: Mosfit! Fh bien, ist Sein Sohn Jüpp war ein ganz anderer Schlag. Er hatte gewes ferr slimm, gons desperat. Da kommen eine kleine von seinem Bater bloß das rötliche Haar geerbt. Gr wor durstisch Franzos Bu mir an die Waken, um zu haben eine luftig, spöttisch, ging mit lachendem Gesicht umber und pfiff bißfen zu trinken. Hat diese Becher da à la main, hat ge- und fang bei der Arbeit. Und eitel war er, trig Sonntags funden in ein Berschoffen Kloster. ich ihm haben gegeben und bei Feierlichkeiten wie heute, enge, peinlich soubere Nan. rote Wein in der Becher. Und wie jeben Becher an die Mund kinghosen, lockte sich das Haar und war stolz auf sein rötliches glauben mir!- reißen ihn ab die halbe Stopf! Der Becher und drillte wie der Unteroffizier die Refruten. oh bon Dieu!-fommen eine Kugel von Kanon und Schmurrbärtchen, das er mit Pomade wichste und zwirbelte mir rollen an die Füß ich nehmen anf, paden meine Waten, -denke, bier ist zu gefährlich und fahre an ein ander Plaz. und Trüdeke die Hand und jetzte sich dann gleich neben die Sch gratulier Euch!" sagte er zu Grades, drückte ihm Den Becher isch habe verwahren bis heute. Der Becher mir is immer geides ein exemple, daß man nie fann wissen, ob der Wein, den man hat vor die Mund, auch kommen sicher in der Magen! Es fann fommen immer noch was dazwisch! un der Petit- Jan, er das sich soll sagen, wenn er nimmt der Becher in die Hand." " Jich will das verßählen," erwiderte sie und begann: Grades nichte ernst, stand auf und schloß den Becher, ich bin gewes en Espange achßebnimdertneun, wo isch nachdem er ihn noch einmal' Tange beschaut hatte, in ein hab' mitgemacht den Sturm auf Feftunk Gerona. Oh, ist Schränkchen. A- id.face gemes feer blutisch! Eine kleine Hauf von Brigands Espa-„ Madam Krüll," sagte Frau Zeppenfeld und schüttelt gmols bat gejeff in Gerrona, fieben Monat! Und wir konnten sich, der abgerissene Kopp ist mir in die Glieder gefahren, Jungfer Lisett, die noch imverehelichte Schwester des Bäckermeisters, die ihn mit einem gespizten Mäulchen anlächelte eine Besonderheit von ihr und auf Seite fuschelte, um ihut Platz zu machen. Der Alte fagte zu Grades, indem er sich das rötlich, start grau untermischte Bärtchen fratte: Denn Kinder sind ein Rötchen Freud und ein Scheffel Merger, Jebt weiß ich nit, soll ich Euch Glück wünschen oder nit! Sorg und Verdruß, und wenn man ein bißchen vom Leben haben will, muß man dafür sorgen, daß man in einer goldenen Wieg' an die Welt fömmt." ( Forts. folgt.) die Sur gewiesen hatte. Die Mutter ttetz ihn jedoch ern treten, wert ihr Dehn sagte, tnch er tomme. um seine Wäsche abzuholen. Krau Wahl hatte gerade Kaffee aufgesetzt, um sich diesen zu wärmen. Als sie in den Baderaum gegangen war. um die verlangte Wäsche zu holen, goß der ungeratene Sohn Gift in den Kaffee, um die Mutter zu oergiften. TIS diese deti Kaffee eingoß, fiel eS ihr auf. daß er eine rötliche Färbung hatte und f ch ä u m t e. Tie schöpfte gleich Verdacht und ubergab den Kaffee� der Polizei zur Untersuchung. Diese ließ feststellen, daß er eine stark« � Dosis Sublimat enthielt. Der junge Mann wurde daraushin von der Kriminalpolizei festgenommen. Bei seinem Verhör durch Kriminalkommissar Eger gestand er, Sublimat in den Kaffee getan zu haben. Er habe jedoch nicht gewußt, daß das Gift tödlich wirken könne. Die Mutter ist der Ansicht, daß ihr Sobn sie habe vergiften wollen, um sich in den Besitz ihrer Ersparnisse zu setzen._ Unbegründete Zweifel. In letzter Zeit haben mehrere Gerichte die Rechtsgültig« keit der von den Gemeinden auf Grund des§ 9 der Wohnung s» mangelverordnung vom 23. September 1318 und des§ b» der Mieters» uyverordnung vom 22. Juni ISIS erlassenen Anordnungen bezweifelt, und zwar durch Auswerfen der Frage, ob zu den voraufgegangenen Ermnchiigungen der Landeszentralbehörde (des WoblfabrtSminisieruimSs die gesetzlich erforderliche Zustimmung des Reichskanzlers(ReichSarbeitSministeriumSi eingeholt worden sei. Do? SSobttabrtSministeruim weist darauf hin. daß zu allen den Gemeinden verliehenen Ermächtigungen die Zustim« mung de« Re>ch»arbeitsministeriumSerteilt und daß daher der erwähnte Zweifel. unbegründet ist. DaS Ergebnis der Wahlen zum Bezirlslehrerrat. Man schreibt ums aus Lehrcrkr eisen: D'e Reaktion marschiert! Das beweisen wieder die Wahlen zum Berliner BezirkSlehrerrai. Die vom Berliner Lehrerverein aufgestellte Einheitsliste: Flügel, für die auch die ArbeitSgeniein. fchaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen eintrat, erhielr 1657 Stimmen(12 Sitzes, die Liste der Vereinigung sozialistischer Lohrer 102 Stimmen(1 Sitz), die Liste Diesen« dagsgen, die von den posttch-chtt-stlichen Lehrern und Lehrerinnen und dem reaktio- nären Rektorenverein Aufgestellt war, 1311 Stimmen(14 Sitze). Der Bszirkslchrerra: wird eine deutschnationale, reaktionäre Mehr- heit besitzet. Selbst Anhänger einer nur gemäßigten Schulreform werden von dieser Körperschast keine tatkräftige FortschrtttSarbeit erwarten. Die Wahl ist in mehrfacher Hinsichr interessant, abge- sehen davon, daß sie beweist, wie reaktionär die Berliner Lehrer« schaft zum großen Teil ist. Der Deutschnationale Lehrerbund hatte die Erklärung abgegeben, daß er für die Einheitsliste, auf der ihm auch Kandidaten eingeräumt waren, eintrete. Kurz vor der Wahl wurden aber den Deutschnationalen gedruckte Karten zugestellt mit der Aufforderung, nicht für die Liste Flügel, sondern für die Liste Diesencr zu stimmen. Fürwahr ein erhebendes Zeichen deutscher Treue. Die Wahl erinnerte lebhaft an die„Hottcntottenwahlen*. Der Sozialismus war der Kinderschreck, mit dem die Reaktionäre arbeiteten. Für chrisilidse und nationale(lies: nationalistische) Schule! Gegen den Sozialismus! war die Parole, unter der auch gegen die Organisationsliste angekämpft wurde. Hoffenilich öffnet dies Wahlergebnis allen fortschrittlich ge- sinmten Berliner Lehrern die Augen und veranlaßt sie zur An- spornung aller Kräfte, um die Reaktion in ihren Reihen nieder- zuringdn._ Eine BaustoffcinkanfSstelle beim WohnnngSverband Groß-Berlm wurde auf Anordnung des Oberpräsidenten im Einvernehmen mit den Vcrbandskürperschaften errichtet. Durch diese Einrichtung wird eine wesentliche Verbesserung der Zieaelbe- s ch a f s u n g ermöglicht. Während bisher die Ziegelbewirtschairung lediglich im' BerordnungSwege mit unbefriedigendem Ergeb- nis erfolgt«, ioll in Zukunft zwischen der Elnkaufsstelle des Woh- nungSverbondes und den ihm zugereilten Ziegeleien Lieferver- träge über B e k'o b l u n g und Ziegellieferung abgeschlossen werden. Da nur diejenigen Ziegeleien amtlicherscitS Kohlen zugeteilt erdallen, welche mit dem Wobnungsverbande LicferungS- Verträge abgeschlossen haben und auch für die übrige Provinz das gleiche Verfahren durch Errichtung einer provinziellen Ein- k a u f s st e l l e Platz greift, so wird die gesamte Ziegelerzeugung der Mark durch Lieferverträge ertaßr, so daß dem Schleichhandel mit Kohle«nd Ziegel mir mehr Aussicht auf Erfolg als bis- her entgegengetreten werden kann. Vclkchröeinschränkungen. Infolge Herabsetzung der Polizei- stunde werden ab 1. Februar im Späivertchr der Linien 1. 12. 17, 27, 23, 33, 43, 45. 43, 67, 92, 101 und �lO geringfügige Betrieb?- einschränlungen(Erweiterung des FabrabstandeS oder früherer Be- triebsschluß) durchgeführt. Näheres ist aus den Aushängen in den Wagen zu ersehen._ Vermischte Lokalnachrichte«. Eine ganze Reihe von WöhnungS- und GeschäftSeinhrüchen wurden in den letzten Nächten vorübt. kkn der Buttergroßhandlung von Valentin u. Co. in der Neuen Königstr. 63/65 stahlen Einbrecher 8% Zentner Butter, einen Kübel Schmalz und eine Kiste Margarine.— 6 Ballen Kaffee, 3 Zentner Kakao, Schokolade und Butter und dazu noch die Registrierkasse und eine Schreibmaschine nahmen Einbrecher mit, die der Firma Link in der Oranien- burger Str. 86 einen nächtlichen Besuch abstatteten.— 133 Stahl- stangen im Werte von 25 333 M. stahlen sie bei dem Fabrikbesitzer B r ü n i n g in der Ackerst?. 182.— Bei dem Filmvertrieb S t a m. bulki u. Co. in der Friedrichstr. 243 stahlen Einbrecher mehrere Teppiche Sofadecken und eine Schreibmaschine, aus der Wohnung eines Dr. Herz in der Landauer Str. 12 Teppiche und Pelzsachen im Werte vo? 53 330 M.— Unsere rn japanische Gefangenschaft geratenen Landsleute sind bereits zum großen Teil nach der Heimat unterwegs und werden voraussichtlich in Wilhelm?» Häven landen. Torthin können ihnen Postsendungen entgegen« gesandt und Gelder mittele Postanweisung überwiesen werden.— Die bisherigen Beschränkungen im Postauftrags.. Nach- nahm»-. Postanweisung;., ZahlungSanweisungs-, Zahlkarten-, Wertbrief- und Weripaketverkehr zwischen dem unbesetzten Deutschland und der Rh ein Pfalz(ausschließlich des zum Saar- gebiet gehörigen Teils) stnd bis auf weiteres weggefallen, so daß dieser Verkehr von jetzt an nach den allgemeinen deutschen Bestimmungen stattfindet._ Neukölln. Volkshochschule. Der Kurs»« Felix Linke,.Himmels« künde für jetennan", fällt nicht aus, sondern findet am 2. Februar u. f. abend» 6—8 Uhr in der Aula der Real'chule Voddinstr. 34/38 stall. Anmeldungen tm Ratbau«, Zimmer 218. von 13— I Uhr. Ttchteubers. Stadtverordnetensitzung. Eine Vorlage d«S Magistrats betr. einen Erlaß einer einheitlichen Ä a n a I i- sations-Gebührenordnung für das gesamte Stadtgebiet wurde debatteloS angenommen. Bei der Beschlußfassung über die Neugestaltung der Besoldung der städtischen Beamten, der auf Privatdienstvertrag Angestellten und der Lehrpersonen kam es jju einer Auseinandersetzung zwischen den Unabhängigen und Burgermeister Dr. Maretzki. Mielitz (U. S. P. D.) erklärte, daß seine Fraktion die vorgeschlagenen Gehälter für den Oberbürgermeister(33 303 M.) und für den Bürgermeister(22— 28 330 M.) nicht bewilligen werde, weil sie hierin ein Vertrauensvotum erblicken. Dr. Maretzki wurde der Vorwurf gemacht, daß er infolge seiner parlamentarischen Tätigkeit die Geschäfte der Stadt nicht mehr so führe, als dttZ früher der Fall war. Dr. Maretzki wteZ diesen Vorwurf mit Entschiedenheit zurück und führte aus, daß er seine Berwaltungs- arbeiten in der Stadt nach keiner Richtung hin vernachlässigt habe. Arndt(S. P. D.) wies darauf hin, daß bei dieser vollständigen Neuregelung der Gehälter aller Beamten und Angestellten von einem besonderen Vertrauensvotum für die beiden Bürgermeister nicht gesprochen werden könne. Es sei nickt angängig, den Stadt- raten 18— 24 003 M., dem Stadtschulrat, Medizmalrat und Bau- räten 13— 25 333 M. Gebalt und dem Oberbürgermeister nur 18 333 M. zu bewilligen. M i r u J(S. P. D.) schloß sich diesen Ausführungen an und betonte Dr. Maretzki gegenüber, daß er in letzter Zeit nicht mehr so aktiv in der städtischen Verwaltung tätig sei. AuS der Vorlage ist noch besonders zu erwähnen, daß den weiblichen Angestellten die Gleichstellung mit ihren männlichen Kollegen zugestanden ist. Die Teuerungszulagen betragen für alle Gruppen: Für Verheiratete 2433 M., für Ledige 1633 M., ledige Personen mit Naturladerpflegung erhalten 1233 Mark und jedes unversorgt« Kind 603 M. Die beiden Vorlagen wurden angenommen. Bei der beson- deren Abstimmung über die Gehälter der beiden Bürgermeister stimmten die Unabhängigen gegen die Vorschläge. Für die Volkshochschule wurden 10 000 M., für Volksbüchereien 11 003 M. und 6000 M. für die Kosten zur Wahl der Elternbeiräte bewilligt, Auch wurden die Mittel für Abhaltung einer Wohlfahrts- Wände ranSstellung gegen den A l k o h o l i S m u S be- willigt. Der Vorlag« auf Herabsetzung de? Zinsfußes für Spareinlagen bei der städtischen Sparkasse auf 3 Proz. wurde zugestimmt. Dem Antrage Schachtel und Gen. betr. Wahl eines 2. Vorsteher-Stellvertreters wurde ebenfalls zuge- stimmt und hierzu P l o n z(Dürgerl.) gewählt. Marienburf-Südende. Gemeindevertretersitzunq. Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Bürgermeister Holle Bericht über eine Sitzung im M'nisterium des Annern, die sich mit der E i n g e- meindungSfrage beschäftigte.— lieber die Eingabe der Oft» mettidevertretung an die Direktion der Straßenbahn ist der Be- scheid eingegangen, daß die Durchführung der Linien 70 und 73 in den späten Abendstunden nicht angängig ist. Ein« Um- steige berecbtsauna kann für Mariendorf nicht zugebilligt werden, Ueber die Besoldungsregelung für die Beamten und ständig Angestellten erstattet der Kämmerer Stech �Bericht. Di« Vorlage soll in der Hauptsache dem Rechnung tragen. waS den Beamten und Angestellten von Berlin zugebilligt wird. Gemeindevertreter Gärtner(Dem.) beantragt, den TeuerungS, zufchlag nach dem Antrag« des Beamtenausschuss-s auf 2400 M. festzusetzen. Genosse Vinte will die Vorlage nach den Berliner Sätzen zur Annahme bringen; außerdem sollen einige unwesent- liche Veränderungen in der Gruppeneinteilung vorgenomm-n werden. Den Anträgen Gärtner und Vinte auf 2400 M. wird zugestimmt. Eine länger« Debatte bracht« die Besoldung?- regelung des GemeindedorsteherS. Genosse D e i- nert gab dazu folgende Erklärung ab: Ter Gemeindevorsteber ist seinerzeit gegen die Stimmen der Sozialdemokraten gewählt; auch di« weitere Erhöhung seines Gehalts ist gegen die soztnldemokratischen Stimmen beschlossen. Di« ganze Tätigkeit des Gemeindevorstehers ist eine derartige, daß wir demselben kein Vertrauen entgegenbringen. Aus diesem Grunde kann von einer Neuregelung des Gebalt» unsererseits keine Rede fein. Ein« Neuregelung des Gehalts de? Gemeindevorstehers wird hier- auf von den beiden sozialdemokratischen Fraktionen abgelehnt. — Ein Antrag, dem Schöffen Wald heim(S. V. D.) für sein« Tätigkeit eine Entschädigung in Höhe des ArbeitSver- d i e n st e s eines Gemein dehandwsrkers zu zahlen, wurde einstimmig angenommen (Öroft-Berliiter Lebensmittel. / Verlin. 125 Gramm Käse in den Brotkommissionsbezirke» 57, 53, SO, 62, 64, 65, 195. 214 und 238. Steglitz. An Stelle der nickt ausgegebenen Kartoffeln 400 Gramm Kattoffelwalzmebl Ii c— f) und 2 Pfund d oblrüben<5 z-l. Für die a»t 52 und t e. v. a, 2, 3. 4» und b nicht gelietetten Kartoffeln pro Pfund 100 Gramm Nährmittel. Vuwdol». 100 Gr. Grieß(114). 125 Gr. Nudeln(1). 250 Kr. Erbsen l2i, 100 Gr. Haferflocken(8), 125 Er. Graupen(4). Voranmeldungen daraus bis Freitag._ Groß-Serliner Parteinackrichten. 1. Slbt. Heute 7 Mr Besprechung der Elter« schulpflichtiger Kind« über Elternbeiräte bei Spiegel, Ackersw. t L. Abt. Heute 7'/, Ubr Zadlabend skr die Bezirke 10—!?«. 30-82 Dilbelmstr. 118 bei Ratbmann, für die Bezirke 20—23 bei Schirm, Cbar« loltcnstr. 7—8, sür die Bezirke 216-217 u. 220 bei Schmidt. Alte Jatobstr. 174. 6. Abt. Heult'/jS Ubr: Zahlabend in den bekannten BezirkSlokalen. 1«. Abt. Heute 7 Ubr BezirkSzablabend bei Hebeilreit, Reichen berger Stt. 124. Bartz, Lausitzer Str. 53, Dinnig, Förster Str. 36, Mai, Reichen- berger. Ecke Ratiborftraße, Dolf, Farster Str. 44. Iii.«bt. Fi auen Versammlung heute 7'/, Ubr Aula der Handwerker- schule, Andreasflr. 1. Reserent: Genosse Pfarrer Dr. Atter:.Religion und Sozialismus'. 34. Abt. Heute Zablabend bei Goldbach. Binetaplatz 7. Obligo, Ettal- sundcrstraße II, Opitz. Bernauer Str. 13 und Greulich, Garlenstr. 45. Der Aednerinnenkurlu« der Genoisin Juchacz findet Donnerstag T'/j Ubr Lindenstraße 3, 1. Hof t. 4 Treppen statt. Eiseubahner-Wcrbeauslchnß. Donnerstag 8 Ubr: Sitzung Bellevue- straße 7. II r. Tagesordnung: 1. Bericht über die I. Tagung des.Reichs- Beamten-Beirats"; 2. Org-nisationSfragen: 3. Verschiedenes. Bebinderte Stteckenobleute und BezirlSleiter wolle» unbedingt Vertreter entsenden. Gbarlottendurg. 1. und 2. Kruppe, Frauenabend, heute 7';, Uhr, bei Kämmlein, Friedrtch-Kail-Platz 6. Reserent: Genosse Unger. Steglitz. Der Kursu» der jozialistichen BildungSschule über Volk«- Wirtschaft ist nach der Prima«er Realschule am Stube-rauchplatz oerlegt. Sarlsborst. Donnerstag 7 Ubr Bürgerdeim. Treskov-Allee 33. Mit- gliederversiimmlung. Bortrag des Ken Hermann Müller über da» Be- ttiebSrätegesetz. Sonnabend im selben Lokale geklligeS Veisammensein. Rosenthal-Nordeud. Mittwoch 7 U!» im Lokal von Barth Gene- ralversammlung. Betickl de! Vorstandes und deS Kassierer«. Neuwahl de« Vorstände« und der Funktionäre. Fugenüveranstaltungen. Kesundbruunen. Reinickeudorf-Oft und Wedding. Heute 7 Ubr im tzlugendbcim. Lütticher Str. 88, Borstandssitziing der Arbeitsgemeinschaft — Zrntraljugendbetm. Lindenstr. 3, 2. Hos link» III. Heute: DislussionS- abend:.Die uäbere Umgebung der Mark Brandenburg.-— Abr. Südost. Luaendbeim. Wrangclstr. 128. Gem.-Schule s.lugendklub, immer). Heute 7 Ubr DiStuslionSabeiid.—«ttkuer. Jugcndbeiin. Eichborn. Wilbclm- stiaße. Heute 7 Uhr Mitgliederversammlung.— Mabledorf. Lugendbeim, Schule Daldenler Straße. Heute 7 Ubr Porttag:.Tternentunde-._ Mariendorf. tzlugenddeim, Hoch. Chausseestraße Ecke Bergstraße Heute Vortrag': August Bebel.— Prenzlauer Vorstadt. Jugendbeim. Lokal Eickborn, Danziger Str. 93. Heute TiSkulsionSabend:.itugend und So- zialdemolratic.- Rosenthal. Jugendbeim, Gem.. Schule Kastanienallee. Heute: DiSkussionsabend. Rosentdaler Vorstadt. Jugendheim, Sem.« Schule Bergstr. 56. Heute: DiSkussionsabend. Gerichtszeitung. Wegen Aufruhr« ist vom Landgericht Berlin I«ttick. med. Erwin Marcus so n ,u 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Als Anfang Januar 19lg das Ullsteingebäude in Berlin von Sparta« listen besetzt wurde, meldete sich Mareusson am 13. Januar al« Sanrräter. Er hat dann dort Verwundete von kreiden,, Parteien verbunden und gepflegt. Trotzdem wurde seine Tätigkeit kür straf- bar erachtet, weil er sich einem bewaffneten Hauten im Sinne des h 116 angeschlossen hat. Seine gegen da« Urteil eingelegt« Revision wurde vom ReichSgettchr als unbegründet verworfen. So« rote« Soldatenbmld. Am 2. Juli ISIS hatten sich vor dem Landgericht Berlin I der Werkzeugmacher Max Fröhlich und 12 Mitangeklagte zu verantworten. Alle 13 waren Mitglieder de« roten Soldatenbundes und waren de? Verbrechen« gegen die Z§ 128 und 123(Tetlnabme an einer geheimen Verbindung) an« geklagt; sie wurden jedoch vom Gericht freigesprochen. Gegen das freisprechende Urteil legte die StaatSanwaltsckraft Revision ein. welche daS Reichsgericht für begründet hielt. ES hob deshalb das Urteil auf und verwies die Sache an das Land« gericht zurück._ flus aller Welt. Gesunken ist in Brindisi der österreichikche Panzerkreuzer Na- vara. der während des Krieges mehrere Kreuzfahrten an der tta- lienischen Küste ausführte. Explosionsunglück. In dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager Osiasconysa(Ungarn) waren in den einzelnen Baracken größere Mengen Munrtrprr aufgestapelt. Aus unbekannter Ursache explodierte ein Teil dieser Munition. Von den Arbeitern, die in den Baracken beschäftigt waren, wurden 13 sofort gelötet, über 73 schwer und mehr als 133 leicht verletzt. Die Grippe grassiert wieder in aller Welt, von Japan bis England. In der Ukraine, wo die Zustände wohl am schlimmsten sind. liegen wochenlang unbeerdigte Leichen umher. Er sorgt für feine Familie. Der neue französisch« Marine« minister L a n d r h hat als«ine der ersten seiner Amtshandlungen damit begonnen, seine Tochter Helene Landry, Kandidatin der Philosophie und der Rechte, als R e f e r e n t i n in das Kabinett deS ManneministetiumS zu berufen. Nicht eine einzige der großen Pariser Zeitungen nimmt Anlaß, diese Familienveriorgung zu be« anstanden, dagegen.fühlen'viele Blätter sich verpfltibtet, die junge Dame ihren Lesern mir schmeichelhaften Worten im Bilde vor- zuführen. Bei dem Einbruch in daS Bismarckmuse»« in Schinhause« a. E. sind Kostbarkeiten im Werte von 253 330 Mark geraubt worden. Die Berliner Kriminalpolizei entsandte ein Flugzeug mit dem Kriminalwachtmeister Hasenbank, dessen Ermittelungen wabrichein- lich zur Verhaftung de« geflückteten Täters führen werden. ES handelt ssch um den S6jSbrigen Oberichnitter Franz Rontziowiak, der am S. Januar aus feiner Stellung auf dem Gute ent« lassen wurde und seitdem. unter Zurücklassung von 603 Mark Schulden bei dem Klempner des Oites, verschwunden ist. R. bat sich seinen Kollegen gegenüber mehrfach dahin geäußert, daß aus dem Mur'eum etwas zu holen sei und«S sich lohne, dort mal einzubrechen. Nach den bisherigen Fest« stellungen sind geraubt wprden: Ein Relief aus Glockenmetall mit dem Kopse Wilhelm I. Ein Malaiischer KriS(Dolchmesier). ein kostbarer Säbel, Geschenk» deS Sultans von Sansibar, ein goldener Adler, Geschenk der Kaiserin Augusta. Ein Kästchen mit tndticher Goldschmiedearbeit. enthaltend Palmbläiter mit eingravierter Wid- mung in Sanskrit, der Ebrenllürgerbnes der Stadt Holle mit silbernem mit Steinen besetzten Deckel. Eine Anzahl Bronze« medaillen, ein silberner Lorbeerkranz und eine Busennadel. Srkefkasten üer Zfctaktiott. Am Mittwoch, de» 28. Januar, fällt die juristische Sprech» stunde aus. H. K. 103. Erfahren Sie bei« Zenttalverband der Angestellten, Berltn. Belle- Alliancesttaß« 7—10.— F. 4t. Haben wir nicht» mit zu tun. Lebnen Sie jede veteltzgunq an dieser Sammlung ab. Bernecke 2. Kinnen wir nicht beurteilen. Die Adlifse de« RrchSwebr- Ministeriums ist Kendlerstraße.— P. B. 42. Stellen Sie eine angemessen« Frist zur Liefeiung de? Paare» Tvesel mit der Erkläruna. daß Sie nach Ablauf der Frist die Leistung ablehnen und Schadenersatz wegen Nicht- ersüllung fordern werden.— F. 22. Abwickelungsstelle de« �ardekoiv», Landesausstellungspart, Lnvalidenfttaße.— Och. Erkundigen Sie sich noch einmal bei der Bank.— L. K. O. 1. Eltern der Krau sind erb. berechtigt. 2. Versuchen Sie ln Güte den R«hmen zu erlangen.— Amor. Ja.— W.$. 106. Ministerium des Aeunern, Berlin, iSilhelmstr. 75. — Franz 26. Wenden Sie sich zunächst an Ihre Krantentasse. eventuell muß die Allgemeine Ortjttanteniqsse die Wochenfürsorg« gewähren.— H. K. Jagd. Vor Ablaw de« Vertrages können Sie nichts unternehmen. — M. v. Zunächst müssen Sie den endgültigen Beickeid abwcrleit. 2. Legen Sie Einspruch ein. nur sür>/, Jahr. 3 Die Veranlagung er oigt noch.— A. K. Berlin.' Wenden sie sich an daS Polizeipräsidium.— R. M. 18. 06. Tie Abgabcpflicht beginnt mit 15000 M.— L. 1. Ja. O. Och. l. und 3. Ja. 2. Unter Umständen, ja Sie tönnen aber mit Ihrer Forderung ausrechnen.— H. 8. t. Die Eidessormel ist die gleiche. 2. Erstallen Sie Anzeige. 3. Wenden Sie sich an« Gericht.— aoaN. Ja, denn dafür daflet die Stadt Berlin mit allen Einnahmen.— H. Z. 1416. Wenden Sie sich an Späth» Baumschulen. Berlin« Baum- schulenwez.__ ÜSeteerauSsichte» für das mittlere Storpdeutschland bis Tounerstoa mittag. Meist ttübe und vielfach nebelig, etwa» milder, wiederholte Regeniille. gegen geringe Monatsgebuhr; auf.Wunsch auch gasgefüllte Metalldrahtlampen mit und ohne Armaturen. Die Lampenmietc für ein ganzes Jahr betrigt ungefähr soviel, wie der halbe Ladenpreis einer Lampe, denn ausgebrannteLampen werden von unsohneMehrkosten ausgewechselt. Wöchentliche Lampenkontrolle: Instandhaltung von G a s g 1 ü h 1 i c h t• A n I e g e n im Abonnement Man verlange unverbindlichen Vertreterbesuch und uberzeuge sich von den vorteilhaften Bedingungen. Fabrik für Glühlfchtbedarf« Abonnement sablcilung, Berlin Ol7. Fern»pr. Konigstadt«295. 'Cfö/Wf. Vsss', Theater, Lichtspiele etc. Opernhaus. Carmen. Aniang 6% Uhr. Schauspielhaus. Maria Magdalena. Anfang Direktion Max Reinhardt. Deutsches Theater. U.: Die Sendung Semaels. TU. Donn. 7: Und Pippa tanzt. Kammerspiele. 7%, U.: Gespenstersonate. Dtg. 7: Frühlings Erwachen. Gr. Schauspielhaus Karlstraße. 72: Hamlet( 40. A, 1.A.) Dtg.7: Hamlet( 41. A., 1. A.) Theater i. d. Volksbühne Theater a. Bülowpl. 2 U.: Götz von Berlichingen ( Vorst. des Klass. Theaters). 6 Uhr, zum 25. Male: Götz von Berlichingen. Lessing- Theater. Direktion: Victor Barnowsky. 71/2 Uhr Hölle, Weg, Erde. Donn. 74: Pygmalion. Freitag 72: Hölle, Weg, Erde. Deutsches Künstler- Theater Allabendlich 712: Die Marquise von Arcis. ( Konstantin, Servaes, Straßmann- Witt, Veidt). Schall u. Rauch KöniggrätzerStraße im Großen Schauspielhaus 28 U. Schloß Wetterstein Dontg.: Stiltzen d.Gesellschait Freit.: Schloß Wetterstein Komödienhaus 18 Uhr. Sie. Freitag, zum ersten Male: Das Instanzenkind. Komödie v. Robert Overweg. ( Else Lehmann, Leonhard Haskel, Ferdinand v. Alten. Ernst Behmer, Gustav Botz, Grete Diercks, Herm. Picha, Berth. Reißig, Felix Rossert, Alfred Scherzer, Rob. Scholz, Werner Stein, Heinz Stieda.) Berliner Theater 7.15 U.: BummelStudenten Central- Theater TU.: Fräulein Puck. Deutsches Opernhaus 7. Uhr: Der Freischütz Die Tribüne 7% U.: Franziska. Eden- Theater 7% U. Helenens Ehemänner. Friedr.-Wilhelmst.Th. 7 Uhr: S. Hoheit der Dieb. Kleines Theater. The Die Pfarrhauskomödie. Uhr: Kl. Schauspielhaus. 7%, U.: Die unberührte Frau Komische Oper 7.20 U.: Dichterliebe. 78/4 Lustspielhaus Arnold Rieck in: Uhr: Der Großstadt- Kavalier Metropol- Theater. 7 Uhr: Sybill Neues Operettenhans. 7%, U.: Die kleine Hoheit. Schiller- Theat. Charl. 3 Uhr: Der Meineldbauer. C: Verschwörung des Fiesco U.: Thalla- Theater TU.: Die närrische Liebe mit Oskar Sabo a. G. und Ferry Sikia a. G. Th.am Nollendorfplatz 34: Märchen v. Heiligenwald 7% Uhr: Der Vergelteble Theater des Westens 4 Uhr: Max und Moritz. 7% U. Die Frau im Hermelin Uhr Waliner- Theater 7.15 Eine Ballnacht. Residenz- Theater. Täglich 7 Uhr: Karlstr., Schiffbauerdamm. Gussy Holl Mady Christians Paul Graetz Friedr. Hollaender Hilde Gad Hubert von Meyerink Ann Heusinger Olli Sudahti Fritz Feld Karikaturenfilm von Trier Eröfinung 7%, Beginn 8½ U. ApolloTheater Dir.: James Klein 7 Allabendlich 72 Heros, Kraftjongleur Curran, das schwankende Phänomen, 4 Uessems, Sensat.Akrobaten, Hadges u. de Vynos, Meistersch.- Tänzer 2 Ottkars, urkomisch. Reckakt, 4 Sternas, Rangen i. Seebad, 2 Morandis, Lebendes Handgepäck. Radrennen auf der Bühne mit Pawke, Techmer usw. Donnerstag, den 29. Januar 1920: Einmaliger Start von Rütt, Saldow, Stellbrink und Lorenz um die Meisterschaft von Berlin. 1 M. uud 2 M. Aufschlag pro Billett. Theater am Kotbuser Tor Tel.: Moritzplatz 14 814. Jeden Abend 72 Uhr: 8lite- Sänger. 9 ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger. Sonnt, nchm. 3 U. ermäß Preis.( voli. Abend- Programm. Blüthgen Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß: Die Heben Verwandten. Vorverk. 11-12 u. 4-6 Uhr. Circus Busch N u 7: Gr. Circus- Progr.! U. a.: Lustiges Schweine- Potpourri 9 Uhr: Aphrodite" N Evchen Humbrecht. METROPO Trianon- Theater. Heute abend 7 Uhr Premiere: Femina. Rose- Theater. 7 Uhr: Die im Schatten leben, Walhalla- Theater. KABARETT BEHRENST. 53-54 Janos u. Olivia Marg. u. Luise Duwe Lea Florenz Franz Gravenhorst Spieß u. Geo Annie Kliemchen Vinda bonas Die Csárdásfürstin. Senta Söneland Olympia- Theater ( früher Voigt, Badstr. 58) Täglich 2 Uhr abends; Im Café Noblesse. Diebeskomódie in 3 Akten. Vorher: Anschluß verpaẞt. Operette in einem Akt. Casino Theater Lothringerstr. 37. Tagl.38U. Der Schlager der Spielzeit Schniepels Lene Berliner Volksstück in 3 Akt. Dazu der Operetten Sketch ,, Erwischt m.Viktor Litzek. Sonntag 32: Die Wunderkur. Reichshall.- Theater Jeden Abend 72 und Gonnt 9m.3. Stettiner Sänger. 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Frau M. 3afte, Berlin, Nollendorfitraße 10, I. Rheumatismus geheilt. 7. Herr C. Ehrhardt, Ge.- Lichterfelde, Ringstraße 52a. Chronisches Hüftgelentleiden wiederholf erfolgreich behandelt. 8. Frau E. Hodorff, Berlin, Kolberger Str. 28/29. Nerven- u. Knochenhautentzündung geheilt. 9. Frau Preuß. Bantoro, Damerowstr. 54. Cungenbluten in vier Tagen vollständig geheilt. 10. Frau E. Herzmann, Schöneberg, Feurigstraße 61. Eiternde Fistel nach Blinddarmoperation geheilt. 11. Herr E. Ritter, Friedenau, Sponholzstraße 58. Bon Aniegelenfleiden geheilt. 12. Frau A. Rohrmofer, Berlin, Breslauer Str. 1. Alfes 15 jähriges Herzleiben geheilt. 13. Herr M. Außner, Reinickendorf- Weft, Antonienfte. 3. Kiefervereiferung geheilt.- 14. Frau H. Hagel, Sachsenhausen bei Oranienburg i. Mart Unterl. Blutungen u. Nervenleiden geheilt. 15. Frau Ww. Fritschler, Berlin, Marienburger Straße 48. Darmgeschwulft geheilt. 16. Frau des Herrn Juspettors D. Heinrich, Berlin- Friedrichsfelde, Magerviehhof. 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Wer aber nicht alle Bände kennt, gewinnt notwendig ein falsches Bild von der Lehre des Meisters Diesem millionenfach gefühlten Übelstand ist jetzt abgeholfen. Im unterzeichneten Verlag erscheint Das Kapital Kritik der polnischen Ökonomie von Karl Marx Gemeinverständliche Ausgabe Besorgt von Julian Borchardt Ein genauer Kenner hat hier, lediglich durch Umgruppierung des Stoffes und Fortlassen dar zanreichen Wiederholungen. in Marx' eigenen Worten die grundlegenden Gedankengänge und Gesetze des gewaltigen dreibändigen Werkes auf 325 Seiten zusammengestellt, die leicht zu bewältigen und ebenso leicht zu verstehen sind. Die Lektüre bietet, statt mühseliger Arbeit Genuß und unterrichtet trotzdem über die tiefsten und schwierigsten Probleme des Sozialismus: wir wiederholen: es handelt sich nicht um eine Popularisierung", sondern um eine für jedermann lesbar gemachte Ausgabe von Marz eigenem Werk. Das Buch wird Anfang Februar versand bereit sein. 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Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Heute Mittwoch, ben 28. 1., nachmittags 4 Uhr, von der Salle des Copenider Frieb hofes, an der Rudower Straße, aus statt. Um rege Beteiligung er fucht Der Borstand Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß Friedrichstr. 125 Oranienburger Tor Spr. 11-1, 6-8, Sonnt. 11-1 Harn- u. Blutuntersuchung Spezialarzt Dr. med. Koeben. Erprobte und schmerzlose Behandlung Friedrichstr.81, gegen Panoptik gegenüb. # Königstr. 56 57, Rathaus. Spr. 10-1 u. 4-7, Sonnt. 10-1. Separates Damenzimmer Kupfer Messing Quecksilber Platin Silber Silbergeld Sämtl. Altmetalle Zahngebisse kauft zu Schmelzpreisen In unseren 4 Einkaufsstellen 99 Cohn" 1) Brunnenst.11 ( am Rosenthaler Pl.) 2) Fennstr. 48 am Weddingplatz 3) Bahnhofstr.3 Ecke Schöneberg.St. am Anhalt. Bahnhof 4) Neukölln, Kaiser- FriedrichStraße 229 ( nahe Hermannplatz) Platin pro Gramm M.205.Metallkontor Alte Jakobstraße 138 Telephon: Moritzplatz 12858 Gegründet 1903. 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Berwaltungsbehörden Die dem Herrn Gemeinde beamten August Pfeifer zu gefügten Beleidigungen nehme tch hiermit abbittend zuritd. Friedrich Sommer, 7775* Gastwirt. Möbel zum Engrospreise direit an Private Riefens auswahl Schlafzim. 968-9650 07. Speisez. 915-9875 9. Herrenz. 1046-8750 9. Bohnzim. 543-3240 02. Aüchen 395-2850 02. Lieferung frio. Lagerung foftent. 10jähr. Garantie. Möbel- Haus Rejewske Berlin, Babftr. 66 ( Werbeausschuß der S. P. D.) Donnerstag, den 29. Januar 1920, abends 7 Uhr, im Restaurant Wilhelmshof", Anhaltstraße 12, II ( Blauer Saal): Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Referat des Gen. Ministerialdirektor Franz Krüger b. N.): Die Beamten und Angestellten im demokratischen Deutschland". ( 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. 140/ 20a Platina! 3ale mehr wie alle, die höchste Inserate mitbringen. 292/17 Platina- Zähne nicht unter 11,20 M. Goldstücke, Silbergeld fauft Frau Linke, Nr. 40 v. II. 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Zu diesem Vorfall schrieb in der„Deut- schon TszeSzsUung per deutschnatwnale Abg. v. Gräfe: „Herr Erzberger ist nicht mit Zartgefühl begnadet.„Ge- meiner Lügner".„Feigling",„Gemeiner Denunziant",„lügen- hafier Ignorant",„Verräter", das alles läßt er sich g e t r o st als Minister öffentlich nennen, ohne auch nur das Reinigungs- bad einer Gerichtsverhandlung zu riskieren. Wer eins Grenze findet seine beispiellose Dickfelligkeit doch und zmar an dem Vunkt, wo die blasse Angst diese Heldenseele schüttelt. Auf diesem Wege besteht die alleinige Hoffnung, diesen Kleber auf dem Ministersessel a/uS seiuar volksverderd- lichen Wirksamkeit loszuwerden." Was ist das anderes als suis Aufforderung zu gewaltsamem Vorgehen gegen den Minister? Das Spiel mit dem Jeuer hat seine Folge gezeitigt; die Schüsse des v. Hirschfeld sollten in den Ohren d«r Herren, die die Erzbergerhetzte führten, einen recht un- angenehmen Nachhall haben! Wilhelms Mfinöung. Zu dem Gesetzentwurf über die Auseinandersetzung zwisSen dem Preußischen Staat und der Familie Hohenzollern wird osfi,iös erklärt, daß der Artikel 153 der Verfassung iUnverletzlichkeit des Privateigentums) die vorgeschlagene Losung erfordert habe. Aber sie hat ja doch auf manches bei den Verhandlung« verzichtet; vielleicht wäre mehr herauszuholen gewesen I Die Familie Hohenzollern erhalte die hundert Millionen Mark nicht aus- gezahlt, sondern sie werden für die Steuern angerechnet, die für das der Familie verbleibende Vermögen von SOO— IS«) Millionen Mark zu entrichten sind. Der Staat übernehme die meisten Schlösser ui Verlin und Potsdam und zwar Schloß, Marstoll. Monbijou. Krön- prinrenpalais, Schloß Niederichönhausen, Schloß Charlottenburg. Potsdamer Stadtichloß, Sanssouci, Cäcilienhof und Marmorpalais in Potsdam, die Schlösser in den Residenzstädten, eine Reihe von Iagdichlössern. Das Palais Wilhelms L, die Schlösser Bellevue Babelsberg, Sacrow, die Burg Hohenzollern. die Jagdschlösser Grimnitzsee und Hubertusstock. Schloß Stolzenfels am Rhein, eine Reibe von Grundstücken in Berlin. Potsdam, Plön, Kiel und die ländlichen Besitzungen, wie Kabinen, Rominren, Lels und— Achilleion • aui Korsu h verbleiben der Familie. Schloß Homburg werde Wil» Helm II., Schloß Cecilienhof dem Kronprinzen auf Lebenszeit zur Verfügung gestellt. Die Kroninsignien nimmt der Staat, die Krön- luwelen behält die Familie. Endlich übernimmt der Staat auch alle bisher aus der Kronkasse zu tragenden Kosten für Hofbearnten- schatl und G-bäudeunterhaltung. Das Hohenzollernmuieum verwaltet der Staat. Auf Sonder- rechte, die dem Känigsbauie zustanden, wird Verzicht geleistet. Man wird ja bei der Beratung in der Landcsversamrnlung die Angemessenheit dieser Regelung gründlich prüfen, parteiberatung. Im Reichstag fand DienStag eine Sitzung von Parteivorstand und Panetauäschuß unter Hinzuziehung der Redakteure der Partei- presse statt, die außerordentlich stark beschickt war. Anwesend waren u. a. auf Einladung des Parteivorstandes auch Reichspräsident Eberl, Reichskanzler Bauer und die Reichsminrster Hermann Müller, Roste, Robert ü?chmr dl und Dr. Davtd. Den Lorjitz führte Wels, der auch das einleitende Referat über die politische Gesamtlage h'dlt. Er erinnerte an all die zahllosen Versuche, zu einer V e r- ständigung mit den Unabhängigen zu kommen oder wenigstens eine ichiedlich-snedUche Auseinandersetzung auf dem Boden der demokratischen Freiheit� zu ermöglichen. Seit dem Leipziger Partei- tag der u. S. P sei die Einigung gänzlich unmöglich geworden, Seitdem die Unabhängigen sich zum Gewattziel der Diktatur bekannt hätten, hätten sie sich mit rasender Geschwindigkeit auch einer Politik der gewaltsamen Mittel genähert. Wels gab dann eine eingehende Darstellung der Ereignisse deS 13. Januar mtd wies erneut auf Grund zahlloser unanfechtbarer Zeugnisse nach, Aiß die Unabhängigen allein die volle Verontworlung für den vei- suchten Sturm auf den Reichstag und das Blutver gießen tragen. Ihre ganze Taktik und Politik ginge dahin, den letzten Rest deutscher Wirtschaftskraft zu zertrümmern und die Sozialdemokratie müsse mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln das deutsche bS-Millionen-Volk vor dem ChaoS retten, wäre ftS Islbst auf die Gefahr einer Wahlniederlage hin. Die Welrge- tchichle werde der ungeheuren Aufopferung und Leistung der Sozial- demokratie gereckt werden und bekunden, daß sie allein den alten Idealen der Freiheit und des Sozialismus treugeblieben und den einzig möglichen Weg dazu beschritten habe, Im Anschluß daran wies Roskc ix« Angriffe gegen seine Militärpolitii und die allgememe Regierungs- Politik zurück. Er führte eine Anzahl von Stimmen aus der Parteilnesse an. rn denen unsere Minister rn ganz ungerechter Weiie her- unlergeussem und verdächtigt werden. Derartige Auslassungen lourden in der Debatte von allen Rednern verurteilt, auch von solchen, die sachlich nicht mit allen Negierungömaßnahmen einver- standen waren. Roske legte dann erneut die Grundsätze dar, die er beim Ausbau der Reichswehr befolgt und verlangte von der Partcipresse. daiür zu sorgen, daß sich auch Söhne von Partei- g e fe? i s« Ii zum zwölfjährigen Dienst in der Reichswehr verpflichten. Er erwähnte dabei, daß ein Verabschiedeier deutsch- nationaler General sich beim Reichspräsidenten über ihn beschwert babe, weil er entgegen der Reichsverfassung das.Recht der freien Meinungsäußerung angetastet Härle, das auch den Offizieren un- bedingt verbürgt sei. Im übrigen gab NoSke der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Reichswehr unbedingt dem Befehle der Re- gicrun g folgen werde. Reichskanzler Bauer «klärt«, zum Schutze des deutschen WirtichaftSlebens gegen Gewalt nötigenfalls vor keinem Gewaltmittel zuiückzu schrecken.— Reicks- winschatisininisler Schmidt erörterte ausführlich die gegenwärtige llLirlfchaftSlaze, die er trotz alledem nicht schwarz sieht, wenn es gelingt. die Aohleuproduktiorl zu steigern. Di» Aufhebung der Zwangswirtschaft wies er erneut nachdrücklich zurück. In der anschließenden Debatte kam deutlich zum Ausdruck, daß die überwältigende Mehrheit der Parteigenossen die Haltung der Regierung, namentlich ihr energisches Lorgehen gegen alle Putsche uud Putichereren. unbedingt billigt und daß sich die Parteigenossen- schaft geschlossen hinter die parlcrgenöjsischen Muuster stellen wird. Em klachfpiel zum Narlohprozeß. Der Verantwortliche Schriftleiter der.Freiheit", Wielepp, hat sich am Donnerstag vor dem Landgericht I wegen Beleidigung des Ersten Staatsanwalts Dr. W s i ß m a n n und des Staats- anwalts Dr. Zumbroich zu verantworten. Die.Freiheit" harre am 24. Novxmber ISIS die belannie� Darstellung H a r d e n s, die sich mit den im Marlohprozeß zur Sprache gebrachten drei Be- richten Marlobs über die Vorgänge in der Französischen Straße befaßte, teilweiie veröffentlicht. Es wurde darin gesagt, daß der dritte Bericht Marlohs. den Dr. Weißmann diktiert und Oberst Reinhard gebilligt habe. den Tatsachen nicht entspreche sind von Marloh nur widerwillig unterichriebeu worden sei.>Die.Freiheit" ging aui diese Darstellung näher ein und machte in dem Artikel .Staatsanwalt und Mörder" den beiden Staatsanwälten den Vorwurf, daß durch diese Enihüllung ihre Mitwirkung bei der Verdunkelung desTatbestandes gekennzeichnet sei. Dem Staatsanwalt Dr. Zumbroich wurde vorgeworfen, den von Rein- Harb gegebenen Befehl mit angehört, aber nichts getan zu haben, um seine Ausführung zu verhindern. Dadurch habe er sich indirekt zum Mitschuldigen an der Mordtat gemacht, indem er die Schuldigen, anstatt sie pflichtgemäß der Justiz auszuliefern, deckte. Oberstaatsanwalt Dr. Krause bat den Stratantrag gestellt mit der Behaupiung, daß die im Marlohprozeß gemachten eiugevenden Feststellungen schon die Unrichtigkeit der schweren Vorwürfe erwiesen haben. Die beiden SlaatSan- wälte treten als Nebenkläger auf. Em ReichsausWanöerungsgesetz. Zum Schutze der Auswanderer, zu ihrer Beratung und zur Vereinheitlichung aller Matznahmen, die im Reichsinteresse für alle die getroffen werden müssen, die künftig außerhalb des deutschen Vaterlandes ihre Existenz suchen, ist von den beteiligten Reichs- stellen der Entwurf eines besonderen Gesetzes aus- gearbeitet worden, der bald nach dem Wieserzusammentritt der Nationalversammlung dieser vorgelegt werden wird. Heber die darin enthaltenen Richtlinien wird folgendes mitgeteilt: Unterschieden wirb in dem neuen Gesetz zwischen Auswande- rern über See und den sogenannten Zeitmanderern, die nur vorübergehend meist in benachbarten Ländern Beschäftigung suchen, also kaufmännischen Angestellten, Industriearbeitern usw. Der Zeitwandercr hat natürlich nicht das gleiche Schutzbedürfnis. Auch nicht gegen schwindelhafte Unternehmungen. Die Fürsorge für die Auswanderer lag früher in den Händen deS Auswärtigen Amtes, dann wurde 1837 im Zusammenhang mit dem neuen Gesetz eine besondere Zentralauskunftsstelle für AuS- Wanderer,-die sogenannte„Z a f a", durch den Deutschen Kolonial- verein begründet. Später ist daraus die Reichswanderungsstelle, noch später das Reichswanderungsamt geworden, zur Beratung der Auswanderer, aber dann auch als Zentralauskunftsstelle für Auswanderer jeder Art. Das neue Gesetz gibt dem Reichs- wanoerungl-amt die gesetzliche Grundlage. DaZ Amt wird Zweigstellen über das ganze Reich er- richten, vrnv denen schon jetzt 21 vorgesehen sind, die jedem Aus- VandsrungSwtllizen.Rat und Auskunft erteilen. Gewerbsmäßige Betriebe von AuskunftSstellen werden nicht zugelassen, nichtgewerbs- mäßige nur nach Prüfung der Zuverlässigkeit und Sachverstänvig» kert. Auch bei der Stellenvermittlung, dar zweiten Auf. gäbe dieser Organisation, wird gewerbsmäßige Vermittlung nur in Ausnahmefällen zugelassen sein und auck hier wird nichtgewerbs- mäßige Vermittlung nur nach Prüfung der Zuverlässigkeit kon- zessioniert werden. Die dritte Autgabe ist die Vorbereitung der Sied- Tung. Auch Siedlungen unterliegen der Konzessionspflicht. Zu alledem kommt die Fürsorge für den Auswanderer äuf der Reise. Hier sind lm allgemeinen die zureichenden Bestimmungen des Gesetzes vom 2. Juni 1597 übernommen worden. Am Ziel der Auswanderung werden insbesondere Kommissare für die Aus- Wanderer vorgesehen. Von den Auslandsvertretungen wird aber auch die Hilfe der deutschen AuÄandsvereine in Anspruch genommen werden. Tie behördliche Organisation� ist einheitlich über das Reich geregelt. Die Ausführung liegt in den. Händen der Länder. Die Aufficht über das gesamte ÄuSwanderungewtsen wird in den Händen des ReichZamts des Aeußcrn und des Innern liegen. Die Strafvorschriften verstärken den Schutz gegen unzulässige Propaganda, d. h. gegen zede künstliche Steigerung der Auswanderung Klekae politische Nachrichten. Steuerkom.missson der Natümalvcrtammlunz. Beim Zusammentritt der Kommiisnon sprach-der Dorsitzenche Abg. Herold ferne Entrüstung über den verbrecherischen Anschlag auf d.en Finanz rntniiter Erzberger aus. Dem Bedauern schloffen sich in großer Eile der Deutschnationale Dr. Düringer und der deutsche Dolkspartetler Dr. Rretzer an. Abg. Lobe verband mit dem Ausdruck der Teilnahme eine Anerkennung für die ungewöhnliche Arbeits- kraft und das Entgegenkommen, das der Finanzmtnifter anderen Gedankengängen zollte. Lobe hob hervor, daß die Ausartung des politischen Kampfes zu dem gehässigsten persönlichsten Angriffen gegen Erzberger den Boden sürdas Attentat bereitet habe. Unterstaatssekretär Moesie dankte für die Teilnahme Namens der Regierung. Die sachliche Beratung wandte sich dann einem Antrag Rießer zu. der vor der Beratung da- Einkommensteuertarifz erst«achoerftändige anhören will, ob die Sätze des Tarif» noch als erträglich angesehen werden können, oder die„Neubildung von Kapt- tasten" für die Wirtschaft verhindert wird. Dieser Verschlep- pungsantrag wurde von Sozialdemokraten und Zentrum und vom Abg. Blun k lDem.) scharf bekeunpst, von einem anderen De- mokraten Abg. Pohlmann seltsamerweise befürwortet. Die Gegner des Antrags Richer wiesen darauf hin, daß die geplanten Steuern für die Deckung der Bedürfnisse des Reichs noch nicht reichen wer- den. Unterftaatssekretär Moesle wandte sich von� vornherein gegen die Annahme, daß etwa indirekte Steuern an Stelle dieser Einkommensteuer gefetzt werden können. Abg. Ä e t l macht darauf aufmerksam, daß England schon im Kriege bis zu 52 Vroz. bei der Einkommensteuer gegangen sei, die Vorlag« mit ihre öll�Proz. gehe also nicht zu weit. Abg. Rießer führte zur Begründung seines Antrags an, daß man gewisse. Verbrauchssteuern auf zusammengeschlossene Syndikate legen könne, die sie dann auf ihr« einzelnen Mitglieder verteilen könnten. Slbg. Dernburg stimmt ihm darin bei. Er will erst eine Uebersicht über alle Steuervorlagen der Regierung haben. In der Abstimmung wurde der Verschleppungsantrcig Rietzer mit allen gegen zwei, ein gemilderter Vermittlunzsantrag Dernburg gegen 5 Stimmen abgelehnt. Kautsky und Barmat. Luise KautSkh schreibt unS:„Als ich zur Amsterdamer Konterenz kam, kannte ich Barmat gar nicht. Er wurde mir dort als er» reicher Mann bezeichnet, der mit den Sozialliten sympathisiere und ihnen gerne Gefälligkeiten erweiie. In reinem Geschäftshause war das Internationale Bureau unter- gebracht. Im Laufe der Verhandlungen wurde einmal die ganze Konferenz von Barmat zu einem Frühstück in ein Restaurant ge- laden, nicht ich persönlich. Ich ging mit den anderen Konferenz- reilnehrnern mit. Mein Freund Haasc war übrigens nicht dabei. Mein periönlicher Verkehr mit Barmat beickranlte nck darauf, daß er sich erbötig machte, mir in seiner Eigenschaft als Spediteur be- htlflich zu fein, einen Koffer nach Berlin zu schaffen, woraus Lbri- gens zum Schluß nichts wurde. In dieser Angelegenheit besuchte ich ihn und wurde in seiner Abwesenheit von seiner Frau mit einer Tasse Kaffes bewirtet. Das war die ganze„Gastfreundschaft de» Hauies Barmat", die ich„genossen habe". Wie mein Mann, muß auch ich es ablehnen, als Zeugin für die Vertrauenswürdigkeit des Herrn Barmat herangezogen zu werden." Die Zcntralvorstände der Gastwirtsvcrbände teilen mit, daß die Zeitungenoriz, wonach der Reichswirlschaflsininister Schmidt einen Empfang abgelehnt habe, ialsck sei. Die Notiz beruht offen- bar auf Information von unbefugter Seite. Ter Minister hat lediglich erklärt, am Montag bereits Vplltg durch Konferenzen in Anspruch genommen zu'ein. im übrigen aber seine Bereit- w i l l i g k e i t zum Ausdruck, gebracht, eine Abordnung zu empfangen. �_ Wirtschaft. Die Produktion eine öffentliche Angelegenheit. In den Kreisen der Produzenten herrscht die völlig falsche Auffassung, daß das Produzieren von Gütern ihre eigene, private Angelegenheit sei. Es kommt ihnen nicht zum Bewußtsein, daß sie selbst sich nicht aus einsamen Weltmeerin sein, sondern mitten in einer großen Volksgemeinschaft befinden, der sie die eigene Existenz zu danken haben. Es steht durckfaus nicht im freien Ermessen des Emzelnen, was und wie er zu produzieren hat, sondern jeder hat die hohe Pflicht, das zu erzeugen, was für seine� Mitmenschen am notwendigsten gebraucht wird. Wer sich dem nicht, fügt, wer sein eigenes Gelderwerbs- interesse den Lebensinteressen der Volksgesanitheit voran- stellt, dem müssen Zügel angelegt werden, damft er ent-> sprechend geleitet werden kann. Der S t a a t s k o m m i s f a r für Volksernährung erläßt bezüglich der Liefcruugs- Pflicht folgende Bekanntmachung, du- mit rücksichtsloser Strenge durchgeführt werden solltet „Es hat sich rn letzter Zeit die Tatsache bemerkbar gemacht, daß viele Landwirte ihre Lieserungspflicht gar nicht oder nur überaus schlecht erfüllen. Die auf Antrag des Staatskommissars für Volks- ernährung eingesetzten Kommissionen können vielfach ihre Tätigkeit wegen des Widerstandes der Landwirte nicht ausüben. Ganze Be- zirke vollen durch„geeignete Maßnahmen" die Tätigkeit der Kom- Missionen verhindern. Ich warne die Herren Landwirte vor solchen Schritten und mache darauf aufmerksam, daß ich rücksichtslos gegen die Opponenten vorgehen werde." Höchstleistungen in der Produktion lassen� sich nicht cr-j zwingen, sie ergeben sich nur aus dem freie» Trieb. Aber Durchschnittsleistungen können erzwungen� werden. Wer sie nicht erreicht, den entferne man. und übergebe den Bodcu solchen Volksgenossen in Verwaltung, die gewillt und geeignet sind, aus dem ihnen anvertrauten Volksgut das Beste zu machen. Preiserhöhung des Stahlbundes. I» per letzten Versammlung des Stahlbundes mit Vertretern der Behörden, Verbrauchern des Handels und der Arbetowhmer, wurde der Gesetzentwurf für den in der Eisenindustrie zu bildendem SelbstverwaltungSkörper(Arbeitsgemeinschaft dos Deutschem Stahlbumdes) vorgelegt. Die Beteiligten behielten sich vor, zu dem Eutwurf Stellung zu nehmen. Die Verhandlungen werden in den nächsten Tagen cht Reichswirtschafismiriisterium fortgesetzt werden. Bei Erörterung über die Preisfrage wurde äuf die erhebliche Vermehrung der Selbstkosten himgNViesen, die durch Verteuerung der Brennstoffe, von Schrott und besonders auch'durch den starken Valutasturz und den damit zusammenhämgenden außerordeWtlichen Verlusten beim Bezüge ausländischer Erze entstehen. Es wurden deshalb folgende Preiserhöhungen als unumgänglich notwendig festgesetzt: Halbzeug um 675 M. Feineisen um 755 M., Stabeise:- um 755 M., Walzdraht um 1666 M., Grobbleche um 1050 Mv Nicke:- und Feinbleche um 1200 M., Bandeisen um 825 M. Ter Aufpreis für Siemens-Martin-Staihl, Handelsgüte, wurd� von 75 auf 250 M. erhöht. Vorstehende-Preiserhöhumgen schließen die vom 1. Februar 1220 ab erhöhte Umsatzsteuer ein. Sie basieren auf den jetzigen Kohlen- preisen und sollen, sobald diese erhöht werden, gleichzetttg eine Steigerung um 3,50 M. für jede Mark Kohlenprsiserhöhung er- fahren. Die neuen Preise sollen baldmöglichst, spätestens am 1. Februar 1220 in Kraft treten und bis auf weiteres Geltung haben. Die anwesenden Vertreter der Mittel- und Feiriblcchwerke behielten sich das Recht eines besonderen Preisauffchlagcs vor, soweit die zur Herstellung erforderlichen Vorprodukte(Platinen) in ihrer natürlichen Bsschaffenchsit nicht in genüg-emder Menge vorhanden. sein sollten. Die Notwendigkeit eines Preisauffchlages wurde allseitig anerkannt, wenn auch über das Ausmaß der©r- hohung die Anschauungen auseinandergingen. Der anwesende Per- treter des Reicht w i rt i chaftsmintste riums konnte mangels ausreichen- der Vollmacht zu den Preiserhöhungen nicht Stellung nehmen/ Die Einwilligung des Reichswirtschaftsministeriums wird deshalb ein» gcbM werden müssen. Der Haferpreis steigt weiter'. Am 3. Januar kostete 1 Zeninei 122—123 M. Lm 27.„ kostete 1 Zentner 175—177 M. Es kostete serner: Wiesenbeu der Zentner 43—47� M. Preßstr-h»„ 22-27» M. Gelbe Kohlrübe»,, 7>/z— L'/z M. Pferdebohnen„, 195—213 M. Weiße Bohnen„» 380—450 M. Die Freigabe der Rhcinflotte gefordert. In einer Entschließung der badischen Arbeitsgemein» s ck a f t der Textilindustrie werden die zuständigen Iiegierungs- stellen auf das dringendste aufgefordert, alles zu tun, um die Her- ausgäbe der von den Alliierten beschlagnahmten Rheinflotte zu er- reichen, da die Kohlenversorgung nicht nur Badens, sondern auch der dadiscken Textilindustrie des Oberlandes von jeher auf die Fluszschlsfahrt angewiesen' sei, be: den jetzigen Verkehrsverhält- nissen in noch höherem Grade. Bei einem weiteren Ausbleiben der Kohlenzufuhr sei mit dem vollständigen Erliegen der Industrie zu rechnen, wodurch Tausende und aber Tausende von Arbeitern brotlos gemacht und dem Hunger und Elend preisgegeben würden. Wenn wir produzirrcn könnten! Wie englische Blätter melden, ist ein Komitee von Farbstoff- sachverständigen nach Deutschland abgereist, um große Mengen deutscher Farbstoffe für den englischen Verbrauch anzukaufen. Das Komitee reist im Auftrage des Handelsamtes und ist � er»' mächtigi, eineinhalb bis zwei Millionen Pfund Sterling in deut- scheu Farbstaffen anzulegen. - Der Kamps um die Maschinenfabrik Obcrschönewcide A.-G. Eine Bankgruppe unter Führung der Bank Laband. Stiebl n. Co. bietet ohne Vorbehalt den Altionären einen Kurs von 200 Proz. Die!« Bankgruppe begründet ihr Vorgehen damit, daß sie die Selb» ständigkeil des Unternehmens erhalten wolle. Ein englischer Profitring! Das englische Publikum ist höchst autgebruchl durch amtliche Feststellung des Profilering- Aus- schuffes. wodurch die englischen Garnipinner gegenwärtig Gewinne zwischen 408 und 3200 Proz. einstl eichen.(Voss. Ztg.) Eix städtisches Zentralwarenhans. 12 das Licht der Welt erblickt. " 71 Die Verhandlungen im Baugewerbe gescheitert. tärische Dienstzeit beztv. die Zeit ihrer Gefangenschaft oder Internierung anzurechnen. Der Vertrag hat Gültigkeit bis zum 30. September 1920. Jm November vorigen Jahres wurde vor dem Reichsarbeits- In der Diskussion wurde allseitig anerkannt, daß die Rohn ministerium in Berlin über die Gewährung einer weiteren fommission und die Organisation ihr möglichstes getan haben Teuerungszulage an die Bauarbeiter verhandelt. Die Unternehmer Thieme gab bekannt, daß wegen der außergewöhnlichen gaben schon damals das Bestehen einer starten Teuerung zu und Teuerungszulagen Verhandlungen gemeinsam mit den kauferkannten die Forderungen der baugewerblichen Arbeiterverbände männischen Angestellten geführt werden, welche bereits diese Woche als berechtigt an, erklärten jedoch die notwendigen Zulagen beginnen sollen. In die Branchenleitung wurden die Kollegen Jedide, Oltersdorf, Horst, Leuschner, Better. Regierung den Erlaß einer Berordnung des Anhalts, daß die Bau- Müller einstimmig wiedergewählt. nicht aus eigener Tasche zahlen zu können. Sie forderten von der Sabe, Krebs, Michaelis. Herrmann und Frau Unternehmern die an die Arbeiter zu Jn Mr. des Vorwärts" haben wir uns mit dem ,,, AbBau ber Breise" beschäftigt und einen Vorschlag des Berliner örfen Couriers wiedergegeben, den Handel auszufalten burch Bildung von Konsumvereinen mit Hilfe Der Arbeitgeber. Wir haben daran anknüpfend die Soziali fierung der Waren und Kaufhäuser gefordert und begründet, auf die wir noch ausführlich zurückkommen werden mit einer Stellung nahme der Interessenten zu dieser ungemein wichtigen Frage. Nun beschäftigt sich auch Georg Bernhard in einem Aufjaz, Birtschaft und Finanzen in Groß- Berlin" in der Boss." mit der Rationalisierung der Wirtschaft, mit auftraggeber den Der Unterstellung gleichartiger Betriebe unter einheitliche zahlenden Zulagen zurüdzuerstatten hätten, soweit sie nicht Der Verband des Post- und Telegraphenpersonals( Mitgliedschaft Beitung bei weitgehender Dezentralisation und Dispositions int bie Uebernahmepreise bereits einfaltuliert seien. Da im Deutschen Transportarbeiterverband) beschäftigte sich am Sonnfreiheit für die Unterführer, d. 5. also mit der Soziali die Regierung eine entsprechende Zusicherung nicht abgab, tag in einer start besuchten Versammlung mit dem zurzeit im Reichs. terung". Bernhard fordert ein städtisches Zentral- betvilligten die Unternehmer auf die Forderungen der Arbeiter zu postministerium zur Verhandlung stehenden Tarifvertrag. Es fanden maren hali s. nächst nur eine bilagszahlung von 10 Proz, die sie vom 8. bis 10. Januar Verhandlungen statt, die jedoch noch zu Dieser Aufsatz ist höchst lesenswert, wenngleich er hier etwas bis zur endgültigen Regelung der Frage aus ihrer eigenen Tasche feinem endgültigen Ergebnis führten. Der Vertragsentwurf, der anregt, zu dem bereits die Grundlage, ein städtisches Beschaffungsnur den Deutschen Transportarbeitererband als Tariffontrahenten amt, in Vorbereitung fit. Die Mühlen des Berliner Wagistrats zahlen wollten. Das ist dann vom 11. Dezember an auch ge vorfieht, umfaßt die gesamten Posthilfskräfte, deren Zahl 100 000 moen infolge des Riesenumfangs der Verwaltung langsam. fchehen. Die Reichsregierung sollte sich so rasch als möglich über übersteigt. In den Verhandlungen, an denen auch Reichspoitminifter Hoffentlich gelingt es mit Hilfe der neuen Stadträte, eine be- die Rückerstattung der Zulagen schlüssig werden. Gicsberts teilnahm, tourde Hebereinstimmung über die fobleunigte Durchführung der verschiedenen, von den Stadtverord Am 25. und 26. Januar wurden nun die Verhandlungen vor weiteren auf den 26. d. M. vertagten Verbandlungen erzielt, neten bewilligten Neueinrichtungen zu sichern, und besteht Aussicht, dem Reichsarbeitsminifterium fortgefeßt, und zwar auf Drängen Sollten jedoch in den neuen Verhandlungen Schwierigkeiten entstehen, daß auch das Prämien fyftem für die Arbeiter, Angestellten der Internehmer, die den Anschein vermeiden wollten, als ob sie die den Abschluß des Tarifs verzögern, so ist der Reichspostminister und Beamten der Stadt zur Entschädigung derjenigen, die die Sache zu verschleppen suchten. Leider hatte die Reichsregierung gewillt, ab 1. Januar eine nochmalige 25 prozentige Erdurch brauchbare Anregungen zur Steigerung der in der Zwischenzeit über die Rückerstattung der Zulagen no höhung der Grundlöhne und der monatlichen ZeuerungsProduttivität der städtischen Betriebe beitragen, recht bald eine Entscheidung gefällt, angeblich weil alle Kabinetts- aulage als Abschlagszahlung auf die Lohnfäße des neuen Tariss zu gewähren. fizungen durch wichtigere Fragen vollauf in Anspruch genommen Beiter beschäftigte sich die Versammlung mit der Schaffung wurden. Die Verhandlungen kommten infolgedessen auch diesmal eines Agitationsfonds. Es wurde befchlofsen, zu diesem nicht zu Ende geführt werden. Die Arbeiterverbände haben, ent- 3wede ab 1. Februar obligatoriid eine Agitationsmarke in Höhe fprechend der feit Dezember eingetretenen weiteren Berteuerung. bon 25 Pfennig einzuführen. Um ein Stammkapital zu schaffen, ihre Forderungen wesentlich erhöht. Sie hielten eine 3ulage sollen die auf den einzelnen Bostämtern bestehenden Agitationskassen von 2 Mart die Stunde einschließlich der im Dezember be- 25 Broz, ihres Bestandes an den Agitationsfonds abführen. or einigen Wochen wurde über das zwischen dem All- reits gewährten Zulagen und der auf Beschluß der Zentralarbeits- Hauptfaffierer wurde Frizz Engel. als Revisoren A. Schlawis, metroen Deutschen Gewerkschaftsbund und den skandinavi- gemeinschaft zu gewährenden„ Kartoffelzulagen" für angemessen. W. Thielmann und W. Böhlke gewählt. ichen Gewerkschaften zustande gekommene Kreditabfommten Für die Großstädte follte noch eine besondere Zulage von einen Vortrag über das Betriebsrätegese Gin von radia Zum dritten Punkt der Tagesordnung hielt Abgeordneter Bender von mehreren Millionen Kronen berichtet; durch dieses Kredit- 30 f. für die Stunde vereinbart werden. faler Seite eingebrachter Antrag, der gegen die Annahme des Ges abkommen wird die deutsche Arbeiterschaft, dank des Ver- Die Unternehmer boten eine Zulage von 25 Proz. auf die im feszes in der Nationalversammlung protestierte, wurde mit übertrauens, das die alten Gewerkschaftsführer in der gemerf- August 1919 vereinbarten Löhne. Diefe 3ulage follte aber wiegender Majorität abgelehnt. chaftlichen Internationale genießen, große Bosten wich erst gezahlt werden, nachdem die Reidsregierung Bureaudiener, Fahrstuhlführer und Wächter aus den Ver tige Bekleidungsgegenstände und Lebensben Unternehmern durch Erlaß einer Verordnung nicherungsgesellschaften! Am Sonnabend, den 31. Januar, nachmittags mittel zu Breijen erhalten, die sich infolge der Ausschal- bie Rückerstattung der aufzuwendenden Summen 4 Uhr: Versammlung bei Wegener, Sendelstr. 30. tung des Zwischenhandels wesentlich billiger gestalten dürften. garantiert hätte. Auf eine so unsichere Bereinbarung wollten Wie die B. P. R." von beteiligter Seite erfahren, hat und fonnten sich die Arbeiterverbände nicht einlassen. Auch war Dieses erste Stüd praftischer Gewerkschaftspolitik nunmehr ihnen die angebotene Zulage angesichts der ständig noch steigenden eine besonders großzügige Fortsetzung und Ausgestaltung er Teuerung viel zu gering. Daran sind die Verhandlungen abermals fahren: Ein schwedisches Kreditinstitut ist an die Führer der gescheitert. deutschen Gewerkschaften mit Kreditvorschlägen herangetreten, die zur Gründung einer Deutschen Oefonomie. gesellschaft G. m. b. 5." geführt haben, welche bereits in Tätigkeit getreten ist. Die Gründung einer G. m. b.. eripies fich für die Gewerkschaften sowohl aus juristischen wie auch aus kaufmännischen Gründen notmendig. Als Grundkapital der Gesellschaft sind 30 000 M. als ausreichend befunden worden, da sie sich vornehmlich als clearinghouse" betätigen wird. Gewerkschaftsbewegung Praktische Gewerkschaftspolitik. " " Große Kredite werden der Deutschen Dekonomiegesellschaft für den Einkauf von Rohstoffen, Lebens mitteln usw. zur Verfügung gestellt: Dadurch wird nament lich der an Arbeitslosigkeit noch immer starf leidenden Ter tilindustrie Arbeitsgelegenheit verschafft werden und die bier berarbeiteten Waren werden der bedürftigen Bevölkerung zugute fommen. Streit der Buchdrucker in Posen. Wie aus Pofen gedrahtet wird, sind dort sämtliche Seger und Buchdrucker aller deutschen und polnischen Buchdruckereien, einichließlich derjenigen beim Bosener Ministerium und beim General Kommando, in den Ausstand getreten. Infolge der fortgefeßten Steigerung der Lebensmittelpreise und der bedeutend höheren Löhne der Warschauer Berufsgenossen glaubten die Posener, die gegenwärtig einen Wochenlohn von 162 bis 180 M. erhalten, ebenfalls eine 2ohnerhöhung von 100 Bros. fordern zu dürfen. Sie warteten eine für Sonntag, den 25. d. Mts., in Aussicht genommene Besprechung mit den Arbeitgebern vor dem Tarifamt nicht ab, sondern traten in den Ausstand. Infolgedessen erscheinen die deutschen und polnischen Zeitungen nicht, sondern beschränken sich auf die Herausgabe gemeinsamer deutscher und polnischer Depeschen. organisationen. Als Friseurgehilfen. Generalversammlung am 29. Jan., abcnds 7, Ur. Engelufer 15, großer Saal. tag, den 29. Januar. Fachgrubbe 7( Angestellte der Baren- und Staui Zentralverband der Angestellten. Bersammlungen am Donners bäufer, Svezialgeschäfte) abends 7 Uhr, Zebrervereinshaus, Alexandervlak. Fachgruppe 10( Angestellte der Bekleidungstonfeflion) abends 5%, Uhr, Schulbeiß- Ausschant. Neue Safobftr. 24/25. Fachgruppe 13( Sektion Chemischer Großhandel) öffentliche Bersammlung abends 7, 16r inj Dresdener Staino, Dresdener Str. 96. Jugendgruppe, Versammlung ber jugendlichen Betriebsvertrauensleute abends 7%, Uhr Haverlands Festjäic, Rene Friedrichstr. 35. Parteinachrichten. Vorwärts" bom 19. Januar 1920 fandte uns Riebeling Bestellte Opposition. Zu dieser Notiz in der Abendausgabe des unter den 20. Januar 1920 eine Berichtigung, in deren fachlichem Teil ausgeführt ist: Es ist nicht richtig, daß ich im Margist" in dem von Franz Arliger angezogenen Artikel„ Storruption in der G. P. D." Das Auftreten Kuttners in der Funktionärberjammlung Fidicinstraße als„ bestellte Opposition" bezeichnet habe. Artikel des Margisi" der Name Suttners direkt nicht genannt M Es ist nicht richtig, daß überhaupt von jener Parteifunktionär Um eine gerechte und zweckmäßige Verteilung der einTonferenz die Rede ist. Es ist schließlich auch nicht richtig, dat geführten Rohstoffe bzw. der verarbeiteten Woren zu sichern, ich icinerzeit unter„ falscher Flagge Versammlungen einberufen babe. ist die Gesellschaft auf deutscher Seite aus je einem Vertreter Wahr ist vielmehr, daß der Artikel ,, Korruption in der S. P. D." der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber pari- Tarifabschluß für das gewerbliche Personal der Kriegsbont Dr. M. Bekori tätisch zusammengesett, und zwar aus dent Vordas Pseudonym zu Lüften fommt bald! mit feinem Wort den Namen Huttners erwähnt. thenden des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes In einer am 26. Januar im Königstadtkasino tagenden Ver Wir haben uns inzwischen überzeugt, daß in dem betreffenden Carl Regien für die eine und aus dem Syndifus der sammlung beschäftigten sich die gewerblichen Angestellten der Kriegslächsischen Zegtilindustrie Dr. Roitsch Chemnitz für die organisationen Groß- Berlins nad) einem mit reichem Beifall auf wird. Es ist jedoch in Bezug auf die Funktionärbersamm andere Seite. Ferner gehört der Bankdirektor Olof Eschberg genommenen Referat oIters über das Betriebsrätegefez mit Tung in der Alten Jakobstraße von bestellter Opposition" Stockholm, der die Kredittransaktion vermittelt, der Gesell- dem nenabgeschlossenen Tarifvertrag. Im vorigen Jahre war es die Rede, die mit unbeschränkter Rebezeit habe sprechen können. mur möglich, durch Verifigung des Finanzministeriums allgemeine Nach dem tatsächlichen Verlauf der Versammlung können mit dieſen idjaft an. Richtlinien für die Entlohnung des Personals zu erreichen. Worten nur die Reden von den Genossen Kuttner und Dr. Caspari Dieses zweite Kreditab kommen mit Standinavien bildet Durch rege Agitation war es der Organisation, dem Deut in feiner Weise eine Beeinträchtigung, sondern mir eine Ans- fchen Transportarbeiterverband möglich, eine gefchloffene Front gemeint fein. Die Zurüdweifung des Vorwurfs beftelter Oppofigestaltung des ersteren: Um jede Möglichkeit einer für die herzustellen und dem Finanzministerium, sowie dem Steuer Aus- tion durch Genoffen Ruttner war daher durchaus berechtigt. ikandinavische Arbeiterschaft unliebjame Konturrenz auszu- fuß der Geschäftsleiter der Kriegsorganisationen einen allgemeinen ichließen, welche durch ihre Gewerkschaften ein so vornehmes Tarifvertrag einzureichen und zum Abschluß zu bringen. Horst Beifpiel internationaler Solidarität gegeben haben, ist be- erläuterte den neuen Tarif, wonach für die männlichen Boten ein schloffen worden, die skandinavischen Gewerkschaftskredite zum 275-350 M, für die jugendl. männlichen Angestellten Löhne von monatliches Gehalt von 390-475 M., für die weiblichen Angestellten Einkauf von Fertigwaren oder Lebenswöchentlich 30,- bis 75,- Mark und für jugendliche weibliche Anmitteln zu verwenden, während die zweiten Kredite haupt- gestellte wöchentlich 30,- bis 55,- Mark tariflich festgelegt wurden. sächlich für den Einkauf von Rohstoffen benutzt außerdem erhalten die Reinmachefrauen pro Stunde 1,50 Marf werden. Daß der Gewerkschaftsbund bei dieser Kreditver und alle Angestellten noch Teuerungszulagen von 10 und 15 Broz, mittlung fich im Einvernehmen mit dem Deutschen Tertil- mindestens 30,- und 50,- Mart pro Monat und Kinderzulagen arbeiterverband befindet, ist selbstverständlich. Der Gemert- von je 25, Mark. Beim Abbau wird den Angestellter schaftsbund hat den Blan erst zur Ausführung gebracht, nach eine Entschädigung gezahlt und zwar für Verheiratete ein Monatsdem der Borstand des Tertilarbeiterverbandes ihm zuge- lohn, für Unverheiratete über 18 Jahre ein halber Monatslohn und stimmt und die Verbindung mit den Textilindustriellen ver- und gleichwertige Angestellte, soweit diefe Perfonal zu leiten oder für Jugendliche ein viertel Monatslohn.. Botenmeister, Kassenboten mittelt hatte. Von beiden Seiten hofft man, für unsere zu beaufsichtigen haben oder mit besonderen Dienstleistungen be Bolkswirtschaft im allgemeinen und insbesondere für die fraut find. erhalten Zuschläge, beren Höhe einer Vereinbarung Textilindustrie und ihre zahlreiche Arbeiterschaft nützliche zwischen Gefchäftsleitungen und Arbeiterausschüssen überlassen ble br. Arbeit leisten zu können. Den Kriegsteilnehmern, Kriegs- und Zivilgefangenen ist ihre mili MÖBEL Tischlerei. F. Kernien, Neue Königstr. 19 b. Gegründet 1894. 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