Dr. 31. 87. Izchrg. vezuftSpretS> etnMfSDTi»ISO JSt, mmattvo M. tni in* Kau», uovaus mhtdar. Bojd- btmn Monatlich C50 Ml. e�fL Sil- IlÄiüqok.bichr. Utuct Sirrtttboub mt •PrmfdjlonS und Oeftmtiich-Uniac« 775 Ml. fßi de» UBtigt Ausland Ü— Mt» bti tä« IM tmnta U Zustellung JO�- m+«aIuM-«aff(fcIo» Post- diliellungen nehm™ an Sänfmail, Holland, aactatburg, Schweden und dl» Schweiz. Eingetragen in die Post- Leitung»- Breielille. Der»Lorwatte- mit der eenntag». betlag!.Volt». isrit� ericheint uoche-.»- täglich.uneimal Sonntag» einmal. retegramm-Adreffe »»»glaldnmotrot vsrNer-. Abend-Ansyabe. Derliner Volksblstt �?S5»?snnkg) BnzeitttnprciS» Dir achtaelpolienr Nonyaitillrzrll« lviirl 2.— R., Trurrnngszuschlag W/. .ftiaiae llluzeigeu". In» iett» gedtueftt Morl 75 Psg. sznUiljsg z»ei letiged ruckte Worte), irdie weiter« ZSoei SV Pfg. Elellengrsuchr>ull> Schlatstellenaiizeigen da« erste Wort «5 Psg. iedr» weitere Wort 43 B?ii. Worte vder tS Buchiraden zählen lur zwei Worte. Trucrungszuschlag M«/». Familien- Anzeigen, volttilche inld gewertichostliihe Verein»-Axieijra S.— Mt. die Aeile ohne Änffchlag. Antrizen fllr die nächste vtunmier Niilssen bi« S Ahr nachmittax» im yauptgeichilft. Berlin LW W. Linde». strose S. ndgegedrn werden. Deästnet von S Uhr früh bi» 5 Uhr abend*. Zentralorgan der fczialdeirsohrattfchen partel Deutfchtandd Keüaktio« und Ezcpeüitios: SW. bS, Linöenst?. Z. slernivreiiierl«m, Martbblatz, Str. lS»v0—»älS7. Mettwoch, de?! 88. Januar 11*80. Mißverstanöene höchstmieten. An die Spiye gehört: die preußische HZchstmicten Verordnung(HMV.> will den bestehenden Mieterschutz er höhen. Nur dieser Wille ist ihr DasetnSrecht. Denn die für das Reich geltende Mieterschutzverordnung(MSchV.)(Z ba) gestattet den Ländern Sonderrecht nur zur Abstellung außer- gewöhnlicher Mißstände als Folgen der Raumnot. Jede Bestimmung der HMV. muß daher, um gültig zu sein, als ver- verstärkter Mieterschutz gewcrtet werden können. Die HML. vom 9. Dczenibcr l913 will Höchstpreise für Mieträume schaffen. Gemeindevorstände und Ausschüsse von WohnungSverbändensind damit betraut. Eine Zwangsgrenze soll sein für künstige Steigerungen, aber darüber hinaus eine Zwangt ermafstgung für gegenwärtige Ueberhöchstmietcn. Der Grund- gedenke: eine Generalkorrektnr der Sprüche der EinigungL- amter und der außeramtlichen PrciSabreden in Form einer Höchstebnung. ein Auskehren alles Wucherverdächtigen. Der Mang ist gut. WaS find aber Weg mtd Wirkung der Verordnung? Der Minister will— das sagt er im KuSsührungserlaß — 1. keinen Zuschlag über 15»— 20 Proz. zur Friedensmiete dulden. Eine entsprechende Ermäßigung der Unzahl höherer Mieten wäre die Folge. Insoweit ist die Verordnung zweifel- loS Schutzstärkung der Mierer. Der Zuschlag von 15 biö 2t) Proz. ist aber L. nur ein Teil zuschlog. Denn wenn der Vermieter mit den so begrenzten Einnahmen nicht auch die not» wendigen Reparaturen am Hause oder in den Einzelräumen bestreiten kann, so können die Kosten dafür auf die Miererschast des Hauses oder die einzelnen Mieter sür bestimmte Zeiten umgelegt werden. Die Umleg barkeit der Kosten aller Reparaturen ist «ach dem AussührungSerlaß nicht zu bestreiten. Hier gibt der Minister den Vernnetern den guten Rat. ste sollten in ihren Verträgen nicht mehr die Mieter zu Trägern der Re- Paraturlast machen, denn daS ivürde(noch§ 8, Abs. 2) künstig wie eine erhöhte Mietezahlung angeschen werden und zur Minderung der eigentlichen Miete dann führen, wenn die Gesamtleistung des Mieter» die Höchstgrenze übersteigt. Dieser Gefahr der Mietekürzung entgehen, so meint der Minister, die Vermieter, wenn sie die Abwälzung der JnstandhaliungS- psticht nicht schon im Vertrage vornehmen, sondern sich erst im Lause der VertragSzeit sür die eirizelnen notwendig wer- denden Instandsetzungen mit Hilfe des EintgungsamtL bezahlt machen. Dann zahlt z. B. M. für seine Zweizimmerwohnung im Fnedensjahreswert von 500 M- nicht mehr 050 M. wie bis- her. sondern nur 500+ 20 Proz.— 1 COO M. Während er aber bei 650 M. die Instandhaltung der Wohnung auf Kosten des Wirts verlangen konnte, gehen die Reparaturen, die er bei 600 M. verlangt, auf seine eigenen Kosten. Größere Zuschläge für Reparaturen(Dachstuhl, Fassade) würden natürlich auf mehrere Jahre verteilt werden. Kein Minister wird uns klar machen können, daß unsere im Kriege verwahrlosten Kleinwohnungshäuser mit JahreSzuschlägen von weniger als 50 M. für die Wohnung renoviert werden können. An Stelle der 50 M. tritt also gewiß, nur ungewiß wann und wofür, ein ungewiß wieviel höherer Zuschlag. Die Gefahr vor ihm lastet auf der Wirtschast des kleinen ManneS und macht ihre Planmäßigkeit unmöglich. »Unerträglich hohe Zuschläge dürfen dem einzelnen jeiveiligen Mieter nicht zugemutet werden*, sagt freilich der Minister. Immerhin also soviel, als der Mieter nach der(immer oberflächlichen) Schätzung des EinigungSamts vertragen kann. Die Folge ist. daß der Kleinmiete: entweder selbst die Reparaturen bezahlt— und die Erlaubnis dazu hätte ihm der Wirt auch ohue die H. M. B. erteilt— oder daß er in seinen verwahrlosten Räumen ohne allen Widerspruch bescheiden weiter haust, damit nur sa nicht der Wirt von der scharsschneidigen Reparatur- Umlage de« Z 10 Gebrauch mache. Kein Gedanke, daß daL Vertrauen in die Fürsorgestelle de« Wohnungsamts gestärkt werde. Dies kann zwar(nach Artikel 6. ß 3 Preußisches Wohnungsgesetz) den widerstrebenden Wirt zur Beseiti- gung von erlieblichen Wohnungsmängeln zwingen und aus seine Kosten auch selbst notwendige Arbeiten in Austrag geben— aber der' Notschrei de« Mieters nach Ab- Hilfe bei der Wohnungsinspektion würde fernerhin nur zur Folge haben, daß derselbe Mieter über eine Weile die Zeche be>m EtnigungSamt zu bezahlen hätte. Dies ganz gesährliche Doppelgeficht der Verordnung hat der Wohnungsverband Gr o ß- B e r l i n scharf er- kann! und ohne da« Gesetz zu verletzen, einen AuSweg gefunden, � wofür ihm alle Mieter größten Dank schuldeten. Er hat seinen Höchstzuschlag in einen Grundhöchst- und in einen Reparatur- höchstzuschlag zerlegt. Jeder soll die Steigerung der Hypotheken- 1 zinsen und der sonstigen laufenden Abgaben abgelten, dieser die Steigerung der Kosten für die geivöhnltchen Reparaturen. Dieser ist ans 15 Proz., jener cur 20 Proz. festgesetzt, der Gesamthüchstzuschlag also ans 35 Proz. Ter Inhaber der KOO-M.-Wohnung könnte also höchstens bis 675 W. gesteigert werden; dafür scheidet aber eine wettere Zahlungöpflichl zu Rcparainrzwellen so gut wie aus. Denn das Einigungsamt wurde de» Vermieter, der trotz der 675 M. eiae Sonderzubuße sür eine bestimmte Reparatur erheisäst, regelmäßig auf den allgemein zugebilligten Reparaturzu- schlag von 75 M. zu verweisen haben, der sich, sofern eine größere Renovierung nötig ist, als jährliche Amortisation der Kosten dafür darstellt. Im Interesse der Wohnungspflege würden die Einigungsämter den Neparaturzuschlag(1o Proz.) in der Rege! wohl ganz erschöpfen, dagegen den Grundzuschlag (20 Proz.) nur bis etwa 15 Proz. Die Regel wäre also eine Mehrzahlung von 30 Proz. gegenüber 1311, von 650 M. also gegenüber 500 M. Dieselbe Mieterschaft, die am 4, d. MtS. im Lustgarten da? Danacracschenk der in ihrer Doppelzüngigkeit völlig miß- Verstandeneis HMV. bejubelte, hat mit Streit gedroht, wenn nicht bis zum 30. d. MtS. der Beschluß des Wohnungs- verbandsauSschnsses(20+15 Proz.) aufgehoben wäre, durch den die Verordnung ihrer Gefahr sür die Mieter tatsächlich entkleidet worden ist. So ist der E i n s P r u ch, den der Oberpräsident gegen jenen Beschluß erhoben hat, der Regierung von einer betörten Mieterschast besonders leicht gemacht worden. Sache der Mieter wäre es, sich von einzelnen Führern nicht länger in die Irre.leiten zu lassen und folgenden Standpunkt ein- zunehmen: 1. Wir protestieren donegen, Träger de?»ndestimmt hohen ReparaturrisiloS zu sein. Wir fordern eine» von vornherein bestimmten H ö ch st s a tz, mit dem wir an den Reparatur- losten besetligt sein sollen. 2. Statt der Arbeits lraft, die den Ein ignngSämtern mit der Umlcgnng der Kosten den unxäblige-r Neparaturen aufgebürdet werden würde, wünschen wir die Wohnungsfürsorge ausgebaut, damit cin schleuniges Mahn- und JwangSber- fahre» im Falle versagter Reparatureu möglich ist. Die ZwangSfursorge des Wohnunasarnts wäre durch einen Ausbau des preußischen WohnungSgesetzes vom 28. März 1918 auch gegen größere Wohnungen mobil zu machen. Dann könnte doS EtnigungSamt, wenn eS den Reparaturenzuschlag voll zuerkennt, dies in der ruhigen Er- Wartung tun, daß das Wohnungsamt die Erfüllung der mit dem Zuschlag verbundenen Pflichten überwadjt. Für die vom Wohnungsamt in Auftrag gegebenen Reparaturen müßte freilich die Gemeinde durch„Neparaturenbypotheken" sicher- zustellen sein, denen der Gesetzgeber den Vorrang vor allen anderen Hypotheken zu geben hätte.') Wenn damit neben- her der Anreiz zur Verschuldung der Grundstücke geschwächt würde, so wäre das ein zu begrüßender Ncbenerfolg. Die Schöpfer der Verordnung werden gut tun. die ganze Maschinerie der Einigungsämter, die alle auf die Gültigkeit der Höchstzuschläge warten, nicht länger lahmzulegeu und cs sich gefallen zu lassen, daß der problematische Kampf gegen den Reparaturstreik zu einem glücklidhmn Ausgang geführt wird, als dazu, daß man den Mietern das ganze Risiko der Reparaturen aufhalst. Denn das schüfe nur einen neuen Streik. MagrstratSassrssor Brumvh, erster Vorsitzender de» EinigungSamts Neukölln. Die Partei Meucheimoröer. So viel die von der Schwerindustrie gekauften reaktionären Blätter umzufälschen verstehen, es wird ihnen nicht gelingen, die unmittelbare und alleinige Schuld an dem Attentat auf Erzberger von sich abzuwasck«». Jede» Mittel schamlosester gemeiner Hetze war ihnen reckst, nicht nur in Worten, sondern auch in Bildern, deren aufreizende Gemeinheit keiner Steigerung mehr fähig war. Vor uns liegen die„Bilder zur Zeitgeschichte*, die Illustrierte Beilage der„Deutschen Tageszeitung" vom 17. Januar d. I. Die volle erste Serie nimmt ein Bild ein. das der übrigens sehr' mäßige Maler Rothgängel vor brocken hat. Es stellt zivej Gruppen dar, deren eine aus Lloyd George. C l e m e n c e a u. F o ch und Erz- b e r g c r besteht, während die andere die borniertesten Tvven vergavgene'� preußischer Offiziershrrrlichfeit veranschaulicht. Im Hintesgrunde ist der Londoner Tower als Gefängnis sür die AuLziü'.efexnden zu scben. Mit höhnischem Lächeln ladet Erzberger die deutschen Offiziere znr G e f a n g e n s e tz u n g ein. Für dieses Beispiel von Presseverlumpirng gibt es keinen MilderungSflnind. weder eine politische Ueberzeimnng noch ein Zustand von Verbitterung: es ist eine kalte Schurkerei wider besseres Willen und von unmißverstäirdlicher Absicht. Der Attentäter war ein junger Offizier� und wir finden nichts in dem überreichlichen Belastungsmaterial gegen die alldeutsckie Presse, das so wie dieseS Bild geeignet ist. geistesarme Opfer solcher Presseerzeugnisse zu Asfekten hinzureißen. Die„Deutsche Tageszeitung" trifft neben der„Deutsckxn Zeitung" die Hauptschuld an der Stimmung, die das Attentat zur AuS- lösung brockte. Die rechtSstrHenbe Presse bemWt sich kvanmpfhgst,«gchzw-, weisen, daß die Sozia ldemokr-rt!« kein« Ursache zur Beschwerde i habe, weit sie selber de iiMaucholmord verherrliche. Plötzlich taucht •) Näheres S. 37 f. meine» im Jndustrieve-rlag erschienenen Kontmeirtar». Vonvarts-Veriag G.m.b. H.» SM. SS, Linöenstr-2. fkerninerch«! Sun Mortvpia», Rr. 117.1»— Qt. eine GeZ'ch-chte auf von einem offiziellen PenteiMendet�«t dem .Fahr für Jahr alle lltwntÄer gegen StaMSoborHäupter ver Herr- licht würden". Diesen,.Bwtkaienber", von dem jetzt»Deuriche Zailimg" und„NeichöKote" febitn. hat aber rant doi? schlechte Ee- wtffen der Partei Meuchelmörder erfunden,«S gibt einen offiziellen Parteikalender überhaupt nicht. Dw „Tägliche Rundschau" zittert einen Ausspruch dos Genossen Büchel in einer P ro!e j ive rsamm tu ng gegen den Hüchenbungrummst vom Aovemt>er vorigen Jahvkö utld behömptct, die liaikssliehende Prasse hätte hiergegen keinen Einspruch erhoben.?Vir stallen fest, tax «uch daS eine Uniuoljrheit ist In Sir. BÖS des.VoNväriS" vom 20. l'tovomber ILlö steht wörtlich, dag wir diese redivevische Ewt- gleismrz schärsstenS mißbilligen. Die Partei JKauchdl- Mörder muß sich schon bessere Lügen ausdenken. Em Echo zu öem Ns?öakschwg. Wer das Treiben unserer akademischen Jugend undor- eingenommen beobachtet, dem müssen sich mitunter schwere Besorgnisse um die Zukunft aufdrängen. Denn eS ist kein Ziveifel. daß ein großer Teil der jungen Studierenden völlig in nationalistisches Fahrwasser geraten ist. Die Gründe hierfür brauchen nicht cinma! unehrenhafter Natur zu sein: die Erbitterung über den verlorenen Krieg, bcsscn Ursachen zu erkennen sie nicht die genügende Reise besitzen. Abneigung gegen eine S t a a t S f o r m. die ihnen neu ist und die ihre Vorfahren zu de- kämpfen als ihre wesentliche politische Aufgabe ansahen, der Aufstieg der Arbeiterklasse, in der sie mit uner- Werteter Plötzlichkeit geistig gleichstehende Mitkömpfer erblicken— daS find einige der Beweggründe, welche der Reaktion auf den Universitäten den Sieg erleichtern. Um so erfreulicher ist cS, wenn auS den Kreisen der Jugend heraus mit Energie der Kamps gegen die finsteren Gewalten ausgenommen wird. So geben wir im folgenden die Meinung eines jungen Studenten wieder, die treffend die Empfindungen derer wicde: spiegelt, welche die Nealtion nicht ganz leicht in ihre Stehe einfangen dürste. Die Zufchrist lautet: Die dentßhnationole Presse wird natürlich zu dein ErKevger. Attentat.Bravo' schreien und den Altentäter einen Held preisen, Mag ste ej tun. Die Deutschnatianalen waren von jeher GewaltSmenschen. die da», was ihnen au» irgei'dtvslchen sekhstoerständlichen Gründen vovcnihalten wurde, sich selbst mit Gewalt holten. Erinnern wir unS«m die vielversprechandc n Reden Tirpitz', an daS selbstbewußte und ousveizende Ans. treten Helfserichs und LudeudorsfS im UntersuchimgSauS- fchusi. Denken wir ferner jene» KaustschlagS des General Hofs- mannß bei den Brcst-Litowökcr Verhandlungen in Gegenwart der russischen Vertreterl Jener ftaustschvag lebt m dar russischen Geschichte weiter und erschn>ert die Anbahnung unserer gegen- ßmigen Beziehungen. Gewakt erfordert Gewalt. DeSbalb weichen diese und all« vorherigen Handlungen ähn- ttchsr Art, wie der Fall A r c o, nur unfern Willen stärken, die Wächter der deutschen VokkSsreilstit zn sein. Die Republik ist in Gefahr! Mag uns dieser vielbedeutende Satz Tag und Jkacht im Gedächtnis bleiben. Gill et doch die Freiheit zu schützen. Wenn man früher bereit war. seine Knochen für die Vaterland«- Partei zu opfern, so muß der Wille, es für Bruder und Schwester z» tun, doch diel größer sein. DvS«nag man ewig im Luge halten! Dieses Echo auS den Kreisen, auf deren geistige Bc- herrschung die Parteien der Reaktionäre bisher besondere Ansprüche geltend gemacht haben, dürste diesen nicht sehr angenehm klingen. Es ist zu hoffen, daß eS in den Herzen der Jugend einen lauten Widerhall erivecken und recht vielen die Augen darüber öffnen wird, in wessen Ge- folgschaft unsere Jugend sich zu begeben in Gefahr war. Pie Mordtat, als deren intellektuellen Urheber die Kreise um H e l f f e r i ch trotz aller AbleugnungSversuche zu gelten habe» und Vor der Geschichte gelten werden, wird in weiten Kreisen deS Volkes eine bessere Aufklärung über die infame G c- s i u u u n g jeder G e! d s a ck st ü tz e n verbreiten, als eS cin noch so schön ausgcarbetreteS Flugblatt Helsserichs zu tun vermochte. ErZbsrgtt's Sefinölm. NeichSfinenzwiaistcr Erzbcrzer hat in der Rocht zu Mittwoch biS 4 Uhr mit serivgr« Uutrrdrechunzen zefchlofc«, bau» setzte» wieber Herzbeschwerden ein. P schichte dieser Fälschimg zu erzählen. Der Fälscher ist ein gewisser, sich Journalist bezeichnender Charles Bruno Rhodin, dar wine Fälschung bereits eingestanden hat. Während d?S Krieges war Rhodin in xwei/elhafter.Stel- lang für- die beiÄsche Regierung kt Brüssel tätig. Nach dem .Krieg?- ging eS ihm schlecht. Da las Rho-din in den Zertlmgen von den Streitigkeiten«m Sklarz. Er glaubte, daß sich hierbei etwas verdienen lretze. ging kurzerhand zu Heinrich Sklarz und bot ihm angeblich belastendes Material, das er in Kopanhapeu gegen Sklarz hätte, zum Kauf von oOOO M. an. In Wirklichkeit hatte R h od in gar kein Material. Sklarz lehnte den Ankauf ab, weil es keinerlei belastende Schriftstücke derart, wie Rh»diu be- dauptste. gegen ifox geben könne. Darauf ging Rhodiu zur Gegenseite. Er begab sich in das Korrefpondenzburean von So cha cz ews ki'und verlangte hier 000 M. für fem anAebliches— in Wirklichkeit nicht vorhandenes--- Material. Sochaczewski war sofort mit Freuden berc it. d a S Material zu kaufen, wem: Rhödsn ihm belastendes Material gegen Scheideman n. Grasen Rantzau, und sruberc Führer der M gierung bringe. Bei dieser Unter- «düng war ein Manr�zugegen, von dem Rhodin glmcht, datz es der Abgeordnete Äavidsohn war, genau weiß er es jodorb nicht. Am nächsten Tage wurde Rhodin einem Herrn RütgerS, einem angeblichen Neffen SochaczewSkis. vorgestellt, der ihn ops der Reise nach Dänemark begleiten sollte. Socha- czewski besorgte die Billetts und trug auch die Reisekosten. In Hadersleben blieb Rütgers zurück, während Rhodin War die Grenz? fuhr, angeblich nach Kopen- Heyen, iun drnn- zu-weit ging. Das Freudenmädchen wird siegen. Wird sie? ?ftau von Pommera-ze gibt daZ Geheimnis Henrietten» kanaSlö» »reis. Henfteite will den Tod. Der Slarouis nimmt sie aber in die Arme. Er verzeiht alles, weil er alles versteht. Man sieht, datz Diderot in seiner Zeit kein« großen Schmie-? rigfeücn hatte, um eine siituche Ungerechtigkeit gu�umacheit. Carl Sterncknm verliebte sich tvahrschainlich iy diese« Stoff, weil tr teute so vm-llatzn etwas dünn und etwas dumm geworden ist. Das klingt allsss.wkzrn man das falsche, mit Bewußtsein und Bestbetik gerälscht« Deutsch Sternheims wexnimmt, nach her Birch-Pftifser und ihrer ihervkiche« Sippe. Es rkt also- was gefäll:. Herr Conrad Beidt spielte.den hochherzige» Rarqni» nicht j» Stile de» achigehsten Icchrhundart?. sonders eher als eine« Zu ben„Cuthüllungen" Davids o�ns über Varmat' erhalten vir folgendes weitere Tslegraninr des Gsneralfekre» tärs der holländischen Partei Genossen Mafthyfsn: Im Besitz des vom Genossen Davidsoh,: verfahte« und vcr-. öffeutlichten Briefes, in dem«r ein Urteil einiger namhafter holländische? Sozialdemokraten über den Herrn Barmet virder- gibt und deffeu Verhältnis zur hollöndischeu Partei kritisiert, habe ich bei den von Davidsohn geuanutcu Genossen de R o h d e, Ces. redsktcur von„Het Boll", stimmen, Sekretär des Intcraatim aalen Gewerkschaftsbureaus, und Polla! junior, Redakteur von »Het Volk", eine Jnformatlon eingeholt, aus der hervorgeht, dag Davidsohn von seiner Unterhaltung mit genannten Herren eine durchaus falsche Darstellung gegeben und dadurch auch ohne Grund und mutwillig dir Partei bloßgestellt hat, welche mit Herrn Barmat wegen Finanzierung eines Teils unserer Presse in Berbindung steht. (sö war D a v i d s o.h n, dej sich ungünstig ausließ und allerlei Beschutdigungrn und Anwürfe gegen die deutsche und holländische Partei und gezen Barmat vorbrachte. De Rohdc war nicht, wie Davidsohn behauptet, gerade im Be. griff, sich zur Reise»ach Berlin sertiiu«« scheu, S« dem Zweck, „sich den Herrn Barmat in seinem Berliner Milieu etwas näher anzusehen", sondern er hat erklärt, datz er sein Urteil über die durch Davidsohn erwähnten Tatsachen und Derhältnissc so länge aussetzen wolle, bis er gelegentlich seines Berliner Besuchs zu einer persönlichen Untersuchung Gelegenheit gehabt haben würde. De Nohdc fügte hinzu, daß ihm bis dahin auch nicht durch Barmats Feinde jemals eine Tetsache genannt worden ist, die zu einer sittlichen Verurteilung von dessen Persönlichkeit Anlaß geben könnte. Tie erwähnte» Befchuldizungr» betrafen freilich nicht nur die Unwahrscheinlichkeiten, welch- Tavidfsh» über Barmats Tätigkeit in Berlin erzählte, sondern Davidsohn äußerte euch Borwürfe gegen viele Führer und gegen dir Politik der deutschen Partei, die derart waren, daß de Ltohde sehr erstaunt war, als er auf eine dfesbezügliche Frage zur Antwort erhielt, daß Davidsohn selbst zur MehrheitSpcrtei gehöre. stimmen bestreitet bestimmt, die in Dovibsohns Brief hervorgehobene Brrachtnng Barmats jemals aus- gesprochen zu haben, und erklärt, z» einer solchen Verachtung auch izar keine Beranlasfung zn haben. P o l l a k berichtet?. ir, datz es David söhn selber war, der die Furcht aussprach, daß auch die holländische Partei durch Barmat korrumpiert sei oder worden würde, worauf Pollak ant- wartete, daß er dies für unmöglich erachte, datz er es aber für seine Pflicht halte, sobald dafür jemals irgendein An» schein sich ergeben sollte, dir ganze Partei zu alarmieren. Irgendeine Tatsache wurde von Davidsoha für feine Behaup- tungeu nicht beigebracht. Hieraus geht hervor, daß Davidsohn e�ine seiner fixe» Idee tendenziös angepaßte unwahre Dar- stellung der Totsache» gegeben hat. Ich ermächtige Sie gern, von meine» obige» Ausführungen öffentlich Gebrauch zu machen. Ggenüber diesen sehr deutlichen Ausführungen wollen wir noch einmal im Wonlcut die bezügliche Stelle des Briefes wiedergeben, den Davidsohn an die �Berliner Volkszeitung" geschrieben hat. Davidjohn schrieb: Ach ihsi-! clfcn gerat« cbw Woche m Holland gewesen und tza&e mit angeseheneu©ogtaJbemofriiicrt dort auch über.Baron Bar» -* v'.cü", wie maq ibirnenut, gesprochen.. W>.rn- bringt deuz,-Burschen zumindest großes Mißtrauen entg'egzn. De Rodde, ishef- «daLeur von„Het Volk", ivar gerade in: Begriff, sich zu: Reife nach Berlin ferrig zu machen, um sich den„Baron" in; Berliner Milieu etwas näher und genauer anzuschauen.(Hu Holland kcnni: man ihn und seine Allüren zur Genüge!) Der bekannte holländische Geiverkschäftler FimMen macht aus seinem unbe-. dingten Mißtrauen, ja aus seiner Verachtung gegenüber dem Barmat kg'n Hehl. Und Pvla? fr., Redakteur hon„Het Volk", ist bemüht, x» verhindern, daß Barmat den. Zentral- orgn« der holländischen Sozialdernorratik goldqile Fessel»» anlegt, wie er es bereits mir dem Stotterdamer BarteiAatt fund wer tveitz wo sonst noch allenthalben) getan hat. Polak sagte srir geradezu: wenn alle Serän-ze rissen, würde er sich gezwungen Helden der Marlitt.' Das war originell, aber nick: ganz passend. Frau Kon fta n Ii n durste als echte Marquise in fünf Zilien fünf- 'mal die Toilette wechscfn. Hinter Mieder und Reisrock war ihre «seele estvas zu kurz gekommen. Auch hat sie im Gründe zuviel papierns Worte zu f-agen und nur für einige Sekunden zu einer Weiblich&it aufzuschnellen, die zwanzig Hergenstöne gestaltet. Dagity ServaeS, nordisch wie ihr Raine, spielte jene Henriette, die von der horizontalen Lage zur höchsten Lebensstellung empor.- steigt. Jm stummen, suchenden Hexumiwren und Erstarren, alio in Augenblicken daS Bildlichen, gab sie ihr Bestes. Doch es fehlte die i legende Rarur, die selbst eine Äorstadttrwvk und deren Lösung durch liebliche Einfachheit veredelt. Max Hochdorf. Die Entdeckung des fünfte» Erdteils. Hundertundfünfzig Jahre sind jetzt verflossen, feit JameS Tool die denftuurdige Reife unternahm, als deren wichtigstes Ergebnis die Entdeckung des fünften Erdteils zu buchen war.'Reben dem Hauptzroeck feinet Erpsdinon. den Durchgang der Venus zu beobachren, war ihm cnrsdrücknch die Aufgabe zusrtsstt worden, festzustellen, pb der unerforschte Teil der südlichen Haiokngel nur ein« ungeheure. Wasserftäche s«! oder n: der Tat ander«' Erdteile enthalte, wie dies schon von den Kartographen des 16. Jahrhunderts angenommen war. Von ihnen stammt auch die Bezeichnung des gemuhnatzten großen SüdlandeS als.Terra. ausrralis incognita"(fca5 unbenannte Südland), aus welcher nach- mchls der Rama deZ neuen Erdteils abgeleiter worden ist. Tie .Endeavonr". Cooks Schiff, sichte:« auf der Suche nach der Ostküste des' großen Kontinents zunächst am 6. Oktober 1763 diejenige Neu- seeürnds und fand dann nach dreiwöchiger westlich geriHteiep Fahrt die Küste des Festlandes selbst. Das Schiff wandt« sich alsbald novdäzärts und gelangte am 23. April 1770 nach Botanv Bav, Ivo der evste LomdungSvers.'Ä einer drohenden Haltung der Eiagekore- na« begegnete. Die Aufnahme der Oftküste wurde auf der Rück- fahrt fortgesetzt und das entdeckte Gebiet„Rcu-Südwa-les" benannt. Auf ihm entstand der älteste der sechs au strali scheu Staaten, der den Engländern ursprünglich' als Berbrccherkolvnie gedient und erst in der zweiten Hälft« deS 13. Jahrhunderts diesen Charakter verloren hat. Cook war jedoch nicht de- erste Europäer, der feinen Fntz auf australischen Bosen setzte. DaZ haben im!7. Jahrhundert bereits holländische Seefahrer getan, denen auch die ersten authentischen Be- richte über die Weftküsre und die umliegenden Inseln zu verdanken sind. Sie nannten den Kontinent.Neu. Holland", haben aber keine Anstalten gemacht, um das in diesem Namen liegende Programm zu porwirklichen. Auch als Abel JauZzoon TaZm-ur, der auf Oer»' ankassuvss des ost'Ndifchen Gonverreurs Van Diemen im Iah« 1612. sein«.glückliche Reise" unternahm, auf ver jetzt nach ihm be- nannten Insel die nixtzerlänviiche Flagge, gehißt hatte, ließen sich seine LandSkeuie durch die angebliche Wild.-� des Handes und feiner Bewohner.davon abfchreeckn, die symbolische Besitzergreifung durch. f>i- tatsächliche zu ergänzen. ilochringii'chen Industriellen an einen sicheren Ort'verbanyt werden, damit die endlosen und fortwährenden Streiks in der lothringi- schen Kohlenindustrie endlich einmal auf- hören, ober der Sohn werde es in. der Verbannung nicht schlecht haben und gut verpflegt werden. Das fei nun nicht der Fall gewesen, die Behandlung sei schlecht und die Ver- pflegmrg miserabel gewesen. Pierra bestreitet, daß er der Sache des Proletariats un- treu geworden, und Hoffe, die Arbeiter wenden ihm Gelegen- beit geben, sich zu. rechtfertigen. Die sozialdemokratrschc Presse, von Elsah-Lothrmgen, die anfänglich gegenüber Pierra eine sehr reservierte Haltung eingenommen, fordert nun die französische Regierung aus, sich zu dein Fall Pierra zu äußern, 06 bis Behauptimgen desselben von seiner De- vortatwn richtig seien. Seit dieser fozialdemo- k rat i schen Aufforderung an die französische Regierung sind bereits wieder acht Tage darüber gegangen, aber die Behörden schwer- gen immer noch, trotzdem die Aufforderung täglich wiederholt wird. Die elsaß-lothringische Sozialdemokrafie wird diesen mysteriösen Fall von Deportation dem am 25. Februar in Straßbnrg zusammentretenden Landeskongreß de? französischen Sozial- d e m o k r a t i e unterbreiten, um die französische Regierung einmal zum Reden zu bringen. Vorläufig wird die reservierte .Hastung gegenüber Pierra noch beibehalten./* Deutstbe Note gegen öie Auslieferungen, Sin Miüagsvlett berich»t. von einer Note über die Aus- lieferungtzfraqe. bic die Rsichör--.gierung in Paris überreichen tieß. Darin werden alle Monünite der inneren und äußeren Politik, die gegen die Auslieferung der vop der Tzrteizte be'Huldigten Personen sprechen und in den letzten Monaten und Wochen den Vertretern der Entente, mündlich dargelegt worden sind, schriftlich noch einmal ausführlich erörtert, ede die letzte Entscheidung der Entente gefalle« ist. Wirö's Tag! Z»e.Weft«i«ster Gazette" behauptet, Lloyd Eeor«« fei mit einer neuen Orientierung aüS Paris zurückgekommen. Er habe eingesehen, daß die S'trafbestim- münzen deS F'-iedenSvertraqe 3 fallen gelassen werden müssen, und sei überzeugt, daß Mitteleuropa der freie Han- del wieder geöffnet werden müsse. Ter erste Schritt werde vielleicht eine große Anleihe an Deutschland sein. Die„West» minster Ga.zette" glaubt, dag diese Neuorientierung auch Aende- runden in bdn Bestimmuntzen üoer die Wiedergutmachung n«b sich ziehen könne. Won» es auch die höchste Zeit ist, daß die Entente bald zur Vernunft, kommt, sei diese hoffnungsvoll« Nachricht doch mit streu- ger Vorsicht genossen. MtzsemltlSMLS unö �kbeiterfthaft. In einer Versa iranfimz der Groß-Verliner Ortsgruppe deS ZeniralvereinS deutscher Staatsbürger jüdi- ichen Glaubens, die gestern un großen Saat der Brauerei Bötzow(Prenzlauer Allee) stattfand und-sehr stark besucht war, wurde die S t e l l.u n g der Arbeiterschaft zum Anii- s e m i t i s m u S erorieru Ter Zentralverein, dem Mitglieder aller Parteien(mit Ausnahme der anriseminschen) angehören, hatte drei Arbeiterführer aus den linksstehenden Parteien um Refe- rate ersucht, Oswald Riedel, Generalsekretär des Allgemeinen.Ersen- bahner-VerbandeS, Mitglied der demokratischen Fraktion in der Preußischen Landesversammlung, kennzeichnete den Antisemitismus als Unkultur, als eine Spekulation auf die Dummhei.t. Der deutsche Arh-iter sei, weil er ein Gegner aller Unkultur ist, in seinem innersten Wesen auch ein Gegner des Antisemitismus. Arbeiter, die guf den antisemitischen Schwindel' hineinfallen, lassen sich ebenso �:r die R e a.k t i o n einfangen, für die f-er AntiftmitiS- mms nur ein Deckmantel ist. Der aufgeklarte Arbeiter iTeiß. daß die Reaktion seine Toofeindiu ist und sogar die Tobferndin der deutschnatioualen Arbeiter sein würde. Wehe dem deutschen Arbeiter, wenn die Reaktion ans Rude.r käme! Kein anständiger Arbeiter würde für eine Ausnahmegesctzgebung gegen die Jude« zu haben sein. Gegen die Reaktion und für frei- bettliche Külturentwicklung-A das muß das Ziel der Arbeiterschaft sein.(Starker Beifall) Genosse Adolf Ritter, Stadtrai in Berlin r.ich Mitglied deS Vorstandes der Sozialdemokratischen Partei, stellte mit De» dauern fest, daß die erneute Zunahme des Antisemitismus ein« der schlimmsten Folgen deS unglücklichen Krie» g e s ist. Die Aniisoimtcn sind sozusagen dl« Hyänen deS Schlacht« ssldes.(Zustimmung.) Die Empfänglichkeit für dpn Antisemins» mus sei auf die Erziehung durch die Voltsschule zurückzuführen, die dem Judenhaß die Wege ebnet. Die Sozialdemokra- tische Partei hat niemals in Rassenhaß gemacht und lehnt das auch für die Zukunftad.(Beifall.) Die Gleichheit der Menschen uiuß jedem Staatsbürger gewährleistet werden. Ritter äußerte die Hoffnu:«. daß der Antisemitismus auf dcurschem Boden nicht Wurzel schlagen werde. Dazu ist der deursche Arbeiter politisch zu klug und weiß zu genau, daß mit Hilfe des Antisemitismus nur die Reaktion wieder zur Herrschaft gelangen will. Die Junker und Agrarier h leiben im Hintergrund uod lassen die Kleinen wie die Seyäsinhunde umherlaufen, um die BolkSklassen gegeneinander zu hetzen.(Zustimmung.) Der Antisemitismus kann eine Gefahr für lue Nation sein," wenn man gegenüber ihm die Hände in d?n Schoß lc-zt. Nötig ist. irber ihu Aufklärung zu fcerhreiten. Ich bin. schloß Genosse Ritter, vom Vorstand der S o z i a l d e m o k r a-. tischen Partei Deutschlands autorisiert, zu sagen, daß ex immer und immer die im Antisemitismus ver- körperte Reaktion bekämpfen wird nach dem Grund- satz, daß alles, was Alenschenaittlitz trägt, gleich sei.(Stürmischer Beifall.) Der dritte Redner, der Berliner Stadtverordnete Zubeil, MitglieZ) der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei, wies darauf'hin, daß für die antisemitische Agitation sehr bedeutende Mittel aufgewendet werden, werll das Ziel nicht die Juden allein sind. In einer kurzen Ansprache beleuchtete das Vorstandsmitglied Dr. Wiener die antisemitische Agitation in der Reichswehr und unier der Schuljugend. Auch bei Straßenkraivallen und Plünde- , runigen habe sich die antisemitische Tendenz beurerkbar gemacht. Groß-verün Nachklilage. Die Katstttreueti hatten gestern einen sehr wehmütigen Tag. Sie schlugen heraus, waö sich unter den obwaltenden Umständen herausschlagen lassen konnte. Sie weinten ei» bißchen und lispelten Hurras aus die Zukunft(siehe:.Das neu« Kaiserreich der Zu- kirnst") und schickten Elückwunfchtelegrämmcheu an den„armen Mann' in Holland. Ganz besonders standen die Berliner Schulen im Zeichen dieses erlnnerungZ reichen Tages. So schreibt uns ein Genösse: v In einem Schönebe.rger Gymnasium sind aus An» laß des HecmrtSiagsS Listen zur Sammlung von Unter» schriften umherg?sandt worden. Lehrer und Schüler haben sich hierbei in stattlicher Zahl betätigt. Tie Formulare sollen vom.Reichsboten' gedruckt und vorn Sohn eines Redafteurs, der gleichzeitig Scküler riefet Anstalt ist, mitgebracht und mit Hjlfe feiner Mitschüler verbreitet worden sein. Di? Lebrer haben diesen Unfug geduldet und sich zum Teil durch Unkerschrift be- teiligtt Menschlich zu verstehen ist folgendor„Fall' einer alten Lehrerin, die wohl selbst in ihrem Leben nichts von der„Güte' des Entthronten gehabt hat, aber durch Erziehung gewahnt w�rde, d<� alte Lied zu wiederholen: Ort der Handlung: eine Gemein drschule in Schöne- barg, Feurigstr. 1; Vortragende:«ine alte Lehrerin; Auditorium: Schultnaben im Älter von 8 Jähren. Die Rcde des alten Fräu- leinS war eine wehmütige Klage darüber, daß unser armer, auter Kaiser nach Holland flüchten mutzt«, woselbst er schon Weihnachten und nun auch seinen Geburtstag einsam und allein feiern muß, obwohl er so gut war und stets für fein Volk treu gsforg� bat. Nun ist er als Gast der Königin WLhcmin« dort, und an diese baben die Feinde einen Brief geschrieben, den Kaiser auszuliefern. Die Königin aber hat geantwortet, daß er Gastrccht genießt und sie ihven Gast nicht ausliefert. Zum Schluß folgte die Mahnung an die Kinder, heute abend den Kaiser i«l das Gebet einzu- schließen, damit er bald wieder zu uns kommt.' Ach, eS bleibt uns nichts übrig, als'zu weine» und die alle gute Zeit unter Wilhelms Führung wieder zu wünichen. damit der luftige, frisch« Krieg wtedev beginne... Wie die Milch teurer wird. lstcher die bevorstehende Erhöhung der Milch, und Butterpreise teilt der Oberpräfident der Provinz Brandenburg folgendes»iit: Zum 1. Februar steht eine wesentliche Erhöhung der Milch- preiie und ter Butterpreise in Berlin und in der Provinz B'rant denbuvg. bevor. Seit der letzten MilchpreiScrhöhung im Juni 19(3 haben die Kosten der Milchviehhaltung eine derartige Erhöhung er- fahren, daß eS den Landwirien unmöglich gervorden ist, die Milch- bewirlschaftung unter den bisherigen Preisbedingungen soeiterzu- führen, insbesondere sind die Preise für Milchvieh sehr erheblich gestiegen. Auch die Futtermittel stich im Preise so erhöht, daß«ine Milcherzeugung bei den bishcrigeu Preisen stlr den Landwirt mit erheblichem Verlust verbunden sein würde. Di« Neufestsetzung der Preise wird nicht nur in der Provinz Brandenburg und in der Statu Berlin, sondern amb in allen anderen Provinzen erfolgen. Für Brandenburg ist ein S t a l I p r e i S von t M. vorgesehen, der dem Kuhballer gewährt wird und der sich, wenn Frischmilch dem Verbrauch zugeführt wich, auf I/IO M.»rd Bei Lieferungen noch Groß-Berlin auf 1,15 M.. und wenn die Milck? dort in süßem Zustande. eintrifft, auf ILO M. erhöht. Die Sammlung, Kühlung und der Transport der M;!ch zur Bahn verursachen gleichfalls er- heblicke Mehrunkost?«, Auch die Vergütungen für die' Bcarboitzlstg dsr Milch in ten Molkereien müsse» wegen der starken Lobnsteige? rüng eine Erhöhung erfahren. Deshalb mußten die bisherig«» Zuschläge zum Erzeugerhöchstpreis wesentlich erhöht werden. Wenn. tiefgekühlte Milch au? Provmzialmolkepeien nach Groß-Berlku g» langt, hat sie nach diesen Zuschlägen einen Preis von 142 M. für den L i t.e r erreicht: Eine weitere Erhöhung cra:bt sich durch die dem Großhandel und Kleinhandel für die Verteilung der Milch innerhalb Groß-Verlins zuzubilligenden Vergütungen sowie durch die Aufnahme der Blich in die großstädtischen Meiereien.— Eine Erhöhung des Erze.ugsrhöwsthreiseS der Butter ergibt.sich ohne weiteres aus der-Milchprcisoetzöhung. Sie wäre aber auch im Hinblick auf die gestiegenen Preise für Margarine und Hartfett zur Erhaltung der Butterlieferung nicht zu umachen gewesen. ES wäre interessant, zu erfahren, auf welchen tatsächlichen Preis sich schließlich die Milch stellt, wenn sie alle Leidonsstationeu auf dem Wege zum Genießer glücklich passiert Hai. Kohleunvt und Müllabfuhr. Die Kohlennot hat auch die bedenkliche Folge, daß die Müll» a b f u h r e.r s ch w e r t wird. Im Dezember mußte in Neukölln der Transport des Mülls auf der Neukölln-Mittenwalder Bahn für mehrere Tage crnsgv setzt werhuu weil wegen Kohle nniangeis der Bahnbetrieb nifite. Um die gestuidheiigefährdenden Müllmaffen sich nicht noch mehr auf den Grundstücken anhäufen zu lassen,. wurden sie damals zur Ausschüttung geeigneten Geländes verwendet. Das Polizeipräsidium hat die Genehmigung dazu vorläufig bis 1. April erteilt. Die Verwaltung der Hkeukölln-Mittenuxllder Bahn kann bei der fortdauernden Kohlenknappheit künftig statt der 15 bis IS Waggons, die täglich nötig wären, nur IS— 11 WaggonS zur Verfügung stellen. UeberdieS ist damit zu rechnen, daß wegen er- neutcn KohlenmangelS der Betrieb wieder mal ganz ein«ie stellt wer- den muß. Daher soll auf dem Gelände an der Kiefholzstraße, daS später, vielleicht in 6—8 Jahren, den Erweiterungsbau des Rangier« bahnhafS aufnehmen wird, eine neue Ablädestätte geschaffen werden. Schwindeleien mit KriegSbeschSbigten..�eimatfcholle, Immobilien- und Hypoibekengeschäft',- benennt ein Herr Hoc- mann Blumberg in Berlin sein im Jahre ILIS begründetes AnstedlungSgelchäft. Ein der Zentralstelle zur Bekämst- fung der Schwipdelfirme» in Lübeck, Parade j, zur Kenntnis gebrachter Fall beweist, haß Bluwberg, der früher Offizier gewesen sein will, es mit der Wahrheit nicht sehr genau nimmt. Er ha! cs vor ollem aus Kriegsbeschädigte abgesehen und es erscheint nicht ausgeschlossen, daß in Anbetracht seivetz rühri« gen Reklame schon gar mancher mit ihm üble Erfahrungen, ge- macht hat. Solche Pevsonen werben gebeten, ihre Wahrnehmun- gen über Blumberg Und die„Heimatscholle' schleunigst der ge- nannten Zentralstelle mitzuteilen. Noch immer SdieMuhauShebnngen. Da« heimliche Gcsastift der Spielklubs blüh! weiter. ReirerdingS erfuhr die Sucher» abteilung, daß m dem Hause Lützosvstr. 4 6 in der Wohnung einer, Frau Frigge sich ein Rouletieklub zu versammeln pslegie. Die Äv�amten beobachiclcn einen regen Verkehr� und stellten fest, daß in der Tat dort fleißig gespielt wurde, fcrie machten einen überraschenden Besuch, stießen aber auf verfchlossine Türen. Die Gesellschaft war im letzten Aiigenblick gewarnt worden und wei- gerbe sich zu öffnen. Die Beamten öffneten deshalb mit Geivalt und- stießen nun auf eine sehr bunt zusammengesetzte Gesellschaft von etwa 30 Personen, Mehrere Persona» würben dabei aus allen möglichen Verstecken hervorgeholt. Eine Sammlung zum naturgeschichtlichen Unterricht hat da? Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht, Potsdamer Str. 126, zusammengestellt. Es werden gezeigt Schul erarbeiten au? dem naturgeschicht'lichen Werlnnterriau verschiedener höherer Lehranstalten einfache Blütenmodelle aus Papier für den pflanzen- kundlichen Lrbeitsunterricht, graphische Darstellungen über die volkswirtschaftliche Bedeutung der heimischen Landwirtschaft, so- wie über den Kreislauf wichtiger Grundstoffe de-Z pflanzlichen und tierischen Lebens und von Lehrerhand geschaffene An- schauung.sbllder. Geöffnet von 1—1 Uhr nachmittags. Wirtritt frei. Achtung Genossinnen! Der Rednerinnenkursu? tec Genossin Juchacz findet Donnerstag, Uhr, Lindenstc. 3, 1, Hof rechts 4 Treppen, statt. Bei den Wahlen der Elternbeiräte in Nenkölln sind«iinge De« richtigungen nachzutragen: In der K n abe n m i t t« l- schule sind nickt 4 ll. S.' P., sondern 4 S. P. D., und in der .18, G e m e i n d e's ch ü l e wicht 8 U. S. P, sonder« 8 S. P. D. gewählt. Damit verschiebt sich das Resultat nicht untvese'.Ttlich zugunsten unserer Genossen. MariendvrsiSiidcnde. Dm Donnerstag, den 26., 8 Uhr. findet in der Aula des Gvmnastums der 7. Volkskimstabcnd statt. Ein- trittskortcn ü 1 W. in den Gemeindeläden, in der VerkavsSsielle der Koniumgeiiosieiiichast, beim Vorsitzenden de§ WablvereinS Genossen Binte, Eisciiocker Str. 6. sowie in der heute abend stoiifindenden Gencralversamniluiig des Wo h' Vereins in der Aula Friedenstraße. Lichtenberg. Heute abend 7 Uhr Frauenveriammbmg in der Aula der Schule Aarktstr. 16. Thmia: Eltsaibeiräte. Res,: Stadtschuleat Dr. Sigg-I._ Gr.vk-Derliner Lebensmittel. Tlit-GUrnicke. Am Sonnabcnd ten Lt. gelana-n zur AaSaabe.' KieiSiedenSuiittelkaiten, Scijentarten, Vollmilchtartcn und st, Liter-Petro- lcmnmarke. Hennigsdorf. Die NuSgabe der Eessenkarikn für Frbniar bis Ruli findet Areitag, den 80 und Sonnabend, den 81, d. M, statt.— Am Donnerstag gelangen 170 Gramm Epeiie'ett zur Ausgabe. --- j- Groß-Serlmer VarteipachrlÄten. 18. Abt. Heute fsahlabende. Bezirk!28/lS4 bei Reim, Urbansir. 29. Bezirk 125/26,28 bei Sibmoldt, Haseicheide 58, Bezirk! 27,29 bei Pech. Urvanstr. 52. Dezirk tS0 ttl, 82, 84 bei Drogqc, Dieffcnbachstr. 57. Be- ziik 188 bei Rodde, Dieftenbachstr. 86, Bezirk 135/86 bei Bogt, Bopdstr. 8. Bezirt 137,88 bei Schsitiler, Eiä�estr, 3, 21. Abt. Heute 7 st. vir Zablabcnd w den Lokalen von Braun, Elbinger Str. 14; Pfeift ee, Hausblirgstr, 2; Büchel, Eberivsts, 43; Wrubbel, tzeidenseldnr. 20: Wotff, Kochh-unftr. 81;(S. Beetz, Tbuerflr. 83. 30. Ad». Heute Zablabinae. Zwischen Hnmamiplatz und' Prenzlau« Wee, Lokal Rcinte, Zeäeritr. 35,' Zwilchen EchZnhauietz Allee und Hu- mannplad. Lokal Lecher, Caimeii.SvIoa-Srr, 5. Pappclallee. Lhchencr Strohe, Räumer, und Stargardcr Slrahe, Lokal Pcchch, Pappel aller 60. Referenten: Nordmann, Deber. Frommte. 37. Avt. Heure 7st, Udr Zahiaveud bei Kaiser, Stephansw. 5. Tschammer, Ratvenower«tr. 74, und Boges. Lehrter S'r. l8'/lS, Dewvclvof. Heute abend 7st, Uhr Lestentliche Etternoerfaulmlmlg im Lineum, Eelmaiiiallrasje. Lankwitz, fötitgliederuerfammlung heute 8 Uhr. Vortrag des De«. Meise über i schule. Staat und Kirche. Karlshorst. In der Mitgücderversammfung am Donnerstag. LS,, 7 Udr, im Bürgerheim, TreSkoloallee 83, spricht Genosse Hermann Müller, M. d. N. und Vorsitzender des Ausschusses, über das BetriebSMegesetz. Vcgen Jahrcsabrechuung empftehlt eS stich, an diesem Abetid die resiiereuden B-tträgc zu begletchcn. Geselliges Beisammensein im Sonnabend, LI. Januar, 7 Ubr, im Bürgerheim, Siiedrr'chönbi.uien, Freitag. 30. Januar,"st, Uhr, Im WUHclmShos, Kaiser-Allhelm-Stratze, Geuerawersammlunz des Wahloeretn». Vortrage, versine unö Versammlungen. Ter Npichsdund der ÜZriegSbrichädigtcn, Ortsar nppc Ren- köllo. bäli-Somiavcnd. 3t Ja»., S>/, Udr, in der A>it.i der übern ich schule, Neulölln, Sncker Hlr. 134-187, eine nutzerordenuich» Eeueiail-r- sammlmig ab.— Ysr-ie Turnerschast Silm'rsdprs. xchma, geildörs. Für die Eltern, deren Kinder demnächst die Schule'verlassen, fii.vgt Donn'rö» tag. Vi, Ubr, aus dem Tun, via» der Fi'int Turnerjchast in'der Wer Item. bcrgsschen Stratze, unweit F-hrhelliner Platz, Bortrag des EewertichastS« seireiärs Max Beuchard über.verussberatimg' palt. «II SM Ueberell öss Gleiche. ll.'ber di» Ivirtsthafilicb« Lage der Arbeiter in der neugezcLn» deten Tschoc!)o-slowakischen Republik lesen wir in der.E>eMr!jchaft' lichen Rundschciu", dem Mitteilungsblatt der LandeSgewerkschaftS. kommission für die deutschen Gebiete der Tschechoslowakei folgend»: Immer verzweifelter wird die Lebenslage der arbeitenden Klassen. WaS in den letzten Monaten an Lohnerhöhungen und Teuerung?» Zulagen errungen wurde, steht weit zurück gegenüber der Er- höhung der Preise auf dem Warenmärkte. ES gibt keinen Be- darfSgegenstand, dessen Preis nicht von Woche zu Woche steigt. So ist e« fast nur den Wohlhabenderen und Kriegs- gewinnern noch möglich. Fleisch zu kaufen, der Arbeiter nuiß sich mit minderwertigen Nahrungsmitteln begnügen, für die er eben- fall? in der Regel unerhört« Preise zahlen muß. Butter. Milch und Fettstoffe kommen nur noch auf den Tisch, der Reichen, wäh. rend in den Arbeiterfamilien die Kinder unter Milchmangcl leiden.' Dabei kommt die staatlich« NahrungSmittelversorgung immer mehr in Unordnung, so dass der Arbeiter, wenn er sich haldwezZ ernähren will, auf den Bezug von Nahrungsmitteln au? dem Schleich»! Handel angewiesen ist. Noch ärger ist der Preiswucher bei den! übrigen DedarfSyogenständen. Sich ordentlich zu kleiden ist für■ den Lohnarbeiter schon läng st eine Unmöglichkeit. Für Schuhe werden Preise verlangt, die kein Arbeiter mehr von seinein Lohne zu bezahlen vermag. Es fehlt. den Arbeitern an Wasch« und Arbeitskleidern. Seit einigen Wochen stsigeu noch dazu ununter« brachen die Kehlen, und Ho�jp reise, so dos; eS unzähligen Arbeitern kaum mehr möglich ist, die geringe Kohlenmcnge zu bezahlen, dl« sie ab und zu von den KohlenversorgungSstellen zugewiesen er. halten. In frostig kakicn Wohnungen verbringt der Arbeiter die loenigen Stunden, die er für sich und seine Famili« frei hat. Kein! Wunder, wenn die Massen der Arbeiter mitunter die Verzweiflung packt und sie sich aufbäumen gegen solch« Zustände. Nach einiger Betrachtung der in Vorbereitung befindlichen Steuergesetze h-istt e» dann weiter: Di« Folgen der neuen Sieuer- � ge setze sind bereits zu merken. Seit!. Januar steigen die Preise � ganz außergewöhnlich. Wenn nicht die Arbeiter neue©itfbcljnm» gen und dermchrieS Elend auf sich nehmen wollen, müssen �sie die Folgen dieser Steuern auszugleichen suchen durch höhere Löhne. Sie haben keinen anderen Weg. sich zu schützen, als den Unternehmer« neue Lohnford«. rungen zu unterbreiten und für ihre Forderungen den Kampf aufzunehmen. Wenn die Regierung und die verantwort. lichen staatlichen Stellen in der Aufgabe versagen, die Preise ab- zubauen, vielmehr noch dazu beitragen, daß die Warenpreise steigon, so treiben sie die Bibeitermassen zu neuen Lohnkämpsrn. ES «ratz dle Erhöhung der Löhn? gleichen Schritt halten mit der Steigerung der Lebensmittelpreise und den Kosten de? Leben?- Haltung. Auch daZ wird für die Arbeiter unerträglich, tatz sie nach fcdem erfolgreich durchgeführten Lohnkampfe in wenigen Tagen vor den alten Sorgen und der gleichen Rot stehen. de? Fordetunyen der Gehilfen beigelegt worden. Im Reiche dauert der Streik müh an.____ Wirtschaft. Ende dcS Streiks der Berliner Optiker. Der am Montag wegen Lohnforderungen begonnene Streik im Berliner optischen Gewerbe ist Mittwoch mittag nach Anerkennung Billige oder teure Düngemittel? Ohne billige und ausreichende Düngemittel ist eS un» möglich, unserem Baden die F r u ch t b a r k e i t zu geben, die « haben mutz, um unsere Lebenshaltung auf ouS» j mcher.de Höhe s>u bringen. Die nachfolgenden fachkundigen' Ausführungen eines Arbeilerrats verdienen daher besondere Beachtung: .In Nr. LO de»„Bor wärt?" las ich Ihren Artikel über unsere ErnährungSpolitik, der durchaus meinen Ansichten entspricht. Während der ganzen Jahre ist eS unserem Kalkstickstoffwerk eigent. lieh nur 1918 möglich gewesen, unsere Anlage vol.l auszunutzen. die Lbrige Zeit tonmcn die Betriebsanlagen leider nur teil. weis« ausgenutzt werden. Zur Herstellung von Kallstickstoff gebraucht man hauptsächlich gebrannten Kalk und KvkS. Di« Liefe. rung von Kols hat immer noch«inigermatzen geklappt; gebrannten Kalk haben wir zedoch se l i e n soviel erhalten, als wir zur Voll. Produktion nötig hatten. Kalk selbst gibt eS in riesigen Mengen, die Lieferung ist jedoch fast immer an der zu knappen Belieferung der Kalkwerk« mit Steinkohle gescheitert. Uns« Borstand hat alle» aufgeboten, um diesem Uebeistand abzuhelfen. Auch wir vom Betriebsrat haben häufig Schritte bei den Behörden nnd beim Kohlensyndikat unternommen; aber alle diese Bemühungen haben meisten? nur«inen teilweisen Erfolg gehabt. Hierdurch entstehen dem Werk riesig« Verluste, weil die Pro. duktiou sich sprunghaft ändert; heute müssen neue Arbeiter eingestellt werden und schon nach wenigen Tagen müssen schlietz- lich wieder elektrische Karbidöfen abgeschaltet werden und die Ar- keiter sind brctloS. Das An- und Abschalten der Oefen ist auch mit tfcotzcn Betriebs Unkosten verbunden TaS schlimmste ist jedoch, datz die Landwirtschaft den so notwendigen Dünge? nicht be. kommt, der ganz gut in unserer Riesenaniag« hergestellt wer- den könnt«. Di« Stickstoff- Tüngemittel werden entweder nach dem Haber. Verfahren in den Fabriken der Badischen Anilin, und Sodawerken in Leuna usw. hergestellt oder nach dem F ra n k- Ca r o- Verfahren in den Kalkstickstoff-Fabriken. Beide Unternehmungen führen nun einen scharfen Koukurrenzkamps, bei dem die Badischen Anilin- und Sodatoerke di« stärkeren sind namentlich ditwegen, weil diese Werke nicht nur Düngemittel her- stellen, fondern auch Farbstoffe, an denen heut? noch große Gewinn« erzielt werden. Inwieweit dieser Konkurrenzkampf die Rohstoffbelieferung der einzelnen Werke behindert, latzt sich natür. lich schlecht übersehen. Jedenfalls steht soviel fest, datz durch diesen Konkurrenzstpeit die durchgreifende Hebung der Pro- d u k t i o n verhindert wird und die Arbeiter und Angestellten der Werke in ihren Lohn- und Gehaltkbc:vegunge» viel Schwierigkeiten erleiden; z. V. gibt das den Badischen A'iilinwerken angehörende Leunawerk einen großen Teil seiner Produktion an Ammoniak» wasser dem Stick�toffwerk Piesteritz zur WcÄerverarbsitrmg ab. Dieses muh nun fu? da» Ammoniakwasser n:cht etwa den Qk» stehilngSprelS bezahlen, sondern ihm wird der Marktpreis arg«. rechnet, zu dem dann noch die Frachtkosten und d!« Koste« für die Weiterverarbeitung hinzukommen, so datz da» fertige Produkt verhältniSmätzig teuer wird und wenig kvn- kurrenzsähig ist. Wir sind nun der Ansicht, daß derartige Kpnkurrelizmanöver in der heutigen Zeit auszuscheiden hoben und sind weiter der Mei- nung, daß die Düngemittel für unser ganzes Volksleben zurzeit von so überragender WWaHf lind, best die Ne. zierunz ihren Einslutz dahin geltend machen mühte, datz solche Sachen untevbleiben und die Werke gezwungen werden. Ha n d l:i Hand zu arbeiten, damit der Preis für di« Fertigprodukte durch die Konkurrenz zwischen den Werken nicht unnötigerweise in die Höhe geschraubt wird. Namentlich aber mutz dieser Kon» kurrenzkampf deswegen ausgeschaltet werden, weil sonst die Produktion nicht die Höhe erreichen kann, wie sie für unsere Land. witifchali u» bedingt notwendig ist. Vor allen Dingen aber können wir eS nicht verstehen, du st«Z noch nicht gelungen ist, die Belieferung unsere? Werke mit Kehle so einzurichten, datz wir auch voll produzieren können. ES zeigt uns die?, datz in bezug auf Kohlenverteilung noch manches nicht, io ist. wie es im Interesse de» Bolksstaüzen und im Interesse de? Zukunft unserer Ernährung unbedingt notwendig wäreck Di« Kohkgnverfeilung Hot eure custmjcruw Kohlen- erzeug ung natürlich zur Voraussetzung. Die Ar- boiterschaft sollte daher ihren ganzen(kinflutz auch bei den Bergarbeitern geltend machen! Aber abgesehen davon stimmen wir dem Einsender zu, datz vor allem die Erzen- g u ng von Stickftoffdiinaer nach grmeinwirtschaftlichzn Gnindsatzon mit aller Beschleunigung geregelt iverden mutz. Die Regierrmg darf eS nicht dulden, datz die Interesse» der K a p i t all i st e n in der chemischen Industrie den Bedürf» nissen der Volksgesamiheit vorangestellt werden. Die Nage» lung der Erzeugung mutz in eine starke Hand gelegt werden, die einzig und allein die dringenden Bedürfnisse der deutschen Landwirtschaft zwecks Erzeugung reichlicherer Lebensmittel zu decken bemüht bleibt. Die deutsche Nluminiumproduktio«. Di«, deutschen Aluminiumfabriken haben zurzeit«ine JahreS- Produktron von ISOVV Tonnen gegenüber einer FricdenScinfüör von lö— 18 Millionen Tonnen. SSwierig ist vorerst die Beschaf» fnny von ausländischen Rohstoffen, doch lassen, wie gemeldet wird, erfolgreich« Laboratoriumsversuche erhoffen, datz man künftig i n l a n d i s ch e Rohstoffe zur Herstellung von Aluminium wird verwenden können. Internationale Jntcreffengemelnschaftes. Die Philips' Glühlampenfabriken in Holland, die erst vor kurzer Zeit mit der General Electric Co., dem grötzten amerikani. scher, elektrotechnischen Trust, eine Jntercssengemeinschafl einge» gangen find, haben jetzt mit der ältesten englischen Glühlampen- fabrik, der Edison Swan Electric Co. eine Interessengemeinschaft geschlossen. Die Notlage de? sächsische«, Ttlckerriindustrie. Gegen 800 Stick« Maschinen find in de« letzten Monaten zum Aftbnick geiomtnen, was eine Vernichtung van Arbeirsgelegenheil ii'ir Tausend? nnd ein« grotze Gefahr für die sächsische Enckindustrw bedeutet. Auf« träge solle«, genügend vorliegen, aber Garne sind nur zu«ner» schwmglichen Preisen zu haben. Ks wird vermutet, datz auSländi« sches Kapital feine Hand im Spiele hat. Ms süss Welt. Das Wasser der Elbe fällt. Das Steigen der Elbe hat auf« gehört. Seit Dienstag mittag 11 Uhr fällt das Wasser. Deraiitw. NU den riduüion. Teil:«-tue Bicklee,«tTiarlotlentiurq: filr Anzetaen! Efd. SlrL«. Berlin. Verlan: voerelirla-Vrilaqr.!>. i SozlaMemoürat. verein S Relisläcndsft'öcft.«- Hin Dounabend, dm 24.,' 5 Januar, vrrstarb nach tj j langen, schweren Leiden L j unter lüde- iangMrlzcr>1 ! Senass, lÜnsiM Hiefikej Ehe«(«ins» Lndeudiul � Die einafchenmn stndkl a am Dannerstaa, den A., nachm. lt Udr, Vn Krema. torium zu Berlvr, wer, cht- strafe. Na». ZA, 12 SUg» Betelligung erwartet Set vorstaud. Jetzt öocli im Prsls Keule geeen foforti�e Kasss liier, Mönzstr. 5. , Küfeter 8t3- SaitlieiBn« SlArlannenKtr. SSI. Seö»Ack"«S" frcnS. BruananN«.. tO.* granzliNtche» K osruak-Sicscpt verkäuflich. Off-rten unter dl. US an dtose geituug.* '.!!Geld!!! Nr j>»« ZSertfache. HSchNe An- lauienreif, INr Pfanascheiu». Arillanrsn. soldaegenNZad». Zepvich». Bücher uiw. �'vlik, llrlasrlclrzrr.il»!. Ecke»ach Nr WWW lieotNt. i, hellt Wirk,', von f o�iÄBajissalSjs; oei l lauiausschu Fieclr,., li«u:|uci(.,biss.SeIn«' «K WM« «sld. xiiaiid 1u auch ttotreo. Zoh«g»6lj;e, PS�tini Or». 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Linde,____ low, SHjMtnRtznfie«._7a0 Rcntarffttn, langet«, p« 1. ssceruar..Ionau u. c'o. Lalle- Älliancestr. 7/10. 7vi Siallaasch« fluschucldefchule, Berlin, Leipzig, riiratze 38. ErstNalllg, Auadildung tu der fluichnetdekunft der See» »«-»nd»-»»ntchneltzeret. ten», low!» deuilch» und Iran zbüsche Stunden rrl»>lt Ä Swieiito, Charlotlei'burg Siuttgar.'erplatz 9. bau» rv. vlusennätzerin. gräbt, Dauerstellung, im, verlang Lehr- Gruvoe. Kotonieilrafl, 102. Anmel» «, ssgutastefedern, geübte£Kt berinue» in und nusser der Sause suoi! üldolf Zias-r Wallstrafs« 18.