Nr. 57. 37. Ia�rg. vez«flspreiS i ZvertrllShrl. lSLS Ml�monatl. SAtZIV. ita ms Haus, oorou« Mlbar. Post- bezug Monatlich SL0 MI. exkl.g» Sellunosgedlltzr. Unter Kreuzband fSr Deutschland und Oesterreich- Ungarn &7ä Ml. für das übrige Ausland >2.— MI. bei täalich einmal. Zustellung 1L~ MI.+ Valuta- Aufschlag. Postbestellungen nehmen an Dänemark Hollands Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen tu die Post- sseitungs- Preisliste. Der JSsnofttts* mit der Eonntags- betlag».Boll u.geit' erscheint wachen» täglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adrefse: »chnzialdanrotrat BetOaf. Abend-Ausgabe. Derlinev Volksblstt (�IS Pfennig) AllzeigenpreiS: ?>te dchtgespaltene NonpareMezsile lostet st.— M., Teuerungszuschlag SO"!» «Slein» Anzeigen-, das tett- gedruette Wort?S Pfg.(zuläsflg zwei fettgedruckte Worte), iedes weitere W«! 50 Pfg. Stellengesuche und Schiafstellenanzeigen dos erste Wort «ö Pfg. Iedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50°/» Familien- Anzeigen, politische und gewertschaftliche Vereins- Anzeigen 2,— MI. die Feste ohne Aufschlag. Anzeige» sür die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittags wr Hauptgeschäft. Berlin<5W 68, Linden- strage 3, abgegeben werden. Deöffnet don 9 Uhr srüh bis 5 Uhr abends. Zcntralorga# der roztaldemokratircben partet Deutfchlands Neüaktion und«Expedition: Ew. 08, ÄnSenstr. Z. Zhernjvreeber: Amt Morrsplav, Rr. 151 SV— IS 1 37. vocwärts-verlag G.m.b. h», SA). 08, Linöeastr« Z. Fernsprecher: Amt Morivplatz. Nr. 117 53— 54» Schutz den Landarbeitern! Zur die tzöchftmietea. A» mrser« Nr. 51 gabett iaa: die Mormwhg des Herr» Msziin�is,essors Brumbh zu deo Höchi'tirnstTnf-it. setzumg dturh dem W/chnungSberfMud Groß-Berttu totöet, ohne uns dieselbe zu e-iöen zu inachen. Mit der NAchsteben- de» Aidschvis� die sich mit der Stellung der Re- daktion deckt, schließe» wer die DrSiKtsstml über diese Angelegenheit. Herr Magistvatsassesior B r u m b y bezeichnet die Höchst- mietenverordnung als ein„Danaergeschenk- und spricht von„Doppelzüngigkeit- der völlig mißver» standenen Höchstmietenverordnun�. Zu dieser Kritik kommt er durch eine mißverständliche Beurtei. lung der maßgebenden Bestimmungen der Anordnung. Aaßt man Brumbys Vorschläge zusammen, so sollen die Mieter zunächst eineSteigerung vonMProz. bewilligen und außerdem weitere 16 Pro z.. welche„regelmäßig- zur Absindung der Reparaturkosten des Vermieters dienen sollen, zahlen. Mithin sollen die Mieter in Aus- nohmefällen sogar mehr als 35 Proz. Zu- schlag zur F r i e d e n s m i et e entrichten. Dieser Vorschlag steht mit dem Gesetz in krassem Wider- f p r u ch. Denn§ 8 der Verordnung, welcher ihre« wert- vollsten Fortschritt darstellt, wird überhaupt nicht ernst- lich beachtet, sondern nur als„guter Rat des Ministers an die Mieter- bezeichnet. Dabei bestimmt§ 8 für alle Ver- träge, die nach dem 16. Dezember 1319 verlängert oder neu getätigt werden, daß die Reparaturkosten dem Vermieter a u f dre Höchst miete angerechnet werden sollen. Auch ß 10 der Anordnung wird völlig umgedeutet, so daß aus dem nur ausnahmsweise gegebenen Recht des Der- mieters, bei unverschuldeten Zubußen usw. den Mieter zur Tragung der Reparaturkosten heranzuziehen, eine aus- uohmslosePflichtdes Mieters wird. Dies« Vorschläge werden als die einzige Lösung, dem Mietwucher zu be- gegnen, hingestellt und der Mieterschaft, da sie von ihnen nichts wissen will, geraten, daß sie sich nicht von ihr Führern irreleiten lassen soll, keinesfalls. Tiber zum i Februar in einen Mieterstreik treten dürste. Der Gedankengang, aus dem dieser Artikel stammt, darf nicht unbeachtet bleiben. Er ist derjenige eines großen Teiles der Vorsitzenden der Berliner Einigungsämter und auch des Wohnungsver- dandes Groß-Berlin, des Organs, das zur Ausfüh- rung der Höchstgrenzenanordnung bestimmt worden ist. Wie gefährlich jedenfalls dieser Gedankengang für die Mieter- s ch a f t ist, erhellt am besten daraus, daß der bekannte Terrainspekulant Haberland diesen Weg gleichfalls vor- geschlagen hat. Für Leute mit Haberlands Denkweise ist allerdings die vom Wohnungsverband beschlossene Lösung der schwierigen Frage, wie man dem Mietwucher«m besten vorbeuge, die schönste Lösung. Denn sie macht dem HauS- besitz Milliardengeschenke auf Kosten der Mio- t e r. ohne daß es den Mietern sofort zum Bewußtsein käme. Der angebliche V o r t e i l des Mieters bei dem inzwischen vom Oberpräsidiuni angefochtenen Beschlüsse des Woh- nungsverbandes Groß-Berlin liegt darin, daß der Mieter immer n u r 15 Proz. für Reparaturkosten zu zahlen hat. während die Reparaturen mehr als 15 Proz. ausmachen könnten. Haberland weiß ganz genau, was eine solche Ab- findung von 15 Proz. für den Hausbesitz in seiner großen Mehrheit bedeutet, nämlich: 15 Proz. für angebliche Re- paraturen nehmen, aber keine Reparaturen ausführen. Ja, dem Hausbesitz würde sogar die Ausrede zugute gehalten wer- den können, daß er die 15 Proz. zurzeit überhaupt nicht, selbst wenn er es wollte, in Reparaturen anlegen könnte. Denn woher sollen in ganz Groß-Berlin für jedes einzelne Haus die Handwerker herkoinmen, die alles reparieren könn- ten? Wo sollten denn jetzt bei dem. fürchterlichen Wirtschafts- Niedergang die zur Reparatur benötigten Materialien herkommen? Wenn der Hausbesitz bisher durch viele Repa- raturperioden hindurch den Reparatur streik durch- geführt hat so können doch nicht jetzt mit einem Schlage, auch wenn die Mieter monatlich 15 Proz. mehr Miete zahlen, diese 15 Proz. in Reparaturen umgesetzt werden. Es ist gar nicht anders denkbar, als daß die 15 Proz. dahek dazu dienen müßten, eine angebliche Reserve für später auszuführende Reparaturen zu sein. Ob aber dann jemals dies« theore- tisch aufzuspeichernde» 15 Proz. wirklich kür Reparaturen der- vxmdet tocrbni würden, wäre doch noch überaus frag- lich. Im Gegenteil, man kann davon überzeugt sein, daß, abgesehen von dem wirklich soliden Hausbesitz, der in Groß-Berlin verhältnismäßig selten vorkommt, die Jhue» als unwirksam z« erklären. Entlassungen von Landarbeitern sind Gründe ver einem Ein Erlaß ttoskes. Als Inhaber der vollziehenden Gewalt hat der Reichs- wchrmiaifter Nooke dem Militärbevollmächtigten für Pommern folgende Anweisung erteilt: Die Masseukündigung von Landarbeitern in der Provinz Pommern wächst sich zu einer sehr ernsten wirtschaftlichen und politischen Gefahr aus. Die Entlassung Tausender von Arbeitern, die bestenfalls durch unerfahrene Kräfte ersetzt werden könnten, stellt eine Gefährdung lebenswichtigerBetriebedar und muß dazu führen, die unzulängliche Ernährung der Bevölkerung im nächsten Jahre weiter z» verschlechtern. Aber auch die Rnhe und Ordnung im Lande wird ernst- lich gefährdet. Abziehende Arbeiterfamilien würden in die Stadt strömen müsse«, wo die Wohnungsnot schon erschreckenden Umfang angenommen hat. Familien, die keine andere Arbeitsstelle fnidcn, werden sich weigern, abzuziehen. Daraus müßten gefährliche Konflikte entstehen, die sich bis zn blutige« Ausschreitungen steigern können. Die erfolgte« Masscnkündigungen sind daher von n z« nur zulässig bei Nachweis zwingender Schlichtungsausschnß. Wegen der Bei- legnng der Differenzen zwischen dem Landbund und der Ar- beiterorganisation sind mit größter Beschleunigung von Ihnen Perhandlungen einzuleiten, lieber den Verlauf der Dinge ist mir sortlaufend Bericht zu erstatten. gez. RoSke, Reichswehrminister. Zur Lanüarbeiterfrage. Vor Bekanntwerden deS Erlasses des Reichswehrministers, den wir oben bekanntgeben, ging uns von unterrlchteter Seite folgender Artikel zu: Wenn der preußische Landwirtschaftsminister in seiner am 27. Januar d. I. in der Preußischen Landes- Versammlung gehaltenen Rede'eindringlich hervorhob, daß die unbedingt erforderliche Steigerung der Produk- t io n nur dann erfolgreich sein könnte, wenn auch die Land- arbeiterfrage befriedigend gelöst und mit dem neuer- dings(vornehmlich in Pommern) w die Erscheinung getretenen System der Kündigungen ganzer Familien auf großen Gütern gebrochen würde, so ist für diese Behauptung hin- reichendes Material vorhanden. In einer ganzen Reihe von Kreisen der Regierungsbezirke Stettin und K ö s l i n ist Arbeiterfamilien und Einzel- arbestern gekündigt worden, die 10, 20, 30 und mehr Jahre auf einem und demselben Gute beschäftigt waren. Es be- finden sich darunter Kriegsteilnehmer, Invaliden und Familienväter. Besonders in Pommern sind Kündigungen häufig, namentlich in den Kreisen Anklam, Regenwalde, Belgard. Schievelbein, Köslin und Bublitz beobachtet; beispielsweise wurde im Kreise Anklam 44 Familien, im Kreise Schievelbein 81 und im Kreise Belgard sogar 172 Familien die Kündigung zugestellt. Dieses Vorgehen muß auf die Arbeiter umso erbitternder wirken, als noch zahlreiche Russen in den landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt sind und weiter eingestellt werden. Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden, daß hierdurch Gegensätze geschaffen werden, die bei einigem guten Willen seitens der beteiligten Arbeitgeber zum Nutzen der Allgemein- heit leicht vermieden werden können und müssen, denn nur so läßt sich die Steigerung der Produktion bewirken. 15 Proz. Reparaturgelder den persönlichen Bedürfnissen der Vermieter dienen würden, um, wenn dereinst die Mög- lichkeit der Reparaturen für die Hausbesitzer gegeben fein wird, nicht mehr vorhanden zu sein. So muß man den Be- schluß des Wohnungsverbmides in seiner Wi r k u n g eine große Täuschung der Mieter schaft durch den HauSbesitz heißen. Seine Folge wäre ein gewaltiges Emporschnellen der Grund st ückspreise. Bei einem.Hause, das z. B. 40 kleine Wohnungen zum Jahres- mietzin-Z von 300 M. hat, würde sich folgendes Bild ergeben: 13 Proz. Steigerung würde sür jede Wohnung jährlich 75 M. ausmachen; das bedeutet für das ganze Ha�s 3000 M., oder mit zwanzigfacher Miete kapitalisiert, 60 000 M. in einem Hause als Geschenk an den Hausbe- s i tz« r. Wer die im Wohnungsverband Groß-Berlin herrschende Tendenz kennt, wird sich über leinen Beschluß, 35 Proz. Zuschlag zu erheben, mcht weiter wundern. Der Woh- nungsv«rband wird durch einen Ausschuß vertreten, der noch bot itx Revolution von den damaligen HauSbesitzerparla- In ihm sitzen allein an Archiv :g lieber; dazu kommen noch zahl- ' menten gewählt worden ist. tekten 22 Proz. aller Mitgl.„—| L„................. reiche Persönlichkeiten, die dem H a u s b e s i tz aus sonstigen Gründen nahe stehen oder überhaupt zu ich m ge h ö- r e n. Das fast einzige Gegengewicht bilden die Kommunalbeamten. Diese aber haben wenig Interesse an der Höchstgrenzenordnung, weil sie den kommunalen Mieteinigungsämtern eine große neue Arbeits- last aufhalst und außerdem denselben, weil sie nicht gut ge- wirkt haben. Zwangsschienen durch Höchstgrenzen anlegt. So kommt es, daß. was eine soziale Tat war, was der Anfang zu einer neuen Zeit für das ganze Woh- nungswesen werden konnte, bei dem Ausschuß des Wohnungs- Verbandes als undiskutabel angesehen wurde. Das Eigentümliche bei der ganzen Sachlage ist, daß der Woh- nungsverband Groß-Berlin sich mit seinem Beschlüsse ein Recht angemaßt hat, das ihm überhaupt nicht zusteht. Er hatte nur§ 1 der Anordnung auszuführen, während er die 8s 8 und 10, die Schmerzenskinder des Haus- besitzers, rechtswidrig zu beseitigen versucht. Diese reaktionäre Behörde hatte ein leichtes, verant- Wortungsloses Arbeiten: denn sie braucht ihre TaL. nicht vor der M i e t e r s ch a f t mehr zu vertreten. Ter nemr Einheitsverband Groß-Berlin wird sie schon in wenigen Wochen durch eine Neuorganisation ablösen, in der die Mieter Recht und Stimmen haben werden. Die Berliner Mieterschaft hat die Höchstgrenzenanord- nung vom 9. Dezember 1919 f r e u d.i g b e g r ü ß t; sie sieht allerdings in der Anordnung nur den ersten Schritt zur Erfüllung ihrer Wünsche. Aus der Ueberzeugung und dem Vertrauen, daß die Regierung es ernst mit dieser Anordnung meint, ist es zu erklären, daß die Mieterschaft in ihrer Gesamtheit ohne Rücksicht auf die polltlsche Stellungnahme am 4. Januar nicht nur im Lustgarten, sondern auch vor dem Wohlfahrtsministerium z u- gunsten der Anordn'ung demonstrierte. Die Mieterschaft verlangt aber auch nunmehr die strikte Durchführung der Anordnung, so wie sie in dem Ausführung� erlaß der Regierung zugesichert ist. Wird die Mieterschaf' jedoch in dieser Erwartung getäuscht, so dürfte sie auch vor dem letzten Mittel der Gegenwehr mcht zurückschrecken._ Die Kinüer aufs Lanü! Der preußische Minister für Volkswohl- fahrt hat in diesen Tagen in Gemeinschaft mit dem M i- nister für Wissenschaft, Kunst und V o l k s b i l- d u n g und dem Landwirtschaftsminister einen Rmrderlaß ergehen lassen, der sich mit der so migeheuer wichtigen diesjährigen Aufnahme von Kindern der städtischen und Jndustriebevölkerung in ländlichen Familien befaßt. In dem Erlaß, der zunächst von dem Ergebnis der vorjährigen Arbeit des Vereins„Landaufenthalt für Stadtkinder" im Reiche spricht— bekanntlich konnten etwa nur 100 000 Kin- der im abgelaufenen Jahre untergebracht werden—, wird allen denen der Dank ausgesprochen, die in selbstloser Opfer- freudigkeit ihre Kraft in den Dienst des Unternehmens ge- stellt haben. Es heißt dann in dem Erlaß wörtlich: »Da bor!kmdaMs«rti»It der StiM-kinder nach der übervin- stÄmniOTben Auffasstmy aller mahgobenÄen Stellen, rnsbosimdevc des ReichSgesundhevtSamts, auch für die Zukunft als ein unent- be-hrliches und in seiner Art unevsedliches Mittel zur Hebung der VotkSgesundHeit anzusehen ist, nrnß in der Ausnutzung seiner Werte ungeachtet aller Henmmnsse nun so mehr fortgefahren wer- den, als in der allgsmeinen Lage der Volksernähuung eine nennenswerte Besserung leider noch immer nicht gn erhoffen iit. Auch um deswillen sind wir zn einer restlosen Erschöpfung aller Hilfsmöglichlstten im Inland verpflichtet, als das neutrale Ausland unseren erholnngÄbedürftegen Kindern in dankens- werter Weise feine Fürsorge angedeihon läßt, um uns unsere Arbeit zum Wohle der heranwachsenden Jugend zu«wloichtern und sie zu ergänzen. Demzufolge haben die Minister der Bitte des Verein? „Limdaufenthait für Stadtkinder" als der nunniehr schon seit 3 Jaliren auf diesem wichtigen Gebiete der Volkswohlfahrt tätigen Meichs�entrale entsprochen und ihm auch für das neue Jahr die weitestgehende behördliche Förde- r u n g seiner Arbeit zugesagt. Dem Erlaß sind die vom Verein auf Grund der vorjährigen Erfahrungen ausgearbeiteten Richtlinien beigegeben, nach denen die Dirrchführuna zu erfolgen, hat. Tie Gliederung der Organisation, die bekanntlich das ganze Reich umfaßt, ist die frühere gebliebern wie auch die Einzeldorschriften. so insbesondere bezüglich der Verteiluna der Apfnahmeaebiete au die in Bewacht �wwnaiScn NÄarfSgeNeLe, Zecr dorWr�gea?m SchmMge» «rtfprechen. Die Zahl der«htj�ontgSdetorftogeii, ATmder in oen Großstäldien jirtb Jndustriebezirksn ist nach wie bor ungeheuer groß, und angesichts der sich wieder der- schärfenden LebensmittelÜiappheit Wird die Lag« sich von Monat zu Monat trostloser gestalten. Da wir infolge der Lerwrrklichung des Friedensvertrages umfangreiche und in iien früheren Jahren an Landstellen außerordentlich ergiebige Lcmdesteile verlieren, wird es der Anstrengung aller Kräfte bedürfen, hier einest Ausgleich zu schaffen. Wenn der Bewegung nicht mit allen zu Gebote stehenden Mitteln neuer Schwung gegeben wird, wird eZ schwer hallten, auch nur der allie im Vorjahre eine auf Grund neuesten Materials bearbeitete Flugschrift dein Verein zu.Werbe« zwecken zur Verfügung gestellt. Die Aussendung der Kinder oll etwa im Mai erfolgen und der Landaufeisthalit wie bis- her möglichst 2—3 Monate dauern. Der Siutkalenüer. Der fromme„RdchsboU" sucht für seine Behauptmigien, daß die Sozialdemokratie einen Kalender herausgebe, in dem sämtliche Attentate„verherrlicht" werden, Beweis anFutreten. Er muß d-rfür freilich um 13 Jahre, nämlich bl» lögt znrückgelten. Um die Sache �interessanter zu machen, zitiert er crue einer Red« Erzbergers, die dieser damals gegen die Sozialdenwkratlc gehalten bat. Was ist nun Wahres an der Geschichte? Es bändelt sich um den historischen Abreißkalender der Buchhandlung Vorwärts — also nicht des Parteivorstandes— der weit über tausend historische Daten enthält, darunter natürlich auch«ine Anzahl ge- schichtlich wichtig« Attentate, Hinrichtungen usw. Daß van einer „Berhecrlichnng" gar keine Rede sein kann, dafür ist die vom ..Neichsboten", gegebene Zusammenstetluzrg der beste. Beweis. Denn unter den Daten, die der„Reichsbote" mit Entrüstung an. führt, befindet sich u. a, die Ermordung des amerikanischen Präsi- tonten und Sklaveybefreiers Abraham Lincoln, die Hin- nchtnng des ersten sozialistischen Utopisten Thomas Moore, die Pariser Vluthochzeit(bekanntlich ein Werk fanatischer chierikaler). ja sogar die Anzündung Roms durch den vyvcmnen Nero! Selbst der dümmste Leser des„Neichsboten" kann ehrlich nickr glauben, daß die Sozi aide mokralie zur Nachahmung dieser Daten habe aufreizen wollen! Troß des Protestes des„Reichsboien" bleiben wir also bei unserer Feststellung, daß äußerlich zur Sbau getragene Frömmigkeit und niedrig st e Berleunr. dungS sucht fahr einträchtiglich unier demselben Dach zusammenwechnen können. �ntifemltiUes Mißtrauen zum„Gop". Herr A, Z.. SlimmnngSdildner der.Teuckchen FeAung", dem !aS bemitleibsukwerie Los gewoiden ist, nm lronipihailen Witzen die Niederlagen seiner Partei im Parlament usw. v»! decken zu müssen, müht sich auch jetzt im Schweiß« seines Angesichts, die Blamage der.Deuuchen Festung" im Falle„Ostropa" lProzeß Erzberger.Helsserich) au« der Weit zu witzeln- Und da Herrn L. F. nichts besseres dnsSllt. so zeichnet er die?hpen der Zeugen in dieser Sache mit folgenden Worten: ftuerft der Her: NotarmS. S6 Jahr«. Mosaisch: einem ».Goy" vertrauen sich die Herten von der Ostropo, so arisch sie an sich aussehen, in schwierigen Angelegenheiten«»hl nicht gerne an." ArmeS.Opfer mitisennHsHer Gedächtnisschwäche? Wenige Zeilen vobher hat Herr A. Z. erst den gescheiten Verteidiger Silber- Golörummel. ' Die Metallbörse auf der Straß«. In Berlin muß«S immer einen Rummel geben;«wxrt. wovon man spricht, das jedem nachläuft. Jestt ist zuxrr die Zeit deö Tanz- rummelS, aber so nebenbei läuft noch ein Edehuciaferummel, den jeder mitmacht. In dpr Friedrichstraße stehen Männer, um ihre Brust ist eine Tafel gehängt, und auf der Tafel lpekiakelt in großen Lettern eine Inschrift. Wenn man sich ihnen nähert, hört man ein leiseS, helles Klingeln, es ist, als ob sie Glocken in den Taschen trugen. Das sind die wilden. Silbe reinkäu sex. Und die Inschrift besach: Nur. ich zahle die höchsten Preise für Silber, Golo, Edel- tnetall. Das lyrische Klingeln stammt von den Silbermünz?n. die gegen das Rascheln vertumerter Papiersck«ine eingc tauscht haben. Man mackft Sitbeoseschäst« Ucbsrbieter dt« Reichöbani, die si.h erlaubt hatte, die loilden Händler zu überbieten. E» ist grotesk: da stehen Leute auf der Straß« und kaufen zum Acht- bis Zehn- ' uhim des Nennwertes die Subermünzen des Staates. Und das ist nicht etwa eine polizeilick verhinderte oder gar hochnotpeinlich« An- gelegenhdt, das ist nur eine Konkurrenz, ein freier Werwenxrb mit dem Staate, der viel umständlicher und ,»le schlechkrer Zablsr das, seübe wt: dos Siber des Landes aufkaufen. Et» Operelteneinsall. ein« FastnachtSidee— uird dennoch Wirklichkeil! In den Zeitungen wird bereits bis zu 13 M. Papier für die Srlbermark angelunen. Freilich, gezahlt wird dieser Preis nicht. »mmt der Veränßerer zum Händler, dann bekommt er nur 10, nächstem» 11 M. Dieses Sichse! bstun terbietc n weiß der ichlau« Hägd. Ust natürlich auch zu begründen: Ja. dieses Markstück fei bsrt't? a'�egriffen. 13 Papiermark gebe er nur für ganz bhznt« Stück;: wer: für.Markstücke aus dem Jahre foitviso zahle«r. der Händler, eben nur 10 M,, wenn es Stücke aus dem Jahre soundsoviel wären, dann allerdings, ja. dann würde er bis auf 13 M. geben. Der ' ändler hat fsm« Pshchologie: er weist, die.Kunden kominan von loeit daußen her. sie werden nicht umkehren, ine.il sie wemqer aus- i».zählt bekommen, als sie sich versprochen hauen. Die Alchimisten von Berlin. Ihre Aufmachung ist gar mickst mhfderiös. Die fftst» höchst wo- derne, höchst nüchterne Alchimisten. Sie habe» keme Zauber- 'prüche und gar nichts Kabbalistisches. Ihr Requisit ist mck» als 7'» 5l«iwe.s MSischchen bi» zum Rande gestillt mit Tche-d.'wgsse r.. Das Fläfchchen kostet 1 M. Eine papien« Mark, also so �ut wie nicht?. Und auS diesem KO-Gramm.F uii ckche n ziehen sie epi nicht unbeträchÄlches Kapital ab. Daß sie da? treffen, ist ihr ganzes H-reneimnaleins. Da« Kunststück wird sofgmdermaßen duechge- fübti; Man sorgt dafür, daß«? sich möglichst wert herumspricht. de! dc-m wackeren Herrn Saundso ist«ine Goldankaufstell«. Die vndschafr komimt schon»on«Ue-in«. den» es gibt noch reichlich viel. nn»qch nicht gemünzte?, so doch brüchigst Goch. Ter ÄUiO« :• ei tat keine Schätze au«.>Zt«>r Händler prüft; er prüft lange. Er tan.7 sich nicht-ntschsidem.»Lasssn Sie mir da» Sioch bis morgen Hrn. ich gebe Ihnen movgem darmstwg Lwschcift.' D« Kund««ird tzsksfepekH» i» S« Hmmwck tz-yoSM. Tief« Wtaax Sergk Dr. Alsdarg. Und«m, ist Herrn A. Z. gar nicht aufgefallen. daß also anch Harr Helfferich, sp acftch«x oa sich anSfieht, in dieser schwierige» Angelegenheit sich gar nicht gerne«tstv. nsin, Antisemitismus nnd Wohnungsnot. Die Wohnungsnot wird von der deutschnati analen Presse oft zu besonder» gehässigen Ausfällen gegen den Zuzugvon Ost- j u d e n ausgenutzt. Run ist zweifellos, daß die Wohnungsnot durch die Einwanderung aus dem Osten verschärft worden ist. Es ist ober irrig, zu glauben, daß eS sich bsi dieser Einwanlderung nur um Juden handelt. Gerade dies« kommen meist mittellos und ihrer Habe beraubt nach Teutschland und hausen in mebr als dürftigen Quartieren zusammengepfercht. Dagegen leben in Berlin zurzeit eine nicht unbeiräcktliche Anzahl baltischer Barone, ehemalige russische Generäle, Adlige usw., die große Teile ihres Vermögens mitgebracht haben und" jetzt auf Schleichwegen 10- und 1 3- Z t m m e r- W o h n u n g e n micien, ohne sich im geringsten an die Wohnungsbestimmungen zu kehren. Ein Vorgeben gegen die Verschärfung der WobnungSnot durch Zuwanderung aus dem Osten wi.d demgemäß sich g l e, ch m ä ß!? gegen olle Schichten der Zuwanderer richte« müssen. Nur ein �eÄschuß!" Da? als eine? der berüchtigslen Kri.gshetzcr bekannte Organ der rheinischen Schiverindustriellen, die.Mhei nif»Mests»l,sche Zeitung", ilt natürlich auch in der E r z b e r g e r b e tz c mi: an der Tete gewesen. Auf d-e erste Nachricht von dem Attentat hm stam- melte es einige Verlege nhcitsredensartcn von„allge- meiner Verurteilung" u. dgl. m. Aber schon in der Mittwoch- nnmmer. dem Abcndblolt, gibt das� Blatt, deiftn Redaktion wäh- rend des Kriege» Herr ÜLull«. jetzt cm der..Teutschen Zeitune". führte, seine wahre Meinung ziemlich deutlich zu erkennen. Es höhnt über tue Berichte von Erzbergers Krankenlager, dessen „Temperatur vorne und hinten f!) vermessen und registriert" würde, obschon es sich nur..um einen ziemlich ungefähr- lichen Fettschuß(!!!) handelt?" Rur um ei-.ion.Fettschuß"! Warum gerade dieser Ausdruck gewählt wirb, ist nicht schwer zu ergründen. Rur ein.Fettschuß". nennt das dentschnationale scüwernrdustrielle Blatt die keineswegs ungefährliche Verwundung de? Reichsfinanzmimsters. Wenn die Nihilisten und Attentatspolltiker von links einen der wohlbeleibten Kriegsgewinnler aus dem Lager der.Rbei- n!sch.-Wesifälischcn Zeitung" nur einen.Fettschuß" beibrächten. doS Geschrei über„Folgen der radikalen Verhetzung" möchten wir hören. Tie Bolschewisien von reckst» gehen denen von link» die Entschuldigung zu„Fettschüssen". Das muß festgenagelt wenden. Das Geichtiafel des sckwerindustrisllen Blatts? ül>sr die an» geblich„sinnlose und verantwortungslose Hetze" der Srzialdemo- lratie ist volltonrnen deplaziert, weil die Sozialdemokratie selbst in der schlimmsten Feit der AnSnahmrgesetzgebung stetS die A t t e n- tat»Politik scharf bekämpf! hat. NeichswehrsKaifereebuOtstagsfeter. Bon dem Angestelltenanöschiiß der Abwickelungsstellen der Elsenbadnrcgimenter I und IV wird uns geschrieben: »In den staollichen Gebäuden des Eisenbabnregi- m e n t S I. Betlin-Tchöneberg. Äenereil-Pope-Ttraße. feierten am t-st. Januar d-e don untergebrachten NeicbSwebrtrupven usw. von de»! Geld« der republikaniichen Regierung--- die einige dieser Herr?» sonst nicht genug schmähen lönnen den Geburtsmg de« früberri, KniftrS. Der Saal, in den: die Feier stattfand, war>n>t Tannengrün uiw. geschmückt; d'e B ü st e d?s ehemaligen Kalter» und Fahnen— schwarz-weiß-rot selbstveiständ- l'ch zierien d,n Saal. Di« F«i«r dauert« trotz der Kohlen- tnoppheil bis 7 Uhi: früh. Die Zwilangtstellten der in densekben Gebäuden unter- gebrachten Abwicklnngsstellen der Eisenbabiiregimenter I und lV fassen fiei« Veranstaltung als eine Verhöhnung der Regierung WJ*"' 1"-- I J-IUL'■- i".1>»e« Tage» aevbvaust ist. schließt de-r Berliner Alchimist von IM seine FcnsterWden und gießt etwas Scheide- wafler. kaum für l'>0 Pf., in ein SHälchen. In dies:? Schälchm Wich hgs Bruchgold getan, das ihm MgZ scher«mgeoot«! wurde, Nun ist eS ja bekwtnilich die Ei�snfcha-ft des Schoi&ffiMfl«», Gold j'ichft airzugroifett. Aber ein ganz kwin wimig.«in Febn-cl. löst sich doch m.if. Da» mackn bei 10 Gramm Gold ftnmechin 1 Gramm rd.-r bei 50 Kv»««t Bruchgpld schließ lies fast ö Gramm. Da» Aruchgold wird»«h dem»sichiisichvn B cha vor allem; sie mache» an»»altem Plunder neue Lustigkeit. Der Regisseur. Herr W ej i s ch. haut einen Fürstenfsal auf.«inen Fürsten. l-ial! lind sein Direktor schreibt ein« Philosophie der Theaterlunst ---. Hall dch« heiße»: der TV�nftaffolku-rst, XL H. ttttf; sie erheben Yroteft gegen eine �srarkig« verh?h»«AK der Republik und verlangen, daß von zuständiger Stell« gegen die Veranstalter des Unfugs vorgegangen wird.-" Hanöel Amerikas mit Sowjet-RuKloaö. Di« amerikanische Regierung hat den rusfifchen Konsumvereinen erlaubt, Leinen, Baumwolle und anders Waren bis zum Höchpbetrage von 5 Millionen Pfund in Amerika einzukaufen. Die amerikanische Regierung ersuchte die Ber- bündeten Regierungen um Mitteilung näherer Einzelheiten über pie Art der HandelSwiederaufnabme mit Eowjet-Rußland. Nach dem„Manchester Guardian" ist in England ein drahtloses Telegramm aus Moskau einzelaukn. da» folgender- maßen lautet:.Es ist nicht möglich, den Beschluß de» Odeiste»' Rates bezüglich de« Handels mil Rußtand mir murntcl» der 6«« nossenichaflen»md ohne Anerkennung der ofti- ztellen Regierung der russischen Repuditk mit viel Lptimts« mu» anzusehen. Es i't klar, daß die neue Politik der Entente nur lang kam und mit großen Schwierigkeiten fortschreitet, und es ist glei v M' b'-r zu sagen, daß kriegshetzerische Kreise ibr BesieS tun werdeMtaS Band zu zerreißen, daß zwischen dem Ver- band und Sowirt Rußland gezogen werhen soll. Es tst klar, daß die neue Politik zuletzt ttiumpbieren muß. da d« wirtschaftlich« Maschine, die wävrend des Krieges defekt geworden rj:. lediglia» durch die Medet Herstellung dieie« internauvnalrn Austausche« von Waren wieder in Gang gesetzt werde» kann." kleine poUtische Nachrichten. Rbeinlandrcise der preus.ischcn Minister. Unter Führung des prvtßifchm M'nisterprSjidenten wird sich in den nächsten Tagen ein Teil der preuftisihe?' Minister nach dem Rheinland begeben. Zunächst wird die Stab: Köln besichtigt, wo mit den Vertretern der städtischen Behörden, der Staatsverwaltung, der Haudelskam- mer und des erz bischöflichen Stuhles Beratungen über die staat» l chen und kommunalen Angelegenheiten gevflogen werden. Von Köln aus werden sich die Minister nach Bonn begeben und von dort in die durch H o ch w a s s er beschädigien Gebiete, u. a. nach Kreuznach und Neuwied Hier soll auch sestgesetzl«erden, wie der Ersatz- der durch Hochwasser entstandenen Schätzen zu regulieren sei. Am kommenden Vonnabetld werden die Minister in Wies- baden sein und von dort nach Aachen reisen. Ueberall wird mit den staatlichen, städtischen und kirchlichen Behörden, sowie mit den Vertretern der verschiedenen Parteien und der Presse über die Lag? des PheinIarkdeS gesprochen Werden. ParvuS-Dombrowski. Aus der Schweiz sendet NN» ParvuS ein Te'egromm, in dem er sich gegen Behauptungen wendet» dt« Erich DombrowSki in Nr. llll des„Tageblatts" gegen ParvuS«nef. gestellt hat. An sich hätten wir keine Ursache, uns mit der AtV aelclwnheit zu befassen, von der wir bisher keine Notiz genommen babni. Ha aber»ach Angabe von P.:rvuz daS«Berliner Tage- blait" sich weigert, eine Bevichligung auszunehmen, so seien hier kurz die wesentlichen sachlichen Behauptungen von.Parvus wieder» gegeben. ParvuS erklärt, daß die Erzählungen des„B. T." von seinen besonders begünstigten Autofahrten wie von soiner angeb- lichen HaremSwirtschaft Lügen sind. Mit der Einsichmuggelung von Sprengstoffen oder sonstigen Schmuggelgeschäften habe er nichts zn tun; ebenso habe ex weder direkte noch indirekte persönlich« Be» Ziehungen zum deutschen oder einem sonstigen Generalstab. Er habe keine bolschewistischen Kalender hergestellt, sondern im Gegen- teil den Bolschewismus stelS bekämpft. Schließlich kündigt Parvu» an, daß er die Verbreiter ehrenrühriger Behauptungen über fein« Person gerichtlich belangen werde. Parvu» muh die Schweiz verlasse». Die Scknvoizer Deposchon- agentur meldet: Ter Buitdesvat gewährte Tr. H,elphand- Parvus ein« F rist zur Erledigung s««er Geschäfte bis zum 11. Februar, Nach keiner Ausweisung wird Parvus das Gebiet der Schroeiz abne besondere Eolauibni» des Bundesrats nicht be- treten können.# Das Britische Kolonialamt gibt bekannt, daß Deutsch-Ost- afrika von jetzt an den Namen Tanganykageblet führt. Druikin geilijchlct. Ein FunleNtelegramin aus Novorossisk meldet, daß Generat De»>t»i mit ieinem Generglslabe an Bord eine» eng- ltichon Kri«g«ichlfte» naiv.Koniiantinopel gessgchte» fe». Wie man ein« Bolktziiper gründet. Uns gebt folgende Zuschrift zu:„Ge se ll scha st sabe ntze veranstalten in Kürze Freunde der Großen Volksoper Berlin, die sich die Aufgabe gestellt haben, das Zustand«. kommen bev in iLorberciiung besindlichen Bolksoper zu fördern. Dl« Gesellsihaftsabemde, die in den Festräumen des Hotels Esplanutzo staftfinden, säilen dazu dienen, den Gedanken der VolkSoper zu propagieren und ihr weitere ideell« und uiatertelle Förderung zu sichern. Ter l-wsamiertrag der Abend«, die nach einem Konzert allererst.r Künstler die Gäste bei Abendessen und Bqll zusammen- haften sollen, fließt den Zwecken der Voftöaper zu." Diese ZZoiksoper. die man so gründen will, scheint uns mft dem Volke etwa so viel zu tun zu haben wie die gleähe Bezeichnung in der Etikctte reaktionärer Parteien. Ein„Saal der Presse" im Lrtpzifler Bychmusenm. I» -Xeutfchen Museum ftir Bück) und Schrift m Leipzig wird demnächst ein hosander«„Sagk her Presse" eingerichtet werben, in. dem dt« polisische und wirtswftftliche. kulturelle und wissensckmftliit»« BeSeu- long des deutsiben ZeimnqSwesen» anschaulich gewacht wird. Tie Mfttlunq für Zeiiungsipest'n des Museum» lxn seit Anfang de» JalueS durch die Unterstützung zahlreicher Zeitungsvenlage und Re- daliionen ein:» bedeutenden Mwach« erfahren. Reben Plakaten und graphischen Tgrsieflnugen wftd im Saal der Presse das reiche Btldermoterial der illustrierten Fesrihriften und JiMlstumS» »Ummern deutscher Zeitungen dem Besucher zugänglich gemacht nvrde». Ein menschlicher..Straußenmagen". Menschen mit.Stnaußen» magen" werden häufiger deortichiet. die Nägel. Nabeln otßc andere Dinge, die durch, uS nicht in de« Magen hineingehören, ohne merk- l.ck» Schädigung vorschluckt haben. Ter erstaunlichste Fall dieser Art ßmrbk pou hon beiden englischen Ä ersten Banderfot und Mills festgestellt. Sie hatten eine Patiemin,«ine Mulaftin. die im Alter iwn ssL Jahren in dos Irrenhaus gebraijst werden mußt« und»ach sieben Jabren d,« starb. Man iwite während dieser Zeit kei«: Störung ibrea Magen» beobachtet, halte aucb ick« gesehen, daß sie etwa Nägel oder Stecknudeln verschluckt hätte. Alach ihrem Tode ze-gte sich»ach«m Leichenöffnung aber, daß sie geradezu unHeim- lichc Mengen von«isernep Gegenständen verschluckt l?atte. die alle im Magen liegen geblfthcn waren. Man ßrnv dort in einer Art AuSbeuteluna, dsi sich g'bildet hafte, nicht weniger als 1100 Stück Nägel, Nadeln. Schrauben und andere MetallHogcnständ«. die zu- sammen über 2000 Gramm woge». Einig« spitz« Gegenstände hatten auch die Magenwand durchbohrt, wape» jetwch hier eingekapselt. so daß auch sie da» Leben der Geisteskranken nicht weiter grfädr- de leu._ Hefter« Musik. Die zweite Ausslibrung diese« oam Bezirk«- bilhungSau» fchuß Siros-Berlin veranitalteten Konzerte» findet am 1. Februar, nachmittag» 3 Uhr, im Nlülhnettaate statt. Mt- wirkende- die Kammermufi'vereinigung der GtaaiSoper unter Leitung von Prof. Gülzow, da« Blülbnerorchefter unter Lettung von Prof. Echempüug. di»>.s»r>p»U»-Berk>niaung de» BoUSchor» unter Dr. Kuttmann. Urania..Tmnwgen' am Ton Mag. Montag, Dienstag, Rittwach, DonneiSt.io. Toungbftth. Frstsim:.Minler in der Schweiz." Bei dem Lort-inq-tztlnmd. der am Zonntag tachmittag 4 Ubr im KchilUrsaa!(JbarieÜenhurg stattfindet, wirken mit Mary Hage«, Eugen Brteger und Gujta« Stzerner. Lta tinUUaiben Bortrag hält stsop-ud Schmidt. Wirtschaft. GefShrdimg der Fischerei durch Kohleumauzel. Dn NeichSverband der deutschen See- und Küstenfischer teilt mrt mit. dag nunmehr auch die gesamte deutsche Fischerei durch den Lohleumangel mit Lahmlegung bedroht ist und zwar nicht etwa nur du mit Fischdampsern betriebene Hochseefischerel, deren Dampfer schon häufig aus Mangel an Bunlerkohlen mehr oder weniger lange haben stilliegen mästen, sondern auch die übrige See- und Küsten- fischerei und die Binnenfischerei und zwar, weil die Netzindustrir. we'che die Fischereibetriebe mit den unentbehrlichen Fauzgerate» versorgt, mit gänzlichem Stillstand bedroht ist. Jnstrnktionskurse für GeuosienschastSweseu. Um eine Anzahl theoretisch und praktisch auSgebtldeter Jnstruk- teure zum Ausbau der Genostenschaflen auf sozialistischer Grundlage zu haben, hat, wie die.Russische Korrespondenz' mit- teilt, daS Zentral- Exekutiv- Komitee der Parteischule Jnstrutteur- Kurse sür Genossenschaftswesen angegliedert. Die Kurse dauern drei Monate. Aufgenommen werden vor allem solche Arbeiter und Bauern, die von Koniumgesellichaften, FabriklomiteeS, Gewerk- fchaften oder lommunistUchen Organisationen empfohlen werden. Die Parteischule sorgt für den Unterhalt der Hörer dieser Kurse. Ihre Familien werden für die Zeit der Abwesenheit ihrer Ernährer vom Staat unterhalte«. Lallverteilang für Fedroor. Der Kalkbund beschloß für Fe- bruar unter Zugrundelegung einer Kohlenbelieferung von 00 Proz, (Kontingent 100 000 Tonnen) und dementsprechend einer Kall- erzeugung von 190 000 Tonnen zu verteilen: für die Eisen» und Stahlindustrie(angemeldeter Bedarf 109302 Tonnens 37000 Tonnen. für dt»«alkstickstofsiudustrie(angemeldet 28 190 Tonnen) 28 000 Tonnen, an die chemisch« Industrie(angemeldet S4033 Tonnen) 18 800 Tonnen, an Kokereien und Gasanstalten(angemeldet 4000 Tonneos. 4000 Tonnen, zur Verteilung als Düngekalt auSschb Kaltmergel(angemeldet 218 048 Tonnen) 69000 Tonnen. Jute für Deutschland? Wie der Korr. TextiNndnstrie aus London gemeldet wird, soll Aussicht bestehen, dah die deutschen Jutefabriken demnächst wieder mit Rohstoff versehen werden. Deutscher Zement- Bund. November und Dezember ist die Kohlenversorgung noch mehr zurückgegangen, so da« auch der Ze- mentversand auf 124 000 Tonnen im November und III 000 Tonnen im Dezember saicki Die Anmeldungen für Februar dürsten über 900000 Tonnen betragen. Zweck deS bevorstehenden Ausbaus der Z e m e n t i n d u st r i e ist die restlose Erfaffung der Produtttou und Unterbindung des Schleichhandels. Jrkt�Wss. für Anilin-Mbrikatit» in Berlin-Treptow. Die iGefcHifchaft erbaut im Anschluß an ihre Filmfabrik in Wolfe» mne Fabrik zur Erzeugung von Kunstseidenstoffen. Preis» sür Dachpappe. Die Dachpappeninduftrie ßat infolge der Preiserhöhung für Rohpappen die Richtpreise für Dach- ipoppe entsprechend welter gesteigert und ztvar für Dcnbpappen mit 80er Robappcneinlage auf 8,60 M., 100er auf 4,60 M,, 150« auf 8 STC. und 200« auf 2,60 M. für 1 Quadratmeter frei Eisenbahnwagen aus den V«ladebohnhos deS Verkäufers geliefert gegen gleich« Bezahlung ohne Abzug. Die Umwandlung des ReschSverw«tungSamtS in rtnc Treu- hnndgescllschast dürfte, wie die„SJörs.-Ztg." erfährt, nicht so glatt vonstatten gehen, wie man nach den bisherigen Prestemeldungen annehmen tonnte. ES hoben sich in der Zwischenzeit erhebliche Widerstände bemerkbar gemocht, die sich vor allem auch auf banktechnische Bedenken gründe». Die Zukunft der deutschen Schiffahrt. Wir sind also einzig und allein auf unsere eigene Kraft an- qewiesen. Die Rohmaterialien für den Bau von jährl'ch 200 000 Tonnen, laut FriedenSvirtrag, sind vorhairden— und noch mehr. Auf»inigen der großen Werften hat die Nrbeitstätigkeü einen erfreulichen Aufschwung genommen und es besteht berechtigte Hoffnung, daß bei allgemeiner Wiederaufnahme von reeller Ar- beit auch ein Wachstum unserer Tonnage eintreten wiro. An Betriebsmitteln, wie Kohle, Qel usw., waren wir schon vor dem Kriege in großem Maße auf das Ausland angewiesen. Nach A:>. bahnung friedlich« Beziehungen werden sich auch diese wieder beschaffen lasten. Landwirtschaftliche Maschinen. In Berlin wurde mit llK Millionen Mark eine Gesellschaft unter dem Namen„Deutsche landwirtschaftliche Maschinenbau-A.�V(Delmag) errichtet behufs D.Wntfung und Vertrieb von Maschine»» und Gerät für Su deuii" Land, und Forstwirtschaft. Breiserhöhung für Kupferbleche. D« Kupferblechverband be- schloß mit sofortiger Gültigkeit eine neue Preiserhöhung um 1100 auf 4508 M. für 100 Kilogramm vorzunehmen. Die Steigerung wird mir der Erhöhung der Preis» sür Bleche und für Rohtupi« begründet._ GroMerüÄ Zeitungsausrufer. Wäre ich doch nicht über den Potsdamer Platz gelaufen! Wer man denkt sich doch nichts dabei. Nun kann ich mit vas da vor sich geht, als das größte Problem der Zeit in die Welt hinaus- geschrien wird. Tann aber hat mich wieder der Neid. Was müffen das für glückliche Menschen sein, die keine größeren Sorgen kennen als die darüber, was im V. B. B. vor sich geht. * Ein Zeitungshändler ruft ein antisemitisches Hetzorgan auS:„Diese? hervorragende und ausjezeichnete Blatt muß jeder wahre deutsche Mann und jede wahre deutsche Frau jelesen haben! Nieder mit die Juden!!" Ich sage zu ihm:„Erlaube mal, das ist aber Quatsch!" Er kriegt einen dunkelroten Kopf und schreit mich wütend an:„Wceß ick alleene, daß det Quatsch U— aber wees Du mal was Besseres!" Paulchen. Vi« Notgesetz Grotz,B«rli«? Wie.Gtäbte-Korvesponden»' au« RegurungKreis«, g«hSrt Höchen will, rechnet man bort nicht mehr mit dar Möglichkeit, daß die Einheitaaeweind? Grotz-Dkrlm schon am 1. April in« Lobs» treten Hann. E« fei wohl ansunehme«, daß der Gesetzsnlwurf Groh-Borlin noch vor dies« 8*it vwrde verabschiedet wenden,«s Wich« aber bann latne Z«»t l&S dt« Stadtverordnataawahl»», die Wahl deS Magistrats und die Einrichtung der Dezir'Korganfsa'kwnen. Wohl aber ließe sich dem in den Vororten zutage getretenen Wunsche nach Klarheit üb« die rechtlichen Berhältniste nach dem 1. April sehr wohl dadurch Rechnung tragen, daß in das Gesetz Groß. Berlin, das für einen späteren Termin in Kraft gesetzt wird,«ine Bestimmung aufgenommen werde, d»e in der Frage der Regelung der Steuern und Kinanzen bereits am L April Wirksamkeit erhätt. » In den Köpfen eines großen Teils der Friedenauer Ge- meindevcvovdnclcn, so schreibt man uns aus Kreisen unserer Ge- Nossen, hat die Eingemeindungsfrage Wied« große Auf- nogung verursacht. Kaum daß man vor einigen Wochen die Bevölke- rung mit Volksversammlungen in Spannung hielt, die schließlich in ein« Volksabstimmung gipfelten, die darüber Aufklärung schaffen sollte, ob Friedenau, Schöueberg Wilmersdorf oder Steglitz anzugliedern sei, treiben die Wellen schon Wied« hoch, um nunmehr Friedenaus Selbständigken zu erstreiten. Man muß wissen, daß hier auch viel Jnt«essenpolit!? mitspielt. Ben der früheren Volksabstimmung kämpften die Demokraten mit einem Eis«, der einer besseren Sache würdig gewesen wäre, für Schöneberg, während der Rechtsblock sein He i in Wilmersdorf suchte. Mit einer kleinen Mehrheit entschied sich seinerzeit die Bevölkerung sür Wilmersdorf. Der Ausschuß der Landesversammlung scheint in sein« Auffassung auch verschiedenen Einflüssen zugänglich�zu sein; denn einmal ent- schied man sich dort, Friedenau mit Sieglitz zusammenzuwerfen, ein paar Tage später Wied« glaubt« man Friedenau mit Schöne- berg und darauf wieder mit Wilmersdorf zu einem Bezirk vereinigen zu sollen. Ter Sozialdemokratie kann es schließlich gleichgültig sein, welchem Bezirk Friedenau angegliedert wird. Für diese ist die Hauptsache, daß das seit Jahren von der Partei erstrebte Ziel einer Groß-Berliirer Eüiheitsgemeinde restlos erreicht wird. Die Friede- nauer Sozialdemokraten werden sich durch die von dem örtlichen Bürgerrat für Montag einberufenen Versammlungen keineswgS beeinflussen lassen und erwarten, daß die Entscheidung in dies« Frage von den hierzu benlfenen Köroersckraften so«folgt, wie es die Notwendigkeit der augenblicklichen Verhältnisse verlangt. Und das kann nur im Sinne langjähriger sozialistischer Anschauung sein, daß große Einhsitsgemeinden die beste Gewähr fsir eine gesunde wirtschaftliche und sozialpolitische Entwicklung bieten. Die Teuerungszulage d« Stadt Berlin. Ein Sladwerord- netenousschuß unter dem Vorfitz des Stadwerordneten' Braun beschäftigte sich eingebend mit der Bewilligung von 80,6 Millionen Mark für eine laufende Teuerungszulage an die städtischen Ardeiter, Hilfskräfte und WerkSangestellten. Der Ausschuß, der heute abend in d« außerordentlichen Sitzung der Stadlverord- nelen Versammlung, den Standpunkt des Magistrats bezüglich des folgenden Antrag an:„Der Ausschuß empfiehlt der Stadlverord- netenversammlung den Standpunkt des Magistrats bezüglich des am 22. Januar 1920 gefällten Schiedsspruchs zu billigen. Die Stadtvcrordttetenversammlvng ersucht jedoch den Magistrat, da d« Schiedsspruch von den Geuieindearbeitern nicht angenommen wurde, mit den Vertretern der Arbeitnehmer sofort in erneute Verhandlungen einzutreten und hierzu Vertreter id« Stadtver- ordnet« rwersammlung hinzuziehen." Zum Raubmord in der Chorin« Straße»n dem Althändler Koch wind mitgeteiU. daß es noch nicht gelungen ist, den zweiten Mörb«. den Arbeit« Reinhard Schneider, zu verhasten. T>er am nächsten Tage nach der Tat verbaftete U-Boot-Matrose Alexander Sommerfeld, d« geständig ist, bezeichnete Schneiider als den Urheber deö Verbrechens. Ter Verfolgte hielt sich früher viel in der Nähe des Stettin« Bahnhofs auf. Ein« seste Wohnung hatte er nicht, weil er vom Militär in Braunsberg fahnenflüchtig geworden war und auch we-gen Diebstahls gesucht wurde. Ab« auch am Stettiner Bahnhof hat man jetzt keine Spur mehr von ihm gefunden. Schneider hat nach den neueren Feststellungen etwa 8000 M. geraubt und besitzt also Mittel genug, um sich andere Kleider kaufen zu können. Er ist 20 Jahre oft und 1,75 Met« groß und schlank, hat dunkelblondes Haar, ein bartloses, schmales Ges-cht mit hochgeneigter Stirn, blaugraue Äugen, eine mittelgroße. Adlernase, lückenhafte Zähne und oben ein" falsches Geb ß. Alle Personen, die über Schneiders früheres und jetzige» Leben sowie über seinen augenblick- lichen Ausenthalt Angaben machen können, werden ersucht, sich bei der Mordkommission Koch im Zimmer 52 des Polizeipräsidiums z» melden. Ein Branv tm Warenhaus Tieh alarmierte gestern abend die Berliner Feuerwehr nach dem Dönhosfplatz. Dort standen die Packräume des Warenhauses in der Krausenstraße 5l im 3. Stock- werk in solch« Ausdehnung in Flammen, daß die in großer Stärke ausgerückte Feuerwehr sofort mit mehreren Schlauchleitungen ein- greifen mußte. Es gelang d« Wehr, den Brand auf die Pack- räume zu beschränken und die angrenzende» Räum« des Warenhauses zu schützen. Sozialistische BildunMchule. D««sie Abend vom Vortrags- zhklus des Genossen K a tz e n st e i n in der Schulaulo Graunstr. 11 ist aus heut« verleat worden.— Die Vorträge des Genossen Friedrich Stampfer in de? Schulaula Tempelhof« Ufer 2 werden umstände- balber nicht mehr weitergeführt.— Abonnements-Fest- konzerte„Heitere M u s i kl" am Sonntag, nachmittags g Uhr, im Blüthnerfaal, Lützowstr. 78. Antritt haben nur Inhaber gelber Karten. Für Inhaber roter Karten am 14. März, für In- Haber grüner Karten am 21. März. Marken müssen unverzüglich eingelöst werden. Im Zoologischen Warten ist am Soimtag. dem ersten im Februar, der Einiriit nur SO Pf. während deS ganzen TagcS, ebenso für das bis 7 Ubr aeöfincle Aquarium: Kinder unter zehn Jahren die Hälste. Bon 4 bis 10 Uhr arohes Streich-Konzert der Kapell« der Berltner Sich er Heils. wehr unter Leitung des MusildireltorS Bratz. Treptow-Tternwartc. Sonntag, den 1. Febr.,» Uhr:.Bilder au? dem Harz. Thüringen und dem Rtclengebirq»�: b Uhr:.Vom Monte Rosa zur astilanifwen Küste-: 7 Ubr:.Ans Grohstadtmauern in den Schwarz- wald-. Dienstag, den 3. Febr., 7 Ubr:„Die Sonne und ihre Flecken- (Bortr. m. Lichtb. v. Dir. Dr Archenhold), Mittwoch, den 4. Febr., 7'/, Uhr: „Die Schütze des Meeres-(Bortr. m. Lichtb. v. Pros. Dr. L. Brühl). Sonn- abend, de« 7. Febr., ö Uhr:.Das Baqertjche Hochland und die Königs- fchlösser-. Die»Freie?nr«erschast Steglist- macht«ul ihre Turnstunden, die von iett ab(dr Männer, Domen und Zöglinge in der lriemeindelchule, Rtnglir.'bö, von'(«8 bis J/,10 Uhr jeden Diciisiag uno Freitag ftalifinden, aulmertsam. Die Fuhbollobteilung, die der Märkischen Spieweretnigung angebört, hält ibr« Sitzungen jeden Sonnabend 8 Uhr bei Schiel«, Mmien» dorjcr Str. tt ad. Der Verein eröffnet am Dienstag, de» 8. gebt, 6 Uhr eine Schlllerabteilung in derselben Hallo. Potsdam. Die Stadtver«rdnete>, Versammlung bewilligt« eine geforderte Nachtvagssteuer von 1 lOO 000 M. zur Deckung eines De- fizits unter dem Prinzip der Viukommenstasfelung. Oberbürger- Meister Voßberg sprach über di» Finanzgebarung der Stadt verwal- tun» und bezeichnete die Finanzlage Potsdams als durchaus gc- sund. Der Antrag Wolter auf Wahl eines gemischten Ausschusses von Mitgliedern deS Magistrats und twr Stadt»«ordneten mit der Aufgab«, die Namengebung der in den letzten 30 Fahren angelegten Straßen ein« Nachprüfung zu unterziehen und gegevenei'.'ills Abänderung? vorichl-ige zu machen, wurde a b g e- lehnt. Ferner bewilligten die Sdadiverordneten für das Potsdamer Schauspielhaus für Veranstaltung von Vvlksvorste Nungen, die i« Potsdam große» Beifall gefunden habe», weitere 6000 M. Grosi-Scrliner partewachrkchten. Dewveihvf. Montag, de» 2. Februar, 6'/, Uhr, bei Sah, Friedrich- Witdelm-SUatz«, Ecke Moltkeftrah«: Wichrtoe Fuiiilionürtoiijercu» ltr- Wzh»rjocbtvii� Vorträge, Verekne unö Versammlungen. RcichSdnnd der KriegSbeschSdigten, Bezirk Zentrum. Verfamm« lang: Moniaq, den s. Februar, Tl, Uhr, bei Schulz, Tlilabethstr. 3t).— Ztr>>eiter-Schn>immvere,n Nepkülln. Sonntag, den l. Februar: Be- sichiigung des Museums sür Meerestunde. Tresspuirtt: 11 Uhr im Vereins- lotal, Neuterstr. 22. Theater öer tvoche. vom 1. bis 8. Februar. Bekiobsthae: 1., S., 4., 7. Der Liebestrant. 8.. 5. Götz von BerNchlngen.— 6. Die Predig: in Liwuen. 8. LuN>«r.— Opernhim» l 1. Ddlierdämmerunz, 2. Mariha. 3 Nioletti. 4. Lol,e»qr!n. 5. Madame Butterfl,. 6. gidelto. 7. Troubadour. 8. Polcftilna.— Schaiifpielhan»: I., 8, 5.?., 8. Friedrich der Drohe. I. Teil: Der Kronprinz. 8. Peer Synt. 4. Maria Stuart. 6. Di« Riiuber.— Deutsche» Theater: l., Z, 4., 0., 8. Die Sendung Semaeia. 8., 5., 7. Und Pivpa tan,:.— Nammerspiel«: 1. 4. Defpenstersonaie.?. Die deutschen stieinstädter. 8. Advent.-6. Friihling« Erwachen,(i., 8. Der Unmensch. 7, Die Vllchse der Pan- dora— Lessingtheatcr: l.— 5., 7. 8. Pygmalion. 8. Peer Dnnt,— Theater t. d..aduiggrager Stroh«: 1, 8.-7. Echioh Wetterstein. 2.. 8. Die Stichen der iSc» selllckast.— Deutsche» Opern bau a! t. Undine. 2. Hoffmnnn» Erzädtungen. 8. Sdnsei nnd Grete!. 4. Mandraaeia. d. Der Freischsth. 8. Martha. 7. l.» Travmta. i-, Di« Fiebermaua.— ffichiüct-lhcote« i 1. Flachem ami als Erzieher. 2., 5., 6, 8. Di» Tür ins Frei«. 2. Brei Lärm um nicht». 4. Der Auich der Jugend. 7. AU- Heidelberg. zr-chmlltagsvorstaltnas!««. WoitsSUhne t t v. 8. Luther.— Deutsche« Theater! l. Der Bibrroeiz.— Nammerspiei«! 1. Die Büchse der Pandora. 2. Mini.a von Barrcheim.— Lesflngthearer: r.». 8. Der rot« Hahn.— Theater in der kbuiggritzer Gtrxhe: 1.». 8. Erdgeist.— Deutsche« Opernhau»: 1. Martha. 8. 11 Uhr: Sinionie-Aonzert. 2'., Uhr: Martha.— Schillertheachr: 1. u. 8. Wie r» euch gefiiüt. 8. Wildeim Teil. 4. Der Meineldbmier. 7. Dt» Berschwdrung de» Fi-»eo zu Denua.— Tridü»«: 1. n. 8. Die Wandlung.— Deutsche» Künstler- theairr: 1. u. 8. vir» irae.— Srohe» Schauspiethaa»: 1. u. 8. Hamlet— Nomödienhau»: 1. n. 8. Liselott von der Plaiz- steutraitheater: I. u.>1 D>« Faschingstee.— Kosische Oper: 1. u. 8. Schwariwvldmddel.— Lustspteldau«: I. u. 8. Papageno.— Metropol-Theater: 1. u. 8. Ehariey» Tante.— Reue» Orerettroha«»! 1. Die lcusch» Susanne. 8. Die Dame vom flirNi«.— Thalia» theater: 1. u. 8. Jungfer Sonnenschein— Thcater am Ztot..'a!>»rft>. Drei alte Schachteln. 4., 6, 7. Tannhäuser. 8. Der Iuxbaron— Theater»«» Westen»: 1. n. 8, Die lustiae Witwe. 4. u. 7. Mar und Wort».- Walluertheater I 1. u. 8. Dl,«eitha- Walhalla-Theater i 4. Pnnz Diamant.- Rvs-th-ater t L u. 8. Die Braudstisterin. 7. Der fliegende Holländer.— Saflnatheater: L« 8. Die Wunderwr.- Luil«>th°al-r! 1. WUHelm Lrll. 7.«lein-Däuiuling. 8. Wa» mau au« Lieb« tut. TS, lieb. Di« Tribiln«: Fronsssw.— Deutsch«, DflvsNertheater: Die Marynstc von Aretv.— Grohe» Schaust'ielha««. Hamied KomLdienha»»: 1« 8., S, 7.1 Jnstanjeniind. Z, J„ tt,, L.: Sie. Berliner Theator: Bamnieistudeuten.— Nieiues Schauspielhaus: Die unberührt-' Frau.— Trianontheater: Fem:»».— Reftdenztheater: Eschen Humbrecht.— Zeutraltheatev: Fräulein Puck.—»den- theater: Helenen« Ehemänner.— gleinea Theater: Die Psarrhauskomddie.— ssriedrich. Wilhelmitädtische» Theater: Seine Hoiutil der Dieb.- Komische Oper: Mchterliebe.- Lustlpielha»»: Der Grohstadtlaoalirr.— Meeroyolihcatcr: SybUl. — Reue« Oyrrettcnhaus: Die kleine Hoheit.- Thaliatheat-r! Die närrische Liebe. — Theater an> Siailendorspiatz: Der Pieiacliedte.— Theater des Westen»: Die Frau im Hermelin— WaUvertheatsr: Eine Bavnacht.— Walhallatheater: Die Czardossürstin.— Rosetheatrr. 1. bis 6. nnd 8.: Seine zweite Frau. 7.: Dte im Schallen ledeit.— Easinstheater: Schnteveis Lene.— Luisenthe»»»». tu Wa» man au» Lieb« tut. 2. di» 8u Der Lerschwend-a. GMAMOsbewMW Die MassenschtteßuKg von Eisenbahn- Werkstätten. Zu isseser die gesamte Oeffentlichkeit stark Veschäffigenlfien Frag« esshalten wir vom 1. Kassierer der Vetwa.lt irnyS stelle Grotz-Berltn des Deutschen GisenbahnervessbandeS, Genosse« Gustav Pieifch, noch einen längeren Artikel, den tc-ir seiner fachtechmschen BcDeu- tung wegen im wesentlichsten Tefl zur Kenntnis unserer Leser brin- gen wollen. Der Verfasser schreibt: Die Verwälwng«rrgumenkkert mit so- genannten Schau kurven, Darstellungen, die den Nochtveis führen sollen, daß die Arbeitsleistungen bei den genannten Werkstätten an- dauernd und stetig im Abnehmen begriffen sind. Es wird sich als notwendig erlveisen, an anderer Stelle auf di« Unzuverlässigkeil dieses Beweismaierials einzugehen und kritisch zu beleuchten. Hier sei nur darauf hingewiesen, daß der Ausgang der Fahrzeuge, d. h. die Wiederherstellung von Lokomotiven und Wagen innerhalb eines bestimmte» Zeitraumes kerne Grundlage sein kann für die Fest- sotztmg der ProduktionÄsrstung: auch nicht mit Hflfe von sozencmn- ton Schaukurven. Wir wissen, daß di« Wiederherstellung von Lokomotive» und Wagen vo» ganz bestimmten Faktoren anhängig ist, die toi eher in den einzelnen Betrieden stark voneinander abweichen. Während in einer Werkstatt z. B. der größte Wert auf gewissenhafte Ausführung der« Frage kommenden Arbeiten gelegt wird, begnügt man sich bei einer anderen damit, die Arbeit nur nach dem Stande der Be- triebSsicherheit auszuführen. Daß bei ein« Arbeitsmethode der letzteren Art die Fertigstellungsfristen der Fahrzeuge kürzere sein werden«AS bei der ersteren, liegt klar auf der Hand. Die Aepara- tussbedürstigkeit eines solchen Fahrzeuges wird als weitere Folge dieser Arbeitsmethode schneller eintreten. Der Stand der reparatur- bedürftigen Lokomotiven und Wagen wächst. Für den Uneingeweih. ten liegt der Schluß nahe, daß die Leistungsfähigkeit der Werkstätten nachgelassen hat. Endlich ist der Vorwand gefunden, den großen SäuberungZprozeß innerhalb des Eisenbahnbetriebes vorzunehme». Wir bilden uns durchaus nicht ein, durch dieses Beispiel die Ungu- verlässigkeit Und Unzulänglichkeit der Leistungskurven nachgewiesen zu haben; aber eins steht für uns fest, daß äußerstes Mißtrauen gegenüber diesem BeweiSmaterial geboten erscheint. Während der KriegSzett sind die Untersuchungsfristen für Lokomotiven und Wagen teilweise bedeutend verlängert, zum Teil so- gar verdoppelt worden. Di« notwendige Folge war die erhöht« Be- anspruchung und Abnutzung deS gesamten rollenden Materials. Die Wiederherstellungsarbeiten erforderten eine längere Zeitdauer. Die vorhandenen Reparaturwerkstätten, zum überwiegend größte« Teil nur für dem normalen, vorkriegsmäßigen Repavaturstand einige- richtet, konnten den erhöhten Anforderungen bei weitem nicht ge- trügen. Hinzu kommt die Verwendung von Ersatzbaustoffen, die den Gang der Wiederherstellungsarbeiten an de» Fahrzeuge» ganz außerordentlich erschwertem und verlängerten. Es fei nur auf die flnßeiserncn Feuerkiste« und Stcklholzen hingewiesen, welche ein-schnelles Undichtwerden der Stehbolzvn, Srederohre und Nähte nach sich zogen. Unsachgemäße Behandlung von selten des Betrieb? Personals, wie z. B. das Vernageln undicht gewordener eiserner Stehbokzen mit gehärteten Stahlnägeln, er- schwerten die Wiederherstellung? arbeiten in einer Weise, die in keinem Verhältnis zu dem erwarteten Nutzeffekt standen. Der n o- tortsche Personalmangel geschulter Handwerker und Arbeiter in den Werkstätten während der KriegSzett und in der nachfolgenden Zeit hatte eine Herabsetzung der LeistungS- fähigkeit der Werkstätten zur Folge. Ganz zu schweigen von der sprichwörtlich gewordener, schlechte» Beschaffenheit der Werkzeuge und Maschinen in den Eisenbahnwerkstätten. DI« BetriebSunbrauch- barkeit der Lokomotiven und Wagen hielt gleiche» Schritt mit der schlechte, und schlechter werdende« Beschaffenheil des Schmier- Materials. Es würde hier zu weit flihren, auf da? alles hinzuw eisen, wa» an der Herabsetzung der Leisttmgsfähigkeit wesentlichen Anteil hatte. Ueber di« jahrelang« Unterernährung sind Bänd« geschrieben worden. Ueber di« Zerstörung vieler sittlicher Werbe im Lolks- l«b«n ist«benfoll» schon alle« gesagt worden. In der Nummer 4» weist der Geheim« RegierungS- und Bau- rat 6. Fränfel mit anerkennenswerter Off-nh-it auf di« hier an- geführten Mängel hin..Es muß zugvgeban werden— so schreibt der Fachmann— daß hierin früher mancherlei gesündigt wurde, wemtger her im KrchmMer» SinrHchnsteti. M dt« Mi letzt«» Jag* fsHitt erhel'kicha Äuswendangen gemaHi wurden, die aScr wahrend des Krieges heruntergewirtschaftet sind. Sie werben sich durch Re- paratur und Ergänzung unschwer und rasch wieder auf die«rforder- iiche Höhe bringen lassen, da jetzt bureaukratische Widerstände ent, fallen. Schlimmer steht's mit der Organisation. die früher stets von oben betrieben wurde, statt organisch von unten her. vom Arbeiter und Ar- beitSbetriebeauZ." Zu einem geradezu vernichtenden Urteil kommt der Verfasser in der Begutachtung des ehemaligen LohnshstemS.»Die geschilderte Unzufriedenheit und mangelhafte Organi- sation, in der der technische Einfluß mit sanfter Kiewalt unterdrückt wurde, machten sich besonders fühl- bar, weil für die eigentliche Arbeitsleistung das denk- bar schlechteste Breitenba ch-Hofssche Lohnsystem bestand, das der Willkür Tür und Tor öffnete und ganz unüber- sichtlich war. Hinzu kam eine künstliche Veräuenftgrenze, die den Arbeitern das Höchstmaß chrer Leistung leicht angab und zu rrei- williger AvbeitSbeschränkung führte, während die Lässigen durch „Nachhilfe mit dem Pinsel" es dem Fleißigen leichl gleichtaten." Wir lehnen jeden partiellen Streik grundsätzlich ab. Wir find auch dar eMinung, daß, bis es zu einem wirtschaftlichen Kampf kommt, alle Verhandlungswege erschöpft sein müssen. Aber ein unerhörter Vorgang in der©cwerkschaftsbemegung ist die Regierungskundg/Kbung, die sich über den Kang der Verhandlungen hinwegsetzt und auf dem Veroodnungsivege Maßnahmen trifft, die geeignet sind, die vorhandene Spannung zur Entladung zu bringen. Auch cm den leitenden Stellen sollte man sich endlich darüber klar fein, daß eine solche Methode zwangläufig WÄerstäude heraufbeschwört, denen unser kranker Volkskörper erliegen muß, wenn es nicht gelingt, eine Kirundlaye zu schassen, die gegeben ist, wenn mit mehr Vertrauen und weniger Gewalt«giert wird. Dazu gehört aber die sofortige Wieder- «röffnung der Eisanbahnwerkstätten unter Be- dingunge«, die mit den Arb eiterve rt ret u ng en und den beteiligten Organi sationen festgelegt sind. Reichstarif vnS Teuerungszulage üer Maler. Die am Freitag abgehaltene Versammlung des Verbandes der Maler und Lackierer nahm zunächst Stellung zur Wahl des sekre- tärs der Ortsverwaltung. Bohne, der im Oktober zu diesem Amt gewählt wurde, ist vom Hauptvorstand nicht bestätigt worden, weil bei der Wahl formale Verstöße vorgekomnien sein sollen. In der Versammlung wurde behauptet, es liege gar keine Veranlassung zur Nichkbestätigung der Wahl vor. Auf der anderen Seite wurde dagegen betont, der Hauvtvorstand habe im Rahmen feiner Befugnisse gehandelt, als er der Wahl die Bestätigung ver« sagte, übrigens sei Bohne auchgar nicht fähig, ein so wich- tiges Amt zu bekleiden, denn er habe sich erst seit kurzer Zeit durch radikale Reden bemerkbar gemacht, sich im übrigen aber um die Angelegenheiten des Verbandes nicht gekümmert. Nach einer mehrstündigen Diskussion beschloß die Versammlung, dem Standpunkt de? Hauptvorftandes Rechnung zu tragen und in der nächsten Versammlung erneut zu Wahl des Sekretärs Stellung zu nehmen. Wegen der vorgerückten Zeit konnte der Hauptpunkt der Tages- ordnuug:„Stellung zum itetchStarif', nur ziemlich kurz behandelt werden. Der gegenwärtig geltende RsichStarif läuft cm 15. Februar ab. Der.Hauptvorstand bat bereits die nötige« Schritte zur Emleiumg von Verhandlungen über den Abschluß«ines neuen Tarifs getan. Tie Berhandlnngsn mit dem?rrbe!tgeberverband sollen vom 5. bis 7. Februar geführt werden.> Wie der Filialvor- sitzende Bötzen uusführtc, hat sich eine von den Berliner Mit- gliedern eingesetzte Kommission mit der Tariffrage beschäftigt und dem Haupivoritand Vorschläge unterbreitet, die er in seinem Ent- wurf zum Teil berücksichrigt hat. trotzdem sei aber an dem Entwurf noch maneoes auszusetzen. In einem wichtigen Punkt werde den Wünschen der Berliner Kollegen Rechnung getragen: Der Ent- Wurf bester e ans einem ollgemeinen Teil, der die grundleoenSen Arbeitsbedingungen für das ganze Reich regele, wäbrend die Löhne und anders besondere Angelegenheiten nach den jeweilige,! Per- hättmffen örtlich gcgtcgelt werden sollen. Als die nächste und wichtigste Aufgab« bezeichnet« die Per- fammlung die Erhöhung der Teuerungszulage. Es wurde beschlossen, eine Zulage von 75 Prozent aus die gegenwärtigen Löhne, rückwirkend vom 2.?an!wr. zu forbmt- Kaiser begründete eine Resolution, die das Verbot der „Freiheit" scharf verurteilte, weil dadurch den Gewerkschaften ein Publikationsorgan genommen und die gewerkschaftliche Bemegnngs- sreibeit behindert werde. Die Resolution fordert deshalb Freigabe der Presse. Klotz betonte, in dieser Forderung seien die Mitglieder ohne Unterschied der Parteirichtnng einig. Er gab aber dem Antrag- steller und seinen Parteifreunden zu bedenken, daß eS zur vollen Wiederherstellung der Pressefreiheit notwendig fei. de» Boykott gegen den„Borwärts" aufzubeben. Klotz stellte einen dahingehenden Zusatzantrag zur Resolution Kenfer Diese wurde dann einstimmig angenommen, der Antrag Klotz aber gegen eine«chebliche Minderheit abgelehnt. Es bleibt also dabei: Die politisch links stehenden Mitglieder beanspruchen die Pressefreiheit nur für sich, sie n e.h m e n sie aber, soweit es in ihrer Macht steht, den zur S. P. D. gehörenden Kollege n. Rechtsverbindliche Tarifverträge. Der zwischen dem Deutschen Transportarbeiterverbctnd, Bezirk Groß-Berlin, und dem Arbectgeberverband im Einzelhandel Groß- Berlin am 6. Oktober 1919 abgeschlossene Nachtrag �Schiedsspruch) $11 dem allgemein verbindlichen Tarifvertrag vom 12. März 1919 zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen im HandelshilfS- arbeiter und-arbeiierinnen in Betrieben de? Einzelhandels, die mindestens 29 kaufmännische und gewerbliche Angestellte beschäftigen. ist für das Gebiet des Zweckverbandes Groß-Berlin für allgemein verbindlich erklärt. Die allgemeine Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. Oktober 1919. Die zwischen dem Werkmeisterv-rband für das Deutsche Buch- bindergewerbe und verwandt« Beruie iSitz Berlin) und dem Schutz« ftrSonS der Berliner Kartolrsabxikänte« iE. D.) am.2? Oktober 1919 getrosfenen Vereinbarungen zu dem allgemein vevoindlcchen &.• r___ I.... 4 i cm•-i rw r\-? 5\3 � VI«.•«♦-»-»ii Wa-- Zweckverbandes Groß-Berlin für allgemein verbindlich erklärt. Die allgemeine Berbindlichkest beginnt mst dem 1. Oktober 1919. Des weiteren ist der zwischen dem Gewerkschaftsbund der Am- gestellten iFackgruppe SpirituSindustrie, Likörfabrikation und Wein-- grotzhandel), dem Gewerkschaftsbund kaufmännischer Angestellten- verbände, dem Verein der Likörfabrikanten und Branntweininter- eisenien von Groß-Berlin und der Provinz Brandenburg E. V., dem Verein der�Weingroßhändleil von Berlin und der Provinz Branden� bürg, der Spritbank-Akliengefellschast. der Spiriruszentrale G. m. b. H., Berlin, und der Firma R. Eisenmann am 19.«epte«, ber 1919 abgeschlossene Tarifvertrag nebst dem am 26.[27. September 1919 zu Z 5 Gruppe III dieses Tarifvertrags vereinbarten Nachtrag Handels und der Spirstusindustrie für allgemein Tie allgemein« Verbindlichkeit beginnt mit dem 1. Dezember 1919- Zum Bericht über die Generalversamwlmts de« Zeutralve« bandes der Angestellten wird unS von einem Delegierten noch folt gendeS geschrieben: Der Bericht über die am 28. d. M. stattgefunden« Generalve« sammln ng»es Zentralverbandes der Angestellte» entspricht nicht gmiz den Tatsachen. Es wurde darin schäm bafterweise verschwiegen, daß der Vertreter derjenigen Mitglieder, die au, dem Boden der Sozialdemokratischen Partei stehen, der Kollege Franz Krüger« durch wüsten Lärm und andauernd« Beschimpfungen am Sprechen, verhinder, wurde und zum Schluß von Delegierte« der.radikalen" Liste angegriffen wurde. Der Versammln ngs le iwng gelang eS nicht, eine Verhandlung auf parlamentarischer Grundlage gegenüber diesen Herren zu ermöglichen, und die Bersamnchung mußte vertagt werden, ohne daß auch nur der erste Punkt der Tagesordnung erledigt worden wäre. Der vom Arbeitsausschuß der Delegierte«, Lifte 5, in der he« grikfen und dadurch zur Abwehr gezwungen worden sei. WeShalL sich Hensel als der Angegriffene durch schleunige Flucht entfernte- wird in der Berichtigung, die sich fälschlicherweise auf das Preßgefetz beruft, nicht gesagt. Dagegen stellt der Einsender die Behauptung auf, daß die Anhänger der Liste 5 die Oppositionslist« 7 als Juden- Ii sie bezeichnet haben.__ Bund techn. Beamte»»ud ir»gc?tellt«n. Ortsgruppe SV7 i. MonatSoeriammwng Dienstag, den 3. Februar, st, 8 Uhr,„ArtnS» Hotst Perlcberger Str. 2(5. »Serrmeifter- BezirkSverei» Berlin 7. Nächste Monatsvertamm» lung Dienstag, den 3. Februar, abends«st, Uhr, im„Patzenhofer", Turm-, Ecke Stromstraße. Zablabend Montag, den 2. Februar, abends von 7 bis 9 Uhr, bei M. D-ichert, XV 87, Beusielftr. 77. Verantw. für den redoktwn. Teil:«rwr Zickler. Tharlottenbura: für AnzeigeNt Tb. Stocke. Berlin. Verlag: Borwärts. Verlag®. m. b. L.. Berlin. Druck: Bov» Wärts-Buchdruckerei u. Bcrlagsanttalt PaM Singer u. Co. Berlin. Lindenstr.«. Kaufe Briefmarken- Sammlungen, auch Einzelmarlen, Mar- ken auf Brief, Raritäten. BsiRochw-i» von Camm- lungen jwihle hohe Provision. K. Seoedo, Berlin W, Kantii». 14 III. Telefon; Steinplaß 1790.'J �■' Elektro-Motore Zeitunas-DynaNlo-DrShte. In- tnll!>t.-Mgl«riat kaust laufe»« eiekteomech..Z«!!t:'N».(vi lex. .782). r.ucj« Str. 13(Mex-Pl.) ülilchen lackiert, lasiert ic._ Uaerrrichto Auswahl.(WH Billigste Preise. 1648 Kähhcnmödel-yatirik-Caaer V-tir 9r. Fraaicfbrter Str. 4 «öl Ecke Frucht stralle. Messing*£& Kupfer 16—18,00, RotguB 13.00 bis 14,00, Blei 5,50—6,00, Zink bis 4,75. Zinn bis 36,00, Wei3- me.all 22,00 zahlt pro Kilo Ketallsetelze, an der Kottbuser Brücke. 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