Nr. 218. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin + Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 19. September 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. 9/010 Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Beamte und Arbeiter in den Orts- Krankenkassen. = " mit den Rassenvorständen zu suchen und zur Bildung von Reudaut" so gut wie der Raffenbote aus den Taschen Provinzialverbänden der Orts Krankenkassen anzuregen. Der Arbeiter bezahlt. Diese hochgestochenen Herren wollen Die Beamten planen diese Anregung natürlich zunächst aus deshalb auf dem bevorstehenden Leipziger Verbandstag eine Eigeninteresse, weil sie wissen, daß solche Verbände bessere gesetzliche Regelung der Krankenkassen- Beamten- Stellungen" Ein Verbandstag der deutschen Orts Krankenkassen- und sichere Verpflichtungen gegen ihre Beamten eingehen berathen wissen, und ihr geheimer Wunsch besteht darin, beamten steht für den 22. und 23. September in Leipzig fönnen. Da wir aber auch dem Proletarier der Feder ein da ß sie aus Arbeiterbeamten Staats- oder bevor. Wir haben schon kürzlich darauf hingewiesen, daß auskömmliches Dasein wünschen, können unsere Genossen städtische Beamten werden möchten, wenn die Genossen in den Orts Krankenkassen und glücklicher in den Kassen dieser Anregung nur folgen, zumal solche möglich, durch eine Aenderung des Krankenkassen- Gesetzes, Weise sind ja in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Provinzialverbände von Orts Krankenkassen noch eine denn auf grund des jetzigen geht es nicht. Orts Krankenkaffen durch Eingreifen der Genossen in die Reihe weiterer wichtiger Dinge zur Stärkung der Arbeiter- Diese reaktionäre Bewegung möchten wir von den Ges zielbewußte Verwaltung der Arbeiter gekommen allen selbstverwaltung zu erledigen vermögen. Jusoweit haben nofs en in der Verwaltung der Orts- Krankenkassen beachtet Aulaß haben, den Bestrebungen der Orts- Krankenkassen- wir alle Ursache, den Leipziger Verhandlungen besten Er- wissen. Sie ist direkt arbeiterfeindlich und möchte dünkelbeamten ihre volle Aufmerksamkeit zuzuwenden. Diese Be- folg zu wünschen. haften Beamten, die doch nur von Arbeitergroschen leben, eine amten sind so recht eigentlich Arbeiterbeamte. Der Vor- Nun läßt sich aber erkennen, daß in der Bewegung der Ausnahmestellung verschaffen, von der aus sie desto sicherer stand der Kaffe, der in seiner Zweidrittel- Mehrheit aus Drts- Krankenkassen- Beamten noch etwas anderes mitspielt, weiter mit Berachtung auf den Proletarier herabsehen könnten. Arbeitern besteht, stellt sie kraft Gesetzes an und entläßt sie, was auch in der Tagesordnung des bevorstehenden Ver Eine Erfüllung dieser geheimen Bureaukratenwünsche die Gehälter werden aus Mitteln gezahlt, die zu bandstages zum Ausdruck gekommen ist. Es sind nicht einmal so würde in die Selbstverwaltung der Versicherten bei den Zweidritteln von den Arbeitern aufgebracht sind. Die Be- sehr die niederen, der Aufbesserung am meisten bedürftigen Krankenkassen gewaltig Bresche legen und bewirken, daß die amten haben bei ihrer Thätigkeit ausschließlich Arbeiter Kassenbeamten, welche die Verbandsbestrebungen bestimmen, Arbeiter ihre Gegner auch noch aus eigener Tasche be= interessen zu vertreten, für eine gute Behandlung der als vielmehr die Herren Rendanten und Kassirer der Orts- zahlen müßten, während sie sich so die Leute, die ihnen Franken Mitglieder zu forgen, die finanzielle Geschäfts- Krankenkassen, die vorläufig dort eine gewisse Rolle spielen. paffen, selbst aussuchen. Wir richten deshalb an alle gebahrung im Interesse der beisteuernden Arbeiter abzu- Diese Herren fühlen sich vielfach, wenn auch nicht überall, als interessirten Genossen die dringende Mahnung, den Verwickeln und den Kassenvorstand, also wiederum in der etwas Besseres; sie sind aus städtischen Stellungen herüber zu den band der Drts- Krankenkassen- Beamten und die bevorstehende Hauptsache Arbeiter, durch ihre Geschäftserfahrung nach- Orts- Krankenkassen gekommen und haben noch den ganzen Leipziger Generalversammlung desselben hübsch im Auge haltig zu unterstützen. Bei guter Dienstleistung können sie Dünkel des kleinen Beamten in sich, der der Berührung zu behalten. Genossen, welche selbst Beamte von Kassen dafür auch den Anspruch erheben, menschenwürdig bezahlt mit dem Arbeiterrock sorgfältig aus dem Wege geht und sind, sollten ihre Stellung benützen, um auf die Bes und behandelt zu werden, und die Arbeiter werden die in den organisirten Arbeitern natürliche Feinde aller Ord rathungen im Sinne der Arbeiter einzuwirken. Die Ge legten sein, ihnen diese Ansprüche abstreiten zu wollen. nung und Gesetze erblickt. Was diese Beamten in den nossen in den Vorständen der Drts- Krankenkassen aber Dennoch liegen der neuen Verbandsgründung der Orts Kassen im Interesse der Arbeiter leisten, kann man sich sollten die von ihnen bezahlten Beamten hübsch davon abKrankenkassen- Beamten materielle Ursachen zu Grunde. Bei denken. Sie sind in ihrer Haltung vielfach durch die halten, solche rollenwvidrige Seitenspringe zu machen, einer Reihe von Kassen haben die Arbeiter noch nicht das frühere Gleichgiltigkeit der Arbeiter bezüglich der Orts- die nur das gute Einvernehmen zwischen Beamten Heft in die Hand bekommen, da waltet noch der Einfluß Krankenkassen- Verwaltung bestärkt worden, außerdem das und Arbeitern zu stören geeignet sind. Auch von der städtischer Behörden oder der Unternehmer vor, oder die durch, daß sie von manchen Städten wirklich als städtische Leipziger Kasse nehmen mehrere Beamte an den VerbandsArbeiter haben das Regiment noch nicht genügend lange Beamte fest angestellt wurden, obgleich sich dies tein bestrebungen hervorragenden Antheil, und die Leipziger Zeit und deshalb noch keine Gelegenheit gehabt, sich mit Arbeitervorstand einer Orts Krankenkasse gefallen zu Kasse verdankt doch der Arbeit unserer Genossen beinahe den Beamtenverhältnissen beschäftigen zu können. So be lassen braucht, weil die Anstellung und Entlassung der Alles, was sie ist. Wir werden auf die Verhandlungen des stehen denn bei einzelnen Orts- Krankenkassen zum Theil sehr Beamten ganz seine Sache ist. Daß diese Sorte von Be Verbandstages wieder zu sprechen kommen. Nachdem Herr mißliche Austellungs- und Vezahlungsverhältnisse, die uns amten vorläufig noch den Ton in dem Verbande angiebt, von Bötticher neulich gemeint hat, die Regierung wüßte gefähr den bekannten bei städtischen Behörden entsprechen. erhellt z. B. auch daraus, daß der von dem Ren- noch nicht. was sie bei einer Vereinigung der verschiedenen Hier Wandel zu schaffen, ist eine Aufgabe des erwähnten danten Prinz in Rottbus den dortigen Genossen zur Be- Versicherungszweige mit den Krankenkassen anfangen solle Verbandes, deren Lösung unsere Genossen überall zu achtung empfohlen verfaßte Satzungsentwurf die untersten hier ist eben die Zweidrittelmehrheit der Arbeiter der fördern die Pflicht haben. Es soll auf dem Leipziger Ver- Kaffenbeamten in unbegreiflichem Dünfel von der Mitglied Regierung ein Dorn im Auge!-, wollen wir doch bandstage ein Normalkontrakt für die Anstellung beschlossen, schaft ausschließen will. Kassenboten, Krankenkontrolleure zc. wenigstens wissen, wie es mit unserer Selbstverwaltung in die Regelung der Stellenvermittelung besprochen, die Gründung erscheinen den Herren Rendanten" nicht gut genug, um den Krankenkassen steht. von Pensions- und Reliktenkassen vorberathen werden, und sich mit ihnen gemeinsam zu organisiren und für ihre namentlich beachtenswerth erscheint der Vorschlag, Fühlung Lebensbedingungen mit zu sorgen. Dabei wird doch der Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. " " Pforte verschwunden, und Dagoberts Auge starrte ihr nach Herz mir zuflüstert, so fürchte ich, daß Regina meiner Nähe in den dunkeln Gang, in dessen Hintergrunde ihr flatterns gefährlich werden könnte. Und welcher tückische Geist mußte des Gewand von dannen rauschte. Eine rauhe Stimme mich verleiten, ihr das Geschenk zu bieten, das, ich fühl 143 ließ sich hinter ihm mit einem gezogenen Guten Tag, edler es, plöglich zu einem geheimen zauberischen Bindemittel Herr!" vernehmen. Wie? Du hier, altes, wildes Ge- zwischen uns geworden ist; der Ring einer Kette, die uns ficht!" fragte Dagobert den begrüßenden Ammon, der mit zu vereinen strebt, obgleich ich selbst dadurch zerissen werde einem Korbe beladen, ins Haus wollte. Euch zu in zwei sich abstoßende Hälften? Gehört denn nur ein Diensten, gestrenger Junker!" antwortete der Alte. Mögt Augenblick dazu, die Vorfäße eines Mannes zu zertrüm So, mein Fräulein," versezte Dagobert leicht scherzend. zugleich wissen, daß auch die Edelfrau zu Frankfurt ist mern, ein geliebtes Bild zu vernichten, und ein andres an Seid Ihr etwa eine weise Sibylle, die in der Zukunft oder und in kurzer Frist hier sein wird. Sie folgt mir auf dessen Statt aufzustellen? nur ein Augenblick, um mit in den Sternen lieft? Prophezeit mir nur recht viel Gutes, dem Fuße. Laßt Euch hier nicht von ihr finden, Herr." Scham die Blicke zu verschleiern, die noch vor ganz kurzer reizendes Wunderkind. Was Eure Kirschenlippen verkünden, Warum denn nicht, alter Jäger?"" Als ob Ihr's Frist frant und offen einem jeden unter den Helm sahen? muß der Himmel verwirklichen, wie eines Engels Ans- nicht wüßtet, versetzte hämisch lächelnd Ammon: Ihr Nicht doch, Dagobert;" setzte er hinzu und ermanate spruch." Regina schüttelte heimlich lächelnd den Kopf verrückt Getauften wie Ungetauften den Kopf, und das sich gewaltsam: Was Dir der Mangel an Selbstgefühl und erwiderte; Ihr redet heidnisch. denke ich. Hier bes Schlimmste bei der Sache ist, daß Ihr ausseht, als und Selbstvertrauen zuflüstert, das ist nicht... - nein! darf es jedoch nur einer tröstenden Zuversicht. Ich habe hättet Ihr nimmer ein Wasser getrübt."" Du bist toll, das ist nie gewesen. Esther! Deine Vorurtheile, Deine Härte meine Sache auf die heilige Mutter gestellt, und sie wird Alter."" Ich nicht, aber das Fräulein wohl mitunter, haben Dich von mir geschieden, aber mein Herz wird Dir mir gnädig sein, das weiß ich; seit einer Stunde weiß ich denn es spricht nur von Euch, denkt nur an Euch, und dennoch immer sehnsüchtig nachweinen. Du hast meine ganz gewiß." Seit einer Stunde?" fragte Dagobert ich wette, seine Träume sind nur von Euch, und da Ihr Brust zerfleischt, aber diese Brust fühlt bis zum ten neugierig und ahnend: D, mein Fräulein, Ihr versteht dennoch ehelos bleiben wollt, was soll die Mutter anders Lebensfunken nur für Dich. Den Schwur, den ich Deinem es, einen ehrlichen Burschen auf die Folter zu legen. Wer thun, als die Tochter hüten vor Eurer gefährlichen Angedenken Leiftete ich will ihn halten. Vom Altar hat Euch denn gesagt...?"" Der Ring, den Nähe? Macht, daß Ihr von dannen kommt. Ihr wißt riß mich das Flehen meines Vaters, aber nicht in die Ihr mir gabt, hat mir alles gesagt!" platte Regina nun zu Deutsch, was die Glocke schlug, und mögt Euch Arme einer Gattin soll sein Befehl mich stoßen, so lange heraus, und setzte schnell hinzu, gleichsam, als fürchte fie, danach richten. Gott befohlen. Dort kömmt die Frau von Du lebst, Geliebte, und wie könnte ich Dich überleben? für ihr Bartgefühl zu viel gesagt zu haben: Nun aber Dürning." so lange Du mir treu bleibst, troß Trennung und fein Wort mehr, guter Junkherr. Seitdem die Glocken läuten, Dagobert konnte sich selbst nicht Rechenschaft geben von Glaube, und wie könnte mein Gehirn so wahnsinnig stehen wir schon an des Vetters Thüre. Wenn die der inneren Gewalt, die in seiner Seele aufbrauste und ihn und verbrecherisch sein, Deine Untreue nur möglich zu Mutter mich jah, so ergeht mir's nicht gut. Lebt wohl von dannen riß, vor der nahenden Edelfrau, wie ein geachten?" " " mein Freund, ich sende Euch durch Ammon, was Eure scheutes Neh vor dem Jäger, wie einen flüchtigen Feind Dagobert, nachdem er auf diese Weise mit seinem GeGüte für mich ausgelegt."- Warum diese Erinnerung vor dem Verfolger. Genug, er entging den Blicken der fühl und Gewissen ins Reine gekommen zu sein glaubte, zum Abschiede," fragte Dagobert, dem es jezt schwer fiel, Frau von Dürning schnell und gewandt, und holte erst bemerkte, daß sein Selbstgespräch, oder vielmehr die Gesich von der Anmuthigen zu trennen:" Sagt mir lieber, ob in der dritten engen Nachbargasse Athem, um zu überlegen, berden, mit welchen er dasselbe begleitete, Zuschauer an ich Euch nicht wieder sehe? sagt mir, wann es geschieht." warum er eigentlich die Flucht ergriffen. Habe ich denn die kleinen Fenster der umstehenden Häuser gezogen hatten. - Ihr fragt mich zuviel," antwortete Regina eilig und ein böses Gewissen?" fragte er sich aufrichtig und ehrlich, Er schämte sich deshalb, hier ein Schauspiel gegeben zu ernsthaft: daß wir uns aber wieder sehen... verlaßt und glaubte, die Frage verneinen zu dürfen. Weshalb haben, und eilte mit hastigen Schritten, in der nächsten Euch darauf." Mit diesen Worten war sie innerhalb der also diese plötzliche Schew? Wenn ich glaube, was mein Kirche seine brennende Wange zu verbergen und die Heftigs " Die Augriffe gegen den Jedermann weiß, an den Vorarbeiten des internationalen Rücksichten diktirt ist, das wird Herr von, Manteuffel Arbeiterfongresses und während des Verlaufs desselben betheiligt, doch nicht leugnen wollen. eine Betheiligung, die ihm wirkliche oder ehemalige SozialDie Bude wird besser zugemacht," wenn nämlich schweizerischen Arbeiter sekretär. demokraten doch wohl kaum zum Borwurf, machen können. Man sieht, Herr Hans Müller und sein Redakteur find einander werth. " " Kurz, bei der Stellung, die das Sekretariat als Vertrauens- die Reichsregierung nicht die Kourage hat" mit Bolldampf Herr Hans Müller giebt, um seine Befehrung zum Ordnungs- institut der schweizerischen Arbeiterschaft einnimmt, und bei den rückwärts in die Reaktion( Ausnahmegesetze, Boltsausmanu allen sichtbar zu dokumentiren, seit einigen Jahren die engen Beziehungen, die naturgemäß das Sekretariat mit der raubung zu Gunsten der Junker und Schienenflicker) hineinSchweizerischen Blätter für Wirthschafts- und Sozialpolitik" fozialpolitischen Bethätigung der betreffenden Sektionen in einem zustürmen läßt sich das Organ des Erkanzlers vernehmen; heraus, die ein Dr. Otto Wullschleger in Basel nicht zu verrepublikanischen Lande wie der Schweiz hat und haben muß, und jubelnd wird der Ruf von der gesammten nationalwechseln mit unserem Genossen E. Wullschleger redigirt. Es tönnen nur böswillige Kritiker oder gänzlich verständnißlose liberalen und sonstigen Reaktionsgesellschaft weiter vercharakterisirt Redakteur und Verleger, daß das genante Blatt, Menschen eine Kritik üben, wie sie Herr Hans Müller geübt hat. breitet. Die Bude"- das ist das Deutsche Reich. Wir anläßlich der Agitation für die Verstaatlichung der Krankenpflege, Zum Ueberfluß hat aber auch noch Greulich Herrn Hans erst zwei Artikel zu gunsten derselben brachte, dann aber plöglich Müller die gänzliche Saltlosigkeit seiner Behauptungen in einem haben hier also das schöne Geständniß, daß das Deutsche Reich ein grimmiger Gegner der Verstaatlichung wurde. Als der Redaktion Schriftstück nachgewiesen, das zunächst als Manuskript unter der für diese saubere, mit ihrem Patriotismus prahlende Gesells dieser Wechsel der Gesinnung vorgehalten wurde, entschuldigte sie Ueberschrift: Die Leistungen des schweizer Arbeitersekretariats" schaft nur dann Werth hat, wenn es auf der einen Seite sich damit sie habe die Sympathie- Artikel gebracht noch bevor versandt wurde. ein großes Zuchthaus ist für alle ehrlichen und freidenkenden fie die Frage gehörig studirte; nachdem sie aber dieselbe studirt In diesem Schriftstück folgt Greulich Schritt für Schritt Menschen, und auf der anderen ein Mammonstempel für habe, sei sie anderer Meinung geworden. den Anklagen Müller's und weist nach, daß dessen Anklagen die schienenflickenden, brotvertheuernden, Steuern hinterauf zum Theil auf Unterschlagungen, zum Theil Fälschungen der Schriftstücke beruhen, auf die er sich als ziehenden Tänzer um das goldene Kalb.Die deutsche überseeische Auswanderung über deutsche Beweisstücke gegen Greulich beruft. Des weiteren weist Greulich nach, daß, soweit die geplanten größeren Arbeiten bis jetzt nicht Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam stellte sich nach zur Ausführung gelangten, dies nicht an ihm, sondern an Um- den Ermittelungen des taiserlichen Statistischen Amts im ständen lag, die zu beseitigen außerhalb seiner Macht lag. So August 1894 und im gleichen Zeitraum des Vorjahres folgendersind die statistischen Unterlagen von einem großen Theil der Be- maßen: Es wurden befördert im August fragten erst sehr spät, zum Theil erst nach wiederholter Theil der Auskünfte, namentlich der auf die Lohnstatistik be= zügliche, sei ſo mangelhaft ausgefallen, daß die Veröffentlichung ein ganz falsches Bild der Verhältnisse gebe und nur unter Vorbehalt veröffentlicht werden könne. Des ferneren weist Greulich nach, daß Müller ihm als sein, G.'s, Programm auszuführende Arbeiten zuschreibe, die nicht er, sondern Vorgesetzte von ihm aufgestellt hätten. Müller Ersterer griff nun in einer Broschüre betitelt, Die Leistungen des schweizerischen Arbeiterfekretariats" Greulich heitig an; es galt, in einem von langer Hand geplanten Feldzug, in dem sich eine sehr gemischte Gesellschaft gegenseitig die Hände reichte, den verhaßten Greulich zu stürzen. Herr Hans Müller, der Heuchler par excellence, setzte die Miene des wohlwollenden Arbeiterfreundes auf, und suchte, indem er angeblich sich auf Greulich's Mahnung, theilweise überhaupt nicht eingegangen. Ein anderer Außerungen und Publikationen stützte, nachzuweisen, daß derselbe in keiner Weise die gemachten Versprechungen erfüllt habe. Vou den größeren gestellten Aufgaben wie Lohnstatistit, Unfallstatistik, Fabrik und Gewerbeftatistik 2c., sei nur eine, die Unfallstatistik, und diese erst sehr verspätet erschienen. gaben Herr Müller kann nicht umhin, zuzugestehen, daß Greulich während seiner Amtszeit noch eine ganze Reihe kleinerer Aufe aber doch zum Theil geraume Zeit zu ihrer Fertigstellung erforderten in zufriedenstellender Weise erledigte, aber was wolle das bedeuten angesichts der sechsundeinhalb Jahre, die das Sekretariat bestehe und der Hilfskräfte, die es nach und nach erhalten habe. Schließlich glaubt Herr Hans Müller, die Leistungen des statistischen Bureaus des Kantons Zürich dem Arbeiterfekretariat als Muster vorhalten zu dürfen. Dieses ist aber grundfalsch. Das zürcherische statistische Bureau ist ein Institut, das seinen bestimmt vorgeschriebenen Thätigkeitsfreis hat, in seiner Thätigkeit durch keinerlei äußere Eingriffe gestört und obendrein durch sämmtliche Behörden des Kantons pflichtmäßig unterstützt wird, die ihm die gewünschten und benöthigten Unterlagen für seine Arbeit liefern müssen. In einer ganz anderen Lage ist das Arbeitersekretariat. Abgesehen davon, daß es nicht ausschließlich statistische Arbeiten zu liefern, sondern ganz allgemein der Förderung der Arbeiterinteressen zu dienen hat und demgemäß eine Unzahl der verschiedensten Anforderungen erfüllen muß, ist es in Bezug auf seine statistischen Arbeiten ganz und gar auf die freiwillige Mitwirkung der vielen Laufende angewiesen, die im Krankenkassens, Unterstützungskaffenwesen zc. thätig sind. Was das aber zu be deuten hat, weiß Jeder, der nur ein wenig mit diesen Dingen zu thun hatte. Die Arbeit verdoppelt sich nicht nur, fie verfünffacht sich und dabei werden die Resultate oft mangelhaft bleiben. Herr Hans Müller ist durch die Greulich'sche Antwort gründlich widerlegt und es ist ihm nachgewiesen worden, daß er in seiner Kritit leichtfertig und unfäglich albern gewesen sei", und daß er offenbar nichts von der Art und Weise verstehe, wie statistische Arbeiten auszuführen seien". 390 über Bremen Hamburg She zuſammen 1894 1893 1302 4418 1278 2935 7353 387 1406 179 265 9 deutsche Häfen zufammen 2580 Antwerpen Rotterdam Amsterdam 8- Ueberhaupt- 3155 9024 Aus deutschen Häfen wurden im August d. Js. neben den vorgenannten 2580 deutschen Auswanderern noch 5505 Angehörige fremder Staaten befördert. Davon gingen über Bremen 2684, Hamburg 2821. Den Geist, der Hans Müller sein Elaborat diktirte, be Die Freifinnige Vereinigung, deren Existenz man leuchtet der im Eingang seiner Broschüre schadenfroh aus ganz vergessen hatte, hat sich, um wieder in das Gedächtniß gesprochene Sat:" Der große Feldzug für die unentgeltliche und Gerede der Menschen zu kommen, einen sogenannten Krankenpflege ist gescheitert." Dieses Unternehmen der schweizerischen Arbeiterschaft be- Parteitag" geleistet, und zwar in Gotha, das deren schon viele in seiner Mitte sah gute und schlechte, große fämpfte also Herr Hans Müller Seite an Seite mit der und tieine." Parteitag" heißt in diesem Fall Zusammenschweizerischen Bourgeoisie, dem Spießbürgerthum und dem Es wurde viel geBauernthum, was am besten die sozialreformerische Höhe" zeigt, funft einiger Offiziere ohne Soldaten. auf der er steht. sprochen, und Damit man aber auch eines der Motive kennen lernt, die ebensogut von Mitgliedern der Freisinnigen Volkspartei" Herrn Hans Müller die Feder für seine Schrift gegen Greulich gefaßt werden können. Wir sehen überhaupt keinen Grund, Damit man von Beschlüsse wurden gefaßt. Lettere hätten führten, mag folgende Thatsache angeführt werden. Greulich warum die feindlichen Brüder sich nicht wieder vereinigen. hatte die Schwäche, als Herr Hans Müller seine obengenannte Durch Prinzipien werden sie nicht getrennt; fehlen sie doch Beitschrift gründete, auf Müller's Verlangen seinen Namen als gleichmäßig auf beiden Seiten. Freilich desto schärfer Mitarbeiter auf dieselbe setzen zu lassen. Als dann Herr Hans Müller im Sommer des vorigen Jahres nach dem inter- sind die persönlichen Gegenfäße. Doch wozu uns mit nationalen Kongreß in seinem Blatte seinem Haß gegen so gleichgiltigen Dingen beschäftigen? die Wortführer der deutschen Sozialdemokratie ungezügelten Lauf Der Swinemünder Skandal, dessen wir wiederholt ließ und diese beschimpfte, schrieb Greulich an Müller: er ersuche erwähnten, hat seine Sühne noch nicht gefunden. Die ihn, feinen Namen als Mitarbeiter auf dem Blatte zu streichen, auch von uns nach anderen Blättern gemeldete Verda er nicht dulden könne, daß alte Kampfgenossen, die er hochschäße, in einem Blatte beschimpft würden, auf dem er als Mit- legung der Offiziere ist bisher nicht erfolgt. Der Kaiser arbeiter stehe. Ingrimmig schrieb Herr Hans Müller zurück: soll aber bei seiner jüngsten Anwesenheit in Swinemünde er werde seinem( G.'s) Wunsche nachkommen, aber er( G), dem Bürgermeister strenge Untersuchung und unnachsichtliche werde Ursache haben, diesen Schritt zu be- Bestrafung der Schuldigen zugesagt haben. Der ausführ reuen." liche Bericht, den Maurermeister Blöt, einer der Nächst betheiligten, in der Presse veröffentlicht, und für dessen Richtigkeit fich zahlreiche Zeugen verbürgen, läßt keinen Zweifel zu, daß die Offiziere sich ungehörig benommen und die bürgerliche Bevölkerung mit jener Nichtachtung oder wenigstens Geringschäzung behandelt haben, die in deutschen, namentlich preußischen Militärkreisen sehr verbreitet ist, und die in Unbefangenen den Glauben erweckt hat, das Militär gelte im Staat als bevorzugter Stand, dem gegen,, Die gewerbsmäßige Oppofition" will dem Frei- über die Menschen vom Zivil blos Bürger zweiter Klasse Dazu kommen die zahlreichen schriftlichen Auskunftsertheilungen Herrn von Manteuffel nicht passen. Auf dem„ Parteitag", find. Und ist dieser Glaube denn etwa unbegründet? an Private und Behörden, das Studium der eingehenden Fach- den die thüringer Deutschkonservativen am Sonntag in Wir freuen uns sehr, daß die bürgerlichen Elemente zeitungen und der Literatur, die Vorbereitung auf Vorträge, Erfurt abhielten, suchte er den strafenden Ausdruck als un- in Swinemünde sich von der, dem deutschen Bürgerthum beren 75 im Jahre 1893 von den Beamten des Sekretariats ge- verdient hinzustellen. Vielleicht paßt ihm beffer der Aus- leider meist angeborenen und anerzogenen Feigheit frei halten wurden; die längere Inanspruchnahme durch ausländische Druck: Geschäftsmäßige Opposition. Denn daß die gemacht und mannhaft ihr Recht gegen beleidigende Selbst. Besuche, die sich von dem Wesen und den Einrichtungen des Sekretariats unterrichten wollen. Endlich ist Greulich seit einigen Opposition der Junker, wie überhaupt ihre ganze Politik überhebung gewahrt haben. Damit ist hoffentlich der AnJahren Züricher Kantonalrath, eine Stellung, die natur einen rein geschäftlichen Charakter hat, und stoß zu einer gesunden Reaktion der öffentlichen Meinung gemäß ebenfalls viel Zeit erfordert. Auch war er, wie von er, wie von den denkbar materiellsten materiellen gegeben. Herr Hans Müller untersucht auch nicht, welche Gründe wohl den von ihm behaupteten" Mißerfolg" in der Thätig keit des Arbeiterfekretariats herbeigeführt haben möchten; er lehnt diese Untersuchung, weil das nicht seine Sache sei", sogar ausdrücklich ab, d. h. er erhebt Beschuldigungen und Anklagen, ohne sich auch nur für verpfsichtet zu halten zu fragen, ob diese Anklagen durch die Umstände nicht vollkommen unberechtigt er scheinen. Dieses Verfahren spricht für die Frivolität, mit der Herr Hans Müller seine Anklagen erhebt. Herr Hans Müller muß z. B. selbst hervorheben, daß im Jahre 1893 das Arbeitersekretariat Urbeitersekretariat allein 950 Audienzen Die Schrift gegen Greulich zeigt, was Herr Hans Müller mit dieser Drohung meinte. Herr Hans Müller ist nicht nur ein gemeiner Apostat, er ist auch ein niedriger, rachsüchtiger Verfolger, ein fleinlicher, gehässiger Mensch. ertheilte, d. h. jeden Arbeitstag durchschnittlich drei; außerdem Politische Leberlicht. ertheilte der Vertreter des Sekretariats in Biel 224 Audienzen. Nun, diese kosteten doch Zeit, sogar viel Zeit; allein die ordnungsmäßige Registrirung dieser Geschäfte erfordert eine Menge Zeit. " • Berlin, den 18. September. teit seiner Gemüthsbewegung zu mäßigen. Da er nun nicht leicht gewahren mochten." Bugleich," spann sie voller Gluth der aufflammenden Liebe: sie zweifelt an mir? eben mit dem eisigen Weihwasserborn seine glühende Stirne dort den Faden des Gesprächs weiter. zugleich bin Hat sie mich denn jemals geliebt, wenn sie dieses kann? fühlte unter dem Zeichen des Kreuzes, kam ihm aus dem ich entzückt, vom Zufall in den Stand gesetzt zu sein, Weiß sie nicht, daß Liebe unendlich ist, wie die Sonne, Halbdunkel des Betgewölbes, in welchem sich die Mit Euch eine Kunde mitzutheilen, die, je schmerzlicher sie Euch und so mild, wie diese? Sie hat mich zum Tode betrübt tagsstunde nahte- nur wenige Gläubige befanden, eine im Augenblicke treffen mag, um so wohlthätiger in ihren durch ihre Flucht, durch ihre entsetzliche Täuschung meiner Frauensgestalt entgegen, die, bekannt und freundlich zwar, belohnenden Folgen sich bewähren wird." Eine schmerz- Hoffnung, aber sie ist's nur allein, die ich im Herzen trage. ihm schon lange eine Gleichgiltige geworden war; jego aber, liche Kunde?" fiel Dagobert ein:„ Ich bin des langsam Sie fehrte wieder; kein Vorwurf betrübe sie, sie bettle nicht Dank sei es den feierlich vorragenden Schatten des Gottes- fressenden Leides schon gewohnt, und sehne mich nach einem um Vergebung. Sie sei mein, sie werfe endlich Starr hauses und der vorhergegangenen Gewissensforschung, einen harten Schlage des Schicksals, der durch seine Uebermacht sinn und Vorurtheil weg; sie empfange die Taufe des neuen Werth für ihn erhielt. Ei! mein Bäschen!" fragte meine Sehnen wieder spanne und aufwecke zum Wider Herrn, und vor aller Welt sollen unsere Hochzeitskerzen er leise und vertraulich, die Hand der Entgegenkommenden stand. Indessen scheint Dir vielleicht schmerzlich, was mir brennen!" fassend: Bäschen Fiorilla! unter dem Dache des Herrn gleichgiltig geworden. Vater, Mutter und Neffe leben und Bu spät!" seufzte Fiorilla dazwischen, aber der leiden begegnen wir uns, was unter dem unsrigen fast nimmer freuen sich des Lebens. Da bin ich also nur von einer schaftliche junge Mann fuhr heftig fort: Bu spät? warum? zu geschehen pflegt. Woher, wohin, mein Kind? plaudere Seite verwundbar, und diese wird Dein Pfeil nicht treffen." Sind wir denn in den wenigen Monden unsrer Trennung mir die Grillen weg, durch ein paar süße wälsche Worte, Und wenn ich Euch den Namen" Esther" nenne?" steinalte Leute geworden? Findet sich kein Priester mehr, Bäschen. Wir sind hier ungestört und zu Hause meidest fragte Fiorilla langsam, ihm prüfend ins Auge sehend. sie aufzunehmen in den Bund der Christen, zu segnen den Du mich ohnehin, wie das Fieber."- Wir meiden uns Seine Farbe veränderte sich mit einem Male, seine Hand unsern? Fiorilla, ich vertraue Dir ganz. Du hast. gegenseitig;" lächelte Fiorilla:" Ihr, weil Eure Schwer- fuhr nach der Brust, und ohne zu reden, nickte er der gewiß zu meinem Vortheile geredet, aber die Sprache der muth jede, vor allem weibliche Gesellschaft flieht. Ich, weil Freundin zu, ihre Mär auzuheben." Esther ist hier," Freundschaft überredet nicht, wie die der Minne. Sprich, meinem Herzen nichts gefährlicher ist, als der Anblick eines sprach Fiorilla gemäßigt: ich habe sie gesehen, gesprochen. wo ist sie? wo finde ich ihre Wohnung? Den Feinden traurigen Jünglings, der von Liebesgram verzehrt wird. Der Zufall führte mich heute bei ihr ein, wie einst zu sei sie verborgen, dem Freunde nicht, daß er zu ihr rede, Heute indessen kommit Euer Zusammentreffen mir erwünscht. Costnih meine Neugier." Hier? gesehen, gesprochen?" daß er sie umgarne mit den Zauberworten seines Muns Für's Erste darf ich Euch Lebewohl sagen. Morgen scheiden stammelte Dagobert, mit ängstlich wartendem Auge des des, daß er sie wider Willen führe zum Glück!"„ Zu wir." " Scheiden?" fragte Dagobert zerstreut:" wer ferneren Berichts lauschend. Ihr früheres Unglück in spät," wiederholte Fiorilla mit Thränen des Mitgefühls im denn? Du von mir." dieser Stadt zwingt sie, in Verborgenheit zu leben," fuhr Auge, indem wir sprechen, entführen leichte Rosse die Sie Der hochwürdige Oheim und Prälat," versette das Fiorilla fort: aber wär' auch dieses nicht, Euch, Schönste ihres Volks diesen gefährlichen Mauern. Mädchen; und in seinem Gefolge ich, seine treue Dienerin." Dagobert, würde sie nimmer sehen, und ihr letztes Lebewohl wird Euch nimmer wiedersehen; aber..." fügte sie " Ja, ja," sprach Dagobert wie oben, und Fiorillen Euch zu bringen, hat sie mich beauftragt."-Dagobert langsam und eintönig hinzu, des Herzogs Gold mögt Ihr theilnehmend ansehend:" Ja, gute Fiorilla. Du bist fühlte nach seiner Stirn, um sich zu überzeugen, daß er bereit legen. Ihr Mann wird es heute noch bei Euch abdem Satan verfallen auf inmerdar. Weine nicht, mein wach sei, daß er lebe, daß er selbst es sei, der alles dieses holen." Dagoberts Sinne drohten zu vergehen, und Kind, ich habe es nicht böse gemeint, und um der Taufe höre, entgegnete aber keine Silbe. Fiorilla sprach weiter: falter Todesschweiß trat auf seine Stirne. Aber sich er. willen muß man sich auch schon etwas gefallen lassen. Ihr würdet sie taum mehr erkennen, denn selbst das mannend, drückte er grimmig Fiorillens Hand und fragte Zürne mir nicht, und sage mir lieber, was den Ohm fort- scharfe Auge der Liebe würde geblendet sein, von der Pracht, mit bebendem Munde: Wie sagtest Du? Ihr Mann treibt? Er vermißt gewißlich hier das wälsche Ungeziefer, dem Ueberfluß, welche die Holde umgeben. Wie eine Königin ihr Mann? D wiederhole mir dies Schreckensdie wälsche Zauntönigskost, und unser Rinderbraten ist des Morgenlandes stand sie vor mir und sprach von ihm ein Greuel geworden. Nicht also?"-, nein, Euch in Worten der Liebe, der in Freundschaft überge- Einmal mußtet Ihr's doch erfahren," versetzte Fiorilla, bester Dagobert," erwiderte Fiorilla:„ er thut nur, was gangenen Liebe." die niederschlagende Rede mildernd, so gut es in ihrer ihm einzig übrig bleibt. Er hat von der Nichte wieder an- Also nicht im Elend?" sprach Dagobert, leichter Athem Kraft stand. Ihr Ehemann, der Wechsler Joel von Lüttich, genommen, was er ihr einst großmüthig abgetreten, sein schöpfend, und Fiorillens letzte Worte überhörend, vor sich des Bischofs rechte Hand in Geldsachen, und reich, wie der Gut zu Baldergrün; zu glücklich, auf einer deutschen Hufe hin: Gottlob!- Und auch nicht gut!" setzte er mit griechische Raiser. Esthers Bruder zwang fie, dem reichen sein Leben beschließen zu können, da zu Cesena Glück und Thränen im Auge hinzu: Bin ich nicht der Bewahrer Manne die Hand zu reichen, obschon ihr Herz geblutet. Ehre ihm verloren ging. Vorbereitungen zu unserer Reise ihrer Habe? Die Grausame! als Bettlerin hätte sie mir Allein, da der Bruder Gewalt über sie hat anstatt des zu treffen, hatte ich das Haus verlassen, und bin erfreut, wohl ihren Anblick gegönnt und des Herzogs Geld ge noch bis heute räthselhaft verschwundenen Vaters, und keine auf der Rückkehr von den Geschäften Euch zu begegnen, fordert. Im Schooß des Reichthums verschmäht sie das Möglichkeit, Euch je mit ihr vereint zu sehen, sich zeigte, befter Junker!" Mit feuchtem Blicke drückte sie die Hand falsche Erz und den treuen Freund."-Sie schont den so ergab sie sich endlich in den Willen des Bruders und des Jünglings, und zog ihn in einen stillen Winkel des letzteren," entgegnete Fiorilla, und trägt billige Scheu, des Geschicks, und wurde Joels Weib. Seit drei Monden Gebäudes, wo selbst noch Vorübergehende die Sprechenden vor ihm zu erscheinen." Wie," fragte Dagobert mit vermählt,....." segte Fiorilla schonend hinzu," hat, t ... wort." " FriedevSlvorte in den österreichisch-ungarischen Dele- yationeu. Die gestern von uns erwähnten Acnßerungen Kalnokrz's lauten nach einem ausführlicheren Telegramm: Geiviß ist der Friede, wie wir ihn jetzt haben, nicht das Ideal eines Friedens! Es ist ein bewaffneter Friede und wird noch geraume Zeit ein solcher bleiben müssen, weil für die Erhaltung des Friedens sichere Garantien vorhanden sein müßte», wenn man das Schwert beiseite legen wollte. Wenn die großen Ausgaben für Militärzwecke immer wieder beklagt werden, und wenn man sieht, tvie Friedenskongresse auf Bs- s-itigung der Kriegsgesahr und auf Einstellung der großen Rüstungen hinwirken, so ist es vielleicht hier am Platze, darauf hinzuweisen, daß die immer wiederkehrenden Allarme und Er« schülterungen des Verlranens in den Frieden, die wieder zur �Fortsetzung der Rüstungen führen, nicht auf die Regierungen zurückzuführen sind. Es giebt keine Regierung in Europa, die nicht, wenn Kriegsbefürchlungen entstehen, sofort ihr Möglichstes thun würde, die Beunruhigungen zu zerstreuen und die auf- getauchten Besorgnisse zu beschwichtigen. Wenn wir nun der Sache nachgehen, so können wir trotz der größten Anerkennung für die Freiheit der Presse uns nicht verhehlen, daß jene oft auf ganz unbedeutende Vorfälle begründete sensationelle Allarmirung der öffentlichen Meinung ans die Tagcspresse und den Nachrichtendienst derselben zurückzuführen ist, in welcher auf die Nerven des lesenden Publikums und sogar auf die Leidenschaften politischer und nationaler Natur in einer Weise eingewirkt wird, die oft heftige Strömungen erzeugt, welche die Regierungen alle Mühe haben zu beruhigen. Wenn die Fricdenskongresfe sich mit der Friedensfrage beschäftigen, würde ich ihnen sehr empfehlen, dieser Thatsache ihr Augenmerk zuzuwenden und in dieser Richtung einen heilsamen Einfluß zu übe» in allen Ländern, wo solches vorkommt. In dieser Fassung ist der Passus noch inhalts- und bedeutungsloser als in der ersten Fassung. Die Sophismen sind so durchsichtig und schlagen den Thatsachen so ins Ge- ficht, daß eine Widerlegung überflüssig ist. Annexion oder Okkupation? Durch den Berliner Friedensvertrag, der den letzten russisch-türkischen Krieg ab- schloß, wurde— unter anderen anatomischen Experimenten im Stile des Dr. Eisenbart— Oesterreich das Recht der Okkupation, zu deutsch Besetzung zweier türkischen Provinzen, Bosniens lind der Herzegowina, zugesprochen. Oesterreich nahm auf Grund dieser Bestimmung die beiden Provinzen in Besitz— oder richtiger: behielt sie, denn es hatte sie schon vorher in Besitz genommen; hat sie noch heute, nach 16 Jahren, im Besitz und macht keine Anstalten, jemals hinauszugehen. Vom völkerrechtlichen Standpunkt ist dies nun das widersinnigste Verhältniß, das man sich denken kann. Der Souverän oder oberste Landesherr von Bosnien und der Herzegowina ist nach wie vor der Sultan; er hat aber in diesen seinen Provinzen gar nichts zu sagen, und die Oesterreicher, obgleich vertragsmäßig blas im Namen des Sultans und als seine Beauftragte im Land, schalten und walten dort als thatsächliche Herren— legen Stenern auf, stellen die junge Mannschaft ins Heer, kurz, üben alle Regierungsbefugnisse aus. Dieses anomale Verhältniß soll jetzt in den Delegationen zur Sprache gebracht werden. Nicht aus Gerechligkeits- gcfühl, nicht um Wandel zu schaffen, sondern einzig und allein um der österreichischen Regierung Verlegenheiten zu bereiten. Es sind nämlich die tschechischen Radaubrüder, welche die Sache anstechen, und den Antrag stellen wollen, die zwei Provinzen richtig zu a n n e k t i r e n. Nun— eilten kleinen Skandal wirds geben. Weiter nichts. Und weiter hat es ja auch keinen Zweck. Die Ocsterreicher bleiben in Bosnien und der Herzegowina— die Regierung wird darauf pfeifen, ob das Verhältniß Annexion oder Okkupation heißt, und sie wird sich des eng- tischen Sprichworts erinnern: Die Rose duftet gleich lieblich, auch wenn sie einen andern Namen hat. Freilich der Duft der Annexion oder Okkupation ist nicht sehr lieblich.— Ans Rustland schreibt man uns: Ueber die ernste Bedeutung der oppositionellen politischen Bewegung, die zu den viel besprochenen Verhaftungen und Haussuchungen im vergangenen Frühling Anlaß gegeben hat, kann kein Zweifel mehr bestehen. Die bei dieser Gelegenheit mitivirlenden Elemenle haben sich zu einer politischen Partei ver- einigt, der sie den Namen„Partei der Volksrechte" beigelegt den redlichen Mann, wie sie versichert, lieben gelernt, und um so sicherer den Unverstand der ersten Liebe eingesehen, die niemals belohnt worden wäre. Sie wird Mutter wer- den..." „Genug, versetzte Dagobert mit bewegter Stimme: „genug; obgleich diese letzten Worte mich nicht mehr er- schültern. Das Erste war allein vermögend, mich noch einmal zum Kinde zu machen, das,, ohnmächtig und lächer- lich zugleich, seine schwache Wuth gegen den grollenden Gewitterhimmel auslassen möchte. Esther, abgewichen von der Bahn der Treue, von dem Gelübde, das ihr das eigne Herz aufgedrungen haben mußte, that es auch kein fremder Mund? Das heißt alles in sich fassen, das ein Männer- herz zermalmen oder heilen kann. Und an diesem un- erivarteten Schreckniß soll mein Herz nicht zerschellen. Ge- nesen soll es, wie der Kranke, dessen Wunde ein glühend Eisen ausbrennt, mit schmerzlich wohlthätiger Gewalr,... wie der Vergiftete, dem der besonnene Arzt ein schreckliches Gift aufzwingt, damit es mit deni verderblichen Vorgänger in den Kampf gehe und ihn überwinde. Alle Segens- wünsche der Erde über Dein Haupt, Fiorilla. Das Messer Deiner Rede hat tief in meine Seele geschnitten, daß sie gesunde. Ueber Dein Haupt der Segensruf der Glücklichen, die ich jetzo machen werde und machen darf." „Wie verstehe ich Euch?" fragte Fiorilla neugierig und besorgt nach der Hand des Entweichenden greifend.—„Es ist das leichteste und angenehmste von der Welt," erwiderte Dagobert mit bitterem Lächeln,„ich will das vierte Gebot erfüllen und thun, wie mein Vater will und meine zweite Mutter begehrt. Die Fran des Juden Joel ziehe immer- hin gen Lüttich, wie der Ohm nach Baldergrün. Mit der ersteren sei der Gott der Barmherzigkeit und der Vergebung Engel, für den Zweiten mag meine fromme Schwester beten. Ich aber für mein Theil will hingehen, und ein gehorsamer Sohn, die Eltern fragen: Wo ist die, die ich freien soll? Zeigt und nennt sie mir, daß ich thue nach Eurem Willen."—„Ihr wolltet wirk- lich....?" fragte Fiorilla halb fröhlich überrascht, halb ängstlich:„Ohne zu wählen,... ohne zu überlegen...?" — Dagobert zuckte spöttisch die Achseln.„Hatte ich nicht schon gewählt, und stehe jetzo doch allein?� fragte er: Laßt mich gewähren. Die Zeit eilt. Die Stunden sind gezählt, wie nieines Vaters graue Haare. Ehe er von hinnen geht, soll er Freude an seinem Sohne erleben, und wenn mir auch das Herz darüber bräche. Leb' wohl, Fiorilla, und habe Donk.'(Forlsetzung folgt.) haben. Ihre Bestrebungen brachten sie in einem„Aufruf an die Gesellschaft" zum Ausdruck. Sechstausend solcher Aufrufe be- schlagnahnite die Moskauer Polizei und darob große Freude in ihren Kreisen, da man glaubte, den ganzen Vorrath gefunden zu haben. Die Freude sollte aber nicht von langer Dauer sein, denn sie mußte zu ihrem Schrecken gestehen, daß der Aufruf in mehreren tausend Exemplaren verbreitet worden ist. Er lautet:„Es giebt Augenblicke im Leben der Staaten, in welchen eine bestimmte Frage die hernorragendste Stelle einnimmt und gegenüber dieser alle anderen Interessen— mögen sie von noch so großer Be- dentnng sein— in den Hintergrund treten,— eine einzige Frage, von deren Lösung nach dieser oder jener Richtung die Zukunft eines Volkes abhängig ist. Einen solchen Augenblick erlebt gegen- wärtig Rußland, und die Frage, welche dessen Schicksale voraus- bestimmt, ist die Frage der politischen Freiheit. Die Selbst- Herrschast, die ihre volle Entfaltung und Verkörperung in der Regierung Alexanders III. erhielt, bat mit unbestreitbarer Klarheit ihre Unfähigkeit bewiesen, einen Zustand zu schaffen, in welchem dem Lande eine möglichst volle und normale Entwickelung seiner geistigen und materiellen Kräfte gesichert wird. Die politische Richtung der gegenwärtigen Regierung, die sich ganz besonders ausprägt in den verschiedenen„Reformen", wie zum Beispiel in der Einführung der ländlichen Polizei- Organe(Kewslcjr Natschalniky), in der Einschränkung der Rechte der ländlichen Selbsivernmltungsorgane und auch die systematische Unterstützung des kapitalistischen Ausbeutungssystems, — diese Richtung beweist uns mit Bestimmtheit, daß die Re- gierung unaufhörlich fortfährt, der Politik der administrativen Willkür und der Slandesinteresscn zu fröhnen und daß sie keine Rücksicht ans die Ansprüche des Volkes, der Gesellschast zu nehmen beabsichtigt. Als Resultat solcher Politik zeigt sich die gesellschaftliche Demoralisation und der allgemeine Versall des Landes, deren Folgen und weitere Entwickelung die Regierung nicht mehr im Stande ist zu hemmen. Leute, welche die ganze Gefahr dieser Lage erkannt haben, sehen keinen anderen Äluswcg, als die entschiedene Wendung zur Politik der Volksinteressen, was nur durch die Betheiligung des Volkes an der Regierung möglich ist, d. h. durch den Ersatz der Autokratie durch die Demokratie.— Da keine Hoffnung besteht und be- stehen kann, daß die Regierung freiwillig besagten Weg betrete» wird, so bleibt dein Volke nichts weiter übrig, als die Macht der organisirten öffentlichen Meinung der Starrheit der Regierung und den selbstsüchtigen dynastischen Interessen der Selbstherrschaft gegenüberzustellen. Die„Partei der Volksrechte" stellt sich die Aufgabe, eine solche Macht zu schaffen. Diese Partei glaubt, daß das„Volksrecht" in sich sowohl den Begriff der politischen Freiheit, wie auch den Begriff des Rechtes der Be- friedigung der materiellen Bedürfnisse auf Grund der gesellschast- lichen Produktion einschließt. Als Garantien für dieses Recht hält die Partei: Volksvertretung auf grund des allgemeinen Wahlrechts, Glaubensfreiheit, die Unabhängigkeil der Gerichte, Preßfreiheit, Freiheit des Versammlungs- und Vereinsrechts, die Unantastbarkeit der Person und die Gewährleistung ihrer Menschenrechte.— Da Rußland kein organisches Ganzes, sondern ei» koniplizirtes politisches Agregat(Ansammlung) ist, so ist die Anerkennung des Rechts der politischen Selbstbestim- mung für alle den Staat bildende Nationalitäten als die noth- wendige Bedingung der politischen Freiheit zu betrachten.— Die Partei, die in solcher Weise das Volksrecht auffaßt, erstrebt fol- gendes:„Alle oppositionellen Elemenle zusammenzuschließen und eine thatkräftige Macht zu organisiren, welche durch alle ihr zu Gebore stehenden Mittel die Vernichtung der Selbstherrschaft und die Sicherung der Bürger- und Menschenrechte für jedes Volks- Mitglied erkämpfen soll. In der Ueberzeugung, daß ihre Be- strebungen vollständig de» Forderungen der Gegenwart ent- sprechen, hofft die Partei, daß ihr Ruf einen begeisterten An- klang in den Herzen derjenigen finden wird, die noch das Gefühl der menschlichen Würde besitzen, in denen die Selbstherrschaft noch nicht das Bewußt- sein der Bürgerrechte ausgerottet hat, denen das Joch der Gewalt und der Willkür unerträglich geworden ist und denen das allgemeine Wohl und die hohen Ideale der Wahrheit und Gerechtigkeit theuer sind."— Man wird sich erinnern, daß unter den im Frühjahr Verhasteten sich viele Mitglieder der höheren Kreise befanden. Die Art und Weise, wie der Ausruf verfaßt ist, zeigt auch deutlich, aus wem die Partei be- steht. Um so interessanter ist es, wiederholt bestätigen zu können, daß es immer mehr Leute aus den Kreisen der Lehrer, Professoren, Beamten, Offiziere u. s. w. sind, die Väterchens Despotie nicht mehr ertragen können. Die letzten Polizeiverwüstungen haben der neuen Bewegung nicht nur die Flügel nicht abgeschnitten, sondern sie haben sogar den Mit- gliedern der Partei bedeutend mehr Thatkrasl eingeflößt. Mit Recht schreibt man der Londoner„Pall Mall Gazette": „Die Staatspolizei ist mit ihrer Arbeit sehr zufrieden, aber obwohl einige Hundert Verhaftungen vorgenommen wurden, vermochte man kaum damit die Bewegung zu berühren." Ebenso richtig ist die Aeußerung der schwedischen Zeitung „Aftonbladet":„Daß Verhaftungen zwar in größerem Maße vorgenommen wurden als zur Zeit des Terrorismus am Ende der 70er und Anfang der SOer Jahre, daß man aber die rcvo- lutionäre Partei lange nicht todtgeschlageu habe." Renter's Telegraphenbureau meldete, daß die Zahl der Verhaftungen über- trieben worden ist, allein diese Meldung stammte aus russisch polizeilichen Kreisen, die ein Interesse daran haben, die Wahrheit zu verheimlichen.— So geht es im Lande Väterchens zu, und dies wird wohl dasjenige sein, das ihn immer wieder in die „schlechte Stimmung" versetzt. Leider muß ich noch zum Schluß über ein neues Opfer des Zarenthuins melden. Der berühmte russische Schriftsteller N i- k o l a i?I st i r e w ist den„Segnungen" desselben erlegen. Dieser Verlust ist um so empfindlicher für die russische Gesellschaft und Literatur, als der Verstorbene eine muthvolle, thatkräftige und mit dem Volke in sehr enger Beziehung stehende Persönlichkeit war. Der revolutionären Propaganda unter den Bauern ver- dächtig, wurde Astirew in der Peter-Paulssestung eingeschlossen, wo er 2 Jahre sein Schicksal abwartete. In letzter Zeit hatte sich sein Zustand so verschlechtert, daß die für ihn auf administra- livem Wege bestimmte zweijährige Gefänginßstrafe in dem Peters- burger Kreuzgeiängniß durch die Verbannung für dieselbe Zeit ersetzt werden mußte. Aber mit dem Gesangenen war es schon so weit, daß man ihn nur bis Moskau führen konnte, wo er einer Klinik überlassen werden mußte, da er sich seiner Beine nicht mehr bedienen konnte, auch waren seine Kinnladen gelähmt, alles dies natürlich eine Folge des russischen Gefängnißlebens. Bald darauf verstarb er. D a S ist der„neue Kurs Väterchens". In Rumänien haben gestern Gemeindewahlen stattgefunden. Sie seien in der Mehrzahl„konservativ" ausgefallen— meldet der Telegraph. Konservativ soll wohl heißen: im Sinne der Regierung, die das Heft in der Hand hat und es auch kräftig gebraucht.— Crispi hat mit seiner neulichen Rede in Neapel kein Glück gehabt. Er hat dort mehr gesagt, als die Klug- heit zu sagen erlaubte, und da von allen Seiten Proteste ertönen, so sucht er jetzt in der Presse die Bedeutung der Rede herabzusetzen, und redet von Mißverständnissen. Nicht einmal auf klerikaler Seite, an die er sich doch wandte, hat er eine günstige Aufnahme gefunden; und einige Organe des Vatikans überhäufen den„ehemaligen Atheisten" verdientermaßen mit bitterstem Hohn. Genug, Herr Crispi hat eiiie Dummheit gemacht, und um sich aus der Patsche zu helfen, läßt er das rothe Ge- spenst wieder ausmarschireu und in irgend einem Nest— Pianizza— ein fürchterliches„Anarchisten-Attentat"(mit obligater Brandstiftung und Bolnbeiliverferei) in Szene setzen. Es glaubt aber kein vernünftiger Mensch mehr den Schwindel.— Etwas für unsere Chauvinisten. Unsere schienen- flickenden und sonstige profitable Allotria dieser Art treiben- den„Patrioten" werfen uns deutschen Sozialdemokraten bekanntlich bei jeder Gelegenheit vor, wir hätten keine Vaterlandsliebe— da seien die französischen Sozialisten andere Kerle, wo das Vaterland anfange, höre für sie der Sozialisinns auf. Wohlan, in Frankreich wird von den Herren Bour- geois genau dieselbe Komödie gespielt, nur mit Rollen- vertansckinng. Der Pariser„Temps" bringt heute anläßlich der mit Jubel aufgenommenen Begrüßung des Kongresses zu Nantes durch die deutsche Sozialdemokratie einen halb elegisch, halb entrüsteten Artikel, in welchem den Vaterlands- losen französischen Sozialisten die echt patrio- tischen deutschen Soziali st en als Muster vorgehalten werden— diese braven deutschen Sozialisten, die mit ihren internationalen Phrasen blos die französischen Arbeiter bethören wollen, damit das wehrlos gemachte Frankreich der deutschen Eroberungspolitik als leichte Beute anheimfalle. Wir überlassen es den deutschen Komödianten des Patriotismus, mit ihren französischen Kollegen und Kon- kurrenten sich abzufinden.— Ter Kongreß in Nantes. Unser Pariser Korre« spondent schreibt weiter: Paris, 16. September. Vom ersten Verhandlungstage hätte ich vor Allem noch die bedeutsame Erklärung nachzutragen, mit der der Kongreß seine Arbeiten einleitete. Diese mit Akklamation angenommene Erklärung, die den Geist, der die französische Arbeiterpartei beseelt, so hell widerspiegelt, hat unfern Freund Jules Guesde zum Verfasser und lautet folgender- maßen: „Ehe der zwölfte Landeskongreß der französischen Arbeiter- parlei an seine Tagesordnung herantritt, will er die vor- geblich republikanischen Regierungsmänner, die sich nicht schämten, das Messer eines fremden Wahnsinnigen in dein Blute Carnot's aufzulesen, um damit die öffentlichen Freiheiten zu erdolche», seiner begründeten Verachtung versichern. „Erbitterter Gegner der Anarchisten von Unten, deren blöde Gewaltlhätigkeiten stets der Reaktion gedient haben. wird die Arbeiterpartei auch die Anarchisten von Oben nach Verdienst zu behandeln wissen, die, nachdem sie die unver» äußerlichen Preß« und Versammlungsrechte erwürgt, das Ge- schworenengericht und die Gerichtsöffentlichkeit aufgehoben haben, sich nun anschicken, den gewählten Munizipalitäten(Gemeinde- behörden) die Verwaltung der Polizei zu entreißen, die wie in dem Rußland der Zaren eine„dritte A b t h e i l u n g"�) bez. ein absolutistisches Staatsministerium gegen die Sicherheit der Bürger geworden ist. „Den Opfern dieser sich häufenden Attentate— ob sie sich nun G o s s e l i n nennen, dieser ehemalige Schullehrer von Nord- Frankreich, der wegen der Wiederauflage eines revolutionären Liedes von Eugene Pottier zu einem Jahre Gefängniß ver- urtheilt wurde, oder P l e ch a n o f f, der am Tage nach der Veröffentlichung seines gegen den Anarchisnius gerichteten Buches einen Ausweisungsbefehl erhielt— diesen Opfern sendet der Kongreß den Ausdruck seiner lebhaftesten Sympathien. „Der neue von Casimir Perier, dem Schützer und Schützling der Panamisten, inaugnrirte Reaklionsstreich, der nicht mehr blos ein gouvernementales, sondern kapitalistisches Werk ist, wird keinen anderen Ausgang nehmen, als der erste: man wird s i ch zuerst unterwerfen und dann abtreten müssen. „Und was aus dieser letzten Krise siegreich hervorgehen wird, das wird der kollektivistische Sozialismus�) sein, der sich soeben den Arbeiterkorporationen Englands und Spaniens ausgedrängt hat. „Den Trades-Unions jenseits des Kanals sowie dem all- gemeinen Arbeiterbund jenseits der Pyrenäen, die aus ihren Kongressen von Rorwich und Madrid sich der politischen und wirthschaftlichen Enteignung der K a pi ta li st en kl a s s e als der einzigen Lösung des sozialen Problems angeschlossen haben, sendet die französische Arbeiterpartei, gleichzeitig mit ihren Glückwünschen, die Ver- sicherung ihrer internationalen Solidarität. „Zwischen den unter ein und demselben Programm, in ein und derselben Politik vereinigten Arbeitern des alten Europa giebt es heute keine Grenzen mehr. „Es lebe die Internationale der Arbeit! Es lebe der Sozia- lismus!" Ten 4. Punkt der Tagesordnung— über die drei ersten Punkte habe ich bereits gestern kurz berichtet— bildete:„Der Sozialismus und die Streiks." Im Gegensätze zu anderen Organisationen hat sich der Kongreß energisch gegen den allgemeinen Streik ausgesprochen. An der Debatte hatten sich in hervorragender Weise die Ge- nossen Guesde, Jaurss, Lafargue, Jourde und Zevass belheiligt. Sie führten aus, daß die partiellen Streiks das Produkt unserer heutigen auf den Antagonismus der Klassen beruhenden gesell- schastlichen Organisation seien, daß es nicht Sache der Sozialisten sei, zu Streiks zu drängen, daß es aber hingegen ihre Pflicht sei, sie überall, wo sie zum Ausbruch kommen, krästigst zu unter- stützen. Gegen den allgemeinen Streik hat sich in erster Linie Genosse Jules Guesde scharf ausgesprochen, der einem Delegirten gegen- über, der sich auf B e l g i e n berief, antwortete, daß eben dieses Bei- spiel zeige, daß der allgemeine Streik nur in einem Lande Sinn habe, welches kein allgemeines Stimmrecht besitzt und wo sich die Arbeiter eben nur dieses Mittels bedienen, um dasselbe zu er- langen. In einem Lande aber wie Frankreich sei es absurd, für den Generalstreik einzutreten, weil die Arbeiter da die viel bessere Waffe des Stimmzettels besitzen. Das Ziel der Arbeiterpartei sei die Erringung der öffentlichen Gewalten, und es wäre ein Rückschritt, den politischen Kampf gegen den gewerkschaftlichen aufzugeben, und noch dazu in einen: Moment, wo die Trade- Unions selber diesen zu verlassen beginnen und in den politischen Kampf eintreten. Schließlich wurde denn auch der allgemeine Streik mit Einstimmigkeit zurückgewiesen.— Ueber die Landagitation schreibt heute die„National- Zeitung": --- Mit der üblichen Kampsesweise war nutürlich nichts auszurichten und Leute, welche den Bauern von Güter- gemeinschast und dergleichen Dingen gesprochen hätten, würden wohl große Aussicht gehabt Häven, mit Schimpf und Schande davongejagt zu werden. Die Methode mußte infolge dessen geändert werden. Man stellte sich, als ob die Fürsorge für die Bauern und Tagelöhner der einzige und ivahre Grund der Agitation in den Dörfern ser; nian wies aus die mancherlei Unbilden hin, denen der ländliche Kleinbesitz aus- gesetzt ist, und hob auf der anderen Seite die Macht des Groß- grundbcsitzes in nachdrücklicher Weise hervor. Außerdem wurden natürlich allerhand unmöglich erfüllbare Versprechungen gemachr, wie Aushebung der Milrtärdienstpflicht, Beseitigung oder doch außerordentliche Herabsetzung der Grundsteuern u. s. w. So ') Die„dritte Abtheilung" nennt sich in Rußland daS allmächtige Polizeidepartement, das willkürlich einsperrt, nach Sibirien verschickt u. s. w. 2) Das ist der das Gemeineigeuthum an den Produktious- Mitteln fordernde Sozialismus, " Gewerkschaftliches. An die Tapezirer Berlins. Kollegen! Wie Ihr Tam es, daß sich der Sozialismus, freilich in start verdünnter in Nieder höchstadt tagte, war von 28 Delegirten aus und verwässerter Form, während der sechs oder acht leht 16 Orten beschickt. Ein Antrag an den Parteitag: der Parteivergangenen Jahre auf dem Lande einschlich. Durch diesen kleinen vorstand möge eine Statistik über den Druck veröffentlichen, den Anfangserfolg fühner gemacht, beschloß die Parteileitung, die einzelne Behörden auf Lokalbefizer üben, ferner ein Antrag: der bereits wißt, find seit Sonnabend, den 15. d. M. die Tapezirer Propaganda mit größerem Nachdruck zu führen, und, wenn nöthig, Parteivorstand möge Mittel zur Agitation in entlegenen in einen partiellen Streit eingetreten. Von seiten der Unterden größten Theil der eigentlichen ökonomischen Grundlage der Orten bewilligen, wurden abgelehnt, da es Sache Lehre zu opfern vorbehaltlich späterer Wiederaufnahme der nehmer der größeren Geschäfte wird versucht, die Arbeit bei um einzelnen Wahlkreise sei, in der angedeuteten Richtung fleineren Meistern anfertigen zu lassen. Wir ersuchen daher alle leichter eine große Anzahl von Proselyten zu machen. Man kann zu wirken. Zu Punkt 2: Delegirtenwahl zum Parteitage, diejenigen, welche Arbeit annehmen, sich genau zu erkundigen, also gegenwärtig in Frankreich eine Sozialdemokratie mit einem wurde beschlossen, aus Ersparnißrücksichten nur einen Delegirten ob nicht Arbeit für nachstehende Werkstätten angefertigt wird. Jannstopfe fehen, deffen eines Gesicht zwar nicht Frieden bedeutet, zu entsenden, da außerdem Genosse Brühne als Reichstags. Es sind bis jetzt gesperrt: Minuth, Oranienſtr. 21; wohl aber friedliche Gesinnung heuchelt, da es für die noch Abgeordneter ohnehin am Parteitage theilnimmt. Als Delegirter Grude, Reinickendorferstr. 57; Rau, Schönhauser Allee 71a; empfindlichen politischen Nerven der Landbevölkerung bestimmt wurde Sauer- Homburg gewählt, als Ersatzmann Merz- Gronberg. Soffmann, Köpenickerstr. 113a; Dittmar, Moltenmarkt 6; ist, während das andere, dem täglichen Hausgebrauche in den großen Städten und Industriezentren dienende, nach wie vor Fork u. Kretschmar, Rungestr. 6 und Stralauer Brücke Bei den Dortmunder Gewerbegerichts- Wahlen sind, witt, Dessauerstraße; Krufchte, Prinzenſtr. 86; He es u. recht friegerisch und kampflustig drein schaut. wie wir gestern unter Depeschen furz berichteten, Room, Leipzigerstraße; Kolde, Sebastianstr. 15; Faß, Wenn man nun an dem„ guten Willen" und selbst an der die organisirten Gewerkschaften dem vereinigten Ordnungsbrei Stralauerstraße. agitatorischen Geschicklichkeit und Beharrlichkeit der Revolutionäre unterlegen. Die Kandidaten der christlichen Patrioten" erhielten nicht zweifeln darf, so ist doch sehr die Frage, ob ihnen ihr 1689 bis 1697, die Kandidaten der Gewerkschaften 1543 bis Au die Maurer in Berlin und Umgegend! Kollegen!; neuer Kunstgriff auf die Dauer viel nüßen wird. Die bürger- 1550 Stimmen. In der Arbeitgeberklasse, wo nur eine ordnungs- So lange es überhaupt eine auf dem Boden der modernen Ar liche Presse beginnt sich recht ernstlich zu regen und auf die parteiliche Liste vorhanden war, find 231 giltige Bettel abgegeben beiterbewegung bestehende Organisation gab, so lange ist auch große Gefahr hinzuweisen, die am Horizonte aufsteigt. Zwei worden, von denen 16 Abänderungen der Liste aufweisen; für dieselbe thatkräftig agitirt worden, und wir hätten gewiß Umstände dürften allerdings das Vorgehen der 7 Zettel waren ungiltig. große Erfolge zu verzeichnen, wenn uns nicht der InSozialisten auf dem Lande sehr begünstigen: Differentismus vieler Kollegen in unserem Vorgehen hindernd in erstens die bekannte Uneinigkeit und 3erfahrenheit Bei den Bezirkstags- Wahlen in Elsaß Lothringen den Weg treten würde. Kollegen, seht Euch die schlechte Ge der staats- und gesellschaftserhaltenden Par haben nur einige unserer Genossen ein Mandat erobert. In schäftslage in unserem Gewerbe an und vergegenwärtigt Euch teien, die sich unter einander befehden, anstatt sich zur Ver- Mülhausen wurden Gen. Bueb und Doppler gewählt; Gen. die brutale Behandlung, die unsere Kollegen von seiten des theidigung zusammen zu schließen, und zweitens die eigenthümliche Sickel unterlag mit 2004 Stimmen gegen 2649, die auf Unternehmerthums zu erdulden haben. Kollegen, glaubt Ihr, Gesetzgebung, welche die Erbfolge auf dem Lande regelt. Mieg Kachlin fielen. Die Wahlen waren zugleich Ge- daß eine einzelne Person gegen solche niederträchtige HandlungsDie Lage der durch das große Rapital bemeinde- und Bezirkstags- Wahlen, keine derselben wurde nach weise erfolgreich ankämpfen kann? Wir sagen nein! denn nur drängten fleinen Grundbesizer Grundbesizer auf dem allgemeinem, gleichem Wahlrecht ausgeführt. Hierzu kommt, daß durch ein einiges, geschlossenes Vorgehen aller Kollegen ist es Lande dient den Sozialisten als mächtiger den Arbeitern fast keine Versammlung gestattet wurde, so daß möglich, diese unerhörten Zustände zu beseitigen. Dieser ZuHebel, um die Kleinbesiger gegen die Groß das Resultat wohl erklärlich erscheint. sammenschluß ist vorhanden, wenn sich alle Kollegen dem Verein grundbesizer aufzuheben. Eine Masse von zur Wahrung der Interessen der Maurer für Berlin und UmBauern wird in die Stadt getrieben, wo sie Eine Gedächtnißfeier, ähnlich der, wie sie am 18. März gegend anschließen. Ueber die Nothwendigkeit der Organisation der Sozialdemokratie in die Hände fallen, von den Parteigenossen Berlins begangen wird, fand am vergeben uns die Vorkommnisse auf dem Bau in der Landwehrund die Uebrigen sind durch die bestehenden gangenen Sonntag in Frankfurt a. M. statt. Eine große Zahl straße ein neues Beispiel. Würden die Kollegen alle Verhältnisse unzufrieden gemacht und drohen Arbeiter und Arbeiterinnen hatten sich auf dem Friedhof ver- organisirt sein, so wäre es den Unternehmern nicht ebenfalls eine Beute der Umstürzler zu einigt, das Andenken der am 18. September 1848 für die Sache möglich gewesen, derartig die Arbeiter zu behandeln. der Freiheit Gefallenen zu ehren. Das durch den demo- Durch den Indifferentismus vieler Kollegen und die Maßnahmen So die National- Zeitung". fratischen Verein vor kurzem wieder wie neu hergestellte der Polizei ist es uns nicht möglich, die Sperre in gewünschter Um Mißverständnissen vorzubeugen, wollen wir mit Denkmal trug einen großen Lorbeerkranz mit schwarz roth- Weise durchzuführen. Nochmals geben wir Euch die Kollegen theilen, daß sie von Frankreich spricht. In bezug auf goldener Schleife, gewidmet von dem genannten Verein. Die bekannt, die jetzt dort arbeiten: Steinführ, Müller, Eger, Rensch, Deutschland, wo die Verhältnisse wesentlich gleich Kränze gestiftet hatten, versammelten sich am Portal und zogen Ferdinant, Otto Mierite, Kaping, Plettner. Ferner machen wir Vertreter der verschiedenen Arbeitervereine u. s. w., welche Steinmann, Kunze, Reiß, Seifert, Kretschmer, Stintmann, liegen, den Erfolg der sozialistischen Propaganda ähnlich dann gemeinsam zum Derkmal, wo sie Mühe hatten, durch die darauf aufmerksam, daß in folgenden Lokalen zum Generalfonds anzuerkennen dagegen sträubt sich die bekannte Ehrlichkeit Menge zu dringen. Alle Beauftragten legten die Kränze mit Gelder angenommen werden: Thurmstraße 82 i Holzbächer; und Wahrheitsliebe der National- Zeitung". einer kurzen Widmung, zum Theil unter den Mottos, welche die Rüdersdorferstr. 8 bei Böhl; Blumenthalstr. ei Behrendt; Robin, der von Perier seines Amtes entsetzte Waisen Schleifen trugen, am Sockel des Denkmals nieder, was ohne jede Veteranenstr. 21 bei Petersohn; Wörther- und Rylestraßen- Ecke haus- Direktor in Cempuis, gehört zu der Schaar jener unter einer von der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands", bei Brieße; Weddingstraße 9 bei Maltowsky. Im Auftrage der Störung geschah. Es wurden zirka 25 Kränze gewidmet, dar bei Schmidt; Waldemarstr. 61 bei Hoffmann; Mittenwalderstr. 43 Franzosen, die der Internationalen Arbeiterassoziation dem Sozialdemokratischen Verein für den Wahlkreis Frankfurt", Vertrauensmänner der Berliner Maurer. Karl Schulze, gleich nach ihrer Gründung beitraten und an allen inter dem Frankfurter Gewerkschaftskartell" u. s. w. Bergmannstr. 27. nationalen Kongressen theilnahmen. Schon auf dem Baseler Rongreß 1869 war Robin anwesend. werden. M S " " " * * T " An die Arbeiterschaft Berlins richtet die Freie VerDie Sozialdemokraten haben im bayrischen Landtag nichts erreicht" lautet eine stereotype Phrase der bayrischen Liberalen einigung der Zivilberufsmusiker die Bitte, ihr in der gegenHolland. Die Generalstaaten( Kammer) wurden und Ultramontanen. Wir erinnern uns jedoch, daß unsere Gewärtigen Zeit nach Kräften Unterſtüßung angedeihen zu laffen. heute von der Königin Regentin eröffnet. An Vorlagen sind nossen in den Landtag erst das nöthige Leben hinein trugen, Die Berufsmusiker sind bekanntlich bei dem gegenwärtigen Kampf, angekündigt: Eine Wahlreform, eine Revision der Personal- daß fie Debatten herbeigeführt haben, wie man sie ehedem dort der von den Saalbesigern gegen die Arbeiterschaft geführt wird, steuer, ein Militär Strafgesetzbuch, Modifikationen des gar nicht gewohnt war. Aber auch die Gegner müssen das zu insoweit start interesfirt, als ihnen aus der Saalsperre gar Handelsgesetzbuches, ferner Vorlagen betreffend die Er- gestehen. So berichtete die Boss. 3tg." u. a.: mancher Verdienst verloren geht, den sie bei Arbeiterneuerung des Marinematerials, bessere Bewaffnung der fammer beim Etat der bayrischen Staatseisenbahn- Berwaltung über Der Abg. v. Vollmar hatte in der bayrischen Abgeordneten- vergnügungen gehabt haben würden. Unter ihnen hat daher zur Armee und Marine und andere militärische Vorlagen, die schroffe Behandlung der Beamten und über die Höhe der die Zivilberufsmusiker aber, das gar manches Fest, das der Ar Zeit eine ganz besonders fühlbare Beschäftigungslosigkeit Plaß gegriffen. Mit Recht meinen ferner eine Vorlage über die Organisation der Arbeiter Geldstrafen Klage geführt. Das Staatsministerium ordnete daß kammern, Arbeitergeseze, eine Vorlage über eine Erhöhung daraufhin Erhebungen an, die einen erheblichen Unterschied in beiter in größerem oder kleinerem Kreise abhält, ihnen dennoch der Ein- und Ausgangszölle in Indien und über Maß der Ausübung der Disziplin von einzelnen mit Strafbefugniß Beschäftigung bieten würde, wenn man sich ihrer erinnerte. Bei regeln zu gunsten Surinams. Die infolge des Kongresses versehenen Behörden ergeben haben. Ein hierauf ergangener Geburtstagsfeiern, Ausflügen und andern kleinen Luftbarkeiten, für internationales Privatrecht abgeschlossenen Konventionen ministerieller Grlaß fübrt aus, daß das Ministerium zwar die die durch Musit verschönt werden sollen, mag oft jemand als werden voraussichtlich vorgelegt werden. dringende Nothwendigkeit der Aufrechterhaltung und Stärkung Künstler" eingestellt werden, der nicht seiner Berufsorganisation der Disziplin nicht verkenne, jedoch nicht unberührt laffen könne, angehört; bei derartigen Gelegenheiten sollte die Arbeiterschaft Belgien. Die Arbeiterpartei Brüssels daß die Verbängung von Geldstrafen nicht den Charakter eines fich erinnern, daß die Freie Bereinigung der Zivilberufsmusiker hielt gestern eine Generalversammlung ab. Der von den systematischen Strafmittels tragen, vielmehr nur unter Rücksicht stets über fähige und passende Kräfte verfügt. Bei Bedarf wolle Liberalen angebotene Bettel- Kompromiß wurde, obgleich von nahme auf die allgemeine dienstliche Führung und nach Würdigung man sich daher an den Nachweis der Vereinigung Rosenthaler dem Radikalen Janson auf's angelegentlichste befür- des Grades des Verschuldens erfolgen und bemessen werden soll. straße 57 bei Wernau( Restaurant) melden. wortet, einstimmig abgelehnt. Es solle sich in dem Personal die Ueberzeugung festsetzen, daß die Achtung, Mechaniker! Die Mechaniker der Budapester Berwaltung nur ungern, und, wo veranlaßt, nur aus zwingenden Firma Egger, B. u. C. stehen im Streit. Die Arbeits- und Ostafrika. Im Rechnungsjahre 1892/93 beliefen sich disziplinaren Gründen und in gerechter, nicht aber in plöglich auf Lohnverhältnisse waren derart geworden, daß die Arbeiter genach dem Reichs Anzeiger" in Deutsch Ditafrika die Ein- wallender in Deutsch Ostafrika die Ein- wallender und leidenschaftlicher Strenge zur Anwendung zwungen waren, die Arbeit niederzulegen. Die Löhne beziehentnahmen aus den Ausfuhrzöllen auf 448 718 Rupien( 1 Rupie von Strafmitteln schreite. Es wurde deshalb seitens des etwa lich der Akkord ist so knapp bemessen, daß die Lebensmittel und 1,3 M.), aus den Einfuhrzöllen auf 240 881, aus der Staatsministeriums. den mit Strafbefugniß versehenen Organen Wohnungen, die in Budapest sehr theurer, kaum zu erschwingen Verbrauchssteuer auf 123 697, aus den Lizenzabgaben von Schnaps ein maßvolles und würdiges Auftreten auch gegen straffällige sind. Die Firma sucht nun in allen größeren Städten, namentauf 8025, aus der Schifffahrtsabgabe auf 13 476, aus den Holz- Bedienstete und Arbeiter, insbesondere aber die Vermeidung lich Deutschlands, nach Arbeitskräften, wobei mit Versprechungen schlaggebühren auf 4841 und aus Nebeneinnahmen auf 16370, ungeeigneter, Verbitterung erzeugender und das Ehrgefühl herab natürlich nicht gegeizt wird schließlich wird den Leuten nicht zusammen 856 011 Rupien, in Mart umgerechnet etwa 1 105 456 M. drückender Ausdrücke oder rücksichtsloser Behandlung ernstlichst einmal eine Reise- Entschädigung gezahlt. Um den streifenden Im Rechnungsjahre 1893/94 betrugen die Einnahmen aus den empfohlen." Ausfuhrzöllen 394 902 Rupien, aus den Einfuhrzöllen 354 028, aus der Verbrauchssteuer 87 084, aus der Lizenzabgabe von Blätter werden um Abdruck ersucht. Zuschriften sind zu richten Mechanikern in ihrem Kampfe zum Siege zu verhelfen, ist es vor allem nöthig, jeden Zuzug fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Schnaps 4623, aus der Schifffahrtsabgabe 3791, aus den Holzan May Nowak, Budapest VII Roseza ucza 26. schlaggebühren 11 675, aus Nebeneinnahmen 13 907, zusammen 870 013 Rupien 1 130 256 M. W und Forstwefen, bei der Grenzwache, der Gendarmerie und Hierzu bemerkt die Münchener Post": Beim Zoll, Steueranderen Sparten sollen infolge der Vollmar'schen und Grillenberger'schen Anregungen ähnliche Fortschritte zu verzeichnen sein. Das dürfte vorerst als einleitende Arbeit unserer Genossen im unsere Landtagsgruppe nach Ablauf der ersten Session zu ver Landtag genügen und beweist auf's Neue, welch große Erfolge zeichnen hat. Polizeiliches, Gerichtliches: c. Japan China. Die Nachricht von einer Niederlage, welche die Chinesen am 15. d. M. erlitten, scheint sich zu bestätigen. Man darf aber unter feinen Umständen der Sache eine große Bedeutung beilegen und von einer„ Entscheidungsschlacht" reden, wie die Vossische Zeitung" das thut. China mit seinen 400 Millionen Einwohnern ist un drei Wochen Gefängniß wegen Beleidigung des Magistrats verGenosse Groth, Bielefeld, wurde am Sonnabend zu erschöpflich an Rohmaterial für Armeen, und der Chinese, urtheilt. Der Staatsanwalt hatte 4 Monate beantragt. der körperlich sehr kräftig und dem Todesfurcht ganz fremd Genosse Peter Braun, der durch eine Ausweisungsist, giebt bekanntlich einen sehr guten Soldaten ab, wenn verfügung wenn verfügung aus Burgstädt vertrieben worden und nacher in die richtigen Hände kommt. Und wie gefährlich auch mals Aufenthalt in Göppersdorf genommen hatte, ist nunmehr die militärisch nur ganz mangelhaft ausgebildeten chinesischen durch eine neue Verfügung aus der ganzen AmtshauptFreischärler sind, das haben die Franzosen erfahren, die sich mannschaft Rochlitz ausgewiesen worden. Er soll innerhalb acht seit 11 Jahren in Tonkin mit den„ Schwarzflaggen" herum Tagen das genannte Gebiet verlassen. schlagen.Soziale Ueberlicht. " Der Streik der schottischen Kohlengrubenarbeiter ist, beendet." Am Montag feien über 10 000 Bergleute angefahren. wie der Franti. 3tg." von Glasgow depeschirt wird, nahezu Die Beendigung des Pariser Kürschnerstreits soll ebenfalls bevorstehen. brotlos geworden, da diese geschlossen worden sind. Höchstwahr 14 000 Arbeiter der Kautschukfabriken Amerikas sind scheinlich versuchen die Fabrikanten dadurch die Preise in die Höhe zu schrauben. Depeschen. ( Depeschen- Bureau Herold.) Die chinesische Regierung hat, wie wir dem„ ReichsWien, 18, September. In Mährisch- Ostrau ist ein BergAnzeiger" entnehmen, dem Vertreter der Reichsregierung in arbeiter an asiatischer Cholera gestorben. Beting und jedenfalls auch den Vertretern der übrigen Zeichen der Zeit. 2275 Bestrafung en wegen Bettelus Belgrad, 18. September. Der Kreisphyfitus Radovanovic, Regierungenamtlich mitgetheilt, daß die in China und Landstreichens sind nach dem„ Statistischen Jahrbuch für der Sohn des Mörders des Fürsten Michael, ist aus Furcht wohnenden Angehörigen anderer Staaten von dem Krieg, Sachsen" im Jahre 1892 in Leipzig erfolgt. Welche Unsumme davor, daß er wegen Betheiligung an der Cebinac- Verschwörung zur Verurtheilung herangezogen werden könnte, plötzlich wahnden die Japanesen begonnen, keine üblen Folgen zu ver- von Noth und Elend giebt sich in diesen Zahlen wieder. finnig geworden. Seit den Verhaftungen in der Gebinac- Affäre spüren haben würden und sich nach wie vor des Schutzes Nachahmenswerth. Der Gewerbe Inspektor von zeigte Radovanovic bereits Zeichen ausbrechenden Wahnsinnes; der Regierung zu erfreuen hätten. Das betreffende Atten- Anhalt macht in den Dessauer Blättern( das von den er glaubte fortwährend von Polizisten verfolgt zu sein. stück ist sehr naiv. An dem guten Willen der chinesischen Arbeitern am meisten gelesene Voltsblatt" hat er dabei über- London, 18. September. Mehrere hiesige Blätter demenRegierung zweifeln wir nicht. Ob sie aber die Macht hat, schlagen) bekannt, daß er jeden 1. und 3. Donnerstag im tiren die Meldung des New- Yort Recorder", daß der Bizekönig das thörichte Bolt" von" Ruhestörungen" abzuhalten? Monat im Behördenhause zu Dessau Sprechstunden ab- von China, Li- Hung- Schang Selbstmord verübt habe. Ueber die hält. Zweck derselben soll sein, sowohl den Arbeit Niederlage der Chinesen wurden noch folgende Details bekannt: gebern als auch namentlich den Arbeitern Gelegenheit Die den Chinesen weggenommenen Waffen wurden in öffent= zu bieten, etwaige Wünsche und Beschwerden in Gewerbe lichen Gärten niedergelegt. Die Gefangenen werden in Trupps aufsichts- Angelegenheiten persönlich zum Ausdruck zu bringen. von 1000 Mann auf Transportschiffen nach Japan gebracht. Die Parteikonferenz des Wahlkreises Darmstadt- Hoffentlich werden die Arbeiter von dem ihnen gemachten An- Auf die Flucht jedes Einzelnen ist Todesstrafe gesetzt. NachGroß- Gerau wird am 30. September in Darmstadt ab- erbieten reichlichen Gebrauch machen. Es thut dringend Noth. richten über zwei Kolonnen japanischer Truppen, welche nach gehalten. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Bericht des Partei- Besonders der Maximalarbeitstag für Frauen wird sehr, sehr oft China abgingen, sind noch ausstehend. vorstandes. 2. Bericht der Revisoren. 3. Der Parteitag zu übertreten, ohne daß der Gewerbe- Inspektor oder die BeFrankfurt und die Beschickung desselben( Wahl der Delegirten). hörden bisher viel davon erfuhren. Auch die Gewerbe- Inspek4. Organisation und Agitation. toren anderer Bezirke könnten diesem Beispiele folgen. Für den 4. hannoverschen Reichstags- Wahl= freis( Osnabrück) findet am Sonntag, den 23. September, mittheilt, hat der Handelsminister Herr v. Berlepsch mit dem Heil den Webern. Wie die„ Breslauer Morgen- Zeitung" zu Bramsche eine öffentliche Versammlung statt. Die vorläufige Regierungspräsidenten von Schlesien und mehreren Berliner 3. Organisation. 4. Stellungnahme zum Parteitag in Frankfurt. Seheimräthen foeben eine Reise durch die oberschlesischen Parteinachrichten. 5. Verschiedenes. Weber diftritte beendet. Wenn die armen Weber nur durch Erhebungen und Untersuchungen gesättigt Parteifonferenz. Die Parteifonferenz für den Wahl- werden könnten, sie dürften die reinsten Schlemmer sein. freis Höchst Usingen Homburg, welche am 16. d. M. = 19 London, 18. September. Aus Soul wird gemeldet: Die Japaner haben außer den Generälen Iso- Parkwel, Wei- Jink- Woi, Ma- Yacksweng, Sei- Kiulin auch den gesammten chinesischen fangenen wird gute Behandlung zutheil. Generalstab und 14 500 Mann gefangen genommen. Den GeSoldaten, welche fich auf dem Marsche nach dem Fort Mac Algier, 18. September. Mehrere Truppen französischer Mahon" an der Grenze der Wüste Sahara befanden, um" dasselbe zu verproviantiren, wurden unterwegs durch Horden von Arabern und Chambos überfallen. Es entstand ein förmliches Gefecht; die Franzosen vertheidigten sich erfolgreich und verloren 15 Mann, während zahlreich, Araber getödtet wurden. Berantwortlicher Redakteur: Hugo Pötzsch in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mr. 218. Mittwoch, den 19. September 1894. Arbeiter! Parteigenollen! 11. Jahrg. Der brutale Willkürakt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthnung geworden. Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstütung würden die Gemaßregelten der bittersten Noth verfallen und gezwungen sein, um Guade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Prozenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, tampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Ener Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbesizer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mundtodtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbesitzer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei tönnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes sich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position iſt uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jezt wird uns der Kampf leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß unser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird. Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbrauereien! Trinkt keinen Tropfen Ringbier! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Die Boykottkommission. lung der nicht boykottirten Brauereibesizer zur Wahrung Waren die antisemitischen Redner bisher nachsichtig oder ihrer Interessen, denen naturgemäß mit dem gegen auch eitel genug, sich den Spott mit ihrer Person gefallen zu wärtigen Boykott nur gedient ist und die bei Aufhebung des lassen, so scheint zur Zeit unter diesen Herren die bessere Gin. Friedrich Reichenkron, Char- Boykotts den größten Theil ihrer Kundschaft verlieren würden, sicht eingekehrt zu sein, daß man nicht für jedes Privatgeschäftchen stattgefunden. Die in dieser Versammlung gefaßten Beschlüsse den werthen Namen hergeben soll. Der Ahlwardtmoniteur, der Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. find nicht bekannt geworden; so viel haben wir aber in Erfahrung sich vorgestern noch zu einem Ausbruch sittlicher Entrüstung aufBrauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. gebracht, daß auf die Einigungsversuche der Gastwirthe und der schwang, als wir die Praktiken in solcher Geschäftspolitik aufdeckten, Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauereien mit der Arbeiterpartei dieselben ohne Einfluß bleiben. veröffentlicht in seiner Dienstagnummer folgende Erklärung der Herren Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. In den nächsten Tagen wird eine Berathung mit den Otto Kesler, zur Zeit Vorsitzender des D. A. B., und Friedrich Brauerei Müggelschlöschen, Friedrichshagen. mittler, die Herren Feuerstein und Ruckenburg, alles aufbieten deutschland":" Von deutsch- sozialer Seite, jedenfalls als PrivatBrauereibesitzern stattfinden, in welcher die gewählten Ver- Witte, Vorsitzender der„ Antisemitischen Vereinigung für NordNordstern- Brauerei, Berlin. Exportbrauerei Rathenow, Niederlage bei May Denn werden, um eine Einigung zwischen den Brauereibesitzern und der Unternehmen der Herren Sedlahek und Genossen sind für Denn- Arbeiterpartei herbeizuführen. heute 12 Versammlungen durch Säulenanschlag und durch die hardt, N.W., Hannoversche Straße 18a. Soweit die Neuigkeiten des Lokal- Anzeigers" wahr sind, Presse angekündigt und wir dabei als Redner beziehungsweise Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei sind sie bedeutungslos und soweit sie Bedeutung beanspruchen Zeiter genannt worden. Wir erklären hiermit, daß unsere Namen Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. fönnten, scheinen sie an Mangel von Wahrscheinlichkeit zu gleich denen einer Anzahl anderer antisemitischer Führer, ohne Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank- tränkeln. Denn das Schreiben des Herrn Rösicke ist insoweit unser, beziehungsweise deren Wissen und Zustim furt a. D. belanglos, als ohne Aufhebung des Boykotts auch die gesperrten in ung hierbei benutzt worden sind und daß auch weder der Säle von der Arbeiterschaft gemieden bleiben und mit Aufhebung Deutsche Antisemitenbund" noch die Antisemitische Vereinigung desselben naturgemäß die Frage Boykottbier und boykottfreies für Norddeutschland" mit jenen Unternehmungen etwas zu Bier" überhaupt nicht mehr existiren wird. Die„ Thatsache", thun hat." daß die Brauereien und Gastwirthe, die auf Seiten der Arbeiter- Nach dieser energischen Abschüttelung dürfte das Geschäft partei stehen, einer Ginigung entgegen wirken, dürfte nur auf der Herren Versammlungsmacher noch fläglicher ausgefallen fein, der Redaktion des allerweltskundigen Klatschblattes Hand und als anfangs anzunehmen war. Fuß haben. Anderenfalls müßte doch der Arbeiterschaft etwas von dieser Einwirkung" bekannt sein." Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterhausen, Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Bürgerliches Brauhaus, Hamburg Gilbeck, Kellerei und Niederlage, SW., Berlängerte Trebbinerstr. 7. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage G. Spietermann, Weberstr. 66. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Brauerei in Storkow( in Firma A. Miethe), Vertreter: Spiekermann, Weberstraße 66. Brauerei Hildebrandt, Nowawes. Vertreter: H. Hensel, Krausenstraße 18. " 1 " " Die sittliche Größe der antisemitischen Geschäftspolitiker erstrahlt aber bei dieser Gelegenheit wieder einmal in vollster Glorie. Als Ueberschuß von der am 9. September veranstalteten Bedarf an Arbeitskräften wolle man sich daher an die Adresse von J. Wiedemann, Blumenstr. 38, wenden. Die Kommission der Brauer und Brauerei- Hilfsarbeiter. Die Saalverweigerer, deren Räume zur Zeit nicht widerballen vom ernſten und frohen Sang der Arbeiterchöre, suchen Vorstellung der Privat- Theatergesellschaft Edelweiß find an die sich auf mannigfache Art aus der Noth zu helfen. welche die Herren anwenden, tönnen der Sachlage nach nicht wiesen worden. Die Kommission der Brauer- und Brauereihilfs= immer besonders reinlicher Natur sein, denn die Bourgeoisie, arbeiter. auf welche die Saalverweigerer sich in der letzten Zeit gestürzt haben, verlangt auch, wenn sie helfend beispringen soll, wenigstens Brauereiarbeiter und Böttcher gern bereit, Hilfe zu leisten. Bei Zum bevorstehenden Umzug sind die ausgesperrten etwas Exquisites, eine Unterhaltung, die die Nerven in möglichst Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. noch nicht dagewesener Weise tibelt. Tingeltangelei und was Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, dazu gehört, kann der ob des Bierboykotts fittlich entrüstete N., Gartenstr. 152. Bürgersmann aber im Wintergarten und Stätten ähnlichen Kalibers weit besser haben, als in früheren Arbeiterlokalen; es muß daher schon etwas ganz besonderes veranstaltet werden, wenn es ziehen" soll. So dachte Herr Säger in den leeren Konkordia- Festsälen und er verschrieb sich den Meisterschaftsringer Carl Abs und noch einen Herrn ähnlichen Kalibers. Auf den Litfaßsäulen waren in der verflossenen Woche die üblichen Herausforderungen zu lesen, die dazu gehörigen Vorwürfe der Feig beit 2c. fehlten in der wohlstipulirten Komödie natürlich nicht; und am Sonnabend ging der Schwindel los. Tokales. Die juristische Sprechstunde findet in dieser Woche nicht Die juristische Sprechstunde findet in dieser Woche nicht Mittags, sondern Abends von 74 bis 84 1hr statt. zu den des Näheren aus. Die ,, Staatsbürger- Zeitung" erhebt folgendes Lamento: Die Bibliothekverwaltung der Anwälte am Landgericht I hat auch auf Zeitungen abonnirt. Unter andern wird dort eine große Anzahl fortschrittlicher Blätter und auch der sozialdemokratische Vorwärts" gehalten, da mindestens 25 Anwälte ausgesprochene Sozialdemokraten sein sollen. Dagegen ist die früher gleichfalls gehaltene Staatsbürger- Zeitung" abgeschafft worden, und mehrZum Parteitag. Parteigenossen! Laut Bekanntmachung fache Anträge auf Wiederzulassung dieses Blattes find stets abgelehnt. des Parteivorstandes ist der diesjährige Parteitag auf SonnNunmehr ist, wie wir hören, ein neuer Antrag gestellt worden, Wie das brutale Vergnügen verlief, zu dem sich die zahlungs- vom 1. Oktober ab wieder auf die Staatsbürger- Zeitung" zu tag, den 21. Oktober, nach Frankfurt am Main ein- fähigen Radau- und Sportfreunde in hellen Haufen drängten, abonniren. Schon beim Sammeln von Unterschriften für diesen berufen. Da die Tagesordnung äußerst reichhaltig ist, so ist es darüber läßt sich ein von Fachkenntniß zeugender Bericht der Antrag zeigte es sich leider, daß mancher christliche Anwalt dendringend erforderlich, daß die Parteigenossen möglichst zeitig in Radautünsten aller Art wohlbeschlagenen Staatsbürger- 3tg." felben nicht unterschreiben wollte, obwohl er auch von jüdischen einzelnen, Herren unterzeichnet war. Man darf daher gespannt darauf Berathung stehenden Fragen zur Das Organ aller Rüpel der Reichshauptstadt schwelgt ob der fein, ob dieser Versuch wieder einerseits an dem IndifferentisStellung nehmen. Die Vertrauenspersonen Berlins sehen rohen Szenen, die sich an dem Abend abspielten, folgendermaßen muß der Deutschen und andererseits an der Intoleranz der Gegner sich daher veranlaßt, die nöthigen Volts Versammin Wonnen: scheitern wird. lungen zum Freitag, den 28. September, anzubiefem.. Häufig war der Bürgersteig der Andreasstraße in Unseres Erachtens ist es lediglich eine Konzession an die Geberaumen. In diesen Versammlungen steht gleichfalls die diesem Theile derartig gefüllt, daß an ein Durchkommen nicht schmacklosigkeit, wenn die Anwälte auf die Staatsbürger- 3tg." zu denken war, und auch im Eingang und auf den inneren Hof zu abonniren beschließen. Aber das läßt sich ja schließlich Wahl der Parteitags Delegirten auf der Tagestanden noch dichte Gruppen Diskutirender, die die Chancen des überwinden; und wir glauben dem betrübten Blatt versichern ordnung. In anbetracht der Wichtigkeit dieser Versammlungen Stampfes besprachen. Die einzelnen Abschnitte des spannenden zu dürfen, daß es an den Sozialdemokraten und Juden nicht richten wir an die gewerkschaftlichen und sonstigen Arbeiter- Schauspiels wurden von der erregten Menge mit der liegen wird, wenn die Mehrheit der Anwaltschaft sich dem vereinigungen Berlins hiermit die Bitte, an diesem Tage, soweit größten Aufmerksamkeit verfolgt und mit aufmunternden Zu- Herzenswunsch des antisemitischen Radaublättchens gegenüber rufen es irgendwie angängig, keine Versammlungen abzuhalten. verpönter Griff von einem der Kämpfer gemacht wurde be- fonnten, wesentlich Juden, welche die Staatsbürger- Zeitung" oder auch von solchen der Empörung, wenn ein widerhaarig verhält. Sind es doch, soweit wir beobachten Weiter verweisen wir nochmals darauf, daß Anträge zum gleitet. In den ersten 5 Minuten tam es zu gar keiner näheren noch mit einigem Interesse lesen. Parteitag, die von einzelnen Parteigenossen gestellt sind, der Berührung der Ringer. Abs wich den gewandten Angriffen feines Gegners gefchickt aus, benutzte jedoch den ersten günstigen Moment, Die öffentlichen Tranknäpfe der Hunde, welche da, wo Gegenzeichnung der Vertrauenspersonen bedürfen. Die betreffenden um vermöge seines überlegenen Gewichtes Röber zu werfen, die Straßenbrunnen aufgehoben und beseitigt worden sind, ihren Parteigenossen werden also Anträge dieser Art der Vertrauensperson ihres Kreises zugehen lassen; letztere wird dann rechtzeitig ihre Veröffentlichung und Berathung bewirken. Die Vertrauenspersonen. 1 wobei dieser jedoch auf die Bauchseite zu liegen fam. Vergebens Zweck verfehlt haben, bilden, wie uns aus Fachkreisen versichert mühte sich Abs ihn zu kippen und verlor dabei so viel Kraft, wird, große Hindernisse im Straßenverkehr der Fuhrwerke. Die daß er gegenüber den Angriffen seines ausdauernden Gegners Näpfe ragen wohl einen halben Fuß über die Bordschwelle auf nur immer wieder zu seinem bekannten Trit: das platte Hin den Straßendamm hinaus, werden aber von den Fahrern selten werfen auf Knien und Armen seine Zuflucht nehmen mußte. Als bemerkt, weil die sichtbaren Wahrzeichen, die Straßenbrunnen, Zur Aufhebung des Brauereiboykotts weiß der ,, Cotal- nach 15 Minuten der Kampf für unentschieden erklärt wurde, entfernt worden sind. Fährt nun Jemand hart an der BordAnzeiger" folgende Geschichten zu erzählen:„ In der letzten forderte Röber eine Fortsetzung, die aber von Abs mit der Ent- schielle, so müssen die einseitigen Räder des betreffenden GeSigung der Saalkommission der Gastwirthe von Berlin und schuldigung abgelehnt wurde: es sei ihm ein Zahn zerfährtes plößlich in heftigem Anprall über diese Hindernisse hin. Umgegend, in welcher, wie wir berichtet haben, die Bedingungen brochen. Wüthende Rufe aus der Versammlung weggehen. Da es nicht ausgeschlossen erscheint, daß durch derfestgefellt wurden, unter welchen man der Arbeiterpartei für antworteten auf diese Erklärung, man mußte sich jedoch mit der artige Hindernißfahren" den Fuhriverken große Nachtheile erihre Versammlungen und Vergnügungen die Säle wieder frei Versicherung beruhigen, Abs werde in 14 Tagen sich von neuem wachsen tönnen, so erscheint eine Beseitigung der überzähligen Hundetrinknäpfe im Interesse des öffentlichen Wagenverkehrs geben würde, wurden Zweifel laut, ob die Brauereien ihren seinem Gegner stellen. Wirthschaftspächtern oder Dekonomen erlauben würden, behufs Pfui Teufel, welch ein Böbel macht jetzt die schönen Kontordia wohl geboten. Veranstaltung sozialdemokratischer Versammlungen 2c. in ihren säle unsicher! Lokalen speziell für diese Versammlungen boykottfreies Bier " Die Sicherheit auf den Straßen Berlins wird nicht nur gefährdet durch gelegentlich abgegebene Schüsse wachhabender zu beziehen. Diese Zweifel sind jetzt durch ein Schreiben Abgewimmelt. Zu gestern Abend sind bekanntlich zwölf Militärs, wie z. B. im Fall 2ück, sondern es ereignen sich noch des Herrn Kommerzienraths Rösicke beseitigt, worin die antisemitische Boykottversammlungen angekündigt worden, in manche andere Vorkommnisse, durch die Gesundheit und Leben Zusicherung gegeben wurde, daß die boykottirten Brauereien alles denen Urteutsche erster Jüte ihren Hokuspokus treiben sollten. eines friedlich daher kommenden Bürgers in Gefahr gebracht nur irgend Mögliche thun würden, um die Interessen ihrer Wenn nun auch ein Antisemit von bestem Geruch nicht viel ver- werden können und zwar gerade von denjenigen, die zu seinem Defonomen zu wahren. Dieses Entgegenkommen der Brauerei nünftigeres Beug zusammenfaselt, als ein ordinärer germanischer Schuhe berufen sind. In der Nacht vom Sonntag zum Montag, besizer wurde freudig begrüßt, zugleich noch als ein Zeichen, daß Knoterich, so weiß man doch, daß bei denen, die nicht alle etwa gegen 1/22 Uhr schwankte ein als Nachtwächter uniformirter man auch von Seiten der Brauereien geneigt sei, den unheil- werden, der Name eines hervorragenden Judenfressers Mann auf dem Trottoir der Madaistraße hin und her, mit ihm vollen Boykott aus der Welt zu schaffen. Ebenso beifällig wie auch schon was werth ist. Man setzt daher, wie der seine blant gezogene Dienstwaffe, mit der er in der Luft diese Mittheilung in Gastwirthstreisen begrüßt wurde, ebenso Mühlendammer die reinlichste Ramschwaare ins Schau herumfuchtelte. Er geberdete sich wie wüthend, suchte anscheinend lebhafte Entrüstung hat jetzt die Thatsache hervorgerufen, daß fenster legt, ihren Namen aufs Blafat, gleichgiltig, ob die nach Ginem, der ihn angeblich beleidigt habe, oder der ihn die Gastwirthe und Brauereien, die auf Seite der Arbeiterpartei Redner auf den Mumpit hereinfallen oder nicht. Die Haupt- habe schlagen wollen, wobei er bald den Einen, bald den Anderen stehen, bestrebt sind, einer Einigung entgegen zu wirken. Zu sache ist, daß das Publikum zum Reinfall geneigt ist, daß der Umstehenden anrempelte. Aus dem Publikum heraus aber diesem Zwecke hat bereits in der vorigen Woche eine Versamm- I das Geschäft etwas einbringt schallte es ihm entgegen: Sie sind ja betrunken, Sie wissen ja nicht, was Sie thun"»»d so weiter. Auch auf unseren Gewährs- mann machte das blindwüthige Umherfuchteln und Umherwanken de» Eindruck, als sei der Mann nicht ganz bei Sinnen. Was den Wächter in diese Wnth versetzt, ob er wirklich so geärgert worden, daß sein Rachedurst gerechtfertigt, wir wissen es nicht, sicher ist, daß in diesem Augenblick von„Nothwehr" gewiß keine Rede sein konnte. Wichen doch die Umstehenden so weit als möglich zurück. Sein Toben und Pfeifen hatte mittlerweile auch noch etwa 4 bis 5 Wächter und einige Schutzleute herbei- gerufen. Hier nun ereignete sich das Wunderbare oder in Preußen auch nicht Wunderbare. Nicht der über die Maßen aufgeregte Beamte wurde zur Ruhe verwiesen, nicht er wurde unschädlich gemacht,»ein, man wandte sich gegen das Publikum, dieses auseinandertreibend und stoßend. Ter Wächter hatte mittlerweile seine Waffe in die Scheide gesteckt, fein Thatendnrst schien aber noch keineswegs gestillt. Er packle schließlich wieder einen der Umstehenden und"suchte ihn nach der Wache zu schleppen. Der Angefaßte ging, wie zu erwarten, im Bewußtsein seiner Unschuld nicht gutwillig mir. es bildete sich ei» Knäuel um die Beiden, der Wächter zog wieder blank und hieb auf den Mann ein. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß jetzt seitens eines Schutzmannes vom 45. Revier ver- sucht wurde, den Wüthenden zu entwaffnen beziehentlich zu be- ruhigen. Nun ist nur noch wenig zu sagen: Ter Mann wurde nach der Wache geschleppt, Zeugen, die seine Unschuld beweisen wollten, wurden natürlich nicht zugelassen.— Wir ent- schuldigen dem Wächter gern, daß er sich einmal vergessen, ein Beamter ist eben auch nur Mensch, wiewohl viele unter ihnen sich zum Mindesten als Halbgötter betrachtet wissen möchten. Was ivir aber nicht verstehen, das ist die Thatsache, daß man einen Beamten, der über das leibliche Wohl der Bürger wachen soll, in einer solchen für die Passanten geradezu gefährlichen Verfassung im Dienste beläßt. Tie Tampfer der Spree-Gcscllschaft verkehren von heute an auch auf der Obcrspree nur noch nach dem Herbst-Fahrplan. Die Zahl der Fahrten ist infolge der früh eintretenden Dunkel- heit beschränkt. Die königliche Bibliothek ist vom 24. bis einschließlich L9. d. Mts. geschlossen. Die Vorstellungen des ZirkuS Renz beginnen am Mitt- woch, 26. d. M. DaS Nmerican-Theater wird unter A. Reiff's Leitung UM 22. d. M. wieder eröffnet. Die Berliner Pferdr-Eiseubahu-Gesellschaft hat bei den Behörden den Antrag gestellt, ihr neben dem schon im Dezember 1833 nachgesuchten elektrischen Betrieb auf der Hauptbahn zwischen Brandenburger Thor und Charlottenburger Weichbildsgrenze auch den elektrischen Verkehr mit oberirdischer Zuführung auf der Strecke in der Dorolheenstraße und auf der projeklirten Ver- längerung der Bahn bis zur Schloßbrücke zu verstatten. In der Wnchereraffäre wird berichtet: Die seit Jahr und Tag schwebende Angelegenheit Treuherz, Spiegel u. s. w. scheint den Anfang zu weiteren Maßnahmen gebildet zu haben. Die Kriminalpolizei hat auch noch an anderen Orten Haussuchung nach Belastungsmaterial vorgenommen. Erst am Montag Morgen hat ein von zwei Schutzmännern begleiteter Kriminalkommissar einein im Norden Berlins wohnenden �Geschäftsmann L. einen Besuch abgestattet. L., der seit etwa fünf Jahren als unver- heiratheter Mann eine Wohnung von fünf Zimmern inne hat, gilt in dem Hanse als vermögend. Der Polizei war nun aus- gefallen, daß vielfach herrschaftliche Fuhrwerke vor das Haus fuhren, in dem das Bank- und Kommissionsgeschäft betneben wird. Daraus dürfte der Anlaß zu weiteren Nachforschungen enlstande» sein. Bei L., der angeblich die Vermittlerrolle gespielt hat, hat dem Bernehmen nach Herren aus der Gesellschaft zu seinen Kunden gezählt. Ein schweres Brnndniigliick ereignete sich am gestrigen Montag Abend gegen 7 Uhr in dem Hause Neue Königstr. 19. Dort- selbst wohnt im Parterregeschoß der Herrenkonfeklionär Schmohl, welcher um diese Zeit in dem Zuschneidczimmer am Arbeitstisch stehend beschäftigt war. Durch einen noch nicht ermittelten Um- stand explodirle die ans dem Tisch stehende Petroleumlampe, der Inhalt ergoß sich über den Tisch und setzte die Kleidung des Sch. in Brand. Obwohl auf das Hilfegeschrei des in Flammen Stehenden Verwandte des Sch. hinzueilien, so erlitl der Kon- fektionär doch so erhebliche Brandwunden, daß ihm durch die Samariter deS hinzugernfenen Löschzuges des Feuerwehrdepots Keibelstraße ein Nothverband angelegt werden mußte. Der Ver- letzte blieb in seiner Wohnung in ärztlicher Behandlung. Küustlereleud. Zu dem Selbstmord des Bildhauers Henning erfahren wir, daß die Veranlassung zur That, wie angenommen, durch pekuniäre Sorgen erfolgt ist. Die mehrfach erwähnte Löwengruppe, ein Miniatlir- Miweth darstellend eine Löwin mit zwei Jungen, hatte Henning, der kein eigenes Alelier besaß und nur als Bildhauergehilfe früher beschäftigt gewesen war, in seiner Wohnung angefertigt, iii der Hoffnung, auf grnnd dieses Modells von Herrn Professor S i e m e r i n g wieder be- schäftigt zu werden. H. hat sich erst gestern den Revolver ge- kauft, woraus hervorgeht, daß der junge Gehilfe die Absicht ge- habt, falls seine Wieder-Slnstellung nicht erfolgte, sich an Ort und Stelle das Leben zu nehmen. Ein flüchtiger Militärkapellmeister. Aufsehen erregt, wie dem„B. T." ans Kiel geschrieben wird, die Mittheilung, daß der Kapellmeister Grüner ans Berlin, welcher zur Ableistung seiner Dienstpflicht in die Kapelle der ersten Matroscndivision eingestellt war, fahnenflüchtig geworden ist. Ein Gesuch des Kapellmeisters um nachträgliche Verleihung der Qualifikalion als Einjährig-Freiwilliger solle nach der„N. O. Z.", keine Be- rücksichtiguug gefunden haben. Der Flüchtling dürfte sich nach der Schweiz oder nach Nordamerika begeben haben. In der Angelegenheit des HniigerS gestorbenen Almosenempfängers Olbiuskh wird uns mitgctheilt, daß der Unglückliche von den 12 M. Almosen, die er monatlich bezogen habe, allein 10 M. 80 Pf. für Miethe zu bezahlen hatte. Es blieb ihm mithin für Kost, Kleidung und Wäsche im Monat der Betrag von 1 M. 20 Pf.! Allerdings sei die Miliheilung der Armendirektion richtig, daß Olbinskn gegen 2 M. Tagelohn bei der Parkdeputation beschäftigt worden: man müsse aber nur nicht fragen, wie lange diese Beschäftigung gedauert habe. Olbinsky sei vom 3. Dezember 1393 bis zum 27. März d. I. ohne Beschäftigung gewesen, vom 28. März bis 23. April, also gerade einen Monat, habe er dann die mit 2 M. pro Tag entlohnte An- stellung bei der Parkdeputation erhalten. Darauf sei er krank geworden und habe bis zum 21. Juli Krankengeld bezogen; von diesem Tage ab sei er aber einzig auf die zwölf Mark Armen- Unterstützung angewiesen gewesen. Seine Bemühungen, die Altersrente zu erhalten, halten keinen Erfolg gehabt, er sei, wie im„Vorwärts" ganz richtig behauptet worden, im buchstäblichen Sinne des Wortes Hungers gestorben! Zu rekognoszire» ist die Leiche eines etwa 45jährigen Mannes, der am vergangenen Sonnabend in dem Schilf des allen Spree-Armes unweit Köpenick gefunden worden ist. Nach dem Befund liegt Selbstmord vor; der Todte ist bekleidet mir schwarz- karrirtem Kammgarnjacket, dunkelbrauner Tuchhose, schwarzer Weste, in welcher sich die Uhr befindet. Vollbart und Kopfhaare sind dunkelblond. In dem Portemonnaie wurde ein Zeilungs- ausschnitt gefunden, der eine Mittheilung aus Marsdorf in Schlesien enthält. Vielleicht dürften dadurch die Personalien des unbekannten Tobten ermittelt werden. Ei» schwerer Unglücksfall ereignete sich vorgestern Abend 11 Uhr in der Brauerei bei Hohen-Sckönhausen. Beim Repariren der Transmifsions-Leitung stürzten plötzlich eiserne Wellentheile von der Decke herab und zerschmetterten dem gerade druntersteh enden Obermaschinenmeister der Brauerei beide Beine, während ein daneben stehender Schlosser mit leichteren Verletzungen davonkam. Der schnell derbeigernfene Arzt Dr. Hahn legte den Verunglückten die ersten Verbände an und ordnete die sofortige Ueberführung nach einem Berliner Krankenhaus an. Die Juugferiibri'icke ist vom 20. d.M. ab bis auf weiteres gesperrt. Polizeibericht. Am 17. d. M. Morgens wurde auf dem Hofe des Grundstücks Jnvalidenstr. 115 die Leiche eines an- scheinend am Herzschlage verstorbenen Mannes aufgefunden.— In einer Bildhauer-Werkstatt in der Klosterstraße erschoß sich Vormittags ein Bildhauer.— An der Ecke der Charlottenstraße und der Straße Unter den Linden gerieth eine Frau unter die Räder einer Droschke und wurde am Fuße verletzt.— Nachmit- tags stürzte ein auf dem Dache des Hauses Friedrichstr. 3 be- schäftigter Klempnerlehrling auf den Hof hinab und erlitt außer mehreren Knochenbrüchen anscheinend schwere innere Ver- letzungen.— In der Krausnickstraße stürzte ein Mann mit seinem Fahrrade und zog sich eine erhebliche Verletzung des Fußes zu.— Abends erschoß sich ein 13jähriger Schüler in der Wohnung seiner Eltern in der Bremerstraße.— Ein ans einer Schankwirthschaft in der Andreasstraße hinausgeworfener Mann erlitt eine schwere Verletzung ain Knie.— Beim Versuch, ein im Keller des Hauses Neue Königstraße 19a. entstandenes Feuer zu löschen, erlitt ein dort zum Besuche weilender Mann bedeutende Brandwunden im Gesicht und an den Händen.— Vormittags brach in den im Dachgeschoß des Hauses Skalitzerstr. 62 belegenen Arbeitsräumen eines Pholographen Feuer aus, das den ganzen Dachstuhl zerstörte und auch einen Theil des vierten Stockes er- griff. Zwei Oberfeuermänncr, sowie ein Feuerwehrmann wurden bei den Löscharbeiten durch Stichflammen verletzt.— Außerdem fanden im Laufe des Tages vier kleine Brände statt. WitternngSübersicht vom 18. September 1894. Wetter-Prognose für Mittwoch, de» 19. September 1894. Trockenes, vorwiegend heiteres Wetter mit hoher Tages- temperatur und schwachen südöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gcwerbegericht. Die Arbeitsverhältnisse im München er Brauhaus scheinen, so berichtet die„Volks- Zeitung", für die daselbst beschäfiigten Mitfahrer recht traurige zu sein. Ter Mitfahrer Peters hatte die Brauerei, welche durch ihren Direktor Arendt im Termine vor dem Gewerbe- gericht am 17. d. fM. vertreten wurde, auf 192 M. für Ueberstunden und Einbehaltung der Papiere verklagt. Das Personal der Brauerei ist trotz des gegenwärtig außerordentlich vergrößerten Geschäftsbetriebes wenig oder gar nicht vermehrt worden. Der Kläger Peters machte geltend, daß er lange Zeil für 17 M. pro Woche genöthigt gewesen sei, von 6 Uhr früh vis 12 oder 1 Uhr Nachts zu arbeiten. Den Fahrern sei dies schon im Mai zu arg gewesen, und eine Deputation derselben dabe sich an Direktor Arendt mit der Bitte gewendet, ihnen mit Rücksicht auf die größere Arbeitslast eine Gehaltszulage zu ge- währen. Direktor Arendt erklärte sich bereit, 5 M. pro Woche zulegen zu»vollen. Der Zuschuß ist aber nur 14 Tage lang gezahlt worden, dann will 5kläger nur den alten niedrigen Lohn bezogen haben. Direktor Arendt entgegnete, daß über die Dauer der Arbeitszeit mit den Fahrern überhaupt nichts ausgemacht worden sei. Nach dem Aufhören des Wochen- Zuschusses von 5 M. hätten die Fahrer für jedes fremde Faß von außerhalb 25 Pf. erhalten. sodaß die Gehaltsbezüge nicht vermindert worden seien. Der Kläger Peters behauptete aber, nicht eineil Pfennig für zurückgebrachte Fässer erhalten zu haben. Kläger fügte auch noch hinzu, Direktor Arendt habe jeden„rauszuschmeißen" gedroht, der nochmals Lohnzulage verlange. Der Vorsitzende Dr. Leo erklärte, daß da, wo eine feste Arbeitszeit nicht verabredet worden, der Arbeitsgeber be- rechtigt sei, eine z w a n z i g st ü n d i g e Arbeitszeit zu verlangen;>vcr sich verpflichtet habe, 24 Stunden zu arbeiten, der müsse es auch thun.— Der gesammte Gerichtshof schien aber nicht dieser Ansicht zu sein, sondern beschloß. Beweis darüber zu erheben, ob Kläger in der That kein Geld für zurück- gebrachte Fässer erhalten habe. Tie falsche Nachricht von dem Untergänge der „Augnsta Victoria" hat eine Anklage wegen groben Unfugs gegen den Chefredakteur des„Berliner Lokal-Anzeigers" v. Kupfer und den Schriftsteller K r o k e r veranlaßt, die gestern vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt wurde. In der Abendnummer des„Lokal-Anzeigers" vom 12. Februar war die sensationelle Nachricht enthalten, daß der Salon- und Schnell- dampfer der Hamburg-Amerikanischen Packelfahrt-Aktiengesell- schast, die„Augnsta Victoria" an der englischen Küste mit 700 Mann an Bord untergegangen sei. Die Nachricht hat s. Z. in den weitesten Kreisen ungeheures Aufsehen erregt, sie be- stätigte sich jedoch glücklicher Weise nicht und schon am nächsten Morgen brachte der„Lokal- Anzeiger" einen Widerruf der Mit- theilung. Die betreffende Depeiche war von dem Schriftsteller Kroker, der sich damals gerade in Hamburg befand, aus- gegangen. Da die Nachricht eine große Beunruhigung in alle diejenigen Familien getragen hatte, deren Angehörige auf der „Augusta Victoria" weilten, fo war sowohl gegen Herrn von Kupfer, als auch gegen de» Berichterstatter Kroker ein Straf- befehl in Höhe von je sechs Wochen Haft erlassen worden. gegen welchen Beide auf richterliche Entscheidung angetragen haben. Als Vertheidiger standen den Angeklagten die Rechtsanwälte Träger und Pinn er zur Seite.— Der Angeklagte v. Kupfer betonte, daß der Redaktion die als dringlich bezeichnete Depesche kurz vor Redaktionsschluß von dem zweiten Angeklagten, der sich seit acht Jahren als durchaus zu- verlässig erwiesen, zugegangen sei. Er habe an der Wahrheit absolut nicht gezweifelt, um so weniger, als an jenen Tagen sich die Sturmdepeschen aus allen Gegenden überstürzten. Er habe sowohl den Redakteur Dr. Horn, als auch den Berichterstalter Carow nach der Hamburg-Amerikanischen Gesellschaft geschickt, da er aber keine positiven Nachrichten von dort erhielt, habe er sich kurz entscheiden müssen und für Aufnahme der Depesche entschieden. Erst nachdem die Nummer bereits gedruckt war, sei der Berichterstatter Carow zurückgekehrt und habe den Wunsch der Gesellschaft überbracht, vor Eingang de- finitiver Nachrichten aus Hamburg die Notiz nicht zu veröffent- lichen. Es sei da aber schon zu spät gewesen.— Der Angeklagte Kroker versicherte, daß auch er die Ätachricht für absolut richtig gehalten. In Hamburg habe an jenem Tage ein furchtbar stürmisches Wetter gewüihet und am Hafen habe mau sich überall von dem Untergange der„Augusta Victoria" unterhalten. Er sei auf die Seewarte geeilt, um sich dort Gewißheit zu verschaffen; aus dem Bureau derselben sei ein Mann getreten; den er für einen Beamten der Seewarte gehalten und erst nachdem auch dieser die Nachricht bestätigt, sei er nach dem Telegraphenamt gestürmt, um die Depesche nach Berlin zu befördern. Tie telegraphiscke» Leitungen seien aber gestört gewesen und nur dadurch, daß er sich die Erlaubniß zur Benutzung des Slaatskabels erwirkte, sei es ihm überhaupt möglich gewesen, die Nachricht zu depeschiren.— Die Zeugen Dr. Horn und Carow bestätigen die Angaben der Angeklagten. Der Letztgenannte gab zu, daß man ihn im Bureau der" Schiffsgesellschaft allerdings um Zurückhaltung der Nachricht gebeten habe; die telephonische Verbindung mit der Redaktion sei jedoch nicht herzustellen gewesen und als er persönlich im Redaktions- Bureau anlangte, sei die Nach- richt schon fgedruckt gewesen.— Aus den Aussagen der Beamten i der Hamburg-Amerikanischen Gesellschaft geht hervor, daß infolge des Besuchs der Vertreter des„Lokal-Anz." versucht worden sei, sofort eine dringende telegraphische Anfrage nach Hamburg zu richten, der Versuch sei aber nicht geglückt. Man habe die Nachricht nicht für ivahr gehalten, da ein so kost- bares, mit allen Hilfsmitteln der Technik ausgerüstetes Sckiff nicht so leicht vollständig versinke, indessen sei doch ein so stür- misches Wetter gewesen, daß ein solches Unglück nicht unmöglich war. Die Beamten der Gesellschaft bestätigten weiter, daß die Di- rektion sich ursprünglich dem Verfahren als Nebenklägerin anschließen wollte, davon aber Abstand genommen habe, weil die Redaktion alles Mögliche gethan habe, um den Schaden wieder gut zu machen.— Zwei in Hamburg vernommene Zeugen bekundeten, daß in Hamburg die Nachricht von dem Untergänge der„Augusta Victoria" vielfach verbreitet gewesen und daß auch eine Barke mit dem Namen„Auguste Victoria" gescheitert sei.— Amts- anwalt S ch r ö e r hielt eine Fahrlässigkeit der beiden An- geklagten für vorliegend und beantragte mit Rücksicht auf die ungeheuere Beunruhigung, die durch jene falsche Nach- richt hervorgerufen worden ist,-das höchste zulässige Strafmaß von je sechs Wochen Hast.— Die Rechtsanwälte Träger und P i n n e r beantragten dagegen die Freisprechung, da die Anwendung des Unfugs-Paragraghen auf die Presse trotz der jetzigen Praxis des Reichsgerichts streitig sei, die beiden An- geklagten alles Mögliche gelhau haben, um die Richtigkeit der Nachricht festzustellen und es sich nicht um eine frivole Erfindung, sondern um ein Zusammentreffen unglücklicher Zufälle handle. Das Schöffengericht unter Vorsiy des Amtsgerichtsraths von Sadrozinski hielt ein Verschulden der beiden Angeklagten für vorliegend, erkannte jedoch mit Rücksicht auf die vielen mildernden Umstände gegen beide Angeklagte auf je SO M a r k Geldstrafe event. 5 Tage Haft. Es wird nicht berichtet, wie es den Richtern möglich war, aus den Thatsachen und Bekundungen, die ihnen als Anklage» Material vorlagen, die Anwendbarkeil des groben Unfugspara- graphen zu konstruiren. Gewiß verdient das Blatt ob seiner Sensationslüsternheit und ob der Beunruhigung, die es in die betheiligten Kreise durch seine falsche Nachricht hineingetragen haben mag, strengen Tadel; aber die Anwendung des Straf- gesetzes ist in diesem Fall unseres Erachtens kaum milder zu beurtheilen, als der Gebrauch, den die Richter in EiherrcheseS vom groben Unfugsparagraphen machen. Eine Anklage wegen versuchte» MordeS, die das Schwurgericht hiesigen Landgerichts I unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors K l e b o l t e gestern zu verhandeln hatte, bildete einen Beitrag zur Sittengeschichte. Auf der Anklagebank saß der Droschkenfuhrherr Albert Carl Heinrich Försterling, dem der Rechtsanwalt Wreschner I als Vertheidiger zur Seite stand. Der erst 35 Jahre alte Angeklagte, welcher Varer von 6 Kindern ist, hat eine hübsche, erst 30 Jahre alte Ehe- frau, die ihrem Ehemanne insofern Anlaß zur Eifersucht gab, als sie die Bewerbungen eines Kollegen ihres Mannes. des Droschkenfuhrherr» Hermann Loff, nicht mit der ge- hörigen Energie zurückwies. Die Familien Försterling und Loff wohnten s. Z. gemeinschaftlich in dem Hause Brunnen- straße 103 und standen in freundschaftlichem Verkehr mit einander. trau Försterling hatte es dem Loff, der selbst Vater von acht indern ist, angethan: er verfolgte sie mit Liebesanträgen und dann mit Drohungen und die junge Frau war nicht stark genug. auf die Dauer diesen Einwirkungen auf ihr Gemüth zu wider- stehen. Seit etwa 2Vs Jahren uatnn Frau Loff mit Be- trübniß wahr, daß die Freundlichkeiten, die ihr Ehe- mann der Frau Försterling erwies, die Grenzen des Erlaubte» überschritten. Sie hoffte, daß der Umzug der Familie Försterling nach der Swinemünderstraße Wandel schaffen würde, sah sich aber in dieser Erwartung getäuscht. Der Angeklagte Försterling hatte bis dahin von der Sachlage keine Kenntniß und traute seinem Freunde Loff nichts Böses zu, bis im April d. I. die durch daS Benehmen ihres Mannes ckief- gekränkte Frau Loff bei ihm erschien und ihm ihr Herz ans« schüttete. Von diesem Augenblick an waren es düstere Rache- gedanken, die den sonst ruhigen, ordentlichen Mann erfüllten. Er versuchte sofort in die Wohnung des Loff, der damals krank im Bette lag, einzudringen, und als ibm dies nicht gelang, wurde er gänzlich von dem Ge- danken bemeistert, daß er den Mann, der sein häusliches Glück vernichtet, über den Haufen schießen müsse. Dieser Gedanke wurde bei ihm immer gewaltiger, als Loff sich ein Spezial» vergnügen daraus machte, sich mit seinen Erfolgen bei Frau försterling auch noch dritten Personen gegenüber zu brüsten. ur Erörterung des Verhältnisses, welches sich zwischen Loff und Fran Försterling entwickelt hatte, wurde während des Verhörs des Angeklagten und der Vernehmung seiner Ehefrau und des Ehepaares Loff die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Es sollen dabei tolle Sachen zur Sprache gekommen sein. Der Rachedurst des Angeklagten entwickelte sich immer mehr. Wenn er� mit seiner Droschke auf dem Halteplatze erschien, fiel sein düsterer Blick seinen Kollegen auf, unv diese ahnten schon seit längerer Zeit nichts Gutes. Der Angeklagte soll wiederholt verdächtige illeußerungeic gemacht haben, einem Zeugen, dem er sein Leid klagte, sagte er:„den Kerl schieße ich über den Haufen." eine Zeugin will gehört haben, daß er sich dahin geäußert:„Wenn ich den Loff in seinem Pferdestalle treffe, dann weiß ich nicht, was ich ihm anthue" und dergl. mehr. Frau Fösterliug Halle in letzter Zeit auch wiederholt Angst vor ihrem Ehe- mann bekundet und gesagt, daß derselbe einen Revolver besige. Er hatte wirklich einen solchen im Hause, den er sich von einem Kollegen für eine Reise geborgt halte. Verschiedene Zeugen suchten den Angeklagten über sein Geschick zu trösten und warnten ihn vor unüberlegtem Handeln, die Vernunftgründe hatten jedoch keinen Erfolg. Man will gesehen haben, daß der Angeklagte, wenn er des Morgens vom Hofe fuhr, den Revolver zu sich steckte; er hat diesen auch mehrmals den Kollegen auf den Holzplähen gezeigt und hinzugefügt.„daß er damit dem Loff eins aufbrennen werde", andererseits hat er sich wieder dahin geäußert. daß er des Lebens überdrüßig sei und es wohl das beste wäre, sich eine Kugel durch den Kopf zu schießen. Am 23. Juni kam es zu einer Katastrophe. An diesem Tage fuhr Försterling an den Droschkenhalteplatz vor dem Zoologischen Garten heran. Er hörte dort die Stimme des Loff, der gleich- falls mit seiner Droschke dort hielt, holte sich den Revolver, den er in dem Hinteren Sitzkasten der Droschke bewahrte, hervor, steckte ihn zu sich und trat bald darauf wüthend mit den Worten an Loff heran:„Hund, jetzt mußt Du sterben!" Der An- geklagte zog auch unmittelbar darauf den Revolver hervor und schoß los, ohne Loff zu treffen. Letzterer entfloh und der Angeklagte schickte ihm noch drei Schüsse nach, gleichfalls ohne zu treffen. Auf dem Droschkenplatze entstand begreiflicher Weise eine gewaltige Aufregung, man stürzte sich auf Försterling und ein Schutzmann führte ihn zur Polizei. Dort hat der Angeklagte aus den Vorhalt, was er denn hat. 9. nachkamen. eigentlich gethan habe, sofort gesagt:„ Der Hund ist ja nicht schaffen, damit die sogenannte Schmußkonkurrenz bald ein gegenüber, bis Montag 30 Unterschriften von Arbeitern sämmtmehr werth, als daß man ihn niederschießt". In der gestrigen Ende hat. licher Fabriten zu sammeln, die Ursache zu haben glauben Klage Verhandlung behauptete der Angeklagte, daß er überhaupt nicht die Arbeiter- Bildungsschule hielt am Sonntag, den gewußt, was er thue, aber keineswegs die Absicht gehabt habe, September, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23, eine gut baß es durchaus nicht im Interesse der Arbeiter liege, Jemand Die Arbeiter Bildungsschule hielt am Sonntag, den gegen den Kantinenpächter zu erheben, verhielt sich die Bersammlung ftrifte ablehnend, mit der Begründung, den Loff zu tödten. Aus der Verhandlung ging hervor, daß der Angeklagte, nachdem er Beweise von der Untreue besuchte Versammlung ab, in der Schriftsteller H. Schulz in aus seiner Stellung zu verdrängen, welches Schicksal Herrn Maaß feiner Frau erhalten, sich zunächst an einen Geistlichen einem beifällig aufgenommenen Vortrage über: Die Dichtkunst gewandt und um Anskunft gebeten hatte, was er thun tönne. vor und während der 48 er Revolution" referirte." Nach Beendi- bevorsteht, wenn diese Unterschriften zusammen fommen. EinEr wurde von diesem an einen Rechtsanwalt gewiesen, der ihm gung des Vortrages forderte der Obmann zum Beitritt in die müthig stimmte man darauf folgender, vorher zur Diskussion geEr wurde von diesem an einen Rechtsanwalt gewiesen, der ihm stellten Resolution zu:„ Die Versammlung erblickt in dem Vorden Rath ertheilte, die Ehescheidungsklage anzustrengen und die Schule auf, welcher Aufforderung mehrere von den Anwesenden gehen des Herrn Kärger eine Vergewaltigung ihrer Rechte. Sie Bestrafung der beiden Ghebrecher herbeizuführen. Zu diesem beschließt deshalb, die Fabrikfantine so lange zu boykottiren, bis Schritt wollte sich der Angeklagte nicht verstehen, weil dabei Im Kürschnerverband( Filiale Berlin) sprach am die betreffenden Restaurateure und Bierverleger wieder frei seine Frau in Mitleidenschaft gezogen würde; er versuchte es, 10. September Kollege Riem über unsere Agitation und Tattit. pafsiren können, respektive bis Herr Kärger andere Verhältnisse bei dem Polizeipräsidium die Entziehung des Loff'schen Fahr- Ohne Distusfion ging die Versammlung zum zweiten Punkt der geschaffen hat." scheines zu erwirten und machte dann auch noch Schritte bei dem Tagesordnung Ergänzungswahl des Hauptvorstandes über. Das Nowawes- Neuendorf. In der am 12. September hier Professor Meyerheim, dem Loff Fahrdienste leistete, um diesen Resultat der Wahl ist folgendes: Oertel, erster Schriftführer; gewissermaßen aus dem Brot zu bringen. Ferner wurde in Sänger, zweiter Schriftführer; Schulz II, Beisiger. Bei Be- abgehaltenen Volksversammlung hielt Genosse A. Hoffmann der Beweisaufnahme festgestellt, daß eine schossenen Kugeln den ledernen Leibriemen des Loff getroffen Antrag, mit den Fabrikanten in Verbindung zu treten behufs und auch erschienen. Dieselben betheiligten sich lebhaft an der der abgesprechung gewerkschaftlicher Angelegenheiten stellt Thomsen den den bekannten Vortrag:„ Die 10 Gebote und die besigende Klasse." Zu diesem Vortrage waren die hiesigen Geistlichen eingeladen Nach dem festgestellten Thatbestande plädirte der Einrichtung von Betriebswerkstätten. Der Antrag wurde nach Vertreter der Staatsanwaltschaft Assessor Heit auf Schuldig lebhafter Diskussion bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Darauf folgenden Diskussion, welche sich dadurch sehr interessant des versuchten Mordes, event. aber doch mindestens der ver- Den Pariser Kollegen wurde in einer Resolution die Sympathie gestaltete. Pfarrer Rödenbeck aus Klein- Slienecke, welcher ebensuchten Tödtung. Er fab sich veranlaßt, den Geschworenen ans der hiesigen Organisation zu ihrem gegenwärtigen Kampfe aus falls eine Einladung erhalten hatte, theilte brieflich mit, daß er Herz zu legen, daß fie fich nicht von Gefühlen der Sympathie gesprochen, und verpflichten sich die Berliner Kürschner, gemäß zu seinem Bedauern verhindert wäre, an der Versammlung theil für den hintergangenen Ehemann und der Antipathie gegen Loff den Brüsseler Rongreßbeschlüssen, pro Mann und Woche 1 M. zu nehmen, doch in der zum 19. d. Mts. einberufenen und die Frau Försterling leiten laffen, sondern lediglich das Unterstügung während der Dauer des Streits zu zahlen. Gleich- Versammlung, in der die Fortsetzung der Debatte stattfindet, Gesez berücksichtigen dürften. Zweifellos fei der Angeklagte zeitig werden die Berufsgenossen ersucht, den Zuzug nach Paris gleiche Zufage gegeben haben, so verspricht diese Versammlung gerne bereit ist, zu erscheinen. Da die anderen Geistlichen die ein tief bemitleidenswerther Mann, das Mitleid dürfe fern zu halten. aber den Blick der Geschworenen Geschworenen nicht trüben. recht interessant zu werden. Rechtsanwalt Wreschner führte den Geschworenen vor, in welcher Seelenstinimung sich der Angeklagte befunden und befunden haben müsse. Er plaidirte auf Verneinung der beiden auf versuchten Mord und versuchter Tödtung lautenden Schuldfragen und gab anheim, den Angeklagten der Mißhandlung unter Anwendung einer Waffe für schuldig zu befinden, ihm aber im weitesten Umfange mildernde Umstände zuzubilligen. Der Spruch der Geschworenen lautete auf Nichtschuldig in Betreff aller drei Fragen, worauf die Freisprechung des Angeklagten erfolgen mußte. Es wurde seine sofortige Haft entlassung angeordnet. Die Leder- Galanterie- Arbeiter hielten am 10. September gandsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Stego, eine Sigung ab, in der Kollege Wittrisch über das Ergebniß den 19. Geptember, Abends 8 Uhr, große Versammlung der Schleswigder Werkstuben- Statinit den Bericht gab. Redner bittet das Holsteiner mit Frauen im Restaurant des Landsmanns H. Saß, MartErgebniß der Statistik recht zu verbreiten, damit auch dem grafenftr. 102. Landsleute, sowie Gäſte find willkommen. Indifferentesten klar wird, wie nothwendig die Organisation ist. 8 Uhr beim Landsmann Friedr. Klewiß, Stralauerstr. 12. Landsleute will Landsmannschaft von Bad Schmiedeberg und Umgegend. Abends In der Diskussion sprachen Heinke und Sailer. Letzterer richtet an die Anwesenden die Ermahnung, die Statistik für die Hausindustrie recht rege zu unterstützen. tommen. Vermischtes. hielten am 11. September bei Röllig eine kombinirte MitgliederDie Maler, Lackirer und verwandten Berufsgenossen versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Be- auf die Ergreifung des Postkassirers Robert Graichen aus Effen Aus Stephan's Reich. Eine Belohnung von 1200 M. ift schlußfassung über die Reise- Unterstügung. Hierzu wird folgender Die Frage inwieweit die Organe der Polizei in Aus- Antrag angenommen: 1. Jeder Kollege, der seit 1. Juli Mit- ausgesetzt worden. Graichen ist seit dem 6. 6. Mts. mit übung ihres Amtes berechtigt sind selbständig Verhaftungen vor- glied der Vereinigung ist, erhält 50 Pf. und eine Schlafmarte 30 000 m. unterschlagenen Kassengeldern flüchtig und wird verzunehmen, lag gestern der Strafkammer des Landgerichts II zur als Unterstützung. 2. Jeder Kollege, der weniger, aber mindestens folgt. Zuletzt ist er am 6. d. M. Abends in Darmstadt erkannt Entscheidung vor. Der Kaufmann Karl Dehlert aus Berlin war vier Wochen Mitglied ist, erhält nur die eine Schlafmarke. Aus- worden, seine Spur weist auf Schlettstadt hin. auf einer Spazierfahrt kurz vor Treptow mit einem entgegen- gezahlt wird die Unterstützung bei Herrn Stramm, Ritterstr. 123, Aachen, 18. September. Ein heute in Malmedy ausTommenden Wagen zusammengestoßen und sollte dieserhalb von woselbst sich auch die Herberge befindet. Die weitere Regelung gebrochenes Großfeuer legte 20 Häufer und mehrere Scheunen dem Gendarm Gurt festgestellt werden. In seiner Begleitung befand hierüber wurde der Filiale I überlassen. Sodann entwickelte in Asche. Personen sind bei dem Brande nicht verunglückt; der sich der Fuhrherr Schulz, welcher ebenfalls von dem Gendarm nach sich eine recht lebhafte Diskussion über die Beibehaltung der entstandene Schaden wird auf etwa 260 000 m. geſchäßt. Dein Amtsbureau geführt wurde. Sch. fonnte sich legitimiren, Fachschule. Bom Borsitzenden der Schulkommission wurde bei Hannover, 18. September. Die Schauspielerin Branciu und wurde auch weiter nicht behelligt. D., welcher keinerlei dieser Gelegenheit bekannt gegeben, daß von dem Zuschuß( 300 M.), aus Rumänien warf gestern in ihrem Zimmer eine Benzinlampe Bapiere bei sich hatte, nannte seiner richtigen Namen und seine den der Magistrat voriges Jahr zahlte, noch 150 M. vorhanden um und zog sich so schwere Brandwunden zu, daß sie denselben Wohnung, und seine Angaben wurden auch von Sch. bestätigt. feien. Die Abstimmung ergab schließlich eine Mehrheit von vier heute früh im Krankenhause erlegen ist. Die Verstorbene war Der Gendarm schlug das Adreßbuch nach und aus diesem Stimmen für die Beibehaltung der Schule. für das hiesige Residenztheater engagirt. ergab sich ebenfalls die Richtigkeit der von D. gemachten AnAmsterdam, 17. September. In der vergangenen Woche gaben. Trotzdem beruhigte sich der Beamte nicht hierbet, teleDer Frauen und Mädchen- Bildungsverein für Berlin tamen in zehn Gemeinden 14 Erkrankungen an Cholera und phonirte vielmehr nach Berlin um Auskunft. Bis zum Eintreffen und Umgegend( Filiale Nord) hielt am 12. d. Mts. in 14 Todesfälle vor. dieser wollte er den D. in die Belle sperren. D. leistete Wider- Schneider's Salon, Belforterstr. 15, eine Wanderversammlung Bei den furchtbaren Waldbränden in Nordamerika find stand, so daß der Gendarm ihn mit Gewalt in die Belle drängte. ab. Genosse Theodor Mehner hatte das Referat über das nach einer vorläufigen Schäßung, die von Heffe- Wartegg in der Nach 3 Stunden traf die Auskunft aus Berlin ein, welche ledig- Thema:" Die Schule wie sie ist- und wie sie sein sollte" über" Boff. Zeitung" giebt, in der ersten Septemberwoche über fechziglich die Richtigkeit der Aussagen des O. bestätigte. Der letztere wurde Die Kritik, die Redner an der Volksschule, namentlich tausend Quadrat- Kilometer Land von dem, feurigen Tod" heimnun entlassen, aber wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt die des platten Landes, übte, fand in der Versammlung lebhafte gesucht worden, also ein Gebiet an Ausdehnung gleich jenem von zur Verantwortung gezogen. Das Schöffengericht fällte ein frei- Zustimmung. In der Diskussion sprach Frau Ludwig im Württemberg, Baden, Sachsen und Hessen zusammengenommen! sprechendes Urtheil. Hiergegen legte die Staatsanwaltschaft Be Sinne des Referenten. Hierauf wurde durch einmüthiges Er- Die Größe der verheerten Waldungen dürfte jene von Thüringen, rufung ein. Auch das Berufungsgericht erkannte auf Frei- heben von den Pläzen das Andenken der Genoſſin Agnes dem Harz und Odenwald zusammengenommen übersteigen, denn indem es feststellte, daß der Gendarm seine 2 a b niß geehrt. Nachdem noch zum Bierboykott gesprochen, die Schäßung amerikanischer Beamten erreicht in den Vereinigten Befugniß bedeutend überschritten habe. Nach dem Name und besonders die Frauen und Mädchen zu strenger Durchführung Staaten allein, ohne Kanada, 800 bis 900 Millionen Fuß. Wohnung aus dem Adreßbuch festgestellt und dies noch durch desselben ermahnt wurden, erfolgte der Schluß der Versammlung. Sch. bestätigt war, so lag kein Grund zu einer Verhaftung vor, und somit könne auch von einem Widerstande keine Rede sein. Derlammlungen. nommen. Die Vorkommnisse auf dem Gewerbehof waren Veranlassung zu einer öffentlichen Versammlung der auf dem Gewerbe- Briefkaffen Der Redaktion. hof beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, die am 16. Sep: Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Swet Buchstaben oder eine Zahl tember bei Wilte in der Andreasstraße tagte. Der Gewerbehof anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. ist ein in der Krautstraße gelegenes Grundstück mit mehreren 2. 145. 1. Eine derartige Vereinigung besteht nicht. 2. Die Höfen. Die Hinterhäuser bilden ausschließlich Fabrikräume, Adresse ist Schüßenstr. 18/19 Restaurant Freygang, Vormittags Von der Vereinigten Malerei für Kunstgewerbe und daher datirt der vom Eigenthümer beigelegte Name Gewerbehof. von 8-12 Uhr. Galanterie geht uns eine Mittheilung zu, die sich gegen ein Herr Kärger( der Eigenthümer) ist zugleich auch Fabrikant. Der R. N. 85. Aerztlichen Rath können wir nicht geben. Eingesandt in Nr. 216 des Vorwärts" wendet. Wir entnehmen Referent, Tischler Klose, giebt über die Vorkommnisse folgende Sehen Sie im Adreßbuch nach. derselben das Folgende: Die den betreffenden Artikel unter Schilderung. Vielen Arbeitern ist es unmöglich, während der Au die Verlagsfirma M. Bading sind 30 Pf. in Briefzeichnete Kommission hat mit oder ohne Wissen vollständige Mittagspause ihre Wohnungen, die oft recht weit entlegen, auf- marken für drei Hefte( Die Voltsbühne", Fr. Mehring) eins Unwahrheiten berichtet. Wir haben bis dato die im zusuchen. Sie lassen sich, wie das überall üblich, von irgend gegangen. Hierzu jehlt jede Adresse. August gestellte Forderung von 24,30 Mart bei neun- einem in der Nähe befindlichen Budiker ihre Gßwaaren nach den Klose. Wir halten Ihr Eingesandt durch den Versammlungsstündiger Arbeitszeit anerkannt und erfüllt. Vier Wochen Fabrikräumen bringen. Dies habe jedoch den größten Unwillen bericht für erledigt. später stellten uns plöglich fünf unserer Gehilfen nicht des Herrn Kärger erregt, weil er selbst auf dem Grundstück eine F. Schlemp. 1. Ja. 2. Zahlungsbefehl. 3. Die Miethswie üblich am Sonnabend bei der Lohnzahlung, sondern am Kantine errichtet, dafür persönlich die Konzession erhalten und steuer in Berlin wird voraussichtlich vom 1./4. 1895 95 ab in WegMontag Vormittag eine Forderung von 28 M. und 14tägiger einen Bächter hineingesetzt hat. Da nun alle Bemühungen des Herrn, fall kommen. Kündigung. Da wir dieses nicht für Jeden bewilligen können, die Restaurateure von seinem Grundstück fernzuhalten, fehlschlugen, K. A. 1. und 2. Ja. so stellten wir es ihnen frei, unter den früheren Verhältnissen so wandte er sich in einem Zirkular an seine Miether mit der W. L., Charlottenburg 11. 1. Der aus der Landeskirche im Afford weiter zu arbeiten. Zepteres wurde kurzweg abgelehnt Bitte, fremden Restaurateuren den Zutritt zu Werkstätten zu ver- Ausgeschiedene hat wie jeder Andere einen Beugenschwur zu und die Arbeit der fünf Gehilfen eingestellt. Wie unüberlegt bieten. Der Redner übte an diesem Zirkular die berechtigte Kritik leisten und die Wahrheit zu sagen. 2. In Zivilsachen müssen dieselben handelten, zeigt der Umstand, daß sie sofort und kam nach all den mehr oder minder schönen Anpreisungen Sie eventuell sich vertreten lassen, in Straffachen ist ausdrückliche den Fabrikanten, für welche wir die Malerei liefern, zu der Ueberzeugung, daß es sich dei dem Herrn nur um Geld- gerichtliche Entbindung von der Verpflichtung zum Erscheinen im die Arbeit für den ihnen von uns gezahlten Lohn jacks- Interessen handelte. In der recht lebhaften Debatte wurde von Termin nothwendig. anboten. Was würden sie dann event. ihren Gehilfen zahlen allen Rednern über das durchaus beleidigende, herausfordernde N. H. 36. An die Kriminalpolizei. können? Wir sind der Ueberzeugung, daß nur ein Gewalts- Betragen des Kantinenbudikers Maaß Klage geführt. Alle Redner reip. Schädigungsaft in Szene gesezt ist, ausgegangen von stimmten darin überein, daß es ihnen durchaus unbenommen sein müsse, dem Verband der Porzellanmaler und einem bei uns woher sie für ihr schwerverdientes Geld ihre Waaren beziehen, ausgetretenen Mitgliede. Die Vermuthung der Kommission, und daß es das unbestreitbare Recht eines Gewerbetreibenden sei, daß wir unsere Fangarme" nach Dekorationsmalern als feine Waaren dahin abzuliefern, wohin sie bestellt sind. Der an Ausbeutungsobjekte" ausstrecken, ist hinfällig; da wir wesende Kantinenpächter Maaß vertheidigte sich den Beschuldigenügend eingearbeitete Kräfte, speziell Porzellanmaler, haben. gungen gegenüber folgendermaßen:" Ich bestreite entschieden, die Im Uebrigen geben wir der Kommission den Rath, in angeführten beleidigenden Aeußerungen gethan zu haben, ich kenne den 40-50 bestehenden Malereien, in denen bei 10-12stündiger den Herrn gar nicht, doch sollten sich noch mehr Zeugen finden, Arbeitszeit nicht einmal 20 m. verdient werden, Reformen zu will ich es eben eingestehen." Dem Anfinnen Herrn Kärgers Sozialdemokratischer Wahlverein Am Sonntag Nachmittag 71/2 Uhr| Neptun. Nein. Rothe Nelke Peitu. Wenden Sie sich an das Polizeipräs fidium, Abtheilung„ Einwohner- Meldeamt". 20. 69. Für die Ehescheidungsklage ist das Landgericht des Wohnorts des Mannes zuständig. Allein das zu 4 von Ihnen angeführte dürfte einen Grund zur Ehescheidung abgeben. H. H. Wann Verjährung von Forderungen stattfinden, ist im Briefkasten vom 6. September ausführlich dargelegt. Die Verjährungsfrist für Raten aus Leih- oder Kaufverträgen beginnt natürlich nicht vor dem Zeitpunkt der Fälligkeit der Raten. meine liebe Frau, unfere gute Mutter, Verein der Lithographen, Steindrucker für den 1. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Schwieger- und Großmutter Donnerstag, den 20. d. M., Abends 8% Uhr, im Mehlhaus, Cantian- Platz am Kupfergraben Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über:" Deutschfreifinn und Sozialdemokratie." Referent: A. Borchardt. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Frauen haben Zutritt. Der Vorftand. Sozialdemokratischer Wahlverein Henriette Ertel geb. Preuss. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. d. M., Nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Hl. Kreuz Kirchhofs, Mariendorf, statt. 30196 Dies zeigen tiefbetrübt an = J. Ertel nebst Töchtern. Orts- Krankenkaffe d. Steindruker und Lithographen, Berlin. Am 16. Septbr. cr. verstarb unser Mitglied, der Steindruckereibesitzer Herr August Droesse Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 19. Septbr. cr., Nachmittags für den 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. 5 Uhr, von der Leichenballe des Alten Donnerstag, den 20. d. M., Abends 8 Uhr, Jakobi- Kirchhofes, am Rollkrug. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. im Lokale Brunnen- Strasse 188, am Rosenthaler Thor 30226 ( Bertreter: Gründel): Genossen, General- Versammlung.welche gewillt find, einem Arbeiter. Lagez- Ordnung: 282/5 Gesangverein im Norden( Nichtmitgl. und Berufsgen. Deutschlands( Filiale Berlin). Donnerstag, 20. September, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Genoffen Sassenbach über: " Freimaurerthum". 3. Diskussion. 4. Bericht über den Streit bei Wetzel& Naumann. Referent: Roll. Sillier. 5. Fragetaften. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht 167/10 Achtung! Die Verwaltung. Achtung! Verein zur Wahrung der Interessen der Gaft- u. Schankwirthe 1. Rassenbericht. 2. Neuwahl des Borstandes und der Revisoren. d. A.-S.-B.) beizutreten, werden ersucht, und 3. Ersatzwahl der Abtheilungs- und Bezirksführer. 4. Sonstige Vereins- Donnerstag Abend von 9-11 Uhr bei 4. angelegenheiten. Gehrandt im Hochplay- Kasino" zu er Um zahlreiches Erscheinen ersucht im Der Vorstand. 8012b scheinen, spez. zweite Zenöre. Berlins und Umgegend. Freitag, den 21. b. M., Nachmittags 5 Uhr, Mitglieder- Versammlung bei dem Kollegen Wilke, Hochstr. 32 a. 2ages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Joël:„ Die Urgeschichte der Menschheit" Diskussion. 2. Aufnahine neuer Mitglieder. 3. Vereinsangelegenheiten. Berschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. J. A.: W. Lorenz. 130/5 Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Nedaktion dem Publikum Adolph Ernst- Theater Sonnabend, den 15. September: Zum 12. Male: gegenüber keinerlei Verantwortung Lolotte's 28 Tage. Theater. Mittwoch, 19. September. Opernhaus. Bazazzi( Pagliacci). Das schlecht bewachte Mädchen. Schauspielhaus. Die Jungfrau von Orleans. Lessing Theater. Madame Sans Gene. MACHT STARK GESCH. Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt werden jezt, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in der eigenen Niederlage Bellealliancestraße 9899 EINIGKEIT GESETZL SCHUHFABRIK ERFU Gesangspoffe in 3 Atten v. H. Raymond u. A. Mars. Musik v. Viktor Roger. ( Novität.) Die neuen Dekorationen sind aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Roburg. In Szene gefeßt v. Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Armin- Hallen Berliner Theater. Der Pfarrer Kommandantenstraße Nr. 20. von Kirchfeld. Neues Theater. Perrichons Reise. Der sechste Sinn. Schiller Theater. Der Menonit. Deutsches Theater. Esther. Der Tartüff. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz Theater. Demi- Monde. Theater Unter den Linden. Drpheus in der Unterwelt. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Castan's Panopticum. Bellealliance- Theater. Ruri Hassan Ali Pyrig. Adolph Ernst- Theater. Lolotte's der grösste Mensch der Welt. 28 Tage. Central- Theater. O! diese Berliner! Prinzess Topase Alexanderplat- Theater. Ein alter das fleinste Menschenkind. Sünder. National Theater. Ein Modell. Susanne im Bade. Apollo Theater. SpezialitätenVorstellung. Banfmann's Variété. Spezialitäten Boritellung. Parodie Theater. SpezialitätenBorstellung. W Wintergarten. Spezialitäten Vorftellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Mittwoch, 19. Septbr., Abds. 8 Uhr: Der Menonit. Donnerstag, 20. Sept., Abds. 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Freitag, 21. Septb., Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Central- Theater Alte Jakobrake Nr. 30. 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Trinkt kein boykottirtes Bier! Gerichts- Beitung. vom 15. September. Gewerbegericht. Versammlungen: U Einberufen von der Frauen Agitationskommission tagte am 17. b. in Sanssouci eine sehr gut besuchte Volts In einer öffentlichen Versammlung der Barbiere, versammlung, in welcher Herr Dr. Först er über: Die englische Genossenschaftsbewegung und ihre Bedeutung für den Kammer IV. Vorsißender: Assessor Alberti. Sizung Friseure und Berrückenmacher, die Donnerstag Nacht Befreiungskampf des Proletariats" sprach. Der Referent schickte in der Oranienstraße 180 tagte, gab der Referent, Kollege Landagitation. Die schöne Gelegenheit dürfe man Starosion eine treffende Darstellung von der elenden wirth. voraus, daß das deutsche Genossenschaftswesen nur ein Berrbild des nicht unausgenügt vorübergehen lassen, dachte der Tischler St., schaftlichen Lage der Barbiergehilfen. Die Innung hat in diesem englischen Genossenschaftswesens sei, welches durchaus ein sozia als er im Auftrage seines Meisters im Schlosse Moschen bei Berufe das besondere Vorrecht der Ausbeuterei der Lehrlinge liſtiſches Gepräge trage und bezwecke, die Arbeiter- Organisationen als Ober Glogau( gehörig dem Großgrundbesißer von Thiele- Winkler) und zeigte hierauf, wo ihre wahren Absichten hingehen. Ein Blick Produzenten zu ergänzen durch eine Organisation der Konsu menten. Die deutschen Genossenschaften, Konsumvereine 2c. feien diesen Sommer zu arbeiten hatte; er ging deshalb unter das nur auf die Arbeitszeit genügt. Wöchentlich müssen Gehilfen mehr oder minder nur kapitalistische Unternehmungen, OrganisaLand- und Arbeitervolk der Gegend und predigte ihm das Evan- und Lehrlinge von 6 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends ununter- tionen des Mittelstandes, oft auch ein Verzweiflungskampf gegen gelium des Sozialismus. Dem gesprochenen Worte verlieh er brochen thätig sein. Sonntags von 6 Uhr oft bis 6 Uhr, sodaß die Uebermacht des Kapitals. Ganz anders in England. Sadurch Nachdruck, daß er Broschüren und auch in polnischer sie oft eine wöchentliche Arbeitszeit von 108 Stunden haben In Furzen Zügen schilderte der Vortragende die historische Sprache gedruckte Beitungen vertheilte. Nach neunwöchentlichem neben 56 Stunden Schlafzeit. Der sogenannte freie Nachmittag Entwickelung der englischen Konsum Genossenschaftsbewegung. Wirken St.'s erfuhr der Baumeister, welcher die Arbeiten auf beginnt im günstigsten Falle um 4, auch 5 oder 6 Uhr Nach die zurückzuführen sei auf Robert Owen, die aus kleinsten Ana Moschen leitete, davon, daß St. seinen Aufenthalt dortselbst zur mittags. Für diese lange Arbeitszeit erhält der Gehilfe fängen sich herausgebildet habe zu ihrer jetzigen Bedeutung. Werbung von Gesinnungsgenossen ausnutte; er entließ ihn. Das wöchentlich 9 Mark Lohn und halbe- oder 6 Mark und ganze Heute bejige diese demokratische Organisation ein Vermögen von gefiel aber nicht dem Mitarbeiter St.'s, welcher mit demselben Kost, und was für welche! Nicht zu verwundern ist es, bei der 200 Millionen Mart, verschiedene überseeische Dampfer und in aus Berlin gekommen war; dieser stellte dem Herrn Baumeister mangelhaften, durchaus ungenügenden Kost, daß die Gehilfen vielen großen Städten großartige Niederlagen. Die Verwaltung vor, daß er allein die Arbeiten nicht vollenden könne. Hier das verwerfliche Trinkgeldsystem noch nicht abschaffen können. vielen großen Städten großartige Niederlagen. Die Verwaltung des Konsumvereins sei eine demokratisch- sozialistische, der Gewinn auf ersuchte der Baumeister den Entlassenen der Noth gehorchend, Analog der Koft ist die Schlafstätte. Bodenverschläge bilden nicht werde vertheilt an die Konsumenten nach dem Verhältnisse der nicht dem eigenen Triebe, doch weiter zu arbeiten. Er stellte felten die Wohnungen der Gehilfen; das ist die väterliche Für gemachten Einkäufe und nach Rücklegung von 2½ pЄt. für Eraber die Bedingung, St. müsse versprechen, jede weitere forge, die die Innungsmeister den Gehilfen und Lehrlingen zu Agitation zu unterlassen. Darauf ging St. nicht ein, sondern Theil werden lassen. Für lettere tommt nur noch die bei den ziehungszwecke. Das wesentliche Moment der Verbreitung der reiste nach Berlin. Hier verweigerte ihm jedoch sein Auftrag Innungshelden unvermeidliche Prügel statt des Lohnes hinzu. englischen Konsumvereine war die Art der Gewinnbetheiligung. welche es wünschenswerth erscheinen ließ, immer mehr Theil geber das versprochene Reisegeld, so daß er denselben auf das Als Beleg für diese Durchschnittszustände einige Einzelheiten: nehmer zu gewinnen. 1500 Konsumvereine schlossen sich zu einem Gewerbegericht zu zitiren gezwungen war. Stossow, wandte gegen die Klage ein, er glaube nicht, St. das muß aber beim Erscheinen des Meisters stramm stehen. Genossenschaftsverband zusammen, aus welchem die GroßhandelsReisegeld zahlen zu müssen, weil derfelbe trotz der Zurücknahme Bei H. in der Brunnenstraße dürfen die Gehilfen weder lesen genossenschaft hervorging, welche nicht allein Einkäufe im Großen. seiner Entlassung nach Berlin gekommen fei, ohne seinen Auf- noch untereinander sprechen, noch rauchen, ja nicht einmal sich besorgt, sondern auch mannigfache eigene Produktivanstalten bea trag zu erfüllen. Das Gericht verurtheilte jedoch den Be- während ihrer 16 bis 18 stündigen Thätigkeit hinsetzen. In sitzt zum Nutzen der Allgemeinheit. Ein geschlossenes sozialistisches flagten zur Zahlung der beanspruchten Summe mit der Begrün- der Diskussion wurden die Ausführungen des Referenten be System von der Erzeugung der Güter bis herab zur Bertheilung der dung, da die Kündigung ausgeschlossen gewesen, sei der Einwand stätigt und durch einige Beispiele ergänzt. Die Innung erhält, Güter. Durch die Produtivanstalten gewinne die Großhandelsgesell des Beklagten unerheblich. Der Kläger hätte ja jederzeit die wie noch bemerkt wurde, zu ihren sogenannten Wohlfahrts: fchaft gewaltigen Einfluß auf die allgemeine Gewerkschaftsbewegung. Arbeit aufgeben können; daß er es gethan habe, sei deshalb kein einrichtungen von Staat und Kommune eine namhafte Unter- Die englische Konsumgenossenschaft verlange feine materiellen Grund zur Außerkraftſegung der vom Beklagten eingegangenen ſtügung. Alle Diskussionsredner betonten die Nothwendigkeit, Opfer, sondern nur moralische Begeisterung. Die Genossenschaften Verpflichtung, feinem Arbeiter das Reisegeld zu vergüten. sich zu organisiren. Um an den eigentlichen Arbeitgebern, der feien zugleich Bildungsstätten und Ausgangsstätten der sozialistiKundschaft, einen Halt zu haben, sei man dabei, eine Kontroll- schen Bewegung. Die große Bedeutung der Theilnahme der Ein geplagter Hauswirth erschien vorgestern vor der 130. marte, ähnlich die der Kellner, einzuführen und zu handhaben. Frauen an dieser moralischen organisatorischen und wirthschaftAbtheilung des Schöffengerichts. Der betagte und bisher völlig Nachdem man einer Reſolution zugestimmt, mit aller Energie und zeigte, wie durch sie die Frauen gewonnen werden für das lichen Bewegung legte der Referent in anschaulicher Weise dar unbescholtene Hauseigenthümer Sally Friede mußte auf der für die Organisation, den Verband deutscher Friseure, Barbiere Anklagebank Platz nehmen, weil er von einem seiner Miether, und Perrückenmacher zu agitiren, wählte man für den Süden öffentliche soziale Leben nach allen Richtungen hin, wie dieselben. dem Töpfer Klement, beschuldigt worden war, eine Mart, und Südosten als Hilfskassirer den Kollegen Meyer. Zum Schluß für dasselbe herangebildet und für die allgemeine proletarische die Klement ihm zur Besorgung des Stempels auf einen wurde die Tellersammlung fortgesetzt, der Ertrag soll den streifen- vereinsbewegung für die Gewerkschaftsbewegung liege erstens Klassenbewegung erzogen wird. Die Bedeutung der Konsum Miethskontrakt eingehändigt hatte, unterschlagen zu haben. Der den Kieler Kollegen übermittelt werden. so Beschuldigte behauptete, daß es sich lediglich um einen Rache Die Tabafarbeiter und Arbeiterinnen bielten am darin, daß durch die Verbilligung der Lebensbedürfnisse diese geakt handle. Der Zeuge Klement habe ihm das Leben recht sauer 16. d. M. eine öffentliche Versammlung ab zwecks Besprechung steigert und die Arbeiter widerstandsfähiger gemacht würden gemacht. Derselbe sei der Kontraktsnachfolger eines früheren der in Aussicht stehenden Steuerpläne der Regierung, insbesondere gegen Lohndrückereien, zweitens vermöge sie Preistreibereien für Miethers gewesen. Im Juli habe er aber auf Ermission flagen der drohenden Tabakfabrikatsteuer. Referent war Mar Kiesel. Produkte zu verhindern und drittens durch ihre gewaltige Ron müssen, weil die Klement'schen Eheleute in ihrer Wohnung einen Derselbe knüpfte an die Agitation an, die bereits für die Steuer- fumtion eine ebenso gewaltige Macht darzustellen in Form Verkehr duldeten, der sie und ihn in die Gefahr brachten, eine pläne der Regierung gemacht werde, die darauf hinauslaufe, daß eines Boykotts. Redner war der Ansicht, daß die englische Genossenschaftsbewegung den Anfang des sozialistischen Anklage wegen Ruppelei zu erhalten. Klement sei gezwungen diese Pläne zur Durchführung gebracht werden müßten, wenn Systems darstelle, welches durch die politische Bewegung vollworden, die Wohnung vor Ablauf des Kontraktes zu räumen auch zehntausend sozialdemokratische Tabatarbeiter brotlos endet werden würde, die nothwendige Borbedingung hierzu. und daher stamme sein Haß gegen ihn. Er müsse würden, um auf den Bericht der Kongreßkommission hinzu. Er hielt diese genossenschaftliche Vorbereitung, diese Üebung und Klement eine Mart weisen, welcher jedem Einsichtigen klar vor Augen führe, daß Gewöhnung an eine demokratische Selbstregierung und Selbst für den Stempel erhalten habe, die Unwahrheit dieser eine höhere Besteuerung des Tabaks ein Ding der Unmöglichkeit verwaltung für um so nothwendiger, als er nicht zu der Unsicht Behauptung gehe aber schon daraus hervor, daß die sei. Wenn auch die Pläne des Herrn Finanzministers noch nicht neigte, daß die kapitalistische Produktionsweise die geeigneten Stempelgebühr nicht 1 m., sondern 1,50 m. betragen habe. offenkundig feien, so erscheine es doch geboten, von vornherein Kräfte hervorzubringen imstande sei. Je mehr diese derartige Der Zeuge Klement blieb dagegen ebenso entschieden bei dem gegen jede Mehrbelastung des Tabaks Protest zu erheben. Otto Kräfte hervorzubringen imstande sei. Je mehr diese derartige Inhalte seiner Anzeige. Als er bei Uebernahme der Wohnung war der Meinung, daß Herr Miquel beabsichtige, die Tabat System durch Konsumentenorganisationen entgegenzuwirken suchen. Fähigkeiten ertödte, um so mehr müsse die Arbeiterschaft diesem am 1. Oktober v. J. die Monatsmiethe mit 51 M. bezahlt habe, Interessenten zu überrumpeln. An eine Gewichtssteuer glaube System durch Konsumentenorganisationen entgegenzuwirken suchen. fei er vom Angeklagten darauf aufmerksam gemacht worden, daß er nicht, da diese die Agrarier wieder wild machen würde. Die Die belgische sozialistische Partei habe die Konsumgenossenschaften in ihr Land übertragen. Redner schloß mit der Hoffnung, daß als Stempelgebühr für den Uebertragungsvermerk des Kontraktes Tabalfabrikat- Steuer würde vielmehr höchstwahrscheinlich mit es gelingen möge, auch in Deutschland durch Konsum- Genossendes bisherigen Miethers eine Mark zu bezahlen sei. Der Zeuge einer neuen Tunke dem Reichstage servirt werden. Er will darauf eine Mart dem bereits aufgezählten Miethegelde empfahl schon jetzt den Kampf hiergegen zu organisiren und schaften der neuen Gesellschaft eine breite Gaffe zu bahnen. ( Beifall.) In der Diskussion hob Frl. Baader die Schwierighinzugefügt haben. Der Angeklagte erbot sich, den Beweis dafür zu diesem Zwecke zu der bestehenden Agitationskommission zehn feiten hervor, die in gesetzlicher Hinsicht einem berartigen Unteranzutreten, daß er niemals seinen Miethern den Stempelbetrag Mitglieder hinzuzuwählen. Diese verstärkte Kommission habe in nehmen sich entgegenstellen und betonte, daß in Deutschland die bei der ersten Miethszahlung in Anrechnung bringe, sondern drei Unterabtheilungen zu zerfallen, und zwar erstens für spezifisch Arbeiter sich das Solidaritätsgefühl angueignen hätten im Kampfe immer erst bei der zweiten, da ja das Gesetz zur Stempelung des Berliner Angelegenheiten, zweitens für Organisation und AgitaBertrages eine 14tägige Frist gewähre. Als der Zeuge Klement tion und drittens für literarische Angelegenheiten. Außerdem gegen den Kapitalismus, welcher das Aufkommen einer Konsumgenossenschaft bereits ungemein erschwere. Das ganze Augenmerk feine Aussage zu beeiden im Begriff stand, bewahrte der Angeklagte hätten Provinzialkomitees in Kraft und der ganze Organisations: ei auf den Klassenkampf zu richten, zu welchem die Frau nicht durch ihn insofern vor einem fahrlässigen Meineide, als er apparat sofort in Funktion zu treten, damit man gerüstet das den Zeugen darauf aufmerksam machte, daß die erste stehe, sobald Herr Miquel mit seiner Steuervorlage zum Vor- Konsumvereine gedrängt werde, sondern durch die immer weiter Miethszahlung nicht am 1. Oktober, sondern am 30. Gep- fchein tomme, und dieselbe mit aller Energie zu bekämpfen in der um sich greifende Proletarisirung der Massen durch den Kapitalismus.( Beifall.) Auf demselben Standpunkte stand tember erfolgt sei. Der Zeuge gab dies zu, leistete Lage sei. Die Vorschläge Otto's fanden in Börn er einen warmen Freisprechung des Angeklagten, da die Aussage des Zeugen Die Otto'schen Vorschläge hielt er zwar für zweckmäßig für den lichen und politischen, zum Klassenkampfe.( Beifall.) Genoffe dann aber den Eid. Der Staatsanwalt beantragte selbst die Befürworter. Dech and stand auf einem anderen Standpunkte. Frau Gu bela, welche der Frauenbewegung war das Wort redete und die Frauen und Mädchen aufrief zum wirthschaft= Klement der Glaubwürdigkeit entbehre. Der Vertheidiger, R.-U. vorübergehenden Kampf. Dieser dürfe aber nicht in den Vorder- lichen und politischen, zum Klaffenkampfe.( Beifall.) Genoffe Jahn wies energisch die Schlußfolgerungen des Vortragenden Lewinsti, bat, dem Angeklagten die Genugthuung zu gewähren, grund gedrängt werden. Zwischen Kapital und Arbeit bestehe zurück, die Nothwendigkeit der ausdrücklichen Bekämpfung derdaß auch die Kosten der Vertheidigung der Staatstaffe auferlegt ein dauernder Kampf und auf dauernde Abwehrmittel müsse felben in ausführlichster Weise darlegend. Niemals fönne auf würden. Der Gerichtshof fand sich hierzu nicht veranlaßt, sondern man bedacht sein und erblicke er das wirksamste derselben in genoffenschaftlichem Wege das Proletariat zum Biele, zur Be beließ es bei der Freisprechung des Angeklagten. der gewerkschaftlichen Organisation, die noch viel zu wünschen freiung vom Kapitalismus, von der kapitalistischen Produktionsübrig laffe. Hier müsse eine wirksamere Agitation entfaltet Gesichtspunkten aus beurtheilt werden kann, zeigte eine Anklage so nothwendiger erweisen, als, sollten die Steuerpläne bruck, daß seine beiden Vorredner den Referenten in mancher Wie grundverschieden eine Handlung von verschiedenen werden, um die Organisation zu stärken. Diese würde sich um weiſe gelangen. Er stand auf dem Boden des kommunistischen Manifests. Genosse Timm gab seiner Meinung dahin Auswegen Duldens von Glücksspielen, auf welche sich der Schant- der Regierung Gesetzestraft erlangen, die Fabrikanten Beziehung falsch verstanden haben.( Sehr richtig.) Er zog aus wirth Paul Heinrich vorgestern vor der 6. Straffammer zu ver die ihnen aufgebürdeten Lasten auf die Arbeiter abzuwälzen dem Vortrage die Quintesseng, daß wir innerhalb der heutigen antworten hatte. Im Lokale des Angeklagten waren eines Tages bemüht fein würden. Otto erkannte den Standpunkt Dechand's zahlreiche Bäckergesellen erschienen und spielten mit dem bekannten gleichfalls an, wünschte aber, daß beide Punkte auseinander- Gesellschaft bereits alle Wiittel anwenden sollen, die zweckdienlich erscheinen, die Lage der Arbeiter zu verbessern( fehr richtig) und Feuereifer Meine Tante, Deine Tante". Der Angeklagte verbot gehalten werden. Die Pläne Dechand's gehörten vorerst noch erscheinen, die Lage der Arbeiter zu verbessern( fehr richtig) und stimmte damit vollkommen überein, gab aber zu bedenken, daß zwar das Spiel, die Gäste kehrten sich jedoch an dieses Verbot der Zukunft an und könnten im Schooße der Kommission gleich: die englischen Gewerkschafter innerhalb der heutigen Gesellschaft gar nicht, sondern spielten ruhig weiter. Nach einer geraumen Zeit falls ausgereift werden. Die Verstärkung der Kommission wurde stehen und keine neue Gesellschaft einzuleiten vermögen. Er stand ging der Angeklagte vor die Thür und rief beim zufälligen Ein- beschlossen und dieselbe ergänzt durch Blauzwirn, Börner, auf dem Standpunkte, daß machtvoll in den Kampf gegen fritt eines Gastes in sein Lokal mit lauter Stimme:" Der Kriminal Seifert, Hinz, Dechand, Holznagel, Redwisch, alle der Arbeiterschaft entgegenstehenden Hindernisse" eingetreten beamte tommt!" Boller Angst ließen die Bäckergesellen Gelb öderi, Stengel und lock. Nachdem trat die werden müsse.( Bravo.) In seinem Schlußworte betonte der und Karten im Stich und eilten durch eine Seitenthür davon Bersammlung in die Erörterung des zweiten Punktes der Vortragende nochmals, daß alle Machtmittel zur Anwendung werden müsse.( Bravo.) In seinem Schlußworte betonte der In erster Instanz waren Staatsanwalt und Schöffengericht einig Tagesordnung:" Wie haben wir eine regere Agitation in der Ansicht, daß der Angeklagte jenen Ruf nur deshalb aus für die Intereffen der Tabalarbeiter zu entfalten?" ein. gebracht werden müssen, um die Arbeiter in der Selbstregierung gestoßen habe, weil er den fremden Gaft in der That für einen De chand und Stiefel befürworteten für Berlin die Ein- zu üben. entschieden bestreiten, daß er Kriminalbeamten gehalten und die Spieler habe warnen wollen. jehung von Bezirks- Vertrauensleuten. Otto hielt vor Allem Eine sehr gut besuchte Versammlung aller im Der Angeklagte wurde deshalb vom Schöffengericht wegen eine geistige Bertiefung der organisirten Kollegen für erforderlich. Ta pezirer Gewerbe beschäftigten Personen Duldens von Glücksspielen zu 20 M. Geldstrafe event. 4 Tagen Man solle nicht zu viel auf einmal beginnen, sonst gelinge nichts. tagte am 17. September in den" Arminhallen". Die Tagess Gefängniß verurtheilt und stand nun vor der Gefahr, seine Kona Buvörderst sei der ganze Druck auf die Abwehr der Steuerpläne ordnung der Versammlung lautete:"" Die Arbeitsnieder. zession zu verlieren. Er legte deshalb die Berufung ein und der Regierung zu legen. Sei diese Gefahr beseitigt, könne man legung zur Durchführung unserer Forderungen". vor der Straffammer behauptete Rechtsanwalt Leopold Meyer, an den Ausbau der Organisation gehen. Herrmann billigte Der Referent Freiwald bemerkte, daß der am 2. September daß sein Klient durchaus forrekt gehandelt habe. Als feinem eine Massenagitation gegen die geplante Tabatsteuer und beschlossene partielle Streit seinen Anfang genommen habe und Spielverbot keine Folge gegeben worden, habe er auf ein Mittel erhoffte nicht von einer Verschlechterung der wirthschaftlichen es in einigen Geschäften bereits zur Arbeitsniederlegung gegefonnen, um die unbequemen Spieler aus seinem Lokale zu ver- vage der Arbeiter Vortheile für die politische Aktion und kommen sei. Die Agitationskommission glaube richtig gehandelt scheuchen. Es sei daher eine wohlüberlegte List gewesen, die er stand in bezug auf Agitation für die Organisation auf zu haben, wenn sie außer der öffentlichen Einladung an die zur Ausführung brachte, als er sich vor der Thür stellte und bei dem Standpunkt von Dechand und Kiesel. Ueber die angeregte jämmtlichen Arbeitgeber der Branche noch eine spezielle an Annäherung des ersten besten Gasies den hartgefottenen Spielern Frage entspann sich noch eine weitere Debatte. Die Frage fand die Innung resp. deren Vorstand gelangen ließ, damit diese an zurief: Der Kriminalbeamte tommt." Daß die Lift wohl noch keinen Abschluß, wird vielmehr noch eine engere Berathung die Beschwerden der Gehilfen und veranlaßt gelungen war, habe die wilde Flucht der Spieler bewiesen. Der nöthig machen. Den Leitern der Bahlstelle wurde das Weitere werde, gegen etliche ihr angehörenden Schwindelfirmen Angeklagte habe mithin das Spiel nicht geduldet, sondern im übertragen. Eingeladen waren zur Versammlung die Kollegen Stellung zu nehmen.( Beifall.) Außer den 35 Kollegen der Gegentheil die Spieler in draftifcher Weise verjagt. Das Be- der Schrader'schen Fabrik, um sich gegen die Anschuldigung, Firma Dittmar( Molkenmarkt) streiken auch sechs Mann rufungsgericht war auch der Meinung, daß bei diesem That- daß sie boykottirtes Bier trinken, zu verantworten. Wie sich bei Fort u. Kretschmer( Stralauer Brücke). Um ein bestande die erstrichterliche Feststellung nicht aufrecht erhalten herausstellte, war die Anschuldigung nicht völlig grundlos. möglichst flares Bild der Situation zu gewinnen, ersuchte Einige andere Angelegenheiten der Gewerkschaft wurden der Redner schließlich der Dis werden könne und sprach den Angeklagten frei. rege Betheiligung an namentlich der Kollegen Rommiffion zur Untersuchung und späteren Berichterstattung über- tussion, Werf solchen wiesen. stätten, welche bisher der Kommission teine Mittheilungen um aus zugehen ließen. Der Aufforderung wurde im vollsten von Pfaff. Bei Schröder( Lindenstraße) ist die Ent-| Verhalten während des Streiks und ein striktes Fernbleiben aus Maße entsprochen. Kern Kern theilte mit, daß die Firma scheidung ebenfalls noch herbeizuführen. Freidank schloß den gesperrten Werkstätten. Die Unterstüßung der Streifenden Dittmar beabsichtige, ihre Arbeit bei Kleinmeistern anfertigen die Berichterstattung der einzelnen Werkstätten und ließ wurde in folgender Weise geregelt: Unverheirathete erhalten zu lassen und ersuchte, darauf ein wachsames Auge zu haben. nun eine allgemeine Diskussion über den Streik ein-( vom ersten Tag ab) wöchentlich 9 M., Verheirathete 12 M. und Wachsen warnte vor Zuzug nach der Werkstatt von Dittmar, treten. Friedmeyer betonte, daß es Aufgabe der Berliner für jedes Kind 1 M. Die Auszahlung erfolgt täglich; wer wo zur Zeit nur noch Manke, gewissermaßen der Phonograph Tapezirer sei, die Mittel zum Streit allein aufzubringen, da alle die Unterstützung für den betreffenden Tag nicht abhebt, geht des Chefs, arbeite. Die Kollegen anderer Firmen sollten Ar- anderen Berufe mehr oder weniger mit sich selbst zu thun haben derselben verlustig. Das Arbeitsnachweis- Bureau der Meister beiten für Dittmar zurückweisen.( Sehr richtig!) Schwanz beziehungsweise bereits durch den Bierboykott sehr in Anspruch sowie das Privatbureau in der Seidelstraße gelten als gesperrt. fonnte mittheilen, daß seine Firma( Epp stein) bewilligt habe; genommen werden. Freiwald hob deshalb hervor, daß der ebenso äußerte sich Pfeffer über die Firma Dörgler. Vorstand des allgemeinen deutschen Tapezirervereins in einem treibeträger und Speicherarbeiter ein, welche Eine Lohnbewegung leitete die Versammlung der Ge= Bauer bedauerte, daß bei ort u. Kretschmer die Schreiben den Streit für berechtigt anerkannt und moralische am 17. d. Vormittags bei Röllig tagte. Kollege Münch besprach Kollegen, ohne zu unterhandeln, die Arbeit niedergelegt haben; wie petuniäre Unterstügung zugesagt habe. Aubert be- die Instruktion der Berliner Kaufmannschaft vom 16. Mai 1873 ihm gebühre der Dank dafür, daß die Akkordarbeit abgeschafft sprach die elenden Zustände bei Bernizki( Moabit), Hoh für das Wägeamt und den festgesetzten Tarif, welcher auch und der Minimallohn bewilligt wurde.( Zuruf: Na na!) mann( Lothringerstraße) und Hoflieferant Grosch kus( Lands polizeilich sanftionirt worden sei. Freiwald verlas ein Schreiben dieser Firma( ohne Unter- bergerstraße) und suchte hieraus die Nothwendigkeit eines Mit diesem könnten die schrift), worin sie mittheilt, daß sie die Forderungen bewillige; energischen Vorgehens abzuleiten.( Beifall.) Von den anwesen: Arbeiter sich zufrieden erklären, indem er ihnen eine geregelte er halte jedoch das ganze darin Enthaltene wie auch die dem den Meistern resp. Firmeninhabern nahm nur ein Kleinmeister werde dieser Zarif in der Praxis in den wenigsten Fällen durchArbeitszeit und einen angemessenen Lohn garantire. Leider aber Vorredner seitens der Prinzipale gemachten Versprechungen für das Wort, der die Berechtigung des Streiks vollkommen angeführt, Humbug. Die Kommiſſion werde Unterhandlungen führen, dabei werde erkannte, denn in vier Wochen sei der kleine Geschäftsausschwung geführt, indem das Wägeamt der Berliner Kaufmannschaft faſt es sich ja zeigen, ob die Firma den Tarij in vollem Umfange anerkennen wieder vorüber; Wels, Martiehl, Echwanz. Feder und Freiwald gar nicht in Thätigkeit sei, da die Arbeiten an zwischenunterwill oder nicht; desgleichen bei Eberhardt. Bei Witt fuchten den Kollegen der besseren" Werkstätten begreiflich zu ausbeuten, ohne sich an den Tarif zu fehren. Nur jet, in der nehmer vergeben würden, welche die Arbeiter nach Herzenslust ( Dessauerstraße) und Krischte( Prinzenstraße) soll es sich am machen, daß sie unbedingt die Pflicht hätten, die Bewegung nach Saison, wo die Unternehmer die Arbeit nicht bewältigen fönnen, Dienstag entscheiden, ob die Kollegen in den Streit eintreten. Kräften zu fördern, da die Schleuderarbeit der Schmußkonkurrenz sei das Wägeamt der Berliner Kaufmannschaft wieder in Funktion, Tenigkeit( Holzmarktstraße) hat auf jeden Artikel etwas zu auch ihre Existenz bedrohe. Selbst einzelne Fabrikanten haben jedenfalls aber auch nur so lange, als die Arbeit dränge. Redner gelegt; feine Arbeiter verzichten demzufolge auf einen Streit. materielle Unterſtügung zugesagt, das beweise das Berechtigte hielt es für angezeigt, Schritte zu thun, um die Unternehmer zu Da die Verhältnisse dieselben wie bei Fork und Kretschmer ihres Vorgehens. Nachdem noch zum Anschluß an die Organi veranlassen, tarifmäßig zu bezahlen. Genosse Blaurod ver find, so wird die Kommission dort ebenfalls vorstellig werden. fation, zur fleißigen Sammlung für Bed( Wilhelmstraße) und Richter( Potsdamerstraße) haben zur Meidung des Meister- Bureaus aufgefordert worden, erreichen möglich sei. Die gegenwärtige Saison, wo die Arbeiter den Fonds und anschaulichte, daß dies nur durch ein Zusammengehen zu bewilligt. Bei Markgraf( Monbijou Platz), Reinhold gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: erreichen möglich sei. Die gegenwärtige Saison, wo die Arbeiter und West pha hl und hoffmann( Köpenickerstraße) scheiterte Die Bersammlung beschließt: Nachdem sie Kenntniß von den dies nicht auf die lange Bank schieben. Schnell müffe gehandelt gebraucht würden, müsse ausgenügt werden. Doch dürfe man bisher ein Vorgehen der Kollegen an deren Uneinigkeit. ü pke bisherigen Maßnahmen der Agitationskommission genommen hat, werden, um zunächst Vortheile zu erringen. Sodann sei die hat bewilligt. Durch Befragen der Kollegen von Schell( Kur- mit allen Kräften hinter derselben zu stehen, um erstens nicht Organisation zu stärken, um das Errungene vertheidigen zu fürstenstraße) wurde festgestellt, daß die Mehrheit gesonnen ist, nur in petuniärer Hinsicht die Streifenden zu unterstützen, sondern event. in den Streit einzutreten. Larson von der Firma dieselben auch durch Fernhalten von Streitbrechern den Rücken können. Der Versammlung leuchtete dies auch ein. Da die Ver= Pfaff( 3eughofstraße) gab an, daß die Forderungen zu decken. Die Versammelten halten es mit dem Solidaritäts- ſammlung indessen der ungewöhnlichen Zeit wegen nicht ent dort zumeist erreicht sind; wegen fleiner Differenzen bewußtsein der Tapezirer für unvereinbar, daß Kollegen sprechend besucht war, un maßgebende Beschlüsse zu streiten, seien sie nicht willens. Freidank stellte in gesperrten Werkstätten in Arbeit treten. Wir erwarten fassen, so soll am Mittwoch Abend eine große öffentliche Ver dem gegenüber fest, daß bei Pfaff die Arbeits- und Lohn- ganz besonders von den das Meister Bureau in An- fammlung abgehalten werden, welche das Weitere veranlaffen verhältnisse erbärmliche und die kleinen" Differenzen somit ganz spruch nehmenden Kollegen und denen welche Arbeit erhebliche sind. Aehnlich sprach Wachsen über die Fabrik in den Zeitungen suchen, ein den Arbeitern würdiges Roh- Tabak " A. Goldschmidt, 4435L am biesigen Plage wie bekannt grösste Auswahl! Garantie für sicheren Brand. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtavate nnd am Lager. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr.2. Gardinen- Reste zu 1-4 Fenstern passend, spottbilligst in der Fabrik Grüner Weg 80, part. Eingang vom Flur. Nußbaum Einrichtung sof. spottbill. verk. Invalidenstr. 157,2 Tr.lints.[ 26926 = = = Halb und Halb ist die feinste Likörmischung Pommeranzen mit Mampe- Bittern. 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