Ur. 78. 37. 1»hrg. Bezugspreis: L irr i«l! iihr!. I SA Rk. >-«i ii�s Hau,. vonm»«chldar. Poft» bcmig Monatlich 5J0 Mt. ejfi. ga» ilelliUlqsqkdüKr. Untre Streuj bntft für Seatfdjlmib anb Orftorrrich- Ungar» S.Tä Ml, tär das Übrig Ausland IZ— M!, i>ei tLglich einmal, �uitellnnz 11.— Ml.+ Baluta-Ankichlag. Post- keftcüungen nebmesi an Sanemczt Holland, �iirem bürg. Schweden und die Schweis. Siugetragen in die Pasc- Reitlings-Preisliii«. Oer.ZZorroarls" mit der Souulags» beitage �oli n. gcif ericheint wochen- lägiich tweiwai. Sonntags einmal. Telegramm-Adrefie �Sozialde««krat Sern»-. Morgen-Ansgabe. Sevlinev VolKsblstt Zentralorgan der rozialdemokratifchcn Partei DaitfchUndd (�20 Pfennig} Anzeigenpreis: vi» ochtgeipolteue RonpareAezeild toftci M, Teurrimgizuschlag«0°/� ,»>?iao Anznige»�, das ieti» gedruckte Wort 75 Pfg. tinliissig(OB lettgedruckte Worte), jede« weitere Wort 50 Pjg. St«llengesuck>e und Echlafstellenanzrigen das«rgs SBcKf tS Pfg, jedes weiter« Werl« Pfg. Sorte Lber 15 Buchstaden zählen ihr xw«, Sorte. Teuerungszuschlag Silh�. Familie»-Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins- Anzeige« 2,— Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ä ch st« Mmmner witsfen bi, S Ahr nachmittags n» k-auptgefchSfl, Berlin SA 08, Linden- ftcaße L, adgegedru«erde«, cheöstnet pon S Uhr sriih bi» 5 Uhr abends. Neüaktion unö Lxpeüition: EW. SS, Linöenstr.Z. Zhernkvreckiar: Amt Mor-ttvlau, Nr. 15190—15197. Donnerstag, den 13. Februar 1930. Vonvärts-Verlag G.m.d. h., EW. 68,£ia&cnfh. Z. Fernsprecher: Amt Morit-plav, Nr. 11753—54. ZranMsih Der französische Mrnistcrpräsidvnt hat der Deutschen Missian in Paris folgende, vom 8. Februar dotierte Notc zvaeyen lassen: Noch den idestimmungen de» Friedensvertrages von Versailles Tei>l VlII(Wiedergutmachungen), Art. 236, Llni. 5,§ 2, Hat sich Deutsch land verpflichtet, an Frankreich 7 Millionen Tonnen Kohlen jährlich zu liefern; oicherdem soll Deutsch- laud jedes Jahr an Armitreich eine Kohlenmenge gleich dem Unter- schied zwischen der Jlchresfärderung der durch den Krieg zerstörten Bergwerke des Nordens und des PaS-de-Calais vor dem Kriege und der Förderrmg der Bergwerke dieses Beckens in dem in Be- tracht lammenden Jahre liefern. Letztere Siefecnng vrsti�gt zehn Jahre iang und darf nicht mehr ach 20 Millionen Tonne« jährlich während der ersten fünf Jahre und 8 Millionen Tonnen jährlich während der fünf folgenden Jahre betragen. Andererseits geht auS dem Protokoll vom LS. August ISIS über die Verhandlungen bezüglich Ausführung der Anlage 5 zu Art. 2W des Friedeuevcr- trageS hervor, dag die Mächte vorläufig übereingekommen find. nicht sofort noch Jiibcafttreten des Vertrages die voll- stäudige Lieferung der in der Anlage 5 ausgezählten Kohlen-- «engen zu verlangen. Deutschland hat sich verpflichtet, bis zum 36. Apri! 7920 monatlich den Alliiert«« 1 660 600 Tonne« z« lielorn. DaS entspricht einer jährkichea Lieferung von 20 Millionen Tonnen Kohlen und stellt de« Ersatz der Förderung der zerstörten französische» BergwerSe dar. Ein Erfich. der entsprechend dem iwchlufisatz von H 10 der Anl. S ein Vorrangsrecht geniefit. Nun stellen unanfechtbare Dokumente fest, dafi Deutschland im Laufe ides letzten Dezember 10150000 Tonnen Kohl« produziert hat. «stcmäfi den an dem Protokoll vom 20. August ausgesprochenen Grundsätzen hätte DeutschWp also an die alliierten Mächte 500 000 Tonnen liefern müssen, während eo nur 600 000 Tonnen geliefert hat. Die im Monat Januar produzierte Menge ist «merklich geringer gewesen, und der Vertreter der deutschen Ro- «steoung bei der Kohle minterkomAiission in Essen hat amt- lich erklärt, dafi Deutschland nicht mehr als monat- ! i ch 75 0 000 Tennen werde liefern kölilien; aber selbst diese Mc-rige ist bis jetzt niemals geliefert worden. Die Gründe, die man vorgebracht hat. um die Nichteinbaltung dieser hochwichti- gen Verpflichtungen zu rechtfertigen und die auf die Wirtschaft- «lichen Schwierigkeiten des deutschen Staates hinweisen, können nicht als stichhaltig betrachtet werden gegenüber der Tatsache, dafi DeuticWand für sich selbst eine Quantität zurütfbehäli, die erheblich höher ist als die, die sie zur AuSfüHrung ihrer Ber- pflichtunacm b??!iistt.' 60 Millionen Deutsche erhalten'.»rzeit monatlich 8 Millionen Tonnen Kohlen, während Frankreich für feine BvÄlterung von 40 Millionen aber über»250 000 Tonnen monatlich verfügt. Welches Recht kann Deutschland anführen. um günstiger gestellt zu sein ails Frankreich, dessen Notlage le- diglich auf die systematischen Berwüstunyen zurückzuführen ist, die durch die deutsche Oberste Heeresleitung ohne militäriische Notwendigkeit und mit dem bestimmte» Ziel, die französischen Industrien zu ruinieren, befohlen worden sind? Die französische Regierung tonn nicht zukasien. dafi die deutsch« Regierung in Nichtachtung ihrer Verpflichtungen und obwohl sie dazu imstande wäre, die Lieferungen nicht ausführt, an denen Frankreich ein spezielles Interesse und Anrecht hat. Sie ver- langt, dafi Deutschland die übernommenen Ver-- Pflicht ungen ausführt und ist entschlossen, die Rechte der französtschcn Nation geltend zu machen, die durch den FrichenS- vertrag sanktioniert worden sind. Unter Bezugnahme auf Artikel 4 20 deS Frieden«»«- träges eröffne« die französisch« Regierung hiermit der deutschen Re- gicrung, daß, da Denifchianv die Bedingungen dieses Vertrages nicht getreulich erfüllt hat. h j«. Fristen für die Räumung dcS brsebteu Gebiet« noch nicht zu laufen begonnen Habel». Ferner, wen» am 1. März 1020 Deutschland, in weiterer absichtlicher Nichterfüllung seiner Verpflichtungen, an Frankreich nicht dir noch rückständige» bereit« fällige» Liefernden sowie da« volle Febrvarauaotum geliefert hat. so wird sich die Regierung der Republik gezwungen sehen, zu wirtschaftlichen«nd fiuonzielleu Sperr» und Sergrltungsmaßregeln und allgemein»« solchen Mahnahmen z« greifen, die sie al» durch dir Umstände».'boten erachtet, wie das für solche Fälle der Vertrag brfondees vorsieht. Die französische Rrgf-rung gibt sich der Hofff- nun» hin, daß sie nicht grzwnngc« sei» wird, andere Matz- regeln gegen Teutschland zu ergreifen, wie sie das Proteksll vom 10., Januar 1020 und das Schreiben vom 23. Dezember 1010 als Bedingung für da« Inkrafttreten des Vertrages vorgesehen 'Dazu toiri bar deutscher Seite erklärt: Die Kohlennste vom 8. Februar 1920 r-Hf 1,5 ist gerichtet an den deutschen ii-eschäftSlräger. Sie beschwert>ich über mangelhafte Kohl cnliof e rungcn Deutschlands gegenüber den übernommenen Berpftichtimgen. Für die Bohmidfung der Kvhlenlieferungen emS dem Friedensvertrag ist lediglich der WiedergntmachnngSausfchntz zuständig. E r allein Hai das Recht, die deutschen Kohlenliefarungen sestzusetzen. er allein Hot die Ausführung der deutschen Verpflichtungen zu überwachen, und e r hat Mufimihmen zu treffen, falls Deutschland seinen VerpflichAmgeei nicht nachkormn-t. Der fron- zösische Ministerpräsident hat sich mit dieser Rote Befagnissr an- gemaßt, die ihm nicht znstehen; daher ist eS such nicht verwunderlich, dafi seine Note von unzutreffenden Voraussetzungen ausgeht und zu falschen Schluhfolgerungen gelangt. Die Verpflichtungen der deutsehen Regierung aus dem Ver- suiller Protokoll vom 29. August 1910 sind in der Note sachlich unrichtig iwcbengnjrfwn. Deutschland hat in dem Protokoll lediglich erklärt, mit der Lieferung von Köhls an die alliierten und assoziierten Mächte sogleich beginnen M wollen. Bestimmte Mengen Kohlen vorzuliesern. hat Deutschland in dem Protokoll nicht versprochen. Als Gegenlcffbrng diese durchaus feeiwillli-r �ori-eferung von Sohle h«t das daauoÄge OrganijationSkoustt« in Aussicht gestellt, dem WiÄergiitmachungSausjchufi nach feinom Zufcemmeutritt, aflio nach FnckvafttrstiiM dv» FriedanSvertragoS, vorzuschlagen, dafi Deutschland aws der Grundlag« einer gosamten deutschen Erzeugung von 0 Millionen Tonnen Gtemkohie im Monat 1660000 Tonnen monatlich an die Entente liefern soll, und zwar bis zum 30. April 1920. Dieses ist eine einseitig« Erklärung der alliierten Mächte. mit welcher eine Ermäßigung der im Friedensverträge an sich vorgesehenen Gesamtmenge bi« zum 30. April 1900 sichergestellt werden sollte. Der WiedevgutnmchungSausschufi hat diese Erklärimg dar deutsehen Regierung gegenüber erst durch Note vom 30. Januar 1920 bestätigt. Da nach§ 10 des Anhangs V. zu Teil 8 des Friedensvertrages die Aufforderunge» seitens des Wiedergutmael-ungs- ausschusstö und eine bestimmte vertovgpmäfiig festgesetzte Rniün> oiguttgöfrist für den Beginn der Pflichtlieferungen entscheidend sind, folgt ans vorstehendem, daß eine Verpflichtung Deutschlands zur Lieferung bestimmter Menge» bisher nicht besteht. Die bis- heriycn Kohlenlioferungen find«As durchaus freiwillig zu be- t rächten, und es kann'deshalb mnh kein Vorwurf gegen Deutschland daraus hergeleitet werden, dafi bestimmte Mengen«fleht er- reicht worden sind. Im übrigen ist von deutscher Seite in dem Protokoll die während des ganzen Verlaufs der Verhandlung stets uachdrücklichst abg-g ebene Erklärung wiederholt worden, daß Deutschland ohne schwere Schädigung seines lorrtschaftliclten Löbens vorläufig Überhaupt nicht imsmndc sei, iiedeiurnide Lieferungen zu machen, Wirtschäftl'ich betrachtet, liegt in der Taffache der frei- willigen Kohlenlieferungen vor AMonff der im FviedenZvertrog vorgesehen«» AnkündigungSfrist ei» gewaltige« Opfer D e u! s ch I a li d s und zugleich ein schlagender Beweis für dir Se- rritwilligkrit Deutschlands, seine Pflicht zur Wicdrrgntmachuug nach beste« Kräften zu erfüllen. Hätte Deutschland dicsie frei- willigen Lieferungen nicht übernommen, so hätte cs die bisher an die Entente gclicferlni Koiilen seinem eigenen schwer erschütterten Wirtschaftsleben zuftihron tonnen. Stall dessen hat es sich dieser sehr erhcdlichen Äohlenmengen enLilöfit, um si« zur Wiedergut- machung zu verwenden. Diese freiwillige Leistung, gegen die sich die allerer nstesten Bedenken aus den Kreisen der Volkswirtschaft erhoben haben, hätte eigcnÄich volle Anerkennung von feiten der Alliierten verdient. Schließlich ist noch hervorzuheben, das, drr Hinweis aus Vergeltungsmohrrgcln. d-e noch dem Bertrage nur im Falle vorsätzlicher Aichtrrfüllnng der Verpflichtungen tu Frage kommen könne«, sowie auf eine«ende- rnng des Artikels 420 d«S Friedensvertrages, der die Räumung»- fristen für die besetzte» Gebiete regelt, nicht verständlich erscheint. Auch für die Beurteilung dieser Frage» ist nicht die französische Regierung, fondern nur der WiedergutmachungsauS- schufi zuständig. ES ist nicht einzusehen, wie der Wiedergut- machungsauoschufi Anlaß finde» könnte, derartige Muffte geln in Erwägung zu zieh«». -e Ter deutsche RechiSstandpunkt ist völlig unantastbar. Wenn jede Liacht. die da plaubt, ihre Ansprüche auS dem Friedens- vertrag nicht ganz erfüllt zu sehen, das Recht hätte, mit Deutsch- land umzuspringen, wie es ihr beliebt,'o wäre Deutschland drdfiig �jahic lang und länger jeder Willkür seiner einstigen Kriegsgegner preisgegeben. Eigenmächtige Schritte Frank- reist» waren reine Akte der Gewalt und nicht einmal im Sinne des Verjaillcr Vertvaos Akte des Rechts. r ♦ Marcus Curtius. Aus Amerika wird gemeldet� die dortige Presse fir- Haupte, dafi der„VoNvirrtö" für die freiwillige 'S e l b st sie l l u n g der Ausznlieiernden einkitte. Das ist, .wie unsere Leser wissen, nicht richüig. Freftoilligkeit ist .nur dort vorhanden, wo kein physischer oser moralischer Druck auf den Beschluß einwirkt. Dem„Borwäris" liegt -die Absicht fern, ans die Männer, die ans der Liste stehen, einen moratischen Druck ausüben zu wollen, er beschränkt lsich dielmehr in diesem Fall und in diesem Stadium de? Angelegenheit auf die Rolle des Beobachters. Dabei konnte «er freilich mchi verschweigen, dafi ibm die Haltunz des Ge- Zossen Auer, der auf der Liste zu stehen giaubve und seine sreiwillige Stellung ankündigte, viel iympatbiicher war als die des Generals Ludendorff, der ivährewd der Revoliition �nach Schweden flüchtete und jetzt an der Spitze derer steht. 'die auf alle Fälle Vorsicht für den beste» Teil der Tapferkeit halten.'' Der Entschluß Auers hatte uns gefreut, loeil sich da die Sozialdemokratie als die beste Schule des moralische» Mutes erwiesen hatte, Mit Leib und Leben, Ehre und Frei- heit für seine Sache einzustehen, ist gute sozialdemakratischl' Art. Mehr als kür die Armee haben für uns in den Kiktzen 'unserer Kampfe gegen die alten Gewalten die Worte aus Schillers ReiterliÄ gegolten: Da tritt kein andrer für ihn ein. Auf sich selb«: sieht er da ganz allein. In der doutschnationalen Presse>oar zu lesen, dafi dos Verhalten Auers„eine echt deutsche Michelist" sei. Man kann sich leicht vorstellen, welchen Schlag ins Kontor es für «die Herren bedeutete, als Lgfeiu das K r o n p r i>: z e»- stelegram in aus Wieringen ka>n. Allerdings ließ dieses Telegramni«in« gewisse diplomatische Lorsicht nicht ver- missen. Denn sein Inhalt war nicht ein stolzes, einfaches .�ich gehe!", sondern das Angebot der Selbststell ung war au die Bedingung geknüpft, daß die Entente auf alle anderen Auszulieferndsn ausdrücklich verzichte. Da vorauszusehen -war. daß die Entente diesen Verzicht nicht aussprechen wird, inufitc auch die Erklärung hinfällig»oerden. und es blieb bei einer Geste, die sich sehr gut ausnahm, aber weiter nichts kostete. Inzwischen ist aber in diesem Zwischenspiel eine neue Wendung eingetretetz. Die„Kmrzzeitung" weiß nämlich zu melden: Wie wir an< de» Riedertanven rrfefliern, ist die freiwillige Stellung de» denffchev Vrvavrinzen ebne Wissen des Kaiser» grsckseden. Seine Majestät ist von dem Schritt v«N- kämmen überrascht»««den. Er wird von ihm entschieden g r- mißbilligt. Der flaiser t> 5 t dem Kronprinzen die freiwillige Stellung verboten»nd hat von dteser feiner WillenSmrinnng dt« nietzeriandifche Regierung telrgrnphisch verständigt. Nach den Gewohnheiten legierender und regiert haben- -der Familien hat das Faniilienoberbaupt ein unbedingtes Befehlsrecht gegenüber seinen Mitgliedern. Es ist also nicht daran zu zweifeln, dafi sich der Erkrvnprinz dem Befehl des Exkaisers fügen und bübsch in Wieringen bleiben wird. Nachdem nun aus diese Weise das kleine bengqlische Hseuerchen vollständig ausgebrannt ist,»ersucht-die nion- -archistische Presse den Vorfall doch zu ihren Propaganda- Zwecken auszubsuten. So z. B. schreibt der fromme„Reichs- ,bote" über den Exkronprinzen: Er will sich persönlich opfern für sein geliebtes Boll und alle diejenigen, deren„Schuld" nur in der pflichttreuen Hin- gäbe an das Vaterland besteh!. Sein Schritt erinnert an hie Tat ve» römische» Jünglings Marcus EurtiuS, der sich im Jahre 962 v. Chr. in voller Waffenrüstung in den aus dem Forum in Rom entstandenen Abgrund stürzte, der sich der Sage zufolge nach dieser Eelbstopferung wieder st&loft. Der Vergleich würde stimmen, wenn nur nicht eine Kleinigkeit daran feblte. Marcus Curtius ist nämlich wirk- sich gesprungen, Friedrich Wilhelm aber wird nicht spring«!, weil der Papa cs nicht erlaubt. Von der ganzen Sache wird also tveiier nichts übrig bleichen, als ein eindrucksvolles Geschichichen für hohenzollern- patnot'sche Lesebücher. Man wird den nicht hineingesprun- genen, sondern leben gebliebenen Marcus Curtius spater einmal als den Mann empfehlen, der geei-inet sei, den Glanz ches deutschen Kaisertums zu erneuern. Vielleicht wird Angewendet, daß wir für den Exkrou- Prinzen nicht gelten lasten wollen, was wir an Auer rühmten imd dafi«ich Atters Selbftstellimg well er«cht auf der Kiste ffoiti—.ebenso inen in etwas geworden sei wie aus der «Stellung de? Hoheuzollern. Aber es bestehen, dock< nnge 'Unterschiede, vor ollem der, daß Auer seine Erklärung an keinerlei. Bedingungen knüpfte, dtnirn aber der Ausschlag gebende, daß der Genosse Auer weder die Absicht hat, Ä a i s e r v a n D e u t s ch l a n d zu werden, noch von irrumw ivelcher Seite als solcher empfohlen wird. Mag nun auch. die Haltung des Epkronprinzen in diesem Aall bedeutend sympatbischcr sein als die des Generals Ludendorff, so muH dach gesagt werden, daß die ungefährliche Geste, die er sich geleistet hat, noch keinen Freibrief für künftige Abeiitcuar gibt und daß durch fie an dein allgemeinen Urteil, das den Erkronprinzen für gänzlich ungeeignet erklärt, eine leitende -Stellung zu bekleiden, nichts geändert wird. Und' selbst wenn der Exkronprinz ein ganz anderer wäre, als der, den man kennt, würde das deuftche Volk dankend ablehnen. Wir sind eine Republik und wollen es bleiben! Tie Frage der Selbststelkung ist praktisch erledigt. Wäre die freiwillige'Stellung zur Tat geworden, so wäre das ein »lfi des Heroismus gewesen, der die Bewunderung der Welt erregt hätte. Für die Sache der Demokratie in Teutschland ist abep die Haltung Ludendorsfs und das exkaiscrliche Ver- bor der Selbststellung entschieden bedeutend förderlicher. -Hon Heine bemerkte:„Wir sind keine Römer, wir rauchen > a-bak. ein jedes Volk hat seinen Geschmack", und man kann mit einer leichten Aenderung des Textes fortfahren:„Ver- . geben- wirst du Curtius suchen, sie essen gerne Pfeffer- kuchen''. Nochmals, wir betrachten die Sache als erledigt und üben keinen moralischen Druck aus. Zur Liebe kann man keinen zwingen, zur Freilvilligkeit auch nicht und auch nicht zu Heroismus und Römertum. Teutschland wird nicht ausliefern, kann nicht ausliefern, die Auslieferung wäre ein vchimpfHcher, schmachvoller Akt, der bloße Versuch zu ihr brächte das Chaos. Nur die Ausnützuug dieser Angelegen- beit zu monarchisch-militarislischen Zwecken wollten wir uns verbeten Hoben; und die ist denn auch gründlich mißlungen. Warum? Eben, weil zum Gelingen ganz andere Kerle ge> chört hätten!.______ ftus der namentlichen Liste. Wegen Bergchens gegen die KrieMiesetze. und KriegSgsSräuche anläßlich'deS U-Aoot-Arleges stechen auf her engli schen Liste: Großadmiral von Tirvip. lverantworLich für die Anordnungen des nncingeschränitcn N�Boot-KriegeSl. Aus demselben Grunde: Admiral von Capelle, Admiral Back- m.inn, Mzeadnural Paul Behncke, Admiral Ichoer, Admiral von dipper, Admiral von Müller. ferner stellen aus der Liste unter der Beschuldigung Zahrzeuge mir außergewollnlickzer Unmenschlichkeit ohne Warnung angegriffen cber torpediert zu haben die ll-Boot-KommMchanten: .-.Kiesewetter..Patzig. Max Salentiner, Werner. Aeß, Kolve. Reu- reuchcr. Aichs, Wassner, Dröscher, Bothmer, � Reumann, Rücker. Ganger, von Glasenapv, von Georg, von Rvssiz und ssänckendorf, ron Ithvader. Hans Adam und Sleinbrinck. Als verantwortlich für das B o m b a r de�n c n t ans offene ?.!äd.l e stehen auf der Liste'Großadmiral von Tirpib. Vizeadmiral Paul Behnckc. Admiral von Müller. Admiral von Jngenol(lt.?e- .--mller tstlt Beschießung van Wcst-Hartl epool, Tcavborough und Wchibvl uud Äcniseradmiral Tapken. af r.Wcgen� Legend von. ailiomustschen K o.n tu.f.i m:.st e,u,...zum stwech.Händelsschiffe zu �zerstören stehe» auf-der Liste. Grcchadmira! .t?pz! Tirpip. Admiral vaii Dapellch Llzeadyriral Paul Böhucke, All- -.ssttch.45chee.r, Ad:niral chon. Müller, Fregattenkapitän Rergex. sKom- mandant des Wolf)-mid Korve.fteirkapitän Blännann(Kömmändant der Kpnigin Luise, August IMt). Wegen Luftangriffe stehen auf der englischen Liste: Hauptmann Lionarz, Kapitänleutnant Bäcker, ferner alle Personen, die für die Luftha'Nbardemenis auf die Grafschaften Kcnt und. Essex und 6. Tezeniher. f017 und die Gegend van London tfl. und Mai 1918 verantwsrtÜch waren, einschließlich der Kommän- danken aller daran beteiligten Luftfahrzeuge, insbesondere. Haupt- mann Brandenburg. Wegen Erschießung. des Kapitäns Fryatt wird die Auslieferung v-er!angt von Admirvl von Schröder und Kriegsgervsttsrat Kipfel. Auf der englisch«» Liste. werden ferner angefordert wegen Mißhandlung von Kriegsgefangenen: 7 Feldwebel, 2 Aerzie, 2'. Gefreite» 8 Ilnterofftziere, z Eoldat, S MvÜisten. Ferner 30 dtominandanten von Gefangenenlagern. Ferner: Diejenige oder, diejeistgen Personen, die für dm» Be- fehl verantwortlich stnd, wonach 500 britische Gefangene, angeblich als Vergeltungsmaßnahme, in» Februar 1917 an der russischen Front zu arbeiten Hachen. Den Gefangenen ivurde urstgetoilt, daß sie nach den Schstpengräben Mifchsn Riga und Miiau geschickt werden würden, sie wurden mißhaildelt, mußten übermäßig ar- besten und wurden schlecht genährt, so daß nach zwei Monaten von 500 Gefangenen nur noch 77 im Lager waren, von denen 17 voll- kommen arbeitsunfähig geworden wären, während 23 aus Hunger oder vor Kälte umkämen. Andere wurden»nfolgs?3dißhandlung, durch Beschießung /oder durch Frostschäden dauernd invalide.) Ferner: En ver Pascha(für den Fall, daß er sich in Deutsch- band aufhält), früherer türkischer Kriegsminister(verantwortlich für Mißhandlungen von Gefangenen in Lagern, Gefängnissen und Laza- retten). Wegen A r in e n i e r m a s s a k c r: E n v e r Pascha, früherer Krtegsminister; er und die Folgenden in ihrer Eigenschaft als Mitglieder der türkischen Regierung bzw. als ein- flußreiche Mitglieder des Komitees für Einheit und Fortschritt (wegen der Nieoermmtmng von Armienerni. T a l a a t Pascha, früherer Großwesir. D j e m a l P ä sch a, früherer Marineminister und während des Krieges Generalgouventcur in Sprien. Razim. Dr. und früherer Generalsekretär des Komitees iür Einheit und Fortschritt. Behaeddin Shakir, Dr. und Mitglied des Ko- unieeS für Einheit und Fortschritt. Agni Bey, Dr., früherer PollZchchef und Generalgonverneur von Beyrut, B e. d r i B e q, Dr., und früherer Polizeichef. Ismail Hakki Pascha(genannt Dopa!, General und Depiirtemenisdirektor im Kriegsministerium. D j e m a l A z m i, Lstili von Trapezunt.(Für den Fall, daß sie sich in D'tiiichlarO befinden.)____ �Zäher Kampfs vor Bbfenüung öer Äste. Amsterdam, 11. Februar.„Daily News" meldet aus Paris über die Ereignisse vor der Absendimg der AuslieferungSlifte nach Berlin, baß im Rat der Botschafter ein z-ä h e r Kamp f mit Bezug aus die List« stattgefanrden Hobe, der mit der Niederlage d e r britischen Bert r e t e r geendet habe. Millcrand habe den Rat der Botschaschr überzeugt, dckß die Liste unverändert nach Berlin gesandt weichen müßte. Er sagte, wenn man in dieser Frage nachgäbe, würden die Deutschen verllangen, daß der Vertrag auch in anderen Punkten abgeändert werde. Wenn der britische Stand- punkr angenommen iverde, bedeute dies, daß seine(Millerands) Erklärung in der Kammer, daß der Friedensvertrag, wie er unter- zeichnet und ratifiziert fei, d n r chg eführt werden müsse, desavouiert würde. Wilson unü die Auslieferung. , Pari s, 11. Februar. Nach einer Rodiometdung aus Washiug- tau soll Präsident Wilson die Absicht habe«, dem deutsche« Kronprinzen auf sein Telegramm zu antworten. Im Weißen Hause glaubt man, daß Wilson die Gelegenheit beuube« merde, um öffentlich z u erklären, daß er immer der Forde- rung der Alliierten betreffend die Auslieferung der Schuldigen absolut feindlich gegenüber- gestanden habe. Er würde jedenfalls auch erklären, daß er sich enrrgisch jeder Handlung widersetze« werd t, die das Ziel habe, d i e A u. s l i e fckr u u g z ü r A b u r t e i l ü» g alter T e»t scheu, sowohl der Militärpcrsonen als auch der Fi vil b r a m te« zu erlangen. die Kcankfurte? Seomten gegen Sie Auslieferung. Frankfurt a. M'., 1t- F-cheuw.(Eigener Drahthericht öeS ..Lor'.uäfts".) Das Oriskartell der Frankfurier Beamten, in den» 18 000 Beamte, Bramltnüe!», Lehrer und Lehrerinnen, aller poliL- scheu Parteien org'an»n.eri sind,'erklärt, daß es geschlossen hinter den- ablehnenden Bs f ch l ü f sc>r der Regierung steht »üd erklärt ferner, daß es jeder Negierung den Gehorsam vrrlvri- „Der Unmenfih' von Hermann Sahr. 5k a m nve r spi e l e. Ter neye Bahr brachte es in den Kommerspidlen so wenig �wie bei den früheren Ausführungen' in der Provinz zum Erfolg. Das Publikum, das nach den eilllcitcndcn Plauderszenen geklatscht hatte. lehnte die beiden folgenden Aufzüge in sehr entschiedener Weise ab - trotz zahlreicher amüsanter Wendungen und hübsehgeichliffener Worts, die ja auch Bahrs schwächere Koiuödien noch immer ganz erhädlich über das Niveau der landläuifigen.Luftspietprodiikftori der- ausheben,»nit guten» Rechte.' Man ist daran zzewöArt, die Ansprüche an Menschen möglich tri t bei Lnsftpielhandlungen auf das äußerste Mndestrnafl herabzusetzen, wenn nur der Autor«rst ssman Rech- riereiew etsten heiter»« Effekt erzielt. Doch Bahr stellt hier Zu- mlstungen an die Geduld der Höver, die-jede Schranke üt?erstc:gen. Die.Karten, die er am Schluß des ersten Aktes,»vo sich der Knoten schürze»! soll,.ausspielt, find derart falsch, daß überhaicht fein Interesse an däm'wcitchon Verkauf und Ausgairge. des Spieles möglich wird!.' � Sein weißhäpfiger Ariftakrar und Kavalleriagenckral Rastan. der im Som-mer IS nach dam. Zusanimrenbruch des stirchtüaren Weltkrieges iii allerrosigsier Laune, wie sin Student von.seiner Ferienreise heimkehrt— Las hohle Hirnchen»ütt der Erinnerung -in galante Abenteuer ibis zum Rand gefüllt—, IM als ironisch- pofenLierke Darstellung efiteS gewissen Schlaget- leichtlebig öfter» reichischeu Schwerenoter'llms wühl manche unterhaltsam prägnan- ren Züge. Indes der Grad der Uebertreibimg. das völlige Fehlen ieder Resonanz des gvausigen Geschehens, rückt die Figur dicht an Me Grenze des IL iot i sch- Patholo gischen. muß«neu» schließlich auf die Rertftn fallen. Daß dieser routinierte Herzensbrecher, der tu seiner«nerschöpstich. spaßenden Bergmogtihett auch von der neue« Revublik»»och allerhand ZerstreinuMn erhoff-, nicht nur von grüiien Backfischen, sondern, gleicherweise vo» reifen Matrone«>md der eigenen Schwege? als Verdörverunz be-auäerndster Mänrüsch- "eil angesch.värwt wird.-, mag als o»s tvkrMcker Becklmchtung ge» ichöpfte Perstw-ttung«veilAtcher Schivmhen gelten. Peinlich aber berührt es. daß der Verfasser sechst von dieser SckMäche angesteckt scheint, und uns die Schweste-r in ihre-,« töricht-tächerstchen Kult des Fadian als eine dersckindise, gemütvolle'Person aufzureden versucht. Was der Levdrchcheit aber dann die Krone aufsetzt— er will uns glaube»» machen, Laß diese Pyrso» in-ihre? Sorge um L n VerKtterten. als dieser endlich«'»»mal einen wohwevdien-ten Korb ..häl», zu feinen Guirsleu sich verwendet. Der arme Kerl, dessen fekchmtarien noch nie zurückgewiesen waren, würde irntor dem Ei«-- druck einer solchen uivgöwohnten Abiehmulq den Glauibeu an nck i-übst verNeren. ja, den Afftwnt»»»cht üiberlebsn tönueu! Alle lustigen Episoden tu der Schrldermig des junge!» Ehcpärchens, dessen werbliche HÄste mit jenem Ausiunei» beehrt wird, helfen Wer L-aS Monströse der Aoraussetzmig rstcht hinweg.� Was in den» Dialog d« Heiden jungen Leute llufAbi ermäßig wirkt, find Motive, die Babr in dem.Konzert" i« dqx Figur des Doktor Aura bereits viel goist- .reicher und feiner aygeschlage«. Auch dieser Doktor Harb ist«ine barmLas-gllte Seele, die.»n däS Reich de? DsnlienS aingespönuen, nita bept Interesse sstr•«« Allgemeines jede; Föhnsfeit z« etf ertüchtigen Regungen Psriorrn hat und fsm bsrliebws Fr«tcheu da- durch z«r PerZweiflung bringt. Henna nr. Tlhi mi g spielte den versonnenci»„Unmenschen" mit auszezeichnetem Humor. S-ebr frisch wvr auch Johanna Termin als kavriziSS-zerfabremeS, über das Phlegma des Ge- nrahls in stfrrm- scher Entrüstung entbranntes Weibchen; vorlreff- 1 ich Rasa Bertens als französisch prllievke aliaristokrätische Lobe- dame des öiterr-uchischen Ancien Regime. Gustav Waldau gab den angejaihr.en Don Juan mit elastisch federnidcr Eleganz und glücklich gettoffeitcr LokaLfavbe. Tie Stileinhoit der von des Dich- »ers Gattin Bahr- M ilde uburg inszenierten Ausführu»»g litt dadurch, daß die anderen Figuren, auch Gülstorfs talentvoll karikaturistisch angelegter Hofrat, reinstes Norddeutsch sprachen. E o n r a d Schmidt.' „Ter Prophet". tSrstaufführuug i»» Eharlottelckurger Opern- 'baus.)'Er scheirst. wieder oder noch immer GeLustg zu Höchen, dieser Prophet ans sremdean Land.- Französisch aufgekitzelte, mit feltblüti- gem Strich, gezeichnete Handlung, brutale Einschnitte, grobe Bu» bfegungen jeder ernheickichen Stimmn ngsli nie, Vermischu-ng ernster uest» satirischer: Züge in.. denselben Menschen und Ideen, llmvahr- heit der Spomtrüitgen, der Ocrtlichketteu. Also ein Werk von Scribe — alles Mache, kalt überlegte Mache. Meyerbe«? schreibt dazu mit einer m»s Heutigen Primitiv aumutendeu. aber in ihren instrumentalen Effertcn prachtvolle« Prtrftiur unterstreichende Begleitung, bravbureirse Arien, fansaren- bäfte Märsche, flutte Tänze. Das wirkt nmh 70 Fahren noch frisch: der Traum Johannes, der KrömiugSmarsch, ein Bauer ntrrnz, das Schlittschuh-Ballett, das Finale des 1. Aktes. � Mit erlesenem Blick für Wirkung tiefer Bläser, gleitender Harfeirtöne. aufrüttelnder Bässe. Wo raff: sich die Seele auf zu letztau» Ausdruck? Der Lärm, der Pomp, das Grandiose des Wurfs tötet so zart« Gebilde. Die Regie(Lagenpuieb) sorgte für druchhare Bilder, die von holländischen Porzellanfellern zu erzählen wußten. Lauben- thal.strahlte im Schmuck der Nüst»! ng und stma wirklich«mnal ausnehmend klar, timorhgst-fchön. Die ,ftdes der Frau Vil mar- Ha u se n Icuchicfc in crgieifertdcf Moll-Stimmung; nur die tiefen Alt-Töne vcasschwammen." Und der Oäierchau Rei s i«g e r s»vi rite so rauh, wie er gedacht ist. Steif htielwu die Ensenkbles, die Volks- szenen plump. Emmy Z i m m« r»n a n n hätte stärker aus sich hera-usgcbeu dürfen. Das Orchester unter MSrikeS- Leitung gknuzte. So war Jubel»m» den Propheten in Charlottenburg. K. S. Lstpreußeu in der Urauia. Tie llrania lud am Montag zu einem Vortrag von Prof. Franz Goercks über Ostpreußen ein. Nicht nur boßtische Gründe der Gegenwart, auch reine Freude au den Slatunschöiihoiren cvhalten das"Zitteressc für diese Warte des Deutschtums im Osten rege. Einer ausfiihrlicheii geschichtlichen Uedeissicht, von vortrefflichen farbigen Bildern begleitet, folgte eine Wanderung durch das heutige Ostpreußen, wobei(erfreulichsrweise) ■üi• BerwüitzWgv» durch den Krieg dem Besthauer nickst gezeigt wurden. Die kurze Wanderu-ng mag manchem der Anwesenden den Gedanken nahegelegt haben, das Gute in d>-.r Nähe zu suchen und de:-bedrohten Heimat- die--Treue- zu bswabren. Di« zahlreichen Bacher ze»chn«fen(ich alle durch große Klarheit uard'sckönhait der Farben: aus und Ivaren offenbar von sehr glücklich gewählten Bs- oöachtuilgs-punÄeü aus aufgenommen. Der gehaltvolle Vortrag. der sich von»laholiegenden nätioualiftischen Wendungen fest völlig gern müßte, die er» das Kartell das Ansinnen stellen würbe. deutsche Volksgenossen- an einen Gerichtshof d« Entente auszi:-- liefern Der Deutsche Beamten bünh in Berlin wurde aufgefordert, umgehend der Regierung und de: Bcainte.nschaft gegenüber alles zu tun, um die Auslieferung zu verhindern. wie man es nicht machen soll! Aus allen Teilen des Reüffes dringen Probestkumdgebun- gen gegen»die A u s l» e f e r u n g, die ein Ausdruck spontan entstaudenen Volkswillens lind und die Regierung in ihrer schweren Aufgabe unterstützen sollen. Diese Kundgebungen sind warm zu begrüßen, entspringen sie dock) ehrlichen Herzen und statten sich von seden» Parteitreiben fern. Anders jedoch ist es, wenn gewisse Bünde, und Bereini- g-mtgen zusainineutreten, die unter dem Vorwand, der Regie- rung gleichfalls beistehen zu wollen, die Oeffentlichkert mit unklaren Plänen und Vorschlägen überschwemmen, die nur Beunruhigung im Innern und neue R c- o r e s s a l i e n feitens der Entente hervorzurufen geeignet sind. So hat sich eine Geschäftsstelle..Deutsche Ehrenliste" gebildet, die in einem Aufruf erklärt, daß Protesiversamm- luugen nicht mebr genügen und man.zur Tat schreften müsse. Hierzu schlägt die Vereinigung vor: An jeder Stadt, in jedem Dorf schließt Erich zusammen! Legt Listen aus! Tragt Eure Namen vinl Bekennt dannt, daß Fhr die Ausliefernden zu schützen, für Deutschlands Recht und sein Ansehen in der Welt zu handeln bereit seid. Werbt da- für mit Wort und Schrift! Wir sehen den Zweck dieser Listen nicht ein. Entlvcdcr soll durch die Sanimlinig der Namen auch wiederum lediglich P r o t e st gegen dos Verlangen der Entente eingefegt tveÄei» — was jedoch dem Verlangen nach der T a t widerspricht— oder aber es verbirgt sick unter dieser Listeneintragung ein geheimes W e r b e s y st e n» mit mtlitaristischeni Einschlag, das unter Umständen in einem Augenblick, in den» die Regie- rung vielleicht sich in Unterhandlungen befindet oder solche anstrebt, mit bekannter militaristischer Ungeschicklichkeit einen Bürgerkrieg entsacht und daunt. namenloses Elend über unser Volk heraufbeschwört. Doppelt mißtrauisch muß man gegen diese neue„Ehrsustelle" werden. wenn man als Künder der„Propaganda der Tat" Namen wie Reinhard. Noethe, Dietrich Schäfer, T r a u b, Freiherr v. Wangenheim und andere liest. Es ist traurig. daß auck in diesen ernsten Stunden gewisse Leute nicht ge- nügend T a k t g e s ü h l besitzen, um zu empfinden, daß gerade sie den Mund halten sollten. Ein Clearinghouse in yollanö. Haag, Ii. Februar.„Nieuwe Eourant" zufolge finden augenblicklick, Besprechungen über dir Errichtung eines Jnsti- tuts in deu Niederlanden statt, das den Zweck verfolgt, des Warenaustausch der Niederlande mit anderen Landern »nöglichst unter V e r m e i d u n g der Barzahlung statt- finden zu lasicu. Turch dieses Justitut würde ein Clearing ins Leben geruien werden, wobei die einzuführeirden und aus- zuführenden Waren gegeneinander nach ihrem Wert verrechnet werden. Es fei davon die Rede, dieses Institut in Amsterdam zu errichten und Bureaus in verschiede. nen Auslandsstadten zu unterhalten. An den vorbereitenden Besprechungen„ahmen uiederländischc Importeure und Erpvr teure teil. Das ist ein geradezu rettender Entschluß. Dfe deutsche Regierung hätte angesichts des katastrophalen Ausverkaufs Deutschlands durch den schleckten Valutastand schon längst zu einem derartigen Verfahren dringen müssen. gm cugliichrn Unterhaufc kündig: 2 Eham Verla in eine All an, die den Feingelzalt der Silber m ü n z L n in Großbritannien und anderen Teilen'des britischen Reiches a b- ändert. fernhielt und nur lotder etwas gleichförmig gshalfen wurde, sr- »veckte den lebhafte i» Beifall der großen Zuhörerschaft. wp Hamburger Theater. Hans Müllers Galilei-Drama„Die Sterne", dessen reichsdeutiibe Erstaufführung im H a m--- burger Schau,' vielhaus stattsand, interessiert durch daS uu- banale, auck unsüßlich behandelte Sujet, durch hochentwickelte Technik. Bei kluger Verliefung und Goistigkeit ist es regfeme?. pulsierendes Theater. Die geistigen Probleme sind kernige Würze und feine Anpassungssählgkeir. Diese„Sterne" bedeuten keinen künstlerischen Gottesdienst, aber erst reckt keine schnöde Entweihung und keine Anbetung des Beelzebub-Mammon. Hermann W l a ch war als Galilei eine weit überdurchschnittliche Variante zerklüfteter Menschlichkeit. Das Stück wurde beifallsfreudig ousge- nomme». A. S. Zur Direktorfrag« des Germanische» ÄkuseumS äußert sich jetzt Wilhelm v. Bode, desien Nesse Dr. Heinrich Zimmermann als Ersatz für den freigewordenen Posten in Aussich» genommen worden ist. Di« Beamten des Museums hatten sich über diese Kandidatur beschwert, weil sie glauben, in ihren. Reihen selber �ei eine geeignete Kraft vorhanden, und dann vor allem, weil sse in dieser Frage gänzlich übergangen wurden. Was sie über die kunstwissen- scha fluchen Leistungen Zimmermanns sagten, wird setz: von Bode richtiggestellt, auf den wichrigsten Punkt der Beschwerde, die Beteiligung der Beamten an der Entscheidnng, geht der General- gewaltige der Berliner Museen aber mit keinem Wort« ein. Es genügt heutzutage wirklich nicht mehr, in solchem Falle sachlich Fordernde mit einem beiläufigen Hinweis obzuspelsen, daß auf ein„geschicktes Entgegeukommen den Kollegen gegenüber' zu rechnen sei. Eine Schristsselleripende veranstaltet� die Deutsche Schiller- Stiftung(Zentralkaise in Weimar). An die deutschen Schriftsteller und Dichter gebt der Ruf nach einer eimnoligen Gabe, damit die Stiftung ihren erhöhten Aufeaben gerecht werden kann. Theater. Freitag ist die Erö'niinrgSvoritcllung des TbeaterS„g o I i c s C a p r i c e" fbisher Tbeater der Friedrichstadt) mit einem Neuhotten- Zyklus im frühere»! Genre. Munt. Richard Strauß wird am 18. Febr. Heinrich SchluSnuS' eigene Lieder begleiten und am S3. Februar cinen Mözart-Straug- Abend mit Kamin erorcheiler dirigieren. Vorträge. Freitag, abends 7.45. spricht der Kunstinaler F i d us mit Lichtbiidern im.fentralinslitut für Erziedmig und Unterricht über.Voltiiche und Cbaraiterkräste nn deutschen Küiistichaffen".— Ucber..Machtwtlle und Rechtsidee in der Ge-ckichte des VäUerbundgedankcuS" spricht am Sonn« abend, 4 Uhr. Pros. Veit Valentin in der Deutsche» Liga sur Volker« bund. Unter den Linden 78. Karten im Bureau. Gi« Gauklerieft. veranstaltet von der Schule Reimaun. findet am 17. Februar im Marmorsaal de? Zoologischen Gartens statt»mter Mit. Wirkung der böberen Fachschule für abeoier«»nd DikyrationSkunst. Gesuch« um Einladungen van ehemaligen Kchlllern, kdünmern� und Klmst- «reunden vorher schristiich an den FestauSschug, Berlm V. 80. vands Haler Swasse 3ä. Im Zwtschcusemester der Ha»dels«H»ch'chnle Berlin(ß. Februar bis 17. April) werden m den Abendstunden auch Vorlesungen gehalten, die euch»ür ein«» weiteren HöcertreiS von Jnreresie sind. Die»u fremder Sprache gehaltenen Vorlesungen werden eweu» oft eulpsundenen Bedürsais Rechiumg trägem Nr. 78* 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Vonnerstag, IS. Februar 1�20 GroßGerün �Zimmer frei!" Ich bin auf der Suche naä) eineni mSblierien Zimmer. Eine Woche lang habe ich ungeachtet der Tatsache, daß jetzt ein Paar Stiefelsohlcn 35 M. kosten, meine Entdeckungsreiselt unternommen, ohne auch nur die Spur voll einem Aushänge schild zu Gesicht zu bekommen. Endlich aber lachte auch mir das Glück schwarz auf weiß entgegen.„Möbliertes Zimmer zu vermieten". Und so ganz in der Nähe meines Bureaus! Und nur drei Treppen! Im Nu flog ich die drei Treppen hoch.„Sie Verzeihen, hier ist ein Zimmer frei?"„Bedaure, schon seit drei Tagen vermietet". Unten drehte ich mit einer leisen Verwünschung die Rückseite des Schildes nach vorn. Doch heute lachte niir daS Glück. Da war wieder ein Schild. Und auch nur vier Treppen. Aber diesmal ging ich vorsichtshalber schon etwas langsamer hinauf. Ein kleines. einsenstriges Ziinmer, eilt Stuhl, ein Waschständer, ein Kleider- haken, aber so gebrechlich, daß ich nicht fest auszutreten wagte. ohne fürchten zu müssen, die gesamteil.Möbel" möchten jeden Augenblick zusamnienbrechen.„Und wieviel kostet daS Zimmer?"„Eigentlich ist es ja schon vermietet. Der Herr hat schon angezahlt. Aber wenn sie gleich die ganze Miete bezahlen, dann können Sie'S haben. Es kostet nur 73 M. „Ich zog es vor. mich zu empfehlen. So allmählich bekommt mall Routine. Kalilächelud ging ich an zwei Schildern drei und vier Treppen vorbei und machte erst bei einem dritten Halt, daß mir von der ersten Etage eines vornehmen HauseL verlockend entgegensah. Aha, hier ist es richtig, dachte ich. Donnerwetter, ist daS ein schönes Zimmer! Groß, geräumig, moderne Möbel, sogar geheizt, trotzdem es draußen gar nicht kalt war.„Und wie ist der Preis?"„iOO R. ohne Pension, mit 730 M. Die gnädige Frau ist in, Augenblick nicht hier, wenn Sie vielleicht in einer halben Stunde wiederkommen wollen." So schnell bin ick in meinen, Leben noch keine Treppe herunter- gestürzt. 400 M. Miete für ein einziges Zimmer, das sind 4800 M. im Jahr. Sollten da nichr auch für möblierte Zimmer Höchsttnieten anr Platze sein? Und wieder fällt mein Blick auf ein Schild, auf dem ge- schrieben steht:„Zimmer frei". Unten lese ich noch etwas von Pension T. Ich klingele und warte. Ganz deutlich sehe ich. wie inzwischen jemand durch daS Guckloch mich mustert. Tie Tür aber bleibt geschlossen. Ich llingele noch einmal. Endlich beim dritte Male öffnet die„Wirtin", ein ironisch grinsendes Gesicht mit ledernen Gesichtszügen. Kurz fährt sie mich an:„ES ist alles besetzt".„Aber cS steht doch ein Schild..." ..Augenblicklich ist alles besetzt." Und wie ich mich wende. kommt ein vielsagendes Pärchen die Treppe herauf, das widerspruchslos Einlaß findet. Ach so.... Wenn ich nicht umhin kann, hier mitzuteilen, daß ich in einer einzigen kleinen Straße allein vier solcher„Pensionen" gezählt habe, die durchschnittlich 6—8 Zimmer beseht halten, so soll das etwa kein Vorwurf gegen das Wohnungs- a m t sein. Denn schließlich habe ich doch noch ein ganz hübsches, gemütliches Zimmer gefunden, auch nicht zu teuer. Aber doch bin ich unbescheiden genug, der Meinung zu. sein. daß behördlicherseits auch für dls„möblierten" Mierer noch recht viel getan werden könnte. kr. Die Not der Kriegsblinde». Der Bund erblindeter Krieger /Bezirk Brandenburg) hatte ein« außerordentlickie Gersammlung einbmiten. um über eine in Lorschlag zu bringende Eingabe an die RetchSregierung Glellung zu nehmen. Der Bezirksleiter Bisch off kam eingehend auf die Rotlage der Kriegsblinde» zu sprechen und beniertte u. a.. daß die Renten bei der beuligen Teuerung unzureichend sind. Redner verlas hierauf die vom Bund in einer Eingabe der Regierung zu unterbreitenden Forderungen der Kriegsblinden, die in yllen Punkten guigeheißen wurden. Diese Forderungen find folgende: Gewäbrung einer ein maligenWirtschaftSbeihilse von ,00!) M. bei 100 Proz. Erwerbsunfähigkeit, eine laufende Erhöhung von ISO Broz. der gesamten Bezüge em- sprechend den gegenwärtigen TeuerungSverhällnisien mit rück- wirkender Krait ab 1. Januar 1920, Bewilligung weiterer Miitel zur Ausübung der amtlichen sozialen kr>«gsbe'chädtgten und kriegShinterbliebenen Fürsorge: inSbesongere auch für die b e- rufliche Umbildung und berufliche Wiedererstarkung aller Schwerbeschädigten, schnellste Erledigung des Gesetzes über den E i n st e l l u n g s z w a u g der Schwerkriegsbeschädigten und nachdrückliche Durchführung desselben, vollständige Steuersreiheir der Rentenbezüge. da bei einer teilweisen Steuerfreiheit gerade die Schwerbeschädigte» durch ihre erhöhten Rentenbezüge zur Steuenablung herangezogen würden. Erhöbung der Bezüge nach Verhältnis der Lebensmittel- steigerung, Gewährung von Naturalien an Kriegsbeschädigte, tnö- besondere an Schwerkriegsbeschädigte zu mäßigen Preisen in aus- reichendem Maße, K i n d e r, u l o a e n für jedes Kind von tOO M. je Monat. Gleiche Unterstützung ist auch denjenigen Angehörigen zu gewähren, bei denen der Kriegsblinde der Ernährer ist. Es wurde noch angeführt, daß. falls sich die Regierung weiterbin ablehnend gegen die berechtigten Forderungen der Kriegsblinden verhalten sollte, diese letzten Endes sich dann gezwungen sehen würden, ihr Elend der Straße zu zeigen und einen DemonstrationSzug veranstalten würden. Portofreie Agitation z« den Elternbeiratswahle«. Behörden senden ibr« Briefe unfrankiert auf Grund einer Ver- einbarung mit der Postverwaltuna. Gehört eine BeriammlungS- einladung, die ein. Ausschuß für evangelische Schul- erziehung" den an den ElternbeiratSwablen beteiligfen Familien übersendet, zu den behördlichen Schriftstücken? Au« Schöneberg wird uns ein an einen Familienvater gerichteter Brief mit einer derartigen Einladung vorgelegt, der keine Frei- marke trägt, aber mit dem Stempel.Frei lt. A V e r s. N r. 21. Kgl. Pr. Superintendent" geschmückt ist. Die Einladung ist unterzeichnet:.Der Ausschuß kür evangelische Schulerziedung. Raack. Superintendent. Krause, Mitielschnllehrer. Görsch, Ober- landeSselcetär. Ludwig, Maurermeister.' Sie richtet sich an»die evangelischen Eltern, von denen wir wisien, daß sie auch fernerbin für eine religiöö-sittliche Erziehung ihrer Kinder und gegen die Entchristlichung unserer Schulen sind", und bittet sie zu einer.wichtigen Besprechung" noch dem Saal an der Baul-Gerhardt-Kircke. Wir können uns nickt denken, daß der An- spruch des Suverintendenten aus freie Beförderung von Briefen sich auch auf diese Einladung erstreckt. WaS sagt dazu die Po st Verwaltung? Ader anÄ an den Minister für Wifien- schaft. Kunst und Volksbildung müssen wir die Frage richten, wie ihm diese mit dem AmiSstempel ausgestatteten Agitationsbriese gefallen._ Heute fällt die juristische Sprechstunde aus. Ein schwerer Raubübersall wurde Miltivock nachmittag im Nord- osten verübt. Im ersten Stockwerk des HauseS SSinSstr. 70 wohnt die Familie des Pferdehändlers Ascher. Als die Frau allein an- wefend war. verschaffte sich ein junger Bursche von etwa 20 bis 23 Jabren Einlaß in die Wohnung und fiel über die Frau her. Der Räuber würgte sein Opier zunächst und deckte ibm dann ein m't einer betäubenden Flüssigkeit durckt-änkleS Taschentuch über das Gesicht, so daß eS bald die Besinnung verlor. Als Beute nahm er ungefähr 3000 M. bare« Geld mit und verschwand darin unangefochten. Der dreiste Räuber, der wahrscheinlich noch einen Sp'eßgesellen gehabt bat, der draußen Schmiere stand, kann von der lleberfallenen nur wenig beschrieben werden. Nach deren An« gäbe hat er ein bartlose? Gesicht und trug eine grüne Mütze und ebensolche Jopvc. Die Kriminalpolizei ist mit der Aufklärung des UeberfalleS beschäftigt. Zeh« Schachtel» Streichhölzer— 3,50 Mt. Nack der.Boß" macht die Anhaltische Zündwareniabrik in Koswig bekannt, daß eine bedeutende Erhöhung der Zündbok, preise bevor- steht. Statt bisher 1.30 M. sollen in Zukunft 10 Schachteln 3,50 M. kosten. Nach derselben Meldung hat die zuständige Reichsstelle bereits ibre Genehmigung erteilt. Falsche Kriuirnalbeamte. die glo ich mit einem Äraftwagen vor- gefahren kennen, mn beschlagnahmie Ware wegzuschaffen, wurden in der Fruchtitraße auf frischer Tat von Beamten der Sicher- heitSpalizei festzenommen. Bei einem Trödler erschienen drei Männer in bürgerlicher Kleidung, die ihren Kraftwagen vor dem Laden halten ließen. Einer zeigte dem Geschäftsmann eine Blech- marke, einer der beiden anderen ein Schriffftück mit Mld und Stempel. Die„Beamten" schritten unverzüglich zu einer Durch- suchung nach gestohlenen Waren, wie sie sagten. In größter Eile „beschlagnahmten" sie auch Teppiche, Läufer, Vorhänge und der» gleichen und schaff vm sie nach dem Kraftinagen. Um diesen herurr sammelten sich bald eine ganze Anzahl Leute an. Dem Ersucheii des Trödlers, dem die Haussuchung doch bald verdächtig vorkam, die nächste Wach« zu benachrichtigen, kam niemand nach. De� Vdcnrn rief jetzt um Hilfe. Da versuchieu die„Beamten" zu erst fliehen. als gerade zur rechten Zeit noch einige Mann von der Sicherheit!.- Polizei dazukamen. Diese nahmen zlvei der Schvindler fest, wäh» rend der dritte entkam. Die Verhafteten wurden festgestellt als „Arbeiter" Brumberg und S ch l e d a. In der Fennstraße wohnt ein Händler, von dem sich in der Nachbarschaft herumsprach, daß er durch seine Geschäftie tu kurzer Zeit reich geworden sei. Eines Tages kamen ein„Wachtmeister" und ein„Äriminalwachtmeister". beschuldigten den Geschäftsmann dos Schleichhandels, durchsuchten feine Räume und„beschlagnahmten" 49 000 M. bareS Gold und verschnchene Ware. Erst als die in Aussicht gesteffle Vorladung nicht kam, schöpft? der Händler Verdacht und wandte sich jetzt au die Kriminalpolizei. Flngzeugmeisterei Adlershof. Der für die im August v. F. entlassenen Arbeiter der Flugzeugmeisterei Adlershof von hier aus beschaffte Anzug- und Futterstoff ist von den Bezugsberechtigten bis spätestens 20. d. M. in AdterShof(Flugzeugmeisterei) in Emp- fang zu nehmen. Meldungen nach diesem Termin können nicht bc- rüchichiigt werden. Bezugsberechtigt ist jeder von den im August entlassenen Arbeitern, der seinerzeit in den entsprechenden Listen eingetragen wurde und dessen Abgangsbescheinigung die Rummer, mit der' er in der erwähnten Liste vermerkt ist. aufweist. Verein„«rbeiter. Hochschale*. Folgende Vorlesungen liegwnen iu der Woche vom 16. bis W. Februar. Englisch.(Doppelkuftus sür An- jünger mit einigen Vorkenntnissen.) Montag, den 16. Februar, 8 bis Sst, Uhr. Schul« griedrichstratze t26. Dozent: Otto Michaelis.— Interessant« Entdeckungsreisen mit Lichtbildern. /Der jlamvs um den Nordpol, Entdeckung bei Südpols, Sven HedlnS Reis« duich Zentral-Asie» usw.) Montag, den 16. Februar, 6 biS T-l, Uhr. Aula Georgenstr. 30/81. Dozent: Jens Lützen.— AuS altdeut- scher Literatur. Mittwoch, den 18. Februar. Ist,— 0 Uhr. Schule Niedrrwallstr. 12. Dozent: Pros. Dr. W. Spleltstötzer. Härgebühr für Mitglieder 2 M.. Nichtmilglieder 3 M. Doppelkursu-Z 4 Vrzw. 6 Mark. Tageskarten 1 M. Für jede HSrrrkarte werden 20 Pf. Zuschlag(Werbe. sondS) erhoben. Karten»«» kaus vor Beginn der Vorlesungen und aus der GeschästSstell«, E 2, Reue Frledrichstr. 53/56, II, dcS Vereins. Tonriltenverei»»Die Vkaturfrennde«(Neutrale Gruppe). Sonntag Erkner— Löcknitz—Störitzsec. Ab Schles. Bahnhos 7,30 Uhr. Pankow. Oesfentlichr Jugendversammlung heul« 6H lkhr in der Aula der 2. Gemeindeschule, Ärunowst raste. Jugendgenosstnnen und Genossen, bringt Firsunde und Bekannt« mit. Sorgt für Massenbesuch! Lichtorfelde. I« dt« Gemeindevertrebersthung wurde sie- schloffen, die Rettungseinrichtungen der Sanitätskolonne zu über- nckhmen und für Errichtung einer 2. Rettungsstation sowie für Instandsetzung eines zweiten Krankentransporttvagens 4000 M. bereitzustellen.— Die Friedhofgeöüh re n werden erhöht, um einem Defizit von 60 000 M. vorzubeugen. Zum Ankaufe von Bildern aus der Ausstellung feldgrauer Lichterfelder Künstler werden 10 000 M. bewilligt. Für die Unterbringung erholungS- bedürftiger Schulkinder in verschiedenen Gegenden Deutschland: und deS neutralen Auslands werden als erste Rate IS 000 M. zu: Verfügung gestellt. Den minder- und unbemittelten Einwohner� sollen für die Kinder bis zu 2 Jahren, für werdende Mütter un!fl für Kranke mit Mrlchattest zu den Kosten für den Milch;. kauf bis zu SO Proz. aus der Gcmeindekosse beigesteuert weft den; zu diesem Zwecke werden- 20 000 M. bereitgestellt. In der vorhergehenden Sitzung war von einem Mitglieds unserer Frak- tipn bezweifelt worden, daß die frühere Gemeindevertretung Anstellungen nur nach sachlichen Gesichtspunkten vorgenommen Habs. Ueber den Umfang und den Wortlaut der Behauptung stand Aus- sage gegen Aussage. Der Führer der Rechten erklärte frei und offen, daß er Sozialdemokraten, insbesondere aber Mit- glieder der II. S. P. D. niemals als Jugendpfleger oder als Lehrer einstellen würde. Da der Gcmeindevorstand sich weigerte, die Untersuchung in dem von der Linken geforderten Um- fange vornehmen zu lassen, lehnte diese die Beteiligung an dem vorgeschlagenen Untersuchungsausschüsse ab. Karow. Gemeindevertretung. Die Besetzung der 3. Lehrerstelle erfolgte durch Wahl eine» der von der Regierung vorgeschlagenen Kandidaten. Zum 1. April soll bei Pensionierung eines jetzigen Lehrers ein ortsansässiger Lehrer, der von der Schulkomnnssion ein- sunrmig in Vorschlag gebracht wurde,«ingestellt werden. Die Sätze 23J Jan Krebsereuter. Seine Taten. Fahrten und Meinungen. Ausgezeichne, von Hans Müller-Tchlösscr. Gerade kamen ein Mann, eine Frau und ein großer Junge daher, der Mann im großen Strohhut, weißschwar; kariertem wollenen Reisctnch über der Schulter, Fernrohr am Lederriemen, enger Nankinghose; die Frau, einen grünen Roiseschleier vor dem Gesicht, der Jan an die Gar- dine vor seiner Mutter Topfbank erinnerte; der Junge mit einer Botanisiertrommel an der Seite. Alle drei schauten «us den Rhein, der im Wendrot glitzerte, imd warteten auf daS Schiff, das noch Rotterdam fuhr. Ter Junge stand borne am Werstgeländer und reckte seine spitze Nase weit vor. Die Frau warf im eifrigen Roden den Mund durch- einander, daß es Jan vorkam, als hätte sie eine heiße Kar- toffek im Mund,� die sie rasch hin und her wälzte, um sich nicht die Zunge zu verbrennen. Mit großer Befriedigung ernannte Jan wieder in den Dreien reisende Engländer, und de? lange Junge erinnerte ihn an den. der ihm damals, als er in der Türe von Heines Geburtshaus auf der wollenen Reisedecke saß. einen Trstl in den Rücken gegeben hatte. Jan sab. wie die Lumr aualmte, und er freute sich auf den Schreck, den der erplo- dierende Katzenkopf bei den Dreien hrvorrufen würde. Da— Zapperment— wandten sich die Drei, um weiter- zugehen, und Fan sah sich, zornig, daß ihm im letzten Augen- blicke seine Rache vereitelt werden sollte, nach einem Stein um, den er dem Jungen an den Koos werfen könnte— als pumdichl der Katzenkopf mit Blitz, Qualm und Donner los- ging. Die Frau knickte mit einem Angftgekreisch zusammen, der Mann setzte sich voll Schreck auf ein klebriges Qelfaß, und der Junge griff schreiend nach seiner Nase, von der das Blut ihm über den Mund und Kinn auf den schönen Samt- anzug lief. � Als de? Katzenkopf lvsbrannte, war nämlich nicht der Papierpfropfen herausgeflogen, sondern der Holzkcil und der batte dem Jungen just die Nasenspitze abgvschossen. Jan sprang, als er das sah, in die Höhe und schrie: „Hurra i Dat ist der erste Engländer, dar die Nas nit mehr hochträgt!" Ms aber von allen Ecken Leute zusaimnenliefen und sogar der Drögendick herbeiwackelte, die Frau laut sammerte und der Mann rief:„Hilf mir! Hilf mir! Ein Mörder überfällt meinen Sohn!" „Ilelp mel Help mel A Hurder wiio attacks my sonl" Da wurde es ihm schwül. Er packte Tünnes am Arm und zog ihn mit sich fort. „Lauf, Tünnes, lauf! Es geht um den Kragen!" Am Abend hielt ihm sein Vater Grades folgende Rede „Jan, du hast dem Engländer die Galion ramponiert! Wie kömmst du dazu, bat Fahrzeug, wat ein Kauffahrteischiff und kein Kriegsschiff und auch kein Vrtaljebruder war. so mir nix dir nix mit Dreßbass' anzugreifen?! Du bist doch kein Seeräuber! Ich muß dir wohl mal deinen Oktant rekstst- zieren! ES ist Nock) ein Glück für dich, dat es ein Engländer war, sonst müßt' ich dir den Achtersteven kalfaktern, dat er für ein Jahr Widder in Ordnung wär'l Aber weil ich die Kerls seloer nit leiden kann, will ich dich noch mal passieren lassen! Ich sag', Jan, nehm' dich vor den Engeländern in acht! Die wollen nit gut! Die hant kein Herz im Leib, bloß Liwersterling wi Kopp. Die meinen, unser lieber Herrgott hätt' die Welt bloß für die Engeländcr gemacht, aber ich sag', auf der Welt ist Platz für jedermann mitsamt Frau und sieben oder acht Kinder und ein Stück Garten dabei. So. Und jetzt hol' mi So-mieopgang eine Kann' Lagerbier." 5. Das Gewitter und was dabei geschieht. Wenn ich durch die vorigen Kapitel nickt schon längst mir die Geneigtheit und freundsshastliche Nachsicht meiner Leser erworben habe, so fürchre ich, daß es mir durch dieses Kapitel auch nicht gelingt.' Denn es geschieht dann noch viel weniger als in den vongen. aber es hat wenigstens den un- leugbaren Vorzug der Kürze. Die BLckersfvmilie saß gerade am MittagZtische: es gab Spinat mit hartgekochten Eiern. Kartoffeln und Specksoße. Das Fenster war weit geöffnet, und die Tür zum Host stand offen, um ein ivenig Durchzug zu machen, denn es war eine feuchte Schwüle im Zimmer. Die Sonn-e haste einen blci- grauen Schleier vors Gesicht gezogen, und ab und zu fegte em Windstoß den Straßenstaub bis zirm Dachgefimse empor. Der Baas jagte die träge mn seinen Kopf summenden Fliegen fort. „Frau," sagte er,„wir kriegen ein Gewitter. Die.Fliegen sind so sKch." Und um zu bestätigen, daß er recht hotte, huschte ein matter, gelblicher Schein durchs Zimmer, und in der Ferne hörte es sich cm, als ob ein schwerer Boldenvagen über die Schiffbrücke rumpelte. Frau HöfgenS wurde unruhig und verschlabberte den Spinat von der Gabel. „Alowis, dat war der Donner!" rief sie mit großen Augen. Beim zweiten Blitz und Donner verschluckte sie sich, daß ihr der Spinat aus der Nase spritzte. Sie fing an zu husten und kam ganz hinter Atem. Aber als eZ zum dritten Male blitzte, behauptete sie, daß sie vollständig satt wäre und keinen Bissen mehr herunter- kriegen könnte. Sie sprang von dem Lederkanapee auf, daß der Baas sich durch den plötzlichen Ruck mit der Gabel ins Zahnfleisch stach, und machte Tür und Fenster zu und schlug die Läden vorS Fenster. Dann nahm sie aus dem Glosschrank eine Wachskerze, zündete sie an und stellte flc auf dm Tisch. Der Baas schaute ihr, beunruhigt durch ihre Anstalten, st: und merkte nicht, daß eine Gabel Spinat ihm mn obersten Perlmutterknopf seiner gestrickten Jacke hängen blieb. „Frau," rief er,„bist du gcck geworden?! Wat soll dat denn?" Sie aber winkte mit der Hand und machte„Pscht! Pscht!" und fispelte: „Nit so laut sprechen. Alowis? Tat ist nit gut beim Ge- witter! Die Frau Schlüter sagt dat auch. Settcke," wandte fie sich dann an die Schwester ihres Mannes,„komm', stell' die Teller zusammen, aber leise!" „Ich bin ober noch nit satt. Frau!" „Och. Alowis, du kannst ja nachher noch wat essen, oder lch wärm' es dir heut' abend auf." Und damit nahm sie ibm den Teller fort und die Gabel auS der Hand. Der Baas knurrte etwas und langte ferne Pfeife her, die neb«» bau Kanapee, an die Wemb gelehnt, stand. (Sota, folgt.) fcS OrtslohnZ wurden erffidf, um zu versuchen, dcn VrwerVslbsen cine höhere Unterstützung gelvahren zu können. Ueber die Borschläge für Auseinandersetzung zwischen Küsterei(Kirche) und Schule be<- richtete der Gemeindevorsteher Genoflc Äurkhard als Mitglied der don der Schuttommission eingesetzten AnSeinandersetzungSkofn- Mission:„Das WofmungSrccb: des Küsters soll mit Ii der Woh- nungSmiete � 15» M., tapitallsiert mit AXX) M., awgetöst werden. Das Schuthaüs steht zum Teil auf der Kirche gebörrgem Geläirde und sollen für die tö Quadratruten 526 M, gezahlt werden. Als Abfindung an dem Tchuläcker soll der Kirche% des Wertes aus- gezahlt wenxn— 6133 Mk. Die Gemeinde wird der Kirche beim nächsten Landerwerb etwa t Morgen Laird zum Erwerbsprcis über- lassen, lvvmit dem Wunsch der Kircke, Land für ein Pfarrhaus zu besitzen, Rechnung getrogen und verhütet wurde, dah der Schulocker zerrissen wurde." Das aus rein kirchlichen Einnahmen herrührende Küftereikapital verbleibt der Kirche." Durck» Annahme dieser Aus- ernandersetzung, die einstimmig erfolgte, verzichten Kirche und Gc- meinde auf jegliche rechtliche gegenseitige Forderungen. Grosi-Berliner Lebensmittel. Berlin. 256 Gramm Marmelade(96' tt. 97). Tteglits. 250 Gramm ausländische Hülsenfrüchte(75). 230 Gramm Marmelade(TO), 100 Gramm Graupen>IIt). Für Kinder bis zum 6. Lebensjahr 500 Gramm Weizengrieß. 250 Gramm Keks und 500 täramm Gerbenflorken, je nach der ZllterSklasse iaui 13— 20 und 23 K). Für weidende Mütter: 1000 Gramm Weizengrieß und 500 Gramm Keks<23). Für Jugendliche: 200 Gramm Gerslen flocken(1%). Für Personen über 65 tt. 70 Jahre: 300 Gramm Kindergerflenmehi und 230 Gramm KekZ s2 Li). Groß-Serliner parteinachrichten. Sl. Abt. Heute 7 Uhr bei Goldschmidt. Etolpisch« Str. 8«. Per. sammlung aller Eltern, deren Kinder die 304, und St, Kemeindeschulc Schönflietzer Str. 7 besuchen,— Freüag in demselben Lokal für die 42. und 275. Genicindeichule Driesener Str. 22. Jungsoztaliltische Bereinigung(Z. P. D). Heut« 7si, Uhr Er' Lffnung der Ortsgruppe Norden im Lokal Bärwalde. schlegelür. 8,— OUSgrubve Osten, heule ,T-IS Ubr bei Porratb, Nominlener Str. 21,— Orlsgrilvpe Süden, heute 7'/} Uhr im BercinSztmmer Blücher-Feftsülc, Blücherstr. 6l. Edem. Glühlampenwerke und kautm. Glühlampen-Abt. von TiemeoS.«. E. G. und Lsram fjett Okram K. m. b, H,). Freitag. 6'/. Uhr, Bellevuestr. 7, Sitzuugssämtlicher BelriebSvertrau-nSIeut« und Mit- gncder der Arbeiter- und ilngestclltcn-AuSichüiie, die der S. P. D. an> gehöien. Mitgliedsbuch legitimiert. Beamte und Beamtinnen des UntersiichungsgefänguiffeS Moabit und ZellengefSngnisseS Lehrter Ttrahe. Freitag, 7 Uhr, Per- fammlmtg bei Klunter, Lehrter, Straße 34. Wilmersdorf. Heute 8 Uhr. Zahlabsnd in den bekannten Lokalen. Soziales. Die Belieferung der Äriegsbeschädigteu durch das Reichsverwcrtuugsamt. Vom Retchsschatzminiftermm erhalten wir folgende Zuschrift: Tie Reichsregierung hat die Notlage der Kriegsbeschädigten und besonders der Schwerkriegsbeschädigten siets gewürdigt und ist immer bemüht gewesen, helfend enizugreift», um denen, die dem Pateckande ihre Gesundheit geopfert haben, wieder neue Existenz- Möglichkeiten zu schaffen. Wenn hei der Versorgung der Krtegsbc- schädigten und der Kriegshinterbliebenen init Heewesgut nicht allen Wünschen entsprochen werden lonnte, so ist hierbei zunächst zu bc- rücksichtigen, dah gerade die begehrtesten Waren: Bekleidung, Wäsche und Schuhwaren im Verhältnis zum Bedarf nur in ganz geringem Umfange zur Verfügung stehen. Ferner fehlt« eine Organisation, die die Lieferung an die Kriegsbeschädigten rn fach- gemäßer Weise übernahm und durchführte. Nachdem nunmehr die amtlichen Haupifürsorgestellen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene in ihrem Ausbau soweit fortgeschritten sind, daß sie die Gesamtvertretung der Kriegsbeschä- digten im allgemeinen übernehmen können, ist ihnen vom Reichs- schatzmtmstersum im Benehmen mit dem Reichsarbeitsministertum die Belieferung der Kriegsbeschädigten mit frcigewordenem Heeres- gut übertragen worden. Zu diesem Zwecke haben sicb die Haupt- fürsorgestellen gemeinnützige Gesellschaften oder kaufmännische Ge- schaftsstellen anzugliedern. Diesen fällt die Aufgabe zu, die Be- lieferung der Kriegsbeschädigten zu sichern, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob diese einem �riegSbeschädigtenverbande angehören oder nicht. Diese kaufmännischen Organe der Hauptsürsorgestellen sollen mit den Zweigstellen des Reichsverwertungsamts aufs engste zu- saurmenarbetten. um den Kriegsbeschädigten und KriegShinterbliebe- nen die notwendigsten Gebrauchsgegenstände zu verschaffen, insbe- sondere solche Maschinen, Werkzeuge und ähnliche Geräte, die für den Wiederaufbau der Existenz geeignet sind. Um den Käufern den Erwerb zu erleichtern, ist eine Reibe von Vergünstigungen, namcnt- lich in der Zahlungsweise vorgesehen. Solange die Hauptfürsorge- stellen kaufmännische Orgamsationen noch nicht geschaffen haben, sollen die Verbände der Kriegsbeschädigten zum unmittelbare» Be- zug von Heeresgut in der Zwischenzeit noch berechtigt bleiben. Eine Sonderregelung ist hinsichtlich der West-, Wir?- und Strick- waren, sowie des Schuhzeugs, die den Reichsstelleu für die Not- standsoersorgung der mmderdernitlelten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden, getroffen. Diese können auch an Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene nur durch die Koinmunawerbände au-- gegeben werden.____ Silüungsveranstaltungen. Bildungsausfchuft Groh- Berlin. Tozialiftifche Bildnngsschale. Pankow, Degeu Erkrankung deS Referenten muß der Vortrag heute abend ausfalle:). Itegli«. Noch nicht abgerechnete b-zw. nicht gebrauchte Karte» der Bildungsschule schleunigst mit Gen. Stadl abrechnen. AuSwe.se für die Märchenvorlesung am 22. d. M. in der Aula Oderrealschule zu 80 Vf. und Karten zum Familiegabend am 28. d. M. im Schloßpark bei den Bezirks- sührern. Iugenüveranftaltungen. Berein Arbeiterjugend, Sekretariat Bellevuestr. 7, 171. D« Redner- kursus deS Genoiien Dr. Foth findet beute nicht statt. Der nächste Kursus wird bekanntgegeben.— Zentrnl-Jugenddeim. Lindenstr. 3. 2. Hof I, III. Heute Bortrag:„Valuta!'— Gesnudbrunnen. Jugendbeim Lokal Post. Koloniestr. tS. Heute Mitgliederveriammlung.— Wildau. Jugendheim Zeichensaal des RealgbmnasiumS. Geönnet von 7Ilhr an.— Älchmargen- darf. Jugendheim Breitcftr. 36, II. Heute TiskuilionSabend.— tdegrl. Jugendbeim Bahnboistr. 15. Heute Vortrag:„Wert der Jugendheime".— Neukölln. Jugendheim Münchener Str. 52. Heute abend 7 Uhr Schach- l chrabend. öriefkasten der Redaktion. Jeder tBr den Briefkasten bestimmten Ankrage füg« man«inen Buchstaben und ein« Rummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An- kragen trag« man in der Juristischen Evreckistundi. Lindenstr. g. l. Hos par- terre links, vor. Schrtftstücke und Verträge sind mitzubringen. Heute fällt die juristische Sprechstunde ams. P. D. u. F. t. Wenden Sie sich an den Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter, Berlin D. 27. Schicklerstr. 6. L. SP. 49. Wenn Sie 60 Beiträge entrichtet haben, können Sie Rück- Zahlung der Hälfte der entrichteten Beitrüge fordern.— F. 134. Ja. den Klageweg,—<£. M. 77. 1. Ausgang zweifelhaft. 2. Ja. 3. Nein WetterauSfichteu für das mittlere Norddeutschland bis Freitag«itiag. Zeitweise heiter, jedoch unbeständig mit öfter wieder- holten, im Küstengebiete vielsach stärkeren RegenMen und weiterer Llb- iühlunz. lylodehaus Fri edlä naer Sfiezialhaus für Damen-, Backft schund Kinderhonfehtion Sonnabend, 14. Februar, vormitftas 10 Uhr EßOFFNUNQI Vorführung der neuesten Frühjahrsmoden ohne Kaufzwang, Berlin- Scliöneherg Hauptstraße 149 parterre und L Etage Kleine großen Ufföbel' Säger mit Spolsezinnoer«. Herrentinunern, smlot tlrarnecn, Ccöcc- u. Oobelin-i&acttlfttten, plUily- fofas. Xrarncaus, Schränke». Vertikos, ton» pleiten Nücheneinrichtongen nsn». stehen zur ge- älligen zwanglosen Beuchngung in der vruanenftrnbe Mr. 7. Tit. Ü n. ZIr. 188 nahe Ros-mhater Pia, Sei Möbel.-Lechncr, ISfflSSS 7* SBHSSHHI Ibeöffnet von 8--S MWW�W»» köttdörillgv.£& PosifäScSen ca 60 stück M,7S Mark. Rollmöpse, ÄS ca. 70 Stück 34»S0Mttrk tranko per N'actiratiiTie. Auch Eneros« in großen Tonnen. Hcrings.Hau» HANSA. Berlin C. Djrc.scniir. 42. a< SebllMe.�«� PrcnB, Srnnneafkr. 76. ♦ Anlauf von Platin» Wi> M SM zu höchsten Tagespreisen.' G, ScbUepbaclu:. Friedrichstr. 210, Eile ltochfw vbstg. Z Aim.. Küche, Stall do. 2 g.,-Balit. u, ZZieseup.. vst Bau» u. Brennholt. PosilstSZ Karlshvrst. LS/» rTheater.Lichtspieie etc.*! iiK¥ni» iiimm a.yrniTWTaywwrYincTTrrnTr�-nrv�j� mtihih utffj Opernhaus. W alienschmled. Anfang T Uhr Schauspielhaus. Kronprinz. Antant! b*; Uhr Direktion Max Kemnafäi UentitcheH Theater V.UV.: Fte. T1/,: D. Sendung Semaels. Kamm erspiele. 7v,u.: Der Unmensch Frt#. 7i/jU.: Der Unmensch Gr. Schaaspielhaas Karlstraße. T/jUhr: Hamlet(5.A, 2.A.) Frtg. 7',. Hamlet(6. A., 2. AD Theater i. d. KönigprätzerStrafie VjS Uhr. Schloß Wetterstein FreiU; Schloß Wetterstein Sonab.; Schloß Wetterstein Komödienhans VsS Uhr.„Sie-. Berliner Theater 7 uhr: Der letzte Walzer. Musik von Oskar Stenns. Tri tri Massnry, Otto stoim (vom 1 heatvr an der Wien), Hans Wassmann usw. Central-Thcater Fräulein Pnck. DeatschPM Opernhaus 7 uhr Mipon. Dir Tribüne iv, u., Franziska. Eden-Theater 7»/,U Frledr.-Wlihelniat.Th. p/,uhr S. Botieit der Cieli. Kleine» Theater. u�r Die Plarrliaaskofflöiie. Kl. SrhaasplelhanH. 7v3u Die anlieriilirte Frau Komlache Oper t�ou. Dichterliebe. hnntaplelhaua Arnold Rleck in: uhr: Der Großsladt-Kavalier Ketropol-Theater. 7 Uhr: Sybili heneH Operettenhans Mia Werber als Gast in 7er, Fritz Delius. Heinz Burkart, Harald Paulsen, Sans Brockmann, Wilh. Diegelmann, Paul Lunge, Zring. Bein. Engen Herbert, M. Kronerf, Hugo DSblin Preise d.Pi M. 10 bis 2. Billetts: Theater- fasse, A. Wertheim und iin Jnvalidendank. Dlyrnpia-Theater Ilrüher Voigt, Badstr. öS) Täglich lV, Uhr abmdtz: Der Operettenschlager Operette in 3 Akten. Musik: Jean Gilbert. Theater am Kotbuser Tor Tel.: Mor tznlatz 14814. Jeden Abe�: 7'/, vir: SUte-Säwgcr. 9 ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger. Sonnt nehm. 3 U ermäß Preis,(voll. Abend- Programm. Blfithgen- Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß: Die lieben Verwandten. Vorverk. 11— IV, u. 4—5 Uhr r AdmiraIs-KinoE Die Freandln d. grelb. Pfannen 7 u. 8»., THEATER aXM Moritzpiatz Der beispiellose — Erfolg!— Robert Beinerts ilstnmientalni Einlaß 630— 830. JW- PLATIN 245,- Gold, Silber Brennspitzon, PlatinkontalRe, Zahngebisse, Quecksilber kauft zu den höchsten Tagespreisen Adolf Friedländer, Berlin, Kommandantenstr. ü'.*. I recht«. ' Wds in jeder Ehe fehlt, das-ist das von Friedr. Robert jetzt bereits in 1 �5- Aufl. erschienene; mit 46-vonref4hchen, den j Text erläuternden Abbildun en versehene Werk „Die Oileabarmip™ Geschiecbtlichen" Das Urteil aller ist einzig günstig. Von der Wissenschaft ist das Buch rückhaltlos aner kannt leider war das Buch inletzter Zeit verboten Wer das Glück seiner Ehe festigen will, wer die Dualen, die die Gatten während der ganzen Oeschlechtsperlode empfinden, vermeide.. möchte, dem empfehlen wir die wissenschaftlichen Aufklärumen, wie solche in dem Buche „Die Offenbarungen Im Geschlechtlichen" ent' halten sind aufs angelegentste, es wird wie eine Befreiung von Not und Pein empfunder. werden. Dieser Vorzüge wegen ist dieses Buer beliebt, wie kein anderes in der Ehe. � Preis M 7,50, Nachn 6. PI teurer. 155/3| Linser-Verlag. Berlin-Pankow 1001. Alte-, Uhr- Das gr.Fehr.-Programra u. a aXlrbnnls,— Lust, Sehweinc-Potpourrl. 9 Ühr„Aphrodite". ■ Quade, per Kilo kauft Schmidstraße 36 Ecke NeanderstraBe(Keller),~— DasChrlstusprobiem gelöst! Sosbsn srnhiig; Vor 1901) Johrgnl Wer wir Jttit Giirlttm? Ib einer alten orleottliBehen Bibliothek titein Dokament erfanden wbrden, dM genau mitteilt, wer Jeaus Christus war: ein Bundesbrudwr dos Essäorbnades, eiser Art Freimaurehvereinigung. Ca ist derveriebt des Ältesten dieses Bundes In Jerusalem an den Attesten in Alezandrien. Ein cbristlicber Priester versuchte bei der Eutdeckncg das Dokument an vernichten, da sieb die ganzen tsjetiscbsn 'Wundsrgescbicbten ein einmal ganz natürlich erklärrn. Die Vemicbtnng geiaag Ihm aber nicht. Dieser bistorlsche Bericht ist ins Lteutache bbersetat worden, mit «Inen» Vorwort übe» Pontius'Pilatu�i neobsarbeitet von Fern, bchmidt. Kein Denkender wir.d das Werk an befriedig aus der Hand legen. Preis ü, 2,50•«Wä BB gebunden AL 4,50, Kaobnahmo 60 Pt» mehr. Bücherkatalog gratis.' firosser Bächerkstalofi ereti« durch Albrecht Donath. Verlas. Lefoxfc 42. Gebrauchte auch ürocbstficke Alle, unbrauchbare Z ah nse bisse, einzelne, aneb zerbrochene 2(3 h StA C 12.50 bis 100 M p. Zahn (wenn Echthpit festgestellt). 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Schnelle, i.chcre Behandig., möglimst ohne Bcrussstörung. lgjiitic. Praria. ÄNIlN Anorean.Ir. 7S. Uli II, Ecke Breoiauer Str., '-cht am Schief. Bhnh. Svrechst. 19 12, S-VtS. Somit geschlossen. Speztalarzt Dr. med. Ha&cho[* FrisdiMstr.äö.sÄ�. -pr. 10—1. 5— a Sonnt. II— I. Harn- u. BlDtuntcraucbunx Berliner iSitzinSbeS* Industrse O tu. b. H. 3 9erUiiC2, KeuePrommaa.] I EcfcHaiis im BatiBh-BÄrse. j Ktgenes ersthl. Fabrikat. I Lager besuch erbeten S BetM Der mmt- naö swiieiier Ortsverwaltung Berlin. Die Geschäftsrättme der Verwaltung befinden sich jetzl> S5'14 Berlin N Ä4, Iohannisftr. 14/1 5 Jii Treppen It Marmelade. Eemäfi ß Z der Verordnung 18. Ottoder 1916 wird sllr den' Shtisiienof �WchenvergerSkr.� (Aollbnfet Zoe)[• johlt Ami Sei AI« F. BmcS Bruimenstr. 174, nur neb Gold- pescli. Busse, Friedrlchstr. II, ar.Frankf�tr.lIZneb.landorf, Invalldenstr.>64. Hauplkonior: N 4. Berjslr J4. Norden 8214 Endlich dal Wundervoll. Kum F.dler Deutsch. Derby- Cognae 1 ~ BBH Herrenhaus, Leipziger StraSe 2■ f Vortrag W. Hall-Halfen: 1 Der arischasemitische t I Rassenwahn g als Grnndorsacbe des Zusanunenbractis. g Sonnabend, 14. Februar, S Uhr.' •2 Karten; 10, S, J M. b Bote* Bock, Wertlieim, Abendk B + Spezial-BeliandTung-Z- 0. haut-, Harn-, Unterleidsleiden, nervöser Schwäche. Sröhti HeUersolze! Besonders s. Kranke, welche anderwärts nicht aus- geftetil worden find. Blutuntersuchuna, Höhensonne- Bestrahtg. Aerztl. gel. Hetianiiall Klietlinpss» 4>t, Ecke Friedrlchstr. Spr.i vir. HEENSItHS vlIUHi!llil.4�IV-l2!4-7.Sount 12-1 über Lebensmittellarten vom emeindebezirk Berlin bestimm«: I. Aus Abschnitt Ar. 98 und SZ der CcbensmltlKl. rode der Stobt Seelin cnffallen je 280(Bcatum un- fiestrcckte Marmelade. Der Kleinftandelshöchstpreis beträgt Ür 609 Gramm 3.70 M., für 269 Gramm 1,85 M. Sine Ueberschreiwng des Södistpreises ist strafbar. 2. Die Abschnitte 86 und 37 find nur ix den durch ei« Aushängeschild: „Verkauf von Marmelade anfLebensmiktel« karte» der Stadt Berlin" gekennzeichneten Gesdiästen gegen Enrpsangsbcschetnignng ab» zuiiesern, und zwar am Donnerstag, den 12.. Freitag, den 18 und Eonnadeno. den 14. Februar 1920. Nachträgliche Anmeldung finde! nicht statt. Es ist nnznlässtg, die Kartenadschnitte in l�vnsen EeiW Silbei' tlAUkt 25/16« k Sil I, Avazoabaadlllag, ker!ili,>Vildelmstr.47. Kupfer. per kg 20,20 rtctgi.n., v 17,— Mestln«.,. 12,— Blei.....»7�0 Zin«...,. 5,70 eisen 089 bei gröhecen Posten mehr. zahlt* Willy Zeudlitt. NeuUUn, Liberdastrafte 4. Tel: 9106. Filiale: Hermaanplatz 4. Agsretten Pro Mille van M. 120,—«n Mm mÄ-«« Beste Bezugsquelle f.Gostwirte li. Asvdeimer. KeM Bergmaixstr. 1(ittlreurberg). Hr. well. HoIIaender iüpezialarzt Aufklärende Broschüre Nr. 1. 2,SO M. gegen Nachnahme.* Barlin, Leipziger Str. 108 1 taglich»1—1,5— 7 Uhr. Hamburg, koloenaden 26/ Sonntags 11—1 Uhr, Frankfurt a. Main, Bethmannstr 56 == Deutschen= MUSIKER VERBAND Ortsrcrwaliung Berlin. QeschSftsstelle; Kalser-Wilhelm-Str. 31. Fernspr.; Norden 988. 3244, 12858, 4402. aeschäftszeh von 9—7 Uhr. Metalle bedeutende Preiserhöhung! Platin I ZabngebUse. Zahn bis 78 Mark. Qold. n. Sllbersacbenl Münzen! Salpeter». SUver I yueekillder! kupier! stet» fug! Messing! Nickel! Xtumlolum! I nn! tannlolpapicr! Zink! Biel! Flaschenkapselnl Schriftblei, alle Metalle hächsizahlend Edelraetall-Einfeaufsburea«,- Prozesse, Rat, Beistand. tniBige Pretse. leil- laftlung, Ehe-, Alimenten-, Straf sachen, Eingaben, Gnadengesuche, Lindgerichtsrat Dr. v. Kirchbach, Qesellscbift m. b. Ii. AleaandsrMrnlia 48(am Alexanderplatz, gegenüber Tlctz),(9-1) OlSnz. Erfolge! Beobacht g, Sonnt. 56-1 Gold Silber in jeder Form und Menge laust zu höchsten Tagespreisen SUMMle GllgMItl. 13 n. chuHonflt. 88. 51/19« MGeld!!! lür rede Wettlache. Höchste An» taursvrnle für Psandichsin«, Brillanten,«votdgegenstärrde. Tevpiche. Bücker usw. 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Lebrstelleirm'- Mittelung und Laufbabnbcrataag ein Berufsberater zu sofort gesucht. Praktische Erfahrungen auf diesem iebiet enorderllch. Wissenschaftliche Bildung erwünscht. Anfangsgehalt 1000 M., steigend bis 97 vu M.; dazu an Teuerungszulage 1660 M. rür Ledige, 2460 M. lür Verheiratete. Bewerbungen sind umgehend an die unterzeichnete Stelle zu richten. Berlio-�cbüncbcrg, 4. Februar 1926. Der Magistrat. Deputation für das Stadiische Arbeitsamt Mobs. 2383 ahüngefcfttlbts ftortcnahfchnttten verboten. 3. Die KlernHandelegeschäfte haben dl« von ihnen ange- nommenen Kartenabfchnitte an einen der ihnen bekannten Grotzhändler dt, ZUM 16 Februar 1926 elnschlietzlich abzu- liesern. Zeder Kleinhändler mutz, sobald die Lare zur Stelle Ist, mit dem Verlauf beginnen und dies durch«»schlag •wjdttfii* Da di« Marmeladensabrikcn häufig nicht in der Lag» find, die volle Menge aus einmal zu liefern, ist es möglich, datz sich in einzelnen Klelnhandelogeschäften der Berkaus hinairszögert. '2-, ich bei einer solch»» Verzögerung der Lieferung ist eine Nichideliefernng keinesfalls zu defürchte«. ZZ eri in, den 9. Februar 1926.' Magistrat. ?lbteilung fSr Obst- und Gemüseversorgung. sh-Nr. 7822 Gem. V. Nu ng e, » gelernter Dreher, der selbst einrichten kann, I mit langen Erfahrungen In Stahl- and OuO-, Stangen-{ | und Futierarbeltea auf den besten amerikanischen Revolverbänken, mit genauer Kenntnis der Einrichtungen. Werkzeuge, Scbnittreschwindlgkeiis- und Verschubzahlen von Präzisionsmaschinenlabrlk gesucht. Angebole mit Lebenslauf. Zeuanlaabschiitten und Eintrittslermln unter Angabe des Gehaitaanspruchs sind unter B. 48 zu rfchtan an die Exped. des I„vorwärts". 70K LÜEWE Tüchtige r r 229D w erden t er langt. Ludw. Loewe& Co.. A.-6,, Berlin NW 87, Huttenstraüe 17/19. Akkord-Steinlrfiger für grötzeren Neubau in ZeHlendors(sfott gesucht Meldung MO, A. Küthe, Baugeschäft, Berli», Linkste. 4S. Zeitunss- Zentrale(Z.Z.) Aktien-Oesellschaft stem Botenfrauen->« m d«n oe sehiftsstellen- 146/18« Lindenstr. S, Z H. pt., Printetratr. St, Baerwald stra«e 42 o. Uch-enberg.w arlenbergstr. 1, Lausitzer Platz 14/15, Petersburger Platz 4, Ackerstr 174, Waitstr 9, Markusstr. 36, Immanuelkirchstr. 24. Wilhelmsbavener Str.«8.— Charioltenburg, Sesenheimer Str. 1, Kaiserdamm 101.— Lichten berg. Eoxhagener Str. 62.— Neukölln, Neckar Straße 2, sTegfriedstr. 28/20,— Wilmersdorf Gasteiner Str. 12.— Reinickendorf-Ost, Provina- straßa 66. hartnackige deutsthfeiaölichkeit. End! ich kann sich die französische Regienmgspresse auf ein im neutralen Ausland erscheinendes Blatt berufen, das in der A u L l i e s e r u n g s f r a g e Partei für die Alliierten ergreift. Daß sonst fast die gesamte skandi- navische. holländische und schweizerische Presse das Verhalten der Entente auf das schärfste verurteilt, erfährt das sran-- zösische Volk fünfzehn Monate nach Beendigung der �eind- seligkcitcn ebenso wenig, wie es während des Krieges für die Entente ungünstige Stimmen aus den neutralen Ländern zu Gesicht bekam. Dieses auslieserungsgierige„neutrale" Blatt ist die B a s l c r„ N a t i o n a l- Z e i t u n g", die ihren Hast gegen Deutschland auch nach der Revolution nicht abgelegt hat. Aus welchen Gründen und unter welchen Einflüssen wollen wir hier nicht untersuchen. Wir begnügen uns sestzu- stellen, daß nur die Unabhängigen und deren pazifistischer Anhang Gnade vor den Redakteuren der Basler„Ziational- Zeitung" finden- Nach der„National-Zeitung" spielt die deutsche Reichs- rcgierung nur Komödie, wenn sie behauptet, daß das Ver- langen der Erneute undurchiührbar ist: „Die Unmöglichkeit, von der Deutschland spricht, existiert g a r n i ch t. Es handelt sich ganz ciniach um einen krassen Fall von Vertragsbruch. Deutschland könnte zwar nicht zwanzig Milliarden Goldmark abliesern, die eS gar nicht bat: aber die Schuldigen, die man von ihm verlangt, sind vorbanden und Deutschland verfügt über eine ausreichende An z« h l von Gendarmen und von Soldaten, um sie verhaften zu lassen. Man kann schon, aber man will nicht! Die Wahrheit tft, daß H i n d e n 5 u r g und Ludendorfs nach wie vor die Herrscher im L a nch e und dah die bohlen Rede» über Freiheit und Demokratic nur Redensarten für ..e Dummen sino." Nach dem„Figaro", aus dem wir diese Sätze entnehmen, soll die Basier„National-Zeitung" jedoch mit dem G e- statt dnis schließen, daß ein rücksichtsloses Bestehen der « Entente auf ihrem Verlangen den Z u s a m in e n b r u ch des gegenwärtigen Regimes uLDeutschlcmd herbeiführen würde. Wenn irgend eine Zeitung in Peru oder in Kamtschatka über die deutschen Verhältnisse so schwätzen würde, wäre jedes Staunen und jede Entrüstung überflüssig. Aber das schreibt ein�Basler Blatt, dessen Redaktionsräume kaum eine halbe Stunde von der badischen Grenze entfenit liegen! Inzwischen hat sogar die„Freiheit" am Tage ihres Wieder- erscheinens ausdrücklich festgestellt, daß„die deutsche Rcgierung gar nicht in d e r L a g e ist, die Forderung zu erfüllen. Und eben io wenig kann die Forderung, selbst unter den stärksten Druckmitteln, von einer anderen deutschen Regierung durchgesetzt werden". Wenn sogar die„Frei- heit" dieses Unvermögen der deutschen Reichsregierung bestätigt, wird vielleicht die Basier„National-Zeitung" zu besserer Einsicht gelangen. Daß.Hindcnbnrg und Ludendorff nach wie vor in Deutschland herrschen, nehmen wir mit Jntereffe zur Kenntnis. Aber wie ist es denn mit dem Eingeständnis, daß eine unnachgiebige HaUung der Entente den Zusammenbruch des gegenwärtigen Regimes in Deutschland zur Folge hätte? Wüige Zeilen vorher hieß eS ja. daß wir schon ausliefern könnten, aber es nicht tun wollen. Wo bleibt da die Logik?.*_'. Dauzigs neuer Verwalter. Mittwoch vormittag traf der Vertreter der verbündeten Regierungen in Danzi.g, Reginald Tower, von Paris kommend, in Danzig ein. Oberbürgermeister S ahm hieß ihn namenS der Stadt Danzig willkommen. Der Oberkommisiar antwortete in deutscher Sprache nnd gab seiner großen Freude Ausdruck, im Austrage der allüerten Mächte die Verwaltung der Stadt zu übernehmen. Er hob hervor, daß seine Bemühungen nur dann den ge» wünschten Erfolg haben könnten, wenn er auch die wohl- wollende Nnterftützung eines jeden Bürgers erhoffen könne. ES unterliege keinem Zweifel, daß solange das Volk in gemeinsamer Arbeit seine ganze Energie und Tatkraft allein dem friedlichen Ziele seiner wirtschaftlichen Ent- Wicklung widme, die Zukunft einen neuen und glorreichen Zeit- abschnitt in der Geschichte DanzigS eröffnen werde. Ergebnis üer Abstimmung in Norüschleswig. Nach dem amtliche» Ergebnis der Jolkeabstlmvuing in der ersten Zone von Nordschleswig wurden abgegeben: 25 223 Etim- wen für Deutschland, 74 887 Stimmen für Dänemark. Ein versö'hnungsbeschluß in Italien. Rom, 10. Februar. Das italienische Historische Institut, dessen Präsident der frühere'Prsmierminijter Bofelli ist, hat ein- stimmig einen Antra,; angenommen, in dem verlangt wird, daß wissenschaftliche Institute, die Ländern angehören, mit denen Italien sich im Kriege befand, in Italien genau so vertrete» sein können wie ähnlich» Institute der alliierten Länder. In Sie Zremüenlegion! Mainz, 17. Februar.(Eig. Drahtber. des.Vorwärts". Es ist festgestellt, daß in der Woche vom 18. bis 24. Januar 1S2l> in Mainz über 3l1l1 junge Deutsche für die Fremdenlegion angeworben wnrden. Am 22. Januar vormttiagS wurden in der Mainzer Prinz-5karl-Kaserne über 300 deittsche Fremdenlegiobäre, meistens Mainzer, gesammelt und nach Nordfrankreich ab- geschoben. Leider haben Deutsche" bei diesen Werbediensten Schlepperarbeit geleistet. Die Werbungen durch die Franzosen er- folgen meistens mit betrügerischen Mitteln. Den jungen Leuten werden hohe Arbeitslöhne versprochen und ihnen gesagt, daß sie in, Wiederaurbaugebiet Rordtraulreich- Beschäftigung finden sollen. Sie tnüssen einen französisch geschrlebeneu Kontrakt unterzeichnen, der eine Verpflichtung zu« rünsjährigeir Diwnst in der srauzüsischen Fremdenlegion enthälr. Tie Leute werden wider ihren Willen nicht nach Zkordfrankreich, sondern nach Algirr abtransportiert. Die Zabt der in die Fremdenlegion eingeuelenen Deutschen soll sich sett Jahresfrist au? mehrere Tausend erhöht haben. Zur Vieüeraufrichtuog üer österreichischen Wirtschaft. � Das Wiener Korr.-Bureau erfäort aus Paris: Der Bot- 'chafterkonserenz bat Staaiesetretär R e r s ch u. a. folgende Anregungen unterbreitet: Erstens möge man Oesterreich einen langfristigen Kredit für die Wtederausrichranz seiner Wirt- schaff gewähren, entweder durch die alliierten Regierungen un- mittelbar oder durch Ermächtigung und Ermunterung von Banken und Bankiers zu solchen Transaktionen mit Desterreich; zweitens soll, zur Sicherung der Verzinsung und Tilgung dieses Kredits die Gesamtheit der nach Artikel 1S7 deZ Friedensvertrages zur Ver- sügung der Entente stehenden Einnahmequellen Oester- reichs herangezogen werden; drittens soll zur Ueberwachung deS Dienstes dieses Kredits schon jetzt eine Lection Autrichienne de la Commission des Reparations eingesetzt werden. Eine große rusilsche Sammeipartei. UnS wird geschrieben: Die AugeMickserfolge, die gegenwärtig die russische Sowjetregierung davonträgt, können den wirklichen Kenner Rußlands kaum darüber täuschen, daß die Tage des Bolsche- wismus gezählt sind, wenn sich auch sein Sturz schwerlich so schnell vollziehen wird, wie da- Optimisten schon seit Jahren voraus sag- ten. Ter Bolschewismus hält sich nämlich nicht durch gemein- samen Willen des russischen Volkes, das in seiner erdrückenden Majorität antivolschewistisch ist. hält sich auch nicht durch die Kraft der ihm innewohneitden Ideen sondern hauptfächlch durch den Mag? gel am Energie. SoRdariiäiSgefühl und diplomatischen Takt aus seilen der Gegner. Er l e b t. wie da- so oft der Fall ist, van den Du n?m heilen seiner Feinve und wird, ein Koloß aus tönernen Füßen, in dem Augenblick m sich zusammechrechen, in dem seine Gegner, die bisher töricht waren, klug werden. Dieser Augenblick scheint sich zu nähern. Er kommt, tvie alle geschicktlichen Ereignisse, nicht mit Lärm ulld Geschrei, sonder:: in ziemlich unausfälliger Form. Tie bisherigen Febier cr antibolsche- wistischen russischen Kreist bestehen im wesentlichen in der Auf- stellung politischer Programme, die natürlich sofort Uneinigkeit in die kaum gcschlosienen Reihen hineintragen. Ein Mann wie De- niktn brachte es f. rtig, sich mit ausgesprochenen Reaktionären zu umgeben und � ganz ungeniert die Wiederherstellung des auioi'ra- tischen Zarismus zum Grund: av zu erheben. Auch bei K o I t s cha? sollen ähnliche wiÄichkettsblinde Extravaganzen vorgekommen sein. Die natürliche Folge derartiger Entwicklungen war die Z e r- splstterung der schon gesammelten Kräfte und eine Abwände- rung bisheriger Anhänger in das dalschewistische Lager, und so ergab sich das klägliche, uns aus � deutsche» Verhältnissen bekannte Schauspiel, daß sich, toährend eine brutale Diktatur das' Land in Schach.hielt, die vermeintlich«: Lesmer d'sselben gegenwärtig befehdeten und. zevrieben. Am der Ilneinigkett der zur Bekämpfung des Bolschewismus geschlossenen Elemente, an Mangel diplomati- scheu Geschicks und zielbewußter Energie ist die antibolscheivisttsche Bewegung in Rußland gescheitert. Zurzeit scheint ein Wendepunkt eingetreik-n zu sein. Sicherem Bernehmen nach bildet sich foebcit eine Gesellschaft, in der sich die führenden Köpfe des ehemaligen russischen Reichs bei sorgfältigster Ausschaltung aller politi- scheu Standpunkte lediglich unter den Gesichtspunkt«, der gemein- samcn Bekämpfung des Bolschewismus zusammenfinden. Die Ruf- s«n, die die Schrecken des Bolschewismus weit nachdrücklicher als die Deutschen am eigenen Leibe erfahren haben, haben erkannt, daß jedes amtieren mit dem bolschewiftisthen Imperialismus unmöglich ist, und daß nur ein radikaler Sturz der bolschewistischen Diktatoren Rußland wieder geregelte» Zuständen zuführen kann. Endlich scheint man begriffen zu haben, daß die AufftÄfung aller parteipolitischen Programme für das künftige Rußland vom Nebel ist und daß vorläufig nur ein Ziel. verfolgt werden darf, bevor man an eine weitere Ulngchchliung der Verhältnisse denkt: die Nicderwer- jung des BolsckewisiustF. Mqn kann sich in Deutschsand kamn eine Varstellmlg davon machen, wie ist Rußland jeder einzelne unter der Knute des Bolschewismus gelitten hat, und den Haß der antibolschewistischen Ele- mente gegen die Diktatur Lenins und Trotzkis kann man nur mit dem fanatlschen Haß vergleichen den die gepeinigten Opfer des Zarismus gegen ihre Hestker empsangen. Diese gemeinsamen Erlebnisse sind ein guter Kitt für die sich gegenwärtig bildende Gesell- schaff, die nebenbei auch den. Zweck etner weitgehenden Hilss- Organisation für alle Opfer des Bolschewismus verfolgt. Eine große Zahl fiihvander russischer Persönliäbketten hat sich dieser Ge- sellschaft bereits angeschlossen und die Ueberbrückung der parteipolitischen Gegensätze scheint sich endlich anzu- bahnen. Wir in Deutschland haben ein lebhaftes Interesse daran, daß in Rußland, aus das wir• in unserem künftigen Wirtschasts- leben besonders angewiesen sein Werden, sich allmählich ein Zu- stand demokratischer Freiheit nnd Ordnung ent- wickelt, der die Aufnahme regelmäßiger Beziehungen mit der junge» deutschen Republik möglich macht. Es ist deshalb zu hoffen, daß kein Russe beiseite stehen und sich einem Ilnteruehmen sernhalien wird, das dazu bestimmt ist, Rußland daS zu bringen, was ihm die Bolschcwisten versprachen: Friede, Freiheit, Brot. vie„Rote 5ahne" verboten. Der Oberkommandierende Roske erläßt folgende Berordmmg: I« Jutereffe der öffentlichen Sicherheit verviet« ich hiermit für Berlin und die Mark Brandenburg aus Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom t 3. Januar 1920 de» Druck und Bertrich der Zeitung„Die Rot« Fahne", Zentralorgau der kommunistische« Partei Deutschlands sSpartaknsbnnds bis einschließlich den 25. Februar. Gründe: Die„Ro»e Fahne" gefährdet von neue« die Ordnung und Sicherheit deS Reiches, indem sie in der Nr. 15 vom 10. Februar 1Ö30 in den Artikeln:„An die Proletarier aller Länder",„Die Ausliesernngslrise" und„Dir revolutionäre Aufgabe" das Ansehen der Regierung durch unwahre B r- hauptungrn nnd gröbste Beschimpfungen zu unter- graben»ersucht. Borhaudene Exemplare sind zu beschlag- nahmen und z« vernichten. öesolöungsreform üer Reichswehr. Der Nationalversammlung wird demnächst ebne neue Besol- dungsordnung zugehen, die auch für die Reichswehr neue Ge- Äührnisse bringt. Danach treten die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Reichswehr in die B e a m t e n k l a s s e ein und erhalt sn außerdem noch besondere V e rg ü n st ig u u- gen, Ihr Diensteinkommen setzt sich zusammen aus dem Grundgehalt, dem Ortszuschlag und dem Teue- v u n g s z u sch l a g. Die Gruppierung der einzelnen Gehalts- klaffen erfolgt nach den militärischen Dienstjahren. Wahrscheinlich wird man dreizehn Besoldungsgruppen von Mann- schasten und Offizieren bis zu den Obersten ausschließlich bilden. Die Generale und Admirale beziehen Einzelgehälber. Den Offizieren soll neben den anderen Bezügen eine steuer- freie Bekleidungsentschädigung und freie ärztliche Behandlung gewährt werden. Bei Vorbandensein von Kindern kom- men zu den Bezügen ganz allgemein Äinderzulagen hinzu. lieber das Gebalt im einzelne» meldet die„Vossische Zettung": Mannschaften beziehen insgesamt 7800— 11 700 M.(gegen insge- sam: 2180 M. nach der alten Lrdrarng. Unteroffiziere 8350 bis 12300'(2300) M. Feldwebel$700- ,3 050(3450) M.. Oberfcld- welbel und Unterärzte 9300— 13S50 M. Das Gehalt der Osfi» ziere schwankt zwischen 11700 M beim jungen Leutnant bis zu 34 500 M. beim Oberst(gegen 10 4»)— 11600 M. nach den alten Sätzen). Auch Gewährung de so»der er Dien st Prä- mie n K»t man nach dieser Meldung ins Auge gefaßt. Hirsch über das Rheinlanü. Unerträglicher Druck— unwandelbare Treue! Der preußische. Winistervrüfide.u Genosse Paul Hirsch ist van sein«: Rheinlandreffe zurückgekehrt und äußerte sich einem Mit- arbeiter des W T. B gegenüver«n folgender Weise: Wir baden uns bemüh:, durch lljücksprachw mit Personen, die so ziemlich allx N reise der rhelnischen Bevölkerung mnfassst, die Stimmung im Lande kennen zu lernen- Zwei Erkenntnisse möchte ich vor allem festhaltet: Einmal: die rheinische Be- Völkern ng levdet unter d-f Herrschaft der B e s a tz n n g s- truppen ganz außerordentlich schwer. Der seelische Druck, der aus ihr lastet, ist auk die Dauer einfach uneriräg- lich. Uitd serner: Die Bevölkerung hat die überaus starke Be- l a st u n g s p r o b e, der die vaterländisch« Gesinnung der Rhein- länder in dieser Zeit der FremHherrfchaft ausgesetzt ist, glänzend überstanden� Ich habe zu meiner aufrichtigen Freude feststellen können, daß die auf eine Loslösung von Preußen hin- zielenden Bestrebungen in der rheinländischen Bevölkerung auch nicht entfernt den Resonanzboden haben» der erst ein« wirk- liche Volksbewegung macht. Die ganze gstvaltige Masse der Rheinländer rückt von den se p a r a t ist i sche n �Strömungen im- mer deutlicher ab, darüber baue ich volle Gewißheit erlangt. Es ist dies ein Beweis dafür, daß man sich in der rheinischen Br. völkerung mtt ihrem gesunden polirischen Instinkt völlig klar dar- über ist, daß die Wsprcngung der Rheinlande von Preußen auch unfehlbar die Losreitzung vom Deutschen Reiche zur Folge haben muß. Und hiergegen wehrt sie sieb mit aller Leidenschaft und Glut der Empsindnug, die der impulsive Rheinländer besitzt. Alle Beteuerungen der SonderibüuÄler, die die Bevölkerung glauben machen wollon, daß si« nur gegen das„reaktionäre" Preußen kämpfen aber den deutschen Charakter der Rheinlande nicht antasten wollen, können heute niemanden mehr über den wahren Standpunkt hinwegtäu- schen. Um so ntehr, als man weiß, daß es mit dem reaktionären Preußen unwiderruflich ein Ende hat... Die preußische Staatsregierung ist fest erschlossen, allpS zu tun, um jeden Rest einer Mißstimmuitg in den Rheinlanden zu beseitigen; sie wird dafür sorgen, daß es in dieser Hinsicht nicht bei Versprechungen bleibt, sonder« zu Taten kommt. Ich habe deshalb den Auftrag gegäben, alle Wünsche in Form einer Denkschrift, nach Ressorts getrennt, zusammenzustellen Wahrschnnlich wird diese Arbeit schon am Eiche der Woche abgeschlossen sein. Das Staats- mimstenum wird dann sofort zu ihr Stellung nehmen und, teil- weise auch in gemeinsamer Sitzung mit dar Rcichsrcgierung, die notwendigen Entschließungen treffen. Zum Tode Hans Landsbrrgs. Der Schutzverband deutscher Schriftsteller versendet nachstehende Kundgebung: In Dr. Hans Landsberg(der auch gelegentlich für den„Vorwärts" geschrie- ben hat.. D. Red.), hat der Schutzverband deutscher Schriftsteller seinen eigentlichen Gründer verloren. Zu einer Zeit, da der Gedanke und die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Solidarität von der Mehrheit der Geistesarbeiter noch nrcht erkannt worden waren, gab Landsberg aus eigener Kraft und im Vertrauen auf die Frucht- twckoit seines Gedankens den ersten tätigen: Anlaß zu einem Zu- sammenschluß der deutschen Schriftsteller, der im Gegonsay zu allen bisherigen Organs sarionen ausschließlich daraus gerichtet war. die wirischastlichen Interessen des«Standes zu wahren. In den 10 Jahren seiner Entwicklung hat der Perbaich imne Daseinsberechtigung vollauf erwiesen, und damtt Hans Landsberg daS schönste Zeugnis für sein Wirken ausgestellt. So'ehr war hm die Sache alles, daß er ohne Rücksicht auf äußere Anerkennung seine Kraft unermüdlich der Verbau)Ze.: oeit widmete. Der Schutz- verband deuticher Schriftsteller wird dieser selbstlosen und ffuchr- bringenden Tätigkeit HanS Landsbergs, sow'e der gew'nuendeu Lauterkeit seines Charakters stets das ehrenvollste Gesenken be- Wabren. Keine Treunuirg von Hessen-Rassau! Uns wird aus Kassel gedrahtet: Die Landesvmss chüss e für den Regierungsbezirk Kasse! u>ch für den Regierungsbezirk Wiesbaden haben sich dahin ausge- sprachen, daß gerade in der Jetztzeit ein Grund zur Trennung der Provinz Hessen-Nassau in die Provinz Hessen und in die Provinz Nassau nicht gegeben sei. Oberschlcsien voUsländig geräumt. Das Generalkommando des VI. Armeekorps teilt mit:.Die.Zone 11 deS Abstimmungsgebiets in Oberschlcsien(Oppeln) wurde ohne Zwischenfälle geräumt. Die militärische Räumung Oberfchlesiens ist damtt beendet. Sonnenfeld jun. und die mit ihm gleichfalls nach Holland flüchtig gewordene Gerirnd Schlack werden, wie die P. P, R. von Justizrat Werthauer erfahren, am 10. d. M. in Gronau der deutschen Behörde übergeben weichen. Die Heimkehr der Kriegsgefangenen. Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zwilgeiangenen leitt mit, daß die Heimichaffung der deutschen Kriegsgefangenen aus Frankreich sich andauernd m plan- mäßioer Weise vollzieht. Museumsdiebstahl in Fratttfurt a. M. Uns wird aus Frankfurt gedrahtet: In der Ziachi zum Dieusiag wurden dem Senckeu- berg- Museum eine große Angahl Denkmünzen und Plaketten, die der Gesellschaft im Lause der Jahre verehrt worden wrren, gc- stöhlen. Der Wer: der gestohlenen Münzen belauft sich aus viele Tausend Mark. Der Kunstwort ist unersetzlich, da die Münzen nur einmal geprägt sind. Bon der dritten Internationale. Wie„Het Volk" hört, beginnt am 13. März in Amsterdam eine Konserenz der Vollzugs- kommiifion der dritten Internationale. Wirtstffast. Zur Verhinderung widerrechtlicher Einfuhr. Trotz aller Maßnahmen war es bisher nicht möglich, die Ein- fuhr nach Deutichland über die Wsstgrenze in geordnete Bahnen zu bringe», namentlich die Emfuhr embehrl cher Luxusartikel zugunsten der Einmbr lebensnotwendiger Ättikel zu unterbinden. Im Reichs- wirtichafrSministeriuin ist, wie die.Post" erfährt, jetzt eine Verord- nung ausgearbeitet, deren Veröffentttchung unmittelbar bevorstehe und die der unerlaubten Einfubr mtt schärfsten Mitteln entgegen- tritt. Danach werden alle Waren, die ohne Einsuhrbewilligiurg widerrechtlich eingeführt werden oder bereit» eingeführt sind, zu- gunsten des Reiches ohne Entschädigung beschlagnahmt und für ver- fallen erklart. Außerdem wird derjenige, der Waren ohne vor- ichri'tsmäßüe Einfuhrbewilligung einführt oder einzuführen ver- sucht, mit Gefängnis und unter Umständen mit hohen Geldstraftn bestrast. Hoffentlich gelingt eS. durch diese Verordnung dein an der Wesigrenze in aller Oeffenrlichkeit und zum schweren Schaden unserer Bolkswirischatt blühenden Schieberlum nun wirkiam zu Leihe zu rücken und das Bestteben aller ehrlichen Kmisleute, unsere Einfuhr wreder aus eine gesunde Grundlaae zu stellen, zu stützen. Ungeheure.Markbeträge in Amerika. Wie„Nioume Courant" aus Washington meldet, hielt Senator. Smoot im. Senat eine Rode, in der er sagte, daß in den Bereinigten Staaten unglaubliche Summen in deutscher Mark angelegt seien. « HewerkschaflsbllvMMz Gegen weitere Verelendung. Eckt brüderliche Solidarität mit den Klassengenossen spricht aus einer Kundgebung des Bureaus des Jnter- n a t l o n a l c n G e>v e r k s ch a f t Z b u n d e S in Amsterdam. die zur wirtschaftlichen Lage Mittel- e u r o p a S Stellung nimmt. Die Kundgebung lautet: In Anbetracht der wirtschaftlichen Lage der mittel- europäischen Staaten, insbesondere Deutschlands, sowie in Rücksicht auf den E r n st der Lage und die dringende Not- wendigkeit, raichestens Abhilfe zu schaffen, lenkt das Bureau deS Internationalen Gewcrkschaftsbundes die Aufmerksamkeit deS B ö l k e r b u n d r a t s, dessen Aufgabe es ist, den durch den Krieg grausam geprüften Völkern zu Hilfe zu kommen, auf diese Situation. Das Bureau des Internationalen Gewerkschastsbunbes erklärt, daß der Völkerbund, indem er in diesem Sinne handeln würde, einen Beweis feiner menschlichen und internationalen Gesinnung erbringen und seine moralische Autorität in den Augen aller Völker befestigen würde. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes, in der festen Zuversicht, daß die Stimme der Ver- nunft und dar Menschlichkeit in diesen besonders ernsten Fällen in ihrem vollen Umfang gehört werden wird. beauftragt daher seine Delegierten im Vcrwaltungsrat deS Internationalen Arbeiterratcs in Paris mjt aller Kraft der Ueberzeugung zu handeln. Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes wendet sich an die Völker Europas und Amerikas, damit diese insbesonderS durch das Organ ihrer Gewerk- schastsorgailisation die nötigen Schritte bei ihrer-Regierung veranlassen,.um rasche Maßnahmen für die Lebensmittelversorgung herbeizuführen und auf diese Weise die Aktion des Völkerbundes zu unterstützen. Generalversammlung ües deutjchea Lanöarbeiterverbanöes. Zum zweiten Male feit der Gründung der Organisation iriit am Montag, den tö. Februar der Deutsche Landarbeitetverband in Berlin zu einer Generalversammlung zusammen. AIS im Jahre 1812 die junge Organisation sich ihren orgainiotot ischen Ausbau gab, war eö eine kleine Schar klasienbewußter Landproletarier, die sich im Verbände zusammengefunden hatte, um gegen die Verstlavnng undKne- delung der ländlichen Arbeiterschaft anzukämpieu. Durch die Revolution und die damit verbundene Befreiung de! ländlichen Arbeiters ist dir noch junge Organismion zu einem gewichtigen Faktor unirres Wirtschaftslebens geworden. Auf dieser zweiten Heerschau kann der Deutsche Landarbeiterverband hundert- ausende Mitglieder mustern. Ein glänzendes Zeugnis deS Solidaritätsgedankens der ländlichen'Proletarier! Auf der Tagesordnung der Verbandlungen, die am Montag unr 9 Uhr in den.Kamme riülen" beginnen, steht neben dem Ge° schähsbericht des Vorstandes die Beratung über Tarisvertiäge und Arbeitszeit, weiterhin die Siatuienberatung und die Reuwablen. Von weit über den Rohmen der Oraanifation hinaufgehendem Interesse werden zwei TageSordnunqepnnkte sein: einmal die Neugestaltung deS A r b e i t S v e r h ä l tn> s i e s im lond- u» d for st wirr schäftlichen Betrreb und zum andern die Stellung zur land- und for st wirtschaftlichen Produktion und Aniiedlung. Don der Beantwortung dieser wirtichastSpohtischcn Fragen durch die Organisation wird mehr oder weniger unsere gesamte BolkSernührung beeiiiflutzt werden. Es find ernste, bedeutsame Aufgaben, die ihrer Lö'tmg durch die Delegierten harren. Wir hoffen und wünschen, daß die Ver- Handlungen getragen sein mögen von der Verantwortlichkeit für die Berufsorganisation, getragen aber auch von dem Pflichtbewußt- sein für das BolkSganzel_ Zur Darifbewegung im BerficheruugSgewerbe. Der Arbcitgebervcrband kür das VsrsicherungSgcwerbe sucht nach wie vor. mit Hilfe des mit dem gelben Gewerkschaftsbund kauimännischer Angestellten abgeschlossenen Tarifvertrages die An- gestellten dek VeritcheiungSgewerbeS zu ködern. Wenn er in den einzelnen Beiticben durch Unterschnit die Anerkennung dcö Tariies erhält, hofft er offenbar, vor dem SchlichlunzSausi'chuß daniit operieren zu können, dßß die Angehörigen des Gewerbes gar nicht hinter den berechtigten Forderungen deS ZentraiverbandeS der An- gestellten stehen. Bei einigen BemfSangehörtgcn haben die Unternehmer dank der Verelendung und Verschuldung der Angestellten mit ihren Lockungen zum Nnterfchreibrn deS Tarifs— Auszahlung deS RestgehalteS sofort— auch Erfolg gehabt. Die große Masse der Berufs- angebörigcn lehnt jedoch die llnterichrtst mit dem Bewußtsein ab, daß die von dem Unternehmer bisher bewilligten Nachzahlungen sie nur»ist ihre weitergebenden gerechten Fordernngen prellen sollen. Sie warten den Schiedsspruch ab und � weisen ioniequent jede Unterschrift von sich. Teuerungszulage für die Angestellten i« der Metall- Industrie. Die am Miitwoch unter dem Vorsitz des Herrn Gebeimrat Wulff im Reichsaibeilsministe-iuni stattgefundene Sitzung mit den Ver- treiern der Angesiellienverbände und den Vertricin des B. B. M.-J. hat in einer von 9 Uhr morgens bis nachmittags'/jS Uhr währenden Sitzung folgende Unterlage geschaffen, die den beiderseitigen Organt- sationen zur Annahme empfohlen werden soll. Es erhalten: A Angestellte, die unter K 4 des Tarifvertrages fallen: im Januar Februar März t. ledige männliche....... 80,— 90,— 100,— 2. weibliche.......... 65.— 80,— 95,— 3. verheiratete männlicha..... 120,— 120,— 180,— dazu Kinderzulagen.... 30,— 30,— 30,— B Angestellten-Lehrlinge......• 20,— 20,— 20,— C Jugendliche ans I, II, III des Anhanges: bis zum vollendeten 17. Lebensjahr. 30,— 30,— 30.— ,, 19.,. 30,— 40.— 40,— ... 20... 80.- 50.— SO.— D Nicht aiigestelltenvcrsicherungspflichiige Werkstatt- und sonstig« Schreiber: I» ledige männliche....... 80,— 90,— 100,— 2. weibliche.......... 65,— 80,— 95.— 5. verheiraieic männliche..... 100,— 120,— 130,— dazu Kinderzulage..... 30,— 30,— 30,— Die Funktionäre der Arbeitsgemeinschaft freier Angestellten- verbände werden in einer Sitzung am Freitag, den 13. Februar, abends 7 Uhr, in den Arminhallen lSaal Max und Moritz), Kommandantenstr. 58 59, zur Annahme oder Ablehnung Stellung nehmen.___ Beendigung des Artistenstreiks im Wintergarte». Unter Mitwirkung der Berliner Gewerkichaftskommisfion ist eS zwischen den Artistenve, bänden und der Direktion des Wintergartens zu erner Einigung gekommen. Der Tarisoertrag ist anerkannt worden und die Vorsrellungen werden am 12. Februar wieder aus- genommen. Die Artisten erkalten für Februar die volle ihnen der- traglich zustehende Gage. Maßregelungen finden nicht statt. Hrmgerlöhne im Zoologischen Garten. Zu der in Nr. 73 nnt-r dieser Ueberschrist veröffentlichten Ein- sendung deS Deutschen TranSporiarbetterverbandes erhalten wir von der Direkiion de« Unternehmens folgende Zuschrift: .Wir stell etl zunächst fest, daß laut Lbkommeil mit unseren Arbeiiern für die Zeit vom 1. September 1919 bis 1. April 1920 der StaatSarbeiter-Tarif besteht. Weiin er bisher noch nickt iauiend. sondern eist teilweise bezahli ist, vielmehr die alten Lohnsätze vergütet wurden(Wochenhvchsilohn für Frauen 56 M., für ungelernte Arbeiter 78,75, für Wärter, Kassierer pw 89,25 M., für Handwerker 120 M.). so liegt der Grund für die Verzögerung ausschlietziich in der stadtbekannt bedrängten Lage deS Zoologischen Gartens. Seine vorhandenen Mittel ge- staiten ihm ein Durchhalten bis zum neuen Sommergeichäft nur bei den biShertaen Ansgabeiätzen. Trotzdem hol er es ermöglicht, durch zwei größer« Abzahlungen auf die Lohn- differenz(zu Weihnawen und vor einer Woche) der schwierigen Lage gereckt zu werden, so gut es geht. Selbstverständlich hat sich die Verwaltung im Fnieresse ihrer Angestellten an den Staat und die Gemeinden Groß-BerlinS schon vor Monaten um erneute Bei- Hilfen gewandt. Eine solche ist auch im Werk, wie unsere An- gestellten wissen, und eine Regelung aller Rcstlöhne in kürzester Frist zu erwarten. Daß die Verwaltung unablässia bemüht war. für da« Wohl ihrer Angestellten zu sorgen, beweist da» Bestehet! einer Pension«- kaiie, deren Segnungen ihnen ohne Mitletstung thrersetlS als Zugabe zu den StaatSarbetter-Tarissätzen zufließen! Wie sich jemand erdreisten laiin, nach Lage oller Dinge der Verwaltung Borwürse zu mackeu oder gar zu behaupten, der TageS- iay jitr ErweibSloie(6 M. iiic den erwach'cnen Mann und 2,50 M. sür die Ebefrau) sei höher als die Arbeitereittlohnung im Zoo. ist uns unerfindlich., Ricktig stellen müsien wir auch die irreführende Bemerkung über den M a r m o r i a a l. Der Marmvrfaal ist der RestaurationS» pächlerin übet wiesen, hat also mit dein Zoologischen Garten»ichlS zu tun. CS kommt allerdings vor, daß dort ebenso wie anderswo eine Luxlisveranftaltung mit ienren Preisen abgehalten wird. Solche bilden jedoch die AuSitabme innerhalb der Regel, daß dort Tanzvergnügungen gut bezahlter Angestellten- imd Arbeiier kreise stattfinden.' Wir geben die Zuschritt wieder, um auch den angegriffenen Teil zu Worte kommen zu lasten, müssen aber gestehen, daß nach unserer Ansicht die Direktion besser geian hätte, wenn sie sich aus- geschwiegen hätte. Bestätigt die Direktion doch selbst, daß sie ihren Angestellien Löhne bezahlt, bei denen eine Familie unlcr den beuligen Verhälintsien glatt verhungern kann. Daran ändert auch mchts der lobende Hinweis aus die PeiisionSeinrichlunge» und die Notlage des Unternehmen-. Bei ollem Verständnis für die Schwierigkeiten des gemeinnützigen Jnstituis muß doch verlangt werden, daß die Löhne der Angestellten sofort aus eine Höbe gebracht werden, die ihnen ein menschenwürdiges Dosein ermöglicht._ Die Augeftettte« der Berussgenoffenschaften hielten am DtenS- tag abend in HauerlandS Festsälen, Neue Friedrichstraße. eine sehr gut besuchte Versammlung ob. Die erste zur Erörterung kommende Frage war die der U e b e r st u n d e n. Die Abstlmmung ergab die fast einstimmige Annahme eines Antrages, wonach Ueberstundeu prinzipiell abzulehnen sind. Zur Neuwahl der Sektionsleitung lagen zwei Listen vor. Liste I war aufgestellt von der gegenwärtigen Leitung, Liste I! war etngeretchi von den Angestellten der BaugeweriSberusSgenonenschaft. die Namen waren aus beiden Listen, bis auf eine Ausnahme, die gleichen. Bei der Abstimmung ergab sich eine Zweidrittelmehrheit für Liste 1. Hierauf referierte H e i l m a n n über die Gehaltsfrage. Er verwies darauf, daß am 14. November der Tarif unterzeichne: worden fei. ES war das geradezu ein Ereignis, denn in keinem anderen Berufe haben sich die Arbeitgeber so gegen einen Tarif gesträubt, als bei uns. Aber die Gehaltssätze, die damals beschlossen worden find, reichen heute nicht mehr aus. Die Hauptleitung hat daher versucht, mit den Arbeitgebern in Ver- bindung zu treten. Diese geben an, daß erst der Vorstand zu hören sei. und dieser verwies wieder auf die am 19. Februar 1920 in Ermrt tagende Hauptversammlung. In der recht lebhaften DiS- lussion wurde immer wieder betont, daß man sich den Staats- beamten gleich kracktet und e§ wurde auch dann einstimmig be- schloffen, daß die jetzt übliche Teuerungszulage von 1400 M. soweit zu erhöh«« sei, daß da« Gehalt den neuen Gehaltssätze, c der Staatsbeamten gleichkomme. Die Zulage soll rückwirkend vom l. Januar gellen. Ferner wurde angenommen. als Vorschuß auf diese Zulage schon jetzt eine VOOprozenttge Gehaltserhöhung zu fordern. Deutscher TrauSportarb eiter-Verband, Sektion VII. Freitag, abends 6>l, Uhr, in den Zcntraiieillälen. AlleJakobstr. 32, groß« öffentliche. Verlanmilung aller PortterS, Fahrstuhljührcr, HauSremiger, Heizer und Wächter. Zeutralverdanh der«ugrftellte». Verjammlungen am Freitag. den 13. Februar 19Ä». Fachgruppe I b(Poll- und Telcar<>pb«il?Scami-u- auSheljer), abends'I.S Uhr, in den.Sophlen-Sälen', Sophicnslr. 17/18: Bericht über Tarifi"!- hanbümgen.— Fachgruppe ll Angestellte der Holz. und Möd-ibrcmche, Abzahlungsgeschäfte), abends*1,7 Uhr, nn.Schultbei«', Neue Jalobftt. 24/25: Stellungnahme zum Tcrrifadjchlutz.— Fachgruppe 1V, Seltion b iZeitungSbetnebe). abends'/,S Uhr. in den„Berliner tfonzevi- fdltn*. Kouimandantenstr. 68/59: Berhandlurigsberichie. Achtung, Buchbinderbranche! Freitag, den 13. Februar, tai Saal 4 des GeweitschastsdauseS. 5 Uhr, Branchenversammlung aller in Buchbindereien, Buchdruclereicn befchäftigien Buchbmderciarbciter und Ar- bciterlnnen. '«fa-iznuktionäre der Berliner MetaNindnttric l Freiiag, den 13. d. MiS., abends 7 Uhr, in den.Arminhallen"(Mcuc und Moritz). Kom- mandaulenitr. 58/59: Abslimmung über die Vcrembarmigcn vor dem «eichSarbeitSministeriiu» vom 11. Februar 1920. Erscheinen jedes Fun!- iionörS ist Pflicht I_ Mus alier lvelt. Ei« schwere« SchiffSuuglück. Montag abend ttt dar deutsche Dampfer Pihloff(?) aus Hamburg zwei Seemeilen westlich von Ütsir« auf Grund geraten. Der dichte Schneeregen hinderte die 30 Wann starke Besatzung, das Leuchtfeuer von U t s t r e zu sehen. Die haute See warf das Schiff Wetter auf Grund, so Saß eS mitten durchbrach. Das Achterterl glttt zurück unh zehn Mann, die sich dort befanden, kamen umS Leben. Die Ueberlebenden retteten sich auf eine Klippe, wo sie die �anze illacht über ausharren mußten. Das 5000 Tonnen große Schiff war nach Norwegen unterwegs, um Fische zu holen. Heute ragen nur noch die Masten aus dem Waffer hervor. Fast unmittelbar. nachdem das Unglück geschehen war, sich man von Utsire ein Boot, das Notsignale gab, doch war eS bei dem orkanartigen Sturm unmöglich, zu Hilfe zu kommen. Gegen Morgen liefen Rettungsboot« aus. denen eS gelang, die Ueberkebendcn zu retten, die schwere Leiden durchgemacht halten. Zwei Opfer einer Fischvergiftung. In Nauen�'ind infolge Fischvergiftung der Steuerinspektor Pfeifer und deffen Ehefrau verstärken. Die Leichen wurden von der Staatsanioaltschrft zwecks Obduzierung beschlagnahmt. Veroiltw. für d«n wtmftion. Teil: Attnr gickln. Cbarlottenbnr»: für Anzeigen: Tb. Blocke. Berlin. Verlag: Born?Srts»Berlaal dcrlrn gllusnatconen.'.00 Seiten. Äe- � nc puuten............... nur M. O.äS Eln Sommemachtsiraum-°n«i-t. «hatespcare Übers-M von» von D-btea-l. Mit IS Holzschnitten Elegan e« To. str- rna ionSgoschrnt w Quartformat»e--« dunden............... nur 2i 0."*" William Shale peare«A euch gilcklU. Lustspiet..........—.Ou Vas Melungenlied. fA Karl Stmrock............. 1.1U Adols Wilbrandt ÄIun�:i.5ö SeS Sandwerls goldener Soden ZeitaemStzoS SctbstbetchrunqS.. Fortbildnngs. nird Nachlchlagewert zur Sinfuhrnng t» den modernen Telchä't?- und Verkedroqeiii von I Mcttta. Mit viiten Illustrationen 3 Bünde. e'eaanl in Leinen g«. unten, grieden»--» n u »uSstaNung zusaminen sianSs M nur M i? Briefwechsel zwischen Goethe u. Kaspar Grafv.Siernberg... L0S Seilen gebunden..... nur HU. 0,1 3 Zoologische plauderelen'u. Bor- '" Bon William Marcdall. Mit Zeich. %: 2.50 träge nunge». 569 Seilen Gebunten. Fürst Bismarcks Gesammelte Mit einer Einleitunq von Velen! in Avven von vibm rck 3 tziinbe in 0 nc einem Bond(Hut gebunden nur M. o.cO Reinh. Koier��»-.Z5 ZederSand in modernem Phantasie- Ginband nm M. 3,00 «. wlarltti, Die Tirau mit den flnrtunfel- iterncit . Da« c«eb:i>nniS d. alten Mcnnsel .«otdetle. . Im Hauie»eS«anmierzlenratS. LieichSgrüjtn Ei'sla. . Die zwelle Frau. . Da« Heideprinzebchkn. Im Schillingshoi. . Amtmanns Magd 8. 8.® ultocr. Die letzten Tage v. Pompes!. Tbeod. etorm, Imincniecu mit Novellen. , AquiciubMttius n. ander» Novellen' , Karsten Kurator n. ander« Novellen r Hans und Heinz«Irch n. andere Novellen. , Der Tchimmelreiier und andere Novellen. Keimar Lagerlits, ickösta Berting. Barthotd SUtrrdach, Bcuiviele. H. Vtvrncr, Zigenncrieben. gf. W. HacklSndee, Handel und Wandel L. Wallaee, Ben Hur.(Doppeib. M?.t»i Aegypiische Aeiseskizzen. Raa. Zi»Siilenm.v. Teptillustrationen- en FriedcnoauSst.. elegant geh.. nur M �,00 Lnsere Kultur Z" p SSgZifX (pinielbitdern Nach oen irimligiten Zeitcpochen zu'annn-ngestcUl u. dearbeitoi v.AIbcrl. sieyer. Sin! Seiten aedunden nur R. cki.»«» Fr. Kreyffigs Vorlesungen über Goethes Zaust. MÄ, 27i Leiten gebunden. nur M. i dD Der Vom zu Verlin. M�n nach phaioarapdtsch Qriginal-Aufnahuien. M t einer(pinleiiung von Domo rediger Zionsisloriaf. rat»rihinger.«tcaam IN chanzlcincn gt- »unden mit«otbprcssung. 3 28 Siau tt M. »ur M. Zier». Sin- Im Reiche der EyNopen povu. ISre Darstellung bft Ziahi- und Siseniechnik. Mit Söö Stdditdiingcn. darunter Zs aus seoaratcn Uartons.»«9 Seiten start. vor, »edm in Sa.!, leinen ausgestaltet an Nestau St Mar:............ 10. fO Heues praktisches Fremdwörter- Die wichtigsten Fremdwörter der vikiv- deutschen Sri: ach« in alphabetischer Fotge. mit Hingabe ibrrr Herkunft, korrelien Schreibung und ÄuSiprache. ihi er Bedeutung. ihrer grammatischen Behandlung und ibrr» idomanich-n«ebrauch« iwbst cingehendon iZacherNärungeu von A Seidel,«e- t mi\ banden........... nur AI. 4.1U Wredows Gartenfreund. die Stnrichtung und Pflege des Semiii«-. Obst- und Biumengurlens ionne des Zimmer- und Fe islerganons. neu bearbeite! von n ca Azel Fintetmaim«vi Seit. Seb nut«. S öv Der Charakter «nSgabe von Fr Sieger. Sinftutz des tsha» ratters.- Die Macht d. Daheims.- Ecicll» schast und Briloiel.— Die Arben.— Der Mut Beloftbeheirlchuug.- Pftichl und Waprhafiig« lest- Die giemülsruhi. 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Zu ainmengcstcllt von ZIlorona, entdillt 3» ter beliebtesten Modetiinzel Au> dem Inhalt: Vorbestellungen werden schon letzt entgegengenommen. 1. Dte rote Mühle. 2. Maripoia gor- Drob a Bali« Boston aus.LrLMMon» ystelcQuiu*. 4. gtaiiell-Tmo- Etep. s.Mud j« nicht grad Flanell sein'.) £. Dollv-�aa». ->,«tn Wteuer Valzer. Boßviz. 7. Fl ijünchazzo Tonga. H. Lirsche». komm' ein bltchrn. 9.«ity«alle Boston. 10. Saiem Meikum. Lue-Slcp. II.«ebona-Boston 12. Apachen tan, 18. Serenade SsünoKt U. Aejeloue. Lne-Step, Ii grühlingSboien IS Fox- Troi Mondab.l. 17. Brinzeb Fsodora-Walj». SesellichaitStanz. 19. Da» Paar ans der Bar. l». Hiawatha. SO. Die Peruaners«.