Ur. 9o. 37. Jahrg. Bez««»prei» t Biirtel-iilirl. ItJM-Dil, monoll. MO Ml. tat ms öcrus. aortm» ml) Ibas. Poft- titms MonatltSi iSO Ml.«rv-Zu- tliDimqsfllbüljl. Umcc Sfreusbattb ffit ifutfäiianfi unb Olfttmldi-URgam 3.75 Mb, für oas übttg 9!u«lenb II— Mb. fc»i Idalidl»mmaL Indtllunt) 11�- Mb+ Balutt- Aufschlag. Mvff- tefttllangen nditn« an Simamat' Sellanb.<;u;«mbuRi, 3<6»eb»n und Cit®ch»«tv if Ingcttaaen w bie Poff- �ntano»- Pttisltste. Stt JSomäm'' mit der Esnutaz«» beilage.Boll».Zelt� erfchewl woiben- tSglich zweimal. Sonntag» ewmab releqvamm.Ädreff» >S»,«oI»»mokra« verN»". Morgen-Ausgabe. Devlinev Volksblstt (20 Pfennig) Auzeigeuprei« t Tie achtgewalten« SJonsn-eril.-•> l«fat2,— M. Teuerimgaznschlag« »eUitJ IKnjcig««**, das teil. vtcbaulte Wort 75 Pfg. tzuliissiz juiei 'ettgsbrnckte Dattel, iebe» m.�icre Bott 5« Pfg. StcNeRgesuch« IM» SchlasstellenauzeigeR da» erste Wott «5 Psz, sebe« weite« Wott 40 Psg. Wort» Uber 15 Buchstaben zäblr» fiir tw« Worte. Tttierungszufchlag 50»� Familien»Razelge«, po'.itif-le ur.s gcwerlfchaftltche Perew«.?l!>:ttzr> Mb bie Zeile ohne Ausichlaiv Anzeigen für die n iichste ilinmmer müssen bis 5»che mubmittoos im SKmolgcfÄläft Berlin SD«8. Huben. strahe 3, abgegeben werben.»>.'!b>..! »im»Uhr sriiy bis 5 Uhr airnde. Zcntralorgan der rozialdemokratifd�en Partei Deutfchlands Keüaktion und Expeüition: SV. 68, Zindenfh.?. (■sernfbrerficr: ümt Moritepla», Nr. 15190—15197. vorwärts-verlag H.m.d. S., EW. 68. tinüeaftr. 2. Nerusprecher: Am« MoriüpUr». Nr. 117 58—51. Setriebsrätewahlen uns /Auslieferung. E. p. d.- Junktionärkonferenz. In einer sehr stark besuchten Konferenz der Groh-Berliuer Parte' sunkiionäre, die gestern abend im.Deutschen Hof'.tagte, sprach Genosie Siering aber die Betrieblratswahlen. Er führte unter anderem au»: Sonst war die Durchführung solcher Äuigaben, wie st« da« VetriebSrStegesetz an die Arbeiter stellt. Sache der Gewerkschaften gewesen. Diesen Standpuult habe die Sozialdemokratie bilher stet» eingenommen. Jetzt must cS anders fein, weil die Einheitlichkeit in den Gewerk« schaiten nur noch auf dem Papier steht. Die Berliner (Aewerkschaiten werden jetzt von einer politisch- radikalen Strömung beherrscht, der gegenüber wir un» nicht ruhig aus die Seil- stellen, sondern ste frisch und fröhlich bekämpfen sollen. (Zustimmung.) Wir haben jetzt olle« zu tun, um die Betriebsrat»- wählen in unserem Sinne zu beeinflussen, damit wir au« dem Gesetz für die Arbeiter herausholen, was irgend möglich ist. Der Allgemeine deutsche GewerkichaitSbund nimmt die an sich richtige Haltung ein, datz bei den Wahlen politische EpstchtSpunktr auszuschalten find und die freien Gewerkschaften eine ein- heitliche Front zu bilde» haben. In Berlin scheint e» ander« zu kommen. Die U.S.P.-Fraklion der GewerkschaflSkommisfion hat ge« moinsam mit der Parteileitung der ll.S.P. in der„Freiheit' einen Aukruk erlösten, wonach diese Wahl zum Anlaß eine» polnischen Äampie« gemacht werden soll. Anhänger de« sogenannten.revo« lutionären' Räresystem« und Segner der Arbeitsgemeinschaft sollen von jener Seile aufgestellt werden. Wenn fich auch die Gewerk- schaflskommisflon offiziell noch nicht aus diesen Standpunkt gestellt hat, so ist doch anzunehmen, daß ste fich. ihm anschließen wird, denn in ihr bilden ja die llnabhöngigen die Mehrheit. Darau» er« gibt fich für un« selbstverständlich die grundsätzliche Stellung, baß wir eigene Listen ausstellen.(Bravo.) Ww werden nicht Kandidaten aufftellr», die fich mit he« große« Mund hervortun, sondern die fich in praktischer Tätigtest al« tüchtig bewährt haben Di« Arbeitsgemeinschaft freier Lngestelltenverbände nimmt sa im Gegeuiatz zur Gewerkfchaftskommisfion die Stellung ein, den Wahl- kämpf nicht nach politische», sonder» nach gewerkschaftlichen Gruudsätze» zu führen. Trotzdem werden wohl die Angestellten, wie die ver- hällniste jetzt liegen, um den politischen Kamps nicht herumkommen. Der Kampf um die Betriebsräte wird fich weniger in der Oeffent- lichkeit, um so mehr aber in den Betrieben, bi» tn die kleinste Werkstatt hinein, abspielen. Da» ist da» Werk jener Seite, die den politischen Kampf tn diese Angelegenheit hineingetragen hat. Unter diesen Umständen ist e« selbstverständlich, daß auch wir den Kampf für uniere Liste aufnehmen.(Lebhafter Beifall.) Lrolat zeigte, daß e» eine offenbare Unwahrheit ist, wenn die „Freideil' behauptet, von unserer Seite sei zuerst der Wahlkampf nach politischen Gesichtspunkten vorbereitet. Richtig ist viel- mehr, daß fich unsere Parteifunktionäre vor einigen Wochen an die GewerlschastSkommisston gewandt haben, um wegen gemeinsamer Borbereitung der Wahl eine Verständigung zwischen der Gewerk- schaftskommtssion und den beiden sozialdemokratischen Parteien herbeizuführen. Am vorigen Freitag hat aber der Ausschuß der Gewerk'chaft»kommisston fich dahin entschieden, daß e« keine« Zweck hat, mit un» in Brrhandlonge» einzutrete«, da man um den politischen Kampf bei den Wadlen nicht herumkomme. Srst nachdem mir diese Entscheidung mitgeteilt worden ist. haben wir Borbereitungen für die Wahl getroffen. Die Diskusstons rebner stimmten dem vom Referenten vertretenen Standpunkt in jeder Hinsicht zu und betonten, daß der Wablkampf für uniere Liste mit aller Energie durchgeführt werden müfie. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: »Der Wahlkampf um die Betriebsräte hat begonnen. Zum ersten Male treten die organisterten Arbeiter und Angestellten, g«. stützt auf Perfafiung und gesetzliche Rechte, an die Aufgabe heran, den Produktionsprozeß«u» dem alten Rahmen knpitalisti. i ch r r in die neuen Bahne» sozialistischer Wirtschaftlentwick- lang ,u lenken, unter arganifierter Mitbestimmung der Arbeit. nehm«. � Rur eine Zusammenfassung aller auf diese» Ziel gerichtete» Kräfte verbürgt unb sichert die Erreichung diese« Ziele». Ihrer Beeantwortuug gegenüber den grosten Aufgabe» der Gegenwart bewußt, hat die Leitung der L. P.D.-Arbeiter, und Betriebsräte versucht, ein« Berstündiguag über eiu geschlossene» Vorgehe« aller auf dem Bode» der freien Gewerkschafte« stehende» Arbeit. nehmer herbeizuführrm Ter Ausschuß der GcwerkschaftSkommission, in einseitigem Parteigrist und Eiatagspolitik, stellt sich sedoch aus den«tandpurft:„Die Wahlen zu den BetricvSräten müsse» von den e>«zklnen politische« Parteien geführt werden." I« einem Auf. ruf der„Freiheit"»,« Zst. Frbruar, unterzeichnet vom Bezirk». verband Grast-Bcrlin der U. S. P.. der U.S.P.-Nrartio« der Ber. liner GewcrkfchaftSkommissioa und drr sogenannten Betriebsräte- zentrale wird zur Aufstellung und Wahl von Kandidaten, d�e auf dem Boden dex.»revolutionären R ä t e s y st e m S" stehen, aufgetoedert. Mit der Ablehnung van Verhandlungen über ein geschlossene» Boearden mit der einseitige«.Pervflichtung der Kandidat»« auf politische Phrasen sehen sich die auf dem Bode» der S. P. D. stehenden Anhänger einer Jahrzehnte hindurch ervrobten Gewerk. fchaftstaktik gezwnngrn, in allen Brtrieben mit selb. ständigen Listen de» Wahlkampk aufzunehmen. Die Versammlung der Velriebs- und Parteisualtiouäre der 0. P. D. fordert die auf diesem Boden stehende» Arbeitnehmer auf, sofort au dir Wahlarbeit» insbesondere an die Aufstellung der Kaudidatenliftt» heranzugehen«ch pi« BetriebSrätr. wählen z» eine« Sieg« der wahrhafte» Gewerk» fchaftler zu gestalten!" Beschloffe» wurde noch, daß'iu de« Betriebe«, wo die Luge» stellten keine Parteilisten aufstellen, auch die Anhänger der S. P. D. von der Aufstellung einer besonderen Angestelltenkiste absehen. Hierauf sprach Ulrich Rauscher über die Stellung der Sozialdemokratie zur AuSlieferungSsrage. Einleitend sagt« er, die Kragen der Auslieferung und der Ab- urteilung der auf der Ententeliste Stehenden wird bei de» poli- tischen Wahlen eine so große Rolle spielen, daß«» Pflicht jede» Parteigenossen ist, dazu Stellung zu nehmen. Ter Redner besprach die Entwrcklung und die neueste Wendung der Auslief«. rungSfrage und kennzeichnete die agitatorische Ausnutzung diefer Angelegenheit durch die d e u t sch n a t i on a l e Presse,, deren Haltung so widerspruchsvoll fei, daß man fich tragen müsse, ob die Dummheit der Zeitung» s ch r e i b e r oder idrer Leser größer sei. DaS Treiben der Deutschnationalen»ei ein Spiel mit der Existenz de» Reiches. Wr haben jetzt errecht, daß wir in der Aburteilung die Vorhand haben. Run können wir zeigen, wa» in Deu:sch!aud rechten» ist. Daß wir err»e Abänderung de» Versailler Vertrag«» erreichen würden, konnte doch niemand erwarten. Unzweifelhaft bat die Regierung in der AuSlieftrungstrage einen Ertolg erreicht. E» ist doch nicht anzunehmen daß sich deutsche Richter in ihrem Urteil dadurch beeinflussen lassen, daß e» von anderer Seite nicht anerkannt werden könnte. Selbst wenn die Entente ihre ganz� Liste zurückgezogen hätte, müßten wir auf Grund der zu unserer Kenntnis gekommenen Anschuldigungen die Aburteilung der Ange» schuldigten einleiten.(Sehr richtigl) Wir wollen bei un» reinen Tisch machen und sehen, wa» an den Anschuldigungen wahr ist. G» muß alle» gesühnt werden, wa» wir an Kriegsverbrechen erlebt und wa» wir draußen mit eigenen Augen gesehen haben. Nicht au» Gerech. tigkeitSgefühl stellt die Entente da» Verlangen der Aburteilung. Trübe« sitze« ebenso schmutzige Kerle wie bei un». Auch st« verdienen, vor Gericht gestellt zu werden. Au» dem Rache» gesübl der Kriegsgegner ist da» Verlangen nach Aburteilung ent» standen. Wir müssen au» dieser Sachlage da? Beste herausholen nach dem Grundsatz, daß denen, die für da? Recht find, alle Dinge zum Besten dienen. Gegenüber dem schamlosen Treiben ver Deutschnationalen müssen wir wie ein« Mauer zu- damit diese Kerle niilit die Geschicke des Deutschen tschnatlonalen müssen wir wie ein« Mauer sammenstehen, damil Reiche» zum Unheil wendem Wir dürfen nicht glauben, daß setzt nach der Erledigung der AuSlieserungSfrage alle» von selbst wieder in Ordnung kommt. Jetzt geh« der Kamps mit den Dentschnationalen erst l»S. Wir werden jedem auf die Finger klopfen, der die Tür der Gerechtigkeit zuschlagen will. Recht muß Recht bleiben.(Stür- Mischer Beifall.) Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: ..Dir Funktionäre der Sozialdemokratische» Partei Groß-verlin» billigen dir Haltung der Regierung in der AnSlteferaugSsrages Deutschland hat sich damit einen gangbare« Weg ans eiaer ««erfüllbare» Bestimmung de» Friedensvertrag» geschaffen. Sie erwarte«, daß dieser Weg nun mit aller Entschlossen. heitbeschrttten wird und begrüße« den Wille» der Regierung, da» Verfahren sn Leipzig im Rahmen de» Gesetze» vom 18. Dezem- ber ISIS und der Rotr vom 25. Janwar ISA auf» energischste zu betrelbru. Jeden versuch» ber Rechtsvrechnng in den Ar« zu falle« und bei Richter« oder Angeschuldigten nationalistisch« ver. hetznng zu treiben, wird die Sozialdemofratische Partei in schärfster Gegnerschaft mit allen Mitteln niederkämpfen!" Schließlich wurde noch ewe andieAdressederdänischen Parteigenossen gerichtete Resolution einftimmig beschlossen. Sie lautet: .Die Versammlung der Groß-BerNner Parteifunktionäre und Betriebkvertrauensleute spricht den dänischen Genossen anläßlich ihrer liebevollen, von hobem Opfermut getragenen Aufnahme und freundlichen Bewirtung der durch den unheilvollen Krieg unter» ernährten und verelendeten deutschen Proletarieriinder tiefempsundenen Dank au» mit dein besonderen Wunsche, daß da» Band der Sofidarität enger denn je die Sozialisten aller Länder umschließen möge."' flußenhanöel und Wirtschafts- einheit. Bon Reichswirtschaftsminifter Robert Schmidt, Man hört vielfach den Vorwurf, das ReichSwirtschaj:- Ministerium sei in der Frage der Ausfuhrkontrolle nickt ini. der nötigen Entschiedenheit vorgegangen. Es geschieht nicht», ist erne der üblichen Redensarten, und steht mau näher zu, dann find die Kritiker nickt selten über die einfachsten Vorgänge nicht informiert und tun sehr verwundert, wenn man ihnen nachweist, daß-ihre Vorschläge offene Türen einrennen. Nie hat eine freie Ein? und Ausfuhr bestanden und die viel genannte Einfuhr von Zigaretten und Schoko lade ist nur durch Schieber und sonst ausschließlich durch da Loch im Westen erfolgt. Durch die Verordnung vom 20. Dezember 1919 sind zckU reiche Warengattungen erneut unter Ausfuhrverbot gesteii, worden. DieS gilt namentlich für den Bereich der T c r t i: i n d u st r i e, 5er Glas- und keramischen In du st r i e. Die mit der Erteilung von Ausfuhrbewilligungen beias-. ten Außenhandelsstellen und Zentralstellen sind alsbald dazu übergegangen,«ine PreiSprüfung.wo fie noch nicht lu stand, in die Wege zu leiten. Gewiß ist an der Organisation Neichseisenbahnen ab 1. flpril. L« Freitag fanden unter dem Vorsitz de» öieichSverkehr»- mwtfter» Dr. Bell die abschließenden Besprechungen über den Uebergang der deutschen Eisenbahne» auf daS Reich statt. E» wurde in allen Punkten mit Ausnahme der Fi- nanzfrags eine Verständigung erzielt. Die Berhandlungen über letztere werden unter dem Vorsitz de? Finanzministers Erzberger fortgesetzt. Sofern auch diese Besprechungen- zu einer Verständigung führen, soll der StaatSvertrag zwischen dem Reich und den Ländern unverzüglich dem Reickiskabinetl und den Kabinetten der beieiligten Länder vorgelegt werden und sodann mit größter Be- schleunigung an die Verfassung gebenden Körperschaften gehen, damit der Uebergang de» Eigentums und der Verwaltung der Eisen- bahnen auf da» Reich zum L April dieses Jahre» durchgeführt werden kann.__ � das Attentat auf Erzberger vor Gericht. Berlin, 20. Februar. Dir Schwiirgerichtsverhandlung grgru de« Schüler v o» H i r s ch f e l d, der da« A t t c n t« l ans Erzberger verübte, beginnt heute um 9'/, llhr. und Methode der Preisprüfung noch manches zu befierrn k ist dies aber in erster Linie eine Aufgabe der wirtschaftlickc-u Fachverbände sowie der Außenhandelsstellen, die als Selbst Verwaltungsorgane eingesetzt sind. An die Adresse diesci Stellen und der eigenen Berufsgenossen werden sich dekhalo diejenigen zu wenden haben, denen die Prüfung der Ausfichr preise noch nicht schnell und sicher genug arbeitet. Bei der Ungeduld, die man in wirtschaftlichen Kreiien- hinsichtlich deS Ausbaues der AuSfuhrkontrolle bemerke!' muß, handelt eS sich auck anaenscheinlich lyebr darum, dem Unmut über den neuerlichen Valutasturz L»si machen. Demgegenüber kann nicht nachdrücklich geniig b' tont werden, daß kein noch so schneller Ausbau der in der Ver Ordnung vom 20. Dezember 1919 vorgesehenen Organisatie nen diesen Kurssturz hätte verhindern können. DaS ReichSwirtschaftSministerium hat bereits bei de» Vorberatungen der Verordnung vom 20. Dezember 191!' immer wieder nachdrücklich betont, daß eine nennenswert Einwirkung auf die Valuta von der Preiskontrolle den Arn- fuhr nicht erwartet werden könne. Namentlich ist von mir bei den Beratungen im 6. Ausschuß der Nationalversamm lung eindringlich davor gewarnt worden, in dieser Beziehuu an die Wirkungen der Verordnung all�u optimistische Er Wartungen zu knüpfen. Ich habe dabei auf das abnorm Mißverhältnis zwischen unserer Ausfuhrmoglickkeit und im serem Einsuhrbedürfni» hingewiesen. daS nur behoben weiden könne, wenn«» un» gelänge, unsere Produktion seh wesentlich zu steigern und unseren Verbrauch sehr Wesens lich herabzusetzen. Unser« Einfuhr ist aber min bestens doppelt so groß, wie di« Ausfuhr. Allerdings hat es den.Anschein, als wenn die Monate De zember und Januar ungewöhnlich höhe Ausftihrzifsern bringen würden. Nur zum geringsten Teil dürfte dieir Steigerung aber ein« Wirkung der Preisprüfung sein. Auch ist sie kein Zeichen vermehrter Produktion: vielmehr dürfte eS sich im wesentlichen um eine stark vermehrte Abstoßnna von Vorräten in daS Ausland handeln. Ein stärkerer Anreiz zur Steigerung der AnSftchr liegt zweifellos in den drohenden Ausf uhrabgaben. über die während des ganze» November in der Oeffentlich- keit diskutiert wurde und zu deren Einftihrung dann die Verordnung vom 20. Dezember die rechtliche Möglichkeit bot. Weiter haben zweifellos zahlreiche inländische Waren besitzet ihre Vorräte über den 1. Januar hinaus im In- .land gehalten, um sie zu den msdrigen Jnlandswerten zui Vermögenssteuer anmelden zu Linnen. Nachdem mit dem Jahreswechsel der Steuerstichtag passiert war, konnten die Vorräte zu den hohen Auslandspreisen realisiert werden. DaS derzeitige Anschwellen der Ausfuhr wird zweikellaS. werm sich nicht die Produktionsverhältnisse in unerwartetem Maße bessern, nur vorübergehend sein und deshalb aus den Stand der Valuta keine nachhaltige Wirkung üben. Ich habe auch später immer wieder davor gewarnt. die Bedeutung der AuSfuhrkontrolle für den Stand unserer Valuta zu überschätzen. Solange das Reich mehr Geld aus- geben muß, als es vereinnahmen kann und solange uusei Wirtschaftsgebiet größere Werte verbraucht, als er nach Lage aller Verhältnisse zu produzieren vermag, konn man eine Besserung unserer Valutaverhältnisse nicht erwar- ten, können die verschiedenen organisatorischen Matznahmen insbesondere die AuSfuhrkontrolle nur eine geringfügige Besserung hervorbringen. Im übrigen steht es mit der Durchführung der Verord- nung vom 20. Dezember folgendermaßen: Die Bildung von A uße n h a nd e l sste l le u und die Uimwiildlung von Zentralstellen tn Außenhandels- t stellen ist in vollem Gange. Fertig aufgezogen find eine AikßKchantielsstelle fiir Eisen- und Stahl waren, für Feinmechanik und Optik, für holzverarbei- tende Industrie, für Steine und Erden mit Neben- stellen für Feinte ramik, Grobkeramik, Glas. Zement»jw. Tie Umwandlung der Zentralstellen für Maschinen sowie für Fahrzenge in Außenhandels- stellen steht nahe bevor, ebenso die Errichtung von Außenhandelsstelleu für Spielwaren, für Faserstoffe usw., sowie für Schnitz- und F o r m e r st o f f e. Die Or- ganisolion für Preisprllfung im Gebiet der Textilindustrie unter der Leitung der Neichsstelle für Tertilwirtschaft ist in Vorbereitung. Eine Außenhandelsftelle für Holz wird voraussichtlich im Laufe des Monats Februar an Stelle der bisherigen Zentralstelle ihre Arbeiten aufnehmen können. Diese Vorarbeiten geschehen in enger Fühlung namentlich auch mit den außerpreußischen Regierungen, da die Absicht besteht, den Bedürfnissen der Jndustriegruppen, welche außerhalb Berlins ihren natürlichen Schwerpunkt haben, möglichst entgegenzukommen. Neuerdings wird auch an dem Plan der Errichtung einer' besonderen Außenhandelch'telle für den Export- Handel gearbeitet. Daneben bestehen eine Anzahl Außenhandelsstellen und ähnliche Einrichtungen, die schon seit lan- gem eine ständige Kontrolle ausübten. Nach Durchführung der Außenhandelsstellenorganisation wird auch das Ge- bührenwesen und die Technik der Aus- und Einfuhrbewilli- gungen neu geregelt werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde darauf gerichtet, Vorsorge zu treffen, daß die bei der Ausfuhr entstehenden Gegenwerte möglichst restlos der beut- schen Wirtschaft zugute kommen. Es wird von den Organi- sationen der Ausfuhrkontrolle den Wünschen der Reichsbank und der Devisen zentrale entsprechend in weitem Maße eine Kontrolle durchgeführt, daß die Gegenwerte der Ausfuhr nach Deutschland zurückgebracht und den jeweils dringendsten Bedürfnissen unserer Wirtschaft zugeführt werden. An die jetzt erst neu gebildeten Organisationen darf man nickt unmögliche Anforderungen stellen. Sie müssen sich zunächst auf dem sehr schwierigen Gebiet der Preis- und Mengeukontrolle zureckstfinden, ehe man ihnen die Lösung alles dessen zumuten kann, was sonst an nützlichen Aufgaben fiir sie besteht. Wir müssen uns hüten, erneut in den Fehler der Neberorganisatson zu verfallen, der � schließlick» mit einem Zusammenbruch der Organisation enden müßte. Die vielfach geäußerte Annahme, die Besatzungsmächte � würden uns noch der Ratifikation des Friedens imsere Z 0 U- � grenze im W e st e n wieder in die Hand geben, hat sich � leider nicht verwirklicht, und noch mehr ist zn bedauern, daß j die maßgebendkm Kreise der linksrheinischen Wirtschaft der> Durchführung einer Außenhandelskontrolle im besetzten Ge-! biet durchaus abgeneigt sind. Die Besotzungsmächte verhak- ten sich gegen jede Differenzierung zwischen Inlandsproisen und Auslandspreisen ablehnend und haben vielfach Firmen, welche beim Absatz ins Ausland höhere als die Inlands- preise fordern, mit Repressalien bedroht. Unerwünscht ist es, daß wir im Augenblick nicht die Macht haben, eine hohe Ausfuhrabgabe praktisch� durchzufiihreu: wir müssen uns mit der Tatsache abfinden,. daß, solange das Loch im Westen nicht geschlossen ist und so- lange auch an den Grenzen der Abstimmungsgebiete eine scharfe Kontrolle nicht durchgeführt werden kann, eine hohe Abgabe nicht zu erlangen ist. Man wird namentlich die Ar- beiterschast über diese Verhältnisse ausklären müssen: chesoii- dexß.die linksrheinischen Arbsiter werden in der Lage lein, gegen die eigensüchtigen Wünsöte der linksrheinischen Händler und Industriellen einen Gegendruck auszuüben, wenn man ihnen klar macht, daß eine einigermaßen wirksame Erfassung der bei �der Ausfuhr erzielten Daliitagewinne zu- gimsten der sozialen Zwecke nur erfolgen kann, wenn die Einheit des deutschen Wirtschaftsgebietes wieder hergestellt wird. / Amerikanisches Selbstbewußtsein. Paris, 20. Februar. Der Korrespondent de?.Echo de Paris" in Washington meldet, L 0 d g e habe«rtlärt, wenn Willen fest'bleibe, würden Frankreich, England und Italien in der Adria- frage nachgeben. Es sei seine Ansicht, daß Wilson, wenn er fest geblieben wäre, bei der Regelung der europäischen Angelegen- Seiten alle? hätte durchsehen können, waS er gewollt habe, dermaßen bänge Europa von Amerika ab. Senator B 0 r a h habe erklärt, der jetzige Zwischenfall zeige die Unmöglichkeit, daß Europa und ! Amerika weiterhin zusammengingen. Ihre Methoden seien voll- ' kommen verschieden. Als Amerika in den Krieg eingetreten sei, habe es keine Feinde gehabt. Ein Jahr nach dem Krieg hätte sich eine große Macht von ihm entfernt, Rumänien, Rußland und Griechenland seien Amerikas erklärte Feinde. Frankreich stagc an, Italien sei bitter und Japan beleidigt. tzinöenburg gegen üen verstänSigungsfrieöen. In der Zeitschrift„Zwanzigstes Jahrhundert" wird ein Schreiben des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg an den damaligen Reichskanzler von Betbmann Hollweg veröffentlicht. Ter Brief ist aus dem Großen Hauptquartier -vom 7. Im Ii 1917 datiert(also unmittelbar vor der Ka- binettskrile) und stellt eine Antwort dar auf ein Schreibon des Kanzlers vom 25. Juni über die Stimmung in der Hei» mat. Hindenburg führt die berabgsdrückte Stimmung in der Hauptsache auf den Wucher und Schleichhandel zurück— dicic Dinge gab es also schon v 0 r der Revolution— und spricht sich dann im weiteren Verlauf gegen die An- ficht des Reichskanzlers aus, der es für notwendig erachtet> hatte, bis zum Herbst einen Verständiglinas- frieden herbeizuführen, wenn man nicht den Abfall Oesterreich-Isngarns und damit den völligen Zufammenbrnch riskieren wollte. Hindenburg schreibt: Ich glaube nicht, daß England zu einem Verständigungs- frieden bereit ist, solange eS nexb hoffen kann, daß Deutschland vor England zusammenbricht. Am allerwenigsten wird es zu einem solchen Frieden bereit sein, wenn Oesterreich-Ungarn im Begriff ist, abzufallen. Ter Gewinn, den England aiis einer Fortset?ung des Krieg:? bis zn Deutschlands Zusammenbruch gegenüber einem Verständigungsfrieden ziehen kann, ist so unge- heuer, daß es die längere Kricgsdauer in gewohnter Energie und Entschlossenheit auf sich nebnien wird. Daran babe ich keinen Zweifel, und das belveist jede? Blatt der englischen Geschichte. Wohl aber wird England sofort zu einem.VerständigungS- frieden" bereit sein, wenn es einsieht, daß der eigene Zu- sammenbruch fr ü h c r als der deutsche erfolgt. Wir können sicher sein, daß jeder englische Friedensversuch der Beweis seiner nahen- den Agonie ist. Es würde meines Erachtens ein Unheil für nnsere staatliche»»d wirtschaftliche Zukunft bedeuten, wenn wir einen solchen englischen„VerständigunqSfrieden" annähme«, ohne daß wir durch einrn Abfall �esterreich-NngarnS und eine gleich- zeitige eigene Agonie zum sofortige» Frieden gezwungen wären. sSo lagen die Dinge im Herbst 1918, da wollte die Oberste HeereS- leitung den Verständigungs frieden, aber da war es auch z u spät. Red. d.„Vorw.".) Ein solchgs ungünstiges Zusammen- treffen balle ich aber für ä u si e r st u n w a h r s ch e i n l i ch. Ich teile nicht Euer Exzellenz Ansicht, daß die Porstellungen des Unterseebootkrieges gls übertrieben anerkannt sind, daß aste auf statistische Berechnungen gegründeten Voraussetzungen sich als völlig unzulässig erwiesen haben und daß die Notwendigkeit für England. Frieden zu schließen,-n ganz weite F c x n e n gerückt ist. Ich bleibe vielmehr auf dem in meinem Schreiben vom 19. 6; 1917 II Nr. ö8 049 op. klargelegten Standpunkt stehen. Dann der Augenblick gekommen sein wird, an tvelchem das GM'be der' gesamten Kriegswirtschaft unserer Feinde zer- reißt, kann man nicht mit Bestimmtheit voraussagen, daß er . aber in absehbarer Zeit kommt, ist mir sicher. Gemessen on dem tat sackflickien �Verlauf der Dinge nnd dem wirklichen Kräfteverhältnis, wie es auch schon damals deutlich erkennbar war, zeigt dieser Brief einen ganz außerordentlichen Mangel an poli- tischen Voraussicht. STsier im Grunde kann hier von einem eigenen politischen Urteil Hindenburgs überhaupt nicht gesprochen werden. Denn dieser Brief ist nur eine Zusammenstellmig all der bekannten Sätze und Argu- mente, wie man sie damals tagtäglich in der alldeut- schen Presse zu lesen bekam. Der Brief verrät dem- gegenüber keinerlei selbständige politische Auffassung, keinen Gedanken, nicht einmal ein Wort, das von der alldeutschen Agitationsschablone abweicht, er könnte Wort für Wort aus einem Neventlowschen Leitartikel ausgeschnitten sein. Der Brief enthüllt letzten Endes mit erschreckender Deutlichtzeil. wie sklavisch sich unsere Oberste Heeresleitung ihre po- lttische„Ansicht" von den alldeutschen Zeitungsschreibern vorschreiben ließ. Er ist eine glatte Be- stätigiing des Eindrucks, den Hindenburg bei seiner Vernei,- mung vor dem Untersuchiingsausschnß aus unbefangene Zu- Hörer gemacht hat. die Entfernung üer Kaiserbilüer. Wie die„P. P. N." erfahren, erläßt daS preußische Ministerium deS Innern, Gen. Heine, folgende Verordnung: .Mit der Tatsache, daß das Deutsche Reich zu einer Republik erklärt worden ist, und daß die gleiche Staats, form, die bereits der vorläufigen Verfassung für Preußen zugrunde liegt, in Kürze auch durch die preußische Verfassung endgültig festgelegt werden wird. ist es unvertäglich, daß.sich in vielen staatlichen Gebäuden Bilder und Büsten von Mitgliedern der früberen Kaiser- und Königsfamilie Hohen zollern-befinden, die an allgemein zugänglicher Stelle, besonders auch in Sitzung«- sälen angebracht sind und dort als Hoheitszeichen einer Staats- form wirken, die durch die Ereignisse und die Aefchlüsse der Volksvertretung beseiligi ist. Da? weitere Verbleiben dieser Bild- werke hat bereits verschiedentlich zu unliebsamen Zwischen- fällen und Störungen des öffentlichen Friedens geführt. Es wird daher angeordnet, daß die Bilder des ehemaligen KönighauseS sowie alle anderen Bildwerke oder Abzeichen, die als Versinnbildlichung des monarchischen Gedankens zu wirken geeignet sind, aus den dem Publikum zugängliche» Räume« aller staatlichrn Gebäude entfernt werden. Ausgenommen sind solche Bilder nicht mehr lebender Mitglieder der ehemaligen Körngssinnilie, die lediglich alS hi st arische Kunstwerke anzusehen sind. Jedoch ist auch bei diesen darauf Bedacht zu nehmen, daß sie nicht durch die Art ihrer Anbringung an hervorragender oder allgemein zugänglicher Stelle verwirrend oder verletzend wirken können. Von der Enifernung ausgenommen i sind ferner alle f e st e n B e st a n d t e i l e der inneren und äußeren Ornamenlik der Gebäude sowie historisch« Zusammenstellungen ebe- i maliger preußischer Könige, sofern sie ihrem Charakter nach nicht I eine Kundgebung für die beseitigte Staatstorm als solche varslellcn. � sondern lediglich als geschichtliche Erinnerung an eine frühere Zeit der preußischen Geschichte zu wirken geeignet sind. Embleme, wie Zepter, Kronen auf Fahnenstangen und dergleichen sind ebenfalls zu entsernen. Dt« das Hausrechl über die staatlichen Gebäude ausübendett leitenden Beamten haben die zur Durchführung d,eser Verordnung erforderlichen Matzregeln anmordnen. Es ist dabei mit dem er- forderlichen Takt und möglichst unauffällig vorzu- gehen.' Die Bilder und Büsten, die hiernach der Beseitigung unter-- liegen, sind von den Lettern der Behörden zweckmäßig unlerzu- bringen. Soweit eine Entfernung von Bildern mit Knn siwert in Frage komme», sind dieselben einem staatlichen Museum zu überweisen." Hierzu wird noch bemerkt: Diese Verordnung hat Gültigkeit für alle unterstellten staatlichen Stellen. ES erscheint der Regierung aber wünschrnz- wert, daß auch die Kommunen usw. dort, wo ihr eigener Bilderbcsitz in Frage kommt, nach den gleichen Gesichts- punkten verfahren. Mineralftoffzufuhr und Ernährungsnot. Von D r. Paul Grabley. Die Hoffnung, daß der Friede unserem durch den Krieg und die lange Blockade aufS äußerste geschwächten Bolle bessere Er- nährungSbedingungen bringen würde, hat sich nicht erfüllt. Die Verhandlungen zwischen Regierungsstellen und den landwirtschaft» lichen Berufsorganisationen zeigen, daß wir mit den vorhandenen Nahrungsmitteln sehr, seh? sparsam wirlichasren müssen und mit einem wesentlich günstigeren Ertrag der neuen Ernte gegen daS Vorjahr nicht rechnen können. Der trostlose Stand unfeier Valuta 'macht eine Einfuhr von Brotlorn fast unmöglich. Wir müssen also auskommen mit dem, wa« unier schlechtgedüngter, zudem wesentlich kleiner gewordener vaterländischer Boden hervor- bringen kann. Nur durch die Bereitstellung von Kohlen, künstliche, n Stickstoff und Dungstoffen kann unsere Produktion gefördert werden; ob sich da« wird ermöglichen lasten, bleibt abzuwarten. Die wäh- «nd des Krieges in Deutschland geschaffenen Stickstoffwerke können den Stickstoffdedarf unserer Landwirtschaft decken, sobald sie aus- reichend mit Kohlen versorgt werden. Der schwarze Wirlschasis- diomant bestimmt nickt nur den Wert unserer Valuta, sondern gibt unserem gesamten Wiriichaftsleben seine Krästc; daran sollte die Regierung zuerst denken I Nun lamet die Ernährungssrage auf Heraufsetzung der Ausmahlung um S— 6 Proz. oder aus Ver- kürzung- der Brotration; das gleiche wird mit den Kartoffel», geschehen müssen. Es wird also immer nur erwogen, ob wir mit noch knapperen Portionen auskommen können und müssen. An keiner Stelle ist die Frage diskutiert, ob uns die Wistenschait nicht Wege weisen kann, die vorhandenen Nahrungsmittel bester auszunutzen. Bisher hat die EruähmngSphysiologie immer nur das Eiweiß, die Fette und die Kohlehydrate als die unerläßlichen Bestandteile unterer täglichen Ernährung mit so und soviel Gramm in Rechnung! gesetzt. Man hat dabei den in unseren täglichen Nahrungsmitteln Brotmebl, diesen Mangel abtelfen:«S würde dadurch eine besiere Ausnutzung feiner Rährwevre, das heißt«ine pon» live Streckung herbeigeführl und zugleich unser Brot wert- voller und gesunder gemacht.— Die regelmäßige Z wf u v r der notwendigen Mineral st offe gewährleistet bei einer an Kraftstoffen ärmeren Nahrung»n- ge st örteiuStoss Wechsel, restlose Ausnutzung der vorhandenen Nährwerte. Erhöhung der Letstungs- lähistkeit und Widerstandskraft gegen Krankheiten! ES>tl ja häufig so, daß die Ergebniffe des Forschers schwer ihren Weg aus dem Laboratorium in die BraxiS finden, aber sollte man nicht alle» Wege der Abhilfe an zuständiger Srello wenigstens prüfen?_ Die Lektüre als Kulturmaßstab. Die Wahl der Lektüre ist ein guter Maßstab für die Knüurhöhe eines Volkes. In Deutschland :appen wir noch ziemlich im dunklen über die literarischen Bedürs- niffe der breiten, nicht bloß proletarischen Volksmassen. Dann und wann sind von fachmännischen Jnteresientenkreisen Erhebungen darüber angestellt worden, welche Autoren, namentlich in öffentlichen Bibliotheken, am häufigsten verlangt werden. Nun hat Alfred Richter durch systematische Fragen in Bekanntenkreisen— Menscher, von ausgesprochen geistigen Interessen wurden seine Fragen nicht vorgelegt— wieder in dieses' dunkle Gebiet hineinzuleuchten ver- sucht. Er kam dabei zu nicht uninteressanten Resultaten, die er unter dem Titel„DaS Problem d.-r schöngeistigen Lektüre" in den „Burschenschaftlichen Blättern"(34. Jahrg. l. Nr. 6) veröffentlicht. Von zehn männlichen Befragten der sogenannten-gebildeten Schicht bevorzugten in der Vorkriegszeit vier die Autoren Herzog, Lauft. Perfall, zwei Otto Ernst, zwei Meyrink und H. H. Ewers, zwei Ervtika. Ilnter 50 Befragten fand er etwa 3, die eigene Wege gingen. Von zehn befragten Frauen der gleichen Gesellschaftsichicht bevor- zugten 8 die Heimburg, Marlitt usw., ein« las gern Klassiker, eine speziell Goethe. Aon befragten Angehörigen der Arbeiterklasse liebte _____...... die Hälfte Kriminalgeschichten; einige wenige nannten Namen wie in unscheinbarer Menge vorkommenden Mineralstoffen keine Be- Withman, DoswjewSki, Strindberg, Zola, Tolstoi. Die befragten deutung geschenkt, wenn sie gleich Carl voit schon im Jahre 1809 Arbeiterfrauen las«!!, bis«ruf einen kleinen Rest,„üblen Kitsit," als iotchtige Nahrungsbestandteile bezeichnet hat. Die Fors.simtgs «rgebnisie de« lebten Jahrzehnts haben bewieien, daß die Mineral- stöffe nicht nur als Energieträger angesehen werden müssen, sondern baß sie direkt als RahrungSfparer anzusehen sind. Die Tier- versuche unter Mineralstoffütterung beweisen ein« Futterersparni« um 20 Prozent be- rechnet nach Kilogramm KörvergewichtSzunahme und verfütterten Mengen. Nun ist z» berücksichtigen, daß mit der Daner des Kriege« die Demmerali'ation. d. h. die Ver- armung an Mineralstoffen in unserem gesamten beackerten Kultur- bodcn immer mehr zugenommen hat. An dieser Mmeralsioffoer- armung find denn auch die erzeugten Nahrmigs- und Futterpflanzen und damit auch Mensch und Tier erkrankt. Die anisallendsten Folgen dafür siud die erschreckend« Zunahme an Rachitis(engliieber .Krankheit) unter unseren Kindern und das auffallend häusige Auf« treten der Knochcnweiche fHunger-Malaeie) ber Erwachsenen. Tiefe letztere Krankheit tritt auch in vielen Teilen Deutschlands bei den " Stieren auf. ES würde Immerhin tarn Richter, zu der beachtenswerten Ecklußsolgerung: „Die Bürgerschicht machte auch als Loser die Mitrelschicht�aus. Idur «in geringer Prozentsatz(etwa 6 Proz.) gingen abseits der breiten Straße. Die Proletarier teilten sich in solche mit versunkenem Geschmack(80 Proz.) und in solche, die Bücher bevorzugten, die aus den tiefsten Quellen schöpfen s20 Proz.), also prozentual hier mehr Verttesung als beim Bourgeois." Auch in der Kriegszeit bat Richter derartige Fragen an die Manschen seiner Umwelt gestellt. Von rund 60 Befragten der gebildeten Schickt bevorzugten 27 Löns, 24 Meyrink und Ewerö, 3 Paul Keller, 2 Walter Flex, 1 Gottfried Keller, 1 Storm, 1 Jens Peter Jaeobfen, der Rest las, wa« ihm gerade vor Augen kam. Jüngere Leute, die befragt wurden, schätzten.in erster Linie Löus, dann Flex; dann wurden noch genannt: Brveger, Zech, Lorsch und die Arbeiten der Rylandleute. Richter macht im Anschluß an diese Beobachtungen gleich noch 1 Tlreiizug durch die Feuilletons der Tageszeitungen. Auch hier ' e.' tii', u. ,*,11 f O � Ii.___........... Ci-n V. ,} v»«-r T avo 1 va»o f>• /*_ __, eilttU______,|_______________.. biß. regelmäßige und konsequente Zu--! fällt die Auswahl der Lektüre aans zugunsten der sozialdemokra� —-------—----- �-■''---- 0. VY« 1..__ f..1. VX-i» ♦ 1» rt.vo ra der dem natürlichen Bedürfnis des" Körpers entsprechenden! tischen Presse aus. Die kleineren büvgerl?chen Zeitungen bringen ""'§n wifeteni HanptnahnmgSmitwl, de«! nach f. Rc�striemngen nur seichten Durchschnitt unter dem Strich.„Dagegen fand ich," schreib, er,„in zwei kleinen sozialisti- schen Blättern Ludwigs„Zwischen Himmel und Erde", Novellen von Kleist." Und wie mit einem leichten Seufzer bemerkt er, der feine Arbeit in einer Studentenzeitschrift veröffentlicht, im Anschluß hieran:„Ich kenne Studierende, die beides noch nicht gelesen haben."...-n. Die Fertsetzung der Einftei».B»rIesoiigew in der Univetfiiä, begann tu riesig gemlltem Raunt mit Verlesung erueS vonSludemerr verailtaßlen Sckriilsiücks, das den Gelrhrlen bat, den ganz unge- bührlrck auigebauicklen Boriall vom 12. Februar ,u verge»sen und die siudemriche Jugend auch weiterhin in lern Forichungsgsbiel ein- zuführeli. Die Worte wurden usit großein Betfall begrüßt. Einsrein erwiderte lediglich:„Ich nehme die Sache, durchaus nicht krumm." tat mit dieiem kurzen heiterfreien Wort ein gutes Werk und ging, mit dem nächsten Satz an seine Arbeit. Tie Erklärung Stefan Großmanns in unserer gestrigen Mor- geimummer veranlaßt Direktor BarnowSkh zu dar Mitteilung an uns, daß cr seine in der„Welibsthne" gegen Großmann aüfzfftell- ten Behauptungen aufrecht erhalte. Von Stefan Großmann geht uns die Mitteilung zu:„Tie von Herrn Direktor Victor Bar- nowsky in der„Weltbühne" vom 19. Februar d. I. erbohenei: Vor- würfe haben mich veranlaßt den Verband der Berlincr Thcaterkritiker heute zu ersuchen, den Tatbestand der von Herr» Direktor Barnowsky erbober-en Vorwürfe 0 b j c! t i v zu prüfen. Ich Hobe das größte Interesse daran, daß diese Prüfung so raich und so gnindlich wie möglich crfo. A b e n d des B ütbner- OrchesierS. �vliinn ist Allee Lcfiortr l Sopran,, ewigen! Tinfanikto»;ert. Ein erstes?>>' u! S l l n e r Vo'ks-Sinfonie- konzerl mit dem Slüthncrorchester sindct am 25. Februar, abends' s, uyr, im Konzertsaal.Nene Welt». Hafenbeide. statt. Im Programm st™ 5- Beethoven« Zweite Smpmre und Emetana»„Roldan". StonzertteUer ist �°"Helen"Kellers KriegSopfergabe. der Verzicht auf alle zuLinstigen Eirllommeu aus den deuticheu AnsgaLei, ihrer Bücher iugun'ten unser« KriegSbllnden.-tanbeil und-fluurm:», b-richt nicht au� einem e. st letzt gc- taßten Befchiur./ T.i. taub. stumm- blinde Amerrlanenn haste ,chou im November tSls chrcur Verleger Lutz die Seifung er solle chis zmn Ende deS.Faires, in dem der Fried« wieSerb�gestellt wird ulle ihre d-„u»-n Tantiemen der deutschen»rieaSbttnbonMsorz« zuwenden. Nr.HS�ZI.�ahrgaag Seilage des Vorwärts Sonnabend, 21. Februar 1H2S preußische tanöesversammlung. (Gchlutz aus der AbendauK-zabe.l Die-namentliche Abstimmung über den Antrag Hergt(Dnabl.) um Verschiebung der Wahlen zu d« n Elternbeiräten, bis die Erzieh uiigSbrrechtigten die Entscheidung über den Eharakicr der VolkSsäuile getrosten Hoven, - ergibt, dost der Antrag bei einer Beteiligung van LtZb Ab- genÄnsten mit 16,� Stimmen gegen 57 abgelehnt wird- 'lvitt den Antrag stimmten die beide» Parteien der Rechten und einzelne Demolratoi.— Der den gleichen Gegenstand belreffetchc Antrag Linz- Barmen(Dnail-) wird in einfacher Abstimmung gegen die Rechte abgelehnt.— Die Verordnung vom Lb. Februar lblb betreffend einstweilige Versetzung der unmittelbaren Etaaiö- deamten in den Ruhestand wirb genehmigt.— Abg. Wentc (Dem.) begründet einen Antrag auf landwirtschaftliche Aus» Nutzung der Exerzier-. Truppenübungs. und Schiehplätze. Auf Antrag Peters(Soz.) erllärt.d>rS HauS de» Antrag WculeS durch frühere Beschlüsse für erledig'..— Abg. Dt. We»l(II. Soz.) bqaründet einen Antrag auf Einführung der v b l i g a t o r i s ch e n F a m i l i« n v e r s i ch e r u n g. Abg. Bräucker(Soz): Wir unterstützen den Antrag, der eine alte sozialdemolratische-Forderung ausspricht.> Wg. Frahm(Dnatl.) erdlart sich namens seiner Partei für die obligatorische Fam-ilienversicherung. Freilich dürften die A e r z t« nicht dadurch geschädigt tmden. Auch die Abag. Hirtsiefcr(Zentr.), Frau Tönhoff« Dem.) und Dr. Leidig(D. Äp.) treten für den Antrag ein. Dar Antrag wird e i n st i m m i g angenommen. ES folgt der Autrag Dr. Friedberg und Gen.(Dem.) be. treffend baldigen Erlast oincs RdcbzgefctzeS Zur öekämpfung üer Tuberkulose. Abg. Dr. Zchlosunnn»(Dem.l begründet den Antrag. D i e Folgen des Krieges sind auch vecheerend gewesen für unsere Voltegesundbdt. Die Belämpfung der Tuberkulose ist wirksam nur bei lräktigcr Ernährung, und uns fehlt es selbst in den.Heilanstalten an!WUch. Der Kampf gegen die Tuberkulose iraistte aber mir allen wirksa�nen Mitteln geführt werden, und zwar konzentrisch von alle» Seiten. Auch die Wohnung». frage spielt hier an« große Rolle. Es bedarf eines Zusammenfassenden Gesetzes, das den Kampf gegen die Tu» berkuloie organisiert. Abg. Dr. Beyer lSoz.): Der Hunger hat uni die Widerstandskraft genommen. Taber erklärt sich die heutige große Ausbreitung der Tuberkulose. Wir müssen uni be» mühen, diese Krankheit in den ÄnfangSstadien zu behandeln, und darum würde sich hier die A nze igep flichr empfehlen. Wir kennen heute die Ursache der Tuberkulose, auch hat sich ergeben. daß kaum noch cm Erwachsener von dieser endemisch gewordenen Krankheit frei bleibt. Eine Hauptursache der Ansteckung ist da« enge Zusammenwohnen. Statistisch ist auch nachgewiesen, daß die Berbrcituug der Tuberkulose von der sozialen Lage abhängig ist. die WohlÄobcirdcn werden am wenigsten von dieser Krankfeil ergriffen. Die Berliner Untersuchungen haben erschreck» lick-e Zahlen über die Wohnungsverhältnisse der Tuberkulösen er» geben. Ed handelt sich hier um eine soziale Frage. Die beste Ab» Hilfe wird geschaffen durch Berbcsserung der WohnungS- und ErnökrnngSbedingungen. jeder Mensch muh sei,« eigene Schlafstelle haben, tein Kranker darf mit andere» zusammen in demselben Bett schlafen. Die Mit» Hilfe der Sterzwfchaft hat leider vielfach versagt. Die m« diz i» nischen Fakultäten an den Hochschulen sind auch noch sehr rückständig, so daß Anhänger ciireS neueren Heilverfahren» keinen Lehrauftrag bekommen.(Beifall bei den Soz.) Ministerialdirektor Dr. Gottsicin teilt mit, daß im Reichs amt de» Innern ein Gesetzentwurf zur Bekämpfung der T.uberkulose fertiggestellt ist. Er liegt jetzt dem Reichsgesund. heitSamt vor, wird dort eingehend beraten werden und dann dem Reiebsrat zugehen, worauf sich dir Nationalversammlung damit beschäftigen wird. Abg. Dr. Weyl(N. Soz.): Die Mehrzahl der Aerztr ist in sozialer Beziehung sehr rückständig. Da» zeigt sich beim Fried» mannschen Heilverfahren, dem noch heut« prominente Äerzte feindlich gegenüberstehen. Solange die Aerzte Gewerbe. treibend« sind, haben si« kein Interesse«m der Prophylaxe. Darum fordern wir die mm mm Verstaatlichung der Gesundheitspflege. Den Antrag Schlußmann unterstützen wir durchaus. Ter Antrag Schlotzmann wird angenommen. Abg. Dr. Beyer(Soz.) begründet einen Antrag auf, Neu ge» staltun-g der Gewerbehygiene, der einstimmig ange» nommen wiid. Ein Antrag Bergmann(Zentr.) über dre Entschädigung der Schöffen und Geschworenen, die en isprechend der Geldentwertung erhöht werden, müsse, tvrrd dein R e ch i s a u 3» s ch u ß überwiesen. Das Haus vertagt sich. Nächste Sitzung Sonnabend, den 21. Februar, mittags 12 Uhr: Anträge und förmliche'Anfragen. Schluß bi-i U hr. « Ter GemeindeauSfchnst der Preußischen Lande» v er. sammlung»ahm den Gesctzpi'twurf üb-'r die Aufhebung der Steuervorrechte aus Eingemeindungen an, dazu auch einen. Antrag des Berichterstatters Abg. Weber(Soz.). der dem Gesetz rückwirkend« Kraft nicht, N"e die Vorlage twr. sieht, bis 1. Oktober ISIS, sondern bis 1. April ISIS gebar will. io daß die Gemeinden-für das ganze Steuerjahr 1919 die Kommu» nalaöaaben nachträglich erheben können. Weiter wurde von allerr ! Parteien energisch verlangt, daß den Krüppeln, für die seit Jahren : nichts Ernstliches geschehen ist, endlich durchgreifend geholfen wird. ! Ein{Regierungsvertreter stellte eine Gesetzesvorlage über den Neu, aufbau der Krüppel fürsorge in Aussicht, die in tveni» > gon Tagen dem.Hause zugehen soll. Prozeß Crzberger- Helfferich. (Schluß aus der Abendausgabe.) Auf Befragen deö Vorsitzenden erklärt der Zeuge, daß da? Ge» neralkommando zu dem Verkauf seine Zustimmung gegeben habe. R.>A. Alsberg: Wissen Sie, ob nicht beim Kriegsminisierium Vorstellungen eriolgt sind, zu gestalten� daß wädrend des Krieges das Patent nach dem Auslände verkauft werden könnte? Zeug«: Da« sst mir nicht bekannt. Das wäre auch aus Privatwirtschaft- lichen Gründen nicht wünschenswert geweien. R.-A. Alsberg: W'sien Sie nicht, ob der Abgeordnete Erzberger sich bei dem Krieg S sin i n i st c r i u m um die Erlaubnis zum Verkauf bemüht bar? Zeuge: Ich erinnere mich nicht. Wohl ist darüber mal ge» sprachen worden,'ck weiß ober nichts darüber. R.-A. Alsberg: Wenn Herr Erzberger das getan hätte, so wäre da« doch gegen Ihre Intentionen gewesen? Zeuge: Da» bezog sich auf einen eventuellen Verkauf nach dem Kriege. R.-A. Alsberg: Dann wäre doch die Genebmigung de« KriegsministeriumS nicht nötig gewesen. Zeuge: Da» schab« doch mchlS. Darauf wird Direktor Selig. Vorstandsmitglied der Anhydat-Aklien-Besellschaft, aufgerufen. Der Zeuge bekundet, daß die sechzig Aktien, die bei der Erböbung des Kapiial» der Gesellschaft Erzberger bezogen habe, diesem auf Grund eine» GenerolversammlungSbeschlusses zugefallen seien, nach dem die erste Emission der 800 990 Aktien aui daö Bezugsrecht bei der Kapita!«» erböbung einen Vorrang auf S90 909 Aktien habe. Der Zeuge der» liest dann seine Notizen über die einzelnen Fälle, in denen Erzberger iür die Gesellschaft bei verschiedenen Behörden tätig war. ES handelt sich dabei u. a. um die Einfuhr von Petroklicht und um das österreichische Patent der Gesellschaft. Wegen des skandinavischen Patent« habe sich Erzberger auf Ersuchen de» Patentanwalt« der Firma an da? RricbSamr deö Innern gewendet. Der Zeuge verliest den betreffenden Brief, der daraufhin vom ReichSamt des Innern eingelaufen ist und in dem ausgeführt wird, daß argen eine Veräußerung nach den nordischen Staaten Bedenken nicht beständen und die Maßnahmen von der Zustimmung des Generalkommando« abhängig seien. Da» Schreiben rsl mit v. I o n q u i ö r e» unterzeichnet. Rechtsanwalt Alsberg: Ich habe auch ein Interesse daran. daß aufgeklärt wiid, wie es gekommen ist. daß dem Kriegsministeiium trotz der Kriegswichtigkeit des Patentes die Auskunft gegeben worden ist, daß ein Verkauf zulässig sei. Es entspinnt sich eiue kängere Debatte ztviichen Rechtsanwalt Alsberg einerseits und Geheinrrat- v. Gordon. Direktor Seelig und Kommerzienrat Rechbcrg andererseits. Es handelt sich um die Fest» stellung, aus welchem Grunde Herr Erzberger auf seine 52 Aktien mit Bezugsrecht 50 Stücke erhalten konnte, warum diese Aktien der ersten Emission angehörten, während im August 1918 kaum mehr Anteile der zweiten Emission für Außen» stehende zu haben waren.— Direktor S c e l i g: Im Januar 1917 ersuchten- wir Herrn Erzberger. er wöge sich beim Reichsarbeitsamt dafür verwenden, daß unser Chemiker Dr. Hägen, der eingezogen werden sollte, reklamiert lvürde.— H e l s f e r i ch: Das sst derselbe Herr, der jetzt im Inserat sich gegen mich wendet. Ver- .sprachen. Sie sich'nicht ebensoviel-Erfolg, wenn Sw selbst einen Briet an das ReichSarbeitsantt wegen der Reklamation schrieben. als ivenn Herr Erzberger sich dafür einsetzte?— Zeuge See! ig: ES ist dock, selbswerständiich. daß ein Abgeordneter immer mehr er-- reichü— Vor s.: Ja, die Herren Abgeordneten setzten sich danraiS jeden Tag für Reklamationen ein. es war schon nicht mehr schön!— Helfferich: War es Ihnen. Herr Kommerzienrat Rechberg, nicht bedenklich, den Herrn Erzberger durch Uebertassw'g der Anteile in dem Augenblick für Ihr Werl zu gewinnen, als zwischen Ihnen und dem KregSmtnistemm. in dem Herr Erz- berger einen notorischen Einfluß besaß, schwer» wiegend« Verhandlungen über neue Lieferungsverträge schwebten? — Zeuge: Nein.— Rechtsanwalt Alsberg: Hat außer Herrn Er»beraer 1916 noch jemand Aktien zu pari erhalten?— Direktor Seelig: Nctn.'— Kommerzienrat R e ch b e r g: 1015 Hat .Kommerzienrat Becker seine Aktien infolge seiner großen Fach« kenntnisse ebenfalls zu, pari-erhalten.— Rechtsanwalt Alsberg: Und für welche Fachkenntnisse hat Herr Erzberger seine Aktien zu pari erhalten?— Vor s.: Hat noch jemand außer Herr.« Erz- berger Aktien zu pari bekommen?-« Erzberger: I Der Abgeordnete Müller-Fulda bat auch Aktien zu pari bekommen.— Rechtsanwalt Alsberg: So, so. der Herr Abgeordnete Müller-Fulda. Aber hat vielleicht jemand, der nicht zufälligcrwe-se Abgeordneter war. Aktien zu pari bekommen?— Zeuge N e ch b e r g: Wenn sich ein guter Freund -an mich gewandt hätte, hätte ich ihm die Aktien wohl auch zu-pari gegeben.— Helfferich: Herr Erzberger besitzt für IIS 900 Mark Anteile, die 20 Proz. Dvidende brachten.' Er hat in seiner Vermögen'angabe diese Aktien mit sage und schreibe IIS Proz. angegeben. Bei 29 Proz. Dividende gibt fiw der Mann mit einem Kurs von 115 zufrieden, der das Reichs-Notopfer ge» schaffen hat!— Bors.: Das gehört doch aber wokl nicht zur Sache! — Erzberger: Zur Zeit der Vermöpeneangabe kannte- üb noch keinen anderen Kur«. Der neue Kurs ist erst in der letzten Wache gemacht worden.— Helfferich: Stand zu-den Zeiten, Herr Direktor Seelig, als die Kriegszuwachssteuer kam. der Kurs Ihrer Aktien im Jahre 1918, 1917 und 1918 auch auf 115? Direktor Teelig: Jawohl.— Helfferich: Danke, das genügt mir voll« ständig.— ES tritt dann eine Mittagspause«in. Nach der Mittagspause wird Oberingenieur Mauritius als Zeuge vernommen. J-m Herbst 1913 schlua die Krieas-Rohstoff» abteilnng der KriegZ»Ledergcsellschafl eine Reihe von Zlbgeordneten zur Wahl in den AufsichtSrai vor. Abgeordneter.Erzberger wurde gewählt. ES wurde hierzu schriftlich d'e Einwilligung deS R e i ch s s ch ä tz a m t S, des ReichZamtS de« Innern, de« Handelsministeriums und des Ro'chS.Marinramtz eingeholt.— Herr Erzberger hat dann der Kriegsledergesellschaft vom Februar 1917 bis Januar 1919 angehört. Er hat mindestens an einer Auf. sichtSratlfitzung teilgenommen. Dabei kamen, soviel ich weiß. Verteilungsfragcn von Leder nicht in Frage. Auf B.'fra<,?n des RechtSantvaltS Friedender erklärte der Zeuge: Es ist mir nicht bekannt, daß irgendein Aktionärs oder Herr Erzberger selbst irgend» welche Einwirkung aus mein Ressort gebäbt hätte. Ich hätte der- artige Bemühungen sicher erfahren. Ich persönlich— und daS ist mir lieb, da» hier zu erörtern— bin n-emals an den Slnbydat» Werken oder an irgendeinem anderen Werk der Lederindustr« dtrekt oder auf Umwegen beteiligt gewesen.— Rechtsanwalt Alsberg: Hat sich Herr Erzberger nicht bei'Ihrer Abteilung bem üht?— Zeuge: In einem Fall«, und zwar brachte« einen Wunsch der Anhydat-Werke vor, ihr Patent nach nordischen Staate» zu verkaufen.— Rechtsanwalt Alsberg: War man in Ihrer Abteilung dqzu geneigt, den Wünschen de« Herrn Erzberger zu willfahren?— Zeuge: Im allgemeinen wurde die Einwirkung eines Abgeordneten als ei» peinlicher Druck empfunden. Der Referent wollte einerseits keinen Präzedenzfall schaffen, wollte andererseits auch einen unnötigen Zeitverlust ver» mr-den.— Rechtsanwalt Alsberg: Scheute man nicht den ange- kündigten Eingriff eines Abgeordnete» im Budgetausickuß. weil die Vorbereitung hierzu immer den ganzen Betrieb stillegte?'-- Zeuge: ES ist begreiflich, dgß man das scheute, denn bevor die Sache zur Verhandlung kam, mußte man mit den einzelnen Ressort« erst Fühlung nehmen; e« gab eine Unmasse von Be» SI) ?an Krebsereuter. cjeine Taten. Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnm von Han» Müller-SchlSsser. _..Wie?" rief Kreikenbeck und geriet in Zorn...Uhr Lummels, wollt mich wohl verdütiipoln, sie? Jan, jetzt ge» sagt, warum ihr noch dasteht wie Holzklötze! Zapperlot. wer ist von euch beiden der Jan?" T-amit setzte er die Ärille wieder auf die Nase, streckte den Kopf cor und beschaute den einen und den anderen, aber für feine schwachen Augen war eS schon zu dunkel. Johannes von Nepomu? hätte ja eigentlich antworten müssen, ober bringe jemand einer Holzsigur einmal daS sprechen bei! Johannes von Nepomuk blieb stumm. Dem guten Kreikcnbeck schwoll der Kamm. ..Wenn ihr, nichtsnutzigen Lotterbuben, mir jetzt nicht Rede und Antwort steht, haue ich euch rechts und links um dw Ohren!" Aber Johannes von Nepomuk lächelte ihn in seiner er» starrten, demutvollen Stmidhaftigkeit an. wie er sie bei Leb- zelten zu Prag bewiesen und mit dem Märtyrertode bezahlt hatte, und wie sie ihm auch jetzt wieder große Unannehmlich. keiten und eine schmachvolle Behandlung einbrachte, denn Kreikenbeck versetzt« ihm in der Tat eine io kräftige Ohrfeige, daß Johannes von Nepomuk gegen den heiligen Franziskus knallte, der seimteitS dadurch das Gleichgewicht verlor, und Leide auf den Boren polterten-, wo sie nach einigen Um» Drehungen stumm und steif liegen blieben. Kreikenbeck sprang im ersten Gchrsck einige Achritte zu» rück: ol» aber ,m selben Augenblick JanS und TünneS' mit Gewalt zurückgehaltenes und immer mehr angesammeltes Lochen onSplatzts. fuhr Kreikenbeck im höchsten Zorn« auf und kreischte: .Ahr Tempelschänder! Ihr Blasphemiker! Ihr Sa» krilegiker! Ihr Hollenhunde! Ta soll euch doch der Satan frikass'eren!" Und er ergriff den Kerzonanzünder. rannte nach der Ecke, aus der das Lachen gekommen war. und schlug blind. lmgs ins Dunkle hinein. Aber er schlug in die leere Luft, die beideu hatten längst Reißaus genommen-— Jan war zum letzten Mal« Ministrant gewesen, der orin« Tunnes auch! Jan? Wille zur Frömmigkeit sollte aber noch eine stär» kere Probe zu bestehen haben. Er glaubte nach dem soeben erzählten Ergebnis entdeckt zu haben, daß er nicht auf dem rechten Wege zur Frömmigkeit gewesen wäre und darum suchte er, weil«r seine guten Absichten nicht an diesen Schwierigkeiten wollte scheitern lassen, einen anderen Weg. Er räumte die Topfbank seiner Mutter aus und schleppte si« über den Flur hinüber nach dem kleinen Spei» cher. der durch dia bei Sturmwind wie ein Donnerblech rappelnde Bretterwand don dem Flur getrennt war. Er stellte vor das Speicherfenster die Topfbank und eine kleine Kiste, in der sein Vater Drahtstifte verwahrte, in der Mitte darauf. Das war das Tobernakell Von S-epFrau HöffgenS erbettelte er sich einen grünen Römer, von dessen Fuß ein Stück abgesprungen war? daS war der Meßkelch. Seine Patin, die Madam Knill, schenkte ihm einige Kerzenstürnpf» chen. von seiner Mutter lieh er sich zwei bunte Porzellan» cngelchen, die zur Seite des Tabernakels knien mußten, aus einen, alten leinenen Hemd seines- Vaters schnitt er sich die vriesterliche Albe zurecht und auS einem Stück geblümter Tapete klehte er sich daS Meßgewand zusammen. Das stille, genügsame Trüdeke freute sich, als sie den � frommen Eifer ihres Jan sah, und Grades, als sein Sohn im pnesterlichen Schmucke einberstolperte. denn das Priester- Hemd war viel zu lang, und Jan verwickelte sich mit den Füßen darin fragte ihn halb erstaunt, halb lachend: „Jan. wat soll dat? Wat willst du denn werden?" Und Jan antwortete ohne Bedenken: „Ich will Papst werden. Vatter.". „Povst? Hm, dat ist vernünftig!� Und ich werd' dann Papstvatterl" Jan. die Freude über diese glänzende Zukunft de- nutzend, bat: „Vattsr, schenk' mir fünf Fenning." „Sollst du Hanl Für den Opferstock.- Jan kaufte sich für die fünf Pfennige bei der Madam Blankortz ein Tütchen Oblaten, das waren die Hostien. Und damit war seine Kirche fertig, und er konnte Mesian lesen, so lang und so kurz er si« haben wollt«. Für TünneS, dem die Vertreibung aus Amt und Wür- den so sehr zu Herzen ging.� daß er zwei Tage ohne Apperit aß. hatte er gleich drei Ersatzämter. TünneS war nrnlich zugleich sein Ministrant, Küster und gläubige Geuieinde. TünneS, der Ministrant, hockte rechts vom Altar auf einem Fußbänkchen, antwortete brav auf die Meßgebete, die er zwar meist wie der Einbläser auf dem Theater dem Jan vor- sagen mußte, denn der war noch nicht fest in seiner neuen Rolle. Und so kam eS, wie daS meist so geht: TünneS, der Untergeben«, hatte die Arbeit und die Last, und Jan, der Vorgesetzte, den Genuß. TünneS, die gläubige Gemeinde, sang im Chor die Lieder vor und nach der Messe. Tiinnes endlich, der Küster, ging, mit dem Klingelbeutel durchs ganze Haus und sammelte Pfennige für den Opserstock.' Der fromme Baas hatte das erstemal feierlich«in Fünfunzwan- zigpfennigstück in den Beutel geworfen. Auch der alte Ka- nebl hatte waS bineingetän. aber nachher stellte sich heraus, daß es ein Stückchen Gkvserkitt war. Frau Schlüter hatte laut gelacht, als Tünnes zu. ihr mit dem Klingelbeutel ge- kommen war. „Dolle Jungens!" batte sie geschrien,„mit dir Kirch» sptelevei! Geht an die frische Luft, dat tut euch bester gut als oben auf dem muffigen Söller zu hocken! Da, Tlinneö,� iß dir die leckere Schnitt' Schwarzbrot mit Gehacks- Gib dem Jan ein Stück mit. Und macht mir keinen Brand mit eurer Stinkerei!" Jan nämlich weibräucherte, wahrend TünneS Ovfer sammelte, mit Femschramw, den er auf einem kleinen Blechdeckel hin» und herschwcnkte, den Söller aus.— Am E"be der Meste verteilt der Priester die Kam» munion. Jon nahm seinen grünlichen Altarselch nstt den Oblaten der Madam Blankartz und drehte stch zu Tünnes Hernrn. der am Tnß« de? Astars kniete und Jan mit blöd- andächtigem Geste® anstorrte. ,.?Ga. du Willst kommlizieren. Tünnes?" fragte Jan. .-Eia." Jan bei'gt? sich zu TünneS kerab- nabm rrnt sn'si?n Tin. gern»ine der win-iaen Oblaten und ließ sie auf die ihm hin» gestre-ft? Zunge fassen. Tünnes»ah di? Zunge mit der OFWe herein nnh scha�ss die Augen. mäbreN d er den Mu'-d vor Behagen bis an die Obren in die Breit« zog. Dann schluckt?«r macht? die Anaen wieder auf und sackte, während Jan im Begriffe war, den grünlichen Kelch in" daS Tabernakel zu stellen: „Jan, laß mich doch noch mal kommlizieren." „Ena." „Jan!" �.- »Ena! Du hast kommliziert und einmal ist gnug!" Gortj. folgt.) sprechungen usw. DaS wirkte mitunter bestimmend. S? war immerhin ausfällig, daß diese Initiative von einem Abge- ordneten ausging. �— Rechtsanwalt Alsberg: Wie war denn nun Ihre Antwort darauf?— Zeuge: Die KriegS-Rohsioffabtei- lang lehnte die Genehmigung am 19. Januar 1917 ab.— Vors.: Wurde die Angelegenheit noch einer höheren Instanz vorgetragen? '—Zeuge: Das meist ich nicht, jedenfalls war der Fall an einer ungünstigen Ecke angefangen worden. Daraus ergaben sich allerlei Umwege. Als im Mai 1917 von der Pateirt-Prüfungs- stelle des Kricgsministerhims der Fall noch einmal vorgetragen wurde, hat die Kricgs-Rohstoffabteilung loiederum mit Nach- druck aur daS Unstatthafte einer solchen G e n« b m i- gung hingewiesen, und auch das Generalkommando Kassel auf den diesbezüglichen Erlast des Äriegsministeriums aufmerksam ge- macht. Das Reichsamt des Innern hat später in einem Briefe erklärt, dast schon gegen die Ausfuhr von Patent- schrifte n Bedenken beständen.— Rechtsanwalt Alsberg: Haben Sie denn keine Erklärung dafür, wober die Zusbnumnng dann doch gekommen ist?— Zeuge: Die Zustimmung ist erfolgt, später aber, nach langem Bemühen, wieder entkräf- tet.— Helfserich: Das ist docki aber sehr merkwürdig. Wer hat es denn durckgescht, dast das Kriegsministerium dem ReickB- anit des Innern mitgeteilt bat, dast gegen die Erteilung der �Ge- nehm igung keine Bedenken beständen?— Zeuge: Es ist einerseits möglich, dast das Generalkommando Kassel durch die Erteilung der Genehmigung präjudiziert hat. Lder— das ist aber blos� ein Ge- fühle moinent— daß dem ersten Brief an das Kriegsimnisterium der Brief eines sehr vromincnten Abgeordneten hrilag.«Bewegimg im Zubörerranm-i Mir ist noch ein zweiter Brief des Herrn Erz- berger bekannt, der gewisfermaficn eine Begleitnote für die Niederschrift des Herstellungsverfahrens an die norwegische Firmck war.— Oberstaalsanwalt Krause: Kam es öiter vor, dast amtliche Stellen Gesuche, d'e Sie abgelehnt hatten, bewilligten? — Zeuge; Nein. Wer hier handelte es sich um einen Grenzfall. Es wird Oberst Götze vernommen, der als Vorstand des Be» kleidgngsamis Kassel den Vertrag mit der Anhvdat-Ge- sellschaft getätigt Hai. Der Zeuge erklärt, daß er den Ver- trag mit der Fabrik des Kammerzienrais Rcchöerg abzuschließen zögerte, da er einerseits nicht von der Güte der Ware überzeugt war und weil ihm der vom Kriegsministerium übersandte Ver- iragsenitmrrf als ungünstig für den Staat erschien. Der Schriftwechsel mit Berlin zog sich mehrere Monate hin, doch'wurde infolge eines Druckes im Kriegsministerium schließlich das Liesernngsabkommen perfekt.— Vors.: Wer hat nach Ihrer Ansicht einen Druck auf daS Kriegsministerium ausgeübt?— Zeuge: Ich dachte im stillen an Erzbcrger. Hierauf wird der Abgeordnete Dr. Hugo vernommern der während des Krieges Vorsitzender der Fachgruppe Lederbewirtschaf- iung war. Er erklärt, dast während einer Sitzung eine Abordnung vmi' Zchuh m.e ch e rm eiste r n gekommen sei und erklärt habe, man könne das Anhndatled°r nicht verwenden, da es zu schwer zu verarbeiten sei und nicht Form halte. Auch der nächste Zeuge, Schuhmackermeister Her dach, schließt sich diesem Urteil an und erklärt, die Schuhmacher hätten das Leder nur deshalb genommen, weil ihnen von amtlichen Stellen erklärt wurde, es sei nichts anderes vorhanden.* Ter Fall Raden. Mit der Vernehmung der obigen Zeugen wurde die Beweis- aufnähme über den Fall Anhpdat abgeschlossen und es wurden nun die Zeugen zu dem Fall des Norwegers Dr. Raven vernommen, der mit einem Austveis der Waffenstillstandskommission versehen in Deutschland umherreiste, und dem sogar während der Eisen- bahnsperre in Thüringen von mastgebenden Stellen e i n Kraftwagen zur Weiterreise zur Verfügung gestellt worden sein soll. Es wird hierzu zunächst der Chemiker Burg er ver- Nammen, dem Raven einen Ausweis der Waffenstiltstandskvmmis- ston zeigte.— Vor s.: Wer hatte den Ausweis unter» schrieben?"— Zeuge: Ich glaube Erzberger. Es bandelte sich um einen fertigen Vordruck mit dem Kopf.Waffenstillstands- Kommission".— Helfserich: Hat Dr. Raven denn bei seinen Reisen durch den Ausweis Erleichterungen gehabt?— Zeuge: Raven erzählte mir, dast ihm bei einer Eisenbahnfahrt, als er nicht heiter konnte, ihm ein Auto zur Fortsetzung der Reise zur Ver- iügung gestellt worden sei. Weiter sagte mir Raven, er habe Erz- berger, der mit RavcnS Firma Geschäfte gemacht habe, einen Höf- lichkcitsbesuch abgestattet und dabn den Paß erhalten.— Erzberger: Ich erkläre unter Eid, daß ich mit norwegischen Firmen keine Geschäfte gemacht habe. Hierauf wird Dr. Bein, der in der Paststelle der Waffen- irillstandskommission beschäftigt war, vernommen. Er erklärt, daß derartige Ausweise fast nur an Deutsche ausgestellt worden seien, die in das besetzte Gebiet reisen wollten. Außerdem gab cs noch Legitimationen der Wako, welche bei der Bestellung von Eiscnbahnfahrkarten irsw. ausgestellt wurden.— Vors.: Die zwei Legitimationen unterscheiden sich kaum voneinander. Mit diesen Karten könnt? doch viel Unmg getrieben werden.— Erzberger: ES wurden unzählige derartige KarwnS für Deutsche und neutrale Ausländer ausgestellt.— Helfserich: Herr Erzberger hat in der letzten Verhandlung ausdrücklich erklärt: Er habe bei Antritt seines Postens mir dem llaisser passer gründlich aufgeräumt.— Erzberger: Ich hatte meinem Bureau Anweisung gegeben, nach Möglichkeit niemand abzuweisen, der eines solchen Ausweises bedurFe. Es, ist denkbar, dast ich einem Fremden auch einmal eine solch« Karte gegeben habe. Es wird dann schließlich noch . der Fall„Oele und Fette" angeschnitten.— Zeuge Arnold erklärt, die KriegsabrechnunyS- stelle her deutschen Oelmühlen sperrte im Jahre 1915 der Firma Ziegler u. Dr. Denk die Lieferung von Qelfabrikaten. Ich hörte dann später, erklärte der Zeuge, daß Herr Erzberger sich an den Vorstand der Kriegsabrcchnungsstelle wandte und um Wiederzu- kassumg der Firma Ziegler u. Dr. Denk nachsuchte. Diese Bitte wurde ihm erfüllt. 1917 trat Herr Erzberger dann wieder für die Firma e-in, die eine höhere Kontingentierung verlangte und durch daS Einwirken des Wgeordneten Erzberger auch erhielt. Tie Zuteilung geschah auf die Bitte des Vorsitzenden des HilfsausschusseS für Oele und Fette, der erklärte, dast er bei einer Ablehnung von Herrn Erzberger erhebliche Schwierigkeiten zu erwarten habe.— Nachdem dann noch ein Teil der Schiedssprüche im Fall.Berger" verlesen worden war, wurde die Ver- Handlung auf Montag morgen vertagt. Am Montag wird vor allem der Fall„Ha Pag" verhandelt werden. HroßSerlw Das kommt üavott! Wenn Dir der Postbote einen Brief ins HauS gebracht hat, der nicht für Dich bestimmt in— was wirst Du tun? Es gibt Leure, die uübedei, klick jo einen Brief öffnen, ihre Neugier an ihm befriedigen und ihn dann �vernichten. Andere aber sind gewissenhafter und halten es für ihre Pflicht, den Brief uneröffnet an die Post zurückzuleiten, damit er in die Hönde des richtigen Adressaten gelangen kann. Einer von diesen Gewissenhaften, der mit einem Namens- Vetter verwechselt worden ivar. setzte auf die ihm irrtümlich zugestellte Sendung den Vermerk.Annahme verweigert" und steckte sie kurzerhani,... den nächsten Briefkasten. GS dauerte nicht lange— da fand er eines Tages, nach Hause kommend, denselben Brief zum zweiten Male vor. Jetzt schickte er ihn unfrankiert an die Regierung zu Potsdam, die als Ab- senderin angegeben war, und diesen Brief sah er dann nicht wieder. Doch zu früh hatte er sich der Hoffnung hingegeben nun Ruhe zu haben. Nach einiger Zeit wiederholte sich das Spiel, und wieder wurde ein für seinen Namensvetter be stimmter Brief irrtümlich bei ihm bestellt. Acrgerlich schickte er auch diesen unftankiert zurück an die Abscnderin, die Re gierung zu Potsdam. Er meinte, jetzt werde man's in Potsdam doch endlich begreifen, dast er nicht der Richtige war. Ziemlich drei Monate waren vergangen— da wurde dem Nichtsahnenden, von der Post der Briefumschlag zugestellt, in dem er damals den nicht für ihn bestimmten Brief un frankiert an die Regierung zurückgeschickt hatte. In Potsdam hatten sie nicht die Annahme verweigert, sondern den Um schlag geöffnet und den Inhalt herausgenommen. Aber sie forderten jetzt von dem Rücksender die 40 Pf. Porto zurück. die sie selber an die Post hatten zahlen müssen. Ihn, den Gewissenhaften, bezeichnete ein aus die Rückseite des Umschlages gesetzter Vermerk der Regierungskasse als„zur Tragung des Portos verpflichtet". Das war doch ein starkes Stück! Hatte er nicht schon genug Aerger und Schererei von diesen fort- währenden Verwechslungen gehabt? Auch Geldausgaben hatte er schon machen muffen, weil die Post ihm immer wieder auf den Kopf zusagte: Jawohl, Sie sind der Nichtige! Der wirklich Richtig� war ein Kriegsbeschädigter. der wohl schon lange mit Schmerzen daraus wartete, dast seine Rentensache endlich erledigt würde. Der Falsche, der gleichfalls Kltegsbeschädigter ist, wurde von der Post aufgefordert,„seine Rente abzuholen". Er fuhr auf seine Kosten hin und erklärte, da seien sie im Irrtum. Aber sie glaubten, cs besser zu wissen und wiederholten ihre Aufforde- rung, sodast er nochmals Fahrtausgaben hatte. Man stelle sich vor, dast Regierung und Post an einen anderen Falschen geraten wären, der— sich die ihm nicht zukommende Rente abgeholt hätte! Der Gewissenhafte lehnte kühl ab, die 40 Pf. Porto zu ersetzen. Aber der Postbote kehrte wieder und kündigte an. bei fortdauernder Weigerung sogar eine Gebühr von einer Mark einziehen zu muffen. Da wurde der drangsalierte Mann mürbe und entschloß sich, auch noch die 40 Pf. hinter- herzuwerfen. Das kommt davon, wenn einer gewissenhaft ist! Er überlegt jetzt, was er tun soll, wenn man den nächsten für seinen Namensvetter bestimmien Brief von der Regierung zu'Potsdam wieder ihm ins Haus gebracht hat. Milchpreis und Frachttarif. Die Fettstelle Grost-Berlin bat, sozusagen als vor- beulende Matzreyel, an den Minister der öffentlichen Arbeiten eine Eingabe gerichtet, in der aus die Erböbung der Frachttarife Bezug genommen und darauf hingewiesen wird, dast die Aus- dehnung der Erhöhung auch auf die M i l ch t r a n s p o r t e für die konsumierend- Bevölkerung unerträglich fein würde. Der Milchpreis hätte in Grost-Berlin am 1. Februar eine Erböbung auf 2 M. für das Liter Vollmilch erfadren. Schon beute suchten die Gemeinden Weg«, um dem Teil der Bevölkerung, der diesen hohen Preis nicht aufwenden kann. Entlastung zu gewähren. Wenn jetzt infolge der Frachterhöhung eine weiter« Erböhung des Milch- Preises eintreten müßte, so würde die Wirkung für die Bevölkerung in hohem Grade bedenklich sein. Der Ilinitand, dast die wirtschaid- liche Lage der Eisenbahn eine weitere Erböhung bediagt, kömte für die Milch nicht von ausschlaggebender Bedeutung sein, da auch schon in Friedenszeiten eine Staffelung der Tarife stattfand. Heute sei die Notrnendigkeit. den MilchpvciS nicht unnötig zu erhöhen, noch eine viel größere. Es sei daher unabwendbare Pflicht aller für das Wohl des Volkes arbeitenden Stellen, eine weitere Erhöhung der Frachten für die Milch verhüten.— Es ist unter allen Umständen zu erwarten, dast der Antrag, den Milchtarif von der Erhöhung aus- zuschließen, Beachtung findet. Eine weitere Erhöhung deS Milch- Preises ist unter den obwaltenden Verhältnissen gänzlich ausge- schlössen und müßte zu den schwersten Schädigungen führen. Der Staat hat die Pflicht, in dieser Angelegenheit ein Machtwort zu sprechen und dafür zu sorgen, dast es durch keinerlei burcaukratische Schikane umgangen wird._ W eitere 50 Prozent zur Einkommensteuer. Der Berliner Magistrat hat einen zweiten NaStrag zum Haushaltsplan für das Iabr 1919 befcklosseii, der in Ein- nähme und Ausgabe auf 107 445 900 M. festgesetzt ist. Zur Deckung des Mehrbedarfs hat der Magistrat die Erhebung eines weiteren Zuschlages von 50 Proz. zur Gemeindeeinkommensteuer be- schlössen, io dast für das Verwaltungsjahr 1919 insgesamt 320 Proz. zur Einkommensteuer erhoben werden. » Die Berliner Stadivcrordneienversammlmtg bewilligte in nicht- össentlicher Sitzung rund zwanzig Millionen Mark für die Erweiterung d'er Städtischen Elektrizitätswerke Berlin, die im kommenden Jahre ausgeführt werden soll. Mastuahme« zur Grippe-Bekämpfung. Um der Betinoi in den Krankenhäusern zu begegnen, werden nach Beschlüssen des Berliner Magistrats unverzüglich die austerhalb der Anstalt Herzberge belegenen KrankenpavillonS. die zu diesem Zwecke vorzüglich geeignet sind, mit Grippekranken belegt werden. Eine weitere Entlastung der Krankenhäuser wird durch beschleunigte Verlegung vo» Rekonvaleszenten nach den städtischen Heimstätten herbeigeführt werden. Von einer allgemeinen Schliessung der Schulen ist nach eingehender Beratung mit Sachverständigenkreisen Abstand genommen worden. Infolge deS Auftretens gehäufter Grippe-Erlrankungen rsi. wie schon mitgeteilt, em Mangel an geschultem weibli5?en Pflegepersonal für die KrankenbauSpflege eingetreten. Umgehende Anmeldungen unter Vorlage des NgchweiseS der staatlichen Anerkennung als Krankenpflegerin werden an den Krankenpflegenachtocis der Stadl Berlin erbeten sOr anienburger Str. 54— 56a, Tel. Norden 6157). Heute fällt die Juristische Sprechstunde aus. Sechs Verwaltungsbezirke für Berlin. Nach einem Plan des Berliner Magistrats, der der Siadwewrtoieietwcr'ammlnng vorgelegt werden soll, wird die Stadt Berlin in 6 Verwaltungsbezirke gemäß dem Gesetzentwurs Groß-Derlm eingeteilt. Dieser Plan paßt sich an die vom Polizeipräsidium bereits eingeführte Ein- teilung Berlins in 6 Bezirkspolizeiämter an und erstrebt im übri. gen möglichste Berücksichtigung der vorhandenen Wahl- und kommu- nalpoliiischen Interessen. Die 6 Verwaltungsbezirke, in die danach Berlin zerfallen soll, werden die Namen führen: Mitte. Tiergarten. Hallcsches Ter. Fricdrichshain, Prenzlauer Allee. Wedding. Zum Dsrektor der Baugcwerlschulr wählte der Berliner Ma- gmrat nach dem Vorschlag« der Deputation für das�Fach- und Fort- bildmwgsschulwesen den Architekten R ö m e r t. Römert Hot unter Stadtbaurat Ludwig Hoffmann viele Jahr« eine architektonische Entwurfsabteilung geleitet und in zahlreichen Wettbewerben Pretfe errungen. Du? ewig gestohlene Perlenhalsband. Eine besonders beliebte DiebeSbeute scheinen in der letzten Zeit die Perlcuhalsbäudcr(wo kommen sie nur alle her?) zu sein. Der Neuköllner Kriminalpolizei ist«» vorgestern gelungen» nicht weniger alS fünf wertvolle ] Schmuckstücke dieser Art, die mehrere tausend Mark wert find, zu bcichlagnohmeu. Sie bestehen aus insgesamt 498 echten weißen Perlen. Lüoher die kostbaren Schmuckstücke stamnien, ließ sich noch nicht seststelleu. Die Besitzer der Kenen, die sich über den Erwerb nicht auszuweisen vermögen, wurden verhaftet. Die rechtmässigen Eigentümer können sich bei Kriminalinspe'tor Berlin im Neuköllner Polizeipräsidium melden. Gestohlen wurde serner einer Dame aus dein Westen der Stadt eine aus 69 gekneteten Perlen bestehende Kette, die 200000 Mark wert ist. DaS Schloss ist mit Diamanten und Perlen verziert. DaS Halsband tsi der Dame entweder»» einem Straßenbcihnwageu der Linie 79 in der Nahe des Rollen- dorfplatzeS oder in dem Lokal„Regina" am Kurfüntendamm in der Nähe des Zoo gestohlen worden. Da- Hal-bond kann gegen eine sehr hohe Belohnung bei den Juwelieren Gebrüder Fnedländer, linier den Linden abgegeben werden. Wobei die naive Frage gestattet wäre: Wer stiehlt ein Perlen« Halsband, um es am nächsten Tage wiederzugeben? Ratzia im Hause des(Fafi National. Die llmichsrheit in der Friedrichstadt bat die Kriminalpolizei zu umfassenden und durch- greifenden Maßnahmen veranlaßt. Sie lxrtie bei der Aufklärung von Verbrechen, die in dieser Gegend sich in letzter Zeit stark häuften, in Erfahrung gebracht, daß in dem unter dem Cafe„National" in der Friedrichstraße belegenen Kellerlokal sich diel lichtscheues Gc« sindel zu treffen pflegte, das dort seiine dunklen Pläne schmiedete. Sie stellte fest, daß von dort aus eine ganze Reihe von Raubüber- fällen und Diebstählen ansge-Wrt Warden sind und sich auch Zu- hälter imd gewerbsmäßige Spieler hier ein Stelldichein zu geben pflegten. Tie Streismannschast der Inspektion des Kriminal- inspektops Vonberg nahm de-balb gestern abend gegen 7 Uhr eine gründliche Säuberung des Lokals vor. Mit Uniersiützung von Beamten der SicherbeitSpolizei besetzte sie die Ein- Und Aus- gänge und führte alle Gäste, etwa 80 Personen, nach dem Polizei- Präsidium, Hier stellte sich heraus, daß die Mebrzahl obne Woh- nung war. Viele besasssn falsche Papiere. Alle wecken gründlich aus ihre Persönlichkeiten untersucht werden. Zwei Frauen durch GaS vergiftet. Samariter der Berliner Feuerwehr wurden gestern nach der Hasen Heide 4 9 alarmiert. Dort halten Hausbewohner, durch starken Ga-geruch aufmerksam gemacht, in der Wohnung einer Greisin Margarete Kaiser die mit ihrer Tochter bewußtlos aufgefunden. Die Samariter bemühten sich lange vergeblich, die beiden Frauen zu retten. Die Leichen wurden beschlagnahmt. Nach Lage der Verhältnisse soll Selbstmord vorliegen.' Bilder zur Kulturgeschichte der GeschlechtSkroukdeiteu wird unter Vorjübrung von Lichtbildern Professor Heller au! Donnerstag, den 26. Februar, in der Aula deS Wilhelms-GymnasiumS, Berlin, Belle- vuettratze tS. schildern. Der Vortrag wird von der Ortsgrubbe Berlin der Deutschen Kelcllschast zur Bekamwung der lÄeichlechtstranlheittn veranstaltet und findet abends 7st, Uhr statt. Der Eintritt ist nnenlgeltilch. Mariendorf-SSdenbe. Tie Geineindevertretetsitznug beschäftigte sich tnit dem Rückte ittSaugebot des Bürgermeisters Holle. Bei der Neuregelung der Beamtenbesoldung war von der sozialisti- schon Mehrheit eine Erhöhung des Gehalts deS Bürgermeisters ab- gelehnt worden. Aus diesem Grunde und wegen anderer Differenzen mit der Gemeindevertretung hatiz Bürgermeister Holle das Angc- bot gemacht, seine Stellung als Gemeindevorsteher aufzugeben unter der Bedingung, daß ihm seitens-der Gemeinde die Differenz des Gehalts gezahlt werde, das ihm in einer Stellung als Syndikus des Kreises Templin geboten wurde. Nach reiflicher Beratung samt- licher Parteien erklärte Gemeindevertreter Hesse(Bürgerlich) namens aller Fraktionen, daß die Gemeindevertretung das Angebot des Bürgermeisters ablehnen müsse: in Anbetracht der bevorstehen« den Ginge rnetndtng könne keine Rede davon sein, der Aerwind- solche.Kosten aufzubürden. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Genosse W a l d h e i m brachte daS schriftliche Angebot deS Bürger- mersterS nochmals zur Kenntnis der Vertretung. Nach Rücksprache mit einem Juristen könne das Angebot in dieser Form nicht enge- nommen werden. K ü t e r(II. S. P.) beantragte hierauf Heber- gang zur Tagesordnung. Bürgermeister Holle bedauerte einen der- artigen Beschluß; ein derart günstiges Angehot, wie er es gemacht, hiitie nach seiner Meinung nur im Interesse der Gemeinde gelogen. Auf seine Beschwerde gegen die Gemeindevertretung beim Kreis- ausschuß dos Kreises Teltow hat dieser entschieden, daß das Gebalt des Gemeindevorstehers auf 21 000— 27 000 festzusitzen ist.— Ter Antrag des Beamteuausschufsi- über Aenderungen in der Gruppen- einteuung wurden nach den Borschlägen des Etats- und Finanz- ausschusses genehmigt.— Hierauf wurden verschiedene Nach- üewilligungen beschlossen, und zwar.für die Feuerversicherung der Gemeiudegrundstücke. für Lehrmittel der Gemeindeschulen und die Schülerinnenbibliotbek ani Lyzeum.— Stiibner(Dem.) wünschte für die Gemeindeschüler Ueberlassung des Preussensportplatzes atS Spielplatz und Gärtner rügte die verspäteien Bekanntmachungen über den NlchruugSmittelverkauf 6er Gemeinde. Genosse Huhn gab die Gründe der Verzögerungen an und sagte Abhilfe zu. OberfchSnrweide. Am Sonntag, den 22. d.. 7 Uhr findet eine Bebel-Feier in der Aula des Realaymuasiums statt. Mitwirkende t Gen. Rudolf Wissell(Worte zum Gedächtnis� Frl. Marg. Meerbach (Rentation). Stteichguartett. Männerchot Eöpettick. Einlaßkarten zu 2 M. sind auch an der Kasse noch zu haben. Jugendweihe Lichtenberg am Sonntag, den 21. März. vorm. 11 Uhr, in der Aula der Schule Parkaue. Hierzu sind schon seht Karten a l M. zu haben bei BatanowSki. Niederbarnimstr. 4: Arndt, Skandinavische Str. 2; Kegel. Rittergutstr. 23; Handelmann, Weichsel- straße 9, und im Jugendsekretariat, Bellevuestr. 7, Berlin W 9. Die Elternbeiratswahlen in Groß-öerlin. In Anbetracht ihrer Wichtigkeit geben wir alle uns einzeln zugegangenen Nachrichten, die die Wahlen betreffen, hier gesammelt wieder. D. Rck. ». n. 13. Abt. Sonntag, den 22.. vorm. 10 Uhr. Aula der Kemeiude. schule Waisertorllr. 31 1 Elter nversammlnng der 4. zn 3. Gemeinde» schult raite Iakobstrafie).......... 5. Abt. Eltern und„VorwZrtZAessr. deren Kinder die 105., 116. 130. und 165. e m e i n d e i ch ii! e betuchen, trräcn sich»wecks AusNellung der Kandidatenliste am Sonntag, den 22., oornt. 10 Uhr, im Restaurant E. Schmidt. Teltower Str. 10. � r~ s. � Z4. Avt..BorivSrlSKeser imd Freund« unserer Sache, deren Kinder die Schulen C b r i st b u r g e r S t r. Ii demchen, werdeit dnngead ge- beten, zu einer Beiprechimg dort Sonntag vorm. 10 Uhr in der Anla zu �Bert,a»-Realfch«le. Vittoriaichule, Lntienst. OVerrealschnle. 2. Hilfs schote. Für Eltern, deren Kind«: dies« Schulen besuchen, beute abend 7 Uhr in der Aula der Diktorraschule, Prmzenstr. 51, Eltern- ��"Schöriebcra. S. Abt. Alle«r-wffwn-n und Genossen werden er- incht. fich Sonntag 0-10 Uhr bei Ei. Grvst. sedawir. 17, zur Sahlarbett � Schmärgeudarf. Sonntag von 2—7 Uhr: Wahl des EltertibeiratS. Tie Genost«! und Gsnossimien werden gebeten, sich im Wahldureau, LomI Bahr, Breite Str. 25. zur Veriügnng!« stellen. Stralau. Am Sonntag. o«n 22., nndet die Wahl»u den Eltern- beträten statt. Von links und recht« wird versucht, die Schule»u einem politischen Tummelplatz zu degradieren. Ellern,-achulreionner und Partei- genossen zeigt den Demagogen, daß ein allgemeine« Wiss-n und-w- gute Erziehung Eurer Sltitderjut Euch die brennendNen Fiaaen iind. Vereinigt am Sonntag alle Eure Sttinmen aus die List« Nobert Wenzel Lichtenberg. Kein Wädlcr versäume am Sonntag von d—i Ui r sein Liste Ärwr Äutzner. 10. G.-S. Liste Willi Stein. 11.® �»e Hermann .«"laufe, 12, G.-S. Lifte August Becker, 15. G.-S. Liste Richard Hute. 16. G.-S. 1'.■ evttl.f e"7 /r% /-»_ rn___ t T iQ I-A„ re:< Ringel. Viiederschönhause». Arbeiter, Parteigenoffe»! Wählt am Tomitag bei der Älernbeiratswahl die Listen, bezinriend mit den Namen: 1. Gemeinde- jchule: Friedrich Menz, Lehrer: 2. Kemcindeschule: Otw Rixmann, Metall- arbeitcr; 3, Gcmeindeschnle: Max Deutschmann. LberichSneweidc. Eiternbeiratsmahlen für die Volksschulen am Sonnlag von ö— 5 Uhr in den einzelnen Schulen. Die S. P.D.-Liste der 1. Eemcindeichule beginnt mit dem Name»„Heinrich Ackermann", die der 2. Gcmeindefchule mit dem Namen„Hugo Bock", die der 3. Gemciudeschule mit dem Namen„Max Hänicke", und die der 5. Geineindeichulc' mit dem Namen„Bruno Becher". Die Liste der 6. Schule ist vom Wabloorstand sür nngültia ertiärt. Die Parteigenossen und-genoilinne» iverdcn ersucht, sich zur- Wohlbilssarbeit für die 1. und 3. Gemeindefchule im Loial von Drake, ZUarastraste, Ecke WilbelminendofstraZe, siir die 2. und 5. Gemeindefchulc im Lotal von-Gedcs, Watt-, Ecke Helmholtzstrabe. u:n 8 ii, Uhr einzufinden. Niederschiinemeide. Alle Genossinnen uud Genossen werden ersucht. sich an den Wahlarbeiten sür die Elterndeiratsioahien am Sonntag, den 22. d. M., rege zu beteiligen. Die Wahlarbeiten werden vom Lolal des Genoffen Rotz, Berliner Stratzc 27. aus gclciiet. Roieuthal. Die Wahl des Elternbeirats findet Tonntag in der Ge- «leindeschule, Kastanienallee, von 9—4 Uhr statt. Wählt die Liste Hans Lorenzcn. Wer gegen Politik in der schule ist, sür Religion als Prival- jache, wähle diese Liste. Petcrshage» a. d. Ostbahn. Sonntag, 22. Februar, nachmittags 2— 6 Uhr: Eltcrnbeiratswabl im„Gasthof Madel", Dorf- straye. Parteigenvssen!„Vorwärts'stcser! Anhänger der S. P. D.! Wählt die Liste Schumacher. Geoß-Serliner Partsmachrichten. Arbeitsgruppe Webding. Sonntag, den 22. Februar, nachmittags <5 Uhr, veranstaltet die'Abt. Aedding der Arbeiterjugend in der Aula der !ck. Realschule, Lütticher Str. 38, einen Lichtbildervortrag:„Eine Wanderung durch den Harz�. Die Parteigenossen werden gebeten, sich recht zahlreich daran zu beteilige». Einlatzkarten a öO Pf. am Eingang. Arbeitsgeuieinschaft sozialdemokratischer Lehrer u. LeKrertnnen Grotz-Berlin. Sitzung heu:c, abends 71/.. Uhr, Zumner 4 und 5, Lehrcr- vcreinshaus« ZUexandervlatz. Veränderungen in Schulleitung und Schul- Verwaltung. Beschlutzsassung sür die Rcichsschulloiiscreuz(L.rhlle), Privat- schulwesen(Dr. Schwahn). Angestellte der Post- und Telegravhen-Vertvaltung. Sonntag, vorm. 9'/, Ubr, spricht in den Zeniral-Festsäleu, Alte-Laiobstr. 32, Genosse Wissel über Planwirtschast. Alle Kollegen mit ihre» Angehörigen sind will- kommen. Vtosentha'-Nordend. Heute, Sonnabend, 7 Uhr bei Fräulein Barth- Wichtige Mitgliederversammlung. Erscheinen aller Milgiieder dringend erwünscht. Niedcrschöuhausen. Heute 7>/. Uhr im Wilhelmshof, Kasscr-Wilbclm- Stratzc: Funitionärtonserenz. �ugenüveranftaltungen. Verein Arbeiterjugend Grost-Berlrn, Jnzendfckretariut Bellcvue» stratzc 7, HI. Für- untere Jugend und deren Eitern findet am Sonntag, den 29., nachm. 3 Ahr, lm Beelhovcniaal ein Konzert statt, zu dem Einlast- karten zum Vorzugspreise von 2 M. im Jugendsekretariat zu haben sind. Zur Bebel'eier an: Sonntag, den 22., sind ebenfalls Hoch Karten zu 1,50 äst. im Bureau zu haben.______ Ms öIEcc Weit. Ertapvter Platinsck:icbcr. Ich. einem Fpankfurisr Gare ttmrbc heute früh ein Berliner Händler festgenommen, der für 400 000 M. Platin bei sich trug, das er nach dem Auslände verschleppen wollte. Sriefkalken üer Reüaktion. Jeder fllr den Briefkassen bestimmten Anfrage füge man eine ü Luchssaben und e ine Nummer bei. Briefliche Auskiinst wird nicht erteilt. Eilige Nln- fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde, Lindcnstr. 3, 1. Hos parterre links, vor. EchriftfiÄcke und Vertrage siyd mitzubringen. Heute fnilt die Juristische Sprechstunde aus. S. K.\'t. Wenden Sie sich an den Verein sür das Deutschtum im 'Auslände(Herrn Flierl), Berlin, Kurfsirstetistr. 105.— W.». 17. Iii einer'og. Kinoschuic; wir warnen aber vor dem überfüllten Beruf,, in dem es kanni der Zehnlausendste zu etlvas bringt.— D. G. 4». Die Reichs- jchuhversorgnng bat bisber weder die Verkailssorte noch die Bedingungen be- kanntgegchen: sobald dies geschehen, erfolgt von uns Verösiemlichung.— St. 32. Äiktoriahaus, Landsberger Allee, gegenüber dem Krankenhaus. j». M. 40. t. Ja. 2. Arbeitgeber: Sie müssen sich aber die Per- ftchermigsiarte besorgen. 3. 7000 Wi.; öieie Summ- wird aber demnächst au' tS OOu M. erhöht.— R. P. 45. Klagen Tie die.200 M. ein und lassAi Sie dann den Stoff psänden. Sie selbst dürfen den Stoff nicht ver- lausen.— M. 100. Die Kranlenkasse dürste im Recht sein. Wenden Sic sich beschwerdeführend an das Lcrsicherungsamt.— A. W. 77. Die Ver-- zögerung in Ihrem Falle ist nicht so unverständlich wie Tie meinen. Er- inncrn Sie immer wieder an die Erledigung Ihres Gesuchs und stellen Sie den Antrag aus Unterstützung bis zur Erledigung Ihrer Sache.— 91. T. 43. 1. Ja. 2. Zweifelhaft. 3. Rein.— G.<». 33. 1. Ihr Bruder kann sich aus die Amnestie Verordnung nicht mehr berufen. Trotz« dem empjchlen tvir ein Gnadengesuch an den Justizminister. 2. Wenden Sie.sich an die Abwicklungsstelle des früheren pccutz. Kriegsministeriums D. W. 18. Wenden Sie sich an das Auswärtige Amt: ebenfalls Hilsa erhalten Sic bei der Deutschen Mitteiitelle sür Südost-Eüropa, Dr. B reck» er, AV IO, Sigismünditr. 8.— ft. B. IS. 1.— 3. Die Schuhstelle hat die Be-- dingungen und Verkaufsstellen noch nicht bekanntgegeben: sobald dicS geschehen, evsölgt Beiöffentlichung. 4.'Alle bisherigen Bezieher rationierter Bekleidungsstücke, o. Bei den amtlichen Stellen ev. Brolkommissivu nachsragen. LX&« Am 19. Februar 1923 starb plötzlich und unerwartet unser Monteur, Herr 954b Johannes Schwoch. Wir verlieren in ihm einen tatkräftigen und pflichttreuen Art>e»tcrt dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden. Berliner Piivat-Teleptaon-Qes. m. b. H., Bezirk Moritzplatz. SozIaldemoKr. Oerein Berlin(S. F. D.) 32. Abteilung. 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Juli 1675 die imter Aufhebung dir alte» NuchUim« der Sudwest- feite der Stratze„Bor dem Schlefifchen Tore" und unter Auf- Hebung des Platzes L In Abteilung I des Bebaumigsplaucs festgestellten neuen Fluditlinien für die Etratzen: a) Lohmühlenftratzc in der Verlängerung der alten Flucht- linie bis zur neuen Fluchtlinie der Slldwestsctte der Stratze„Vor dem Schleiischen Tore", dl Stratze„Bor dem Schlcsischen Tore" auf beiden Seiten, c) Schteuscn-Ufcr und d) geplante Stratze am Flutgraben und längs der Spree von der Stratze„Ldr dem Echlesischcn Tore" bis „Schleusen-Ufer" darstellt, liegt in der städtischen Plankammer zur Einsicht offen. Berlin, den 16. Februar 1920. SISdtischa Tlefdnn-Depuioklon. Haube. Ali« Esdiss« In Gold— Platin bis 1000 tzlork» Zähne In Kautschuk bis SO Mark PSatin zum luchsten Tageskurs! Auch Abfälle, Brennstifte, Kontakte, Kramperls, Drähte, Tiesei usw. Brncta-tiuld nutl Milber böchste Preise! Emil Teichler. Belle-AUiance-Platz 6a. 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Tort sollte in der Aula des Kaiser-Frirdrich-RcalgymnasiumS in einer Versammlung des„Bnnd Neues Baterland" Herr Helmuth von Gerlach über die AuslieserungSfrage sprechen. Er hatte kaum einige Sätze seines Referats vorgetragen, als er durch wüsten Lärm unterbrochen wurde. Der Bersammlungslcitcr Dr. G u m p e l forderte darauf die Radaumacher auf, den Saal zu verlassen, wenn sie die Redefreiheit nicht respeltieren wollte«. Dar- auf erhob sich ei« geschlossener Haufe von etwa 40 bis 50 Baltikumern unter Anführung von Ossi« zieren, aber nicht etwa um den Saal zu verlassen, sondern u m das Podium zu st ürmen. Es kam zu einem wüsten Handgemenge, bei dem sowohl der Bersammlungs- leiter wie der Referent schwer mißhandelt und blutig geschlagen wurden. Herr von Gerlach mußte verletzt sortgetragen werden. Auch Frauen wurden von den RohNngen in wüster Weise be- schimpft und tätlich angegriffen. Der Radau trug auch einen stark antisemitischen Charakter, es wurde geschrien, daß Jude» überhaupt nicht in Deutschland rede» dürsten.(Wir wissen nicht, ob Herr von Gerlach von de» Radaubrüdern für einen Juden gehalten wurdc.l Auf der Strasse feierten die Banditen dann ihren„Tieg" unter Hochrufen auf die Monarchie und TchmShrufen gegen die Regierung. SichcrheitSmannschaften waren n i ch t zur Stelle. Die„Deutsche Togeszeitung" hat vor wenigen Tagen Leute, die in dieser Weise Versammlungen sprengen, als „politische Banditen" bezeichnet und gefragt, w i e lange die Regierung diesem Treiben müßig zusehen will. Wir stehen nicht an, die Bezeichnung wie die Frage des alldeutschen Blattes uns zu eigen zu machen. Wir fragen die Regierung:„Wie lange will sie noch dulden, daß ein Haufen verrohter Landsknechte, Meuterer und Deserteure an- ständige und ruhige Bürger terrorisiert und die politische Mernungsfreibeit vergewal- tigt? Wir fordern, daß das baltische körperlich und sittlich gleich verkommene Banditengesindel, das uns als einzigen Segen in Deutschland eine gewaltige Zunahme der Ge> schlechtskrankheiten beschert hat, unter strenger Bewachung in Konzentrationslagern inter- niert wind, wo es keinen Schaden mehr anrichten kann. Selbstverständlich ist strengstens durchgeführte Entwaff- nung erste Voraussetzung. Die Bevölkerung hat eS satt, von diesen Elementen, die von Rechts wegen ins G e f ä n g« nis und Zuchthaus gehörten, auch noch Gewalttätig. keitsn einstecken zu müssen._ die Not im Erzgebirge. Die düsteren Notzustände im Erzgebirge, die wir vor acht Tagen in einem Leitartikel unseres Blattes dargestellt haben, hat uns Zuschriften eingetragen, die erkennen lassen. daß vielerorts das Bedürfnis besteht, an der Not der Erz- gebirgsbevölkerung Linderung zu schaffen. Nunmehr ist bei der Preußischen Staatsbank ein Konto„Nothilfe für das Erzgebirge" eröffnet worden, auf das Wohltäter ihre Spenden einzahlen können. Auch die k l e i n st e n B e- träge sind für die Hilfeleistung wertvoll. Geldsendungen wolle man adressieren: An die Preußische Staatsbank, Berlin, Markgrafenstraße, für das Konto„Nothilfe für.das Erzgebirge". - Bis jetzt sind eingegangen: Bon Ungenannt......... M. 10 000,— Auslandshilfe RoteS Kreuz Berlin..„ 10 000,— _ Summa M.•lUOOO,— Das Problem der Ruhrreviersieölung. Im A u s s ch u tz der Landesversammlung für den Sied- lungsverband Ruhrkohlenbezirk wurden die g§ 17 bis 21 angenommen, die das Fluchtlinien« und Klein- babnweien unter die einheitliche Leitung de? Verbandes stellen. Sobald durch ein Reichsaesctz über die Kommunalisierung von Winicha'lsbetrieben den Gemeinden oder Kreiien das Recht auf Uebernahme von Bahnunternehmungen gewährt wird, geben im Verbandsgebiet dieie Rechte auf den Verband über, der Verband geht den Kreisen und Gemeinden vor. Ein demokratischer Antrag, der Ausschutz möge eine gemeinsame Sitzung mit dem BevölterungsauSschutz abhalten, um dos Gesundheitswesen rm Verbandsgebie, ebenfalls der Leitung des Verbandes zu unter- stellen, wurde abaelebnt, da sich nach den gebilligten Absichten der Regierung der Siedlungsverbond auf bestimmte eng begrenzte Au'gaben betchränken soll, d a m i t er nicht den Charakter einer In dustr,eprovinz bekommt. Das il. S. P.-Mentat auf Sie lteipziger Staötkage. In dem Prozeß gegen den Vizestadtverordnetenvorsteher Scheili und den Stadtverordneten Krug, die wegen Nötigung des Leipziger Oberbürgermeisters zur Herausgabe von 400 000 M. zu je vier Monaten Gefängni» verurteilt sind, wurde am Freitag vom Reichsgericht das am 23. Januar vertagte Urteil verkündet. Die Revision der beiden Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts Leipzig vom 12. Juli 1019 ist zu verwerfen. In eingehender Be- grimdung wird dargelegt, daß der strafbare Tatbestand einwandfrei festgestellt sei. insbesondere sei auch die Mittäterschaft an der von Friedrich Geyer begangenen Handlung ermvandkrei festge- stellt. Ein Recht des Arbeiter- und Soldatenrates zur Verhaftung des Oberbürgermeisters lag nicht vor, und die Angeklagten konnten auch an ein solches Recht nicht glauben. Viehhanöelsverbot im besetzten Gebiet. Mainz, 20. Februar.(Eigener Drahibcricht de«„Vorwärts".) Im besetzten französischen Gebiet ist man jetzt zu einem gänzlichen Verbot der Abhaliung von Biehmärkten übergegangen. Auch der autzermärltliche Ankauf und Berkaof von ein« zelnen Stücken von Vieh ist verboten worden und unter schwere Strafe gestellt. Zuwiderhaudelnde werden von den Franzosen mit sechs Monaten Gefängnis und 5000 M. Geldstrafe bestraft. Das Vorgehen wird mit v« Notwendigkeit begründet. die vertraglichen Er'atzlicsciungen Deutschlands au Vieh na» Frankreich und Belgien zu erzielen. Tie' Folge dieses Verbots wird eine weitere erheblicke Verzögerung der Fleisch- Versorgung in Westdeutschland bedeuten. »»geordneter Gen. Kneifel vermißt. Räch Meldung des W.T.B. wird das sozialdemokratische Mitglied der Preußischen Landesver- Versammlung� Topfer Loief Kn e i f e l aus Neiße(36 Jabie at-i. seit einiger Zeit vermißt. Nachrichten über seinen Aufenihalt oder seinen Verbleib werden an das Bureau der LandeSverfamm« Umg. Berlin. Prinz-Albrecht-S». 5. erbetzen. Die Steigerung der Kohlenproduktioa. Eine Unterredung mit dem Reichskanzler. Der Reichskanzler Genosse Gustav Bauer bat im An- schluß an das zwischen den Arbeiterorganisationen und den Zechen- verbänden zuftandegefommene Abkommen über die Steige- rung der Koblenproduktion einem Mitarbeiter der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" u. a. erklärt: Der große Kohlenmangel, unter dem wir zu leiden haben, zwingt uns, unter gllen Umständen für eine Steigerung der Förde- rung zu sorgen. Die V e r k ü r z u n g der Arbeits schickt auf sechs Stunden wird dadurch vorerst zur Unmöglichkeit. Uebri- gen? könnte dies schwerwiegende Problem nur durö, inter- nationale Regelung gelöst werden. Auf diesen Standpunkt haben sich ja auch die Bergarbeiter in ihrer großen Mehrheit ge- stellt, mit Ausnahme allein jener Kreise, die durch die links- radikale Agitation irregeleitet worden sind. Wenn nun die Bergarbeiter nicht nur von der Forderung des Sechsstundentages abgesehen haben, sondern über die jetzige Arbeitszeit hinaus noch Uebsrfchichten zu fahren gewillt find, so ist das ein Zeichen dafür, daß die Bergarbeiterschaft einsichtig genug ist, unsere Not- läge zu übersehen und die Folgerungen daraus zu ziehen. Wenn von seilen der Arbeitnehmer vorgeschlagen worden ist, die Kohlenförderung durch Einstellung neuer. Arbeits- k r ä f t e zu heben, so läßt sich dieser Vorschlag schon im Hinblick auf den Di a n g e l an geeigneten Wohnungen sowie wegen der technischen Sckiwiengtcüen nicht so schnell verwirklichen. Indessen ver° versteigt die Reichsregiernn-g diesen Plan und der Neubau der Arbeiterwohuungen ist in umfaugreichem Maße vorgesehen. Wir hoffen in absehbarer Zukunft im-Ruhrrevier etwa 150 000 Mann unterbringen ziz können. Zur B e s e i t i g u ng der Krisis gibt es daher nur ei'n Mittel und das ist: Nicht Schicht- Verkürzung, sondern Streckung der Arbeitszeit. ES ist nicht zuletzt de: Haltung deS Neichskommissars S e V e r i n g und der Einsicht der Gewerkschaftsführer zu danken, wenn das schwere Werk der Einigung dennoch gelang. Di« Per» trauensleute der Arbeitnehmer wiesen mit Recht auf die man- nigfachen und schweren Bedenken einer verlängerten'Arbeitszeit hin; ihre Entschlossenheit, der Rat deS gesamten Volke? abzu» helfen, besiegte alle naheliegenden Einwände. Nur über die Art und Werse der Mehrleistungen bestanden noch abweichende Auffassungen. Die Zechende sitzer hatten vorgeschlagen, die Arbeitszeit von 7 auf kzh Stunden täglich zu erhöhen. Hiergegen erhoben sich jedoch in den Kreisen der Berg- arbeite: gewichtige Sorgen und so kam man schließlich zu der Einigung, daß wöchentlich zwei halbe Ueberschichien gefahren werden sollen. Da? geschieht in der W e i s«, daß im Anschluß an 7 Stunden Schicht Stunden Hemersch ich: gefahren werden, so daß in den Tagen der lkeberschicht insgesamt 10% Stunden, d. h. also in der Wodte«in S e ch st e l mehr gearbeitet wird, als bisher. Um sich zu vergegenwärtigen, was das heißt, mutz man auf die Färderungszahl der letzten Monate deS Jahres ISIS zurückgreifen; im Durchschnitt werden 6 bis 7 Millionen Tonnen Kahl« monat- sich im Ruhr gebiet gefördert. Tie fetzige Schichtverlängerung bringt also eine Steigerung der Leistungen um etwa ei n e Million Tonnen im Monat, das heißt 12 Millionen Tonnen im Jahr. Eine Ausdehnung der Vereinbarung auf Oberschlesten und die Braunkohlengebiete mutz angestrebt werden. Die E n t s ch ä d i g u n g> die für die Ueberschicht geleistet wird. mußte natürlich für die Bergarbeiter einen starken Anreiz fnl- den. ES wird ein Lohnzuschlag von 100 Proz. für Arbeiten unter Tage und eftt Zuschlag von 50 Proz. für Arbeiten über Tage ge- währt. Geld allein macht ober auch die Bergarbeiter nicht glück- sich, sie müssen Gelegenheit haben, sich für dieses Geld Lebensmittel zu kaufen. Wenn deshalb den schweranbeitestden Berylsiiten Son- deramveisungen an Brot und Fett bewilligt Warden sind, so dürfte da» von der übrigen Bevölkerung durchaus verstanden und gebillig: werden. Ju seiinen praktischen Folgen wird daö getroffene Abkommen sowohl innenpolitisch wie außen- politisch bald dem gesamten Volke sich äußerst wohltätig erweisen. Dies gilt zunächst für die Versorgung der Eisenbahn mit Betriebskohlen, wodurch der Abtransport von Lebensmitteln eine Steigerung erfahren wird. Aber auch die Lebensmittel selbst werden wir durch eine stärkere Kohlenförderung vermehren können, indem wenigstens ein Teil dieser Kohlen nach dem Ausland gehen und uns so Devisen fürchen besonders während der nächsten Mo- nate dringend noiwcndigen Loben Smittelein kauf verschaffen wird. Daß Industrie und Landwirtschaft gleichmäßig an der gesteigerten Koblenproduktion teilhaben sollen, versteht sich von selbst Schließ- 1 1 ch, aber nicht zuletzt, muß ich darauf hinweisen, daß jede Steige- rung der Kohlenförderung dazu dient, unsere auf dem Frieden?- vertrag beruhende Lieferungspflicht möglichst zu er- füllen. Die Entente wird auch aus diesem Abkommen über eine Vermehrung der Arbeitszeit sin Kohkrnbergbau ersehen können, wie e r n st c» uns ist mit der Erfüllung übernommener Pfsich- ten. Mehr aber noch dürfte nicht nur der Entente, sondern der ganzen kultivierten Welt aus der Entschlossenheit der beut- scheu Bergarbeiter, die Arbeirsleiinlng zu steigern und die Anbei tszeit zu verlängern, die Usberzeugung sinnenfällig worden, dass Teutschlands moralische, wirtschaftliche und positischr Wieder- gcsundung voranschreitet._ Das IrankfurterGewerkschastskartell gegen Schuhhast Frankfurt a. M„ 20. Februar.(Eigener Drahtberichr de» „Vorwärts".) In der gestrigen Versammlung des fozialdemokra- tischen GewerkschaitSkartellS wurde davon Kenntnis genommen, daß sich der KartellauSschutz wegen der vom militärischen Oberbefehls- baber der Provinz Heflen-Nassau angeordneten Boranmeldung von Versammlungen, insbesondere ober der verlangten Anmeldung der Redner beschwerdeführend an den OberprSsidenten Dr. Schwander gewendet hat. In diesem Schreiben wird auch dringend ersucht, die über die Personen infolge des Eisenbahnerkonflikis verhängte Schutzhaft aufzuheben und zwar um so mehr, als weder eine Gewähr für die öffentliche Ordnung, noch für den Betrieb der Eisenbahn nach der eingehenden Kenntnis des Kartell- ausschnsies vorliegt._ Die Verwaltung im Saarrevier. Im Interesse der taarlän- dischen Bevölkerung bar General Wirbel, der Oberste Verwalter des Saargebietes, nach einer Meldung der.P. P. N." eine„Kam- Mission, urWahrungwirtschaftlicherJnteressen" mit beratendem Eharalter eingesetzt. JJjn dieser Kommission haben ». a. die Freien Gewerkschasien zwei Sitze, die Christsichen Geweek- 'chailen dlei. der Schutzvercin für Handel und Gewerbe!w:i. die Press« einen, die Abgeordneten acht� Sitze. Die Kommission hat den Zweck, sich mit allen wirtschaftlichen Fragen, die das Saar- gebier berühren und mit der Umwandlung de» wirrichastlichen Leben» de» SaarlandeS im Zusammenhang stehen, zu befassen. Der Staat Missouri für deu Bälkerbund. Aus Frankfurt a. M. wird uns gedrahtet: Ter im Siaate Missouri vorgenommenen Wahl zum Kongieß wurde in den Vereiuigreü Staaten mit groß.': Spannung entgegengesehen. Dex demokratische Kandidat, der sich für den Völkerbund erklärte, wurde mit einer Mehrheit von 1500 Stimmen gewählt. Wirtschast. Produzenten kontra Verbraucher. Nicht nur der letzte Verbraucher, der die Ware vsr- zehrt, steht im schärfsten Gegensatz zum Produzenten, son- dern auch die Zwischenverbraucher. Das empfindet höchst schmerzlich der Maschinenbau, der der Rohstoffe ver- arbeilenöeu Industrie angehört. Der Verein D e u t- scher Maschinenbauanstalten, der drei Viertel der deutschen Maschinenfabriken umfaßt, hatte eine außer- ordentliche Hauptversammlung einberufen, um laut und vernehmlich gegen die gewinnsüchtigen Regungen der Schwerindustrie, die ihm-die Rohstoffe liefert, zu pro- testieren. Es wurde dort u. a. ausgeführt: Gehen R o h it o f f- und Halbstofflieferer auch dazu über, für die zu AuSlandSliefcrunyen bestimmten Teile maß- lose Forderungen an die Masckmenbauanstalten zu stellen, so Ware damit das Schicksal der Ausfuhr im Maschinenbau endgültig besiegelt. Wenn der S t a h l b u u d künftig, wie er b e- schlössen hat, sein Material, soweit es zur Herstellung von Auslandslieserungcn bestimmt ist, nur zu Auslandspreisen abgibt, so würde z. B. Stab- und Formeifen heute 8000 M. die Tonne. d. h. also das Sechzig- bis Sie vzig fache bei Friedenspreises� kosten. Der große Vcrsprung, den der deutsche Maschinenbau insolge unseres geringen Geldwertes bisher vor dem englischen und amerikanischen WettbelverS'auf dem Weltmarkt datie, würde bei solcher Preispolitik der Roh- und Halüstofserzeuger nahezu beseitigt werden Eine Verständigung zwischen Eisen-' erzeugern und dem M a s ch i n e n b a u ist daher dringend geboten. Der Weltmarktpreis der Maschinen läßt sich zwar ibco- retisch errechnen, indem man die heutigen Erstehunaskosten in dem Ausftlhrlande mit Ueberpariwäbrung mÄ der Entwertung des deutschen Geldes multipliziert, jedoch muß von diesem errechneten Preise eine Haß- oder Unzuläffigkeitsprämie m Abzug gebracht werden. Allgemein ist bekannt, daß im Auslände sebr häufig Maschinenlieferungen trotz günstigerer deutscher Angebote nach England und Amerika zu wesentlich höheren Prisen vergeben. werden, weil doch auf Einhasiung der Lieferfristen gerechnet werden kann. Nach alledem ist also ein etwa fünfzigmcher Friedenspreis das höchste, waS der deutsche Maschinenbau bei der Ausfuhr ins Ausland erzielen kann, während dagegen die Aus- fuhrpreise kür Rohstoffe, Halbzeug usw. heute bereits das Sechzig- bis Siebzigsache des Friedenspreises erreicht. Der Redner empfahl, Maschinen mit langfristigen Lieferzeiten nach dem Aus- � lande auch im Inland« mir zu gleichen Preisen anzubieten, und den endgültigen Preis von den höchste» während der Lieferung geltenden Eisenpreisen abhängig zu machen. Angesichts der schwierigen Lage, in der der Maschinenbau sich befindet, ist die vom Reichswirts chaftSmini sterium vorgesehene Ausfubrabgabe unerträglich. Später wird man allerdings an einer solchen Ab« gäbe nicht vorüberkommen, wenn das deutsche Wirtschaftsleben gesund erhalten werden soll. Diese Abgabe muh sick jedoch zu- nächst auf Roh-' und Halbswsfe beschränken und sie in einer sohfcrn Höhe treffen, daß einerseits kein Anreiz zur Ausfuhr dieser Stoffe mehr gegeben ist, andererseits den Erzeugern der Industrie em ansehnlicher Nutzen verbleibt. Erst in späterer Zeit kann auch an die Frage der Ausfuhrabgabe für d!« Fertigindustrien herangetreten werden. Unbedingt muß das Reichswirtschafts- ministevium unsere Wirischaft davor bewahren, daß etwa die Welsinarttpreise auf unsere inneren Verhältnisse übertragen werden. Eine V e r st ä n d i g:t n g zwischen Produzenten und Verbrauchern wünscht der Redner. Wir auch! Leider find die Herren vom Maschinenbau taub, wenn man zu ihnen von einer Organisation der Wirffchaft spricht, in der die Ausbeutung der einen durch die anderen aufhört, in der nicht mehr die Kapital macht und M onch polest ellung die Höhe der Preise bestimmt. Tie in Festver- bänden straff organisierte Maschinenindustrie selbst hat sich Monopole geschaffen, die dem letzten Verbraucher die Preise diktiercn. TaS halten die Herren für g ut irnd rech t. deraioch wundern sie sich und schreien laut darüber, daß die Schwerindustrie das g seiche seit langem tut. Tie Führer des Maschinenbailkapitals, Kurt Sorge, von Borsig usw. sind nicht ein Deut einsichtiger als die Magnaten der Eilen- oder Kohlenindustrie, die feindlichen Brüder ge- hören der gleichen Familie„Großkapital� an. Leider setzen sie sozialistische Angestellte vor die Tür, sonst könnten die ihnen den Weg.zeigen, auf dem Erzeuger und Verbraucher friedlich zum Besten derVolksgesamt- h e i t miteinander, nicht gegeneinander arbeiten könnten. Kriegsanleihe auf 79 Prvz. gestiegen. Ts lagen gnoße Kaufaufträge für deutsche KrieoSouftsistu, namentlich aus dem Auslande, vor. Soziallsiemng hintenherum., Wir haben in dem Artikel„W er b« z a b l r die Kosten-'. ..Vorwärts", Nr. 93. die Grundsätze des Reichswirffchaftsmini- steriumS für die Feststellung der n e n e.n>A o h fI e n p t o i s e dargelegt. Zu diesen Grundsätzen ickreibt der„B e r l.tn e r Lokal- a u z e i ge r, der bekanntlich Eigentum schwerindusrrtslftr Kreise ist, unter eckigem Stichwort iolgendes: ./Schon daß dieser Gedanke überhaupt an maßgebender Stelle ernsthaft erwogen wird, bedeutet eine schwere Gefahr- dung der Pr o d u k i i o n§ k r a ft der Industrie, weil die privat wir; schaftliche Initiative durch die bloße Möglichkeit seiner Durchführung vollkommen gelähmt wird. Der Vorstoß des ReichRvirtschaflSministerürmS wird gegen den Kohlenbergbau geplant. Morgen und übermorgen werden a n de r e Industrien vast dein Versuche einergieicheuÄer. gewaltigung stehen. Wem die Hebung der deutschen In- dustri« als die erste Vorbedingung des wirtschaftlichen Aufstiegs ersckeint, der muß eS ungeheuerlich finden, daß das Wirt- fchaftsmimsterium in einer Zeit, wo. es gilt, zunächst einmal unser Wirtschaft Äeben wieder in Gang zu bringen, statt dessen versuckt, politische Ne be nge sch a ft e zu machen." Gehört der Bergbau in einer Zeit, in der die stärkste Nach- frage nach seinen Produkten besteht, zu den Gebieten, die der Privatwirt ickaftlichen Initiative bedürfen': Man sieht, welcher Mißbrauch mit diesem Schlagwort getrieben wird. Hier brauchen wir planmäßig« g e ni e i n w i r t s ch a f t l i che Ar- beit, gelestet vor hervorragenden, w i r tk ch a f t l i ch-: e ch n i s ch erfahrenen Führern, die das Reick epen-logut tu seinen Dienst stellen kann, wie irgendein« Kapitalistengruppc. Die privatwirt- fchaftlich« Initiative, die nur an die Interessen des Kapitals denkt, die nur das unternimmt, was den höchsten Profit der- spricht, nicht an das, WaS volkswirtschaftlich am dringendsten be- nötigt wird, können wir hier durchaus entbehren. StaMschastS-Hppothkkkn. Dem Vranvenburgischen Pro» vinziallckndtc-g wird eine Vorlog? unterbreitet werden,''ock der die Stadtschaft der Provinz' Brandenburg(Brandeübur- gisches Pfcmdbrisfamt für Hausgrundstücke Berlin, Victoria- straße 20) berechtigt sein soll, unter entsprechenden Siche- rungen auch zweistellige Beleihen gen bis zu 75 Proz. bzw. zur Förderung des Kleinwohnungswesens bis zu 80 Proz, des Grundstückswertes zu gewähren. Auosuhrperbot für Papier, Pappe und daraus hergestellten Waren. Die Ausfuhr ter genannten Waeeu ist ohne Bewilligung des Reichskommissars für Sin- und Ausfuhrbewilligungen verböte»- verbanöstag öer Landarbeiter. Zrc letzte Sitzimgttag lF rettag) tvurd« zum größten Teil durch die S!atulenberotu>rig m Airspruch genommen. Die Vorlage der Kommission fand einstimmige AniKchm«. Dann wurde eine Anzahl verschietzenor Anträge behandelt. Beschlossen wurde: Die Regierung soll ersucht werden, sofort eine staatliche Mi- gatorischc Bichverstcherung einzuführen und die privaten Verstche- rungSuniernehmungen zu sozialisieren. EI soll darauf hingeivirkr werden, daß die Kontrolle der Land- arbeiterwohnungen durchgeführt wird und daß Arbettervcrtreter dabei mitwirken. 'Jede- Mitglied soll jährlich mindestens i M. zum Bau eines VerbandshauseZ beisteuern. Es soll dabin gewirkt werden, daß die BeMebSrAewahlen auf dem Lande erst nach dem 1. Ap-ril vorgenommen werden. Tie Ncgierung wird ersuchr, die Bestimmung der Verordnung aufzuheberi, wonach Arbeiter, die früher in der Landwirtschaf: beschäftigt waren, derselben wieder zuzuführen sind. Es wird verlangt, daß der Belagerungszustand so bald wie möglich ausgehoben wird, da er stch vorwiegend gegen die Land. arbeiterorganisationen geltend mache, anstatt sich gegen die Re- altion zu wenden. Gegenüber einem Redner, der die sofortige Aufhebung des Belagerungszustandes befürwortete, bemerkte Georg Schmidt, ohne den Belagerungszustand könne datk- reaktionäre Treiben der pommcrschen Junker nicht mit Erfolg bekämpft werden- E instimmige Annahme fand eine Resolution, die davanf hin- weist, daß ein Teil der Großgrundbesitzer bestrebt ist, durch Aushungerung der städtischen Bevölkerung unsere Volkswirtschaft zum Zusammenbruch zu bringen, um dadurck» den Sturz deS gegenwärtigen Regit« rungSshstemS herheizu führen. Um dieses Treiben zu der- eileln, tverden die Landarbeiter verpflichtet, darüber zu wachen, daß die Landwirte ihrer Ablieferungspflicht genü- gen, damit die städtische Bevölkerung und die industriell« Arbeiter- schasi, mit denen sich die Landarbeiter solidarisch fühlen, vor der Aushungerung bewahrt bleibt. Zu einer Debatte kam e.S aus Anlaß einer Resolution, die gegen die Schließung der Eisenbahnwerkstaiten protestiert.— Die Befürworter der Resolution bezeichneten die Schließung al» einen Schlag gegen die gewerkschaftlich organisierten Eisenbahner und meinten. Sie Arbeiter in der StaatSfvrsten könnten befürchten. daß auch gegen sie derartige Maßnabmen ergriffen werden. Auch auf den bereits gm Tage vorher behandelten NoSkeschen Erlaß gegen LandarbeiterstreilS griff die Debatte zurück. Georg Schmidt sagte hierzu, als Abgeordneter der Pveu» Nischen Landesversammlung wisse er, daß die Schließung der Eisenbahnwerkjtätteii kein Schlag gegen daö Koali- tionSrecht der Arbeiter sei. ES sollte damit nur erreicht Verden, daß in den SBerfstxtte* ordnungsmäßig g e a r b c i- .et werde. Ter Staat sei nicht in der Lage, alljährlich Milliar- den bei der Eisenbahn zuzuschießen. Sozialisicrung bedeute nicht Faulenzerei, sondern Arbeit. 'äs KoalitwnSrecht der Eisenbahner sei nicht bedroht, aber daS .KoalitionSrecht der Landarbeiter werde durch die reaktionären Junker bedroht. Deshalb müsse die Regierung gegen die Massen- Kündigungen schärfer vorgehen als bisher. Es genüge nicht, daß über die Kündigungen vor dem SchlichtungSauSschuß berhan- delf werden solle. DaS sei übrigens gar nicht ausführbar, weil es sich um Tmisends von Fällen handele. Von der Regierung der- lanaen die Landarbeiter, daß sie die Kündigungen einfach aufhebt l Bei'all) und daß nur die Kündigungen als berech»igt gelten, wo d:r Arbeitgeber nachweist, daß einer der Gründe vorliegt, die zur sofortigen Lösung deS Arb LvcrkältnisseS berechtigen würden: Diebstahl, Tätlichkeit, vorsätzliche Beschädigung deS Inventars, Miß- Von diu ng der Tiere und unsittliche Zumutungen. Gegen die offen. kundigen Maßregelungen in Pomm-wn und anderswo muß vor- gegangen werden, sonit gibt es Landarbofterstre!!?. Dagegen helfen äll« Erlasse nickst(Beifall., Die Resolution gegen die Schließung der EssenbahnwerkstStten wurde hierauf zurückgezogen� Tie Zahl der Vorstandsmitglieder wurde auf neun erhöht. Tie lisferigen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt. Danach bilden den Vorstand: l. Borsitzender Georg Schmidt, D Borsitzender F a a ß, 1. Kassierer W o l d t, 9. Kassierer fear« ; u n g, Redakteur Kwasnick, Sekretäre Bernier, Löhrk«, S ch m a u ß und Schüler. Tie folgende von H o s f m a n n- Heinrichswälde beantragte Resolution wurde einstimmig angenommen: Tie Generalversammlung sprüh: den Kollegen und Kolleginnen. die durch den- Gewaltfrieden von un« losgerissen find, unverbrüch- liche Treue und Solidarität aus und hofft, die gegen ihren Willen aus dem Verband Gerissenen bald wieder in der Mitte unserer Kollegen begrüßen zu können. Der Vorsitzende Schmidt schloß den Verbands tag mit dem Wunsche, daß die Regierung dcn Beschlüssen deSsellben Beachtung schenken werde� Die Forderungen der Landarbeiter seien beach- tenswerter als die Reden der Schreihälse, hie diese Woche im Zirkus Busch tagten.(Lebhafter Beifall.) GewerkschaflsbewMng Das Gesetz zur Neuaufrichtung üer kapitalistischen Wirtschast. Einer, der im Kampfe gegen daS DetriebSrätegesetz sich heiser geschrien hat, daß eS ein Ausnahmegesetz-gegen die Arbeiter sei, attestiert eS all denen, die am Zustandekommen des Gesetzes gearbeitet haben, noch einmal in einem Leitartikel der.Freiheit" am s Freitag abend. ES ist das Mitglied de» unalchängigen Vollzugs- ratS Maltzahn.dür in diesem Gesetzgebungömachwerck nur einen Versuch erblickt, die Arbeiter und Angestellten zu knebeln und zu fesseln. Durch das Betriebsrätegesetz sollen nach Maitzahn die Arbeiter und Angestellten in den kapitäliiinchui Produktionsprozeß eingekapselt werden. Die ihm verhaßteü Arbeitsgemeinschaften, die obli- gatorischen Schiedsgerichte und das angekündigte Arbeitslosen der- sicherungSgesetz sollen weitere Hiifsinstrmitenie dieses Unter- drückungSweckeS fein. Wer über da» BetriebSrätcgesd)>o denkr wie.Herr Maitzahn, der bringt sicher ein großes intellektuell S Opfer, wenn er gleich- wohl für die Beteiligung an dc» Bei r i ebsratSwahlen eintritt. Die logische Folge für jemand, der in einen: Gesetz nur ein Instrument der Knebelung für die Arbeiter und Angestellten sieht, wäre doch eigentlich der Bohfiott solcher Wabvn. Denn wenn ein Gesetz nichts taugt, so läßt man doch lieber dies beim alten, Wer die Maltzahn und Ko»> haben ihre Grundsätze: sie hüten sich, Wahlabstinenz zu dyw DaS Gesetz bat nach ihrer Auf- fassung den Fichler, daß e» der u.nabhä ng ig-ko m m un ist i- schen Alleinherrschaf! im Betriebe ein Ende macht. Und alles, wa» die Drahtsteher vom Schlage des roten Vollzugs- rate» in ihrer Machtstellung zu schwächen geeignet ist. bezeichnen sie fälschlicher»« ife alS eine Fessel. Die Im BetriebSrätegesotz vor- gesehene Verhältniswahl macht einen dicken Sirich durch die AI- leinherrschast der Diktatoren von links, sobald die mehvbeitSsozia- listtsch denkende Arbeiter- und Angestelltenschaft von ihrem Wahl- recht den umfassendsten Gebrauch macht. Der bisherige Kampf der Maltzahn und Genossen richtet sich auch nicht so sehr gegen den Unternehmer, als vielmehr gegen ihre andersdenkenden ÄQsscugenojsen. Bei den bevorstehenden Betriebs- ratSwahlen wird jedoch nicht Leitmotiv sein dürfen, auch fernerhin Arbeiiergruppen zu oergewalrigen, sondern Männer auf den Posten zu stellen, die ein« groß� volkswirtschaftlich« Einsicht, ein entwickeltes sozialck» Pflichtgefühl und daS ernste Streben m- sich fühlen, di« sozialen und wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter des Betriebe» und darüber hinaus die der Gcsamihcit wahrzunehmen. Da darf es nicht darauf ankommen, welche politische Auffos- sung der in Frage kommende Kandidat vertritt, sondern ob« f ä h i g ist. die ihm zugedachte Funktion auszuüben. Nicht also revo- lutionäre Großmäuligkeit, sondern Tüchtigkeit im Betriebsrat und umfassendes Können muß den zu wählenden Mann auszeichnen. Mit Berantwortlichkeitsvewußtsein gegenüber der Gesamtheit werden die Betriebsräte erfüllt sein müssen, wenn sie überhaupt zum Segen m ihrem Amte wirken wollen. So denken sich diese Wirksamkeit die Maltzahn und Genossen natürlich nicht. Sie stellen von vornherein Listen auf mit der Parole:.Für da» revolutionäre Rätesystem!" Mit einer solchen Parole werden sie in Konftik: kommen mit allen führenden Gewerkschaftsgenossen, denen diese Betriebsräte- wählen kein bloße» Spiel sind, sondern die den ernschaften Bew such machen wollen, die Besten und Tüchtigsten der Fachgenoffen aus verantwortungsvolle Posten zu stellen. Zum ersten Male soll die moderne Arbeiter- und Angestelltenschaft beweisen, daß sie eine wichtige Funktion im WirtschaftSprvzeß ausüben kann, eine Funk- tion. mit der nick,: nur ihr eigener Aufstieg, sondern die kultuiellen Interessen der Gesamtheft verbunden sind. GehaltSbewegung de« Angestellte« in BerufSgenoffen« fchafte» und Ortskrankeukaffe«. Mit Rücksicht auf die in der letzten Zett weiter erheblich ge- stiegen« Verteuerung aller Lebensbedürfnisse bat der Zentralverband der Angestellten an den Hauptverband deutscher OrtSkrankenkasien und an den Arbeitqeberverband deutscher Beruisgenosienschaften auf Grund der betreffenden Tartfbestimmungen dcn Antrag gestellt. über eine Erhöbuug der TeuerungSiulagen resp. deS beweglichen Gebalt?, uichlageS schnellstens iu Verhandlungen einzutreten. Die Berbandlungen für die Ortskrankenkassenangestellten finden am ZS. Februar, die für di« B-rusSg«nossenschaftSangestellten am 21. Februar statt._ Wie mit Beiträgen gewtrtfchaftet wird. Von der OriSverwaltung Berkw de» Verbandes der Buch, und Gieindruckerei-HUtSarbefter und Arbeiterinnen Deutschlands er- halten wtr zu der in der Abendnummer de»„Vorwärt«" vom 17. Februar unter obiger Uebsrschrift erschienenen Notiz eine Be- richtigung worin zunächst bestritten wird, daß Beiträge von mehr- bei tSsozialisti schen Mitgliedern zu ihrer eigenen Bekämpfung vor- wendet werden. Daß in dem au» den Mitteln der gesamten Bcr- liner Mitgliedschaft bezahlten.Mitteilungsblatt' unabhängig-kom- murnstische Artikel erschienen sind, deren Tendenz sich gegen die mehrheftöfozialistischen Mitglieder richtet, erwähnt die Berichiigung nicht.•__ Dem Protestler fei von der Persammlung aufgegeben worden, für seine Anschuldigungen den WahrheilSbewci» zu erbringen. Da» Wort Lügner sei gefallen, weil der Protestler seine An- schuldigungen auf wiederholtes Ersuchen der Bevollmächtigten nicht zurückgenommen habe. Der Rodner. welcher da» Wort„Lump" gebraucht habe, fei von dem Versammlungsleiter sofort gerügt worden. Das in dem„VorwärtS"-Ärtikel erwähnte Manko fei nach näherer Begründung des Obmanne» der Revisoren über dessen Eni- stehuna, durch Beschluß der Versammlung einschließlich der rrchtS- sozialistischen Mitgsirder der OrtSkasse auzerlegt worden._ Die Berichtigung sagt zw«, daß die Versammlung beschlossen hat, das vorhandene Manko zu Laste« der Allgemeinheit zu über-- nahmen, gibt uns aber keinen Ausschluß über die Ursachen des Man-' kos. Es bleibt also für die Leser de»„Vorwärts" zunächst unge- klärt, weshalb der unabhängige Kassierer schon nach einigen Wochen Amtstätigkeit ein Manko von 660 M. zu verzeichnen hatte. Aber«S scheint, daß wir die Erklärung über di? Ursache des Mankos in dem Schlußsatz der Berichtigung zu suchet: haben, in welchem eS heißt, daß dem Wunsche des Redners,«den richtigen Manu am richtigen Platz", bereits früher nachgekommen sei; der neue Kassierer habe mit dem Manko in keiner Weise etwas zu tun. - Ins richtige Deutsch übertragen soll da« wobl heißen, daß die allgemeine Mftgliedschaft jene fehlende Summe ersetzen muß. well ein„revolutionärer" SchwihalS der Fähigkeit ermangelte, da» Kai. jiercramt zu verwalten. Transportarbeiter! In der Pianofortefabrik Richard Götze, Treptotv, Elsenftr. 10? befinden sich die Kollegen seit dem 20. Januar 1920 im Streik. Die Firma beharrt weiter auf ihrem Standpunkt. Um nun die ver- kauften Instrumente an die Kunds-baft zu befördern, benutzt die Firma zur Verrichtung der Streikarbrit folgenden Fuhrbetrieb: Stephan S l u p i n S k t. Berlin 80 26.«dalbertstr. 87. unter Mit-' Hille des Vereins der Inftrumenienträger. Diese holen die Instrumente de» Abend« von der Fabrik ab. bringen dieselben nach dem Hof von SlupinSli. woselbst sie über Rächt auf dem Hol stehen bleiben. Am nächsten Morgen werden die Piano» zur Bahn be- fördert und verladen. Kollegen, die Augen auf! Meidet beide Betriebe imd werde keiner zum Streikbrecher, sondern unterstützt unsere dortigen Kämpfer! Denkt an Eure Ehrenpflicht! Dentscher Transportarbeiter- verband. Branche der Holzindustrie. Ter Tarifvertrag der technische« Angestellten im Bergbau, � sollte auf Wunsch der Angestelltenverbände einer Revision unter- zogen werden, um die durch die erhöhten Kosten der Lebenshaltung noiwendig gewordene Gehaltsaufbesserung herbeizuführen. Die Verbände, in Sonderheit der Bund der technischen An- gestellten und Beamten, der Deutsche Werk. vi ei st er- Verband und derFördermaschinisten-Ver- band, denen etwa 00 Pr«. aller in Betracht kommenden Ange- stellten angr'chloffen lind, forderte:: bei dieser Gelegenheit vom Zechenverband eine schärfere Erfassung der verichiedsnartigen im Bergbau tätigen technrschen Äugest ellien. Da» lebnte der Zachen- verband jedoch ab. Er erklärte sich zwar bereit, einer allgemeinen GehaltSausdesserung zuzustimmen, wollte aber die im alten Vertrag bestehenden Nngerechttgkeitcn i-n der Gehalts bemessung der verfchic- denen Angestelltengruppen nicht beseitigen. An diesem Widerstände der Arbeitgeber scheiterten die am 9. Februar stattgefunbenen Rc- lusionSverbandlungen. Da der Vert-oy zum 29. Februar gekündigt ist. i ordern die Angestellten nunmehr seine grundsätzliche Erneue. rung. Es ist verständlich, daß sich der Angestellten infolge der auch durch die Erhöhung der Bergarbeiterlöhsie anerkannten überaus ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse eine große Grragung be-. ut ächtigte, nachdem ikmen bekannt geworden war, daß der Zechen- verband aus den oben erwähnten Gründen die Revision dcS Ver- trage? abgelehnt hat. Zu wünschen wäre, daß die neuen Verband- lungen so schnell wie irgend möglich aufgenommen worden, damit e» im Ruhrkohlcnberybau nicht noch zu einem Konflikt mit den Angestellten kommt. Der Bund der technischen Angestellten und Beamten bat dem Zechenverband gemeinsam mit dem Deutschen Werkmeister-Verband und dem Fördermaschinistenverband einen sehr sorgfältig auSgear- beiretvn Vertragsentwurf unterbreitet. An ver Ausarbeitung dieses Vertrage» haben namhafte Vertreter aller im Bergbau rAigen Angestelltenkategvrien mitgearbeitet, so daß man ihn wohl als eine brauchbare VerhattblungSgrundlage ansehen kann. Hoffentlich kommt eS recht bald zu einer Einigung, damit unser'Wirtschaft!., leben vor schweren Erschütterungen bewahrt bleibt. Eine gut besuchte Versammlung der in den Berliner Buch- bandlungSbetrieben beschäftigten Marktbelfer, Pocker uiw. beichäfligre sich mit den vom Arbeilgeberververdand Deutscher Buchdändler nach längeren Verhandlungen bewilligten Teuerungszulagen. Roch den- selben sollen rückwirkend ab 1. 1. 1920 gezahlt werden: ssfir den Monat Januar IS M. pro Woche, für die Monate Februar und März 20 M. pro Woche für über 20 Jahre alte männliche und weibliche Arbeitnehmer. Für Jugendliche für Januar: 7 M.. 10 M. und>2.60®?, pro Woche, für Februar und März: 9 M., 12.S0 M. und 15 M. pro Woche, in den einzelnen Lohnstasseln. In der � regen Aussprache erklärten di« Versammelten diese Säve als' durchaus unzureichend, sie beauftragten die OrqanssassonSleiiung. den Schl'chtuugSausschuß anzurufen. Die seit Monaten warnnden und in Bedrängnis geratenen Arbeitnehmer fordern von den Unier- nehmern die sofortige Gewähiung eine» Pouschal-VorfchusseS. bis die Verhandlungen endgültig geregelt find. Die Versammelten be- schlössen die Kündigung de» Tarif» zum Sl. S. 20. Die Löhne der über 20 Jahre alten Beschäftigtm bettagen nach den neuen Zugeständnissen für Martthelfer, Packer: MindeNlohn 110 M.. Höchstlohn 140 M. vro Woche. Kutscher 120—140 M., Weibliche 85—100 M.. Jugendliche 14—20 Jahre 87,50-95 M. WetieranSsichte» kür da» mittlere«orddeutschlanv bis Zonniag mittag. Trocken und überwtegend heiter. In der Rocht zu Sonntag belonbei» Im Osten vielfach gelinder Frost, in den Tagesstunden uberall ziemlich mild. Verantw. für den redatlton. teil: Art»» ftitflet, edarlotlendura: wr Antigen: "~'--- tI � m. d. H. Berlin. Druck: Bor- . M.. Paul Sina vier», t BeUaer Ttz. Glocke. Berlin. Verlag:»orwärto-verloa wicte-Buckidruckeril u. verlaioaukio»~' inaer«. cko.»erltn. Lindenllr. S. MckH Kommentare zum Setriebsrätegesetz «sl W in 8 Tagen uerkanstl Die ersten Urteile der Presse: Der Hilfsreferent im Reichsarbeitsministerium Df.G Platow ließ im Vorwärts-Verlag einen sehr beachtenswerten Kommentar mm Betriebsrategeseti erscheinen. Der Verlasser war am Werdegang: des Gasetees auf das Intensivste beteiligt. Er saß als Vertreter des Arbeitsminlsterium im 7. Ausschues. Die erläuternden Noten verraten auf Schritt und Tritt den sozialpolitisch geschulten Juristen. Kein Oewerfcschafts- fwnktlonär kann ohne diesen Kommentar namentlich Im Wahlkampf auskommen. der Kommentar in mindestens In J usführ Liehe E rläuterung X�n fyii* des Gesetzes und cer Wahlordnung mit zahlreichen Beispielen.— Anhänge: Verordnung über Tarif- y*>/ �' vertrüge, Schlichtu ngse usschüsse, EinstellungszwangjärKnegsteilnehmer und Schwerbeschädigte usw. Suchhandlung Vorwärts, 3 erlin SW68, Sindenstraße 2 Bestellschein An die Verlagsbuchhandlung Vorwärts Berlin SW SS, Llndenatr. 2 Ich ersuche um Zusendung durch. von— _____ Platow, Kommentar zum Betriebsrätegesetz. Gebd. 8,— Mk., brosch. 5,50 Mk. und 2O0/o Name: Ort:-