Ur. 97. 37. Jahrg. BkMqSvrete: ««rttlMrt. rat ms Saus, ooraa«-ohlbar. Pol!- drmq Monatlich Mü Mi.«M. Au> itellmlasaibühr. Umer K�azband Kr DeMichlaad«ab Oestsrreich- Ungaro 8.7b Mi. für da» übrige Auelaud l#.— Mi» bei täalich einmal. �cütHmig IX— Mi+ Balrua. Aufschlag. Poll' destellungea nehmen an Sänemari. Solland, rnrembarg, Schmeben und die Schwei». Swgetraaen in die Dost» �eitrrng»- Preisliste. Der.Vorwärts'«st der Sonntag» bevage.Bali tLSeti* ericheini wachen» täglich rwetnral. Sonntag, einmal. Telegramm-Adresia .Sozioldemokra» Uttlw" V' y-W.-'-SV Derlinev Volksblstt ( 20 Pfennig� Anzeigenpreis: Sit achigeipaltene Nonoareillegeile kostet 2�- M..Teuer>mg»juschIag «Rlai»,«»zeigen-, da, tori» gedruckte Wort?S Pfg.(»uläsfig zwei lettgedruckte Worte), jttes weitere Bort SO Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Wo« äö Pfg.. jede» weitere Wort 40. Php Worte über 15 Buchstaben zätzleir/ur zwei Worte. Teuerungszuschlaz Li--.. Familien» Anzeigen, oolstiiche und newerlschaftliche Verein«. Anzeigen Z,— MX die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen lüc die nächste Rvumiec müssen bis 5 Ahr nachmittags cht HaurtgefchSft, Berlin 6® 86. Lchden» streche 8. abgegeben werden. Gciiffne! von S Uhr früh bis b Uhr abends. �entralorgan cler fo2ialäemokrati scken Partei Veutscklanäs Reüaktion und Expedition: Ew. od» Ändenstr.Z. iveruivreckier:««t Morrutila«, Str.»ZilSV- l5IS7. Mngust Sebel zu seinem achtzigsten Geburtstag. Bon Eduard Bernstein. Nun find KZ bald sieben Jahre, daß er von uns gegangen ist. Ein gütiges Geschick Hot es ihm erspart, das Furchtbare noch. zu erleben, das seit 1914 über die Welt, sein Volk und seine Partei ergangen ist. Gar manches Mal in den Kriegsiahren. wenn bange Sorge mehr noch um die geistige als um die materielle Entwicklung der Partei uns bedrückte, hat sich das Wart aus die Lippen gedrängt:„Glück- licher Bebel, daß du diese Prüfung nicht mehr erlebt hast!" Anders ertönte es freilich in den Novembertagen 1918. als der Kaiserthron der Hohenzollern zusammenbrach, der vreußische Militarismus am Boden lag und Deutschland als demokratische Republik ausgerufen werden konnte. Da konnte man von allen Seiten in der Partei hören:„Hätten unsere Ästen, hätte unser August nur das noch erlebt!" Aber auf die Tage des Jubels und der froben Hoffnung • sind solche wüster Sorge gefolgt. In der sozialistischen Welt tobt der Bruderkompf heftiger als je. Kein ehrlicher Streit der Meinungen mehr, geleitet von dem Streben zu überzeugen ur i vor der äußersten Zuspitzung geschützt durch das allen gemeinsame Bewußtsein, daß man im letzten Grunde doch zusammengehört, sondern Kampf oder Beschimpfimg und Verdächtigung, vielfach diktiert von fanatischem Haß, der im andersdenkenden Sozialisten den Feind sieht, der um jeden Preis lahmgelegt werden muß, mag die Sache der Arbeiter noch so i'Ähr darunter leiden, den Feinden der Demokratie ihr Sviel noch so sehr erleichtert werden, ihnen der Kamm noch so sehr von neuem schwellen. Sollte der verdiente Kämpfer, der wie kern Zweiter dazu beigetrogen hat. die deutsche Sozialdemokratie in di« Höhe zu bringen, das als Achtzigsähriger noch erleben? All die damit verbundenen Enitäuschungen und Erregungen in einem Alter miterfahren. daS ihm nicht mehr erlaubte, mit ganzer Kraft am Kampf selbst teilzunehmen und dadurch im Kampf Ausgleich zu finden? Und wieder sind mir veranlaßt zu sagen:„Wohl ihm. daß er das nicht mehr sieht, für ihn ist eS besser, daßernichtmehri st." Für ihn. aber nicht für uns.. Stünde er auch als Kqnipfer nicht mehr an der Spitze der Partei, wie er ja schon in den letzten Jahren seines Lebens manches Amt an jüngere Mitstreiter abgegeben hat. so würde seine Stimme im Rat doch noch immer von großem Gewicht sein, sein Wort von den Massen gehört und erwogen werden. Und in manchen kriii- schen Augenblicken mochte es genügt haben, eine Versiändi- gung möglich zu machen, die nun tncht zu erzielen war. Es ist viel darüber gestritten worden, welche Stellung Bebel zu den Fragen eingenommen hätte, die zur Spaltung der Sozialdemokratie geführt haben. Gestützt auf Erklä- ?u�>en über Landesverteidigung im Krieg gegen Rutzlond, die er im Reichstag und auch auf Parteitagen ab- gegeben hat, hat man gemeint, er würde in den Verhängnis» vollen Augusttagen 1914 für die Bewilligung der Kriegs- treölte gesttmmt haben. Ich halte das nicht für unmöglich wenn auch ntch Tur wahrscheinlich Der nun mich verstorbene Genosse Karl Manz m Zürich, der Bebels vollstes Vertrauen genoß, loch*'ihm nach einem jener Parteitage die Frage vor. wie er sich denn die eache vorstelle, worauf Bebel lachend erwiderte:„An so etwas ist ja selbstverständlich nur zu denken. wenn wir die Revolution haben." daß die Hohenzollern mit dem zarischen Rußland Krieg machen würden, schien ihm ausgeschlossen. Immerhin liegt es nicht außer dem Bereich der Möglichkeit, daß der Haß gegen den russischen Zarismus auch bei ihm wie bei anderen sonst radikalen Genossen die gegen die Bewilligung sprechenden Gründe zeitweilig zurück- drängte. Aber ganz unwahrscheinlich ist es. daß er. als man dre Dinge schon klarer sah. an feiner Stellungnahme sestge- halten hätte. Indes ist dies nicht die für die Würdigung seiner Führer- schaft wcsentlickste Frage.' Die Hauptirage ist. ob er seine gcmre Kraft dafür eingesetzt hätte, es über Jenen Streit und was damit in Verbindung stand, nicht zur Svaltung kommen zu lassen. Und die glaube ich bejahen zu können. Gewiß: Bebel war eine streitbare Natur und hat oft im Eiier deS GesecktS gegen Parteigenossen noch scharfer vom Leder gezogen als gegen Porteigegner. Ja. er hat wiederholt selbst mit Parteispaltung gedroht. Aber das ge'chah in der Leidenschaft, in spätere« Jahren zumeist, wenn er auf Sommerferten in Zürich weilte, wo er die Dinge. auS der Ferne sab und sich über manches aufregte. daS zu Haute in richtiger Proportion zum Tanzen der Beweaung betrachtet, febr an Bedeutung verlor oder überhaupt ein anderes Gc-, sickt erbielt. Er war dann nicht der Mann, einen unberech- tigten Vorwurf aufrechtzuerhalten. Mit der Leidenschaft in der Sache verband er in der Regel eine starke£bieftivität in bezug auf die Person. Ich habe das oft an ibm bewundert. Es zeigte, sich unter anderem, wenn er als Fraktionsführer Vortrag über die Verteilung der im Reichstag zn haltenden Reden hielt. Do kam auch sein schärfster Geonet nicht zu kurz. Ueberhaupt muß man bei ihm zwischen dem Partei- führet und dem Partei mann unterscheiden. Als Partei- 1 vorwärtS'verlag G.m.b.H., Ew. vS, Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Moritzplap, Rr. 11753—54. fin öie berliner Gewerkjchastm! D« Riß in der Berliner Gewerkschastsbewegnns ist znr Tai» sach« geworden. Seit Juli borigen Jabres,— Aenwalil des Ausschusses der Berliner Gewerkschnstskommisston w wor der Anöschnss im Grunde genommen nur noch eine Geschäftsstelle der Unabhängigen. Das VcrhöltniS gestaltete sich im Lause der Zeit immer schlechter. Trotzdem versuchte« dir alten Ausschußmitglieder unter Aufbietung aller Kräfte die Zusammenarbeit—- wenn auch untcr den schwic- rigstcu Umstaiidc»— zu ermöglichen. Diejenigen, die immer noch! glaubten, ein Zusammenarbeiten würde sich trotzdem auf dir Teuer cnnöglichen lassen, dürften nunmehr»m eine Illusion ärmer geworden sein. Wen« die Herrschaste« immer erllärtr«— das tun. sie auch heute noch—, die Gewerlschasten in ihrer Arbeit nicht stören, in ihrem Krästeverhältnis nicht schwächen zu wollen, so ist das pure Heuchelei. Die Gewerkschaften sind ihnen Nebensache, wenn sie nur ihr„unabhängiges revolutionäres" Par- t« i s ii p p ch e a lochen können. Der.folgende Borgang läßt daiüber keinen Zweifel. Ex beweist indessen ferner, daß jene Leute j»si mit dem, was anständige Men- scheu„Treu und Glauben" nennen, gebrochen haben. I» der Sitzung des Ausschusses der GewerkschaitskommiMon vom 13. Februar wurde beschlossen, daß öle Wahle« für öle Setriebsräte durch die GewerkschaftSkommifsion geleitet werde« sollen. Genosse S ö r st e« wurde beauftragt, zur Einleitung der Wabl ei» iusirultmes Flugblatt zn schreiben. TicS Flugblatt sollte dann in ei»« Auflage von einer Million herausgegeben werden. Körsio« ist de« uachgekomme«. Mit diesem Beschluß ist eiuwandsfrei zum Ausdruck gebracht, dost hie Gewerkschafteu neutral bleiben, die Wahl unter Ausschaltung jeder Politik selbst leiten. Indes di« politische« Drahtzieher— einschließlich der sogenannten „ll. S. P.-Fraktion der Berliner Gewertschaftskommissio»"— hoben eS anders beschlossen. In der„Freiheit" Nr. 43 vom 20. Februar d. I. wird ei« Artikel„Zur Wahl der Betriebsräte" gebracht. Nach- dem der Brtikelschreiber sagt, daß die Gewerkschaften ei» Interesse au der Wahl und Zusammensetzung der Betriebsräte haben(was doch wohl ganz selbstverständlich ist), daß sie sich der nrnen Organe für ihre„besonderen Zwecke" bedienen müssen, da die Interessen der Gewerkschaften auf der„gleichen Linie mit dem Wollen deS re- volutionärru sozialistische» Proletariats" liegen, daß der Grwerk- schastSkamvf sich mehr»nd mehr zum Klassenkampf answachfr und die Gewerkschaften sich zum Ziel die Ueberwindung der Lohnsklaverei setzen müssen» wird folgendes gesagt: „Arbeiter nnd Angestellte! Wollt ihr. daß euer Klassenwille in den Betriebsräten eine neue Waffe finde für den Kampf um die Befreiung deS Proletariat«, so wählt Männer und Frauen, die diesen Anforderungen genügen, so stellt überall in de» Betriebe« die Liste der revolutionäre« sozialistischen Betriebsräte * auf. Die Kandidaten dieser Liste müssen sich znm revolutionären Klassenkampf verpflichten. mann war er auckj innerhalb der Partei bis zum äußersten streitbar, wie es nur ein Gläubiger sein konnte. Da kannte er im Meinungskamps keine Schonung, wie er indes auch. darin durch und durch Demokrat, für sich keine beanspruchte. Als Parteiführer dagegen wareraufdasZusammen- halten bedacht und hat nicht selten durch Eintreten für es bei der Wahl Und Verwendung von Mitteln Parteiinit- glieder unterstützt und in die Volksvertretung gebracht, deren Anschauungen über Parteisragen den seinen durchaus ent- gegcngesetzt waren. Da konnte er wie die Henne sein, die ihre auseinandergejagten Küchlein zmaimnen�alt und nicht ruht, bis sie auch das letzte unter ihren Fittichen hatT Er war eben durch und durch mitderParteivcr- wachsen, konnte sich nicht ohne sie denken. Führer auS jener Zeit, wo sie noch mit den bescheidensten Mitteln Wirt-' schaften mußte, hat.er daS Solidaritätsgefühl, das sich in solchen Verhöltnisien entwickelt, bis zuletzt bewahrt. Die Zahl derer ist sehr klein geworden, die jene Zeit noch erlebt haben, und die später Gekommenen können sich schwer in sie hineindenken. Insbesondere scheint es den jüngeren Genossen unmöglich zu begreifen, was die Partei unter dem Bismarck» schen Ausnahmegesetz durchgemacht hat. - Nichts abgeschmackter, als wenn Unabhängige und Ko«r- munisten. weil ihnen Blätter vorübergehend unterdrückt, d!« eine oder die andere öffentliche Versammlung verboten wird. davon reden, daß es unter dem Bismarckschen Sozialisten- geietz„besser gewesen" sei. Kejn Sozialdemokrat, der es nicht bedauert, daß die Republik in solcher Lage ist, wo die Sorge für die elementarsten� Lebensbedingungen des Volkes die zeitweilige Verhängung des Ausnahme- z u st a n d e s gl n u in g ä n g l ich erscheinen lasten,- und keiner. der jedes einzelne Verbot für gerechtfertigt erklären möchte. Aber es ist schon im höchsten Grade unbillig, diese, durch eine von niemand bestrittene, beispiellose Notlage diktierte Ver- hängung mit jenem Gesetz in Vergleich zu stellen, das mitten im Frieden eine ganze Partei der legitimsten Mittel des Jdeenkampfes beraubt«, zumal wenn es von Leuten geschieht. die kein Wort dagegen finden, daß die russischen Bolsche Wiste» die ganze nickstbolschewisfische sozialistische Presse unterdrückt haben, dann aber sollen diese Leute einmal Bebels Leben serinnerungcn nachlesen, aus ihnen ersehen, was die Sozialdemokratie jahrelang unter dem Sozialistengesetz durch- zumachen lwtte, ehe sie überhaupt von jener Zeit ckdeitz Tie Zeit d e s> So z ia l i st e n g e s e tz es war für. Bebel die Zeit der Feuerprobe seiner politischen Führerschaft. Als die ersten Schläge auf die wehrlose Partei so brutal hart uiederfieten, daß die in Hamburg sitzende Parteileitung die Zügel fallen ließ, nahm sie Leipzig auf. und Leipzig, das hieß damals in erster Linie Bebel. Unterstützt von Hasen clever und Wilhelm Liebknecht, die immer wieder versuchten. den Sozialismus wenigstens zwischen den Zeilen zum Aus: druck bringende politische Zeitungen herauszugeben, nahm Bebel das für den Zusammenhalt der Partei unerläßliche Unterstützungswefen in die Hand und benutzte die Raiten die er für tetn Geschäft zu machen hatte, überall die Genosteu zu neuem Zusammenwirken anzufeuern und mit Anweftu-nget! zu versehen. Wohin er kam. da gab es auch abends eine Zu sammenkunft der Treugebliebenen. Daneben führte er eine außerordentlich umfangreiche Korrespondenz mtl den Vertrauensleuten der Partei an den verschiedenen£tten. darunter auch Zürich und London, und' entwickelte nun erst im Parlament leine volle Gabe als Meister der Tribüne und gewandter Taktiker. Er besaß die Gabe der schnellen Er fassung und Beherrschung einer Situation, und sie im Verein mit einem klaren Blick für die vorhandenen Möglichkeiten und Erfordernisse des Kampfes ließ ihn manche Uebertrei düngen in der Ausmalung des Entwicklungsganges, zu denen seine lebhafte Phantasie und stürmisches Temperament ihn hinrissen, dann, wenn es galt in der Praxis Stellung zu nehmen, oft im gegebenen Augenblick wirksam korrigieren. Sie-sini> Gegner der„Arbeitsgemrinschasten"»nd erftrebni bett Ilmbau und Ausbau der Gewerkschaften z» Jndustrievrrlin-t den, die alle Hand- nnd Kopsittveiter»n, fassen. Sir erstreben weiter den Ausbau eines RätestzstemS, da«»k- Kawpfnnttkl zur Beseitigung beb lapitalistischen Stzftem« wir Icn bat und dem die Ausgabe zufällt, die Ileberleitung der tapila listischen Produktion in ciiic sozialistische vorzubereiten. Sic verpflichten sich, sofort ihr Amt niederzulegen,'wen» K- die Mehrheit ihrer Wähler in einer PctrirhSversainmlung sordert. Schenkt de« Kandidaten euer Vertrauen, die diese Bedi'' gmtgen erfüllen!> Schreitet in Massen zur Wahl! Ter Wabl kämpf ist ein Teil deck großen Kampfe?»in den Sozial! tmit«.«in! die Befreiung der Arbeiterklasse. Bi",irkSverband Groß-Berlin der U.$. P. ' Zentrale der Betriebsräte Groß-Berlin. N.-T.-P.-Frakti»n der Berliner Gewerkschastökomuiiisio»." Abgesehen davon, daß eS sich um einen einwandöfrei festgr-iee tcn Bruch deS Beschlusses de» Ausschüsse« der Berliner Gewerl- schaftSkommissio» handelt, würde sich die Berliner Gewerkschaft�, kommission damit auch in Gegensatz zu den Berösfeutlichuuge» des Allgemeinen deutschen Gcwerkschaftsdundc- — der itnmer noch die m aßgebende und höchst« Jnsta». der deutschen Gewerkschaften ist— stelle«. Jndeß sie würde ftrfi auch tu Widerspruch mit den Besch lüfsen deS N ii ruber ger Gewerkschaftskongresses setzen, denn dessen. 5'' schlnffe gebe« dahin, daß die Gewerkschafteu unter Ausschaltung jeder Politik neutral bleiben sollen, daS heißt also, baß auch in Berti» dir Wahlen in dem Smnr, ohne davei irgendwelche parteipolitische»der andere Bestrebungen zum Ausdruck zu bringen, vorzubcreften und z« leiten sind. DaS Borg ehe» der sogenannte«„U.-S.P.-Fraktion der Berliner Gewerkschaftekommission" macht die Wahl indcß zur Partei Politik. Tie Neutralität der Gewerkschaften fällt damit in sich zusammen. Jetzt nehme« die Politischen Parteien— wie wir bereits sehen— die Wahlen selbst in die Hand. Dir Ge- wertstt, asten sind just durch die Maiuvnlativne» der soaenan,:»,, „U.-S.-P.-Fraktion" ausgeschaltet. Ein weiteres Zusammenarbeiten ist untcr diesen Umstände» unmöglich geworden. Nunmehr muß die höchste Instanz der Ge werkschaslen. der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbiind. darüber entscheide»,»b der Ortsausschuß lBerliucr t�ewerkschaststommission> ein Tummelplatz politischer Fanatiker sein soll, oder ob rr unter Ausschaltung aller politischen Tendenzen dir wirtschaftlichen Jnter essen der Gewerkschaften zu wahren hat. So bitter die Tatsachen anch immer sind, ein Versteck spiel gibt? jetzt nicht Mehr! A. Körsten. G. Link. 81.«lb recht. E. Ban e». E.Brückner. A. flthM. Er war kein Opportunist im Denken, aber wenn eZ zum Handeln ging,, dann wußte er sehr gut das Z w e ck d i e n- liche von dem Unzeitgemäßen klug zu unter- scheiden. Daher kam es, daß er mancknnal gerade die begeistertsten seiner Anhänger enttäuschte. Die radikalen Jungen in den Jahren des erlöschenden Ausnahmegesetzes hatten in ihm den Führer der Sozialdemokratie gesehen, dessen Ideen sie die folgerichtigste Anwendung gaben, und waren nicht wenig der- chitzt, als er sich plötzlich mit größerer Heftigkeit gegen sie UKmdte als irgendein anderes Mitglied der Fraktion. Sie kannten ihn nicht genau genug, uin den Praktiker bei ihm vom Doktrinär zu unterscheiden, indes wäre sein Angriff auf sie wahrscheinlich doch weniger schroff ausgefallen, wenn die Bewegung nicht auf eine Spaltung der Partei hinaus- laufen zu wollen schien. Daher die Wucht seiner dialektischen Ausfälle in der berühmten Redeschlacht mit Bruno Wille, die Logik des Gedankens war damals unzweifelhaft auf des letzteren Seite. Aber Bebel hatte dieLogikderpoliti- s ch e n T a t s a ch e n für sich, und die Massen jubelten ihm zu. Das hat sich später unter verschiedenen Verhältnissen und in verschiedenen Gegenüberstellungen wiederholt. Im Rede- kämpf rücksichtslos, ward er manchmal ungerecht, ohne sich dessen bewußt zu sein. Erkannte er nachher sein Unrecht, so säumte er nicht, sei es in Worten, sei es durch die Tat, gut- zumachen. Vor allem war er stets Verfechter der unter- drückten Meinungsfreiheit. Mit der größten Ent- 'chiedenbeit ist er Vorhalten entgegengetreten, er wolle die Freiheit der Diskussion beeinträchtigen, und bat dann auch nie zu Maßnahmen die Hand geboten, die auf dergleichen ab- zielten. Jn� dieser Eigenschaft hat er der Partei bei den Streitigkeiten, die der Weltkrieg zur Folge hatte, sehr gefehlt. Gleichviel, welche Stellung er in der Sache nahm, den Mei- mungen hätte er ein größeres Recht eingeräumt, als es vxr- ichiedentlich geschehen ist. Damit aber wäre manche Ver- bitterung vermieden worden, die zum Bruch Material lieferte. Tank seines unvergleichlich großen Ansehens in der Partei, hätte er nach beiden Seiten hin zügelnd gewirkt. Und dann seiire Festigkeit in der Gesinnung! Er lernte beständig, es ist das eine seiner großen Eigenschaften, daß er unablässig darauf bedacht war, sein theoretisches wie sein praktisches Wissen zu erweitern und seine Ansichten zu ver- bessern. Aber in den Grundsätzen blieb er unerschütterlich. Niemand von denen, die ihn genauer kannten, ist darin im Zweifel, daß er es mit Entrüstung von sich ge- wiesen hätte, um der russischen Mode willen die demokratischen Grundsätze ins alte Eisen zu werfen, für die er sein ganzes Leben gekäinpft hatte, unh den Sozialismus in unwissenschaftliche Erperimente ausarten zu lassen. Gegen Tendenzen dieser Art hätte seiner Gesinnungstreue seine große praktische Erfahrung im Wirt- schaftsleben zur Seite gestanden, und daß er uns mit diesen seinen bedeutenden Gaben verlorengegangen ist, das emp- finden wir an keinen? Tage inehr als heute, seinem achtzigsten Gebrtstage. Sein Leben in einem Zeitungsartikel zu schildern, ist eine Unmöglichkeit. Denn sein Leben war die Geschichte der Partei von dem Tage an, wo er zur Sozialdemokratie über- trat, bis zu dem Tage, tvo er die A?igen schloß. Unendlich Großes hat er in den nahez?? fünfzig Jahren gegeben. Viele Fehntausende haben seine Schriften, nnd besonders sein in- lmstreiches Buch„Die Frau und.der Sozialismus" der Sozialdemokratie gewonnen: Hunderttausende, ja, Million«? wine Reden begeistert, als ihr geliebtcster Führer hat er die Partei als eine geschlossene Armee zu einer Höhe empor- steigen sehen, ivie sie noch nie vorher eine politische Partei erreicht hatte. Gö n n e n wir es ihm. daß er die Tage nicht erlebt hat, wo seine einstigen Kampfgenossen in zwei oder drei Lager gespalten sich als Feinde gegenüberstehen??nd der Partcihader der Sozialdemokratie dem Leben der jungen Rep?ibl?k gefährlicher zu werden droht, als das Geschick??nd ' Erinnerung an August Sebel. Von Carl H e I m h o l z. Mit dem Manne, der in der Nacht zum 13. August 1313 im Kurhause Passug seine Augen zum ewigen Schlummer schloß, ver- knüpfen sich viele Erinnerungen. TwS liegt in der Natur der Sache. Mit August Bebel ist nicht nur eine der markantesten Persönlich- feiten aus der Sturmperiode der proletarischen Befreiungsbewe- gung verstorben, sondern auch einer der populärsten Arbeiterführer und Parlamentarier, ein glänzneder, begabter und schlagfertiger Redner. Sein hervorragendes Wirken im Parlament hat nicht zu- letzt zu der erlangten Volkstümlichkeit beigetragen. Stets sprach August Bebel im Sinne und auZ dem Herzen derer, die in Werk- statten und Fabriken hart ums tägliche Brök zu ringen haben, er gab wieder, was sie empfanden und bis in die letzte Faser ihres Innern fühlten. Alier auch für seine politischen Gegner galten Bebels große Reden iin Reichstag alS ein parlamentarisches Ereignis, als„großer Tag", und wenn sie vorher durch irgendeinen Umstand bekannt wur- den oder zu erwarten waren, dann stürmten die Massen, die Tri- bünen, Regierungsvertreter und Abgeordnete drängten sich in den Saal, und mit gespannter Ausmerks amkeit lauschten alle dem tem- peramentvollen lliedner, der als öffentlicher Ankläger die Regierung und Regierungsparteien geißelte. Wie ein Gewitter ging cs über den Reichstag nieder, und mochten die Arbeiterfeinde auch noch so. sehr zischen und einander in erregten Zwischenrufen überbieten, nichts brachte den gewiegten Redner aus dem Konzept. Die Wir- kuug einer solchen Rede hat ein liberaler Abgeordneter einmal so geschildert:„Die Hand an der Glocke, wachsam wie ein Luchs, stand der Präsident Graf Ballestrem da, immer auf dem Sprunge, Bebel zur Ordnung zu rufen. Aber er kam nicht dazu. So' tief die Empörung ancü Lehel durch zitterte',«r blieb der Meister der parla- inen-.arischen Form. Die Rechte lvütcte, die> Sozialdemokratie jauchzte, die Regierungsverireler zitterten, das Hau? stand im Banne. Einer der dramatischen Momente im Leben des Reichs- Mges. So rechneten die Volksmassen durch Bebel« Mund mit den Uebergriffen der Herrschenden ab." Unter solchen Umständen war es begreiflich, wenn Bismarck -n Bebel den einzigen Redner des Reichstages erblickte, und wenn -chon Simson. der eiste Reichstagspräfideni. der selber als ein her- vorragender Redner galt. Bebel als den.genialsten Redner im Reichstage" prieS.„Wenn ich ihn mit seinen Ideen auch bin- wünschte, tvo der Pfeffer wächst", sagte er..so muß ich doch, gestehen. eine Bebeische Rede klingt mir in den Ohren wie Musik". Durch unermüdlichen Fleiß und Selbststudium hatte sich August Bebel e-nporgarrboitet und ein so umfassendes Wissen erwerben, daß selbst eil? Großer im Reiche des Geistes, Professor Theodor Mommsen. 00» ihm sagte:„Jedermann in Teutschland weiß, daß mit einem «opfo wie Bebel ein Dutzenh ostelbischer Junler so ausgestaltet werden könnten, tat sift rnrtet ihresgleichen glänzen würden." der Mtti ihrer Gegner. Mer hören wir nicht alrf, dahin zu streben, daß die tveltgeschichtliche Beilegung, die er der Nach- Welt als eine gewaltige polittsche Einheit hinterlassen hat, als solche wiederhergestellt sein wird, ehe die Zeiger der Ge- schichte rufen: Zu spät!_ Das Urteil im Mentatsprozeß. 1 Jahr 6 Monate für Hirschfeld. Berlin, 21. Februar 192V. Der Wahlspruch der Geschworenen im Prozeß gegen den Schüler v. H i r s ch- selb wegen des Attentats aiuf Erzbergcr l-iutete aus Ver- n e i n u n g der Frage des versllchten Totschlags, Be- j a h u n g der Frage der Körperverletzung und Ge- Währung mildernder. Um st an d.e. Ter Gerichtshof er- kannte demnach auf 1 Jahr K Monate Gefängnis, auf die die Untersuchungshaft von 26 Tagen angerechnet wurde. Der Haftentlassnngsantrag wurde a b- gelehnt. Das Vergnügen, auf einen Minister der Republik zu schießen, ist nach diesem Urteilsspruch recht billig. Unter dem alten Regiment sind für bloßeBeleidigung eines höheren Beamten gegen Sozialdemokraten oft strengere Strafen verhängt worden. Ob mit solchen Urteilen die Aftentatsseuche wirksam bekämpft wird, mutz sehr dabinge- stellt bleiben. In Anbetracht des llmstandes, daß das Atten- tat als solches unbedingt lebensgefährlich»?>ar— nur durch einen Zufall, durch das Abprallen einer gegen den Unterleib gerichteten Kugel ist Erzberger vor schwerer, viel- leicht tödlicher Verletzung bewahrt worden— erscheint das Urteil sehr, sehr milde. Die Geschworenen haben dem Täter mildernde Umstände zugebilligt. Geschworene begründen ihren Svr?ich nichr. Aber als wahrscheinlich ist anzusehen, daß die er- s ch r e ck e n d e p 0 l i t i s ch e U n r e i f e, die der junge Ma?in auf der Anklagebank offenbart, auf sie Eindruck gemacht hat. In dieser Hinsicht ist aber Ostwig von Hirschfeld keine Ausnahmeerscki einung, sondern ein Typ. Diese Politik des ausgesprochenen GrünenjungentumS tritt in allen deutschnationalen Skandal- affären zu Tage. Von der geistigen Unreife und Blöd- heit dieses Lvjährigen Revolverschützen waren die deutsch- ??ationalen Demonstranten vor dem Reichstag, die V e r sa m m s n n g s s p re n ger in der P h i l ba r- m 0 n i e nnd in Eharlottenburg, kurzum all die Vater- landsretter in Schüler- und Stirdentenmützen, die sich mit ein paar zusammengelesenen Phrasen in der Oeffentlichkeit ?insagHar wichtig tun, aber in ihrer kläglichen Geistesarmut keine anderen Argumente für ihre Ueberzeugung haben, als das tierische Gebrüll, die pribgelnde Faust und den schießenden Revolver. Dieses Hurralümmeltum hat?n Ostwig von Hirschfeld nur einem besonder? markanten Vertreter gefunden. Ein paar Fragen deS sicher nicht gegen die Dcutt'chnationalen voreingenommenen Gerichtsvorsitzenden haben genügt, um seine ganz geistige Kläglichkeit vorder Welt zu enthüllen. - Ob freilich in der Geistesarmut einer Partei und Rich- tung ein besonderer Strafniilderungsgrund für gewalttätige Exzesse liegt, dos möchten wir nicht so leicht bejahen, wie es das Gericht getan hat. » Nach Meldung des„Afcend" ist die im Schettschen Verlag er- lhienene Broschüre HelsferichZ„Fort mit-Erzberger" am Sonnabend vormittag aus Veranlassung der Staatsantvalischaft b e sei, I a g n a b m t worden. Da die Beschlagnahme während der Verhandlung gegen Ostwig von Hirschfeld erfolgte, so ist kaum anzunehmen, daß sie mit dessen Aussage zusammenhängt, wonach er durch die Lektüre dieser Broschüre zu dem Altentat gegen Erz- bevger hauptsächlich bestimmt worden ist. Wir wollen auch Hclfferich gern zugestehen, daß er bei aller Kenntnis der Deutschnationalen mit solcher Dummheit seiner Leser schwerlich rechnen konnte. Die wundersame Kraft, die der Persönlichkeit Bebels inne- wohnte, kam insbesondere durch seine erhabenen sittlichen Eigen- schaften zum Ausdruck, in seinem redlichen, reinen Willen, in seiner Ehrlichkeit, um deretwillen ihn sogar seine Feind« ehren mußten und tatsächlich auch ehrten. Hiervon möge folgende kloine Episode Zeugnis ablegen: Als interessevoller Staatsbürger bestand bei mir schon immer der sehnliche Wunsch, einmal das Reichstagsgebäude in Berlin zu besuchen und womöglich einer ReichStagsitzung beizuwohnen, um jene Männer von Angesicht kennen zu lernen, deren Bildnis und Lebensgeschichte mir zumeist nur aus Büchern bekannt waren. Endlich sollte sich dazu Gelegenheit bieten. In Gemeinschaft mit mehreren süddeutschen Genossen ftattei« ich im Jahre 1907 dem „Hohen Hause" am Königsplatz einen Besuch ab. Ein Stuttgarter Abgeordneter weihte als liebenswürdiger Cicerone uns Wissens- durstige in alle» ein. Er zeigte uns die imposanten Räume des Wallotbaues, den prunkvollen Saal der Bundesratsvertreter,. die Bibliothek, die Garderoben- und Restaurationsräume, die Sitzungss- zimmer der verschiedenen Fraktionen und.— last not least— den großen Sitzungssaal. Der Zufall wollte es, daß eben eine denk- würdige Sitzung zu Ende ging, in der eZ zu einem heftigen Zu- sammenstoß zwn'chen dem damaligen ersten Vizepräsidenten und dem Kriegsminister gekommen war. In erregier Unterhaltung ver- ließen die Volksvertreter den Saal, um dann in kleinen oder größeren Gruppen in den Wandelgängen über die Geschehnisse noch lebhaft weiter zu debattieren. AIS einer der Letzten verließ August Bebel langsamen SchrittesR>en Sitzungssaal. Als er an uns vorüber- ging, grüßten wir unwillkürlich den greisen Volkstribunen. Kaum hatte er unfern Weg geuert, da sahen wir, wie ein alter Herr von untersetzter Gestalt mit ausgebreiteten Armen auf Bebel zueilte. „Lassen Sie mich noch einmal in Ihr ehrliches Gesicht sehen, mein lieber Bebel!" so hörten uür ihn sagen, und beobachteten dann, wie sich die beiden Alten im iSlberhaar auf«ine der beouemen Bänke niederließen, die in dem teppichbclegien Foyer zun: Ausruhen ein- lidcn. Im Weitergehen erfuhren wir erst von unserem freund- lichen Führer, daß wir Zeugen eines Momentes geworden, der wert gewesen wäre, vom Photographen festgehalten zu werden. Der Mann, deo sich so impulsiv dem sozialdemokratischen Führer ge- nähert hatie, war nämlich kein Geringerer, als der von kaiserlicher Huld getragene Pastor Friedrich v. Vodelsckloingh. der hochkonser- oattve Abgeordnete des preußischen DreiklassenparlameniS. der Leiter großer Wohltätigketisanstalten bei Bielefeld und Gründer der ersten Arbeiterkolonie zu WilhelmSdorf.. Zwei in ihren politischen Anschaungen so abgrundtief verscksse- dene Männer Arm in Arm an solchem Orte zu sehen, ist sicher kein alltägliches Ereignis.. So können sich nur Ehrenmänner begegnen, die trotz aller prinzipiellen Kämpfe einander unbegrenzte Hoch- achtung entgegenbringen. Unser politisches Leben könnre nur ge- «vinnen, wenn recht viele solcher Männer vorhanden wären. Noch manches Schön« und Praktische sahen wir auf?mserem Vorbereitungen zum Pogrom. Unter dieser Ueberschrift teilt die.Freiheit" mit. daß sie am 19. Februar den Staatslommissar für die öffentliche Sicherheit brieflich darauf aufmerksam gemacht hat. daß am Vormittag dieses Tages bei dem bekannten Kunze lKnüppelkunze) Berlin« Schöneberg, Beckerstr. 7, ca. tausend Totschläger mit Handriemen abgeladen worden sind. Die„Freiheit" fragt an, was seitens der Behörde hierauf geschehen ist. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, hat der Staats- kommiffar für die öffentliche Sicherheit bereits vor Ein« treffen des Briefes der„Freiheit" die erforderlichen Schritte gegen Kunze unternommen. Wir müssen trotzdem unsere Verwunderung darüber aussprechen, daß gegen diesen Mann immernoch nicht gerichtlich vor- gegangen wird. Es werden jetzt viele recht harmlose Menichen auf Denunziationen hin in Schutzhaft genommen. Dieser Pogrom« organisator läuft aber in voller Freiheit herum. Einberufung der Nationalversammlung. Wie die„Telegraphcn-Union" erfährt, hat Präsident Fehreubach die Nationalversammlung auf Don- nerstag, den 2 6. Februar, nach Berlin einberufen. Das valutaelenü. Notruf an die Wiedergutmachungskommiffion. Berlin, 2t. Februar. Die Ständige Valutakommif- s i 0 n ersucht die Re'gicrung, auf Grund des Art. 235 des Friedens- vertrage? ehestens mit der Wiedergutmachungskommiffion in Ver- brndung zu ireteu, um au? denjenigen Beträgen, die laut Mit« tcilung des ReichSfiiianzmiinstenumS auf-Grund des FriedenSver- rageS bereits abgeliefert find, die Miltel.zu erbalten, die zur Ernährung und Wirtschaftsführung des deutschen Volkes auch bei stärkster Einschränkung deS Konsums unbedingt nötig sind. DaS Reich ist durch Abtrennung wertvoller Gebiete, durch Wegnabme der Kolonien, der Kabel. de§ gesamten Vermögens im Ausland, der Schiffe, des Eiienbabn- Materials, der landwirtschaftlichen Maschinen und durch die Liquidation der Firmen im Ausland so verarmt, daß ihm aus- reichende Mittel für Zahlungen im Auslände nicht mehr zur Verfügung st e y e n. Noch nie ist nach Niederlegung der Waffen ein Volk wirtschaftlich und finanziell so grausam durch Aus- hungerung. Hinziehen. Borenihastungen und.Uebertreiungen der Abmachungen bedrückt worden, wie jetzt das deutsche. Seit den Waffenstillstandsverhandlungen, also seit fast Ist, Jabren, ist dem Deutschen Reich jede verständige Finansierung iin Auslande unterbunden. Nach Hcxgabe des Goldbestandes bis auf eins Milliarde Mark wurden die ausländischen Effekten, die im deutschen Besitze waren, zur Verfügung gestellt. Die Abnahme dieser Effekten wurde in unerbörter Weise verzögert. Ein Teil der Regierungen, die die betreffenden Effekten ausgegeben hotten. benutzte die Gelegenheit, um eine verbriefie Verpflichlung, in a n s- w ä r t i g e r B a l u t a zu zahlen, nickt anzuerkennen. Durch Erlös dieser ausländischen Effekten konnten daher im RiiSlaiide bis- her nur geringe Zahlungen geleistet werden. Eine Beriüoung über den Erlös aus den Liquidationen und Sequestrationen war noch nicht möglich, da jede Abrechnung vorenibqlien wurde. Zu alledem wurde die Oberhoheit de« Deutschen Reiche« an den Grenzen ausgeschaltet, und die deutsche Regieiung mußte milanseben, wie gegen ihren. Willen Luxuswaren im Werte von Milliarden Mark ins Land strömten. Die Zahßingen in diesen 1?/, Jabren mußten zum wesentlichen Teil durch Verkauf von Reichsbanknoten im Ausland und durch große neye Verpflichtungen in fremder Valuta ausgeführt weiden. Der Valutamarkt mußte unter solcher Belastuna zusammenbrechen. Wenn Deutschland nickt das gleich« Schicksal beschieden sein s,ll wie Demsch- Oesterreich, so müssen ihm aus den geleifteien Liete« ruugen so viel Aktiva zur Verfügung gestellt werden, daß es die zur Bezahlung der notwendigsten NahrungSmirtel in den nächsten Monaten erforderlichen Betröge aufbringen kann. weiteren Rundgange durch den gewaltigen Bau. Innerlich aber be- schäftigte uns das vorher Erlebte. Und als nach gerckumcr Zeit unser Weg abermals an der Stelle verübersührte, wo wir Au-juit Bebel getroffen hatten, da saßen die beiden Männer noch immer in angeregtem Gespräch nebeneinander. Die sonnige Heiterkeit auf ihren Gesichtern bewies besser als alle» andere, daß nicht konven- ticmelle Höflichkeit die alten Haudegen einander nähergebracht hatte, sondern ihr Adel in Kopf und Herz? Lange schon ffind sie dahin, die beiden Gleichaltrigen, die für ihre notleidenden Volksgenossen wirkten, jeder auf seine eigen« Art; zwei Sozialreformer, die es als ihre Lebensaufgabe ansahen, andern zu helfen und die über aller grundsätzlichen Gegnerschaft doch den warmfühlenden Menschen nicht verleugneten. Ei« Kuri-Eisncr-Archiv wird gebildet. Elfe EiSner. die Gattin de« Märtyrers der Revolution, wirbt in einem Aufruf stir diese Sache, die helfen soll, den Wehrlosen gegen feige Besudelung seine? Wollen» zu schützen. Seine Worte, Werke, Taten. Dichtungen sollen für ihn zeugen. Heute se: nich: mehr die Zeit, die Ideen der Großen zu vertnmjeln, zu schänden, zum Vorteil einer Kaste abzuändern und unbequemen Nachlatz in Bibliotheken geheim zu verbergen., Kurt E'Swer bat vor aller Oeskenilickkeit gewirkt, sein Leben wird von der Ocfftinlichkeit aufizcrollt werden, und er wird alt denen gehören, die ihn lieben und verstehen. Darum helft uns, fein LebenSiverk für alle wirksam zu machen." Dokumente, Auf» Zeichnungen, Erinnerungen. Artikel, zur Sacke gehörige Zeit- jchriften und Zeitungen usw. nimmt das Kurt-Eisncr-Arckiv: Schriftsteller T. Kaiser, München, Klcln-Höhenrain(bei Bad Aibling i. Oberbayern?, entgegen. Tie hier unternommene iör- dernswerte Arbeit iv'rt zur.Spiegelung der letzten dreißig Jahre politischer, insbesondere sozialistischer Bewegung in Deutschland Beachtenswertes beisteuern können, trenn es gelingt, vor allem anch die Briefe Eisners in größerer Zahl zusammenzubringen. Das Kino an? vcrn Lande. Auf der Jahrestaguna des Reichs- Verbandes für die Zuckt und Prüfung deutschen Halbblutes gelgng- ten außer- fjwrtiichoi? Aufnahmen lReitturtnere) vor allem Bilder« reifui!, öie für die Zuckt selbst wertvolles Material boten, zur Bor- führung. Ter Zeitlupen-Film:„Das Pferd in seiner Be» to e g u n g", der die natürliche Bewegung dreißigfach verlangsamt wiedergab, also jedes leffe MuSkelfpiel veranschaulichte, mußte unter stürmnckem Beifall der zahlreich Versammelten wiederholt werden. Von den wölre:d der Sandwfrt'chastswoche vorgeführten, spZ»N!ch landlvibtst: v't'schen Aufnahmen erbrachten besonders die ecilme: . FelLgemüfebau",„Au! dem Leben der Bftne",„Jagr auf Schlangen",„Eine Dre'chmaschjne in Tätigkeit",..Holzhabel-. maick'ne"..Torfstechen und Moorkullur" und„Die Seidenraupenzucht" die Bestätigung dafür, daß das Kim» auf dem Lande cm un- entbehrlicher Kulturfaktor geworden ist. Die dargebotenen Filme waren vrn der„Ilstt" und der„Deutschen Lichbild-Gesellickaft E. V." zur Verfügung gestellt._ «Ziiuil. MoniSiims. Rcliiiton beint ein Bortrag, den Dr. Max Neri beule aoettd 7 Ubr im Hirrenhalls-Simingssaal im jiomitenoanbe hält, DiSkuliion. Karten SM. �. «ftiten vettere» Mutenabeud geben TiUh OTe BielSel und Aenderltz Lebt»» am 22. Februar, abends 7,8 Uhr, Aula, Kochstr. m. Nr.*7 ♦ 57. Fohrgtmg 1. Seilage öes Vorwärts Sonntags 22. 56brt»ar7»2v Konflikt in öer U. S. p. Austritt Tr. Zadeks aus der Stadtvirordnetcnfraktiou. Eiadtv. Dr. Z a b«!, der U.�.-P.-' Fraktion, ist au» der Berliner Siadtderordnetenvcr- sammlung, der er fast dreißig Ja�re lanz angeborie. ausgetreten. Er begründet diesen Schritt mit der folgenden uns übersandten Erklärung: Meinungsverschiedenheiten zwischen der �raktionsmehr- deit und mir in verschiedenen fragen der städtischen Vermal- tung— bei Gelegenheit der Erhöhung der Verpflcgungs- 'ätze in den Krankenhäusern, der Durchführung hes Achtstundentages in den Irrenanstalten, dein Verhalten des der- zeitigen 5s?raktionsvsrsitzenden Dr. Wsyl als Vorsteher der Versainmlung usw.— hatten zu einer Aussprache in der Fraktion geführt und mir den Gedanken nahegelegt, über mein weiteres Verbleiben in der Fraktion die Wähler selbst entscheiden zu lassen... Diese Aussprache mit den Parteigenossen hat m zwei Versammlungen meines Distrikts am 4. und l2. Februar stattgefunden und führte zur Annahme der nachfolgenden. anscheinend bereits vorher im engeren. Kreis v e r a b- redeten Entschließung: Die Mitglieder der U. S. P. des 6. Distrikt» können die politifckie Haltung des Genossen Zade? in keiner Weise billigen und find mit seiner Betätigung im Stadtparlament nicht einverstanden. Langjährige ParteizugebSvigkeit und Stärke deö Intellekts entbinden nicht von den Pflichten eines Funktio-� när» der II. S. P.$, den Willen der Wähler und das Partei- Programm zu erfüllen. Genossen an der führendsten, exponier- ien Stellung eines Stodiverordneten unserer Partei haben diese? Prinzip um so mehr zu befolgen, und die Mitglieder der U. S. P. D. de? V. Distrikts sehen sich deshalb zu ihrem Beden, ern gezwungen, dem Genossen Zadel ihr Vertrauen zuDent- ziehen. Indem ich als alter Parteigenosse und guter Demokrat die Kouseguenz dieser Abstimmung ziehe und m e i n M a n- bat niederlege, bemerke ich zu der Begründung obiger Entschließung, daß ich den entscheidenden Satz von der Pflicht eines Funktionärs der Partei nicht ohne Einschränkung als richtig anerkennen kann. Zweifeilos hat jeder Trtwer eines Mandats den Willen der Wähler zu respektieren(und eben weil ich diesen Satz unterschreibe, lege ich mein Mandat nieder) und doch muß ich mir im Einzelfall, bei jeder strittigen Frage, bei jeder Vorlage in der Stadtverordnetenversammlung dqS. Rech: wahren der eigenen Kritik und der eigenen Entschciduna. un- ter eigener Verantwortung, nach bestem Wissen und Gewissen zu bandeln. Die Beanftrogten der Partei sollen von dem vertrauen ihrer Parteigenossen getragen und ihnen verant- wortlich, ober doch selbständig denkende und selbständig entscheidende Menschen sein, Charaktere, keine Ja- oder Nein- sagc-Maschinen kan denen es auch im Stadtparlament ohne- hin nicht mangelt). � Weil ich«in derart gebundenes Mandat stets als u n- würdige Zumutung empfunden habe und mir den Mund nickst verschließen und die Hände nicht binden lassen wollte, batte ich auch den mir nach der letzten Wahl im Fe- bruar 1913 zugegangenen„DerPflichtungKschein"(..den An- forderimgen der BezirkSorganisation der 1k. S. P. Berlin sederzrit Rechnung zu tragen") mit vollem Bewußtsein nicht unterschrieben. Und nun die Erfüllung des Varteipro- g?a mm S! Gegen da S Programm verstoßen zu haben. welches zur Zeit meiner ersten Wahl zum Stadtverordneten (1892) oder meiner letzten Wahl. nesp. meines Eintritts in die U. S. P. Geltung, hatte, bestreite ich auf daS Entschiedenste. Nach alledem, was in den Kriegsjaliren vorgefallen war. konnte es für wich nicht zweifelhaft sein, auf welche Seite ich 1918 zu treten hatte, wenn denn doch— auch in der städtischen Vertretung— geschieden sein mußte. Das Ergeb- nis der Neuwahlen und die weitere Entwicklung in der Frak- tion und in der Versammlung, das Vorgehen der Partei innerhalb und außerhalb der Parlonrente und nicht zuletzt -- der Leipziger Parteitag haben dann freilich ge- zcifst, daß an die Stelle des alten Programms, an die Stelle unierer sozialdemokratischen Prinzipien mehr und mehr das bolschewi st ische Vorbild, der Terror und die der demokratischen Grund- s ä tz e be? vielen meiner alten und jungen Parteigenossen getreten war, obne daß sie nch des Unterschieds bewußt wur- den, daß die Diktotur� des Proletariats bei russischen Zu- ständen allenfalls geschichtlich zu verstehen, in einem Lande mit hochentwickelter Industrie und hochentwickelter Kultur eine Unmöglichkeit se« oder>cher notwendigerweise zum po- litischen und wittschostlichen Zusammenbruch, zur Erstarkung der Reaktion, zum Verlust der revolutionären Errungenschaften führen müsse. Dieser für unsere Arbeiter- bewegung verhängnisvollen Entwicklung bin ich, soweit ich es vermochte, auch innerhalb der Fraktion ent- gegengetreten und für die Einigung der durch den Krieg ge- spöütcnen, feindlichen Brüder eingetreten— als der drin- gsndsten Forderung des Augenblicks. Nicht ich bin es, der gegen das(Erfurter) Parteiprogramm verstoßen hat. sondern die zurzeit in der unabhängigen Sozialdemo- poft'/lbonnenten »amkt öle regelmäßige Zustellung öes .vorwärts" im nächsten Monat keine unliebsame Unterbrechung erleiöet, ersuchen wir unsere Post-Abonnenten, öas fldonne- ment für März bei öem zustänöigen Postamt schon setzt zu bestellen. vorwärts-Verlag G.m.b.H. kratie dominier e'n de Richtung. Und deshalb scheide ich mich von meinen bisherigen Freunden in der Stadtverordnetenversammlung in der Hoffnung, die Zeit noch zu erleben, daß auch diese meine Genossen zu der Er- kenntnis gelangen werden, daß sie falsche Mitte! angewandt haben, um unsere hohen«Ziele zu erreichen. ___ Dr. I. Z a d« k. preußische Lanöesversammlung. 116. Sitzung v am Sonnabend, 2 l,#g edruar. Am RegierungS tisch: Avmmisiare. , Zunächst nur» der Anrrag GrLf-Frankfurt(Sog.) aus An- nähme eines Sperrgesetzes für die Anstellung von Gemeinde- beamten im Gebiet des künftigen Groß»Berlin ohne Debatte in allen drei Lesungen angenommen. ES folgt die Bcratuiig des Antra?- Dr. Friedberg fDsm.) auf Zulässigkett der�F rauer. zu juristischen Prüfungen. Frau Ege(Soz-jt Di« Verfiiguug vom S. Mai v. I.. die nicht erlaubt, daß die Frauen ein Amt ausüben, verstößt gegen Artikel 128 der Reickiöverfassung. Die Ueberfüllung des Ricküerberuf? darf keine Rolle spielen, sonst niüßten mir die Frauen in allen Berufen abweisen. In Frankreich und Schweden sind die Frauen bereits feil 20 Jahren zu den juristischen Prüfungen zugelassen, und man hat damit gute Erfahrungen«macht. Frau Lauer sZ.j: Die Frau bringt für das Richieramt sehr wertvolle Eigenschaften mit. Frau Spohr(Dnat.): Man muß sich mit diese- Frage vor gewagten Experimenten hüten. In der AnwaltSpraxi» Haiben stch die Frauen sehr gut bewährt. Geheimrat Werfe«: Sine unbeschränkte Zulassung der Frauen zum Richteramt wäre mit dem bestehenden ReiäsSgesetz nicht z» vereinbaren. Nach Artikel 128 der ReichSverfassung ist die Zulassung zu den Aemtern abhängig von. den bestellenden Gesetzen. Solange diese Gesetze nicht geändert sind, kann der Justizministcr der Forderung des An» tragS nicht entsprechen. Frau Arendfee(II, Soz.j: Der Antrag will ja gerade die bestehenden Gesetze ändern. Görck(D. Bp.) bean- tragt Ueberweisunq an den ReickMusschuß. Frau- Heine (Dem.): Ich hoffe im Vertrauen auf daS GerechtigkeirSgefühl des HaufcS. daß der Antrag angenommen wird. Ter Antrag wird dem R e'ch t s au S fch u ß überwiesen. Nunm'ehr wird die förmliche Anfrage der Abgg. Boelib(D Pv.) und Genossen über die Lehrbücher für Geschichte be- sprachen., Ministcriäldirektor Zahnke bestreitet abermals, daß der Erlaß der UnterrichtSverwaltung eine Schädigung der Verlags buch- Händler bedeutet. Die Un terrichimrerwaltung verfolgte den ideellen Zweck, daß der Unterricht m e b r a u f die K u l t u r- u n d Wirtschaftsgeschichte einaeitellt werden sollte als auf die Geschichte der Kriege imd der Machtverschiebungen. Die Verwaltung ist aber bereit, eventuell in eine Nachprüfung des Erlasses einzutreten. HeckS iKoz.): In den alten Geschichtslehrbuchern wurden Krieg und Kriegsführung Sdealisiert. Wenn wir fordern, � daß der Geschichtsunterricht im Geist hex SSlkerversShnnnz erteilt werden soll, so bedeutet d»S keinen Tendenzunterttcht, sondern nur die Abwehr der Pflege der Revanchekriegs- Propaganda Der Lehrer ist fetzt politisch frei, die Regierung darf aber nicht dulden, daß in einer preußischen Schule die r c p u- blikanische Staatsfarm a n g e g r i f f e n und die man- arch ische propagiert wird. Wir beantragen, daß eine Kommission von Schulmännern Entwürfe für neue Lehrbücher aus arbeitet und die KommisstonSmüglieder ein Jahr lang vom Schul- dienst dispensiert werden. Wildermann fg.): Die bisherigen Geschichtsbücher haben viel zu wenig Rücksicht auf die Bedeutung der katholischen Kirche gernnmen. Sommer(Dem.): W:r bedauern den Erlaß des Ministers, der. wieder das Bild eines unsicheren Kurses, in seinen: Ministerium bietet. Man hätte vor dem'Erlaß nicht nur mit den Verlegern, sondern auch mit den pädagogischen Berufs- organisatronen Rücksprache nehmen müssen. Ter Geschieht- Unterricht darf nicht im Sinne der Ueberspannung deS Nationalgefühls erteilt werden. Diese Praxi- hat uns zum Frieden nach Versailles geführt. Wir verlangen demokratische Duldung, wir fordern charaktervollen, objekiiven GeschichtSunicr- richt. Die Lelhre der Geschichte muß auswärts weisend begeiste- rungsfähig sein, ohne zu verdecken, was wir verschuldeten.(Leb basier Beifall.)— N'pvel(Dnatl.): Auch wir wünschen insoweit eine Reform, daß die Geschichtsbücher keinen übertriebenen Per- sonenkult treiben dürfen.— Obuch(U. Sog.): Der Erlaß des Kultusministers müßte auch auf die Volksschulen miSgedeh::, werden. Richert(D Vp.) erklärt den Erlaß des Ministers för'ü nh al I bar.— Damit ist dieser Gegenstand erledigte Höfler(Dem.) begründet nunmehr eine förmliche Anfrage. weshalb die Regierung keine Vorlagen über ein Beamten- gesetz und ein Disziplinargesetz mit zeitgemäßen Aende- rungen angekündigt habe.— Ein R-gierungsvertreter führt in Be- antwortung der Anfrage aus, daß bereits Vorarbeiten in der gewünschten R:chtung gemacht seien. Aber die Vorbereitungen erforderten Zeit und außerdem hinge der Inhalt der zu erwarten den Bcamtengesetze ab von entsprechenden Reichsgesetzen und von der nock zu beschließenden neuen preußischen Verfassung. In der Besprechung der Anfrage tritt Twardy(Soz.) für eine zeitgemäße Reform des Beamtenrechts ein, die auch von den Al'gg. Göbkl iZ.) und EberSbach(Dnatl.) befürwortet w�rd.— Damit ist dieser Gegenstand erledigt. DaS Haus vertagt sich. Nächste Sitzung: Montag 12 Uhr.(Dritte Lefung der Eisenhahntarifvorlage, kleine Vorlagen und Antrag Dr. Friedberg über die H ö ch st m i e t e n.) �usschü/se. Der LandwirtschaftSansschuß der preußischen LaiweSverjaumi- lung hat sich für die Beibehaltung der Zwangsbewir: 1(Haftung der NahrnngSmittel ausgesprochen, denn alte Anträge auf Aufhebung der Zwangswirtschaft find abgelehnt worden. So z. B. der Antrag Friedberg(Dem.), der nur für Gettoide und Milch noch die Zwangswirtschaft aufrechterhalten will; ferner de? Antrag v. Kessel(Dnatl.). der freie Wirtschaft fü' den Zucker verlangt; der Antrag Dr. Borsch(Z.s, der eine E:- höhung der Zuckerpreise wünscht und die Anträge Perhrs-Hock- dann(Soz.) und Dr. Porsck(Z.)»auf Annäherung der Gehälter und Löhne an die Weltmarktlage. Tagegen wurden die An- träge W i t t i ch(Soz.) auf Förderung der landwirtschaftlichen Produktion durch Zuführung von künstlichem Dünger und technischen Hilfsmitteln, sowie aus Schaffung von Arbeitsnachweisen für Land- � arboiter und Richterski Sombarti SoiUllsmut und soziale Bewegung............'M® Zur Konfirmation: GoethjsE Meisterwerke; ralblein. Lexikonform.. 2 Bände... ä M. 10,— Schillers Werke, 12 Bände in ♦ Binden gebunden.... kompl.. 24,— Oottfrled Keller» gesammelte Werke, baibleln. 5 Bande kompl.. Scheffelt Werke. I Band........................ geb.,«,— Wagner-Baumgarten: Hellas., I«,— Hennlngsen; Aas fernen Zonen.,,. ig,— Wllke: Die Eleklrlzifll........... elegant, 22.- Umlauft: Das Luftmecr........... gebundene„ IS,— Obermalen Der Mensch der Vorieft. Prscht-, 24.- Bcrsch; Mit Sohligel und Elsen.... binde, 2«,- Der Weltverkehr und seine Mittel..., Z2,— Trlnlni Frohe. Wanderfahrten..... v, Eigene Verlagswcrke: Intematton. Jahrbuch I. Ii, in................ geb. IV.............. halbtrr 2 Bände tu freien Stunden........ ,7 Bände geb. i M. 12, halbtn. ä Babel: Christentum und Sozialismus................ . Sozialdemokratie und An-isemitltm us........... Stampfer: Religion Ist Privatsache................... Dooal: Gott, Glauben, Freiheit...................... Dietzgen: Die Kellglon der Sozialdemokratie........... ■ Sozialdemokrat Philosophie................. . Die Zukonft der Sozialdemokratie..........., Monopolfrage nnd Arbeiterklasse.................. Lessen: Aus Tag und Tiefe(Gedichte).. M. 24,- .. ii,~ ° I WS » 1�0 „ Mß „~�0 . 1,25 .-.W 2.70 *3 & 3 * <5 1 1 1 tyäs neueste Uerlägsüerzeidhnis ist soeben erschienen, Verlangen öte kostenlose Zusendung. 1 1 9 11 3 Brieflidie B Stellungen finden prompte Erledigang. Besuchen Sie unsere Verkaufsräume! gjt fStocIaverJkc\ 9iroebeC\ himnmrrtrtrMMfnwiMTOiitrimtmnnrmmni .J\OJSX.A&LJ Nr. 750 Bluse Seide mifc fa zierunj» wie AbbiMucg'•• aur weicher rbiger Ver« 118.- Nr. 75 t. Bluse«as weiche» Seide. 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Tressen] schwons und farbig, in großer Anawahl 7(»(r»nnminiirtiii(i«itimiiitfiiiiti«iuiii»m»iiitinntt«r h/o«»«ja» x-fcK i.aijtjuaanf annc�3ucCTJf3juqwcrK��<33cxKiJwajopoQ>?aMg* Theater, lichSsplele etc. y%<�awwy,lTt��yvT»Trwarr»T-»rKiiTQPrfmArfi!im»3nf!e�..-iriorr»rw-»arv-a�.�g�pB Volksböhne Opernhans. n'. Uhr: Die Fledermaus. Waffenschmied. Antan« 7 Uhr. Schauspielhaus. 2'. Uhr: Kathin der Welse. Die öabe Gottes. Anfang 7 Uhr. .Jirektioii Mar Reiniiarat. Iteatarbea Tlientcr. 7' ü.: UIC JCill .M:;;, 71/-; D.SendungSeiiiaels, Krtrumcrsplele. !, Uhr: Schubert-Matinee. • Uhr: Frühlings Erwachen. »r: Der Unmensch ' I rnt. Vt,: Oespenstersonalc. tir. Scbansplelliaua KarlstraBe. : rnnt?/-: Oreatie fauS.Ab.) Uhr: Danton(auü. Ab.) 7: HamletfU. A.Z. A.) Theater i. d. KöniggratzerStraSe .1 Uhr: Erdgeist{M. Orska) , i Siütren der Oesellschaft. .' nl.: SchloB Wetterstein I f!at.;SchIoRV,'etlcr»e«. -rh auspiel v. F rank Wedekind Musik von Eduard Könnekc. Ludwig Hanau. AHee Verden i O, vom Staatstheater in Dresden, E Dernburg. Frieda K chird, Paul Rehkopf, Rob. >:holz, Hellmuth ßathe, n.ix Rossen, Otto Schi Ii A, Rudolf jün-er.) -rmnfag: König Nicolo. Mont: SthloB Weiterstein Komödienhaus '. Uhr: Ll.selott v.d. Pfalz. '..s Uhr:„SIC". Montag:„Sie". I> cnst ag, neu aufgenommen: Der Biberpelz. Diebskom v. O. Hauptmann. u 1 au Wollt: Else Lehmann.) Mittwoch;„Sie". I naerstag:„Sie". I citai; Der Biberpelz. Mjnnanend: �ile". Mmntag;„Sie". .v.ontag; Der Biberpelz. Berliner Theater Sterne, die wieder leuchten 7 ihr: Der letzte Walzer. I rilzi Massary, Ono Storni, Hans Wassmana nsw. Residenz- Theater. ■tadtbahn Jannowitzbrücke. ■ uute 4 Uhr,• kleine Preise: Oer gute Knf. Täglich 1. S Uhr: Evchen Hunilireclit. Mittwoch 4 U.: Rotkäppchen. Trianon-Theater. Bahnhof Friedrich rtraSc. Heute 4 Uhr, kleine Preise JohannlMteiivr. Tag! leb i/.v Uhr; Femina. '■•: iw. 4 U.: Mn« u. Moritz. APOLLO Theafes* | Friedrichstraü'; 213.| Dir.: Jatpcs Klein lEFebrnarEI 8 Die weltberühmte I Ffegolia { in ihren IUI) Vt:rwaad-| jlur.gcR u. Illusionen. I üertrade Barrhou ! aus tondon zurück, « CJi nnatosi Sziosakrebaten !Gescliw.BlHleldj Luftakt }0 ChanffHane j S chinesische Gaukler] Elvira, Drahtseil Simon u. Artard Pierrots an Reck. 1 Erg. 3»/, Uhrjed.tr � wzchsene i Kind frei I Theater am Bülouplatz. 3 Uhr; Oer Liebestrsnk. tTnr: Oyges dbiI sein Ring. lESSing-Tlieater. Direktion: Victor Barnowsky. J Uhr; Der rote Hahn. vu uhr: Pygmalion. Montag 7'/,: Pvgmalion. Dienstag 7V.: Pygmalion. Mittwoch TV,: Pygmalion. Donnerstag 7".: Pygmalion. Freitag 7 Peer Gynt. Sonnabend 7'/.: Pj gmnllon. Sonntag l'!,-. Pygmalion. Montag 7'/«: Pygmalion. Deolselies Kuostler-Tlieatep 3 Uhr: Dies irae. f1'» Uhr: Die Markise von Arcls. (Konstantin. Servaes, StraB- manjtWitL Veidt). Momawbls Mittwoch 7,'tU.: Die Marquisc von Arcls. Donnerstag 7. zum 1. Male: Hcaaircrle. Vier Einakter von Kurt Götz. Freitag bis Montag Vi-: Menagerie.__ Sose-Theater. 3 Uhr: Rose Frommhold. 7>/, Uhr: Seine zweite krau. Centml-Thenter 3 Uhr: Die Faschingsfce. rvi u.i Fraulein Puck. Oentsehe« Opemhana b" 3 uhr: Tannhäuser. DIp Tribüne 3 Ulli:„Die WaBdlung". 'v.u.: Franziska. JDden-Theater Tt�u.rlleienens Ehemänner. Prledr.-Willhelmnt.Th. V/oV.: Ulelnen Theater! 3 Uhr: Jettchen Gebert. yijr: Die PlarphBBSkoinöiiie. Kl, Sohnasplelhnu«. vi, u: Die unherlihrte Fran Kuminche Oper Pf, Uhr; Schwarz» aldmädel. «ou.: Dichterliehe. f/ustsplelhaan PJ, Uhr: Papngeno. Arnold Rleck in: �JerGroßstailt-IaTalier TSctropol-Thenter. Sonnt. 3 Uhr: Charleyg Tante mit Thielscher 7 Uhr: Sybill Vene» Operettei>lip.aa Stg. 3'/?. Die Dame t. Zirkus. Mla Werber als Gast in 7v, u.: Die kleine Hoheit. Srhlller-Tlient. Chart. 3 Uhr: Wie es euch geiälh. ?-/- uhr: jüt-HeWelherg. Thalla-TUentei- 3 Uhr: Junglcr Sonnenschein. "f. u.: Die itärrische Liebe Tli.am Vnllendorfplatn 3>;- Uhr: Der Juxbaron. VI, Uhr; J/ycF�terigrrteesre Theater de» TVesteas Stg.3V. u.:.DIe lustige Witwe phv.-. DleFFSBimBernieiln VTallner-Theater Slg.S1/.' Geiaha m.Mia Werber '•,5 Eine Ballnaeht. Uhr Walhalla- Theater, Pf, Uhr: Die Ehre, 7"-'j Uhr: CsärdäsfürsHn. Sehall u.Raueh ■m GroSen Schauspielhaus karlstr., Schirfhauerdamm. fenes Febnur-Prosrami: Gaa»T Holl Hadv ChPlstiaBB Puul Graetr v. Tvrnrdowsld Klabund Orca Oeelfc Maria]>,> Musik. Ltg.: Fricdr.HolIaender PUmoenfercnpo Karikaturen üla v.Waiterlnf r Eröffnung ZV„ Begiu SV, U. ferhandderFrMsböhnen Sonniuz. den 22. frebruat, nariim. PI, lihr OentfAes Orernbius: Martha. EchaujpiclHaus(otccfBtfjCiilcr) 9!athan her'Seife. Nachm. 8 Übe: SolTsbühn»: Eulber. Lchivee-Th. Cbarwticnburg: Wie es e.rch gefallt. Sesiing.Tbeatec: D-r rote Habn. flimftiefSneater: Dies irae. Zriedr..Wi!belmst. Tl>.: Die zart- li.chen Bermanbren. Tb. d. West.: Die wstige Witwe. DoNsbrihne, wochentags abends vom 23.-28. ftedmar: ®rä von Verlichingen. Der Liebestran!.) chyges uitb fein Ring. Caslno- Theater Lalhringersir.37. TSgl.�S U.; ---- Letzter Mbnat--- Seit November auf cführtl Schniegeis lene Der Schlager aller Possen. Neue Februar• Spezialitäten. Sonntag P:,: Die Wunderkur /-A Uhr. -.in den Spielplan neu aufgenommen:-- Der Siberpelz. DiebsfomSdie in 4 Dyen von»erhört Hauptmcun. fStottfenbc: Sil« Cehmonn, Reinboid SchOnjeL Leonbard feasfel, Ctnft Bshmer,»rete Dienks, Hermann Picha, Suilav Sog. Iennv Marba. Hellmutii Vaibe, Fell; Rassert, Srich Bartels, Hildegard Friefe. — GROSSES SCHAUSPiELHAUS Direktion: Max Reinhardt Abonnement für Goethe: Egmont Schiller: Die Räuber# Shakespeare: Ein Sommernachtstraum die Spielzeit 1920/21 Calderon: Das Leben ein Traum Romain Rolland; Danton Gerhart Hauptmann: Florian Geyer « Änderungen vorbehalten Preise der Plätze für die 6 Abendvorstellungen des Abonnements: Logen 67,80M.— also 11.30M. pro Abend (Kassenpreis 24,60 M.) Parkett 67,80M.— also 11,30M. pro Abend (Kassenpreis 24,60 M.) Balkon 50,40 M.— also 8,40 M. pro Abend (Kassen preis 17,50 M.) 1. Ring 32,40 M.— also 6,40 M. pro Abend (Kassenpreis 8,90 M.) 2. Ring 19,20 M.— also 3,20 M. pro Abend (Kassenpreis 5,40 M.) 3. Ring 12,60 M.— also 2,10 M. pro Abend (Kassenpreis 3,20 M.) In diesen Preisen ist die Lustbarkeitssteuer bereits enthalten Bei der Organisation de» Abonnements Ist dafür Sorge getragen, daß auch Abonnenten späterer Abteilungen frühere Aufführungen eines Werkes erhallen. Das., Abonnement ist übertragbar. Der Verkauf der Abonnements im Großen Schauspielhaus und an der Theaterkasse A. Wertheim, Leipziger Straße. Gemälde-Galerie Gelb Potsdamer Str. 27 gegenüber Lepke Amt Lützow 6362 Gut« Originale. Reelle Preise. »»W»»»«•» Wochentass ab 7 Uhr Sonntass ab 4 Uhr M osartsaal WS- Spitzen Dänisches Schaan pie1 Dich dem Rvro.m von Faul Lindau Hany h-i eile: Gudrun Houlberg G KurfUrstendamm 26 * Di« Harchese d'Armianr mi' Poia Negri Regia: Alfpod Halm Hundemamachan mit Ossi Oswalda R'gfe: Rudolf Blebrach Kammcrticlit spiel« » 4w..k*...>„i.. Die Herrin Her Welt Tltelrollei ��(3 P'uSy S Künstlerisehe Oberleitung: J®« May Vom 20. Ms 23. Februar: 5.Teil: Ophlr, die Stadt derVcrsanaerheH ilänniieUe Henptroiiee: Michael Bohnen /Vau! Hansen Segle: Uwe Jens Kraftt Vom 24. bis 27. Februar: 6, Teil: Die Jrau mit den Milliarden Mäonlleh» Haaptrene: Paul Hansen In den Kammerliehteplelen Presse-, Ehren-, Bauer- und Freikarten ungültig! ftp) h,. Tn b'eT 4» 8. Teil: Die Rache der Maud Jerpueson mit Mla May/ Hans Mlerewdorf/ Brnst Holmann � Nollendorfplatz 4 Die Jagd nach dem Glück Ein symbolisches Film-Schauspiel in 6 Akten Aleianderrl«»- Weinbergsweg.8 Ki) Sihönebers Henny Porten Monica Vogelsang Bich der Novelle von Fell* Fhlllppi Eegle: Rudolf Blob rmo* D mtnm Grete Freund Felix Bäsch in MdSCOttB ajioh Leo"Lolpsigors Romaa„Btühaos Abiiä1* Hundemamaehcn mit OSSI OSWSlGid»(5,#: RudoHBiebraeh hmm: DatcaiiiiiiiefeKaDniteaerri.Ica v. lenkeffy Voruer*««,'; 17.7 KurlürsHitdamm and Ü.T Ptlefriehsopme ISOvonI2bülVhr Ihiatcr am Kotbueer Tor Tel: Moritzplatz 14 814. Je-M4>wic»>gggggggggggg»»»—d<—; liosentlialerStr.4041 Ii (trüber Neumanns Festsäle)][ te«eaB-PÄ jie Zzgi! dem Weil" i i III fi* Daau das«länrende t lü ü AhlCU. w lastljgc Belprogframm. j| Anianj 7Ubr.= Sonntags 4 Uhr. Vorverkaal U— I Libr. HiMMgMMMtMMMt»»—»■»MMMMiffi Der originelle Film-Sketch von Louis Taufstein Gesang- und TanZ'Einlagen Zerner UrauMhrung: Gewalt gegenZlecht — Filmdrama in 5 Akten von Äans Gaus— Hauptrolle: Erra Bognar Unter d. Linden 22'23 Dir M. S o I i m a n 2 Uraufführungen 2 Der Varopyr von St. Louis I. Ten in 5 Akten. Bin Erlebnis aus dem Tagebuch des berühmten Detektiv Nie Carter. Hauptrollen: Bruno Elchgrün Kita Ciermont. Seine Frau Meine Braut Lustspiel In 3 Akten. Hauptrolle: Paui Eeidemaim Braunes Diele | Alexanderstraße 55. | Direkt.: Karl' lieinziiu. O-ia-la Große heitere Revue von Felix Wolf. Mosik; Hans Saguwe flaxgyifyygaxxxXi _ Potrdam-r 5tr.72» Hochbahn Blilowstr. Die Stimme des Gewissens (Die Wahrung des Beichtgeheimnisses?) Lotte Hagedorn Vorlührunten(. 6«. M® | Potsdamer Str. 38 1 Uraulfflbrung Eva May in: Die Fee von Skt. Menard. 1 Lotte Neumann| im Drama Pr'nzeBcfien. Turmslr. 12 J bfur roc!: bis Montag I (König Atakombcl IfTJsnd gr.May-fHfnsl ' Die Herrin der f Welt. Ne. H7 ♦ 37. Jahrgang 2. Seilage ües vorwärts Sonntag, SS. Februar 1HS0 GroßSerlln ranüskuechte ahoi! Baumlange Kerle vom Baltikum— Landsknechte ahoi! VaS schiert uns alles Dran und Trum, was schiert uns Gott oder Vaterland— Geld in die Hand! Ob ukrainische Äarbowanzen, ob russischer Rubel, ob deutsche Mark— füllt sich der Beutel, sind wir auch stark und lassen die Weiber tanzen. Das war wohl ein Späßchen im Baltikum... Landsknechte ahoi! Dann aber ging die CKose krumm. Der fade Tommy wollre uns nicht... Was uns daS anficht! Landsknechte, wer will sie kauten? Noch sind wir k. v. und noch schießt das M.-G.. noch tut uns beim Zuschaun die Arbeit nicht ivch. Drauf, Kinder, laßt uns eins saufen! Wir brauchen ja nur nach Hause zu kmnm. Landsknechte ahoi! Der Spießer hat Geld und der Spießer ist dumm. Wir haben noch säusle, und Fäuste sind Trumpf— rin in den Sumpf! Wen wünschen die Herren zu sterben? Her mit der Taxe!' Wer ist zu verhau»? Kunststück, die Republik zu versaun; das soll unS kein Noske verderben! __ P aslch las Berliner Kinderelend. Der Warnruf Professor Abderhalden» über den Kinder» iod in Deutschland iirhrt ut>S die Größe de» Unglück», die unlere Jugend betroffen, so recht vor Aagen. Aurch'bar« Ginzechctten, die dieses Elend für die Kinder der Staat Berlin näher begrün- den, bieten die Ergobnisie einer Arbeit über die Wirkung der Aus- bungerung Teutschlands auf die Berliner Kinder, mit besonderer Berücksichtigung der Waisenkinder, von Dr. Heinrich David- söhn, die der Verfasser in den„Naturwissenschaften" mitteilt. Während die im Waisenhau» der Stadt Berlin gereichte Anstaltskost im Jahre lülk wenigsten» noch den Bedarf der gefun« den Kinder deckte, war die« im Jahre ISIS nicht mehr der Fall. den» nur etwa die H ä l f t e der untersuchten Kinder zeigt« über- Haupt noch eine GewiästS z u n a h m e. die andere Hälft« nahm nicht zu oder sogar ab. Die Sterblichkeit der Berliner Kinder bls zum 6. Jahre war im Jahre 1917 in allen Jahr- gangen höher als 1919. besonders groß war sie in bezug auf die Lungentuberkulose; sie erreicht« hier im fünften LsbenKjahre die Höhe von fast, 300 Proz. der Zahl von 1913. Von 556 Waisenkindern im Aller pon 1—6 Jahren zeigten ü» Jahre 1919 877, also 49,8 Proz., Zeichen von Rachitis, und 72, alko 13 Proz. aller Kinder, wiesen die schwersten Kor» men der Rachitis auf. Bei dem Vergleich mit de« Befunde» da» Jahres 1998 zeigt sich, daß jetzt 12,5 Proz. der Kinder mehr mit Rachitis behastet sind und daß die Häufigkeit der schwerste» RachitiSfälle auf mehr als das Doppelte gestiegen ist. Aa» daö Gewicht der Kinder anbetrifft, so hat sich gegen die Erhebungen im Jahre 1996 das Minder gewicht der Knaben auf 3,45 Kilogramm, also um 15 Proz., das der Mädchen auf 2.Ä Kilogramm, also um 24 Proz., erhöht. Vergleicht man die Der- liner Waisenkinder van 1919 mit den Berliner Gemeindeschülern' von 1993, so ergibt sich bei den Knaben«in Durch- schnittSmindergewicht von 12,6 Proz„ bei den M S d ch e n V on 16,8 Proz. Bei einem Vergleich der Körper» länge» zeigt sich ein Zurückbleiben der Kinder von 1919, daü bei den Knaben durchschnittlich 4.9 Proz., bei den *eamms~s~Bss!s..' ssseBssBrnrnsm Mädchen 6,9 Proz. beträgt. Danach haben die K nahen durch- schnittlich mehr in der Länge, die Mädchen mehr im Gewicht ein» gebüßt. Ta weiter festgestellt werden konnte, daß die Kinder von 1919 in allen JahreSklassen durchschnittlich um 1?! Jahre so- wohl im Gewicht wie in der Länge hinter den Kindern von 1993 zurück sind, so muß man annehmen, daß diele Kinder in ihrem Gesamtwachstum verkümmert sind und sine unge- wohnlich langdauernde Unterernährung durchge- macht haben. Diese Untersuchungen spiegeln daS Bild wieder, daS die Gs- fa m the i t der Berliner Waisenkinder ergibt. Ta ober«in Tml der Waisenkinder, nämlich die, die auS der Londpflege kommen, eigentlich Landkinder» entsprechen, so ist der Zustand der groß» städtischen Waisenkinder etwa! günstiger dargestellt, als bei der Mehrzahl der anderen Berliner Kinder. Jedenfalls kann angc- nommen werden, daß der gegenwärtige Zustand der größten Zabl der Berlincr Kinder nichtbesser ist als der der Waisenkinder. Achtung, Vororte! Heute von 9—5 Uhr finden die Wahle« zu üen Elternbeiräte« statt. Pflicht aller Parteigenossinnen und-genossen ist eS. sich am heutigen Tage den WahlbureauS zur ver» fäituito su fteflen. Arbeiterelteru! Es geht um die Zukunft Eurer Kinder, um die Zukunft der Demokratie und der Republik. Darum: Keine Stimme der Neaktiou, die fich hinter den.unpolitische«" Listen feige verkriecht. Wer die Befreiung d es B o lkeS a u S-g eisti g er Knechtschaft will, der wählt sozialüemokratijche Elternbeiräte. Grost-Berliuer Schnlfragen. Der Ausschuß Groß- Berlin der Preußischen LandaSpersamm- lling beschäftigte sich mit den Schulfragen, deren Vorberatung im Unterausschuß nunmehr abgeschlossen ist Dazu war der An- trag Leid sU. Soz.) wieder eingebracht worden, der für daS Schul- Wesen eine strafte Zentraltsation verlangt. Der Antrag wurde indessen auch vom VollauSschuß abgelehnt. Auch sonst bleibt«S m ollgemeinen bei dem Entwurf des Unterausschusses: Für die sechs Verwaltungsbezirke der ehemaligen Stadt Berlin soll eine einheitliche Schuldeputation gebildet werden. Diejenigen Verwaltungen, die von einer zentralen Stelle besser ge- fördert werden können al» in den einzelnen Bezirken, sollen in der Hand de» Magistrats von Groß-Bsrl'n vereinigt werden, namentlich die Fortbildungsschulen. Der Magistrat seiner- seit» kann den einzelnen Bezirksorganisationen diejenigen Gebiete überweisen, die ihm zweckmäßig erscheinen. Alle Schulzweige, die direkt unter staatlicher Aussicht stehen, z. B. die Taubstummenschulen und. Blindenschulen, bleiben auch ferner der jetzigen Zentral- organisatwn unterstellt. Die Anstellung der vLshrer.an den höheren wie an den Volksschule» soll dagegen den BezirkSorganisapirwen überlassen werden._ sozialistische BUtmugsschule. Fir Februar/März finden folgende Vortragszyklen statt: Arupve Schönhauser Vorstadt. Begmn: Montaa. den 23. Februar. abends />/, Uhr. Redner: Dr. Adolf Löwe. Thema: Bolkswirt» fibaft. Lokal: Schulanla Oderberger Str. 57—59.— Gruppe Ge- fundbruane« iRosenthalrr Vorstadt). Beainn: Montaa. den 23. Fe- bruar, abend» 7 Ubr. Redner: Genosse Rudolf Wissell. Tbema: Volkswirtschaft. Lokal:«ckulaula Graunstr. 11.— Die Genossen, weiche in der Gruppe Wrddittg am KuriuS Löwe teilgenommen haben, können, iveil der Genosse Löwe feinen KuriuS nicht zu Ende führen konnte, an dem Kursus des Genosse Wissell teilnehmen. ohne nochmals eine Hörgebübr zu bezahlen.— Gruppe Nordosten- Zeutru«. Beainn-: Donnerstag, den 26. Februar, abends 7 Uhr. Redner: Genosse Adolf Cohen. Tbema: Betriebsräte und Gewerk- fchaste» Lokal: GekangSsaal des Königstädtischen LyteumS, Greif«» walder Etr. 25.— 1. Vortragszyklus»ur ffir Funktionäre der Arbeitsgruppen. Beainn: Donnerstag, den 26. Februar, abends 7 Ubr. Redner: Genosse Redakteur Kuttner. Thema: Tie vol'ttschen Parteien. Lokal: Aula de» Königstädtischen Gymnasiums, Elisabeth- straße 27 58._ -Ter„Berein der Freidenker für Feuerbestattung B." hält Montag 7 Uhr in der Neuen Welt, L>aseicheide, seine diesjährige Generalversammlung ab. Die letzte Generalversamm- lung des„V. d. F. f. F." am Vorabend der Märzunruhen be- schloß, de»„Vorwärts" zu boykottieren. Tiefer Vorstoß linksradikaler I l I uf i o n S p o l i t i k e r, unfern kulturför- derniden Berein zum Tummelplatz ihres Parteigezänks zu machen, war nur möglich durch die Lauheit eines Teils der Mitglieder. DaS muß diesmal wieder gutgemacht werden. Alle diejenigen, die nicht zur U. T. P. oder K. P. D. sckwö- ren, seien vollzählig in dieser Versammlung anwesend und bringe» gleich-gesinnte Mitglieder mit. Niemand.darf fehlen. Ei«e Siebzehusährige verschwunden. Tie 17jährige Gertrrw B Ubach wurde am 19. Februar von ihrem Arbeitgebe- mit Waren nach Charlottenburg und in die Leipziger Straße ge� schickt. Sie hat ihre Aufträge erledigt, kehrte aber nicht zurück. Sachdienliche Mitteilungen nimmt jedes Polizeirevier und der Bater Ernst Bodach, Liebigstraße 39.-entgegen.- Neue Filme. Im Marmorhauö wurde in einer Pressevorssellung .Di« Frau ohne Dienstag", nach der gleichnamigen Novelle von Trebitsch. vorgeführt. � Die wenig glaubwürdige Handlung— eine Frau wird durch die Augen eines sterbenden Tieres behext und er- lebt im Dämmerzustände die seltsamsten Abenteuer— gewann nicht durch die Wiedergabe im Bild. Bei einem Teile des Publikums machte sich starker Widerspruch bemerkbar. Tie staatliche« Museen tollen vom Dienslag ab bis auf weitere« täglich iu der Zeit von 19 bis l Ilbr obne Beheizung ofiengchallen werden. Montags bleiben da« Alte, das Neue, das Kaiier-Friedlich-Mnscnm, da« Kunltzewerbe-Museum und die Sammlung für Deutsche Volkskunde; Dienstag» das Museum für Völkerkunde ganz, geichlossen. Treptow-Sternwarte. Heute 4 Uhr:.Im Lande der Schwarzen". 6 Ilhrr„Durch den Schwarzwald ins Donautal'. 7 Uhi;„Aus Grogstadl- mauern in den Schwarzwald-. Dienstag, 7 Ubr:„Jupiter und seine Monde". Sonnabend, 5 Uhr:.FericMage an der Ostsee, m der Sächsischen. Schweiz und im Spreewald'. Lichtenberg. Die Eröffnung dar städtischen Jugendbühne findet heut«' nachmittag 4 Uhr im Schulgebäude, Holsteinstr. 7— 9 lam Wühlischplatz) statt. Während in den Vormittagsstunden rn Wochentagen der Schuljugend Lehrfilme naturwissenschaftliche und technische Belehrung unentgeltlich bieten sollen, werden'n den Nachmittagsvorstellungen geschmackvolle, gute Filme, Kasperle- theater und Schattenbilder zur Aufführung kommen. Die'Abend- Vorstellungen sind den Erwachsenen zugänglich.« Auch hier werden ausgewählte Filimvorführungesi stattfinden. Die erste Sprelwoche bringt den Lehrfrlm„Die Biene". Nachmittags und abends wird u. a. der Film„Der Rattenfänger von Hameln" und ein Künstlerzeichenfilm gegeben. Aufführungszeiten: Jugend- Vorstellungen: Täglich fauch Sonntags) nachmittags 4 Uhr. Ein- trittspreis 49 Pf., für Erwachsene 60 Pf. Abendvorstellungen an Wochentagen 7 Uhr, an Sonntagen 6 und 3 Uhr. Eintrittspreis: 1,59 M.■, Riederschönhaufe«. Gemeinbevertretersitzung. Für die aus der Gemeindevertretung ausgeschiedenen Direktor Jevatsch(Dnat.) und. Juncker fU. S- P-i werden die Nachfolger Dr Drecken- schied(Dnat.). und Bleicher.(U. S. P.) eingeführt und per- -pflichtet. Nach Mitteilung de» ÄftihnungsvevbandeS beläuft sich der von diesem für die SredlungSbauten übernommene Baukosten- Zuschuß endgültig auf insgesamt 559 999 M. Von unseren Genossen wird angeregt, bei der Ko'hlenftelle für eine bessere Belieferung der hiesigen Kohlenhändler einzutreten, da zurzeit eine äußerst starle Koblenknappheit am Ort herrscht. Ebenso sprechen sich unsere Genossen für Zuschüsse an Minderbomittelte bei der Milchvcrsorgung auS. Einige Beschwerden wegen Holz und Labensmittel werden den zuständigen Kommissionen überwiesen. Für Holzbeschaffung an bedürftige schwerbeschädigte Krieg«verletzte werden rund 6999 Mark bewilligt. DaS Barackengelände wird auf weiiere 8 Jabre gepachtet. Tie Tagegelder der Beisitzer deS Mictemigu-ngSamteö werden von 6 auf 9 M. erhöht. Angeregt wird die Herabsetzung der Zahl der Beisitzer. Besonders wird dann auf die neuausge- stattete Volksbücherei hingewiesen, die jedem Einwohner zur unentgeltlichen Benutzung frei steht, sich im RatbauS befindet und Donnerstags von 6— 8 Uhr abends, Sonntags von 11— 12 Uhr geöffnet ist. Für die Instandsetzung van Notwohnungen werdon srat! 15 999 M. 29 999 M. oingestellt. Bei Beratung deS U.-S.-P.-An- 33] Jan Krebsereuter. Seine Taten, Fahrte n und Meinungen. Aufgezeichne» von HanS Müller-Schlösser. .Zan, lvat ist denn an dem Oblätchen gelegen! Ich schenk' dir ein ganz Döschen voll?" „Ena. Tünnes, zweimal hintereinander kownilizieren darf man nit?" JJBarum denn nit? Ich kommlizier' doch bloß für. Spaß!" Aber Jan schob den Kelch in das Tabernakel und schüt- teltc den Kopf..... „Tü-nneS, sag' ich. sei vernünftig! Du hast genug komm- liziert, und überhaupt, damit macht man keinen Spaß?" „Du bist ja bloß für die Oblätches bang! Aber wenn du nit willst, ist es gut! Dann spiel' ich einfach nit mehr mit? Dann kannst du allein Kirch' spielen!" Und TünneS stand mit mürrischem Gesicht von den Knien auf und warf in seinem Aergcr dn gegen«inen Dach- ballen gelehnten Klingelbeutel um. Jan bekam einen roten Kopf vor Zorn. .Llch soA'. TünneS. lag' ich. du stellst den Kstngelbüdel Widder anständig dahin, sonst kriegst du Hau'!" ,LSöh. aber nit von dir!" .Llder gewiß!" „2ßct gewiß nit!" erwiderte Tunnes und schlsuderte den AlrngvlheutÄ mit einem verächtlichen Trrtt«in Stück fort. Klatsch! hatte er von Jan euren am Kopf fitzen! � Ratsch! hatte daS geblümte, papierne Meßgewand einen langen Riß. denn TünneS hotte stch. als ihn Jans nicht zu kleine Kopfnuß ins Wanken brachte, daran geschnappt. Bums! hatte Tünnes einen Stoß, daß er gegen die Dachpfannen flog: aber Tünnes rannte mit gesenktem Kopf wie«in kleiner Stier dem Jan gegen den Bauch. Jan tau- melte zurück gegen das Altärchen, das mit einem Krachen und Poltern umfiel: die Kerzenitiimpfchen rollten über den Boden, der grünliche Kelch zersplitterte. Mitten unter den Trümmern balgten sich in stummem Ingrimm Priester, Küster. Ministrant und gläubige Gemeinde. Trüdel« stürzt« herein mit: „Mein Gott, nee, nee, nee!" Frau Schlüter cklapperte herauf und und schrie: „Saujungens, wo ihr seid! Tat nennt ihr Kirchspielen? Dat ist doch Mord und Totschlag!" Auf dem Söller sah es aus wie in einer von schwedischen Marodeuren im dreißigjährigen Kriege geplünderten Dorf- kirche— und mit JanS Frommsein war e? vorbei. � VIII. Jan K r e b s« r e n t e r wird Schiffer. Dir erste Fahrt in die Welt. Der Kopfsprung in den Kar- toffelsalat. Krebsereuter gewöhnt dem Kapt» tän das Fressen ab und lernt Holland nicht von der besten Seit« kennen. Deine Kinderschuhe, Jan. hast du ausgetreten. Schau', hie? steht ein Paar neuer, derber Schuhe, größer als die alten, mit dicken Sohlen und mit Nägeln beschlagen. Du springst mit beiden Füßen hinein und erprobst ihre Gedie- genheft und Haltbarkeit sogleich, indem du deinen durchge- ichlissenen Kinderschuhen einen übermütigen Tritt gibst, daß sie weit zurückfliegen in den dunkeln Winkel der Vergangen- heit. aus dem du sie nie wieder hervorholen wirst. Da? ist vorbei! Mit deinen neuen Schüben wirst du größere Schritte machen können, aber nickt so beaueme. nicht so sorgenlose: wirst du höher springen können, aber nicht mebr so leickt und nicht mehr so weich und gelinde wirst du nach deinen Svrün- gen wieder zur Erde kommen. Oft werden dich die Füße schmerzen. Ich weiß.' du ftoast nichts danach. Du achtest der Knüffe. Stoße. Beulen. Schrammen nicht. Du hüpfst. ein sorgenfreier Vogel, der du bist, vom Stockchen aurs .s�Llzcken und findest wie ein Sperling gar noch im Kat ein Kornchen. In dem Höfchen hinter dem Bäckerlade« log violett- graues Dämmerlicht', daß noch nichts erkennen ließ. Die Giebel und Täcker standen wie Schattenrifis auf blauem Hintergrunde. Bloß die dicke kupferne Kugel am. Pumpen- schwengel glübte aus dem Dunkel wie ein Riesenfunken. Die Schwarzdrossel des Schneiders Huberti flötete ihr erstes ..TatL tatü" über die Dächer herüber. Sonst war noch alles still. Bis des Hausherrn Plüschpontoffeln über die Stein- fliesen schlappten, und ein langgezogenes Schnäuzen mit einem zufriedenen„Ah!" dahinter die Stille zerriß. Ein Schlüssel drehte fich im knirschenden Schloß, eine Tür win- selte und kurz darauf klopfte ein porzellanerner Pfeifenkopf hellklingend gegen das Weichselrohr, und ein kräftiges Blasen schaffte Luft für die erste Morgenpfeise. Eine Weile späte: klappte eine Ofentür auf und wieder zu, der Deckel eines Kessels klirrte, die Pantoffel schlappten eilig, und mit hohlem Gepolter stieß der Kessel auf die Steine. Die Pumpe machte „hui brr, hui brr", und das Wasser stürzte mit Gebrüll in den Kessel hinein, bis mit jedem Pumpenschlag das Gebrüll in immer heller und tonloser werdendes Rauschen überging. -Oben ging ein Fenster aus, und laut gähnend streckte der Klempner Schlüter seinen verschlafenen Kopf heraus. Aus dem dunklen Flur, der zum Hinterhause führte, kam flötend der Kanehls Jüpp, schon im Arbeitskittel, mit einem Wassereimer. „Morgen, Baas!" rief er. „Ho, Jüpp! So früb am Dag?" >„Viel Arbeit, BaaS. für Pfingsten!" „Und am Flöten! Vögel, die so früh flöten, frißt die Katz. Jüpp!" Damit hob der Baas den vollgepumpten Kessel auf und trug ihn, mit aufgeblasenen Backen pustend und stöhnend, in die Küche. Kanehls Jüpp hängte seinen Eimer an das Pumpenmo-' und hob den Schwengel.. „Hui brrr! Hui brrr!" ging es wieder.— Oben im dritten Swck knarrte eine KaftcemliVe. Die schwarze Katz" sprang mit ihren bridcn weißgeflecktcr Jungen aus der Mehlkammer, rieb stch an des BaaS Hosen- beincn und miaute um ihre Milch. TizZ violette Grau war vor einem strahlenden GeP in die äußersten Ecken zurückgewichen. Ein paar Schwalbm flogen mit kreischendem ,Mirr über die Dächer hinwen. und auf der Straße rappelten dt; ersten Marktkorren der Bauern.— GradeS, Trüdel« und Jan laßen am Kaffeetisch?. Die Morgensonne blinzelte noch verschlafen durch die Gardinchen und der milchige Kr.ffee in den blauen, irdenen Tassen warf ihr verkleinertes, zuckendes und zitterndes Abbild an die gekalkte Decke. Eine dicke Fliege summ!« voller Behagen um ein Töpfchen mit goldbraunem Möhrenkraut herum. Grades stopfte sich seine gebräunte Tonpfeife und wäh- rend�er ste mit Stein und Sckwamm in Brand setzte, zog er die Stirn in ernste Falten und tagte, nachdem er sich die Schnauzhaare mit dem Handrücken aus dem Munde gestrichen hotte: (Forts, folgt) \ trageZ ÜTufSeSimg des BeragsninqZzustsnbeS mck der Zei- tungsverbote, der von Kraushaar sU. S. P..) begründet, wurde, füllt sich der Zuhörerraum mit den entsprechenden Interessenten. Die Verhandlung selbst bietet nichts Aufregendes. Seitens der Demo- traten wird Verwahrung gegen die Verhandlung eines doch rein politischen Punktes innerhalb der Tagesordnung eingelegt. Sie sind der Zluffassung, daß mit derartigen Anliegen nur Stimmenfang getrieben werden osll. Den Standpunkt der S. P. D. vertritt Ge- nosse W i e s n e r, der die Ilmstände erörterte, die derartige, auch von uns nicht als angenehm empfundenen Zustände wieder neuer- lich geschaffen haben. Der.Antrag wird nach längerer Debatte gegen 5 Stimmen der U. S. P. abgelehnt. Die Ginstellung eines Verwalters des Lebensmittellagers gibt Anlaß zu einer äußerst regen Aussprache. Mit 11 gegen die 11 Stimmen beider sozial- demokratischer Parteien, wobei die.Stimme des Bürgermeisters den Nusschlag gab, wurde beschlossen, den vorgeschlagenen und von uns bekämpften Verwalter anzustellen. Grosi-Bcrliner Lebensmittel. An dieser. Woche gelangen zur Ausgabe in: Verlin. Auf die Reichssleiichkarte inlnndiichcS Frischfleisch oder tmZ- ländliches Bächienfliijchi st, Psund ameritaniichrS Zerealienmehl(24), 125 g Gersuchabrikate<112), psliarlottenburg.'/, Pfund Zucker, 125 Gramm Gersten flocken(4), 250 GrPNM Teigwaren(5), 250 Gramm Marmelade<12), 200<5lgmlii Haserslocken<48), 250 Gramm ausländ, Zerealienmehl); 250 Gramm Zercaliemncbl(Z. 24). Neukölln. 375 Gramm Tciawmen, 223 Gramm Hafcrfabrikate, 250 Gramm Gersterriabrikale und 2,'.0 Granim Maisflocken, sämtlich am die Groß- Berliner LebenSmlitellarle für, Ncutolln. Als Ersatz für fehlende Kartoffeln: Hafernöhrmittcl und Brot. Tcmpelhof, 100 Gramm Weizengrieß Zentralwablbureau befindet sich bei Stärke, Ebarlottenburger Str. 3. Rcinickendorf-Weft. Wähil heute für die 2. Gemeindefchule die Liste Knappe, für die 5. Geweindeichule die Liste PrzewerzinSki, Niederichönhausen. Die Genoffen und Genossinnen, die bei der EllraibeiratSwahl helfen, treffen sich heute 9 Ahr bei Greth, Bismarck« strafet 35._ Groß-Serliner parteinachrichtea. ZrauenabenSe Montag, 7Vz Uhr: Berlin. s. u. 4. Abt. bei Riekert, Steinmetzstr, 37.— 0. u. 8. Abt. bei Schwachenwald, Bärwald- Ecke Gneisenauslraße.— g.«. 10. Abt. im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147.— 11. u. 12. Abt. bei Fröhlich, Muskauer- Ecke Zeugboistraße.— 13.«. 14. Abt. bei Hennig, AUrandrinenftr, 44.— 17. Abt. tat Schulzimmer, 3 Treppen, Hohen- lohcstr, II.— 19.— 22. Abt. in der Schulaula. Eckerstr. 7/8.— 23 bis 25. Abt. in der Schulaula, Georgenkirchstr. 2.— 20. u. 27. Abt. im Bürgerhcim, Alle Schönhauser Str. 23/24.— 28. Abt. in der Schul- aula, Schönhauicr Str. 166a.— 29. Abt. bei Blase, Dunckcrstr. 8,— 39. jlbt. bei Ehlina, Earmen-Sylva-Str. 22.— 31 Abt. 8 Uhr bei Goldfchmidt, Stowische Slr, 35.— 33. Abt. bei Gillwaldt, Pulbuier Straße 24,— 34. Abt. bei Goldbach, Vinelaplatz 7,— 36. Abt. bei Bätwalde, Schlcqelslr, 8.— 37 Abt.-bei Hübner. WilSnacker Str. 34.— 39. Abt. bei Pcrger, Levetzow- Ecke Jagowstraße,— 38., 40.». 41. Abt. bei Trümper, FlenSbtwger Str. 3.— 43. Abt. bei Schade, Kösliner Str. 9,— 45. Abt. bei Groll. Henntgsdorser Str. 10.— 42.. 47. u. 48. Abtl bei Grunewaldt, Kameruner Str. 19,— 44. Abt. bei Mieltsch, Kristianiastr. 115.— 45. Abt> bei Pose, Koloniestr. 15., Vororte. Charlottenburg: t. 2 u. 11. Gruppe bei Schellbach, Msabeibstr. 6, 3, Gruppe bei Dedelow, Bömmeiingstr, 23. 4. Gruppe bei Lux. Ufenau. ftraße i. 5. Gruppe bei Sverling, Helmholtzstr, 39. 6,— 10, Gruppe bei Hivyler, Wallstr, 90, 12.— 18. Gruppe bei Arndt, Kantsir. 51.— Neukölln: 1, Abt,(1.— 9. Bez.) bei Warnecke, Nansen- Ecke Weferftraße, 2. Abt.(10.— 19, Bez.) bei Schwengel. Elbestr, 8, 3, Abt,(20.-27. Bez.) bei Woli, Kaiser-Friedrich-Str. 173, 4. Abt.(28,-36. Bez.) bei Amelottgsen, Schwarzcritr. 1. 5. Abt.(37.— 45. Bez.) bei Felsch, Knesebeckstr. 48, 6. Abt, (46.— 52, Bez.) bei Kutzki, Leinestr. 1. 7. Abt,<53,-59, Bez.) bei Gohlke, Hermannstr. 199. 8. Abt,(60.— 65. Dez.) bei Heutichel, Herfurtbstr. 27. 9, Abt,(66,-75. Bez.) bei Fiebig, Mainzer Str. 7.— Baumfchuleuweg bei Haß. Baumschulenstr. 72.— Martendorf bei Hoch, Chausieeftr. 44. — Nicdcrichöncweide bei Rethel, Grünauer Str. 8.— Pankow bei E. sangerhausen, Florastr, 73.— Neinitlendorf-Weft in HartmannS Brauerei, ScharnweSerstr, 101/4.— Treptow bei Kläber, Plcsser Str. 8. — Wilmersdorf bei Schilling. Laucnburger Str,� Ecke Ablandftraße. Auf allen Frauenabcnden Sammlung für die hungernden Kinder im Erzgebirge! Gäste herzlichst willtommen. Achtung, Geiiofiinne»! RednerinnenkursuS Mittwoch 6 Uhr(pünkt- lich) Paizteiporstmld, Lindenstr. 3, 1. Hof IV. 12. Abt. Montag 7 Uhr Funktionäre und SetriebSvcrfrauesleute Se< Ewald Kuhnert, Bücklerstr. 33. 1«. Abt. Am 29 tn der Aula der 5. Mcht.F°rf»Mmng�chtlIi. Sange- straße 31. 3 Uhr, fröhlicher Nachmittag(Musik. Gesang, heitere Vorträge). BillettS, Kinder 20 Pf., Erwachsene 50 Pf,, Sei Wartmann, Königsberg er Str. 37, Buchmann, Stralauer Allee 25, und den Bezirksführeru. 26.— 32. Abilg. Heute 4 Ubr Schulaula. Greifenhaaener Str. 58, Märchenvorlesung. Eintrittkartei«, Erwachsene 50, Kinder 30 Pf., bei den AbteilungStalsierern und BezirlSführern. 35. Abt. Montag 7Uhr Sitzung der Funktionäre bei KNnger, Wattstr, 17.- Tozialdcmokratiiche Beamte Lichtenbergs. Mittwoch 7 Uhr Schulaula, Marttstr. 10, öffentliche Versammlung aller Reichs-, Staats- und Kommunaibcamten und.Angestellten. S.-P.-T.-Aktiousausschuß der A.E.G.-Betrieb«. Montag 7 Uhr Sitzung bei Krüger, Hiissiten-, Ecke Scheringstraße. Cbarloltenburg und westliche Bororte. Jugendweih« Sonnlag. 21. März, vorm. 11 Uhr, Aula der Fürstin-BiSmarck-Schule, Charlottenburg, Sybelitr. 3/4. Anmeldungen fow« Karten tz 1 M. im Setretarial, Cdarlottenburg, Rofinenfw, 4, Wilmersdorf, Gasteiner Str. 12, und im Jugendsekrctariat, Bellevuesw, 7, Berlin W 9. . Tchöneberg. 9. Abt. Montag 8 Uhr Lese- und DiSkufsionSabend bei Helnze, Rubens-, Ecke Ncmbrandtstraße. Friedenau. Miigliederverfammlung Dienstag Restaurant Hohcnzollern, Handjerystr.«4, 8 Uhr. Trmpelhof. Montag 7>/z Nhr Mitgliederversammlung Sei Twhlmann, Dorsftr. 50, Wcistensee. Montag 7 Uhr Borstandsfitzung vei Stärke. Silüungsveranftaltungen. Bildungsausschuft Groft-Berli«. Bcbrlfeier! Heute abend pünktlich 7 Uhr in der Festhalle des SiadthauieS, Eingang Klosterstraße, Eintrittskarten, a 2 M, find noch in beschiänklem Umfange an der Kasse zu haben. Programme(ErinnerungS. blätter) a 1 M. Aboniiements-Ztzestkonzerte k Marten einlösen, Charlottenburg. 2'/, Ubr nachmittags im Volksbaus, Rofinenstr. 4 t Märchcnnachmittag._ Heute 4 Ubr: UnterhaltungS- e 5';, Uhr, bei Ramm, Schloß- Jugenüveranftaltungen. Zensraljugendheim. Lindenstr, 3. abend,— Königswusterhaufen. Heute straße 1: UnterhaltungSabend. Mandolwenkonzert. Lieder zur Laute. An- schließend Tanzkränzchen, Eintritt 1,25 M.. für Mitglieder 1 M,— Kaulsdorf. Heute 5 Ubr, in Hamanns GcscllschaflShauS, Franlfurter Str. 50: StiitungSfefl Diandollilenkonzert, Ansprache, Lieder zur Laute, Theater- auffühlmig. Anschließend gemütliches Beifammenlein, Eintritt 1,50 M. inkl. Tanz.— Lichtenberg. Heule 5 Uhr, Saalöffnung 4 Uhr: 1. Stif- lungSfcst, bei Pcczontek, Hauptstr, 87. Eintritt 50 Pf, Billetts an der Kasse. Gemütliches Beisammeniein,— Hermsdorf. Heute im Jugendheim, Roonflraße(Turnballengebäude):„Allerlei aus der Bogelwelt".— Trep- tow- Baumichulenweg. Heule 7 Uhr, im Jugendheim. Elfeuflr. 3: Reuter-Abcnd.— Tempelhos. Heute 5 Ubr, im Jugendheim, Germania« straße 6/7: Unterhaltungsabend,— Weddiug. Heute 6 Ubr in der Aula der 14, Realschule, Lülticher Sir, 38: Lichtbildervortrag.Eine Wanderung durch den Harz", Einlaßkarten s. 50 Pf, am Eingang. Saalöffnung 5 Uhr. — Montag, 7 Uhr, im Jugennheim, Lütttcher Straße 38: Mandolinen- UebungSabend, «' Vorträge, verelne und Versammlungen. Im Zeutraliustitut für Erziehung und Uuterricht. PotSbauier Straße 120, Elteinjchule, Generalsekretär Tews:.Die Miterzieher der Großiladt'. Montag 8 Uhr. Pros. Dr. Lamve:„Der JugendsUm"(mit Filmvorführung), Eintrittspreis 1 M,, Donnerstag,— Allg. Familie». sterbekaiie. Sonntag Zahl- und?1usnahmctag im Restaurant Gericht- straff« 12/13, von 2—6 Uhr, Udalbertstr. 24, von 2—5 Uhr. Gesthästliche Mitteilungen. Laut heutigem Inserat des Vereins der Färbereien und chemi- scher Waschanstalten Groft-BerlinS sind die Färbereien wieder im» stände, bei bester Ausführung prompt zu liefern. 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Als Sachverständiger tvird Gehsimrat Prof. Dr. � Hildebrand, der Minister Erqberger neben Professor Glesch behandelt hat, vernommen. Der Sachverständige sah Erz. üerger am Tage nach dem Attentat im Röntgenlaboraio. r i u m, als Erzberger während der Aufnahme kollMerte. Die Wund« machte den, Eindruck, als oh eine flugel einflcdrul�en war. Ein Ausschuß war nicht zu sehen. Die iluael träf Erzberyer im R ücken.. Unterhalb des reckien Schulterblattes. Ed blieb nur die Annahme möglich, daß es sich um einen Tangen tialfchuß! bandclfe und daß die eine der Kugeln, die im Auw aufgefunden � wurden, diejenige war, die �en Minister verwundete. Auf Auffor-; derung des Vorsthcnden zeigt'Ciehe'mrat.Hildebrandt an.Hand der auf dem Zeugentisch liegenden Nhrkette ErzbergerS, wie der zweite Schuß an der Uhrkette abgealitten ist. Vor f.: Wenn der Schuh nun nicht die Uhrkette geirosfdn hätte, wie hätte er dann geivickt? Prof. Hildebvahdt: Di? Schußrichtung war von der Seite. Wenn der Angeklagte etwa? weiter nach hinten gezielt hätte, wäre natürlich„d er Bauch durchschlagen worden.— V o rs.: Nach dtn Zeifstugslerichten wurde aber dach das Befinden des Ministers Nlt sehr bedenkenerregend dargestellt.— Prof. Hi ldebrandt: An den Zeitungsberichten bin ick ganz unschuldig.— R.-A. Bahn: Wer bat denn aber die Besorgnis erregenden Berichte in die Presse gebrach� Es hieß dock, Erzberger sei in Lebensgefahr? Vielleicht .�err Erzberger selbst?— Sachverständiger: TvS weiß ich nicht— R.-A. Dr.�a b n: Und..'i? slard eS denn mit dem«mycb» lichen Wundfieber?— Sachverständiger: Minister Etz« berger hat höchstens 37.6 gehabt, sonst aber keine wesentliche Tem- peratur. Zum- Schluß kommt dann noch die Frage auf den � Hosenknopf, von dem die al>geprallte Kugel dann aufgehalten wor«' den sei. Gehcimvat Hildebrandt erklärt, der Hoscnknopf fehle.; Ei wird hierauf Büchsenmacher Barella vernommen. Der Säckcherständige sagt aus, daß der Revolver, mit dem der Ange« klagke geschossen hat, nach der Tat noch drei Kugeln ent» halten hat, daß die Waffe obne Svannung abgeschossen werden tonnte, und daß sie eine besondere Sicherung nicht hatte. Dann wird die Mutter b«S Angeklagten. Frau von Hi r sch seid, vernommen. Sie wird mit Gonehmi» gung des Borsitzenden vom Verteidiger befragt und bekundet: Mein Cohn.bat un� von seiner Wstckst nicht das geringste mitgeteilt. Er hat noch ani Sanntag vorlzec mir seinem Lehrer gesprochen und mit hie em den Stundenvlän für Montag feftgeseht.— R.-A. Bahn: Ist Ihr Sohn wahrheitsliebend und rechtlichen Charakters?— Zeugin: Mein Sohn hat immer die Wahrheit ge» sag t, auch dann, wenn sie für ihn ungünstig war. Die Zeugin verliest dann ein günstiges Zeugnis über den Angeklagten aus der Kadettenanstqlt Plön aus dem Jcchre 1011.. Auf Befragen des Der» tcidigerS bestätigt die Zeugin, daß ihr Sohn iniolge eines Schlage» fügen den Kops häutig an Kopsschmerzen gelitken, die sich durch TelluahmSlosigkeit und Müdigkeit geäußert haben.— R-A. Bahn: Ist eS ricktig, daß Ihnen nach der Tat zahlreiche Schreiben aus allen Kreisen zugegangen sind, in denen die Tat Ihres Sah- n s s verberrlichi und Ihr Soün als ein echter deut- scher Mann bezeichnet wird, der die deutsche Ebre hochgehalten labe?— Z e u.g i n: Ja, l>ei uns sind sehr viele Schreiben diese? Inhalts eingegangen, auch von Leuten, die' ein richtiges Deutsch nicht schrieben.— Die Zeugin bestätigt dann auf Befragen de» Ms'betdtgerS/ daß sich unter diesen Schreibern auch ein Gene. ral'ikstd.dcr Professor L c n st? r t. Heidelberg befanden. Dann wird Geheimvat Hoffmann,' der den AngcAagten unter'ucht hat, gehört. Er sagt auS:.Ein« erblich« Belastung ist nicht vorhanden. Bei dem Angeklagten haben sich aber«ine Reih« nervöser Symptome und eine Reih« von Artung». zoicken gezeigt, über deren Bedeutung di« Aer.zde allerdings noch verschiedener Ansicht sind. Der Angeklagt« ist körperlich zurück- geblieben, er ist auch geistig nicht sb recht auf der Höhe. Eine Willensfreiheit im vollsten Sinne war bei dem Slngeklagten s i che r n i cht Vorhan d? n. Er ist ober keinesfalls bei Begstkung der Tat geisteskrank im Sinne es K bt gewesen.— Staatsanwalt Brüning: Sie bälien also en Angeklagten für seine Tat verantwortlich?— S a ch v e»st ä n d i g e rl Ja. Es�wird' dann der Gehcimrat Ha« m m er aufgerufen, an seiner Stelle erscheint aber Relchsfinanzmtnrstrr Erzberger» im Saal, der dann vernommen wird. Er sagt: Ich saß im Auto und wartete auf Rechtsanwalt Friedländer, als ein junger Mann an das Auto herantrat, die recht? Hand in der lieber. ziebertasche und mich fiaot«, ob ick Minister Erzberger fei- Ich fragte zucück:„ffl a 8» o 1 1 c n© i«?" In demselben Augen. blick frei der srstc Sckuß. der mich in der Bauchgegend traf, die Kleidung zerriß und dann wohl an einem Hoscmknoys abgeprallt ist. verletzt hat der Sckuß mich nickt. Die Kugel habe ich dann zu ~ n Pfunden. Ob dann noch cltv oder enno? Beisitzers, ob der Ohnmachtsanfall bei'der Röntgenaufnahme vielleicht auf da? scbwacke.Herz Erz. bevoerS. zurückzuführen wäre, erklärt der Minister: Ich habe ein ganz gutes Herz. Ob ich 1860 od-r 20M Meter gehe, macht mir nichts aus.— R.-A Bahn: ES waren doch aber sehr besonmis» I erregende Berickte über Ihr Befinden verbreitet. Nachher war e» dock gar nicht so schlimm.— Erzberger: Ich habe selbitver.. ständlick niemanden empfangen, meine Aerztc wurden von der Presse förmlich überlaufen. Ich bebe sshr hohen Pul» gehabt, hob? aber immer groften Wert darauf gelegt, daß ich z« meinem Prozeß bald wieder erscheinen konnte. i Hierauf wick Geheimrctt tzae m m er» der Begleiter Srz. berge rS in dessen Prozeß, vernommen. Er schildert die schon be- kannten Tatsachen, erklärt aber, er habe noch heute den Eindruck. daß von Hivschfeld nicht zwei, sonvern drei Schüsse auf Erzberger abgegeben habe. Ter Zeuge schreibt diese» Mißverständnis ferner großen Erregung zu.„ Hierauf wird Justizwachtmeister Helm vernommen. Er er. klgrt. der Angeklagte sei ihm vorher nicht aufgesallon. Bei der Einlieferurig HirsckfeldS auf der Sicherheitspolizei wache will der Zeuge gehört haben, daß von Hirschfeld sagw:.Ich Hab« ja Erzberger gar nicht ersch'eßen wollen.' Der nächste Zeuge, Bureauckoamtor Holtmann von der WafsenstillstandSkommission, sagt aus, daß der Attentäter kurz zu» vor rn Begleitung eines anderen jungen Mannes, des Kandidaten Teipel, gewesen sei, gibt jedoch zu, er könne sich in der Person des BogleiterS doch geirrt haben. Oberleutnant K n i e li n a von der Sicherheitspolizei bat an jenem Tage im Neuen KriminalgertchiSgebäude Dienst. Ihm wurde Hirschfeld zuerst vorgeführt. Der Täter machte auf ihn einen ruhigen, gefaßten Eindruck. Er erklärt«, er habe Erzberger unschädlich machen wollen. Er war de? bestimmten Ansicht, daß cr Erzberger in die Brust getroffen habe. Von Hirschfeld schien darüber zufrieden zu sein, daß er ihn nur so getroffen habe. weilerihnnichthabetöientv ollen. E» tritt sodann eine einstündige Mittagspause ein. Nach der Mittagspause wird der Angellagte vom Vorsitzenden noch einmal vernommen. Demi werden die Leumundszeugen verhört. Als erster der Kand. vhil. Teipel, der den Ange- klagten seit seinem zehnten Jahre in Latein und Französisch unter» richtet und ihm seit Weihnachten 1913 lateinischen Unterricht gab. Auf Befragen dcö R.-A. Bahn bestätigt der Zeuge, daß der Auge klagt« sehr wahrheitsliebend ist, daß cr ein eifrig« r Patriot fei uud daß das bedauerliche Ende des Kriege» und di« Revolution stark auf sein Gemüt drückten. Leutnant M e n t k e war Erzieher des Angeklagten an der Ka- dettenanstalt Gcoß-Lickterfelde vom Jahre 191S bis 1918. Die aeistige Verfassung deS Angeklagten fei nur zu verstehen, wenn man fein« zurückgebliebene körperliche Entwicklung betrachte. Dieser körperliche Zustand drückte auch auf seine geistigen Leistun« gen, die nicht genügend waren. Sein Gemütszustand war sehr schwankend, der Charakter v. H i r f ch f e l d» war gutmütig, er war wahrheitsliebend und infolge seiner Hilfsbereitschaft, Kameradschaftlichkeit usw. bei den übrigen Kadetten beliebt. Auf Befragen des Angeklagten erklärt der Zeuge noch, daß v. Hirsch- feld sehr darauf gedrängt habe, ins Feld hinaus z u kommen, obwohl der Zeuge den Angeklagten als nicht für den Felddien geeigne! hielt und weil Hrrfckfeld sich auch nicht zum Vorgesetzten eignete.. D«©elektaner Schutz, ein Kamerad des Angeklagten, gibt an, daß er mit Hirsckfeld nach der Revolution öfter» über poli» tischeDing« gesprochen Hab? und daß Hirfchfeld ihm gegen. über die Auffassung von der Schädlichkeit ErzbergerS betonte. Niemals aber habe er Andeutungen gemacht, die auf ein derartiges Vorhaben schließen-ließen. Auf Befragen de» Verteidiger? bekundet der Zeame noch, daß, er nach der Tat di« Auffassung gehabt habe, daß v. Sirschfeld durck das Attentat sein Leben, da» er verfehlt hielt, weil er nicht Offizier werden konnte. beenden wollte. Die nächsten Zeugen, Oberlehrer Meyer vom Werner« SiemenS-Realgymnasium, Pastsr Müller und Leutnant v. Sck u Iz e. stellen dem Angeklagten das Zeugrti? au», daß er ein gutmütiger funger Mann gewesen fei, der ober durch die Revolution gewissermaßen den Boden unter de« Füßen verlöre« habe. Damit ist die Zeugenvernehmung beendet. R.-A. Bahn stellr hierauf eine Reihe von BeweiSantrst» gen, zum Beweis dafür, daß der Reicksfinanzmimster Erzberger. wie au» dem Helfferich-Pwzeß hervorgehe, wirklich eine S ch ä» digung�für da» deutsche Volk sei. Für daS Votum der Geschworenen sei eS dock nicht unwichtig, wenn man feststelle, auf wo» für einen Mann geschossen worden sei. ES sei doch nicht gleich. gültig, ob man aus Hindeuburg»der Wilhelm I. schieße oder auf Herrn Erzberger. Vors.: Ist dem Angeklagten die Annahme dieser Anträge erwünscht?— Angekl.: Rein, ich will da? Gericht nicht nnnStig mit mir aufhalten. Ich bitte um die Verlesung des Schlusses der Broschüre Helkserick>s. denn auf diesem fußte mein ganze? Denken. — R-A. Bahn: Wenn die Geschworenen wissen werden, auf waS kür einen Mann gcsckossen worden ist. werden sie vielleicht»uch die Tat als eine pglrwtische auseben, wie eS auS den zahlreichen Zu- schriften. die die Eltern de? Angeklagten erhielten, hervorging.— Es entspinnt sich eine lebhaste Diskussion über die Zulässigteit d«S Antrags Bahn. Darauf zielst sich da? Gericht zur Beratung zurück. Der Bc- fchluß deS Gerichtshofes lautet auf Ablehnung des Antrag? auf Verlesung von Stellm auS der Hel fswich-Bro schüre. Das Ge- riebt unterstellt als wahr, daß der Angeklagte dre in der Brofcküre enthaltenen Anschuldigungen gegen Erzberger für wahr. gehalten hat. Auch der Antrag auf L a d u n g weiterer Zeugen wird abgelehnt, da nack Ansicht des Gerichtshofes die Tatsachen die diese Zeugen bekunden sollen, für di« Beurteilung der Schuldfrage unerheblich sind. Nunmehr formuliert der Vorsitzende di« an die Geschworenen zu richtenden 0 Schuld fragen. Di« erste Frage lautet: Ist der Anz«kf«ote schuldig, am 26. Januar den Entschluß, de» ReichSfinanzminister Erzberger zu töten, durch verlätzliche Handlung getätigt zu habe»?. l Die»Welte Frage lautet: Ob Neberlegung vorliegt? Di« dritte Frage heißt: Ob, fall? die Frage 1 bejaht wird, mildernde Umstände vorliegen. D i e v i e r t« F r a g e, die bei Berneincing der Frage 1 in Br- tracht kommt, lautet auf gefährliche Kiirpcrverlctzung. Die fünfte Frage geht dahin, ob beim Borliegeu einer Körperverletzung mildernde Umstände vorhanden sind. Nunmehr nimmt ErsterOCtaatSamoalt Brüning da? Wort zu seinem. P l ä d o y e r: Der Staatsanwalt richtet die. ein-dring"� liche Bitte an die Gefchwoienon, sich bei ihrem Wahrspruch ledigl:�" von dem Ergebnis der heutigen Verhandlung und nicht von polit:- schen Anschauungen leiten zu lassen. DaS Ergebnis der Bewe-Sauw nabyre Hab« die Tat lückenlos und zweifelsfrei beleuchtet. Ein- gehendar verbreitet sich der Anklagevertreter über die Beweg- gründe des Aug«klagten. WaS der Angeklagte über ferne Motive gesagt hat, könne ihn, da er als wahrheitsliebend all'eirf! geschildert wird, wohl geglaubt werden.(|g, der einer alten On:- zierSfamilie entstammt, sah durch den Zusammenbruch.seine Zu- kunft vernichtet, was schwer auf sein Gemüt drückte. Bei dem Angeklagten hat sick der Gedanke festgesetzt. Erzberger sei ein Schad- ling und dieser Gedanke hat noch festere Wurzeln geschlagen durch den Verkauf des Prozesses, der de.1 Angeklggten zu dem Emschluß trieb, Erzberger zu beseitigen. Die Tat deS Angeklagten ist nacu dem Ergebnis der Beweisaufnahme als versuchter Mord zu k>estrafen, waS der Staatsanwalt durch die' Schilderung der Ausführung der Tat näher darlegt. Der Angesagte hat selbst zu- gegeben, daß er mit der Mögl'ckkeit des Todes ErzbergerS gerechnet bat. und damit hat er den Vo'rsatz auf Tötung bekundet. Der Angeklagte hat nicht nur mit Ueberlegung gebändelt, sondern ist geradezu planmäßig vorgegangen. Der Anklagever�g treter beantragt Bejahung der Sckuldfrage zu 1, will aber oeiu� Angeklagten mildernde Umstände zubilligen. Plädoyer des Verteidigers. Sodann ergriff ReckiSanwalt Dr. Bahn da? Wort. Er bittet, die Schurdfragen zu verneinen und den Anzello»»«« sreizusprechen. Man muß unterscheiden zwischen fluchwürdigen und nicht fluckwürdigen Attentaten. Immer hat- eS Attentat« gegeben, deren Vollbringee verherrlicht worden sind. De Männer, die jetzt an der Spitze der Regierung ständen, seien ja auch auf Grund einer Umwälzung, alko durch Gewalt, zur Macht ge« langt. An? rein idealen Motiven hat der Attentäter ge- handelt. Ein Attentat gegen Er-beraer lag damals sozusagen in der Luft. WaS die Persönlickke't ErzbcraerZ beträfe, so müsse man feststellen: Früher war er Lehrer, dann wurde er Politiker und fetzt ist er ein reicker Mann, nur durck seine volitische Tätigkeit. Weitere Ausführungen des Verteidigers zur Perfönlickkest Erz- bergcrS- schneidet der Vorsitzende als unzulässig ab. R.-A. Dahn fäbrt darauf fort: ErzberoerS polstiscke Moral stände nicht auf der Höh« der Bismarckschen Moral. Ganz Deutschland sibt ,u Gericht über Erzberger, schon wegen seiner Sieuerpolitik.Mn der ein feder Interesse habe. Der Verteidiaer erläutert darrnWan zablrecken Beispielen beti Unterschied flinifcten Mord und STotfcHciq. Anvifels- ohne babe v. Hirsckfeld in aroßer Erregung und obne jede Ucber- leguna gehandelt. Mit Rückssch' aus seine ganze geistige und kör*cr- liche Verfassung könpe man ihn kür daS Abfeuern der Schüsse nicht verantwortlich macken. In zablreicken Zuschriften, darust�r m:ck van Universität Sprofessören. fei das Attentat als ein« valrio- tifcke Tat gefeiert Ivordcn. Wenn wir w-br solche Leute hätten, dann hätten wir nick,t da« Schieber- und Berbrecheitum zu ver- zeichnen, sondern den natürlichen Bnsbau. Der Vater deS Angeklagten und der Angeklagt? selbst schließen sich den Au'fübrungen des Verteidigers mit wen ig m Worten an.- ES erfolgt h-.crauf die RechtSbelehrung der Geschworenen durck den? irsstzmden und kurz nach 8 Uhr ziehen sich die Geschworenen zur Beratung zurück. DaS Urteil. Nach stist einstündiger Beratung Wbrten die Geschworen en in den Saal zurück. Um 614 Uhr verkündete der Obmann den Wabrspruch der Geschworenen: Die Frage d�S vrrsuchten Totschlages wurde von do» Gxschwo» renen verneint. Die Frage der Körperperleyung bejaht und ebenso die Frage der mildernden Umstände. Der Stvalöanwalt Brüning b-.aninagte darauf mst Rück- sicht auf dem strafersckeverenden Umstand der�Tat und nnlei Berücksiclstigung d?S strafmildernden Umstand es der geistigen Mndertvertigkeit des Angeslagteii zw c r Jahre Gefängnis. Der Verteidiger R-A. Bahn bat,. unter diesem Strafmaß zu blei- ben, da der Angeklagte lediglich aus idealen Motiven gehandelt habe. Er beantrage ferner Haftentlassung, da kein Fluchwerdacht vorläge.— Der Vater d?» Angeklagten und der Angeklagte selbst verzichteten auf da» letzte Wort. Darauf zog sich der Ge- richtShof zur Beratung zurück. DaS Urteil, da? LandgerichtSdirektor Weigert nach kaum ein- »iertelstündigcr Beratung» rkündete, lautet« auf 1 I a h r 6 M o- nate Gefängnis, auf di« die Untersuchungshaft von 26 Tagen angerechnet worden ist. Der Hastentlassungsantrag wurde abgelehnt, weil»ach Ansicht des Gerichtes mit Rück.' ficht auf dir nach zu verbüßende hohe Strafe Fluchtverdacht vorliegt. In der ktorzen Begründung, die der Vorsitzende g-ck, wird als strafverschärfend heovorg'choi'cn. daß Politische Atten'a!? auch in dieser Zeit'aufs schärfste zu verurteilen sind, und daß«S nicht geschehen darf, daß man politische Gegner durch die Anwen- dung von Waffen unschädlich zu macken sucht. Strafmildernd hat da» Gericht die Jugend des Angeklagten, seine ideale Gesinnung und seine bisberio« Straflosigkeit berücksichtigt. Auf Befragen des Vorsitzonden gab der Angeklagt« die Erklärung ab. daß er sich die Entscheidung über die Einlsgung de« Berufung vorbehalte. Sie WWW«kl Stille. Wichtige Erfindung der deutschen optischen Industrie. (Nachdruck verboten.) Wenn sich die Wahrheit erst durckgeiungen haben rd. dann wird die Brille nur nock bei Stein- Aovsern, Auiomobitisten. Gießereiarbeitern und Hockiourinen als Sckuybr lle ihr Dasein frißen. Zur Verbesserung der Leistun en de» Augeö aber wird Man ein optiicke» HiliSmiilel tragen. welches die Vorzüge der oliebrwürdigen Brille und ibre« floiten Bruders Kneifer in sich vereint, ihre Nachteil« aber vermeidet. Di« unleugbaren Vorzüge der Brill« sind ihr seiirr. sicherer Eitz, unabhängig von der Form der Nase, und die unverändeilick richtig«, da? beii-t für die Sehleistung z i eckmäßigsie Stellung der Gläier. Ihre Nachteile sind die umständliche Handhabuna, und daß ne da» Gesicht alt macht, junge Leute oft "raoez» entstellt. Die Borzüge de« Kneifers sind. d«ß er diese wteit« der Brille ve, meidet! leine Nachteile sind. ? er die Vorzüge der Brille nicht beftyt. In dem Augenblick, wo sie ihm gegeben werde», veiUert die Brill« Ihre Berechtigung, sie wird«rn Objekt für zuliinstioe AltertumS'ammIer. wie die früher ebenfalls uchentvedrliche Ltchiputzichere und anderer Urväierbausrat. Und Mi«>br«andern Tausende von Kneifern in die Rumpelkammer, die jetzt gleich flügellahmen .�ledermäuien ibre Flügel re'p. Gläier über die Gangen ihrer Träger herabbängen lassen, durck ibre unentwegt« Wackelei die unglücklichen Besitzer zur Benweifluiig bring n und nervös machen und i Viren mit ibrem harten, scharfen Druck die Seiten- flächen der Ra'enwurzel wundreiben. Wären das die einzigen Nachteile, so möchte eS hingeben. Aber der Kneifer in der Form, wie man ibn ie»t meisten« nock trägt, verdirbt oft an den Augen mehr, al« er nützt. Weil der vrennpuntt der Gläser kasi nie mit der Pupille zusammentrifft, wie es eigeuikich fem sollte, wird da» Auge in eine falsche Blick- richmng genötigt, also zum beständigen Schielen gezwungen. ES ermüdet infolgedessen sehr schnell, wird über- anstrengt, und Neivofiiät. die sich zunächst durch diuerba'ieKopsichmerzen und Benommenheit äußer«, ist eine der Folgen. Die ondeie der Folgen ist. daß die Sehtraft, die erhalten werden toll, noch nrebr geschwächt wird. Wenn jedeq» der«»nötigt ist. ein Augenglas zu «ragen, den L» h m«Ul»- Kneifer probiert«, j» wäre da» Schicksal der Bulle und der veralteten Kneiserkonstrult'onen(afoit besiegelt. Der Lodmann-Kneifer ist da« vollkommenste Hiltzmmel für schwache Augen, welche« zurzeit ex stiert. Er bat all« Vorteile der Brille, ihren festen. sicheren Sgtz auf den veisch'edensten Rofeiifoimen, die geiundueitl'ch richtige Eiellun,»brer Gläier«um Aug«, und er ha« den einzigen Bonug der bisherigen Knesser— die bequeme Handhabung. Er Hai ober noch feine Extravorzüge. Daß nämlich die jetzt vorwiegend getragenen Kneifer elegaot und flott oussebe». wird man nichi mehr behaupten, wenn man sie mit dem L o h- mann- Kneifer verglichen hat. Weder die an einem gewaltigen Federbügel be- festigten« seiiwäri« melancholisch beiabbaumelnde» Gläier der öiieren. noch der dicke, gerade und vlumpe Steg oder auffällig sichtbare Meckan'Smup vieler neueren Kneifermod.lle tönne» An'pruch auf Eleoanz machen. Beim Lobmann-Kneiker dagegen ist der Steg und Mechanismu» üdcrboupi kaum zu leben, und die Gläser stehen, einerlei, ob perMafemficken breit oder schmal, hock oder flacb rfi, fest und sicher wage- reckt vor den Augen: Brennpunkt der Gläser und Pupillen ntill«»er Augen decken sich. Man braucht nickt meht. w e man e« ber-Trä. eri! älterer Kneifer häustg siebt, beim Leien ste f aut- gerichtet zu sitzen, damit der Kneifer nickt herab. fällt, sondern lann eine zwanglose Hallung ein- nehmen oder auck, wenn man da« bcqnemer finden sollte, auf dem Kopfe stehen— der«nufet sitzt lest und, wo» die Hauptsache ist, ohne lästigen Druck. D'e patentierten Lobmann«Kneifer werden nur von der Ortbozeiirriiche» Kneifer- Gesellschaft m. b. H. in Berlin, Potsdamer Straße tss�. aeltesm, die keine Filialen oder 'oiistigen Vertoufsilelle»»vrerbäll. Bei persAnlickeiv Blinwe.'der zu emvfedlen ist(geöffnet von 9 btj 6 Uhr unnnterbroch n). weil man ohne Kons« »Wang nach vorber-ger kostenloser Augenunter- '»ckung den Knei'er probieren und ibn mit dem bisher aetiagenen vei gleichen kann, beachte mar zur Verineidung von Verwcch'lungen genau di« Firma und da« neu« Gei.i äsiehrniS Rr. 1.8 4 /l mit der Kennmarke»Lobmäiin-Kneifei�. Alle« waS»nier äbultcher Bezeichnung eventnell in der Handel gebrockt wird, sind nickt echte L o h m a n n> Kneiler. AuSwärtiae wollen Prospekt LkZ mit Frageboger verlangen, der gratis und kranlo verfandi wird Di« Gesellschaft liefert auch nach auswärts unte, Garantie richtigen Paffe»«. Sonntag» geschloffen Boebfcin« WWßl»! J Mäntel o Leopold Cadiel � Täglich Eingang von Frühjahrs-NeuheitenT) Könlaslr. «W. P'JrtJt Boobetegaat« o Hocheleganie Früh JaHrs-� MäNTeL Covertcoat u tei! s andere Wollstoff#. auch für starke Damen Größte Auswahl. GUMMIMÄNTEL. für Damen. fftcheleganfe pROHJAHRS� ' Kostüme belle und dunkle Farben, vorzüglich» Stoffe, auch große Weiten. 'Jl/lfGMADCHEN- Kostüme. (jesellschafts- Stoissenkleider so schön, wie sie selten gezeigt werden.* Woll- u. Seidenstoffe, auch für starke D a wen. HERRLF(ilE TANZ- KLEI PER Größte Auswahl. Alle Stoffarfen. Aparte KIfIPER-RöCKE Seide und Wollstoffe. 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Die Emäscherung findet Natt am Dienstag 12 Uhr im Krematorium tserichtstr. verdand der Gemeinde- und Ztaatsardeiter. OrtZvcnvaltung Graß-Berlin. Tienstag, de« Ä4. Februar, abends K Uhr, in B ö k e r s Festsalen, Weberstrahe 17: AnßsronientL Qeneral-Versammlung. TageSordnuna: Stellungnahme zum neuen Lohntarif für die Ge- meiudearbeiter Groß-Berlins. Eingeladen sind sämtliche Delegierten der Gemeindebetrreöe. Delezierleniatte und Mitgliedsbuch find als Ausweis vorzuzeigen. VI« OrtBrerwaltnng. Zemralvetband der Zimmerer Deutschlands Zahiit Berlin u. Omg. ffe,30.3a-ä5M m Jen I y�BojiiÄiiic tinganj nur durch den Hausllur. VSev lauscht TBoftnung nit Berlin O 34, Kochhann- irohe 15, vorn 1 Trepp?, ein Limmer, Kiiche, Balkon, mit zubehär, Vereinshäuser. An- tedote an Frig Bender,«och- zannstraßr 15. 353b Entlaufen >dec ewgesangen brauner Schäferhund(Lux)©teuer- narke 35 245.©teder bringet ,n6e Belohnung zugesichert. Sreisoiudlder Strohe 57 (Uhrenladen). 956b .- (Sartenland, rUnstige. ertragt., Sage. f., Uhr. im L-hrernereinshons« zu Berlm, Aterandcrstr. 41(am Alexander- plaii), stattfindet. Die Generalversammlung hat sich mit der Abnahme der Iahresrechnung, der Entlastung des Vorstandes, der Wahl der Kassciiiunktionäre. mit An- trägen zur Kassensahung, mit Berwaltnngsiraacn und Be- schwenden von Mitgliedern usw. zu beschäftigen. Die Abgeordneten werden durch besondere Einladungen benachrichtigt. S8l/Z0 vre vorstand. jEinladnng rar ordentlichen General-Versammlung der OroS'Berliner Helm» Mättcn-Erwerbs» und Bau»Genossenschaft, e. G. m. b. h, am 3. Marz 1920, nehm. S1/. Uhr, Barbarossastr. 55. Tagesord ung; I. Alifiem. Geschädshericht. i Rcchnungslg.u. Entlastung 3. Satzungsänderungen. 4. Zinvahl zweier Autsichts- rat«mltelieder Legitimation: M'tg'tedsbuch. Berlin, den 21. Februar 1920. Der Vorstand. Sclttender. Hermann. Ahessinier-ßnira zum SeldsidussteUen. Hoftnlnipen. Garten- n. 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Wir suchen zum sofortigen Antritt einen tfich» tlgen Kollegen als mit rednerischer und organisatorischer Veranlagung, i Gute Kenntnis der Angestelltenbewegung ist enorden. i Schriftliche Bewegungen mit Angabe der bis- i herigen Tätigkeit und Dauer der Mitgliedschaft in i unserer Organisation smd bis zum 1, März 1920 1 an den Bevollmächtigten Hans Kleinere, Rostock LM., 1 Elisabethsir. 16 II, zu richten. 6/2 1 Zentralverband der Angestellten; Ortsgruppe Rostock I. M., •••••§•••••••••••>•»»>•••••••• Die Stehe des''' Sfirgevmeisters der rund 25000 Einwohner zählenden, in starker Entwicklung stehenden Industriestadt Velbert(Rhclnld.)-jst sofort neu zu besetzen. Das Mindestgehalt beträgt, vorbehaltlich der. Qeneh- mifiung des Bezirksausschusses 13000 M� Stefgrerongen und Zulagen nach besonderer Vereinbarung. Die Stadtverordnetenversammlung setzt sich zusammen aus 17 Mitgliedern der S. P. D., d Mitgliedern der U. S. F, 6 Mitgliedern der vereinigten D. V. P. und D. 5 Mitgliedern der christlichen V. P. und 2 Mitgliedern der D. D. P. Geeignete Bewerber, weiche die Betätigung zum Richteramt besitzen oder welche sonst über die erforderliche amt einzureichen. Größere Schulen sind am Orte. Stadtverordneten-Fraktion der 9t P. D. \ in Velbert: Kuhlmann. ••»»>§»•••••••••••••••••••••••• . 4 Ira. fdt Zohnrobfrdsarel zum i ll baldigen Eintritt gefnifit. i � �' Es wird nur auf-tn- erste i Krack resseviert. die imstande ist, eine größere Abteilung l zu braulsichligen und Präjistonsardeir zu lieiern. Erst, i Naifige Maichinen sind vorhanden. Angebote mck Ein-> trcktstermin.Gebaitsaniprüchen, Angaben Uder bisherige l Tätigkeit und Bild find zu richten an die i Magdeburizer Werkzeugmaschinenfabrik' Aktiengesellschaft, Magdeburg- Neustadt. »«««««««»«»«»««««««»«««««««»« Zur Besetzung eines städtischen Wöblfnbrtsamtrs (Stadt Vorpommerns, 7000 Einwohner) wird ein in kommunalen Angelegenheiten erfenrener Genosse gesucht(möglichst Vo kswirtschaftier). 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Teutich- land hal durch ieins Ablieferungen seinen festen Willen bewiesen, den Vertrag soweit wie»rgend möglich gu erfüllen, und wird dies auch weiter tun. Die Ständige Valutakommission vertraut guver- sichtlich darauf, dag die WiederguimachungSlommission in Erfüllung des �riedensvertröges der deutschen Regierung, die jetzt benötigten Summen, wie im Artikel 23S vorgesehen, freigeben wird. Sie hält sich zu diesem Vertrauen um so mehr für berechtigt, als sie in der Erfüllung ihres Verlandens die Voraussetzung zur�Aufrecht- erkalurng nicht nur deS deutschen, sondern auch des Welt- Wechsel» Marktes erblickt. die„isolierte" Wahrheit. Herr von Aardorff erhält von der„Deutschen Tageszei- tung" einen Rüffel, weil er es mdst übers Herz bringen kann, sinnlos die Phrase mitzudreschen, daß die Revolution an allem Unheil schuld- sei. Herr von Kardorff soll die ent- scheidende Bedeutung der Agitation, die mit der Reichstags- Resolution und den Marinemcutereicn einsetzte und die schließlich die deutsche Kapitulation herbeiführte, völlig ver- kannt haben.'Das Junkerblatt fügt hinzu, daß es guten Grund zu der Annahme habe, daß Herr v. Kardorff in seinen Ausfassungen in der dcntichnationalen Partei„recht isoliert dastehe". Demgegenüber soll doch nicht vergessen werden, daß die „Deutsche Tageszeitung" selbst in ihrer Nmmmer vom 9. 11. 1919 folgende Sätze schrieb: „Wir dürfen nicht vergessen, daß die hsnttzen Verhältnlssc durch clnr» langen Krlaq hervorgaeufen sind und das, keine Re- - gieoung imstande ist, die Verhältnisse so zu.gestalten, daß sie nach jedermanns Geschmack sind." Aber xs gibt noch einen anderen Zeugen und das ist Graf Posadowskn, der am Erinnerungstage der Revo- lution, am 9. 11. 1919 in der„Post" schrieb: „Es wäre eine II e b e r i r e i b u n g zu behaupien, daß all das polilische. wirtschaftliche und sittliche Elend, unier dem un- ser Volk leidet, eine Folge der Revolution sei. Tie Unache hiervon liegt iu der seelischen, körper-lichen und sittlichen E �Höpfling' des Volke-? als Folge eines llhjährigrn Kriege?, der uns überanstrengt und unsere Widerstandsfähigkeit geschwächt hat.". Jetzt werden vKr uns natürlich nicht wundern, wenn die „Deutsche Tageszeitung" wiederum prompt erklärt, daß auch Herr Graf Pchadowsky mit dieser seiner Meinung„isoliert" dastehe.____ Nothilfe für üas Erzgebirge. Die in unserer gestrigen Nummer quttrierten 10000 M. von der Auslandshilse des Roien Kreuzes sind vom Zentralkomitee der deutschen Vereine vom Roten Kreuz, Abteilung Mutter und Kind, eingezahlt worden.- Weitere Spenden werden erbeten an: Preußische Staatsbank, Berlin, Markgrafenstraße, Konto:.Nothilfe für das Erzgebirge".- Die neue preußische Verfassung. tzanüelsmöglichkeiten mit Sowjet-Rußlanö. LI rassin über Ruhlands Bedürfnisse. Der Chefredakteur des„Daily Herald", Genosse Lands- b u r y. der sich gegenwärtig in Moskau auf einer Studien- reiic befindet, hatte mit dem russischen Volkskommissar sür das Transportwesen, Lira s/in, eine Unterredung, in der dieser den W ii n s ch Sowjet- Rußlands, mit Europa in H a n d e l s.b e z j e h u u g c n einzutreten, betonte. Was Nußland besonders und sofort brauche, seien LOOll Lokomotiven und rollendes Material. Das könne es entweder in Gold oder in Naturalien— Getreide, Leinen, Erze— bezahlen. Tie russische Nationalbank sei in der Lage, alle notwendigen finanziellen Abmachungen zu treffen. Ausländische Techniker und Ingenieure würden mit Freuden aufgenommen werden. Vor allem aber müsse der F r i e d e zustande kommen. denn ohne Frieden sei die T r a n s p o r t k r i s c u n I ö s bar. Amerika unö See§r»eöensvertrag. Tic Republikaner für Ratifizierung. New Jork, 2l. Februar. Meldung des tzollandsch NieuwsbüroS.) Der republilaniswe Rationalausschuß, der das republikanische Programm sür den Wahlkampi aufgestellt hat, Hai zugunsten der Ratifizierung des Friedensverirages ge- stimmt, protrsiien aber dagegen, daß die Bereimglen Staaten sich verpflichten, Truppen ohne besondere Zustimmuitg deS Kongresses naeö dem Ausland zu schicken. Er verlangt, daß die Monroe- lehre aufrechterhalten bleibt und wendet sich gegen die Arbeitsbeslimmungen des Vertrages. Ferner wünscht er. daß-K 10 des Völkerbundes nicht ratisiziert werden solle, da er die Ver- einigten Staaien in einen Hexenkessel von Kriegen treiben könne. Es wird hinzugefügt, daß auch der Völle rbun dsvertrag m a n g e l h a s t tet, weil er anstelle eines Rechtsspruchs Be- sprechungeu bei internationalen Zwistigteiten vorschlage. Der Aus- ichuß regt den Plan der Errichtung eines internationalen G e r i ch t S h o fe si zur Erledigung derartiger Streitfragen an. /iuklanö Heööes öotschaster in Washington. Amsterdam, 2t. Februar.iedakieur«. Stein-war ein AuSwetsiingSbejehl zu- gegangen, der aber wieder zurückgezogen wurde. Tic Frankfurter Genosse» gegen die Beichräntinig des Per- fammlungsrechts. Fn der Generalvenammluitg des. fozialdetnotra- tischen Vereins Groß-Frankfurl gab am Sonnabend der Borsitzende, Genosse Kaiser, vor Beginn der Tagesordnung im Namen der Parteileitung Frankfurt eine Erklärung ab, in der gegen die B e- einträchtipung des Versammlungsrechts Pro- t e st erhoben wird. Der General iuz Frankfurter Wehrbezirk babe angeordnet, daß alle Versammlungen fünf Tage vorher an- gemeldet lrerd-n müssen, ein Vorgehen, das eine, tveseutliche Ein- schränkuna des Vcrsitmmlungsrechis und«ine Willkür bedeutet und mit oer Reichsvcrfassung unvereinbar ist. Der Vorstand legt Pro- test daaegen ein. Die Verbängung des Belagerungszustandes ist an und für sich schon eine bedenkliche Maßnahme und durch die ge- genwärttgen Verhältnisse begründet. Tic verstärkten Maßnahmen sind durchaus uichegründet. denn in Frankfurt». M. herrscht eine musterhafte Ruhe. Vollkommen unverständlich ist es daher, wenn verlangt wird, fünf Tage vorher die Tiskussionsredner tennen zu lernen, ein Verlangen, dem nachzukommen technisch unmöglich ist. Die Bscsammlung stimmte dem Protest einstimmig zu. Ei« Muanzrat. Wie die„P. P. N." erfahren, sind die Vorberatungen unter den drei Mehrheiisparteien über die neue preußische Verfasiung so gut- wie zum Zlbschluß gelangt. Die Vorlage wird nunmehr das Staatsministerium beschäftigen und in den ersten Märziagen an die Landesversammlung gelangen. Ten weitaus größten Raum in den Vorbesprechungen haben die Finanzfragcn eingenommen. Das reine Einkammer- s y st e m, bei dem Beschlüsse der Landesversammlung nahezu ohne weiteres Gesetz sind, schien gerade in ftnanziellen Fragen sür die Zukunft nicht unbedenklich. Dsi entscheidende Neue- rung in dem endgültigen preußischen Versassungsentwurf dürste deshalb ein Finanzrat fein, dcsien Zustimmung einzuholen ist, wenn der Landtag Ausgaben beschließen will, die über den von der Staatsregierung vorgeschlagenen oder bewilligten.Betrag hinaus- gehen, für neue Steuern, für die Aufnahme von An- leihen und llebernahme von Bürgschaften sowie für Ausgaben, für die noch keine Deckung vorhanden ist oder für die die Deckung durch Anleihen erfolgen soll. Dem Finanzrat sollen die von den Provinzen gestellten Vertreter Preußens im Reichs- rat angehören, ferner der Präsident der Dberrechnungskammer, der Präsident der preußischen Staatsbank, der Präsident der Zentral- genossenschaftskasse und eine Anzahl vom Landtag zu wäh- lende Mitglieder., die an Zahl um vier geringer fein sollen als die preußischen Mitglieder des Reichsrates. Der Land- tag wählt seine Vertreter geheim nach den GrnnNätzen der Per- bäliniswahl. Wählbar ist nur, wer das 3ö. Lebe�jahtt vollendet und seit drei Fahren Prenß« ist. Tie Landtagsabgeordneten müssen bei ihrer Wahl in den Finanzrai ihr Mandat niederlegen. Alke zwei Fahre scheidet ein Drittel der gewählten Mitglieder deS Finanzrates aus. Die Sitzungen des'Finanzrates sind nicht Lf- fentlich. Tie Mitglieder des Finanzrates find immun und er- halten Diäten. Beanstandet der Finanzrat ein Finanzgesetz oder einen Beschluß von finanzieller Tragweite, so hat er dies innerhalb zweier Wachen dem Landtag mitzuteilen und innerhalb weiterer zwei Woche-n schristlich zu begründen. Die Angelegenheit unterliegt also dann erneuter Beschlußfassung des Land- tages. Hält der Landtag mit Zweidrit'tclmehrheit an seinem ursprünglichen Beschluß fest, so behält es dabei sein Bewenden, sofern nicht die Staatsregierung den Landtag auf- lösen will. Abgeseben von dieser Neueinrichtung deS Finanzrates ist der preußisch« VerfaffungSentivurf str'eng demokratisch aufgebaut.> Ein besonderer Abschnitt enthält die Bestimmungen über den Landtag. Ter Landtag wird in allgemeiner, gleicher, unmittel- bärer und geheimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältnis- wähl an einem Sonntag gewählt. Wahlberechtigt sind alle Deut- schen über zwanzig Fahre, die in Preußen ihren Wohnsitz haben, wählbar alle Wahlberechtigten über 2S Fahre. Die Prüfung der Wahlen nimmt ein WahlprüfungSgericht vor. Die Wahldauer beträgt vier Fahre. Der Landtag tritt spätestens am ersten Mitt- wach deS November jeden Jahres am Sitz der Regierung zusammen. Die Vollsitzungen des Landtages sind öffentlich, doch kann aus An- trag pon wenigstens. 50 Abgeordneten die Oeffentlichkeit ausge- schloffen werden. Der Landtag muß auf Antrag eines Fünftels seiner Mitglieder II n te r s u ch u n g s ä u s s ch ü s ße einsetzen, die ebenfalls öffentlich verhandeln, tvenn nicht mit Zweidrittelmehrheit das Gegenteil beschlossen wird. Während der Vertagung des Land- tages wahrt ein ständiger Ausschuß seine Rechte. Ein weiterer Abschnitt behandelt das-Staatsministe» r t u m. Der Präsident des Landtages beruft den Ministerpräsidenten und aus Vorschlag die übrigen Staalsminisicr, die im allgemeinen ihm g l c i ch g? st e l l t sind. Das Staatsministerium ernennt die Beamten, erläßt zu den Ge- setzen die Ausführungsoerordnungen, übt daS Recht der Begnadigung aus usw. Das Staatsministerium als solches und jeder ein- Felne Staatsminister bedürfen zu ihrer Amtsführung des Ver- trauens des Volkes, das dieses durch den Landtag bekundet. Ein Mißtrauensantrag muß von mindestens dreißig Abgeordncien unierzeicknet fein und dann frühestens am. zweiten Tage nach seiner Besprechung zur Abstimmung gelangen, d: namentlich sein muß. Wegen Versetzung der Verfassung oder der Gesetze- kann der Landtag die Minister vor dem Staats- gerichtshof belangen. Die vom Landtag beschlossenen Gefetze muß das Stactismini- steriu« verkünden, wenn es den Landtag nicht auflösen will. Gcsetzeövorlagen. die der Landlag abgelehnt'hat, können in demselben Sitzungsabschnitt nicht wieder vorgebracht werden. Ein weiterer Abschnitt regelt das Finanzwesen. Mehr- ausgaben sollen grundsätzlich nur gleichzeitig mit den Bestimm un- gen über die Deckung beschlossen werden. Im Wege des Krc-l dits dürfen. Geldmittel nur bei außerordentlichem Bedarf und in der Regel nur für Ausgaben zu werbenden Zwecken durch Gesetz beschafft werden. Das Recht der Gemeinde»»nd Gemeindeverbände auf Selbst- Verwaltung wird in der Verfassung grundsätzlich anerkannt. Im übrigen wird für den Ausbau der Selbstverwaltung ein b c s o n- deres Gesetz in Aussicht gestellt, ebenso wie nach ein. besön- deres Wahlgesetz und Wahlprüfungsgesetz angekündigt werden. Ein weiterer Abschnitt«behandelt die Rechte der Staats- b c a m t e n. Ihre wohlerworbenen Rechte werden erneut für unverlctzlick erklärt, ihre Entlassung aus dem Amt oder Ver- setzung in ein anderes Amt mit geringerem Rang oder Gehalt können nur unter den gesetzlichen Voraussetzungen und For- men erfolgen. . In den Uelergangs- und Schlußbestimmungen werden'die ! Befugnisse des früheren Königs erneut dem Staats- Ministerium übertragen. Als Träger des landesherrliche« .Kirchenregiments soll er. bis eine besondere Gesetzgebung diese Frage erledigt, durch drei Mitglieder des Ministeriums evan« gelischen Bekenntnisses vertreten werden. Verfassungsänderungen und ebenso Beschlüsse auf Anklageerhebung gegen Minister be- .dürfen der Zweidrittelmehrheit. Für alle, öffentlichen Beamten wipd erneut der Versa ssungseid vorgeschrieben. - Wie die P. P. N. hören, besteht bei den Mehrheitsparteien der Landtagsberfammlung die Ucberzeugung, daß die Vorlage in der Form des Entwurfs ohne große Schwierizkeiten zur Annahme ge- langen wird. Immerhin wird ihre Beratung erhebliche Zeit in Anspruch nehmen, und ay Neuwahlen für Preußen djjrfie einstweilen kaum z u denken sein. .'V�-sÄ -;- 5-—->—4 Wirtsthast. Die Pariser Börse geschloffen? Au? Paris kommt die überraicbende Meldung des W. T. B., daß die dortige Börse von heute ab bis zum 25. September ein- säiließsich geschlossen bleibe» soll mit Ausnahme deS 16. Mai und des 3l. Juli als LiquidationStageu. Man hat es hierbei offenbar mit einer Maßnahme zu tun, die durch die Vorgänge am internationalen Valulamatkt veranlaßt worden ist. Bekanntlich hat auch der Franc längst seinen ehe- maltgen Friedenswett zur Hälfte eingebüßt und damit auf dem französischen Warenmarkte eine arge Vetwüstung angerichtet, deren Einwirkung aui die allgemeinen politischen und wiriichastlichen Ver- Hältnisse mehr und mehr zutage in«, und da auch an der Pariser Börse Zustände einzutreten droben, wie sie in letzter Zeit in Wien und Berlin beobachtet werden, sieht sich die Regierung zur Schließung der Börse gezwungen. Etne Bestätigung der Meldung muß abgewartet werden. Wann wird dem furchtbaren Taumel an unserer Börse ein Ende gemacht werden? Steigende Kurse unserer Aoleiheu. Am'2. Jan. Am 20. Febr. vproz. Deutsche Reichsanleihe 77.50 79,20 4, Preuß. Konsuls..• 60,50 71,90 8'/-P.°z........ 61.00 64,90 Preußische Boden-Kredtt-Aktien-Bauk. Die Bank beschafft sich Geld durch Ausgabe von Pfand- b r i e f e n. die sie verzinsen mutz und verwendet dieses Gel» zur Ausleihung von Hnpolhekett und Darlehen, sür die sie Zmien erbält. Der Hypolhekenkiejtand 60t sich öiif 435B84 55< 3??. tveiter per« ttnoett, davon waren 420 385 005 M. UnlerlagHhtwotheken. Der Bestand an Kontmuicaldarlehen ist mtt 15,1 Mill. M. scharf angestiegen, ebento der Umlauf an K o m m u n a l o b I i- gaiion'en mit 6 819 100 M- Der Psandbriefumlauf ist mit 413 520 300 M. weiter zurückgegangen. � Es ivurden veteiunabml an Hypotbekenztnfen 1019 19 778 778 W., es wurden vetausgabi an Pfandbrief- Zinsen 16 875-773 M, Zinsübet schütz 3 403 005 M. Der Reinoewinn beträgt 3 308 820 M.. so daß«inichlietzlich Vortrag 3 504 316 M. zur Vetfügung sieben. Die Verteilung ge- stallet sich im Vergleich zu den Vorjahren wie folgt t 1019 1918 1917 M. Vi. M. Dividende.... 2 250 000 2 100 000 2 100 000 do. in Proz.... 7>/z 7 h 7 Erirare'erve II.» 700 000 735 000 850 000 Botstand... 126 721 114 555 139 224 Auffichi-'rat... 140 831 129 983 133 135 Beamte..... 90766 130000 158995 Vortrag 196496 190498 171 051 Der Verband deutichcr Triiipcrgiröerci beschloß die Mindest- preis- auf 1140 M. für alle Februatlieferungen pro 100 Kilogramm zu erhöhen. Tie Lage des deutsche« WebstoffgewerbeS. In allen Zweigen sind die Fabrikanten genügend mit Aufträgen versehen, aber die Robstoftveriorgung bereitet durch die gewaltige Preissteigerung für alle Rolswsfsorten neuerdings wieder sehr erhöhte Schwierigkeiten. Die Warenpreise sind ohne Ausnahme gestiegen. Trotzdem be- tmlligt die Adnehmerschaft die gesteigert en Preise, da ein tat- sächlicher Warenmangel besteht. Zur Holznot. Dem„Börscn-Courier" wird geschrieben: Auf die Qualität wird nicht mehr großer Wert"gelegt, und es wird klar, daß die deutsche Tischlerei allmählich von der Herstellung der früher hoch- wertigen Qualitätsarbeit wird Abstand nehmen müssen, soweitchas Rohhvlz in Frage kommt. Infolge des großen Ansturmes Kauftustiger schwellen die Schnittsisizpreisi immer weiter an. Für unbesäumte Kiefer wurden bis 1500 M., für geringere. Sorten 1100 bis 1250 M. gezahlt. Ast-- reine blanke Seiten brachten 1500 bis 1600 M. bei 20 Zentimeter Durchschnittsbreitc. Tie Zablungsbrd-ngungen werden von Tag zu Tag schärfer. Tie Kredinvirtschaft wird dadurch m»gesund. Vor allem geraten diejenigen Sägewerke in Not, die viel Rohholz zur � Beseljafrigung der Betriebe gebrauchen und R i e s c n k a p i t a l t e n bei den ungeheuer hoben Nobbolzvrcisen aufwenden sollen. Das iülirt vor allem zur V o r s ch u ß e r h e b u n g bei der Kundschaft, die einst- weilen, von dem Holzmangel genötigt, zur Hergabe bereit ist. Für Robbolz wurden a b J o r st bis zu 1000 M. je Festmeter gezahlt. Erheblich sind die Umsätze in Buche geworden. Die Werke im Spessart können die Anfragen nicht erledigen. Dieser Aufschwung ist plötzlich gekommen und die Preise sind bis zu 800 M. je Kubik- rneier Schnittholz angestiegen. Eiche ist stark gesucht. Dickten brach- ten bis 5000 M. je Kubikmeter und Block wäre 3000 M.. aber auch darüber. Erlen wurden für 1500 M. je Kubikmeter Bretter ver« kauft. Die fehlende polnische War« ersetzt man, so gut ergeht, durch die inländische Erl«, die natürlich keinen volliverngen Ersatz bietet. Sehr groß war die Nachfrage nach besäumter Schalware, die knapp geworden ist. Daseist der Segen der freien Wirtschaft. Wer den größten Geldbeutel hat. erhält die Ware! Nur öffentliche Bewirtschaftung und gerechte Verteilung kann belfen. Es fehlt der Sozialismus. Die Gcme!' Wirtschaft für die Holzversorgung. Tie maßgcb».den.Holzgroßhaiidels�irmen haben dem Reichs- wiNschaft-Zmtnid.rium eine Denlschrist überreicht, in der sie aus dm Schäden des wilden Holzhandels, der sich zur Ausfuhr DanzigS bedient, aufmerksam machen und einen völligen Zusammenbruch der deuiichen Holzwirischoft in Aussicht stellen, wenn es nicht geltugt, die Holzausfuhr straffer zu organisieren. Sie schlagen daher vor. ein Syndikat der größten Holzhandelsfirmen unter Mitwirkung des ReichswirischaftSminffteriums zu begründen, dem iodanu die ce« lamie Ausfuhr von Hol, sowie die damit verbundene Ausmhr- toinrolle übertragen werden soll. „ Nachdem man die Holzversorgung sich in Grund und Boden hat wirtschaften lassen, kommen die Freihändler und rufen nach dem Syndikat. Rein, nicht bloß der Hol-töandel, sondern die gesamte Holzwi-tschaft mutz unter össeulliche Bewntschgftung. Samt- liche Forsten, einschließlich aller privaten und gemeindlichen, müssen von einer Zentrale bewirtschaftet werden, die die zu schlagenden Mengen und die Elnheiispreiie bestimmt. Es wird vom Wirt» i ch a f l S m i n i st e r viel auf einmal gefordert, denn an allen Ecken kracht die freie Wirtschaft und zwingt zur Einführung der Gemeinwirtichait. Leider fehlt uns eine grotzc Q r g a u i i a t i o n gemeinwirtschasilichcr Führer, die sich in die Arbeit für den Umbau teilte! Der Preis für Buslandszucker, dir Von der Reichszuckerstelle für Arznei- und Nährmittel. Krankenkost, technische Zwecke usw. in be- schränttem Maße zur Verfügung gestellt wird, ist neuerdings auf 760 M. für den Zentner erhöbt worden., Aufsaugung. Tie Siegen-Lothringer Eisenwerke we&deu an die Walzengietzerei vorm. Koelich u. Eo. zu einem noch festzusetzenden Kurse übergehen. GewerffchaflsbewMng 'kia Schlag gegen öenveutjcheuSlsenbahuer-verbaaö Lom Vorstand des Deutschen Eisenbahner�Lerbandet wird unz geschrieben: seit einigen Wochen werden unaufhörlich Eifenbahnreparatur- werkstätten geschlossen zu dem Zwecke, eine größere Wirtschaftlich- keit herbeizuführen. Unsere Organisation ist stets für die wirr- schaftliche Gestaltung des Eisenbahnbetriebes eingetreten, und rst der gewünschte Erfolg nicht gezeit gt, so liegt das wahrlich nickt an den Arbeitern allein. Wir haben uns nicht gegen die notwendige Reduzierung des Personalbestandes ausgesprochen, aber die Art und Werse, wie die Entlassungen erfolgen, muß unseren schärfsten Pro» test auslösen. Es handelt sich ganz offenbar um einen wohlüberteg» ten Schlag gegen den Bestand unseres Verbandes. Junltrionärc, die seit Jahrzehnten bei der Eisenbahnberwaltung beschäftigt werden und stets zur Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten arbeiteten, in allen kritischen Momenten Ruhe und Besonnenheit an dest Tag legten, werden rücksichtslos auf das Pflaster geworfen. Da muß man denn doch die Frage aufwerfen: was bezweckt die Verwaltung eigentlich? Das Ministerium erklärt uns, es könne davon keine Rede sein, daß einseitig Entlassungen stattfinden, um nur den Deutschen Eisen» bahnerderband zu schädigen. Der Minister selbst hat auf Befragen geantwortet» daß er ohne Ansehen der Person, der Partei» und Ge- werkschastSricktung nur die überzähligen Leute aus den Werjjtalten entfernen wolle, ebenso auch solche, die ihre Arbeit vernachlässigen, oder ihre Mitarbeiter an der Arbeit gehindert haben. Wenn Miß» griffe vorkomitten, sagte der Minister, so ist cS die Schuld nach- geordneter Stellen. Demgegenüber aber müssen wir doch klipp und klar folgendes feststellen: Die Schließung der Werkstätte« erfolgt nach Anhören der Dir«!- twnen durch das Ministerium. Ist dann die'Schließung der Werk- statten erfo'gt, dann bleibt e» den einzelimn Werkftättsnämiern überlassen, wahllos Leute auf die Straße zu fetzen, ganz wie es einzelnen Vorgesetzten paßt. Der schrankenlosen Willkür ist damit Tür und Tor geöffnet. Kaum jemals wurde von Privatarbeit- gebern so. rigoros verfahren, wie es hier von der Eifonbahnverwal- Junff geschieht. Es ist von uns wiederholt ausgesprochen worden. daß diese Aktion sick lediglich gegen den D. E.-V. richte. Dabei mag eine ganz bestimmt« Absicht zuguundeliegen. Da? Betriebs- rätegesetz ist bekanntlich j-tzt im Kraft getreten. Di« Wahldo'-- schritten sind ergange». Fast kommen wir auf den Gedanken, die Verwaltung greift deshalb zu dem Mittel der Entlassung unserer Funktionäre, um bei den bevorstehenden Wahlen zu den Betriebe-' raten zu verhindern, daß tüchtige Kräfte die Interessen, der Arbeiter wahrnehmen. Sollte diese unsere Vermutung richtig sein, so wäre kein Wort scharf genug. um ein solch«? Verhalten zu brandmarken. Wie verkehrt übrigens die Maßnahmen der Verwaltung auch nach einer anderen Richtung hin sind, zeigt der Umstand, daß bei der Schließung der Werkstätten die Arbeiter für 14 Tage entlassen werden und für diese Zeit den Lohn erhalten. DaS nennt man dann größere Wirtschaftlichkeit, wenn dem Staate hohe Kosten auf« erlegt werden, ohne daß auf der anderen Seite entsprechende Werte für die VolkSgesamtheit geschahen werden. Ggenüber diesem ganzen Treiben erwächst der Organisation die Verpft chtung, mit den schärfsten Misteln den Abwebrkamps aus- zunehmen. v Unser Kollege B runner, Beirat im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten, hat daraus in voller Uebereinstimmung mft dem Verbandsvorstand sein« Konseguemzen gezogen und seinen Rücktritt angekündigt. Weiter ist beschlossen worden, in den Par- ramettten die Angelegenheft zur Sprache zu bringen. Für die Deutsche Nationalversammlung wird sich dazu die Gelegenheit Meten, wenn die Ersetzung des jetzigen ReichSverkehrSminifterß durch den bisherigen preußischen Minister Oeser zur Sprache kommt. Wir w.�e«' nickt, ob der letztere etwa gerade dadurch, daß er jetzt de« starken Mann markiert, der Reichsleiwng zeigen will, daß er der geeignete Nachfolger für den bisherigen Minister Bell ist. Wir find jedenfalls der Meinung, daß er dann ein untauglickcs Mittel ge- wählt hat, denn in einet demokratischen Republik, wie sie Deutsch- land gegenwärtig bildet, ist eS die Pflicht eines parlamentarischen Ministers, mit seinen von den Mehrheitsparteien, die die Regie- rung bilden, eingesetzten Beiräten über wichtig« Maßnahmen zu beraten. Unsere Kollegen in den Parlamenten werden bei passen» der Gelegenheit die reaktionären Akethoden des„demokrattschen Eisenbahnministers einer scharfen Kritik unterz ehen. Zum Schluß möge noch gesagt sein, daß die wiederholt abze» gebene Erklärung des Minister», daß er nicht gegen die Setoerk. schaften sei und mit ihnen zusammen arbeiten wolle« im Wckerspruch steht mit seinen Handlungen. Mft rücksichtsloser Entschlossenheit werden wir deshalb die Interessen miserer Kollegen wahren. Müssen Funktionäre der Arbeiterbewegung aus dem Pflaster bleiben, die als Familienväter arbeftslos werden, nur weil sie ihre Pflicht seit vielen Jahren in treuester Weise erfüllt haben, so gibt uns das Beranlassung, gegen die Urheber uiit gleicher Rücksichtslosigkeit vor. zugeben. Das eine sei betont, und die geschichtliche Erfahrung hat das bisher gelehrt, Ausnahmegesetze gegen eine bestimmte Gruppe oder Klasse im Staate haben noch nieniais ihren Zweck erreicht. DiZ- davon Betroffenen sind stets gestärkt aus den Kämpfen hervor- gegangen. DaS wird auch hier der Fall sein. Früher oder später wird sich zeigen, daß der D. ii B. in ungebrockener Stärke die Interessenvertretung der deusswev Eisenbahner ist.. Tie Differenzen im H.-ftzgewerb« beigelegt. Bon der Verwaltungsstelle'herlin de» Deutscken Holzarbeiter- venbandes Witt» uns geschrieben: Durch den im ReichSardeirSamt gefällten Schiedsspruch vam 20. Januar 1320 über die Lohnfrage und Teuerungszulage kam es betreffs der Auslegung über die AnrechnungKfähigkeit zu Differenzen im Holigewerde. Tie Unternehmer berieien sich daraus, daß ihnen die Ziffer 7 im Schiedsspruch das Recht ein- räume, im Dezembet und Januar in zwangloser Wette gewährte Zulagen als örtliche Vereinbarung anzurechnen. Die Berliner Holzarbeiter konnten aber dieser Auslegung nicht folgen und waren der Meinung, daß weder im Dezember noch im Januar von einer örtlichen Vereinbarung die Rede sein und«ine An- rechnung der im Dezember in mehreren Betrioben gewährten Lohnaufbesserung nicht in Frage kommen könne. Bezüglich der AnrechnungSiäbmkeit i>er ini Januar gewährten Zulagen stand eS insofern ander?: als der Arbeitgeberschutzverband für daS deutsche .Holzgewerbe eiwe generelle Anweisung gegeben hat. eine Teue- rungSzulage von 60 Pf. zu gewähren. Auck damit waren die Ber- liner Holzarbeiter einverstanden, daß über die AnrechnungsMig» keit dieser Zulaaen. dort wo sie gewährt sind, geredet werden könne. Die Arbeitgeber waren anfangs nicht bereit, den Arbeitern in dieser Beziehung entgegenzukommen. Infolgedessen kam eS in einer ganzen Reihe von Betrieben zur Arbeitsniederlegung Letz- tere führten dazu, daß sich die Arbeitgeber bereitfanden. in eine Verhandlung über dm Frage der Anrechnung mit dem Holz- arbeiterverband einzutreten. Die gcpftogenen Verchandlungen z«,. tigten folgende Vereinbar u», der Gchlichtung»kommiffion vom 21. F-ebruar 1320. Der Schiedsspruch vom 20. Januar 1320 über die Teu«- rungszulage wird in folgender Weise ausgelegt: Im Dezember 1313 bezahlte Zulagen lind nickt anrechnungS- fähig. Angerecknet wird die vom!. Januar 1320 ab bis zur Annahme des Schiedslprucks. das ist bis zum 4. Februar ausschließlich, von der Arbeitgeberorganisation angewiesene und demgemäß bezahlte Teuerungszulage von 80 Pf. Ab 12. Januar 1320 nackzuzahlen ist die Differenz zwischen den danach sich ergebenden TeuerungSzulagesätzen deS SchiedS- fpruchs und den wirklick bezahlten und anrechnungSfähigen Zu. lagen, wobei die Zulagen auf die Akkorde singemäße Anwendung finden. Die in den Ausstand getretenen Arbeiter haben nack Ab. schluß dieser Vereinbarung die Arbeit in den einzelnen Betrieben ungesäumt wieder auszunehmen. Dieße Vereinbarung gilt für all« dem Arbeftgeberschutzver- band für das deutsche Holzpewerbe angeschlossenen vereinigten Verbände der Berliner Holzindustrie. Auf Grund der vorstehenden Vereinbarung ersuchen wir nun- mehr unsere Kollegen, welcke die Arbeit niedergelegt haben, die Arbeit unverzüglich in allen Betrieben vollzählig wieder anfzu. nehmen._ selben finden von 10 Uhr vormittag« vi» 4 Uhr nachmittag» i» Ge- bände de» städtischen Arbeitsnachweise«, Rückerstraße 3 und Gor» mannstraße 18, statt. Jeder Fleisckergeselle von Groß-Berlin ist wahlberech- tigt, auch diejenigen, die zurzeit in einen: anderen Beruf ar« betten. Als Ausweis dienen Lehrbrief. Berbandswanderbuch. Invalid«,- oder ArbzitSlosenstempelkarle. auch Zeugnisse, aus denen der erlernte Beruf hervorgehr. Wer nickr organisiert oder in einer anderen Gewerkschaft organisiert ist. muß bis Dienslag. den 24. Februar, seine Eintragung in die Wahlliste beini Gewerbebureau des Magistrats, Spandauer Straße 32, mündlich oder schriftlich beantragen.- Postkarte ge- nügt. Kollegen, tretet ein für die Liste de« gentralverbande» der Fleiscker, die allein die Gewähr dafür bietet, daß Eure Interessen voll und ganz in der Verwaltung vertreten Wersten. Di� Liste beginnt mit dem Kamen Conrad Krause. Berbindlichkeiterklärnng em«S Tarifvertrages. Der zwi'chen dem Verein Berliner Waren- und Krednbäufer und dem Deulicken TranSponarbeiterverband lBszirk Groß-Berlin) am 25. November 1913 abgeschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Arbeitsbedin- gungen für Einkassserer ist für allgemein verbindlich ertlärt. Di« allgemeine Berbindlickleit beginnt niit dem 15. Januar 1320. Nachdem nun die VerbindlichkeitSerklärung eriolgl ist, ersuchen wir alle Kollegen, welcke noch nickt den tarifmäßigen Lohn er- ballen, dies sofort der zuständigen Organisation, dem Deutscken Transportarbeiterverband. Engelufer 14/15, Zimmer 36. zu melden, damit alle notwendigen Schritte unternommen werden können. Gleichzeitig machen wir noch darauf aufmerkiam, daß zu obengenanntem Tarifvertrag am 18. Februar 1920 ein Nacklrag geschaffen wurde, wonach alle Einkaisierer rückwirkend ab 1. Februar 1320 eine.Lohnzulage von 25 M. pro Wocke zu erbalien haben. Die auf Kredit kaufende Arbeiterschaft ersuchen wir. die Einkassserer darauf hinzuweisen, daß dieselben von ihren Arbeilgebern die obigen Tarifsätze verlangten, da in den gewiß nicht allzu niedrigen Verkaufspreisen die Löhne für die Einkassrerer mit enthalten find. Deutscher TranSportarbeiterverband. I. A.: Ernst Thieme. Gewerkschaftsmitglieder! Am Freitag, den 27. Februar, abend« V/, Uhr, findet im Meisteri aal. Kötbener«tr.SS. der VI. Sammerkunit- abend statt. O«kar Ludwig Brandt spricht eigene Dich- tungen. Am Flügel: Gertrud Sponer. �Kaiten zu sedr er- mäßigten Prei'en. 1.80. 2.70 und 4 M.. können in unserem Bureau. Engelufer IS Zimmer 1, werftäglich von 5—7 Uhr abend». entgegengenommen werden.— Ebenso sind Karten für das Deutsche Theater zum Sonntag, den 23. Februar, nachmittags 2 Ubr. für die Borstellung.Und Pippa tanzt', Glas- büttenmärchen von Gerhart Hauptmann, in derselben Zeit zu haben. Achtung, �jleischergesellen! Wir weisen die Kollegen nockmial» aus die am 23 Februar stattfindenden Wablen znm pa, italischen Arbeitsnachweis hin. Die» Holzarbeiter. Dienstag, den Februar, abends 6il4 Ufiu in der»Neuen Well", �-ttenbetde. Saal 2: Gesamt> Bertranensmauner« Versammlung. TageSordnimg: l. Der Abschluß der zentralen Verhandlungen im Reichs- arbeitSamr.'2. Die BetttebSrätewahlen Mitgliederversammlungen: Drechsler. Montag. 23. Februar. abend» 7 Uhr, bei Boeter. SSebcrstr. 17.— Maschinenardeiter. Schneidemüller. Hilssarbeiter.'ÄoMag. den 23. Februar abend» 6'/. Ubr. Prachtsäle.?llt. Berlin". Älinnrnsw. 10»— R i d m r n. m a ck e r. Montag, den 23. Februar, nachm. 6'/, Uhr. im»GewerkichaslD bau«. Saal V, Engelufer 14/15.— Bezirk Oberschöneweide. Mittwoch, den 25. Februar, abends TL Uhr, bei Strobach Wilhelmmen- bosstraße 18.— Sargtischler. Muiwock. den 25. Februar, abend« 71/, Uhr, tat Lokal von Raivrocki, Große Frankfurter Straße IS.— Bürstenmacher. Mittwoch, den 25. /Zebruai, abend! 7 Uhr, lm .VerbandShaus'. Rungestr. 30.— Stellmacher. Donnerstag, de,: 26. Februar, abends 7 Uhr, im»Rofentbaler Hof", Rv'enthaler Str. Ii /Ii Zeutralvcrbaud der Angestellten. Lettammlungen am Montag. den SS. Februar: Fachgruppe 4, Sektion e(AngestelUe der Lotterieloltek- lenri), öfienlliche Versammlung. abendS'1,3 Uhr, im Friedrich. Lerderi a, en- Realgyrnnosiuu,, Nieder wallstr. 12.— Fachgruppe 15, Sektion ä(Elektro- betriebe nußer fl.-E.tt».-Ziem«n«.?ergmam,�konzern1, abendS 7 Uhr, Mufiker-SSle. Saiiev-Wilhelm-Swaße 31(Soziale Lage und der Metall- induftriellentaris). Deutieher«Serlmetster-Verbaud. Fachgruppe tzolztnd«, st r t e. Beriammlung Dienstag, de» Lt. d., nachm. 5'/, Uhr in Lmrdree» Weißbterstnben. Stralaner®tf. S.« Beraatw. für den redaktivn. Teil: Art», Fickler, Charlotteaburg? für S-seige»: th. Stock», Berlin. B erlag: BsrwSrts-Berlag S. m. d. K.. Berka. Druck: Bor- axtrts-Bachbruckerei g. SalcasonftaU Paul Sinne, u. Co. Berlin. Llnbenftr. 6. Hierzu 3 CtUagca. Oft letzt» Stimme für»eotsche««Srenzlanü k Sit vewe Gretis-Gpenbe für Üle Volksabsttmmuageu auf Postscheckkonto Serlta 7)776 ober auf Otint Sank! Orutschrr Schutzton», verlia NW 5» (□-ItlEiil'kSirrli LEIPZIGER ZTR' KÖ'HICSTR* ROfEMTHALER 4TR• MORITZ PLATZ- Ullstein- Schnittmuster in allen 4 Geschäften Reinwollener Rostümstof f, ca 130 c™ breit...... Meter 9300 Karierter Rostümstoff» etwa 130 cm breit.............. Meter 10800 Rostumstoff, Diagonal- Gewebe, ca. 130 cm breit, meliert Meter 112 �Völlener �l�rRl�Ot» für Jacken, schwere flauschige Qualit&t......... MeterSlO Bourrette-Seide, beslrucbt, etwa 100 cm breit.................... Meter 37 S**"L.•__ QfiOO V�irej�e oe v�XalXXey schwarz, etwa 100 cm breit................... Meter Ol/ Glace-Taffet, OL cm breit, mittelkarbig............................ Meter 95 Mantels eide, 120 cm breit, in ver»cbie6enen warben..................... 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