Ur.1VZ.37.Iahrg. BezunsPVkiS t SJtccttl i älict 16,50-JKL, monatl. 5�0® 1 frei uto»aus, voraus zahlbar. Post« bezuy Monatl!» SLO Ml>«xkl. Zu- fteüungsqebiiljt. HntttRmtjbanb fllt Teutschland und Oesterreich-Ungern 8,75 Ml, siir da» übrige Ausland Ii.— Ml., bei tilalich eineiel. Zustellung tl�. Ml, 4- Baiuta- Aufschlag. Palt- beitellungen nebmen an Aanemari. Hollanb, uiltentburg. Schweben und die Schwei,� Eingetraaen in die Pest- Zeitung». Preisliste. Ter„Vorwärts� mit bee Sonntag«» beilage.Boll u. Zeit"-richeinl wachen» täglich ,wcimai. Sonntag« einmal. Telearamm-Abriffe �Sostaldeenokra! Berlin" Morgen-Ausgabe. (20 Pfennig� Bciiiucv Bolhfililaft N«zeincnpl riS t Di« achtgr'palten» SionpcreiUeifHe lallet Z,— M„ Teuerungszulchlag 60"/o. «»leine Anzeigen", da, iclt» gedruckte Wort 75 Pfg.(Mlässig gwei lettgcdruckte Bartes, jede» weitere Bort 50 Pfg. Stellengesuche und Echlafsiellenanzelgen da« erste Wart 65 Pfg.. sede« oicitere Bort 40 Pkg. Worte über 15 Buchstaben zühien für zwei Borte. Tcuerungozusch'.ag ä0e,> Famillen» Anzeigen, politische und gewerlichastliche Verein»- Anzeigen 2,— MI. die Zeile ohne Ausschlag. Anzeigen für die nach sie chummer vlüssen bis 5 Ahr nachmittag» im siauvtgeschäkt. Berlin SB 68. Linden- srrahe 3, abgegeben werben. Deiiffnel von ä Uhr srüh bis 5 Uhr abend». Tentralorgan der fczialdemckratifchcn parte! Deutfchlands Neöaktion und Expedition: SW. S5, Lmdenstr. Z. Ikernsvrriiirr! Amt Mortupla«. Nr.»lil?Xt— I.'il i>7. Mittwoch, den Februar 19�0. Vorwärts-Verlag G.m.b. H., EW. öS, Linüenstr.?. ssernsvrrcdrr: Amt Mortuvlati. Nr. l l 7 ,"»!!— St. Richtlinien für die Wahlen Zu öen Setriebräten. Der Biindesausschuß des Allgemeinen Deut- schon Gewerkschaftsbundes, nächst dem allgemei- nen Gewerkichastskongrest die höchste Instanz der deutschen Gewerkschaftsbcwegung, hat gestern folgende Richtlinien für die Wahlen zu den Betriebsräten beschlossen: 1. Das Gesetz üb'er Betriebsräte gibt den Arbeitern und Angestellten die Möglichkeit, in den Betrieben ein weitgehendes Milbestimmungsrccht hinsichtlich der Durchführung gewerkschaftlich geregelter Arbeitsverhällnisse und wirtschaftlicher Förderung des Betriebes auszuüben Tie Gewerkschaften sind daher in hohem Mahe daran interessiert, dag bei den ersten Wahlen zu den Be- triebsvertretungen(Betriebsräten, BetrieibSvhmänmrn, Betriebs- aaSschüssen, Arbeiter- und Angesbclltenräten und GesamtbctriebS- räens möglichst zahlreiche gewerkschaftliche Vertreter gewählt loevden. ES ist deshalb Pflicht aller Gewerkschaften des A. D, G. B.. ihre ganze Ära fr auf die erfolgreiche Durchführung dieser Wahlen zu konzentrieren. 2. Tie Neigung, diese Wahlen zu einer Machtprobe poli- tischer Pertcikämpfe zu mache», ist siir die Wirksamkeit der Betriebsräte, die eine rein praktisch-wirtschaftliche sein soll, und für die»virklichcn Illrbeiteriutcrefien h» ch st n a ch t c i l i g t die Gewcrk- schaftcn ersuchen, alle politischeil Eiiifiüsse von diesen Wahlen mög- lichst fernzuhalteu. Notwendige Versammlungen sind nur von g e» werksch östlicher Seite enizuberufen. Bei Veröffentlichungen sind lokale Arbeiterblätter. der verschiedensten Richtungen gleich- mäßig zu benutzen. 3. Die allgemeinen Borbeveitungen für die Wahlen werben zweckmäßig durch den Ortsausschuß de« A.D. G.B.(Gcwerkschafts- kartcll) gcirosfeu. Derselbe verständigt sich mit den in Betracht kommenden Einzelgewerkschaften über die iu seinem Bezirk uoi- wendigen Maßnahmen, leitet die Agitation, gibt die Drucksachen heraus und sorgt für die Zusammenstellunz der Wohlcrgebnisie. 4. In Orten, wo kein Ortsausschuß vorbanden ist, bilden die daselbst domizilierenden Gewerkschaften für diese Wahlen einen ge- meinsamen WahlanSschusi. 5. Bei besonders gelagerten Berussverbältnifsen(Landwirt- schart, Forstwirtschak:. Bergbau) kann die Wahlvorbereitung den für diese Berufe zuständigen Gewerkschaften nach vorheriger Verständi- g'-rng über daö erforderliche Zusammenwirken mit dem Ortsausschuß überlasten werden. K. Bei den Wahlen zu diesen BetriebSvertretuugen ist ein s e l b st ä n d i g-e s Vorgehen der Gelverkschaften des A. D. G. B. notwendig. Wahkebkommcn mit andern, Gcmertschaftögruppcn sind zu vermeiden. Dagegen ist eine Verständigung mii den Orts- kartellcn der Arbeitsgemeinschaft fre'cr Angc» stelltenverbände(Afa). der auch unsere?lngestelltenverbäudc angehören, zweckmäßig, um Wahlunstimmigkeitcn auszuschließen. 7. Für die Gewertschasten dcS A. T.JW. B. ist der srösttmöglichstc Wahlerfolg grstchrrt, wenn die Stimmabgabe nicht duräi vcrschirdrnc LorschlagSlisten aus ihren Reihe« zersplittert wird. Eine verstäudi. gung mit den vorhandrneu Strömungen innerhalb unserer Gewerk- schasten im Bezirk des Ortsausschusses über gemeinsam eBor- f ch l a g S l i st r n ist deshalb in jedem Fall anzustreben. Eine solche Berständigung ist aber nur möglich auf dem Boden der N K r n- berger Kongreßbrschlüsse. 8. Die Aufstellung der Vorschlagslisten erfolgt durch die für die fraglichen Betriebe zuständigen Gewerkschaften. Sind in einem Betriebe mehrere Gewerkschaften vertreten, so haben sie sich über die Äandidatenaufstellung zu verständigen. 9. Die auszustellenden Kandidaten müssen einer GeWerk- s ch a f t des A. D. G. B. angehören, oder wenn sie Angestellte sind, einer der Afa angcschlostenen Organisation. Bei der Auswahl darf nicht die politische Richtung der Gewerkschaftsmitglieder matzzcbrad sein, sondern es müssen gewerkschaftliche und berufliche TSckitigkeit, geistige Strebsamkeit und nioralischc Festigkeit entscheiden. Ist für einen Betrieb eine gewerkschaftliche Vorschlagsliste diesen Grundsätzen entsprechend aufgestellt, so darf kein Mitglied einer dem A.D. G.B. angehörenden Gewerkschaft sich als Kandidat auf einer Gegenliste aufstellen lassen. Voraussetzung für diese Verpflichtung ist jedoch, daß die Ausstellung der Kandidaten erfolgte ohne Rücksicht auf ihre politische Anschammg und ohne daß sie z» cmer Erklärung darüber genötigt wurden, wie sie sich zur Räteorganisation«der zu einer sonstigen politischen TageSsrage stellen. 19. Besondere Organisationen der BetriebSvcrtreter und be- sortdere BeitragSerhebungen für Aufgaben der Betriebsvertretungen sind nicht zulässig. Dagegen ist öS Ausgabe der Gewerkschaften, die BetriebSvertrcter ihrer Organisation, un� Ausgabe deS OrtSauS- fchusteS, die AetrievSvertreber im allgemchnen. in Sitzungen und Versammlungen über ihre Rechte und Pslichten aufzuklären und mit den nötigen Informationen und Instruktionen zu versehen. Tje borstehenden Richtlinien stehen in erfreulichem Ein» Flang zu dem Standpunkt, der in der Betriebsrätefrage hier ständig vertreten tnorden ist. Es ist auch nicht daran zu Mcifeln, daß die Sozialdemokratische Partei als Ganzes bereit sein wird, auf den Boden dieser Richtlinien zu treten, Meinungsverschiedenheiten im einzelnen dürsten sich leicht einverständlich beseitigen lassen. Dagegen ist nach allem Vorangegangenen nicht zu er- warten, daß sich die Unabhängigen mit diesen Richtlinien, die für. die Gesamtheit der Gewerkschaften bindend sind, ab- finden'werden. Wenigstens in Berlin haben sie sich schon soweit verrannt, daß ein Weg zur Verständigung nicht ficht- bar ist. Die Berliner Arbeiter sind damit vor die Frage ge» stellt, ob sie die Einheit der deutschen Gewerkschaftsbewe- gung hochhalten oder ob sie durch einen gewerkschaft- l i ch e n T i s z i p l i n b r u ch das unselige Zcrsplitternngs- werk fortsetzen wollen. Erzbecger vom Dienst entbunöen. Auf cigeuen Antrag. Berlin, 2�. Februar.(WTB.) Nach Bekauntgabe der gestohlenen Stcueraktrn des Rrichsfinanzmi, listers Erz- b e r g e r in der Presse hat dieser unverzüglich beim Finanz- nmt in Charlottenburg eine Untersuchung g e g e nxs i ch veranlaßt und damit seinerseits auf jede materielle Erwi- deriuig in der Presse verzichtet, die der Untersuchung vor- greifen konnte. Gleichzeitig hat er den Herrn Reichspräsi- deuten gebeten, ihn bis zum Abschluß dieser Untersuchung bon der Wahrnehmung seiner T i c u st g e- ich äste z n entbinden, damit auch nicht der Schein eines Druckes auf die Untersuchung des Finanzamts fallen Der Herr Reichspräsident hat dem Ersuchen des Relchsflnanzmiiiisters nunmehr entsprochen und angc- ordnet, die Untersuchung mit tunlichstcr B-schjcuuiqnng durchzufuhren und ihm sofort Bericht über das Ergebnis zu erstatten. Mit der Stellvertretung des Ministers ist der UlltcritaatStekrctär Mösle beamtragt. Die Grunde, aus denen Herrn Erzberger die Einbindung von leinen Dienstgeschästen auf seinen eigenen Antrag hin bewilligt wurde, sind ungemein klar'. Herrn Erzberger ist� im Helsterichprozetz zunächst zugerufen worden, daß er früher als Abgeordneter seinen Einfluß zu seinen vrivat- wirtichaftlichen Zwecken nußbraucht hätte. Diew Beschul- diaungeu konnten erst dann auf die Stellung ErzbergerZ als .Minister zurückwirken, wenn sie sich in einem abgejchlos- senen Bewei.-verfahren als wahr erwiesen hatten. Das Verfahren ist ober noch nicht abgeschlossen, und es geht nicht. 'einem Abschluß vorzugreifen. � Anders steht es mit den Vorwürfen, die aegen die �fteu ermoral Erzbergers erhoben wurden. Hier muß die Uvt-rstichung von Organen geführt lvcrden. die bisher derrn Erzberger als Minister unterstellt waren, die Untoraebeneu können aber nicht, ohne daß der Verdacht einer Boeinflussteng entsteht, die Handlungsweise ibres Vorgesetzten plus eil. Darum war cs unbedingt notwendig, daß sich Erz- berger von den Dienstgeschästen zurückzog. Er ist ja ohnehin durch den Helfserichprozeß so in Anspruch aenonimcn, daß ihm zu Amtsgeschästen nur nock wenig Zeit blieb. Ein abschließendes Urteil über den Fall Helsterich-Erz. berger behalten wir uns vor. Für heute ist nur festzustellen: Erzberger niag schuldig oder unschuldig sein, Herrn Helfferich kommt es auf keinen Fall auf die Moral an, sondern daraus, den Träger einer ihm verhaßten Politik unschädlich zu machen. Diese Absicht der Gegner muß erkannt und durchkreuzt wer- den. Tie Mehrheilsparteien haben gleich bei der Beratung der Stcuergesetze Gelegenheit zu zeigen, daß ihre gmndsätz- Ii che Stellung durch persönliche Angelegenheiten nicht berührt werden kann. Ob Erzberger schuldig oder unschuldig ist, ob er zurückkehrt oder nicht, die besitzenden Klassen sollen deswegen keine Mark Steuer weniger zu bezahlen haben! ♦ Die Beschlagnahme der Broichüre Dr. HclsterichS»Fprt mit Erzderger" ist. wie die.P. P. R." hören, auf Anlrag des Justiz» rate von Gordon erfolgt. Die Beschlagnahme ist also von feiten Erzbergerö selbst ausgegangen. Die üeutfche Entschädigungssumme. Tic Prejsei, Formation meldet aus L« nd»»: Tie Verbands- louimi'ston beschlofi, zur Festsetzung der von Teutschland zu fordernden Entschädigungssumme die Sachverständigen. der Alliierten in der nächste» Woche nach Paris einzuberufen,' damit die Entschädigungsansprüche innerhalb dcr nächste» drei! M o n u t r an Teutschland überreicht werden könnten. Außer den Zahlungen iu Gold, die aus eine längere Zeit verteilt sind, wollen die Bcrbündeten eine Liste von deutsckicn Waren aufstellen, die ausschließlich au die Alliierten geliefert werden müssen. Ruflösung öes bulgaristhen Parlament». Amsterdam, 24. Februar..TimeS' berichtet au« Sofia, daß der bulgarische Ministerprüsideiu da-s Parlament aufgelöst hat- Di« Aeutpahlcn werden am S. März stattfinden. Die Steuergesehe. Beratung in dcr Nationalversammlnng. Am Donnerstag tritt die Nationalversammlung zii'ain- men. Finanzsragen werden sie fast ausschließlich bis Ostern beschästigen. Im Plenum werden die in der Steuerkom- . Mission fertig gestellten Entwürfe des Einkommens- j und des Kapitalertrags st euer- wie des Landes- isteuergesetzes verabschiedet werden, so daß sie noch im , Monat März Gesetzeskraft erlangen können. Während der Verhandlungen über diese Gesetze wird das Körper- i s ch a f t s st e ue r g e s e tz, das vielleicht noch in dieser Woche l dem Steuerausschuß überwiesen wird, reif gemacht werden ! zur Veschlußfassung, die sich vermutlich sofort an die dritten Lesungen, vielleicht schon an die zweiten Lesungen der drei vorberotenen Cteuergesetze anreihen wird. Bis diese Ar» beit erledigt sein witd, dürfte auch der Neichshanshattsetat den Reichsrat passiert haben, so daß die großen Etatdcbatten, i die in besonders hohem Maße eiire allgemeine Aussprache ' über die wirtschaftlichen Lebensbedingungen des Reichs uno über die Politik der Regierung auslösen werden, beginnen ; können. So dürften dem ReickHparlamente in den vier Wochen, die bis Ostern zur Verfügung stehen, nickst viele andere gesetzgeberische Aufgaben zugemutet werden. In der Kommission freilich wird viele vorbereitende Ar- beit für die Verhandlungen der Nationalversammlung gc- leistet lverden. Wahrscheinlich wird bi� Ostern in der Ver- sassungskommission das Gesetz über die Wahl des Reichstags und die des Reichspräsidenten und das über die Volks- begehren fertig gestellt werden, die Untersuchungsausichüsie werden wieder lebendig werden, der Bevölterungsausschuß, die Ausschüsse zur Beratung volkswirtschaftlicher Probleme, die neben dem Steucrousschuß in der Pause gewiiktftwbeu. werden weiter emsig tätig sein. Vielleicht wirb dieser oder jener Gesetzentwurf so weit reifen, daß er noch in der Ar- beitsperiode vor Ostern seine Erledigung finde» kann. Jedenfalls wird der Schwerpunkt dcr tmrlamentarischen Arbeit in den Fi nanzfragen liegen.. Die Steuervor- lagen, die durch die Ausschußbeschlstsse wesentlich umgestaltet sind, sindtief einschneidend direkte Steuern. Das giltzzimächst von dem Einkommensteuer- und dem Kapitaler- tragsstenergesetz, während das L a u d e s st e u e r« gesetz bestimmt, lvelche Erträgnisse aus den Neichsstenern dem Reiche verbleiben und welche Anteile den Ländern über- wiesen werden sollen, damit sie und die Städte die Kosten ihres.Haushaltes decken können. Da das Landessteilergesetz auch über einen Teil der Erträgnisse des Körperschastssteucr- gesetzes zugunsten der Länder und Gemeinden verfügt, ist es notwendig, auch dieses Gesetz zu verabschieden, bevor die Veröffentlichung der anderen drei Gesetze im Reichsgesetz- blast erfolgt. Ist jedes der Gesetze, die nun zur Verabsckste- duug drängen, allein von großer Wichtigkeit, so bangen sie doch auch zusammen, weil aus ihrem Zusammenhange die Verteilung der dauernden Lasten des Volkes zugunsten von Reich, Land und Gemeinden hervorgeht. AuS dem Gange der Ausschußberatung kann man schlie- ßen, daß diesen Gesetzen im Plenum der Nationalvcriainm- lang keine besonderen Schwierigkeiten entgegengestellt wer- den dürften. Steine liegen erst aus dem Wege, der von dem Abschluß der dritten Lesung der Gesetzentwürfe in der Ratio- nalversammlung bis zu ihrer Aufnahme in die Gesetzes- sammlung führt. Im Reichs rate wird der Steuergesetz- gebung mancherlei Schwierigkeit bereitet. So ist der Gesetz- entwurf, der das Einkommensteuergesey ergänzen sollte, das Ergänzuiigssteuergesetz, welches das nicht verbrauchte Einkommen und den außerordenttickten Verbrauch steuerlich erfassen sollte, nach �der Annahme im Kabinett im Reicksrate stecken geblieben. Vor allem scheint per Widerstand von Preußen den folgerichtigen Ausbau unserer Steuergesetzgebung zu hemmen. Das gilt iu noch höherem Maße als bei der Zustimmung zu den Steuergesetzentwür- sen bei der Verwendung ihres Ertrages. Man sucht die Steuerhoheit des Reiches zu drosseln, indem man vor allem die finanziellen Interessen der Länder zu sichern sucht, obgleich die Bedürfnisse deS Reiches beule weitaus größer und dringlicher sind als die der Länder, und obgleich auf Grund des Versailler Friedensvertrages Reich und Länder solidarisch für die Erfüllung der materiellen Bedingungen des Friedensvertrages haftbar sind. Preußen will den Län- dcrn die hohen Anteile an de» Steuererträgnissen, die das Landessteuergesetz gewährt, dadurch gesichert wissen, daß die entscheidenden Bestimmungen hierüber bloß in der Weise künftig geändert werden dürfen, wie die Bestimmungen der Reichs- Verfassung. Dieser Forderung Preußens ist, trotzdem sich der Vertreter der Reichsregierung hierfür warm eingesetzt lmt. und trotz der Drohung, daß der Reichsrat im Falle der Ablehnung dieser Bestimmungen den Steuergesetzen sein Veto entgegensetzen werde, nicht zugestimmt worden. Wir glauben nicht, daß es Preußen auf den.Konflikt ankommen lassen wird, und daß in diesem Konflikte zuletzt Preußen siegen würde, W I Tis drei Geseke, die tatsächlich neue und große Neichs- einkommen schassen sollen, sind reine direkte Steu- e r n, während das Landessteuergesetz nur über diese Ein- kommen verfügt. Es liegt der Nationalversammlung kein Gesetz über eine indirekte Steuer vor. Diese Steuergesetze haben einen scharfen antikapitalistischen Charak- t e r. Das Einkommen st euerge setz geht unter Scho- nung der kleinsten Einkommen in rascher Steigerung der Steuersätze bis zu der steuerlichen Erfassung von 59 bis 69 Proz. des Einkommens der Reichsten. Wo die Einkom- men und soweit die Einkommen auf Renten verschiedenster Art beruhen, erfolgt unter weitgehender Schonung der klei- neu Rentner und auch der Stiftungen, Wohlfahrtseinrichtun- gen und wissenschaftlicher Institute eine Steigerung der Steuer um l9 Proz. des Renteneinkommens. so daß ein sehr Reicher, der sein ganzes Einkommen aus den Zinsen von Reichs-, Staatspapieren, städtischen Aktien, Anleihen und dgl. zieht, annähernd sieben Zehntel seines Einkommens dem Reiche abzugeben hat und bloß rund drei Zehntel des Einkommens für sich behält. So ergänzt das Kapitalser�rags- st e u e r g e s e tz das Einkommensteuergesetz. K' Das Einkommensteuergesetz wird weiter ausgebaut durch das 5iörperschaftssteuergesetz, dem juristische Personen des öffentlichen und des bürgerlichen Rechtes, so- wie alle Rerggewerkschaften, nichtrechtsfähige Personenver- einigungen, Anstaltenstiftungcn usw. unterliegen, während Reich, Länder und Gemeinden, die Träger der Reichsversichs- rung und ähnlichen Zwecken dienenden Kassen, aber nicht die Kirchen und was sonst zur„toten Hand" gehört, von dieser Steuer befreit sind. Die Steuer beträgt 19 Proz.. in zahlreichen Fällen aber bis 29 Proz. des �Einkommens, wobei Reichsrat und Reichsrcgiermch abweichende Steuertarife vorschlugen. Auf die Einzelheiten dieser Gesetze wird zur Zeit ihrer Beratung noch besonders einzugehen sein. Heute genügt die Bemerkung, daß der antikapitali st ische Cha- rakter der Steuergesetzgebung, die kein Vor- bild in der Höhe der Steuersätze anderer Länder hat, der ganzen Welt erweist, daß Deutschland alles daran setzt, um den ihm aufgezwungenen Verpflichtungen Rechnung zu tragen. Den im Ausschuß verabschiedeten Gesetzen wird— unter Vorbehalt einiger Anträge— die sozialdemokratische Fraktion der Nationalversammlung jedenfalls ihre Zustimmung geben. Streit im wieöergutmüchungsausschuß. Opposition gegen Frankreich. Pari?, 24. Februar. Der AuZlandspolitiker des„M a t i n", Tauerwein, der wiederum Ministerpräsident Millerand nach London begleitete, telegraphiert seinem Blatt, eS sei in London kein Geheimnis für irgend jemand, daß die Debatten des WiedcrgutmachungSauSschusseS in den letzten Tagen kehr peinlich gswesetl wären. Mit Ausnahme des belgischen Delegierten hätten alle Kollegen deS Senators Jonnart gegen die Eingriffe, die die französische Regierung in Berlin hinsichtlich der B e s e tz u n g Z s r i st e n für die Rhemlande unternommen bcche, protestiert. Sauerwein fügt hinzu, man habe ihm gesagt, Senator Jonnart hätte die Opposition nicht überzeugen können, u ud sein Nachfolger P o i n c a r e finde eine äußer st schwierige Lage vor. Er meint auch, in derartig wichtigen Fällen hätten die Vertreter der Alliierten in dem Wiedergutmachungsausschuß die Instruktionen ihrer Regierungen zu erhalten. Sei das in diesem wichtigen Fall auch geschehen? Es wäre unmöglich, daß dies nicht geschehen sei, denn bei einer Frage von solcher Bedeutung müßten die Chefs der alliierten Regierungen die Verantwort- I i ch k c i t übernehmen und dürften ihre Vertreter nicht auZ i i gener Initiative handeln lassen. Eine bürgerliche Zrau über Sebel. Von Minna Cauer.*) Ein Erinnerungsblatt voller Dankbarkeit kann eS nur fein, niclitö als das: doch die Dankbarkeit trug ich dem ungewöhnlichen !v>anne. der auf meine polilischc Entwicklung so starken Einfluß ge- habt hat, schon bei seiner Lebenszeit zu. Von dem Augenblick an. da wir der Kampf der Arbeiter um ihre Rechte klar wurde, lebte ich inmitten der Arbeiterbewegung. Erfassen wollte ich, was sie de- deutet, erkennen, warum von oben her die schweren Verfolgungen geschahen, von unten aber daS Drängen und Ringen nach Licht/ nach besseren und höheren Lebensbedingungen sich mächtig regte. In dieser Zeit lernte ick Bebel als Redner kennen. Hingerissen von der Glut seines Empfindens für die Arbeilersache, die seine ganze Persönlichkeit erfaßt halte, versuchte ich, wo immer eS möglich war, im Reichstag oder in Volksversammlungen ihn zu hören. Fast keine seiner großen ParteieiatSreden ließ ich mir entgehen. Unter dein Einfluß erfrischender und mutiger Reden suchte ich dann im stillen Kämmerlein die Idee deS Sozialismus zu ergründen und stand oft, och l vor so viel Fragen und Pro- llemen, die auch heute noch lange nicht geklärt sind, nicht bei mir, nicht bei den Palleten, nickt in der Well überhaupt. Persönlich lernte ich August Bebel erst 1392 kennen. Im Kon» flikt mit mir und dem. Was ich überall im politischen Leben sah hörte und erfuhr, suchte ich einmal Bebel in seinem einfachen, schlichten Heim auf. So einfach und schlicht trat mir auch dieser Kämpfer entgegen. Nichts an ihm verriet den von sich und seiner politischen Bedeutung eingenommenen. Mann. Nachdem ich ihm meine innere politische Nöte darzelegl. fragte ich ihn:.Was tut nun ein solcher Mensch, der in seiner bürgerlichen Haut steckt und zu anderen Ueberzeugungen sich durchgerungen hat.— soll ich zu Ihrer Partei übertreten oder glauben Sie, daß ich auch in unfern Ver- einen für den Sozialismus wirken kann? Bebel lächelte, reichte mir die Hand und sagte:.Bleiben Sie in den Vereinen, wo Sie leben, wirlen Sie dorr, ich weiß nickt, ob Sie Ihrem Wesen nach unter uns das finden, was Sie suchen. Wir sind eine Arbeiter- partei. und Arbeiter sollen zunächst unsere Sache tragen." Es war. ko viel ich mich erinnere. Bebels innerste Ueberzeugung. daß die Arbeiter allein die Träger ihrer Bewegung sein sollten. Ueber- läufer auS den bürgerlichen Schichten liebte er nicht. Seil dieser Unterredung stand Bebel mir, so oit es notwendig wurde, mit Rat und Tat zur Seite. So vor allem, als wir um die Wende des Jahrhunderts noch im Bürgerlichen Gesetzbuch für die Frauen retten wollten, was zu retten war. Von ihm erhielt ich Sireknven, wie man noch auf die bürgerlichen Parteien wirken f) Wir bringen noch nachträglich diesen Bebelbeitrag� der be- kannten Frauenvorlämpserin, der am Gedächtnistage zurückgestellt werden mußte. Die französische Gewalt pokitik erregt offenbar bei den übrigen Alliierten immer größere Bedenken. Tie Note M i l l e r a n d s vom 8. Februar, in der anläßlich des französisch-deutschen Kohlenkonfliktes mit allerlei V e g e l t u n g s m a ß r e g e l n gedroht wurde, war ein selbständiger Schritt der französischen Regierung. Fn ihrem amtlichen Kommentar hatte die„deutsche Reichsregie- rung u. a. bemerkt, daß für die Beurteilung dieser Fragen nur der Wiedergutmachungsausschuß zu- ständig" sei. Denselben Standpunkt scheinen nunmehr auch Frankreichs Bundesgenossen einge- nommen zu haben. Daß die Vertreter Englands, Italiens usw. im Wiedergutmachungsausschuß nur auf ausdrückliche Weisung ihrer Regierungen gegen Mille- rands Vorgehen Einspruch erhoben haben, dürfte, wie der Berichterstatter des„Matin" mit Recht hervorhebt, kaum zu bezweifeln sein. Wenn wir diesen Protest begrüßen, so geschieht das nicht etwa aus nationalem Egoismus oder weil wir auf Unstimmigkeiten zwischen den Siegern spekulieren, sondern weil es unsere tiefste Ueberzeugung ist. daß die lranzösische Gewaltpolitik, die unter Clemenceau und F o ch eingeleitet wurde und die jetzt von Millerand in viel- leicht noch verschärfter Form fortgesetzt wird, ein U n- heil für die ganz? Welt bedeutet, und daß sie namentlich in Deutschland zur Stärkung derReaktion beiträgt. Es ist höchste Zeit, daß das amtliche Frankreich wieder zur Vernunft kommt, und wenn.dies nicht von selbst geht, daß es von seinen Bundesgenossen allmählich zur Ver- nunft gebracht wirdl O Basel, 24. Februar.(Eig. Drahtbericht.) Dem„Matin" zu- folge wurde in London über die Verteilung der deutschen Schiffe be- raten. Bei der vorläufigen Verteilung bat Frankreich 549 OOllTonnen bekommen, worunter sich sehr wenig Handels» dampfe r befinden. DaS sind nur 5(1 Proz. der französischen Ver- luste. England aber meint, daß da? noch viel zu viel sei, und ver- langte, daß Frankreich von diesen Schiffen 300 000 Tonnen zurückgeben solle. Dagegen protestieren nunmehr das französische Parlament und die Regierung. Wilsons Opposition gegen öie Regelung See türkischen Irage. Der Berichterstatter des„Echo de Paris" in Washington meldet, die Anhänger von Wilson sagten, er sei entschlossen, einen be- deutenden Anteil Amerikas an der Regelung der türkischen Frage zu verlangen. Er stehe den Plänen Englands und Frank- rcichs feindlich gegenüber und nenne sie imperialistisch. Die adriatische Episode werde jetzt als ein einfaches Vorspiel zu einer energischeren Intervention Wilsons gegenüber den Plänen der Entente betrachtet. Der Washingtoner Korrespondent der„Morningpost" meldet, daß die Antwort Wilsons auf die Note der Alliierten gestern ab- gesandt worden sei. Wilson verwerfe darin das Kompromiß vom 20. Januar und beharre auf seinem Standpunkt, daß daS Memorandum vom 9. Dezember ÄS endgültige Regelung anzir- sehen sei. Schweiz unö volkerbunü. Bern, 24. Februar. Die Kommission des Nationalrats für den Völkerbund beschloß heute gemäß dem Antrage des Bundesrats mit 16 gegen 7 Stimmen, im Nationalrat zu beantragen, in dem No< vember 1910 gefaßten Bundesbeschluß über den Eintritt der Schweiz in den Völkerbund den Passus zu streichen, nach dem die Ver- einigten Staaten zuerst dem Bund angehören müssen, be- vor die Schweiz beltritt. Ebenfalls mit 16 gegen 7 Stimmen wurde beschlossen, im Nationalrat zu beantragen, grundsätzlich dem Böller- bund beizutreten. könnte. Eines Tages batte ich Vemetee aller Parteien zu einer kurzen Unterredung zusammengetrommelt, Bebel schickte Singer da- zu. da er gerade wieder einmal, wie so oft, ein Rededuell hatte. Diese denkwürdige Zusammenkunft werde ich nie vergessen, es handelte sich um die Besserstellung der Frau im Familienrecht, und ob daiür«ine große Volksversammlung, wozu wir Verlreter aller Parteien einladen wollten, von Nutzen sein könnte. Die Abgeordneten rieten dazu, vor allem Singer im Auftrage von Bebel, dem Voriämpser für die Rechte der Frauen. Diese Veriaminlung war eine der eigen« artigsten und eindruckvollsten. Ter verstorbene Abgeordnete Rickert von der Fortschrittlichen Volkspartei rief am nächsten Tage im Reichstage:„Meine Herren, es wäre gut gewesen, wenn der ganze Reichtag der Frauenversammlung beigewohnt hätte, die Frauen werden nicht aufhören, bis sie ihre Rechte erhalten haben, aber wir haben auch hören müssen, wie scharf Frauen kritisieren könneit." Glänzend bewährte sich Bebels Hilfe beim Kampf der Frauen um das allgemeine, gleiche, geheime, direkte Wahlrecht in Preußen. Hierbei trat Bebels Rat so recht in die Erscheinung: Unermüdlich arbeitend, inmitten einer Ueberlast von Arbeiten, erteilte er dennoch auch der bürgerlichen Frau, wo iinmer sie ibn befragte, Auskunft über Mittel und Wege zur Erreichung des Zieles. Nie war Bebel dabei persönlich oder ausfallend, verletzend gegen Persönlichkeiten,— die Sache, daS Ziel waren ihm dabei die Hauptsache. Freilich, er erwartete von der preußischen Re- gierung nicht viel, eigentlich gar nichts, aber der Kampf um Rechte stand vor ihm und lag in ihm. Er mutzte auSgerungen werden, sei eS wo es sei. Als Bebel die JubilänmSnummer seines in aller Welt be- rühmten und in sast allen Sprachen übersetzten Buches:„Die Frau und der Sozialismus" sLö. Auflage 1895) erscheinen ließ, über- sandte er sie mir mit den Worten:„Brich Bahn für die neue Zeit und für die neue Frau." Ja, er war ein Bahnbrecher! Sind wir eS? Setzen wir unser alles ein. um die neue Zeil herbeizuführen? Lebt der Geist ViescS Mannes noch in den Massen, wird die Albeiterbewegung noch von den Idealen dieses Kämpfers getragen? Es ist nicht meine Ausgabe, hierüber zu urteilen. Nur das eine weiß ich, daß Bebel in der Geschlossenheit der Arberterbewegung ihre Kraft und ihre Macht sah. Wäre Bebel der Reiter in dem jetzigen politischen CbaoS gewesen? War er ein weitschauender Staatsmann? Ich weiß es nicht. Vor dem reinen Wollen dieses Führers hätten sich doch wohl die zersetzenden Elemente gebeugt, von seiner starken Persönlichkeit hätten sie sich vielleicht führen lassen. Oder auch nicht—, dann wäre Bebel innerlich zerbrochen. Vielleicht bewahrte ihn ein gütiges Geschick vor dieser bittersten Erfahrung, die ein edler Kämpfer erleben kann. Und dennoch, die Neue Zeit wird konnnen. Bebel war ein großer und bahnbrechender Vorkämpfer, sein Bild wird immer mahnend und warnend vor der gesamten Arbeiterschaft stehen und daher aus die besten Geister seiner Partei wirken. \ Prozeß CaMaux. Pari?, 24. Februar. Der Oberste Eerichtehof setzie heute nach- mittag die Verhandlungen im Prozeß Caillaux fort. Zu Beginn der Schung ließ Senatspräsident Bourgeois einig« Briefe, die der Ungar L i p s ch e r an seine Freundin in Frankreich gerichtet hatte, verlesen. In einem dieser Briefe sagt er. daß er die Affäre Caillaux für erledigt betrachte In einem anderen wiederholt er, man könne weder auf Josef, also auf Caillaux, noch auf Oskar, also aus Baron von der Lancken, zählen. Lipscher verlangt auch einen fiktiven Brief von seiner Freundin, um ihn den Deutschen zeigen zu können. Er wollte damit beweisen, daß sein« Bemühungen er- folglos geblieben sind. Der Präsident geht alsdann auf die Affäre L e n o i r und den Ankauf der Zeitung ,.Le Journal" ein. Caillaux erklärt, daß er Lenoirs Vater gekannt habe; er gibt auch zu. daß er den Kotm Pierre Lenoir während des Krieges kennengelernt habe. Dieser habe sich nach der Schweiz begeben, um die 10 Millio- nen, d'e für den Ankauf des Journal notwendig gewesen seien, in Empfang zu nehmen. Caillaux leugnet, daß Lenoir Vater in der Agadir-Affürc eine Rolle gespielt habe. Das gehe auch aus dem Briefwechsel zwischen Baron von der Lancken und Herrn von Jagow bervor. Caillaux terliest auch Berichte Jagows, die be- wxisen. daß auch er Lcno r kein besonderes Vertrauen entgegen» gebracht habe. Man habe ihn im Ausland als einen gewerbS- mätzigen Be siecher betrachtet und niemand hätte zugelassen, daß man ihn mit einer Mission betraue. ES wird sodann auf die Bolo-Affäre eingegangen. Caillaux erklärt. Bolo sei ihm von dem Abgeordneten Ajam in der Kammer vorgestellt worden mit der Bemerkung, er könne Be- Ziehungen zwischen Frankreich und Venezuela herstellen. Er habe Auskünfte bei der Polizei eingeholt und erfahren, daß er bei den Unruhen in der Champagne eine dunkle Rolle gespielt habe. Aber auf Trängen AjamS � und auf Verlangen d e S Gerichtspräsidenten Monier habe er doch mit ihm verhandelt. Er habe aber niemals Geldgeschäfte mit ihm gemacht. Er habe bei Bolo Parlamentarier und Diplomaten gefunden. Alsdann werden noch die Affäre..Bonnet Rouge und Caillaurs Beziehungen zu Almcreyda besprochen. Ke!n ßrieüen mit Rußland? London, 24. Februar. Reuter. Tie Friedenskonferenz hat heute den Beschluß gefaßt, daß die diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland nicht wieder aufgenommen werden sollen, bevor Sowjctrußland nicht eine Haltung zeigt, die mit d e n F o r d e. rungcn der Zivilisation übereinstimmt. Inzwischen wird den Randstaate» Rußlands angeraten, sich eines Angriffs auf Ruß- land zu enthalten, doch wird ihnen gleichzeitig die N u t e r st ü tz u n g der Alliierten für den Jail eines Angriffs Ruß- landszugesichert. Internationale �rbeitersoliöarität. Haag, den 24. Februar.(Hollandsch Nieuwsbureau.) Der Streikausschuß der holländischen Hafenarbeiter ho: beschlossen. die sechs Waggons Fett für Oesterreich und ebenso auch die Lebensmittel, welche für die r h e i n i s ch- w e st s ä l i s ch e a Bergarbeiter gekauft wurden, du-rchzulassen. Selgischer Thronkanüiöat für Ungarn! Brüssel, 24. Februar.(Hollandsch Niruwsbureau.) Nach einer Meldung des„Soir" wird der zweite Sohn des belgischcu Königs- paares, Prinz Charles, als Kandidat für deu ungari- scheu Throu aufgestellt, da die Entente dir Wahl cineS Habsburgers nicht gestattet._ Kabinettskrise iu Rumänien. Nach dem„Matin" hat die Frage der Räumung Ungarns durch die rumänischen Truppen eine Krise innerhalb des rumänischen Ministeriums hervorgeruftn. Der Kriegs- und der Handelsininister sind zurückgeireien. Die Mehrheit der Minister sei iür eine rasche Räumung, die Mililaristen hätten sich dagegen ausgesprochen. Di« Technik iu den neven Geschichtsbüchern. Von technftcker Seite wird uns geschrieben: Im.LZorwärts" Nr. 92 vom 10. Fe- pruar wurde unter dieser Ueberschrift eine Notiz veröffentlichr. in der gesagt wurde, daß der bekannte Ouellenforscher, Ingenieur F. M. NeldbauS, Berlin-Friedenau, seine Mitarbeit dem.AiLchS- bunde deutscher Technik" zur Verfügung gestellt hat. Obwohl iu der Notiz von dem„bekannten" Forscher gesprochen wird, möchte ich behaupten, daß der größte Teil der„VorwärtS"-Leser, und mit besonderem Bedauern»sei eS gesagt, auch der große Teil der Lehrerschaft, von dem Wirken des Jng. FeldhauS unö seinen Schriften so gut wie nichts weiß. Nehmen wir z. B. das von der Lehrerschaft als maßgibend angesehene„Deutsche Wörterbuch" von Weigand, oder auch „F. Seiler, Die Entwicklung der deutschen Kultur im Spiegel des deutschen Lehnworts", so finden wir in beiden Werken die Be- hauptung vertreten, daß der„Erfinder" der Guillotine der fran- zösische Arzt Guillotin sein soll.— FeldhauS hat in seinem auS- gezeichneten Werke„Die Technik der Vorzeit..."(Wiihe'm Engelmaun. Berlin 1014) in erschöpfender Weise nachgewiesen, daß dieses Mordinstrument, auch Fallbeil oder Diele genann-, ve- reits viel früher bekannt und gebraucht wurde, und daß der Nach- erfinder der sogenannten Guillotine ein deutscher Klavierbauer Tobias Schmidt gewesen ist. Diese Konstruknon ist dann, auf Betreiben des Arztes Guillotin, zuerst am 14. April 1792 an Leichen ausprobiert und während der Revolution benutzt ww.oen. Unrichtigkeiten solcher Art lassen sich an Hand der Feidh.rus» scheu Werke in Massen nachweisen, ein Zeichen dafür, drß b:t Philologen zuverlässige Fachwerke gar nicht berücksichtigen. Zweck dieser Zeilen ist es, die wissensdurstigen Proletarier und ver allem diejenigen, die berufen sind, für die Schule jetzt die no:- wendigen Lehrbücher vorzubereiten, auf Werke besonders hinzu- weisen, die eine reiche, einwandfreie Quelle für wissenschaftliches Material bieten. Seichte, dabei aber teure, mit dein nötigen Tamtam auf den Büchermarkt geworfene Mare� wird von der Allgemeinher: verschlungen. Werke populärwissenschaftlichen Jnhalrs, wie z. B- „Ruhmesblätter der Technik" von-5. M. Feldbaus, das sich sogar nur selten in der(band der Fachschullehrer findet, oder„Treppenwitz der Weltgeschichte" von W. L. Hertslet,„Geschichrscl" v>n Widmann,„Aus der Geschichte der menschlichen Dummheit" nnd „Kultur-Kuriosa" von Dr. Max Kemmerich,„Wunderliche Wahr» heiten" von Dr. Max Pollaczek,„Aus fernen Welten" von Bruno H. Bürgel u. v. a. sind der Allgemeinheit nicht bekann! und m den Verzeichnissen der stadtrfchen Volksbüchereien nicht enthärten. Noch einmal der Schiieiderkarpfe». Genosse Thomas- Franlfurt a. M. sckreibr uns: Mir der Berichtigimg meiner HeringSgeschickte bat das ReichswirtschaslSamt nicht viel Glück. Die Sache ist unglücklicherweise doch wahr. Sie wurde im Bundes- ausschuß der Gewerkschaften vom Genossen Döring vom Tran«. portarbeiterverband in allen Einzelheiten wiedergegeben. Mein Zwischenruf:.Ist das nicht ein guter Witz" wurde vom Genossen Döring so beantwortet:„Leider ist eS blutiger Ernst auf Kosten der Sieuerzahler". Ich habe Ursache, anzunehmen, daß Genosse Döring die Sacke nicht vorgebracht hätte, wenn er rnchl von den Einzelheiten Beickeid wüßte. Ter Kern also ist Tatsache. Ob die Darstellung buchstabengelreu in allen Einzelheiten stimmt, ist das Geheimnis des Feuillelonisten. Hc. 102 ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Mittwoch, 2Z.5ebruar 1020 Prozeß Erzberger-Helfferich. (Sch'iig aus der Abendausgabe. Es wird dann Dr. Denk, Inhaber der F?rma Denk u. Zizgler, vernommen. Cr gibt an, daß xr se-t 1837 mit Erzberger befreundet gewesen sei und daß die beiden Familien miteinander verkehrten. — R.-A Alsberg:'Sind Ibre Beziebungen zu Herrn Erzberger geschäftlicher oder rein freundschaftlicher Natur?— Zeuge: Ich habe meinen Freund Erzberger oft um Rat in ge- schäftlichen Angelegenheiten befragt?— R.-A. Alsberg: Hat er Ihnen nicht Geld geliehen oder Hypotheken gegeben?— Zeuge: Nie und nimmer.— N.�A Alsberg: Hat Herr Erz- berge r lehnen Hypotheken zu Ihrer Fabrik gegeben?— Zeuge: Nein. Der Zeuae wird dann vernommen, ob Erzberger sich beim Kriegsausschuß für Oele und Fette für ihn bemüht habe. Der Zeuge erklärt, daß sein Freund Erzberger allerdings sich bemüht habe, einen größeren Pesten Oelsa at, den Dr. Denk vor KriegsauS- Bruch in Italien gekauft hatte und der später von der Zentral- einkaufsgesellschaft beschlasnahmt worden war, freizubekommen. Die Bemühungen waren vergeblich. Der nächste Zeuge. Direktor W ei gelt, Leiter des Kriegs- ausschiisseS für Oele»nd Fette, sagt ans: Erzberger bave sich in etwa vier bis sechs Fällen an ihn gewandt. Das erste Mal in der Beriorgung der katholischen Kirchen mit Oel, sodann für die Firma Ziegler/D r. Denk, dann für das Patent? r> p V e und in einer Angelegenheit des Herrn van der Kolk. In dieirm letzten Fall babe es sich darum ge- handelt, auS saulen Eiern und Fett Sei'e ber-ultellen. Das Ner'abren lei aber nicht durchgesührt worden, da in Deutsch- land die faulen Ewr zur Herstellung von Albumin verwandt wurden. — Vors.: Soweit die koulen Eier nicht gegessen wurden.— Zeuge: Erzberger bat sich dann an dos Reichswirt ichafts- am t gewandt und behauptet«, Herrn pari der Kol! sei Unrecht geschehen. Oer Zeuae geht dann in längeren AuSsührungen auf den Fall Ziegler/ Dr. Denk ein. Trotzdem der Kriegsausschuß nach mehrfacher Prüfung die Seife als ungeeignet bezeichnet Hobe, habe Erzberger immer wieder nur Untersuchung gedrängt. da ihm sehr viel gelegen zu sein scbien.— Erzberger: In An- Betracht der ungeheuren Jeifennot ist man vielfach mit Vorschlägen oii mich herangetreiem Diele Seife hat mir gut gefallen und ich Biel' es für einen ungeheuren volkswirtschaftlichen Nutzen, wenn die Seife eingeführt würde. Vors.: Haben Sie keinen perlönlickien Vorteil daran gebabt? Erzberger: Nein. Im Anschluß daran kommt es zu einem sehr heftigen Rcdeknmpf zwischen Erzberger und Helfferich, in dem der letztere auf die Interessierrbeit des Nebenklägers an dem Kalimineralfett hinweift, mid auch dabei seine Beziebungen zu Kommerzienrat Gumpel-Hannover erörtert. Helfferich verglich diese Beziehungen mit dem Fall des Kommer, ienratS Rechberg und zog daraus die Konsequenz, daß Herr Erzberger Leute, zu denen er in Beziehungen stand, in sebr einsiiißreichen Stellen unterbrachte. Herr Erzberger erklärte kast au? jede Frage seines Gegners:.Ich erinnere mich nicht*, was im Zubörerraum große Heiterkeit bervorrief. Der Vorsitzende rügte die Demonstra- tionen im Publikum lehr entschieden. � Der nächste Zeuge, Rechtsanwalt Wilbe Imsen, Geschäftsführer der.Deutschen Oelmüble* weiß nicht? Wesentliches auszu'aq-n. Ueber persönliche Vorteile, die Erzberger auS seinen Interventionen gehabt haben könne, sei ihm nichts bekannt. �Hierauf wird Regierungsrat S e i b o l d vernommen, der vanüber aussagt, daß ein von der Württembergischen Staarsregie- runq mit einem Schweizer Konsortium abgeschlossener Vertrag auf Lieferung von Lebensmittel!, zustandegekommen sei, weil durch die Empfehlung Erzberger s eine Sanierungsaktion Dr. Donks unternommen wurde. Herr Erzberger hat einem gewissen Swoboda zur Abwick'lunq dieler Geschäfts einen Empfehluugsbbef an dos Reichswirtschaftsministerium gusgebändigt. Das Reichs- wirtschaftsministerium befürwortete die Einfuhr, nach» dem die Bedenken deS Ministeriums, daß eine Dalutaschäd'gung eintre'en könne, dadurch zerstreut worden waren, daß die Bezahlung der 35"re ein Jahr nach Friedensschluß erfolgen sollte. Als Empsöuger der Waren wurde ein H-nr Albert Jung in Frankfurt am Main angeoeben. Als nun die Reichsstelle für die Textilwirt- schalt ihre zuständigen Gcbübren in Höbe von 13333 M. bei der Firma Jung in Frankfurt einz'eben wollte, verweigert« sie die Bezahlung mit der Begründung, ihr sei von dieser Sache nichts bekannt, sie habe in dieser Zeit keine Waren bestellt. Da- gegen Tes ein Telegramm des Herrn Swoboda aus Münch:» ein, in dem dieser erklärte, er wolle die obigen Gebühren bezahlen. Ich wurde nun mit der Angelegenheit befaßt und sperrte so- fort dse Einfuhr der Ware. Die Firma Stock und Herr Dr. Denk intervenierten sowohl brieflich als auch in Telegrammen mehrmals. In einem Telegramm hieß es, daß Herr Erzberger mit Herrn Dr. Denk befreundet sei und sich für ihn verwende. Weiter liegt mir hier ein Tele- gramm de? Herrn Swoboda vor, in welchem er sagt, er wäre Herrn Erzberger dafür dankbar, wenn er sich für die Einfuhr der Waren einsetzen wolle. Herr Erzberger bat dann mit dem Reichs- Wirtschaftsministerium verhandelt. Aus den Akten ergibt sich, daß Herr Er-beraer die Einfuhr warm befürwortet bat. Der Reichs- komm'ssar für Ein- und Ausfuhr erklärte jedoch, er web? nur die Erlaubnis, wenn ihm die Ware zur Verfügung gestell« würde. Herr Dr. Denk versucht: nun auf andere Art die Verlännerung seiner Kredite in der Schweiz erreichen. Eines Tages kam er und erklärte, daß sich ein Schweizer Konsortium ge- b'ldet hob-, welche? der Württemberaischen Regierung für fünf Millionen Lebensmittel und Rohstoffe liefern wolle,� und daß er anderthalb Millionen Mark, die er in d-r Schweiz liegen hatte, zu diesem Zwecke zur Verlüaung gebellt habe Dieser V-r- trag zwi'chen den, soaenonnten Schweizer Konsortium, das naKür- lieb von Herrn Dr.Denk gebildet und geleit-t war, wurde mit dem württemberaischen Finrnzminist-rium in W'imar in Gegenwart des NHnifter? Erzberger? abgeschlossen.— Helfferich: Das ist also auf gui Deutich ein ganz verwogeneS Schicbergrschiift gewesen?— Rechtsanwalt Alsberg zu Erzberocr: Herr Neben- �ä"er, ib auch dieses SchieberaeschUt aus vosstischen Gründen zustande n-kommeu?(Lautes Lachen im Zubörerraum ü— V o r f.: Meine Geduld ist s:tzt ni Ende. Wenn b:efc Aeußeruno-n'in Zubörerraum nicht aufhör m. dann m-eire ich zu anderen Mitteln. — Erzberger:, Wo ich b issen kcrniw, b-che ich es aetan.— Helfserich: Sd-rnit H-rr Grzh-raer. in s-iner Eigenschatt als F'nanzminsKftr, als e,w-in->s Mittel für die Sanieruna in Not ge- rateoer FinNm ledialich d'e fh n t r i" r u n a von Schieber- g e' ch' ö s t e A?— Vors.: ABer Exzellenz, können Sie denn nicht zwei Sätze ivrechen. ohne ver'önlich zu werden?— Helfferich: Ich wiederhole, eS bandelt nch hier doch»m ein ganz der- w o g e n e k S ch i e b e r g e s ch ä f t. Es ist doch geradezu unglaub- lich, wenn derartige Transaktionen als der einzige Weg zur Sa- nieruna von Firmen angoacben werden.— Erzberger: B'i der Besprechung in We'mar über di u'cn Lcbensmitielvertrag sagt« nur Minister Baumann, es bande't sich auch um eine Hilfsaktion für die land ivirtschaitli che n Vereine, die nach der Sckyngiz Futtermittel o"Sfübr-n wollten.— 3lechtswo't?l l s. berg: Und wurde Br d-emr R-ttunn der l-rudwirtsöbafsi-hou Per. eine nicht auch au? Versehen der Duzfreund Denk mitae rettet?— Vors.: Em so erfabre-or V.-rteidiaer sollte wenige? persönlich sein.— Helfferich-u Denk: Sie und Herr Erzberaer waren doch hei den aan'-n Perbandkunaen zuae->en Was dachte fish denn Herr Er-bwaer dabei? Lch Bezchchrv Herrn Erz- b-racrs Voroeheu in d-eier Beziehuoa. wobl nicht mit Nnrecht. als schlitnmste politische Korruption.— Er-beroer springt auf. Geh'im- rot v. Gordgn will gegen dWen Auedruck Proteit erbeben. Der Vorsitzende erklärt, daß er schon salbst einen Ausdruck der Ung:- Hörigkeit rüaen werde. ES tritt h'erauf die Mutagsvause ein. Nach der Pause�wird Staatsanwalr es s e r sch m i dt vom Landgericht I vernommen. Vors.: Sie sollen über KaPitalSperschirbnnqen aussagen, an denen Herr Erzberger beteiligt sein soll.— Zeuge: Ob Herr Erzberger daran beteiligt rsi, kann ich nicht sagen. Er ist der Begünstigung verdächtig. Ende August 1313 lief bei her.StagiSanwaltschaft die Anzeige ein, daß der Advokat Michael Talberg in der Schweiz der Kapitalsoer schiebung aus Deutschland nach der Schweiz ssch schuldig gemacht habe. Soll ich erklären, wie eS geschehen ist? In dem sofort daraus ein- geleiteten Verfahren wurden die Konten Talbergs in Deutschland gesperrt und bis jetzt 4,2 Millionen beschlagnahmt. Das ist aber bei weitem nicht alles. ES handelt sich int ganzen um über 13 bis 15 Millionen. Talberg ist einer der bekamt- testen Advokaten der Sck'wetz. Die Angeschuldigten befinden sich fast alle in hervorragenden Lebensstellungen. Im Laufe deS Verfahrens habe ich den Direktor einer Großbank vernommen, die meiner An- sicht nach in dieser Sache ziemlich bloßgestellt worden ist. Dieser Herr sagt« mir, daß Talberg beste Beziehungen zu bekannten Män- nern in Deutschland unterhalte und auch Ministern nahestehe. Wenn ich mich recht erinnere, ist dabei auch der Name Erz- berger gefallen. Eines Taoes erhielt ich den Schriftsatz des Rechtsanwalts Otto C a h n- München, de? Verteidigers eines der Angeschuldigien. Dieser führte darin auS: Erzberger fei der beste Freund TalbergS. Er sei nach der Schweiz ge- kommen und habe Talberg gesagt:„Gegen Si: lieg! etwas vor, es ist aber nicht so schlimm." Ob da? wahr ist weiß ich nicht. Ein anderer Angeschuldigter, der dänische Vizekonsul Max Weimann, in Firma Neuburger-München, bestätigte mir da», was Cahn über Erzberger geschrieben hatte. Weimann sagte,„Talbcrg habe ihm persönlich mitgeteilt, daß er neuerdings mit Oskar Rosen- berg und Erzberger verhandelt habe. Die Sache stände nicht so schlimm." Ich fragte Weimann hierauf, was für Bc- Ziehungen zwischen Erzberger und Talberg beständen und bekam die Antwort, er, Weimann nehme nicht an, daß Erzberger Talberg be- nutzt babe. um Geld nach der Schweiz zu verschieben. Er wisse, daß Erzberger da zu ganz andere Mittel habe. Sie wüßten ja alle, was von Erzberger zu halten sei.— Erzberger: Talberg stand in dem Ruf, einer der tüchtigsten Anwälte der Schweiz zu sein. Er erzählte mir, daß er während des Krte- ges öfters in Frankreich gewesen seu— Vors.: War Dr. Talberg Ihnen als spionageverdSchtig bekannt?— Erzberger: Nein.— Helfferich: Aber mir. Herr Zeuge, Sie stehen unter Ihrem Eid. Und deshalb frage ich Sie: Waren Sie mit Talberg nicht öfter als einmal zusammen?�— Erzberger: Soweit ich mich erinnere, kann es ein-, auch zweimal gewesen sein. Im August 1313 halle ich ihn in der Schweiz nicht gesehen. Ich kann ebenso unter meinem Eid er- klären, daß ich ihn während meiner Schweizer Reisen 1915, 1316 und 1317 nicht gesehen oder gesprochen habe.— Helfferich: Haben Sie durch Mittelsmänner oder durch Mittelsfraueu mit Talberg Verbindung unterhalten? Hat Ihre Gattin nicht mit Takberg gesprochen?— Erzberger: Davon ist mir nichts be kannt. Meine Frau war 8 Wochen in der Schweiz, sie hat mir davon nichts erzählt, ich glaube auch nicht, daß sie den ihr ganz fremden Dr. Talbcrg kennengelernt hat.— Helfferich: Ho' Ihre Gattin Dr. Talberg nicht in seinem Bureau in Zürich auf- gesucht?— Erzberger: Ich werde meine Frau einmal fragen.— Helfferich: Ist dem Herrn Nebenkläger bekannt, daß kurz vor der Zusammenkunft im Jnfel-Hotel in Konstanz ein Beauf- tragter deS Herrn T n l b e r g und des Herrn Erz- beider im Automobil von Zürich ankam?— Erzberger: Woher soll ich das wissen?— Helfferich: Wie erklären Sic Ihre Bmilkoriten in der.Schweiz?— Erzherger: Ich habe in der Schweiz aus politischen Gründen Bankguthaben.. lBewegung im Saal.)— H e l f f e r t ch: Wie erklären Sie den Aufenthalt Ihrer Familie in der Schweiz und auf welchem Wege haben Sie Ihre finanziellen Mittel dorthin über- führt?— Erzberger: Auk durchaus legalem Wege.— Helfferich: Sie baben also politische Gründe für die Transferierung ! IllreZ Vermöaen? nach der Schweiz angegeben?— Erzberger: ' Ich halle politische und kirchliche Zwecke für die Heller. Weisungen angegeben. Die Transfer: erung erfolgte auf ordmmos- mäßigem Wege durch die Bank.— Helfferich: lind daS sagt die Mann, der dos Gesetz gegen die Kapitalflucht geschafien bat und der erklärt, man müsse die Abwanderung de? OM'öcS in? BuSland mit allen Mitteln unterbinde,'.! Wenn Herr Erzberger als Pr mann sein Geld in die Schweiz schickt, und zwar auf einem Nelln» weg, und dabei angibt, es handle sich um politische oder ki ll-- Zwecke, io ist das ein Schulbeispiel für die Ausnutzung i:'' tischen Machtstellung zu privaten Vorteilen, es ist der Gipfelpunkt der politische» Korruption. (Bewegung im Saal.) Hierauf wird Geheimrat Peifer, Vortragender Rat im Finanzministerium vernommen. Vors.: Ist Ihnen etzvas darüber bekannt, daß Erzberger Kapital verschoben haben soll?— Ze u a er Davon ist mir nichts bekannt.— Geheimrat v. Gorboit: Woher wußten Sie, daß mit dem Fall Talberg auch der Name de? Ministers Erzberger m Verbindung gebracht worden sei.— Zeuge: Durch die Zentral-PostüberwachungSstelle— Gehe im rat v. G o r- don: Haben Sie da-? allcS Minister Erzberger im Vortrag mit- geteilt?— Zeuge: Nein. Nunmehr wird der„Fall Poeplau* verhandelt.— Helfferich: Ich beziehe mich hier aus eine Stelle meiner Bro- schüre, in der ich sage:„l�as unglücklich« Verhältnis des Herrn Erzberger zur Wahrheit ist nachgerade weltkundig, von sencm frühen Stadium seiner politischen Lausbahn an, in dem der damalige Cbef der Reichskanzlei sich genötigt sah, in offener Reichstags- sitzung auf Grund der Gerichtselten den vereidigten Herrn Erzberger dem unvereidigten Herrn Erz- berger gegenüberzustellen: seitdem in dem bekannten Poeplau-Prozeß das Gericht es ablebnte. Herrn Erzberger zu ver- eidigen: bis zu jenem Augenblick, in dem der damalige Zentrums- führcr Graf Hertling in feiner Eigenschaft als Reichskanzler sich weigerte, den Abgeordneten Erzberger zu empfangen, w etiler sich von ihm angelogen fülllte. was nach Herrn Erz- berger allerdings nur ein harmloses„Mißverständnis" war.— 54] Jan Krebsereuter. Seine Taten. Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von Hans Maller-Tchlösser. Jan klopfte ihm väterlich auf die SclmUer. „Ja, lieber Tünnes, dat tut dir wohl leid, dat du nit auch Schiffer werden kannst. Es ist ja auch schad', dat wir nicht zu- fammen fahren können. Dat war''ne Spaß, wat?l Wir zwei! Wal willst du denn werden? Klempner, wie dein Batten. wat? Auch ein schön Geschäft 1" „Ich mag kein Klempner werden! Ich will auch Schiffer werden wie du!" Jan gtinste ihn von oben herab mitleidsvoll an. „Ena. Tünnes. dat ist kein Handwerk für dich. Du hast nit genug Kuraschl Werd' du nett Klempner wie dein Batterl" „Enä, Jan, ich werd' auch Schifferl" erwiderte Tünnes hartnäckig.„Wat du kannst, dat kann ich auch!" Und in seinen kleinen Augen blitzte es für einen Augen- blick auf, daß Jan ihn erstaunt ansah. Tünnes, als oh er vor sich selbst erschrocken wäre, schaute rasch zu Boden und bekam einen roten Kopf. Er wollte an Jan vorbei, aber der hielt ihn am Arm fest und sagte: „Tünnes, leev Tünneske. wir wollen uns jetzt schon adchii? sagen, denn morgen früh, wenn ich schon am segeln bin, liegst du noch warm im Bett." � Tünnes schüttelte, ohne etwas zu sagen, heftig den Kopf. Jan gab ihm die Hand. „Adchüs leev TünneSkc!.Halt' dich gut! Und wenn ich nit widderkomm', ich mein', wenn mich die-Haifisch' ausgesresseti haut, dann vergoß mich nit! Dann denk' ab und zu daran, wie wir immer nett zusammen gewesen sind, all die Jahre. Und ich bring' dir auch, so Sott will, einen, schönen Papagei mit!" „Ab-w'ne große Papagei Jan!" preßte er heraus und Zog die nasse Nase in die Höhe. Jan nickte und rieb sick rasch mit dem Handrücken über die Naie und Augen und lies den Dürpel hinab nach dem Spezemladen seines Onkels Ouaddelrnechel. Tünnes schaure ihm mit blinzelnden Augen nach und! seufzte. Dann aber reckte er sich auf, warf den Kops in den Nacken und ging mit schnellen Schritten ins Haus hinein. Als Jan in den Laden trat, saß Quaddelmecbel auf einem niedrigen holländischen B ins en stich l und hatte im Schöße seiner grünen Schürze einen Haufen gelbe? Erbsen, aus denen er mit spitzen Fingern die schlechten und faulen herauslas und in ein irdenes Schüsselchen tat. Er schaut« auf. als die Laden ichelle bimmelte, und rief: „Jan? Wat willst du. Jung?" Und als Jan seinem Paten die Neuigkeit erzählt hatte, daß er morgen früh als Schiffsjunge nach Rotterdam führ-, ließ Ouabdelmechel die Erbsen aus seinem Schoß in ein hölzernes Sieb laufen und stand dann langsam und mit feier» lichem Gesicht auf, legte seine rechts Hand dem Jan auf die Schulter und sagte/ wahrend er den linken Zeigefinger hob: „Jan, wat dat zu bedeuten hat, zum ersten Mal in die weite Welt zu gehen, kannst du dir noch nit klar machen. Dafür bist du noch zu jung. Es ist ein schwer Stück. Darum will ich dir ein Mittel mit aus den Weg geben, wat es dir er- leichtern kann. Du brauchst kein Geld und keine seinen Kleider und keine große sogenannre Bildung,— die Hauptsach', Jung, sind die Manieren! Damit kömmst du durch die ganze Welt und noch ein bißchen weiter! Alles, wat du kannst und wat du hast, ist. für die Katz' und nützt dir nir, wenn du keine Manieren hast! Merk] dat! Du besonders! Denn bis setzt hast du noch keine Manieren! So. Dat war' dat. Und jetzt—".■- Damit ging er hinter den Ladentisch, zog die-Schublade heraus, die sich ich m seit zehn Jahren klemmte und stocherte mit dem Zeigefinger in dem Kleingeld herum. „— und jetzt kriegst du noch einen Groschen Zehrgeld I Da!" Er zeigte ihm einen Taler, den er zwischen Zeigefinger und Daumen wie nüt einer Zange gefaßt hatte. Jan ließ den Taler, den Ouaddelmechel auf der Theke wie einen Kreisel tirbeln ließ, erst hübsch auslaufen und steckte ihn dann in die Hosentasche. Ouaddelmechel öffnete die Tür zu dem hinter dem Laden liegenden Zimmerchen und rief: „Bill! Billa! Komin' mal! Ter Jan will Adchüs sagen." Als Jan aus dem Laden wieder auf die Straße trat, hatte er außer dem Taler noch eine Fleischwurst unterm Arm, die ihm seine praktische Tante Billa mit auf den Weg ge- geben hatte,»nd er sagte sich, daß das Schisserhandwerk ganz einträglich wäre, und daß er, wenn das so weiter ginge, in zehn Jahren wirklich so weit sein und ein Federchen in die Lust blasen könnte. In der.Hänstürs stand in seiner gestrickten grauen, zweireihig mit Perlmutterknöpfen besetzten Wollsacke und roten Plüschpantoffeln der Baas, der Bäckermeister Aloys Hössaens. die lange, qualmende Pfeife weit von sich haltend. Als er Jon kommen sah, nahm er die Pfeife aus dem Munde und hob sie langsam und feierlich wie einen Heroldstab in die Höhe. Er stand da wie ein.Hfidenbekehrer, als er ansing: „Also morgen machst du dein' erste Fahrt in die Welt. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen! Dat hat der liebe Gott schon dem Adam gesogt, wie er ous dem Paradies gejagt worden ist. Du bist auch so'ne kleine Adam. Du mußt auch ous-dem Paradies heraus, ous dem Paradies von den Kinderjahren! Ja. Jung, jetzt hören die Spirenzkis auf und die Nixnutzigkejten! Oder meinst du, ich Hütt' schon vergessen, wie du mir letzt Zinter Klos*) mit 'ner Stecknadel in die frische Weckmänner gepitscht liast, dat sie zustimmengesollen find, platt wie Kartenblättchen, du Halunk! Besser' dich! Immer Gott vor Augen, Jung, dann kannst du auch im Düstern deine Sünden erkennen. Wandle fromm vor Gott und sriedi'am mit den Menschen, dann wird dein Alier sein wie volle Garben, die der Herr mit Freuden in seine Scheuer sammelt, verstehst du! Gott weist dem Tierlein seinen Weg, dat es sich niemals nit verirrt. Dat sollst du bedenken, du Bogebimd! Und wenn dich Widder mal deine Untugendlichkeiten plagen, dann denk' dai�an, wat dir der Baas gesagt hat. der Aloys Höfsgens von der Zitadellstroß'!" Und der Boos senkte seine Pfeife wieder und nickte Jon ein paarmal mit gerunzelter Stirne zu. Jan lief mit schnellen Schritten durch den düsteren F'ur nach der engen Treppe zu der elterlichen Wohnung hinauf. Der Baas aber holte Stein und Schwamm aus der Hosen- tasche, denn über seine Predigt war ihm die Pfeife mtsge- gangen.— *)--- St. Nikolas. (Forts, folgt.) Erzberger: Es handelt sich tn kurzem um Folgendes: Am 28. September 1005 hatte ich eine Besprechung mit dem Chef der Reichskanzlei. Dieser macht Über die stattgehabte Unterredung eine Aktennotiz, ohne dieselbe mir vorzulegen. Sie wurde 1007 von dem Chef der Reichskanzlei in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlicht. Ich bestritt sofort die Richtigkeit V e r» s ch i« d e rve r Punkte dieser Aktennotiz öffentlich und in der ReichStugSsitznng vom 4. März 1907. In der Aktennotiz bekindet sich der Satz, daß ich in der damaligen Unterredung mitgeteilt hätte. Herr Poeplau sei bereit, sein Material herauszugeben, wenn die Untersuchung gegen ihn eingestellt würde. In jener Reichs- lagSsitzung behauptete der Chef der Reichskanzlei, dieser Satz der veröffentlichten Aktennotiz sei von mir nicht bestritten worden. Er verlas dann meine zcugeneidliche Aussage in der Angelegenheit Poeplau vom 10. Juli 1900, in der ich angab, daß er mich gebeten habe, zum Chef der Reichskanzlei zu geben, um zu versuchen, ob seine Angelegenheit nicht auf anderem Wege als durch«in Disziplinarverfahren beendigt werden könne. Ich war mir der Aussichtslosigkeit dieses Schrittes bewußt. Darin wollte der Chef der Reichskanzlei die Bestätigung sehen dafür, daß ich unter meinem Cid �zugegeben habe, was der Chef der Reichskanzlei nach feiner damaligen Unterredung mit mir niedergeschrieben habe. In jener Reichstagssitzung habe«I) dann den Beweis gekühr:, daß ein Widerspruch zwischen meiner beeideten Aussage und meinen an anderen Stellen gemachten Erklärungen nicht b e- steht und daß das Mißverständnis nur in der einseitige:; Akten- notiz de? Chefs der Reichskanzlei lag. Es erfolgt hierauf die Verlesung eines Teiles der Wien des Falles Poeplau. Tann wird der frühere Chef der Reichskanzlei, Exzellenz v. Loe« bell, als Zeuge vernommen. Cr sagt auS: Der Abgeordnete Erj> bcger habe ihn am 26. September 1905 in der Angelegenheit Poeplau aufgesucht und habe ihm mitgeteilt, Poeplau sei im Besitz umfangreichen Materials, durch dessen Perössentlichung die K o- lonialsbteilung komprimittiert würde. Poeplau sei bereit, da? Material herauszugeben, wem: das Verfahren eingestellt cherden würde. Dieses ungewöhnliche Ansinnen habe Zeuge abgewiesen und sich am selben Tage, eventuell am darauf- :o!genden> Tage eine kurze Notiz über den Vorfall versaßt. Loedell schildert dann sehr ausführlich, wie er im November 1996 im„Lokal- Anzeiger"«ine Notiz gelesen habe, in der ihm der Vorwurf gemacht wurde, er habe Erzbcrger gegenüber die Untersuchung der Kolonial- Mißstände abgelehnt. Er habe Erzberger darauf zu sich »gebeten und ihn um Aufklärung ersucht. Erzberger bobe ihm darauf geantwortet, er wolle ibm gar keinen Vorwurf machen. Als der Zeuge dann aber die Aussage ErzbergerS im Prozeß P ü cf I e r in der Zeitung las, die mit der Unterredung im Wider- sprnch stand, habe er in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" eine Erklärung zur Richligstellung abgegeben. Darauf habe Erz- !>erger am 2. März 1907 im Reichstage erklärt, die Darstellung in der.Morddeutschen Allgemeinen Zeitung" sei falsch und die No- riz deS Chefs der Reichskanzlei sei unwahr. Darauf habe er, Zeuge, am 4. März im Reichstag die Sache klargestellt. Um 9i3 Uhr wird die Verhandlung auf Mittwoch 9X Uhr vertagt._ GroßGerün Der Sterngucker. An der Weidendammer Brücke steht in klaren Nächten ein Mann mit einem blanken Fernrohr, der die Neugierigen der nächtlichen Friedrichstraße in den Sternenhimmel gucken läßt. Es kostet eine Mark. Dafür darf man sich den Jupiter ansehen mit seinen Monden, die.immer wo anders stehen", und den Saturn init seinem Ring. Es kommen viele Leute vorbei, die angesichts des schönen Instrumentes, den: Blick in den Himmel nicht ividerstehen können. Oft sind sie cyttäuscht, denn die Sterne sind ihnen zu klein., Nämlich alle diese Nachtbrüder kommen aus glänzenden. flrmmernden Räunren, erfüllt von Gedudel und Geräusch. Der Himmel des Lokals, das sie eben verließen, war in ihrer Erinnerung voll großer leuchtender Glühbirrten, die strahlen- des Licht in alle Winkel verbreiteten— und nun diese „Sterne". Traurige Sterne, dieser Jupiter mit seinem Monden und dieser Saturn mit seinem Ring. Lille nicht viel größer als Stecknadelköpfe. Und das wollen Sterne fein? Unabänderlich frei von irdischer Äohlennot rollende Welten? O, eS ist eine herbe Enttäuschung für die trotz Kohlennot lichtvettoöhnten Nacht- bummlcr Berlins._ Tie Polizei in Groft-Berlin. Die Schaffung eines einhealichen Groß-Berlin bedingt auch die AuSzestalmng des PoUzeiwesens,'oweil es staail:ch ble:ben soll, um bei den weite» Einfernungcn in jedem Kommunaldezirl eine Polizeizentralstelle zu haben. Wie in Berlin, so ist iür die Bor- orte die Einrichtung von IS bis 20 Bezirksämtern vor- gesehen, denen cnva die gleichen Aufgaben zufallen werden, wie den bereits bestehenden Berliner«emtern. Neben diesen Aufgaben werden aber noch andere zu erfüllen sein, die für Berlin zum Teil noch von den zentralen Dienststellen ausgeübt werden. W:e wir hören, ist die Einrichtung der neuen Polizeibezirks- ämter zu einem früberen Jeiivunlie geplant als die Cinrichlunq deS kommunalen Groß-Bcrlin, jedoch erst nach Annahme des Gesetz «ntwurfeS. In Aussicht genommen ist der 1. Juni. Weitere Ergebnisse der ElternbeiratSwahlen. In S.P.D. U.S. P.D. KUchl.-Unpel. Reinickendorf...«54 021 791(29) 892(33) Rönrge ntal.... 107(3)*) n2(3)— Bernau...... 120(2) 313(5) 294(5) *) Verb, mit Bürgerlichen. Freigabe weiterer Kohlcnkartenabschnittc. Die Kohleustelle Groß-Berlin teilt mit, daß von Keule ab zur Entnahme und Abgabe von Kohlen folgende weitere Abschnitte frei« gegeben werden: Abschnitl 8 der neuen 12-Zemner-Aochkarte, Ab- schnirr 13 der IS-Zenrner-Kochkarte, Abichnitl 23 der 24-Zentner- Kochkarte, Abschnitt 38 der 32-Zentner-Kochkarte, Abschnitt 3 der neuen S-Zentner-Oienkarte, Abschnitt 13 der 10-Zentner-Ofenkarte, Ab« schnitt 23 der 20-Zsntner-Oseukarre, Abschnitt 36 der ZO-Zernner- Ofenkarte, Lbschnur 43 bezw. 53 und 63 der 40-Zenine»Ofentar!c. Auf hie Sbichnilte der allen Koch-, Ofen-, Koks- und Sonder- karte dürfen vom 1. März ab Kohlen nlcht mehr abgegeben und entnommen werden.__ Schwindeleien mit Kriegsbeschädigten./ Wir werden von der Firma.Heimalsch olle" aus Alckaß der vor einiger Zeil vcröffenlliäuen Noriz, die sich aus eine Mir« teilung der Zenlratstelle zur Bekämpfung von Schwindelfirmen stützte, ersucht, daraufhinzuweisen, daß wir unS ans Grund deS uns .überlassen«» Materials von der Unrichtigkeit der erhobenen Be- schuldigungen überzeugt haben. Diese Pflicht erfüllen wir hiermit und schließeii damit da« Thema. Dank der Stadt Graz an Berlin. Von der Groß-Berliner SiebeSgobensammlung für Deutscdösterrcich waren auch zwei Waggons«ach Graz gesandt worden. Der Bürgermeister der Sladt Graz dankt nun der Groß-Berliner Bevölkerung in einem an den Oberbürgermeister Mermuth gerichteten Schreiben. Sozialistische BildirngSschnle. Am Donnerstag, den 26., 7 Uhr. deginnt der Vortragszyklus jür Funktionäre der Arbeitrigruppen. Referent Redakteur Kuttner. Thema: Die politischen Parteien, ttokal: König- städtisches Gymlialium, Msabetbstr. 57/58, Gruppe Rordosten- Zentrum; Zyklus: Betriebsräte und Gewerkschaflen. Referent: Ädol! Cohen. Lolal: KönigstüdlischeS Lyzeum. Wrrisjwalder Str. 25.— Bezirtebtlvuuzsausschutz: Sonntag, den 7. März. 7 Uhr. im Ghm- nafium zum Grauen Kloster, Klotestr. 74: 6. Kunstabend,„Soziale Dichtungen". Mitwirkende; Dr. Max Dochdorf. Fräulein Margarete Merr- dach. Cintrittskarten k 1 M. sind bei allen Abteuungskasstcreill. bei Horsch. Enaelufer 15, in der PorivärtS-Buchbandlung, Lindenstr. 2 und im Bureau des BezirlSbiidungSaU'Zichusses, Lindenstr. Z, II. Hos 15', Zimmer 10. Ge> öffim von ö— 4 Ubr, Donnerstags von S— 1 Uhr und von 5— 8 Uhr nachmittags.— Matin», Staatsthcaier(Schauspielhaus). Sonntag, den 29., vmmiltags 11 Uhr„Die Romanttter". Karten a 1,10 M. sind noch im Bureau des LildungsausschusieS zu haben. Schöneberg. Stadwcrordnctcnversammlung. Der frühere Be- schluß, an Stadtverordnete und Burgetdeputierie entgeltlicheAr- betten für die Stadt nicht zu vergeben, soll aus Tätig- keil in der Volkshochschule nicht angewendet werden. Di« Versammlung beschloß so. Angcnommcn wurde zugleich ein Antrag, den Ma- gistrat um eine Zusanimenstellung darüber zu ersuchen, welche Stadtvcrordneren samt Verwandten bis zum 3. Grade für die Stadt beschäftigt sind.— Die Bewilligung von 67 000 M. für die Kosten der Kölüenstelle Schöneberg:u Vierteljahr Januar/März führte zu einer Aussprache über die K o h l e n v e r so r g u n g. Allgemein wurde geklagt, daß trotz allen Aufwendungen für die Kohleustelle dieBelieserungdertleinentzändlersehrmangel- Haft ist, so daß viele Verbraucher schwer unter Kohlennot leiden. Empfohlen wurde, daß die kleinen Händler, um sich gegen Bevor- zung der Großhändler zu wehren, eine Art Einkaufs- geno s se u sch a s t bilden sollten. Dieser Plan be«ht; ein An- trag verschiedener Fraktionen(auch der sozialdenwkrDtischen), den Magistrat um Unterstützung zu ersuchen, wurde angenommen. An- genommen wurde auch ein Antrag, der Magistrat solle bei der Re- gieruilg dahin vorstellig werden, daß die vorhandenen Kohlen mengen zunächst der Bevölkerung alS Hausbrand überlassen werden, bevor man KinoS. Theater, Ball- und Nachtlokale versorgt, und daß zu reichliche Kohlenvorräte beschlagnahmt werden. Die L u st b a r k e i t S st e u e r soll zur Steigerung ihres Ertrags ausgestaltet werden. Der Magistrat empfieblt völlige Anlehnung an die neue Steuerordniung Berlins. Für Schöneberg wird danach eins Ertragsteigerung um 50 Proz. ertvartet. Dr. B e n d i n e r lSoz.) wies auf die Schwierigkeit hin. noch Aenderungen an der für Berlin festgesetzten Steucrordnung vorzunehmen, die möglichst für Groß-Bertin gelten soll. Trotzdem müsie man den Versuch machen, darum sei Ausschußberatung notig. Der Magistrat widersprach, aber die lleberweisung an einen Ausschuß wurde be- schloffen.— Zur Abfertigung der Erwerbslosen wird eine dritte Llbrcchnunflsstelle eingerichtet.— Die neue Teuerungszulage für Gemcindearbeiter soll wie in Berlin ge» wäbrt werden. Sie beträgt(vom 1. Januar abf für Ledige unter 18 Jahren 50 M., über 18 Jahre 75 M., für Verheiratete 90 M-, für jedes noch zu versorgende Kind bis zum vollendeten 16. Jahr 20 M. Sie wird voll gezahlt nur bei mindestens siebenstündiger Arbeitszeit, andernfalls nach Maßgabe der geringeren Arbeits» stundenzahl. Zobel(Dem.) klagte, daß Beamte zuweilen kchlschasr als Arbeiter gestellt seien. Kunze(Deutschnational) spielte die Debatte, wie üblich, ins Politische hinüber. Für die Geldentwertung wollte er die neue StaatSsorm verantwortlich machen, und er malte geflissentlich daS Gespenst deS„S ta a t Sba n k e r o t t S" an die Wand. Zobel und mich nachdrücklicher E r d m a n n(Sozst wiesen daS Sinnlose seiner Angriffe nach. In seiner Erwiderung schimpfte Kunze über die„verfluchte Z wangSw i r t sch a: t". Der .Saß gegen sie ist bei einem Deutschnatioimlen begreiflich. Die Debatte versprach, da noch viele Redner gemeldet waren, sehr leb- Haft zu werden; aber ein Antrag aus Schluß machte ihr ein Ende. Die MagistratSvorlage wurde a n g en o m m e n, dazu eine von der sozialdemokratischen Fraktion beantragte Resolution, die auch für über 16 Jahr« alte Kinder in geeigneten Fällen die Kin- derzulage forderte.— De Einwohnerwehr soll höhere Be- soldung erhalten. Der Magistrat beantragte als künstiges Gehalt monatlich für unverheiratete Wachleute 400 M., für verheiratete 500 M. für jedes Kind 80 M., für unverheiratete Offiziere 800 M-. für verheiratete 900 M. Die Unabhängigen widersprackfen„grund- sätzlich". E r d m a t: n(Soz.) erklärte die Einwohnerwehr sür� eine vorübergehende Erscheinung, die bis zur Schaisung einer ausreichenden Polizei leider noch nötig sei. Die Magistratsvorlage wurde angenommen. Nach Erledigung der langen Tagesordnung wurde noch über einen dringlichen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion verhandelt. Er mahnte an einen im Okiober gefaßten Beschluß über eine den Bureauhilfskräften des Magistrats zuzahlende einmalige WirtschastSbeibilse. Damais sprach die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag der sozial- demoiratiichen Fraktion sich dahin auS, daß ein vom Magistat be- absichtigter Vorschuß aus die zu erwartende Gehaltserhöhung der Hiliskräste in eine einmalige WirtichaslSbeihilse umzuwandeln sei. Nur wurde dabei der von den Demokraten beantragte einschränkende Zusatz gemacht, die Umwandlung in eine Beihilfe� solle erfolgen. falls Charlotienburg und Wilmersdorf sick anschließen. Mit Rück« ficht aus die inzwischen von Charlotienburg und Wilmersdorf ge- faßten Beschlüsse forderten untere Genossen nunmehr Regelung iür Schvnebcrg. Erdmann(S»z.) führte begründend auS. daß die BureaubUfskröfte der Stadt nach wie vor in bedrängter Lage sind. Der Magistrat erklärte. Bedenken bobe er nicht. Doch will er noch prüfen, w:e in Charlotienburg und SchLneberg die Verhältnisse liegen. Der sozialdemokratische Antrag wurde angenommen. » Kuüppel-Kunze hat, wie wir erfahren, keinen Grund, mit der Genehm:gung seines KuüpvelvertriebeS durch den Berliner Polizei« Präsidenten sich.dicke zu tun". Der Polizeipräsident hat. ohne von Kunze» Beziehung zu dem ihm vorgelegten Knüppelmuster zu wissen, lediglich den Vertrieb solcher al« verte:digungSmsttel be- zeichneten Knüppel zugelassen. Städtische Auskunft«- und Bcschwcrdcftcllc in Neukölln. Die von der Sladtverordnetenveriaw.mlung Reukölln im alten Rachause, Berliner Str. 62/63, Erdgeschoß. Zimmer 463. eingerichtete Be- schwerdestelle ist jetzt auch an jedep, Mittwoch, nachmittags von 5—7 Uhr geöffnet. Es sind in diesen Stunden Stadtverordnete an- weieUd, uni Beschwerden und Wünsche der Einwohnerschaft ent- gegenzunehmen. Neukölln. Der GaSpreiS soll nun auch hier weiter erhöht werden. Die weitere Steigerung der Kohlenpreise und die neue Erhöhung der Frachtsätze werden allein dem Gaswerk der Stadt eine Mehrausgabe von 600000 M. verursachen. Dieser Betrag kann durch die inzwischen eingetretene Preiserhöhung für Neben- Produkte nickt gedeckt werden" Ter Magistrat verlangt Heraus. ietzung deS Gaspreiseö pro Äubikmercr um 17 Pf. auf künftig 70 Pfennige. Berlin nimmt schon lange von kleinen Per- brauchern 70 Pf., von größeren 80 Pf. Steglitz. Laut Verfügung der Potsdamer Regierung ist die ElternbeiratSwahl an der Gemeindefchule 7 am Markus- platz auf Sonntaa. den 29. Februar. 10—5 Uhr. angesetzt worden. Parleigeuoiicn, angesichts der skrupellosen Agitation besonders der sog. Unpolitischen, deren Taktik nochmals in einer Elternverfamm- lung in der Schule am Donnerstag 7st, Uhr beleuchtet werden soll, nutzt die Zeit, um alle Eltern zum Eintreten für die Liste Wolter ' zu gewinnen!— Zlim Bunten Familienabe nd im kleine» Saal des„Schloßpart" am 28., 6 Uhr, sind noch Eintrittskarten zu 1,15 M. bei den Funktionären zu haben, oesgleichen EintritlSbonS a 60 Pf. zu der Märchen-Lichtbilder-Vorleiung am 7. März, bst, Uhr, in der Aula der Oberrealsckule Elisenstraße.! Die Errichtung eines städtischen Arbeitsnachweises i» Lichtenberg sieht bevor. Der Magistrat säUägl in einer Vorlage an die nächste Stadtverordnetenversammlung vor, die Dienstzweige Arbeitsnachweis. Berufsberatung und Lehrstellenvermirtlnng, EnverbSloseniür'orge, Demobiln:achungöaligelegeilhe:ten in einer Zentralstelle zusammen- zufassen, um dadurch ein großzügiges und zielbewußtes Zusammen- arbeiten dieser Stellen zu sichern. Dem ArbeilSaml sollen ferner die Rechtsauskunftsstelle und das Kaufmanns« und Gcwerbegericht angegliedert werden. Die Verwaltung des Arbeitsamtes soll durch eine.Deputation für daS städtische Arbeitsamt"(4 Magistrats« Mitglieder, 2 Stadtverordnete und 8 Vürgerdeputierte) erfolgen. Wrißcnscr. AuS der Gemeindevertretung. An Stelle deS zurü ck getretenen GemeindevcrtreterS H e r s i n g(U. S. P.), wurde Frau Pape»brock eingeführt. Für Einrichtung von Klassen- räumen in der Schute Langhansstraße wurden 85000 M., für Reparaturen an Gerichts- und GesängnisgebSuden 8000 M. bewilligt. Die Gebührensätze für die Gemeinde wage wurden erhöhl aus 60 P:. für je 1090 Kilogramm und 40 Pf. für se 1000 Kilogramm Kohle und Kolsladungen. Für eine B e l e u ck- tungSanlage im Säupl:ngStronkenbauS und der Pumpstation wurden 800 M. bewilligr. Die Fraltwn der U. S. P. hatte einen Antrag eingebrachr. die Verkaufszeit an den Wochentagen außer Sonnabends bis 6, Sonnabend» bis 7 gelten zu lassen. Da nur die Lebensmittelgeschäfte mit �/8 Mebrbcit ihre Zustimmung gaben, die andereu Geschäfte durch ein Beri'ebsn nicht beffagl wurdev. lehnte der Sprecher unserer Fraktion einer solchen Regelung zuzustimmen ab. Ter Antrag wurde mit den Stimmen der II. S. P.. die zufällig die Mehrheit batlen, angenommen. Der S t r o m p r e: S für Kraft- und Lichtverbrauch im März ist der gleiche wie im Februar. Die Vergütung für die Studien- aflessoren und Referendare wurde nach Berliner Muster beschlossen. Die Beiträge für den Verband der Kaufmann?- und Gewerbe« gerichle wurden auf 50 M. erböhr. Für amtliche Bekanntmachungen wurde da» Pauschale auf 1500 M. erhöht. Die U. S. P. halte einen Antrag eingebracht, der die Aushebung des B e- lagerungSzu stände« und der Presseverbote verlangte und an die Reichsregierung gei'andt werden sollte. Auf die Ausführungen des Redners der U. S. P. erachtete es unter Frakiionsredner nicht für notwendig einzugehen und gab nur eine Erklärung ab. die selbstverständlich den Zorn auf der Gegenseite entfesselte. Der bürgerliche Vertreter erklärte seine Zustimmung zu geben, wenn an dem Antrage wesentliche Aenderungen vorge- nommen würben. Da diese? nicht geswab. erfolgte Ablehnung mit 13 gegen 13 Stimmen. Zur Anschaffung von s o z i a l i st i- scher Lektüre für die Volksbücherei wurden 1500 M. bewilligt._ Gross-Berliner Lebensmittel. Lichtenberg. Stuf L» und b der Kartoffcltarle 2 Pfd. Kartoffeln, S e bis x 1 Psd. Großbrot._ Geoß-öerlinn parteinachrichtea. 8. Abt. Funltionäre und BetriebsvertrauenSieute, Donnerstag, 7'/, Uhr. bei Schmidt,'Alte Fakobitr. 174: Wichtige Beivrechung. 8. Abt. Zablabende beute in folgenden Lokalen: 123./24. Bez. bei Reim. Urbanstr. 29; 125/26. 28. Bez. bei Schmoldt. Hasenheide 53; 127./20. Bcz. bei Pech. Urbanitr. 52; 130 /81.. 32., 34 Be». bei Droage, Dtefienbachitr. 57; 133. Bcz. bei Rodde. Dicssenbachltr. 36; 13S./3S. Bez. bei Bogt, Bovpstr. 8; t37./38. Bez. bei TchiUUer. Giäfcttr. 3. 10. Abt. Heule 7 Ubr Zablabend bei Bartz. Luufftzer Straße 52; Hebeslreit. Reichen!' erger Straß- 124; Winnig, Forster Straße 36: Mai, Reichenberger Straße, Ecke Raliboriwaße. 11. Abt. Die Bezirkszablabende sinken heute 7 Ubr in folgenden Lokalen statt: Cuorhstr. 11, Cuvrystr. 40, Schlefische Straße 1. Slalitzer Straße 59. 12. Abt. Heute 7tl3 Uhr Zahlabend in den bekannten BezirlS« lokalen. 14. Abt. Heule 70, Uhr Zahlabend bei Radtte, Neue Jakobstr. 1; Krüger. Enaelufer 13._.. 19. Abt. Heute 7 Ubr bei Kühn, Schreineriir. 63: Versammlung oller in und au'-er der 19. Abt. wohnenden Parleigenossen und.Vorwärts'- Leler. deren Kinder die folgenden schulen besuchen oder eingeschult werden: V-ttenkolerstr. 20. Samanterstr. l8. Zellcstr. 12, Rigaer Str. LI, graul- surter Allee 27l, Frankmrter Allee 37. 25. Abt. Heute 7'/, Uhr: Zahlabend bei Eichler. Gollnowstr. 13 und Mvgwitz, Bmnimitr. 13. 29. Ab». Donnerstag.?>/. Ubr abends, in der Schulaula. Sene- sclderstr. 6: Veffammlung aller Eltern ichuwfl'chtiger Kinder der 209. und 215. Gem.-Schule. Dumferilr. 65/66; 288. und 289. Gem-Schnle. Sene- i-Id-rslr. 6; 162. und 197. G-m..TchuI-. Danziger Str. 23. Reiereut: Gen. Lehrer Bablte über die Dahlen zu den Elternbeiräten. 62. Abt. Heu!- 7 Uhr, in der Schulaula. Greiienbagener Str. 58/59: Große Miigllederversammiun,. Reserent: Vittor Schiff über.Sozialismus und Tcmotratie in den Wistslaalen". 63. Ab». Zablabend in nachfolgenden Lokalen: Gülwald, Vuiouser Straße 24; Haag. Swinemünder Straße 53; Gabriel, Demmiuer Str. 15; Schrebel, itzrüntbaler Str. 13. 65. Abt. Heute 7'/, Uhr Zablabend bei Kümper, Badstr. 17; Krüger, Huisitenstr. 34; Weile. Gerichtstr. 12. 69. Abt. Heute 7 Uhr Zahlabend bei Eggert, Bergftr. 22; Döll, Bergstr. 71; Bärwalde, Tchlegclstr. ö; Bctsan, Pflugstr. 1; Diete, Doyen. straße 19. � 37. Abt. Heute 71/, Ubr: Zahlabend in folgenden Lokalen: die Be- zsrke 727, 728, 733, 734 u. 736 bei M. Kaiser, Stephanitr. 5; die Bezirke 729, 730, 73t u. 732 bei Paul Tichammer. Rathenower Str. 74; die Bezirke 736. 737. 733 u. 739 bei ffi. Boges, Lehrter Str. l8tt9 Für in der Jugendbewegung tätige Genosse« t Sonnabend, den 28., 7 Ubr, Konsereuz im Saale der Juristischen Svrcchsiunde. 1. Hos park. Tagesordnung: t. Vortrag des Genosten Dr. Fotb.BoriragSformen vor Jugendlichen". Gleichzeitig eine AuSilellung über Jugendliteratur. Achtung: Dr. Paul Meyer A..G.! Donnerstag, den 26. nach Arbeitsschluß Zusammenlunst aller Arbeiter und Arbeitennnen� die aus dem Loden der S. P. D. stehen, im Lokal von Sachse. Lmdower slr. 26. Achtung Genossinnen 1 Rednerinnncn-Kursu»(Gen. Juchacz) httK abend 6 Ubr Pmteiooritand, Lindenitr. 3. 1. Hoi IV. Netchs«. Staat«. und Komrunnatveamte«ud Angestellte Lichteobergs, die auf dem Boden der S. P. D. stcheir. beute 7 Uhr Ler- famnrjung in der Schulaula Marltstr. 10. Thema: Die Beamten und die politischen Parleten. Reserent Gen. Rüben. Neukölln. Versammlung der 4. Abteilung beute Kirch hosstr. 42. 7 Ubr. — Elternociiammlung der Realschule Boddmitraße deute 6'/, Uhr. Vortrag über Religion und Sozialismus. Reserent: Retor Boie. Poiodam. Hinte 7'/, Uhr Fraucnabend, Lmdenstr. 20. Jugenüveranftaltungen. «erei» Arbeiterjugend Groii-Berlin. Jugendsekretariat Bcllcvue- slraß« 7.— Am Freitag, den 27.. itndel:m Juqendbeim. Lindeuitr. 3, cm Heiue-Abend iur die weibliche Jugend statt, zu dem die ArbeitermAter de. sonders eingeladen sind.— Zeutral-Jugeudheim, Lludenitr. 3: Schiller- Abend.— Charlottenburg. Roiuicnin. 4; Wie sollen wir wandern 7— ggetteranssicht«« für das mittlere Nurddeutschlnuv bis T-nnerftag Wittag. Trocken und zunächst überwiegend beiter. uu- zeit. weile»ebüg bei schwachen südöstlichen Winden In den TageSNundcn mild, in der Nacht zu Donneritag au vielen Orten im Südosten gelmder Frost: später Im Weilen zunehmende BewöUung. Soziales. Erhöhung der Grenze« für die Versicherungspflicht in der Unfallversicherung. Durch die Geldenlwertuug und die damit verbundene Erhöhung der Löhne und Gehälter ist eine Aenderung der zisternmätzig fest« geietzlen Grenzen auch in der grietzlichen Unfallversicherung not» ivenoig geworden. Die Verbände der gewerblichen und landwirt« fchafllichcn Beru'-genosieilschafien haben daher bei der Regierung beantragt, die Grenzen der Versicherungspflicht für Betriebsbeamte, bisher 5000 M., zu erhöhen mindestens auf 10 000 M. Der Betrag toll jedenfalls gleich, sein der Grenze der Versicherungspflicht in der Angestellrenversicherung. Ebenso haben die Verbände eine Aus« dehnung der freiwilligen Selbstversicherung der Uirtcruchmer event. auch eine Ausdehnung der satzungSmätzigen Zwangsversicherung von kleinen Unternehmern befürwortet. Bus aller Welt. Preistafel der Piepmätze. Laut Beschluh des Preuhischen Staatsministerium» vom 22. September v. I. können diejenigen preußischen Orden, die bis« her nach dem Ablebe» des Beliehenen zurüligelteferl werden mußten, den Besitzern gegen Bezahlung zur Auibewahrung als Andenken belas'en werden. Entsprechende Vorlagen find an die General-Ordenslommiffion w verlin zu richten. Die Preise sind folgende: Roter Adlerorden»I. Klasse... SO,— M. » m iV.»«.. 3,10. Kronenorden III. Klasie..... 66,—, IV....... 24,75. Kreuz de» Bllg. Ehrenzeichen... 3l.3S. Allg. Ehrenzeichen in Gold.... 200.—, ... Silber... 0.90, . Bronze... 2,—„ D6 nicht die meisten e» vorziehen werden, statt der Piepmätze eine gerupfte Gans einzuhandeln? Im übrigen: selbst Hosen- bodenarbeit wurde nicht just königlich belohnt, wenn sie viert- klasfigen roten Adler, wo nur 8,10 M. kostet, aufgeklebt bekam. UniversitStSgclder in Wien. Mit dem kommenden /Sommer- semester werden die Kollegiengelder der Wiener Hochschulen neu geregelt� An den Universitädcn beträgt das Kollegiengeld 10 Kronen für die wöchentliche Unterrichtsstunde pro Semester. Dazu kommt ein Auditoriengeld, das in Wien pro Se- mester 40 bis 50 Kronen je nach Fakultät beträgt. Für die Tech. niscbe Hochschule, die Hochschule für Bodenkultur und die Tier- ärztliche Hochschule sowie die Akademie der bildenden Künste ist ein einheitliches UnterrichtSgeld von 160 Kronen pro Semester nebst Auditoriengeld festgesetzt worden, das in Wien 60 Kronen beträgt. Für Lu»länd«r erhöht sich, abgesehen von berücksich. tigungSwürdigen Fällen, da» Kollegien, bzw. Audrtoriengeld um die Halste. Srkefkctften öer Neöektion. Icdtt fllt den»riefkast«« bestimmten Anfrage füg» man»inen Buchsta. und«in« Nummer bei. Briefliche Ausiuntt wird nicht erteilt. Eilige A;.- fragen trag« man in der Iuriftifchen Sprechstunde, Lindcnftr. S, 1. Hai vor- terre link», vor. Schriitstllck« und Verträge sind mitzubringen. Sprechzeiten der juristischen Sprechstunde: Montag, Freitag und Sonnabend 3—5 Uhr; DienStag, Mittwoch. Donnerstag 4-7 Uhr. H. 100. Bernsen Sie sich aus 8 63 de» Einkommenfieliergesetze» und wenden Sie sich an den Vorsitzenden der Veranlagungskommission Ihre« Bezirtcs.— Mtl. Pol. Wahlberechtigt sind nur Angestellte, die eine versichenlngZpslichtige Beichästlgnng aussähren. Beamte und Beamten» anwäitcr sind von der Wahl ausgcichiossen. Die Reichsregierung kann allerdings anordnen, daß gewisse Gruppen von Beamten und Beamten« anwärlern als Nngeitelltc zu betrachten sind.— Otto 53. Wehen! Metallbetten Auskunft an Ort und Stelle durch Qemmaim. ClaHIdlaHtniatratzru. Kind»r> betten. Polster an Jedermann. fau'ta Kupfer 25,00 Kessins.. 14, SO tlei..... 9,00 Hink..... 7,00 IT. '•■"■St: Möbel liefert gegen bar ir.müarlBiliarilÄÄl!!, Sprachst 12—2, Vi 5— V, 10 Uhr abds, Sonnt.'„II— I Uhr Spezialarzt für Haut- und Harnleiden,| Harn- u. 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Ring 12,60 M.— also 2,10 M. pro Abend (Kassenpreis 3,20 M.) In diesen Preisen ist die Luslbarkeifssteuer bereits enthalten Del dar Organisation des Abonnements Ist dafür Sorge getragen, daß auch Abonnenten späterer Abteilungen frühere Aufführungen eines Werkes erhalten. Das Abonnement Ist übertragbar. Oer Verkauf Oer Abonnements im Großen Schauspielhaus und an der Theaterkassa A. Wsrtheim, Leipziger Straße. AM. WM" ZeHter Sog! M kleWlM von Friedrich Hebbel Regle- Re I nh o Id Sc h ü n zel Mopgren. T UHp Uraufführung des Sensstlcns-Pninkfllms OerTonzgafMiilKcn 1. Te.Z Uhr/ Senn Up: 4, 6, 8 lld. Vorverkauf 11 bis I(ohne Aufschlag) Alte Gebisse zu den höchstenT agespreisen Zahn 19.—, 20.— Me SO.— Mork Kein Zahn unter 19 Mark, wo die Echtheit festgestellt ist. Knepfstlftzibnc 8.— Mark. Altgold. tSllberbrucb. Krennstllte kauft zu den höchsten Tagespre sen I ohnrüffifinni koskxjbwkig, LdOUrHlOriUin vränlenburger8ir,38. hoebpt. zw. ArtOlerie- u.Frledrlclistralto Einkauf von 9—6 Uhr. ! 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Schiabih, Berlin, Taprioi- ftrase 24. Bon tSofirt,t,lupuv gehellt: vorher mit Radium erfolglos dehandeil- 21. Herr A. Hell. min. S.-Borflgraalbc. Ernftstr. 23. Bon Niagen- geschwul, I. v>rl!->psung nnb Nerven schwache geheilt.— 22 He« Milchhändler«deri, Berlin, chreisenhagen« Straffe 2K. Bon gichNsch-rhenma- tischen Kchmerzen in Bein und Fiixgelenl ge-'■ tzellL— 2:1 Heer(Scumrrt S. Michael!»,«her- i lottenbuts,-Jäellftt. 87. Bon chronischen, Cener- j leiben nnb«elbincht gehellt.—>< Frau M. , Knarr. Berlin-Lichtenberg Scharnmederftr. in. Von 1 I aerzschwbch», LetzeranschweSnng gehellt— 25 Eohn pnni des Weidienstelltrs Herrn Milhelm \ Ocrffner, Dertio-lOesfeni SSeatntcubou». Von! schwer ein B«4«lcibcn geheilt Bein sollte ab- I genommen werden. I" B iefiiche Orizian!. Nnertennungen von uns geheilter Bont-irr. 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Die„Deulillie'TageZzeitung" versetzt ihren Lesern eine rührende GesckilÄie von dem Schicksal eines Lakaien, den der Landwirtschasts- minister, Genosse Otto Braun, aus der Wohnung gesetzt haben soll, um(fit seinen Chauffeur Platz zu schaffen. Die Sache liegt ungemein einfach-: Herr v. Sckorlemer hatte sich 1916 einen Lakaien engagiert, für den Genoffe Braun naturgemäß keine Per- Wendung halle. Der Lakai tvurde zunächst als Hil'skanzleidiener beschäftigt, und ohne Wissen des Ministers wurde ihm eine Drei- zimmerwohnung für 25 M. monall'.ch vermietet, jedoch unter der Bedingung, das; er sie bei Ausscheiden auö dein Dienst räumen muffe. Der Lakai schied schon nach 1� Tagen aus und wurde Diener in einem feudalen Klub. Seine Wohnung wurde nun für deit Chausfeur in Anspruch genommeu, der bis dahin im Norden gewohnt und einen stundenlangen Weg zu seiner Dienststelle zurückzulegen hatte. Dem Lakaien des Herrn von Schorlemer wurde eine Zweiziinmecwohnuug im dritten Obergeschoß des DieustgebäudeS und, als er diese ab» lehnte, die Wohnung deS Chauffeurs in Berlin N. angeboten. Daß Genosse Braun einem Mann, der im Hause zu tun Halle,-eine» gewissen Borzug einräumte gegenüber einem anderen, der mit dem Ministerium gar nichts mebr zu tun hat, kann nur für Leser der „Deutschen Tageszeitung" ein Beweis dafür sein, daß er kein „soziales Herz" besitzt. Damit wäre wieder einmal eine blöde Klatschgeschichte abge» tan. Um eine neue werden die Herrschaften ja nicht verlegen sein, denn so machen sie ihre.Politik'. � HeZZn öle Saboteure öer«krnährungswirtjchafi. Auf Grund eines Ersuchens des Reichswirtschaftsministers hat der Justizminister die Beamten der Slaatsanwallschast ange- wiesen, gegen solche Personen energisch vorzugehen, welche Landwirte zur Nichtablieferung öffentlich bewirlschasteter Erzeugnisse aufwiegeln. In Zukunft har also jeder, der Er» zeuger von Getreide. Vieh, Kartoffeln usw. auffordert, ihrer Lwfecungspflicht nicht nachzukommen, eine Anklage gemäß KZ 119, 111 des Slr.G.B. und entsprechende Bestrafung zu gewärtigen. Die Entlassungen in öen Eisenbahnwerkftätten. txine Erklärung Oesers. Berlin, 21. Februar. In einer Zusammenkunft de§ Ministers O eser mit Abgeordnelen der mehiheitssozialistischen Frallion der Landes Versammlung brachten diese Beschwerden darüber vor, daß bei der Entlassung von A r b e i r c r n in den Eisenbahn- lo e r k sl ä: l e n- vielfach nicht nach sachlichen Gesichtspunlton, sondern ans Grund persönlicher oder politi'cher Beweggründe vor- gegangen sei. Der Minister erllärte, die Eisenbohndireilion wieder- Holl angewiesen zu haben, daß bei diesen lediglich durch belricbs- wirtichafiliche Notwendigkeit bediiiglen Enllasiutigen keine poli. tischen oder gewerkschaftlichen Matzregelungen vorgenommen werden dürfen. Wo gegen seinen Willen verstoßen sei. werde durch besonders zusammengestellte Kominiisionen für sofortige Abhilfe ge'orgt werden. Ueber die Notwendigkeit« in oen Werkstätlen aui strenger wirrschaillicher Grundlage die Bot« bedtngangen für erhöhte Arbeitsleistung zu schaffen, war Einverständnis bei allen Teilnehmern der Besprechung. » Berlin, 24. Februar. Die StaatSeisenbahnverwal' tung weist darauf hin. daß bei der lürzlichen Enrlassung von Arbeitern in den Wcrksiätlcn neben berriebsschädlichen und ardeilSunwilligen Personen vielfach wegen der Ueber fü llun g der Betriebe auch brauchbare Arbeitskräfte haben entlasten werden müssen. Wegen deren Beichäfligiing in Privatbetrieben und besonders in Werken, die AuSbesterungsarbelle» für die Elsenbahn ausführen, brauchen daher keinerlei Bedenken zu bestehen. v:e örohenöe Katastrophe in öer Aigaretteninöustrie. Dresden, 24. Februar. Die Kündigung sämtlicher Angestellten und Arbeiter der gesamten Zigaretteniwdustrie Deutschlands hat naturgemäß eine sehr starke Beunruhigung in den be- beteiligten Kreisen hervorgerufen. Die heut« zwischen den Ber- meiern der Arbeitgeber-, Angestellten, und Arbeitnehmerorgani- sationcn stattgehabte Besprechung ergab vollständige Uebereinstim- mung. daß weder die im neuen Tabaksteuergesetz vorgesehene Be- lastung der Zigaretten noch die vom ReichSfinanzminifterium vor- geschlagene Aenderung die Möglichkeit für die Weiterführung der Betriebe der Zigarctteniudustrie gibt. ES herrschte Ueberainstim- mung, daß die Folge der vorgeschlagenen Steuern eine voll- ständtge Stillegung zahlreicher Betriebe und eine weitgehende Einschränkung anderer Betriebe sein wird. Arbeit- geber und Arbeitnehmer haben daher durchaus das gleiche Interesse, die Steuer so zu gestalten, daß die Zigarcttcnindustrie im bisherigen Umfange lebensfähig bleibt. Arbeitgeber und Arbeit- nehnler waren sich darin einig, daß im Falle einer unsachgemäß gestalteken Zigatctienbelastung zahlreichen Arbeitnehmern gekündigt werden muß, daß diese Kündigung auf jeden Fall auch hätte ein- treten müssen, falls augenblicklich von der einschneidenden Maß- nähme der sofortigen Kündigung Abstand genommen worden wäre. Da die Kündigung unter dem Zwange der augenblick- l> ch e n Verhältnisse und bedingt durch die Kürze der Zeit in diesem Umfang- vorgenommen worden ist. ist es selbstverständlich, daß sie in dem Augenblick einer Einigung mir dem Reichssinanz- Ministerium oder den sonst zuständigen Behörden restlos zurück- genommen wivd. Ebenso selbstverständlich ist cS. daß b e i Z u r ü ck- nähme der Kündigung das Angestellten- oder Arbeitsver- hölstviS weiterläuft. Vlünöerungen in Luöwigshafen. Ludwigöhafen, 24. Februar. Nach Fabrikschluß bat hier eine große Demonstration der Arbeiter gegen die bestehende Lebens- mittelkgappheit stattgefunden. Ter Mob benudte die Gelegenheit und plünderte zahlreiche Lebensmittel-, Schubwaren- und andere Geschäfte völlig aus. Französische Gendarmerie griff ein und nahm zahlreiche Lerhaftungen vor, Abends 7 Uhr war die Ruhe wiederhergestellt. Die Polen in öanzig an öer Arbeit. Nach dem„Dziennik Gdanskr" hat der Kongreß der polnischen Kaufleuie in Danzig eine Reiolution angenommen, in der die Polnische Regierung ersucht wird, darauf hinzuwirken, daß umgehend eine polnische O b e r p o st d i r e k t l o n in Danzig eingerichtet wird. Ferner verlangt der Kongreß, daß alle bisherigen st a a t- lichen Fabrikeinrichtungen in Danzig ausschließlich Polen zufallen sollen. Ferner soll die bevorstehende Konvention zwischen Danzig und Polen so aus'allen, daß Danzig innig mit Polen verbunden wird. Dem polnischen Handel sollen in Danzig olle wirtichaillichen Rechte eingeräumt werden, als wenn Danzig dem polnischen Reiche zugesprochen wäre. Abstimmung in Ostpreußen. Wie die„Tanziger PokkSstimme" aus Allenstein erfährt, soll die � Abstimmung in Ostpreußen in drei Monaten, und zwar vor der westprrußischen stattfinden._ Tagung öes Lranöenburßischen provmZia!- lanötages. Am Sonntag begonnen im Landeshause zu Berlin die Be- ratungen des Brandenburgischen Provinziallandtages. Nach der poli- tischen Umwälzung Deutschlands gewinnt diese Tagung schon des- wegen erhöhte Bedeutung, weil die Zusammensetzung auf Grund des Proporzverhältnisses in den zur Provinz gehörenden Gemeinden und Kreisen erfolgt und dabcr ein dem politischen Stärkeverhältnis der einzelnen Parteien entsprechendes ist. Beherrschten bisher die brand ertburgischen Großgrundbesitzer und Landräte völlig das Feld, so sind diese Herren unter den jetzigen Verhältnissen in eine nahezu verschwindende Minderheit gedrängt. In Berücksichtigung dieser Tatsacke hoben die bürgerlichen Par- teien sick zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenge'cklossen, so daß den beiden sozialdemokratischen Fraktionen eine geschlossene bürgerliche Fraktion gegenübersteht, wobei dre Demokraten als das Zünglein an der Wage bei wichtigen Entscheidungen den Ausschlag geben Für die Machiverschiebung in diesem bisher nur als re- aktionär bekannten Parlament man die Tatsache gölten, daß ein sozialdemokratischer Präsident, unser Genosse Dr. Borckardt- Charlottenburg, jv» Perba ndlungen leitet. Tie Beratungen dürften diese Wörde kaum nock zu Ende geben, da die Hauptarbeit in den einzelnen Kommissionen zu leisten ist. Erhöhte Bedeutung erlangt die diesjährige Tagung durch die Frag: „Groß-Berlin",»vodurch die Provinz in ihren Lebensfunktionen aufs tiefste berührt wiro. Werden die steuerkrästigsten Teile von der übrigen Provinz abgetrennt, so würde die Restprovinz mit ihren sozialen Einrichtungen und Werpflichtungen zur LebcnSunsähigkeit verurteilt werden. Hier gilt es, im Gesetzentwurf noch eine Lücke auszufüllen Zur Behandlung für diese Frage ist ein besonderer Ausschuß vom Provinziallmidtag eingesetzt, der die Folgen des Ge- setze- Groß-Berlin auf die Restprovinz durchberät und dem Plenum Vorschläge zu deren bester Lösung machen soll. Filmzensur..Der Ausschuß der Nationalversamm- lung für Bevölkerungspalitik verhandelte gestern den Gesetzeittwurf über die Prüfung von Bildstreifen in zweiter Lesung. Der erste Absatz des 8 1. nach welchem Bildstreifen(Filme) nur dann in Verkehr gebracht oder vorgeführt werden dürfen, wenn dies von den amtlichen P r ü s u n g s st e l l e n genehmigt ist. blieb un- verändert. Der zweite Absatz wurde sebr eingebend erörtert und nach Ablehnung einer Anzahl von Anträgen wie folgt gefaßt:„Die Znlassung eines Bildstreifens ersolgt auf Antrag. Sie ist zu ver- sagen, wenn die Prüfung ergibt, daß die Vorführung des Vilo- strcifens geeignet ist, durch Anreiz zu Straftaten die öffent- licke Ordnung oder Sicherheit zu gefährden, die Religion oder religiöse Einrichtungen herabzuwürdigen, verrohend oder ent- s i t t l i ch e n d zu wirken, oder das oeutsche Ansehen, oder die Be- Ziehungen zu auswärtigen Staaten zu gefährden. Die Zulassung darf wegen einer politischen, sozialen, religiösen, ethischen oder Welt- anschaUungStendenz als solcher nickt versagk werden. Auf Antrag Dr. Hitze wird dem§ 3 ein dritter Absatz beigefügt, nach dem Schulbehörden und Jugendämter das Antragsrecht erhalten, weitere Bestimmungen zum Jugendsckutz unbeschadet weitergehender landes« gesetzlicher Vorschriften"zu erlassen. � Wefipreufieu unter polnischrr Herrschoft. Die„Danziger Zeitung' meldet: Im abgetretenen Gebiet werden Männer b>S zum 25. Lebens- jähre zum Heeresdienst herangezogen. Das Ausfuhrverbot wird in strengster Weise ausgeführt.— Nack einer Anordnung der polnischen Negierung müssen alle deuncken Zeitungen in Pol-n die Städtenamen im besetzten Gebiet om Kopfe sowie im Text in der p o l n i s ck e n Bezeichnung wiedergeben. Achtung, Auswanderer! Der deutsche landwirtschaftliche An- siedlungsverein für Argentinien in Hamburg holte Argentinien als Zielland in Aussicht genommen. Seine im Sommer 1919 nach dort ausgereiste und etwa 199 Köpfe zählende Vorlommisffon er- lebte in Argentinien große Enttäuschungen und zerstreute sich. Neuerdings plant der Verein jür Brasilien eine gleiche Unter- nehmung. Die Leiter des Vereins haben sick der belehrenden Auf« klärnng unzugänglich gezeigt, auch fehlt ihnen die Sackkunde zur erfolgreichen Durckführung eines solchen Unternehmens: dazu ist die finanzielle Grundlage ganz unzulänglich, so daß Landes- unkundige schwer getäuscht und geschädigt werden müsicn. Vor einer Beteiligung an dem Unternehmen wird dringend gewarnt. Wirtschaft. d!e große Not öer Zr.öujlrieki?� italisien! preußische tanSesrersammlung. (Schluß aus der Abendausgabe.) Nach Erledigung kleiner Anfragen folgt die Weiterberatung des demokratischen und des deutschnationalen Antrages über die H ö ch st» Mietenverordnung des Ministers für Volkswohlfahrt vom 9. Dezember 1919. Abg. Dr. Leidig(D. Vp.): Es ist uns zweifelhast, ob die Ver- ordnung den richtigen Weg eingeschlagen hat. Minister Stegerwald: Die Verordnung ist viel elastischer, als in Hausbesitzerkreisen zugegeben wird. In der Äusländersrage sind wir schon beim Reichsminister des Innern vorstellig geworden. Er steht ebenso wie wir aus dem Standpunkt, daß bei der jetzigen Wohnungsnot der unerwünschte Z u st r o m von Aus- ländern eingedämmt werden muß. Der HäiiS- und Grundbesitz umfaßt jetzt einen Wert von etwa 79 bis 89 Milliarden Mark. Würde man ihm die Valutaspekulation ernchglichen, so würde der Wert in wenigen Jahren mehrere 199 Milliarden betragen, die dauernd verzinst werden müßten.(Hört, hört! im Zentrum.) Im übrigen irird jetzt auch in Hausbesitzerkreisen und m den Miet- einigungsämtern zugegeben, daß die Verordnung nicht in dem Sinne gemeint war, wie es früher-inseitig von den Hausbesitzern dar- gestellt wurde.(Beifall im Zentrum.) Damit schließt die Debatte. TaS Schlußwort nimmt Abg. Dr.' Nu er(Dem.): Wir sind absolute Gegner der freien Wirtschaft auf dem Wohnungsmarkt, wir verlangen aber, daß die Regelung auf unanfechtbarer Rechtsgrundlage� erfolgt. Für den Grundbesitz müßte eine Ber sckuldungShöch st grenze fest» gesetzt werden."Eine gewiss« Lerücksichtigiuig des gesunkenen Geld- werte» bei der Festsetzung der Mieten ist volkswirtschaftlich nicht zu umgehen. Im ülnigen halten wir an der Ausfassung fest, daß die Feststellung von Höchstmieten Reichs fache ist.(Beifall b. d. Demokraten.) Das Haus beschließt, daß die namentliche?lbstimnrung über den sozialdemokratischen Antrag aus Vorlage der Verordnung zur Kennt» nisnahme erst am Mittwoch stattfinden soll. Es folgt die Beratung von Anträgen ans Besserstellung der Pensionäre, Altpensionäre, Renten» und Ruhegehaltsempfänger. Nach eingehender Aussprache wird der Antrag Herrmann über die Notlage der Altpensionäre, der Witlven und Rentenempfänger angenommen, während die übrigen Anträge dem HaushaltSausschuß überwiesen werden. ES folgt die Beratung sozialdeurokvatiscker Anträge über die Erhöhung der Bezüge von Krie verwitwen, Äriegsbeschädig- ten und unehelichen Ä ndern gefallener Ärieger. Die Anträge wer- den angenommen.— Dann folgt die Beratung eine» Antrages E h r i st a n g e(U. S. P.) auf Beseitigung der Notlage der Sienten- emvfängcr der Jnvaltden- und Unfalloersicherung. Der Antrag wird nach kurzer Tetw.tte angenommen. Nächste Sitzung Mittwoch 12 Uhr(Abstimmung über die Höchst- mietenverrrdnung, Anträge über das Dtrncnwcscn). Schluß ö'.r ilhr. In Nr. 89 des„ V o r w ä r s" haben wir den Abschluß der Nuhrzeche„ C o n s o l i d a t i o n" von ffcntlicht. Im Anschluß daran wollen wir noch die Förde: l e i st u n g e n und die Bruttoüberschüsse gegenür. rstellen. ES haben betragen: Kohlenförderung Bruttoiil crschuß 1014... 1609 798 To. 6 641 700 M. 1915... 1 457 992 ,. 7 196 97-. 1917... 1 515 958. 10 428 591, 1913... 1 539 319„ 19 449617. 1919... 1328 194„ 11700 502. Man beachte, daß 1919 zwar dieKohlensörderum um mehr als 299 999 Tonnen niedrioer war als 1918, ber Bcniebsüberschuß stellte sich aber im ersten Jahre nach der Revon lion um rund 1 259 999 M. höher als im letzten KriegSjahr! Das Unternehmen hat sich mithin von den toirtschaftlichen Schäden, die es zweifellos auch in den unruhtgsten Wochen und Monaten nack dem Äriegsad- icklnß erlitt, iehr rasch erholt. Vergleicht man par die Bruitdüberscküsse in den Jahren 1914 und 1919. so stellt sich für letztere! ein ganz enorm höherer BetnebSnberschnß pro Tonne heraus. Der T o n n e n ü b e r s ch u ß hat betragen: 1914 rund 4 M., 1913 rund 6,55 M., 1919 rund 8.89 M. Man kann aus dieter UebersSußsteigerung ersehen, daß es dem Unternehmen während de! Krieges gelang, eine enorme Erhöhung des Tonnen- Überschusses zu erzielen, und im ersten Jabre nach der Revolution stieg er weiier. Wenn auch daS nicht bei allen, vielleicht nur bei einer Minderzahl der Zechen lutnfft, so zwingt dieses lehr- reicke Bei'piel doch die zuständigen �lellen. bei der Festsetzung der Koblenvreise sich deS großen UeberschusscS der Zeche.Consolidaüon' zu erinnern! „Consolidatlon" wurde 1889 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und hat seit dieser Zeit 699 Prozent Di- vidende ausgezahlt, also das Sechsfache des Aktienkapitals. Hieraus ergibt sich, welchen ungeheuren Tribut der Bergmann aus seiner Arbeit und das Volk an das Kapital in Form arbeitslosen Rentencinkommens zu zahlen ge- zw, ingen war. Dieses große Werk hat die V o l k s g e s a m t» h e i t" seit langem freigekauft! Konsolidiertes Brarnikohlen-Bcrgwcrk„Caroline" bei Offleben. Der Roh gewinn des Geichäslsjahres 1gl9 beläuit sich ans 1,74 Mill. M.(i. V. 1,51). Dazu kommt der Vortrag aus 1918 mit 52 902 M.(54 687 M.), sowie eine Einnahme aus veifallener Dividende von 1689 M. Nach Abschreibungen von 987 560 M. (819 556 M.). sowie nach Absetzung eine« Kursverlustes auf Effekten von 32 427 M.(9) verbleibt et» Ncingewin» von 771 845 M. (758 358 M 1. Aus ihm gelangen, wie bereits von un! gemeldet, wieder 39 Proz. Dividende auf das Aklienkapilal von l 369 299 M. >>ur Verieiluno, was einen Betrag von 408 060 M. erfordert. In der Bilanz sind Effekten(SiaaiSpapiere und unverzinsliche Reicksschatzanweisungen) mit /19 935 M.(492 379) verzeichnet. Debiloren(Sch!ildner)schuIden 70l 777 M.(223 589), an Bankgul. baden werden 634 610 M.(508 015) aufgeführt. � Tie Liquidität der Bilanz hat sich demnach noch weiter erhöht. Kreditvreu (Gläubiger) haben 268 933 M(216169 M.) zu fordern. Von per im Jahre 1918 auigenommencn, der Gesellschaft langjährig ge- sickerten Anleihe von 4 Mill. M. hat da§ Unternehmen bisher nur 390999 M. eingefordert. An offenen Reserven verzeichnet die Bilanz einschl. der KriegSgewinnsteuerrücklage einen Betrag von 781990 M. Dividenden der letzten 15 Jahre: 89, 28, 22, 29, 39, SO, SO, 30, 30, 30, 28 25, 20, 15, 10= 378 Proz. Eisenhüttenwerk Thale a. Harz. Gegründet 1872. Neingewin» 4 288 010, 33 M. Ter Generalversammlung sollen 39 Proz. D>vi- dende mit 2 259 999,— M. vorgeschlagen werden. Dividenden der letzten 9 Jahre: 55, 47. 26. 16, 18. 20, 18, 12,7--- 219 Proz. Bit,«selber Luisen- Grube, Kohlenwcrk»nd Ziegelei A.-G. i» Zscherndorf bei Sandersdorf. Uebcrschuß 858 611 M., 39 Proz. Dividende, Rücklagen 489 999 M.. Tantiemen 59 974(38 816) M. und Vortrag auf neue Rechnung 28 536(4731) M.»Dem Geichästs- berickt entnehmen wir: Den ungünstigen Einwirkungen während deS Jahres 19tv konnten wir infolge der Stärke unserer finanziellen Stellung besser begegnen, als der Durchschnitt unserer Industrie. Wir waren sogar in der Lage, zwei vollständige, allerdings ge- brauchte Baggerzeräte nebst Zubehör anzuschaffen, die in der Bilanz als Zugang auf den bergbaulichen Anlagewcrten erscheinen. Grze» die Zwangswirtschaft! Der Bund gegen die Zwangswirtschaft ver- sendet durch seine Mitglieder als Beilage zu Geschäftsbriefen ein rotes Zirkular:„Zwangswirtschaft ist Schieberwirtschuft!" Der Handel sei frei! Das Gewerbe sei frei! Die Ein- und Ausfuhr sei frei! Die landwirtschaftliche Produktion sei frei! Wir fügen hinzu, was fehlt:„Denn wir leben doch i m U e b e r f l u ß. so daß bei freier Wirtschast jeder das erhalten kann, was er braucht!- Warum fehlt dieser Nachsatz? Weil dann jeder- mann sofort die große Lüge erkennen würde, die in den obigen Thesen des Bundes steckt. Bei freier Wirtschaft würde der Handel noch reichere Gewinne erzielen, als es jetzt der Fall ist, und die großen Massen verlumpen. Bei freier Wirtschaft er- hält der die Ware, der den grüßten Geldbeutel hat. Leider sind fast alle Maßnahmen der Zwangswirtschaft nur„halbe" Maßnahmen, weil die Kapitalisten es verstehen, durch ihre Macht sich Konzessionen zu verschaffen, die' ihnen Hintertüren wieder aufmachen— und die Staatsautorität so stark gelitten hat._ LindeS Eismaschinen— Deutsche Oxki»dric.A.-G. Die Ver- einigung erfolgt zur Vereinheitlickung des Verkaufs- gesck ä f te s in Saurrstofsen und Wafferstofsen sowie Autogen« und Schweißapparaten, wofür auch bereits mit der Chemischen Fa- brik GrieSheim-Elektron Abmachungen bestehen, die einstweilen zwischen Griesheim und Linde unverändert bestehen bleiben. Eine Vertricbsftelle für die landwirtschafiliche Maschineuindustrie. Mit 19 Millionen Marl wurde die Deutsche LandminsckastS- Maschinen A.-G.„Delma* gegründet. Die„Delma" wird alleinige LertriebSstelle von mehr als 25 landwirtichaitlichen Maschinenfabriken, indessen auch unter ihrer Marke Maschinen nickt fest ange- ichlosiener Fabriken vertreiben. Der leitende Gedanke ist: Speziali« jimnig und Typisierung bei den Werken, Zusammenfassung des Verkauss in einer Hand und Errichtung von Filialen in allen Teilen des Reiches. Das Ausfuheverhot für Papier, Pappe und Waren daraus auf Grund der Verordnung vom 29. Dezember ISIS ist neu gefaßt. Das Ausfuhrverbot ist auf Vulkanfiber, Einbanddecken sowie auf künstliche Blumen ausgedehnt. Ausfuhrbewilligungen werden von der Außenhandelsstelle für das Papierfach erteil!, nur für künstliche Blumen ist die Reichsstclle für Textilwirtichaft zuständig. Starke Austräge deö Auslandes für die deutsche Tapetenindustrie. 199 Kilogramm weißes Tapetenpopier kosteten Anfang Januar' noch 329 M., am 2t. Januar aber beieitS 549 M. ES liegen seil Wochen io viele AuStandsausträge vor, daß jede Tapetenfabrik in der Lage wäre, einzig und allein nur für das Ausland zu arbeiten. Im Im Interesse der deutschen Händler, werde» die meisten Aufträge für das Ausland abgewiesen, man könne die auswärtige Kundschaft aber nicht ganz aufgeben. Die Setriebsratswahien. Wann ist kein Betriebsrat zu wählen! Ein Irrtum, d«r wcit vcrbreit?t zu sein scheint, erhält neue Nahrung durch ein Flugblatt, das die Berliner Gewertschafts- kommission herausgibt. In dem Flugblatt heißt cZ wörtlich: „Schließl'ch lall von Betriebsräten abgesehen werden in Betrieben, für die auf Grund eines allgemein verbindlich erklärten Tarifvertrages andere Arbeitnehmervertretungen bestehen oder errichtet werden lß 62). Die tariflichen Arbeitervertretungen sollen den Betriebsräten in jedem Fall vorangehen," Der§ LZ des Gesetzes lautet: „Ein Betriebsrat ist nicht zu errichten oder hört zu besieheii auf, wenn seiner Einrichtung oder seiner Tätigkeil nach der Natur des Betriebes besonders Schwierigkeiten entgegen- stehen undaus Gr und einesfür allgemeinverbind- lich erklärten Tarifvertrages eine andere Vertretung der Arbeitnehmer des Betriebes besteht oder errichtet wird... Diese Bestimmung gilt für solche Betriebe, deren Eigmart, zum Beispiel Baiibdrieb�, Haferbetriebe usw., die Wahl eines Betriebe rats zu einem schwer lösbaren Problem macht. Sie ist also zuge� schnitten auf die Interessen der u n stä n d i g e n Arbeiter, während in stationären Betrieben die Bildung der Vertretung nach den Ge fetzoZvorschriften zu erfolgen hat. An dem Kommissionsbericht heißt es auf S, 40:„Durch Tarifvertrag könne wohl erweitert, aber nichts Positives verändert werden." Die positiven Gesetzesvor schriften gelten also für alle Betriebe— nur dort, wo die Natur des Betriebes der Errichtung oder der Tätigkeit der Betriebs Vertretung besondere Schwierigkeiten in den Weg legt, er- laubt der§ 62 Abweichungen von der Norm. Fu demselben Schluß kommt übrigen? auch Flatow>n seinem Kommentar, der dein Ge- setz„zwingendes unabänderliches Recht" zuspricht. Die Uebcrschrift zu den§8 Ct ff. lautet ja auch: Sonder Vertretungen. Diese Para gravhen gelten eben nur für Betriebe besonderer Natur. Der Auffassung d.w Gewerkschattskommisfion steht auch der 8 166 Abs. 2 entgegen, der folgenden Wortlaut hat: „Mit Vollziehung der ersten Wabl nach Inkrafttreten dieses '„Gesebes hören S:c vorhandenen Betriebsräte, die für Be triebe errichteten Arbciterräte und die Arbeiter- und Angestellten- ausschüsse zu bestehen auf." Darunter fallen auch alle durch Tarifvertvag errichteten Ver tretungen. Das Gesetz ist in seinem Aufbau„zwingendes unab- änderlichcs Recht".„Der Aufbau kann nicht verändert werden." heißt es im Kommisflonkbericht. und dieser Auffassung wurde in der Kommission allseitig zugestimmt. Hätte die Gewerkschaftskommission recht, müßte e? im 8 62 heißen:... oder auf Grund... An Stelle des„oder" steht aber „u n d", womit der Nachsatz auf die„Natur des Betriebe?" und den daraus resultierenden Schwierigkeiten der Betriebsvertretungen Bezug hat._ fl. 5. ft. und öetriebsratswahl. Die Delegiert mver'ammlung der A. F. A. unterstrich noch ein- mal die vom Hauptvorstand herausgegebene Wahlparole zu den Betriebsraiswahien. Die durch Delegierte des Zentralver- b a n d e S der Angestellten eingereichte Reiolution, welche die A. F. A auf eine Wahlparole.Zur Wahl revolunonürer und sozia- listischer Betriebsräte" festlegen sollte, wurde einstimmig gegen die drei Stimmen der Einreicher abgelebnt. In der AuSivrache wird ferner festgestellt, daß es bei der Aufstellung der Wabllisten für die A.-F.-A-Wirgliedschafien kernen aewerkschaftlichen Egoismus geben darf, sondern nur die Tüchtiakeit zu entscheiden bat. Weiter wurden drei AuskuustSabende beschlossen, in denen den A-F-A.-Miedern in knapven Linien die Wahltechnik und der Inhalt des GeietzeS nahegebracht werden sollen. Zusammenfassend ging aus der Delegier tenversammlung her- vor:„Tie Wahlen möglichst gemeinsam mit den Arbeitern vorzn- nehmen, auf freigewerkschaftlicher Gruudlagc, unter Ausschaltung jeder politischen Tendenz." Schutz des Wahworstandes. Die Betätigung im Wahlvorsiond, der jetzt überall zu bestellen ist, bringt mancherlei Arbeit mit sich iListenaufstellen, Erlaß und Aushang des WablausschreibenS, Prüfung der Vorschlagslisten. Kontrolle der Wahl selbst, Feststellung des Wahlergebnisses. Ob und wieweit der Wablvorstand dieie Arbeiten tn der Geschäftszeit vornehmen darf, saat das Gesetz nickt, welches nur vorschreibt, daß Versäumnis von Arbeitszeit infolge Betätigung im Wahlvorstand eine Minderung der Entlobnung oder Gehalts- zahlung nickt zur Folae haben darf. Es ist an, u- nehmen, daß es von den Ve'hältnissen des einzelnen Falles ab« hängt, ob sie Ausübung der Wablvorstai'dspflichten während oder außerhalb der ArbeiiSzert zweckmäßig erfolgt. Streitigkeiten, die hierbei cntsieben, sind nach 88 Kü. 163 zu«ntscheideir, wobei leider die nach§ 163 zur Entscheidung berufene Stelle noch nicht bekannt- gegeben ist! Die Kosten der Wahl(Beichaffunq der Wahlordnung, der Wahlumichläge. der Stimmzettelkasten uiw.) fallen dem Arbeitgeber zur Last(8 22 der Wahlordnung). GewerkschaflsbewMng Internationaler Netallarbeiterksngreß. Der Sekretär des Internationalen Metallarbeiterbundes, Genosse Alexander Schlicke, beruft nach Einholung der Zustimmung der anaeschlosseilen Verbände den achten Internationale ir Metallarbeiterkongreß zum 1. Juni 1326 nach K 0 v e n- Hagen ein. Die vorläufige Tagesordnung lautet: l. Konsti- tuierung des Kongresses. 2. Bericht des Sekretärs und DiSkusstou. 3. liniere internationalen Beziehungen. 4. Beratung der Satzungen. S. Wahl des BlindessitzeS und des Sekretärs. Auf den den einzelnen Verbänden zugesandten Aufruf hobln die angeschlossenen Verbände folgender Länder geantwortet: Belgien, Dänemark, Deutschland. Großbritannien. Italien, die Niederlande, Norwegen, Oesterreich, Schweden, die Schweiz und Ungarn. Von dielen haben sich alle bis auf eine Ausnahme für die Einberufung des Kongresses ausgesprochen. Für Kovenhagen als Kongreßort haben sich die Verbände in sechs, für Bern in zwei Ländern und iür Amsterdam in einem Lande entschieden. Aus kolgendcn Ländern ist trotz wiederholter Aufforderung die Antwort ausgeblieben: Bul- garien, Bosnien« Herzegowina, Finnland. Frankreich. Rumänien, Rußland, Serbien und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Etwaige Anträge sind bis zum 1. April 1326 an den Sekretär Alexander Schlicke, Stuttgart, Rötestr. 16, zu senden. Verband der Maler, Lackierer usw., Filiale Berlin. In der am Donnerstag, den 26. Februar, abend« 7 Uhr, int GewcrkschaftdhauS stattfindenden Filialversammlung soll über den neuen Tarifvertrag berichtet und dann über Annahme oder Ab- lebnung entschieden werden. Zu dieser entscheidenden Versammlung sind alle Kollegen, welche im Bauberui tätig siud, verpflichtet, zu erscheinen, damit über das künftige Tarifverhältnis Klarheit ge- schaffen wird. Von eben solcher Wichtigkeit find auch die weiteren Punkte der Tagesordnung: Bericht des BorktandeS über das Geschäirsjahr 1313 und Neuwahl des Filtalvorsiairdes. Wir fordern hiermit alle auf dem Boden der S. P. D. stehenden Kollegen auf. zu dieser Versammlung zu erscheinen. Wir müssen es unter allen Umständen durchsetzen, daß auch innerhalb unserer Versammlungen und unseres Verbandes ge- Werks ch astliche Neutralität Platz greift. In den bisherigen Versammlungen ist von bestimmter Seite versucht worden, den Mitgliedern eine bestimmte politische Meinung aufzuziviitgen. Durch dieses Vorgehen werden unsere Vcrsamm- lungen jedesmal zum Tummelplatz de« politischen Kampfes gemacht. Ein großer Teil unterer besten arbeitsfreudigen Kollegen bleibt da- ber, angeekelt durch dieses Treiben, den Beriammltmgeit fern, wo- durch die OrganiiationS- und AgilationSarbeit in bedenklicher Weise leidet, ja direkt gehemmt wird. ES wird deshalb höchste Zeit, daß diese Gleichgültigkeit. dieteS leidige Geichehenlaffen endlich abgestreift wird. Wir verlangen als Gewerkschaftsmitglieder volle Gleich- berechtigung in jeder Bezichung. Will man diese von gewisser Seite nicht üben, dann bleibt uns nichts anderes übrig, als sie innerhalb der Orgairisation zu erkämpfen. Der am 12. Februar in der Filralversammlung mißglückte Versuch der Ausweisung des.VorwärlS"-BerichterstatterS, sowie der noch immer besiehende.AorwärtS"-Bohkott. beweist zur Genüge, wie politisch Andersdenkende als Mitglieder zweiler Klasse degradiert werden. Gegen eine derartige Unterdrückung der freien Meinung rnuß endlich energisch Front gemacht werden. Gewerkschaftliche Mitarbeit aller Mitglieder ist notwendig, um untere Organisation für kommende Kämpfe zu stärken. Diese Mitarbeit kann man aber nur von Männern verlangen, die sich im Besitz voller Gleichberechtigung befinden. Bei allen unseren Lohnkämpfen haben wir in einheillicher �ront gegen das koalierte Unternehmertum zusammengestanden. Soll diese Front durch politischen Streit innerhalb unserer Filiale zerstört werden? Rein. Der potitische Streit hat in der gesamten Arbeiterbewegung doch wahrlich genug Verheerungen angerichtet. Nun ist'S genug. Soll unsere Orgmsaiion bor ähnlichen Erschütterungen bewahrt werden, dann ist es das Gebot der Stunde, daß auch der letzte Kollege, welcher auf dem Boden' der S. P. D. steht, nicht allein zn dieser, sondern in allen künftigen Versammlungen erscheint. ES geht um das höchste Gut, die Einheit der Organisation. Zahlreiche Kollegen. Tie Tarifverkiandlungcn im Bersicherungsgelverbe. DaS Schiedsgericht sah in seiner letzten Sitzung nach Bei- bringung der geforderten Unterlagen seitens deö ZentralverbaudeS der Angestellten und deö GcwertichaslsbundeS der Angestellten als erwiesen an, daß nur eine Minderheit von Angestellten mit der tariflichen Regelung vom(5. und 12. Februar durch Unterschrift eines Reverses sich einverstanden erklärt hat. Angesicht» dieses SachverhallS brauchte das Schiedsgericht zur Behauptung der An- gestellten nicht Stellung zu nehmen, daß ein Teil der Reverse durch Androhung von Druckmitteln, Kündigungen und dgl. erreicht worden ist. Die Voraussetzung für den Eintritt in die materiellen Ver- Handlungen ist nunmehr gegeben. Lohnbewegung der Böttcher. Tie Böttcher Groß-BerlmS stellten in ihrer letzten Mitglieder- Versammlung am 22. Februar eine neue Lohnforderung out, und zwar werden aus die zurzeit bestehenden Löhne von 3,2S und 3,56 M. pro Stunde zuzüglich 25 M. Teuerungszulage wöchentlich— ab t. April 1326 5 6 Proz, Aufschlag gefordert. Die Verband» lungskommiffion wurde beauftragt, den neuen Tarif ob 1. April 1326 als lausend, und von beiden VertragSieilen mit 1t tägigcr Kündigung abzuschließen._ Reichstarif für Posthclfer. Zu dem Bericht in der Abendaus- gäbe vom 23. d. Mts. sei ergänzend mitgeteilt, daß unter den Tarif auch die Postbotenanwärrer fallen. Der Lohnlarif hat rückwirkende Kra't ob 1. Januar 1926._ S.P.T.-Vcrtrauensleute des Metallarbeiterverbandes. Am Freitag, den 27. Februar, abends 6 Ulir, findet im Reftau- rant„Deutscher Hof", Luclauer Straße(Moritzvlatzl eine Versammlung sämtlicher auf dem Boden der S.P.D. siehenden Vertrauens- leule des Metallarbeiterverbandes statt Tagesordnung: Tie Durchführung der BetriebsratSwahlen. Stellungnahme zu dem Antwortschreiben des HauptvorsianddS aus Stuttgart auf untere Beschwerde betreffs Beitragserhöhung. Mitgliedsbücher der Gc- werlschaft und Partei legilimiercii. Sämtliche Lstriebe und Ab» teilungerr müsien durch Vertrauensleute vertreten sein. Der Vorstand der Fraktion der S.P.D.-Metallarbeitcr. Zentralverband der Angestellten. Versammlungen am Donnerstag, den 26. Februar, Fachgrupve lila(Funktionäre und Aiigestelllenans- ilbüffc der Kriegsorganisationen) Slellungnatime zu den VctricbSrätcwablen abends 7 Uhr im.ASkanicr', AnbaUltr. 11/12.— Jugeiidgruppc. Die Versammlung der jugendlichen BeiriebSoertrauenSleuIe jiiidct im Ver- bandSbureaii. Belle-AUiancc-Str 7/16(nickt HaverlandS Feiltäle) Natt. A.-F.-A. Funktionäre und AuSschußtnitglieder: Am 25. d. M., abends 6';, Uhr, findet in der Neuen Weit, H a s c n b e i d e 168, eine Versammlung statt. Thema:„Die BetriebSratSwahlen u s id.* Erscheinen ist Pflicht. ArbeitSgemeinschast freier Angellelllen. Ottslekreiariat. Verband der Sattler»nd Portefeniller. LrSverwaltung Verlin. Donnerstag, den 26. Februar, abends 7 Uhr, Fortsetzung der lSencralversommlunq vom 10. Februar in A. BoekerS Fellsälen, Weber- flraße 17.'Jha Mitglieder haben gegen Dorzeigunz des Mitgliedsbuches, der Mitglieds- oder Kontrollkarte Zutritt. parteinachrichten. Zur Borbereitung der kommenden Wahle«. Eine gute Vorarbeit für die kommenden Wahlen ist die Auf- klärung der Arbeiterschaft über die wichtigsten Fragen des poliiiicken und lwrli'chaflliÄen Lebens. Hier eröffnet sich unseren Partei« organiioitonen und BildungSausschüsscn ein weites Tätigkeitsfeld, das gute Früchte bringen muß, wenn es planmäßig und zielbewußt bearbeitet wird. Der ZetrtralbildunqsauSschuß der Sozialdemokratischen Parter gibt, um den Organisalionen diese Ausgabe zu erleichtern, in Form von KnrsuSdiSpositionen geeignetes Maierial für Referenten heraus, da« von parteigenötsitcken Fack- ieuten bearbeitet ist und die einschlägige Litsraiur enthält. ES liegen bereits zwei solcher Dispositionen in Broschürenumiang vor, und zwar über folgende Gebiete:.Wirtschafisgeichichle" von W. Reimer und:„Die Sozialinerung unteres Wirtschaftslebens" von Frätlz Laufköltcr. Weitere sind in Borbereilung. Die Schriften sind zum Preise von 1 M. pro Exemplar und 16 Pi. Porto durch de» ZentralbildungSausschuß, Berlin LW 68, Lurdenstr. 3, zu be- ziehen._ Auflösung einer U.-S.-P.-OrtSgruppe. In Günzburg(Oberbchern-Schwaben) hat sich die OrtS- gruppe der U. S. P. ausgelöst; ihre Mitglieder sind geschlossen zur S. P. D. übergetreten. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Zlrbeiter-Samaritrr-Bund. Bezirk Lichtenberg. Bezirksverlamm- Inng Donnerstag bei Piekenhagen, Schariiwebersir. 6v.— Bund rcli- giSser Sozialisten. Freitag, den 27. Februar,'/,8 Uhr, in der Aula der Ltaiidwerietichule Berlin O.. Andrcas'tr. t/2. VorUag von SanilälSrat Dr. Fuliusburger:„Die irreligiöse Schule der Gegenwart und die religiöse Schute der Zukunst.* Gä'le willkommen.— Berliner Handwerker. Ver- ei». Sophienilr. 18, S Uhr, Abarbanelljeier und Verteilung der Stipen- dien aus der Matternlliftung. Verantw. kllr den redaktion. Teil: Artur stickler, Charlottenbrirg: kitr Anzeigen: lh. Stock-. Berlin. Vertag: Locwiirlz.V-rlag S. m. b. lö.. Berlin. Druck: Bor. wärts-Duchdruckerei u. Berlaasanktalt Baut Singer u. Co. B-rlln, Lindcnllr. 3. Hirrza 1 Beilage. An die Kerzen nerbranehende Die Preise für Kerzen werden stets behördlich festgesetzt; sie betragen zurzeit: Paraff inkerzen von 500gr M. 7.15 für das ganze Paket Die einzelne 5er Kerze kostet 5t 1.20. Die einzelne 8er Kerze kostet M.—.90. Parnfflnkerzen von 33 gr M. 4 72 für das ganze Paket. Die einzelne 6er Kerze kostet M.—.79. Die einzelne 8er Kerze kostet M.—.59. NachtllcliU, Schachtel mit netto 2SO gr M. 6.— „ ,»«•» 220 M ,, S..VJ » i> 11 11 200„ ,, 4B0 Die einzelnen Kerzen dürfen nur aus den Paketen heraus verkauft werden, die den behördlich festgesetzten Kleinverkauispreis autweisen. Dasselbe gilt auch für Auslandskerzen, Alle Kerzen, weiche zu höheren Preisen angeboten werden, sind unbedingt zurückzuweisen unter gleichzeitiger Anzeige bei d»r Behörde oder bei dem nächsten Polizeibureau. Preisveränderungen werden sofort bekanntgegeben. Berlin SW 68, ZimmerstraBe 68, Februar 1920. Vereinigung Deutsoiier Kerzenhersteller Q. m. b. 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Beschwerden, II Ischias, Nervenschmerz. i"> ades umsonst oder ohne Wenn gegen«"WHUtUlHIUllW, Ultzlll, �lest�soast oder t..... dauernden Erfolg angewandt, lassen Sie sich meine aus- fdhrliche ne ehrende Broschüre kostenlos portofrei senden. Spezialarzt Dr. oied Dammann. Berlin W f.üa. Am Karlsbad 33c. Sprechzeit 9-11, 2— 4, Sonntags 10—11 ühr.[54/15» Evenh£ Mlelmsim Gegr. 1875 Bankgescbäit Berlin C 19, Petriplatz 4 gegenüber der Prtnkircbe. Gegr. 1575 i'wt cm.oer a«r rv»» Fernsprecher: Zentrum 2373, 7103 u. 11541. I Beste Ver�vcrtung j i awsländischerAnleiheD n.Coanons 1 Geschäftszeit; 9- 1, 3-6, Sonnabends 9 3.•