Nr.104.I7.Iahrg. Bezugspreis: BieNelMhri. 16�0®t., monatL 5 JO SRI frei ms.onus, voraus migdar. vofi- bfiaa Konatüdi 5jö erkl. Ru- kellungsgedkvr. Untre Stccujbanb für Scuttdiloub and Oelirrretch- Ungarn 8Tö illL. für das übußt Anstand 13,— SHt, bei läatich rinntal. SuftelUutß IL— äRt.+ Baiuta- Anfschlag. Bon- brtiellungrn nedmra an Sanemari, vvlland, iNtrrntburg. Schweden und die Schwebt,'ünqetraaen m die Post- zcituna»» Preisiiiie. ?er„Porwarts" mit der Eonntoa«- detlage.Boll u. Reib' erichemi Wochen- 'dgiud tweimot, Sonntags einutal. Tetearamm-Adreffe �Sozio!demo«rat vreNs« Morgen-Ausgabe. berliner Oolksblnti (�20 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achigelpcltsne?tonparei!teze!!» iviiet 2.— Ai., Teucrungszuschlag üu% „Hlciae Anzeige»", bao tat- gedruckte Dor! 75 Psg.(julSjPg zwei fettgedruckte Worte), sei es weitere Ztiort 50 Psg. Strüeugeitiche uud Schtalstolliumtzeigen da?«rite Wart 65 Pfg., ledcs weitere Wert t« Pia- Worte über l-> Buchstaben zAgeu sitr )»vrt Worte. Teuerungrzuichiag dt)°.� Familien-Angetgcn. potiitj-ne und gewerttchastliche Beccinz-Auteixen 2,— ML die Zeile oiuie Att'schlag, Anzeigen liir die nächste Runtnier mliffen dl« i> Ahr nachmittags int "'auotgefchäst. Berlin SWUS. Lindi n- straße 3. abgegeben werbt n. cheöffiiet von 3 Uhr früh bis b Uhr abeudo. �entralorgsn der rozialdcmokratffchcti partd Dcutfcblands Ueöaktisn und Expedition: SM. 68, Lindenstr. Z. rtcruitiredjcr: flmt Morntviast. Sir. ISI 90— Itfl 97. Donnerstag, den?J6. Febrnar vorwärts-veriag G.m.d. H., EW. 68, Livdenstr. Z. iiornsvrrcker: Amt Mortitflutt. Nr. 117 53—54. der Marsch nach Moskau. Borläufig Krach um den„Populaire". Genf, 23. Februar. Auf dem Pariser Tozialistischen Per- bandStnge kam es v o r g e st e r n zu einer Auscinandersctzung zwischen dem Führer der bisherigen Mehrheit L o« g u c t und dem Führer der neuen Mehrheit L o r i a t, deren Hrftigleit bezcich- nenh ist für den Zwiespalt, der durch den französischen radikalen Sozialismus geht. Longuct versuchte dem von ihm herausgegebenen „Populaire" die Anerkennung als- Parteiorgan zu verschaffen durch de8 Angebot, einen Vertreter der Partri in dir Rcdaktisns- kommission aufzunehmen. Loriot machte aber den(Aegenvorschlag, den„Populaire" vollständig der Partei auözulicferu und einen neuen Tirektor zu ernennen. Longuct ließ angesichts der Stimmung der Versammlung seinen Vorschlag fallen. In der weiteren Debatte machte Loriot geltend, baß Lenin und Trotzki den Fnternationarsniils Lonanets nur für einen Deckmantel seines Verrats am wahre» Sozialismus halten, worauf ein Redakteur dc-Z„Populaire", Renault» die Agitatoren der Eztreme als Spitzel und Denunzianten behandelte, die entweder von Lenin bestochen oder von der Polizei g e- kauft seien. C-röffnung des KongreffeS. Paris, den 25. Februar. Gestern abend wurde in Straß» bnrg der Parteikongrrß der französischen Sozialistkn eröffnet. ES ist nicht unmöglich, daß die Richtung Loriot aitch für ganz Frankreich die Mehrheit erhält. In diesem Falle würde die französische Partei zweifellos eine Spaltnug durchzumachen haben. Die Sitzungen des Straßburger Kongresses werden ungefähr fünf Tage dauern. Ter Zweck des Kongresses ist eine sosortigr Entscheidung der Frage,»b der Anschluß an die dritte Juter- natiznale von Lenin uitverzüglich zu pvoRantimtt sei. Wenn uicht alle Anzeichen trügen, wird eine große Mehrheit für den s o s o r- tigen Anschluß stimmen. Tic �ranzoscitpresse zum Strafiburger Kongrefi. Paris, 23. Februar. Uebe-r den Beschluß der sozialisti» schen Seineföderation ketreffettd die dritte Internationale schreibt das radikal-sozialistische„Journal du Pruplc", man solle nach Moskau gehen. Ms man aber dorthin gc° lan-gc, bleibe noch viel Zeil zur llebcrlqyiinß. Au? dam Kongreß von Straßburg würden Loriot und Longnet. indem sie sich die Hände reichten, verjüngt und verstärkt hervorgehen. Die gemäßigt sozialistische„France Libre" sagt, der französische Sozialismus, sei national ohnmächtig, international sei er eS ncch mehr. Die Strci- tigkeiten, die in ihm ausgebrochen seien und die sich ohne Zweifel in Straßburg verstärken würden, begünstigten nicht die nationale Wie- derauirichtung, sondern die Wiederausrichtung der Bourgeoisie. In der„Rrpublique Fraueaise" wird die Ansicht vertreten, die bolsche- wistische Propaganda müsse eingehalten werden, denn die VerHerr- lichung eines Verbrechens sei ein Verbrechen. Gustave Herve in dar„Birtoire" sagt, die Bolschewistcn an der Seine seien Mystiker, aber keine Jesuiten. Man wisse, woran man mit ihnen sei.. In der„Lanterne" erklärt Aulard, wenn der Kongreß von Straßburg der Seineföderation in seiner Begünstigung der russi» schen Diktatur'' folge, dann werde die unifizierte Partei endgültig das bißchen sogialistischen Geist verlieren, das sie noch besitze. In Frankreich werde man alsdann nur Agenten im Dienste einer ausländi'chen autokratischen Regierung haben.„TempS" chreibt, 9930 eingeschriebene Sozialisten bätien ihrer, Willen kundgegeben, die Diktatur des Proletariats aufzurichten, sofort die Macht des kapitalistischen Staates an sich zu reiße,, und baldigst zur Expro- vriierung des Kapitals, zur Aufhebung des EegentumSrechtS und zur Einrichtung der Zwangsarbeit nach de? Formel von Lenin zu schrei- ten. Die Bedrohung der Nation sei Aar. Die Nation werde sich zu verteidigen wissen.„Jvurnal de« Tebats" nennt es nieder- drückend, feststellen zu müssen, daß so vi-l Stimmen in einer fran- zösischen Versammlung für den vercchsäeuungöivürdigen DespotiS- muS abgegeben worden könnten, der unter dem Namen Sozialismus Rußland in Blut bade und ruiniere. Der gemäßigt sozialistische»Ben Soir", der von den onsge- schlosscnen Sozialisten beherrscht wird, erklärt, er wolle in der zwei. ten Internationale bleiben mit Männern wie vandorvelde und Branting, ohne von den engl chen und amerikanischen Freunden zu sprechen. Im„Populaire" sagt Jean Longuct. zwischen seinen Anhängern und den Anhängern von Loriot sei der Unterschied nicht sehr groß. Zwei Gefühle seien den beiden Richtungen gemeinsam: Der Haß des Kriegssozialismus und der Enthusiasmus für die russische Reoo' ition. Dadurch bewerse man. wie nebensächlich die künftige Opposition in einer Formfcag« sei, wenn man über alle großen Probleme der gegenwärtigen Stunde einig sei. Eine ankibolschewiftische Interpellation. Paris, 23. Februar. Senator Cheron hat im Senat eine Jnterpellaiien über die Maßnahmen eingereicht, die die Regie- rung zu treffen beabsichtigt, um in Frankreich die Organisation der bolsäkmisttschen Propaganda zu bekämpfen. Man behauptet, die Tatsache, daß die Seine-Sozia listen, d. h. die äußerst-extreme Richtung Loriot den Sieg über die radikalen Anhänger Longuets davongetragen hätten, könne noch locügcheiide Folgen hahen, besonders da sie beschlossen hätten, sich der dritten Internationale, anzuschließen., i Unü in Deutschö'fterreich! Wir haben in unserem Artikel zum Straßburger Partei- tag der französischen Sozialistcn hervorgehoben, daß das A u S- scheiden der französi'chen Genossen aus der zweiten Jntcr- naitonale nnr dadurch prourammati'ch begründet werden kann, daß man eine jede ÄoalitionSpolitit mit bürgerltckien Parteien als mit dem Grundsatz und mit den Methoden des reinen Klassenkampfes nnverenibar veruitrilt. Die.Freiheit" bemerkt hierzu, daß die Longuetisten diesen Standpunkt nicht erst seit heule oder gestern ernneömcn und daß sie ihn auch während des Krieges mit aller Schär!- vertreten haben, als sie noch die Minderheit der französischen P.aiei bildeten. Richtig I Aber a!S die j Louguet-Gruppe als Minderheit in der Partei die Beteiltguna an der � Regierung während des Krieges ablebitle, io geschah dies ! vor ollem, damit die Sozialisten nichl die Veroniwoiiung für die � Kriegspolittl mit den Bürgerlichen zu teilen brauchten, wie dies , durch die Bekleidung von Aennern nacheinander durch Gueöde» ' Sembat und Albert Tdontas geschah. Auf deutscher Seile ist erne solche mittisterielle Verantwortung erst übernomnien worden als es sich darum bandelte, em verhandln ngSsädtgeS Kabinett zu bilden, um die iosoriige Beendigung des Krieges herbeizu'ühtett. Aber die Koalitionsvoliiik im Kriege läßt sich unmöalich mit der KoalilionSpolink nach dem Kriege ans eine Stufe stellen. Die.Freiheit" schreibt, daß sich die französischen Genossen jetzt in Gegensatz zu der belgischen so gut wie zu verschiedenen skandinavischen Parteien tetzeti werden, von den Tentichkai>d-Mchrheitssoz>alisten nicht zu reden. O doch! rS muß davon geredetwerden. Und am besten ist es, wenn man auch bei dieser Gelegenheit von unseren deutsch österreichtschrn Genossen ipricki.> Die.Freiheil" hegt ja bclannilich die größte Sympathie für die Führer unserer deulsch-österreichtschen Schwesiervartei oder zum mindesten sssr einen Teil von iynen. wi.' Fr rich Adler, Otto Bauer trnd Friedrich A u st e r l> tz. Hat man aber jemals in der .FieiheU" ein Wort des Tadels gegen diese Wiener Genossen gelesen, weil fie die Koalitionspolitik ihrer Partei mit den Ehristlich-Sozialen billigen? Tie.Freiheit" hat sich wohl gehütet, den deutschösterreichischen Genossen daraus einen Vor- wurf zu machen, weil sie ganz genau weiß, daß eine rein s oz ia- l r sti s ch e Regierung in Oesterreich unhaltbar wäre und die sofortige Aushungerung des Wiener Proletariats durch die christlich-iozialen Bauern bedeuten würde, und daß eine rein christlich-soziale Regierung gleichbedeutend wäre mit sofortiger Reaktion und wahrscheinlich sogar mit der baldigen Rückkehr der Habsburger. Aber die.Freiheit' weiß auch, daß die Verbältnisie in Deutsch- land ganz den dcutschöstetretchischen entsprechen. Nur inst dein Unterschied, daß unser Äoaltiionsprogramm mit Zentrum und Demokratie sich noch sehr gut sehen laste» kann gegenüber der österreichi'chcil Koalition, in der die Sozialdemokraten gezwungen wurden, sich mit einer auSgesprockten antisemitischen und, man kann heute bereits sogar sagen, antirepublikantschc« Pattei zu ver- bünden. Die Unabhängigen kennen die Analogie dieser Ver- hältnisse so genau, daß sowohl Hilferding in einem bekannten Artikel in der.Freiheit" nach dem Leipziger Parteitag, wie auch Cri spien in der von uns bereits besprochene» Unterredung mit dem Generalsekretär der französischen Partei Fr ossa r d die Un- Möglichkeit einer rein sozialtstu'chen Regierung, d. h. einer Diktatur des Proletariats in Deutschland ausdrücklich zugegeben und auf die drohende Aushungerung der Städte durch die ländliche Be- völkerung hingewiesen haben. Wenn also die Unabhängigen das Ausscheiden der fron- zösischen Partei auS der zweiten Internationale begrüßen, die Koalitionspolitik verurteilen und den reinen Klassenkampf be- tonen, so wissen sie seibft, wie unaufrichtig dieser Bannfluch gegen die deutsche Mehtheitsiozialdemokratie ist: sie renommieren vor der ganzen Internationale mit ihrer unentwegten oppositionellen Stellung und wisien dabei ganz genau, daß wir uns mit der Koalitionspolitik nur für Staat und Volk opfern, genau wie die Genossen m D e u t f ch ö st e r r e i ch, die sie wohlweislich in diesem Zusammenhang stets zu erwähnen vermeiden. Unü immer noch Paßverweigerung! Frankfurt a.!N., 23. Februar.(Eig. Dnahtbcr. d..Vorwärts".) Gegenwärtig tagt hier im Gcwerkschaftshaus ein interchatio- naler Kongreß der Vorstände der Bäcker» und Konditorcn-Verbände. Von Frankreich war ei« Arbeiter- führer gemeldet, der jedoch von der französsfchcn Regierung keine» Paß ausgestellt bekam. Durch einen in Schweden ausgebroche- i neu. wirtschaftlichen Kampf war der Vertreter dieses Land.'S eben-! falls in letzter Stunde verhindert. Der Sekretär des Jnternatio- nalen Bäckerverbandes A l l m a n n- Hamburg sprach am Dienstag abend in einer großen Versammlung über die internationalen Be- 1 Ziehungen. Weitere Ausführungen machten Vertreter auS Wien, und auS Holland, die bor allem die Erringung de? Acht stunden-� tag es. für das Bäckergewerbe in den Vordergrund ibrer Betrach- tungen stellten. Von Interesse ferner ivaren die Ausführungen des holländische n Vertreters, der auch lobende Worte für das deutsche Volk und dessen Fleiß fand. die Richtlinien der Kätewahlen. Tic gowerkschafilichen Nicht linkn zu den Betriebsräte- Wahlen werden von der„Freiheit" kider zwar nicht wörtlich wiedergegeben, aber doch in ruhig em Ton kommeutin t. Tas unabhängige Blatt gibt ohne weiteres,„zu, daß d.'r Bundesausschuß durch die Nürnberger Kongreventsche'd in- gen zu seinen neuen eigenen Beschlüssen berechtigt ist, c; bezweifelt ober, daß eine Verständigung über die Answatss der Kandidaten unter Ausschaltung der Parteipolitik erziel! wer- den kann, dazu seien die Gegensätze in den Betrieben rielfoch zu scharf. Tie Unabhängigen— wenigstens d'e Linken von ihnen— predigen die einfache Ucbernahme der Betriebe durch die Arbeiter. Frage: Welche Aussichten hat diese Art von „Sozialisiernng", wenn man sich wicht einmal auf eine ge- meinsame Kandidatenliste einigen kann? „Jmnierhin" aber, sagt die„Freiheit"..., immerhin bilden diese Richtlinien für unsere Genossen-n den Eenxrkschaften eine neue Basis für die Erörterung der Fragr der Wahltakiik. Wir sind uns völlig klar darüber, daß sie o Mitglieder der dem EeiverkschaftSbund angeschlossenen Zenttch- verbände nicht an ihnen vorübergehen können, und wir sind weü entfernt, ihnen Vorschriften über ihre Haltung niachen zn wollen Sie haben selb st die Entscheidung. Hoffentlich wird überall eingesehen, daß es sich hier um mehr als um eine Frage der„Wahltakiik" handelt. Dutch bloße Taktik, die sich scheinbar mit den gswerksastlichen Richtlinien befreundet, um sachlich das Gegenteil von ihnen zu erreichen, wurde ganz gewiß jene„Vergiftung" des Wah'- kampses eintreten, die die„Freiheit" von einer äußerlichen Vertuschimg der Gegensätze befürchtet. Es handelt sich, wie wir schon wiederholt bemerkten, um eine Frage des P r i n z i p s. Es handelt sich um die Frage, in welcher Weise uud in tvelchem Grade die Betriebsräte dem Sozia lism uL dienen können. Tariiber bestehen zwei voneinander weit verschiedene Aufsassungen. Nach sozialdemokratischer Auffassung kaiin die Ueber- Windung des Kapitalismus nickt aus einem Punkte her- aus erfolgen, sondern die verschiedensten Faktoren müssen zusammenwirken, um die kapiialislische Wirtschafi zur,'sozia- listischen umzugestalten. Zu diesen Faktoren gehören die staatliche und die kommunale Temokratie, die Gewerkschei- ten, die Genossenschaften und schließlich a u ch die wiitschüsl- lichc Selbstverwaltung in den Betrieben. Wenn ein Betrieb verstaatlicht oder kommimalisiert in und in den Betriebsräten ein Organ des wirischastlichen Mitbestimmungsrechts besitzt, so ist nicht einzuseifen, was dann noch weiter zu seiner„Sozialisserung" getan werden kann. Für die Anhänger deS„revolutionären Räte- s y st e m S" sind aber die Räte ganz einfach der Hebel der Sozialisierung. Sie wollen das absolute Befehlsrecht der „revolutionären Räte" in den Betrieben, und das absolute Befehlsrecht der zusammengefaßten„revolutionären Rate" im Staat. Dieses Befeblsrecht wollen sie im Kampfe gegen die alten Machtlwbcr, die Unternehmer durchsetzen, wobei ihnen ganz gleichgültig ist. was zunächst auS dein Betrieb und aus der Industrie wird. Mo>natelange. ja jahrelange Störungen, die durch diesen Kampf verursacht lverdcn, genieren sie nicht. Gegen diele Auffassung, die im Widerspruch steht zu allem wissenschaftlichen Sozialismus und die nur den roden Uranfangen der Arbeiterbewegung entspricht, suhren nn' unseren grundsätzlicknm Kampf. Der Betrieb, die Industrie, die Gesamtwirtfchaft, das ist das Schiff, aus dem wir leben, und wenn wir es zerstören, dann ertrinken wir. Die Per- gesellschaftung der Produktionsmittel kann nicht nach Methoden angestrebt werden, bei deren Anwendung es bald keine Produktionsmittel mehr gibt. Und vor allem ist gi bedenken, daß die Produktionsmittel nicht bloß Grund und Boden, Maschinen usw. darstellen, sondern daß ihr Wert sii' die Gütererzeugung erst geschaffen wird durch den v r g a n!- s a t o r i s ch e n Zusammenhang, in dem sie sich be- finden. Man hat sehr wenig, wenn man ein gut eingerichtetes Fabrikgebäude desitzt, aber keinen eingearbeiteten Betrieb mit sachverständiger Leitung, mit festen Beziehungen zu Lieferanten und Kunden usw. Daraus folgt, daß man die Ber? iebe zwar zum Ziel höherer Leistuntzsfähigkeit reorganisieren, daß man sie aber nicht desorganisieren darf. Tie Verstärkung des Arbeiter- einflusseö gegenüber dem Unternehmereinfluß kann nur schrittweise erfolgen und zwar nur in dem Verhältnis. in dem das V e r st ä» d n i S der Arbeiter für die eigentlichen Aufgaben des Betriebes wächst. Darum ist die von der sozioldemokratischen Partei eingerichtete Botriebsräteschule, in der Buchführung, kaufmännisches Rechnen und andere trockene Gegenstände gclebrt werden, eine viel revo- lutionärpre Einrichlung als alle kommunistische!'. Versckiwörerklnbs zusammen. Unsere Sorge aber ist, daß unaufgeklärte Arbeiter Äs- triebörate wählen könnten, die nur diMmes Zeug tveibe» mtS SmnH bis ganze Sinrichtimg und, in den Augen der Gegner, die ganze Sache des Sozialismus kompromittieren. Auf die parteipolitische Stellung des Mannes oder der Frau kommt es gar nicht an. sondern nur auf das nüchterne Ver- ständnis für die praktischen Aufgaben der Betriebsräte. Der Siiln der gewerkschaftlichen Grundlinien ist doch nur der, dast zu Betriebsräten Leute gewählt werden sollen, die ihre Aufgabe begreifen und ernst nehmen und nicht irgendwelche Wirrköpfe und Faselhänse, die nur alles durcheinanderbrin- gen. Darum ist es richtig, daß man sich dort, wo es �eht, auf geeignete Kandidaten verständigt, ohne sich um ihr Nich- tungsbekenntnis zu kümmern, daß man aber dort, wo Quer- treiberei getrieben wird, fest zupackt und die Quertreiber an die Lust setzt._ Reichs- und Lanöesfinanzen. Tom preußischen Finanzminister Gen. Dr. S ü d e k u m erhalten wir folgende Zuschrift: In der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 25. d. M befindet sich unter der tteberschrist„Die Steuergesetze" ein Artikel, in dem gesagt wird, Preußen suche die Steusrhoheit des Reiches zu drosseln, indem man vor allem die finanziellen Interessen der Länder zu sichern suche, obgleich die Bedürr- nisse des Reches heute weitaus größer und dringlicher seien, als die der Länder. Diese Darlegung ist irreführend und nicht zrrtrestend. Der Sachoerhalt ist vielmehr folgender: Als im Sommer des vorigen JahreS die Reichsregie« rung an Preußen mit dem Wunsche herantrat, es möge hin- sichtlich der Einkommen- und der Ergänzungssteuer auf seine Steuerhoheit zugunsten des Reiches verzichten, hat die Preu- ßische Staatsregierung in der Erkenntnis, daß über eine so wichtige und folgenschwere Frage eine Entscheidung nur unter Mitwirkung der Landcsvertretimg getroffen werden könne. mitderPreüßischenLandeSversammlung Fühlung genommen. Kn der zu diesem Ztvecke einberufenen Sitzung des Hauptausschusses der Landesversammlung haben die drei M e h r ch e i t s p a r t e i e n übereinstimmend sich da- hin ausgesprochen, im Interesse der Gesundung der Reichs- sinanzen müsse dem Wunsche der Reichsregierung zwar entsprochen werden, dies dürfe aber nur unter derBe- d i n g u n g geschehen, daß die Selbständigkeit der Länder und der Gemeinden für alle Zukunft sicher- gestellt werde. In Ausführung dieser Stellungnahme hat bei den alsdann folgenden Verhandlungen die Preu- ßische Staatsregierung als Gegenleistung gegen den Ver- zicht Preußens auf die Steuerhoheit gefordert, daß das Reich sich verpflichte, den Ländern und deren Gemeinden unter Hinzurechnung einer Jahressteigerung von 6 Proz. die- jenigen Einnahmen zu gewährleisten, die die Länder und die Gemeinden aus den aufgegebenen Sreuern im Jahre 1913 gehabt haben, und daß die Vorschrif- ten über die Beteiligung der Länder und Gemeinden am Ertrage von Reichssteuern nicht durch gewöhnliches Reichs- gesetz, sondern nur in den Formen eines verfassungS- ändernden Gesetzes abgeändert werden dürfen. Die Reichsregierung hat diese Bedingungen für b e- recht igt anerkannt, und die Deutsche Natwnalver- sammlung ist dem beigetreten, indem sie den 46 deS Gesetzes über die Reichsfinanzverwaltung vom 19. S.'p- tember 1919, in den die Bedingungen aufgenommen waren, und zwar ebenso wie der Reichsrat, mit der durch die Ver- fassung für verfassungsändernde Gesetze vorge- schriebenen Mehrheit angenommen hat. Das Gesetz über die Reichsfinanzverwaltung vom 19. September 1919 ist— mit alleiniger Ausnahme des § 46— dadurch gegenstandslos geworden, daß seine Bestim- mmgen in die Reich sabgabenordnung hineinz:- arbeitet worden sind. Bei Aufstellung des Entwurfs üeS Landessteuergesetzes ist es zweckmäßig erschienen, auch den Z 46 des Reichsfinanzverwaltungsgesetzes dadurch zu besei'i- gen, daß man seinen Inhalt in den Entwurf zum Landes- st e u e r g e s e tz hinübernahm. Dies ist in den 88 63 ud 57 des Entwurfs geschehen, indem§ 53 die Gewährleistung dar im Jahre 1919 bezogenen Steuereinnahmen,§ 57 aber die Bestimmung wiederholt, daß Aenderungen der Vor- schriften über die Beteiligung der Länder und Gemeinden am Ertrage von Reichssteuern nur unter den Voraussetzür- gen erfolgen können, die nach der Verfassung für Ver- fassungsänderungen vorgesehen sind. Die vorstehende Darstellung dürste klar ergeben, daß. wenn Preußen sich gegen die von dem Steuerausschusse der National-versammlnng jetzt beschlossene Streichung des Z 57 des Landessteuergesetzentwurfs widersetzt, die Preu- ßische Staatsregierung nur einen von d n Mehrheitsparteien der Landesversamm- lung ihr erteilten Auftrag ausführt, und daß sie ferner noch von einem ihr offenbar zustehenden Rechte Gebrauch macht. Denn es ist klar, daß das Reich von denjenigen Bedingungen, die im vorigen Jabre den Ländern und Gemeinden als Gegenleistung gegen die Ans- gäbe ihrer Steuerhobeit zugestanden worden find, nicht einseitig zurücktreten darf. Das Verlangen Preußens ist auch sachlich völlig gerechtfertigt. Denn wenn jede Zusollsmehrbeit der Nationalversammlung oder des Reichstags berechtigt wäre, die Beteiligung der Länder und Gemeinden an den Reichssteuern nach Belieben zu beschrän- ken oder aufzuheben, wäre die finanzielle Lebensfähigkeit der Länder und Gemeinden nicht, wie die Prenßstche Landes- Versammlung es zur Bedingung gemacht hat und wie es oie Reichsverfassimg in ihrem grundsätzlichen Aufbau voraussetzt, dauernd sichergestellt, sondern völlig dem Zufall an- heimgegeben._ Die Verschleppung öes Kommunalisierungs- gesetzes. Genosse Gustav Hoch schreibt unS: Jetzt, unmittelbar vor dem Wiedervisammentritt der Nationalversammlung, wird mitgeteilt, daß die Reichsregierung ihre Absicht, der Nationalversammlung gleich bei dem Beginn ihrer Beratungen den Entwurf eines Kommnnalisierunqs- gesetzes vorzulegen, nicht ausführen kann, weil der Entwurf noch nickt fertig ist. Aber, so werden wir vertröstet: die Vorarbeiten seien„dem Abschluß nahe". Demgegenüber muß festgestellt werden, daß unS der noch immer nicht fertige Entwurf sckwn längst versprochen ist, und der Abschluß der Vorarbeiten dazu bereits vor— vier Monaten als unmittelbar bevorstehend angekündigt worden ist. Herr 5foch bat in seiner ersten Rede als Reichsminister deS Innern am 16. Oktober vorigen Jahres in der National- Versammlung erklärt: Ich Labe den Zluktrag, ein KommunalifierungSgesetz stir die Gemeinden aufzuarbeiten. Der Entwurf liegt fast vor. Wie kommt es. daß der Entwurf trotzdem in der Zeit vom 16. Oktober 1919 bis jetzt nickt fertig oeworden ist? Weil, so ist selbst in ernsthaften Blättern zu lesen, die Valuta sinkt und der Geldwert schwankt. Dies zwinae dazu, die Bestimmungen deS Entwurfs über die Entschädigungen zu ändern. Aber unsere trauriaen Geldverhältnisse hatten sich schon im Oktober vorigen Jahres sehr bemerkbar gemacht und ließen schon damals eitie weitere ungiinstiae Entwicklung be- fürchten. Deshalb ist die angeführte Begründung keine ge- nügende Rechtfertigung, Vielmehr haben wir eS hier mit einer geradezu unverantwortlichen Verschleppung zu tun. Gesangs-Konzerte. Käte Neug eb au e r-R av oth ist un« als satielfsste Ora- tariensängcrin oft und angeneb-m aufgefallen. Sie hält diesen guten Eindruck fest im eigenen Lieder-Abend. Keine starke, weit- tragende Stimme, aber ein feiner, schlanker. Heller Sovran von sinn- lichem Reiz, der verträumten Brahms-Liedern zu statten komm:. Die Michelangelo-Sä,M H. S>. Wetzlers sind elgenartig-herb, kräftig in ihren Konturen, doch unerheblich im dithhrambstchsn Aufschwung. Wilhelm Ammermann am Flügel zeichnete die charaklerjschen Linien poesievoll nach. Tleanor Schloßhauer nennt«inen wundervollen, strahlen- den, kräftigen Mezzo ibr eigen, die Stimme ist selten schön im Timbre. Ein paar tiefe Töne hemmt leichte Jndispositwn an der letzten Entfaltung: aber wie gerade und stolz reckt sich die Sähe empor! Und i» jedem Schumannschen Lied: weiche Andacht, welcher Herzschlag, welche warme Umhüllung! Wer so stark fühlt, wie d�es« Frau, und wer so sehnsüchtig in die Tiefe romantischer Pracht �mn- einsteigt, dem danken wir es«imnal, daß er unS von der gefühls- armen, nur könnerischen Monotonie des sogenannten modernen LiedS frei hält. Von der bekam man eine klein«, aber nicht unge- fällige Portion in dem Konzert der jungen Lia Grumbach er de Jong zu kosten: chinesische Lyrik ans BethgeS..Flöte", vertont von Leo Mickielsen. Von exotischen, so leicht erlernbaren Akkorden und C-ängen hält M. sich wohltuend frei: sauber der Satz, lebendig die Erfindung, die Stimmung.diskret, hie und da fast zu kalt. Tlber Talentvroben spezifischer Art. Die Sängerin, bei ihrer Mntter in bester Schule, hat ihre kleine Stimme noch nicht ganz i» der GHcalt, eS flackert und schwankt noch mancher Ton, mancher Ansatz. Aber ihre Singe-Art ist frisch, jung, bewegt. Und so sollte sie mehr die sp-elerischen, kindlich-heiteren, lustigen Weisen auf ibr Programm setzen, nicht die dunk'lernsten oder gar tragisch gefärbten. Ernst Mehlich begleitete vorzüglich. Daß eine hübscke Stimme, ein gutes Wollen und eine nette Vortragsbegabung noch nicht ausreichen, um öffentliches Interesse zu erregen, sollte Marth» E l k a n bebwken und beachten. Das reicht für die beste Familiensitzung, für den musskastschen Haus- bedarf sicher aus. Aber für das gsfiihlsstarke Pathos Schubert- scher Lyrik n'chi. Die Technik des Töne-Haltens, die Ausbalan- zierung der Register, die Sich.'rhcit des Einsatzes, die Krgft der Sopran-Höhe— all das will noch erarbeitet sein. Und der seelische Fonds hält auch dann dem Schwergewicht der Klovstockfch-n Ode „dem Unendlichen" nicht stand. Selbst bei diskreter Flügel-Behand- lung sang der Begleiter V. Wolff eindringlicher als die Konzert. geberin. die noch zwei Jahr« intensiv üben, feilen, arbeiten. Musik erleben sollte.....,... Mda Z l o t n i e k a weiß mit ewer Ileinen angenehmen, nicht mehr vollblühenden Stimme empfindungsvollen Ladern schönen Ausdruck zu g-'ben. Auch sie singt ausländische Poesie, allerdings die ergreifendste, innerlich gehobenste, reinste llyrst. die seit Iabren erfunden, erträumt wurde: Gesänge von Ramndranath Tagore, dem indischen Nobelpreis-Träger.,. Herr Arthur Perleb erg. ein Schüler TaubertS. hatte den Mut, diese Pollbiut-Kunst ein musikalisches Erlebnis zu entlocken. Er schreibt mit gutem Sinn für fließende Melodik, den Blick auf Sangbarkeit gerichtet, reizvoll in jener harmonischen Unter- malung, deren Vater Puccini ist. Dem ganzen Zyklus ist eine wehe, weich-sentimentalc Note eigen, die der Text und der Hörer gern einmal unterbrochen sehen möchte. Die Größe der Eingebung und der zusammenraffende W lle fehlt, der gleiche Gang dieser schwerflüssigen Begleitung ermüdet. Jeder Vers, jeder JmvulS dieses weisen, tiefen Tagore überschattet, erdrückt das kleine Lied: Gebilde. Hier ist ein Stilfehler gemacht, der sich rächt: die Ge- sänge deS indischen MenschheitS-Provheten verlangen nach orchestra- lern Gewand, nach großem malerischen Schwung. In PerlebergS Lyrik ist von der orientalischen Sehnsucht kaum ein Hauch; und müßte gedämpftes Saftenspiel, berauschtes Gong, flehende F'öte und sieghafte Fanfare seiiu Dennoch gewannen die L'eder in ihrer Traulichkeit manche Herzen für den Komponisten, viele für dm Dichter. Das Gesangliche war auch in einer prachtvoll lebendigen Aus- führung der Missa solem nie unter Kittelz Leitung gut auf- gehoben; respektabler in dem geschultm Chor als in dem ungleicken So�o-Quartett. Und zuletzt: Linie. Ausdruck und auellende Schön- heit des SingenS versiickte Willr B a r d a S in Schumanns liebes- sehnsüchtiger ssiz-moll-Sonate dem Klavier erfolgreich abzuringen. ____ Dr. Kurt Singer. DaS Geld. Von dem vor kurzem verstorbenen modernen „Klaifiker des AvborismuS". Emanucl Wertheimer, wird eine end- gültige Aufgabe seiner f-inges»liffenen Sentenzen unter dem TUel „Bück der Weisheit" im Verlag von Hoffmau» ii. Campe zu Berlin veröffentlickl. Der tiefsinnige Welweirocktcr setz« sich hier in seinen knappen, klaren Aussprüchen mit allen Fragen des Lebens und der Menschheit auseinander, und es ist inteiessant. zu ieben, wie er sich mit den einzelnen Mächlen des Daseins abfindet. Als Probe dieier feiner Apborismen-Philoiophle seien einige keiner Worte über das Geld, diesen vielfach eniwertelen und dock stets herrschenden„Nerv der Dinge', znsainmcngesiellt: .Wer den Geiprächen Vorübergehender lauscht, hört zwei Worte am häufigsten:.Ick" und„Geld'. Geld! Also fast alle Talente drückt die? nüchterne Wort aus? Müßte man statt der Gebete Geld emporsenden, gäbe eS nur Atheisten. Geld allein bedarf keiner Einpfeblunq. Jetzt benötigt man nur eine Tugend: Geld, dann hat man alle übrigen auch. Di« Menkchen erscheinen mix, als liefen sie forlwährend einem rollenden Goldstück nach. Geld schämt sich keines Umgangs. Es gibt freigebige Naturen, die mit dein Gelbe um sich werfen, damit eS doppelt zurückströme: eS find ökonomische Ver- schwender. Geld geht immer recht». DaS Kino im Verein Sieben. Eine Belebung des vereinSlebenS durch die neuen Errungenichaften der belehrenden und wissenkchost- lichen Kinematographte wird sich zweifellos in der nächsten Zeil bemerkbar machen. Statt einsijcher Vorträge, allenfalls durch stehende Bilder veranschaulicht, wie sie bis jetzt in den Veremssitzuirgen fast durchweg üblich woren, wird das lebend« kincmatograpbiiche Bild Einblicke in alle Wissensgebiete gewähren, l'o dag SvIdUligsauSichilise. GeselligkeitSvcreine usw. ihren Mitgliedern bei anregender Unter- Das ist um so bedauerlicher, da die Angelegenheit wichtig und dringend ist. Minister Koch selber hat m der erwähnten Rede die Wichtigkeit der Lage geschildert. Er sagte: Für die Städte ist die Kommunalisterung nichts Neues; sondern wrr haben uns seit Jahrzehnten damit besaßt, die Ein- richlungen, die dem öffentlichen Wohle dienen, in die Hand der Kommunen zu bringen. DaS Kommunalisierungs- gesetz muß die Aufgabe haben, den Gemeinden diese Möglichkeit zu erleichtern. Ich denke dabei an VerkekrSunternehmungen. an die großen Licht- und Kraft- zentralen, an das Beerdigungswesen, das Anschlagwesen, das Kino- und Theaterwesen und manches andere. Heute, wo die Siadt- verordnelenveriainmlungen neu zusammenge'etzt sind, ist eö eine besonders wichtige Aufgabe, ihnen Gelegenheit zu kraft« voller Arbeit auf diesem Gebier zu geben. lieber die Dringlichkeit des versprochenen Gesetzes braucht man, insbejondere bei der Finanznot aller Gemeinden, erst recht nicht zu streiten. Die Gemeinden müssen sich scknellstens neue Einnahmequellen erschließen; und dazu ist für sie das Kommunalisierunqsgesetz unentbehrlich. Aus diesen Gründen hat unsere Fraktion immer wieder, zuletzt kurz vor der jetzigen Pause der Nationalversammlung. darauf gedrängt, daß der Entwurf dieses Gesetzes endlich der Nationalversammlung zugestellt werde. Das ist uns denn auch zugesagt worden. Jetzt aber hören wir wieder die alte Vertröstung. So geht es in der Zeit der höchsten Not nicht weiter. ?uft!z in tzinterpommern. Sie erklärt den Landarbeiter-Erlah für ungültig. Von einem Funklionär des.Deutschen Londarbeiter-Verbandes' wird unS aus Körltn lHinterpommernI geschrieben: „Daß die Junker die Verordnung deS Reichswehrministers nicht beachten würden, wonach die Kündigung von Land- arbeiten! ungültig ist, war vorauSzufeheir. Staunenswerl aber «st. daß sie in ihrer widerspenstigen Haltung noch von den pommerschen Gerichten bestärkt werden. Arn 13. Februar hatte ich die Aufgabe, vier Kollegen bor dem hiesigen Amtsgericht tdas natürlich laut Inschrift noch immer .königlich' ist) zu vertreten, die gekündigt und auf Räumung der Wohnung verklagt waren. Ich beantragte unter Berufung auf die bekannte Verordnung Noskes Zurückweisung der Klage und fügte hinzu, daß der CchlichlungsauSschuß maßgebend sei. Der Amls- richter Schmidt war jedoch anderer Ansicht und sagie wörtlich: NoZte hat kein Recht, diese Verordnung zu erlaisei». Die Verordnung ist rechtsungültig. Die Kollegen wurden zur Räumung der Woh- imiig verurteilt und sollen obendrein noch die Kosten zahlen.' So weit die Zuschrift. Die RechtSaültigkeit des auf Grund des Belagerungszustandes ergangenen Erlasses ist bisher selbst von der agrarischen Presse nicht bestritten worden, so sehr sie ihn sonst bekämpft hat. Es ist äußerst merkwürdig, wie hier ein Amtsrichter einen Erlaß, welcher der Sicherung der kom- inenden Ernte dienen soll, kurzerhand für ungültig erklärt. Dieser Richter hat unbewußt offenbar sehr im Banne seiner deutichnationaien und junkerfreundlichen Anschauungen gestanden, als er dieses Urteil fällte. Die Regierung wird encrgischs Schritte ergreifen müssen, damit die Autorität ihrer Verordnungen nicht durch die Gerichte zerstört wird._ Mörderfreund und geistlicher Schwindler. Vor einiger Zeit deröffentlichten wir das Huldigungsschreiben des„Pastor Americ. G o r z e l" an den Vater des Attentäters Oltwig v. Hirickfcid. Dazu will der„Evangelische Pressedienst' feststellen, daß eS sich bei Garze l um keinen Geistlichen, sondern um einen Schwindler bandelt, der selbst mit dem Strafgesetz schon in ernsten Kon- flitt geriet. Als ehemaliger Krankenpfleger, der nie dein theologischen Studium oblag, habe sich Gorzcl vor Zeiten für 150 M. ein„Diplom" von einer amerikanischen Schwindel- f i r m a ausstellen lassen, wonach er berechtigt sei. den Titeil Pastor usw. zu führen.— Eine schöne alldeutsche Type! Haltung wertvollste Belehrung vermitteln können. Die Kultur» abtxilung der Ufa verfügt in ihrem Archiv über zahlreiche un- gemein anziebende Belehrungsfilme, z. B. auS der Erdkunde und Völkerkunde sAlpen, Spreewald. Zentralasrika), aus dex Landwutschaft sBodenbearbeilungSmafchinen, Tomatenonbau, Viehzucht), Gewerbe sBroibäckerei, Milch und Milchverwertung), auö Natur» Wissenschaften, Technik, Sport u»d v. a. Auch die medtzinischen Filme sollen nunmehr, zu Programmen vereinigt, die eine Abend» sitzung füllen, den ärztlichen StandeSvereincn zugänglich gemacht werden, um schwierige, an wenige Institute gebundene Arbeiten, wie ,. B. die Wasscnnannsche Reaktion, oder seltene Fälle find, den Aerzte» auch der kleiiisten Slädie zugänglich zu machen. Hugo Kauns neue Oper„Ter Fremde" wurde in der Dresdner LaiideSoper mit vollem Gelingen erprobt. Das Textbuch von Franz Rauch bietet mit seinen Variationen über das Tbema Tod und Liebe in der musikalischen AuSgestaktuilg stark ergrelsende Motive. DaS Nene Volkstheater. Unter der Direktion Emil Berifch und Heinz Haidberg wird Mitte März in der CSpenickcr Str. 68»in neues BollStbealcr eröffnet. DaS Theater will bei billigen SnilrittSpreiielr >2— lÄ M.) gute Vorftelluncen mit jungen Darstellern bieten. AIS Er» ösinungS- Borstellungen sind vorgesehen:„Die Hafsnung auf Segen- von Hc> mann Heisermanii.„Die Brüder Karamasow- (Uraufführung) nach DostojewSti» Roman von Vitheini Kaselowsky,„DaS Paradies- von HanS Nehfiich; weiter sollen anfgesührk werden:„Die schifsbrüchigen- von Äricux., 2 X 2=- 5- von Wied,„Morgenröte- von Rüderer.„ M e d e a- von Grillparzer�„Franz uon Sickin gen- von Ferdinand Lassallc,„Hans Sachs» von Tein- hardtstein.„PerikeS von Tyrus- von Ehakefoeare, bearbeitet von Karl Franz Ellinger. Die nächst« MittagSaussührung im Schauspirlhanse am SS. ist den Roinantitern gewidmet. Ten Vortrag ball Paul A. Merbach. Mar- aarele Nesf trägt von NoouiiS, Volkslieder aus deS„Kraben Wunderborn», Gedichte von Tieck und Eichendorff, sowie den„Tod des Tchulmetsterle.n Wuz- von Zeun Paul vor. Fritz Ebers liest auS Schlegels.Lucmde-, aus HoffmannS„EUxiel cu des Tcutels- und eme«jene aus Kleist. Weber uno Hoffmann rcpräscnue.eti die Maßt. Musik. In der S. Orchesterverwaltung der llleuen mufikal. Gesellschaft gelangt die xiammerfirfonie von Echrecker in persönlicher Anwesenheit deS Komponisten zur Zlustübrung. Vm Kupterstichkäblnett wird die Ausstellung der KuPs-rMch- Dürcro geidncf'cr. und dafür eine Ausstellung vou Hoizfchnilten auS allen Zellen euigerichlet. Jeuutz Hasseiquift, die Prima Ballerina der Siockbolmer Hofoper, tritt am Sonntag vormittag UV, Uhr nochmals im Deurichen Theater auf. Ueber die Bedeutung und Deutung unsere- Träume wird Pros. Dr. P A S'ibermann, Montag, den 1. März, adcndS Ö Uhr in der Aula Hallesche Str. 24. einen Vortrag halle». Oskar Ludwig Brandt spricht am 27. Februar Ti, Nhr Meister« 'aal, Köther-tr Sir. 88. au» seinem Werte„Hcnv.sr und Hammer. r-azu Lieder Brandls in Vertonung van Spoiier. Der Abend dient oem Dichter» uvicrstützilngssonds der Geiellschaft der Kaminertunilabende �.randt-�aeobp. K-tten it.~a in ber_.BorwörlS-.Vuchhandlung und un Wewerstchaflj. fetrclariat Ei gelufcr tö. Der Literardistotiker Kndotf Schlöffe«, der(«si bwei Jabr?» Direklor des Goethe- Schiün'- Archivs zu tstitnat war, ist, o3 Jahr alt, gel-ordcn. Er bat Beiträge zur Geich cht« der GoelhezeU ver'akt. die ge. rühmt find. Sem wichtigstes, in einer Arbeit von vielen»sahrcn heran- gereiftes Wert war eine Biographie Plate us, die kurz vor dem Krieg in zwei Bänden erfchien. Nr. 104 ❖ 37. Jahrgang Heilage des Vorwärts Vonnerstag, 2H.5ebruar 1920 Prozeß Erzberger-helfferich. (Tchluß mis der Abendausgabe.) Es wird dann Bankdirektor A n d r e e aus Köln vernommen. ?jeuge: Als seinerzeit der Unterstaatssekretär Bergmann in Ver- sailles war. vertrat ich ihn bei derBehandlungderValuta- fragen. Es bandelte sich damals um den Abschlug eines größeren Geschäfts in Holland in einer bestimmten in Deutschland sehr drin- gcnd benötigten Ware. Da es n-cht möglich war, die Ware sofort gu bezahlen, erklärte sich das holländisch»« Konsortium bereit, dem Reiche die Bezahlung auf eine Reihe von Jahren zu stunden, unter der Bedingung, daß eine Sicherheit in l e i ch t v e r z i n s l> ch en Jndustrieaktien gegeben werde. Die Firma Wolfs, die mit der Privatbank in Verbindung stand, erklärte sich bereit, die Effekten dem Reich auf der Basis eines Lombardgeschäftes zu geben. Die Firma Wolff verlangte natürlich für die Hergabe dieser Eeffekten, die nun auf eine ganze Reihe von Jahren für sie festgelegt waren, einen höheren Wert. Wie recht die Firma mit dieser For» derung hatte, geht daraus hervor, daß die Effekten, die damals 30 Millionen Mark Wert waren, bei dem Tiefstand der heutigen Valuta 60 Millionen Mark wert waren.— Vor f.: Hatten Sie diese Marksummen selbständig dieser Firma bewilligt, oder wüßt« der Reichsfinanzminister davon.— Jeuge: Ich selbst war dazu be- fugt, mit der Firma zu verhandeln. Die letzte Entscheidung stand natürlich beim Minister selbst.— H e l f f e r i ch: Ist es nicht cnt- setzlich, daß man die wertvollsten Jndustrieaktien ans Ausland gab. Sie smd doch wohl darüber informiert, daß die Firma Wolff auf Grund der llnierstützung, welch; ihr das Reich infolge ihrer Gefällig- kcit erwies, jetzt bemüht ist, eine Vormachtstellung in der deutschen Eisenindustrie einzunehmen?— Zeuge verneint Auf die Frage Erzbergers, ob der Zeuge glaube, daß es im Interesse des Reiches lag, die Aktien unter allen Umständen zu er- halten, bejaht der Zeuge. Hierauf tritt die Mittagspause ein. Ter Tiebstichl im T witschen Flottendercin. Nach der Mittagspause wurde in die Erörterung des Falles Jahnke eingetreten. Es handelt sich um die Entloendung von Schrift- stülken aus de« Räumen des Deutschen Flotlenvereins. Hclfferich liest hierzu zwei Stellen aus seiner Broschüre vor. Es heißt da in dem Strafprozeß»vegen Entwendung von Akten auS dem Deutschen F l o t tc n v e r e i n hat der Oberstaatsanwalt folgende Feststellungen gemacht: .Dem als Zeuge vernommenen Abgeordneten Erzberger ist d e r Dieb offenbar bekannt. Da er sich aber bereit erklärt hat, zu beschwören, daß er nach bestem Wissen annehme, er würde sich durch eine Auskunft die Geiahr strafrechtlicher Verfolgung zu- ziehen, wird er zu einer Aussage nicht gezwungen werden können." Weiter heißt eS in der Broschüre:»Hat nicht etwa im Flotten- veveinsprozeß Herr Erzberger sich bereit erklärt, zu bcschwörcn, daß er nach bestem Wissen annehme, durch eine Aussage über den Dieb sich selbst einer strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen?" Aus den Akten des Falles Jahnke wird dann festgestellt, daß die StaatSairwaltschaft gegen Jahnke die Anklage wegen schweren Diebstahls, Hausfriedensbruches und Sachbeschädigung erhob. In der Voruntersuchung wurde am 3. Oktober 1307 der Abgeord» nete Erzberger in der Strafsache gegen Jahnke wegen Dieb- stahls von Akten im Deutschen Flottenverein eidlich vernommen. Es wurden ihm zwei Fragen vorgelegt: 1. Ob er wisse, wie und durch wen die entwendeten Schriftstücke in die Hände des»Bayerischen Kuriers" gekommen seien. 2. Od er wisse, ob Jahnke das Material übermittelt habe. Darauf hob« Erzberger sicb gewei» gtzrt, eine Aussage zu machen, weil er sich dadurch eine strafrechtliche �Verfolgung zuziahen würde. Und er bat dicö auch beschworen. Später wurden dann auf Antrag des Staatsanwalts die Angeschuldigten außer Verfolgung gesetzt, da eine Reihe von Entlastungsmomenten bekannt wurden. Auf eine Anfrage des Rechtsanwalts Löwenstein bei der Staatsanwaltschaft, ob nicht gegen Herrn Erzberger ein Strafverfahren ei.ige- leitet werden würde, antwortete die Staatsaiuvaltscbaft, daß dies nicht beabsichtigt sei, da kein Anhalt für eine strafoore Be- günstigung vorliege.— E r z b e r g e r: Ich bin damals vor dem Unrersuchungsrichter gefragt worden, wie der Artikel in>ie Presse gekommen sei, und darauf habe ich meine Aussage oerweigert, um mich nicht der Gefahr einer Strafverfolgung auszusetzen. Nach dem Diebstahl bin ich gar nicht gefragt worden. Wenn ich auf die beiden Fragen geantwortet hätte, dann hätte ich mir, wie mir mein Ncchtsbeistand sagte, eine strafrechtliche Ver- folgung zugezogen wegen Verletzung des Urheber- rechts.— Vors.: Inwiefern denn?— Erzberger: Weil ich Briefe veröifentlicht habe, ohne Erlaubnis des Absenders.— R.-A Alsberg: Ich habe hier die eidesstattliche Bersiche- rung des Kaplans Daßbach, in der dieser erklärt, Erz- j berger habe in einer Unterredung mit ihm die Svrache auf die 1 Notiz gebracht und ihn gebeten, dieses Material in Daßbach nahe- 'stehenden Blättern zu veröffentlichen. Daßbach lehnte dies ab, weil i Erzberger ihm nicht sagte, wie er in den Besitz der Notiz gekommen ! sei und weil er daraus schloß, daß dies nicht auf eine tadel- ! l o s e A r t geschehen sei. Daßbach hat daraus die Unterredung ab- gebrochen. Diese seine Bekundung bat den Anstoß zu Erzbergers Vernehmung vor dem UntcrsuchungSrickster gegeben, in der Erzberger die Aussage auf die beiden schon genannten Fragen verweigert hat. Alsberg stellt an Erzberger die Frage, ob Jahnke ihm nicht gewisse Schriftstücke angeboten hat und ob der Zeuge dem Jahnke hierfür nicht Geld zur Verfüguug stellte.— Erzberger: Es sind gewisse Leute an mich als Abgeordneten herangetreten, weil sie der Zen- trumspartci und mir in dem gegen die Partei, aber ganz.ders heftig gegen mich geführten Kampf ihre Unterstützung anboten. Ich kann diese Personen selbstverständlich nicht preisgeben. Sie zu schützen betrachte ich vielmehr als eine sittliche Pflicht. R.-A. Alsberg: Nack Ihrer Auffassung ist«s also eine sittliche Pflicht, einen Dieb zu schützen?— Erzberger: Ich wiederhole: Es war kein Diebstahl.— R.-A. Alsberg: Wofür hat der Zessge dem Jahnke damals Geld gegeben?— Erzberger, nacheiner Pause: Darauf kann ich nicht antworten. sBeweaung im. Saal.) R.-A. Alsberg: Mir liegt hier ein Brief des Onkels von Jahnke vor. in welchem er schreibt, daß Jahnke sich vor dem Diebstahl in finanziellen Schwierigleiten befand. Jahnke schrieb an Erzberger und bot ihm gegen Bezahlung die Schrift st ücke an. Herr Erzberger bat das Angebot angenolnmen.— Erzberger, unterbrechend: Falsch!— Alsberg, fortfahrend: In dem Brief heißt es tveirer: Es war Erzberger bekannt, daß Jahnkes Sohn der Dieb war. Erzberger verhalf Jahnke zur Flucht nach Belgien und bracht« ihn dort in einem Kloster unter. Die Kinder Jahnkes wurden in katholischen Anstalten untergebracht.— Erzberaer: Alles falsch l Ick. erkläre unter meinem Eid, daß mir immer wieder versickert worden ist, es handele sich nickt um einen Aktendiebstahl.— R.-A. Alsberg: Und ich frage Sie unter Ihrem Eid,, ob Sie das auch ge- glaubt"haben.— Erzberger: Ich möchte folgendes erwähnen: Im Jahre 1307 wurde der Fall Jahnke auch im Reichstag erörtert. Die Abgeordneten Fischer und Schäfer erklärten damals beide, sie seien nickt der Ansicht, daß es sich um einen Diebstahl handle. Und ich selbst habe auch nie angenommen, daß hier ein Diebstahl vor- gelegen hat. Eine längere Debatte enispi-nns sich darüber, ob über den letzten Teil der Anklage die Beweisführung am morgigen Tage angetreten werden soll. Damit wird die Sitzung geschlossen. Am heutigen Donnerstag wird zu dem letzten Punkt der Anklgge der frühere Reichs- kanzler v. Bethmann Hollweg und der Abgeordnete Dr. Stresemann vernommen. Groß-Serlw Herlin unö Sranüenbueg. Zusammenschluß znrn Zwecke deS Lastcnausgleichs. Bevor noch die EinbeitSgemeinde Groß-Berlin in Kraft ge- treten ist. beginnt man sich bereits mit der Frage zu beschäftigen, wie ihr Zusammenschluß mit der Provinz Branden» bürg zu ermöglichen wäre. Mau bält, wie unS mitgeteilt wird� den Zusammenschluß deshalb für wünschenswert, weil man die Schwierigkeilen fürchtet, die bei der kommenden finanziellen Aus- einandersetzung zwischen Groh-Bertin und Brandenburg sich un- zweiselhasl ergeben würden. Es handelt sich hier besonders um die L a st e n für gewisie Einrichlungen, die bisher allein von der Provinz getragen werden, aber zum übergroßen Teil für Groß- Berlin von wirklichem Nutzen sind. Zurzeit erbeben sich noch Zweiiel darüber, wie sich wobl der Zuiammenschluß am besten gestalten ließe, man glaubt aber in einer Art Zweckverband zwischen Berlin und Brandenburg den geeignetsten Weg zur Regelung der gemein- iamen Jnteresien geiunden zu baden. Der Ausschuß Groß-Verlin steht der Frage nicht uniympatisch geaenüber, wenn er auck ge» wisie Schwier'gkeiten nichl verkennt, die sich aus der Lastenver« teilnng zwischen der Provinz und dem Großgcmeindekörper ergeben werden. Die Fraktionen de? ProvinziallandtageS wollen auf Antrag unserer Genossen den Zusammenschluß von»Stadt und Land" nach Kräften fördern und sind sich in der prinzipiellen Seite der Angelegenbeit einig. Es ist anzunehmen, daß sich der Provinziallondtag noch in diefer Woche eingehend mit der Frage betchättigeri wird, damit man zu einer vorläusigen Klärung gelanat ist, wenn man in der nächsten Woche die zwecke Lesung des Gesetzentwurfes Groß-Berlin beginnt. Milchvcrtcuerung und Waisenkinder. Die Stadt Berlin bat für ihre in Familienpflege ge- gebenen Waisenkinder vor kurzem das" Pflegegeld weiter erhöhe» müssen, weil tonst die Waisenverwaltung bei der allgemeinen Teuerung keine Pfleaestellen mebr gesiinden backe. Die Zulagen sind aber so gering, daß der Gesamtbetrag des Pflegegeldes noch lange keine ausreichende Vergütung kür die von den Pfleae- seilten auk die Kinder verweudeleu Aufgaben und. Mühen darüellt. Und nun ist plötzlich die sprunghafte Steigerung des Mi Ich p r eii es dam gekommen, die den Pflegeleuien eine neue schwere Last auierleatl Das Pflegeaeld pro Monat bektägt ieck der letzten Erhöhung zwar kür Säuglin e>72 Mark, sinll aber'che» bei 1—2 jährigen Kindern auf bi Mark, bei 2— Zjährigen ans 8ö Mark, be' 3- ö jäh"gen niti 30 M.. wostir die Pflegeleiite die griamte Bc'öüigunst Iteseru müssen. Man iiberle e sich mal, wo« einer Pflegefamilie zu- gemutet wird, wenn sie z. B. für ein 3— 4 jähriges Kind, das dc- sonders schwächlich ist und daher einer besonders reichlichen Milch- menge bedürile. täglich 1l/, Uhr im Saal der Juristischen Sprechstunde. Linden- stratz« 3.— Ortsgruppe Norde ir. Heute 7'/, Ubr bei Bärwalde, Schiegclstr. 8.— Ortsgruppe Osten. Heute 7'/, Uhr bei Vorrath, Romintener Straße 21. Etfeubahner< Werbeauslchutz. Wegen technischer Schwieriglerten und anderiveftlger Verwendung der Sitzungszimmer fällt Bureau und Sitzung heute Donnerstag au«. Illgenöveranstaltuagea. Verein Arbeiterjugend Groß- Berlin. Jugendsekretariat W 9, Bellcvuestr. 7.— Am«onnabend, den 28., im„Zentral- Jugendheim", Littdenftr. 3: Elternabend.— Zentral- Jugeudhetm. Lmdentlr. 3: „Verfassung imd Jugend".— Neucuhagen. Gemeindcschule: Vortragz- abend.— Steukölln-Nord, Müuchener Slraße 52:„Urgeschichte der Mark".— Niedcrschiincwcide. Gcincindeschuic, Berliner Str. 3l: Heine- Abend.— Schmargeudors,„Jugenvheim". Breifcstr. 36, II; DiSfufstonS- abcnd.— Schönhanfer Borstadt, I. Gemeindeschule, Sonncnburger Straße 20:„Retigion und Sozialismus".— Stegliv-Fricdenau, bei Kiement, Stcgiitz, Düppetstr. 7: Diskussionsabend.— Tegel,„Jugendheim", Bahnhosstr. 15:„Die Frcmdenlegwn". nue aller Welt. Meterhoher Schnee in Palästina. Aus Jerusalem wird gc« meldet, daß infolge starker Schneefälle die VeriehrSaulagen sehr in Milleidenschaft gezogen werden. Der Schnee liegt 85 Zoll hoch im ganzen Lande. Die Bevölkerung leivet sehr unter der unge- wohnlichen Kälte und Hunger. Viele Pferde und Vieh find zu- gründe gegangen.___ Wetterausstchten für das mittlere Norddeutschland bis trcttaq mittag. Zcllwrije ntbeiig, sonst gtößtenleils und im istlichen wnenlande heiter. Im Westen und längs der Küste etwas stärker bewölkt. In den Tagesstunden überall m:ld.__ Prirn« Qualitäten, riesige Auswehl.. 265.' 390.' 450.* 490.' m«. Oackett-Anzüge blau und farbig 350.' 400.' 490.' 700.' Oackett-Anzüge 900.- 1200.- Hosen ÄHStw 42.- 70.- 95. 150.- 175.- 200.- 250.-- Keine Flllalan mehr BaeoSohn Hur C�aussee-SiraBa 29-30 Hur \ von allen edflon und unedlen �Belaiisn S Metallkontor Ä W. John Berlin SW 68, Alte Jakobstraße 138 (Halleschet Tor). Telephon: IHorltzplatx IS 858. Ciettffnet werktäglich 9—4 Uhr. Postwartsendungen werden gewissenhaft und prompt erledigt. kTkheree Im Bonntagslnaerat. Ankauf. f Nutzeisen Ankauf Verkauf Stabeisen, Bleche, I-Träger, U-Elsen, Rohre, Ketten, LagerbOche, Riemenscheiben. 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Die Gabe Gottes. _ Anlane 7 Uhr._ Direktion Max Reinhardt. Dentüche. Theater. 7V.U.: Frtj. 7:D. lebende Leichnam Kamm erspiele. t1/, u.: Frühlings Erwachen Freit Vit. Oespenstersonate. Gr. Sehansplelbaas Karlstra&e. 7 Uhr: Hamlet(15. Abt, 2. A.) Frtg.7: Hamlet(16. A, 2. A.) Theater I, d. «Wgg?Sker8ttaSk 7.15: vie Sthixen d.Oeselltchait Freitag: ScbloB Wetterstein Sonnabpnd. xum ersten Male: KOnis Xicolo oder: So Ut das Leben. Schauspiel v.Prank Wedekind Musik von Eduard KQnneke. (Ludwig Hartau, A ice Verden a. Q. vom Staatstheater in Dresden, E, Dernburg, Frieda Richard, Paul Rehkopf, Roh. Scholz, Hellmuth Käthe, Felix Rossert, Otto Schiller, Rudolf JDn.er.) KomOdlenbaos »/rf Uhr:„Sie". Freitag: Der Biberpelz. Sonnabend:„Sie". Berliner Tbeater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Frltzl Messarzt, Otto Storni, Hans Wassmann. Oentral-Theater *au.= Fräulein Puck. Dentnrhen Opernhaas ' mir: La Traviata. Die Tribüne wau.: Franziska. Eden» Tbeater. tv. u. Lienens Ehemänner. Sonnab. 7Uhr, neueinstudiert: Die Dollerprlnzesaln. Frledr.- Wllhr imat.Th. T«/. u.: Der Rauh der Europa Kleine» Theater. uhV Die Plarrbauskomüdie. Kl. Schanapielhuns. T*/, u. Die nnherührte Frau Komiaohe Oper T20U.: Dichterliebe. StgÄ. u.: Schwarzwaldmädel. LnatspIelhanB Ornold Rleck in; �JerGrolstadt-Kavalier Metpopol-Thenter. 7 Dbr: Syblli Sonnt 3 Uhr: Charleys Tante mit Thielscher heee» Operettenhau» MI» Werber als Gast in ?>/, ot Die kleine Rohelt. Stg. 3/-: Jüenagerie. Großes Schauspielhaus .Grestie Sonntag, 29. Zebruar, nachm. 2'/tUhr »»uller KbonnemenT:> 1 H Regte: Max Reinhardt. Hauptrollen: Ernst Deutsch, Auguste PÜnfSoby, Paul Hartmann. Eise Lieim», Ferdinand Gregort, Walter Ribiich, Joses Äi-tn, Ilse Eabani«, Margarete Kupfer, Paul Lange, Fritz Richard, Ludwig Küruer. preise der PUitze: IN. 11,30 bin«. 2.10. BMette Theaterfasse, A. Wertheim u. Jnualibenbant Residenz-Theater. Stadtbahn Jannowitzbiflcke. Täglich V,8 Uhr: Evclien Kiimbreoht. Sonnab. 4: Max und Moritz. : onntag 4: Oer gute Ruf. Trlanon-Theater. Bahnhof Frledrichstrabe. Täglich V,8 Uhr: Femina. Lustspiel von Rossem und Soestmann. Sonnab. 4: Hänsel und Oretel. Sonntag 4 U.: Johannisfeuer. Aeoler i. i>. VlüUköttl Stt. Sottnobenb ben 28. Zebruor, obenbs T Ahr: Sum ersten Male: ♦♦ Ricolo Schauspiel in 5 Akten pon Frank Webektnb. Mustf von Ed. kilnnek«, Regie: E. Meinhard. Hanpfdnrstaller: Ludwig Hartau, Allee Verden a. G. vom Elaaistiieater. in Dresden, Ernst Dernburg, Frieda Richard, Paul Rehkopf, Rodert Scholl. Hell- muthLathe, Felix Roffert, Otto Schiller, Rud. Jünger. l>Ir.5iegbert Ooldsctimidt I *> Heute Wiedereröffnung 1 nach vollAtäadlscr Renovatioa« VrantFührnng! I Die 909.«acht Orlentalische Phantasie in 8 Akten mit 8ma ZKorens Außerdem der Schwank Soppla, Herr Lehrer! Minlaß«300.S£or ieute Uraaffubrung: Das Kabinett desDr.Galigaii Filmspiel In t Akten. 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Fe- bruar, verstarb nach langem Leiben die Genossin Itlllse Schmidt (Sejlrl 125) Ghe« Ihrem Andenken 1 Die«inäfchi trat Freitag, bi eruni icn na findet 27. Febr., nachmittag» S>/, Uhr, im RrematoriumBaumschuIen. weg statt. 209/5 Zahlreiche Beteiligung er- wartet Die AbteUnngsleltung. Sozlaldemolir. Verein Berlin(S. P. v.) 18. Abteilung. Unser Mitglied Anna Krebs wohnhaft Ritterstraße 121, ist am 22. Februar an der Grippe verstorben 209,6 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Freitag, 27. Februar, nachmittag« v/z Uhr, auf dem neuen Jafobifirchhos Reukölln, Hermannstr. 100. Zahlreiche Beteiligung er- wartet Der Borstand. BgaSpEZ.-EeM5.BlH Haut-, Harn-, Unterleibsletöen und nervös« Schwäche. Schnelle, sichere Behanblg.. möglichst ohne Bertissstbrung. l«iähr. Praxis. Vflhn Wnörrasffc. 75. ullilll,(bete Breslauer Str., dicht am Schief. Bhnh. Sptedift. 10-12, 5-'/a8. Sonnt geschloffen. 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Er war un« stet« ein treuer Kollege, der durch seinen ehrlichen, gcraben Charakter die Achtung aller Mitarbeiter genoß. l988b Sein Andcnfcn weiden wir stet« in Ehren halten. Bnchdrnderet H. S. Hermann iAbteilnng MUUcr-Schlunf). Die Etnäscherung findet am Sonnabend, 2L.Fcbruar, um 2 Uhr, im krematotmm Gerichtstr. 87,88 statt Freitag, de« 27. Februar, abends« Uhr, im Restaura«t „Deutscher Hof", Luckauer Strafe(Moritzplay): WM" Versammlung sämtlicher auf dem Bode« der S. P. D. stehenden Vertrauensleute des Metallarbeiter> Verbandes. Tagesordnung: I. VI» vnrchftihrnng der vetrleberatsrnnstlea. 2. Stellungnahme zu beut Antwortschreiben b«O ycraptvorffonb«» aas Stuttgart aas aaser« veschwerbe betreffe veltragserhöhang. 288,9 Mitgliedobllcher der Gewerfschast nnb Partei legitimieren. Oer Vorstand der Fraktlon der S.»?.»II..Metallarbeiter, ite Wcsipreußei! Am Donnerstag, beu 2«. Februar, abend» 8 Uhr, findet eine Versammlung aller abstiwmaageberechtiglea West- preusten VUS dem Rerbeu, Rordwestea, Nordosten und den nördlichen Bororte» in Keiler» Festsälen, Bergftt. 69 (Nähe Invaiidenstraße) statt, in der die Bezirfsgrttppe Norden gegründet werden soll. Nach den Ansprachen mehrerer Redner wird ein Ad- sttmmuagspropaaanbafilin vorgeführt Alle Bereinsmttglieder werden gebeten, bekannte Landsleute mitzubringen. Verein deimsilMer lieulEclier VezipreiiSeli 0er Vorstaad. 8chwocbow, Vorsitzender. Spezialarzt Dr. med. Hascht[• FrieöriEhstr.90,s&"h. Spr, 10—1, 5—8. Sonnt. 11—1. Harn- u-BIntuntersochung «MMMIsiieleililWe fficdpteBßen! Am Freitag, bot 27. Februar, abend, um 8 Uhr, findet eine versWAlmg Südosten im Venifchea y«s, Mnsensaal, Lnckaaer Str. 15 (Nähe Oraniensiraße, statt, in der die Beztrtsgrnppe Süden gegründet werden soll. Nach den Ansprachen mehrerer Redner wird ein Abstiwmunxopropagandafiim vorgefahrt We Bereinsmitglieder werdrn gebeten, detannte Lanbsieute mitzubringen. melk heimstttever SevAer Veskvrevßm Srast-Veril» ck.». Der Borstanb. S ch w o d, o w. Porfitzenber. igarelie», 7 B � türk., engl. amer. Lagerbesuch sehr lohnend.• NurSelbstverbr. u. Gastw. M. Dessen, Berlin, Altxanderplatz 2, l T reppe, am Unlergrdbh. 9—6 Uhr. hohe, sichert alt» Berliner Firma derjenigen Person zu, welche B erbleib nachweist sol- geuder Schreibmaschinen und einer grllnwollenen gehäkelten Reisedede Polwmt W 8, Schließfach 82. Kanzler 10018, Remington Modell 11 II, Continental 17088, Urania III 15884, Ideal B. II 17928, Torpedo 27817, Torpedo 26797. Schellack, Leim kaust irtie Quantum 87/2* Drogerie Kurz, Berlin, Andreasstraße 75. Tet: Känigst 3109. Ankam von Platin, SM tflö SM zu höchsten Tagespreisen. G. Scliliephackc, Friedrichftr. 210, Ecke Kochlk. Kupfer, Mesfing. Zinn, Zink, Biet so- wie sätnti. Alt- u. 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Die an die Aktionäre ausgeschütteten Gewinne der genannten Unternehmungen in Prozenten zeigt die folgende Tabelle: 1913/14 1314/15 1915/16 1916/17 1917/18 1918/19 8,10 9,85 17,54 18,18 18,46 5,07 Proz. Die Städte als Ledererzeuger. In Nr. 93 des„V o r w ä c t»' veröffentlichten wir eine Ein- sendung, zu der unS folgende Entgegnung zugeht: Tie andauernd« Verteuerung de« Schuhwerks hat die Kam- munen gezwungen, für die minderbemittelte Bevölkerung die Anfertigung von billigem Schuhwerk zu erleichtern. Die Versovgung durch die Reichsftelle ist durchaus unzureichend. Altona ist deshalb dazu übergegangen, die aus eigenen Schlachtun- gen an die Stadt fallenden Häute in hiesigen Gerbereien selbst gerben zu lassen, um daraus billigeres Schuhwerk herzustellen. Bis- her sind au die hiesigen Gerbereien von der Stadt Altona 1256 Stück Häute zur Gcrbung gegeben und 1579 Stück Häute liegen noch auf Lager, die der Stadt Mona freigebalten werden. Haut- au» eigenen Schlachtungen. St« weisen weiter darauf hin, daß eine Zentral- bcwirtschaftung der bessere Weg zur Verwertung sei; doch besteht bisher unseres Wissen» eine derartige Zentrale noch triebt. Wir wollen auch gar nicht irgendwie Häute aus anderen Kont- munalverbänden lausen. Es werden heute ans den Auktionen bis zu 26 bis 28 M. pro Pfund grüne Haut gezahlt. Bei freiem Handel besteht die allzu große Gefahr, daß die Hau!« verschoben wer- den. Daß die Händlerkreise besonderes Interesse daran haben, daß die Kommunen nicht zur eigenen Bewirtschaftimg der Häute übergehen, ist durchaus klar: Würde jede Kommune so verfahren wie wir Verfahren haben, dann würde eine Verteuerung der Häute- und Lederpreis« durchaus nicht eintreten. Wird eine verständige zentrale Regelung geschaffen werden können, so daß auch die Kom- munen. die heut- nicht imstande sind, in eigener Gorbunz ihre Häute zu vorwerten, dann wäre das allerdings ein Weg. der durchaus zu beschreiten wäre. Eine ganze Reihe von Äerderaien lehnt es all, für die Kommunen die Gevbung der Häute zu über- nahmen. Velohfunge» für wiedererfaßte» HcercSgnt. Die Versiigung, nach der allen Personen für die Wiederbcschasiuii!; von abhanden- gekommenem Heeresgut eine Velobiiunp bis zu 10 Proz. des Wertes ausgezahlt wird, ist bis Ende diese« JahreS dcrläugert worden. Alle Anttäge auf Auszahlung von Velohuungen sind an die Ab« teilmig.Wiedererfosiung', Französische Straße 53/56, bzw. an die einzelnen Zweigstellen de? ReichSverwcrtungSan'.tes zu richte», in deren Bereich da« wiedererfaßte HeersSzur lagert. Unsere Versorgungsmissichten. Der UnterstcuriSsekretär Hirsch besprach vor Vertretern roeiiriiclicr Gemeinden die Pläne der Reichs- r-gierung für die Regelung der Einfuhr und wie» auf die bevor- stehende Verordnung über bestimmte zur Einsuhr freigegebene Waren bin. Gehcimrat Merz vom ReichswirlschgflSministcrium machte AuS- führungen über den Stand unserer ErnäbrungSlage. 100O00 Tonnen Getreide seien im Auslande gekauft worden, und ein weiteier Ab- ickluß in gleicher Höhe stehe bevor. Die augenblickliche Kartoffel- ration könne 5t« Milte Mai aufrechterhalten werden. Fleisch werde zu etwa 30 Prozent au« dem Jnlcuide gedeckt. Die Fell- Versorgung sei bis Anfang Mai gesickert. vis öetriebsratswahlen. Der Termin üer Setriebsratswahlen! Uebrr drn endgültigen Termin der Wnblen besteht in weiten Kreisen vollständifle Untlarhcit. Ter K 102 Abs. 1 des Gesekes bc- stimmt ausdrücklich, daß spätestens sechs Wochen nach Inkrafttreten des G-iepes die Wahl einzuleiten, d. h. ei» Wahlausichreiben zu rrlnffc» ist. Nach t| 3 der Wahlordnung hat die Stimmabgabe dann spätestens 20 Tage nach der Beröffeutlichnng des Wahlaus- schrcibenS zu ersolgeu. Also bis 24. März können die Wahlen eingeleitet sein, biö 2V Tage nach de« 24. März solle» dieselben bc- endet sein. Personen, die aus den durch die Friedensbediugungcn ad g r- trrtencn Gebiete» stammen, werden, soweit Wahlrecht und Wählbarkeit des BrtriebSratgesetzcS in Betracht komme», als Reichs- deutsche betrachtet. Das Zentralwahlbureau. Achtung, Setriebsratswahlen! DaS Material und Formulare für die Wahl können ab Donners� tag, den 25 d. M, in unserem Bureau Lindenstr. 114, vorn 4 Tr. in welchem Auskunft bis 7 Uhr abeudS erteilt wird, in Empfang genommen werden. Angestellte unü Setrkebsrätewahlen. Die Ortsverwallung Bezirk Grotz-Berlin des ZenralverbandeS der Angestellten schieibt uns: Nnier dieser Ueberschrist bringt die Nr. 50 der.Freiheit' die Beröffemlichung einer Erklärung, die die Wiederholung eines An« trageS bedeutet, der in der Afa» Deleqiertenversammlung am 23. Februar gegen die Stimmen der drei Antragsteller, also niit überwältigender Mehrheit, abgelehnt worden ist. Wir müssen uns mit Entschiedenheit dagegen wenden, dah durch die Vcröffemlichulig einer solchen.Erklärung' von einigen Außenseitern der Versuch ge« macht wird, die Afa-Parole zu durchbrechen und Verwirrung in bie Kreise der Angestellten zu tragen. Wir betonen erneut, daß siir den Zeiilralverband der Angestellten nur folgende Afa-Parole JJdtung hat: Kampf für die Gleichberechtigung in der Pro- du ktionsfübrung, Kampf für die Durchführung der Sozialt- sierung, Kampf gegen den kapitalistischen Betriebs- absoluliSmus, Kampf gegen.Gewerkschaftsbünde' und sonstige Harmonievereine. Das Eintreten für die restlose Betriebs- solidarität gebietet es. unter Ausschaltung jeder politischen Zerklüftung einheitliche Ata- Listen für die Angestellten oder mit den Ar- beitern zusammen freigewerksch östliche Listen aufzustellen. Jede Gemeinschaft mit politischen Listen ist abzulehnen. Wir erwarten von ollen unseren Mitgliedern vollste Disziplin. Jeder einzelne soll sick vor Äugen ballen, daß eS in dieser Frage keinen Kampf in der eigenen Organisation geben darf, iondern daß der Kamps gegen die gelben GewertschaftSbünde und die Unternehmer geiührl werden muß. damit ein wirklich fruchtbares Arbeiten im Interesse der gesamten Angestellten- und Arbeiterschaft innerhalb der Betriebe ermöglicht wird. Die engere OrtSverwaltung deS Zentralverbandes der An- gestellten der Ortsgruppe Berlin war e i n st» m m i a der Meinung. daß die Handlungsiveise der Unter ze'chncr der Erklärung als eine oraaniiationsschädigende zu bezeichnen ist. In gleicher Weise zu veiurteilen ist auch die Anmaßung einiger Mit« glieder der GewcrkschaftSkom Mission, die ihr eben übernommenes Amt dazu mißbrauchen, die gewerkschaftliche Arbeit ihrer Organisation zu st ö» e n. Die Stellungnahme der enacren Ortsverwaltung wird der Oeffentlichkeit zeigen, daß diese Ouertreiber völlig allein stehen. GewerffchaflsbewMng Annahme öes Schieösspruchs für die HolzinSustrie. In einer VertrauenSmännerveriammlung des Holzarbeiterver- bandeS, die am Dienstag in der Neuen Welt stattfand, berichtete S> e g l e über den SchievSipruch in der Holzindustrie. Dick vorher- gehende Bertrauensmännerverfammlung und die Mitgliederveriamm- lungen in den Bezirken hatten beschlossen, durch weitere Verband- lungeir die Anerkennung der Förderungen anzustreben. Für Berlin war damit die Frage ob Streik oder nicht, entschieden. Als maß- gebende Instanz des Verbandes hatte dann die Städteloni'erenz über die Annahme des Schiedsspruches zu entscheiden. Bor- stand und Redaktion der.Holzaibeiterzeitui,«" traten für Ablehnung ein. Da aber die Slädtevertreter in den Teuerungszulagen und Mindestlohnsätzen eine erhebliche Berbesierung für die meisten Orte sahen, sprach sich auch eine noch- makige Tagung der Gauvorsteher für den Schiedsspruch aus. so daß fich dann auch eine Mehrheit auf der Städtekonferenz dafür iand. Unter dem Einfluß der Metallindustriellen hatte die Tagung der Holziiidustriellen den Schiedsspruch verworfen. Ihr Vor- stand sagte aber später die Annahme zu. Duich die beiderseitige Anerkenn»ng ist die RechtSverbindlichkeit des Sch edssprucheS ein- getreten. Die Zulagen«nd Lohnsätze gelten bt» zum 1. Sprtl 1990. Dann kann über neue Bedingungen verbandelt werden. Alle an- deren Forderungen, die nicht die Löhne betreffen, kommen für neue Vereinbarungen vom 1. April ab in Betracht. Für Berlin und andere Orte bestanden noch MeinungS- velschiedenheiten über den Zoblungsiermin und Ale Anrechnung ichon geleisteter Zulagen. Die Unicrnehmerausleguiig war für unö unannehmbar, und mußte desbalb das Schiedsgericht des Reichs- arbensamteS noch einmal zusammentreten. Diese Streitfragen sind duich die Vereinbarung geregelt, die in der Sonniagsnummer des .Vorwärts' veröffentlicht ist. Die darin angeführten Zulagen sind einklagbar. Ueber die Anrechnung sagte Siegle, wo auf Anweisung der Unternebmelorganikatioii im Januar 50 Pf. gezahlt sind, kommen diese in Betracht, weil sie als Antwort auf unsere Forderungen gegeben waren. Wer statt den 50 Pf. 75 Pf. gezahlt bat. muß auch noch 50 Pf. zahlen. Nur wer einen Vorbehalt geltend machte und die Zulage als Abschlag auf die I-M.-Forderung zahlte, hat nur die Differenz bis zu 1 M. z» zahlen. Das gilt nur für Zu- lagen vom 1. Januar bis 15. Februar. Spätere und frühere Zu- lagen sind nicht anrechnungssähig. Wer also mit der von der Unternehmerorganualion bewilligten 50-Ps.-Zulage sowie mit der Zahlung der Differenz zwiichen dieser und 1 M. bis nach dem 15. Febriiar gewartet hat, muß noch 1 M. zahlen. Schlechte Be- triebe unter dem Durchschnitt müssen höhere Aufschläge bezahlen, worüber die SchlichtungSkommission zu entscheiden hat. Den Standpunkt der Verwaltung zum Schiedsspruch vertrat Siegle in folgenden Ausführungen: Mit dem Ergebnis find loir nicht zuirieden. Mehr wäre auch nicht mit einer anderen Taktik zu erreichen gewesen. ES hätte nur einen Kampf und größere Opfer gegeben. Große Kämpfe sind mit den vorhandenen Mitteln nicht zu fübren. Obwohl Gegner doS Reichs- tarifs, sind wir dock gezwungen, die Bedingungen anzunehmen- In der Diskussion wurde der Bericht SiegleS von einem Redner scharf kritisiert. Nach mehrmaliger Abstimmung wird die Berein- barung vom 21. Februar angenommen. Die Annahme des Schiedsspruchs wnroe gegen wenige Stimmen durch eine Resolution beschlossen, in der es beißt, daß der Schiedsspruch die Berliner Holz- arbeilcr nicht befriedigt. Sie hätte» von der Slädlekoiiferenz die Ablebnung erwartet. Da ober die Annahme durch die Parteien auSgeiprochen und die Rechtsverbindlichkeil eingetreten ist. nehmen sse den Schiedsspruch als notwendiges ilebel an. Dasür soll der revolutionäre Kampf um so schärfer geführt werden u>w. Dorn begründete einen Antrag, die Sätze der Sireikunter- stütznng um' 8 für die männlichen und l/4 für die weiblichen Mit- glieder zu erhöhen. Je nach den Beiiiogsklossen wird bisher ge- zahlt iür männliche 48. 55, 63. 66, 70 und 74 M. und für wcib- liche Mitglieder 80, 33, 87, 40, 44 und 48 M. Der Antrag wird der Verwaltung überwiesen. Durch Beschluß verpflichten sich die VerlrauenSniSnner, in ihren Betrieben für Zahlung höherer Extrabeiträge einzulreteu. Empfohlen wurde, daß jeder Betrieb einen Beschluß über die Zahl der wöchentlichen Extra- beitrüge faßt und bis zu 50 Proz. des Verdien st es aufbringt. Dann nahm die Versammlung noch ein einstündigeö Referat über die BetriebSrätewablen entgegen, das die üblichen Angriffe gegen die<3. P. D. enthielt. Ein mebrhcitSsozialistrscher Redner, der dem Referenten entgegentreten wollte, wurde bei jedem Satze unterbrochen und durfte nicht zu Ende sprechen. Zwei unabhängige Redner und auch da« Schlußwort deS Referenten wurden aber mit großer Aufmcrkiamkert angeböri. Streik öer Mühlenarbekter ln Groß-Serlln. Seit dem gestrigen Mittwoch lrüh befinden sich die Groß» Berliner Mühlenarbeiler im Ausstände. Der Grund hierfür ist die Nicktbewilligung ihrer Forderung auf Lohn» e r h ö h u n g. die die Arbeiter mit der starken Steigerung der Preise aller Bedarfsartikel begründen. Die Mühlenarbeiler hatten durch ihre Organisation, den Verband der Brauerei- und Mühlen- aibeiter, OrtSverwaltung Berlin, folgende Lohnerhöhungen ver- langt: Für gelernte Arbeiter von 117,50 auf 195 M. wöchentlich, für ungelernte Arbeiter von 112 50 au« wöchentlich 190 M. und für Frauen von 70 auf 122,60 M. pro Woche. Da mit den Arbeit- gebern eme Einigung nicht zu erzielen war, wurde der SchlichtungS- ausichuß angerufen, der am 17. d. M einen Spruch fällte. Danach wurde dem Arbeiigeberverbonde der Groß-Berliner Mühlenindustrie aufgegeben, außer einer wöchrntbchen Teuerungszulage in Höhr von 15 M. vom 1. Januar 1920 ftir alle Arbeiter und Arbeite- rinnen vom 16. Februar an für gelernte Arbeiter(Walzemührer, Müller. Maschinisten, Heizer. Handwerker u'w.) einen Giundlohn von 155 M.. für alle anderen Aibeiler einen solchen von 150 M. und für die Frauen einen Grundlohn von 95 M. pro Woche zu ge- währen, wozu dann noch die Teuerungszulage von 15 M. kommt. Dieser Schiedsspruch ist von den Arbeitnehmern im Wege der ll r a b st i m m u n g in den einzelnen Betrieben mit 474 gegen 126 Stimmen abgelehnt worden. Von dem Ausstande werden > ämtlicke Mühlen in Grotz-Berlin betroffen: eS kommen deren 0 und die Haferflockenmühle der Bergichloß-Brauere> in Betracht. Daß die Mehlveriongung Berlins durch den Ausstand 'rgendwie geiäbrset wird, ist kaum zu befürchten. Die Tarifbewegang t« VerfichmmgSgewerte« Nachdem bei den Verhandlungen am Mittwoch von dem vom ReichSarbeitSministerium eingesetzten SchllchtungSausschuß die Frage der Leistungsfähigkeit der VersicherungsgeielliSiaften eingebend er- örtert worden ist, wird der SchltchiungSausschuß zusammentreten, um seine Beratungen über den zu fällenden Schiedsspruch zu be- ginnen. Der Schiedsspruch wird frühestens Freitag vormittag 10 Uhr zu erwarten sein. Zu bemerken ist noch, daß der Arbeit- geberverband auch bei den heutigen Verhandlungen nicht ver- treten war. Ter Kampf iu der Blasinstrumetiten-Jndustne. Von der Berliner OrtSvcrwaitung des HolzarbcitxrverbandeS toird mitgeteilt: Den Kollegen der B�lSiusirumeiiten-Jftdustne in der Provinz wird cS noch nickt bekannt sein, daß ihre Berliner Kollegen am 14. Februar geschlossen in den Streik getreten sind. Der Grund hierzu lag in der erbärmlichen Entlohnung, andererseits in der schroff ablehnenden Hallung der Unternehmer. Durch Drohungen, mit Hilfe deS Gewerbegerichts die angeblich Kontraktbrüchigen wieder zur Arbeit zu zwingen, glauben die Herren ifjr Ziel zu erreichen. Äber auch vor dem schäbigen Mirtel der Denunziation schrecken die Unteriiehmer nicht zurück. In einem Schreiben wird den ausländischen Kollegen damit gedroht, daß sie sich der Gefahr der Ausweisung aussetzen, da ihr Aufenthalt in Berlin nur mit diesem Ärbeitsverhäilnis gestattet sei. Tie Lohnsätze für geübte, zuverlässige Facharbeiter bewegen sich in den Grenzen von 2,20 M. bis 3,80 M. Danach kann jeder ermessen, welche Reichtümer man in dieser Industrie erwerben kann, wenn man Arbeiter oder— Fabrikant ist. v!e Wahlen im Zentealverbanü öer Angestellten. Die Delegiertenversammlung deS Bezirke? Groß-Berlin am 15. Februar hat folgende Wahlen vorgenommen: 1. Vorsitzender Hugo Cohn, 2. Borsitzender Max Schröder. 1. Schriftführer Clemens Nörpel, 2. Schrritführer Fritz Rader, 1. Kassierer Max Weylaiid. 2, Kaisierer Hermann Ewald. Geschäftsführer: Karl Bauer. Karl Bublttz, Fritz Sckmidt. Revlsoien: Fritz Fink, Guitav Murrer, Otto Rossack, Wilhelm Schüler, Wilhelm Schulz. GewerischaitS- kommission: Karl Bauer, Elle Beck, Robert Heniel. Wild. Hesse. Felix Hirsch, Wilhelm Lange. Asa-Kommiifion: Fritz Bender, Karl Bublitz, Erich Flotau, Louis Flesch, Ludwig Fllmer, Clemens Nörpel, Marga Philipp. StalutenberatungSkommisnon: Paul Vornemalin, Will). Dentzer, Hermann Grieß, Robert Hensel, Clemens Nörpel, Marga Philipp, Theodor Silbermonn. Bcrichtigniig Vom Deutschen Transportarbeiterverband werden wir gebeten, bezüglich der Notiz vom Sonnabend, den 21. er., den Streik in der Pionosoriesabrik von Richard Götze, Treptow. Elienftr. 10, betreffend, folgendes berichtigen zu wollen: Es trifft nicht zu, daß durch den Verein der Jnstrumenteniräger im genannten Beiriebe Stretkarbeit verrichtet wurde, sondern richtig ist, daß diese Albeil von den Fuhruntcrnehmein selbst ausgeführt ist. Zentralverdand der Angestellten. Versamminngen am Frellag, den 27. Febrnar: Fachgruppe 1 sAngestellte der Reichs, und Slaats- bebördcn, VersvrgmigSämter). Stellungnahme zu den BetriebSrätewablen, abends 7 Uhr, Neue Philharmonie, Cöpcnicker Str. 96, K?.— Fachgruppe 2a (Magistrats- und GcmcindcdiliSkrälte), abends> Ubr, Residenz-Feslsöle, Landsberger Str. LI. Stellungnahme zu den Massenlündigungcn und zum Manieltarif.— Fachgruppen 8, 9 und 18 d— f(Export- und Import- branche, Lederwirtschait und Edelmetallgewerbc), abends'l,S Uhr, int Dresdener Casino, Tsrebener Str. 06. Rescrat über das BetriebSrätegeley. Zentrnlverband der Angestellte». Bezirk Steglitz. Zusammenkunft zwecks wichtiger Besprechung aller Mitglieder, welche polttilch aus dein Boden der S. P. D. lieben, am Montag, den t. März>920, abends 8 Uhr, im Restaurant ,JunüiS', Steglitz. Cchloßstraste 17, Ecke schtldbornstra»?. Legitimation: Partei- und VerbandSmilgliedsbnch. Polilisch StichwrganisierLa kSnnen durch Parteimitglieder eingeführt werden. Angestellten- Ansschnftmitglteder und Funktionäre der Fach. grnppe II!»(KrieflSorganisationeni. Die für Donnerstag den 26. d. Mts., festgelkyle Versammlung im.Askanier', Änhallstr ll/t2, wird aus nachini Hag 4 Uhr nach den Sophienlälcn, Sophiensir. 17,18, oertegt. Gewerbliches Personal der KriegSorgauiiationenk Am Dienstag, den 2. März 1920. abend» 6 Uhr, im grolzen Saal de» GewerkschallSbouIcs, Eng elujer 14/15: Branchenoersaumilung. Vortrag über BetriebSratswahtcn. parteinachrickiten. Aus dem Parterleben. In F r a n k k u r t a. M. ist eine Vereinigung von Eisenbahnbeamten und Hilfsbeamten zusammen- getreten, die sich zur sozialdemokratischen Parte« bekennen. Diese Gruppe bildet ein Glied der Partei und will im Sinne des Reicks- beamtenbeiralS der sozialdemokratischen Partei in den Reihe» der Eiienbahnbeamten und Hilssbeamlen den freiheitlichen Gedanken stützen und fördern Helsen.— Das Oftenbacher Siadtparlament wählte den seit 1906 als unbesoldeten Beigeordneten amtierenden Genossen Leonhard Elßnert mit 32 gegen die Stimmen der U. S. P. und Nationallibcralen zum besoldeten Beigeordneten.— Tie Partei- organiialion in Pforzbeim erhebt aus Anlaß der bevorstehenden Retchstagswahlen von ihren Mitgliedern einen Extrabenrag von 10 M. für das Jabr 1920.— Genosse Job. M e- r f e l d- K ö l n wurde mit 75 Stimmen(20 weitze Zettel wurden abgegeben) zum besoldeten Beigeordneten gewählt. Ihm wird das Dezernat für VolksbildungS- und Kiinttangelegenheilen übertragen. Verantw. kür den redaklian. Teil: Artur iiiikler, Chartottenburg: kür Anzeiaea: Th. Stocke. Berlin. Verlag: Vorwärts-Lerlaq(5. m. b. 6. Berlin. Druck:«or. wärts-Buckdruckerei u. Berlagsanstali Paul Singer u. Co. Berlin Lindenstr. S. Hirrzn 1 Beilage. Keinen Aerger mit Augengläsern zu baben ist ein Glück. daS meist nur wenigen beschieden ist. die genöltgt sind, sie zu tragen. Unseren Kunden ist�eS beschieden, denn wir garantieren nicht etwa nur gegen Fabrikationösehler. nicht nur für gute Qualität, wkr garant!eren einfach für Zufriedenheit. Mag also die Brille oder der Kneifer durch eigene Ur.- Vorsichtigkeit zerbrochen sein, mag das Glas schon vor längerer Zeit bei unS gekauft fein— wenn das Gestell zerbrochen, ver« bogen oder sonst beschädigt ist. reparieren wir es in der Garantiezeit, und wenn die Gläser nicht passen, tauschen wir sie innerhalb drei Monaten um, alles ohne Kosten für Sie. Nur zerbrochene Gläser, zerbrochene Teile aus Schildpatt. Horn oder Zelluloid sind von der Garantie ausgenommen. Sckon kür Fassungen zum Preise von 8.50 M. garantieren wir zwei Jahre, für teuere Brillen und Kneifer bis zu drei Jahren. Es gibt zahlreiche Gründe, bei un» zu kaufen, die Güte und Preiswürdigkeit unserer Ware; unser Bestreben, Sie durch Gewährung einer so weitgehenden Garantie unbedingt zufriedenzustellen, die bequeme Lage unserer 22 Geschäfte, unier guter geschäftlicher Ruf usw. Es gibt aber keinen einzigen Grund, bei uns nicht zu kauten. Glauben Sie trotzdem einen zu wissen, so schreiben Sie an unsere Direktion; wir sind Ihnen aufrichtig dankbar dafür, weil jede Kritik zur Bervollkommiiung anregt. flllei choltz wird zma lazestzrei!» aitiekaofi and m Zahlung genommen Schöueverg Ompiiie 31. Sit itazlalb. Friedenau BWnstt. is, Ecke Kintzlw Aeukolla: Sajh. 4, Eck, Lieck,«»?». i) Spandau: ' Stdb Sb.lS.ufe A-rkt Qfl vranien.Str. 44 »SV» iwilche,»loti». und Orontenolan S Sotlbuser Damm 10 Mi« 3«Bb«rl 0 5r-ukfurt»rLllee14 Mfe Di, 3 Opltfter(Rußnfie SuWM" t"1' «sie i»g»»l»» Mf«,» Opiomita:«■ s«td»d� («10«" ufeNfee«>»!« Svitte'.markt »ick, v-M. «lexand«» platz nufe tlichins», Cll/ Belle Alliaacestr. 4 ÖVY oatz» Zoodorf w*Ä£f-r 4NW N Leipziger Str. llZ a.t, civk. Sic. 1 eck» Pot-dan.-:«r. «haussee-Skr. 72 nai,«aUrrftr. Schönhauser Allee ob Bis. Rurtnuj 8t Svval-dea.Slr. 164 Eck» l'wnutirti, jnoeüöen- Sfr. ii 1 «IN Ciittittn 2,1, chdarlotlenburg: tancn�lrn-Sh-o», tS 51, SSotburjct eir SMitzl»»»«'"««"d« 2 gebt Vit. 8=» Mlmeisdorf: 9,:S*,r Strotz«'�8* gnh» E-lirtf».