Nr.106.37.Jahrg. Bezugspreis: Bierteljährl. 16,50 t., intonatl. 5,50 9072 frei ins Haus, voraus zahlbar. Poft bezug Monatlich 5,50 Mt., erkl. Zu stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 8,75 Mit, für das übrige Ausland 13,-Mt., bei täglich einmal. Ruftellung 11, Mt.+ Baluta Aufschlag. Boft. beſtellungen nehmen an Dänemart, Holland, suremburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in die Bost Reitungs- Preisliste. Der Vorwärts" mit der Sonntags beilage Bolt u. Beit" ericheint modentäglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Morgen- Ausgabe. Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Pfennig Anzeigenpreis: Die achigespaltene Nonpareillegeile Loftet 2.-M., Teuerungszuschlag 60% leine Anzeigen, das felt. gedruckte Wort 75 Pfg.( zuläffig gwei fettgedrudte Borte), jedes weitere Bort 50 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 65 Bfg. jebes weitere Wort 40 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zihlen flir zwet Worte. Teuerungszusdag 50% Familien Anzeigen, politiche una gewerkschaftliche Bereins- Anzeigen 2ML die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer milffen bis 5 2hr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin S 68, LindenStraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. wernivrecher: Amt Morinplas, Nr. 15190-15197. Staats- und Kronvermögen. Ein Reichsgesetz notwendig, Freitag, den 27. Februar 1920. Vorwärts- Verlag G.m.b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Fernivrecher: Amt Moritzplan, Nr. 117/ 53-54. Eisenbahnerstreik in Frankreich. Genf, 25. Febrnar.( Eigener Drahtbericht des Borwärts".)| triebsperfonal fofort, bei den Lokomotivführern und Heizern am In Frankreich ist seit Mitternacht der gesamte Eisenbahn- 26. Februar 1 Uhr morgens geschehen sollte. Der Verkehr van verkehr eingestellt infolge des von dem Zentralvorstand der Paris nach den Vororten soll für Mittwoch abend gesichert Eisenbahnergewerkschaften zur Unterstützung der Werkstättenarbeiter gewesen sein. Dieser Beschluß, die Arbeit einzustellen, wurde um der Paris- Mittelmeerbahn erklärten Generalftreits. Die 6 Uhr abends vom Betriebspersonal durchgeführt. Schnellzüge, die gestern abend noch nach Paris abfuhren, find unterwegs vom Fahrpersonal verlassen worden und nicht an das Ziel gelangt. Die Vermögensauseinandersetzung zwischen Preußen und der Hohenzollernfamilie begegnet den allergrößten Schwierig feiten. Die ehemalige Königsfamilie hat leider nicht ein gesehen, daß sie ihre Ansprüche an die Allgemeinheit auf das allerbescheidenste Maß einschränken muß, nachdem die Algemeinheit auf ihre Dienste verzichtet hat. Sie betrachtet ihr Verhältnis zum preußischen Staat und Volk lediglich als eine Angelegenheit des BGB. und fie verläßt sich darauf, Großes Aufsehen erregt in der französischen Presse eine daß die bürgerlichen Parteien der Landes- wie der NationalRede, die am vorigen Freitag anläßlich einer sozialistischen Interbersammlung sich wie ein Mann vor das geheiligte PrivatParis, 26. Februar. Der Ausstand auf den Linien der pellation über die Transporttrise und die Eisenbah eigentum stellen werden, um es vor sozialistischer Antastung Eisenbahngeſellſchaft Paris Lyon- Mediterance nerbewegung der bürgerliche Abgeordnete Noble maire zu schützen. Mit Hilfe eines sehr geschichten und rührigen An- feit gestern abend fast vollständig. Der Lyoner Bahnhof in gehalten hat. Der Abg. Noblemaire ist als Kandidat des Natio walts, des Justizrats Löwenfeld, hat so die Krone einen Ber- Baris ift geschlossen. Es scheint, daß die Pariser Eifennalen Blods erst bei den Wahlen im vorigen November zum gleichsvorschlag zwischen ihr und der preußischen Regierung bahner der Bewegung folgen wollen. Ihre Delegierten haben ersten Male gewählt worden. Er ist also ein parlamentarischer zustandegebracht, der für sie sehr große Vorzüge enthält und gestern abend beschlossen, in den Streik einzutreten. In Lyon, Neuling, aber als Großtapitalist und Vorsitzender des Aufsichtsnur einen einzigen Nachteil nämlich den, daß er nic- Marseille und Dijon sind nach dem„ Matin" ähnliche Berats verschiedener Eisenbahngesellschaften war er bereits zientli schlüsse gefaßt worden. Die nationale Eisenhahnergewerkschaft hat bekannt. Während nun bisher diese Kammer des Nationalen in als Gefeß werden wird. ift Wenn nun dieser Vergleichsvorschlag niemals Gefek wer- die Eisenbahngesellschaft Paris- Lyon- Mittelmeer aufgefordert, die Blods und auch die auch ihrer Mitte zusanımengesezte Regierung den wird, und das darf als feststehend betrachtet werden, dann Maßregelung der Eisenbahner in Villeneuve rüdgängig rücksichtslos den bürgerlich- fapitalistischen Standentsteht die Frage, was weiter geschehen soll. Ein unabhän- zu machen. Nach dem Betit Journal" zeigen fich Teilstreits punkt vertreten und auf die Forderungen der Arbeitertiasse nur giger Antrag in der preußischen Landesversammlung, der in einigen Eisenbahnwerkstätten in der Umgegend von mit Machtandrohungen geantwortet hatte, endvidelte dieser großwegen seiner Einfachheit viel für sich hat, verlangt ein Paris. Die Regierung macht übrigens bekannt, daß der Transport tapitalistische Abgeordnete zur Ueberraschung der ganzen Kammer Reichsgefet, wonach die ehemaligen regierenden Fa- von Lebensmitteln fichergestellt ist. eine für Frankreich ganz neue Theorie: er erklärte, daß dic milien zugunsten der Staaten ihres gesamten Vermögens für Wir wünschen selbstverständlich den französischen Eisen- Beiten des Arbeitgebers von Gottes Gnaden", der seinen Arbeitverlustig erklärt werden. Für eine pofitive Lösung ist aber bahnern, den„ cheminots", um so herzlicher vollen Erfolg, nehmern keine Rechenschaft schulde, endgültig vorbei seien, und das mit diesem Antrag nicht das allermindeſte erreicht, denn da kein als ja ihr Kampf sich gegen das Privatunternehmer er bazu beitragen wolfe, mit dieser fosfilen und überholten Aufeinziger bürgerlicher Abgeordneter für ihn stimmen würde, tum richtet, denn mit Ausnahme der Westbahn befinden faffung aufzuräumen". wäre feine Ablehnung auf alle Fälle gewiß, und dann wäre sich alle französischen Eisenbahnen in privattapita.„ Die Geister sind heute nicht mehr diefelben wie vor deat man genau so weit wie zuvor. Die Hohenzollern könnten sich listischen Händen und es werden zum Teil ganz Striege", erklärte er weiter und er fügte hinzu:„ Es gibt einen nach wie vor auf das BGB. und ihr Privateigentumsrecht be- unglaubliche Hungerlöhne gezahlt( in einzelnen Fällen lab mehr unter der„ Nachkriegsjoune" für hab süchtige und rufen, das sie unter Umständen sogar vor den Gerichten geltend sogar nur 80 Frant monatlich!) In einem Bunfte aber eigennütige Unternehmer." Des weiteren fagte er bezüglic der Eisenbahnerbewegung, daß man an die Mitarbeit des Beamten- und Angestellten faft appellieren müſſe. neue Töne. Die Gründe dieses Einlentens sind wohl in dem start borse wistischen Charakter zu suchen, den die damals noch drohende Eisenbahnerbewegung in Frankreich zeigte. Die Unter nehmer haben Angst bekommen und zeigen sich zu Stonzeffionen bereit. Aber in diesem rüdschrittlichsten aller französischen Parlamachen könnten. richten wir im Namen des deutschen Proletariats eine innige Bitte an die franzöfifchen Eisenbahner: mögen sie bei der Durchführung ihres Streits eine Ausnahme zugunsten unferer deutschen Kriegsgefangenen machen, von denen ein großer Teil noch immer auf den Abtransport Die Entstehung des Streiks. Das waren für französische bürgerliche Ohren gans Es geht aber auf keinen Fall an, daß den Hohenzollern Schlösser in Berlin, Botsdant und anderen Residenzen über antwortet werden, daß ihnen ein unermeßliches Vermögen an Baulichkeiten, Gütern, Forsten überlassen bleibt, und daß der preußische Staat das, was ihm gegeben wird in der Haupt- wartet. fache fressendes Kapital gleichsant als Gnadengeschenk aus königlicher Hand erhält. Das würde eine vollständige Umtehrung der tatsächlich gegebenen Verhältnisse bedeuten. Nach Die Delegierten der Eisenbahngewerfschaften bes mente feit 50 Jahren suchte man bergebens nach dem neuen dem Rechtsgefühl des Volkes haben die Hohenzollern gar Geine- Departements traten am Mittwoch nachmittag in der Ar- Führer, der das erlösende Wort des Entgegenkommens an die nichts zu gewähren, höchstens kann ihnen von der beitsbörse zusammen. Nach sehr lebhafter Diskussion wurden zwei Arbeiterschaft aussprechen würde. Jest scheint man ihn gefunden Gesamtheit etwas gewährt werden, damit sie sich, ohne allzu- bordmungen zum Eisenbahnerbund geschickt, damit dieser zu haben und auch diejenigen Blätter, die bis vor kurzem auf die große Härten zu empfinden, in ihr neues Leben eingewöhnen ein Mitglied zur Tagung sende. Dieses Ersuchen ist abgelehnt Forderungen des Proletariats nur mit Hohn und mit Drohungen worden. Trozdem der Generalsekretär der Eisenbahner sich am zu erwidern wußten, feiern nun im Abg. Noblemaire ihren neuen Die privatrechtliche Lage des Falles ist ganz unübersehbar. Mittwoch morgen geweigert hatte, den Generalstreit großen Führer. Aber auch die sozialistische Presse begrüßt Es haben sich ausgezeichnete Juristen gefunden, nach deren befehl ergeben zu laffen, faßten die Delegierten hierauf den Be- die Rede Noblemaires als ein greifbares Zeichen der Fortaufrichtiger Ueberzeugung ein sehr großer Teil des vorrebolu- schluß, die Arbeit fofort nieberzulegen, was beim Be- schritte der französischen Arbeiterklasse. tönnen. geben wollten, bei ibrer Landung in Boulogne- sur- Mer von den franzöfifchen Behörden verhaftet wurden. Es handelt sich wahrscheinlich um Vertreter der kommunistischen Britisch Sozialist Party. Die sonstigen Delegierten der englischen Sozia listen find rau Snowden für die Arbeiterpartei und Wallhead für die Unabhängige Arbeiterpartei. tionären Kronbefibes als unzweifelhaftes Privateigentum der Hohenzollern zu betrachten ist. Es werden sich andere nicht weniger ausgezeichnete Juristen finden, die sehr vieles Kommt kein Reichsgesetz zustande, so ist ein Ende gar nicht für Staatseigentum erffären werden, was den anderen abzusehen. Denn so wie der Vergleichsvorschlag jetzt aus als privates Familieneigentum gilt. Aber angenommen, die sieht, geht er nicht durch den Landtag, daß steht heute schon privatrechtlichen Ansprüche der Familie stünden unzweifelhaft feft, und auch ein ähnlicher bat feine Aussicht auf Annahme. feit, so würde zwischen dem Privatrecht und dem Rechtsgefühl Die Entfesselung der schwersten innerpolitisch en des Volkes doch eine unüberbrückbare luft offen bleiben. Kämpfe wäre die weitere Folge, und im Verlauf dieser Einen Ausweg aus dieser verworrenen Lage bietet nun Stämpfe fönnten dann allerdings Forderungen, die für bürger- Des weiteren wird aus Basel gedrahtet, daß Frossard in der Art. 153 der Reichsverfassung. Nach ihm kann der allge- fiche Eigentumsfanatiker ein wahrer Schrecken sind, die größte feiner Begrüßungsansprache bei Eröffnung des Kongresses dagegen meine Grundsatz, daß nur gegen angemessene Entschädigung" Volkstümlichkeit erlangen. Die Sozialdemokratie hat keinen protestierte, daß dem Schweizer Delegierten, Nationalrat Paul enteignet werden darf, durch Neichsgesetz aufgehoben Grund, einem großen grundsäglichen Kampf um die Berechti- Graber die Einreifeerlaubnis durch die franzö werden. Ein solches Reichsgesetz braucht dies sei zur Be- gung des Privateigentums an Grund und Boden und sonstigen fischen Behörden vertoeigert wurde. Nad einen früheren Teleruhigung ängstlicher bürgerlicher Gemüter hinzugefügt nicht Produktionsmitteln aus dem Wege zu geben, aber es fann gramm des" Matin" soll es jedoch bie Sch to eiger Regierung nährung von Entschädigung nicht im Interesse der bürgerlichen Parteien liegen, daß sich an gewesen sein, welche Graber die Ausreisebewilligung für enteigneten Hohenzollernbesitz völlig ausschließt. Der dent Spezialfall der Auseinandersezung zwischen dem Staat nicht babe erteilen wollen. breußische Staat braucht aber ein Reichsgesek, um aus der ge- und der ehemaligen Strone ein derartiger grundsäglicher Kampf Namens der Straßburger Sozialisten hieß Seysch die drückten und unwürdigen Rage herauszukommen, in der er sich entzündet. Sie tun in ihrem eigenen Interesse besser, wenn Stongreßteilnehmer willkommen. gegenüber den Justizräten und Vermögensverwaltern der ehe sie dem preußischen Staat durch ein Reichsgesetz geben, was maligen Krone befindet. Es handelt sich darum, in dieser ver- er braucht, um dem wenig erfreulichen Handel um Haus und wickelten Angelegenheit die Sou beränität der repu- Hof, Topf und Teller so rasch wie möglich ein würdiges Ende blikanischen Staatsgewalt zu stabilieren, dann zu bereiten. mag vom Staat selbst nach den Grundsägen, die er für billig fo oboeft fein hält, verfahren werden. Der Straßburger Parteitag. Unter Polizeisperre! Cailloux' Vernehmung. Baris, 26. februar. In der gestrigen Situng des Staatsgerichtshofs ist die Bernehmung Caillouys beendet worden. Er sagte zum Schluß in bezug auf die in Florenz gefundenen Schriftstücke„ Der Rubicon" und„ Die Verantwort lichen", er würde begreifen, daß man ihm einen Vorwurf aus biefen Bemerkungen machte, tvenn sie etwa denen gleich tämen, In diesem Sinn muß auch die sozialdemokratische Partei die stärksten Anstrengungen machen, um ein Reichsgeset zu erwirken, das die Rechtslage zwischen dem preußischen Strasburg, 26. Februar. Der Sozialisten Tongreß die bei der Action Française" gefunden worden seien und Staat und der Sobenzollernfamilie auf eine dem Rechtsgefühl verwies den Einspruch einiger Genoffen des Seine- Verbandes, die die den Gerichtsaften übermittelt wurden. Er frage sich übrigens, des Volkes entsprechende Grundlage stellt. Die für die Ueber- aus der Partei ausgefchloffen worden sind, an die Kommission warum dem Antrag Painleves gegenüber diesem Stomplott nahme des Hohenzollernvermögens auf den Staat etwa zu für Streitigkeiten. Raffin Dugens( der bekannte Kien nicht Folge gegeben worden sei. Der Generalstaatsanivalt anleiftende Entschädigung muß dem billigen Ermeffen des preußi- thaler". Die Red.) griff die Geschäftsleitung beftig an, der er vorwortete: Weil lein Delift vorhanden war." Der Werteidiger schen Stootes felbft überlassen bleiben. Dos ist der Dienst, den warf, fofortige Wahlen verlangt zu haben, wodurch die Wahlergeb- Moutet( sozialistischer Abgeordneter von Lyon. D. Red.) erjetzt das Meich dem breußischen Staat zu leisten hat. nisse für die Partei ungünstig gewesen seien. Der Bericht des Sefre- lärie:„ Wir werden noch davon sprechen." 9 Es ist nicht einzusehen warum die bürgerlichen Mitglie- tariats wurde alsdann angenommen. Bei der Behandlung der der der Reid Breaierung und der Nationalversammlung Be. finanziellen Fragen kam es zwischen Lorist und Longuet Genosse Otto Landsberg am 27. Februar nach Brüssel co, Laubsberg nach Brüffel. Wie bie P. P. N. erfahren, reist denfen tranen sollten, diesen Weg zu betreten, den einzigen, der zu heftigen Auseinandersehungen, wobei Loriot erregt aus der Verwirruna herauszuführen imitande ist. In der erklärte, daß man sich nächstes Jahr einen anderen Raffierer um dort seinen diplomatischen Bosten anzutreten. brenkischen Landesversammlung haben die Sozialdemokraten fuchen folle. Die auswärtigen Bertreter befundeten die Sol i unter auch Ludendorff und Tirpiz, beröffentlichen die felbstverständ Vors Reichsgericht! Zahlreiche Generale und Admirale, dar ebensowenig die Mehrheit wie in der Nationalversammlung, darität ihrer Berbände mit den französischen Sozialisten. die bürgerlichen Parteien haben also auch dort Gelegenheit, eine liche Erklärung, daß sie sich dem Reichsgericht stellen; fie verlangen Behandlung der Hohenzollernfamilie, die ihrem guten Herzen unverzügliche Durchführung des Verfahrens und übernehmen die Aus Basel wird berichtet, daß zwei Vertreter der britischen ihnen obliegende Verantwortung für die Befehle an ihre Interunbillig scheint, zu verhindern. fozialistischen Partei, die sich zum Straßburger Rongreß begebenen. (Schluß auZ der AbeiÄauSgab«.)' .Bors.: �Wie komm-t inin Exzelleuz Spahn in die SroKe Politik im ErZbergerproZeK. hineW?— He lf f« r i ch: Er war auch dabei. Aber wir sind durch den Herrn Nebenkläger ganz von unserem Thema abgekom- me«.— Erzberger: lieber die von mir geschilderten Vorgänge können Exzellenz Sols und Herr v. Berger bestimmbe Angaben mache». Ach hatte viele llnterretungen mit dem Kanzler und kann mich an die Einzelheiten jeder Unteredung nicht mehr erinnern. Wer was ich in großen Zügen hier gesagt habe, stimmt durchaus.— Vors.: Ich habe immer noch nicht gehört, ob Sie Exzellcmz Helfsorich oder dem Reichskanzler von Ihrem Vorstoß Mitteilung gemacht haben?— Erzberger: Ich hatte Herrn v. Berg er, dem politischen Vertrauensmann des Reichs- kanzlers davon Mitteilung gemacht. Geheimrat v. G o r d o n: Ich richte nun an den Herrn Neben- kläger die Frage, was der A dm i ral stab ihm cruf seine Anfrage geantwortet hat?— Erzberger: Es war eine vollkommen nichtssagend� Antwort.— R.-A. Alsberg: Weshalb ist dieses Schreiben Ms Admiralstabs von dem Herrn Nebenkläger nicht herbei geschafsl und dem Gericht überleben worden?— H c l f f e- rich: Ich bitte dringend, Exzellenz Spahn zu den Vorgängen im Reichbamt des Jimer» am 80. Juni! zu vernehmen. Geheimrat v. Gordon: Hat sich in der Sitzung des Haupt au-Zschnsses am&■ Juli die Debatte über die ll-Boot-Frage aus der allgemeinen Diskussion entwickelt?— Erzberger: Ich hatte mich dahin ausgesprochen, baß wir, alle Parteien, unS wieder auf den Boden des 4. August stellen sollten. ES sollte ge- wissermaßen ein« einmütige Kundgebung zustande kommen. Das wäre nach meiner Ansicht sowohl im Lande alS auch nach außen hin politisch außerordentlich wirksam gewesen.— R.-A. Alsberg: Soll hier vielleicht behauptet werden, daß durch den Verlauf der Debatte im HauptauSschuß Herr Erzberger zu seinem Vorstoß ge kommen ist? Sind Sie nicht, Herr Erzberger. bereits mit der festen Absicht in die Sitzung gekommen, die 11 Boot-Frageanzu schneiden?— Erzberger: Ich wollte den Reichstag zu einer wuchtigen Kundgebung zusammenbringen; in welcher Form diese Kundgebung zustande kam, stand noch nicht fest.— R.-A.: Alsberg: Ich frage Sie nochmals: War Ihr Vorstoß beabsichtigt?— Erzberger: Das war ja gar kein Vorstoß. Auf meine erste Rede hatte Admiral v. Capelle in nichtssagender Weise erwidert.— H e l f fe r i ch: Ich bitte dringend. Exzellenz Wahnschaffe, den damaligen Chef der Reichskanzlei zu laden, der bekunden wird: Wahnschaffe wollte auS der Sitzung nach Hause gehen und befand sich bereits an der Tür, als der Abgeord- nete Südckum zu ihm trat und ihm sagte:«Bleiben Sie hier, jetzt kommt gleich die große Sache."— Erzberger: Admiral Capelle hatte in nichtssagender Weise geantwortet, die Re gierung arbeitete immer noch nach dem alten Programm:.Durch- halten." Wir stellten uns damals auf den Boden, daß das nicht so weitergehe. Wie auS dem Stenogramm zu ersehen ist, ent. Wickel te sich bereits aus den Sitzungen am 4. und S. Juli die Friedensresolution.— R.-A. Alsberg: Das ist unrichtig. Herr Erzberger ist in die Sitzung des Haupt- auSschuffeS gekommen mit der festen Absicht, den Vorstoß in der U-Booi-Frag« zu machen. Hierüber bitte ich, Exzellenz Wahnschaffe zu vernehmen.— Helfserich: Ich bitte, folgendes zu beachten: Wenn Herr Südekum und Herr Erzberger vorher wußten, waS in der Sitzung passieren würde, wie da? Beispiel Wahn- schaff« zeigt, der Kanzler aber nicht darüber unterrichtet war. was kommen sollte, dann war der Vorstoß deS Herrn Erzberger nach meiner Ansicht ei» feiger veberfall aus dem Hinterhalt. Der Vorsitzende verliest dann die Rede ErzbergerS im Haupt- ausschuß vom 5. Juli 1V17. H e l f f e r i ch: Die Rede deS Abgeordneten Erzberger hat e i n e ungeheure Aufregung hervorgerufen, so daß der damalige Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion, der jetzig« Reichs- Präsident Cbert, den Antrag stellte, die Sitzung auszuheben. Ich habe unmittelbar darauf von meinem Recht als Mitglied des Bundesrats, jederzeit da» Wort ergreifen zu können, Gebrauch ge- macht und Herrn Erzberger geantwortet.(Helfferich verliest die Ant. toort.) Ich habe mich gegen sein« Kritik de? U-Boot- Krieges gewandt und habe betont, wenn wir uneinig würden, so seien wir verloren. Ich habe diese Erklärung abgegeben, um den Eindruck der Erzbergerschen Rede abzuschwächen. Erzberger hat in der.Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom 2. Juni erklärt: „Die Bemühungen erfolgten nach eingehender Rücksprache mit dem Reichskanzler v. Bethmann Hollweg, der sie als Kampfmittel gegen die Alldeutschen billigte. Mit den Staats- sckretären Graf Rödern und Dr. Solf und auch mit Dr. Helfferich, der auch ein halbes Jahr vorher seiner Denkschrift gegen den U-Boot- Krieg eine Anzahl von Reden für den U-Boot-Krieg hat folgen lassen und der sich gegen die Friedensresolution aussprach. Er weiß also am besten, daß die Aktion nicht ohne Benachrichtigung der Reichsregierung erfolgt ist. DaS ist die erste grobe Un- Wahrheit." In Wirklichkeit war daS, was Erzberger vorgebracht hatte, eine ausgesuchte Unwahrheit. Ich habe darüber »n der Broschüre gesagt:„Die Wahrheit ist, daß Herr v. Bethmann ebenso wie ich und die sämtlichen in der Ausschußsitzung anwesenden Staatssekretäre durch den Erzbergerschen ResolutionSvorstoß völlig überrascht wurden."— Erzberger: Ich möchte alS Zeuge hier- zu folgendes erklären: Gewiß war als Ausgangspunkt der Frieden Srefolution die U-Boot-Frage gedacht. Ich habe vorher nickt von der FriedenSresolution, sondern von der FriedenSaktton als solcher gesprochen. Ich habe den Reichskanzler von den Ausführungen, die ich zur U-Boot-Frage im Haushalts- ausschuß machen wollte, Kenntnis gegeben, allerdings nickt von der Friedensresolution, R.-A. Alsberg: Sie unterscheiden jetzt zwischen den Ausführungen, die Sie am 4. und 8. Juli gemacht haben, und der Friedensresolution und behaupten, daß Sie dem Reichskanzler von den Ausführungen, die Sie machen wollten, Kenntnis geben wollten.— Erzberger: Bon einer Friedens- refolution habe ich dem Reichskanzler gegenüber nicht gesprochen.— R.-A. Alsberg: Dann hat der Angeklagte doch recht, lvenn er den unbeeidigten Herrn Erzberger. dem vereidigten gegenüberstellt. Denn der unvereidigte Herr Erzberger hat im Gegen- setz zum beeidigten Herrn Erzberger am 2. Juli in der.Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" behauptet, er habe von der Juliresolution vorher dem Reichskanzler Kenntnis gegeben, und der Reichskanzler habe sie als Kampfmittel gegen die Alldeutschen gebilligt.— Erzberger: Ich kann mich nicht jeder Einzelheit genau erinnern. Ich habe mit Herrn v. Bethmann Hollweg über die Aktion gesprochen, aber, wie sie letzten� Ende? ausfallen würde, konnte ich dock nicht vorher mit Km durchsprechen.— Helfferich: Hieraus die Schlußfolgerungen zu ziehen, ist Sache des Gerichts. Dr. Späh» alK Zeuge. Es wird zu diesem Punkte hierauf der frühere Staatssekretär Exzellenz Dr. Spahn vernommen, der sich wie folgt äußert: Vor der Sitzung, in der der Reichstag eigentlich Kredite bewilligen sollte, habe Staatssekretär Helfferich mit den einzelnen Parteien zu der Kreditfrage ein« Rücksprache genommen. Am End« dieser Unterredung sei dann die U-Voot-Frage aufgeworfen worden. Auf die Erklärung eine? Abgeordneten, daß man Hinsicht- lich Englands die Wirkungen deS U-Boot-KriegeS falsch beurteile und auch mit der Heranziehung der neutralen Tonnage nicht gerechnet habe, erklärt« Herr Helfferich, die erwähnten Zahlen seien l dem NeichSmarnieamt bekannt, und er bat im Anschluß daran, diese Sache' Zahlen doch keinesfalls in der Kommission zu erörtern. Der Ab- geordnete Erzberger habe darauf gesagt:„Gott be wahre!"— Erzberger: Habe ich nicht den Vorbehalt ge- macht, daß ich«rst auf die Antwort de? Admiralstabs warten würde. — Zeuge: Das ist mir ganz neu.— Erzberger: Wissen Exzellenz. daß die Sozialdemokraten die Kredite nicht b« w N l i g e n wollten?— Zeuge: Nein.— Erzberger: Daß sie später bei einer Probeabstimmung die Kredite nicht bewilligt haben?— Zeuge: Ich kann mich nicht entsinnen.— Erzberger: Daß damals alle Kraft aufgeboten wurde, um die Sozial- demokraten zur Bewilligung zu bewegen?— Zeuge: Ich war bei diesen Verhandlungen persönlich nicht zugegen.— Helfferich: Können sich Exzellenz erinnern, daß in der Budgetkommistion der Abgeordnete Erzberger diese auffallende Rede hielt, die allgemeines Auffehen erregte?— Zeuge: Ja, natürlich.— Helfferich: Während Erzberger sprach, beugten Sie sich über Staatssekretär Zimmermann, der neben mir saß, hinüber und sagten zu mir: „WaS ist denn das? JstdenndasmitdemReichSkanzler verabredet?" Und ich habe Ihnen darauf geantwortet:.Ich bin genau fo erschlagen wie Sie.— Zeuge: Für mich war diese Rede überraschend.— Vor f.: Exzellenz waren also als Vorsitzender der Fraktion von der Rede überrascht?— Zeuge: Jawohl!— Erzberger: Standen nickt noch mehr ZentumSabge- ordnete auf meinem Standpunkt, z. B- der Abg. GieSberts?— Zeuge: Ich entsinne mich nicht.— Erzberger: Gleich in der ersten Fraktionssitzung wollte ich die innerpolitffchen Fragen zur Erörterung gestellt haben. Aber der Vorsitzende nahm dann die Kredit- bewillignng vorweg.— Vors.: Wenn Exzellenz eine Ahnung gehabt hätten, daß die Friedensaktion besprochen werden sollte, hätten Si« das vorweg genommen?— Zeuge: Jawohl!— R.-A. Alsberg: Gehört es nicht zu den Gebräuchen, daß, wenn ein Abgeordneter etwa» vorbringt, er Ihnen als dem Vorsitzenden davon Kenntnis gibt?— Zeuge: Nicht mir persönlich, sondern der Frak- Hon.— Helfserich: Am 11. Juni übermittelten Sie und der Abg. Fehrcnbach eine Entschließung der Zentrumspartei, in der als Er- gSbniz resümiert wurde, daß die Fraktion in ihrer Mehrheit k e i n en resümiert wurde, daß die Fraktion in ihrer Mehrheit keinen. Anlaß zu einem Rücktritt des Herrn v. Bethmann Hollweg steht, daß eine Minderheit allerdings den Kanzler als Friedenshindernis ansehe. Am Nachmittag fand die FrakffonS- sitzung statt und am Vormittag hat bereits Erzberger zum Kro»- prinze« gesagt, daß Herr v. Bethmann Holl weg vom Zen. trum fallen gelassen würde. Hierauf tritt die Mittagspause ein. Hethmann tzollweg über üle 5rieöensrLso!ut!0n. Nach der Mittagspause wird die Vernehmung deS früheren Reichskanzlers v. Bethmann H-llweg zur Friedensresolution aufgenommen. Vors.: Ich bitte Ew. Exzellenz sich zur Friedensresolution zu äußern. Wollen Sie sich darüber aussprechen, ob Sie von dem Vorstoß des Abgeordneten Erzberger i n Kenntnis gesetzt worden sind? Exzellenz Helfferich behauptet, daß Sie dahin informiert waren, daß Erz- berger nicht» unternehmen werde, während Exzellenz Erzberger behauptet, er habe Sie vorher unterrichtet.— v. Bethmann Hollweg: Der Abgeordnete Erzberger hat mit mir die Absicht einer Kundgebung, wie sie später in der Friedensresolution zu Tage trat, weder b e. sprachen noch mit mir vereinbart. Erzberger wußte, daß die Regierung nach wie vor aus dem Standpunkt stand, daß wir «inen Verteidigungskrieg hatten und weder hat Herr Erz- berger die Friedensresolution vereinbart, noch hat er mir einen dahinzielendcn Vorstoß seinerseits mitgeteilt. Im Gegenteil, Herr Erzberger hatte, wie mir vom Staatssekretär Helfferich mitgeteilt worden war, bei einer Besprechung am 80. Juni Helfferich gegen- über erklärt, seitens des Zentrums liege nichts vor. Di« ReichStagStagung werde völlig ruhig verlaufen.' Um so mehr war ich nachher erstaunt und durch den Inhalt und die Form der Rede ErzbergerS vollkommen überrascht.— Bor s.: Minister Erzberger sagt«, er hätte angedeutet, daß am 4. Juli der Vorstoß erfolgen werde, wenn er die U-Boot-Frage anschneide.— b. B et h. mann Hollweg: Ich wiederhole, daß ich vollkommen überrascht war. Die Stimmung im Hauptausschuß war ja wohl erregt ge- Wesen, doch hatte«S den Ansckein, als würde Beruhigung Platz gveifen.— Vors.: Trotz deS Vorfalles am 4. rechneten Sie nicht mit dem Vorstoß am k?— Zeuge v. Bei hmcxnn Holl weg: Nein, ich hatte den Eindruck, daß ErzbergerS Rede am 6. Juli einen unerwarteten Wandel in seinen taktischen Pia- neu darstellte. Ich hatte der Reden nicht.selbst beigewohnt, aber nack Schluß der Sitzung de» HauptauSsckusses kamen Wahnschaffe. Helfferich, Capelle, Zimmermann und Graf Roedern, um mir über die Vorgänge im HauptauSschuß Bericht zu erstatten. Ueber- einstimmend schilderten die Herren, daß durch ErzbergerS Rede eine ernste kritische Lage geschaffen worden sei.— Vors.: Konnte Staatssekretär Wahn- schaffe von der Absicht ErzbergerS etwa gewußt haben?— v. B e t b- m ann Hollweg: Hätte Herr Wahnschaffe irgend etwas gewußt, dann hätte er mich informiert.— Helfferich: Ist es denkbar. daß ein anderer Staatsbeamter, vielleichr Herr v. Bergen zu Ew. Exzellenz von der Absicht des Vorstoßes gesprochen hat?— v. Bethmann Holl weg: Nein, ich hätte fönst unter allen Umständen Wahnschaff« informiert.— Bor?.: Exzellenz Erzberger ägte selbst, daß Sie ihn wegen seines Vorstoße» zur Rede gestellt und ihm gesagt haben: Sie haben Pich ja überfallen, wie Ziethen a»S dem Busch.— v. Bethmann H o l l weg: Ich bat Erz- berger um eine Unterredung; er kam am 6. Juli, 3. Uhr nach- mittags. Ich sprach Herrn Erzberger mein Erstaunen über seinen Vorstoß aus und gebrauchte dabei die eben zitierten Worte. Erz- berger bestritt einen U«verfall mit dem Hinweis, daß wir ja beide hinsichtlich des Verteidigungskrieges und des U-Boot- Krieges einer Ansicht seien. Ich sagte': Das eine schließt das andere ja nicht aus. DaS hindert nicht» an der Tatsacke, daß ich völlig überrascht bin. Erzberger erwidert« mir: Ter Vorstoß habe nur den Zweck gehabt, für mich eine tragfähige Reichs- tagSmehrheit zu schaffen. Erzberger hat bi» zum Jahre 1917 fast wöchentlich zwei- oder dreimal um Unterredungen gebeten. Ich gewährte sie ihm, wie fedem anderen Abgeordneten, der mich zu sprechen wünschte. Es ist zwischen un» häufig über den U-Boot- Krieg und die daran geknüvtten übertriebenen Hoffnungen ge- (prochen worden.— B o r s.: Aber Ew. Exzellenz haben auS diesen Gesprächen die Absicht eine? Vorstoßes nicht heraus- hören können?— v. Bethmann Hollweg: Nein, ich konnte das um so weniger, als Hclfferick mich ja auch beruhigt hatte. Und ich konnte es Wetter nicht annehmen, weil Erzberger es unbedingt bekannt sein mußte, daß bei der schlechten Stimmung, die damals im Lande herrsch:«, ein Vorstoß in der U-Boot-Fvage eine Panik im Lande bervorrufen mußte und diese Panik war da« gefährlichste, waS uns treffe« könnt«.— Erzberger: Habe ick Herrn v. Bethmann Hollweg nicht öfters gesagt, daß ich bei passender Gelegenbeit den Kampf gegen die Alldeut- scheu wegen ibrer Stellungnahme zum U-Boot-Krieg aufnebmen würde? Hat Fürst Bülow nicht mit Herrn v. Bethmann Hollweg darüber gesprochen, daß man da» Volk vom Gipfel seiner Hoffnung in daS Tal der Wirklichkeit führen müsse?— v. Bethmann Hollweg: ES trifft zu. daß Fürst Bülow in voller Ueberein- stimmung mft meinen Ansichten der Meinung war. daß e i n e g«. wisse hhbriSartige Stimmuna in einzelnen Kreisen zurückgeschraubt werden müßte. Wann diese Unterredung mit dem Fürsten Bülow stattfand, kann ich mit voller Bestimmtheit nicht sagen. Aber jedenfalls war sie lang« Zeit vor dem Juli 1917. — Er z b erg e r: Haben wir nicht über die Notwendigkeit einer Aufklärung des deutschen Volkes über den U-Boot- Krieg gesprochen?— v. Bethmann H o l I w e g: Wir sprachen allgemein über die Stimmung in recktSradikalen Kreisen, aber, daß Sie, Exzellenz, im Anschluß an die ReichStagssitzung mit mir über die Möglichkeit eine» Vorstotzes gesprochen haben, rst ausgeschlossen. Ich führe das auf einen Irrtum in Ihrem Erinnerungsvermögen zurück. Mir fiel eS aus, daß Sie schon wochenlang vor dem Zu- sammentritt de» Reichstages mich nicht mehr besucht hatten, wie es sonst Ihre Gepflogenheit war. Tie Aktion am 6. Juli war ein außerordentlich markanter Vorgang. Daß Sie, Herr Erzberger, diese Aktion verbatten, haben Sie mir nie gesagt. Herrn Erz- bergers Aktion ist von allen Mitgliedern des Ausschusses als hoch- politisch aufgefaßt worden. Man sagte, daß man den Ausschuß noch niemals in solcher Aufregung gesehen habe.— Erzberger: Herr v. Betbmann Hollweg kam am 7. Juli in den Ausschuß und erwiderte auf meine Ausführungen. Ich sagte, ich bedaure es, daß er nicht allen Sitzungen im Ausschuß beigewohnt habe, weil er so von den Verhandlunaen«in falsches Bild gewinnen müsse.— Helfferich: Das kann ich nickt genau sagen, die Stimmung im Ausschuß war nach meinen Jnformaffo- neu am o. Juli jedenfalls so. daß eine friedliche Lösung denkbar schien. Erst die Rede ErzbergerS schlug wie ein Blitz ei». Ist es Herrn v. Betbmann Hollweg bekannt, daß Herr Erzberger, nachdem er am 6. Juli nachmittag» 3 Uhr dem Kanzler versickert hatte, er wolle ibm bei seinem Vorstoß eine tragfähige Mehrheit im Reichstage sickern, dann am anderen Tage zu anderen Personen geäußert hat, er wolle Bethmann Hollweg stürzen?— Vors.: Das möchte ich gern von den Ohrenzeugeu hören.— Erzberger: Hatte ich nicht Grund zu dtt Annahme. daß Herr v. Bergen Herrn v. Bethmann Hollweg all« wichtigen Mitteilungen weitermttden würde, von denen«r hörte?-- v, Betbmann Hollw'eg: Gewiß. Aber v. Bergen hat mir eben nichts gesagt. Nach meiner Unterredung mit den Staats. fekretären war ich der Ueberzeugung,� daß die Sitzung gemäß den ihnen gewordenen Informationen ruhig vorübergehen werde. Ich war auf eine hochpolitische Aktion nicht vorbereitet.— Rechtsanwalt Alsberg: Wenn Herr Erzberger Herrn v. Bergen etwas von seinem beabsichtigten Vorstoß mitgeteilt bätte, so würde Herr v. Bergen Ihnen e» wohl wiedergesagt haben?— v. Bethmann Hollweg: Herr v. Bergen, der einer der befähigsten Beamten war, hätte das ohne Zweifel getan. Solf, Erzberger unü öer!l-öoot-krieg. Es wird hierauf der frühere Staatssekretär Dr. Solf vernommen.— Erzberger: Habe ich nri: Ew, Exzellenz nickt vor der Friedensresolution über diese Angelegenhetten gesprvcken? — Dr. Solf: Mitte Juli 1917 bat ick Herrn Erzberger zu mir in das Kolonialamt. Herr Erzberger sprach mit einer bemepkens- werten Offenheit über alle Dinge. Er sprach über den U-Boot- Krieg und ich hatte den Eindruck, daß er ein außerordentlich umfangreiche» Material darüber besaß. Er gab mir Proben über die Statistik der Marine, Angaben über die Tonnage. Gegenmaßregeln der Feinde usw. Erzberger hielt den U-Boot- Krieg für ein furchtbares Unglück für Deutschland. Er war der Ansicht, daß wir zu einer Berständigung komme» muß- te» und kündigte eine derartige Aktion im Reichstage an..— Vors.: In welcher Form?— Zeuge: Durch einen Vor» stoß gegen den U-Boot-Krieg unh gegen unsere äußer« Politik. Er wollte die Regierung festigen und entwickelte seine Ansicht darüber, daß wir uns auf den Boden des 4. August 1914, auf den Boden des Verteidigungskriege» stellen müßten. Er bezeichnete die Haltung der Regierung in der b e l g i» scheu Frage als ein Haupthindernis für die Berständigung.— " ors.: Haben Sie über diese Unterredung jemandem von der Regierung Mitteilung gemacht?— Zeuge: Ties« Frage muß ich mir sebr überlegen, denn ich kann zu einem festen Ergebnis nur durch Rückschluß kommen. Ich weiß nicht, ob ich bald darauf zu Wahnschaffe oder Betbmann Hollweg gegangen bin. Wenn ich überzeugt davon gewesen wäre, daß mit ErzbergerS Borstoß auch eine Aktion gegen v. Bethmann Hollweg ver- bunden sein sollte, dann wäre ich bei meiner Stellung zu Betbmann Hollweg direkt zu ihm gegangen.— Vors.: Sie sahen bei Ihrer Unterredung mit Erzberger in seinem Vorgehen so etwas wie einen Friedensvorstoß?— Zeuge: Ich erwartete die Friedens- resolution nicht. Ob bei unserer Unterredung da? Wort.Re- solution" überhaupt gefallen ist. weih ich nicht. Ich glaubte, Erzberger wolle sein nffnuttöses Mat-rial in der Haupt- fache Herrn v. Capelle im HauptauSsckutz vorhalten. Ich glaubte. daß er die Regierung kür eine dem Frieden geneigte Politik gewin- neu wollte.— Helfferick: Waren Sie über den Inhalt und den Ton des Erzbergerschen Vorstoßes nicht auch überrascht? Glaubten Sie, daß Erzberger nicht Bethmann stürzen wollte?— Zeuge: Ich hielt damals Erzberger nickt für einen Gegner Beth- mann Hollweg», Wir sprachen diel später wieder einmal über die Lage damals. Ick fragte Erzberger, warum er den Kanzler mit stürzen half. Betbmann Hollweg stand doch auf der Höhe seiner Aufgabe. Er wandte sich gegen den U-Boot-Krieg und wollte mit Hilfe der Sozialdemokraten eine parlamentarische Mehrheit schaf- fen. Tarauf sagte mir Erzberger, er hätte Bethmann Hollwegnichtstürzenwoll.n..— Vors.: Und wann bat Herr Erzberger daS erzählt?— Dr. Solf: Vor zwei bis drei Monaten.— Helfferich: Daim bitte ich. das als einen neuen Be- weis der Unwabrhaftigleit des Nebenklägers festzustellen. Glauben Sie, Herr Zeuge, daß Erzberger d imals mit Ihnen über seinen beabsichtigten Vorstoß gesprochen hat, damit Sie Herrn v. Betb. mann Hollweg informieren konnten?— Zeuge Solf: Das glaube ich kaum. Unterstaatssekretär Lewalös öericht. Als nächster Zeuge wird Unterstaatssekretär Lewald der» nommen. Er gibt eine ausführliche Daantellung von der Be- sprechung, die damal bei Staatssekretär Helfferich vor dem Erzbergerschen Vorstoß stattgefunden hatte. Zweck der Be- sprechung sei gewesen, da» Ueberraschungsmoment auszuschalten. Der Abgeordnete Erzberger habe dabei Bedenken wegen des U-Boot- Krieges gehabt. Helfferich ftagte damals den Abg. Erzberger, ob er das im HaupiauSsckuß vorbringen wolle und darauf antwortete Erzberger: Nein, ich denk« gar nlckt daran.— Auf Befragen de,S Vorsitzenden erklärt der Zeuge, dies« Aeußerung Erz» berger» könne er beschwören.— Vor s.: Hatten Sie von der Rede ErzbergerS etwas Besonderes erwartet?— Zeuge: Nein. Ick habe allerdings nur den Scklußtett der Erzbergerschen Rede mit angehört. Als ich in der Sitzungssaal kam, fand ich eine u n- geheure Erregung vor, wie ich sie rne zuvor gesehen habe. Auf meine Erkundigungen wurde mir gesagt, es sei gar nicht zu fassen, daß das jetzt gekommen sei.— Erzberger: Ist dem Zeu- gen nicht bekannt, daß. nechdem ich die Antwort vom Admiralstab erhalten hatte, ick StaalSsekretär Helfferich davon Mitteilung machte, daß sie für mich nnht befriedigend sei?— Z e uge: Ich kann mich nickt besinnen.— Helfferich: Ich kann mich b�m betten Willen nicht entsinnen, daß der Abg. Er-berger mir jemals davon Kenntnis gegeben hat. Wäbrend Erzberger dem Reichskanzler v. Btttmann Hollweg versicherte, er unternehme den Vorstoß nur, um für die Regierung eine tragsäbig« Mebrhett zu schassen, bat «dem Abg. Stresem�nn erklärt: Ich soll Betbmann Hallweg stüven? Bethmann Hollweg muß weg, weil er ein Fricdenshinder. nis ist. Bis nächste» Dienbiag ist Bethmann H-llwcg besorgt. Erzbergers Sekenntais. Erzberger: Ich wollte Bethmann Hollweg in seiner Frie» denSpoliti! stützen und habe darüber am 6. Juli keinen Zweifel gelassen. N m 7. Juli ist ein Wechsel in meiner Auf-' fassung eingetreten, das will ich nicht bestreiten. Nach meiner Rede am 6. Juli hat der Kriegsminister v. Stein die Oberste Heeresleitung nach Berlin kommen lassen, um mit den Herren zu besprechen, in welcher Form die Verhandlungen zwischen den Ab- geordneten und Hindenburg und Ludendorsf geführt werden sollten. ES waren bestimmte Termine dafür festgesetzt, und zwar Sonn- abend nachmittag und Sonntag vormittag. Die Oberste Heeres- lettung kam dann nach Berlin, um die Wünsche der Abgeordneten zu befriedigen. Ich wurde gebeten, am Sonnabendabend mit Ludendorff zu speisen, damit mir gleich die Gelegenheit zu Vorbesprechungen gegeben wurde. Ich habe dies Anerbieten gern angenommen. Als ich um 8 llhr abends an der verabredeten Stelle eintraf, fand ich nur Oberst Bauer und den Abgeordneten Stresemann vor. Ich hörte von diesen auf meine Frage, wo Luden- dorff sei. zu meiner größten Ueberrraschung, Ludendorff sei abgereist.— H elf fe rieb, unterbrechend: Er war nicht abge- reist, sondern war zum Kaiser geladen.— Erzberger: Zu mir wurde jedenfalls von seiner Abreise gesprochen. Ob er schon fort loar oder ob er schon fahren wollte, weiß ich nicht. Jedenfalls hat die geplante Ausspra i gehöre. Garbai ist Sozial- demokrat. nicht Bolschewist. Das fehlte noch, daß hier in Berlin im Interesse der in Ungarn regierenden Mörderbande etwa Leute ver« folgt würden! Gewerkschaftsbewegung alge auf ben Gesamtbetrag zu erhöhen, ber ft für die früher Beschäftigten aus dem Gehalt breier Teuerungszulagen ergibt. Auch Hil skräfte werden nach dem gleichen Grundfag entlohnt, d. h. fie erhalten dasselbe wie die Festangestellten plus 10 Prozent ihres Gehaltes. Die Lehrlinge fallen unter die allgemeinen Grundsäge dieses Spruches. Wirtschaft. Einspruch gegen eine verschleierte Sozialisierung des, Kohlenbergbanes. Die Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch- westfälischen Industriebezirks hat folgende Entschließung gefaßt: „ Sie erheben gegen das in jüngster Zeit bekannt gewordene Die Arbeitszeit der Krankenpflegepersonen. Aus dem Reichsarbeitsministerium wird uns geschrieben:„ Am 19., 20. und 21. Februar fanden im Reichsarbeitsministerium unter dem Vorsitz des Ministerialdirektors Sie fart Besprechungen über die Grundlagen für die in Aussicht genommene gesebliche Für die kaufmännischen Angestellten im Textil- Groß- Bestreben des Reichswirtschaftsministeriums, auf Um Regelung der Arbeitszeit der Krankenpflege- handel wurden auf die Gehälter vom 31. Dezember b. 38. im wegen eine leberführung des Eigentums an den Kohlenbergwerken personen mit einem aus Vertretern der Arbeitgeber und der Verbandlungswege folgende Teuerungszulagen erreicht: Lehrlinge in Gemeinbesitz herbeizuführen, nach brüdlichst Einspruch. Arbeitnehmer aller Richtungen gebildeten Ausschuß unter Beteili- und jugendliche Angestellte im 14. bis 16. Lebensjahre monatlich Das vom Reichswirtschaftsministerium geplante gung von Regierungsvertretern und Sachverständigen statt. Sie 40 m., im 16. bis 18. Lebensjahre monatlich 80 M., im 18. bis Vorgehen zielt dahin, die für Eriaz, Erneuerungs- und Erweiteführten zu einer Verständigung über eine Anzahl wichtiger Punkte 20. Lebensjahre monatlich 115 M. Angestellte über 20 Jahre Ledige rungsbauten und Anlagen in den bestehenden Kohlenbergwerken und trugen im übrigen vielfach zur Klärung der Sachlage bei. mit Kindern 230 M. Die Vereinbarung ist gültig ab 1. Januar bis verwaltung fließen zu lassen, dieser Reichsverwaltung ein Mitmonatlich 185 M., Verheiratete ohne Kinder 200 M., Verheiratete erforderlichen Preiserhöhungen in die Taschen einer ReichsUeber die Dauer der Arbeitszeit wurde allerdings ein Ausgleich 30. April 1920. Weibliche Angestellte erhalten 85 Prozent von eigentum an den privaten Bergwerken sowie die Entscheidung über der bestehenden Meinungsverschiedenheiten nicht erzielt. Die diefen Säßen. Erfaßt werden alle Angestellte bis zu einem Ein- Erneuerungs- und Ausgestaltungsbauten zu verschaffen. Den Verbandsvertreter der weltlichen Krankenpflegepersonen hielten an kommen von 10000 Mart. privaten Bergbautreibenden soll es sogar verwehrt sein( das ist dem Standpunkt fest, daß es nicht gerechtfertigt sei, von der für nzutreffend), die hierfür erforderlichen Mittel auf dem freien Markt gewerbliche Arbeiter allgemein geltenden Höchstarbeitszeit gerade ufzunehmen, um sie so nach und nach vollständig unter die Botzu ungunsten der Krankenpfleger, deren Beruf besonders an mäßigkeit einer Reichsbureaukratie zu bringen. strengend und gesundheitsschädlich sei, eine Ausnahme Der Zentralverband der Gemeindebeamten Preußens fchloß zwar gerade in dem Augenblick, wo ente Steigerung der KohlenDas bedeutet das Ende jeder freien Selbstbewirtschaftung und zu machen. Gewisse Schwierigkeiten, die, wie sie anerkannten, bei sich in seiner in Berlin vom 23. bis 26. Februar tagenden Haupt- förderung die unerläßliche Vorbedingung für die Abwehr des der Durchführung des Achtstundentages in der Krankenpflege un- verfammlung mit den preußischen kommunalen Beamten- und An- drohenden Zusammenbruches unseres Landes ist. Dieses Beginnen vermeidlich seien, würden sich überwinden lassen. Demgegenüber gestelltengruppen des Reichsverbandes der Polizeibeamten Deutich muß zu einer Lahmlegung des einen Faktors der bergbaulichen äußerten sich die Vertreter der Leitungen von Heilanstalten, der lands, des Bundes der technischen Angestellten und Beamten, des Gewinnung, des Bergwerksunternehmens führen und durch Verreligiösen Gemeinschaften und Pfleger sowie die Aerzte überein- deutschen Werkmeisterverbandes, des Verbandes deutscher Berufs- nichtung der privaten Initiative sowie den Ausschluß jeder stimmend dahin, daß als Höchstarbeitszeit die fecha igstündige feuerwehrmänner und des Deutschen Musikerverbandes zu einem Selbsthilfe eine Hemmung unseres gesamten Produktionsvorganges Gewerkschaftsbund der fommunalen Beamten und Angestellten zu bewirken. Das Reichswirtschaftsministerium nust hierbei die dieser Grenze würde zu einer bedenklichen Verschlechterung der fammen. Zweck dieses Zusammenschlusses ist die einheitliche gwangslage aus, in die es den Bergbau selbst durch seine Interessenvertretung der gesamten kommunalen Beamten Preispolitik gebracht hat. und Angestellten und die Abwehr von Berfplitterungen. In Wahrheit handelt es sich bei dem Vorhaben des ReichsDie Errichtung eines eigenen Gewerkschaftshauses ist in wirtschaftsministeriums um eine schrittweise Enteignung des KohlenErwägung gezogen worden. Arbeitswoche festzulegen sei. Krankenversorgung und zu einer so erheblichen Steigerung der Kosten führen, daß zahlreiche Privatheilanstalten und Wohlfahrtseinrichtungen zugrunde gehen müßten. Das aber würde eine schwere Schädigung unseres gesamten Gesundheitswesens bedeuten, da diese Anstalten mit ihren mindestens 300 000 Betten für eine geordnete Krankenhauspflege unentbehrlich seien. So sehr man damit einverstanden sei, daß übermäßige Arbeitszeiten der Pfleger beseitigt werden müßten, so sei doch vor allem die Rücksicht auf die Kranten im Auge zu behalten, und das Gemeinwohl höher zu stellen als das Interesse des einzelnen." Gewerkschaftsbund der kommunalen Beamten und Angestellten. bergbaues, die dem Geseze widerspricht, weil sie aus den eigenen Mitteln des Bergwerts, also ohne Entschädigung erfolgt. ( Nachdem zum Beispiel bei Konsolidation 600 Proz. Dividende ausbezahlt sind). Die Einzelheiten des beabsichtigten Vorganges widerstreiten, zudem auch den aus dem Handelsgesetzbuch abzuleitenden Bilanzgrundsägen sowie den Grundfäßen der staatlichen Betriebsverwaltung, indem sie gleichmäßig Ersatz- und Erweiterungsanlagen als Neuanlagen behandeln. Die Lohnbewegung der Handelsarbeiter in den Papierund Pappen- Engroshandlungen. Die Handelsarbeiter dieser Branche hatten an die Unternehmer die Forterung einer Lohnzulage von 60 M. wöchentlich gestellt. Da die Unternehmer nur 20 M. für Erwachsene, 15 M. für Frauen und 10 M. für Jugendliche bewilligen wollten, wurde der SchlichHiernach ist dieser erneute Worstoß des Reichswirtschaftstungsausschuß angerufen. Dieser entschied, daß ab 1. Februar d. J. auf die Tariflöhne ein Zuschlag von 35 M. für Erwachsene über ministeriums gegen die Privatwirtschaft ungefeßlich und ver 20 Jahre, für Frauen von 25 m., für Jugendliche von 18 bis derblich.(?) Er verlangt um so mehr Beachtung, als zweifellos dem Kohlenbergbau nur der erste Streich zugedacht ist. Falls Privatwirtschaft ein gleiches Vorgehen zu gewärtigen haben. 15 M. pro Woche bis zum 31. März 1920 zu gewähren sind. 20 Jabre: Mindestlohn 145 M., Höchstlohn 155 M.; Kuticher: daß jetzt angesichts der unfer Wirtschaftsleben bedrohenden Gefahr Die Lohnfäge sind nunmehr folgende: Bader, Lagerhalter über Demgegenüber betonen wir mit aller Entichiedenheit, Minde' ohn 155 M., Höchstlohn 165 M.; Weibliche über 20 Jahre: feine Zeit ist, politischen Anschauungen auliebe an unserem Mind hn 95 M., Höchstlobn 100 M.; Jugendliche, 14-16 Jahre: franken Wirtschaftskörper Experimente zu machen, und rufen -18 Jahre: 80 M., 18-20 Jahre 100 M. alle Kreise, denen der Wiederaufbau unserer Volkswirtschaft am Arteageber und Arbeitnehmer haben sich mit diesem Schiebs- Herzen liegt, zu entschiedener Abwehr der Bestrebungen des Reichsspruch einverstanden erklärt. Die Argumentation erscheint uns wenig stichhaltig, da in einer großen Anzahl Krankenhäuser der achtstündige Arbeitstag durch geführt ist und sich durchaus bewährt hat. Gerade auch aus Rücksicht auf die Kranten müßte verlangt werden, daß das Pflegepersonal 20 Jahren von 20 M. und für Jugendliche unter 18 Jahren von diefer zum Ziele führt, werden auch die anderen Zweige der frisch und arbeitsfreudig ist und bei dem anstrengenden Dienst der Krankenpfleger nicht abgearbeitet, übermüdet und wider willig die Pflege versieht. Streit der Freiheit"-Zeitungsträgerinnen in Neukölln. 60 M Allgemeinverbindliche verträge. wirtschaftsministeriums auf." Wir möchten die Arbeiterschaft aufrufen, einig zu sein, sich ge schlossen hinter die Regierung zu stellen und mit der gleichen entParteinachrichten. Aus dem Parteileben. Wie die Freiheit" mitteilt, find ihre Zeitungsträgerinnen in Neukölln in den Ausstand getreten. Die Frauen hatten an den Berlag die Forderung gestellt, den bisherigen Botenlohn von 95 M. Das Reichsarbeitsministerium hat Wirkung für das Geschiedenen Abwehr zu antworten. Ein Kampf von entscheidender Bepro 100 Eremplare und Monat auf 125 M. zu erhöhen. Gleich- biet des Deutschen Reiches jür allgemeinverbindlich er- deutung steht bevor! Es liegt einzig und allein bei der Arbeiterzeitig berlangten die Frauen, daß ihnen ihre Forderung ab 1. Ja lärt den Tarifvertrag für die gewerblichen Arbeiter in der Flaschenschaft, durch geschlossenes Borgehen einmütig zum Ausdruck zu nuar d. J. bezahlt werde. Wie die Freiheit" schreibt, tonnten industrie, Beginn der Verbindlichkeit 1. Dezember 1919, und den bringen, daß sie es ist, die darüber zu entscheiden hat, ob Werte, die diese Forderungen nicht bewilligt werden. Der Tarifvertrag für die gewerblichen Arbeiter in der chemischen In- längst durch den Tribut, der der Arbeiterschaft abgepreßt worden ist, Verlag war bereit, ab 1. März, zu welchem Termin er eine Abon- bustrie für alle die Betriebe, die der Berufsgenossenschaft der chemi- ihr Eigentum geworden sind, von den Großkapitalisten ihnen aus deu nementserhöhung vornimmt, den Zeitungsträgerinnen 130 M. pro schen Industrie angeschlossen sind. Beginn der Verbindlichkeit 1. No- Händen gerissen werden sollen. bember 1919. Sie erstreckt sich nicht auf die Betriebe der SeifenMonat zu bezahlen. Während die Zeitungsträgerinnen der übrigen und Saliindustrie und die Delmühlen. Bezirke fich mit dieser Regelung einverstanden erklärten, traten die Mit Wirkung für das Gebiet des 3wedverbandes Neuköllner Trägerinnen zur Durchsetzung ihrer wirtschaftlichen Groß- Berlin wurden für allgemeinverbindlich erklärt: TarifForderungen in den Streit. Um den Leiern der Freiheit" trop vertrag für die gewerblichen Arbeiter in den Betrieben des Glasdes Streits die Zeitung autommen zu lassen, hat die Expedition und keramischen Handels. Beginn der Verbindlichkeit 1. Januar in zahlreichen U. S. B.- Lokalen Abholeſtellen eingerichtet. 1920. Tarifvertrag für die gewerblichen Arbeiter in der KammVielleicht lernt die Freiheit" aus diesem Streit, daß Wollen und Haarschmuckindustrie. Beginn der Verbindlichkeit 1. Januar und können auch sonst manchmal zwei Begriffe sind, die sich 1920. Tarifvertrag für die gewerblichen Arbeiter im Darm Tarifver nicht immer in Einklang bringen lassen. Was werden übrigens die gewerbe. Beginn der Verbindlichkeit 1. Januar 1920. ganz„ tlassenbewußten Revolutionäre" unter den 11. S. P.- Mit- trag für die Arbeiter in der Verbandmittelindustrie. Beginn der Verbindlichkeit 1. Januar 1920. Tarifvertrag für die gewerblichen gliedern, denen jede Forderung der Arbeiter berechtigt erscheint, Arbeiter im Müßenmacher- und Kürschnergewerbe. Beginn der dazu sagen, daß ihr Organ eine private Technische Nothilfe" ein Berbindlichkeit 1. Januar 1920.- Tarifvertrag für die faufmänni fetzte, die bei einem wirtschaftlichen Streil eingreift? schen Angestellten im Materialiengroßhandel. Beginn der Verbinde lichkeit 15. Januar 1920. Tarifvertrag für die Drahtarbeiter. Be ginn der Verbindlichkeit 15. Dezember 1919. Tarifvertrag für die Angestellten der Strawattenbranche. Beginn der Verbindlichkeit 1. Januar 1920. PP # Schiedsspruch im Einzelhandel Groß Berlins. In der Sigung des Schlichtungsausschusses am Donnerstag wurde folgender Schiedsspruch gefällt: Der Schlichtungsausschus isi zu dem Ergebnis gekommen, daß den heutigen Teuerungsvers hältnissen entsprechend, für über 17 Jahre alte Angestellte eine einheitliche Teuerungszulage von 200 Mart monatlich zu gewähren ist. Diese ist ab 1. Januar 1920 zu gewähren. Für Jugendliche bis zum 17. Lebensjahre beträgt die Leuerungszulage 125 Mart monatlich. Für die vom Gehaltsempfänger versorgten Kinder beträgt die Teuerungszulage 50 Mart pro Monat für jedes Kind. Die feit dem 1. Oftober 1919 Angestellten, die nach der Vereinbarung vom 1. November die zweite Teuerungszulage nicht erhalten haben, sollen am 1. Januar 1920 nicht schlechter gestellt sein, als die schon früher angestellten, das heißt auch ihnen find die Be II, III, Grunewald und Tempelhof. Nachruf. Allen Bekannten und Berwandten, zur Nachricht, daß meine liebe Frau Achtung! An die Funktionäre und Betriebsräte der Graph. Berufe! Achtet auf das in der heutigen Nummer erschienene Inferat! Das Graph. Kartell. J. A. Czernh. Jugendfektion des Deutschen Eisenbahnerverbandes. Wir machen nochmals auf die am Sonntag, den 29. Februar, vorm. 9 Ubr, in den Musifer Festsälen, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, stattfindende öffentliche einer Notverordnung für das Lehrlingswesen" ist nicht nur von Interesse 2ehrlingsversammlung aufmerksam. Das Thema:" Entwurf für die Eisenbahnerlehrlinge, sondern insbesondere auch für die Eltern der felben. Es find zu die er Versammlung schriftlich eingeladen: Die Eifen: bahndirektion, die Amisvorstände und Lehrwerkmeister der Werkstätten I, Abstimmungsberechtigte Westpreußen! Am Sonnabend, den 28. Februar, abends 8 Uhr, findet eine aller abstimmungsberechtigten WeftBerfammlung preußen aus Berlin W., Charlottenburg, Katharine Müllerstraße 125-127 statt, in der die Bezirtsgruppe Best en am Sonntag, 22. b. Mts., nach zweitägiger Krankheit an der Grippe verstorben ist. Um stilles Beileib bittet der trauernde Ehemann Bartholomäus Müller, 18/ 14a Püdlerstr. 6. Praxis wieder aufgenommen. 57/10 Augenarzt Dr. Schalscha, Martin- Luther- Str. 96. Spezialarzt Wilmersdorf, Halensee, Grunewald, Wannsee usw. in der Aula der Leibniz- Oberrealschule, Charlottenburg, Schiller. gegründet werden soll. Nach den Ansprachen mehrerer Nedner wird ein Abstimmungspropagandafilm vorgeführt. Alle Vereinsmitglieder werden gebeten, bekannte Landsleute mitzubringen. Berein heimattreuer deutscher Westpreußen Groß- Berlin E. B. Der Vorstand. Schwochow, Borsigender. Achtung! An die Funktionäre u. Betriebsräte der graphischen Berufe. Sonnabend, den 28. Februar, 4 Uhr nachmittags, im gr. Saal( 4) des Gewerkschaftshauses: Kombinierte Versammlung Dr. med. Grütering aller in Buch- und Steindruckereien, Lithograph. Haut-, Harn, Unterleibsleid. und Kunstanstalten, Buchbindereien, Luxus papierb.Männ.u. Frauen, Blutunters. Invalidenstraße 35, Ecke fabriken, Kartonfabriken sowie verwandten Zweigen Chausseestr., Stett. Bhf. Spr 11-1 u. 412-6/ 2, Sonnt. 11-12. Birotflafter Wunderbar ge wirkt hat bei beschäftigten Funktionäre. Tagsordnung: 26/ 8* GoldSilberJch und bin rafiert bruch und sonstige Gegenstände kauft zu höchsten Tagespreisen Silberzentrale Gotzkowskyst. 13 Blei! Zinn! 3ın! Weißme all! alle Legierung., it he Menge, zu höchstem Tages reis tauft Edelmetall Eintaufs bureau. Weberst age 31 ( Aler. 4243). Stellungnahme zur Betriebsrätewahl. Kupfer Das Graphische Kartell. mir Ihr Bartflechtenmittel Buchdruckerverband. 1. A.: Czerny Buchbinderverband. " Parasan". Es ist von allen Verband der Lithographen und Steindrucker. Mitteln das beste, was ich seit vier Jahren angewendet Verband der Buch- und Steindruckereihilfs arbeiter. habe. Bestrahlungen und alles andere haben nicht so. geholfen, wie ihr berühmtes Spezialmittel.- Derarti e AnPerser Spezialarzt Dr. med. Hasché[* direkt am erkennungen wiederholt. Be Friedrichstr. 90, Stadtbahnh. reits tausende befreit. Mark 10,50. Otto Reichel, Spr. 10-1, 5-8. Sonnt. 11-1. Berlin 43 SO, Eisenbahnstr. 4. Harn- n. Blutuntersuchung Teppiche Klavier oder Stutzflüge dringend gesucht Herer, Pallasstr. 8/9. Kurfürst 9104. bis 25,50 Messing Blei 90 50 15,00 / 10,00 Reinzinn 80, pro Kilo, bei größeren Posten noch höher, zahlt nur [* Metallschmelze, Prinzessinnenstr. 17, neb.Wertheim( Moritzp.). 4 mit der Eine außerordentliche Bezirksfonferenz für den Bezirk Halle Merseburg, tagte fürzlich in Halle. In diesem Bezirk haben sich die Verhältnisse für unsere Partei befonders schwierig gestaltet; jedoch ist in den legten Monaten dank der Pflichttreue und des Opfermutes der Genossen eine wesentliche Besserung eingetreten. Immer mehr kommt die Vernunft der Arbeiterlasse wieder zum Ausdruck, so daß unsere Bartei mit den besten Hoffnungen in den Wahlkampf ziehen kann. Um die Kosten für die Wahlen aufzubringen, wurde einmütig befchloffen, ein Eintrittsgeld für Männer auf 1 Mart, für Frauen auf 50 Bf. festzusetzen. Ab 1. April d. J. beträgt der wöchentliche Beitrag für Männer 30 Pf., für Frauen 15 Pf. Zur Stärkung des Pressefonds wird ein einmaliger Beitrag von 2 M. erhoben, außerdem der Bezugspreis der Parteizeitung auf 3,50 M. monatlich erhöht. Nach einem Referat des Genossen Thiele über die politische Lage wurde eine Refolution angenommen, in der anerkannt wird, daß in Anbetracht der schwierigen Lage, in der sich das deutsche Voit befindet, besondere Maßnahmen der Reg.erung notwendig waren. Da nun fichtlich eine Besserung eingetreten ist, wird die Aufhebung des Belagerungszustandes gefordert. Im weiteren erhob die Konferenz Einspruch gegen die geplante Ablösung der preußischen Strone und forderte von unseren Abgeordneten Ablehnung der Vorlage Berantw. für den redaktion. Teil: Artur gidler, Charlottenburg: für Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buddruckerei u. Berlaasanstalt Baul Ginger u. Co. Berlin. Lindenstr. 3. Hierzu 1 Beilage. Kupfer 25,00 Sind Lungenleiden heilbar? Alle, die an Lungen und Kehlkopftuberkulose, Asthma, Schwindsucht, Lungenspitzenkatarrh. 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Präsident Fehrenbach eröffnet die Sigung und gibt ein Telegramm bekannt, in dem deutsche Kriegsgefangene, die wider ihren Willen in fremden Uniformen nach Polen transportiert werden sollten, dem deutschen Vaterlande ihre Treue versichern.( Beifall.) Der Präsident teilt dann mit, daß der Etat nicht vor dem 8. März zu erwarten ist. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Lesung eines Gesetzes über den Personenstand. Hierdurch wird allen unehelichen Kindern, die durch nachfolgende Ehe der Eltern legitimiert worden sind, diefelbe Begünstigung bei der Eintragung in das Geburtsregifter zuteil, wie den ehelich gewordenen Kindern von Kriegsteilnehmern. Außerdem Die Vorlage wird dem Ausschuß überwiesen. Zahlreiche Bittschriften werden erledigt. Freitag 3 Uhr: Anfragen, Einkommensteuergeset. Schluß 5 Uhr. * Das Filmprüfungsgeseh. Der Bevölkerungsausfchu B der Nationalversammlung setzte die zweite Lesung des Film prüfungsgefezes fort. Bu§ 8 gab Unterstaatsietretär Lewald die Erklärung ab, daß die Prüfungsstellen in Berlin und München nicht Landesstellen, sondern Reichs stellen fein müßten, zumal der Münchener Stelle auch die Prüfung der in Württemberg und Baden zur Ausführung kommenden Bildstreifen übertragen werden solle. Preußische Landesversammlung. Die Vorbereitung der Gerichtsreferendare zur Berufsberatung. Nachdem die 122. Sigung, wie wir bereits meldeten, um Freitag, 27. Februar 1920 Stadtverordnetenversammlung. Um die Erhöhung des Einkommensteuerzuschlags auf 350 Broz. Dr. Zadek( U. Soz.) hat das Mandat niedergelegt, an seine Stelle tritt Redakteur Paul John. Der Ausschuß für die Beratung der die Müllabfuhr betreffenden Anträge beider sozialdemokratischen Fraktionen bea fragt die Einsetzung einer gemischten Deputation, welche sich mit der Frage der Müllverwertung und der Uebernahme der Müllabfuhr in städtische Regie zu befaffen hat. Liebig( Bg. Bgg.) führt aus, daß auch der Ausschuß zu einem abschließenden Ergebnis in der Frage der Müllverwertung nicht gekommen ist. Manafie( 1. Eoz.) und Bösch( Soz.) find mit dem Ausschußantrag im wesentlichen einverstanden. Hausberg( Dem.) stellt sich ebenfalls auf den Boden der wird angeordnet, daß fünftighin bei Eheschließungen in der Be- 12 Ubr 45 Min. geschlossen worden war, eröffnete Vizepräsident Ausschußanträge, während sein Parteigenosse Biffing ſpeziell kanntmachung des Aufgebotes und in der Heiratsurkunde die Namen Dr. Frenzel die 128. Sigung 1 Uhr 10 Minuten. Auf der Tages- gegen die Uebernahme der Abfuhr in städtische Regie polemistert. der Eltern fortfallen. Auch weiblime Personen follen als ordnung steht zunächst der Gelegentwurf über die Dauer des Die Versammlung erhebt den Ausschußantrag zum Beschluß. Standesbeamte zugelassen werden. In Durchführung der Vorbereitungsdienstes der Gerichtsreferendare, Den Antrag der beiden sozialdemokratischen Fraktionen auf Grundfäße der Reichsverfassung entfällt bei der Beurkundung von der bestimmt, daß Referendare vor Zulassung zur zweiten Prüfung Errichtung eines städtischen Geburten, Heiraten und Sterbefällen fünftighin die vorgeschriebene eine Vorbereitungszeit von drei Jahren im praktischen Dienst zuKleingarten- und Siedlungsamts Angabe der Religion. rüdgelegt haben müssen. hat der eingesetzte Ausschuß grundsäßlich einstimmig Die Abgg. Berndt( Dem.), Goebel( 3). Dr. Kaufmann gutgeheißen; die Versammlung tut das gleiche und ( Dnat.), Dr. Görd( D. Vp.), Dr. Rosenfeld( 1. Soz.) und fucht gleichzeitig den Magistrat, mit den Gemeinden des künftigen Sie Groß- Berfin wegen Schaffung eines gemeinsamen derartigen Heilmann- Charlottenburg( Soz.) stimmen der Vorlage zu. wurde dem Rechtsausschuß überwiesen. Amts sofort in Verbindung zu treten. Die Vorlage wird dem Bevölkerungsausschuß überwiesen. Es folgt die erste Lefung des Gefeßes zur Ausführung des Art) 13, Abs. 2 der Reichsverfassung. Die Reichs- und Landeszentralbehörden find befugt, bei Zweifeln, ob eine landesrechtliche Vorschrift mit dem Reichsrecht vereinbar ist, die Entscheidung eines obersten Gerichtshofes anzurufen. Nach der Vorlage foll nun einer solchen Entscheidung des Reichsgerichte nicht nur Wirkfamkeit zwischen den beteiligten Zentralbehörden, sondern allgemein berbindliche Kraft beigelegt werden. Abg. Dr. Cohn( U. Soz.): Der Zweifel, ob Landes- oder Reichsgesetz, wird rein theoretisch nicht zu lösen sein. Wichtig ist dabei die Mitwirkung der Interessenten. Dazu einen Weg zu finden, ist Sache der Kommiſſion. Es käme vielleicht das Barlament( Nationalversammlung oder Landesversammlung) in Betracht. Ich beantrage Ueberweisung an den Verfassungsausschuß. Der Gefeßentwurf wird dem Verfassungsausschuß überwiesen. Es folgt die erste Lesung eines Gesezes auf Menderung des Konsulatsgebührengesetzes. Den erhöhten Aufwendungen des Reiches für die Unterhaltung der deutschen Vertretungen im Auslande entsprechend sollen auch die Gebühren erhöht werden. Es folgt die Besprechung eines Zentrumsantrages, in dem die Staatsregierung ersucht wird, mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Not und die Unkenntnis weiter Boltskreise über die verschiedenen Berufszweige Berufsberatung staatlich zu organisieren. Abg. Woldt( Soz.): Die Berufswahl darf nicht dem Zufall überlassen bleiben. Die neue Wirtschaft erfordert neue Menschen. Die fünftigen Berufsämter müssen in organiiden Zusammenhang gebracht werden mit den Arbeitsvermittlungsämtern. Abg. Mengel( Dnat. Bp.) beantragt Streichung der Worte, auf staatlicher Grundlage". Abg. Frau Dönhoff( Dem.): Wir stimmen ebenfalls für den Antrag, wollen aber auch die staatliche Grundlage ausgeschlossen sehen, obwohl eine Bentralstelle nötig ist. Abg. Kleinspehn( U. Soz.) und Abg. Frau Pochlmann( D. Vp.) stimmen der Vorlage zu. Abg. Mumm( Dnatl.): Es werden uns eine ganze Reihe mehr Der Antrag wird unter Streichung der Worte auf oder minder wichtige Gesezentwürfe vorgelegt, andere zum Teil staatlicher Grundlage" angenommen. recht weittragende Gesezentwürfe angefündigt. Angesichts solcher Abg. Sommer( Dem.) begründet den Antrag Dr. Friedberg um der verschiedenen ständig neuen Gesegeserzeugung muß man einmal grundsäglich die völlige äußere Gleichstellung Frage aufwerfen, zu welchem Zwecke die Nationalversammlung freimaurerischen Richtungen. Eine einheitliche Regelung eigentlich gewählt worden ist.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Die ist hier nötig, weil insbesondere auch das Reichsvereinsgefes wider Nationalveriammlung sollte die Verfassung schaffen und andere spruchsvoll auf die Logen angewandt wird. wichtige Vorlagen erledigen. Das legtere war aber nur ein Nebenzweck. Nun wird uns in der balbamtlichen„ Deutschen Allgemeinen Zeitung" ein überaus weitreichendes Programm von Gelegesvorlagen mitgeteilt, die alle noch vor den Wahlen zur Erledigung lommen sollen und dabei wird erklärt, es wäre ein besonders günstiger Fall, wenn wir Ausgangs diefes Jabres schon zu Neuwahlen fommen fönnen.( Lebhaftes Hört! hört!) Am esten Tage des Zusammentritts der Nationalversammlung müssen diese Fragen einmal erörtert werden. Präsident Fehrenbach: Ich kann nicht einsehen, in welchem Bufammenhang diese Fragen mit der Vorlage stehen, die uns hier beschäftigt. Abg. Mumm( Dnat. Vp.): Sachlich sind wir mit dem Gesetz einverstanden. Man sollte die deutschen Vertretungen im Auslande auffordern, der unerwünschten Einwanderung aus Galizien uid Rußland entgegenzuwirken. Reichsaußenminister Müller: Die Wahlen werden nicht hinaus geschoben, aber eine Reihe wichtiger Vorlagen muß erledigt werden, ehe die Nationalversammlung auseinander geht. Die Vorlage regelt nur die besonders dringlichen Fragen, eine vollständige Umgestaltung des Konsulatswesens erfolgt später. Die Vorlage geht an einen Ausschuß. Es folgt die erste Lesung des Körperschaftssteuergesches. Unterstaatssekretär Moeste, der Stellvertreter des Reichsfinanzministers, weist darauf hin, daß der Steuerausschuß sich bereits grundsäglich auf den Boden des Entwurfes gestellt habe. 36] Jan Krebsereuter. Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgezeichner von Hans Müller- Schlösser. ,, Ho. du Herrgottsdunnerwetter, was hascht zu maule, he?" Jan, flug genug, um eine Auseinandersetzung zu vermeiden, lief mit Eimer und Schrubber in die Kombüje. Er konnte sich nicht verhehlen, daß sein Eintritt in die tätige Ausübung des Schifferhandwerks ihm eine ziemliche Enttäuschung bereitete, aber er tröstete sich mit dem Spruce seines Vaters:„ Et ist nit alles Dred, wat stinkt." Und da ihm, zwar nicht seine Erfahrung, aber sein Gefühl sagte, daß wir nur von unseresgleichen richtig beurteilt werden fönnen, gesellte er sich zu dem anderen Schiffsjungen, der schon ein Jahr lang auf der Adelheid" fuhr. Kaschper aber, so hieß dieser, war anscheinend ein Freund der Einsamkeit, unserer anspruchslosesten Gesellschafterin, wandte sich auf der Bank, auf der er lag, um und drehte Jan den Rücken zu. Du, ungehobelter Jung!" rief Jan ärgerlich ,,, du kannst doch sagen, wat wir diesen Middag zu essen kriegen!" ich kann disch nit verstehn," erwiderte der Kaschper verdrießlich. Wat is des for e Sprach, wo du babbelst?" ,, Gott, o Gott!" feufzte Jan ,,, ich bin unter die Heiden geraben, unter die wilden Menschen! Ich sag'," schrie er, ,, wat wir zu essen friegen!" Erdäbbelsalat," war die gleichgültige Antwort. Hm!" machte Jan und schluckte, hm! Erdäppelsalat! Da hat die Schifferin affurat mein Leibgericht getroffen! Erdäppelsalat! Dat Lecerfte, mat man hat!" Er freute sich so auf den Kartoffelsalat, daß er dem Kaschper einen derben Schlag auf die ihm entgegengestreckte Rehrseite verjette und dabei rief: Erdäppelsalat!" Worauf ihm Kaichpar stumm einen hölzernen Pantoffel nach dem Kopfe warf. Aber Jan war durch die Aussicht auf den Kartoffelsalat milde und versöhnlich gestimmt, auch ein bißchen wehmütig, denn den Kartoffelsalat seiner Mutter würde er doch nicht friegen, bm! mit viel Del und saurer Milch angemacht und hie und da ein Gürkchen hineingeschnitten, hm! San ging langjam nach dem Steuerruder, nickte dem Kapitän aufmunternd und freundlich lächelnd zu und rief: Der Antrag wird dem Reichsausichuß überwiesen. Ein Antrag des Abg. Dallmer( Dnatl.) über die Vermehrung der Katasterland mcffer um 140 neue plan mäßige Stellen wird nach furzer Aussprache dem Staatsbaushaltsaussbuß überwiesen. Danach vertagt sich das Haus auf Freitag 12 Uhr: Geschäftsordnung der Landesversammlung. Anträge. Schluß 5% Uhr. # Der Staatshaushaltsausschuß der Preußischen Landesversamm lung nahm einen Antrag Freiherr v. Wangenheim( D.- Haun.) auf staatliche Hilfe für die durch die Ueberschwemmungen an der Elbe und Wefer Geschädigten mit der Erweiterung an, daß alle die, welche durch die Neberschwemmungen der deutschen Flüsse im Januar 3. geschädigt worden sind, von der Regierung unterfügt werden sollen, und zwar hauptsächlich mit Saatgutgetreide, weil große Flächen Wintergetreide vernichtet sind. Dann beschäftigte sich der Ausschuß noch mit der Förderung des oltshoihulwesens. Im Etat sind bereits 150 000 m. für diesen Zwed bereitgestellt; es sind also schon Anfänge auf diesem Gebiete zu verzeichnen. Richtlinien für die Bevölkerungspolitik. Im Ausf du der Landesversammlung für Bevölterungspolitik wurde zunächst eingehend und längere Zeit über die Frage der Beibringung eines Gesundheitszeugnifies bei der Ghefchließung gesprochen. Neben warmen Befürwortern fanden sich aber auch Redner, welche erhebliche Bedenken gegen eine derartige Maßnahme vorbrachten. Die Angelegenheit soll in einer der nächsten Sigungen darum noch geklärt werden. ,, Erdäppelsalat!" ,, Salt's Maul!" bedankte sich der Kapitän. Jan drehte sich gelassen um und dachte bei sich, daß gegen Verständnislosigkeit weder Engelsharfentöne noch Donnergebraus ankönnen. In Ruhrort mußte die Adelheid" anlegen, um Grubenhölzer für die westfälischen Kohlenbergwerke auszuladen. Als die Arbeit getan war und der Kapitän, der alte Matrose und die beiden Schiffsjungen um den Tisch in der Kombüse saßen, fam die Schifferin mit einer großen irdenen Stumpe und setzte sie schwer auf den Tisch. Jan schluckte und hob sich ein wenig vom Stuhl, um auch seinen Augen eine Freude zu machen. Aber sehr enttäuscht verzog er sein Gesicht, als er in der Kumpe bloß eine milchige Brühe jah, aus der hie und da eine Kartoffelscheibe wie eine Klippe im Ozean herausragte. Jan ließ sich wieder auf seinen Stuhl fallen und flüsterte dem anderen Schiffsjungen zu: ,, Kasper, du hast doch gesagt, heut' Mittag gäb' es Erdäppeljalet!" Schofstopp!" entgegnete Raschper ,,, des is doch Erdäbbelsalat!" ,, Sm!" machte Jan und faltete mit den anderen am Tische die Hände, denn der Kapitän betete laut das Tisch gebet vor. Nach dem Amen aber zog Jan fich, ohne etwas zu sagen, die Schuhe und dann die Strümpfe aus. Der Kapitän hatte schon ein paarmal mit gerunzelter Stirn herübergeschaut, als aber Jan auf den Stuhl stieg und sich noch die Hose aufknöpfen wollte, rief der Stapitän: No, Schang, willfte mer nit sage, was des zu bedeude hat? Is es d'r nit gut?!" ,, Doch, Kap'tän, aber ich wollt'' ne Köpfer in die Kump' machen, um die Erdäppel zu fischen. Ich eß nämlich so gern Erdäppelsalat!" Der Kapitän warf seine Gabel auf den Tisch und sprang auf; der helle Born blitte aus seinen Augen. er= Die Nachbewilligung von 600000. für den Ankauf von Bureaumöbeln und Inventarien wird beſchloſſen. Brückner( Soz.) begründet hierauf den Antrag Bar= fo isti und Genossen auf Einbringung einer Vorlage wegen Errichtung einer Steuerberatungsstell e. Diese sei schon deswegen notwendig, weil in feiner anderen Stadt wie in Berlin das Winkelkonsulententum blühe. Stadtrat Sauße macht Bedenken geltend. Auch Kleinau binder( 3.) den Antrag ab, da es Pflicht des Reiches sei, für Aufklärung zu sorgen. Aehnlich äußert sich Linke( Bg. Bgg.). Im Schlußwort spricht Brüdner sein großes Befremden Der Antrag über die ablehnende Haltung der Bürgerlichen aus. geht an einen Ausschuß. ( Dem.) kann ein Bedürfniß nicht anerkennen; ebenso lehnt v. S c hDa eine Regelung der kollegialen Schulleitung für höhere und Mittelschulen in nächster Zeit nicht zu erwarten ist, die betr. Schulen aber offensichtlich unter dem Mangel einer festen Leitung leiden, hat sich der Magistrat entschlossen, die freien Rektor- und Direktorstellen zum 1. April zu bejegen. Nach kurzer Beratung wird die Zustimmung erteilt. Ein weiter Nachtrag zum Haushaltsplan für 1919 fordert 107 445 900 M. Die Ausgabe soll gedeckt werden durch eine weitere Erhöhung der Einkommensteuerzufchläge von 300 auf 350 Bros. In erregter Weise wendet sich Cassel( Dem.) gegen diesen Vorschlag und gegen das ganze Finanzgebahren des über Gebühr steuerlustigen Magiftrats. Er beantragt Ausschußzberatung. Stoch( Bg. Vgg.) bemängelt, daß der Nachtragsetat gar kein tares Bild von der wirklichen Belastung der Bevölkerung gibt. Der Kämmerer hält den Vorr dnern entgegen, daß ge= rade sie steis bei Neuausgaben die Dedungsfrage gestellt hätten, daß also ihre heutige Kritik durchaus abwegig sei. Wenn Berlin damit voranginge, große Ausgaben im Hinblick auf das fommende Groß- Berlin ungebedt zu lassen, würde es das schlechte Beispiel geben, dann wäre es mit den Finanzen von Groß- Berlin von vornherein vorbei. Berline Finanzverwaltung wolle mit reiner Weste vor Groß- Berlin dastehen. Brun3( Soz.) spricht auch für Ausschußprüfung und rechnet dann mit der Kritik des Stadtv. Stoch ab, die von einer hochgradigen Weltfremdheit 3eugnis abelege. Daß von einem Abbau der Preise in naher Zeit nicht die Rede sein könne, sollte doch selbst Seren Soch nicht verborgen sein. Auch Cassel sei mit seiner nachträglichen Kritif im Unrecht. Wurm( U. Soz.): Heute kosten die Lebensmittel in un= bereitetem Zustande für einen Erwachsenen jährlich 3000 m., alje das Doppelte dessen, was als Gristenzminimum überhaupt vont der Steuer frei bleibt Aus welchen Quellen können wir noch Dedung bekommen? Wollen die Demokraten erklären: ,, Das Spiel ist aus." Die Besitzenden laufen heute Sturm gegen eine Steuergesetzgebung, schmissen wirst" nicht unterdrücken, denn nach seiner Ueberzeugung hatte er es feineswegs an seiner Schuldigkeit fehlen lassen. Er ging hundert Schritte weiter am Werft entlang an hohen Kohlenhaufen vorbei, von denen Arbeiter in blauen, geschwärzten Seitteln, einer hinter dem anderen, wie eine lebendige Rette, nach den breiten, langen Roblennachen liefen. Auf der rechten Schulter hatten fie ein großes Stück Leder, befestigt, auf dem sie die aus Weiden geflochtenen, am Rande weit ausgeschweiften Körbe trugen. Zwei Mann schleppten den Korb voll, ein dritter half dem Träger den Korb mit einem Schwung auf die Schulter, während die zwei den nächsten Korb wieder vollschleppten. Und so ging es ohne Bauje wie eine Maschine. Die Arbeiter liefen über ein langes, schmales, wippendes Bord bis auf den Rand des Kahns, tippten den Korb und liefen auf einem anderen Bord wieder an Land. Jan blieb stehen und schaute eine Zeitlang zu; als er aber weitergehen wollte, war die lebendige Kette ein Sindernis, das ihn nicht durchließ, und einen Versuch, zwischen zwei Glieder durchzuschlüpfen, bezahlte er mit einem derben Stoß gegen den Kopf. Er trug deshalb sein Bündelchen um den Kohlenhaufen herum und setzte sich neben einem Holzschuppen auf einen Stein, pacte die Fleischwurst und ein Brötchen aus und gab so seinem Magen einen Ersatz für den entgangenen Kartoffelsalat. Er überlegte und fragte sich, ob das Schifferhandwerk für ihn das richtige wäre, ob er es nicht lieber, ehe er es auf neue Mißerfolge ankommen lassen sollte, hintereinander gleich an den Nagel hängen und es dafür vielleicht einmal beispielsweise mit der Klempnerei versuchen sollte, die doch auch, wie sein Vater versichert hatte, ein schönes Geschäft wäre. Und während er so überlegte, war in seiner Nähe ein Mann steben geblieben, breitschulterig und mit braunge. brannten Baden. Sein massiver Oberförper war eingepact von einer dicen, gestridten Jade, und in seinem breiten Munde qualmte eine holländische Tonpfeife. Er beobachtete an eine Zeitlang und musterte ihn mit seinen halbzugefniffenen Augen. Dann kam er mit breiten, wiegenden Schritten näher, nahm die Pfeife aus dem Munde, spuckte Drei Minuten später stand Jan mit seinem Bündelchen einen dünnen, braunen Strahl durch eine Zahnlüce. Stecte am Werft und rieb sich ächzend den unteren Teil des Rückens die Pfeife wieder in den Mund und betrachtete Jan wieder; und konnte einen starten Zweifel an der Richtigkeit des ging zwei Schritte nach rechts, um ihn auch von der Seite Sapes Tu' dein Schuldigkeit, dat du nit von Bord ge- zu mujtern. ( Forts. folgt.) ,, Du, Schinnerschtnecht!" schrie er ,,, du willst misch veräbbele, du, Teuwelsdunnerkeil! Maach, daß du nunnerfummscht von Deck, du Luderviech!" die sie endlich auch heranziehen will; fie gehen darauf aus, den unterften Zenfitentlassen noch mehr abzupresjen. Cassel: Es ist unerhört, am Schluß des Jahres und furz vor dem Uebergang in Groß- Berlin noch 50 Broz. auf die Einkommensteuer zu schlagen; da machen Sie andere Vorschläge, die von wirklichem Finanzgenie zeugen! Roch verlangt vom Kämmerer eine Vorlage, die der Prüfung wert und fähig ist; das könne von dem Nachtragsetat nicht gesagt werden. Der Nachtrag wird einem Ausschuß übertviesen. Gemäß dem Beschluß der Versammlung vom 24. Januar hat der Magistrat einen Plan für die Festsetzung der Grenzen für die 6 Berliner Verwaltungsbezirke zum Gefeßentwurf Groß- Berlin vorgelegt. Der Plan geht an einen Ausschuß, der sich insbesondere mit einer zwedmäßigen Abgrenzung des Bezirks Berlin- Mitte beschäftigen soll. Die Beratung des Antrages Wehl betr. den legitimen Straßenhandel wird vertagt, was bei den zahlreichen auf der Zuhörertribüne anwesenden Interessenten drastische Aeußerungen des Mißfallens hervorruft. Schluß gegen 10 Uhr. Groß- Berlin Das Wahlrecht der Stiefeltern. " Groß- Berliner Lebensmittel Hennigsdorf. Freitag 200 Gramm aust. Weizenmehl( E. Z 6), 500 Gramm Marmelade( B. S. 14), 30 Gramm Butter. Mariendorf Südende. Monat März 4 Pädchen Süßstoff, 625 Gr. Nährmittel( 110-113). Berlin. Vom 27. ab auf C II- Rinderkarten eine Büchse Kondensmilch auf die Dauer von drei Tagen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 11. Abt. Heute 7 Uhr Elternversammlung in der Schulaula Copenider Str. 1. an st alt Brandenburg find zwei Anträge der Unabhängigen Fraktion eingegangen, wonach alle enten um mig bestens 100 roz. erhöht und die Regierung ersucht werden foll, den Anstalten genügend Rohlen und Lebensmittel zu zuweisen. Im Namen des Ausschusses für die Angelegenheiten der Landesversicherungsanstalt berichtete Abg. Jasow( Schöneberg). Der Ausschuß stellt seinerseits den Antrag, die Reichsregierung um schleunige Vorlegung eines Gesebentwurfs zu ersuchen, worin eine beträchtliche Erhöhung der Nentenleistungen und entsprechende Erweiterung der Versicherungsbeiträge vorgesehen wird, und beantragt ferner, die Reichsregierung zu ersuchen, die erforderlichen Maßnahmen wegen Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung der Seilstätten mit Lebens- und Heizmitteln ungefäumt zu treffen. 23. Abt.( Bokomviertel). Sonnabend 7 Uhr im Werneuchener Schloß. Abg. Bohm Neukölln( Unabh.) trat für erhöhte Mittel zur Be Elbinger, Ede Werneuchener Straße, Versammlung der Eltern, deren Kinder tämpfung der Tuberkulose und Bahnleiden ein. bie 228., 230., 248., 257., 279. und 194. Gemeindeschule fowie die König. Abl. Molten buhr( Goz.) erklärte, daß seine Fraktion den Zwed städtische Oberrealschule, Chausseestraße, besuchen. Die Kandidaten sowie des Antrags der Unabhängigen durchaus billige, aber aus gefeßlich die Vorwärts" Lefer, deren Kinder die obengenannten Schulen besuchen formellen Gründen ihm nicht zustimmen könne. Landesrat Spaß und die Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute werden ersucht, zu teilte mit, daß im Reichsarbeitsministerium bereits eine Vor erscheinen. Jungsozialistische Vereinigung( S. P. D.), Drtsgruppe Willage über die Erhöhung der enten ausgearbeitet werde. Ueber den Ankauf der Lungenheilstätte Grabowfee mersdorf. Seute 7%, Uhr im Gesangsiaal der Hindenburgschule, Am Seepark: Diskussionsabend. Arbeitsgemeinschaft Volkswirtschaftslehre". merde verhandelt. Nach weiterer Aussprache wurde der geänderte Heute punkt 6 Uhr: Juristische Sprechstunde. Konferenz der DrtsRujabantrag der Unabhängigen auf Verdoppelung der gruppenleiter heute 7 Uhr: Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Renten gegen die sozialdemokratischen und unabhängigen Stim- Interessierte Bäfte willkommen. men abgelehnt und den Anträgen des Ausschusses zugestimmt. Bugestimmt wurde ferner den Haushaltsplänen der Städteund der Landfeuersozietät. Der Mausoleumseinbruch. Die Räume des Mausoleums turWiederholt ist im Vorwärts" festgestellt worden, daß bei den Elternbeiratswahlen auch die Stiefeltern das Wahl- den von der Berliner Kriminalpolizei in allen Einzelheiten berecht haben. Stiefeltern waren von der Aufnahme in die fichtigt. Das Ergebnis der bisherigen Zeugenternehmungen und Wählerliste ausgeschlossen worden unter der Berufung Feststellungen am Tatort läßt darauf schließen, daß mindestens auf eine Anordnung des Provinzialschuttolle- wei Mann in Betracht kommen. Ein Zeuge befundet, daß er am bergangenen Sonntag einen Mann am Mausoleum stehen fah. giums, die ihnen das Wahlrecht absprechen wollte. Wir Sobald dieser ihn erblidte, gab er einen leisen Pfiff und daraufhin erfahren, daß nunmehr das Ministerium für Wissen fam ein zweiter Mann aus dem Gebüsch am Heizraum heraus. schaft, Kunst und Voltsbildung dem Provinzial- Beide gingen dann in der entgegengesetten Richtung von dannen. schulfollegium aufgegeben hat, durch sofortige Verfügung Diese Beiden sind ohne Zweifel zwei der Einbrecher gewesen, die nach an sämtliche Schulleiter festzulegen, daß alle Stief bem verlorenen und später im Seizraum aufgefundenen Kranze eltern in die Wählerliste aufzunehmen sind. bon dem Sarge Kaiser Wilhelms I. fuchten. Der Zeuge fonnte Hoffentlich hat die Konfusion nun ein Ende! diese beiden Männer beschreiben, und die Kriminalpolizei hat fofort diese Spur aufgenommen. Bemerkt sei übrigens, daß die Berbrecher auch dann keine Werte erbeutet hätten, wenn ihnen die wäre. Denn nach dem Hausgefeh der Hohenzollern werden alle Deffnung des Zintverschlusses und der eigentlichen Särge gelungen Angehörigen dieses Hauses ohne Schmud beigesetzt. Ein Sinfoniekonzert des Blüthner.Orchesters unter Leitung von Paul Scheinpflug( Solift E. v. Sauer) findet am Dienstag, 2. März, nagmittags 3%, Uhr, im Blüthnerfaal, Lugowoftr. 76, ftatt. Eintrittskarten zum ermäßigten Preise von 3,25 M. in der Buchhandlung Borwärts. Vermischte Lokalnachrichten. " Ehemalige Glühlampenwerte und kaufmännischen Abteilungen von Siemens A.-E.-G., Osram( jekt Osram G. m. b. 5.). Heute 7, Uhr Sigung aller S.- B.- D.- Arbeiter und Angestellten im BezirksSekretariat, Bellevueftr. 7 II. Mitgliedsbuch legitimiert. S.- P.- D.- Werbeansschuh für Angestellte in Sandel und In buftrie. Seute 6 lbr Sizung aller Haupt- und Unterausschüsse im Begirtssekretariat, Bellevueftr. 7 II. Schöneberg. Heute Disfuffionsabend 7 Ubr bei Butttomski. Steglis. Sonnabend 6 Uhr im Schloßpart": Bunter Familienabend. Billetts a 1,15 m. bei allen Bezirksführern. Stralan. Heute 6%, Uhr Flugblattverbreitung bei Bollenbach, AltStralau 8. Bildungsveranstaltungen. ..: Bildungsschule. Gruppe Dsten II( Landsberger Viertel). Der Vortragszyklus des Genossen Statenstein in Heinrichs Festsälen, Große Frankfurter Str. 30, beginnend am 28. Februar, fällt aus. Jugendveranstaltungen. Die Befreiung vom Religionsunterricht. Die Schuldeputation hat Richtlinien über das Verfahren bei heim. Lindenstr. 3, abends 18 Uhr. Heine Abend für die weibliche Jugend und ibre Mütter im Jugendder Befreiung von der Zeilnahme am Religions Charlottenburg, Vollshaus, Nofinenftraße 4: Vortrag über Stinoschund".- Königswusterhausen. Aula unterricht herausgegeben. Polizeiliche Beglaubigung der des Realgymnasiums: Diskussionsabend. Neukölln- Süd, Nogatstr. 53: Unterschrift des Erziehungsberechtigten ist für die Abmeldung da Disfuffionsabend. Niederschönhausen, Gemeindeschule, Blankenburger Often, nach nicht zu fordern. Die Befreiung vom Religionsunterricht Straße 69/70, Bimmer 23: Vortrag über:" Wert des Wanderns". Gemeindeschule, Straßmannstr. 6: Vortrag über„ Schundliteratur". ist auf den Zeugnissen zu vermerken, und zwar mit dem Worte Pankow, Knabenmittelschule, Bolladstr. 131: Diskussionsabend. ,, befreit". 8 wang zum Singen von Choralen und Spandau, Oberlyzeum, Astanierring: Vortrag über das Erfurter geistlichen Liedern darf auf die befreiten Kinder nicht Brogramm". Staafen, Jugendheim, Gartenschule: Leseabend. Am 1. März d. J. findet eine Viehzählung statt. Sie erftredt üben, Gemeindeschule, Wilmsstr. 10: Sport und Arbeiterjugend. ausgeübt werden. Falls fie fich weigern, follen fie darauf sich auf Pferde( ohne Militärpferde), Rindvich, Schafe, Schweine, Tempelhof, Lyzeum, Germaniaftr. 6/7: Lefeabend. Treptow- Baum hingewiesen werden, daß die Melodie die Hauptfache beim Biegen und Federvieh( Gänse, Enten, Hühner, Trut- und Perl- schulenweg, Elſenſtr. 3: Unterhaltungsabend. Wedding. JugendGefangunterricht ist und daß sie ihre gefangliche Ausbildung Hühner). Die Zählung selbst erfolgt durch Beamte der Schußmannheim, Lütlicher Str. 38, Gesangssaal: Diskussionsabend. Gleichzeitig schädigen, wenn sie nicht mitsingen. Die Befreiung vom schaft. Falls ein Zähler nicht erscheinen sollte, ist mündlich 2. Abend der Arbeitsgemeinschaft Sur Behandlung der sozialen Frage". Religionsunterricht darf nicht Uriache fein, die Anzeige bes Viehbestandes in der Zweigstelle des Statistischen Amts Referent: Genoffe Winter. 8 Uhr: Außerordentliche Vorftandsfizung. Außerordentliche Funktionärsigung( Ausgabe des Mitteilungs Kinder irgendwie zurüdaufezen oder fie anders der Stadt Berlin, Burgstr. 8, 2 Tr., bis zum 4. März 1920 au blattes. Sonntag: Wanderung nach Bernau- Birkenwerder. Unfoften als fachlich und gerecht zu beurteilen. Die Lehrenden erstatten. Wer vorfäßlich eine Anzeige nicht erstattet oder wissentlich 3 M. Treffpunkt morgens 8 1hr Normaluhr, Stettiner Bahnhof. Das Weißensee, Boeltpromenade 1: Dis dürfen die Eltern bezüglich der Befreiung nicht beeinflussen. unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis Sugendheim bleibt geschlossen. bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 m. bestraft; fussionsabend. Unterrichtsstunden, die für andere Unterrichtsfächer lektionsplan auch tann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden mäßig bestimmt find, dürfen für den Religionsunterricht nicht beriit, im Urteil als für bem Staate verfallen" erklärt wer- Vorträge, Vereine und Versammlungen. wendet werden. Auch sollen bei der Einübung gramma ben. tischer Regeln nicht Säge aus den Stoffen des Religions unterrichts bevorzugt werden. Das Recht, über die Teilnahme am Religionsunterricht zu bestimmen, haben die erziehungsberechtigten Väter, nach deren Tode oder Todesertlärung die Mutter, und nach dem Ableben der Mutter der Vormund. Brandenburgischer Provinziallandtag. Uhr: VerSonnabend, 8 Uhr, Bersammlung aller abstimmungs. berechtigten Westpreußen aus Arb. Radfahrer- Bund Solidarität", II. Abt. Sonntag: Tour Berlin W., Charlottenburg, nach Großbeeren( Rest. Heinze). Start 1 Uhr Fontanepromenabe 18, G Wilmersdorf, Halensee, Grunewald, Wannsee usw. in der Aula Blücherstraße.- Freireligiöse Gemeinde. Sonntag 11 Uhr in der Stat der Leibniz- Oberrealschule in Charlottenburg, Schillerstr. 125/127. balle, Klosterftr. 50: Vortrag des Herrn Dr. M. Brie: Spinozas Ethik und Beim Empfang der aus Dänemart Moralphilosophie.- Harmonium: Nocturno( Chopin). Gäste willkommen. ( Siehe Anzeige in dieser Nr.) heimgekehrten Kinder am 23. b. M. wurde am Stettiner Bahnhof Bund religiöfer Sozialisten. Heute Freitag, 18 Uhr: Deffentliche gefunden: 1 graue Schlafdede, 1 altes Anabenjadett, 1 schwarzer Bersammlung in der Aula der Handwerkerschule, Andreasstr. 1/2. Samthut( Südwester), 1 Müße( rot), 1 graue Handtasche, 1 Baar ein zur Förderung der Blumenpflege in der Schule. HauptversammHausschuhe, 1 Baar Holzschuhe, 1 Baar Beberschuhe( gut), 1 Baar lung: 1. März, 6 Uhr, Bürgersaal des Rathauses. In der Donnerstagsibung erstattete Abg. Oberbürgermeister Handschuhe, 1 Taschentuch. Abzuholen im Berliner Jugendamt, Dr. Glücksmann( Guben) Bericht über die Vorlage, wonach Jüdenstraße, Zimmer 7. Zu dem Ueberfall einer bewaffneten der in den Händen der A.E.G. noch befindliche Restbetrag von 5 Mil- und mastierten Räuberbande in dem Kontor der Berliner Spedi lionen Mart Attienkapital der Märkischen Glettrizität 3- teurbereinigung in der verlängerten Schöneberger Straße erfahren werte zum Kurse von 120 Broz. erworben werden soll. Die Pro- wir, daß der schwerverlette Wächter im Krankenhaus gestorben der Grippefeuche bis zum 6. März geschlossen. Die Grippeertranvinz will die Kreise noch mehr als bisher an dem Attienbesiz und ist. Für die Aufklärung des Ueberfalls ist eine Belohnung von fungen haben unter dem Eisenbahn personal einen ungeheuren der Verwaltung des Unternehmens beteiligen; zu diesem Zwecke 3000 m. ausgefekt zweddienliche Mitteilungen nimmt Krimi- Umfang angenommen. Allein in den Bezirken Essen und Elberfeld soll der Provinzialausschuß ermächtigt werden, Aftien auf Kommunalfommiffar Dr. Grünberg im Berliner Polizeipräsidium, Haus- sind in den letzten Tagen weit über 3000 Bedienstete, darunter fast nalverbände der Provinz zu übertragen. Nach kurzer Debatte anruf 411, entgegen. Am Nationalbenkmal vor dem Schloß wurde 2000 vom Zugpersonal, ertrantt. Die Abbeförderung der Kohlenwurde den Anträgen des Ausschusses zugestimmt. trieber eine Anzahl von Bronzeteilen abgeschlagen und gezüge und die Zuführung der Leerwagen zu den Zechen ist dadurch Zu dem Verwaltungsbericht der Landesversicherungs- ftohlen. sehr ungünstig beeinflußt worden. 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Sonnabend 74: Pygmalion. Sonntag 7: Pygmalion. Deutsches Künstler- Theater Allabendlich 7 Uhr: Menagerie Schallu. Rauch Im Großen Schauspielhaus Karlstr., Schiffbauerdamm. Neues Februar- Programm: KöniggrätzerStraße Gussy Holl 3/28 Uhr: Schloß Wetterstein Sonnabend, zum ersten Male: König Nicolo oder: So ist das Leben. Schauspiel v. Frank Wedekind Musik von Eduard Künneke. ( Ludwig Hartau, Alice Verden a. G. vom Staatstheater in Dresden, E. Dernburg, Frieda Richard, Paul Rehkopf, Rob. Scholz, Hellmuth Bathe, Felix Rossert, Otto Schiller, Rudolf Jünger.) Komödienhaus 8 Uhr: Der Biberpelz. Sonnabend: ,, Sle". Sonntag: ,, Sie". Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Fritzi Massary, Otto Storm, Hans Wassmann. Central- Theater TU.: Fräulein Puck. Deutsches Opernhaus 6% Uhr: Der Prophet. Die Tribüne T% U.: Franziska. Eden Theater. 7%, U.: Helenens Ehemänner. Morgen 7 Uhr, neueinstudiert: Die Dollarprinzessin. Friedr.-Wilhelmst.Th. 7½ .: Der Raub der Europa Kleines Theater. 7% Uhr: Die Pfarrhauskomödie. KI. Schauspielhaus. 7% U.: Die unberührte Frau Komische Oper 7.20 U.: Dichterliebe. Stg.3 U.: Schwarzwaldmädel. Lustspielhaus Arnold Rieck in: Uhr: Der Großstadt- Kavaller Metropol- Theater. 7 Uhr: Sybill Sonnt. 3 Uhr: Charleys Tante mit Thielscher Neues Operettenhaus Mia Werber als Gast in 7%, U.: Die kleine Hoheit. Stg. 3. Die Dame v. Zirkus. Schiller- Theat. Charl. 7% Uhr: Alt- Heidelberg. Thalia- Theater 7% U.: Die närrische Liebe Th.am Nollendorfplatz 7 Uhr: Der TiefgefteBle Theater des Westens 7. U. Die Frau im Hermelin Sonnab. 4: Max und Moritz. Stg. 3 U.: Die lustige Witwe Wallner- Theater 7.15 Eine Ballnacht. Uhr Stg.34: Geisha m.MiaWerber Walhalla- Theater. Uhr: The Csárdásfürstin. Residenz- Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Täglich 28 Uhr: Mady Christians Paul Graetz v. Twardowski Klabund Orca Doelk Maria Lux Musik. Ltg.: Friedr.Hollaender Filmconference Karikaturenfilm v. Walter Trier Eröffnung 72, Beginn 8 U. GROSSES SCHAUSPIELHAUS Direktion: Max Reinhardt Abonnement für die Spielzelt 1920/21 Goethe: Egmont Calderon: Das Leben ein Traum Schiller: Die Räuber Romain Rolland: Danton Shakespeare: Ein Sommernachtstraum Gerhart Hauptmann: Florian Geyer Änderungen vorbehalten Preise der Plätze für die 6 Abendvorstellungen des Abonnements: Logen 67,80 M.- also 11,30 M. pro Abend 1. Ring 32,40 M.- also 5,40 M. pro Abend ( Kassenpreis 24,60 M.) ( Kassenprels 8,90 M.) Parkett 67,80 M.- also 11,30 M. pro Abend 2. Ring 19,20 M.- also 3,20 M. pro Abend ( Kassenpreis 5,40 M.) ( Kassenpreis 24,60 M.) Balkon 50,40 M.- also 8,40 M. pro Abend 3. Ring 12,60 M.- also 2,10 M. pro Abend ( Kassenpreis 17,60 M.) ( Kassenpreis 3,20. M.) In diesen Preisen ist die Lustbarkeitssteuer berelts enthalten Bel der Organisation des Abonnements ist dafür Sorge getragen, daß auch Abonnenten späterer Abtellungen frühere Aufführungen eines Werkes erhalten. Das Abonnement ist übertragbar. 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Teil: Der Tod des Grossfürsten Beide Telle in Jeder Vorführung Regie: R. Elchberg Hauptdarsteller: Lee Parry Violette Napiersta Verstärktes Orchester! Wochentags: 7 and 49 Uhr Sonntags: 4, 6, 8 Uhr Vorverkauf 11-1( ohne Aufschlag) Ehren- und Freikarten ungültig! Sport- Palast Das grösste Kino der Welt Potsdamer Str.72 Hochbahn Bullowstr. Totoder Scheintot Erich Kaiser- Titz. Esther Carena Die ihr Glück verkennen. Vogelsang. Film- Palast Börse Rosenthaler Str. 40-41 Friedenau, Rheinstr. 14 Tötet nicht mehr Alexanderplatz- Passage fr. Neumanns Festsäle Heute und folgende Tage: Henny Porten in Der Ritualmord. Monica Vogelsang. mit Konrad Dreher UFA Lichtspiele fauentzienPalas Auf allgemeinen Wunsch! Wochen- Zyklus Die Herrin der Welt TITELROLLE: Mia May Künstlerische Oberleitung: Joe May Hauptrollen: Mia May Hans Mierendorf Michael Bohnen/ Paul Hansen/ Ernst Hofmann Freitag, 27. 2..... 1. Tell Dienstag. 2. 3.... 5. Tell Sonnabend, 28, 2... 2. Tail Mittwoch, 3. 3.... 6. 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Amortisation 280 312 490 81 Dav. alsPfandb.- Unterl. best. M. 278 191 673,76 von welchen als Pfand.- Deck. M. 202874,20 nicht in Ansatz kommen. Kommunaldarlehn abzüglich Amortisation. Konto- Korrent- Debitoren Effekten des Beamten- Pensions- Fonds Bankgebäude Dorotheenstr. 44. Inventar. Aktien- Kapital Verpflichtungen. Gesetzlicher Reserve- Fonds Reserve- Fonds II 34 288.118 15 527 708 41 463 343.40 750 000 10 336 267 989 97 M. Pf 18 000 00 4 100 000 1 600 000 Pfandbrief- u. Kommunalobligat.- Agio- Vortrag 1032 983 99 Provisions- Vortrag Talonsteuer- Rücklage Kriegsrücklage Zinsen- Reserven Hypotheken- Pfandbriefe Kommunalobligationen. Verloste 5% Hypothekenpfandbriefe Gekündigte 42% Hypothekenpfandbriefe Konto- Korrent- Kreditoren. Noch einzulösende fällige Pfandbrief- und Kommunalobligationen- Kupons. 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