ETS ent al the 6b T m 11= 5b er e3 LESLEE : b W. B= 45 = ht 39 5. 4 e , Nr. 100. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland Pfg. 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6409. Vorwärts 8. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. meeeee Die neue Beit. " Ich nun geh in den Tod, Doch auf Erden tommt eine neue Zeit Und die Wende der Noth Mit Nothwendigkeit." Es zuckt wie rother Nordlichtschein In die tiefe Nacht der Massen. [ Cunita.] In die unterste Schicht der Menschenwelt, Die da lag vergessen, verlassen, Hinein der rothglühende Streifen fällt; Nun regt es sich jach, aus allen Tiefen Schläfer werden wach, die Jahrtausende schliefen. Wohin heute der Weckruf schallt, Millionenfach ein Echo hallt Der 1. Mai. Freitag, den 1. Mai 1891. 3um 1. Mai 1891. Dumpfmurmelnd Antwort, Ein mächtiger Klang, verworren- vag, Doch schwellend lauter fort und fort Und hörbar immer mächtiger Von Tag zu Tag. Aus dem dunkeln Menschenmeer Von unten her Aufsteigen flackernde Lichter, Und in dem gährenden Brausen Vor unsern Augen sehn wir heut In einer winzigen Spanne Zeit Jahrhunderte vorübersausen, Wie wenn ein Weltendichter Uns Alles dies erzählt als Traum, deutsche Arbeiterschaft Triumph zu verzeichnen. einen drone Expedition: Beuth- Straße 3. neeeen Wir aber lauschen Entrückt aus Zeit und Raum Begeistert dem Flügelrauschen Der Poesie. dnis Das ist der neue Weltenlauf, Das ist die neue Zeit auf Erden Die Poesie der Wirklichkeit, Die nun will zur Wahrheit werden. So wacht der Menschheit Bewußtsein auf! Die Vorgeschichte geht zu Ende, Es rückt heran die Weltenwende. Ein neuer Morgen will nun werden. Der Menschheit Frühroth glüht auf Erden. 1 Leopold Jacoby. 6t neuen allen Ländern der Erde ist noch in geistiger, wie in wirthschaftlicher Abhängigkeit von dem Kapital; und würde die Am 20. Juli 1889 beschloß das Weltparlament der In diesem Jahr darauf lassen die Nach- ziel- und klassenbewußte Arbeiterschaft beschließen, für Arbeit, welches 6 Tage vorher am hundertsten Ge- richten aus allen Theilen unseres Vaterlandes, wie aus burtstag der französischen Revolution- in Paris zusammen- allen übrigen Kulturländern mit Sicherheit schließen getreten war, die Arbeiter aller Länder sollten hinfür am wird die Feier noch eine großartigere sein, als im vo1. Mai jedes Jahres zu Gunsten des Achtstundentages rigen Jahre. einen Tag die Arbeit niederzulegen, und den Beschluß auch ausführen, so wäre die Zahl der Räder, die wirklich still stehen würden, vergleichsweise sehr klein, denn die Mehrzahl der Arbeiter ist- das dürfen wir uns und der Rechte der Arbeit ihre Stimme erheben, und Den deutschen Arbeitern hat die sozialdemo- nicht verhehlen noch nicht ziel- und klassenbewußt und durch eine einheitliche, die ganze Erde umfassende Kund- kratische Fraktion den Rath ertheilt, das Maifest der muß erst durch Aufklärung und die Logik gebung den Gedanken der internationalen Solidarität des Arbeit am ersten Sonntag im Mai- also dies- der Thatsachen für die Sozialdemokratie Proletariats zum Ausdruck bringen. mal am 3. Mai- zu feiern. Die Kapitalisten, welche erobert werden. Und nun gar in einer Zeit der Krise, wie der Und was das Arbeiterparlament beschlossen hat, das bei den ungünstigen Geschäftsverhältnissen die Arbeiter in ist von den Arbeitern gethan worden. Umsonst bot die der Gewalt zu haben glauben, lauerten darauf, den gegenwärtigen, wo das Kapital in der Lage ist, seine ObKapitalistentlasse ihr Aeußerstes auf, um die Feier zu 1. Mai zum Vorwand eines Konflikts mit den Arbeitern macht über die Arbeiter aufs Rücksichtsloseste auszuüben, hintertreiben. Umsonst zeterte sie in der Angst ihres bösen zu machen. Der gewünschte Anlaß durfte unseren Feinden wäre es vollends Thorheit gewesen, ihm den Handschuh Gewissens von den Schrecknissen einer allgemeinen Ar- nicht geboten werden. Wäre unsrerseits auch von einem hinzuwerfen. Ob wir in Deutschland das Maifest der Arbeit am beitseinstellung, an die kein Mensch gedacht hatte. Um- Ruhenlassen der Arbeit, das der Pariser Kongreßdie Ar- beschluß nicht vorschreibt, noch so entschieden abgemahnt 1. Mai feiern oder am ersten Sonntag im Mai- das sonst suchte sie besonders in Deutschland beiter durch feige, nichtswürdige Drohungen und Schuh- worden, so hätten sich, wenn das Maifest heuer am ändert nichts am Wesen der Feier, nichts an ihrer Beriegeleien zu Unbesonnenheiten zu verleiten. 1. Mai stattfand, Anlässe zu Konflikten doch wohl kaum deutung- das berührt nicht ihren internatio nalen Charakter. Die Arbeiter ließen sich durch keine Drohungen ein- gänzlich vermeiden lassen. Wir müssen mit den Thatsachen rechnen. Wohl klingt Das Maifest der Arbeit wird überall gefeiert, wo es schüchtern, in keine Falle sich locken. Tausende hatten - und ist im Grunde ja auch die ziel- und klassenbewußte Arbeiter giebt gefeiert in dem unter der niedrigen Rachsucht der Kapitalistenklasse zu es berauschend schön leiden, die mit der Arbeitskraft auch den Geist und die volle Wahrheit, wenn der Dichter dem Arbeiter zuruft: Geist der internationalen Zusammengehörigkeit, in der ErAlle Räder stehen still, kenntniß, daß nur durch nationale und interUeberzeugung des Lohnklaven gekauft zu haben wähnt Wenn dein starker Arm es will." nationale Organisation der Arbeiter die das arbeitende Volk aber führte den Kongreß beschluß durch, der ihm aus dem Herzen gefaßt Aber, der Arbeiter" ist ein millionen- Befreiung der Arbeit herbeigeführt werden kann. Einigkeit ist Macht das ist ein uralter war. Und die deutsche Bourgeoisie, die den 1. Mai 1890 armiger Riese, dessen Arme noch nicht einem ihre Revanche für den 20. Februar haben einzigen Willen gehorchen, sondern noch wild gegen ein- Spruch, so alt wie die dem Thierzustand entronnene gewollt, hatte eine neue Niederlage, die ander losschlagen. Die Masse des arbeitenden Volkes in Menschheit. Der einzelne Arbeiter ist nicht 3 Feuilleton. Nachdruck verboten.] Die Falkner von St. Vigil. [ 49 Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa weichel. „ Was meinst Du, Frau," kehrte er sich zu Afra, indem er mit dem rechten Arm eine Bewegung machte, als ob er fie anstoßen wollte, was meinst Du, wie unglücklich ich bin, daß Du mich genommen haft?" dabei gewahrte er nicht, daß Afra unwillkürlich zusammenzuckte. Stafi hatte sich bei feinen Worten allmälig aufgerichtet. Sie blickte Ambros durch ihre Thränen an, als ob sie ihn um Verzeihung bitten wollte, und kam schüchtern zu ihm. Er brückte sie an sich, und sie flüsterte: Ach, Brosi, ich möcht' ja gern sterben, damit Du glücklich bist." " " " Zähnen aufbeißen soll. Aber es muß doch mal sein, und ich wünschte ihm,( er schielte nach Ambros hin), daß er Deine gesunden Zähne hätte, Lisei." " Mich lasset nur aus dem Spiele, Müller," versetzte fie mit einem matten Lächeln. Es giebt Nüsse, die auch für meine Zähne zu hart sind, und dann, es sind blos Weiberzähne!" " indem er mit seinen harten Augen in's Leere starrte. Eine Antwort gab er der Schwester nicht; doch bedurfte sie deren auch kaum. Denn sie wußte ja, daß ihm die Brautschaft zwischen Lisei und Wolf nie ganz angenehm gewesen und daher zweifelte sie nicht, daß er die jetzt sich bietende Gelegenheit benutzen würde, um mit dem Schmied entschieden zu brechen. That er es nicht, so stellte er sich damit jetzt und für immer auf die Seite der verhaßten Bayern. " Ich weiß wohl, warauf Du zielst," gab er zur Aut wort. Aber es giebt halt in jedem Unglück ein Glück und Er wendete Vefa einen Augenblick sein Gesicht zu taugt der Baum nicht zum Balken, so taugt er zu Brettern. und fuhr dann fort, die Daumen um einander zu bewegen, Laß den Kopf nicht hängen von wegen gestern Abend. indem er sich etwas vorbeugte und fester auf die Ellenbogen Das ist jetzt eine Gelegenheit, wo ich's der Gemeind' stützte. ordentlich vorstellen werde, was sie an dem Schmied für einen rechtschaffenen Mann hat. Mein Wort als Gemeindevorstand gilt doch wohl noch was, und sie sollen ihn nicht forttreiben von hier, darauf geb' ich Dir die Hand." Lisei leuchtete die helle Freude aus dem Gesicht und selten gewiß war die sehnige Hand des alten Arigaya so herzlich gedrückt worden, wie jetzt von der armen Liſei. Und wenn es mit der Brautschaft zu Ende war, spann Vefa ihren Faden weiter, nachdem sie sich die Lippen mit der Zunge genetzt hatte, wer konnte an Wolfs Stelle treten, wenn nicht Jerg Arigaya, der einzige Sohn des reichen Müllers? " Freilich," murmelte der Klosterbauer, die Augen auf den Fußboden gerichtet. Das Wort sollte aber weniger eine Aber während er dieser sein Wort gab, für Wolf ein- Zustimmung zu ihrem Gedankengange, als vielmehr eine zutreten, brauchte Vefa auf dem Klosterhofe fleißig ihre Andeutung sein, daß sie jest dort angelangt wäre, wo Seitdem Ambros mit Bunge, um das Band zwischen dem Schmied und Lisei er sie schon lange erwartete. Afra ging geräuschlos aus der Stube. wieder an seine vollends zu zerschneiden. Wie der alte Arigaya, so saß auch Stasi verheirathet war, hatte sie ihm so oft das Seite ſegen möchte, und als sie seinem Wunſche nachgekommen der Klosterbauer in seinem Armſtuhl und Vefa hatte sich Lob des jungen Müllers gesungen, daß es kein Wunder er voraus wußte, wo sie hinaus wollte. war, sagte er, sich nachdenklich über das spärliche Haar einen Strohseffel zu ihm herangeschoben und sprach war, wenn er voraus wußte, streichend:" Ja, ja, ja, wenn Einer so sein Leben lang mit gedämpfter Stimme auf ihn ein. Er hatte die Hände Er ließ sie die Vortheile einer Verbindung von Jerg und dem Glück im Schooß gesessen hat, dann kommt es ihm vor dem Bauch gefaltet, beide Ellenbogen auf den Lehnen Lisei nach Herzensluft herausstreichen, ohne sie zu unternachher schwer an, wenn er die Nüsse mit seinen eigenen des Stuhles rühend, und drehte die Daumen um einander, brechen. Er hatte die Lider zusammengedrückt, wie es seine bie vereinigten Arbeiter sind die Herren zeichnet- konnte nicht Herr Pickenbach, der bekannte Der Welfenfondsskandal wurde in ber geftrigen der Welt. Dieser Gedanke, tausendmal ausgesprochen, Praktikus in Wucherpraktiken zu einer donnernden Kapuzinade Sigung des Landtags gestreift. Herr von Caprivi soll am Maifest der Arbeit in jedem ziel- und klassen- gegen Wucher, und jüdischen Wucher"- denn den spielte das Prävenire, kam der fortschrittlichen Interbewußten Arbeiter lebendig werden, und den unbeugsamen einigen, der christlich ist, erachtet der Herr für etwas pellation zuvor, und überraschte die oppositionellen AbEntschluß zur Reife bringen, in Gemeinschaft mit den sehr Tugendhaftesbegeistert werden? Konnten nicht die geordneten, wodurch er es erreichte, daß der Kern der Frage Entschluß zur Reife bringen, in Gemeinschaft mit den Schleusen der Liebermann'schen und Böck e l'schen Be- gar nicht berührt ward. Die ungesetzliche Verwendung der Millionen Gleichdenkender, Gleichfühlender, Gleichstrebender, redtsamkeit sich öffnen? 350 000 M. durch den Er- Reichskanzler kam gar nicht zur arbeiten. die gleichzeitig in allen Ländern der Erde den gleichen Und wenn's auch so käme, wäre es so schlimm? Sprache, und Alles, was wir erfuhren, war, daß die BeWillen bekunden, an dem Werke der Befreiung zu Sanswursten- Späße und Klown- Kunststücke können mitunter lege regelmäßig verbrannt wurden und daß die Regierung, recht unterhaltend sein. Und der Liebermann kam wirklich nach anderweiter Bestimmung über den Welfenfonds ihre Und was kann mehr zum Handeln stärken, als dastam, sprach und siegte, d. h. er hatte einen stürmischen besondere Geheimfonds vermehren will( ins Behnfache) Bewußtsein, daß Millionen zum gleichen Handeln ent- Heiterfeitserfolg, um den der geschickteste Hanswurst und und das Alles hatten wir auch schon vorher gewußt. Die schlossen sind, ihre Kraft mit der unsrigen zu einer ein- gummiähnlichste Klown ihn hätte beneiden können. Etwas Debatte, insbesondere das Auftreten Caprivis wird entzigen Summe von Kraft zusammenzuschmelzen! gestört wurde leider die Wirkung durch eine langweilige schieden Bismarcks und seiner Hamburger Nachrichten" Ein Weltfest, gestiftet von den Arbeitern und von nahm und diesem eine unerwartete und unverdiente Freude mit dem Welfenfonds gethan hat. Angenehm mag ihm das Rede des Herrn Rickert, der den Herrn Liebermann ernst Beifall erndten. Herr v. Caprivi deckte alles, was Bismarck den Arbeitern zur Wirklichkeit gemacht, trotz aller Feind bereitete. Dieselbe dauerte indeß nicht lang, denn der nicht gewesen sein, aber er trägt nun mit die Verantwortung schaft der vereinigten Feinde, an sich schon ein Triumph Sozialdemokrat Stadthagen hielt den Herren Anti- für alle Bestimmungen des Welfenfonds. Die Haltung der der internationalen Sozialdemokratie, kündet das Maifest der semiten einen Spiegel vor, in dem sie natürlich nichts Freisinnigen in der Debatte erinnert an das Sprüchwort Arbeit durch sein bloßes Vorhandensein die weltumspannende Schönes und Liebliches sahen, und sprach recht anzüglich von der Suppe, die nie so heiß gegessen wird, als sie geGröße unserer Partei. Wie klein sind die Parteien der von antisemitischen Wucherern und christlichen Kornwucherern. tocht wird. Herr Richter hielt sich ganz gegen seine Gealten Gesellschaft, verglichen mit der unsrigen! Was ist und der Fortschrittler Münch, der die verfallenen wohnheit im Hintergrund und Herr Rickert sprach so, als ein deutscher Volksparteiler, ein National Ehrenscheine eines gewissen judenhezerischen Ex- wenn an den Gerüchten von seiner Ernennung zum Oberliberaler, ein Fortschrittler, wenn er über Lieutenants in der Hand hatte und dem Hause präsidenten wirklich etwas wahres wäre. Die Landräthe im die deutsche Grenze kommt! Niemand kennt ihn, Nie- orzeigte, verdarb vollends den Liebermann'schen Landtage werden ihn um die Art seiner„ Opposition" be Humor. mand weiß, was er will. Kommt aber der deutsche wursten und Klowns ist kein tragisches Die moraliſche Abſchlachtung eines Dans- neidet haben. Die Sixt ſeine Die moralische Abschlachtung eines Hans- neidet haben. Ereigniß, Zur Frage der geheimen Fonds stellt sich auch die Sozialdemokrat nach England, Belgien, Frankreich, der Reichstag hatte sich einmal ganz gut amüsirt, freisinnige Partei keineswegs so abweisend, als man nach der Schweiz, in die neue Welt, zu unseren Gegen- und als Herr Böckel aus Aerger, daß man ihn nicht den großen Reden und heftigen Artikeln der freisinnigen füßlern nach Australien überall kennt man ihn, überall anhören wollte, den glücklichen Einfall hatte, die Beschluß- Presse gelegentlich der Bötticher- Affäre hätte erwarten weiß man was er ist, was er will- überall findet er fähigkeit des Reichstages anzuzweifeln, da erreichte die ver- müssen. Wüßten wir nicht bestimmt, daß die Expedition seine Genossen, seine Kameraden, Soldaten dergnügliche Stimmung den Höhepunkt die Sizung hatte der Freifinnigen Zeitung" noch einige Tausende Exemplare felben Armee der großen Befreiungs- lang genug gedauert, man konnte nach Hause gehen oder von Richter's Welsenfonds- Rede auf Lager hat, wir würden Armee, deren verschiedene Heerkörper, einheitlich ge- sonst wohin, wo's schöner ist als in diesem muffigen, stick- Herrn Richter ein Exemplar derselben zur Auffrischung leitet, von einer Idee beseelt, über das ganze Erdenrund luftigen Reichstag. seines Gedächtnisses übersenden. vertheilt sind, in allen Kulturländern der Erde den näm- Steuer. Nächste Sigung morgen 2 Uhr: Branntweinlichen Feind bekämpfen, die nämliche Sache verfechten, raftlos ohne Unterlaß ohne Unterlaß auf der auf der ganzen Zur Invaliditäts- und Altersversicherung ist von Linie vordringen und die Waffen erst an dem Mitgliedern aller Parteien im Reichstage folgender GesetzTag niederlegen werden der wo menschen- entwurf eingebracht worden: mordende Moloch des Kapitalismus zerschmettert, Der 157 des Gesetzes, betreffend die Invaliditäts- und § und die sieghafte, ihrer Retten entledigte Arbeit die Altersversicherung, vom 22. Juni 1889( Reichs- Gesetzbl. S. 97), Herrin der Erde ist eine Herrin, die keine erhält folgende Fassung: Knechte duldet und keine Unterdrücker. - Alle Soldaten dieser großen Armee sind unsere Brüder; und alle Anderen, die ihr nicht angehören, sind unsere Feinde. Und das Maifest ist die Heerschau dieser großen Armee, auf deren Bannern das herrliche, siegverbürgende Wort steht: Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Politische Lebersicht. Berlin, 80. April. Die 40-50 Leute, welche jetzt euphemistisch Reichstag genannt werden, befanden sich heute vor einer sehr langen, Safür aber desto mageren Speisekarte. Alles Mögliche und Unmögliche stand darauf, Alles und doch Nichts- d. h. nichts Substantielles, Nichts, was einen gesunden politischen Magen irgend befriedigen konnte. Handelskonvention mit Marotto, Internationales Uebereinkommen über den Frachtverkehr, Prüfung der Läufe und Verschlüsse der Handfeuerwaffen, Schutz von Gebrauchsmustern, und 16, wir schreiben sechszehn Berichte über Petitionen, und im Himmel und auf Erden giebt's buchstäblich nichts, das nicht in den Petitionen an den Reichstag behandelt würde- wahrhaftig, mehr kann man nicht verlangen, zumal wer sich nach einem friedlichen Nachmittagsschläfchen sehnt. Debatten waren nicht zu befürchten, wenigstens feine aufregenden kein Wölkchen war am parlamentarischen Himmel zu sehen, keine Klippe kräuselte bie spiegelglatte Sce, die sich vor den Blicken der Reichsboten ausdehnte. Nur ein ganz kleines dunkles Pünktchen war von einem scharfen Auge zu entdecken:" Abänderung der Wuchergesetze" war als Inhalt einer der Petitionen verGewohnheit war, wenn er den Anderen mehr sagen lassen wollte, als dieser beabsichtigte. Artikel I. " Herr Richter, der seine Irrlehrereien und Rüpeleien nicht lassen kann, fährt fort, auf die Sozialdemokraten in der ihm eigenen Art zu schimpfen, wobei es ihm auf eine Lüge und ein Denunziationchen mehr oder weniger nicht ankommt. Jetzt behauptet er mit der ihn auszeichnenden Unkenntniß des Wesens der Sozialdemokratie, der„ Borwärts" betriebe eine„ ah gegen die Ferienkolonien der Schulkinder. Daß die Sozialdemokratie Ferienkolonien für alle Schulkinder befürwortet, ja noch viel weiter geht, Für Versicherte, welche zur Zeit des Inkrafttretens dieses und ein Voltserziehungs- System anstrebt, welches„ FerienGesetzes das 40. Lebensjahr vollendet haben und den Nach- kolonien" für Schulkinder ganz überflüssig machen würde, weis liefern, daß sie während der dem Inkrafttreten und daß sie blos gegen das jezige planlose Privats dieses Gesetzes unmittelbar vorangegangenen drei Kalender wohlthätigkeits- Spiel sich wendet, das mit den jahre insgesammt mindestens 141 Wochen hindurch thatsäch- Ferienkolonien getrieben wird und nur wenigen Rindern lich in einem nach diesem Geseze die Versicherungspflicht be- zu Gute kommt, das geht natürlich über den Horizont gründenden Arbeits- oder Dienstverhältnisse gestanden haben, des Irrlehrenmannes, den belehren zu wollen, ein hoffnungsvermindert sich die Wartezeit für die Altersrente(§ 16, Biffer 2), loses Unterfangen wäre. Nun er wird und mag forts unbeschadet der Vorschriften des§ 32, um so viele Beitrags§ 157. jahre und Beitragswochen, als ihr Lebensalter am 1. Januar 1891 schimpfen: für grobe Klöße haben wir grobe Reile, und für bas vollendete vierzigste Lebensjahr überſtiegen hat. Ist die jeden zur Noth auch anderthalbe und mehr, aber wir möchten Zahl der überschießenden Wochen höher als fiebenundvierzig, wissen, was die Partei des Herrn Richter zu diesem Unso sind neben der Vollzahl der Jahre nur siebenundvierzig fug sagt, der ihren Interessen sicherlich ebenso wenig Wochen in Anrechnung zu bringen. Artikel II. Dieses Gesetz tritt mit der Wirkung vom 1. Januar 1891 ab in Kraft. Ueber Anträge auf Gewährung von Altersrente, welche im Widerspruch mit Artikel I endgiltig abgelehnt worden find, haben die Versicherungsanstalten von Amtswegen unter Anwendung des Artikels I erneute Entscheidung zu treffen. Dem Entwurfe ist eine eingehende Begründung beigegeben. Wir kommen auf diese wichtige Verbesserung des Gesetzes noch zurück. = Zu den deutsch österreichischen HandelsvertragsVerhandlungen liegen folgende Meldungen aus Wien vor: Das Fremdenblatt" meldet: Die Delegirten für die Vertragsverhandlungen treten heut zu der voraussichtlich letzten meritorischen Sigung zusammen, in welcher über den einzigen noch ftrittigen Punkt, welcher von Anfang an und noch in den letzten Tagen intensive Verhandlungen veranlaßte, Vereinbarung getroffen werden soll, worauf in den allernächsten Tagen das Schlußprotokoll unterzeichnet wird. Ein Theil der deutschen Kommissare, die Herren Huber, Händle und Mosler, find bereits gestern nach Berlin gereist, um die Instruktionen für die Mitte Mai beginnenden Verhandlungen mit der Schweiz einzuholen. Nach einer Meldung der„ Presse" wäre die Paragraphirung des Handelsvertrages mit Deutschland am Freitag, den 1. Mai, zu erwarten. " förderlich ist, wie ihrem Ansehen Wir wollen blos an die Unterstügung geschuldet sind, während die Sozialdemokratie fortschrittlichen Mandate erinnern, die sozialdemokratischer fein einziges Mandat von Fortschritts- oder irgend einer anderen Partei Gnaden hat und nicht haben will. Wieder eine Nuß für den manchesterlichen Nußknader. Der amerikanische Senator Ingalls sagte in einer vielbesprochenen Rede, welche er am 15. Januar d. J. im Senate zu Washington hielt: Nach einer sorgfältigen Abschäßung glaube ich annehmen zu dürfen, daß der Gesammtreichthum unseres Landes sich, in runder Summe, auf hunderttausend Millionen( 100 000 000 000) Dollars be= läuft. Das ist genug, um jeden Mann, jede Frau, und jedes Kind unter dem Sternen banner glücklich zu machen. Es ist genug, um jeder Familie ein auskömmliches Leben zu sichern, - und doch haben wir Tausende und Tausende in diesem Land, die sich keinen Tag im Jahre fatt essen können." hunderttausend Millionen Mart Hunderttausend Millionen Dollars sind viermalDiese Summe dividirt durch 60 Millionen die Be völkerungszahl Amerikas ergiebt nach Adam Riese pro Kopf der Bevölkerung 1666 Dollars, Das wäre vielleicht das Beste," flötete Vefa, welche Tage, an welchem Kaspar Larseit gestorben war. Er hatte seine funkelnden Augen nicht sehen konnte. Denn er war sich eine Halbe von seinem besten Rothwein aus dem Und Dies und Das," fiel er Vefa plöglich ungeduldig an den Eckschrank gegangen, aus dem er die Schnapsflasche Keller bringen lassen und den Tod des bitter Gehaßten als in die Rede und that die Augen weit auf." Das nahm und einen tüchtigen Zug that. einen Sieg gefeiert. Und nun sollte er dennoch der UnterAlles weiß ich längst im Schlaf auswendig. Jeßt, wie Ein ander mal mehr davon," sprach er, die Flasche liegende sein? Sollte all sein Hab und Gut dem Kaspar denkst Du's Dir denn eigentlich, wenn der Jerg die Lisei fortstellend, in den Schrank hinein. Larseit in seiner Tochter zufallen? Darüber konnte er heirathet?" " Ja, überleg's Dir," sagte sie, indem sie aufstand, nicht hinwegkommen. Er war eines Tages nach Bruned beide Hände in die Hüften stemmte und den Oberkörper recte. gefahren, um bei dem dortigen Advokaten sich zu er Wenn Du willst, fannst Du ja alles wieder gut machen. kundigen, ob die Ehe seines Sohnes nicht ganz und gar Sie glauben's auch er wenigstens glaubt es ich hab's für nichtig erklärt werden könnte? Der Advokat hatte vom Jerg weil Du wegen der Heirath nicht an das Ge- ihm dasselbe gesagt, wie Herr Moltenbecher. Daß er selbst richt gegangen bist." den Troß seines Sohnes krönen sollte, wenn auch erst auf " Glaubt er?" schrie der Bruder mit flammendem Ge- dem Todtenbette, konnte ihm nicht zugemuthet werden, und fichte. Ist der Klosterbauer ein solcher Schwachkopf?" Er er würde schon damals in Bruneck Ambros testamenschlug eine wüthende Hohnlache auf. tarisch von der Erbfolge ausgeschlossen haben, wäre Lisei Befa starrte ihn mit einem Gesicht an, das alles, nur nicht flug genannt werden konnte. Wenn sie sich heirathen?" wiederholte sie, und dann sagte sie, den Kopf halb abwen dend: Aber Bruder!" " Heilige Mutter Gottes, ist das eine Gans!" rief der Klosterbauer und setzte sich steif aufrecht in seinen Stuhl. " Ich will wissen, was das Ende von alle dem sein soll." Was tann es für ein anderes End' haben, als daß der alte Arigaya den jungen Leuten die Mühle übergiebt und sich zur Ruh' setzt?" entgegnete sie. " " Weiter nichts?" fragte er lauernd. " " Mein Himmel, wie kannst Du Dich über die Ge- kein Mädchen gewesen. Sie zur Erbin des Klosterhofes schichte blos noch immer so ärgern?" entgegnete Vefa mit einzusehen, mit dem Gedanken konnte er sich nicht vereinem Achselzucken. Daß Dich Reiner biegt, wenn Du es föhnen. Das wäre gleichbedeutend mit dem Erlöschen der Ja, das Uebrige ist doch nachher Deine Sach'. Wenn nicht selbst willst, das weiß Jeder. Der Jerg weiß das Falkner als Klosterbauern gewesen. Es kam ihm wie ein die Lifei die reichste Heirath im Thal machen kann, wirst Du auch und hat deshalb einen gar großen Respekt vor Dir, Selbstmord vor, wenn er den Besitz des Klosterhofes auf es auf die Mitgift ja auch nicht ansehen. Es ist ja Nie- ja. Und jetzt behüt' Dich Gott, lieber Bruder. Adjes!" Lisei übertrug, aber er fand trotz allem Grübeln keinen Ausmand mehr da, an den Du sonst noch zu denken brauchtest. Der Klosterbauer dankte ihr nicht für den frommen weg. So viel stand jedoch bei ihm fest, daß Wolf Lechner Und wenn Dir' mal das Wirthschaften zu schwer wird, oder Wunsch, mit dem sie ihn selbstzufrieden verließ. Sie den Klosterhof niemals erheirathen sollte, und, mißtrauisch Du das Zeitliche segneft wir müssen ja leider Gottes fonnte auch zufrieden sein, hatte sie doch ihrem Bruder wie er war, bildete er sich ein, daß der Schmied in der Alle einmal sterben, lieber Bruder Ja, ftell's Dir wie immer zu Munde geredet und dennoch dennoch ihr Stille darauf spekulirte. alles in eine Hand kommt." nur vor, wenn zu dem Klosterhof auch noch die Mühle und Stücklein gefördert. Jerg würde sie loben, der hatte Als Wolf mit Lisei, die er aus der Mühle abgeholt eine viel bessere Meinung von ihrer Klugheit, als ihr hatte, auf den Hof kam, saß der Klosterbauer auf der Bank Der Klosterbauer hatte sich in seinem Stuhl zurückge Bruder. Das war ein höflicher Mensch und spottete nicht hinter dem Tische und las. Ein dünnes, gelbes Talglicht lehnt und betrachtete aufmerksam die Stubendecke. Seine wie Ambros über ihr gutes Herz. Nur dieses war schuld, leuchtete ihm. Es war der Kalender auf das Jahr 1808, Schwester fuhr mit ihrer füßesten Stimme fort: Ueberhaupt, daß sie sich geduldig von ihm hatte hänseln lassen und wie zu Brixen, der Bischofsstadt, auf grauestem Löschpapier lieber Bruder, die Lisei schlägt Dir viel mehr nach als alle tlugen Leute, wenn sie vom Rathhaus kommen, erinnerte foeben in Druck gelegt, in welchen er vertieft war oder zu Sie hatte Ambros' Namen auf den Lippen, hielt es jedoch sie sich jetzt ganz genau, daß sie ihrem Bruder mehr wie sein schien. Er hielt ihn mit beiden Händen weit von sich für besser, ihn nicht auszusprechen, und sagte ablenkend:" Ich einmal vorausgesagt hätte:" Gieb Acht, der Ambros macht und bildete mit den Lippen die Worte, die er las. Er meine, sie ist eine echte Falkner, und wenn es Dir nicht uns Allen noch einmal Unehre." Nun war es eingetroffen ließ sich durch den Gruß seiner Tochter und ihres Bräupaßt, da Du doch so sehr an ihre Wirthschaft gewöhnt bist, und sie konnte ihre Hände in Unschuld waschen. Sie that tigams nicht stören und dieſe ſetzten sich Hand in Hand so brauchtest Du sie gar nicht aus dem Haus zu thun, selbst es, und war im Reinen mit Ambros. Ihr Bruder war es auf die Ofenbank und flüsterten miteinander. Nach einer wenn sie den Jerg heirathet." noch lange nicht. Er wetzte immer noch seinen Groll, als Weile legte der Klosterbauer den Kalender hin, rückte sich Und das ist das End' davon," rief er, indem er sich ob er noch nicht scharf genug wäre. Die Zeit füllte die die Müge in die Stirn und fragte, nach seiner Pfeife langend, mit einem Schwunge auf die Füße stellte. Ich nehm' den Kluft nicht aus, die ihn von Ambros trennte, sondern er- die neben ihm auf dem Tische lag: Ferg auf den Hof, und er wird mein Erbe!" weiterte sie. Nie hatte er sich leichter gefühlt, als an jenem Jetzt, was dentet Ihr zu thun?" Forts. folat oder 6664 m. und für die Familie von fünf Röpfen| 8330 Dollars oder 33 320 M. das heißt genug, um im heutigen Staat ohne Arbeit, blos von den Binjen zu leben und besser zu leben als die Masse der Arbeiter heute lebt. Natürlich im sozialistischen Staat, wo die Faullenzerei mitsammt dem Beutel- und Kouponschneiden abgeschafft" ist, würde das Eigenthum ohne Arbeit nicht viel nügen. Indeß wie dem nun sei: so viel steht fest, daß selbst bei der heutigen unvollkommenen Produktionsweise der bei gleicher Vertheilung auf jeden Einzelnen kommende Antheil am Nationalreichthum so groß wäre, daß ein Jeder falls die allgemeine Räuberei in dieser besten der Gesellschaften abzuschaffen wäre, was leider nicht möglich daß ein Jeder sich einer sehr behaglichen Existenz erfreuen tönnte. " 1 8um Kampf mit geistigen Waffen". Ein sächsisches Ordnungshämmel- Organ, die Baußener Nach richten", schreiben( und sämmtliche Ordnungshämmel- Drgane des Landes der Gemüthlichkeit drucken es ab): Bauzen. Der Plan der Sozialdemokratie, die ländliche Bevölkerung in ihre verderblichen Netze zu ziehen, wird schenken- Besitzer und Pächter wird von ihren Sendlingen immer systematischer betrieben. An der Gewinnung der Dorf besonders gearbeitet, um so durch dieselben auf die Tage Arbeiter und Knechte, die dort oft verkehren, ungesehen einwirten zu können. Bei dem Schenkenpachter eines Dorfes in unferer Nähe ist es ihnen bereits leider gelungen. Bei einem Schenkenbesizer in der Parochie Göda mußte aber ihr Agent mit Schimpf und angeschwollenen Baden ab ziehen 2c. 2c." Also der„ Agent" wurde körperlich mißhandelt nach dem Rezept der Freiherrn von Friesen und Konforten. Wir legen's zum Uebrigen. Großherzogliches Kreisamt. slis Bürger vereinige, und fügte, indem er die Offenbach a. M., 27. April. berührte, hinzu, der Handelsminister werde die allg Interessen des Landes wohl zu vertheidigen wissen, und, nöthig, werde das allgemeine Stimmrecht den einzuschlag genommen. Weg bezeichnen. Die Rede wurde mit lebhaftem Beifall auf Ew. Wohlgeboren erwidern wir auf die gefällige Eingabe vom 24. b. M. ergebenst, daß wir dem gegen das von der hie mufit am 3. Mai b. J. erhobenen Rekurs stattzugeben nicht in figen Ortspolizei- Behörde erlassene Verbot eines Umzuges mit der Lage sind, weil die Ausführungen der Eingabe zutreffend nicht erscheinen. An Herrn Heinrich Heilmann hier. Haas. Elberfeld, den 28. April 1891. Nachdem die Polizeibehörde in Barmen den dort für den hat, verbietet die Rücksicht auf die öffentliche Ordnung, den für 3. Mai in Aussicht genommenen Umzug heute endgiltig untersagt hier beabsichtigten Umzug zu geftatten. Die Deputirten Ledieu und Basty wurden hente Bormittog von dem Minister des Innern Constans empfangen und gaben die Versicherung ab, daß die Grubenarbeiter von Pas de Calais hinsichtlich des 1. Mai durchaus friedliche Absichten hätten. Ein anarchistischer Maueranschlag fordert die Polizei auf, die Regierung zu verlassen und sich der revolutionären Bewegung Komitee zugegangen ist, so ist es wohl ziemlich unzweifelhaft, Da ein fast gleichlautender Bescheid auch dem Darmstädter anzuschließen. Paris, 30. April. Aus zahlreichen, mittleren Provinzeldaß der Befehl zu ben merkwürdigen" Berboten von dem städten werden Vorbereitungen der Arbeiter, den morgigen ag Großh. Ministerium ausgegangen ist. Nun die sozialdemokra- au feiern, gemeldet. Arbeiterbelegirte beabsichtigen, sich nach ter tischen Abgeordneten werden ja in der Kammer Aufklärung über Präfektur bezw. der Mairie der betreffenden Städte zu begeben, diese Angelegenheit verlangen. Unser liebes Hessenland ist jetzt um Petitionen an die öffentlichen Gewalten zu überreichen. In gerettet!! verschiedenen Städten werden Festmahle, in anderen BallBolksvereins zur Vorbereitung der Achtstunden- Demonstration in Störung der Ordnung voraussehen, Dem Vorstande der Kommission des Sozialdemokratischen festlichkeiten veranstaltet. In vielen Orten läßt nichts eine Gleichwohl find alle erforderlichen Maßnahmen getroffen. Nach den großen Elberfeld ging gestern Abend folgendes Schriftftück zu: Arbeiterzentren, in denen feine Garnison vorhanden oder die vorhandene Garnison nicht ausreichend ist, wie Arbeiter angekündigt, daß er keinerlei Rundgebungen zukaffen Roubaix, find Truppen gesendet worden. Der Präfekt von Marseille hat in einer Unterredung mit Delegirten der Der Oberbürgermeister: würde. Die Delegirten erklärten, dennoch die geplante Sundgebung veranstalten zu wollen, da sie sich in dieser Beziehung gez. Jäger. dazu: Annähernd 4 Wochen befindet sich der Vorstand obenge- Minister des Innern Conftans die Maßregeln mit, welche gegen Arbeiter! Handwerker! Bürger! bemerkt die Freie Presse" gebunden hätten. Parié, 30. April. Im heutigen Ministerrathe theilbe der nannter Kommission im Besitze eines Schreibens des Herrn PolizeiInspektors, wonach der Demonstrationszug durch von der Polizei- etwa beabsichtigte revolutionäre Rundgebungen am morgenden behörde bestimmte Straßen gestattet war, nachdem der Sprecher der Lage getroffen sind. Die Zahl der in Paris angesammelten Truppen Kommission, Herr G. Meyer, mit Namensunterschrift im Auftrage der sei größer als diejenige, welche alljährlich zur Revue im Longchamps Kommission, fowie des ganzen Bollsvereins für die Aufrecht zusammengezogen wird. Eine Störung des Verkehrs würde nirgends erhaltung der Ordnung eingetreten war. Und jetzt auf einmal geduldet werden. Der Minister bemerkt, der Kammerpräsident In Sachsen hat bekanntlich das Ministerium alle dieses Verbot mit der klassischen Begründung, wonach unter loquet halte es nicht für nothwendig, die Entfendung besonöffentlichen Umzüge zur Maifeier verboten. Sehr zeit- Hinweis auf den in Barmen verbotenen Umzug auch der hiesige derer Truppen zum Schutze der Rammer zu verlangen. Alle Argemäß bringt der Leipziger Wähler" das Schreiben zum mit Rücksicht auf die öffentliche Ordnung zu verbieten ist. Wohl beitergruppen würden auf der Quaftur ber Kammer zur UeberAbdruck, welches der Amtshauptmann( Landrath) Plazmann Monarchie öffentliche Umzüge verboten worden, aber hier ist daß dieselben nicht durch mehr als 5 Delegirte vertreten wären. sind auch in einer Anzahl anderer Städte der preußischen reichung von Bittschriften zugelassen werben, unter der Bedingung, am 2. mai vorigen Jahres an das Festkomitee in Leipzig das Verbot, nachdem die Kommission die Genehmigung schon in anläßlich des Rücktritts des Botschafters in Petersburg, Labou Ueber die Verschiebung innerhalb des diplomatischen Korps richtete, um seinen Dank für die musterhafte Drd Händen und alle Vorbereitungen getroffen hatte,...... ... umso nung, mit der die Feier verlaufen war, auszusprechen. unbegreiflicher, als die Behörde durch öffentliche Bekanntmachungen lane, ist noch keinerlei Entscheidung getroffen. Dieselbe wird erst Nun wenn die Behörden sich nicht einmischen, wird weiß, daß der Verein zur Ausgestaltung der Demonstration erfolgen, sobald Laboulaye dem Kaiser von Rußland nach dessen in solchen Fällen stets die musterhafteste Ordnung herr- sich Kosten auferlegt hat und seit länger denn vierzehn Tagen Rückkehr aus der Krim sein Abberufungsschreiben überreicht schen. Herr Plazmann aber soll für jenes Dankschreiben die bei der Behörde angemeldeten Inschriften, welche als Trans- haben wird. eine Nase bekommen haben jedenfalls segelt das neue parente im Zuge getragen werden sollten, der Genehmigung Aus Belgien liegen folgende Meldungen vor, und zwar sächsische Ministerium im alten" Kurs des Herrn Nostiz- harren. Hier, wo es sich um die Arbeiterpartei handelt, die zu aus Brüssel: einer friedlichen, aber imposanten Demonstration sich vereinigen Die Maifeier in den Industrie Gebieten wird nahezu eine Wallwig traurigen Andenkens. will, um für eine vorzunehmende Kulturthat, die Verkürzung der allgemeine sein, in den Städten eine theilweise. Im Lütticher In Riesa( Sachsen) kam es vorigen Donnerstag, demonstriren, verkriecht die Behörde sich hinter den Beschluß der feiern, während andere behaupten, die Bahl werde nicht 5000 Arbeitszeit, die Einführung des Achtstunden- Arbeitstages zu Revier werden nach Angabe sozialistischer Blätter 12 000 Arbeiter wie wir im Leipziger Tageblatt" lesen in diesem Nachbarstadt Barmen, weil auch diese einen Umzug verboten hat. übersteigen. Reforme" seht ihre Bernühungen fort, dem GeneralFall einer unverdächtigen Quelle zu einer mörderischen Dieses Verstecken hinter den Barmer Beschluß ist um so mert ausstand vorzubeugen. Die Garnison von Charleroi ist um zwei Brügelei, mit thätlichem Widerstand gegen die Staatsgewalt würdiger, als die Stadt Elberfeld sonst immer strenge darauf Eskadrons verstärkt. Andere Eskadrons gehen nach Fontainefurz, was man einen Aufruhr zu nennen pflegt. sieht, der Nachbarstadt Barmen nichts nachzuahmen und eine ge-' Eveque und Tamins ab, um so eine Verbindung der AusstänNur daß es leider nicht Sozialdemokraten waren, sondern wisse Führerrolle in dieser Städtegruppe behauptet. Es ist be- digen von Charleroi mit denen im Zentrum des Landes und im - Soldaten, die ja gegen Sozialdemokraten helfen dauerlich, daß die Behörde Elberfelds durch das Verbot sich um Sambregebiet abzuschneiden. Morgen Abend um 61/2 Uhr findet den Ruf der Toleranz gebracht hat, den sie bisher unbestritten hier eine Versammlung der Ausständigen in der Börse statt. follen, wie gewisse Staats- Schlaumeier sich einbilden. befaß. Nach der Versammlung ist ein Straßenumzug in Aussicht ge nommen. = 10 Der Bergarbeiterstreik wird von den biederen Die Parteigenoffen in Köln a. Rh. richten an das dortige Kohlenbaronen nach Kräften fruttifizirt. Der verschärfte Polizeipräsidium ein Gesuch, am 3. Mai zwischen 3 und 4 Uhr § 153 genügt schon nicht mehr.- Die Rheinisch- west- Nachmittags einen Umzug durch die Stadt abhalten zu dürfen phälische Zeitung", das progigste Organ" dieser Prozen- dasselbe wurde rechtzeitig bewilligt, ob es nach berühmten Mustern Gesellschaft, fordert in seiner gestrigen Nummer sogar die noch nachher verboten wird, ist abzuwarten. Berbannung( Landesverweisung) aller Heyer". Nun, wir haben gar nichts dagegen einzuwenden, sintemalen die Herren Kohlenbarone die schlimmsten Hezer" sind. Würden diese Patrone nach Kamerun oder in sonst eine liebliche Kolonie verschickt, so geschähe ihnen Recht und wir hätten Ruhe im Land. Ueber die künftige franzöfifche Zollpolitik wird aus Paris telegraphirt: Die gemäßigten Bolltarife scheinen alle Aussicht zu haben, angenommen zu werden. Die Kammer ist bereit, der Regierung weitgehende Unterhandlungsfreiheit mit auswärtigen Mächten zu gewähren. Freycinet erklärte gegenüber Marseiller Abgeordneten, das Kabinet werde die Vertrauensfrage bezüglich Der Zolltarife nicht stellen. Die Franks. 8tg." berichtet aus Budapest, daß in Drsova ein 30- bis 40jähriger Mann, Namens Glikom, von ungarischen Gendarmen verhaftet worden, der geständig sei, den Minister Beltschev unter Mithilfe zweier Komplizen ermordet zu haben. Aus Valparaiso( Chile) wird gemeldet, daß am Dienstag Abend eine Dynamitbombe in Balmaceda's Balaft geworfen wurde. Die Bombe explodirte, es wurde aber Niemand verwundet. Der Attentäter ist bisher unbekannt geblieben. arbeiter in Bubna. " Aus Chaleroi: Heute Abend sind zwei Schwadronen Lanziers von Brügge hier eingetroffen. Bis jetzt ist hier und in der Umgegend Alles vollkommen ruhig. Auch aus Italien sind die Nachrichten wieder sehr zahlreich. Aus Oesterreich liegt folgende Meldung vor: Besonders hier läßt der Telegraph das halbe Dugend Anarchisten Der Prager Polizeidirektor hat jämmtliche Polizei- Italiens vertausendfachen. Den Nachrichten ist größtes Mißkommissare zu sich berufen, um sich mit ihnen betreffs der Maß- trauen entgegenzubringen. Depeschen aus Rom berichten folnahmen am 1. Mai zu besprechen. Alle Arbeiterversammlungen gendes: sind an diesem Tage verboten, mit Ausnahme jener der Metall- Staatswerte, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Eine Regierungsverordnung verbietet den Arbeitern der Der Politit" zufolge ist gestern gegen den Pfarrer Lischka Die Anarchisten fordern die Arbeiter auf, sich morgen in in Kladno ein Dynamit- Attentat von anscheinend(!) der Anar- Trastevere einzufinden und von dort geschlossen durch die Stadt chiften- Partei(!!) angehörenden Arbeitern verübt worden. Im nach dem an deren äußersten Ende gelegenen Platz Santa Croce Pfarrhause wurden mehrere Fenster zertrümmert und die Mauern zu marschiren. Da Aufzüge verboten sind, wollen sie offenbar beschädigt. Personen sind nicht verlegt worden, da die Haus- hiermit einen Konflikt provoziren. Die Polizei hat die um bewohner noch im Hintergebäude schliefen. Daß es in Dester- fassendsten Maßregeln zur Verhütung eines solchen getroffen. reich feine Anarchisten giebt, weiß die" Politit" ebenso gut, wie Am Thore der Kavallerietaserne in Palermo explodirte wir, aber auf eine Lüge mehr kommt es einem verlogenen Blatte nicht an, besonders, wenn man den Arbeitern etwas am Beuge flicken kann. Bourgeois bleibt Bourgeois, ob er im heiligen Rußland oder im konstitutionellen Deutschen Reich, oder im parlamentarischen England, oder in der freien Schweiz lebt, dies ersteht man auch aus den Debatten des Basler Großen Rathes über die Mai feier, aus denen wir das wesentlichste wiedergeben wollen: Das Basler Baudepartement hatte im Einverständniß mit der Regierung beschlossen, seinen Arbeitern für den 1. Mai auf bezügliches Gesuch hin, sofern die Verhältnisse es gestatten, Urlaub zu gewähren. Dies veranlaßte den Spenglermeister Nutsch mann, die Regierung über diesen bekannt gewordenen Beschluß zu interpelliren. Der Vorsteher des Baudepartements, Regierungsrath Falkner, bestätigte die Angaben und rechtfertigte sie durch die bisherige Uebung bei Urlaubsgesuchen. Der Interpellant ertlärte sich nicht befriedigt und stellte den Antrag, der Große Rath folle mit Dringlichkeit die betreffende Verfügung des Baudepartements aufheben. Mit großer Mehrheit wurde die Dringlichkeit beschlossen und die Behandlung des Antrages auf den Nachmittag verschoben. Punkt drei Uhr stellte sich der Rath fast Die Nachrichten häufen sich immer mehr, die aus dem Aus- vollzählig ein. Malermeister Vogt, Vizepräsident des Gewerbelande sind vor allem dadurch bemerkenswerth, daß in denselben vereins, motivirte den Antrag auf Aufhebung der Verfügung des die Anarchisten eine so große Rolle spielen. Wer wie wir Baudepartements. Nach längerer Debatte wurde ein Antrag weiß, daß in ganz Europa taum ein paar Dußend dieser merk Göttisheims angenommen, die Regierung, weil sie kompetent gewürdigen Sorte von Menschen existirt, der muß annehmen, daß handelt, nicht zu desavoniren, dagegen die Feier des 1. Mai statt die zahlreichen Anarchisten, über deren Pläne der offiziöse Draht des 3. Mai als unnüze Provokation zu erklären. so viel zu melden weiß, wohl aus den Polizeidirektionen der be- Die Abstimmung ergab in der Schlußabstimmung 68 Stimmen treffenden Staaten stammen und ihre Begeisterung und ihren für die motivirte Tagesordnung Göttisheim. Eifer sich aus den verschiedenen Geheimfonds in baarer Münze -17 150 Bur Maifeier. vorgestern eine mit Pulver, angeblich auch mit Dynamit, gefüllte Blechtiste. Dar Feuer war mit einer Lunte gelegt worden. Nur geringer Schaden erfolgte; Verluste an Menschenleben sind nicht zu 8 bellagen. Gerüchtweise verlautet, daß die Explosion von Anarchisten herbeigeführt sei. Aus Lissabon in Portugal wird telegraphirt: hat die Polizei Arbeiterversammlungen für morgen gestattet. Gegenüber den friedlichen Versicherungen der Arbeiterführer Wiewohl man teine Unruhen besorgt, so sind doch alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Weitere Depeschen über die Maifeier finden unsere Lefer am Schluffe der 1. Beilage, Korrespondenzen und Parteinachrichten. " Rathenow. Am 27. April fand hierselbst eine sehr start besuchte öffentliche Versammlung des Vereins zur Erzielung volksthümlicher Wahlen statt, in welcher Genosse Peus aus Berlin über das Thema: Der Fluch der Armuth" referirte. Der Vortragende zeigte der auch von vielen Frauen besuchten Versammlung, wie heuchlerisch das Gerede von der glücklichen Armuth sei, wie alle wünschenswerthen Kultureigenschaften des Menschen sich nur unter der Voraussetzung eines gewissen Wohlstandes entwickeln tönnten. Der einseitige Reichthum freilich, der auf Kosten der vielen armen Arbeiter auszahlen lassen. Wir geben auch die Meldungen über die vers Aus Paris liegen eine Reihe Depeschen vor, welche wir lebe, sei allerdings verderblich. Gewiffenlosigkeit, Ideallosigkeit, Hochmuth, Dünkel, Einbildung, Eitelkeit und äußerliche Scheinschiedenen anarchistischen" Anschläge für den 1. Mai wieder, hier wiedergeben: bitten aber unsere Leser, das hierüber bemerkte im Auge zu be- Maifeier das Programm für den 1. Mai festgestellt. Darnach thums. Nicht der Reichthum an sich, sondern der der Armuth Gestern Abend um 9 Uhr hat der Generalausschuß für die bildung gepaart mit Grausamkeit, Wollust, Dummheit und Gestern Abend um 9 Uhr hat der Generalausschuß für die Heuchelei feien die verderblichen Folgen des einseitigen Reichhalten. follen überall Maueranschläge Arbeiter und Arbeiterinnen aufgegenüberstehende Reichthum, die Kluft zwischen Reich Die wichtigsten Meldungen aus Deutschland sind die rufen, energisch Minimallöhne und den Achtstundentag zu fordern. und Arm sei die Ursache aller moralischer Laster der heutigen folgenden: Paris möge hinter London, Berlin, Brüffel, Mailand, Barcelona, Gesellschaft. Werde daher durch die Ueberführung des Privat Aus Neustadt a. S. meldet die Franff. 3tg.": Das hiesige New- York nicht zurückbleiben. Die Forderungen sollen solidarisch eigenthums an den Arbeitsmitteln in Gemeineigenthum der folibarifcheesellschaft. daher butteln in Bezirksamt hat als Distriktspolizei soeben unter Berufung auf gestellt werden, falls man sie verweigere, mögen die Arbeiter Gegensatz zwischen Reich und Arm aufgehoben, so sei das Vereinsgesetz den Umzug der Sozialdemokraten am 3. Mai e faltblütig auf revolutionärem Wege erzwingen. Sämmt als eine Gefährdung der offentlichen Ordnung und Sicherheit lichen Behörden werden am 1. Mai die gedruckten For: die zweifellose Folge. Gegner meldeten sich nicht zum Wort und eine unermeßliche Hebung der ganzen moralischen Kultur verboten und das Verbot auch auf das beabsichtigte Waldfest, derungen persönlich überreicht werden. sowie den abendlichen Ball ausgedehnt. Es wird morgen Returs der Departements wird eine auf die Forderungen bezügliche Bedeutung unserer Beit aufmerksam gemacht hatte, schloß die Eine Abordnung nach dem noch Peus auf die Wichtigkeit der Presse und die große an die Regierung in Speyer ergriffen. Petition der Kammer und den Ministern überreichen.( Abends Versammlung nach einstimmiger Annahme einer entsprechenden Au3 Fürth( Bayern) wird uns geschrieben: Der Magistrat soll eine anarchistische Kundgebung auf dem. Place de la Resolution mit einem dreifachen Hoch auf die den Fluch der hat einen für den 3. Mai projektirten Festzug verboten und das république versucht werden, obwohl der Polizeipräfekt die Armuth aufhebende Sozialdemokratie. Bezirksamt hat sich diesem Verbot angeschlossen. Gründe wurden strengsten Maßregeln angeordnet hat.) Bei dem gestern stattgehabten Jahresbankett der Syndikats- Mainz, 30. April. Der Vertrauensmann der hiesigen lich wurde es den Behörden schwer, für dieses Bauhofchende tammern, an welchem gegen 500 Personen theilnahmen, wies der Partei, Karl Konrad, wurde wegen Vergehens gegen§ 130 bes zu finden. Gegen Sozialdemokraten kann man sich ja solche Will Kammerpräsident Floquet in längerer Rede auf die am 1. Mai Strafgesetzbuches, begangen durch Sonderabdruck des Most'schen zu erwartenden Kundgebungen hin und bemerkte, die Republit Proletarierliedes und der Arbeiter- Marseillaise für das WeihnachtsAus Offenbach wird gemeldet: Auf die Beschwerde an das dürfe unter feinen Umständen mit der Gewaltthätigkeit pattiren fest der Fachvereine von Mainz, zu zwei Monaten Gefängniß Kreisamt gegen den ablehnenden Bescheid der hiesigen Polizei- und fügte hinzu, die soziale Frage sei eine Lebensfrage verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 6 Monate beantragt. Der die mit Eifer studirt werden müsse. mitangeklagte Redakteur der Mainz. Bolksztg.", G. Sprenger, verwaltung wegen Abhaltung eines Zuges ber hiesigen Fach ersten Ranges, und Unterſtügungsvereine am 3. Mai erhielt der Beauftragte Floquet gab der Hoffnung Ausdruck, es möge fich aus in deſſen Druckerei die Lieder gedruckt waren, wurde frei dem Sozialismus eine Politit entwickeln, welche alle gesprochen. folgenden Bescheid: tür erlauben. * Theater. Freitag, den 1. Mai, Opernhaus. Militaria. Schauspielhaus. Der Bibliothekar. Leffing- Theater. Ultimo. Berliner Theater. Der Veilchenfreffer. Deutsches Theater. Die Kinder der Excellenz. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Saint Cyr. Wallner Theater. Des Teufels Weib. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance- Theater. Der Giftmischer. Chomas- Theater. Der Millionenbauer. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Große SpezialitätenVorstellung. Neue Walhalla. Sommer- Theater? im Ausstellungs- Part Hafenhaide. Morgen: Eröffnung. Engagirtes Personal: Mons. Loisset mit seinen dressirten Klapperstörchen, Gänsen und Affen. Madm. Clairmont, schneid. Chansonette der Welt. " Ardel u. West, gen. die Zulu- Kings", m. einer neuen hochkomisch. Pantom. Geschw. Bertini, Gesangs- und TanzDuettisten. ald Prl. Waldowski, weiblicher Komiker. Universal- Humorist Edi. Rennert, Instrumental- u. Gesangs- Komifer. Avellapos, span. Mandol. u. GuitarrenQuartett. Gustav Rose, Gesangs- Humorist. Kapelle: Mufifdir. Bachhofer m. b. Bausorchester. Entree 30 Pf., Vorverk. 25 Pf., Parquet 50 Pf., Sperrsiz 75 Pf., Loge 1 M. Rasseneröffnung 4 Uhr. Theater der Reichshallen. Große Anf. d. Konzerts 5 Uhr, d. Vorst. 1/27 Uhr. Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Vorläufige Anzeige: Berliner Hippodrom. Etablissement Buggenhagen Größt. Bergnügungspark d. Reſidenz am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Bratweil'sche Bierhallen Täglich: Grosses Concert ausgeführt von der Kapelle des MufitDirektor H. Sanftleben unter Mitwirkung des Opernsängers u. Konzertmalers Signor Travieki aus Rom. Neu Empfehle zugleich meiner Frühstücksund reichhaltigen Mittagstisch, sowie 6 Billards, 8 Regelbahnen und einen Am Kurfürstendamm, Ede Joachimthalerstr., Station Zoolog. Garten. Mittwoch, den 6. Mai: Gröffnungs- Vorstellung. Gänzlich neue Reit- u. Fahr- Produktionen, Wettrennen, SteepleChase, Röm. Wettfahren u. Reiten. Sam Lockart's 6 Riesen- Elephanten. Der Fenermensch Revalli! Die fliegenden Fernandez, ferner Auftreten des gesammten Künstler- Ensemble. Im großartigen neu angelegten Parte Grosse Militär- Konzerte. Anfang des Konzerts 4 Uhr, der Hippodrom- Borstellung 7 Uhr. Am Himmelfahrtstage: Unserm Freunde und Genossen Fritz Rogge zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch! daß die ganze Luckhardt'sche Bude wackelt und bei Achtung. Den Mitgliedern der ,, Arbeiter- Bildungsschule" zur Nachricht, Bahl alle Korten von den Weißbier- daß die Schulen am 1., 2. u. 3. Mai der Maifestlichkeiten frufen springen. Frize, Du machst wegen geschlossen bleiben und den Unterricht erst am Montag, den 4. Mai, den Taucher und Otto den Fliegentanz. wieder beginnt. [ 103/16] Der Vorstand. Det stimmt ganz bestimmt. 642 b Deine Freunde, Tul& Nahila. Am Maientag zum Wiegenfest grüßt sein Mitglied Eduard Grantzow 638b ben ,, Tugendschwestern" zum Trut Der Club der Baddhas. Todes- Anzeige. Mittwoch, den 29. d. Mts., Vormittags 8 Uhr, starb nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Mathilde Derda geb. Hartz im 43. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 2. Mai, Vormittags 10 Uhr, vom Trauerhause, Anklamerstr. 44, aus statt. Um stilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen. A. Derda, Schuhmacher. Danksagung. Grosse öffentliche Korbmacher- Versamml. am Freitag, den 1. Mai, Abends 9 Uhr, bei Roll, Adalbertstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Joseph über: Die Bedeutung des 1. Mai." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Alle Kollegen werden bringend ersucht, zu erscheinen. Der Einberufer. [ 189/10] Deffentliche Versammlung der Bildhauer Berlins F heute, 1. Mai, Abends 8 Uhr, bei Gaillard, Prinzenftr. 87. Zages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai. 2. Bericht über die Thätigkeit der St.- R.- Kommission, 3. Wahl der Delegirten zum Kongreß der Bildhauer. 4. Verschiedenes. NB. Die Marken für den Fonds der General- Kommission sind vom Freitag ab zu haben. Um rege Theilnahme bittet Die Kommission der Bildhauer. 117/15 Für die vielen Beileidsbezeugungen, Interessenverein der Buchdruckerei- Hilfsarbeiter die mir aus Anlaß des Dahinscheidens meines geliebten Mannes geworden, sowie für die große Betheiligung bei der Beerdigung sage hiermit meinen herzlichsten Dant. Minua Sicel, 640b geb. Böhm. Tischler- Verein. Sonnabend, den 2. Mai, Abd. 9 Uhr, Adalbertstr. 21, bei Roll. General- Versammlung Tagesordnung: dt Berlins und Umgegend. Sonntag, den 3. Mai: Mai- Feier, Herrenpartie nach den Rüdersdorfer Kallbergen unter Führung von Rüdersdorfer Genossen. Treffpunkt: Morgens 6 Uhr, Restaurant Märkischer Hof, Koppenstraße ( Ecke Schlesischer Bahnhof). Abfahrt 6,31 nach Ertner, Arbeiter- Billets à 50 Pf. Nachzügler: Treffpunkt siehe Zirkular. 20 127/3 Der Vorstand. Achtung! Möbelpolirer! Freitag, den 1. Mai, Abends 8 Uhr, 630b in Breuer's Salon, Grosse Frankfurterstrasse No. 74: 1. Raffenbericht vom 1. Vierteljahr. 2. Bericht über die Bibliothek. 3. Abrechnung vom Ostervergnügen. 4. Beschlußfassung über das diesjähr. SommerGroße öffentliche Versammlung 2 Vorstellungen. vergnügen u. Stiftungsfestes. 5. Unter sämmtlicher Möbelpolirer Berlius und Umgegend mit Damen Um 4 und Uhr. 653L großes und kleines, Saal zu Bergnügungen und Ber- Vereinszimmer, ist zu vergeben fammlungen. 703 F. Sodtke. 634L SW., Simeonstr. 23 b. Flick. stüßungsgesuche. Das Quitttungsbuch legitimirt. Der Vorstand. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt zu Gunsten des Achtstundentages. Zagesordnung siehe im gestrigen Inserat. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tang. Sonntag, den 3. Mai: Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-1, Familien- Ausflug nach Friedrichshagen. Buntt 7 Uhr. Arbeiter- Billets hin und zurück 80 Pf Castan's Panopticum. Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung. etzt: Friedrichstr. 165. مل Neu: Azteken. Prof. Dr. R. Koch im Laboratorium. Geöffn. v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Mai- Feier. Am Sonntag, den 3. Mai, Morgens 8 Uhr, findet in der Gräfl. Reischach'schen Brauerei in Stralau Fein Frühschoppen statt, zu dem alle Freunde und Genossen mit Familie eingeladen werden. Treffpunkt: Am Schlesischen Thor früh Morgens 71/2 Uhr pünktlich. 231/11 Sammelpunkt früh 6 Uhr b. Henke. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof J. A. der Kommission: C. Schönicke. Freie Vereinigung d. Graveure u. Ciseleure. Am 3. Mai: Ausflug nach Friedrichshagen( Seeschlößchen). Da uns der geplante Separatzug nicht gestellt wird, empfehlen wir die Benutzung der Arbeiterzüge. Für Unterhaltung ist Sorge getragen. Der Unterzeichnete giebt jede gewünschte Auskunft in der heute Abend, 1. Mai, vom Vertrauensmann bei Schmiedel's, Alte Jakobstr. 82, einberufenen M. Ahrbach. Passage- Panopticum. Bon Bachm. 4 Uhr ab in den ,, Zentral- Festsälen", Oranienſtr. 180: Bersammlung. Unter d. Linden 22/23. 11-1 u. 5-9 U. Ball, Feftrede und Vorträge, 644b Knabe unter Mitwirkung des Gefangvereins Brehelschluß"( Mitgl. des A.-S.-B.). Arbeiter- Maifeier mit 2 Köpfen.öchſtr. 21, IV; A. Sündermann, Staligerstr. 122; A. Fricke, Adalbertstr. 53, Billets à 30 Pfg.( inkl. Tanz) sind zu haben bei den Herren A. Wilde, Esau- Lady und A. Ringe, Reichenbergerstr. 158. Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Im SpezialitätenTheater 6-10 he Neu! Minnie Caß, 10jährige Soubrette. Gebr. Forès, Inftrumentalisten. Sgr. Rappo, Jongleur. Jika Scherz. Laura Zimmermann. Sigmund Stein. Mr. Wrighton. Maifeier der 162/2 Der Vorstand. für Weißensee und Umgegend am Sonnabend, den 2. Mai, Abends 8 Uhr, im Vereinshaus ( Biftoria- Saal), Charlottenburgerstraße, wozu die Arbeiter Weißensee's und Umgegend freundlichst eingeladen werden. 334/18 Das Komitee. Fachverein sämmtlicher in der MusikDrechsler und Berufsgen. Berlins Instrumenten- Industrie beschäftigten Arbeiter. am Sonntag, den 3. Mai, Vereins- Versammlung int Friedrichshagen( Seeschlößchen). am Sonnabend, den 2. Mai, Abends 8/2 Uhr, in Keller's Salon, Bergstr. 68. Welt- Restaurant. Abfahrt: Schlesischer Bahnhof 605, 631, 70 auf Arbeiter- Retourbillets à 30 Pfg. 97. Dresdenerstraße 97. Täglich Auftreten der 159b Marken zum Maifonds sind zu haben beim Kollegen Plagens, Bärwaldstraße 9, H. I. I., und am Sonnabend, den 2. Mai, in folgenden Zahlstellen: Dresdenerstr. 116, Restaur. Gründel; Reichenbergerstr. 16, Rest. Päkold; Mendelsohnftr. 2, Restaurant Konsolke; Zossenerstr. 35, Restaurant Talke; und des vorzügl. Adolf Gödike als Stralsunderstr. 20, v. I, beim Kollegen Freithaler. Norddeutsch. Sänger angeftr. 84, Reſtaur. Giersch; Mariannenplay 13, Restaur. Strohmeier Greifenberger. Rheinländischer Tunnel, gen. Die fidele Nagelkifte" Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Ausschant von vory. Lagerbier à Seidel 10 Pfg. bei guter musikalischer Unterhaltung u. aufmerksamer Bedienung. Urgemüthliche Kneiperei. H. Schulze( mit'u z). Bestellungen auf Musik für jedes Vorkommniß werden im Lokal entgegengenommen. 565L Möbel, Spiegel and Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Klavierunterricht ertheilt Bettin, Bres Iauerstr. 27, v. III r. Auf Violine erste Anfangsgründe. 623b Mai- Feier ber 136/15 Bimmerer Schönebergs und Umgegend Verband deutscher Zimmerlente 1 Sonnabend, den 2. Mai cr.: 32E Familen- Kränzchen in der Schöneberger Schloßbrauerei. Anfang 8 Uhr. Entree für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Große öffentliche Versammlung Der Maler, 186/35 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheit und Verschiedenes. Der Vorstand. Verein der Einsezer( Tischler) Berlins und Umgegend. Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 1012 Uhr, Neue Friedrichstraße 44. Grosse Versammlung. E Tagesordnung: 1. Die Maifeier. 2. Verschiedenes u. Fragetasten. Gäste find willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Ebenfalls machen wir bekannt, daß wir uns zur Mai- Feier dem Klavierarbeiter- Verein angeschlossen haben, welche am Sonntag, den 8. Mai, Nachmittags, in der Reischach'schen Brauerei in Stralau stattfindet und bitten daher, recht zahlreich an dieser Feier Theil zu nehmen. Vergolder, Vergolderinnen und Berufsgen. Am Sonntag, den 3. Mai 1891, findet in Jakob's Restaurant"( Treptow), Alte Köpnicker Landstraße, Der Vorstand. die diesjährige Maifeier statt. Anstreicher u. Berufsgenossen Berlins u. Umgeg. Familien werden hierdurch eingeladen. am Sonntag, den 3. Mai, Vormittags 8½½ hr, in Gratweil's Bierhalles, Kommandantenstrasse 77-79. Zages Ordnung: 1. Die Bedeutung des 1. Mai und der Achtstunden- Arbeitstag. Referent: Regierungs- Baumeister a. D. Herr Kekler. 2. Abstimmung der Resolution. Die Feltzeitung erhalten die Theilnehmer gratis. Um rege Betheiligung ersucht Der Vertrauensmann. Marseillaise für Zither mit Text 50 Pf., sowie größte Auswahl in Bithern, Violinen, allen Blasinstrumenten u. Musikwerken mit Marseillaise 2c. 2c.[ 557L August Kessler, aufkerfraße 51. #Theilzahlung gestattet. E 216/5 Sämmtliche im Gewert beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen mit Feftrede. Abstimmung der Resolution. Nachher: Tanz, abwechselnd mit interessanten Vorträgen. Treffpunkt: 1/22 Uhr am Schlesischen Bahnhof. Das Agitations- Komitee. Fachverein der Puter. 828/9 Am Sonntag, den 3. Mai, Vormittags präzise 11 Uhr, in den Bürger- Sälen, Dresdenerstraße 96: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. 246/13 Die Festzeitung wird an der Kontrolle gratis vertheilt. Beiträge werden in dieser Versammlung nur von 10 bis 11 Uhr von dem Kassirer entgegens genommen. Um pünktliches Erscheinen bittet Berantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Der Vorstand. Hierzu zwei Beilages 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 100. Wähler des 17. KommunalWahlbezirkes. In turzer Zeit steht unserem Bezirke die Stichwahl für die Kommunalwahl bevor. Kandidat der sozialdemokratischen Partei ist unser bewährter Genosse, der Zigarrenfabrikant W. Börner. Es gilt, ihm zum Siege zu verhelfen und durch seine Wahl Protest zu erheben gegen die deutschfreisinnige Parteiherrschaft im rothen Hause. Auf zu reger und unermüdlicher Agitation Das Wahlfomitee. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 111. Sigung vom 30. April, 1 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Malhahn, Don Marschall, Präsident des Reichs- Eisenbahnamts Dr. Schulz. Gingegangen ist ein Nachtrag zum Etat für 1891/92. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung der zwischen dem Reich und Marokko am 1. Juni d. J. in Fez abgeschlossenen Handelskonvention. Dieselbe wird in erster und zweiter Lesung akzeptirt. Freitag, den 1. Mai 1891. suchen. 8. Jahrg. Den Petenten und auch uns ist es einerlei, welcher Religion der der Minister Veranlassung nehmen, die Angelegenheit zu unterWucherer angehört. Wir wollen den Schutz des wirthschaftlich Schwachen; reicht das Gesetz von 1880 nicht aus, so muß es verschärft werden. Abg. v. Strombeck( Zentrum) befürwortet seinen Antrag auf ueberweisung der Petitionen an den Reichskanzler zur Berücksichtigung. Abg. Munckel( dfr.): Daß man bei den jüdischen Geschworenen die Ungeeignetheit voraussetzt, ist doch etwas sonderbar. Gegen den Amtsgerichtsrath Alexander in Königsberg ist das Disziplinar verfahren eingeleitet worden, weil er einem freisinnigen Wahlverein angehört und auch in demselben gesprochen habe. Das Abg. Stadthagen( Soz.) spricht sich für diesen Antrag aus, Gericht hat allerdings sich nicht darauf eingelassen, zu beweisen, Es würde baare Thorheit sein, blos den Judenwucher aus dem daß die freisinnige Partei eine reichsfeindliche sei. Ich hätte Lande zu schaffen, jede Art des Wuchers müßte ausgerottet wer- gern darüber eine rechtskräftige Entscheidung gehabt.( Heiterden. Auch die Vertheuerung des Branntweins zu Gunsten der feit.) Das Urtheil des Disziplinargerichts gebe dem Amtsaber die Gründe geben Großgrundbesitzer, die Vertheuerung des Zuckers, die Vertheuerung gerichtsrath Alexander Recht, des Brotes durch Getreidezölle seien ganz ebenso Mucher, nicht ihm Unrecht. Der Justizminister wollte Justizminister wollte dieses Urtheil minder die Lohnvorenthaltung, durch welche die Arbeitgeber die nicht kritisiren; wir stehen hier vor einer Lücke. Es muß dafür Arbeiter auf's Schwerste schädigten. Eine endgiltige Lösung gesorgt werden, daß Rechtsmittel gegen solche Urtheile gegeben der Wucherfrage werde erst durch die Umgestaltung unserer werden. ganzen Staats- und Gesellschaftsordnung herbeigeführt werden. Geh. Rath Lucas erklärt, daß der OberlandesgerichtsAbg. Münch( dfr.): Ich will jeden Wucherer, auch den Präsident in Breslau nicht als Richter, sondern als oberster christlichen verbrannt haben. Daß Judenwucher sich mit Juden Justiz- Verwaltungsbeamter gehandelt habe; die Bezugnahme auf deckt, ist nicht richtig. Herr Liebermann von Sonnenberg hat den Fall Alexander ist also hinfällig. von unsauberen Papieren gesprochen; ich habe hier Papiere vor Abg. Spahn bittet den Minister, dem Hause Exemplare der mir, welche noch unsauberer sind; es find Ehrenscheine, welche Gutachten der verschiedenen Regierungen über das neue Bürgerunterschrieben und nicht eingelöst sind.( Abg. Liebermann liche Gesetzbuch zur Verfügung zu stellen. v. Sonnenberg: Lüge! Präsident v. Levehow ruft den Zwischenrufer wegen dieses ganz ungehörigen Ausdrucks zur Ordnung.) Ein inzwischen eingegangener Antrag auf Schluß der Diskussion wird genügend unterstützt. Vor der Abstimmung bezweifelt Abg. Böckel die Beschlußfähigkeit des Hauses. Das Bureau ist über die Nichtbeschlußfähigkeit einig, es muß also die Sizung aufgehoben werden. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Freitag 2 Uhr.( Kleinere Vorlagen, Es folgt die zweite Berathung des zwischen dem Deutschen Branntweinsteuer- Gesetz.) Reich, Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Desterreich- Ungarn, Rußland und der Schweiz ant 14. Oktober v. J. in Bern abgeschlossenen internationalen Úebereinkommen über den Eisenbahn Frachtverkehr. Das Uebereinkommen wird in seinen einzelnen 60 Artikeln genehmigt, die eingegangenen Petitionen werden für erledigt erflärt. Die Gefeßentwürfe betreffend die Prüfung der Läufe und Verschlüsse der Handfeuerwaffen und betreffend den Schutz von Gebrauchsmustern werden in dritter Berathung ohne Debatte endgiltig genehmigt. Abgeordnetenhaus. 78. Sigung vom 30. April. 11 Uhr. Am Ministertische: von Berlepsch, von Schelling und Kommissarien. Die zweite Berathung des Etats wird fortgesetzt und zwar beim Etat der Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung und zwar bei deu Einnahmen. Minister von Schelling sagt die Erfüllung dieser Bitte zu. Abg. Krause( ntl.) empfiehlt eine Reform der Strafgerichts. frage. Auch die Frage der Entschädigung unschuldig Verurtheilter werde nicht mehr von der Tagesordnung verschwinden, die Sühnepflicht des Staates muß festgestellt werden. Preußen sollte seine dominirende Stellung im Reiche benutzen, um diese Fragen durchzuführen. Abg. Zelle bittet den Minister, die Vorschriften über die Zulaffung der Referendare einheitlich erfolgen zu lassen. Abg. Stöcker( f.): Es verdient hohe Anerkennung, daß ein hoher Staatsbeamter die Schäden zugiebt, welche aus dem Judenthum entstehen. Es giebt Leute, welche überhaupt das Mißtrauen haben, daß die Juden nicht objektiv sein können. Die jüdischen Richter können sich doch beruhigen. Juden werden jetzt schon Ober- Landesgerichtsräthe. Das ist keine gedeihliche Entwickelung. Abg. Munckel( dfr.): Serrn Stöcker mag vor einem jüdischen Richter nicht wohl sein; aber einem Juden wird auch nicht wohl sein, wenn Herr Stöcker der Richter wäre.( Zustimmung links. Buruf: Wird verbrannt!) Abg. Stöcker( t.): Herr Munckel hat selbst zugestanden, daß die Juden über mich nicht objektiv urtheilen können. Ich glaube objektiver urtheilen zu können. Von christlicher Liebe weiß Herr Munckel nichts; bei ihm hat die Taufe auch nicht gewirkt. Abg. Munckel: Von christlicher Liebe spricht Herr Stöcker. Ich habe ihn und seinen Amtsbruder Witte versöhnt, habe den Prozeß beigelegt, indem ich und mein Kollege die Kosten für die Herren übernommen haben. Abg. Stöcker: Ich möchte auf den Prozeß Bäcker verweisen. Da bin ich des Meineides geziehen worden, und Herr Mundel war der Hauptakteur dabei. Ich soll geleugnet haben, einen Menschen gesehen zu haben, den ich gesehen in einer Versammlung, wo zweitausend Menschen anwesend waren. Abg. Mundel: Herr Stöcker hat gefagt: Ich sehe den Das Gehalt des Finanzministers wird darauf bewilligt. Beim Kapitel Ober- Landesgerichte beantragt die Kommission, die für das Breslauer Ober- Landesgericht neu geforderte Stelle eines Senatspräsidenten zu streichen. Nach längerer Debatte wird ohne Beschlußfassung die Berathung vertagt. Schluß gegen 4 Uhr. Nächste Sigung Freitag 11 Uhr. ( Zweite Abstimmung über den eine Verfassungsänderung enthaltenden Gesetzentwurf wegen Abänderung des Wahlverfahrens; Fortsetzung der zweiten Berathung des Etats.) Abg. Schultz- Lupit( frt.): Allen Bestrebungen gegenüber der Mehrere Petitionen betr. Abänderung des Militär Arbeiterbewegung muß das praktische Christenthum zu Grundpensions- Gesezes werden dem Reichskanzler als Material lage dienen. Nicht nur Arbeitgeber und Arbeiter müssen zusammenzu dem in Aussicht gestellten Gesetze überwiesen, desgleichen die wirken, sondern wir alle gehören zusammen, sind alle Kinder Petition des ehemaligen Sergeanten Herzberger zu Darmstadt eines Volkes und blicken auf eine zweitausendjährige Verund Genossen wegen Entschädigung für Nichtbenutzung des Bivil- gangenheit unseres Volkes zurück. Den Wegen, welche uns der Versorgungsscheins. Große Kurfürst gezeigt hat, welche der große König, der gesagt Verschiedene Darlehns- Kaffenvereine des Regierungsbezirks hat: Ich bin der erste Diener meines Voltes", und die Rassel, des Elsaß und Bayerns petitioniren um Revision und der erste Hohenzollernkaiser weiter verfolgt haben, müssen Verschärfung des Wuchergesetzes von 1880. Auf Grund einer alle gebildeten Stände auch jetzt nacheifern, ivie uns Erklärung des Kommissars in der Petitionskommission beantragt auch der junge Kaiser zu einer Sozialreform auf lettere, diese Petitionen dem Reichstanzler als Material für eine gefordert hat. Ich bin der Regierung dankbar, daß Die etwaige Aenderung der betreffenden Gesetzgebung zu überweisen. Die Regierung jetzt den nöthigen Ernst entwickelt. Abg. v. Strombeck beantragt die Ueberweisung der Petitionen Sozialisten greifen die Regierung an, weil Menschen zum ersten Male, mit einer Bestimmtheit, die man bei zur Berücksichtigung bezw. zur Erwägung. sie sich mit den Arbeitgebern vereinigt hat- solchen Dingen nicht anwenden sollte. Abg. Liebermann v. Sonnenberg: Die Wünsche der der Staat felbst ist doch der größte Arbeit Betenten entsprechen einem Programmpunkt der deutsch sozialen geber, die wüsten Agitatoren lahm zulegen, Partei, die ich hier vertrete, der Zeitpunkt für eine Revision des die das Volk verführen. Damit hat sich die Gesezes ist außerordentlich günstig, denn der Wucher greift in Regierung den Dant des Vaterlandes verdient. entsetzlicher Weise um sich, und die Beweise dafür sind Aus Mangel an Arbeitskräften werden die Landwirthe von der überall mit Händen zu greifen. Die Früchte der Güter- intensiven zur extensiven Wirthschaft übergehen müssen. Die neue schlächterei treten immer deutlicher zu Tage; der Wucher Ernte verspricht recht wenig, und sehr hohe Preise können einwirft als ein Krebsschaden, der den ganzen Volkskörper zu ver- treten, gleichviel, ob die Bölle suspendirt werden oder nicht. nichten droht. Tritt nicht bald Abhilfe ein, dann rückt die Ge- Wenn danach eine Gesundung der Zustände folgt, so bitte ich die fahr einer sozialen Revolution immer näher. Bedauerlich ist es, Regierung, diese nicht dadurch zu unterbrechen, daß sie große daß die Landleute nicht in die Lage kommen werden, den sozial- Anleihen hergiebt, um irgendwelche Arbeiten machen zu lassen demokratischen Revolutionären mit der Heugabel entgegen- und Arbeiter zu beschäftigen. Die Regierung muß auch dann zutreten, denn auf diesem Wege würde mehr zur Befreiung des fest bleiben und die Arbeiter dahin weisen, wo sie Landes von diesem Uebel gewirkt werden als auf irgend einem Arbeit finden, auf das Land. Die Landwirthe geben andern Wege. Macht die Regierung mit einer Verschärfung der zwar hartes aber immer noch ein Brot, an dem Jeder sich satt Bestimmung jeht Ernst, so wird sie auch eine große Majorität essen fann. des Reichstages hinter sich haben, denn bis tief in die Reihen der Linken ſizen die Freunde einer solchen Verschärfung. Im Weiteren führt Redner für sein Verlangen die Berichte und Abhandlungen des Vereins für Sozialpolitik über die Wucherfrage und einzelne Spezialfälle von Bewucherung der Bauern durch jüdische Bucherer hauptsächlich aus Württemberg und Baden an. Nicht- Juden seien nur in ganz verschwindendem Prozentsatz an den dortigen Wuchergeschäften betheiligt. Die Berichte feien meistens noch schönfärberisch gehalten mit Ausnahme desjenigen aus dem Trierer Lande, den Kaplan Dasbach erstattet hat. Eine private Abg. Schmieding( nl.) empfiehlt ebenfalls die Aufhebung Statistit, welche Redner im Kreise Friedeberg aufgenommen hat, ergebe, daß von 216 Güterschlächtern, die an den Aus der Bergwerksabgabe, die deshalb so drückend sei, weil sie eine schlachtungen der letzten 13 Jahre betheiligt waren, 179 Juden Bruttoabgabe sei. Die Einnahmen werden bewilligt; die Ausgaben rufen teine waren. Daffelbe Verhältniß gelte für Schlesien und auch für Ostpreußen. Schaffen Sie uns den Judenwucher aus dem Lande, weitere Debatte hervor; sie werden einschließlich der einmaligen dann kann man mit Ihnen auch über eine Ermäßigung der Getreide Ausgaben genehmigt. und Viehzölle sprechen! Die Bewohner des Sundgaues im Elsaß Es folgt der Etat der Justizverwaltung. Beim Gebaten seinerzeit die französische Regierung um Ueberführung der halt des Ministers wiederholt unter ihnen wohnenden Juden in andere Departements; ich Abg. Biesenbach seine schon mehrfach vorgebrachte Bitte, würde eine ähnliche Maßregel für uns vorschlagen und lenke daß die Zahl der etatmäßigen Richterstellen vermehrt werden dabei die Aufmerksamkeit auf unsere australischen Kolonien! möge. ( Heiterkeit.) Ich empfehle den Herren, welche fich den Schutz des Judenthums zur Aufgabe gemacht haben, dieses heute von mir vorgeschlagene thatsächliche Material: hic Rickert, hic salta! ( Große Heiterkeit.) den Der Titel wird bewilligt. Die Einnahmen aus den Bergwerfen werden bewilligt. Bei Einnahmen aus der Bergwertsabgabe fragt Abg. Ritter( ft.) ob der neue Handelsminister über diese Abgabe dieselbe Anschauung habe, wie Herr v. Maybach. Minister v. Berlepsch: Ich habe dieselben Anschauungen wie Herr v. Maybach. Wenn die großen Steuerreform- Gesetze abgeschlossen sein werden, wird der Finanzminister mit mir in weitere Berathung treten über die Reform der BergwerksAbgabe. Parlamentarisches. In der am 29. d. M. unter dem Vorsitz des Vize- Präsi denten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher abgehaltenen Plenarsizung des Bundesraths gab vor dem Eintritt in die Tagesordnung der fgl. bayerische Bevollmächtigte Graf von Lerchenfeld Namens der Versammlung unter allseitiger Zustimmung dem Gefühl der Trauer über das am 24. d. M. erfolgte Ableben des General- Feldmarschalls Grafen v. Moltke Ausdruck. Alsdann wurde in die Tagesordnung eingetreten. Dem vorgelegten Nachtrag zum Reichs- Haushaltsetat für 1891/92 und dem Entwurf eines Gesetzes wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Reichsheeres 2c. wurde die Zustimmung ertheilt. Mit der zutheilung der Insel Helgoland zum 5. Reichstags- Wahlkreise der Provinz Schleswig- Holstein und mit der Betheiligung des Reichs an der für das Jahr 1893 ge planten Weltausstellung in Chicago erklärte sich der Bundesrath einverstanden. Außerdem wurde über die Seiner Majeftat dem Kaiser wegen Wiederbesetzung einer Rathsstelle beim Reichsgericht und der Stelle eines vortragenden Raths beim Rechnungshof des Deutschen Reichs zu machenden Vorschläge Beschluß gefaßt. Heute Nachmittag hielt der Bundesrath abermals eine Plenarfitzung. Vorher tagten die vereinigten Ausschüsse für das Seewesen, für Handel und Verkehr und für Justizwesen, sowie die vereinigten Ausschüsse für das Landheer und die Festungen und für Rechnungswesen. = Geheimer Justizrath Eichholz: Wenn der Andrang der Assessoren nicht selbst nachläßt, wird die Regierung einen Gesetz entwurf vorlegen müssen, wonach nicht Alle, welche die Prüfung bestanden haben, als Assessoren übernommen werden. In der Wahlprüfung3 Rommission wurden Abg. Rickert( dfr.): Der Wucherer im schlechten Sinne ist Auf eine Anfrage des Abg. Lucius Erfurt( ft.) erklärt gestern die Wahlen der Abgeordneten Millensiefen ein ekelhaftes, der öffentlichen Verachtung würdiges Geschöpf, der Justizminister von Schelling, daß auch er einen( Bochum- Gelsenkirchen) und Kurt( Auerbach Reichenbach, darum besteht kein Streit. Die Aufhebung der Wuchergefeße schnelleren Wechsel in den höheren Stellen des Just izdienstes Sachsen), gegen welche Wahlproteste vorlagen, beanstandet und war das Werk ſehr christlicher, echt fonservativer Minister, es wünsche, aber es vertrage sich mit der Unabhängigkeit der Richter Erhebungen beschlossen. Bei der Müllensiefen'schen Wahl soll die find dafür alle Parteien, namentlich aber die konservativen nicht, daß man sie wider ihren Willen pensionire. Man könne Polizei in parteiischer Weise eingegriffen haben, indem sie die Männer des hohen Adels eingetreten. Nicht immer sind Die- vielleicht dadurch helfen, daß man bestimmt, daß die Richter mit für den ultramontanen Kandidaten ausgegebenen Wahlaufrufe jenigen die wahren Wohlthäter der Menschen, die mit solchen einem bestimmten Lebensjahre ohne Weiteres in den Ruhestand und Stimmzettel beschlagnahmte. Bei der Kurt'schen Wahl Sittlichkeitsphrasen in die Bevölkerung hineinrufen. Seit dem treten; es müsse allerdings dann über das 65. Lebensjahr hinaus- handelt es sich hauptsächlich um gesetzwidrige Versammlungsverbote auf Grund des verflossenen Sozialistengesetzes. Ein Muchergesetze von 1880 haben die Bestrafungen wegen Wuchers gegangen werden. abgenommen, die Subhaftationen fleiner und mittlerer Güter Abg. Rickert( ofr.): Jm vorigen Jahre wurde zur Sprache Antrag, die Wahl Kurz für ungiltig zu erklären, wurde mit 6 ebenfalls abgenommen. Der badische Verein gegen den Wucher gebracht, daß der Oberlandesgerichts- Präsident von Breslau eine gegen 4 Stimmen abgelehnt. in Rarlsruhe verdankt seine Entstehung einem Juden; die Anti- Berfügung erlassen habe, daß nach Möglichkeit Juden von der semiten haben in dieser Beziehung sehr wenig gethan. Die Verwendung zum Geschworenendienste ausgeschlossen werden sollen. Güterschlächterliste aus Heffen, welche die Herren früher produ- Der Minister konnte damals feine Auskunft geben. Der Oberzirten, erstreckte sich auf einen Zeitraum von 34 Jahren! Von landesgerichts- Präsident soll nachträglich noch seine Verfügung in den gesammten dort angeführten 96 Fällen steht in dreiund- Erinnerung gebracht haben. dreißig bereits fest, daß es sich nicht um Vertreibung von Haus Geh. Rath Lucas erklärt, daß eine Verfügung ähnlichen und Hof, um Vernichtung der Existenz durch Wucher gehandelt Inhalts allerdings ergangen sei; es habe sich herausgestellt, so hat. Die Juden sind durch kaiserliche Edikte früherer Zeiten heißt es in der Verfügung, daß jüdische Geschworene nicht die geDer rheinisch- westfälische Bergarbeiterstreik. Wir müssen heut darauf verzichten, die Zahl der Streifenden einfach gezwungen worden, Wucherer zu werden!( Lachen nügende Entschlossenheit und Festigkeit bewiesen haben; deshalb auch nur annähernd anzugeben. Nicht einmal fagen läßt sich, Man ließ sie fein ehrliches Gewerbe betreiben, sind die Landgerichts- Präsidenten aufgefordert worden, ungeeignete ob der Ausstand wächst oder abnimmt. Daß Depeschen- Bureaus und Börsenblätter widerspruchsvolle mitreden. Die jüdische Moral in Bezug auf die Sittenlehre ist war die Verfügung gerechtfertigt und zulässig. Aber in der Form und unklare Angaben bringen und, wie es Handwerk und Geschäft erganz genau diefelbe, wie die christliche.( Gelächter der Anti- war sie wohl verfehlt, und der Justizminister hat Veranlassung fordern, handgreifliche Lügen über die Rage des Streits in le genommen, sie zu mißbilligen. Der Oberlandesgerichts- Präsident lauf sehen, dürfte nicht weiter auffallen. Aber selbst die Korrerechts.) Wer das nicht weiß, kann Semiten.) Abg. Schier( df.): Die Auseinandersetzung der beiden Bor- hat inzwischen die Verfügung thatsächlich zurückgenommen. Da spondenten wohlmeinender und anständiger Plätter im Streit redner hat mit der Sache, die uns hier beschäftigt, nichts zu thun. Herr Wickert behauptet, daß sie noch angewendet werde, wird aebiet find nicht im Stande, beſtimmte Nachrichten zu geben. Es fehlt augenscheinlich sehr an Uebersicht und an Kontrolle, Jund Stößel den Aufruf an die sächsischen Bergleute gegen den Räumen zugebracht werden muß, so wird man die Stellung ein Beweis mehr, wie mangelhaft die junge Organisation der Streit verfaßten und von dem armen Bentralvorsitzenden Berg- dieser Leute nicht gerade beneidenswerth finden. Bergarbeiter noch sein muß. mann Anton Fischer unterschreiben ließen. Die Thatsache nun, Wir veröffentlichen diese Zuschrift um so lieber, als dieselbe daß sich Fischer am Freitag selbst auch als Delegirter und für einen Einblick in die wirklich unerschöpflich geistreiche Art ge den christlich- patriotischen Verband für den Streike erklärt hatte, stattet, wie die Arbeitgeber die Löhne zu drücken und ihren Vorläßt sehr tief blicken und verursacht nicht nur unter den Berg- theil aus den Arbeiten zu ziehen verstehen. Für später in der leuten große Entrüstung, denn dann wäre es Pflicht von Fischer Gesetzgebung jedenfalls zu erörternde Fragen werden diese und gewesen, schon am Freitag ebenso entschieden gegen den Streit ähnliche Mittheilungen von großer Wichtigkeit sein. aufzutreten." Auch dem offiziellen Organ der Streifenden, dem„ Extrablatt der Zeitung der deutschen Bergleute" merkt man in seiner neuesten, ohne Datum ausgegebenen Nummer eine gewisse Aufregung, ja Verwirrung an. Funktionirt die Verbindung zwischen der Zentralstelle und den einzelnen Belegschaften nicht sicher? Ist die Organisation der Lohnkommission mit ihren 21 Mitgliedern zu schwerfällig? Da nennt das Extrablatt zunächst 59 Schächte, die im Ausstand begriffen sein sollen, aber es fehlt jede Angabe, wie viel Arbeiter von diesen 59 Belegschaften noch weiter arbeiten. Und am Schluß des Blattes findet sich die Mittheilung, daß nach den neuesten Nachrichten 100 Schächte feiern. Es mag eine Riesenaufgabe sein, bei diesem gewaltigen Lohntampfe nicht die Uebersicht zu verlieren, aber um so nothwendiger ist es für die Leitung, die Zügel fest in der Hand zu behalten. Sie 3nm Schluß seien einige Bemerkungen der„ Voss. 3tg." über den Streit, die ihr zur Ehre gereichen, wiedergegeben. schreibt in ihrem heutigen Abendblatt: „ Das ist unseres Erachtens nicht der richtige Zon, in welchem man von den Arbeitern zu sprechen hat, wenn die Rhein.- Westf. Zeitung" ausruft:" Gegen Vaterlandsverräther und Volksverführer giebt es keine Zuchtruthe, deren Anwendung zu start sein könnte, wer nicht hören will, muß eben fühlen." E3 ist vielleicht nicht über Ruhig Blut! Keine Ueberstürzung! Das müssen wir wieder flüssig, zu zeigen, in welchen Verhältnissen sich die Bergund wieder rathen. Soweit wir von hier aus die Verhältnisse werfe gegenwärtig befinden. Von den an der Berliner zu beurtheilen vermögen, erscheint es uns mehr als unangebracht, Börse gehandelten Aktien von Steinkohlenwerken, deren Geschäftswenn das„ Extrablatt" an seiner Spitze mit fetter Schrift folgende jahr mit dem 1. Januar abschließt, geben für 1890- nur Dividende für Borussia liegt der Bericht noch nicht vor Meldungen bringt: 6 pCt. Hugo 10 pбt. Köln. Bergw.- Verein 20 König Wilhelm fonv. 25 St.-Pr. 30 " Wie wir soeben erfahren, ist auch in Belgien der Anhalter Kohlen allgemeine Ausstand ausgebrochen. Unsere belgischen Aplerbecker Kameraden werden bis zum letzten Augenblicke standhaft Arenberger bleiben; sie streiken aus Solidaritätsgefühl für ihre deutschen Bochumer Bergw. Bonifacius Kameraden. Ein großer Theil unserer Kameraden in Amerika hat Concordia ebenfalls die Arbeit niedergelegt. An uns gelangte Privatbriefe aus Desterreich und Frankreich besagen, daß in beiden Ländern die Kameraden die Arbeit niederlegen werden. In England ist ebenfalls ein Bergarbeiter- Streit ausgebrochen. Derselbe scheint auch ein allgemeiner zu werden." % Consolidation Courl Gelsenkirchen Hibernia 25 " " 80 " " 6 " " 131/3 " Magdeb. Bergw. 231/3 " 14 " „ St.-Pr. 23% " 21 " 12 19 12 19 Massener Nordstern Pluto 9 " 6 " 25 " 25 St.- Prior. Von der Direktion des Eisenbahn- Bezirks Bromberg erhalten wir folgendes Schreiben: Gemäß§ 11 des Preßgefezes ersuchen wir ergebenst um gefällige Berichtigung des in der 1. Beilage Ihrer Zeitung vom 9. April erschienenen Artikels, betr. die Stellung der Weichensteller und Rangirer bei der Königlichen Ostbahn, wie folgt: Hilfs- Weichensteller und Rangirer sind nicht Staatsbeamte, sondern Arbeiter. Auch in den Zeiten des stärksten Verkehrs erhält der Rangirer auch im Nachtdienste eine oder mehrere Ruhepausen, während welcher er sein Essen mit Muße verzehren kann. Die Angabe, daß der Lohn mit 2 M. 10 Pf. beginne, ist unrichtig; nach einem Probe Halbjahr, während dessen 2 M. 30 Pf. gezahlt werden, beträgt der Lohnsatz 2 M. 50 Pf. täglich. Derselbe steigt demnächst nach Altersstufen. Wenn der Rangirer der Krankenkasse und Pensionskasse angehört und Beiträge zur Invaliditäts- und Altersversorgung zahlt, so erreichen die Abzüge bei einem Tagelohn von 2 M. 30 Pf. höchstens 2 M. 81 Pf. und bei einem solchen von 2 M. 90 Pf. monatlich, höchstens 3 M. 60 Pf. Die Angabe des Abzugs auf 4 M. 50 Pf. ist somit unrichtig. Die dreitägige Karenzzeit ist durch§ 6 des KrankenkassenGesetzes vom 15. Juli 1883 festgesetzt. Wird ein Rangirer dienstunfähig, so erhält er entweder aus der Pensionskasse eine Invalidenpension, oder die durch das Unfallversicherungs- Gesetz vom 6. Juli 1884, bezw. die durch das Reichsgesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung vorgesehene Invalidenrente. Berechnet man den Durchschnitt der Dividende nach der Zahl der Bergwerte, so stellt er sich auf 191/2 pet.; nach dem Attienkapital berechnet, dürfte er noch erheblich höher ausfallen, da bei dem Die geringe Ruhezeit am Sonntag Vormittag ist seitens der Das sind alles Nachrichten, deren Richtig ersteren Verfahren der Durchschnittsertrag durch einige neuere vorgesetzten Behörde nicht angeordnet, sondern gegen die Absicht teit dahin steht und auf die hin man weder oder höchst kostspielig gegründete Werke herabgedrückt wird. den Streit anfangen noch fortsegen follte. In jedem Falle ist es bedenklich, angesichts von Dividenden derselben erfolgt; der betreffende Beamte, welcher die gegebene Nicht, daß wir auch nur im Geringften daran zweifelten, in Höhe von 20, 30 und selbst 80 pet. eine Verbesserung der Diensteintheilung außer Acht gelassen hat, ist zur Rechenschaft die Verfasser des Extrabl." seien von der Wahrheit dieser Mel- Lage der Bergleute heute einfach als unthunlich zu bezeichnen. gezogen. Allen Arbeitern, also auch den Rangirern, steht der Weg zur dungen nicht fest überzeugt. Was wir ihnen aber rathen und Wir hoffen, daß der Ausstand feine weitere Ausdehnung genicht dringend genug rathen können, ist Kaltblütigkeit und Be- winne; wir wünschen aber zugleich, daß die Arbeitgeber, statt Beamten- Laufbahn offen. Eine Bevorzugung des einen oder anderen findet nicht statt, fonnenheit. Jede Leichtgläubigkeit fann folgenschwere Kata- zu triumphiren, bei Zeiten lernen, mit dem Arbeiter auf dem strophen heraufbeschwören. Fuße der Gleichberechtigung zu verkehren und Ausständigen da die Einberufung als Beamter streng nach der erfolgten Vorweniger durch Drohungen, Strafen und anderweite Machtent- merkung, bezw. nach dem Tage der bestandenen bezüglichen faltung als durch Billigkeit, Entgegenkommen und angemessene Prüfung erfolgt. Betheiligung am Gewinn entgegenzutreten oder vorzubeugen. Weitere Nachrichten über den Bergarbeiterstreik, die nach Schluß der Redaktion eingelaufen sind, finden unsere Leser am Schlusse der ersten Beilage unter den Telegrammen. Wir hegen die feste Ueberzeugung, daß die Leiter der Streit bewegung sich ihrer schweren Aufgabe voll bewußt sind. Jede Ueberstürzung und Thorheit, die sie begehen würden, wäre die Freude ihrer Gegner. Und das Ende würde eine zerschmetternde Niederlage der Bergarbeiter sein. Wir geben im Folgenden einige Nachrichten aus dem Streifgebiet, die den Parteiblättern des Kreises entnommen sind: Lokales. ( Name unleserlich.) Die Art und Weise, wie man der nothleidenden Arbeiters bevölkerung von Seiten, der wie sie sagen, gut christlich Gesinnten entgegenkommt, hat uns schon mehrfach Anlaß gegeben, die ge troffenen Wohlthätigkeits- Einrichtungen daraufhin zu prüfen, ob diese sich nicht zum Nachtheil der Arbeiter, als organisirte AnBochum, 27. April. Der Bergarbeiterstreit greift rasch um sich; stalten für planmäßige Lohndrückerei darstellen. Denn meistenfämmtliche Zechen um Bochum liegen still, bis auf Konstantin". theils werden durch diese Anstalten Arbeiten hergestellt, für welche Zahlreiche Verhaftungen an mehreren Orten werden gemeldet. anderweit gar keine Arbeiter zu bekommen oder doch nur unter Heute Mittag wurde H. Bauer- Weitmar, Mitglied der LohnSchwierigkeiten und zu erheblich höheren Löhnen zu gewinnen fommiffion, bingfest gemacht. Grund noch unbekannt. Bauer ist Gegen das Ausrufen von Lebensmitteln auf den Höfen sind. Wir erinnern nur an unsere Mittheilungen über die von ein ruhiger, besonnener und äußerst vorsichtiger Mann. Indeß, haben sich nicht zunächst die Hausbesitzer gewendet, sondern es dem Arbeitsnachweis des Vereins zur Besserung entlassener wie wenig man zu sagen braucht, um abgeführt zu werden, be- ist, wie uns von betheiligter Seite mitgetheilt wird, die Anregung Strafgefangener ausgegangenen Arbeitsnachweisungen. Heute weist die Verhaftung des Delegirten Lücke zu Herne. Er rief zu diesem Verbot von Vereinen feßhafter Kleinhändler aus liegt uns eine ähnliche Mittheilung aus der hiesigen Arbeiter auf der Zeche zu seinen Mitarbeitern: Kameraden! ich fahre gegangen und namentlich hat der Obst- und Gemüsehändler- Kolonie, Reinickendorferstr. 30a vor. Man schreibt uns: nicht an; ich müßte mich schämen, wollte ich anfahren." Er Verein Mercur die Anregung hierzu gegeben, weil seine Mitglieder wurde auf diese Aeußerung sofort geschlossen abgeführt, des das Recht in Anspruch nehmen, von ihren Vermiethern( also von genöthigt, die hiesige Arbeiter- Kolonie Reinickendorferstr. 30a auf Am 20. März d. J. war ich wegen Mangel an Beschäftigung gleichen ein zweiter Delegirter, der dasselbe fagte. Auch in den Hausbesißern) zu verlangen, daß die Gemüse- und Obst- zusuchen und wurde dort auch aufgenommen. Gelsenkirchen, Wattenscheid und Sterle wurde Verhaftungen von händler für ihre Miethe wenigstens in denjenigen Häusern von Delegirten und Bergleuten Mir wurde das Buzen von Strohhülsen, die als Umhüllung vorgenommen. In Gelsenkirchen der Konkurrenz, wie dieselbe durch den fliegenden Straßenhandel wurde die Wirthschaft des Herrn Nettebeck gestern morgen 9 Uhr gefördert wird, geschützt werden. In diesem Handel sollen an- pon Flaschen verwendet werden, zugewiesen. Von diesen hatte polizeilich gefchloffen. Anlaß dazu gab eine Aufforderung: Die geblich Waaren geführt werden, welche meistentheils im Ramsch ich täglich 500 Stück zu liefern; davon hatte ich erft die nothige fenigen Genossen, welche sich am 3. Mai an der Maifeier bethei- aufgekauft werden und deshalb schnell an den Mann gebracht für mich, auch noch nichts für Wäsche, Baden, Rasiren, Tabak zc. 65 Pf. für Koft und Logis verdient, aber noch keinen Ueberschu ligen wollen, werden zu einer Besprechung zwischen 9-12 Uhr werden müssen und aus diesem Grunde zu Schleuderpreisen verBormittag nach Nettebeck eingeladen. Der Vorstand des christ- fauft werden. Ich brachte es aber täglich nur auf ca. 300 Stück, so daß mir lich- patriotischen Bergmannsverbandes„ Glückauf" beschloß, seine Unter den feßhaften Händlern sei die Konkurrenz be- alle Tagen Schulden erwuchsen, die nach vier Wochen 7,20 m. Mitglieder follen sich nicht am Streit betheiligen, derselbe werde reits eine derartige, daß die Käufer Uebervor betrugen. Dies ging mir aber nicht allein so. Während meines von Sozialdemokratischen Hetzern geschürt." Die Niedertracht, die theilung sicher sein können. Von der Straße sollten jene Aufenthalts in der Kolonie haben sich mehrere Mitglieder heim im Schluß des vorstehenden Satzes ausgesprochen ist, richtig zu umherziehenden Händler mit ihrem Gewerbebetrieb auch feines- lich entfernt, weil sie ihre Schulden nicht abarbeiten fonnten. Am 16. April kündigte ich auch, um am 17. abwürdigen, vermag nur der, der weiß, wie die Führer des wegs verwiesen werden. Der Ausruf von Waaren sowie das Glückauf" wühlten und heßten um den Streit zum Ausbruch zu Ausklingeln finde auf der Straße nach wie vor statt, wie dieses zugehen. Der Herr Inspektor Onasch erklärte mir aber, bringen. möge erst abarbeiten. meine Schulden Auf das Herr Bolle bestätigen könne, welcher in seinem Klingeln auf der ich Heßler. Die Polizei verhaftet unsern Kameraden Stiller; Straße noch nicht behindert worden ist; auch seien die Straßen- Anerbieten, dieselben zu bezahlen, wenn ich Arbeit gefunden er soll versucht haben, in die Belegschaft der Zeche„ Wihelmine händler nicht blos Krüppel und Unglückliche, sondern es sind haben würde, ging er nicht ein, sondern behielt meine ihm Viktoria" Leben hinein zu bringen. Leute, welche zumeist in den Vorörtern wohnen, dort nicht selten ur Aufbewahrung übergebenen Kleidungss Herne. Auch hier sind 2 Verhaftungen von Bergarbeitern Säufer befizen, etliche sind sogar in Berlin Hausbesitzer und beerfolgt, unter ihnen befindet sich der bekannte Bergmann Lücke. treiben den Straßenhandel mit eigenem Pferd und Wagen. Es gewinnt immer mehr den Anschein, als ob die Behörden jede Wir haben diefer Aeußerung Raum gegeben, um den GeGelegenheit zum Einschreiten benutzen würden, die irgendwie als dankenaustausch nicht zu beschränken. Im Prinzip aber wird wie eine Gesetzesübertretung gedeutet werden kann. doch daran festzuhalten sein, daß gerade dem Verkehr mit Lebensmitteln so wenig wie möglich Hindernisse in den Weg gelegt werden. Gegen den Verkauf unreeller Waare schützt einigermaßen das Nahrungsmittelgesen und auch die Käufer selbst werden vorsichtig, wenn sie einmal bei dem unfoliden Händler hineingefallen find. Gelsenkirchen. Verhaftet wurde ferner ein Bergmann von Zeche„ Wilhelmine". Dieser soll sich widerspenstig gezeigt haben. Gelsenkirchen. Der Beigeordnete der hiesigen Stadt, Herr Breidenbach, hat dem Verleger der Zeitung der deutschen Bergleute wegen nicht erfolgter Uebergabe eines Pflichtexemplars des vor einigen Tagen erschienenen Extrablattes ein Strafmandat in Höhe von 30 Mart zugestellt. Ob die ungewöhnliche Höhe Der Strafe infolge der Ausstandsbewegung erfolgt ist, entzieht sich unserer Kenntniß; jedenfalls ersehen diejenigen hieraus, welche immer noch glauben machen wollen, es herrsche hier eine sehr milde Praxis, daß es ganz einerlei ist, ob das Stadtregiment ultramontan oder liberal ist. Effen. Beschlagnahmt soll in Essen das vom Verbande der deutschen Bergleute herausgegebene Extrablatt sein. Nach der Giftirung der Verbreiter wurden dieselben wieder freigelassen, die Extrablätter dagegen beschlagnahmt. Wie wir hören, soll wegen dieser Beschlagnahme an den Oberbürgermeister sofort eine Beschwerde gerichtet worden sein. Dor Ueber die Lohnverhältnisse der Babediener macht ein hiesiger Bademeister aus Anlaß unserer neulichen Artikel über das Trinkgelder- Unwesen in den hiesigen Bade- Anstalten folgende allgemeine, auf die einschlägigen Berliner Verhältnisse Bezug nehmende Mittheilung: itüde zurüc, als ich die Anstalt verließ. Am 22. d. M. erbot ich mich einem Vorstandsmitgliede gegenüber zu einer schriftlichen Zahlungsverpflichtung, wenn ich meine Sachen, die ich nöthig brauchte, zurückerhielt; ich wurde aber auch hier a b gewiesen. Wir bemerken noch, daß der Betreffende, um den es sich hier handelt, ein Schreiber ist, dem die dort zugewiesene Arbeit ungewohnt war. Das Zuchthaus hat in diesem Falle die bessere Einrichtung, denn dort wird der Sträfling, wenn er beim Vorhanden sein der nöthigen Arbeitsfähigkeit sein Arbeitspensum nicht erledigt, mit einer Disziplinarstrafe belegt und damit wieder vor ein reines Konto" gestellt, wie die Herren sich ausdrücken. " Die Zeit der Sonntagsausflüge, welche mit dem Eintritt Die meisten Babediener oder auch Bademeister, wie diese der wärmeren Witterung endlich angebrochen zu sein scheint, wird Leute vom Publikum genannt zu werden pflegen, möchten gewiß nicht nur von denen, welche sich von der Arbeit und den Mühen an Stelle des Trinkgeldes ein festes Gehalt lieber sehen, aber bei der Werkeltage in Feld und Wald erholen wollen, sondern auch dem übergroßen Angebot von Arbeitskräften, auch in diesem Fach, von den Muckern, denen die Feier des Sonntags in freier Natur ist es gar nicht möglich, einen Druck auf die Arbeitgeber auszu ein Greuel ist, herbeigefehnt. Bekanntlich hat der„ Christliche üben. Der Einsender in Nr. 95 dieses Blattes bemerkte, daß der Verein junger Männer" im vorigen Sommer begonnen, an SonnBabediener im Admiralsgarten- Bad( Alexanderplatz) sehr zu- tagnachmittagen Waldversammlungen" im Grunewald abzus frieden zu sein schien bei 10 Pf. Trinkgeld, wohingegen sein halten. Es wird dabei mit großem Raffinement verfahren. Effen. Allerlei geheimnißvolle Gestalten tauchen urplöglich Kollege in der Natur- Heilanstalt in der Sebastianstraße mit Eine Schaar von 20-30 Mitgliedern fährt hinaus, macht an wieder in in den Bezirken der Bergarbeiter-Bewegung auf. So 25 Pf. unzufrieden schien. irgend einer Stelle des Waldes Halt und sucht durch hartnädiges stolzirt auch in Essen ein Individuum, das sich Günther nennt, Es ist nun aber ein Unterschied zwischen der Thätigkeit eines Singen Neugierige anzulocken. Wenn sich eine genügende Anzahl einher, welches sich als Berichterstatter des Bor Badedieners bei der Wanne und eines solchen in russisch- römi- von Zuhörern gesammelt hat, wird eine Ansprache gehalten. warts" ausgiebt.( Wir brauchen nicht erst zu versichern, schen oder Naturheil- Bädern. Dieser Unterschied besteht darin, daß Der Generalsekretar des Vereins, Christian Phildius, behauptet daß uns ein Herr Günther ganz unbekannt ist. Red.) der erstere nur etwas Gewandheit im Umgange mit den Badegästen in seinem Bericht über diese Versammlungen, daß sie Erfolg geAuch will es andererseits sich das Vertrauen dadurch zu er- nöthig hat, während der letztere doch einige Uebung nöthig hat. Ersterer habt hätten, und daß die Haltung des Publikums eine sehr freundwerben fuchen, daß es eine Legitimationstarte zeigt, welche ihm hat nur das Babewaffer herzurichten und die Zellen sauber zu halten, liche gewesen sei. Nur einmal", heißt es in dem Bericht, welcher geftatten foll, überall ungestört und unbehelligt hinzugehen. und kann, da jedes Bad höchstens 3/4 Stunde währt, während feineswegs so spaßhaft gemeint ist, als er sich liest, drohte diesen Wenn der Mensch nicht so folossal tölpelhaft wäre, fönnte man der Saison, selbst bei beschränkter Zellenzahl 80-100 Bäder am Versammlungen eine ernſtere Gefahr, als eine Schaar Sozialdemo bie Arbeiter vor diesem Individuum warnen, so aber richtet er Tage machen, während letzterer mit 20 Gästen, wenn er sie allein fraten( Männer und Frauen) sich unmittelbar neben uns aufstellten und sich durch sein dummdreistes Gequassel und Benehmen von selbst. bedienen soll, tüchtich zu thun hat, da ein russisch- römisches Bad durch den Gefang der Arbeitermarseillaise und anderer schlechter Lieder Seine helle Kleidung und sein starter Schnurrbart, sowie feine mindestens 2 Stunden währt, und jeder Gast persönliche Be- uns zu stören suchten; aber auch hier half Gott der Herr uns zubringlichen Rebensarten laffen ihn selbst von dem Dümmsten dienung bei dem Massiren, Ginpacken u. A. braucht. In den zum Siege durch die Wirkung unserer alten Glaubenslieber". auf den ersten Blick erkannt werden. russisch- römischen Bädern ist es deshalb auch größtentheils üblich, Der Verfasser wagt nicht, hinzuzufügen, daß die bösen Sozial daß der Badediener 50 Pf. für Bedienung fordert, denn dort be- demokraten sich an den sonderbaren Heiligen vergriffen hätten. Der Frankf. 3tg." wird geschrieben: zahlt der Gast nur das Bad an der Kaffe, nicht aber die Massage. Es ist also nicht recht ersichtlich, worin die ernstere Gefahr" be Bochum, 27. April. Das Bentrum bezw. die Herren Re- Die Naturheilanstalten schreiben aber auf den Plakaten u. f. w. standen haben soll. dakteur Lenfing and Reichstags- Abgeordneter Redakteur Stößel den Preis gewöhnlich mit Massage, und darin liegt das Rügens- Der Verfasser versichert, daß die bestimmte Absicht" besteht, haben in ihrer Thätigkeit unter den Bergleuten zu Gunsten werthe, denn da müßten die Herren Bade- Anstaltsbesitzer auch so Gott will, mit dem Sommer diese gesegnete Arbeit wieder des„ chriftlich- patriotischen" Verbandes immer mehr Bech. einen entsprechenden Lohn an ihre Badediener zahlen. In der aufzunehmen": Wir vermuthen, daß die schnurrige Gesellschaft, Daß ihre Versammlungen polizeilich aufgelöst werden oder daß Sebastianstraße( Raniy) bekommen die Babediener 7 M. wöchent- die sich in ihrer Kampfesweise immer mehr der Heilsarmee fie gar nicht einmal zum Sprechen gelangen, ist nichts lich. Dieser Say gilt als höchster Lohn; in den nähert, den 8. Mai zur Eröffnung ihres diesjährigen Feldzuges Ungewöhnliches mehr. Gestern sollten sie in einer vom christlich- meisten anderen Bade- Anstalten giebt es gar nichts, auch benutzen und in voller Kriegsstärke hinausziehen wird, um patriotischen" Delegirten Brust in Altenessen anberaumten Ver- teine Rost oder Logis; ja, manche Besitzer verlangen noch Satanas zu bekämpfen. Die Arbeiterschaft, welche am Sonntag fammlung zu Alteneffen auftreten. Inzwischen wurde jedoch Brust, von dem Babediener, wenn nicht baar Geld, so doch Arbeits- die internationale Maifeier begeht, wird diesen unvorhergesehenen ohne Ansehen seiner Verbandsrichtung, von seiner Verwaltung leistungen, die nicht zu dem Fach gehören. Die Bademeister Zuwachs an Beluftigungen mit Dant annehmen. gemaßregelt". Infolgedessen meldete er die Versammlung wieder müssen dann nämlich im Winter die Bellen streichen und ähn* ab, und jene Herren hatten das Nachsehen. Sie begaben sich liche Arbeiten verrichten. Bedenkt man, daß bei solchen mißZur Baumblüthe in Werder geht uns von Werderfchen, nach Effen und beriefen eine Bentralvorstands Sigung ihres lichen Lohnverhältnissen eine mindestens 14stündige Arbeitszeit Genoffen folgende Mittheilung zu: Die Genoffen von Berlin Bergmanns- Verbandes ein, in welcher die Kameraden" Sensing gefordert wird, die in schlecht ventilirten sehr warmen und nassen und Umgegend, welche zur nächsten Baumblüthe Werder bes und fuchen die beste Zeit dazu wird ja stets in den Beitungen| leidigung öffentlich geschehen sei, Publikationsbefugniß 4 Wochen| Am 6. November v. J. hatte der Angeklagte feine Maschine auf bekannt gemacht werden von den Werderschen Genossen auf nach Zustellung des Urtheilstenors an den Chef des Kammer- furze Zeit zum Stillstande gebracht und ein MaschinenFolgendes aufmerksam gemacht: Unsere Stadt ist nicht allzu gerichts im Reichs- und Staatsanzeiger und in einer vom Prä- mädchen benutzte die Ruhepause, um die Maschine zu flein, das ergiebt sich schon daraus, daß sechs große und zwei fidenten des Kammergerichts zu bestimmenden Berliner Zeitung. reinigen unt Saugepapier das große SchwungKleinere Lokale sich hier befinden, doch sind wir nicht in der Lage, Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wolfgang Heine Berlin rad zu legen. Da ertönte der Ruf Finger weg!", in ein großes Lokal zu einer Versammlung, gleichviel ob gewerk warf zunächst in formaler Beziehung die Frage auf, ob demselben Moment setzte sich die Maschine auch schon in Gang schaftlich oder politisch, für uns zu bekommen. Wir sind infolge- überhaupt die Berliner Richter berechtigt seien, Klage- und die an derselben beschäftigte unverehelichte Jost wurde erfaßt dessen zurückgeblieben, und es sind sogar Vereine, die hier beantrag zu stellen, da der Angeklagte nur bildlich von und ziemlich schwer verlegt. Dem armen Mädchen wurden standen, der Auflösung verfallen. Unsere Lokal Kommission der Themis, der Göttin der Gerechtigkeit, gesprochen habe, mehrere Rippen gebrochen, deren eine sogar in die Lunge drang. hat im vorigen Jahre zur Wahl bei sämmtlichen Lokal und diese, die Gerechtigkeit, doch eine einzige und Glücklicherweise hat der Unglädsfall teine böse Folgen für die Inhabern angefragt, auch noch in unserem Nachbardorfe ungetheilte sei. Sodann sprach er dem Vertreter der Staats- Gesundheit der Verletzten hinterlassen, dieselbe ist vielmehr nach Glindow, wo ebenfalls zwei Lokale sind. Ueberall wurden anwaltschaft das Recht ab, auch die Mitglieder der Staatsan- längerem Krankfein völlig wiederhergestellt. Der Unfall wurde uns Einwendungen gemacht; wir mußten alfo 1/2 Stunden waltschaft für beleidigt zu halten, da ja die Anklage selbst nur dem Angeklagten zur Last gelegt und ihm namentlich ein VorLaufen, um für unsere Wähler Versammlungen abzuhalten. von Richtern spreche. Zur Sache selbst wies er darauf hin, wurf daraus gemacht, daß er nach dem vorgeschriebenen WarAlle anderen Parteien bekommen einen Saal, nur die„ Rothen" daß der Angeklagte einerseits die Anklage behörde, anderer nungsrufe nicht noch genügende Zeit habe vergehen lassen, ehe er nicht. Darum Genossen richten wir an Euch die Bitte, das seits die Exekutiv beamten in den Bereich seiner Kritik ge- die Maschine wieder in Gang sezte. Da er nach dem Gutachten eine Lokal in Werder, welches uns jetzt zur Verfügung steht, zogen habe; daß ferner in 3eiten hochgehenden politischen Kampfes des Maschineninspektors zu dieser Vorsicht verpflichtet gewesen zu jeder Versammlung, zu besuchen, das Lotal des Restauradie Richter bei ihren Urtheilen den Menschen nicht abstreifen wäre, hielt der Gerichtshof eine Fahrlässigkeit des Angeklagten teurs Wilhelm Bier, Brandenburgerstr. 121. Da- fönnten und deshalb in gewissem Sinne„ parteiisch" ihr Urtheil für vorliegend und verurtheilte denselben zu 60 M. Geldbuße selbst liegt auch der Berliner„ Borwärts" aus. abgäben. Demgegenüber habe doch der Angeklagte, nach der event. 6 Tage Gefängniß. Der Chor unserer gefiederten Sommergäste ist nun. mehr vollzählig. Seit Dienstag Abend flötet ein Nachtigallen Duo- vermuthlich dasselbe, welches seit Jahren zum Sommer dorthin wiederkehrt im Botanischen Garten. Am Mittwoch durchsegelten Schwalben die Lüfte über dem Zentrum der Stadt. Auch bei Zehlendorf, Teltow, sowie Klein- Machnow- Rahnsdorf bemerkte man die Wiederkehr dieser lieben Sommerboten. Bei Ausflügen nach Nüdersdorf werden alle Genossen gebeten, nur das Lokal von W. Rönnebeck, Gasthof zur Berghalle, und in Zarsdorf, Gasthof zum Deutschen Hause, berücksichtigen zu wollen, da diese die einzigen Lokale sind, welche zu Arbeiterversammlungen zu haben sind. Zeugen gesucht. In einer Straffache gegen Aurin ist es nothwendig, den Aufenthaltsort eines Buchdruckers Paul Müller, der von der Zimmerstr. 53 unbekannt verzogen ist, festzustellen. Wir würden für gütige Auskunft sehr dankbar sein. würde. " waren To werden die Werder'schen Lokalinhaber vielleicht einsehen, Bekundung des Zeugen Auerbach, ganz besonders wieder die daß auch ihr Interesse von dem unsrigen abhängt. Am 1. Mai Gerechtigkeit der Richter hervorgehoben, die die Uebergriffe der Das vierblätterige Kleeblatt, welches, wie wir unlängst findet eine öffentliche Versammlung Abens 8 Uhr in dem ange- Bolizei, nach Ansicht des Angeklagten, gehörig zurüdgewiesen schon berichteten in sehr verscheniszter Weise eine neue Art des gebenen Lokale statt. Der Saal eignet sich für Vereine. Dampfer hätten. Daher beantragt der Vertheidiger Freisprechung des An- Heirathsschwindels ersonnen und ausgeführt hat, stand und Kremser stehen zur Verfügung. Bestellungen und Auftrage geklagten, eventuell, falls der Gerichtshof den Angeklagten doch gestern in den Personen des Hausdieners Max Oswald von Genossen nimmt entgegen und erwartet mit genossenschaft für schuldig halten sollte, eine mäßige Geldstrafe, da, bei der Werner, dessen Schwestern Gesindevermietherin Emma und lichem Gruß August Heimlich, Ziegeleiarbeiter, wirthschaftlichen Lage seines Klienten, eine höhere Geldstrafe doch Malwine Werner, und dessen Braut, Dienstmädchen Chauffeestr. 115 in Werder a/ H. nur für denselben den Charakter einer Freiheitsstrafe tragen Wilhelmine Freude, abermals vor dem hiesigen Schöffengericht. Der männliche Angeklagte hat schon seit Jahr und Tag Der Angeklagte sucht schließlich seine Aeußerung von der in folgender finniger Art sich eine einträgliche Grwerbsquelle erGnade" dahin zu erklären, daß er damit gemeint habe, daß öffnet. Er erließ eine Zeitungsannonce, in welcher eine manchmal auf dem Gnadenwege Strafen erlassen würden. verständige junge eines Dame, Inhaberin Geschäfts, Nach langer Berathung verkündigte der Vorsitzende der behufs Verheirathung die Bekanntschaft mit einem jungen Straffammer das Urtheil, daß der Angeklagte schuldig der Mann suchte. Die Anerbietungen die auf solche Annoncen Beleidigung der Berliner Richter zu befinden fet, unter chiffrirter Adresse eingingen, immer er= da angenommen werden müsse, daß er mit der Göttin auf dem staunlich zahlreich und die Bewerber, welche die unbekannte Gebäude in Moabit zweifellos die in diesem Hause urtheilenden Schöne um ein Stelldichein baten, brauchten auf eine Antwort Richter habe treffen wollen; als mildernder Umstand tomme in nicht lange zu warten. Die letztere ging gewöhnlich dahin, daß Betracht, daß nach Zeugenaussage der Angeklagte auch die Ge- das Rendezvous gern gewährt werden würde, es aber den Anrechtigkeit der Richter anerkannt habe; aus diesen Gründen sei schauungen der heirathslustigen Dame über Frauenwürde nicht erkannt worden. Das Urtheil sei 4 Wochen nach Zustellung des funft abzuhalten. Es wurde daher der Vorschlag gemacht, unter auf eine Geldstrafe von 50 M. nebst Tragung der Kosten entspreche, in einer Kneipe oder auf der Straße eine ZusammenTenors an den Chef des Kammergerichts einmal im Reichs- chiffrirter Adresse ein Billet zum Zirkus oder einem Theater einund Staatsanzeiger", und einmal in der Berliner Bolts- Zeitun" zusenden. Dies geschah auch in der meisten Fällen und Herr Werner fonnte an manchem Abend ein halbes Dutzend Billets von der Post. auf Kosten des Verurtheilten zu veröffentlichen. abholen, welche er schleunigst verkaufte und auf diese bequeme Weise; Wegen Beleidigung der Rigdorfer Gendarmen hatte einen ganz lufrativen Billethandel unterhielt. Wenn die Absender sich am Donnerstag der Maschinenbauer Krüger vor dem der Billets Abends zum Stelldichein im Theater erschienen, sahen Stenographen- Schule. Wie bereits im Anzeigentheil Rixdorfer Schöffengericht zu verantworten. sie zu ihrem Staunen und Verdruß an ihrer Seite Personen, bie Der Anklage liegt folgender Vorfall zu Grunde. In einer unmöglich die heirathslüfterne Jungfrau fein fonnten. Das böse dieses Blattes bekannt gegeben, sieht sich die stenographische Schule veranlaßt, in Anbetracht des großen Andrangs zu ihren am 17. Januar bei Hoffmann in Rixdorf tagenden Versammlung Beispiel des Herrn Werner hat die guten Sitten der drei weibKursen, noch in diesem Halbjahr einen ebenfalls gänzlich unentgelt: wurde die nach Meinung des Angeklagten ungerechtfertigte Auflichen Angeklagten verdorben; als dieselben sahen, wie glatt und lichen Lehrgang abzuhalten. Derselbe beginnt am Sonnabend, 2. Mai, lösung einer kurz vorher in der Neuen Welt" stattgefundenen gut dies Geschäft ging, legten sie sich auch darauf und die Abends 9 Uhr, Oranienstr. 126, Gartenhalle und umfaßt ca. sechs Versammlung lebhaft erörtert und von dem Krüger das nach Heiraths Korrespondenz auf Grund der Annoncen nahm einen Lehrstunden. Nach beendetem Unterricht legt die stenographische seiner Meinung fulante und verständige Verhalten der Berliner bedeutenden Umfang an. eine Fräulein die soweit trieb, einem BeSchule ganz besonderes Gewicht auf die zweck entsprechende Polizeibeamten im Gegensatz zu dem der Nixdorfer Gendarmen Dreistigkeit hineingefallenen Ausbildung jedes Einzelnen. Bei fast allen Gelegenheiten lobend hervorgehoben. Hierbei soll der Angeklagte in Bezug auf die werber zu schreiben, daß sie das übersandte Billet verzur Erlernung der Stenographie, zum Beispiel in Ver- Intelligenz der Rixdorfer Gendarmen Betrachtungen angestellt haben, loren habe und um Zustellung eines neuen bitte, kam das einen u. s. 1., wird dieser wichtigste Punkt aus die von den letteren als Beleidigung erachtet wurden. Gegen Verhängniß über das spekulative Konsortium. Der Bewerber dem Auge gelassen und erklärt es sich daher, daß den Beleidigten, der als Belastungszeuge aufirat, machte der An- schickte in der That noch ein Billet unter der angegebenen Chiffre, die meisten, welche die Stenographie erlernten, diefelbe auch geklagte geltend, daß die Aussage dieses Beugen mit großer Vor- auf dem Postbureau stellte sich aber gleichzeitig ein Kriminalwieder verlernten. Die Stenographen- Schule will dahin wirken, sicht aufgenommen werden dürfe, da er in einer ähnlichen Sache beamter ein, welcher Herrn Werner verhaftete, als er seine Beute daß die Kurzschrift Jedem ein unverlierbares Gut werde und vor Gericht bekundet habe, es hätten bestimmte Angeklagte abholte. Bei der Haussuchung fanden sich noch zahlreiche Briefe, Jedem Nußen, sei es geistiger oder materieller, zu bringen im das Schimpfwort Quatschkopf" bei einer Aeußerung ver- vor, welche nach Batschouli und Veilchen rochen, das Heiraths Stande ist. Für Schüler über 10 Jahren, welche besonders be- fch I uck t".(?!) thema in allen möglichen Formen variirten und sehr sorgfältig fähigt find, besteht eine Jugendabtheilung und haben dieselben Die vernommenen Entlastungszeugen konnten jedoch nur registrirt und mit orientirenden Bemerkungen versehen waren. vorher eine selbstgeschriebene Offerte einzureichen. Mündliche oder negative Angaben machen, da sie sich zum Theil nicht mehr auf Es fehlte nur noch, daß auch die doppelt- italienische Buchführung schriftliche Auskunft, auch nach außerhalb, ertheilt der Leiter des die Einzelheiten und die Form der Aeußerung besinnen, oder in Anwendung gekommen wäre, um das Bild eines kaufUnterrichts, Clausen, Wilhelmstr. 119-20, 1. Quergebäude. Im nicht mit absoluter Bestimmtheit beschwören konnten, daß die männischen Instituts zu vervollständigen. Die Angeklagten übrigen verweisen wir auf die noch erscheinenden Anzeigen in Worte nicht gefallen waren. Der Gerichtshof unter Vorsiz des waren im Allgemeinen geständig, doch behaupteten die brei Amtsrichters Lampe, nahm zwei Fälle der Beleidigung, obgleich angejahrten Mädchen, daß sie ganz ernstlich auf der Suche nach die beiden Aeußerungen in einer Rede gebraucht worden sind, einem Manne gewesen seien und die Billets nur dann verkauft für erwiesen an und verururtheilte den bisher unbestraften An- hätten, wenn eine zu große Fülle in diesem Artikel vorhanden geklagten zu 13 Tagen Gefängniß, da ihn eine Geldstrafe nicht gewesen sei. Der Gerichtshof verurtheilte May Werner mit treffen, sondern von seinen Parteigenoffen getragen werden würde. Rücksicht darauf, daß er den Schwindel ganz gewerbsmäßig beDem müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Der Amtsanwalt trieben, zu 6 Monaten Gefängniß, während seine hilfs= hatte nur 100 M. Geldstrafe beantragt. bereiten Schwestern mit je einem Monat und die Freude mit 1 Woche Gefängniß davon kamen. diesem Blatte. ganz Polizeibericht. Im Landwehr- Kanal, am Cuvry- Ufer, wurde am 29. v. M. Morgens die Leiche einer unbekannten, etwa 25 Jahre alten Frauensperson aufgefunden. Zu derselben Zeit stürzte ein Maler auf dem Flur des Hauses Louisen- Ufer Nr. 45, wo er mit dem Anstreichen der Wände beschäftigt war, von der Leiter und erlitt einen Bruch des linken Beines, so daß er nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. Gerichts- Beitung. " Wegen fahrlässiger Brandstiftung und unvorschriftsmäßiger Aufbewahrung von Feuerwerkskörpern stand gestern der de Kaufman Sprenger vor der III. Strafkammer des LandALS das Arbeiterbewegung. Zur Aussperrung der Korbmacher Geesthachts. Num. mehr, nachdem die Differenzen, die sich um das Koalitionsrecht drehten, nahezu neun Monate der Beilegung harrten, sind wir in diesem Kampfe der unsrige geworden ist. Indem wir mitin der Lage, den Arbeitern allerorts zu erklären, daß der Sieg theilen, daß nunmehr auch die lekten Arbeitgeber der Streitfommission gegenüber erklärt haben, nicht mehr auf dem Austritt aus dem Verband deutscher Korbmacher zu bestehen, nämlich die Bandreißer Johs. Hölert, H. Zenn, K. Dubber und H. Dubber, werden die Abrechnung demnächst ebenfalls bekannt geben. sagen wir allen Denen unseren herzlichsten Dank, die uns in diesem uns aufgedrungenen gerechten Kampfe unterstüßten. Wir H. Rudolf Messerschmidt, Vorsitzender der Zahlstelle Geesthachts des Berbandes deutscher Korbmacher. gerichts I. Der Angeklagte bewahrte in seinem Geldschrank eine größere Anzahl knallbriefe" auf, eine Feuerwerksspielerei, welche, wie die Erfahrung lehrt, leicht Unheil bewirken kann. Als der Angeklagte am Abende des 28. August v. J. nach Schluß Vor der Strafkammer des königl. Landgerichts zu auch seinen Geldschrank schließen wollte, hatte sich einer der Botsdam hatte sich am Mittwoch der Handelsmann Genoffe Knallbriefe zwischen die Thür geklemmt. Durch den Druck geOstar Griepen trog aus Berlin wegen Beleidigung der langte die in dem Papiere befindliche Sündmasse zur Explosion Berliner Richter zu verantworten. Anläßlich einer am 27. No- und im nächsten Augenblick explodirte der ganze Vorrath mit gevember v. J. in der Brauerei Königstadt abgehaltenen Boltsverfammlung mit dem Thema:" Die Frau und die Sozialdemokratie" waltigem Knall. Die Thür des Geldschrants schlug den Davor nahm G. in der Diskussion" das Wort, und nachbem er verstehenden zurück, die Fensterscheiben wurden zertrümmert und die nahm G. in der Diskussion das Wort, und nachdem er ver- aus dem Schrank schlagende Flamme drohte die Umgebung in schiedene politische Tagesfragen gestreift hatte, foll er nach der Brand zu sehen. Das Feuer wurde aber sofort wieder gelöscht, Anklage geäußert haben:" Muß sich die Göttin da draußen in Moabit mit der Binde vor den Augen nicht schämen, denn hier nicht entstanden war, so konnte der Angeklagte auch nicht wegen Da ein eigentlicher Brand bevor es Schaden anrichten konnte. wird oft nicht nach Recht, sondern nach Gnade verurtheilt!" nicht fahrlässiger Brandstiftung verurtheilt werden, es traf ihn nur Durch diesen Ausspruch fühlten sich Berliner Richter beleidigt, eine Geldstrafe von 20 m. wegen der Uebertretung. und als deren Spize stellte der Chef des Rammergerichts den Strafantrag; die Sache wurde daher auch in Potsdam, und Ein interessanter Fall von Uebertretung der Polizeinicht vor einem Berliner Gerichtshof verhandelt. Der Angeklagte stunde gelangte heute vor der 96. Abtheilung des Berliner NB. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten, insa gab zu, die Aeußerungen, wie sie in der Anklage firirt feien, im Schöffengerichts zur Verhandlung. Nach der vom wachthabenden besondere die„ Neue Tischler- Zeitung". Wesentlichen gemacht zu haben, nur will er keineswegs gefällte Urtheile Schußmann erstatteten Anzeige hat der Schankwirth Joseph Braunschweig. Achtung, Steinhauer! Die Sperre über gemeint, wohl aber über das Verhalten mancher Anklagebehörden Merce wsti in der ganzen Nacht zum 3. Februar cr. fein die Maring'sche Bementfabrik Stereota dauert unverändert fort. feine Mißbilligung ausgerückt haben, bie feiner Meinung nach Lokal geöffnet gehabt. Er war deshalb in eine höhere Geld- Da die Fabrit bemüht ist, von auswärts Arbeitskräfte heranallerdings, je nach der betreffenden Person, die Anklage ein- ftrafe genommen worden, und hat gegen das betreffende Polizei- zuziehen, ist es Pflicht aller Arbeiter, welche Verbindung mit in leiteten oder fallen ließen. Er zitirt zum Beweise dieser Behaup- mandar Widerspruch erhoben. Im Termin deponirte der Ange- Steinhauerbezirken wohnenden Arbeitern haben, lettere von der tung mehrere Beispiele, u. A. den Fall des Hofpredigers Stöcker flagte, daß er am 2. Februar Abends fein Lokal pünktlich um Sperre in Kenntniß zu sehen. im Prozeß Ewald. 11 Uhr geschlossen hat. Da aber seine Ehefrau am 3. früh mit Polizeilieutenant Glasener aus Berlin kann sich auf die der Hamburger Bahn verreiste, habe er an diesem Tage einzelnen Borgänge nicht mehr genau befinnen; er hat sich in fein Schantlokal gleich nach 4 Uhr wieder geöffnet. der betreffenden Versammlung Notizen gemacht, und danach das unmittelbar darauf seien mehrere junge Nachtschwärmer Protokoll ausgearbeitet; die Notizen habe er inzwischen vernichtet, in start angetrunkenem Zustande bei ihm eingetreten Da er nicht mehr auf eine Verhandlung gerechnet habe; im All- und hätten Kaffee gefordert. Noch ehe fie denselben An alle in Berlin arbeitenden Steinmehen. Kollegen! gemeinen giebt er die Richtigkeit der in der Anklage vorgeführten erhalten konnten, geriethen die geute in eine Schlägerti The Da wir im vorigen Jahre eine freiwillige Steuer von 2 M. aufwurden von ihm aus dem Lokal gewiesen. In der That be- gebracht haben von denjenigen Kollegen, die am 1. Mai ge Aeußerungen zu. Schußmann Schulze aus Berlin kann Wesentliches nicht fundete denn auch der anzeigende Schuhmann, daß ber Beuge arbeitet hatten, so bitte ich die Kollegen auch in diesem Jahre Arbeiter Heinrich Schmidt furz vor 5 Uhr Morgens zu ihm eine freiwillige Steuer von 1 M. aufzubringen. Ich ersuche die Beuge Kaufmann Albert Auerbach Berlin weiß sich, da auf die Wache gekommen fei und die feſtſtelling vom Serren Blagvertreter die Gelder einzuziehen und an mich abzuder Angeflagte über alles Mögliche bamals gesprochen, der ge- verlangt habe, die ihn geschlagen und ihm den Set om Stopf liefern. Die Sammellisten gehen umgehend zu. A. Hempel, VerDalen Ausführungen des Angeklagten nicht mehr zu erinnern, genommen habe. Auf seine Frage habe Schmidt erklärt, aus dem trauensmann der Berliner Steinmetzen. Straße V, Nr. 2 part. doch hat er nicht den Gindruck gewonnen, daß G. die Richter Lokal des Angeklagten zu kommen und die Nacht hindurch ge- Wedding. beleidigt habe. Auf Befragen des Vertheidigers bekundet Beuge tneipt zu haben. Der Beuge Schmidt bestätigte diese Angabe und mit Bestimmtheit, daß G. die Aeußerung im Laufe feiner Rede fügte hinzu, daß er nicht wiffe, wann er in das Lokal des AnBei der Drangfalirung der Sozialdemokraten geklagten gerathen set. Bei dieser Sachlage erfolgte selbst gethan habe: unter dem Ausnahmegesetz sind es oft die Richter gewesen, verständlich die Freisprechung des irrthümlich Andie dem stürmischen Vorgehen der Polizei ein Halt zugerufen getlagten. Beuge Hermann& esser Berlin sagt in ähnlichem Sinne befunden. haben." teit errege. Soziale Uebersicht. Göppingen, 29. April. In der Metallwaaren- Fabrik von Schauffler u. Safft ist Streit ausgebrochen. Der Buzug ist fernzuhalten! Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck ersucht. Versammlungen. In der Reichsdruckeret war am 6. November v. J. ein aus. Er erwähnt noch, daß der Angeklagte felten einen Ge- Unfall vorgekommen, welcher dem Maschinenmeister Abendroth banken logisch zu Ende führe, vielmehr häufig durcheinander zur Last gelegt wurde und diesen gestern unter der Anklage der spreche, und fast immer mit seinen harmlosen Späßen viel Heiter- fahrlässigen Körperverlegung vor die II. Straftammer hiesigen Der Angeklagte bebient eine der Landgerichts I führte. Wirker und Wirkerinnen. Am 21. b. Mts. fand eine Der Bertreter der Staatsanwaltschaft, Assessor Men de 13- Maschinen, auf welchen die Kaffenscheine und sonstigen Werth- öffentliche Versammlung der Wirker und 2Birterinnen statt Die Maschinen werden durch Hand zunächst erstatteten die Delegirten Fri. Schulz und Kollege sohn, hält auf Grund der Beweisaufnahme und des eigenen zeichen gedruckt werden. Geständnisses des Angeklagten denselben der Beleidigung der habung einer Bremse in Stillstand verfekt, und wenn sie wieder in Hübsch Bericht vom ersten Deutschen Textilarbeiter- Kongreß. An Gerichtspersonen für schuldig(§ 185), und glaubt, in Anbetracht Gang gebracht werden, fo geschieht dies burch Aushebung eines der Diskussion betheiligten sich Fri. Rödling, Herr Goldberg und der Schwere ber Beleidigung und der Untergrabung des An- Sinschalters und es ist Vorschrift, daß die Maschinenmeister den Neuhaus. Hierauf gelangte folgende Reſolution zur einstimmigen ſehens des Gerichts burch solche Neußerungen in weiten Klaſſen, Beitpunkt, an welchem die Maschine wieder in Thätigkeit gefeßt Annahme:„ Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Aus6 Wochen Gefängniß beantragen zu müssen; ferner, da die Be- wird, durch den warnenden Nuf:" Finger weg!" antündigen, führungen der Delegirten einverstanden und beschließt, die Bes zu machen." er im Reftaurant Seinide, Drantenftr. 36. Bülow. Gäste wiltommen. Gefelliger Verein Abends 9 Uhr, " 27 ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Geeftemünde, 30. April.( Reichstags- Stichwahl.) Bis jetzt liegen die Wahlergebnisse aus 59 Wahlbezirken vor. In dens selben find gezählt für den Fürsten von Bismarck 7406, für Schmalfeldt 4791 Stimmen. schlüsse des Textilarbeiter- Rongresses au Pößneck zu den ihrigen 3mmergrün" erobert wurde. Das Bombardement der Revolutionäre verursachte Verein ehem. Im Verschiedenen machte Neuhaus bekannt, daß Petitions- Grand Restaurant Kornblume"( Inh. Dito Now, Andreasftr, 3. Gäste wurden dadurch vernichtet. Schüler ber 38. Gemeinde- Schule, Gigung, Abends 9 uhr, im eine schreckliche Dynamitexplosion. 2000 Zonnen Steinkohlen liften für Streichung des§ 166, welcher Gotteslästerung bestraft, willkommen. Rauchflub„ Ohne 3wang", Abends 8% Uhr, bei W. Spaeth, ansliegen und fordert die Anwesenden zur Einzeichnung auf. Sarl Ullrich, Wrangelfir. 84. Gäfte durch Mitglieder eingeführt willkommen. Weinstraße 28. Statflub, Tournee", Abends 8% Uhr, beim Genossen Nach längerer Debatte wurde als Delegirter der Berliner Rauchtlub Rothe Qua fte". Jeden Freitag köpnickerstr. 130 bet Streit- Kontrollkommission Kollege Liebers gewählt. Kollege Eimecte. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Wengels schilderte die Löhne, welche die Firma Theodor Lindner Freitag: Berein„ Grüne Zanne" 9 Uhr bei Zeßner, Mauerftr. 8. Bund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und umgegend. in Limbach den Arbeitern zahlt. Sie giebt für gestrickte Korsetts bis jetzt 3,30 M., davon sollen noch 1,25 M. abgezogen werden, bleibt ein Lohn von 2,05 M. Für dieselben Waaren zahlen Berliner Firmen 6 M. Die Lebensmittel seien dort ebenso theuer wie hier. Mehrere Redner sprachen sich dahin aus, die betreffende Firma müsse genannt und alle Posamentier- und Wollwaaren- Händler, sowie das kaufende Bublifnm ersucht werden, nur von solchen Fabrikanten Waaren zu kaufen, welche ihre Arbeiter gut behandeln und gute Löhne zahlen. Obengenannte Firma hat ihr Geschäftshaus in Berlin Poststraße. Achtung Klempner! Laut Versammlungsbeschluß findet keine Versammlung am 1. Mai und kein Vergnügen am 3. Mai seitens der Klempner statt. Wir machen Euch aber aufmerksam auf die am 1. Mai auf" Tivoli" stattfindende öffentliche Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter. Berichtigung. In Nummer 98 unseres Blattes ist durch ein Korrekturversehen an den Bericht über die Schlächterverfammlung das Ende eines Berichtes über die öffentliche Maurerversammlung gehängt worden, dessen Anfang in Nummer 97 in der zweiten Beilage erschienen ist. Wir bitten das Versehen zu entschuldigen. Die Redaktion. Sol. Agitationsverein„ Spinoza". Seute, Freitag, den 1. Mat, findet eine Bersammlung für Männer und Frauen im Sofale bei Brandstahl, Oppelnerftr. 29, statt. Nach der Versammlung gemüthltches Betsammensein. Gäfte haben Zutritt. Es wird um zahlreichen Besuch gebeten. Vorstand. Eeseklub Mare. Unsere regelnaäßige Bersammlung fällt heute aus. Der Buchbinder- Männerchor Berlin. Die aktiven Mitglieder werden auf gefordert, heute. Freitag, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's oberem Saal zur Matfeter pünktlich zu erscheinen. Tabakarbeiter Sonnabend, den 2. Mat, Abends& uhr, ſtattfindende große öffentliche werDepeschen. ( Privattelegramme des ,, Vorwärts.") Charleroi, 30. April. Der Bürgermeister hat die für morgen beabsichtigte öffentliche Rundgebung gestattet unter der einzigen Bedingung, daß keine rothen Fahnen mitgeführt werden. In allen Orten, in denen Arbeiterfundgebungen stattfinden sollen, haben fich die Führer der Arbeiter für die Erhaltung der Ordnung ver bürgt. Deffenungeachtet sind seitens der Behörden energische Gelsenkirchen, 30. April. Hünningshaus, Redakteur der Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung getroffen worden. " Bergarbeiter- Zeitung", wurde soeben verhaftet. ( Depeschen des Bureau Herold.) Brüssel, 30. April. Das Komitee des internationalen Bergs arbeiter- Bundes, welches sich heute Nachmittag im Voltshause zu einer Solidaritätstundgebung für die deutschen Bergarbeiter legschaften von 31 Bechen( 11 060 Mann) ausständig. Effen a. d. Ruhr, 30. April. Heute waren noch die Be- versammelt hatte, sprach sich aus politischen Gründen und wegen Streit hat sich nicht weiter ausgebreitet. Auf 10 Bechen ist der rung der Löhne für einen Streit der belgischen Bergarbeiter aus. Der der Plackereien durch die Arbeitgeber, sowie wegen der Verminde selbe beendet. Später hielt der Generalrath der Arbeiterpartei eine Sigung ab, Gelsenkirchen, 30. April. Zahlreiche Ausständige, die zur in welcher nach langer Berathung eine Tagesordnung angenommen Arbeit zurückkehren wollten, wurden auch heute zurückgewiesen. wurde, welche die Bergarbeiter von einem Ausstande abräth, Das Ende des Streits dürfte unmittelbar bevorstehen. Wie es weil durch das Eintreten eines Bergarbeiter- Streits am Vorabend scheint, werden viele Ausständige definitiv entlassen. Im ganzen eines allgemeinen Streits die ganze Arbeiterpartei geschwächt Revier herrscht die größte Ruhe. Die streikenden Koftgänger der werden könnte. Rolonie Krupps Hannover" müssen dieselbe binnen 48 Stunden verlassen, Familienväter am 1. November. Gelsenkirchen, 30. April. Die von den Arbeitern geplante Maifeier findet nicht statt, da man das Geld, welches für dieselbe verwandt werden sollte, für die Streifenden verwenden will. Bochum, 30. April. Der Vorstand des Knappschaftsvereins versendet an die Beitungen eine Notiz, laut welcher die im Vorstande des Vereins vertretenen Bergarbeiter ihre Zustimmung dazu gegeben haben, daß die Paragraphen des Vereinsstatuts, welche die willkürlich Feiernden mit Verlust der Mitgliedschaft bedrohen, gegen die jetzt Streifenden zur Anwendung fammlung, verbunden mit Arbeiter- Maifeier, aufmerksam gemacht. Tages- tommen. Briefkaffen der Redaktion. Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen, Briefi Antwort wird nicht ertheilt. Ad. Höhl, Steglitz. Berichte, bei denen das Papier auf beiden Seiten beschrieben ist, werden nicht veröffentlicht. Preek, Holstein. Wir haben nichts erhalten. Karl Weiße. Wir können Ihren Aufruf, so gut gemeint er ist, zur Zeit nicht bringen. Solche Sammlungen werden erst dann am Blake sein, wenn es gilt, die Opfer bes Streits zu einem heißen Stein; fie fönnte nicht ausreichen. orbnung: Der achtstündige Normal- Arbeitstag und seine Bedeutung. Referent Bochum, 30. April. 52 berittene Gendarmen find zum unterstützen. Gegenwärtig wäre die Hilfe wie ein Tropfen auf Herr max Otto. Sierauf: Tanzkränzchen. Der Gefangverein„ Deutsche Eiche" seine Mitwirkung zugefagt. Die Arbeiter Festzeitung wird am Eingange gratis ausgegeben und findet daselbst nur Zellersammlung statt. Die Bons zur Bildung des Maifonds" find ebenfalls zur Stelle. Gefe- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr", Abends 9 ur, 8% Uhr bei Schwarzkopf, Staligerftr. 11. Gäste, Damen und Herren, bet Grube, Mariendorferstr. 10. Gäste haben Zutritt. burch Mitglieder eingeführt, willkommen. „ Süden", Abends Arbeiter- Sängerbund Berline und Umgegend Abends 9 Uhr, UebungsStunde, Aufnahme von Mitgliedern. Männer- Gefangverein Collegia", Restaurant Reichenbergerstr. 16.- Gefangverein des acvereins der Buzer Berlins und umgegend"„ Gemütlich fett", Seybel ftraße so bet Preußer. Buchbinder- Männerchor" Berlin, Alte Jakobftr. 75 bet Feuerstein. Männer- Gesangverein der Berliner Schmiede", bet Tempel, Breslauerstr. 27.- Arbeiter- Gefangverein„ Nord", Brunnenstr. 38 bet Gnadt. Weinftr. 11. at fer'scher Männerchor", Schönhauser Allee 28 bei Gefangverein 3 orbeertrang", Restaurant Nürnberg. Gesangverein Wiederha II", Wrangelstr. 141 bet Schmidt. Arbeiter Gefangverein, offnung", Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 34 bei Schulze. Rummer'scher Gesangserein", Elifabethstr. 11 bei Rüth. Gefangverein Esmeralda", Roppenstraße 35 bet Keller, Abends 8 Uhr. = Schuße der Bergleute, welche die Arbeit wieder aufnehmen wollen, foeben hier eingetroffen. 1 Für die Arbeiter- Bildungsschule von C. B. 8 M., Kassirer, Barnimsſtr. 42. Dr. 2. 2. M., von Herrn Drebelow 5 m. erhalten. H. Gumpel, pflichtet, sein Brot mit in den Arrest zu nehmen oder wird ihm J. G. Sie fragen: Ist der Soldat als Arrestant ver dieses nachgeschickt?" Soviel wir uns aus unserer eigenen Braris entsinnen, nimmt der Soldat sein Brot gleich mit, wenn es von den hohen Vorgesetzten für nöthig gehalten wird, daß er eines ungepußten Knopfes wegen längere Zeit in stiller Zurückgezogenheit verbringen muß. Wie kann aber ein verständiger Mensch Das Uebrige ist besorgt worden. sich wegen solcher Sachen den Kopf zerbrechen! Friedberg i./Hessen. Sie müssen den Verein anmelden. Bestimmungen. Schkendit. Ueber Sammlungen existiren feine besonderen Sie müssen es auf einen Versuch ankommen laffen. 2. Die Polizei ist zu einer derartigen Maßnahme keinesbei Steele ist wieder in vollem Betrieb." Ungefähr 100 Arbeiter Bochum, 30. April. Die Grube„ Eintracht und Tiefbau" sind zur Strafe entlassen worden." Friederike" bei Wiemelhausen ift gleichfalls wieder in Betrieb. Wattenscheid, 30. April. Die hiesigen Belegschaften beschlossen, morgen bedingungslos wieder anzufahren. Die Anzahl der im hiesigen Bezirk strafweise entlassenen Bergarbeiter dürfte etwa 200 betragen. Köln, 30. April. Nach der Volks- 3tg." wurde auf einer des Rechtsschutzvereins wegen fortgesetzter Beleidigungen fofort Privatgrube in Hostenbach( Kreis Saarlouis) der Vertrauensmann entlassen. Im ganzen Saargebiet ist alles ruhig. Paris, 30. April. Die in Paris für den morgenden Tag Wilhelm eeger'iche 2teperta fel", Abends's Uhr bei Trucks, versammelten Truppen zählen 7000 Polizeimannschaften, 25 000 Reichenbergerstraße 83. Gefangverein, Tonblüthe", Görligerstr. 58 bei Infanteristen; außerdem sind alle Kavallerieregimenter der Pariser wegs berechtigt; sie wird wohl auch offiziell einen anderen Grund Toltsdorf. Karthanfcher"( Besangverein, Große Frankfurterstr. 99 bet Garnison und fünf aus den benachbarten Städten herbeigezogene angeben. Und auf diesen kommt es bei einer eventuellen richterKrüger, Frankfurter Bierhallen. Gefangverein Jugendfreuben" bei Ravallerieregimenter in Bereitschaft. Alle öffentlichen Gebäude Keller, Bergstr. 68. Arbeiter Giesangverein Matbund", Nowawes, bet Gärtner, Wallstraße. Arbetter- Gesangverein" Maiglödchen", Hoch- find mit Truppenabtheilungen belegt worden. Die Kavallerie lichen Entscheidung einzig und allein an. ftraße 82a, bet Wilte. wird die Strecke von den Tuilerien bis zu den Champs Elysee Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Männnerchor Waldes raufen", Martgrafenftr. 87 bet Betgt.- Männer- Gesang- Berein„ unto n" besett halten. Abends 9 Uhr, in der Berliner Bod- Braueret. Musikdilettanten- Berein Glode" 9-11, Nebungsstunde. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Bergnügungsverein Glück auf", Abends 8½ Uhr, Stzung bet Möwes, Fichteftr. 29. Nach der Sigung Zanz. Gäste willkommen. Bergnügungs vereinet Ich en", Sigung mit Damen von 9 Uhr ab, Admiralftr. 88 bet " " London, 30. April. Privatnachrichten aus Pisagua( Chile) lutionären und den Anhängern Balmaceda's stattgefunden haben, bestätigen, daß erbitterte Rämpfe daselbst zwischen den Revowährend welcher Piſagua viermal erobert und wieder zurückLithographie- Steinschleifer, Luruspapier- Präger u. Berufsgen. Ethische Gesellschaft Sonntag, den 3. Mai 1891: Mai- Feier. Gemeinschaftliche Mai- Feier mit Familie, gemeinsam mit den Album- und Kartonarbeitern in Habermann's Insel- Restaurant am Plößensee. Treffpunkt: Nachmittags 2 Uhr daselbst. Volksbelußtigungen aller Art. Ball. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Festrede, sowie Abstimmung der allgemeinen Resolution. Entree frei. Fahrgelegenheit: Schleſtſcher Bahnhof- Moabit. Stadtbahn Nordring. Pferdebahn: Rosenthaler Thor, Alexanderplat- Moabit- Waldstr. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Einberufer. We Rixdorf! m Sonnabend, den 2. Mai, in Hoffmann's Festsälen, Berg- Straße 188. Erstes Stiftungsfest der Freien Gemeinde. WARF Großes Konzert verbunden mit Theater und lebenden Bildern, komischen Vorträgen und Ball. Feftrede gehalten von Herren Päus. Anfang 7 Uhr. Billets sind außer in den mit Plakaten belegten Handlungen, bei folgenden Mitgliedern zu haben; Spourd, Jägerstr. 10; Rückert, Steinmetstr. 17; Ruring, Sonntag, den 3. Mai: Ausflug nach Johannisthal. ohannisthaler Volksgarten bei Genft Briefkaffen der Expedition. Für die ausgesperrten Arbeiter gingen ferner ein: Ueberschuß vom Maskenball( Sanssouci) 5 M. Beige hierdurch an, daß ich bie Evora& Meyer in Fürth i./B. vom heutigen Tage übernommen habe und bitte, das Herrn Hering geschenkte Vertrauen auf mich übertragen zu O. Linke. Demonstrations- Abzeichen auß der Schweiz find zu haben bei R. Kohlhardt, Buchhandlung, 626b] Mariannenstr. 34, Bart. Friedrichshagen. Empfehlen den Geuoffen mein[ 638L Cigarren- Geschäft. Evora& Meyer, Berl. Lagerhof 8, und M. Wartmann, Friedrichstraße 122. Abfahrt 7 Uhr früh: Bahnhof Alexander- wollen. play. 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Mein Schuh- und Stiefel- Lager für Serren, Damen und Kinder bringe hiermit in empfehlende Erinnerung. 899L Albert Auerbach, Rottbaser Damm Nr. 7, nahe der Rottbuser Brücke. Echte Rathenower Brillen und Pince- nez nur mit prima Kristall- Gläsern von 1,50 Mark an. Rudolf Reinhardt, Linden Straße Nr. 94, neben der Markthalle. Sonntags geschlossen. G. Superczynski, fünstliche Zähne, Juvalidenstr. 105, II. vorzügl. Mehl, Milch, Zu Partien: 6451 Beste Kost, Gierspeisen, Gemüse Cognac, Schoppen à 1,00 Mart. bietet das Vegetarische Speisehans, Prinzessinnen- Stlosterstraße 10, L.( Ecke Kaiser Franz Beyer, strasse 15. 537 b Geschäftshaus S. Seine. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Ganze Ausstattungen empfiehlt 577b Achtung! Maitrankl. 0,75. Mit Bezug auf obige Ankündigung 552L] Beyer, Oranienstr. 154. Filiale: Elisabeth- Ufer 47. theile ich meiner geschätzten Rundschaft hierdurch mit, daß mir durch niedrige Rind- und Schweineschlächterei, Brauerei Evora u. Meyer in Fürth Bentral- Markthalle, Stand 148. Machinationen die Vertretung der entriffen worden ist. Bittend, mir das geschenkte Vertrauen zu erhalten, theile noch mit, daß ein Theil meiner Kundschaft, von den eigenartigen Vorgängen unterrichtet, sich mit mir solidarisch erklärt hat. Ueber die Fortsetzung meines Unternehmens werde ich nächster Tage durch Zirkular Nach richt geben. Hochachtungsvoll 637L Gustav Hering. Linden- Restaurant ( Inhaber C. Bandelow) 759b Carl Aurin. All. Schuhmachern empf. m. SchäfteFabrik u. Steppanstalt, Eager sämmtl. Bedarfsartitel. P. Rühl, Naunynstr.22, pt. Eine alte Zither ist billig 3. verkauf. Ritterstr. 97, H. Kell. b. Jensch.[ 629b Achtung! olleg.& Nachricht, baß ich e. Schankgesch. übernom. habe. Billard Berfüg. Silberbach, Palliſadenſtr. 98. 2 Bettft., gr. Spiegel, Sopha, Küche, Friedrichshagen, Lind. Allee 13a, fast neu, b. M. 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Der durch feinen Plan eines staatlichen Alkoholmonopols wohlbekannte Professor der Finanzwissenschaft, Herr Alglave, ist es, der sich an die Frage wagte, da er, wie er sagte, sich in dem Momente einer Prüfung Derselben nicht verschließen wolle, wo sie sich auf die Straßen zu lagern drohe." Freitag, den 1. Mai 1891.dood zonified do 8. Jahrg. Man könnte sich indeß, wenn man die ganze Welt in seine ab jede Gewerkschaft nur einen Delegirten in die Kommission Betrachtung zieht, fragen, ob nicht vielleicht überhaupt die Menge entfenden soll. Demzufolge legten die bisherigen Delegirten ihr der Produkte aller Länder geringer werden wird! Doch das ist Mandat nieder; bei der Neuwahl wurde Kollege Gesch einArbeit vermindert und die Masse der Produkte vergrößert. Diese der Vorsitzende noch des heutigen, für die deutschen Arbeiter unglaublich. Seit einem Jahrhundert haben die Maschinen die stimmig zum Delegirten wiedergewählt. Zum Schluß gedachte Erwägung muß uns hinsichtlich der Zukunft beruhigen: in den wichtigen Tages, nämlich des Geburtstages Ferd. Lassalle's. Maschinen haben wir das Mittel, die Produktion der ganzen Menschheit zu steigern. rasch ausfüllen und darüber hinaus die Produktion vermehren. Die Fortschritte in der Technik würden ein etwaiges Defizit So unzureichend diese offizielle Rechtfertigung des Hauptgegenstandes der internationalen Maidemonstration ist, so fann fie doch ausreichen, die große Menge guter Zeutchen, die ihn aus unwissenheit bisher als eine Schwärmerei oder eine Gefahr be Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen. In der Versammlung vom 21. April cr. erstattete zunächst der Kassirer den Vierteljahrsbericht: Bestand vom 4. Quartal 1890 und Einnahme vom 1. Quartal 1891 629,67 M., Ausgabe 334,22 M., bleibt Bestand am 1. April 295,45 M. Die Einnahmen vom Stiftungsfest be trugen 190,25 M., Ausgaben 162,05 M., bleibt Ueberschuß 28,20 M. Mitgliederbestand 289. Sierauf hielt Herr Silberberg Und der Geist, in dem er sie behandelt hat, legt ein zu beredtes Zeugniß ab für den Fortschritt, der sich Dank der sozialistischen Ideengewalt selbst in den widerstrebendsten Kreisen vollzogen hat, als daß ich den Lesern des, Vorwärts" nicht ben en tämpften, mit dem gesetzlichen Achtſtundentag auszuföhnen. einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über die Erziehung Gefallen leisten und den Inhalt dieser Vorlesung, die in unserem Universitätsleben ein wirkliches Ereigniß bedeutet, kurz resümirend mittheilen sollte. den läßt sich vom juristischen und vom wirthschaftlichen. and Quiplun tadal Jules Guesde. der Kinder. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Zu Verschiedenem wurde ein vom Roll. Wilfe gestellter Antrag, welcher befagt, daß die heutige Versammlung sich den Beschlüssen der Arbeiter Deutschlands anschließt, 1/4 des Tagesverdienstes vom Die gefeßliche Beschränkung des Arbeitstages auf acht Stunneb neinno 1. Mai der Generalfommission zur Gründung eines Generalfonds von zwei Standpunkten aus beurtheilen: Versammlungen. zu überweisen, angenommen. Ferner wurde ein Antrag an genommen, in der nächsten Versammlung über den Antrag auf Was zunächst die jurist if he Seite betrifft, so ist ein häu- Die Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen herabjegung der Wochenbeiträge von 15 Bf. auf 10 Bf. zu figer Einwand der Gegner, daß eine derartige Bestimmung mit Silfsarbeiter für Schöneberg und Umgegend hielt am 19. April beschließen. Am 1. Mai findet eine öffentliche Versammlung bei der Freiheit des Vertragsschlusses im Widerspruch stehe; der ihre Mitgliederversammlung ab. Unser Kassenbestand beträgt, Seefeld statt mit gemüthlichem Beisammensein. Festrede gehalten Staat dürfe wohl einschreiten zu Gunsten der Minderjährigen, wie der Kassirer berichtete, 22,25 M. Sodann wurden zum Vor- von Herrn Türk. Am 3. Mai findet ein Ausflug nach Friedrichsder jugendlichen und weiblichen Arbeiter, keineswegs aber stehe stand gewählt: Rudolf Kanthack zum ersten, Karl Fröhlig zum hagen statt. Abfahrt vom Bahnhof Alexanderplatz früh 6,45, ihm dies Recht für die männlichen großjährigen zu. Sie zweiten Vorsitzenden, Albert Stoldt zum ersten, Julius Hoffmann vom Schlesischen Bahnhof 7 Uhr mit Arbeiterbillets à 40 und fügen hinzu, daß man auf eine Bewilligung niemals hoffen zum zweiten Kassirer, Gustav Behrendt zum ersten, Adolf Sehl 20 Pf. Für Nachzügler Treffpunkt bis 2 Uhr Nachmittag im Dürfe. baß man zum 2. Schriftführer, Friedrich Gröbke, Ernst Buchholz und Wil- Gisteller( Friedrichshagen). Nun ist aber ein Kaufkontrakt, der mit einem Verluste von helm Siebert zu Revisoren. Es wurde Kollegen Adolf Hehl überüber 7/12 geschlossen wurde, nichtig, da das Gesetz voraussetzt, tragen, die Bahlstelle Steglitz zu übernehmen. Ferner wurde beDer Interessenverein der Kistenmacher hielt daß derjenige, welcher auf eine so beträchtliche Selbstschädigung fannt gegeben, daß unser Stiftungsfest am 23. Mai stattfindet. 20. d. M. eine öffentliche Versammlung ab. Kollege Tschernig einginge, nicht frei sein kann. Die Lage des Arbeiters entspricht Reichstags- Abgeordneter August Bebel hat die Festrede zu halten sprach unter Beifall über die Bedeutung des 1. Mai und den der eines solchen Verkäufers. Mit Unrecht schützen die National zugefagt. Es wurde beschlossen, einem Mitgliede, welches durch Achtstundentag. Es wurde beschlossen, sich so viel wie möglich ökonomen vor, daß, wenn ein Arbeiter mit seinem Unternehmer Unglücksfall zum Krüppel geworden ist, die sechsmonatlichen rück- dem Tischlerverein am 3. Mai bei seiner Feier in der„ Neuen übereinkommt, 12 Stunden zu arbeiten, und ihr ihn daran ständigen Beiträge zu erlassen. Vom Monat Mai ab wird hindert, daß ihr dann die Freiheit des Arbeiters antastet. das Markensystem eingeführt. Es wurde ermahnt, unser Fachorgan„ Der Arbeiter" und das neu gegründete„ Volksblatt" für unsern Wahlkreis mehr zu lesen und darauf zu abonniren. Welt" anzuschließen. Dann ertheilte der Vertrauensmann, Kollege Friese, Abrechnung. Folgende Resolution wurde noch angeWenn sich ein Arbeiter anbietet, in einer Werkstatt oder nommen: Die öffentliche Versammlung der Kistenmacher beschließt: einem Hüttenwert zu arbeiten, sagt der Unternehmer zu ihm: 1. feine Delegirten extra für die Streit- Kontrollkommission zu Entweder du arbeitest 12 Stunden oder du arbeitest gar nicht, wählen, sondern einen Vertrauensmann, der die Delegation zur und so steht der Arbeiter vor der Wahl, entweder brot Gine ordentliche Mitgliederversammlung der Freien Streit- Kontrollkommission mit übernimmt; 2. derfelbe hat die oder fich der Fabrikordnung zu fügen. Vereinigung Berliner Maurer fand am 28. d. M. statt. öffentlichen Angelegenheiten der Kistenmacher zu übernehmen und Also ergiebt sich die Gleichmäßigkeit seiner Lage und der des um Der erste Punkt der Tagesordnung: Abrechnung der freiwilligen die von dem Ausschuß der Streit- Kontrollkommission herausmehr als sieben Zwölftel des Werthes geschädigten Verkäufers Beitrags- Sammler fonnte nicht erledigt werden, da die Abrech gegebenen Sammelmarken zur Vertheilung zu bringen; 8. da der und somit die Nothwendigkeit eines gesetzlichen Einschreitens. nung nicht fertig gestellt war. Bum 2. Punkt der Tagesordnung: Vertrauensmann die öffentlichen Angelegenheiten der Kistenmacher Wenn man einwendet und fragt, ob man den Arbeiter zur Staatliche und Kommunalbauten und die Maurer als Steuer- übernimmt, so sind drei Nevisoren zu wählen, die die viertelVerantwortung ziehen dürfe, der über die gesetzliche Frist hinaus sahler" sprach Kollege Grothmann unter allseitigem Beifall. Bu jährliche Abrechnung zu prüfen und öffentlich Bericht zu erstatten arbeitet, oder den Unternehmer, der ihn zum Arbeiten nöthigt, dieser Sache sollte noch der Stadtverordnete 8ubeil sprechen, haben. Zum Vertrauensmann und Streit- Kontrollkommissionsso erwidern die Sozialisten: Die Fabrikordnung sei strafbar, da dieser aber nicht erschien und aus Anlaß des schwachen Be Delegirten wurde Kollege Paul Schröder, zu Revisoren die also derjenige, der sie geschaffen hat, d. h. für jetzt der Untersuches der Versammlung wurde beschlossen, dieses Thema noch Kollegen Huchthausen, Gieseler und Müller gewählt. nehmer; und weiter ergäbe fich so als Nothwendigkeit, daß die einmal auf die Tagesordnung zu setzen. Im„ Verschiedenen" Fabrikordnungen von den Unternehmern und Arbeitern gemein- wurde beschlossen, am ersten Pfingsttage im Feen- Palast, Burg- Verband der Vergolder ze. Monatsversammlung vom schaftlich ausgearbeitet würden. straße, eine Matinee abzuhalten. Der Preis der Billets wurde 20. April. Herr Stadtverordneter Heindorf referirte über gewerkDann zur wirthschaftlichen Seite. Wird der Ar- auf 30 Pf. festgesetzt. Ferner stimmte die Versammlung dem An- schaftliche Organisation und erntete reichen Beifall. Beim zweiten beiter durch Einführung des Achtstundentages seine Stellung trage Wernau zu, von einer eigenen Feier des 1. Mai Abstand Punkt: Wahl eines 2. Verbandsvorsitzenden und Wahl einer verbessern? zu nehmen. Die Mitglieder verpflichten sich jedoch, um den Kommission zur Ausarbeitung der Fragebogen wurde der erste Die Dekonomen bezweifeln es. Man suchte sie zu überzeugen, politischen Charakter der Demonstration zu wahren und zu unter- Punkt wegen zu schwacher Betheiligung und weil sämmtliche vorindem man sagte, daß bei einer Arbeitszeit von beispielsweise itügen, daß ein jeder sich am 3. Mai der politischen Bewegung geschlagenen Kandidaten ablehnten, vertagt; zur Ausarbeitung zwölf Stunden der Arbeiter sich überanstrenge, und ein zu früher anschließt. Der Fragebogen wurden die Kollegen Schnorre, Höpfner, Klasse, Tod sei die Folge. Nach der siebenten oder achten Arbeitsstunde Albrecht und Burzinsky gewählt. Kollege Ganske vom StreifMechaniker. Die deutsche Gesellschaft für Mechanik und komitee bemerkte, daß die Zahl der Streifenden sich vermindere ringeres zu leisten. Und je öfter diese Uebermüoungen eintreten, Optit, Abtheilung Berlin( Arbeitgeber- Vereinigung) hatte am und richtete an alle Kollegen das Ersuchen, sich besser an der desto mehr bleibt die Produktivität der Arbeit hinter dem früheren Donnerstag eine Mechanikergehilfen- Versammlung einberufen Unterstügung zu betheiligen. Maße zurück; so glaube man behaupten zu können, en zwecks Wahl von fünf Arbeitervertretern zu einem Ginigungsvermöchte in zehn Stunden täglicher Arbeit ebenso viel zu leisten, amt. Birka 400 Gehilfen waren diesem Ruf gefolgt; aber nur Die Vereinigung der Maler ze., Filiale VII. SW. hielt wie bei einer entkräftenden vierzehn- oder fünfzehnstündigen wenige konnten ihre Getränke umstoßen; die Versammlung tagte am 15. d. M. eine Generalversammlung ab. Der Revisor, Tagesarbeit. nämlich bei Keller, Köpenickerstraße( fein Arbeiterlokal). Der Kollege Barzick, legte Rechnung, welche sich als richtig herausDiese Beweisführung, so werfen gewisse Dekonomen ein, Borsigende der deutschen Gesellschaft, Herr Hänsch, eröffnete mit stellte. Der Bevollmächtigte, Stollege Beiste, schilderte in furzem würde wohl zutreffen, wenn man damit die Festsetzung eines 12 einer kleinen Ansprache die Versammlung, in welcher er auf die die Thätigkeit des Vorstandes, die von den Anwesenden anerstündigen Arbeitstages festfehen wollte, vielleicht selbst eines 11- Verhandlungen der Prinzipale in Bremen hinwies, nach welchen fannt wurde. Es wurden in den Vorstand gewählt die Kollegen oder 10 stündigen, aber feinesfalls eines 8 stündigen, und sie in allen Orten Einigungsämter eingesetzt werden sollen. Er wies Schmidt zum 1., G. Müller zum 2. Bevollmächtigten. E. Müller tommen zu dem Schlusse, daß die Einschränkung der Arbeitszeit weiter auf die Erfolge und Arbeiten der im vorigen Jahre be- Schriftführer. Burmester und Barzick Beisitzer. Böhm und Sy auf 8 Stunden eine Verringerung des Lohnes herbeiführen werde; standenen Ortskommission hin und forderte die Kollegen auf, Revisoren. Rost und Sadofsky Hilfskassirer. Im Verschiedenen denn möge nun der Arbeiter zu Zeit- oder zu Stücklohn gemiether 5 Arbeiter, aber nur gelernte und noch arbeitende Mechaniker werden noch vier Kollegen zu Komiteemitgliedern zum Stiftungsfestvergnügen gewählt. sein, sein Lohn müsse bei der einen wie bei der anderen Arbeit- und Optiker zu wählen. Folgende Resolution wurde eingebracht: Die heute bezahlungsmethode entsprechend der Verkürzung der Arbeitszeit bei Keller tagende Versammlung Versammlung der Mechanifer- und Eine sehr gut besuchte Versammlung der Drechsler abnehmen. Fast alle Dekonomen sind der Ansicht, daß ein 8stündiger Optikergehilfen Berlins und Umgegend erklärt sich mit der Ein- Deutschlands, Bahlstelle VI der Kammmacher, fand Arbeitstag diese Wirkung nach sich ziehen werde. Dies sei der ſegung eines Einigungsamtes einverstanden, verlangt aber, daß am 20. April statt. 3 Mitglieder ließen sich aufnehmen. Der Grund, führen sie weiter aus, weshalb die Arbeiter die Fest- die Leitung der Versammlung in Händen der Gehilsen liegt. Kassirer erstattete sodann Bericht über die Kaſſe, und va jie von Nun erhält Herr Stückrath Friedenau, Arbeitgeber, das den Revisoren geprüft und für richtig befunden war, wurde dem sehung eines Minimallohnes fordern, welcher einen Niedergang Wort, um als Stellvertreter des Domannes der vorjährigen Orts Raffirer Decharge ertheilt. In Sachen des 1. Mai wurde be der Produktion mit jich bringen warde, da er den Antrieb zur kommission den Bericht derselben zu verlesen, nach welchem in schlossen, am 1. Mai zu arbeiten und ein Viertel des Tagelohns Arbeit erschlaffen lasse. Unter Verschiedenem 72 Werkstätten die neunstündige Arbeitszeit eingeführt und der der Zentralfommission zu überweisen. Was hat man über diese Einwürfe zu denken? Die Menge der Erzeugnisse soll sich verringern, aber wird festgesette Minimallohn gezahlt wird, daß weiter der Arbeits- wurde der Antrag, über die Werkstelle Krönert Nachfolger die denn das Bedürfniß nach ihnen Das nachweis der Gehilfen anerkannt und auch damit gute Resultate Sperre zu verhängen, nach einer längeren Debatte, in welcher zurückgehen! Gleichgewicht zwischen Produktion und Konfumtion wird erzielt worden sind. Bur Resolution erklärte der Vorsitzende, daß für und gegen den Antrag gesprochen wurde, der Lohnkommission zerreißen; diese Berreißung des Gleichgewichtes wird eine er ihr, wenn die Versammlung sie annehme, doch nicht Folge zur Untersuchung in die Hände gegeben. Ein Antrag, eine ZahlPreiserhöhung aller Waarn nach sich ziehen. Also wird der Ar- leiste, sondern die Versammlung schließen müsse, denn in Bremen ſtelle in der Mendelssohnstraße Nr. 2 zu bilden beiter durch diese Maßregel nichts gewonnen haben, sagen die ist beschlossen worden, daß die deutsche Gesellschaft die Versamm- nommen. Zum Schluß wurde die Resolution, welche die Herren Nationalökonomen; er arbeitet 8 Stunden, er verdient weniger, ungen einberufen soll und selbstverständlich die Kontrolle auszuüben Innungsmeister in ihrer letzten Versammlung gefaßt haben, und sein Lohn wird noch verhältnißmäßig weniger Kaustraft hat, daß keine fremden Elemente mitwählen können. Es können ja ein gemißbilligt und es wurde eine Gegenresolution angenommen. haben. Das ist falsch! Um die Menge der Produkte zu ver- paar Gehilfen hier oben Platz nehmen. Kollege Pinn wies nun auf den Widerspruch hin. Der Be- Der Verein deutscher Schuhmacher, Zahlstelle Berlin, größern, wird der Arbeitgeber wieder mehr Arbeiter beschäftigen die vorher vergeblich nach Arbeit suchten. Diese vermehrte Nachtung zukommt. Kollege Borreiter ſtellt den Vermittelungsantrag, einen Vortrag über„ die internationale Arbeiterschutz- Gesetzgebung" müssen und dieses Mehr werden ihm die Arbeitersch aaren stellen, schluß in Bremen ist so zu verstehen, daß den Gehilfen die Lei- hielt am Montag feine Mitglieder- Versammlung ab, in welcher frage nach Arbeitern wird ein Steigen der Löhne bewirken, denn das Bureau zu gleichen Theilen zusammenzusehen, aber als erſten hielt. Im„ Verschiedenen" besprach Kollege Bock noch die Grüngerade das Vorhandensein einer gewissen Zahl beschäftigungs- Borßißenden einen Gehilfen zu bestimmen. Dieser Antrag wurde bung der Erfurter Genossenschaft, welche aus dem letzten Streik loser Arbeiter drückt die Löhne. Die Industrie wird sogar gerittelwit fritisirten in scharfen Worten das Verhalten des Vor- je 1 Wt. zu zeichnen, so schnell als möglich nachzukommen, benn zwungen sein, sich nach ländlichen Arbeitern umzusehen, was Trittelwit kritisirten in scharfen Worten das Verhalten des Vor- hervorgegangen ist. Er ersuchte die Anwesenden, unserm Antrage, wiederum eine Erhöhung der Arbeitslöhne auf dem Lande zur ſizenden und erklärten es als eine Bevormundung. Nun wurde e 1 W. zu zeichnen, so schnell als möglich nachzukommen, denn Folge haben und die Grundbesitzer zur Verbesserung der Werk- zur Abstimmung geschritten: fast alle Hände erheben sich. Der schnelle Hilfe sei doppelte Hilfe. Vorsitzende erklärt mit füßsaurer Miene: Die Gegenprobe ist zeuge und der Arbeitsmethoden drängen wird. unnüß; nun schließe ich die Versammlung. Die Gehilfen werden nun in den nächsten Tagen eine Versammlung einberufen, um fünf Arbeiter zu diesem Einigungsamt zu wählen. Ich für mein Theil zweifle keinen Augenblick an dem Eintreten dieser Lohnerhöhung; wird indeß diese Lohnerhöhung bedeutender sein als die Erhöhung der Waarenpreise? Es ist teine Frage! = vom Vorsitzenden ignorirt. Die Kollegen Schönemann und reio Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Naum dafür abzus Intereſſes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifiziert zu werden. Im Versammlungsbericht der gewerblichen Hilfsarbeiter Der Fachverein der Holz- und Bretterträger hielt am Der Lohn wird schneller als alles andere steigen. Im Falle 12. April seine regelmäßige Monats- Versammlung ab, um über der Seltenheit steigt der Preis derjenigen Waare am rascheiten, die Maifeier sich schlüssig zu werden. Der Vorsitzende, Genosse welche am nothwendigsten gebraucht wird. Vor der Zeit des Schönstein, schilderte in eingehender Weise die Verhältnisse, welche Freihandels sah man bei einer Abnahme der Getreideproduktion zu der Mai- Demonstration geführt haben. Redner empfiehlt, sich Rixdorfs vom Sonnabend, den 25. April im„ Vorwärts" schreibt um ein zehntel den Preis des Getreides sich verdoppeln; dem Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion an der Einsender, daß durch einen Antrag, worin der Vorsitzende 1889 fehlte nur ein Hundertſtel des nothwendigen Kohlen zuschließen und die Demonstration zu Gunsten des Achtſtunden- Herr Steinmar aufgefordert wurde, seinen Vorsitz niederzulegen, quantums und schon stiegen die Kohlenpreise auf das Doppelte, Arbeitstages am Sonntag, den 3. Mai, stattfinden zu lassen. bis das über ihn schwebende Gerede geklärt ist, weil der Antragdie Roafspreise auf das Dreifache. Wohl, die Arbeit ist aber die Reicher Beifall lohnte den Redner für seine Ausführungen. In ſteller fich nicht zum Wort meldete, eine Geschäftsordnungsallernothwendigste waare, und so wird ihr Werth ein Maximum der Diskussion sprachen sich sämmtliche Rebner im Sinne des bebatte entstanden sei, wodurch die Versammlung aufgelöst erreichen. Und was bestimmt die Preise der Produkte? Die Vorsitzenden aus. Zu Kontrolleuren wurden die Kollegen Schneider wurde. Diese Darstellung entspricht nicht der Wahrheit. Ich Arbeit und das Kapital. Nun hat sich nur die Nachfrage nach und Sperling gewählt. Der Vorstand hat beschlossen, am meldete mich fofort zum Wort, aber Herr Steinmar redete allein, Arbeit vermehrt, nicht nach Kapital. Nimmt man also an, daß 3. Mai eine Festlichkeit mit Familien zu veranstalten. Der Vor- nannte den Antrag einen Wisch, ließ mich troß mehrfacher Arbeit und Kapital je zur Hälyte den Werth des Produktes stand wird mit der Ausführung dieses Beschlusses beauftragt, das Meldung nicht sprechen, und infolge deffen entstand eine Ge bilben, so ergiebt sich, daß die Bermehrung der Waarenpreise Entree wird für Gäste auf 30 Bfg. intl. Familie feftgefeßt. Mit- schäftsordnungs- Debatte, welche durch Zwischenrufe des Herrn nur gleich der Hälfte der Erhöhung der Löhne fein kann. glieder mit ihren Familien sind frei, haben jedoch, soweit dies Steinmar und Anhänger gestört wurde. Deshalb wurde die VerMan tann demnach Achtstunden- noch nicht geschehen, ihr Vereinsabzeichen vom Kassirer abzuholen sammlung aufgelöst. dull in tag das Geschick der Arbeiter verbessern wird! Ich ver- und bei der Feier anzulegen. Kollege Gesch theilt den leyten stehe also, weshalb die Arbeiter ihn so eifrig verlangen. Beschluß der Streit- Kontroll- Kommission mit, wonach von jetzt oid schließen, daß der Hermann Anhoff, Bergstraße 187, Rigdorf. Sozialdemokratischer Wahlverein des II. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Sonntag, den 3. Mai, Nachmittags 4 Uhr, in den gesammten Räumen der Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: Grosses Arbeiter- Mai- Fest bestehend in Konzert, Gesang und lebenden Bildern. unter gütiger Mitwirkung des Gesang- u. Musikvereins Firmitas ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes), fowie der Gesangvereine des Arbeiter- Sängerbundes, 200 Sänger: Freiheit, Frühlingsluft, Harmonia, Kreuzberger Harmonie, Liedesfreiheit, Treuer Grosse öffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen am Freitag, den 1. Mai cr., Abends 7 Uhr, im„ Eiskeller", Chausseestr. 88( hinterer Saal). Tagesordnung: Vortrag:„ Ueber die Bedeutung des 1. Mai". Referent Wilhelm Liebknecht, Nach der Versammlung: Gesellige Unterhaltung. Unserem Genossen und Vereinsbruder Paul Buggenhagen 3ut feinem am 1. Mai stattfindenden Wiegenfeste ein donnerndes Lebehoch, 642L daß die Bierfässer wackeln. Mehrere Rothe der Ethischen Gesellschaft. Fachv. d.Steinmetzen. Die Fachvereinsversammlung der Steinmetzen Berlins fällt am Sonntag, d. 3. d. M. wegen allgemeiner Maifeier aus.[ 286/9] Der Vorstand. Feftrede, gehalten vom Genoffen Richard Fischer. Fachverein der Cischler. Groje öffentliche Bersammlung Bei günstiger Witterung von 6 Uhr ab Tanz. Die Kaffeeküche wird um 2 Uhr eröffnet. Das Fest beginnt pünktlich 4 Uhr Nachmittags mit einem Massengefang eines Liedes aus der Festzeitung, von sämmtlichen Anwesenden gefungen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 387/9 Programms à 20 Pf. find zu haben bei den Vorstandsmitgliedern sowie in den Zahlstellen bei Otto Klein, Zigarrengeschäft, Kottbuser Damm 14; Scheier, Restaurant, Gneisenaustr. 35; Haugt, Restaurant, Boechstr. 12; Schmidt, Restaurant, Dieffenbachstr. 34; Luhm, Restaurant, Brandenburgstr. 11; Ernst Wilschke, Bigarrengeschäft, Kazbachstr. 1 u. Junkerstr. 1; Schröder, Bigarrengeschäft, Kreuzbergstr. 15; Grube vorm. Schönfeld, Restaurant, Mariendorferstr. 10; Kiesel, Restaurant, Schüßenstr. 58; Böhland, Restaurant, Bülowstr. 52; Graffunder, Restaurant, Schwerinstr. 9; M. Held, Wenden straße 2, III. b. Igler. Genossen Die diesjährige Maifeier findet auf Beschluß der General- Versammlung am Sonntag, den 3. Mai 1891, in der Nenen Welt, Hasenhaide, statt. Um derselben nun den Charakter einer großartigen Demonkration zu Gunsten der Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden zu geben, erwartet der Vorstand die allseitige Betheiligung der Tischler und gesammten Berufsgenossen Berlins. Die Feier ist so arrangirt, daß bei einem billigen Eintrittsgeld feder des 4. Berliner Reichstagswahlkreises. Rollege baran Theil nehmen kann. Die diesjährige Mai- Feier findet am Sonntag, den 3. Mai cr., im„ Ronzertpark Viktoria", Frankfurter Allee 72-73, statt. Auftreten des Künstlerpersonals sämmtlicher in der Pelz-, Müzen- u. ZurichterBranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Freitag, den 1. Mai 1891, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Tages Ordnung: V 1. Festvortrag des Genoffen Hoffmann. 2. Abstimmung der Mai- Resolution. Nachher: Gemüthliches Zusammensein u. Mitwirkung b. Männergesangvereins. Mai- Feier des Die Feier soll gleichzeitig den Charakter eines Volksfestes tragen. Polnischen Sozialisten- Vereins Konzert. Auftreten des Künstler- Personals. Feuerwerk( bei günstiger Witterung), u. s. w. finden statt. Nachmittags 4 Uhr: und der Gesangvereine:„ Freya"," Unverzagt, bes Seger'schen und Feftrede des Reichstags- Abgeordneten August Bebel, Lorbeerkranz", Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes. Nachmittags 4 Uhr: NF Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Paul Singer, worauf Abstimmung der in der Festzeitung enthaltenen Resolution erfolgt. Beluftigungen für Kinder. Bei Beginn der Dunkelheit: Fackelpolonaise. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. 331/5 Billets à 20 Pf. find bei den Vertrauensleuten Robert Wengels, Große Frankfurterstr. 124, zweites Quergebäude, Hochparterre und Otto Heindorf, Langestr. 70, sowie in allen bekannten Lokalen des Ostens zu haben. Jeder Besitzer eines Billets erhält am Eingange des Gartens die FestBeitung gratis. Tischler und sämmtliche Berufsgenossen Berlins. Große öffentliche Versammlung 815/4 am Freitag, den 1. Mai, Abends 8% Uhr, in ,, Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Tages- Ordnung: Der 1. Mai und der Achtstundentag. Referent Th. Glocke. Diskussion. Abstimmung der Resolution. worauf Abstimmung der in der Festzeitung enthaltenen Resolution erfolgt. Billets find auf allen Zahlstellen des Vereins und bei den in der Nummer vom 18. April befannt gegebenen Herren, sowie in der Bigarrenhandlung von Wilschke, Junkerstraße, zu haben. Der Preis beträgt im Vorverkauf 20 Pf. Diese Billets find mit dem Stempel des Fachvereins versehen und erhalten die Befizer dieser Billets die Maifestzeitung am Eingang der Neuen Welt gratis, während die Billets an der Kasse 25 Pf. fosten und es auf dieselben eine Maifestzeitung giebt. am Sonntag, den 3. Mai, Nachm. von 4 Uhr an, 249/8 im Feuerstein'schen Lokale, Alte Jakobstraße 75, bestehend in Feßtreden, Deklamationen u.Tanz. Um zahlreichen Besuch der Mitglieder Der Vorstand. ersucht Am Sonntag, den 3. Mai 1891, Nachmittags 3 Uhr, 189/11 Nene Friedrichstr. 44 b. Röllig: Mai- Fest. Familien können Kaffee fochen. & e stzeitung mird gratis vertheilt. NB. Billets find am Sonntag nur noch in der Zigarrenhandlung Stenographen- Schule. von O. Klein, Rottbuser Damm 14, zu haben. Der Vorstand. Achtung! Metallarbeiter! Achtung! Heute, Freitag, den 1. Mai, Abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung aller in der Metallindustrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen 222/7 im Saale der Brauerei ,, Tivoli". Tages Ordnung: 1. Die Bedentung des 1. Mai. Referent: Herr Dr. Lütgenau. 2. Abstimmung der Resolution. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um recht rege Betheiligung ersucht R. Pehold, Wilhelmstr. 21. 225/7 Der Einberufer. Verein der Eisen- und Metalldreher Mai- Feier des Fachvereins d. Holz- u. Bretterträger am Sonntag, den 3. Mai 1891, Nachm. 4 Uhr, in Gaillard's Salon, Concert u. Ball. 173/2 Prinzenstr. 87, 劉 Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen Mai- Feier. Ausflug nach Friedrichshagen I am Sonntag, den 3. Mai. Abfahrt vom Bahnhof Aleranderplatz 6,45, vom Schlesischen Bahnhof 7 Uhr früh mit Arbeiterbillets. Für Nachzügler bis 2 Uhr Nachmittags Treff punft im Eisfeller( Friedrichshagen). MOS Mai- Feier. KS Am Sonntag, den 3. Mai 1891, Nachmittags präzise 4 Uhr, bei Wohlhaupt( Schröder), Manteuffelstr. 9: Große öffentliche Versammlung Berlins und Umgegend. Da in nächster Woche die Revision wegen der Generalversammlung stattfinden muß und die Vertrauensmänner am 2. d. Mr. abrechnen, so ersuchen wir die Mitglieder, Die Beiträge bis Ende April zu begleichen. 144/8 Der Vorstand. J. A.: W. Machatzky. Auf vielseitigen Wunsch eröffnet die Sten.- Schule am Sonnabend, 2. Mai, Abends 9 Uhr, Oranienftr. 126 ( Gartenhalle), einen neuen Abendkursus in d. vereinf. Arends'schen Stenographie. Der Unterricht wird unentgeltlich ertheilt. Lehrmittel nur 1,25 m.[ 507b KontrollMarken- Hüte zu den bill. Preisen Oscar Arnold, bei Stempel!! Dresdenerstr. 116. * H.GUTTMANN Stempel, ( Schablonen-, SchilderFabrik Berlin N., Brunnenstr. 9. * Stempel! Bitte lesen Sie! Jedem, der billig und gut taufen will, empfehle mein sehr reichhaltiges Lager von circa 1000 Sommer- Paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Röcke, Jaquetts, Hosen, Westen etc. Oeffentliche Versammlung mehren, Betten, Betten, aller in Buchbindereien u. verw. Betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Freitag, den 1. Mai, Abends 8½ Uhr, in Feuerstein's Salon", Alte Jakobftrahe 75( großer Saal). Tagesordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Referent: Rollege Jost. 2. Abstimmung über die vorgeschlagene Resolution. Hierauf: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Üm rege Betheiligung bittet Der Einberufer. B. Rixdorf! Freitag, den 1. Mai, Abends 81/2 Uhr: 118/9 sämmtl. Knopfarbeiter Berlins mit Frauen Gr. Volksversammlung mit einem dem Tage entsprechenden Vortrag. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz, Vorträgen u. f. w. Unter gütiger Mitivirkung des Gesangvereins„ Veilchen Blau"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Rein denkender, zielbewußter Knopfarbeiter darf in dieser Versammlung fehlen. Zur Deckung der Untoften findet Tellersammlung statt. Festzeitung am Eingung à 10 Pf., Tanz frei. Achtung, Branergesellen Berlins und Umgegend. bei Niesegk. Tages Ordnung: Die Bedeutung des 1. Mai für die Arbeiter. Referent: Wilhelm Werner. Parteigenossen! Zur Feier des 1. Mat findet am Freitag in meinem Gartenlokal, Schwedterstrasse 44, ein großes 646L Vokal- und Instrumental- Konzert Sonntag, den 3. Mai, findet ein allgemeiner Ausflug mit Damen unter Mitwirkung eines altbewährten Gesangvereins statt, wozu ich alle Freunde statt. Sammelpunkt: Westend, Nachmittags 8 Uhr, Abgang nach Spandauer und Genossen freundlichst einlade. Bock und aifergarten.-Um zahlreiche Betheiligung wird ersucht. 637b Das Komitee. Anfang 4 Uhr. Otto Thierbach. Wäsche, Stiefeln, Hüte, Reise- und Holzkoffer, Waschkellel etc., sowie Damen- Mäntel und-Kleider. Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verlauft. A. Wergien, Schneidermeister, 127Stalizerstraße127. Bestellungen nach Maaß werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auf Namen und Hausnummer zu achten.[ 306 L Mehlhandlung, 612L Manteuffelstr. 75. L. Brachvogel, empfiehlt z. Festzeit: 1 Pfd. 5 Pfd. 1/16 Ctr. Wienermehl.. 0,23 1,10 1,35 Kaiserauszug. 0,20 0,90 1,20 Weizenmehl m. Auszug 0,18 0,80 1,00 Sultaninen( vorzüglich) à Pfd. 60 Pfg. Gr. u. kl. Rosinen. å Mandeln, füß u. bitter&" ·. 40 " 120 B Für 15 Mark then sehr gut nähende, gebrauchte Nähmaschinen mit allem Zubehör Karlstrasse 19a in der Nähmaschinenfabrik zum Verkauf. 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