Mr. 108. 37.3ttt(r g. Bezugspreis: Siertdtälirl. 16j0 MI., monotl. 5�0 Sit. frei ms bau», voraus ahlbar. Pon- bezug Monatlich SLO Mh. erkl. Zu- slellungigedühr. Unter Äreuzband für Deutschlauh und Oesterreich-Ungarn 8,7h ML. für das übrige Ausland 13.— ML. bei tiialich einmaL Zustellung Uy- DU.+ Vawta- Aufschlag,«oft- beftellungen nehmen an iiancmatL Holland, auremburg, Schweben und die Schwebt. Singetragen-n die Post- Zeitung»- Preislifte. See»Borwart?* mit der Sonntagsbeilage.Boll u. Zeit* ericheini wochen- aglich zweimal. Sonntags einmaL Teiegramin-Adrelle �Sozialdemotr»! verllu". Morgen Ausgabe. Oerlinev Volksblstt ( 20 Pfennig} Anzeigenpreis: Sie achtgelpaltene Sionvaicillestile lolletZ.— M.,Teiierung«zuschlagi>V°/� »Alaine«„zeigen",>>as seil- gebrückte Wart 7ä Psg. lzuläjsig zwei seftgcdruckte Wortes, jedes wnlrr« 9S(itt 50 Pfg. Stellenzesilche und Schlafftcllcnanzeigen das erftc Wort 85 Psg. lebte weitere Wort 10 Psg. ' Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Warte. Teucrungszufchlgg bO°> Ymnilien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Berein»-Anzeige» 2,— ML die Zeile ohne Ausschlag. Anzeigen für die nach it e Numiner ' uiiissen bis S Ahr nachmittags un Hauptgefchäst, Berlin EWS6, Lliiben- firaße S, abgegeben werbeiu Geaffnc: pon 0 Uhr früh bis 5 Uhr abend-. Zentralorgan der rozialdemokratircben parte! Deutlcblands Ueüaktion und Expedition: EW. öS, Linöenstr. Z. aernfvrpriier: Amt MortNvla«. Nr. l.:;!»0— lXt S7. vorwärts-verlag G.m.b. h., Sw. 68, Linöenftr. Z. Sernipttdjet: Amt Niocioplan, Nr. 117 5:{-51. Eine denksthrist Wilsons. Sonderfrieden mit Teutschland? Basel, 27. Februar.(2. U.) Nach dem„Echo de Paris" kritisiert Wilson in einer Denkschrift zur Adriafragc deu Imperialismus uud die Läubergier der Berbüudeten in A u s d r ü ck e u, die in der ganzen Welt Aufsehen erregen. Er weist die Verbündeten auf die Gefahren neuer Äriegsmöglichkeiten hin, darch die die ganze Welt zu leiden haben würde. Wilson erklärt, wenn er mit seinem Lorschlag nicht durchdringen werde, würde er den Friedens- vertrag zurückziehen und mit Deutschland über einen Sonderfrieden perhandeln. Wilson wurde unterrichtet, daß man in Berbandskreisen glaube, dasi er infolge der Opposition zum amerikanischen Kongreß und infolge seiner Krankheit ohne Macht sei. Er würde die Verbündeten aber vom Gegenteil über- Zeugen. Ter Inhalt der Antwort Wilsons. Haag, 27. Februar. Wie der„N'euwe Courant" aus Washing- ion meldet, wurde dort der Wortlaut der in der Ad r i a f r a g e ausgetauschten Noten veröffentlicht. Die bauptsäcklichste M c i uungLvcrschiedenheit zwischen Präsident Wilson und der Entente besteht in der Fiumefrage und Albanien. In einer Note vom 24. Februar erklärt der Präsident, daß der Vor- schlag, Fiume mit Italien durch eine enge Landzunge zu verbinden, unannehmbar sei. Bezüglich Albaniens erklärt der Präsident, dcch die Vereinigten Staaten sich einem Unrecht gegenüber den Albaniern zugunsten der Jugoslawen ebenso energisch wider- fetzen, wie einem Unrecht gegenüber den Jugosiawcn zum Vorteil Jialie.is. Nach Ansicht des Präsidenten haben die Schwicrigkeiten Mischen den Mohammedanern und der christlichen Bevölkerung zu- genommen. Bezüglich des Londoner Vertrages erklärt der Präsident, das sei eine Frage, die allein die Franzosen und Eng- länder beurteilen könnten.'Er lenkt die Aufmerksainkeit auf den Zusammenbruch Oesterreichs- Ungarns und verschiedene andere Um- stände, die vielleicht eine A e n d e r u n'g im Vertrag zustande brin- gen könnten.. Nach der ersten Nachricht hält sich die Note Wilsons in einem. Tone, der in der zweiten Nachricht kaum angedeutet istj um so neugieriger darf man den Wortlaut der Wilsonnote erwarten.____ Deutsche Gefangenenbehanülung. In dcni Verlage von Reimar Hobbing ist der erste Be- richt der Kommission zur Untersuchung der Anklagen wegen völkerrechtswidriger Behandlung der Kriegs- gefangenen in Deutschland unter dem Titel:„Die Behand- lung der feindlichen Kriegsgefangenen", erschienen. Der Bericht zeigt, daß die deutsche SHegierung bereits zu einer Zeit, als noch nicht damit gerechnet werden konnte. dag dem deutschen Volke die Auslieferung seiner Volksgenossen zur Aburteilung vor den Gerichten der Alliierten zugeniutet werden würde, eine Untersuchung der gegen die deutsche Gefangencnbehandlunq erhobenen Vorwürfe vor einer in ihren Entscheidungen gänzlich unabhängigen, nach völkerrechtlichen Gesichtspunkten urteilenden Kommission in die Wege geleitet hat. Tie bisherigen Ergebnisse dieser mühe» vollen Unlersilchungstätigkeit, die jetzt dem Urteil der weitesten Oeffentlichkeit des In- und Auslandes unterbreitet werden, müssen bei allen nicht voreingenommenen Lesern zu der lieber- zeugung führen, das; die von der Gegenseite erhobenen, zu einem erheblichen Teile auf Uebergrisie gegen Gefangene sich beziehenden Anklagen in Deutschland selbst in jeder Hinsicht unparteiische Richter finden. Beratung über öie /luslieferungsfrage. 3*» l i n. 27. Februar. MTB.) Ter Ausschuß der Ratio. „ a l v e r s a m m l» n g für nuswärtize Angelegenheiten trat heute unter de», Vorsitz des Abg. Schridcmann zu einer längeren Sitzung zusammen, deren Gegenstand die AuSliejeriingsfrage btldete. Am Schluß tonnte der Vorsitzende seslfirllen, daß alle Mitglieder des Ausschusses bis auf zwei mit allen A k t i o n c.» der Regierung in der AuslicjeruiigSfrage sich einverstanden erklärt hatten._ Verhaftungen wiüer Kecht. sEigener Drahtbericht des.vorwärts".) Frantsurt a. M. Trotzdem die Entente zugestanden hat, daß im Kriege beoangene Velbieiben vor emei» NeickSgellcht ob« geurteilt weiden,»mimt sie im beietzien Gebiete bereits Ver- baftungen vor. Im Ort Sorgenloch wurde der Landwirt Heinrich Elli verhallet unter der Beschuldigung, in Frankreich Tepp,che geraubt und in die Heimat geschickt zu haben. Die Negierung ües Saargebiets. Saarbrücken, 27. Februar. Heute vormillag hielt die Regierungslommission für daS Saargebiet ihren ossiziellen Ein- o u g in Saarbrücken. � i Der französische Eisenbahnersireik. Teilweise Mobilisierung. Paris, 27. Februar. Ministerpräsident M i l l e r a n d ist gestern abend aus Landau zurückgrtehrt und hat nach seiner An- kunft Mitglieder des Eifenbahnerverbandes empfangen. Nach den Blättcru hat die Negierung die teilweise M o b i l i- sirrung für die Strecken der Eisenbahngrsellschast Paris— Lyn n— M i t t el m r r r verfügt. Laut„Excrlsivr" haben die Eisenbahner der Ostbahnen, der Nordbahnen und der Orleansbahn gestern abend den Streik be- schloffen. Die Gewerkschaftsvertreter der Pariser Eisenbahner ver- langen jetzt über ihre bisherigen Forderungen hinaus noch die N a- tionalisierung der Eisenbahnen, eine Trucrungsentschädi- gung und das sofortige Inkrafttreten einer»euc» Lohnstaffcl. Laut„Matin" verkehrten gestern auf de» Strecke» der Bahn Paris— Lyon— Mittelmeer nur einige Züge. Ans den Linien der Staatsrifenbahnrn, so namentlich auf dem Bahnhof Saint-Lazarc und Invalides kam es zu zahlreichen Arbeitseinstellungen. Auf dem Nordbahnhofe ist der Streikparolc nicht Folge geleistet worden. Ans den Ostbahncn wird teilweise gestreikt. Das Kräfteverhältnis in Straßburg. Eine vorläufige Schäfiung. Das Brüsseler Parteiblatt„Pcnple" vom 25, d. Bt. veröffentlicht ein Telegramm von de Brouckbrc aus Stroßburg, wo dieser dir belgische Partei vertritt. De Broucksre drahtet, daß eine vorläufige Schätzung der Stimmcnocrtcilung eine Mehrheit gegen den sosortigeii Anschluß an Moskau ergeben habe, und zwar 2500 Stimme» für die Ncsolution L o n g u e t und nur 1800 für L» r i o t. ES sei jedoch möglich, daß Zwischenfälle zu einer Verschiebung drS Kräfteverhältnisses führen. Caillaux' Rechtfertigung. Paris, 27. Fcbrn Caillaurprozeß erklärte der Angeklagte, von dem Vorsitzenden VourgrotS über die Politik vor dem Jahre 1814 befragt, Frankreich habe»ach dem Maroktoabkommrn von 1909 bis 101 l in stirer Gefahr ge- schwebt. Caillaux gab hierauf eine Darstellung seiner Kolonial- Politik und sagte, daß er und D r l c a s s ö darin einig ge- wescn seien, mit Vorsicht und Klugheit zu handeln. Zu den Richtcru gewandt sagte Caillaux: Glauben Sie, daß wenn ich nicht im Jahre 1911 tiir Frankreich ein wenig Zeit gewonnen hätte, nach dem Angriff von 1914 der Sieg möglich gewesen wäre? Er schloß mit den Worten: Man kann mein ganzes Leben nachprüfen, man wird nur Liebe zum Baterland finden! Suüapester Menschenraub. „Pcster Llohd" berichtet, daß noch zwei Mitglieder der Sozial- demokratischen Partei, und zwar der Parteisekretär Nikolaus Cservenka und der Sekretär des Eisenbahncrverbandes Eugen P ö ß vermißt werden. Außer ihnen fehrcn noch etwa hundert Mitglieder der Partei. Die Parteileitung hat, als immer mehr Mitglieder der Partei als vermißt angemeldet wurden» den Parteisekretär Eservenka bcauttragt, bei der Polizei die Anzeige zu erstatten. Vor etwa vier Wochen ist dann Cservenka selbst ver- schwundrn, und weder die Partei noch seine Angehörigen wissen etwas über ihn. RcuerdingS sind wieder drei Personen unter auffallenden Umständen verschwunden. Im Speisesaal deö Hotels Britannia speisten der Ingenieur Stefan Müller, der Hochschüler Josef Balassa und der Journalist Tcssdcr Major. Räch dem Abendessen gerieten sie in einen Wortwechsel mit Personen, die ebenfalls im Speisesaal an- wcseud waren. Seitdem sind alle drei verschwunden. Die Anzeige wuide erstattet, Ministerpräfident Hußär erhielt über den Vorfall Meldung und erließ sofort eine„strenge Anordnung, die Untersuchung energisch durchzuführen..... Wie üas Jlickwerk entsianö. Statistisches Material über Versailles. Nach der Pariser.Illustration" fanden vor der Ueberreichung des DiktaisriedenS an die deutsche FriedenSdelegatio»!64S Sitzungen von 52 technischen Kommissionen statt. 26 Engueren wurden an Ort und Stelle durchgeführt. Der Rat der Minister der AuS- wältigen Angelegenheiten tagte 39 mal. der Zehner- rat 72 mal und der Biererrat sogar 145 mall Nach der Ueberreichung im Trianon'-Palace hielten die technischen K o m m l s s i o n e n noch 250 Sitzungen und der Biererrat noch 76 Sitzungen ab. Wie man sieht, eine schwere Geburt: aber daS Kind ist auch danach. Roch nicht einmal ein Jahr alt und von den besten Autoriläien der verschiedensten Fakultäien bereit« ausg egeben. Die Heimkehr aus Sibirien. Tie Reichszeiilralstelle füi Kriegs- und Zivielgeiaugen� teilt Die Verba»dl»naen über Religion und Sozialdemokratie. Bon Heinrich S ch n I z. Nach der Reichsverfassung ist die Trenmmg der Kirche Pom Staat im wesentlichen durchgeführt. Gewisse Beziehungen staatsrechtlicher und sinanzrechtlrcher Natur, die vorläufig jwch fortbestehen, sind Zeichen der Uebergangszeit und werden von selber aufhören, wenn alle Beteiligten den richtigen Gebrauch von den ihnen zustehenden Rechten machen. Damit ist eine alte Forderung des sozialdemokratischen Programms erfüllt: Erklärung der Religion zur Privatsache. Diese Fordenrng ist von uns immer' so aufgefaßt worden, daß sie dem Mißbrauch des Staates und der hinter ihm stehenden herrschenden Klassen mit der tirch licken Gewalt ein Ende machen sollte. Der Staat als solcher sollte sich in die Glaubens- und Gewissensfreiheit nicht ein mischen. Daneben besagte die Forderung aber auch, daß die Sozialdemokratie als politische Partei kein religiöses Glaubensbekenntnis von ihren Anhängern verlange. � Es ist oft genug von berufenstem Munde und an berufenster Stelle zum Aue- druck gebracht ivorden, daß die sozialdenlokraiische Partei ihren Anhängern volle Freiheit lasse, sich zu einer Konfession zu bekennen oder nicht. Da das letztere in den Zeiten des Vornoveniber die gefährlichere Entscheidung tvar. trat die Partei mit besonderem Nachdruck für die Geivissens- sreiheit der verfolgten Dissidenten ein, ohne sich damit aber mit den Dissidenten irgendwelcher Art zu identifizieren. Diese grundsätzlich duldsame Haltung ist m Wirklichkeit und in Einzelfällen nicht immer gewahrt worden. Es ist in der Polemik und als Abwehr gegen kirchliche Unduldsamkeit und Anmaßung nicht selten ein rcligionSfcindlicher Zug durch unsere Agitation gegangen, und oft genug sind Parteigenossen. die an kirchlichen Handlungen teilnahmen, sich tirchlich trauen oder ihre Kinder konsirmicren ließen, deswegen angegriffen »oorden, und hat ihre parteigenössische Znveriässigteit in Frage gestellt. Dem stand andererseits der g er i ug e E r s o I g der Kirche naustrittsbclv e-g-n n g■ gegenüber,, der erkennen ließ, daß die Übergröße Mehrzahl. der vrgäiüstertell Sozialdemokraten. sich persönlich von der Kirche nicht zu trennen vermochte. Ich habe schon früher einen Mangel an Mut oder an Konsequenz darin gesehen,»venu Sozialdcniokratcn, die inner- lich mit der Kirche gebrochen hatten, die äußerlichen Bande »veitertrugen, sei es.»veil sie die kleinen mit der Trennung verbundenen Unbequemlichkeiten scheuten, sei es.»veil sie aus familiären Rücksichten oder aus vorsichtiger Berechnmig den letzten formellen Schritt unterließen. Aber cbe»lso bin ich von jeher für solche Parteimitglieder eingetreten, die a n ö innerer Ueberzeugung. ans Religiosität, ja auch nur au8 Unsicherheit über ihre seelische Verfassung in der Kirche verbleiben zu müssen glaubte»:»nit religionsfemdliche« Eiferern habe ich-nie geineinsamc Sache gemacht, ich habe uieinalZ jemandem getvaltsam seinen Glaubeil zu rauben ver sucht, schon deshalb nicht,»veil ich befürchtete, daß sehr leicht an Stelle eines abgeschlagenen Hauptes»vie bei der lernäi scheu Schlange mehrere neue»vicdcr»vachscn könnten. Diese Haltung scheint mir auch heute unter den durch die Revolution veränderten Verhältnissen noch die richtige zu sein. Nur»nuß jetzt der ermähnte Mangel an Mut und Konsequenz noch schärfer als früher gegeißelt»verde»». Heute erwachsen niemandein mehr trgcndivelche Schwierigkeiten, »venn er aus der kirchlichen Genieinschaft austritt. Wer aber keine innere Gemeinschaft mehr mit der Kirche hat. soll und muß aucki die äußere lösen. Auch im Jiiteresse der Kirche. der an Mitgliedern, die nicht ciinnal Hörer deö Worts, geschweige denn Täter sind, nichts gelegen sein kam». Andererseits verlangt aber die neue Zeit von den Sozialdemokraten, die mit Bewußtsein und W-i t l e n in ihrer kirchlichen Gemeinschaft verbleiben, eine andere Haltung als bisher: sie haben sich innerhalb ihrer kirchlichen Gemeinde aktiv im Sinne ihrer delnorratiich.soz'.allstischen Gesinnung zu betätigen. Es geht jetzt noch weniger als früher an, daß die leitende»: Organe der Kirche deren große moralische Und materielle Machtmittel lediglich im Sinne ihrer politischen und sozialen Einstellung ausnutzen, die mit ihre»» religiösen Bekemitnis in keinerlei ersichtlichen! Zusammenhang zu stehen braucht. Die alte Kirche»vor eine Staatskirche, ein Machtmittel in der Hand der herrschenden Klassen. DaS ist sie heute nicht mehr, denn der Staat selbst ist nicht mehr ein Organ der herrschenden Klasse. Die neue Kirche aber kann eine Bolkskirche und damit ein Mittel demotratischer und sozialer Betätigung»Verden, wenn die in ihr ver- einigten Volksmasien von den Rechten, die ihnen zu- mit: Die Verbandl>in->en über die gegrnieilige Heimichaffung der � stehen oder die sie noch zu erkämpfen haben, den richtigen Gesangenen mit dem Vemeler der Sowjetrepublik werden Gebrauch machen. Ich bin davon überzeugt, daß infolge des mit aller Beschleunigung getühr». so datz in Kürze mil der Novemberumschivunges noch viel mehr Pfarrer als heute den Unterzeichnung des Abkommens gerechne» werden kann.' Mut finden würden, sich zur Sozialdemokratie zu bekennen Jnscsten mutz steis berücksichtigt werden, datz die zu überwindenden' und eine, lvarniherzige religiös- soziale Wirksamkeit zu ent- lechnischen Schwierigkeiten noch keine Bestimmung eines Zeit- falten, wenn sie sicher wären, daß die zahlreichen Sozial- Punktes zulasieg,»vaun mil dem Abtransport der deutschen Kriegs- demokraten in ihrer Gemeinde und in» übrigen Deutschland gefangenen mit Sicherheit zu rechnen ist. i hinter ihnen ständen und sie schützten, wenn sie— besonders traf dem Lande— don einflußreichen PerstSnlichfeiien aNen Stils bedrängt werden. Im nächsten Frühjahr finden Kirchenwahlen statt. Ich kann mich nicht daran beteiligen, denn ich bin seit fünf- undzwanzig Jahren aus der Kirche ausgeschieeden und habe alle damit zusammenhängenden Konsequenzen gezogen. Aber von den Genossen und Genossinnen, die in der Kirche der» blieben sind und verbleiben wollen und dies zum mindesten durch Zahlung der Kirchensteuer auch Praktisch bekunden, muß verlangt werden, daß sie nicht nur diese Pflicht erfüllen, sondern auch die ihnen zustehenden Rechte ausnützen. Auch die Kirche muß in don großen UmwandlungSProzetz hinein, wenn sie nicht inmitten des sich anbahnenden domo- kratischen und sozialen Frühlings eine Kälte aufatmender Stein- Haufen sein soll. Gelingt es aber der Kirche, ihre Daseinsberechtigung auch in der heutigen Zeit freier Selbstentscheidung des Staatsbürgers zu beweisen, indem sie zahlreiche lebendige und tätige Mit- glieder um sich zu scharen versteht, auch aus den Kreisen der sozialdemokratischen Arbeiterschaft, so wird das zugleich dazu beitragen, vielen erbitterten Kämpfen aus früherer Zeit den Stachel zu nehmen. Ich denke hierbei besonders an die Gegen- sätze zwischen Schule und Kirche, die solange unerträg- lich waren, als die Kirche ein Organ in der Hand der Herr- schenden Kreise war und in dieser Eigenschaft vornehmlich auch zur Unterdrückung einer selbständigen und freien Eni- Wicklung der Schule benutzt wurde. Allerdings ist die Kirche auch jetzt noch kein lebendiges und wirksames Organ des Volkes, noch haben die matzgebenden Kreise von einst in den kirchlichen Gemeinschaften die Führung. Darin liegt Zweifel- los zurzeit noch eine gelvisse Gefahr, die nicht verkannt werden darf. Ist diese Gefahr aber beseitigt und haben die religiös gestimmten Kreise des Volkes selber den entscheidenden Ein- fluß in den kirchlichen Gemeinschaften gewonnen, so wird damit auch auf die einfachste Weise der alte geschichtliche Gegensatz zwischen Schule und Kirche seine Gefährlichkeit für das soziale Zusammenleben verlieren. Die preußische Verfaßung. 'Der Entwurf der neuen Verfassung für Preußen ist der Pren. ßischen Landes vcr so mmlung zugigangen. Er umfaßt öS Para- graphen. Ten wesentlichen Teil des Entwurfs haben wir bereits in Nr. 97 des.Vorwärts" vom LS. Februar wiedergegeben Dre ersten vier Paragraphen, die vom Staat und der Staatsgewalt han- deln, lauten wörtlich: § 1. Preußen ist eine Republik und Glied de? Dent- s che n Reiches. § 2. Träger der Staatsgewalt ist die Gesamtheit deS Volkes. § 2. Das Volk gibt seinen Willen über die Staatsangelogen- Herten kund durch den von ihm gewählten Landtag. § 4. Das Staatsmini st erium führt namenS des Volkes die Regierung. Von besonderem Interesse, weil wesentlich don dem bisherigen Zustand abweichend, find die Bestimmungen über Bildung eures F i n a n z r a t S. Sie find enthalten m dem Abschnitt VI, der vonr Finanzwesen handelt, und zwar in den ßI 50 bis 57. Diese lauten: § 60. Zur Mitwirkung bei Gesetzen von finanzieller Bo- deutung gemäß§ 56 wird ern Finanzrat gebildet. Dem Finanzrat gehören cm: 1. Tie noch Artikel 63 der Reichsverfassung von den Pro- vinzialverwalwngen bestellten preußischen Mitglieder des Reichsrats; 2. Kraft amtlicher Stellung für die Dauer des von ihnen bekleideten Amts der Präsident der Oberrechnung«- kämm er, der Präsident der Preußischen Staats. bank(Seehandlung), der Präsident der Ha up Verwaltung der Staatsschulden und der Präsident der Zentralge- nossenschaftskasse; 3. durch den Landtags u wählende Mitglieder, die an Zahl zusammen mit den unter 2. genannten soviel be- tragen müssen, wie die unter 1. aufgeführten Mitglieder. Die Hamburger Gemeinschastsjchulen. Von Walter Victor. ' Die Mitteilung, baß fn Lichtenberg die Einführung eines Im neuen Geiste gehaltenen Rcligionsuntcrricht« befchlossen wurde, hat die folgenden auch jür weitere Kreise beachtenswerten Aus- jührungen über die Hamburger Versuchsschule veranlaßt. Wir geben ihnen gern Raum. Denn so garend und unabgellärt so manches noch bei diesen Stürmern und Drängern unter den Schutresormern sein mag, so zeigt doch das Hamburger Bei- spiel, daß heute schon auf einem besonders günstigen Boden der Ausbau einer wirtlichen Gemeinschaftsschule gewagt werden tonn. Als die Revolution die Bahn freigemacht hatte, regte sichS in Hamburgs Lehrerschaft und Jugend mächtig. Lebrerrat, Eltern- räte, die Jugend selbst forderten stürmisch auch Revolutionierung der Schule. Ein Ausschuß für Versuchsschulen prüfte und beriet die Möglichkeiten, diesem Trängen Gestalt zu geben. Den Bortrupp im Kampf um di« Erneuerung des Schulwesens bildete der„Wendekreis", eine Gruppe revolutionärer Lehrer (Zetdler, Tepp, Röhl, Schlünz, Jode die bekanntesten Namen). Hervorgegangen aus proletarischer und bllrger- licher Jugendbewegung(Wandervogel) stellten fie das Ideal der Gemeinschaftsschule hin und propagierten eS in Wort und Schrift, so rissen sie auch die ältere Generation mit sich, an deren Spitze sich die Schutleiter W. Lottig und K.Götze, seit Jahrzehnten um die geistige Hebung der Hamburger Arbeiter« schaft hochverdiente Männer, in den Dienst der Sache stellten. Der Wendekreis reichte eine Denkschrift an die Oberschulbehörde ein und forderte die Neberlasiung einer Volksschule. Folgende? proklamiert er darin als Endziel:„Die Wendeickule will nicht auf das Leben vorbereiten im Sinne der alte» Schule, Sie erstrebt ein ganz NeueS: Frei von jeder Sloffsklaverei will sie eine Stalte reinen Menschentums fein, unabhängig von jeglichen staatlichen, Wirtschaft- lichen und sonstigen Interessen." Sie hat allein die heilige Auf- gäbe, alle EntwicklungSmöglichkeiten dem Kinde offenzuhalten und zur Wirkung kommen zu lassen, die das Göllliche in ihm entfesseln und seine produktive Kraft stärken, damit es seinem Volke und der Menschheit zu dienen imstande und willens ist. Sie macht also nicht den Stoff, sondern den Menschen zum Mittelpunkt. Also: nicht lehren, sondern leben und erziehen ist ihr Wille." Man muß die Schriften des Wendekreises") lesen und wird eS auch dann nur unvollkommen erfassen, mit wie unendlicher Fein- heit, mit wieviel Liebe diese Menichen zu Werke gehen, man muß ihr Blatt„Die Wende" und ihre Eliernzeitungen gelesen haben. um es ahnen' zu können, wie hier die Gemeinschaft: Lehrer, Eltern, ") Die wichtigsten Schriften find:»Der erziehende Eros" von Kurt Zeidler,„Vom Sinn des Körpers" von Max Tepp und„Pädagogik Deines Wesens", Sammelband des Wendekreises, Sämtlich im Perlage von Ad. Saal, Hamburg-Wandsbeck. Di« zu wählenden Mitglieder werden vom Landtag in ge- heimer Wahl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl ge- wählt. Wählbar ist ohne Unterschied des Geschlechts, wer seit mindessens drei Jahren die preußische Staatsangehörigkeit besitzt, mindestens ebenso lange in Preußen seinen Wohnsitz hat und das 35 Lebcnsjahr vollendet hat. Landtagsabgeordnete scheiden mit Annahme der Wahl aus dem Landtag aus. Die Wahl erfolgt auf 6 Jahre in der Weise, daß alle zwei Jahre ei n D r i t t el der Gewählten ausscheidet und durch Neuwahl, bei der Wederwahl zulässig ist, ersetzt wird. Tie erstmalig nach zwei bzw. vier Jahren Aus- scheidenden werden durch das vom Vorsitzenden zu ziehende Los bestimmt. § 51. Der Finanzrat tagt am Sitze der Regierung. Er versammelt sich so oft es die Geschäfte erfordern. Er wird von: Vorsitzenden berufen. Er ist beschlußfähig, wenn mehr als die Hälfte der Mitglieder anwesend ist. Die Beschlüsse werden nadz Stimmenmehrheit gesaßt: bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag. 8 52. Der Finanzrat wählt seinen Borfitzenden und seinen Schriftführer sowie deren Stellvertreter. Er regelt feinen Ge- schäftsgaug durch eine Geschäftsordnung. 8 53. Die Sitzungen des Finanzrats sind nicht öffentlich. Die Bestimmungen des 8 1b finden entsprechende Anwen- dung.(8 19 betrifft Anwesenheit und Rederecht der Minister. Redaktion.) 8 54. Kein Mitglied t»eS Finanzrats darf zu irgendeiner Zeit wegen seiner Abstimmung od°r wegen der in Ausübung seines Berufs getanen Aeußerungen gerichtlich oder d i« n st- lich verfolgt oder sonst zur Verantwortung ge- zogen werden. 8 55. Die Mitglieder des Finanzrats erhalten eine Eni« schädigung nach Maßgabe des G-setzes. § 56. Die Zustimmung des Finanzrats ist einzuholen: 1. wenn der Landtag Ausgaben beschliehen will, die Sber den von der Staatsregierung vorgeschlagene« oder br- willigten Betrag hinausgehen; 2. für neue Steuern; 3. für die Aufnahm« von Anleihen und llebernahme von Bürgschaften; 4. für A u« g a b e n, für die noch keine Deckung durch An- leihen erfolgen soll. 8 57. Beanstandet der Finanzrat ein unter§ 61 Ziff. 1— 4 fallendes Gesetz oder einen unter diese Vorschriften fallenden Beschlutz, so hat er dies innerhalb zweier Wochen dem Landtag mitzuteilen und innerHaid weiterer zwei Wochen schriftlich zu begründen. Die Angelegenheit unterliegt alsdann erneuter Beschlußfassung des Landtags. Beschlieht der Landtag mit Zweidrittelmehrheit, an seinem früheren Beschluß festzuhalten, so hat eS bei letztcrem ffin Bewenden, sofern nicht die Staatsregierung von dem Recht der Auflösung des Landtags Gebrauch machen will. Die Schaffung des FioangratS entspricht im wesentlichen Wim- schen der beiden bürgerlichen Regierungsparteien. Die So- zialdemokratie steht der Einrichtung mit gemischten Gefüh- len gegenüber. Die Souveränität der Volksvertretung m Finanz- fragen wird durch da« neue Institut insofern eingeschränkt, als der Landtag in Streitfällen gegemibsr dem Finanzrat nur dann ob- siegt, wenn eine Zweidrittelmehrheit geschlossen gegen den Finanqrat austritt. In bürgerlichen Kreisen ist man freilich mit dem Finanzrat noch nicht einmal zuftkden, wie au 8 der don uns wiedergegebenen Stellungnahme der„Demokratischen Partei- korrespondenz" hervorgeht. Man möchte den Finanzrat zu ein«r ersten Kammer ausbauen und auf diesem Wege das Zwei. lammershstem wieder einführen. Derartige Pläne sind für die Sozialdemokratie vollkommen undiskutabel. Schon die Schaft fung des Finanzrat« bedeutet ein sehr weites Entgegenkommen an die Bürgerlichen; noch weiter kann aber auf keinen Fall gegangen werden. Der zweite Japantransport. Berlin, 27. Februar. Die Reichszentralstelle jür Krieg«- und Zivilgefangene teit mit. daß voraussichtlich morgen der Dampfer „Kifuku Maru" mit 43 Oifizieren und 898 Mann au» Japan in Wilhelmshaven eintrifft. Damit ist dann der zweite Ge- fangenentransport au» Japan auf heimatlichem Bode angelangt. Schüler Tat wird. Denn«S ist so weit: Die Oberschulbehörde (Senator Genoff« E. Kraus«, selbst ehemals BoltSichullehrer, als alles verstehender Förderer) hat vor fast einem Jahre schon drei Volksschulen zur Verwirklichung der Ge- meinschaftSschule hergegeben. Lottig. Götze und der Wendekreis übernahmen fie. Es gab natürlich nicht nur nach außen hm. wo unter der Führung de« ehedem so freiheitlichen Otto Ernst die Reaktion aufschrie über die.wildgewordene Pädagogik", sondern auch nach innen einen heißen Kampf. Denn wer kann sich ein Bild davon machen,„waS alles in 600 Schülerherzen gelöst wird, wenn ihnen eine Lehrer- schaft zum ersten Male entgegentritt, die sich aller von oben verliehener Autorität entkleidet und ihnen nichts weiter fein möchte, als Mensch, nichts Weiteres und Geringeres als Kamerad und Freund, und wieviel Nervenkraft zu solcher ansangenden Arbeit gehört?"(Röhl). Schon heute kann man eS sagen: die Gemeinschaftsschule hat sich durchgesetzt. Schon regt eS sich überall in den Versammlungen der Eltern. In allen Stadtteilen finden sich die Gleichgesinnten zuiammen, weitere GemclnschaftSschulkreisr in den Vororten Hammerbrook, Hamm und Barmbcck haben sich gebildet, auch ihnen wird— so hofft man zu- verfichtlich— die Obrrschulbehörde demnächst weitere drei Schulen einräumen. Sie alle gründen sich aus die freiwillige Bereitschaft der Eltern. Umschulungsmöglichkeit ist in jeder Weise gewährleistet, so daß es wirtlich gelingt, in G e- meinschaft von Schule und HauS neues Leben zu wecken. Die Hamburger Oberschulbehörde hat sich durch die Förderung der Gemeinschaftsschulen Verdienst erworben über die Zeit hinaus. Hier hat die Revolution Wurzeln geschlagen, die nicht mehr aus- zurotten sind. Schon zeigen sich die ersten Früchte. Sie liegen in den Menschen s e l b st. Ein G-schjecht neuer Jugend wächst heran; ihr Volkstanz, ihre Wanderfahrten, ihr Wachstum ins Mensch- lich-edle und-reine, ihre Bildung an sich selbst und unterem- ander schenkt Freude und ist Glück, und wer mit dem Auge de» um die Dinge Wissenden darauf blickt, den erfüllt neuer fester Glaube an die Vollendung unserer Ziele und die wenn auch ferne— Möglichkeit der Volksgemeinschaft. Ludwig Rubin er ist Donnerstag in einer Berliner Klinik ge- storbe». Mit ihm ist der bekannteste Führer eines jungen Literaten- und KünstlerkreiseS dahingegangen, dessen Tendenzen mit dem Schlagwort„Aktivismus" charakterisiert werden. In seiner vor vier Jahren erschienenen Schrift»Der Mensch in der Mitte" hat Rubiner diesen Tendenzen temperamentvollen Ausdruck gegeben. Der Trägheit,„der großen Schlafsucht der Welt", wird darin der Kampf angesagt, und die„Geistigen" werden zu tätigen Führern der Menschheit aufgerufen. Ihre Weltfremdheit, die die Vorteile, Hemmungen und Beschränktheiten der Praktiker nicht kennt, �'oll sie zu diesem Beruf besonders befähigen. Den verbrauchten Epochen der Menschheit, in denen entweder der Kosmos um des Ichs willen Raub oüer Recht Z Die deutschnationale Presse vertritt, wie nicht anders zu erwarten war, in der Frage der Kronabfindung den Stand- Punkt des Justizrats Loewenfeld und seiner Klienten gegen die Interessen der Allgemeinheit. Die„Kreuzztg." versteigt sich sogar dazu, die billige und anständige Auseinandersetzung mit der Hohenzollernfamilie, wie sie sie vorschlagen, mit dem Einbruch in das Charlottenburger Mauso- I e u m zu vergleichen. Sie provoziert dadurch die Feststellung. daß das meiste von dem, was sich heute als unbestrittenes Eigentum in den Händen der vornehmsten Familien befindet, auf eine Weise zusammengekommen ist, die man nach heutigen Begriffen nicht mehr als zulässig empfinden würde. Daß die„Kreuzztg." von Rechtsbruch fabelt, ist nicht der- wunderlich. Aber nun kommt die„Vossische Ztg."(von Staats- und gelehrten Sachen) und läßt sich gleichfalls so vernehmen: Die Frage, ob ohne Verfassungsänderung eins solche Enteignung ausgesprochen werden könnte, ist zum mindesten strittig. Diese Frage ist allerdings streitig, aber nur unter jenen, die über die Verfassung schreiben, ohne sie gelesen zu haben. Für alle änderen existiert sie nicht. Artikel 153 der Reichs- Verfassung besagt: Da» Eigentum wird von der Verfassung gewährleistet. Sein Inhalt und seine Schranken ergeben sich aus den Gesetzen. Eine Enteignung kann nur zum Wohle der Allgemeinheit- und auf gesetzlicher Grundlage vorgenommen werden. Sie erfolgt gegen angemessene Entschädigung, soweit nicht ein RcichSgcsctz etwas anderes bestimmt. Wegen der Höhe der Entschädigung ist im Streitfall der Weg bei den ordentlichen Gerichten offen zu halten, soweit Rcichsgesetze nichts anderes bestimmen. Es handelt sich um gar nichts anderes als darum, eine Ueberführung des hohenzollernschen Familieneigentums in Staatseigentum zu ermöglichen, ohne daß darüber an Gerichten prozessirt werden müßte, die jeden übereigneten Hosenknopf gewissenhaft nach seinem Wert einzutaxieren verpflichtet sind. Die Möglichkeit, den Gerichtsweg zu verschließen und die Lösung der Abfindungsfrage in das Ermessen des preußischen Staates zu stellen, ist durch die Reichs- Verfassung gegeben, und sie ist durch den Erlaß eines ein- fachen Reichsgesetzcs herzustellen. Ist ein solches Gesetz be- schlössen, dann gibt es kchne zwanzigjährige Prozessiererei, die ein ebenso langer Skandal für die Hohenzollern wäre, sondern eine rasche und bequeme Auseinandersetzung, bei der die Hohenzollern— dafür sorgt schon das gute Herz der bürger- lichen Mehrheit— keineswegs auf den Bettelstab gebracht werden sollen. Der preußische Staat braucht nur, wie schon einmal gesagt wurde, ein Mittel, um sich gegen die über- triebenen Ansprüche der Familie und ihrer übrigen Anwälte überhaupt erst wehren zu können, und ihm dieses Mittel zu geben, scheint uns die Reichsgesetzgebung ver- pflichtet._ Vie kommunistische Reichskonferenz aufgehoben. Karlsruhr, 27. Februar.(Wolff.) Die Polizeidirektion Kailsruhe bat am Donnerstag in D u r I a ch«ine im geheimen tagende Reichskonferenz der kommunistischen Partei Deutschlands aufgehoben, um festzustellen, ob sich unter den Teilnehmern gesuchte Persönlichkeiten(russische Kuriere) befanden. Sämtliche 81 Teilnehmer wurden nach der Polizeidirektion Karls- ruhe gebracht. Unrer ihnen befanden sich meist Norddeutsche, viel' Frauen, u. a.: Klara Zetkin und zahlreiche Vertreter au« Oesterreich, Polen, Rußland und der Schweiz. Die ReichSonge- hörigen wurden nach Feststellung der Personalien wieder auf freien Fuß gesetzt, die Ausländer dagegen werden bis zur Durchführung des Ausweisungsverfahren» vorläufig in Haft behalten. Aus den den Teilnehmern abgenommenen Papieren geht hervor, daß sich die Konferenz mit der wirtschaftlichen Notlage Deutschlands befaßte, um aus ihr die poli- tischen Schlußfolgerungen zu neuen Unternehmungen zu ziehen. oder das Ich um des Kosmos willen«da wäre— werde jetzt der An- bruch einer neuen Zeit folgen, in der der Mensch um des Menschen willen da sei, eine Zeit des Brudergefühls, der Gemeinschaftsidec, der„Erdballgesinnung". Die meisten der in dem Buch nieder- gelegten Ideen sind wenigstens für uns Sozialisten nicht neu. aber in den Kreisen der bürgerlichen Jugend wirkten sie teilweise als Offenbarung, und der schwungvolle Ton herrlicher Begeisterung, in dem sie vorgetragen wurden, macht die Lektüre der Schrift zum ästhetischen Genutz. Das Idealbild einer aus allgemeiner Menschen- liebe erbauten anarchischen Gesellschaft gestaltete Rubiuer in einem stilistisch interessanten Drama„Die G e wa I t l o s e n", daS dem- nächst in Stuttgart zur Ausführung kommen soll. Dem jetzt cm Alter von 38 Jahren an einer Lungenentzündung Verstorbenen wurde vor wenigen Tagen von der Gesellschaft„DaS junge Deutsch- land" eine Ehrengabe alS Anerkennung seines dichterischen Schaft fenS zugesprochen. Die Abonnements des„Großen Schausvielhauses". Eine Ber- liner Korrespondenz verbreitet folgendes: Bei Max Reinhardt ist man nicht nur im Künstlerischen, sondern auch im Geschäftlichen großzügig. Bereits jetzt wird das Publikum eingeladen, Abonne- ments für die nächste Spielzeit des„Großen Schauspielhauses" zu nehmen. So fließen schon heute einige Millionen Mark in die Kasse de«„Großen Schauspielhauses"— für Lelstungsn. die es frühestens zu Beginn der neuen Spielzeit, also im Herbst beginnt und erst noch einem Jahre im Frühjahr 1921 beendet. DaS heißt: daß sich die Kasse des„Großen Schauspielhauses" von seinen Be« suchern ein halbes Jahr vorher einen Vorschuß von Millionen geben läßt, den es nicht zu verzinsen braucht. Wir nehmen an, daß diese Mitteilung nicht zutrtfft. Sollte es aber doch der Fall sein, so werden die Abonnenten sicher in iflgend- einer Weise zu entschädigen sein. Neue Filme. In der. S ck a u b u r g" am Potsdamer Platz wird ein„romantischer" Film„Die Gespenster von Garden Hall" von Johannes Jühling, nach einem Roman Robert Krafts, vorgeführt. Eine gruielnerregende Biaubartgeichichle im Stil« Conan Doyles. Aber das Gruselnerregen allein ist kein Kunsistück und Conan Doyle ist'nicht deshalb ein Meister in seinem Genre, weil er bei seinen Lesern Herzklopfen hervorzurufen versteht, sondern vor allem, weil er die ichwierigsten und dunkelsten Verwicklungen mil strenger Logik auslöst. Ob dieS in Kraftö Roman der Fall ist. wissen wir nicht, der Aufbau de» Jühlingschen Films ist jedenfalls in dieser Beziehung außerordentlich düiftig: die sogenannte Auftlärunz im letzten Teil dürste selbst den bescheidensten Ansprüchen nicht ge- nügen. Erika Gläßner. die die weibliche Hauptrolle spteli, schelnr Temperament mit Wildbeit und Zügellosigkeit zu verwschieln. was in dem obnedie» ziemlich dick ausgestrichenen Stück doppelt unaa- genehm auffällt._— n- Ter verein„Arbeiter-Hochschnle- veranstaltet, von Donnerstag den 4. März ab an süns Donnerntag Abenden von 6—7 /? Uhr eine Bor- lesung über„Richard Wagner, lein Leben und Schassen" mit Erläuterungen am Klavier. Dozent«. Ernest.„.. Von der Psychologie des Bauens- ipricht ber lreiem Eintritt Archi. tekt Dr. Jng. Als'cd Brelschneider am Sonnabend im Dotothcenstadtischen Realanmnasium. Dorotheenür. IZ. abends 7 Uhr..... � Tbcaier. iiniolge Erkrankung' von Ludwig Hartau bat die Erstauf. sübrung von„König Nicolo" eine wettere Verichiebung erfahren mitsseu. Dafür gelangt Wedekinds„Schwß Wettcrstein" zur Ausführung. Nr. 108 �57. Jahrgang Seilage öes vorwärts Sonnabend, 28. Februar 1920 deutsche Nationalversammlung. Kleine Anfragen— Rcichseinkommcnsteuergeseft. 1�2. Sitzung; Freitag. Am Regierung? tisch: Dr. Bell, N o S ke, MoeSle. Auf der Tagesordnung stehen 3S kleine Anfragen, die zum Teil bereits erledigt sind. Abg. Düwell n g ist zum Oberpräsisenten der Provinr Sachsen ernannt und bereits in fein Ami eingeführt worden.— In M e i ß e n wurden bei den Neuwahlen von 12 unbesoldeten Stadträten neun Sozialdemokraten und drei bürgerliche gewählt.— Den ersten M a i 1920 durch völlige Arbeileruhe zu seiern beschloß der Vorstand der sozialdemokraiiichen Partei Größ-Frankiurt.— Der Bezirksverband für die nördliche Provinz Sachsen und Anhalt Hai den ordentlichen Parteibeltrag für männliche Mitglieder auf 30 Pf,, für weibliche Mitglieder auf 25 Pf. die Woche erhöbt. Außerdem soll für den Wahl'ondS ein Extra- beiirag von 4 Mark und für den Pressefonds ein solcher von 2 Mark erhoben lverden. -» GroßSerün berliner Liebesgaben in Wien. Unser Wiener Bruderblatt, die„Arbeiterzeitung", gibt einen Bericht über die Verteilung prr deutschen Liebesgaben. Nach diesem Bericht waren die Spenden so reichlich, daß selbst Familien mit 1 bis 3 Kindern bcdacht werden konnten. Größcrc Öuantcn bon Haferflocken, Mehl, Bohnen und Graupen wurden pfundweise per- teilt, und jede Familie bekam 4 Pfund Mehl und Mebl- Produkte. Ueberall war die Freude über die deutsche Hilf-- bereitschast groß, war es doch den einzelnen Familien möglich, sich nach langer Zeit wieder einmal ein paar reichliche Mahlzeiten her- zustellen. Einige zwar erlebten eine arge Enttäuschung, denn die„Naschkätzchen" hatten sich der Hoffnung hingegeben, man würde aus Deutschland Schokolade und kondensierte Milch schicken. Wenn wir das hätten, ihr lieben Wiener, dann würden wir Euch gern auch davon etwas abgeben! Aber--- Die Wiener„Arbeiterzeitung" druckt im Anschluß daran eine Anzahl Briefe ab. die den Liebesgaben bcilogcn. Wir geben davon die folgenden wieder: Fröhliche Weihnachten! Ich schicke ivenig, aber auch herzlich; habe selbst noch vier Geschwister. Willy Junge. Berlin-Marien- dorf, Strelitzer Str. 18. * Da ich von der großen Hungersnot in Wien gehört habe, will ich nicht versäumen, etwas zu geben. Es ist nicht viel, ich gebe ja, was ich eben kann. Ich würde mich herzlich freuen, eine Nachricht von Ihnen zu bekommen. Es grüßt herzlich Ihre Hil- degard Grund nebst Eltern. Berlin N. 20, Hochstr. 41 1. * Lieber Empfänger! Von unserem Wenigen geben wir gern für Euch, was wir entbehren können, und wenn es auch nicht viel ist. so geben wir es vom Herfen gern. Hoffentlich kommt cS noch bor Weihnachten in Eure Hände. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr uns schreiben würdet, wie und wann es angekommen ist, und wenn wir können, dann schicken wir Euch wieder etwas. Viele herzliche Grüße! Richard Krause und Familie, Berlin O. 112,'Simon-Tach-Str. 40, Hof vier Treppen. * Ein kleines Mädchen hat folgendes hübsche Gedicht gemacht: Ißt Du die Gräupchen, Dann schicke durch Täubchcn Grüße mir zu. Bin erst elf Jährchen Und Augen wie der Himmel so blau. Herzliche Grüße von der Schülerin Hela D o s r k nebst Pflegeeltern, bei Wöleke. Berlin N. 37, Choriner Str. 65. Ist mit diesen GabeiDauch nicht die Not Wiens gebannt, so wurde doch ein ganz klein wenig geholfen und vor allen Dingen der Beweis erbracht, daß die Solidarität unter den beiden Völkern trotz der schweren Not noch weiter lebt und auch in Zukunft blühen und gedeihen wird. « Wie groß das Elend in Wien ist, chafür folgendes furchtbare Beispiel: In der Woche vom 8. bis 14. Februar standen 1032 Todes- fällen 378 Lebendgeburten gegenüber. Da werüen Weiber zu... Ein Parteigenosse schreibt uns: Als ich kürzlich mit der letzten R bis zur Eauerstraße, Ehar- lottenburg, yefahren war. kamen mir die Caueistraße herab diei 37) Jan Krebsereuter. Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von Hans Müllcr-Schlöffer. Jetzt erst bemerkte Jan ihn, schluckte den Bissen herab und betrachtete den Mann neugierig und mit der Unbe- fangenheit der Jugend. Der Mann nickte ihm breitgrinsend zu, nckhm die Pfeife wieder aus dem Munde und sagte: „Jung, wat machst du hier?" „Ich etz." „Jo, ja; ich mein', wo du bist, wo du dein' Arbeit hast?" „Nirgends." ,Lm. hm. du bummelst also?" „Onä, Mann, ich such' neue Arbeit." „Hm, bm. du suchst neue Arbeit,— hm. hm, ja—. wat ich sagen wollt'— Arbeit kannst du bei mir finden. Steh' mol op!" Jan erhob sich. .�sch brauch''ne Schiffsjung. Ich fahr' mit Eisenzeuz nach Rotterdom, Willst du mit?" Jan kratzte sich an der Nase und versuchte, aus den Ge- sichtszügen des Mannes die Aussichten auf Behandlung und Beköstigung zu erspähen. Und wenn ihn die Untersuchung auch nicht ganz befriedigte, weil, wenn auch die Fülle des Mannes sein speckiges Kinn und seine Hängebacken auf eine gifte Kost rechnen ließen, die kalten, grauen, listigen Augen aber unt> der raffe Mund keinen freundlichen Empfang per- sprachen, so antwortete er doch langsam und gedohnt: „Jo-w—" „Dann komm'I" Der Mann machw kehrt und schritt voran. Jan nabm sein Bünbelchen und folgte ihm. Eine Stunde später stand Jan. ein irdenes Kümvchen in der Hand- vor der Kombüscntür auf dem Lastschiffe„Jan von Werth", um als letzter in der Reihe der Schiffsmann- fchaft sein Mittagessen zu holen. Der Kapitän, denn das war der Mann, der ihn geholt hatte, stand vor einem großen Zinffeffel und scheppte mit einem riesigen Löffel Suppe heraus, sich zuerst. Jan sah. daß das große Eßgeschirr des Kapitäns drei solcher Löffel faßte und damit bis zum Zkande gefüllt war, so daß es der Kapitän mit beiden Händen vorsichtig, damit es nicht schlcibberte, davontrug. Tic an, deren'von der Schiffs- mannschast hatten dagegen alle dos nämliche Kümpchen wie Jan. und als er an die Reibe kam, blieb nur noch ein halber Löffel übrig, der auf dem Boden des Kümpchens in kleinen. traurigen Wellen schaukelte. Jan zog den Schluß, daß die große Kumpe des Kapitäns mit dem geringen Inhalt feines Kümpchens in ursächlichem Zusammenhange stehen müßte. Und als er abends wieder mit den anderen vor dem großen Kochkessel stand, und der Kapitän, nachdem er sich selber wieder zuerst seine Kumpe mit drei großen Löffeln gefüllt hatte, die Portionen per- teilte, fand er seine Schlußfolgerung bestätigt, weil wiederum für ihn bloß ein Nestchen übrig blieb.» Er legte sich mit hungrigem, knurrendem Magen auf feine harte Pritsche und strengte seinen Kopf an, um ein Mittel zu finden, das auch sein Kümpchen bis zum Rande füllte. Am anderen Morgen hatte er ein solches Mittel gefun- den. Er stahl dem Schiffszimmermann einen großen Nagel, den er auf dem Schleifstein zweikantig zuschliff. Darauf machte er sich in der Kombüse zu schaffen, nahm die große Kumpe vom Brett und schlich dann nach feiner Schlafstatt. Dann tat er mit der Kumpe, wie er auf der Schule mit seiner Schiefertafel getan hatte. Er ließ sie auf dem Nagel wie ein Karussell rundlaufen, solange, bis er ein kleines Loch hin- eingebohrt hotte, das, weil es gerade im Kelch einer auf dem Boden gemalten Blume saß. schwer zu seben war. Darauf trug er die so vorbereitete Kumpe wieder heimlich an ihren Platz. Mit gespannten Mienen, mit gespitzten Ohren, mit lanernden Augen stand er am nächsten Mittage wieder als letzter mit seinem Kümpchen in der Reihe. Der Kapitän hielt auf der flachen linken Hand seine Kumpe und schevpte den ersten Löffel der dampfende» Suppe hinein. Er wollte gerade den zweiten Löffel aus dem Kessel heben, da ging ein heftiges Zucken durch seinen Körper, seine dicken Lippen preßten sich zusammen, daß sie aussahen wie ein lederner Tabaksbeutel, dessen Schnüre man zuge- zogen hat. Dann brüllte er auf. zog die linke Hand unter der Kumpe mit einem Ruck weg und rieb sie schnell äm Schenkel. .Mösige Deuwel!" brüllte er, besckxlute seine Hand, in deren Mitte ein roter Brandflecken glühte, warf den Schepp- löffcl voll Wut in den Kessel, daß die Suppe in der Nach- barfchaft herumspritzte, und steckte die verbrannte Hand unter die rechte Achsel. Die Klimpe war inzwischen auf den Boden gefallen und in große Scherben zersprungen. Eilfertig lief Jan herbei, sammelte blitzschnell die Scherben und warf fi« rasch über Bord. Am Abend sah Jan mit inniger Befriedigung auf der mit einem Lcinenlappen umwickelten Hand des Kapitäns ein Kümpchen, nicht größer als das der anderen, und er selber löffelte mit großem Behagen sein bis zum Rande ge- fülltes aus. Er streckte sich nachher auf feiner Pritsche mit dem schönen Gefühl eines Menschen aus, der zugunsten der All- gemeinheit eine große Tat vollbracht hat. Der kleine Held war aber so ehrlich, sich zu gestehen, daß er zunächst an sich gedacht hatte. Er erhob sich durch dieses Geständnis über manchen Menschheitsbeglücker, der zum Lorbeer der großen- Tat auch noch das Lob der Uneigennützigkeit verlangt.— Am zweiten Tage darauf, als die Sonne sich errötend ins Bett legte und die Vorhänge zuzog, traten aus dem Abenddunste die Türme einer großen Stadt heraus. Der Strom wurde breiter und von vielen Schiffen belebt. Jan stand vorne an der Ankerkette und gähnte. „Reiß die Augen cmf. es ist viel zu sehen in der Welt!" sagte er zu sich und darum hob er den Blick und ließ ihn herumfchweifen. Fischerboote mit breitem, ausgebauchtem Bug, die ibn au die plumpen Holzschuhe, die„Klampen" erinnerten, lagen vor Anker. Durch die Maschen der am Mast bochge- zogenen braunen Netze glitzerte das letzte Licht des Zlhends, und träge stieg ans den Kajüten blauer Rauch herauf. Ein kleiner, gelber Spitz lief über die Planken und sprang und bellte. Auf den leuchtend grünen Wiesen der flachen Ufer standen die Weiden wie Jnngens, denen der Wind die Kappe fortgerissen hat und die Haare um den Kopf fferumfliegen. Breitbeinige, schwarzweise Kühe mit vollem Euter brüllten ungeduldig nach dem Stalle. Eine Windmühle zerschnitt mit ibreii Flügeln die sanfte Linie des.Horizonts. Die drollia-traurigen Töne einer Ziehlwrmonika schallten an- schwellend und wieder verklingend über das leise alucksende Wasser. Der„Jan van Werth" glitt an tief im Wasier lie- genden Lastkäbuen vorbei, die mit frischen Brettern beladen waren. Der von ihnen ausströmende Garzdufl der Schwarzwälder Tannen verwischt« sich mit dem angenebm-fcharfen Geruch des Teers und dem Gestank faulender Algen. Deck- wgschende Matrosen mit aufgekrempelten Hofen liefen bar- füßig über die nassen Planken. „Lau lau leckere lau. Heb eck?«en Geld, verkoop eck de Frau," sangen sie und ließen dabei den kleinen Eimer ins Wasser plumpsen und wenn sie ihn wieder in die Höffe zogen, machte das abtröpfelnde Wasser«ine angenehm« Begleitmusik zu' ihrem Gesänge. Gorts. folgt.) Mitglitder der Charlotienburger Einwohnerwehr entgegen, deren eines mir besonders auffiel. Der Stahlhelm safi so absonderlich, sest waren die Lenden gegürtet und die Stiefel waren fichtlich zu schwer. Ich trat an die drei Mann heran und überzeugte mich, datz der männlichste von ihnen gar kein Mann, sondern eine Frau war. Sie kam sich autzerordentlich gewichtig in ihrer Brünhildenrolle vor, was fich schon daran zeigte, datz sie das Gewehr nicht wie ihre Begleiter auf der Schulter, sondern schuh- bereit in den Händen hielt und so tat, als könnten in jedem Moment wilde Spartakistenhorden aus den trügerisch stillen Ströhen- gefilden hervorbrechen. Nun hat ja in der endlos traurigen Zeit, in der wir leben, jeder, der es sich leisten kann, das Recht auf seinen Fasching, dazu braucht er— oder vielmehr sie— doch nicht zur Einwohner- wehr zu gehen und mit geladenen Gewehren die ohnehin schon fühlbare Unsicherheit zu erhöhen. Oder sollte man ernstlich glauben, dah die Einwohnerwehr schon den Schutz des schwächeren Geschlechts aürufen muh? Dann soll sie sich einpacken lassen. Oder sollten Stahlhelm und Donnerknüttel zum neuesten Mode- typ durchsichtigen Tülls überdrüssiger Damen geworden sein? Dann kann allerding« nur der Arzt mitsprechen. Wer erhält de« Milchzuschust 7 Der Berliner Mogistat teilt jetzt mit, wem von den milch- bezugsberechtigten Personen auf Antrag bei besonderer Wirtschast- licher Notlage bis auf weiteres ein Zuschuh von 0,80 M. für den Liter gewährt wird: Zunächst den Schwangeren(drei Monate vor der Ent- Bindung bi» zur Entbindung), dann den Kindern bis zum vollendeten 2. Lebensjahre. Ausgenommen sind die Armen- und Waisenpfleglinge und die Kinder, denen bereit« die SäüglingSfürsorgestellen durch Verabfolgung von Marken die Milch verbilligen. Die Armenkommission oder die Waisenverwaltung wird statt dessen kür die Armen- und Waisenpflegl'nge eintreten. Anträge auf Zuschüsse und deren Auszahlung erledigen die SänglingSfürsorgeftellen in ihrem Bereich und für Neugeborene, die FrauenwoblfahrtS stellen in ihrem Bereich und auch für die Schwangeren, soweit sie nicht vom Vormundschastsamt versorgt werden, das Vor- mundschaflSamt für die Schwangeren, die in seiner Fürsorge sieben, die Bezirksvorsteher für alle, die von vorstehenden Stellen nicht versorgt werden, die LandeSverstcherungSanstalt für die Lungen- kranken ihres Bereich«, womit die Zuständigkeit der unter 1— t ge- nannten Stellen ausgeschlossen ist. Mit dem Antrag ist die mit Vor« und Zunamen deS Berech- tigten versebene Milchkarte vorzulegen. Die Bewilligung gilt in der Regel für einen Monat. Die Ablehnung ist endgültig. Die Zuschüsse werden im allgemeinen am Anfang eines jeden Monat« für den ganzen Monat bar ausgezahlt. Anträge sind erstmalig nicht vor Anfang März d. I. zu stellen. Um einen starken Andrang zu vermeiven. wird dringend ersucht, möglichst nicht in den ersten Tagen deS März wegen Gewährung de» Zuschusses vor- stellig zu werden. Selbst wenn ein Antrag erst am 10. März ge- stellt und ibm entsprochen wird, erfolgt dennoch die Zahlung de« Zuschusses für den ganzen Monat, falls die Bezugsberechtigung sich auf den ganzen Monat erstreikt. Einwohnerwehr und Ausnahmezustand auf dem Provinziallandtag. Der Brandenburgische Provinziallandtag fetzig Fveitag seine Verhandlungen fort. Bürgermeister Sit«sener- Tempelho? erstattete Bericht über die weiteren ErbebuMen in Sachen der Schöne- bergor Provinziallandtagsabgeordneten, gegen deren Wahl Einspruch erhoben worden war. Der AuSschuh empfahl, die Wahlen für g ü l- ti g zu erklären mit der Mahgabe, dah von den Ersatzmännern Bernstein, Kotz und Wilberg gestrichen werden. Der Pro- . vinziallandtag beschloh demgemäh.— Im Namen des Ausschusses für die Angelegenheiten der Provinzial-Lebensversicherungsanstalt berichtete Abg. P r i e fe r t- Rathenow sSoz.). Die Lebensversiche- rungsanstalt befinde sich in erfreulicher Entwicklung, wegen der un- günstigen Berliner Raumverhältnisse soll sie in das Gebäude der früheren Hebammenlehranstalt in Frankfurt a. O. verlegt werden. Gegen den Antrag auf Einrichtung einer branden- burgischen Einwohnerwehrversicherung. der von dem AuSschuh einstimmig empfohlen wird, wendet sich Abg. T e m- p e I- Lichtenberg sUnabh.). LandeSrat Go ez e teilt mit, dah der Abg. Tempel im Ausschuß für die Vorlage gestimmt habe. Auch der Berichterstatter Abg. P r i e f e r t spricht über die AuS- fübrungen deS Abg. Tempel seine Verwunderung auS: in der Kom- Mission habe er überhaupt nichts gesagt. Nach weiterer lobhafter Aussprache wurde der Antrag mit allen gegen die un- abhängigen Stimmen angenommen. Einen Antrag der unabhängigen Fraktion, die preuhische StaatSregierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung vorstellig zu werden. dahderAusnahmezustandsofortaufgehoben wird, begründet Abg. G ä b e l- Lichtenberg(Unabh.). Der Redner geht auf die Vorgänge am 13. Januar ein und schiebt die Schuld an dem Blutbad der Regierung zu. Im Namen der Bürgerlichen Fraktion gab Abg. Oberbürgermeister Dr. Scholz» Chorlottenburg die Erklärung ab, dah die Bürgerliche Frakt-on den Antrag ab- lehne und sich an der Besprechung nicht beteilige. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion erklärt« Abg. S i d o w- Brandenburg, dah seine Freunde sich im Prinzip für uneingeschränkte Presse- und Versammlungsfreiheit einsetzenz sie könnten dt« Aufhebung. des Ausnahmezustandes aber erst dann sondern, wenn die politische und wirtschaftliche Wiedergeburt unseres Volkes durch gewaltsame Akte einer Minderheit nicht in Frage gestellt ist. Auch die Demokratische Fraktion lieh durch den Abg. Hopf- Eberswalde erklären, dah sie den Antrag ablehne. Nach einem längeren, agitatorisch geschickt angelegten Schluhloort Dr. Breitscheidi fUnabh.) wurde der Antrag gegen die Stim- men der Unabhängigen abgelehnt. Mir die Inkraftsetzung der HSchstmietenverordnnng. Nachdem die Preuhische LandeSveriammlung die vom Minister für Volkswohliahrt am 3. Derember ISIS erlassene Höcksimieten- Verordnung gebilligt und ihr somit Gesetzeskraft gegeben hat. tritt nunmehr der.Mieterverband Groh-Berlin* auf den Plan. um der Verordnung sofortige Geltung zu verschaffen. Der Mieter- verband bat beschloffen, die Mieterschasl auizufordern. am 1. März nur 20 Vrozent Aufschlag auf die F r i e d e n S m i e t e zu zahlen. Da diesem Beginnen rechtlich nichts im Wege steht, ist>a erwarten, oah ein großer Teil der Mieter der ausgegebenen Parole Folge leisten wird. Allerdings �trifft dies dort auf Schwierigkeiten. wo die Mieter ihre jetzigen Räume noch nicht vor Kriegsausbruch innegehabt haben. In diesem Falle wären fie genötigt, erst darüber Erkundigungen einzuziehen, welcher MietSbetrag von ihren Bor- gängern im Jahre 1S14 gezahlt wurde. Die Radaufzenen auf der Gtadtverordnrtentribüue. Die fast regelmäßig wiederkehrende bedauerlichen Auftritte auf der Tribüne der Berliner Stadtverordnetenversammlung dürsten jetzt, wie uns mitgeteilt wird, Veranlassung zu ernstlichen M a h n a h m e n geben, um in Zukunft ähnliche Wiederholungen unmöglich zu machen. Eine Fahrplanöndcruug auf der Nordkahn tritt vom Montag, den 1. März, ab in Kraft und zwar aus der Strecke Berlin- Letten. Wegen der Verlängerung der Arbeitszeit in den Heanigsdorier«. E. G.-Fabrtken wird der Vorortzug, der bisher n» Ü.B2 früh vom Stettin« Lahnhof nach Bette« gefahren wurden nicht mehr verkehren. Zur Beförderung der in Hennigsdorf be- schäftigten Arbeiter wird an seiner Stell« ein neuer Zug ab Stettin« Bahnhof S.VS früh, an Hennigsdorf Ü.b« ftüh gefahren. Der um 7,30 vorm. ab Steltiner Bahnhof bisher nur bis Hennigsdorf ver- kehrende Vorortzug wird bi» Velten tan 8,30 vorm.) durchgeführt. — Vom gleichen Tag« ab fällt der bisher an den Werktagen mit Ausnahme von Sonnabend verkehrende Vorortzug ab Tegel 3.13 nachm.. an Stetttner Bahnhof 3.43 nachm.. aus. Dafür wird an den aleicben Tagen ein neu« Zug gefahren, ab Tegel 4,10 nachm., an Steltiner Bahnhof 4,43 nachm. AbstimmungSbttechtigte für Ostpreußen. Am Sonntag 20. Febr., vormittags 10 Uhr, findet in der Aula der Knaben-Mtttelsckmle, Neukölln, Donaustr. 120. eine Versammlung all« abstimmungS- berechtigten, Heimattreuen Ostpreußen statt.— Reger Besuch wird erwartet._ Neukölln und die Untergrundbahn. Aus der Stadtverordnetenversammlung. In der gestrigen Neuköllner Stadtverordnetenversammlnng nahm die Untergrundbabnftage einen breiten Raum ein.— Für den Untergrundbabnbau, der als Notstandsarbeit gilt. wurden weitere 15 Millionen Mark aus einer neu auf- zunehmenden Anleihe zur Verfügung gestellt. Stadtbaurat Hahn äußerte die Hoffnung, der Bau werde in 1 h i« 1'/, Jahr fertig sein. Bi« dahin werde hoffentlich auch die Nordküd- bahn futig werden, sodahsieimSommerlSZI den Be» trieb ausnehmen könne. Auch die A. E. G.- Bahn, deren Weilerbau durch einstweilge Beifügung de« angeruftnen Gerichts erzwungen wurde, werde wohl nicht viel später betriebsfähig werden. Die Debatte drehte sich hauptsächlich um die Fragen, wieviel bei der eigenen Regie gespart wird und ob die Leistungen der Arbeiter nicht gesteigert werden könnten. Ein Antrag der Demokraten, die Arbeiter zu einer Gonderleistung zu verpflichten, wurde abgelebnt. Ferner beschäftigte ssch die Stadtverordnetenverfammlung mit der Vermietung von Wobnungen. ES sollen zwei Baracken mit zusammen zwölf Kleinwohnungen(vier mit zwei Zimmern, acht mit einem Zimmer) aufgestellt werden. 230000 M. Kosten, zu denen derWobnung«- verband Groh-Berlin einen Zuschuß geben wird, wurden bewilligt.— Die von den Grundstücken aufzubringende Kanalisations- abgäbe wird von jetzt 3� Proz. deS Gebäudenutzungswertes auf 5 Proz. erhöht.— Den GaSpreiS will der Magistrat wogen Steigerung t>er Kohlenpreise und der Frachtsätze sowie der Löhne von der Fobruarstandausnahme ab von 53 Pf. auf 70 Pf. pro Kubik- meter erhöhen. Die Unabhängigen durften ssck Ablehnung leisten. heil sie die Gewißheit haften, daß di« anderen Fraktionen der Not gehorchend die Preiserhöhung genehmigen mußten.— Beim Beerdigungswesen wird infolge der Unkostensteigerung der zu den tarifmäßigen Gebühren erhobene Teuerungszuschlag von jetzt 80 Proz. auf 100 Proz. erhöht.— Den Ausbau des Gesund- heitSwesenS führt der Magistrat weiter. Die schulärztliche Beaufsichtigung soll auf Mittelschulen ausgedehnt werden, sie brauchen daher einen Schularzt und eine Schulpflegerin. Für die Volksschulen sollen die Schulvflegerinnen von 10 auf 18 vermehrt werden, so daß jeder der 16 Schularztbezirke eine eigene Pflegerin erhält. Die Schulzahnklinik braucht für ihren sehr gesteigerten Be- trieb einen eigenen Zahnarzt oder eine Zahnärzftn, sowie eine unterstützende Schwester. Für die SäuglingSsürsorge muß noch eine neue Schwester angestellt werden, damit alle Säuglingsbesuche möglichst bald nach der Gehurt gemacht werden können. Die Tuberkulös esür- 'orgestelle will wegen immer noch wachsenden Andranges die Sprech- stunden und auch die Hausbesuche vermehren, so daß zwei neue Schwestern nötig sind. Die Stadtvsrordntenversammlung stimmte zu. Das Mitbestimmungsrecht für Beamte und An- gestellt« soll in derselben Weife geregelt werden wie es in Berlin geschehen ist. Freund lU. Soz.) nahm das Wort, um die Angriffe abzuschwächen, die er in der vorigen Sitzung gegen die Beamten gerichtet batte. Bürgermeister Scholz teilte mit, Freunds heutige Erklärung sei im Einverständnis mit Vertretern der Beamtenschaft formuliert worden Hiernach erübrige es sich 'ür den Magistrat, sich noch über iene Angriffe zu äußern. Nach weiterer Debatte n-urde die Magistrat vorlag« angenommen. Staatstveater Neukölln. DeS großen Andränge» wegen wird am Donnerstag, den 1 März d. Is,, dank dem Entgegenkommen der Intendanz die Auffüdrung von LeflingS»Na than der Weile' durch eftt» Kräfte de« staatlichen Schauspielbaufe» wiederbolt werde». Sie finde! diesmal um 6'/. Ubr Im großen Saal der.Neuen Welt' flan. Der Vorverkauf beginnt am Montag, den 1. März, in den durch Säulenanschlag bekannt- gegebenen Stellen. Bei den ElterubciratSwahlen in NowaweS erhielten Mandate: G. P. D. 13. U. S. P. D. 36, Christliche 28. In der Hilfsschule wnrde die christliche Vorschlagsliste vom Wahlvorstand für ungültig erklärt. D« neue Potsdam« Ttadtschnlrot. In der gestrigen Sitzmtg der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung wutde Stadtichulrat Dr. Ohms- HildeShetm zum Stadtschulrat in Potsdam gewählt. VildungSauSschxtz Steglitz Von 5'/, Ubr ab find für den Bunten Familienabend an der Ko.fle noch BilletlS zu«halten. Die BezirkSführ« werden«sucht, die nicht verkauften Karten an der Kaste abzugeben. SSilmevSdorf. Stadtvttordueteuversammlon«. In einer außer- ordentlichen Sitzung stellten unier« Genossen folgenden Dringlich« kettSantrog:.Mit Rücksicht aus die ganz auh«ordentliche Notlage d« K ri« g S h t lf S kr Sft e de« Magistrat» wolle die Stadtverordnetenversammlung belchliehen, den Magistrat zu ermächtigen. eine Emlchuldungsiumme in Höhe eines Monatsgehalt« sofort den RriegShtlfslräften auszuzahlen*. Genosse«empfer be- gründete eingehend den Antrag. Den Darlegungen schlössen sich Unabbängige und Demokraten an. während dt« bürg«lichen Bei- »et« sich auch nicht ganz vttschliehen konnten, beantragten sie nach eineinbalbstündig« Tebotte Beratung der Vorlage im Finanzausschutz. Dem wurde zugestimmt. In einer zweiten auherordentlichen Slodiverordnelenveriammlung kam ein Kompromiß. veranlaßt durch die Rechte, zustande, daß den nichtständigen Hilfst, ästen entsprechend dem Vorschlag« des FinanzouSichufieS eine einmalige Beihilfe von 400 M. für Ber- beirateie und 300 M. für Unverheiratete sofort zu gewähren ist. Ein Antrag G t l v e r sNeue Dem. BolkSp). daß der Magistrat oll« gemein erklärt, keine Einwendungen gegen eme Nebenbeschäftigung seiner Beamten. Angestellten und Hilfskräfte zu«beben, wenn diese in der dienstfreien Zeit da,u dient, da« Einkommen der Betreffenden insoweit zu erböhen. daß fie die jetzigen Schwierigkeiten in der Lebenshaltung überwinden können, wird einer späteren Beratung überwiesen. Der Vorschlag de« Sonderausschusses, den Zinsfuß für Spareinlage tt abl. April 1020 auf 3 Prozent her ab- zusetzen, wird angenommen.— Vor Jahresfrist war die Stadl gewillt, die Bau- und Fluchlinienpolizer zu übernehmen. Langwierige Verhandlungen machten fich notwendig: noch 11 Mo- naten kam«in Einverständnis mft dem Minister für voltswohlfahrt zustande und wurde die Uebernahm« von 6 Polizeifekretären, 1 Polizeibureauassistent. 1 Bauiekreiär, S Boutechnikern und 4 Polizei« uiochtmeisterii beschlossen. Ein Antrag, daß der Magistrat Maß- nahmen treffen toll, damit endlich wieder sämtliche Schüler wie in den Nachbarstädten an allen Schultagen Unterricht erhalten, wird angenommen, ebenso werden die Mittel für 6 Lehrer« 5 wissen« schaftlich« und 2 technisch« Lehrerstellen zu Ostern 1020 und 2 Lebrrr- und 2 wissenschattlich« Lebreriunenstellen zu Michaelis 1030 für Volks- schulen bewilligt. Einem Beschluß der Wohnungsdeputatron gemäß,«klärt st» die Stadwerordnetenversammlung damit ein- verstanden, daß der Heimstättenfiedlitng Berlin-WilmerSdori zur Fertigstellung deS im Kriege angefangenen Rohbaue» Eck« Spessart- und Burgunder Straße der lleborStzuerungSzuschuß vor« schußweise gezahlt wird. Aus der reichhalssgen Vorlage der Nachtragsforde rungen für das Jugendamt kommen folgende Positionen zur Annahme. Für Zwecke der Kleiniindersürsorae, für die vier städtischen Ktnderbeime, für Tagesheime für aufsichtslose Kinder, für ergänzende Schulpflege. für Ktnderwoblsabrtspflege 110 220 M., für die aus Vorschüssen bereits am 28. Mai 1019 be- willigten 132 840 M. noch 60100 M. und für Ausbau eines Spielplatzes und andere iportliche Zwecke 213 500 M. Be- merkenswert ist, daß 1017 noch 2680 Kindern. 1910 nur 198 Kindern Landattienthalt gewährt werden konnte, in den Ferienkolonien 1917 800 Kmder, 1919 jedoch 1306 untergebracht wurden. In Halbtags- ferienkolonien waren an 25 Tagen 795 Kinder untergebracht. 34 Kinder konnten im Auslände ibre Ferien verleben, während im Jahre 1017 an Zuschüssen die Stadt nur 10 000 M. leistete für die Feriettkoloitien, sind für 1010 160 014 M. erforderlich. Einer auk genossenschaftlich« Grundlage gebildete» Berlin-WilmerSdorfer Erb olungS- und Ferien- st ä t t e n e. G. m. b. H. wird allen Eltern dringend empfohlen nach� Möglichkeit beizutreten." Eine Bekanntgabe deS Sladtverordnetenvorsteher-St-llvertreterS erst am 3. März wieder eine Ztadtverordnetenveriammlung anzu- beraumen, wird von unseren Genossen mit Rücksicht auf den sehr wichtigen Antrag— Wahl der durch Bezirksausschuß genebmigleu besoldeten MagistratSmitglieder und eventl. Ergänzungswahl tür die ausscheidenden bisherigen unbesoldeten Mitglieder des Magistrats- kollegiums— abgelehnt. Tewvrlhof. Gemeindevertreterfitrang. Die Errichtung einer PfliStfortbildungSschule ist geplant: der Ent- Wurf deS Statuts wird angenommen.— Dem Erlaß einer Polizei- Verordnung betreffend des Fahrpreises kür Pferde- und Kraft- drolchken wird in der vorgeschlagenen Form zugestimmt; ebenso wird der Bewilligung von drei Bureauassistentenstellen zugestimmt. — In den Gemeindeichulen soll ein Arbeits- und Hand- kertigkeitS Unterricht eingerichtet werden. Daiür werden 15 000 M. bewilligt.— Die Gemeindeorbeiter haben einen Antrag aui Erhöhung der TeuertmgSzulagen gestellt. Dem von einer Kom- miiston der Berliner Stadtverordnetenversammlung festgesetzten Lohntarif ist bereits zugestimmt vorbehaltlich der Zustimmung der Gemeindevertretung. Die Kosten belaufen fich für drei Monate auf 52 000 M. ES wird schließlich folgend« Antrag einstimmig ange- nommen: Dem Abschluß eines Vertrages mit dem Verband« der Gemeinde- und Staatsarbeiter aus Gewährung ein« lautenden WirtschaftSbeihilfe wird nach dem diesem unter dem 7. Februar 1020 unterbreiteten Borschloge der Stadt Berlin zugestimmt.— Die Schuldeputation soll um 1 Mitglied deS GemeindevorstondeS und 1 Mitglied der Gemeindevertretung vermehrt werden. Außer- dem stellt Genosse Ewald den Zniatzantrag. daß statt drei des ErziebungS- und VolkSichulweienS knndtgen Männern deren iechS gewählt werden sollen; der ganzen Sacke wird sodann zugestimmt. — Es liegt nunmebr ein Antrag Ewald und Gen. vor. den Hilfskräften der hiesigen Gemeindeverwaltung die im Schiedsspruch vorgeiebenen Geboltserhöhungen ab 1. Januar zu gewähie». Den Angestellten ist auch die den.Arbeitern beute bew'll'gte WirtschaitS- betbifte zu zahlen. Dieser Antrag wird dem HauSbaltSauSschuß überwiesen. Ein Antrag Mast und Gen., Schrill« zu unter- nehmen, um einem Umsschgretien der Grippe vorzubeugen, wird der Gesundheitskommission überwiesen. Treptow. Gemeindevertretung. Der von Beamtenorganisattonen eingerichteten Verwaltungsakademie soll ein einmaliger Zuschuß von 1000 Mark überwiesen werden. Die GebaltS- und Arbeitsbedingungen der Beamten und Angestellten mußten«neut in verschiedener Hinsichtz ergänzend geregelt werden. Es wurde be- schlössen, eine Verrechnung deS Vorschusses über den 31. Dezember binauS nicht stattfinden zu lassen. ES treten also die Beamten und Angestellten ab 1. Januar in den Vollgenuß ihr« GeholtStthöhunge«. Die Teuerungszulage für die Sebrkrätte an den h ö b e r e n Lebr- anftalten wftden den staatlichen Sätzen anaepoßt. Ein Antrag de» Lehrerausschusses um Gewährung eines Vorschusses von je 2000 Mark mußre abgelehnt werden. Geaenüber dem von Berlin gewäbrten Vorschuß von 1000 Mark bat Treptow die aus Staatsmitteln bewilligte Erhöhung der KriegöteuerungSzulage, die Berlin mit Rück» siwt aus die Vorschußzahlung nicht zur Auözablung bringt, bereits ausgezahlt. Außerdem stehen die Treptower Lehrer um 400 Mark bester, als die Berliner Lehrer. Eine Vorlage betr. die Gewährung ein« Lohnbeihilfe an die nichtständigen Angestellten und Arbeiter von monatlich 50 M. iür Ledige unter 18 Fahren, 76 M. für Ledig« über 18 Jahre und 00 M. iür verheiratete, sowie 20 M. kür jede« Kind, gelangt zur Annabme. Ein Antrag der S. P. D» außer den Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen allen bedüritiaen Treptower HauSbaltungen, die durch die am 12. Dezember beschlossene WeibnachtSbethtlfe nickt bedacht sind, einmalig einen»�Raummeter Brennbolz iür die Hälfte de» SelbstkostenvreiseS zu gewähren, ge- langt einstimmig zur Annabme. Für die Gewäbrung von Zu- schüssen an besonder» Bedürsltge zur Beschaffung von Milch wird zunächst ein Betrag von 25000 M. bereitgestellt. Mit der Errichtung eine» KindererbolunpSbeims bat sich die Gemeindevertretung wiedethott beichäftigt. Es liegt nunmehr ein Angebot üb« ein in Pen«münde nahe der See belegenes Grundstück vor. Di« Ueberprüfung des Angebot« wtrd einem AuS- ichuß übertragen. Der Grenzspende überweist di« Gemeinde- Vertretung 1000 M. Eine lebbofte Auseinandersetzung bat der Dringlich- keitSantrag der U. S. P.D., die Gemeindevertretung wolle beschließen. die Regierung um Bushebung des BelagerungS- zustandeS zu interpellieren, im Gefolge. Gen. Haß wie» daraus hm, daß die Regierung verpflichtet sei, daß vom ganzen volle gewählte Patlament vor Gewalt zu schützen. Genosse Strieder ergänzt« diele AuSiührungen mit dem Ausspruch eine« Unabhängigen in einer Buckdruckervetsammlung, der freimütig be- könnt habe, eS fei Unsinn, jetzt i o sehr nack Ans- bebung des Belagerungszustand«» zu schreien. Wenn die U. S. P. D. erst die Macht ha-be. werde sie sofort die gleichen Mittel anwenden. Gen. S. wünschte jedoch ein gleich energisches Vorgeben der Regierung gegen die Reaktion von rechts wie von links. Nachdem Gen. G e r i i ch noch auf daS Unsittliche hinwies, das in der Unterschiebung liege, daß die Verbängung deS BelogerunpszustattteS beteitS vor den Demonstrationen von der Regierung beschlossen gewesen sei. wird der Antrag gegen die Stimmen der U. E. P, D. abgelehnt. Pankow. Genteiudevertretring. Der vor einiger Zeit don der Vertretung mit der Untetiucoung der V e r i ch t« b u n g von Zucker durch die LebenSmtttelabteilung betraute c Ausschuß erstattet« in letzter Sitzung seinen Bericht. Danach ist durch die Lebensmittelobteilung schwer verkäuflich« Kaffee-Eftatz in Verbindung mit eriportem Zucker an Kantinen u>w. größerer Le- triebe zum Verkauf an Angestellte und Arbeiter abgegeben wordett. Der damalige Dezernent S ck i n d le r sU. S. P.i bat hterbei im Einvetständms mit den znstandtgen Verwaltungsstellen gebändelt. Im übrigen wurde festgestellt, daß es sich um keinerlei.Schiebung* im schlechten Sinne gehaubelt bat. sondern lediglich um Wabr- nehmung von Gemeindeinteressen ohne irgendwelche peribn» lichen Vorteile.— Bei Beratung des in letzter Sitzung zuruckge- stellten Antrage« der Unabhängigen betreffend«ushebung de» Belagerungszustandes und der Prelsevev- bot« brachte zunächst H o m a(U. D. P) eine Phntvvtka an den Marin, die sich außer gegen die Regierung vor ollem gegen unsere Partei richtete. Ihm antwortet« scharf ober lach,!» Ge- noss« Bölkel an Hand umfangreichen Material«, worauf Herr Hü tig trat Gen. Meyer entgegen und gab im Austrage unkerer Fraktion eine Erklärung ab. die besogt, dost wir für größtmögliche Demokratie sind, daß wir aber voraussetzen müsien, daß auch die Minderheit der Bevölkerung sich den Gesetzen der Demokratie unterwirst. Die ganze Sache wurde durch Annahme eine» von den Bürgerlichen gestellten An trage? auf Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Der Viertel- jahrsbericht des WirtschaftSamteS ergibt einen Ge- winn von 23 004 M., die Gemeindeverkaufsstellen ergaben einen Gewinn von 66 747,09 M. Einige örtliche Angelegenheiten wurden ohne Debatte erledigt. Friedrichshagen. In der Sitzung der Gemeindevertretung wurde Genosse Mittenzwei eingeführt. Eine Beteiligung an der neuen B c s ch w e r d e k o m m i s s i on, di« den Arbeiterrat ersetzen soll, lehnten di« Unabhängigen wegen der Beseitigung des Arbeiterrats demonstrativ ab. Die Kommission besteht deshalb nur aus den Gemeindcvertretern Siebert(S. P. D.) und S ö h r i n g(Bürgerl.). In d«r Frage der Milchbelieferung wure unter anderem beschlossen, den minderbenrittelten Bezugsbc rechtigten von dem neuen Preise von 2 M. pro Liter 80 Pf. zu rückzuerstatten.— Die Speisung von bedürftigen' Schulkindern mit je einem Viertelliter Milch und einer Schrippe, für die die Mittel schon bewilligt find, wird nach einer Mitteilung für das Jahr 26 880 M. erfordern. ES kommen 10 000 Mark hinzu, wenn sedes der Kinder, wie beabsichtigt ist, noch einen Apfel erhält.— Die Erweiterung der Aufgaben der Einwohnerwehr hat zu den Anträgen geführt, eine» ein- m a l i g e n Zuschuß von 25 000 M. und Einstellung von 10 000 M. in den E t a t zu bewilligen.— Auster dem Bürgermeister und dem bürerlichen Vertreter Söhring sprackcn die Genossen Mieke und A st m a n n für den Antrag. Durck die Verstärkung des poli- zeilichen Schutzes spare die Gemeinde 30 000 bi? 50 000 M., da sie sonst Polizeibcamte anstellen müsse. In erster Linie solle die Wehr dem Sicherheitsdienst gegen Diebstähle und Räubereien sich widmen. Die Arbeiterschaft müsse sich der Wehr anschließen. Die Anträge werden gegen die Stimmen der Unabhängigen vage- onmmen.— Anträge auf Zuschutzleistungen an die Friedrichs- Hagener Kunst gemeinde und an die Volks-Hochschule werden angenommen.— Diejenigen Witwen, die von der Gemeinde ein Witwengeld von weniger als 1200 M. jährlich beziehen. wurde eine sofort zu zahlende TeuerungSzu» läge von 100 M. bewilligt. Die� Frag- der Erhöhung deZ Witwengeldes soll geprüft werden.— Beschlossen tvitd, den Ange- stellten und Arbeitern der Gemeinde eine Wirtschaftsbei- Hilfe zu gewähren, welche für die Jugendlichen unter 18 fahren monatlich 50 M.. für Ledige über 18 Jabre 75 M.. für Verheiratete und für Verwitwet« mit eigenem Hausstand 90 M. und für jedes Kind 20 M. beträgt.____- Hroß-Serliner parteinachrlchten. In der Jugendbewegung mitarbeitende Parteigenofleu! Heute abend 7 Ubr im Arbeiterjugendbeim, Lindenstr. g, 2. Hot. III lmkS: Zn. tammentunft. Referat de» Gen. Dr. Foth über.VottragSformen vor Jugend- lichen". Besonders find auch unser« IS jährigen Funktionäre eingeladen. Jungs»,. Vereinigung. Sonntag, den LS. Februar, Wanderung: Basdors— Liepnitzsee— vemau. Sammelpunkt! vormittag» 7.80 Uhr Stettiner Borortbahnhos. Rirderbarnim. Sonnabend, den S. März d. IS., nachmittag« 8 Ubr im Jugendbeim, Lwdenslr. 3: KreiSkonkerenz. Tagesordnung: Bericht auS der preufitschen LandeSverfammlung. Ref.: Genosse Vieth, M. d. L. Einladungen ergehen noch. flus aller Welt. Der Flecktyphus greift in Sowjetrußland und den Randstaaten in erschreckender Weise um sich. In einzelnen Gebieten ist über die Hälfte der Bevölkerung davon heimgesucht. Warschau hat ungefähr 5000 angemeldete Krankheitsfälle. Die im vergangenen Sommer nach Polen entsandte amerikanische Abordnung zur Bekämpfung der Seuche ist machtlos. V'ele ibrer Mitglieder sind der Krankheit selbst zum Opfer gefallen. ES fehlt an Arzneien und Aerzten. Dir Leuchtölqneklen bei Tondern erweisen sich als auherordentNch reich. Bon den 23 niedergebrachten Bohrlöchern geben 21 solch an»- reichende Mengen Oel, daß die Ausbeutung sich sehr lohnen wird. Die Bohrlöcher sind bereits in verschiedenen Händen. Einer der Eigentümer hat sich mit einer Kopenhagener Interessengemeinschaft in Verbindung gesetzt, während ein anderer das Unternehmen mit deutschem Gelde durchfübren will. Und Minister Hanssen erklärt schon, daß Tondern bei Dänemark bleiben muß... Eine mehrkitpfige Schicberbande hat die Kölner Polizei entdeckt, bestehend ans einem Gutsbesitzer, vier Pferdehänd lern und einem Müller. Man konnte ihnen nachweisen, bar sie 700 Zentner Weizen au« den Vorräten der Stadt Köln»ac. einem kleinen bergischen Städtchen verschoben haben. Die Emp- fänger waren Stadtsekretäre, ein Obcrstadtsekretär und mehrere Stadtverordnete; alle sollen Mitglieder der U.S.P. sein.— Einem AugSburger Großhändler waren au» einer anderen bayerischen Stadt unter anderem je ein Waggon Militärschnürschuhe, Wasch- seife, Weizenmehl, Schuhsohlen, ein Viertellvaggon Salvarsau und zwei WagqonS Kerzen angeboten werden. Der Großhändler ver- ständigte die Schleichhandelsstelle, die sofort einen Kriminaler als Sefieinkänfer in Tätigkeit treten ließ. ES gelang vorläufig die Fest- nähme von vier Schiebern. Die angebotenen Waren haben einen Gesamtwert von 8 bis 9 Millionen Mark. Di« Untersuchung geht weiter. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Schiebung größten SttlS, deren Fäden über ganz Bayern laufen.— Bei der Eisen- bchnwirtschaftsstelle auf dem Magdeburger Hauptbahnhof sind groß« Unregelmäßigkeiten entdeckt worden. Die Bahnpolizei hat die Bücher beschlagnahmt. Angehörige der EisenbahnwirtschastS- stell? haben sich seit langer Zeit durch auffällig große Ausgaben der- dächtig gemacht.— In Essen wurden sogar mehrere Beamte de» ReichSverwertungSamte» als Schieber verhaftet.. Ter Siegertanz. In England wird jetzt nicht mehr so sehr fax- getrottelt, al« Ki-Ki-Kban getanzt. Interessenten mögen sich an die Zentrale für Wiedergutmache wenden. Srlefkaften üer Redaktion. Zitze» st» bin Brliskaften bestimmten Antrag« füge man einen Buchstaben und ein« Nummer bei. Briefliche Aualunfi wird nicht erteilt. Eilige An» tragen trage man in der Juristischen Svrechstund«. Lindenstr. 8, t. Los var- terre links, vor. CchrütstiUk« und Bertriige sind mitzubringen. Dl. BJ. 14. Lehnen Sie die SIeiaerung ab.— H.». 1. Ja. 2. 5 Proz. 3. Finanzamt.— I.(9. 100. Ihren Austritt können Sie zu gerichtlichem oder notariellem Protokoll erltäcen.— I. 1. Frelwllltge Weilerverficherung ist nicht erforderlich.— 81. F. 34. 1. Erinnern Sie da» Gericht an Erteilung der AuStrittSbescheinIgung. 2. BiS 31. Dezember 1916.— H. Dt. 100.— Klagen Sie im Armenrecht.— Set,. 401. Die Angabe der eidesstattlichen Perftcherung lehnen Sie ab. Fragen Sie beim Gericht an. ob die Straten erlöicht sind. Eventuell beantragen Sit ihre Löschung.— 91. H. 001. An den Delegierten des ReichStommisiars sür AuS- und Einfuhrbewilligung in Düsseldorf, Stahlhol 1.— R. Nein. —�8 Sonnt, geschloffen. Prail». I*. TS. Spezialarzt Dr. med. Kaschi(' FrlEdrlcbstr. 80, Spr. 10— 1. 5— 8. Sonnt. II— l. Harn- n. Blntuntergochnng IPIatin üueeksüber Schmuckgegenstande höchste» Tagespreis trelbleihend Alle Zallngeliisse Platin-Zahn QuecksüberKo.UOM. flreoDsjiüzLD Iiis M X. auch andere Oold und Siloeisachen kau» Trapp EilBlinElaJl-ElDk.-ßureau Kommandantensir. 29 nur I links Tel.: Morlüpl. 5722. Streng reelle Bedienung. 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Landwirte und Tterbaiter. füc yanb-, Ätöft- und � med Ä 1-— � um Olingen umsonst. �"S�RcrtineVoltastr.Jl (Nahe Gesuuddrunnen). -jr-.sw-, rfv».v»u' UHU antrieb. Jede chrliß? aui �ugee. > Fordert Prc!sltste mit AobU- Mim Der® emeiiiDe- noD ütoiitsotDeiler Ortsverwaltung Groh-Berlin. Sonutag, den'Z9. Februar 1920, vormittags 0'/, Uhr, im grasten Saal der„Nene» Welt", Hasenheide: Versammlung aller Vertrauensleute und ArbeiterauSschust-Mitglieder. Tagesordnung: Die Wahlen zum Betriebsrätegesetz. Referent Kollege PolenSke. Zu der Versammlung müssen alle BerbandSsunttionär« erscheine«. Einirltt nur gegen Borzeigung de» Mitgliedsbuches oder Ausweis bei Obmannes. Die SeschäilSraume der OriSverwaltung befinden sich in Berlin St. 94, JohanniSstraste 14115. Fernsprecher: Norden»05« und X057. 35/16 Die Qrtsverwaltung. Millig! Iii iie Fuflktionlre u. Betriebs- rite der graphischen Berefe. Sonnabend, den 28. Pebrnar, 4 Uhr nachmittags Im gr. Saal(4) des Oewerkachaltahaose* i Kombinierte Versammlung aller in Bach- and Stclndruckereieo, Lltbograpb. und Kanstaastalten, Bacbbindereien, Laxuspapier- fabrlken, Kartonfabriken sowie verwandten Zweigen beschäftigten Funktionäre. Tagsordnunpi 26/8* Stellungnahme zur Betriebsratewahl. Das Graphische Kartell. CA.: Czeiny Buchdruckerverband. Buchbinderverband. Verband der Lltbograpben und Stelndmcker. Verband der Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter. zeM verbM Der Bülten, gonülfoten u. oerw. Betttlsgenofleo SeuWl vDs. Zshlslelle Berlin. Sonntag, den 20. Februar 1920. nocmlltnao 0 übe Im vvhmllchen Srouhcus, Conbobccgec UUc« 12 MMlüeill.«eutiMmlgig Tagesordnuirg: 60/t Auistellung der«anblbotenliftc zum Berbandotoge. 2. Antrag». stellung zum Betband»wg. Z. Wahl de« Porfitzenden. Erscheinen aller Milgiiedcr istuukedingtePfficht. Die fano r erstklassige neue und gebraucht«. Flfigcl und Harmoniums. cn gfos— Export. MAX BECKER lanohaaa Osten. A ndreaantr. 47 ZoHngebisse- auch zerbrockiene. 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Nachtrag zur Satzung vom Oderverfiche- rungoamt Drob-Berlin ge- nedmigt worden ist, tritt der- ieibc mit dem 1. März ILIO in straft. Bon genannten Tage ab wird da» Krankengeld nicht mehr wie bisher vom 4. son- dern vom 1. strankheiietage ab gezahlt Die starrenztage find somit aufgehoben Weiter ist vom Oberoerfiche- rungoamt genehmigt worden, dast die Beiträge von den Aroeiiaebern und auch von den srelwllugen Mitgliedern nur nech durch Postscheck zu zahlen sind. 282/0 Cur Vorstand. <9. Richter, Vorsitzender. Ein neues Gesichi Der»in da« Dea zur veseiäguna off r Haunm-elnlgkeistn, hariaäd. pidelu.Mileffer durch vollffändlge Emcue.ung d-r Gefich!»ob-thau> inst der seit fest 30 Iahr. glänzend bewährten u. ärztlich empsodlenen Schättur Vst neue«effchlshaut erschttm danach m»omommet.ee Reinheit, »'stell»«n allen Hauisediem. Matt i$,SO nein»ich mst er»,»dien Raachiägen soffenstet. 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[Theater, Lichtspiele etc-�j wBHBflPOf>*iB'Mljocajoooocx>jhk'nxkw*A«|.�inooaoocm»»joopooBOud Opernhaus. Hansel und Grelel. Die Puppenfee. Anfang 6'/; L'hr._ Schauspielhaus. Othello. Anfan« 7 Uhr. Volksbühne Theater am Blilowplatz. 6>/a: GöSz von Berlietiingeii. Groß es Schauspielhaus Sonntag, 29. Zebruar, nachm. 2'/zUhr auIZe? Kbonnenienr: Ulreklion N[a\ Reinhardt. Ocutsclies Theater. tv, uhr: Und Pippa tanzt. Stg.UVa: J. Hasselquist, Tänze Stg. vi,-. U. Sendung Scmaels. Kammerapiele. % Die Büchse derPandora Stg. 2'/:: Frühling? Erwachen. Stg. V/,: Schelterhauien. Gr. Schauspielhaas KarlstraBe./ 7 U.: Danton iauß. Abonn.) Sonnt. S1/�: Orestle(auß.Ab.) Stg. 7 Uhr; Dantun(auS. Ab.) Thealer t.<1. KSniggrätzerStraße Spielpian.Aenderung: VjS Uhr: ScüloB Wetterstein Sonnt.: Schloß Wctterstein Nehm.: Erdgeist(M. Örska) Mont,; Schloß Wetterstein KomSdienhans »AS Uhr:„Sie". Sonniag:„Sie". Nehm.: Liselott v, d. Pfalz. Montag: Der Biberpelz. Beriiner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Fritzl Massary. Otto Storni, Hans Wassmann. Ceti trnl-Theater 7-/.v.- Fräulein Puck. Dentsehea OpernhaitH 7u.:Postillcnv.Lonjüineau Die Tvibitne tv.u. Franziska. Eden-Theater. ? uhr: Die Dollarprinzessin mit Oskar Braun und EI i5. Baizcr-Lichtenstein. Frledr.-Wllhelmst.Th. v/,v.. Der Raüh der Europa Kleinem Theater. Sk: Die Pfarrhauskoiniidie. Kl. HrhauspicUians. 7./. u: Die llllderührle Frau Komische Oper 7.20 u.: Dichterliehe. Stg&U u.: Sch» arzw al Jmädel. tiUHtapleUiana Arnold Rleck In; Der Großstadt-Kavalier Mctpopol-Theater. 7 Uhr: Sybill Sonnt, o Uhr: Charlejr« Tante mit Thielscher Wenea Opercttenhnn» Mia Werber als Gast in vi, u.; Die kleine Hoheit. Big. 3V,. Die Dame v. Zirkus. Kchlllep-Theat. t'harl. 3; Verschwörung des Fiesco. t»/. uhr-. Macht d. Finsternis Thnlln-ThCHtcr tv.u.: Die närrische Liebe Th.sm Viallciidorfplntr. 3>/« U.: Pfarrer v. 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Die Berliner Führer der Unabhängigen hatten geglaubt, die Betriebsrätcwahlen zu einer neuen Festigung ihrer parteipolitischen Herrschaft in den Betrieben und Gewerkschaften benutze» zu können. Sie ließe» daher in der Berliner Gewertschaftskommiffion, die in ihrer Mehrheit aus Mitgliedern der N. S. P. besteht, den Beschluß fasten, daß diese Wahlen von den Gewerkschaften durchzuführen sind, und daß alle freigcwcrkfchaftlich organisierte» Arbeiter in allen Be- triebe» nur Kandidaten der freie» Gewerkschaften anfzustellen und zu unterstützen haben. Dabei wurde, unter anderem von dem Bevollmächtigten des Metallarbcitervcrbandes Rusch, zum Ausdruck gebracht, daß„selb st verständlich" unr Anhänger des revolutionären Rätcsystems als Kandidaten in Frage kämen. Die auf dem Boden der«.P.D. stehenden Gewerlschaftsmit- glieder konnten unmöglich zu ihrer bisherigen Entrechtung in den Gewerkschaften auch noch diesen geplanten gewaltsamen Ausschluß aus den Betriebsräten ruhig hinnehmen. Sie wandten sich daher an den Ausschuß der MwerkfchaftSkommistion mit dem wiederholten Ersuchen, eine Ber- ständigung mit den verschiedenen politischen Richtungen innerhalb der Gewerkschaften über die Kandidatenaufstellung herbeizuführen. Eine solche Berständigung ist jetzt auch durch die Richtlinien deS Allgemeinen Deutschen GewerkschaftsbundeS vorgeschrieben. Die Mehrheit des Ausschusses der Berliner Gewerkschaftskommission l e h n t e s i e jedoch a b,„da man um politische Wahlen nicht herum- tomme". Die unabhängigen Herrschasten hatten nämlich die Füh- rung der Betriebsrätewahle« durch die Gewerkschaften nur zum Schein beschlossen. Wenige Tage später erließen sie einen Aufruf in der„Freiheit" vom 20. Februar, der unterzeichnet war von dem Aezirksverband Groß-Bcrlin der U. S. P-, der Zentrale der Be- triebLräte Groh-Berlin und der U.-S.-P.- Fraktion der Berliner Gewerkschaftskommissio», worin sie zur Aufstellung„revolutionärer" Listen unabhängig von den Gcwcrk- schatten austordern. Dadurch waren auch die auf dem Boden der S. P. D. stehenden Gewerkschastsmitglicder gezwungen, die Auf- stellung eigener Listen zu beschließen. Das Borgchen der Unabhängigen in dieser Frage be- deutete nichts anderes als die Sprengung der Berliner Gewcrkschaftskommission. Die Anhänger der S. P. D. im Ausschuß der Gewerkschaftskom- Mission veröffentlichten daher eine Erklärung, daß ein weiteres Zu- fammenarbeiten mit den Anhängern der Unabhängigen a u f dieser Grundlage nicht möglich sei, nachdem eine U.-S.-P.- Fraktion der Berliner Gewerkschaftskommission entgegen allen Grundsätzen von Treu und Glauben, sich über ihr.'n eigenen Be- schluß hinweggesetzt habe und überhaupt völlig selbständige Politik in der Gewerkschaftskommission treibe. Gleichzeitig gab der Allgemeine Deutsche Gewerk- fchaftSbund seine Richtlinien für die Wahlen zu den Betriebs- raten heraus, in denen er vorschreibt, daß die Aufstellung der Bor- schlaxslisten durch die zuständigen Gewerkschafte« zu erfolgen hat, daß für die Auswahl der Kandidaten nicht die politische Richtung, fondern gewerkschaftliche und berufliche Tüchtigkeit, geistige Strebsamkeit, moralische Festigkeit der GewerkschaftSmit- glieder maßgebend sein müssen. Insbesondere darf eiiu Befragung der Kandidaten, wie sie sich zur Räteorganisatio» oder zu einer sonstigen politischen Tagesfrage stellen, nicht erfolgen. Die Unabhängigen erkannten nunmehr, daß sie sich in der scheinbar so schlau gelegten Schlinge selbst gefangen hatten. Sie standen vor der Gefahr, sich durch ihr Verhalten außerhalb der all- gemeinen Gcwerkschastsorganisation zu stellen. Um dem zu entgehen, liefern sie scheinbar einen Beweis einer bei ihnen ganz ungewohnten Disziplin, indem sie durch eine Erklärung in der„Freiheit" vom 26 Februar auf ein selbständiges parteipolitisches B-rgchen bei den Betriebsrätcwahlen verzichten und sagen: „Unterdessen hat die Leitung des Allgemeinen Deutschen Ge- werkschaftSbundes in den Wahlkamps eingegriffen. Sie fordert die Aufstellung von einheitlichen steigewerkschafflichrn List«». Dieser Beschluß macht es notwendig, daß auch die Berliner Gewerkschaften gemäß ihrer ursprünglichen Sttllungnahme für die Aufstellung freigewerkschaftlicher Listen eintreten. Die Vorstände können die Verantwortung nicht übernehme», daß ein mit den Beschlüsse» des Allgemeinen Deutschen Gewerk- schaftsbundes nicht Lbereinstimmendts Borgehen bei den Betriebs- rätewahlen von anderer Seite dazu benutzt wird, um in jenen Verwaltungen, wo die Vertreter des grundsätzlichen, sozialistischen Klassenkampfgedankens die Mehrheit haben, die Spaltung und Ab- splitterung zur Tatsache werden zu lassen." Das Schulkompromiß. Der preußische Schulgefetzemwurf wurde in der Landesversamm- lunsf bereilS längere Zeit vor dem Fnkrafilrelen der Reichsverjassung eingebracht. Die Beratungen im Ausschuß zogen sich bis in den Dezember hinein hin. Das Zentrum zweifelte die Bercinbarleit gewisser Bestimmungen deS Geietzemwurfs(über die Mitgliedschaft ber Geistlichen in den Schuldepuiationen kraft ihres Amtes, also ohne gewähft zu sein) mit der Reichsverfassung an. Auf seine An- regung wurden die ReichSinstanzen zur Entscheidung angerufen. Diesen unlerbreiiete im Januar das preußische Kultusministerium em ausführliches Votum, das die Vereinbarkeit des Gesetz- entwurfs mit der Ncichsverfassung nachzuweisen suchte. Die Reichs» regierung hat sich indes im ewigegenge setzten Sinne aus- gesprochen, weil nach der Reichsverfassung biö zuni Erlaß des Reichs- fchulzeseyeS in dieser Beziehung nichts geändert werden darf, und das preußische SiaolSministerium hat beschlossen, sich in dieier Frage dem Volum der ReichSregiermig zu fügen und den striltigen Paragraphen zurückzuziehen. Der raschen Erledigung der übrigen Bestimmungen des Gesetzentwurfs dürften nunmehr weirere«chwierigkeilen»ich! mehr im Wege flehen. Eisenbahnbeamten unö Sefolöungsreform. Vom Deutschen Eisenbahne r.verband wird uns geschrieben:. Der großen Leffentlichkert durfte weiiiger bekannt geworden sein, daß seil Monaten sieoeibafl oaron gearbeiter wurde und noch wird, die Besoldungsverbäirnisse der Reichstzeamlen, von denen ein großer Teil biSber SiaatSbeamten waren, neu zu regeln. Die Bor- schlage, die daS Reichsfinanzministerium nunmehr der National- Versammlung unterbreitet hat verdienen allieitige Beachtung, denn sie atmen durchaus modernen Geist und verinchen, alles, den Be- amten zugefügtes Unrecht gut zu machen. Ganz besonders gilt das für die E i s e n b a h n b e a m t e ii. Die bistorische Entwicklung hal es mir sich gebracht, daß das Eisenbabnpersonal bisher nicht cnt- sprechend seiner verantwortungS« und gefahrvollen Täiigkeit gewürdigt wurde. Die Eisenbahn war zu Anfang privatkapitalistischer Besitz und Diese Erkenntnis ist als gewaltiger Fortschritt z« buchen. Wäre immer nach dem Grundsatz gehandelt worden, daß die Beschlüsse des GewerkschaftsbundeS zu erfüllen sind, so wäre sehr viel unliebsamer Streit in den Gewerkschaften vermieden worden. Nicht nur b:i den Brtriebsrätewahlen hat diese Unterordnung Platz zu greisen, sondern in allen Fragen ist die gleiche Disziplin zn üben. Für uns entsteht nun die Frage, ob diesen Worten eine ehrliche Tat folgen wird und kann. Betriebsrätewahle» nach de» Richtlinien des GewerkschaftsbundeS, auf dem Boden der Beschlüsse deö Nürn- berger Gewerkschaftskongresses und unter Ausschaltung Partei- politischer Streitftagen können nnr geleitet werden trn Gewerk- schaften, die selbst auf diesem Boden stehen. Das ist aber bei denjenigen Berliner G e w e r lfch a ft e n nicht der Fall, in denen Unabhängige und Kommunisten die Herrschaft in der Hand habe». Sic haben noch den„Bor- w ä r t s" als Publitationsorga» boykottiert, schließen seine» Berichterstatter aus und machen s» einem großen Teil der Mit- glieder die Teilnahme au den QrganisationSveranstaltuogen fast unmöglich. In diese» Organisationen ist bis zur äußerste» Konse- quenz und zum Teil durch ausdrückliche Beschlüsse dor Grundsatz durchgeführt, daß Gewerkschaftssunktionen nur ausgrübt werden dürfen von Mitgliedern, die polktifch auf dem Boden der U. T. P. oder der K. P. D. und auf dem Boden des politischen und Wirt- schasttichen„revolutionären" RätcsqstemS stehen. Die auf dem Boden der S. P. D. stehenden Mitglieder führen hier seit Monaten einen zähen Kampf um ihre orglutisatorische Gleichberechtigung und um die Erhaltung deS gewerkschaftlichen Charakters der Orgaui- sation. Die Herrschaft der Unabhängigen hat nicht nur zum Nieder- brülle« der S.-P.-D.-Anhänger in de» Gewerkschasts- und Betriebs- Versammlungen, sondern auch in zahlreichen Fällen zu ihrer gewalt- samen Entfernung autz der Arbeitsstelle geführt. Dir Leiter dieser Gewerlschafte» fühlen sich auch durchaus nicht als Vertreter aller Mitglieder, sondern nur als Vertreter ihrer Partei. Das geht de«t- lich auch daraus hervor, daß die Erklärung vom 26. Februar unter anderem von den„U.-S.-P.- Bor ständen der Berliner Ge- werkschaften" unterzeichnet ist. Aber die Unabhängigen haben auch gar keine Absicht,«n- politische Wahlen zu machen. Ihre„Disziplin" geht nur so weit, daß sie ihre„rcvowtionärra" Listeu jetzt unter der Firma der Ge- werkschaften aufstellen werden. Bereits in der genannten Erklärung heißt eS: „Die Vorstände haben daS vertraue» zu dem Klassenbewußt- sein der Berliner Arbeiterschaft, daß sie auch diese Wahle» zu einem Sieg des revolutionären, sozialistischen Gedankens gestakte« werden." Noch deutlicher aber kommt diese Absicht i« einem am 27. Fe- bruar in der„Freiheit" veröffentlichten Aufruf des V�zftssvcr- bandeS Geoß-Berlin der U. T. P. und den Zentrale dar BetiiebS- räte Groß-BerlinS zum AuSdrnck, in dem ausdrücklich aufgefordert wird, um de» Plänen des'Gewerkschaftsbundes cnt- gegeuzuwirken, nur soilche Personen in die Betriebsräte zu wählen, die Gegner der Arbeitsgemeinschaften sind, die für In- dustrieverbände aller Hand- und Kopfarbeiter eintreten, die de» Ausbau de» Rätestzstems«ls Kampfmittel zur Beseitigung des kapi- takistischen Systems vertreten und so weiter. Damit sind die Nicht- linien des GewerkschaftsbundeS und die grundlegenden Beschlüsse des Nürnberger Kongresses wieder glatt verlassen. Es ist als» dreister Schwindel, wenn die unabhän- g i g c n Gewerkschaftsvorstände usw. auf dem Boden der Richtlinie» des Gewerkschaftsbundes für die Betriebsrätewahle» zu treten vor- geben, in Wirklichkeit aber ihre bisherigen Pläne ausführe» wollen. Ihre Absicht geht dahin, die Anhänger der T. P. D. in den Gew«rk- schaften an der Durchdringung ihrer Kandidaten zu hindern und sich selbst vor dem Ausschluß auS den Gewerkschaften zu schützen. Diese Taktik gilt eS zu durchkreuzen. I m völlige» sachliche» Ein- klang mit de« Richtlinien deS GewerkschaftsbundeS bleibe» wir daher aus unserem Beschluß, daß die Anhänger der S. P. D. in alle« Betrieben mit selbständige«, wahrhaft gewerkschaftlichen Listen beide» Betriebsrätewahle» vorzugehe« haben, bestehe». Der Borsftm-d derBezirksorssamislrtiou Groß-Bcrlin der S.P.D. Der Vollzugsrolt der S.-P.-D.-Arboitevräte Groh-BerlinS. diente weniger dem Allgemeinwohl, als vielmehr ihren Besitzern als ergiebige Einnahmequelle. Daran änderte auch die Uebernahme in den Staatsbesitz nicht viel, denn auch da galt eS möglichst hohe Ueberschüsse für andere Staatszwecke herauSzuwirtschaiten. Da- runier mußte natürlich die ArbeilSfreudigkeit deS Personal» erheblich leiden und ein Rückblick auf die Vergangenbeit zeigt unS. daß in der Tat alle die Jahre hindurch eine tiefe Unzufriedenheit durch die Reiben der Eisenbahnbcamien ging, die sich mit jedem Kriegs- jähr steigerte Jetzt bat sich dankenswerterweise daS Reichsfinanz- Ministerium bereit erklärt, die letzten Unterschiede zu beseitigen und die Etieii babner entsprechend ihrer geiahr- und verantwortungS- vollen Tätigkeit, die weiter eine frühzeitige Abnützung der Kräfte zur Folge hat, zu entlohnen. Es ist zu erwarten, daß nach dem Jnkraiitreten der neuen BesoldungSgrundsätze die Arbeits- sreudigleit deS Personals wesentlich gesteigert wird und damit endlich die für unsere trostlosen wirtschaftlichen Verhältnisse so dringend notwendigen Verbesserungen des Verkehrs in Erscheinung treten. fiusftanö im Gberwesterwalü. lEigene Meldung des..Vorwärt S'.) Frankfurt a. M» Im Ob e r w c ste r w ald e r Kreise sind die Belegschaften van 18 Braunkohlengruben in den Aus st a nb getreten, weil ihre Forderungen auf 28 M. Murdesrlohn, von 30 M. Durchschiritts-lohn, freies Licht in den Gruben und 100 Zentire: Kohle zgrm Zenlnerpreise von 2.50 M. von den Uniernohmmt reicht angenommen sind. In einer«itzymg deS Schlichtungsausschusses fanden in Gegenwart des Reichskohle nkomrtzis- sars Verhandlungen statt.- bei denen Z u g« st ä n d tui s s e gemach: wurden und zwar 22 M. täglichen Mindestlohn und 27 M. Durchschnittslohn bei erhöhter 714 stündiger Arbeitszeit, kein freies Grubenlicht, aber 100 Zentner Kohlen zum Preise von 2-50 M. Dieses Zugeständnis nahmen die Bergarbeiter nicht an und traten deshalb in den Ausstand. Eine Anzahl elektrischer Ueberland- zentralen tst( durch den Ausstand sehr betroffen. Präsident Wilson hat Bainbndge Colb� zum Staatssekretär ernannt. Wirtschaft. Berliner Ausverkäufe. Im-Allgemeen HandelSblad" Amsterdam finden wir ein auffälliges Inserat„K a p i t a Ii st e n", in dem ein Friede n a u e r Direktor K o n i a z a, Südtvestkorso 5, Kapitalisten, die in Berlin Grundstücke kaufen möchten, mit Angeboten versehen will. Es soll sich um eine in rechisparteilichen Kreisen bekannte Friedenauer Persönlichkeit handeln, die im Adreßbuch als Eigen- tümer und Direktor der Wirtschaftsgenossenschaft der Grundbesitzer der verschiedensten Gemein- den aufgeführt ist. Kommentar überflüssig. Die Rohstoffversorgung ber Textilindustrie. Deutsche Oekono- mie-Gesellschafl m. b. H. m Berlin NW.. Unter den Linden 63a. Die Herren Roitzsch- Chemnitz(Syndikus des Verbandes fach- sischer Textilindustrieller, L e g i e n(Borsitzender der Generalkommission der Gewerkschaften) und Bankdirektor Olof Aschberg zeichne» als Gesellschafter. Die Gesellschaft soll die Vermittlung zwischen den ausländischen Kreditgebern und der deutschen Textilindustrie batreiben. Deutsche Textilfabrikate werden dem Ausland cvuge- boten. Di« Pveisprüfung wird durch die Außenhandelsstelle er- folgen. Akzeptiert der ausländische Käufer die Offerte, so wird er im voraus die Zahlung in auSländifcher Valuta leisten, so daß der deutsche Textilfaövikant in die Lage kommt, die nötigen Roh- stoff« mit hochwertiger Valuta zu bezahlen. Das Ber- fahren ist gegenüber der FriedcnSzeit umgekehrt. Preußische Pfandbrief-Bank in Berlin.(Voßstr. 1. Gegr. 1862 Aktienkapilal 21 Millionen.) Der Direktor berichtet, daß die flüssigen Mittel beträchtlich seien.� Aus den längeren AuS- führungen heben wir heraus: In den Städten kann nichts gebaut werden und die Landwirtschaft hat so gut wie gar keinen Kredit- bedarf.(Da? glauben wir auch I) Als einziger Weg, Hypoihelen- material zu beschaffen, bleibt der Kleinwobnungsbau übrig. den zu pflegen schon auS Jntereffe für die Allgemeinheit man sich bereit erllärt bat, da die Ueberteuerung durch Zuwendung des Reichs, der Staaten und Kommunen wieder ausgeglichen werden soll. Doch kommt auch diese Tätigkeit nicht vom Fleck, weil für die zu gewährenden Darlehen nicht die genügende rechtliche Sicherheit zu bekommen war. Bester ist da« Geschäft in Kommunaldarlehen. Die Bank bevorzugt natürlich solche, die nicht nur schon früher, sondern auch jetzt eine VerwaltlingSpoliiik betrieben haben, die nicht»on Par.ei- interessen beeinflußt ist.mg§° und Pro- visions- Generalagentulen eingcsiihrt. Sämtliche Bestimmungen knüpfen an die tariflichen Regelungen vom 6. und 12. Fe- bruar 1920 und an die dazu gehöi igen proiolollarische» Ergänzungen an. Das System der Entlohnung wird im grofeen und ganzen beibehalten mit der Aenderung. dafe die Verheirateten- und Krndere zulagen monatlich zur Auszahlung gelangen und nicht einen Bestandteil des fe st en Gehaltes, sondern eme Teuerungszulage bilden. Die neuen Gehälter der Lehrlinge und Jugendlichen vis zum 17. LevenSfahre schließen sich den fetzt in anderen ähnlich gelagerten Gewerbezweigen gezahlten Löhnen an. Die Gehälter der Jugendlichen von 18 bis 20 Jahren wurden um 300 M. bzw. 400 M., für die Angestellten vom 21. bis zum 23. Lebensjahre um ZOO M., bis zum 32. Lebensjahre um 600 M. und darüber hinaus bis zum 43. Lebensjahre um 700 M. jährlich erhöht. Die Arbeitszeit ist werktäglich 3 Stunden, nur Sonnabends 3 Stunden. Der Minde st Urlaub wurde auf 10 Arbeitstage festgesetzt, dabei hat der SchlichtungSausschufe auS volkshygienischen Gründen eine vorzugsweise Berücksichtigung der Jugendlichen empiohien, in- dem er den Parteien nahelegte, bis zum 15. Lebensjahre zweimal 12 und im 16. Lebensjahre zweiinal 10 Arbeitstage Urlaub zu ge- währen. Später steigt der Urlaub bis zu 4 Wochen. Die in den Verträgen vom 3. und 12. Februar vorgeiebene Klassifizierung der Angestellten ist in den neuen Vertrag zu übernehmen. Für die örtliche Bemessung der Bezüge find fünf Orts- llasfen gebildet, die sich der Reichsbesoldungsordiiung anichliefeen und mit ihrer etwaigen Abänderung gleichfalls geändert werden. Die Abschläge in den niedrigeren Klassen betragen je 5 Proz. Tie Lohnbewegung der Anwaltsangestellte». Ter SchlichtungSausschufe Grofe-Berlin, von den Angestellten augerufen, hat am 6. d. Mls. einen Schiedsspruch gefällt. Die Anwälte lehnten den Schiedsspruch ab, weil sie gegen den SchlichtungSausschufe Bedenke» hatten und riefen das Arbeits- Ministerium an. Dieses balte einen neuen SchlichtungSauichufe gebildet, der bezüglich der Gehälter dem Schiedsspruch von Grofe- Berlin beitrat, dagegen eine andere Gruppeneinteilung beschlofe die Wirt'chaftsbeibUfe ablehnle und zum Teil die Arbeitszeit er- böhte. Der Vertrag sollte bezüglich der Gebälter nach dem 1. April geändert werden dürfen, wenn eine wesentliche Erhöhung der Lebeirsmitielp- eise uiw.■ eintreten würde. Die jetzigen Gehälter der Anwaltsangestellren betragen für Lebrlinge 40—60 M., für Gehilstn und Stenotypistnrnen 130—260 M., für Bureauvorsteher 300—300 M. monatlich; Teuerungszulagen werden nicht gezahlt. In vielen Bureaus werden diese Beträge noch nicht einmal gezahlt. Der SchlichtungSausschufe hat jetzt festgesetzt für Lehrtinge 70— l20 M., für Gehilfen 220—440 M., für Angestellte mit gualifizierter Tätigkeit 510—630 M., für leitende Verantwort- liche 740— 823 M. Die Ange st eilten haben auch diesen Schiedsspruch, obwohl er ihnen zum Teil wesentliche Verschlechte- niugeir gebracht hat, angenommen. Die Anwälte haben den Schiedsspruch zwar auch angenommen, aber mit der Mafegabe, dafe die alte Grupvencinteilung bleibt, dafe die Gehaltssätze bis Ende Juni gelten, und dafe die W e r h n a ch t s g r a t i- fikationen des vorigen Jahres auf die erhöhten Ge- Hölter angerechnet werden, das beifet mit anderen Worten, der Schiedsspruch wird angenommen mit der Mafe- gäbe, dafe er in der Hauptsache abgelehnt wird. Die An- gestellten sind mit der R-geimrg, die wohl einzig in ihrer Art ist, nicht einverstanden und werden am Soirntag vor- mittag lO'/z Uhr in den Armmhalllen, Koinmandantcnstrafee 38/59, über ihre weiteren Mafenahmen Beschlüsse fassen. ES dürfte hier wirklich an der Zeit sein, dafe, nachdem vor kurzer Zeit die Gebühren der Rechrsanwälte durch Gesetz eine wesentliche Erhöhung erfahren Habels da» ReichZarbeilsministerium auch zugunsten der Angestellten einmal energisch eingreift. Teuerungszulagen für die Handelshilfsarbciter im Einzelhandel. In der Sitzung de« SchlichtungSansübusseS am Donnerstag nachmittag wurde vom SchlichiungsauSschufe den Parteien tAibert« gebervcrband tm Einzelhandel und dem De'.llschen Transportarbeiter- verband) folgender Vergleichsvorschlag empfohlen: Zu den im Schiedsspruch vom 6. Oktober 1919 festgelegten Lohnsätzen werden ab 1. Januar 1920 folgende Teuerungszulagen gewährt: Für juaend- liche Arbeiter von 14—16 Jabren 9 M., von 16—18 Jahren 16 M., von 13—20 Jahren 24 M vro Woche. Für ledige und verheiratete Arbeiter olme Kinder über 20 Jahre 43 M., für verbeiralete Arbeiter über 20 Jabre mit Rinsern 47 M. pro Woche. Weibliche Erwachsene erhalten 23 Proz. weniger, Dieser VergleichSvorichlag wurde von beiden Parteien an« genommen. Der Streik in der Berliner Stroh- und Tamenhutindustrie und Umprcstanstalteu. Zu einer iinposanten Kundgebung gestaltete sich die am Don- nerstag, mittags 12 Uhr, im grofeen Saale des Gewerkschaftshauses stattgefundene Versammlung, in welcher die Streikleitung über den Stand der Streiflage Bericht erstattete. Die Arbeitgeber haben ein weiteres Angebot gemacht, wonach sie den Grundlohn siir Männer von 140 aus 130 M. erhöhten und einer LOprozentigen Teuerungszulage zustimmten. Näherinnen und Phaniasiehutarbeiterinneu sollen 30 Prozent ans den bisherigen Grundlohn von 80 M. er- halten. Von einer Nachzahlung ab 1. Januar 1920 wollen die Herren nichts wissen. Für die Streikenden, unter denen ein vor- , züglicher Geist herrscht, ist das Angebot unannehmbar. Stochstchende Resolution wurde einst'mmig angenommen: Die im grofeen Saale des'Gewerkschaitshauses tagende Ver- sainmlung der in der Berliner Stroh- und Tamenhuttndustrie und Umprefeanstaltcn streikenden Arbeiter und Arbeiterinnen nehmen Kenntnis von dem Angebot der Arbeitgeber Sie weisen das An- gebot, in welchem die Streikenden nur eine Verhöhnung ihrer be- rechtigten Forderungen erblicken, entrüstet zurück. Sie lehnen es ab, auf Grund dieses Angebots mit den Arbeitgebern in VerHand- lungen zu treten. Die Versammelten erklären aurS neue, von ihren Forderungen nicht abzuweichen und stehen fest auf dem Boden der am 20. Februar in der Versammlung festgelegten Entschliefeuug. Generalversammlung der Gärtner. Tie Ortsverwaltung des Verbandes der Gärtner und Gärt- nereiarbciter hielt am Montag ihre Generalversammlung ab. Nach Erstattung des Tätigkeitsberichts wurde der Vorstand in seiner bis- herigen Besetzung wiedergewählt. Gleichfalls nahm dre Versamm- lunq Stellung zu dem Erlafe des Reichswehrministers Noske über den Schutz lebenswichtiger Betriebe. Folgende Resolution fand«in- stimmige Annahme: Die Versammlung stellt fest, dafe keinerlei V-er- anlaffung bestand zum Erlafe des Noskesckien Erlasses vom 18. Fe- bruar. Derselbe ist geeignet, den Unternehmern iGemüsezüchtern) das Rückgrat zu stärken und dieselben in rbrer Abneigung gegen eine tarifliche Regelung des Arbeitsverhälrnisses zu bestärken. Ruhe und Frieden wird dadurch in diesem Wirtschaftszweige nicht ge- schaffen und die Arbeiisfrcudigkeit bei unzureichenden Löhnen nicht gehoben. Soll trotz des Streikverbots die gewerkschaftliche Betätigung der Gemüsegärtnereiarbeiter nicht beeinträchtigt werden, so ist dazu notwendig, dafe auch dieser Unternchmcrgruppe mit d�.- selben Deutlichkeit wie den pommerfchen Junkern zu Gemüte t?» führt wird, dafe sie die Grundrecht« der Arbeiter zu wabrsn haben. Die Organisation ist stets bereit, an der Sicherstellung der Volksernährung mitzuwirken; sie verlangt aber für die Arbeiter auskömmlichen Lohn und volle Koalitionsfreiheit. Tie Gemüsezüchter, namentlich in der Umgegend Berlins, haben im vergangenen Jahre derartige Gewinne erzielt, dafe sie dazu durchaus in der Lage sind,__ Mit dem Bctriebsrätcgesev beschäftigte sich Donnerstag abend in den Andreasfestsälen«ine Mitgliederversammlung der Ortsgruppe Berlin des Zentralverbandes der Schuhmacher. Das Referat er- stattete Gerbchin, Abgesehen von den üblichen Ausfällen gegen die Politik der„Rechtssozialisten" und gegen einzelne Mitglieder der Regierung, stellte er sich aus den Boden der gegebenen Tat- fachen und gab der Hoffnung Ausdruck, dafe das Gesetz über die Be- tricbsräte eine wirksame Verstärkung des Einflusses der Arbe'ter gegenüber dem Unternehmertum bedeute. Jnwrcssant war das Ge- stävdnis, dafe wir uns aus die„Wcltrcvolution" in absehbarer Zeit nicht verlassen können. In der Debatte trat Weife für die vom Allgemeinen Deutschen Gewerksckaftsbund besck'lossenen Richtlinien ein und hob hervor, dafe bei der Äandidatenauswahl nur im gewerkschaitlüben Karnvf.er- probte Bewerber aufgestellt werden müssen. Die Belricbsräle sollen positive und praktische Arbeit leisten. Die Wahlen dürfen nicht in einen Parteikamps ausarten. Die von der S. P. D. eingerichtele Betriebsräteschule und-kurse seien eine revolutionärere Tat als einige Dutzend radikale Versammlungsreden. Vollmershaus als Mitglied der Gcwerkschaftskonlmisiion be- gründete die in der„Freiheit" veröffentlichte Erklärung der U.S.P.- Vorstände der Berliner Gewerkschasten, aus der zu entnehmen ist, dafe nur die freigewerksckaftlichcn Listen einen vollen Erfolg der Arbeiterschaft gewährleisten. Im übrigen waren seine Ausführungen sehr sachlich, was mit Genugtuung hervorgehoben werden mufe. M a t e r n e betonte, dafe eine Spaltung der Arbeiter bei den Betriebsrätewahlen vermieden werden müsse. Dem Unter- nchmcrtum mufe die geschlossene Phalanr der Arbeiterschaft in den Betrieben entgegengestellt werden. Nur so kommen wir zum Ziele— zum Sozialismus. Nach der ruhigen und. sachlichen Diskussion teilte der Vorsitzende Stock mann mit, dafe demnächst in der„Freiheit" und in der kapitalistischen„Berliner Volkszeitung" Inserat« publiziert werden, die er den Kollegen zur Beachtung empssbl. Die wirklich aus dem Boden des revolufionären Rätesvstems stehenden Ultra- radikalen benutzen das Mosseblatt als Publikationsorgan. Das ist die neueste Blüte de» Radikalismus! Achtung» Versicherungsangestellte! Der Schiedsspruch deS Reichsarbeitsministeriums wegen des ReichStarrfcS der Versicherungsangestellien ist am Freilag gefällt worden. lieber den Verlaus und den Er sola der Verhandlungen wird in einer Sonnabend nachmittag um 2 Ubr im Zirkus Busch tagenden Verkammlung Kollege Fritz Schmidt Bericht erstatten. Wir bitten olle Kollegen, vollzählig zu erscheinen. Zentralverband der Angestellten. Achtung' An die Funktionäre und Betriebsräte der Gravh. Berufe! Achtet aus das IN der hemigen Nummer erschienene Inserat I Das Grapb, Kartell. A. A. Czrnt), Zentralvervand der Anqeiiellten. Facharrwve kb, Scltion der Speditionsaiigestelltcn, Die Vcrtraucnsleuie deS Zentralocrbandes. Sektion Spedition, fowie die Vertrauensleute der Kut cher und Arbeiter des Drutlchen Transpoitarbeiteroerbandes in der Spedilionsbranche ver ammcin sich am Sonntag, den 29. Febr., vorm, 9 Ubr. bei Schirm, Cbarloltcnstr. 7, zu einer Besprechung über das Berriebsrälegescb. Berbond des Post-«nd DelegravhcnpersonnIS(Mitqliedschast im Deulichen Transportarbeiiervcrband). Augendliche Telcgranimbestcll-r vom Oborpostdireltiontbezirk Grofe-Berlin: Sonntag, den 29, Febr. nachmittags 2 Ubr. im Gewerksckaltsbaus. wngeluier 15 tSaal Z) Versammlung, Tages- ordnung: t. Der Reichstaru' in seinen Wilkungcn sür die jugendlichen Tclegrammbefteller. 2. Dislusfion und Beschlufesassmig, ?ugenüveranfta!tunyen. Bereit, Arbeiterjugend Grotz- Berlin. Lugendselretariat VT 9, Bcllevuestr. 7. Eiternabend im Jugendheim, Lindenstr. 3, heute 61/, Uhr. Vorträge, Vereine unü Versammlungen. ckierchebund der Krirgsbcschädtgten, Kriegsteilnehmer und Hintor- blikbcnen, Bcz, 9, X0, Montag, den 1. März, Vjb Uhr, in den UnionS- Festlälen, Gregswalder Str. 222; Versammlung' der.Hinterbiiebencn,— Dienstag, de» 2. März: Versammlung der Kriegsbeschädigten. Seijenver- ieitung,— Turnverelnignilg Berliner Lehrer. Montag, den I. März: Aufeerordeniuchc Versammlung Gr. Franlsurter Str. IS(Jagendbeim). LSenernuSsichteu für das mittlere Norddeuifchland bis Tonntag mittag. Zulwnse ausklarend, jedoch überwiegeud bewöitt, mit älter wiederholten, im Küilcnaebiot noch victsalti stärket! Niederschlägen und tii'chcir westlichen bis noidwestlusen Winden, Weilere�Abkliblung. Beraniw. für den redaklion. Teil:?rt»r gickler, Charwttcndurg: für Atueigeu: Tb. Glocke. Berlin. Bcrlag: Borwärte-Berlag E. m. b.S.. Berlin. Druck: Brr- wärls-Buchdruckerei u. BerlaasanstaU Baut Singer u. To. Berlin, Llirdenftr. S. Pirna 1 Vellage._ PlBtm höchsten Press Brennstllle« Uotckvrucd und Silverbrucä Ssbissc zahn 17,00 H. kaun Linke Blücher&traße 40 Port. 2, 11, 9-7 ünr. Mite Gebisse anch zerbrochene, bist 3000 Hark. Einzelne Plallnstützäiine von 20,28-1§0 Mark, edoch nicht unier 20,25 M. pro Zahn, Platin-Brennstifte. Kontakte usw. bis 280 Mark pro Gramm €roId, Silber, bierllte. Scbniuck- s-aclien unti Jaivelen kauft zn den httchctten Tageigpreisen täglich von 9 bis 3 Uhr abends J, B4erz, Fehrbelliner Straße 52, Vorderhaus links parterre. !■ Sonnabend nur von 6 bis$ Uhr abends. ES i'iiliili Ä. Lehner& Co. Bankgeschäft BERLIN W 8, Friedrichstraße 173. FernsprechanschlDsse: Zentrum 1668 und 10375. Drahtadresse: Lehnerbank. Girokonten: Reichshauntbank. Bank d-s Berliner Kassen-Vereins Postscheckkonto B rlln 57561. Oiro-Effekteo-Depot bei der Bank des Berliner Kassenvereins. Teilnehmer an der MUtagscheckabrechnung der Bank des Berliner Kassenvercins. Wir bitten um gefl. Berichtigung bzw. Ergänzung der Verzeichnisse. Taufende von Hausfrauen gebrauchen zur Reparatur oon zerbrochenen fachen aus Etcillgut, Ten. H-iz, Mariner, Leder, Elog ufro. nur alllas- hMUSyalttttt D. R. P. Machen auch Sie schürt ciuen Versuch. Sie werden nichts anderes mehr laufen. Probepa-kung 2 M. Allew-Hcrftcller: Atlas* WerKe Pöhler& Co., Abt. chem. Fabrik, Letpzig-Stöttcriy Nr. 60 e._