Mr. US. Z7.I»hr,. vezngspreiS: Ltrrt-liihrU l«L0Ml.moilatI.»A>M. tr«i m» Vau», v-rau«-,01)16«. Post- be,ilg Moootlich 5M Ml. erfLSn- stellungozebsthr. Unter Kreuzband für BeatfAlottß und Oesterreich-Ungarn 8,75 Ml. für da» üdrigr Ausland 1»,— Ml. bei tSalich einmal. Zustellung Iis- Ml.+ Baiuta- Aufschlag. Post- destellungen nehmen an Sonemorf Solland, unrein bürg, Schweden und die Schweiz. Singetragen in die Post- Leitung»• Preisliste Der.SonDärts* mit der Sonntag» beilage.Polt u. Zeit' erscheint wachen- aglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreste .So,lalden>okrat vertin». Morgen-Ansgabe. berliner VolKsblatt ( 20 Pfennig� SluzetgenpreiS: #le achtgespaltene Nonpareillezelle lostet 2.— M., Teuerungszuschlag 00 «»leine Anzeigen-, das seit- gedruckte Wort 75 Pfg. szulässtg zwei fettgedruckte Worte),-edes weitere Wort 50 Pfg. Stellengefuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort SS Pfg. jedes weitere Wort<0 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag S0%. Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Verein»- Anzeigen 2,— Ml. die Beile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Perlin EW S8. Linden- ftrahe 3, abgegeben werden.(Deöffnet tum 9 Uhr früh bis S Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmokratlfcbcn Partei Deutfchlandd RedaFtion und Expedition: EW. 6$, Andenstr. 3. tvernintfiüer; Ami.Ronnvla«. Nr. KSISO—»SlS?. Dienstag, den Ä. März 1VÄ0. vorwärtsrverlag G.nub. H., SM. bS, �indenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morittpla«, Nr. 117»Z— 54. Partei und hoher Di« sozialdemokratische» Fraktionen der Deutsche» Na, tionalvcrsammlung und der Preußischen Laudesversammlung beschäftigten sich gestern abend in einer gemeinsamen Sibung mit der Frage der Bermögensauseinander- s e tz u n g zwisHen dem Staat und der vormaligen Krone Preußens. Die übereinstimmende Meinung der allermeisten Redner ging dahin, daß das Vermögen der Hohcnzollcrn- familie als Eigentum der Allgemeinheit zu br- trachten sei, die der Familie überhaupt keine Entschädigung schulde. Man gab sich keinem Zweifel darüber hin, daß weder von der bürgerlichen Mehrheit der Nationalversammlung noch von jener der Landcsversammlung eine Anerkennung des grundsätzlich sozialdemokratischen Standpunktes zu erwarten sei. Aber selbst mit Rücksicht auf diese gegebenen Mehrhcits- Verhältnisse kann nach der übereinstimmenden Meinung beider Fraktionen auf keinen Fall dem vorgeschlagenen Vergleich zu- gestimmt werden, der ungeheure Vermögenswerte in der Hand der vormals regierende» Familie beläßt. An dem unglücklickien Ausfall dieses Ausgleichsversuchs trägt nach allgemeiner Aufassung in erster Linie die gegebene Rechtslage schuld, die nur durch ein Reichsgesetz auf Grund deS Artikels 153 der Reichsverfassung geändert werden kann. Tie sozialdemokratischen Mitglieder der Preußischen Staatsregierung würden eine solche Aenderung, die ihnen eine bessere Wahrung der Allgemeininteressen gestatten würde, freudig begrüßen. Die sozialdemokratische Fraktion der die Entftbeiüung in Straßburg. Sieg Longuets. Strahbnrg/1. Mörz.(TU.) Bei der Abstimmung über die Frage deS Beitritts zur dritte» Internationale auf dem Sozialistenkongretz erhielt die Richtung Longo et, die fili den langsamen An'chlutz an die dritte Internationale ein. trat, die Mehrheit mit 3300 Stimmen, die Richtung L o r i o t, die für den bedingungslosen uaverzSgerten Beitritt eintrat, 2k2st Stimmen und dte Richtung Blum, die sich von der Richtung Lon. gnet» nur durch geringe Nuancen unterscheidet, 730 Stimmen. Die Richtung R e n a u d e l sah sich genötigt, ihre Resolution zu- rückzuziehen Durch diese Abstimmung ist die Einigkeit in der französischen sozialistischen Partei gewahrt. der große Eisenbahnerftreik in Frankreich. Millerands starke Fs-iust. Paris» 1 März.(Meldung deS Hollandfch RieuwSburanS.) Sir olle, fieegne und D e g r and, die Führer der Pariser Eifenbahnarbeiter» wurde» heute morgen um K Uhr verhaftet. Die Verhaftungen haben in den Gewerkschaftskreisen eine große Aufregung hervorgerufen. Paris, 1. März. Nach einer HavaSmeldung a»S Straßburg ist gestern nachmittag iu der Schlußsihung des sozialistischen Kon. gresseS mitgeteilt worden, daß die Eisenbahner von Elsaß. Lothringen sich dem Ausstand angeschlossen haben. PariS, l. März. Millerond hat heute vormittag mit dem Mi- nister deS Innern, mit dem Min ster für öffentliche Arbeiten und mit den Direktoren der verschiedenen Eisenbahndirektionen beraten. Nach Schluß der Beratung erklärte er den Pressevertre» iern, der Eindruck, den die Lage heute hervorrufe» sei befriedi- g e n d. Man habe eine wesentliche Besserung in dem Verkehr auf den Eisenbahnlinien festgestellt. Auf der Nordbahn sei der Verkehr normal. Auf der O st b a h n sei in vielen Fällen eine Wiederaufnahme der Arbeit festzustellen. Auf den Linien der Paris— Lyon— Mittelmeer-E senbahnen zeige sich auch eine fühlbare Besserung. In Marseille hätte die Hälfte der Eisenbabner der MobilifieningSordcr Folge geleistet. Aus den Linien Paris— Orleans stre ken 3 0 Proz. Hier sei di- Lage stationä Aui Set SiaotSeistr bahnen merke man auf ge- wissen Linien einet» Fortschritt. Ter Dienst in der Bann» meile von PartS sei regelmäßiger als gestern. In Toulouse habe da» G e w e r k s ch, f, z x g � j j e e sich mit 21 gegen 13 Stimmen gegen die Fortsetzung des Streiks ausgesprochen. Die Ernährung von Par-.s sei sichergestellt. Demgegenüber erklärt der Allgemeine Arbeiterverband(C. Q). T.) nachmittags 1 Uhr in einem Bericht, der Verwaltungsrat habe am Vormittag eine Sitzung abgehalten und nach den ihm zugegangenen Nachrichten eine Ausdehnung des Streiks festgestellt. Paris, L März.(TU.) Der Eisenbahnerstreik dauert u«- vermindert fort. AuS den einzelne» Depots der Pariser Bahn wnrde heute gemeldet, daß die Anzahl der Arbeitswilligen sich gegen gestern vermehrt hätte. Der Borortverkehr ist voll st än« dig eingestellt worden. Die Zufuhr von Lebensmitteln nach Paris könnt.« durch Militärauto» sichergestellt werden, so daß ein empfindlicher Nahrungsmangel verhindert wurde. Da» gegen sind die Bratrationen bedeutend beschränkt worden, da«an infolge de» Streiks auf de» staatlichen Westbahnen «tt Zufuhren«ug d.'n atlantische» Häsen nicht rechnen lau». Deutschen Nationalversammlung ist bereit, alle ihre Kräfte einzusetzen, um ein derartige Reichsgesetz zustande �n bringen und hat sich dafür die Unterstützung der Genosse» in der Reichsregicrung gesichert. In der heutigen Sitzung der Preußischrn Landesvcr- sammlung wird der grundsätzliche, scharf ablehnende Stand- Punkt der Fraktion gegen den Vergleichsvorschlag begründet werden. Ter Vorschlag wird dann einem Ausschuß überwiesen werden. Man hofft mittlerweile, auch die bürgerlichen Mehrheit-partcien davon überzeugen zu können, daß der vor- liegende Vcrgleichsvorschlag auf keinen Fall Gesetz werden darf, weil dies zu einer ungeheuren Erregung in weitesten Volkskreisen und zu einer Krise in Reich und Staat führen müßte, und daß nur die Rcichsgesetzgcbung den Weg öffnet, um aus der gegebenen schwierigen Lage herauszu- kommen, über deren Ernst man sich keiner Täuschung hingeben darf. Tic sozialdemokratische Fraktion der Landesversamm- lung wird heute beantragnt, dte Reichsregicrung möge durch die Staatsregierung aufgefordert werden:„Unvcrzüg- lich ein Reichsgesetz herbeizuführen, das die Bestim» mnng des Art. 153 der Reichsverfassung zur Geltung bringt, wonach die angemessene Entschädigung und die Zulässigkcit deS Rechtswegs für die E n t e i g n u n g deS vormaligen preußischen Königshauses zum Wahle der Allgemeinheit a n° ders bestimmt werden kann." ~T- T— r- I m 1 1 i I INI II rill I m— aaaBBa�»as Gestern nachmittag fanden zahlreiche Versammlungen der Eisen- bahner statt. Die Polizei v e rh a f t e t e mehrere Redner. Die Mobilisierungsbefehle find fertig und sollen heute her- ausgegeben Wieden. Die Bergarbeiter streiken vorläufig nicht. (Ostpreußen von üen Polen blockiert. Königsberg, 1. März. Präsiideut R i ß m a n n vom Laude?- fmonzamt Ostpreußen, Mitglied der deutschen Delegation für Verkehrsangelegenheiten in Warschau, berichtet, wie die Abend- blätter melden, über dem polnischen Standpunkt bei den Verband- lungen über den Durchgangsverkehr von Deutschland nach Ost- Preußen unter andersm: Einen Durchgangsverkehr vom Rumpf Teutschlands noch Ostpreußen durch Polen gibt es nicht, denn Polen und Ostpreußen grenzen gar nicht aneinander, weil der Freistaat Danzig und die Abstimmungsgebiete Martenwerder mvd Alienstein dazwischen liegen. Polen erkennt die Svuveräni- tat Deutschlands über die Abstimmungsgebiet« nicht mehr an. Fm Personenverkehr lehnt Polen den Durchgang über Dir- schau nach dem Abstimmungsgebiet Marienburg ab, da Dirschau für den jetzigen Kriegszustand Polens mit Sowjet- rutzland ein äußerst wichtiger Eisenbahnknotenpunkt für den Nachschub von Danzig nach Polen sei, so daß es neben dem jetzt zugelassenen Sckmellzug Berlin-Damzig einen weiteren Schnell- zugsverkehr nach Königsberg nicht aufnehmen könne. Im Wechselgüierverkehr von Deutschland nach Polen und umgekehrt ist Ostpreußen in de» polnischen Borschlägen überhaupt nicht be- rücksichtizt. Die vom polnischen Finanzministerium unter der Hand mit- geteilten Vorschläge für das Zollverfahren bei Uebergang aus Deutschland nach Polen und umgekehrt erdrosseln den Berkehr vollständig, da auf die polnischen Vorschläge zur Wahrung deS deutschen ZollinteresseS und Verhütung der verbotenen Waren- ausfuhr aus Deutschland unmöglich eingegangen werden kann. Alle»sie in, I. Mär».(W.T.B.) Durch Berordnung der interalliierten BerwaltungSkommisflon wird der Präsident deS Landgerichts Alle»stein mit der gerichtliche» Ber- waltung deS ganzen Abstimmungsgebiets beauftragt. Die gegenwärtigen Gesehe bleiben in Kraft soweit sie der Kommiision nicht mit der Ausübung ihrer Befugnisse oder der AuS- sübrungen der Bestimmungen des Lersailler Friedensvertrages ver- einbar erscheint. �_ Eine Aufoynote Wilsons. Paris, 1. März.(WTV.)„Daily Telegraph" versichert, Präsident Wilson habe in der Adriasrage eine Z u s a a- not.« geschickt. London, 2A. Februar.„Daily Mail" meldet daß die Süd- slawe» und Italiener, um eine freundschaftliche Regelung der adriatischen Streitfrage zu erzielen, in unmittelbaren Gedankenaustausch grtreten find. Man erwartet eine baldige Lösung. Neue französische Niederlage in Sprien. Amsterdam. 1. März. Die englischen Blätter vom 28. Februar bringen ein Telegramm aus Kairo über die Kämpfe in Syrien, wonach Türken und Araber Alexandrette ge- nommeu haben solle». flu den neuen Herrn Ungarns. Von Emanuel Buchinger, Budapest. AuS Budapest wird vom 1. März gemeldet: Budapest, 1. März. Die N a t i v« a lv e r f a m ml» n g hat heute Admtral RiclauS von Horthh zum R e i ch S v e r- w r f e r gewählt, worauf dieser den Eid auf die Verfassung ab- legte. Tie Nationalversammlung beschloß ferner, der Wahl Ge setzeSkraft zu geben und ein Ehrenhonorar von 3 Millionen Kronen für den Berweser auszusetzen. Graf Apponyi, der Führer der ungarisckfen Friedens- delegation, wind dieser Tage in Paris den Beweis führen, daß das einstmals reiche Ungarn durch den bevorstehenden GäwiU- frieden an allen Gliedern verstümmelt und bettelarm wie ein« Kirchenmaus bleiben wird. Doch in diesen selben Tagen war es die größte Sorge der Herren, die sich ungarisckte Natilmalversammlung nennen, zu beraten, ob H o r t h y, der neue„Reichsoerweser", den Titel„Durchlaucht" führen und dazu noch die Machtbefugnisse einer richtigen gottbegnadeten Majestät erhalten soll. Ferner war es die Sorge, ob� es doch eigentlich nicht als zu„verfrüht" erscheinen müsse, den Habsburgern auch von Gesetzes wegen den endgültigen Laufpaß zu geben. Daß sich aber jemand unbedingt finden müsse, der— ungeachtet der fürchterlichen Armut des Lau- des— mit dem Glänze der alten ungarischen Krone geschmückt werden solle, das scheint diesen Herren selbstverständlich.„Ein Land für einen König", heißt es da, wo man noch vor Jahres- srist rief:„Weg mit dem König, es bleibe das Land!" In all den Staaten, die sich um Ungarn bmnn neugebildet, gilt noch immer diese letztere Losung, in Ungarn aber, das aus allen Poren blutet, betrachtet man es als höchste Weisheit, das neue Losungswort gefunden zu haben. Stadtbevölkerung und Beamtenschast stieren und leiden fürchterlich an Hunger. Doch als größte Sorge plagt die Herren der Gedanke, daß es in Paris kaum gelingen werde. eine Arme e von einer solchen Stärke zugebilligt zu erhalten. die das Land vor äußeren und inneren Feinden— die größere Sorge ist natürlich der„innere" Feind— beschützen können wird. Wie groß muß diese Armee im Hinblick auf die äußeren Feinde Ungarns bei der jetzigen Weltlage und besonders, da es die Regierung jeden Tag mit einem neuen Nachbarn zu verderben versteht, sein müßte, ist natürlich schwer zu sogen. Man wird Herrn Apponyi in Paris vermutlich schon auf- klären, baß mit den äußeren Feinden in absehbarer Zukunft „auf militärischem Wege" nichts zu machen ist. Was nun aber den„inneren Feind" betrifft, so ist es sicher, daß dieser— eben von der werdenden Armee— jetzt erst so recht gezüchtet wird. Die Schandtaten des Weißen Terrors lassen darüber gar keinxn Zweifel aufkommen. Und was den neuen Herrn betrifft, so bedeutet es schon die größte Zurückhaltung, wenn man nur soviel sagt, daß diese gräß- lichen Schändlichkeiten— bisher wenigstens—_ seinen Gefühlen und Empfindungen in keiner Weise widersprachen. Daß es bald anders wird, ist leider kaum zu erwarten. Denn schon verbroitet der offiziöse ungarische Nachrichtendienst die lächerlich-zynische Nachricht, daß der an den beiden Redakteuren des Parteiblattes begangene Mord ein Werk— der Kommunisten war. Also gemein und geistlos! Graf Apponyi schreit— mit vollem Rechte— nach Zulassung der Volksabstimmung in den Gebieten, die man dem Lande entreißen will. Sollten diese Volksabstim- mungen nicht zugesichert iverden, so bedeutet das sicherlich eine große Gest hr sowohl für Ungarn als für den künftigen Frieden in diesem Teile Europas. Daß aber die gegosi- wärtige Regierung des Landes der eigenen Arbeiterschaft die Teilnahme an der Wahl der Nationalversammlung gänzlich unmöglich machte, daß nun die ungarische Arbeiterschaft gezwungen ist, das ihr angetane blutige Unrecht in die Welt hinauszuschreien und daß diese Tatsache dem Lande ebenso nicht nützen wird, als ihm seinerzeit die bekannten Klagen der nichtmagyarischen Völker des Landes schadeten, dies scheint den Herren nicht wichtig. Dem Lande sollen von den bisherigen 325 00(1 Quadrat- kilonietern Gebietes nur etliche 88 000 verbleiben. Es soll zwei Drittel seiner Städte verlieren. Alles, waS es an Kohle, Holz, Erz und sonstigen Produkftons- imd Lebensmöglich. keiten hatte, dessen soll es verlieren. Kann und will das Land in Zukunft überhaupt noch bestehen bleiben, dann sicherlich nur so, daß das Ungarn der berüchtigten Fideikommisse und des sonstigen Großgrundbesitzes aus agrarischem Gebiete Re- formen schafft, die das Land vor gänzlichem sozialen, Wirt- schoftlichen irnd kulturellen Verfall schützen. Und da staune man: die bäuerlichen Abgeordneten werden setzt darauf ge- prüft, ob sst zur Zeit der Rätediktatur genügend schneidige Bekämpfer dieses Systems waren, und der in dieser Hochnot- peinlichen Aktion das große Wort führt, ist natürlich— ein Graf.„Markgraf" und Großgrundbesitzer und dazu noch Mitglied der— Kleinbauernpartei. Wie da nun die Agrarreform ausfehen wird, läßt sich leicht erraten l Heute, da der ganzen Welt kein bestehendes politisches und wirtschaftliches System demokratisch genug ist waren und sind diese Herren nur darauf bedacht, vor der Wdft sich kimit Brüsten zu fönncn. daß dem nochrsvolutwnören Ungarn alle Gciiiste des sozialen und demokratischen Ge- tanken? ausgetrieben wurden. Sie betrachten es wobl als schöner und moderner, daß setzt neun Zehntel der in- � dustriellen Aicheiterschait Lebensnrittelschieberei betreibt und > daß der Bauer für seine Lebensmittelerzeugnisse auf dem Budapester Markte— Dollars verlangt. So ist es heute. Wie es morgen werden wird, wer könnte dies voraussagen? Bor dem Kriege kämpfte die Arbeiter» schaft ein Vierteljahrhundert für ihr Mitbestimmungsrecht im Lande. Der Erfolg blieb ans, weil dieselben Herren, die heute Konstituante spielen, blind und taub waren für die ForderungenderZeit. Diesem Uurstande ist es auch zum großen Teile zuzuschreiben, daß eine parlamentarisch und politisch ungeschulte Arbeilersrlwft sich auf das blutig ernste— doch nicht durchdachte— Zwischenspiel der Rätediktatur ein- ließ. Als im März vorigen Jahre? die Arbeiterschaft die Staatsmacht übernahm, ließ sich diese sozial orien- t i e r t e Arbeiterschaft zum großen Teile auch von dem nationalen Motiv leiten, daß das Vaterland auch national in äußerster Gefahr sei. Demgegenüber betätigen diese national sich gebärdenden Herren— in den schwersten Zieten des Landes— auf dem Gebiete der sozialen Umge- staltnngen einen so tödlichem Leichtsinn, daß sich Gott erbarme. Die Sühne für diesen neuen Frevel wird, wenn nicht bald 11 m k e h r gehalten wird, abermals nicht aus- bleiben. Es sei denn, daß die Geschichte sich diese Arbeit er- sparen wird, indem sie erb-armirngslos über ein Land hinwegschreitcn wird, dessen„mit Gottes Hilfe ge- wählte" Lenker sich selbst mit'der größten Blindheit schlugen. Der E i d. den die ungarischen Soldaten schwören müssen. beginnt mit folgendem niederträchtigen Gewissenszwang:„Ich schwöre im Namen der Heiligen Jungfrau Maria, daß ich stets bestrebt sein werde, gegen die Tschecken und Rumänen zur Befreiung der besetzten Gebiete und deren Wiedervereini- gung mit Ungarn sowie gegeiffede sozialistische Betvegung zu kämpfen."._ Die Nörüer Somogpis. Budapest, 1. März.(Till Man kennt bereits die Name» der y.ordcr der beiden sozialdemokratischen Siedakteure Somogyi und Z a c s o. Di« Mörder sind: der Lberleutnani Hoj j aS sowie der Varon N o p o s a, der Baron P r o n c e, der Leuinant IuliuS 2 ch e f o s i k, der Gendarmerieoberstleutnant B a g b i und der lteldwebel B o b u l a. Trotzdem schreitet die Militärbehörde noch nicht zur Verhaftung der Genannten, welche ihre Unverfrorenheit sogar so weit treiben, ein Angebot, für einige Zeit ins Ausland zu«ifen, zurückziitocisen. Inzwischen werden zwei neue Mord- taten gemeldet. Ter Oberbeamte dcZ Budapcster Postsparkassen- a-m!eS, B c l a 91 e u m a n n, der durch Zufall Kenntnis von einigen T-tailS der Mordtaten bekam, wurde in eine Kaserne geschleppt und dort entmannt. Er starb an den Folgen einer Blutvergiftung. Auf dieselbe grausam« Weise imirde der Ingenieur Stephan Müller aus Szcgedm ermordet. Um öie Kohle. Tic Naturschätze in der Erde gehören dem ganzen Volke Auch nich tsozi-al ist ische Kreise, insbesondere aus der Klasse der Arbeitnehmer und Beamten, stehen in großer Zahl auf dem Boden der gleichen Forderung. Die Ueberführung des K o h I e bergenden Boddns in das Gemeineigentum läßt sich entweder ans dem Wege der sofortigen Enteignung oder aus dem Wege der sich er- höhenden Beteiligung de? Reiches an dem Privat- besitz durchführen. Da nun die Eristenz unseres Volkes von der möglichst baldigen Steigerung der Kohlenproduktion ent- scheidend abhängt und dieser Prozeß von allen st ö r c n d c n Nebenerscheinungen bewahrt werden soll, um zu den h ö ch st e n Leistungen zu gelangen, ist man von Reichs wegen mit oller» größter Vorficht an dieses Problem herangetreten, ungeachtet der wachsenden Opposition gegen diese Verzögerung der So- zialisierung. Dieser Standpunkt hat sich als unrichtig erwiesen. denn wir sind auf diesem Wege nun bereits soweit gelangt, Daß ein S t i n n e s mit der Faust auf den Tisch und einen Ton anzuschlagen wagt, als läge die gesamte Macht des Staates bei ihm und den von ihm vertretenen Berg- Herren. Um was eS sich hier handelt, haben die„V o r w ä r t s"» le se r bereits aus zahlreichen Berichten erfahren. Der Minister hat ab 1. März wieder l3 M. pro Tonne Aufschlag bewilligt, so daßsich die Tonnc Nußkohle ab Werk auf mmdestenSWO M. stellt. Tic Bergherren verlangen einen höheren Aufschlag, um die Kosten, pie aus der P r o d tt k t i o» s st c i g e r u n g ent- stehen, allein aus dem Preisaufschlag decken zu können, während der Minister diese Kosten durch K a p i t a l e i n- b r i n g u n g gedeckt wissen will. Diese Kapitalbeschaffimg soll nach dem Vorschlag des Ministers, wenn die Zechen selbst daS Kapital nicht aufbringen, so erfolgen, daß aus einem entsprechend hohen Prcisaufscklag. den die Bcrgherren fordern, Kapital gebildet wird, mit dem das Reick ein Miteigentum an den Bergwerken erwirbt. Hiermit wird auch dem Eindringen ausländischen Kapitals ein Riegel vorgeschoben, zumal die Industrie über Kapitalmangel laut Klage führt:. Die Verhandlungen im Rcichskohleurat sind, wie wir berichtet Haben, ergebnislos abgebrochen worden. ES fragt sich nun. was soll weiter werden? Obgleich die Re- gierrtng alles getan hat, um die Bergarbciterschafr zu er- höhten Arbeitsleistungen zu veranlassen, türmen sich hier neue Schwierigkeiten auf. Ist sich Herr Z t i n n c S wirklich der ungeheuren Vcr- antivartung gewiß, die er mit keiner Kampfansage aus sich genommen har! Ueberall zeigt sich, daß die Unternehmer, die iveiter glänzend verdienen, herausfordern der auftreten denn je. Während die Regierung die Ventile öffnet, um die wachsende Spannung in der Arbeiterschaft abzudrosscln, indem sie daS M tteiqentum des Reiches der deutschen Arbeiterschaft aller politischen Richtungen zu sichern sich be- muht, haut Stinues die Hand von dem geöffneten Ventil, dar.iir die Spannung iveiter steige. Es ist sicher. daß hier die gesamte Arbeiterschaft als Einheitsfront gegen die wachsende Macht der Bergherren Stellung nehmen wird. Wenn man bedenkt, daß ein erheblicher Teil des an- gelegten Kapitals an den Börsen das Material sur den w ii st e st e n S p i e l t a u m e l bildet. Heute dieser, morgen jener, übermorgen Ausländer sich in die S v e k u l a t i o n S- gewinne teilen, weil sie Wilsen, daß reale Werte, Naturschätze. hinter diesen Zetteln stehen, wenn man bedenkt, daß die ausgezahlten Dividenden ein Vielfaches der angelegten Gelder bereits ausmachen, dann sollte man wohl meinen, daß es in den Kreisen der Nichtkapitalistcn in dieser Frage von entscheidender Bedeutung eine Unstimmigkeit nicht geben kann. « Franlfurt a. M.(Eig. Drahtbericht des.LorwörtS'.) Di« K o h l e n n o t in den chemischen Werken de« llutermamgebiete« ist soweit behoben, daß die Arbeit in der ganzen chemische» Industrie heute in dem Umianpe wie vor der Arbeitseinstellung wieder aufgenommen worden ist. Eine entsprechende Menge Ruhr» kohlen ist eingetroffen. Die amerikanischen Kohlen, die für die Werke bestimmt waren, lagern im Hafen von Mainz und müssen dort erst umgeladen werden, da die Rheinkähne sich für die Main- schiffahrt nicht eignen. » Bekanntlich haben sich kürzlich die 4 großen Bergarbeiter- verbände des Ruhrkohlcnbergbaucs bereit erklärt, bei Gewährung erhöhter Lcbensmittelrationcn wöchentlich 2 halbe lieber- schichten zur verfahren. Die Durchführung dieses Abkommens, dem unendlich schwierige Verhandlungen vorausgingen, ist nun schwer gefährdet infolge Mangels an Waggons zum Ab- tranSport der Kohlen. Hierüber wird unS aus Dortmund gemeldet: Rachdem die Pslichtüberschichten im Bergbau eteheitlich be« gönnen haben, fehlt eS einer großen Zahl von Schochtanlaqen an den zum Abtransport der Kohlen notwendigen CisenbahnwaggonS. Die Eisenbahndirektion Essen erklärte sich außerstande, für Abhilfe zu sorgen. Die Bergbauunlernehmer weisen nachdrücklich darauf hin, daß der Wagenmangel die ganze Wirkung der getroffenen Vereinbarungen gefährde. Aus den einzelnea Zechen stauten sich die in den Ueberichichten mehr geförderten Kohlen. So erhielt die Zeche»Moni Cents" in Herne am 27. Februar anstatt 260 Waggons nur 101, und sie erklärt, daß das ganze Ueberschich-.enwe'en zwecklos sei, wenn der Ab- transpon nicht«iitigermaßen gleichmäßig erfolgt. Die Zeche .Ftöbliche Morgensonne" in Bochum mußte die ongeordnets lleberichicht ausfallen lassen, weil sie kein Leematerial hatte und sie steht vor der Notwendigkeit, anstatt der Neberschichten Feier- schichten einzulegen, wenn es mit der Wagengestellung nicht besser wird. Aus der Meldung geht hervor, daß der Arbeits- Wille der Bergarbeiter infolge des Wagenmangels noch viel- fach zur Untätigkeit verurteilt ist. Die Quelle des Nebels ist, wie schott früher, das Versagen der Eisenbahn. Die letzte Ursache dafür istindermangelhaftenOrganisation des preußischen Verkehrswesens zu suchen. Wenn hier nicht mit eiserner Hand durchgegriffen wird, so muß die deutsche Volkswirtschaft, die ohnehin unter dem Kohlenmangel schwer leidet, völlig zum Erliegen kommen. das Temperament öes Herrn Helffench» Als am Montag der Lorsitzende de? Gericht» im Helfferich- Prozeß dem Angeklagten Helfferich eine ernste Ermahnung zu! eck werden ließ, entschuldigte sich dieser damit, daß ihm m der Aufregung mitunter sein Temperament„mit fortreiße". Herr Helfferich. der immer Ausgeregte, hat sich in dcesem Prozeß an jedem Nerhandlungsiage mehrere Male zu Unrichtigkeiten und Per» dächtigungen»fortreißen" lassen. In der letzten Gerichtssitzung bat er unter anderem auch dreist und kühn behauptet, daß Genosse E b e r t:m früheren HauptauSsckuß des Reichstages erklärt habe, „wir könnten nich: mehr, und jeder Friede fei besser als die Fort- sefcnng dr« Kriegrö". Das ist natürlich absolut unwahr. Der Genosse Gbert Hut in Uebeooiustimmung mit unserer Partei sich niemals anterS geäußert, all daß er für«inen Frieden ohne Annexionen und ohne Kontributionen sei. DaS ist der Gedanke deS Rechts- frieden?, den wir immer vertreten haben, und ist so ungefähr daS Gegenteil von dem, was Herr Helfferich behauptet hat. Unser« Einschätzung de? Herrn Helfferich verbietet unS ein ernstes Wort der Kritik. Er hat sich eben zum tausendsten Male.von seinem Temperament fortreißen" lassen. Eine Viertelmillion heimgekehrt. Die ReichSzentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit. daß bisher rund LbvOOlZ Mann, darunter über 4400 Offiziere, aus den KriegSgeiangenenlagern in Frankreich zurückgekehrt find. Durch den Generalstreik der Eisenbahner in Frankreich ist der Ad- tranSport bisher nicht behindert worden. ES trafen noch am Sonntag aus den bekannten Linien die üblichen sechs Transport« aus der ehemaligen Kampfzone ein. und auch am 1. Mörz lagen schon Meldungen über neu angekommen« Transporte vor. Zeitungsvcrbot. Der Reichswehrnrinistsr hat, wie unS aus Hamburg gedrahtet wird, Druck und Vertrieb der dortigen .Kommunistischen Arbeiter-Zeitung" auf 4 Wochen verboten. Als Erklärimg wird wiederholte Verleumdung der Regierung und Auf- sorderung zum Ausruhr in einem Artikel angegeben. Das Verbot kommt dem Kommitnistenblati, da» bereits seit langem auf dem Aussterbeetat stand, sehr gelegen. Di« öffentliche Nuhe und Sicher- heit ist insofern kaum durch das Blatt gefährdet worden, als eS nur von einer verschwindend kleinen Menge von Lesern geleien wurde und zumeist mir Streitigkeiten innerhalb der eigenen Partei sich beschäftigt«. Multatuli. Zu seinem 100. Geburtstage am 2. März. Keiner, der ans den Niederungen de? Leben», aus Not und Leid zum Lichte gestiegen. Einer, der inmitten einer auSfichtS- re!en Karriere, eines Lebens voll äußeren GlanzeS daS heiße Mitlnd packte mit dem stummen Lcid seiner Brüder, und der dies Leben hinwarf, um ehrlich zu bleiben, um ein Verkündcr der ewigen Mciffchenrechte zu werden, ein'Hcilcmd und Retter auS Elend und Not. ..Multatuli", viel bab ich getragen, gelitten— so nannte er sich selbst, als er seine slammende Anklagerede, die Tragödie seineS eigenen Leben?, d-m Roman„Mar Havelaar" in die Wclc� sandte. DaS innere Leid einer suhlenden Seele inmitten einer Welt von Ungerechtigkeiten hat!« er schon damals kennen gelernt, al? et, der niederländische Kolor.ialbeamte,- sich zum Schützer der armen, mtSgebeuteten und gepeinigten Eingeborenen ans Java aitfloars Als er dann aber, mit Strafversetzung bedroht, au? dem Amte ausschied, da lernte er auch die äußere Not de? Lebor? bis zur Neige auskosten. Unerbittlich jagte das Schicksal den Ruheloien, Heimatlosen von Ort zu Ort; unter den etendsten Verhältnissen schrieb er 1809 mit seinem Herzblut den„Havelaar"— das W:rk, das ihn mii einem Schlage in aller Mund brachte und um dessen Ertrag ihn dock, ein geichäftStüchtiger Verleger und ein„wohl- meinender" Freund, der Schriftsteller Lennep, zu betrügen wußten. Aber sein Glaube blieb, der Glaube an seine Mission und an die Gerechtigkeit seiner Sacbe.� Und mit diesem Glauben sein warme? Herz für alle Unterdrückten und Ausgebeuteten, für alle Leidr.'ndcn und Elenden. Selbst in der bittersten Not bat er immer'wieder sein Letzte?, hat er den Ertrag seiner Werke der Wohltätigkeit geopfert. Doch das Leben kannte kein Erbarmen mit dem ErbarmungS- vollen. Was auch an Schönein und Gutem, an Hoffnung und Ver- beißung seinen Weg kreuzte— es zerflaß im Nebel eine; grau- samcn Geschick?, und vor ihm dehnte sich nur die graue Straße der Not. Sein Lebenswerk sind seine„Ideen", die er in den 15 Jahren, rem 1862 bis 1877, in sieben Bänden herausgab und in denen er in buntester Mannigfaltigkeit Etedanken, Geschichte, Skizzen und Schicksal«, Heiteres und Tiefste? und Ernstestes vor uidS aus- breitet. An? ihnen spricht laut und vernehmlich die Stimm« eines .Höchsttegnadrten, der den Glauben an die Gottheit verloren, um den Almtben an die Menschheit zu gewinnen. Wir Sozialdemqkralcn aber wollen diesen Vorkämpfer der W n'chru rechte, diesen Matterer seiner und unserer Uebcrzeugung heute trchf in kurzen Gedenken ehren, sondern ih» lesen, lesen nnd immer wieder lf.a,. um in der Werkstatt seine? Geiste? un? Waffen zu schmieden für den Kamps gegen alle Unterdrückung ,nd Entrechten,>, der auch heute noch gekämpft werdest muß. Wenn je ein Mensch d:n letzten, leuchtenden Satz de» Erfurter Programm» nicht nur acdachi, nicht nur gefühlt, sondern ael'ebt hat. so war es der, der.viele? gelitten"— Eduard Twntve? Dekker. R- Worte M u l t a t u l i s. Im unbehinderten Erterschen der reifen Ratur liegt das Mit! l. um die Menschheft zu einem möglichst großen Man von persönlichem Glück und allgemeiner Verbrüderung hinauszuführen. Wenn dieser oder jcurr Donnerer auf dem Olhmp mit diesem Programm nicht zufrieden ist, dann erkläre ich ibn für sehr an- spruchsvoll. Und wie Hiob fordere ich ihn auf, einmal herabzu» kommen und zu versuchen, ob er selbst, seiner olmnpi scheu Majestät entkloidet. imstande sein würde, cttraS Bessere? zu liefern oder zu erstreben. * Ich habe in«amcher Hinsicht.Hochachteng vor Jesus, aber durchaus nicht vor dem sogenannten Christentum. ES sind von JesuS Dinge gesagt worden, die ich glaube— obscho» ich sie nicht glaube, weil er sie sagte. Aber an da? Christentum'elbst glaube ich nicht. Ick' leugne das Bestehen dieses Ehristenium?. Ich bin ibm niemals begegnet, babe e? niemals wahrgenommen und bin� überzeugt, daß Jesus bei einer Rückkebr au- die Erde«ehr vcr- wundert sein würde, zu hören, daß man sich nach ihm nennt. � » Nicht jeder, der sich auf die Reise begibt, wird sein Ziel er- reichen. Nicht jedes Streben wird gekrönt. Nicht jeder, der Wahr- heit sucht, wird dte Wahrheit erobern. Doch' NichtS-tun. Nickt- streben aber ist im Widerspruch mit der ganzen Skater. NichtS-ttin, Sich-mcht-bewegen ist Vergewaltigung unsere? Seins, da? aus eigener Bewegung besieht. Es ist eine B-wkcnnung unserer B-- rusirng, die Kunst will zur Eroberung de? Unbekannten. Nicht» streben nach Wahrheit �st die eigentliche, allein strafbare, allein verabscheuungSwürdige Sittenlosigkcit. » Setzet, ick möcdie euch gesunde Speise geten. Ich möchte euch weisen mir Autorität durch Liebe, auf Wohlfahrt durch Gerechtigkeit. auf Glück durch Tugend. Tai ist in einem Wort: ich möchte euch nötigen, Mensch zu sein. Das ist alles. • An Genies glaube ick nickt. E? weht einem nichts an. Man muß gestrebt, gearbeitet, gedacht, gelitten haben. « Arbeit ist der durchschlagendste Beivei? von Moralikat. » Die Ehre sitzt über und nicht unter dem Gürtel. stiomantikerstunde im Staat?te»ater. Den Romantikeni galt die seckste MittogSveranstaliunz im StaatSthea.-cr. Paul Alfred Merbach hielt den einführenden Vortrag, in welchem er auf lee romantische Ironie und Sehnsucht der ersten Periode und die nationale Idee der zweiten hintotet..Kannte auch diese knappe Ein- leitmig unmöglich erschöpfen, so gibt e? doch Ouvertüren, die dem Werte gciit'a belebter und wärmer vvraneiken. al? e« hier geschah. Schlegels Wort, nach welchem die ftanzösis»« Revolution. Fichte? WiffenschaftSlehre und Goethes Meister die größten T-ndenzen seines Zeitalters waren, schien vergessen. Margarete Nets las als sehr blaue Blume, aber nicht ohne Reiz, Novalis und auS dem Wunderhorn. Jean Paul und Eichcndorff. Lieder von Weber und Hoffmann mocksten Abwechselung bringen,� doch schufen sie kaum intimere Kenntnis des Romantischen und härten eher vermißt wer- den können, als E. T. A. Hoffmannschc Prosa, die man fortließ. Er gerade hätte porador Sprudelndes. Laune und Phantasttsch-Schmerz- lichcs hinzugefügt; statt degen flüsterte man nur von Liebe und zeigte somit einen romantischen Halbmond. Fritz Ebers las u. a. einen Brief aus Schlegels„Lucinde"; darin heißt es:„Freilich werden wir auch auf dem Lande die Ge- meinhcit wieder finden, die noch überall herrscht." Dafür laS man: die jetzt überall herrscht. Das ist eine taktlose Unacbörigkert und eine unreine Spckulaiion auf die Unkenntnis der Aufnehmenden, (Höchst Sonderbares, das dieses Vorkommnis wieder in Erinnerung ruft, geschah am Sonntag vorher in der Klasfikerveran staltung: der Szene de? erblindeten Faust wurden die Verse weggekappt, in denen da» Zukunftsbild vom„freien Volt auf freiem Grunde" enthalten ist; der Vorleser schloß mit den von bürgerlichem JndivitmalikmuS so gern argen die Masse mißdeuteten Versen:„Daß sick da? große Werk vollende, genügt ein Geist für tausend Hände." Red.) Wer sich der Romantik nähern wollte, wind seine Kenntnisse in diesen Mittag-, stunden kaum erweitert, sie keinesfalls vertieft haben. Das Staatstheater sollte den sehr begrüßenswerten Veranstaltungen mehr Lieb- und mehr Nachdenklichkeit widmen. Aufwki: Der Anfang war von �12 aiff l2 Uhr verschoben. Pünktlich Kommende wurden auf die Straße gewiesen, bis man gr. ruhte, das Hau? zu öffnen. deo. „Die Dollarprinzesfin", Leo Falls inelodiöie Overette. erlebt ietzt— weniger preziös hergerickiet und au' derbe Effekt» ge« stimmt— im Eden-Tbeater ein« neue Aera, die sich- unier dem tun's die OperettensSlae.er nickt— mit drei Ziffern ickreiben wird. In Eliiabetb Balier-Lickteusiein bat die sonst nickt gerode übermäßig sorgsame Ausiübrung eine stimmlich erstklassiae Beiepung der Titelrolle. Die fteiberrlicke Eleganz reprälenii-rte Hon? Walden. Reizend war Lotte DewiS als Daisy; ihr Rinaelreiben war voll Anmut. Oskar Braun ist(von einigen Unarten abgesebens «in irefflicker Operettenbeld, und Richard SeniuS gibt dem ameri- kanischen Kohlenkönig die rechte Berliner Note. »übnenlüranit. In der Siegsricd.Aussübrung de» Ov-rnbause« am Freitoa aasliert Rickard Schubert vom Hamburger Stadttbeatei''N du Titelrolle— In der �tbello-Aussöbruiig des Schauspielhause»-nn Do». nerStez spielt Eduard v.*3 i n t e r si e i n den Jag». «orlesiin». 0W den neuen Räumen de» Bucklad-n» Kmtürsten- dämm 29 kRrel Juncker) liest Freitag, d-n Z. März, abend» S Uhr. r-i arr» Reichenau Tichlungen von der Psyche de» Knabem Grotilche und eurovaische Volksmärchen süc PoriragOlolg«) erzöblt Bilms Mönckeberg am DienStag. den Am, im Deutschen Ldzeum-Klub. Das Vbilharmouischc Orchester hat sich mit ittnen englig-ett«! Muü'ern geeinigt, eine Gagemuisbesserung von 33 W Mjanuar 1920 an bewillig!. Der Deut'che Mulikeroevband knilplt daran die Nabnung an die Stad! Berlin, da» Oichesier durch wesi-re Unter stlltzuvy zu sichern. %it Geerdigmtq des Dichters LudwiqSiubwer ftttdet Di«»StoD, deu 2. d. M-, m» 2 Uhr ach dem Zrtedhch in Welvensee statt. Nr. 113 ♦ Z7.�akrganz Heilage ües vorwärts Dienstag, 2. März 1920 (ZÄluf; mis der Abendausgabe� �..<.uge Minister G i e s b e r i s gibt weiter an, daß er auch nach der Juliresolurion im Sommer 1917 im Rheinland aufmunternde Reden gehalten hat. um die Volksftimmung M heben.— Helfse- r ich: Nun zu etwas anderem. Wissen S'c nicht, daß diese I n di S. lretionen mit auf Herrn Vrzberger zurückzuführen sind?— Zeuge: Nein.— H e l f f e r i ch- Ich habe hier einen Brief, d-cr an den Generalfeldmarschall v. Eichhorn von einem Fräulein Anna R e ch b e r g, die mit Herrn Erzberger befreundet ivar, gc- fckrieben ist. In diesem heißt es u. a.. daß die N c s o l u t i om für später unverbindlich sei.— Vors.: Wir wollen hier doch nicht den politiscken Wert der Resolution erörtern.— R.-A. Als- � b e r?: Wir wollen hier zeigen, daß der Herr Ncbenlläger ein unehrliches Spiel getrieben bat.— Erzbergcr l erregt anfsvrinaend': Da? verbüke ich mir.— Es kommt nun zu einer sehr heftigen Auseinandersetzung Zwischen den beiderseitigen Rcchtsrertretern, die d:r Vorsitzende schließlich mit den Worten abna. b'e H'rren möchten das dock« außerhalb der S'tzung erledigen. — N.-?l. Alsberg: Warum hat der Herr Nebenkläger nicht dcx -.''ooe des Freiherrn d. Ätein widersprochen?— Erzberger: Weil für die Resolution verswiedene Gründe mitsprachen. Ich ver- bk't» es mir. daß ich hier so sch ver beleidigt werde. I ch b i n st o l z a u r m e i n e R e s o l u t i o n. lGroi-e Heiterkeit im Publikum und Zurufe.)— Vor s lsebr erregt): Justizivachimcister. haben Sie aelwrt. wer bier gerufen bat? Wenn dos noch einmal vorkommt, werde ich mit Haftstrafen einschreiten. Wir sind dock hier v'ckt im TKeoter.— R.-A. Alsberg: Herr Zeuge, ist es richtig. daß am M'ttwoch nacb der Resolution Herr Erzberger noch gekragt baben g'oll ob man Betbmann Hallweg nicht halten könne?— Zeuge: Jawohl..■ Minister DaviK aks?euae. hierauf w'vd Staatsin'nister David als Zeuge aufgerufen. Minister D- md sgat aus: Sckeidemann und ich hatten den Reichs- kan?'-r v. Beidmann Hollwcg auigeswbt. um von der Regierung cum Evklörnna zu fiMk'-n. die sich gegen die Annexion anssvrach und kür Demokratisierung im Innern. Wir führten später dann wete? aus, daß tmr für die Demokratifierung im Ann-'-n weitgebenve Zu-'eständnine von der Regierung erwarteten. Dm �Motion sei deshalb'-> gefährlich, weil wir deutlich seben. daß die Stimmung der Massen eine äußer st gedrückte sei. Tie Ra-eruna zeiote uns aber keinerlei Entgegen- komm e n. lkch verlanate auch, da'' dw O b e r ste H e e r e s l e i» t U u o Berlin kommen und bb'r mit den Vorßrmentiriern in dstrkte Virbandlunnen tr�en lalle. Fch mackte dab-k darauf a'-merkkom>?'»S nicht anaöroig sei. da�»wisck-m dem Re'ch'tao tz-- Bberk�n Heemslekkun" kern«nm'tkelbarer ttontgikf bestände. ?."i ws'n'�'k-n st-kz über d'e on der or'-nii-rt zu sein, ti'-ber-rVt" mell'en tn'r d'e Cbcrste He»re?'-'t"na über die Stim- mu'-o im?:">crn aulkl-ren. wir wogten sie darrnf aurmerkkom daß du> Sitw,"u"g derart f»' daß mix be' dein geringsten �ürloß le'ch.t in dieüatastrovbe bin eingeraten könnten. An der shauntaus'chu�stbung am 3. svrack»um erstenmal Ebert .. über die Lage. Er svrack außerordentlich ernst uns sagte, dos Volk habe das Vertrauen zur Regierung und zu allen Reoierunos- erklärunaen verloren. Am zweiten Tage svrach Noske, der ausführte, die Regierung gehe dem Abgrunde entgegen. lucim fic nicht unicre Vorschläge annohmc. Bcthmann Hollwcg sei ein" guter BenuUer, aber ein unseliger Zauderer. Noch schärfer svrach der'Abg. Hoog, der die Revolution an die Wand malte. Wir betrachteten die Krise, wie schon gesagt, als sehr eiust.' Das Auftreten Erzvergers im Häuvtaussckmß war kür une von größter Bedeutung, weil uns damit vlöülick die Aus- stöbt eröffnet wurde, nun im Reichstage eine Mehrheit für »"lere FriedenSvolitik zu finden. Ebert verlangte sofort Aufhebung der Schung und eine Aussprache m-t der übersten Heeresleitung, lins war die Rede Erzbergers geradezu eine Erlösung. Helfferich: Minister David hat die eine Seite der Berhand- Hungen dargestellt. In der Birdg'tkommission bin ich den Sozial- denwkraten mir größter Entschiedenheit entgegengelreten. Eoert D- helfferich. ' erklärte, wir könnten nicht mehr, und jeder Friede sei besser als die Fortsetzung des Krieges. Ich erwiderte, wenn wir gezwungen seien, setzt Frieden zu machen, so müßten wir einen Unterwerfung?- k r i e d e ii annehmen, der für uns und unsere Kindeskinder Sklaverei bedeute.— Minister David: Ich möchte den mir ge- mochten Vorwurf der Einseitigkeit zurückweisen. Ich babe auf Be- fragen mar die Stellung der Sozialdemokratischen Partei zu den Vorgängen im Hauptausschuß gesefrldert.— Helfferich: Wußte der Herr Zeuge, daß Erzberger dem Reichskanzler die Absicht eines Vorstoßes mitgeteilt hatte?— Zeuge: Nein.— Helfferich: Ist in der Sozialdemokratischen Partei eine Probeabstim- uiung über die Nichtbe willigung der Kredite vor- genommen worden? David: Es handelte sich um eine Sitzung des Parteiausschusses. in der man di" Bewilligung der Kredite von einer Erklärung der Regierung über ihre Uninteressiertbeit an einer Annexizn abhängig machte.— H e I' fe r i ch: Wissen Sie, daß Herr Erzberger den Sturz Bcthmann Hollwegs wollte?— Zeuge: Das konnte ich nickst annebmen, da die Fricde.nsresolution Herrn v. Bech- mann, w-migstens ihrem Jnbalt nach, n'cht zum Sturz bringen konnte. Die Resolution selbst ist entworfen' in einer Be- sprechnng der vier Parteien. Es wurde ein Unteraus- schuß gebildet, dem Gotbein,'Richthofen, Erzberger und i cb nngehörten und dem die Formulierung der Resolut'on oblag. Der Wortlaut wurde von dcit vier, später drei Parteien gebildet. � Hierauf tritt eine kurze Mittagsvause ein. Stach der Mrt'ggsvause gibt der Vorsitzende folgende E r- klärung ab:„Ack möchte den Anaellagien nochmals bitten, able persönlichen Sacken z u unterlassen. In der Oefsent- lichkeit entstcbt dadurck der Eindruck, als ob ick Ew, Exzellenz zu viel gestitte und der Eindruck der Upvarteilickke't wird dadurch be- einklußt. Daß ich nickt parteiisch bin kann ich wohl für m'ch in ?l»svruK ncbmcn. Ich b'tte, mich nicht zu zwingen, daß ich mit Ordnungsstrafen eingreifen muß." Exzellenz Helfferich erklärt hierauf, daß er sick gern den Anordnungen des Vorsttzendcn siige» wolle und daß sein Tempe- ramcnt ihn nur manchmal zu Hektigkeiten hinreiße. Erzbergers vorentlvbäbigunqen. Es wird h'erauf nochmals in die Erörterung des Falles„Oele und Fette" eingetreten. Es wird daher zunächst Reicksernäh- rungsminsster S ck m i d t vernommen, Auf Befragen des Vorsitzen- den erklärt der Minister, er babe nicht das Gefühl gehabt, daß es sich um eine Sonderzuwenduna für die F'rma Denk handelte.— Helfferich: Ist dem Herrn Zeugen vielleicht begannt, daß die Borentickadiaung für die Reeder in Höhe von anderlholb Millionen"vn Pf'n Erzberaer unterzeichnet worden ist''— Zeuge: Ob Herr Er-h rgor unterzeichnet hat. weiß ick nickt— Helfferick:"Ich möchte den Herrn Neben- , kläger fragen, ob es ricksig ist, daß noch, während di-fer Prozeß hier sckwebt, zu Händen des Herrn Generaldirektors RabeS vcm Tbchssen-Konzern der Betrag von 400 Millionen Mark als Vorentschädigung für den Ausfall der lothringischen Gruben vom Reichsminister Erzberger gezahlt worden ist, obwohl die'Verhandlungen mit der Regierung darüber noch nicht zum Ab- schluß gelangt sind?— Erzberger: Ich glaub« nicht als Reichs- finanzminister darüber Auskunst geben zu müssen. Zu welchem Thema soll denn diese Frage gehören?— Rechtsanwalt Alsberg: Zum Thema„Bevorzugung".— Erzberger: Ich erkläre, däß/ick nie irgendeine Bevorzugung ausgeübt habe. Ueber E nzel- heilen kann ich nicht aussagen. Es bandelt sich nicht um die Firma Tb Visen rllein. sondern um alle lothringischen Firmen. Das zu- ständige Ressort ist daS Reichsamt des Innern.— Helfferich: Warum sind d-ese 400 Millionen ganz plötzlich und überraschend an Direktor RabeS gezahlt worden, der gar keinen Auftrag hatte, sie entaegenzunebmen? Die Verhandlungen zwischen den-lothrin- gischen Interessenten und der Regierung sind ja noch gar nicht abgeschlossen.— Erzberger: Es handelt sich um etwa 10 Firmen, die ein Konsortium gebildet haben. Des Gesamtkabinett hat sich mit der Frage beschäftigt und hat die Mt'on bew'lligt. Zum Fall der Kali-Mineral-Oelgesellschaft wird Frau G r o ß.p i« t s ch(Hannover) vernommen. Sie gibt an, der Geschäftsführer Rippel habe ihr erklärt, daß Herr Erzbergcr bereits 10000 Mark Reingewinn erhalten habe.— Erzberger erklärt, er habe in diese Gesellschaft kein Geld hin- eingesteckt und sei durchaus uninteressiert. Zum näcksten Fall„Ein-und Ausfuhrgeschäfte" wird Generaldirektor R o t t e r vernommen. Generaldirektor Rott er sagt aus: Bei einer Zusammenkunft mit Vertretern der kaufmännischen und Tertilfabrikantenverbände in Bern machte der Vertreter des Rcichskommissars für Ein- und Ausfuhr die Mitteilung, die rätselhafte Ein- und Ausfuhr kläre sich dadurch auf, daß auf Veranlassung des Abgeord- neten Erzberger das Auswärtige Amt Ein- und Ausfuhr- scheine bewillige. Hierauf erfolgt die Vernehmung de? inzwischen erschienenen württcmbergischcn Ministers Baumann. Der Minister sagt aus: Maßgebend war für nnS, daß wir Kredite in der Sckweiz bekamen. Bei allen Verhandlungen, die wir führten, ist die Frage einer Sanierung des Dr. Denk nicht erörtert worden.— Vors.: Ein Einwirken Erzberger� aus das Zustandekommen des Vertrage? ist also nicht erfolgt?— Zeuge: Nein.— Hierauf wird noch einmal RegrerungSrat Seibold vernommen.— Rechts- anwalt Alsberg zum Zeugen Seibold: Bei welchen Einfuhr- geschäften bat sich Dr. Denk der Hilfe Erzbergers bed'.ent?— Zeuge: Es handelte sich um drei Einfuhrbewilligun- g e n in Höbe von insgesamt 2 050 000 Frank. Ich fand diese Be- willigung sehr anormal. Die nächsten Zeugen Dr Wassermann und württember- gischer Gesandter Hildebrand bringen nichts Neues. Zum Fall„V i eh b a n d e l Sv e r bon d" erklärt der nächste Zeuge. Generaldirektor R o t tze r, daß der Viehhcmdelsverbaud ] Herrn Erzberger einen Zusckuß von 12000 Mark 'für die Verwaltung des Bureaus angeboten habe. Erzberger babe sich sehr tür den Verband interessiert, sei jedock nicht in Aktion getreten, dg er bald daraus zum Staa'ssekretär ernannt wurde. Der nächste Zeuge. Abgeordneter Hermann lRcutlinaen). bat beim Reickssinnnzm'nister kür die süddeuEcke Einkaufsgenossenschaft interveniert. Es bändelte sich um die Zahlung der Hälfte des sckuldigen Betrages in Kriegsanleihe zum Parikurse. Helsfe- rich bringt die Bewilligung dieses Antraoes in Zusammenbang mit dem Reichsnotopfer und erweckt den Anschein, als habe Erzberger die Stimme des Abgeordneten Hermann kaufen wollen. Hermann und Ewberger weisen diesek, Vorwurf sehr erregt zurück. Es wird hierauf Dr. Endemann von der Reicks-Textil-A G. vernommen. — H e l f f e r i ch: Ist eS Ihnen bekannt, daß auf Veranlassung des Abgl Hermann durch den Reickksinanzm'n'sier in einem Falle d'e Gewobnbeit durckbrockrn wu-de, d'ß Zahlungen an die Reichs- Tent-TA-yt nur in Mar? und nicht in Kriegsanleihe zu erkolaen baben,— e u a e: Aaw.ghl. Der' Verband d'r Sckne'her in Nürn bera der ren un? Wa-e'v Höbe von 400000 Ma�k be kommen We rick'ete d-n Wunlck'an vn? einen Teil d-r Schuld in Kr-eesan'e'be'ablen zu dü-ten W'r antworteten ablehnend u': verw''e'cn den Verband an das ReickSkche tzmwister?um unter Hin- weis auf die bestehenden Bestimmungen. Am 30. Dezember ee hielten wir vom Finanzministerium, dem wir über den Fall Nürnberg berichtet hatten, den Bescheid daß Ausnahmen nicht zugelassen werden dürften und daß Zahlungen in Kriegsanleihe nicht möglich seien. Am 19. Januar bekamen wir dagegen abermals ein Schreiben des Neichsfinanz- Ministeriums, in welchem-um Ausdruck gebracht wurde, daß der Abgeordnete Hermann(Reutlingen) für den Nürnberger Ver- band interveniert habe und daß ausnahmsweise einmal e i n e Ausnahme gemacht werden solle, daß aber keinesfalls diese Ausnahme wiederholt werden dürfe. Mir fiel auf, daß di« Eni- scheidung über diesen Ausnahmefall sehr schnell gegangen sein muß. Am 17. Januar vorm'ttags fand die Unrerrebuiig zw'schen dem Abgeordneten Hermann und dem Reicksfinanzminister statt; am 19. Januar hatten wir bereits den Brief. Am 17. Januar fand auch die Abstimmung über das Reichs-Not- opfer statt.— Geheimrat v. G„ r d o n: Halten Sie es für mög'ich, daß Ihre Fraktion durch diesen Entscheid des Reichsfinan�- Ministers beeinflußt worden ist?— Zeuge: Nein, die Entichei- 391 �an Krebsereuter. Seine- Toten, F o k> r t e n und Meinungen. Aufgczeichne-, von HanS Müller-Schlösser. Der Junge riß sich los und versetzte Krebsereuter blitz- schnell einen- Schlag auf die Nase und rannte hohnlachend davoni Krcbiereuter taumelte zurück und fing heftig an zu niesen. Wie er aber seinen Gegner lausen sah, setzte er ihm nach und schimpfte erbost: „Tu, Knicksriefel! Du, Schinder-Aasl Du, SatanS- fnech'! Tu. dreckiger Holländer!" Ms er ihn eingeholt hatte, schwang er das Marktnetz und ließ es dem schreienden Jungen auf den Kops nieder» sausen. Im selben Augenblicke aber dachte er daran, daß er Eier im Netz hatte, doch der Schlag ließ sich nicht mehr aufhalten. Ein Klatsch— und der gelbe Dotter lief dem Jungen an beiden Seiten des Kopfes herunter. Krebsereuter besah verblüfft abwechselnd das Marktnetz nrit den zerbrochenen Eiern und de» Jungen, der sich höh»- lachend die gelbe Brühe mit dem Rockärmel aus dem Gesicht Putzte und davonlief. Krebsereuters Wut verflog augenblicklich. „O Gott o Gott, o Gott!" murmelte er betrübt.„Tat wird einen schönen Empfang geben beim Schiffer! Der reißt mir den Kopp ab!" Ratlos blickte er umher und bemerkte, daß es schon an- finiz, dunkel-u werden. Langsam, s.'hr langsam ging er zurück tznd dachte noch, was er scistem Schisfsberrn als Aus- rede für' sein Zuspätkomme-n und für die zerbrochenen Eier sagen sollte. I» tiefem Nachsinnen blieb er vor einem klei- nen Speze-reilädchen stehen und stierte durch die bleigesaßten grünen Scheiben. Plötzlich hob er die Augenbrauen bis an den Kappenrand und pfiff lesso. Darauf trat er in das ' Lädchen. Niemand war drinnen. Krebssreuter machte ein paarmal„ehö hm", aber keiner kam. Er Hopste auf don Tisch, ober nichts rührte sich. „Oh." dachte er.„wenn bier kein Mensch ist, dann muß man sich selber bedienen." Nahm aus einem Mose, das auf der Tbcke stand, ein -Kügelchen Waschblau und ging wieder. Hinter'icb hörte «r jemand heranschlürfen, und als er schon fünf Schritte aus der Straße war, sah er in der Tür eine r-undliche und ältliche Frau stehen, die suchend umherblickte. „He, Fräuke!" rief er ihr zu und hielt das Waschblau- Kügelchen hoch,„he, ich hob' mich selber bedient. Ich wollt' Euch dat bloß sagen, dat Ihr es wißt, wenn Ihr es vermißt!" Tie Frau sah ihn dumm an, drehte sich langsam um und schlürfte wieder in den Laden. „Marjajosef, wat sind die Leuf hier harthörig!" brummte er, stellte sich in einen Torweg und zog sich den Strumpf vom rechten Fuß, nahm das Blaukügelchen und bemafte das Fußgelenk. Tann zog er den Strumpf wieder an und ging weiter. Als er wieder onder de Boomjes kam, brannten schon die in langer Reihe stehenden Oellaternen. Krebsereuter holte tiel Atem und fing an, auf dem rechten Fuße ganz täuschend zu hinken. Ter Schiffer stand auf Teck und erwartete ihn. „Du, Saujvng!" rief er Krebsereuter entgegen, wie der ! über das Gangbord humpelte,„du, Saujung, wo bist du geblieben??.Hau ich dir nit gesagt, du sollst in'ner Stund' wieder an Bord sein?! Tu Bommel!'Wo hast du dich her- umgetrieben? Wart', ichjwerd' dich!— Wat, du Lotterbub, du willst mir auch noch Spirenzkes vormachen?!" „Och, leewe Schiffer," antwortete Krebsereuter mit klag- sicher Stimme und stöhnte zum Gotterbarmen,.lleewe Schis- fer, dat sin kein' Spirenzkes, wahrbaftig als Gott nit!" „Wat bast du denn da an dem Bein, dat du so hömpeln mußt, sog'!" „Och, leewe Schiffer, da ist mir hinten an der Eck', nit weit von dem Hans mit der großen Tür und den Stock- viölcken auf der Fensterbank, ein schwerer Bolderwagen über den Fuß aefobren, o fömmich! O jömmich! Auch hier dat Marktnetz ist drunter gekommen. Alle Eier kaputt! O fömmich, o jömmich?" „Gott verdamm' mich, wie ist denn dat passiert?" „Och. leewe Schiffer, wenn ich dat wüßt'! Ich stund da und dacht' an nir und auf einmal war ich drunter— mitsamt dem Marktnetz! Sflle Eier kaputt!" „Hast du dir wat zerbrochen?" „O jömmicb. o sömmich, dat kann schon möglich sein! Hä, au wich! Ter Fuß, der Fuß!" ..Treck' dir mal den Strumpf aus. Ich will seh'n. wat ist." Zurersichtlich wg Krebsereuter den Strumpf herunter und hielt dem Schiffer das Bein hin. „Seht. Schiffer, es ist als ganz blau angelaufen!" Ter Sckiifser holte rasch eine Laterne, faßte den Fuß, zog ihn an sich mtd beleuchtete ihn. „Au. au!" schrie Krebfereuter und verzog schmerz- heuchelnd das Geficht.„Nit so hart anpacken! Dat tut weh! Au! Hä!" „Tonnerkeil, dat sieht verdammt gefährlich aus! Ganz dick und blau! Hm! Ich will mal drüber reiben!" sagte der Schiffer und wollte es tun, �aber Krebsereuter deckt: schützend seine Hände über den gefärbten Fuß. „Nee, nee, leewe Schiffer, nit tun! Dat kann ich nit aushalten!" „Och wat, halb so schlimm! Nft so phrgelich! Komm her!" „Jckj bitt' Euch, leewe Schiffer, nit drüber reiben! Wat anders! Nit reiben!" „Dann wollen wir'nen kalten Umschlag machen. Dat hilft und tift nit web." > Damit lief der Schiffer in die Kajüte, um ein Tuch zu holen. „Schiffer, es ist nit nötig? Der Fuß ist schon beige- schlagen!" rief ihm Krebsereuter nach, aber vergebens. Der Schiffer kam wieder mit einem weißen, nassen Tuch und wollte es um den überfahrenen Fuß wickeln, aber Krebsereuter sagte schnell: „Es ist wahrbaftig nit nötig. Schiffer! Ich fühl' als gar nit mehr, Schiffer! Wahrhaftig nit!" „Ruhig! Tat Tuch muß drum!" „Aber dat könnt' am End' gar nicht gut sein aus den glühdia heißen Fuß dat kalte, nasse Tuch!" „Davon verstehst du nix! Ruhig! Tat Tuch muß drum! Ten Fuß her?" „Ich Holl mir aber den Schnupps und den Pipps und Gott weiß wat für'ne Krankheit!" Der Schiffer aber nahm ohne weiteres den Fuß und wickelte das Tuch fest darum. „So. Und jetzt einen Augenblick still sitzen geblieben und nit gerührt, verstanden!" Krebsereuter antwortete nichts. Er dachte mit Angst und Schrecken an das dicke Tauende, das-ohne Zweifel kommen mußte. Der Schiffer wickelte nach einiger Zeit das Tuch von dem Fuße ab und als er die Laterne hob, sab er zu seinem grenzenlesen Staunen, daß es sich blan gefärbt hatte. „He. wat soll dat bedeuten. Jung?" fragte er und blickte -Krebfereuter ins Gesicht, denn es war ihm ein Licht aufge- gangen. Bald färbten stch bei Krebsemite-r noch anders Körper- teile brcum und blau, diesmal aber waschecht! Gorti. folgt.) hurtfl über das ReichZnotopfcr hatte auch schon am Aoenh vorher fiottjyefixricn. Zum selben Punkt wird auch Direktor Merten vernommen. Er'agt auS, dast ihm von verschiedenen Seiten über Yrzbcrgerö Eintluß im Krieg»ministcrium Ritteilungen gemacht worden'eiert. Ercherger wurde als der Mann bezeichnet, dnrch dessen Eintlüs; die Krtegs-Rohstoffabteilung de; KriegSministerium? in? Leben gerufen wurde. Heber den EinfluK des Ministers Erzberger iin ÄriegSministerium wird dann iroch Hauptmann v. S l c p h a n» vernommen.— H e I f f e r i ch: Wissen Sie etivad über die Einwirkung des Ministers Erzberger nach seinem Ausscheiden aus der Firma Berger zugunsten eben dieser Firma beim Kriegsministerium?— Zeuge erklärt. Erzberger habe in Sachen n»er NachtragöforÄerung der Firma von einer halben Million beim Kriegsministerium interveniert. Kommertien- rat Bergcr schrieb an Herrn Erzberger folgendes: Ew. Erzellcnz bitte ich. in Erinnerung an Anierc frühere Verbindung, dem Vor- gang Ihr freundliches � Inlereffe entgegenbringen zu wollen und m e i n e B c st r e b u n g e n b e i nr K r i e g s m i n i st c r i u m zu unterstützen... Der Briei ist datiert vom 27. Januar IlUll. ?lm gleichen Tage ichrieb Staatssekretär Erzberger an Kriegsminister Reinhardt: Ich gestatte mir, Ew. Ei;- zellenz das Schreiben der Firma Berger beizufügen mn der Bitte. «ine außergerichtliche Verständigung herbeizusithren.— Vors. izu Erzberger): Hatten Sie«IS StaatSsekreaäc noch geschäfiliä'e Be- ziehungen zur Fiamta Berger?— Erzberger: Ich baue nur meinen Aktienbesitz.— Vors.: Iniofern hatten sie doch geschäftliche Interessen.— Helfferich: Der Herr Nebenkläger hat neulich unter seinem Eide auSgeiagt, daß ex nach seinem Aus- scheiden aus dem AussichtSrat für Berg« nicht mehr interveniert hat.— Erzherger: DaS war doch keine Intervention. Ich habe lediglich den Brief weitergegeben.— Rechtsanwalt Alsberg: Aber Sie haben sich nicht lediglich auf die Rolle de? Briefträger» beschränkt.—. Hauptmann v. Stephan y: Ilm eine einfache Weitergabe de! Bergerschen Briefes kann es sich nicht bandeln. Es war dielmehr eine Befürwortung. Auch wußte Bergep davon. Denn alz ich Kommer.zicnrat Borger erklärte, ich könne EezibergerL Brief im Kriegsministerium nicht finden, sagte mir Borger: Erz- berger hat ihn befürwortend weitergegeben, ich weiß da? ganz genau. Erzberger wird mich doch nicht anlügen.— Helfferich: Ich möchte den Herrn Nebenkläger fragen, ob er dem Kriegs- ininister mitgeteilt l>at, daß er Aktien der Firma befaß?— Erz- berger: Ick, kann mich nicht erinnern, daß ich mit dem Kriegs- minister überhaupt aesprorhen habe. Im übrigen passiert eS jedem Minister, daß er Gesuche bekommt, die er befürwortend weitergibt. — Helfferich: Mir ist es als Minister nie vorgekommen, daß ich von meinen Kollegen Gesuche mit Empfehlungen bekam. Hiermit ist die Beweisaufnahme geschlossen und die Verhandlung wird onf DienStag vormittag 9� Uhr vertagt. Am DienStag wird die Staatsanwaltschaft Plädieren. Voraussicht- lich werden diese Pl 8 d o V e r S den grüfit«« Teil deS TagcS aus- füllen. Die Verteidigung wird am darauffolgenden Vrr- Handlungstage zu Wort kommen, während die Anwälte ErzbtrgerS zuletzt sprechen werden. GroßSerlw Achtung vor Gpirituosenfalschuuge»! Dal LandeSpostzo.iamt beim Staatskommissar für DslkSer- nährung weist darauf hin, daß zurzeit Spirituosen ein über- aus begehrter Gegenstanld de? Schleichhandels fiwd. Hnlautere Leute bedienen sich in'erschreckender Weise ges u n!d h ei t»sch ä> digende r und lebensgefährlicher Fälschungen, um die starke Nachfrage nach Spirituosen auszunutzen. Oft wird der« sucht, dem Brennspiritn? V e r g ä I l u n g J m i t t c l zu� cnt- fiehen, meist in lhöchst unvollkommenen Wcnkstätten. so daß der widerliche Geschmack und Geruch durch Zusatz von Essenzen und ätherischen Oelen(Pssefferminzöl und Anis) verdeckt wird. Aber selbst bei fachmännischer Behandlung läßt sichch Proz. gleich 462K M., 6 Proz. gleich 1110 M. pro Grundstück und Jahr. Der tatsächliche Gebüchrenertrag wird bei den einzelnen Grundstücken in den Arbeitervierteln meist unter jenem Betrag liegen. In den Geschäftsvierteln mit ihren reichen Erträgen an Ladenmiete wind natürlich auch die KanalisationS- gebühr entsprechend höher sein. Für die Notleidenden int Erttsbingg. Konto: Preußische Staatsbank, Markgrafenftraße. WSHer eingegangen: 20 900 M.. ierner: Rothes Fabriken 10000: Brückenbau Hirsch 1000; Graf, Herne, 20,20; Metz, Steglitz, 20; Frau Hervfurlh, Friedenau, 10; Prof. Lippelt, Breunschweig. 10; Elisat. Berlin, 90; Voß. Rägelin, 50z Ebert, Altenburg. 100; Dr. Stoewer. Schöneberg, 100; Bern- stein 100; ftmißig 10; Dr. Meedoro, Gehlsheim, 50; Stock u. Co. 200; D*. Philipp Led'rer 23; Aklsted Piilvwm acher 20; Heinrich Otto 40; Brinkmann 10; Sachse. M, d. N., 100; Ungenannt �40; Dr. Saut er. Burgwedel, 7; Kirsch. Braunschweig, 20; Schulbuch- kmndlung(Kaiser-Friedrich-Straße) 20; Personal Schncndewind 76. Zusammen: L2 018,20 M. Vermischte Lokalnachrichten. Im � Somntapkverkehr auf der Strecke nach Neuruppin tritt vom 7. d. MtS. ab eine Zugvermehrung ein. Bon diesem Tage ad werden die Züge 653, ab Stettiner Bahnhof 6.57 vorm. nach Mayenburg, an 12,35 Mittags, und 643, ab Mayen- bürg 3,45 nachm., an Stettiner Bahnhof 9.43 abend? wieder regelmäßig vcrköhren.— Der Eifenbahnarbeiter Henke unterhielt mit dem Eifenbahnarbeiter Holzapfel unerlaubte Beziehungen. .Holzapfel wollte den Verkehr mit Henke immer unierbrechen, wurde aber von diesem ständig verfolgt. Als Sonntagmorgen Henke an der Wohnung Holzapfels klingelte, versuchte dessen Mutter ibm den Einlaß zu verwehren. Henke stieß aber die Frau beiseite, stürzte in das Zimmer, in dem Hohzapsel noch im Bette lag, und feuerte mehrere Schlisse auf ihn ab. Dann richtete er die Waffe gegen sich selbst und erschoß sich. Holzapfel liegt durch mehrere Schüsse getroffen schwer danieder. Gewerkschaftsmitglieder k Für da» Deutlch« Tbeater, Schumannsir,. Sonntag 2 Ubr: Faakob» Traum'. Ka-ten zu sehr ermäßig- ten Preisen Sng-Ius-r 15, l» Zimmer 15, wochentags 5—7 Ubr. Britz. Der nächste Jugcnd-NnterhaltungSabend findet Mitt- wach, 7 Uhr, in der Aula der 1. Gemeindesckule, Berlin-Britz, Chaussecstr. 136'37, statt. Es wird ein Lichtbildervortrag über „Märkische Landschaftsschönheiten" mit zirka 100 farbenprächtigen Aufnahmen gehulten werden,'Der Abend wird vom Gemeinde- jugendaml veranstaltet für die männliche nnd weihliche schulent- lassen e Jugend sowie für die älteren Schüler und Schülerinnen von 9 Iahren an. Duck die Eltern der in Frage kommenden Jugendlichen können Icilnchmen. Das Eintrittsgeld beträgt 30 Ps. Groß-Berliner Lebensmittel. Mcriendors. Pfd. Marmelade(X und 0). Für Personen über So Jahre 100 Crramm Sirup, Groß-Serlmer Partemachrichten. !. Abt. Eltern, deren Kinder die 45.. 8., 1. und«3. Gemeindeichul besuchen, Neffen iicb beute 7 Uhr bei Stiegel. Ackerftr. 1, Bezirkssühu uud Heller zur selben Zeit nn selben Lokal Versammlung, Wahlhelie: wollen sich beim Kenosicn Bock, IohannlSstr. 12, melden. 6. Ab,. Donnerstag. 6'/. Ubr, versammeln sich unsere Biähl-r der 133. und 149, fiicmeinde'chule sowie alle Mitglieder der Bettrke: 93, 94 95. 96. 97 bei Schujlcr, Willibald-AIcriS-sNaße 17: besgl, sür die 91. und 101. Gememdclchule und der Bezirke 75. 99, 99, 105. 106, 107, 108, 109 und 110 bei schult. Maricndorfer Straße 5, 10. Abt. Mittwoch 7 Ubr Sitzung der Partei- und BetriebSsunktianäre. sowie der EUernbeiratSkandida'en bei Karl Weilst. Förster Str. 44. 24. Abt. Mittwoch 7 Ubr Besprechung der Gruvven- und Bezirk?. führer Über ElternbciratSwadlen bei Rösner. Jmmanuetlirchstr, 25. 29. Ab». Heute 8 Uhr bei W. Burg, Prenzlauer Allee 189- Sitzung der Parteisunktionäre, 'J'i. Abt. Mittwoch 7 Uhr bei Dlesiin, Staraarder Str. 3 und Katter. Gleimilr. 45. Ausgabe von Handzetteln für die ElternbeiratSwable». 33. Abt. Heute 7'/, Uhr: Sitzung sämtlicher Funktionäre und Be- triebSvertrauenSIeute bei Haak, Swinemünder«tr. 53. 37.— 41. Abt. Allgemeine Funktionärsitzung der BezirkSführer, Be- trlebSoertrauenSleute Mittwoch 7 Uhr im Patzenhofer, Strom-, Ecke Turmstraße. 4V. Abt. Mittwoch 7 Uhr: Funktionärsitzung bei Schmidt, Siclcf« straßc 17. 44. Abt. Mittwoch 7'/, Ubr Elternversammlung in der Schulaula, Pvwzenollce 8. Rescrcut Menoffe Lehrer Springer, D.-P.-D.-Holzarbeitey. Donnerstag'i't, Ubr, Lertammlung, ffle. werklchastsbaus. Tagesordnung:.Untere Stellungnahme zu de« Betriebs- rätcwahlen". Reserent: Genosse Brolat. Angestellte des Stemcuö- Konzern». Funktionärsitzung Mttwoch illt Uhr bei Marsand. SiemcnSftadt, Bramten-WerbeanSichüsse Z. P. t. beute 7 Uhr Bellevuestr. 7, 2 Trp, recht»: Redeübuiigen. Acbtuna, Genoisinncn l ZlednermneulurluS(M. Juchaczl Mittwoch S Ubr lviinwich) im BarteworftandSiaal, Lmdenstr. 3, 1, Hos IV. Schwerhörigengenppe. Mittwoch 7 Ubr: Versammlung in der Tanbstummenichule. MarkuSftr, 49. Hof link» II, Vortrag de» Genossen Heller über:.Die politische Siwalion", Schwerhörige. Genossen, Geweri» schaftler und.Vorwär>S''-Leler sind eingeladen. Schöncberg. Morgen Mittwoch. 8 Uhr, bei Klutzuwcit, Meiningcr Straße 8, iür die 1. bi? 6, Abt.: Gemeinlame Versammlung, Reierentin Genoifi» Tanlrö,— Für die 7. und 8. Abteilung, bei Groß, Sedanftr. 17. Reserent: Genosse Czerninski Ncnköll». Elicrnoestammlungen sämtlicher höheren Schulen am Donnerstag 7 Uhr in den Aulen der Oberrealschule. Emier Sir, 134—137, und der Mädchen-Millesschnle. Donanstr. 127. Tbema: Schule und Haus. Potsdam. Morgen Mittwoch, 8 Uhr, bei Becker, Lindenltr. 20: Bei- l-mmlung, Vortrag de« Abg. Stahl- Spandau über:„Die polilijche Lage'. Silüungsveranftaltungen. Steglich. Sitzung de« BildungSauZschusseS heule S Ubr. Deutsche» WirtShau«, Echützenstr. 5� BezirkSführer müssen bis zur VorltandSlitzunz vom Bunten Familienabcnd mit Gen, Stab! abrechnen. EintritlSauSweiie zur Märchenvorlesung mit Lichtbildern am 7, März. 5>/, Uhr, Aula der Lberrcaljchule, Elisenstraße, zu 30 Ps. bei den BezirkSsührern. Jugenüveranftaltungen. Zeirtraljuseudbeim. Lindenstr. Z. Gelang- und Spielabend,— Vernau, Zl. Temmler, Dalistr. 2, Lese- und Vortragsabend.— Mahls- dort, Eemeinbe'chulc, Walderseeitr, Mitgliederversammlung.— Moabit. Turmstr. 75, Aemrindeschule. Mitgliederversammlung; Vortrag: stnter- nationale Iagendbeweaung.— Riederkchönhauiea. 1. Gemeindeschul«, Aanlenburger Str. 69/70. Mitgliederveriammlunz.— Ntederschöne- weide. Gemeindeschule. Berliner Str. 3t. Mädchenabend.— Nordost, Gcmewdcschulc, Chriftburger Str. 14. Mitgiiederoerigminlung.— Reinirkendorl-Ost, Raasch, Residenzstr. 127. Miigliederversammlung.— Wetstensee, Wocllpromcnade 1. Die deutschen Klassiker(Lesfingl. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Bund der technischen Augeftelltc» und Beamten. Ort»- Verwaltung Osten II. DonnerSlag 71/, Uhr Brauerei Pscfserberg, Frank- suiter Allee 213. MonalSoersammIunz,— Friedensbund der Kriegs- teilncymer, Bszirksgruppe Südwest. Mittwoch'1,8 Uhr Restaurant Riedel, Katzbachstr. 1, Mitgliederversammlung. Käste willlommen. Bus aller Welt. 15 Schüler als Diebesbande. Die Kriminalpolizei in Frank- surr ct. M. verha'tete. wie uns unser Korrespondent belichtet, 1 5 Schüler, die in eiuem Hause des Stadtteils Sackienhauien ein Riesenlager von gestohlenen Arzneimitteln ver- borgen hielten. Da» Lager umioßt« bedeutende Mengen von Morphium, Opium, Salvarian. Kokain. Aipirin und Quecksilber. Der Wert des Lagers beziffert sich auf Hundertlausende. Eine Vebelstraße in Köln. Wie die„Rheinische Zeitung* mitteilt. beabsichtigt die sozialdemokratiiche Siadtverordnelensraktion zu beantragen, daß eine St:aße in Köln-Deutz, in der Nähe der Geburtsstäne Bebels, dessen Namen erhalte. Die bayerischen Briefmarken werden bald verschwinden, da die Reichspost au» auf Bayern ausgedehnt wird. Noch lnavp vor dem Ende hat Bayern neue Marken herausgebracht. Der Bürgermeister von Wien, Genosse Reumann, teilt uns zu einer Notiz, die am 10. Februar im„Vorwärts* erschienen ist. berichtigend mit, daß die Stadl Wien nicht an eine Verpachtung ihrer Unternehmungen denkt. LSetteranSstchren kür da« mittlere Norddentschlaud bis Mittwoch mittag. Im Binnenland e überwiegend heiter und trocken, am Tage überall lehr mild, im Küstengebiet veränderliche Bewölkung und stellenweise etwas Regen. An unsere werten Abnehmer und Verbraucher! Die ganz erhebliche Steigerung sämtlicher Betriebskosten, die gewaltige Erhöhung aller Rohmaterialien und Blechemballage, die enorme Verteuerung der Frachtspesen in Verbindung mit dem außerordentlichen Tiefstand unserer Mark zwingt uns leider, die Verkaufspreise unserer Artikel mit diesen Mehrkosten in Einklang zu bringen und eine entsprechende Erhöhung vorzunehmen. Die unterzeichneten Firmen sind bisher stets bestrebt gewesen, nur erstklassige Fabrikate in den Handel zu bringen und bitten daher die verehrlichen Konsumenten, auch zu den neuen Verkaufspreisen ihren Fabrikaten das gleiche Interesse entgegenzubringen, in der Erkenntnis, daß das Beste stets das B i 1 1 i s st e ist. Urban& Le m m, Chemische Fabrik, Charlottenburg Urbin- Schuhputz::: Blendol- Metallputz::: Blendax- Scheuerpulver Chemische Werke Lubszynski& Co. Akt.-Ges., Berlin-Lichtenberg Servus- Schuhputz::: Kaol-- Metallputz Siegelt Co., Chefnische Fabrik, Köln-B raunsfeld Sidol• Metallputz. Qenerai-Vertreter: E m i i S t a e v e s, Berlin N W 2 3, Bachstraße. Theater, Lichtspiele etc. OpernhaDS. Min. 12: Siofonie-Mittagtkcnz. Abends T' j Uhr V1M. Sinfonie-Konzert. Schaasplelliansr Friedrich der Große. I. Teil; Oer Kronprinz. Anfang 6*> ühr. blrekuon Mai Keinnardi Oentsehcs Theeter. TfhrrBerlefeEnöüLflEfcisin Mtw. V/,: D. Sendung Scmacis. Kamm erspiele. 'uh'rBie Büchse lief PMiißFa Mtw. TV«; FrüblingsErwactieti. €ip. Scbauspieitians KarlstraSe. 7: Hamlet(18. Abt., 2. Ab.) Mitlw. 7; Hamlet(19 A, 2. A) Theater i. d. KSniggrätzerStraSe 7.15: Stützen der Ceseilschaft. Mittw.: Schlott Wetterstein Donstg.;ScbloBWctterztclB EomSdlenbaos t'rf Lln:„Sie". Mittwoch:„Sie". Donnerstag:„Sie". Freitag:„Sie". Sonnabend, zum ersten Male: Der Herr Slini.ter. Komödie von Paul Schirmer. (Mai Pallenberg, Fr Richard, Heinz Stieda, RoseVeldtkirch, Grete Diercks, Gustav Botz, W. Hollmann, Fr. Lehndorif.) Berliner Tbeater ? Uhr: Der letzte Walzer. Fritzl Massen, Otto Storm, __ Hans Wassmann. Centml-Thenter tvsu. Fräulein Puch. Dentflche» Opernhanc» y/. uhr. Der Prophet. Die Tribüne f/.u. Franziska. Eden-Theater. TV, U.: Di Fziedr. Dollarprinzessin irilhelmnt.Tli. 7l.ta V/, Uhr: JOcr-Ptcrgetteßts Theater des Westen» T*/. u. Hie Fm im Hermelin Wallner-Theater uilr Eine Ballnacht Walballa-Tbeater, uhr: CsärdäsfürstiB. Residenz-Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Täglich Uhr: Evclien Humlireclit. "'"wochdU-: Rotkäppchen. Sonnab. 4: Max und Moritz. Sonntag 4: Der gute Rai. TrIanon-Theater7 Bahnhof Friedrichstraße. Täglich>/� Uhr: Femina. Mittw. 4 Uj Maz u. Moritz. Sonnab. 4: Mänsel und Bretel. Somtag 4 U.: Johznnlsieuer. Rose-Theater. t uhr: Wilhelm Teil ileic)ishall.-Ttieater 3«bnt Sbenb 7'/, und je* Sonnt 5im.SU. Jg- Ttettiner i€ Tanger. Nachmittags Volksbühne Theater am Bülowplatz. Eyges nid sein Ring. LessIng-TMer. Direktion: VictorBarnowsky' T". Uhr: PypallOB. Mittwoch 7> ,: Pjrm-aliun.| Donnerstag"1/,: Pygruiallon.' Deutsehes Siinslier-Theater �tThrf Meaaqerie Schalt und Aauet, im Großen Schauspielhaus. Karlstr.- Schillbaueidamm Das neue MXrzprogramm Oscar Sabo Vaienka Gert Dady Christian. H. 11. v. TwardoTr.ki Hans von V/olzogen Irmgard Bern Danny Gürtler d. J. Maria Lud MuslkLelt.: Fricdr. Holländer. Fi im Conference Karrikaturenfllm v. Malt. Trier Erüffnung 7"� Beginn 8". t'hr. Casiao- Theater Lothrlngerstr. J7. Tägl.'.SU: Des groBen Andranges wegen noch kurze Zelt verlängert! Ueber 100 mal aufgeführt. Schniepels lene und erstklassige Spezialitäten Sonntag 3V7: Die Wunderkur +Fo]iesCapriG6+ Eck. Friedrich- u. Cinicnsiraße —— Täglich 7 Vf.-—— Die abgetretene Frau Zwangselnquartleiang. Oh diener IVowack! mit Ferdinand Grüneclcer in den Haupirollcn. Ölppia-Tlieater (früher Voigt, Badstr.58) Tägl abends 7V, Uhr: Sie spanische Tliegc Schwank in Z Akten. Unter d. Linden 22/23 Dir. M. S o 1 1 m a n 2 Uraufführungen 2 äDsiiFeiÄ GroB. Detektiv-Abenteuer in 5 Akten. Hauptrolle: Hans Albers Ria Jende. Augen. Spannendes Film-Drama in 4 Akten, Schildert das Schicksal eines Mädchens, das im Banne der Hypnose zum Werkzeug eines Hochstaplers wird. J Residenz-Ka ino j u. Blumen-Diele, 10 BluracnstraCe 10. 1 I Tanz u. Kabarett! iOOOS0OSOO«S»S üETROFW/ IVkabarett/ " Bwwwr.M-iV� ♦ Allabenollch 7 Uhr:« •lohn Hamilton? Prltz u. Bobby Link» Efcnlt« Schlüter-* Grünltz• Marxmu. Egon Loron inax Goldberg und Carmen Kehllg-Goidberg Ein näehlcher Gast Hansi Etzer Paul Ooldler> Walter Stelner! Gera Varady Trupp«' Orct« Rus» Doufaon Kapelle Mundi.Neumann.- Am Flügel: E. Hentscbcl. 1 «JoÄoKoJMolMoWoMoXoXoWoWoÄoÄoMtcjaK 1 SieGeschlechtMnk- 1 I heilen u. ihre Men| ? Medizinischer Belehrungarüm der Kulturabfeilung F der„Ufa"miterliuterndemirztlich,BfgIeifvonrag g Jeden Preltasu. Sonnabend 4»/}Uhr nachm. Ü Sonntag 12 Uhr mittag« Uta• Lichtspiele Taueniziencalast| Tauentzlenatr. 19 x Vorverkauf 1 1 b:s 1 Uhi 2 Jeden Montag u. Dienstag 4'.. Uhr nachm.£ Kammernchtsnieie.Poudjmer piatt» 9«d.Mlttwochu.Donneraua41/2 Uhr nachm.£ Ü.T alexanderplatz§ VorvarkäuTTi Ol« 13 Uhr Mmtllcc Vorstallnagan-»•nnästlgten PraUaa | ■an! 2 m>mS IPOLLO-THEATER Frietlricbslr. 218 Dir. James Klein Auslands-Varie�-Sensationen Härz 1920 Die ersten Japaner In Berlin Hlnodcs CIc Sensations- Diusionisten 4 Williams 9 Spiel« mit Pferden aus Kristiania Amerikanlstiie 'opppielei vom Royal Orpheuin j Sylvester Cretno Familie Wieder in Deutschi. Reisler- Ikarier Mizzl Kindt und Partner Zahnflng mit hängenden Menschen durch den j Zuschauerraum Außerdem; Mary Blank, Meisteriongieuse; Willi, das Unikum; 6 Irunatos usw. Tageskasse ab 10 Uhr ununterbrochen geöffnet. Rauchen gestattet. Großes Schauspielhaus Direktion:!?ML Das Abonnement für üie nächste Äpielzeit ist aufgelegt Sechs Abenöoorftellungen/ Sechs verfchieöene Stucke Goethe: lkgmont/ Schiller: Die Räuber/ Shakespeare: tin Sommernachtstraum/ Calöeron: Das Leben ein Traum Romain Rollanö: Vanton/ Gech. Hauptmann: Klorian Gcger Änderungen vordehalirn preise öer Platze für öie sechs Vorstellungen: Logen G7.80 M.- also it. 3» M. pro Abend(RoflenpteW 24,60 M.) Pntfrti 67,80 M.— olfo 11,30 M. pro Abrnd i8ossenprei« 24,60 M.) valkon 50,40 M.- also 8.40 M. pro Abrnd(RafsenpteW 17,60 m.1 I. Ring 32,40 M.— also 5,40 M. pro Abend(ftoRenprr!« 8,90 M.) 2. Ring 19,20 M.— also 3,20 M. pro Abrnd sKasseoprr!« 5,40 M.) 3. Ring 12,60 M.— also 2,10 Bt. pro Abend skassenprrl« 3,20 M.) Zn dlesra preisen ist dir eustbarkrildstetirr bereits enthalten , daß ench Hhsnnenten - tu. Das hhenntmnU v«t Oer Otgonlfalfen de, nbonnemem» ist da nie«arge getragen, spatere? fiutclhinjen(rührte fluffühtungen eint« Werke«»ehalt' ist übertragbar, ort verkauf der Abonnements findet ftn©tof en Schaufptrlh«», noo 5—4 Uhr tauch Sonntag»?».an der Cheaterkafs» st. Werth«im, Zrtpzigee Str., statt. DsHnlUv letzte Woche! mr Wochen-Zyklus-vr: Nie Semn derWell TttsZrsIIv: � MV Künstlerische Oberleitung: Joe May Hauptrollen; Mla May/ Hans Mlarenderf Michael Bohnen/ Paul Hansen/ Ernst S. Tel)! r; onnerstusr. Dienstag, Mittwoch, 2, 3. 3. 3. , 6. Teil Freitag, 5. 3. Hefmann , 7. Teil 8. Teil Beginn; 7 und tt'/g Uhr/ Vorverkauf 11 bis 1 Uhr Wechanta?« ab 7 Uhr Sonntass >'5h? i--- wiozarisaa1 Die gefahrvolle Wette Bio kriminalistlSL-hes Elte»! In S Akten � Ganz der Großpapa � Konrad Dreher�1 Tw?;-::"!',::::* Die Herrin der Welt ritelpotiai Mifl May/ Kflnstlerlsch« Obirlnltuapi loa May Vom 27.Fcbr.bl«1 Män: V.Teil DlaWohHItarlnderManachhel» «»apiroUrn: Ml« May/ Kans Mlsrendeif/ Paul Hansti»/ ernst Hofmann Vom 2, bis 4. Marz: S.Teil: Via Bache dar Maed Per gusson I» dm Hasptroiies Mla May/ Hans Mierendorf/ Ernst Mofmann In den Kammetllchitpitlaz Press,-, Ehren-, P«u«r- und Freikarten> n g!I I i I g I Fl L s c N v> ck« » «anny Porten w rionieB Vose'.ssns nach dar Kovcüo von Felli Phil ippi Uagla; Riidotf G i � b r a e h & Aiaxitndcr latz u. V�ainbcrirswag 6 Die Marchese d'Armiar.l mit P o I a N e 9 r i 4> Ui»: Alfrod Halm Hundamamachen mit Ossi Oswalds ribgU; Rudoif atobrae.*) D ächhnrberc Grete Freund«d FqHjs in KBSCOtiB oscb Lee Lalpzlpar, Evm»>'„Bsllhiu, Anna' PriinBBschen mit Lotto Heumann G Söna�XaTra26 vsr F«ckeltrag®r »t Asta Nielsen U.T Kurfarstendsmm I U.T KollrOdorfplstz Oana der Bre»papa Leios Vater mit Konrad Drahar Iftll PotAdamer Str. 38 Turmatr. 12 M in Monica Vogelsanj». , Friedenau, Rhclnstr. 14 1 Tötet nicht mehr Alexzndcrplatr-Passage Eva May in: I nie Fee von Ski. Mdnard. Theater am KottbuserTor Tel.: Morlaplatz 14814. Jeden Abend 7'/? Uhr: 8Ute-Sänger. 9 ehem. Mitgl. der »tettincr Sänger. Sonnt, nehm. 3 U. ermäB Preis,(voll. Abend-Programm. Blfithgcn- Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum hchluß: Ol« Heben Verwandten. Vorverk. 11— IVs u. 4—« Uhr. •ichhoffbauer ' Volk*rarict6 I Warschauer Str. 34/36. «■■■radaaaas Tftglicb 7 erstklassige 7 Variete-Nummern Die neue Burleske: Die Etagere. CircusBusch Dienstag, 2. März, 7'/, Uhr Zum(h� ISO. � Male; Tragikorais*. PaiUOmime „Aptimilite" in 3 Akten von Paula Bmch inszeniert von Georges Blanvnlet Vorher: Das neue März-ProBiamm! Täglich VI iria Irliis in ihren Tänzen Dr. Angelos lebender Marmor 5 Carras Cymn. Neuheit 4 Erettos Handspringer Hansl Etzer Jodlerin, Manfred Kassin Humor. Zeichner* Fred Bradford Radfahrer Silacara Schlangentanz, Eomniinil&nt Hantley der alte Haudegen Montrell FangkSinstlcr Camillo Mayer Turmseilkünstler IDielu Wmirals-Palasi.8� oel DleiustlgePuppe TV, Uhr. AkM L t.«MM 5K. Margen Mittwoch, i. Mörz, l;:t Ahr: Zum 10 Oe Male: Schloß Wetterstein. Schauspiel in Z Akten»an Aeanf XBebeNnh. Ä. A. Römer, Zahn Rapp, Hug» Bauer. lAchau-Biaz l am potSdamerpl.- KSniggrSher Str. 121 1 Jjlmfchou. Die Gespenster {tum Garöenhall 1 5 Akte n. einem Roman D. Sob. Rrafib� Hermann vallentin Vita S Bfif)neQf(DQu| Sruno«flchgrun�T»v i. mar,: w.«'°a.r tolle iethneiitet jaul iefletmelet in der Operette Rosenstock u. Edelweiß I van Zuliua(Bauer. Musi! von Franz Lrhiir. Vsriele-Lssö Akirilrvlslr 0ranleu.ee. 8.4-65 Dir. R. Korane. ! Ki>nsit.i.eit.HriimuthBerndsen. Drehest. Georg Wöhlert | Bas große Weltsiadtprogramm 1 Relnach u. Part. X Rieh. Springer X 4 Perandl»| dtsebw. Smtles X I Wendini» X Behrwall u. Part. Karl Steininger X Hill and Hnll t'/j— 7: Tanz-Vorführungen= 8 Neuhu.cn.BIIIarda Ulköratube Treibriemen! Sit stelle» dt, Kenbeftanhc unsere. Berliner Sager» an Zellatoflrlrraen in Beeilen»an Z6 hi» ZM mm, bewährt« Fadrilcie»um»erlauf. Bestchriauna ist argen Stntabiarte aestattet Interessenten bitten wir, sich mit uns schristUch IN Cerbinbuhq»u ffBctt. loO/S Berlin,«ac* 1920. Dedtbche Leder- Aktien-Ge«. In Liqa. —- tu Aktiengesellschaft für chemische Produkte vormals fl. Scheidemandel, Berlin. Hierdurch laden wir unsere Aktionäre zu der am Sonnabend. 20. März 1920, mittag» 12 Uhr, in Berlin Savoy-Hotel, Grüner Sadl, Frledrichstr. 103, stattfinden den 24. ordentüchen Gentrzl- Versammlung ergebenst ein. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht nebst Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom t. Oktober 191« bis 30. September 1919; Resch-.r- lassung über deren Genehmigung sowie übe rVer- wendung des Reingewinns. 2, Entlastung de» Vorstandes und des Aufsichtsrates Stimmberechtigt sind diejenigen Aktien, welche beim Vorstand der Gesellschaft oder bei den nachstehenden Anmeldestellen mindestens am dritten Tage vor der Generalversammlung entweder unter Vorzeigung der Aktien oder unter Voriaee eines Besitzteugnisses, welches von einem Notar oder von einer öffentlichen Behörde ausgestellt sein muH. angemeldet sind. Anmeldestellen sind: Der Vorstand der Gesellschaft in Berllit, die Dresdner Hank in Berlin. Dresden und München, die Bayerische Hvpotheken- und Wechselbank fn München und Landshut, das Bankhaus E It J. Schweillheimer. München, das Bänkhaus Dingel& Co., Magdeburg. die Unionbank, Wien, die UngarischeAllgemeineKredit bank, Budapest. 182 3 Berlin. 20. Fehruar 1920. Der Aul.Ichtsrat, Kempncr, Vorsitzender. Bettnässen Da» btfatiRt vorzügliche tmb in feinet Wirkung hervorragende Mttei gegen Leiben sinb bt? hrfaimten Pastillen sepBgÄfii a Schachtel 4 M. p.(hochnehmt, Schachtel 4 201. p. S Srsolg d. Dankichreib. nachgew. Schl nur durch lS«eii-lpiit!ieIls.�x?� »u beziehen. 1S8/7* Gold- Brach Silber Broch Kupfer Messing Blei 998h»] Zink Zinn kauft su hitefaaten Taigeapreiaen Silber-Zentrale '.13 �Qehffnrt�on 9-6 Vhr� Kupfer �25,00 Messing.. 14,50 Zink.. 8,00 Blei.. 9,50 RotgnS.. 23,00 Slolplsche Str. 39, Ä. Kupfer Messing Zinn Sämtl, Metalle Quecksilber Platin Gold- Silberabfälle Zahngeblsse kauft zu rl*«lg hohen Preisen in unseren 6 Einkaufsstsllen Metall- Zentrale I. Brunnenstr. II am Roscnthaler Platz 2. Fennslraße 48 am Weddingplati 3. Beusselsfr. 29 nahe lürrpstralle 4. Bahnhofstr. 2 Ecke Schöneberger Str. am Anhalter Bahnhol 5. Neukölln Kalaer-Frl*drjcb-Str.229 ' nahe Hermannplatz 6. Weidenweg 72 am Baltenplatz SozialdcmokratifdKr verein Berlin(S.P.D.) 22. Abteilung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse Ksorg kiemer Petersburger Striche 59, gestorben ist. 209/9 Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Morgen Mittuioch, 3. März, Nltchniittags l'/s llhr, im Are,nlatorium,Gc:lchtstraße, statte UM rege Beterirgung er- sucht Der Vorstand. Loziaiilem. Kiahlverein lieultölln<5. P. v.j. Den Mitgliedern die trau- rigc Nachricht, daß unsere Genossin, T/rmi Emma GSbel (31. 33m.. IV. Abt.) verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! DieDeerdigung findet am Donnerstag, den 4. März. nachmittags 4 Uhr, von der Siallc des neuen Zakobi- lirchhofcs,.Hcrmannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet ?s9 7 Oer Osrstand. Am 27. Februar verstarb uncrnzprtet nach kurzem Krankevlagcr unser lieber Mitarbchter, der Stereo- typeur fsieilsieli im 44 Lebensjahre.— Wir L betrauern einen braven Kollegen und guten Freund, einen Imigjährigen und gewissenbaften Mitarbeiter. Sein Andenken werden wir allezeit in Ehren halten. Personal und Geschäft»- leitnna der Vorwärts- BuchdruSerei Paul Singer er To. Die Einäscheinna findet am Donnerstag,-f. März, nachmittags v/z Uhr, im Urematoriuzn.Gcrichtstraße, statt. "Am 26. Fedouar verschied I plötzlich infolge Herzschlags i unser lieber KaNege, der I Metteur 1015b psv! kerecke I aus Berlin.— Ein ehrende» I Andenlen sichern ihm die j Zollegen der j Norddeutsch. Buchjtrvckrret Wilhewtsrc. 32. Die Beerdigung findet I morgen Mittwoch, 3. März, 1 3»,'.Uhr. auf dem Gemeinde- I-rlcdhof in Steglitz, Berg- I straße, statt. -O- Haut-, Harn-, Unterlerbsleiden und nervöse Schwäche. Schnelle. üchcrc B-bandlg., nivglickst ohne -»ierufsstörunx. losähr. Praris. kl'Z I,„ Nudreasskr. 15, tiUlU!, Erte Breslauer Str., dicht am Schief. 39 cht 1). Sprech st. h 19- 12, S-'-'jS. Sonnt, geschlossen. Platinj höchste Preise bis 3000 Mark, jedoch pro Zahn nicht ftfl BÜX unter£>■ IWIa GollSilber-j schmucksactienl Gebrauchsgegenstande sowie Bruch Kcnkurrenzl, Preise I =%! Auf Grund des Reichsgesetzes zur Verfolgung von Kriegsverbrechen und Kriegsvergehen vom 18. Dezember 1919 ersuche ich alle diejenigen Herren, denen bekannt ist, daß ihre Namen aiif der Auslieferungsliste stehen, mir umgehend Aufenthaltsort und Wohnung anzuzeigen. Leipzig, den 27. Februar 1920. 32i d Der Oberreichsanwalt. Bekanntmachung. ß e FL L l N* .................. 1 D au e rwäsch e nur erstklassige Qualität in modernen Formen und allen Weiten vorrätig. N ZI eigene Geschäfte in QroB-Berlin. P m Dir machen hierdurch bekannt, daß in Berlin Berlin-Dahlem „-Friedenau ,-Grunewald ,-Lankwitz „-Maricndorf „-Maiienfeldc „-Niederschönrweide „-Schmargendorf „-Schönederg „-Steglitz _-Tempelhof Wilmersdorf Buckow Eroß-Ziethen Grunewald-Forst Klein-Machnow Lichtenrade Neukölln(Hafenheide) Nikolassee Rudow Schönefeld Selchow Stahnsdorf Teltow Waßmannsdorf von dem Tage ab, an dem im Monat März 1320 die laufenden Gasmefferftände aufgenommen werden, der Preis für das Kubikmeter Gas bis auf wettere» 1,— M. einschließlich Kohlen- und Umsatzsteuer betragt. Für das durch Münzgasmesser entnommene Pas erhöht sich dieker Preis um die Gasmcssereinrichtungsmiete. Der Unterschied zwischen diesem neuen Preise und dem, auf dem der Münzapparat noch eingestellt ist. wird bei der Entleerung der Mllnzgasmesser durch die Beauftragten der Gesellschaft gegen Empfangsbescheinigung besonders eingezogen. Berlin, den 28. Februar 1320. Gssvkkrievsgesellslhllst. MevgeseWlifk. Der Vorstand: E. Körting. N Verein„Arbeiter-Hociisclnile" E.V. Berlin C 2, Neue Fried richstr. SS— 56, II. Ztr. 4690. Arn Donnerstag, den 4. März, abends 6 Uhr. beginnt in der Aula Georgenstr. 30/31 eine Vorlesung über Bichard Wagner, sein Leben und Schatten mit Erläuterupgen am Klavier. Dozent Gustav Ernest. 5 Abende. Hörgebühr für Mitglieder Z Mm Nlchtmltjileder 3 M, Binzel-vortrag mit Llchtblldernt Sennabend, den 6. März, 7V, Uhr abends, in aer Aula Niederwallstr. 12, 227/5 Jens Lotzen-. Eine fahrt ins nördliche Eismeer. Eintritt MKliUtdcr I M., Nichtmitglieder 2 M. Sie haben einen Vogel abgeschossen, wenn Sie Ihre EMefallabfälle und Alteisen nur an mich verkaufen. Zahle stets höchste Tagespreise. Eisen- uni) Metallgroßhandlüng Willy Seydlitz. Hauptgeschält; Neukölln, Liberdastraße 4. Tel.: 9405. Nur|6r engros. Detailankanfsstellen; Hermannpl 4. Böhmische 5t. 16(nahe RichardpL) Berlin, Schönhauser Allee 151.— Pücklerstratze 33. 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März. 1 Uhr. Am Regierungstisch: Müller, David. Noste. Schiffer. MaeSle. Bor Eintritt in die Tagesordnung kündigt Abg. Dr. Cohn Rücksicht auf die Art deS Einkommens. Abg� Hesse(Dem.): Dem Ant-.ag Becker tonnen wir nicht zu- stimmen. Wir beantragen dagegen selbständige Veranlagung de« ArbeftseintourmenS der Kinder und Zusammenrechnung de? sowti» gen Einkommens mit dem der Elierw. Wg KcU lToz.)' Den Antrag Becker lehnen wir ab. Wir legen entscheidenden Wert daraus, daß die Zusammenrechnung de? Einkommens des HauShaltunaSvorstandes mit dem Arbeitsein- kommen auch der minderjährigen Kinder u n t e r b l e i bt. Dem Auftrag Wetzlich stimmen wir zu. Präsident Fehrenbach: Dke verschiedenen Antragsteller einigen sich wohl am Ästen bis zur driften Lelung aus eine gemeinsame Fassung. Ter 8 16 wird mit der Aendcrung angenommen, daß nur bei minderjährigen Kindern die Zusammenrechnung de» Arbeitseinkommens unterbleiben soll. Die 8Z 19 und 29 enthalten üie Steuersätze. Abg. Seeger(II. Soz.): In Anbetracht der ungeheuren Steigerung aller Preise müßr« das steuerfreie Einkommen, wenn es die Höhe deS EristenzminimumS erreichen konnte, mindestens 15 999 M. betragen Di« Abzüge dürften nur bis zu dieser Grenze gemacht werden. 3999 M. ist aber das Allerwenigste, was wir fordern. Abg. Blunck(Dem.): Auf. kinderreiche Familien ist weitgehende Rücksicht genommen. Abg. Tüwell(II. Soz.): Wir fordern einen Steuersatz von 59 Proz. schon bei 199999 M.. ansteigend bis zu 85 Proz. Im Exisienzminimuin begnügen wir uns mit 3999 M. steuerfreiem Einkommen. Abg. Keil(Soz.): Es ist ivahrlich keine schwere Ausgabe, Anträge zu for» m u l i e r c n, die noch viel weitergehen, um so agitatorischen Bcdürfnissiu noch mehr entgegenzukommen; ich könnte auch genug soziale Gründe dafür angaben, aber ich wüßte nicht, wie dann das deutsche Staatswesen� erhalten werden könnte.(Zuruf deS Abg- Geher: Glauben Sie mit Ihren Anträgen das deutsch? Staats- Wesen erhalten zu können?) Sie haben durch Jbren Antrag ja selbst die Notwendigkeit dazu aner kannt! Im Vordersatz haben Sie eS abaelehnt zu begründen, wie daS.kapitalistische Reich" erhalten bleiben soll, und im Nochsatz haben Sie auSfübrlich Ihren Antrag begründet, der gerade dazu beitragen soll, dies zu tun. Sachlich haben wir noch zu sagen: wenn man daS Existenzminimum freilassen wollte, müßte man natürlich höher geben. Aber selbst die.Herren Unabhängigen müssen zugeben, daß die» eine Unmög» lichkeit ist. indem sie selbst da? Existenzminimum mit 19— 12 000 Mark angeben und doch nur 3999 M. steuerfreies Einkommen der- langen. Es ist eben leider bei dem Sieurrelend des Reiches u n» möglich, die Sätze frei zu lassen, die heute für die Lebens» führung notwendig sind. Dies bedauert niemand mebr als meine Fraktion. Wir müssen uns aber bemühen, um das Manko de? RcieÄbudgetS zu decken und um gerade auf die wirftchaftlich schwachen Kreise Bedacht zu nehmen, möglichst viel auS den direkten Steuern, wie der Einkommensteuer, herauszuholen, um die die breiten Massen drückenden ungerechten Stenern möglichst gering gestalten zu können. Tie heutige Fassung bedeutet für kinderreiche Familien einen großen Fortschritt gegenüber allen einzelstaatlichen bisherigen Fassungen. Eine allein- siebe üb: Person hat 1599 M. steuerfreies Einkommensteil, bei zwei Personen 2999 M.. bei drei 2790 M. bei vier 3400 M., bei fünf 4100 M., bei sechs 4800 M. und bei sieben Familienmitgliedern 7599 M., die von der Stauer befreit sind. Wir(zu den U. Soz.) haben mehr Wert daraus gelegt, uns eine Mehrheu für die die Arbeiterschaft in Wahrhsit entlastenden Bestimmungen zu sichern, als nur agitatorische Anträge cinzubringcn.(Beifall bei der Mehrheit.) UnterstwrtSsekretär MoeSle: Den Antrag, die steuerfreie Grenz: auf 3000 M. festzusetzen, bitte ich in Anbetracht deS großen finanziellen Ausfalls abzulehnen. Den Antrag deS Abg. Blunck begrüße ich mit einem nassen und einem heiteren Auge. 8 IS wird mit geringen Aenderungen angenommen. Der Antrag auf Feststellung der steuerfreien Einkommen»- grenze auf 3999 M. wird abgelehnt. § 29. der den Stcuertarif enthält, wird in der Fessvng de? Entwurfes unter Ablehnung der unabhängigen Anträge enge- NOMM?N. Damit wird d-e Beratung abgabrochen. Präsident Fehrenbach verliest den bereits angekündigten Initiativantrag deö Abg. Dr. Cohn(U. Soz.) betreffend Aushebung der Verordnung des Reichspräsidenten für den Regierungsbezirk Düsseldorf und den verschärften Aus- nahmezustand. Abg. Dr. Cohn lll. Soz.) begründet die Dringlichkeit seines Antrags. Die Verordnung stellt den ganzen gesicherten Rechts- staat in Frage. Präsident Fehrenbach: Mit Rücksicht aus den Umstand, daß diese Verordnung des Reichspräsidenten doch schon vom 13. Januar stammt, überlasse ich eS der Prüfung des Haust», ob ein« so dring- liche Behandlung des Antrages erforderlich ist. Abg. Dr. Cohn(U. Soz.): Diese Verordnung vom 13. Januar ist erst am 23. Februar der Nationalversammlung mitgeteilt war- den.(Hört, bärtl) Das ist eine Verletzung der Verfassung. Auch ist ausfallenderweise die Mitteilung an die Nationalversammlung vom Reicksmehrminister statt vom Reichspräsidenten erkolgt, eine neue Vcrfassunasverletzung. DaS legt die Vermutung nahe, daß diese Verordnung dem Reichspräsidenten gar nicht be- kannt war. Redner deS Zentrums und der Demokraten sprechen dagegen, daß die Sackte berefts auf die morgige Tagesordnung kommt. Präsident Fehrenbach: Da durch die Erklärung der Redner zweier großer Parteien die Gewähr gegeben ist, daß mindestens 15 Abgeordnete widersprechen, so schlage ich vor, die Anfrage als ersten Punkt auf die Mittwochs tagcsordnung zu setzen. Abg. Cohn(U. Soz.): Der Reichswehrminister hat uns diese Verordnung mit dem Bemerken mitgeteilt, daß sie zimächst nur in Düffeldorf Geltung habe. Die Verantwortung für eine etwaige Ausdehnung auf andere LandeSieile lehnen wir ab. Bei der Abstimmung ist die Mehrheit gegen eine Verhandlung am Dienstag. Mit der Verhandlung am Mittwoch ist das Haus einverstanden. Nächste Sitzung: Dienstag. 1 Uhr.(Weiterberatuna des Ein- kommenswuergesetzeS, Kapitalrentensteuer und Londessteuergesetz.) Schluß gegen 6 Uhr. preußische Lanöesversammlung. 12 7. Sitzung, Montag, den 1. März 1S2 9. Am RegürungStisch: Hirsch. Präsident Lern e rt eröffnet die Sitzung 12'/, Uhr. Abg. Meyer- Livpstadt(Soz.) begründet einen Antrag aus im« verzügliche Borlage einer Denkschrirr über die preußischen Wasserkräfte und ihre Ausnutzung zur Licht- und Kraft- erzeugung, ferner aus Vorschläge für eine restlose Ausnutzung der Koblc. Der Redner spricht so leise, daß er auf der Tribüne völlig unverständlich bleibt. Niack dem Antrag zustimmenden Erklärungen der Abg. Dr. Kloß(Dnat.) und Dr. F r e n tz e I(Dem.) ersucht ein Regie« rungSdertreter um AuSschußberatrrng, um über den zu be- abfichrigenden Umkang der gewünschten Denkschrift Anhaltspunkte zu gewinnen, da ihre Fertigstellung S Monate bis 2 Jahre in An- spruck nebmen könnte. Dre Abgg. Hirtsieser(Ztr.) und Lichtrusteiu(U. Soz.) wenden sich gegen die KommissionSberatung und treten für schleunige Vor- läge der Denlschrift ein, damit ein Ueberblick über die Geiirmtlage gewonnen wird. Abg. Dtendel(D. Vp.): Die AuSschußberaiungen würden ja doch nur vier Wochen in Ansprüch nehmen. Abg. Dr. Frentzcl«Dem.): Die Angelegenheit ist so dringend, daß sie durch AuSschußberatung-n nickt noch verzögert werden darf.(Beifall.) Der Antrag wird uack Ablehnung deS Antrage« der Deutschen VolkSvartei aui Ausschutzberatung einnimmig angenommen Abg. Leid(ll. Soz.) begründet einen Antrag auf Einspruch gegen die BersammlungSverbote, weil damit den Abgeordneten die pflichtgemäße Berichterstattung über ihre Tätigkeft vor den Wählern verhindert würde. Der Antrag wird gegen die Unabhängigen abgelehnt. ES folgt die Beratung einer Mitteilung der Regierung, daß die Verwendung si a o l l r ch e r Mittel zur Herstellung und Ver» breitung von Flugschriften und Schriften parteipolitischer Art nicht nachweisbar ist. Abg. Nippel(Dnat. Vp.): Der Mißbrauch, der trotz der Regierungserklärung mit Staatsmitteln tür Parreizwecke getrieben wird, muß auihören. Ich frage die Regierung, ob sie gewillt ist, dabin zu wirken. Minislerpräsident Hirsch: Wer in der Art deS Vorredner« Kritik übt, trägt zum Wiederaufbau unser«? VolkdS, dem der Vorredner angeblich dienen will, nicht bei. ES ist doch zwecklos, immer wieder über die Vorgänge in den letzten Wochen irreführende Behauptungen auszustellen. A l l e F ä l I e von Korruption, die festgestellt worden sind, gehen auf eineZeit zurück, wo Sie(zu den Deuticknationalen) die Herrtchaft hatten.(Stürmischer Widerspruch recktS.— Lebhairer Beifall bei der Mehrheit.) Sie lönncii nickt bestreiten, daß diese KorrupnonSsälle sich unter Ihrer Regierung abgespielt haben.(Erneute LSrmszenen.) Nicht ein einziger Fall der festgestellten KorluptionSfälle hat sich in der Zeit seit der Revolution abgespielt.(Große Unruhe bei den Dnatl.— Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.! Eine Kritik der Behaup- tungcn ohne Beweis lehnen wir entschieden ab.(Große Unruhe rechts, demonstrativer sich wiederholender Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Dr. Rosenftld(U. S.i: Tatsächlich bestehen doch Organi« sationen, die das Volk den Wünschen und Bestrebungen der Regie- rnng geneigt machen sollen. Auch die frühere Regierung hat Partei- arbeit getrieben, nur etwas geschickler. Abg. Garnich(D. Vp.,: Die Zentralstelle für Heimat- dien st vertreibt andauernd sozialistische Werbe- s ch r i f t e n. Diese Form der Ausklärung kann man nicht objektiv nennen. Abg. Meyer-Rheine(Soz.): Der Nachweis der Korruption ist bisher völlig mißlungen. In den beanstandeten Broschüren ist nicht soziali st rsche, sondern soziale Politik getrieben worden. Die Rechte regt sich nur auf, weil sie fteuerscheu ist.(Beifall bei den Soz.) Danach wird ein Schlußantrog angenommen und die Mitteilung der Regierung für erledigt erklärt. Der Antrag des Freiherrn von Wangenheim(Z.) auf Hilfe für die durch das Hochwasser der Elbe und Weser Ge- schädigten wird nach kurzer Aussprache einstimmia angenommen. Abg. Graf« Frankfurt(Soz.) begründet einen Antrag, den Krankenkassen»nöglichst bald für oie Ausstellung der Jnva- lideukarten von den LandeSversicherungSansialten eine die Selbst- kosten deckende Entschädigung zahlen zu lassen. Der Redner tritt ferner dafür ein, daß die Beiträge zur Invalidenversicherung gegen Vergütung der Selbslkosten von den Krankenkassen eingezogen werden. Der Antrag wird nach zustimmenden Ausführungen von Rednern aller Parteien einstiinmig angenommen. Abg. Gräf-Frankfurt(Soz.) begründet dann noch einen Antrag, daß die Grundlöhne, nach denen sich die Haren Leistungen der Krankentassen richten, entsprechend den heutigen Zeilverbältnisien erhöht werden.— Ein RegierungSver l rei er stellt eftie Vorlage zur Reichsversicherungsordnung in Ausficht, die dem An- trage entspricht. Der Amrag wird einstimmig angenommen.— Danach vertagt sich daS HauS auf Dienstag 12 Uhr: Kleine Anfragen, Auseinandersetzung mit der Krone.— Schluß 48/4 Uhr. Wirtschaft. Wo ist der richtige Preis? Wir sind„p r e i S b l i n d" geworden; selbst das richtige G e- fühl für die Angemessenheit der Preise ist uns verloren gegan- gen, wir tasten im Dunkeln. Ob der Verkäufer, bei dem wir eine Ware erstehen wollen, einen übermäßigen Aufschlag gemacht hat, wieviele der Vorbesitzer der Ware, Großhändler Zwischen- Händler, Schieber, sich bereits mit großem Nutzen die Hände an ihr gewaschen haben, wir wissen es wahrlich nicht. Wir sind hilflos und ratio«, und fühlen rniS überall betrogen, wir sehnen uns zurück in die Zeit des Mittelalters, als die Magistrate dem Handwerksirreister und Kaufmann die Preise je nach der G ü t e der Ware vorschrieben, als Entgelt dafür, daß ihnen dre Kon- kurrenz vom Halse gehalicn wurde. Auch heute fehlt die Kon- kurrenz, herrscht das Monopol der Warenknappheit, aber es fehlt daS Gegengewicht, de« Schutz der Verbraucher. Aber selbst in vergangenen Friedenszeiten, als die große Konkurrenz bestand. war dem Betrug Tür und Tor geöffnet, weil der Verbraucher die minderwertige von der guten Ware nach ihrem Aussehen nicht unterscheiden konnte, weil die Fabrikanten ihren schlechten Waren dieselbe feine Aufmachung gaben wie den wirklich guten Waren der Konkurrenz. Auch damals herrschte die große Täuschung der Verbrauchern So entsteht die Frage, muß das so sein, ist daS unabänderlich, oder läßt sich dieser traurig« Zustand beseitigen? Jawohl, er läßt sich beseitigen durch eine organisierte Bedarfsdeckungswirtschaft, in der die Waren in bezug auf ihr Material, die Güte der Arbeit und den angemessenen Preis kontroll ert werden. Wir haben durchaus das Recht, zu fordern, daß wir über das Material, au? dem die Waren hergestellt sind, und den Aufbau der Preise jederzelt wahre Auskunft erhalten. Nicht darauf kommt eS an, daß wir in diesem oder jenem Warenhaus mal einen günstigen GeiegeuheitLkauf machen können. daß der Warenhausbesitzcr hier und da eine gute Konjunktur hat richtig und schnell ausnützen können, sondern, daß die ge- samte Warcnherstellung und Verteilung endlich ehrlich gemacht wird. Ob ich eilrcn Kragen oder Schlips im Norden oder Süden, in diesem oder jenem Laden der Stadt kaufe, ich will die Gewißhe t haben, daß ich für Waren der gleichen Güte überall den gleichen Preis zu zahlen Habel Wir müssen deshalb immer wieder zur Organisation des Konsums aufrufen. Würde die ge- meinwirtschaftlrcke Organisation der Warenhäuser gelingen, so wäre in kurzer Zeit ein völliger Wandel herbeizuführen. Täg- liche Veröffentlichungen von PrciStabellen durch die Zentralle i t u n g würden uns von der Preisblindheit erlösen, die Herstellung von Waren im eigenen Betrieb, wie es die„Pro- duktion" in Hamburg tut, würde die Güte der Waren heben und vereinheitlichen. Bedauerlich ist es, daß die Stadtver- waltungen auf diesem so außerordentlich wichtigen Gebiet so sehr versagen und in den Kreisen der großkapitalistisch«.! Unternehmer keine Männer sind, die gemeinwirtschaftlich organisieren und die die Verehrung von feiten ihrer Mitbürger höher einschätzen als Berge von schmutzigem Papiergeld.-- astr. Berband Deutscher Dachpuppenfabrikante«. Im Verband gibt sich ein starker Unmut der Industrie gegen die fortgesetzten stalken Preissteigerungen der für die Dachpoppenfabrikation be- nötigten Rohstoffe kund, welche auch eine bedeutende Verteuerung der Dachpappe selbst bedeutet. Gegen eine etwaige Zwangswirtschaft nimmt der Verband Stellung, lff�in Wunder, denn vre steigenden Vappenprette bedeuten ein gutes Geschäft.) Ausgabe von Gratisaktien. Die Gerc-Arei„er Kammgarnspinnerei beantragt die Erhöbun,: deS Grundkapitals um 8 Mill. M., und zwar dadurch, daß der Nennbetrag der Aktien durch Ab- siempelung um 159 Pro,,«rböht wird. Der dazu er- forderliche Betrag soll den Aktionären auS dem Remgewin» zm Verfügung gestellt werden. Die öetriebsratswahlen. 5rauen in öen öetriebsräten. Im Interesse des Schutzes der. weiWichen Arbeitskraft ist es Pflicht der Arbeiterinnen, das Betriebsrätegesetz auch in ihrem Interesse auszunutzen, sich bekannt zu machen mit den Rechten, die ihnen das Gesetz gibt. Vor allen Dingen muh natürlich die Ar» beiterschutzgcsctzgeöung, insbesondere für die Frauen, durch die ge- setzgebenden Körperschaften ausgebaut und erweitert werden. Das bedeutet, eine Ealrüterung der Gewerbeinspektion. Ihre Unter- stützung soll in die Hand der Betriebsräte gelech werden. Sie haben die Unfall- und»Gcsundheitsgcfahrcn zu be- kämpfen, die Gewerbeaufsicht zu unter st ützen und bei der Verwaltung der BetriebSwohlfahrtoein- richtungcn mitzuwirken. Nach Art. 16ä der Reichsvei- sassunig haben die Betriebsarbeiterräte die sozialen und wirtscliast- lichen Interessen der Arbeiter und Angestellten wahrzunehmen. Hier ist die Mitarbeit der Frauen in Frauenarbeitsfragen drängend er- wünscht. Sie sind beteiligt an der Verwaltung der Vohlfahrtsein- . richtungen der Betriebe, also z. B. Pensionskasscn, Werkswohnungen, �Speisungen, Stillstuben, Krippen usw. Sie haben für eine wirk- ramz Bekämpfung der Gesundheit?- und Unfallgefahren im Betriebe, für Schutzvorrichtungen an den Maschinen, geeignete Arbeits- kleidung, besonders bei den Frauen, zu sorgen. Fu diesem Zwecke muh der Betriebsrat die Gewerbeaufsichtsbeamten durch Anregung. Beratung und Auskunft unterstützen. Sollen Frauen wirksam mit- arbeiten in den Betriebsräten, so ist natürlich die g e n a u e st e Kenntnis des Betriebsrätegesctzes erforderlich, wenn der grosse soziale und wirtschaftliche Fortschritt, den seine Einführung bringt, bewertet werden soll. Die Frauen, die sieb in die Betriebs- räte wählen lassen, wären in Unterrichtskursen über die Anforde- rungen, die an sie gestellt werden müssen, zu unierrichten. Von ihnen selbst wird eS abhängen, ob sie durch die Fabrikarbeit gesund und leistungSfähia bleiben können, deirn sie können mitbestimmen über die Arbeitszeit und Arbeitsart wie über die Wirtschaftsweise des Betriebs. Das Betriebsräteaesrtz verlangt selbständige Veriönlichkeiten. Gerade die Arbeiterinnen haben sich lange Zeit die— das soll nicht verkannt werden— gutaemeinte Bevormundung der bürgerlichen Frauen gefallen lassen, aber gerade durch die Arbeit soll n der Mensch zur Persönlichkeit werd-n. die über sich und ihr Schcksal zu bestimmen hat. Alles was mit Wohltätigkeit zusammenhängt, soll nach und nach im Valksstaat aufhören. An deren Stelle soll eine gut durchgerührte Wohlfahrtspflege treten, denn jeder einzelne bat die Möglichkeit, mitzuarbeiten an der Per- besserung dgr Lebensbcdin-iungen des ganzen Volkes. Darum können wir den Arbeiterinnen nicht warm genug ans Herz legen, die Rechte und Pflichten aller neuen gesetzlichen Bestimmungen, die unter Mit- arbeit der Frauen zusiandekommen, auszuüben. Insbesondere das Betrie.bsrätegeseb b'etet den Frauen ein neues und dankbares Feld der Tätigkeit für sich selbst und für die GesamtMt des ganzen Volkes._ SewekkfchssisbewMng Meöeraufnahme öer Arbeit in öen Mühlen. Mit den Mühlenbcsitzern Groh-BerlinS ist eine dorlnufige Einigung erzielt. Di? streikenden Mühlenarbeiter beschlossen nach einem Bericht der Lohnkommiisson und der Veibandsleilung, die Arbeit am Heuligen DicnStng früh wieder ankzimchmen. In den vom SchlichtungSausschuh zuerkannten Löhnen wollen die Unternehmer, trotzdem nock keine Regelung der Mahllöhne seitens der Reichsversicherungssielle eriolgt ist. ab tö. Februar noch 10 M. pro Woche zulegen. Sie hoffen, dah bei der am 12. März stattfindenden Sitzung mit den Vertretern der Regierung eine ent» sprechende Regelung der Mahllöhne seitens der ReichSgetreidesielle vorgenommen wird und dah dann die weiteren berechtigten Forde« rungen der Arbeitnehmer vollgültig anerkannt werden. Demnach würde der Lohn vom 15. Februar 180 bezw. 178 M. und für die Frauen 12l> M. betragen. Auherdem würde ab 1. Januar bis einschliesslich 15. Februar noch eine mit rückwirken« der Krait in Geltung tretende Teuerungszulage von 18 M. die Woche gezahlt werden. Ueber die anderen Punkte: Dauer des Tarifvertrages usw. sollen nach dem 12. März endgültig Verhandlungen statlfinden. Die Nothilse im Müllerstreik. Anlässlich des Streiks in den Mühlen mußte die«Technische N o t h i l f e" bei der Firma F W. Tckütt eingreifen, da ein für die Firma lagernder Kahn mit 4000 Zentner Getreide, der beits seit dem 24. Februar dort liegt, dem vollständigen Verderben preisgegeben wäre, wenn nicht ein sofortiges Entladen stattfinden würde. Da nach Mitteilung der Firma Sckniit scgliches Getreide, wenn auch nicht mebr ganz. cigwandfrei, verarbeitet werden muh, entschloß sich der Landesbezirk, die Entladung des Kahnes vor- zunehmen, um nicht das an sich schon sehr wenige Brotgetreide noch mehr zu verringern. Da? Getreide bat natürlich in seiner Dualität schon bedenklich gelitten. Die Streikleitung, mit der die..Technische Nothüte* vorher Fühlung nahm, stand wohl auf dem Standpunkt, Notstandsarbeiten zu verrichten, jedoch die ArbeOer glaubten, daß dadurch der Streik verlängert werde. Im Laufe der Streiktage sind noch mehrere Kabn- ladungen mit Getreide eingetroffech im ganzen bis jetzt acht. Die Entladung dieser Kähne soll ebenfalls vorgenommen werden, um sie vor dem Verderben zu retten. Beschwerdestelle für Betriebsräte. Im§ 93 des Betriebsräte« gesetzes ist vorgesehen daß bei Streitigkesten über die Errichtung, | Zusammensetzung, Geschäftsführung usw. der Betriebsräte der Be- ' zirkswirtschaftsrat als Beschwerdestelle zu � entscheiden Hai. Solange ■ BezirkswirtschafiLrät« nicht bestehen, soll nach f? 103 die Landes- | Zentralbehörde eine andere Stelle als Ersatz bestimmen. Da nun bekannt geworden ist, daß nir Preußen die Absicht bestehe, die Ge- werbeinstzektoren als zuständige Beschwerdeinstanz einzusetzen bat sich die Ar b e i t s g e m e i n sch a f r freier Angestellten- verbände mit einem dringlichen Schreiben an das Re'chs- ArbestSm-nisterium gewandt und ersucht, nickst die Gewerbeinspektio- nen, sondern die SchlichtungSauSfchüsse— wenn nötig unter Bil- dung besonderer Kammern— als vorlänfiae Beschwerdestellen im Sinne des<5 103 anzuerkennen. Das ReichS-ArbeitSministerium wird aufgefordert, im Sinne dieses Antrages auf die LandeS-entral» behörden einzuwirken._ Mit der neuen Zigarettenfteuer, ! welche am 1. Avril in Krast treten soll, befchästiate sich vcr ewigen Tagen eine Sitzung der Arbeitgeber und Arbeiinebmer. Vertreten waren die Gewerkschaften und Delegierte der Kopf- und Hand- arbeitet. Von Arbeitgeberi'eiie wurde aus die Unmöglichbit der Weiterexistenz der Zigarettenfabriken bei Inkrafttreten der neuen Swn-r bingewieien. Die Arbe'tnebrner oaben zu er'ennen dab sie keine Vsranlassnna bäiten. stch als Vorspann»ür die Kavitalisten benutzen zn lassen: bevor ste eiwas gegen die Steuer nnternebmen, müßten sie stck, erst inkorm'eren. ob es denn tatsächlich«'cht mög- lich ist, die Fabriken weiter Zu rühren. E n Antrag der Arbeit- nebmer. die Kündigungen zum i.Ainl au? 4 Wochen zu verschieben, wurde Von den Arbeitgebern nbqelebnt nrt dem Bemerken, daß sse sich erst darüber schlüssig werden müßten. Eine Antwort ist in- zwischen n'chr eina-gangen. wobl ober die Kündigungen zum 1. Apnl. Die Arbeitnebmer wäblten eine Fünrer-Kommission, die sich m't der Angelegenheit beichärirate. � Tie Kommission kam zn dem Cch'nß. daß, ielbst wenn die Regreruna die Steuer um 40 Proz ermäßigen würde, die Zigarette durch diese Steuer immer noch eine Prei»erböhuna erfahren müßte, die es dem Arbeiter unmöglich macht, sich fortan diese? Anregungsmittel zu leisten.— Die voll- ständige Schließung aller Fabriken wurde von der Kommiision nicht ernst genommen, wobl aber eine wesentliche Herabsetzung der ge- samten Prodnkiion. baiivt'ächlich des ExvortS nach den besetzten Gebieten für wabrscheinlich kalten. Dadurch würde ein großer Teil der Arbeiter brotlos. Die Kommission will sich noch einmal mit den Abgeordneten der Nationalversammlung ins Einvernehmen setzen, um eine nochmalige Beratung des Gesetzes herbeizuführen. Bureaudiener, Kassenboten, Haus- und Botenmeister der der Bergmann- und Tiemens-Ichuckert- Werke sowie der Berliner Metallindustrie! Zwecks Aussprache über die Einreibung obiger Veruf-Zgruppen in die bestehenden und neu abzuschließenden Tarifverträge ersuchen wir die obigen Branchenangehörigen, umgehend ihre Adressen an � den Kollegen Friedrich Luckow, iX 113, Carmen» Sylva» Str. 2 9, einzusenden. Die Angestelltenaus schösse in der Metall- I i n d u st r i e ersuchen wir dringend, die Bureaudiener. Kasienbotew l Haus- und Botenmeister auf vorstehende Notiz aufmerksam zu 1 machen und uns bei der Adressensammlung zu unterstützen. Die Branchenleitung der Einkassierer. Kassenboten und Bureaudiener im Deutschen TranSportarbeiterverbaud. Deutscher Trchnifrrvcrl'and. Dom im Dezember v. I. in Essen mit Hilfe' des DeuticftrcBionalcii Handlungsgehilseuvcrbondes gegründeten neuen Technikerverband ist durch einstweilige Verfügung deS Landgerichts in Essen bei Vermeidung einer Strafe von 800 M. für jeden Fall der Ziuviderbandlung die Weiterführiuig des Namen? untersagt worden. Zugleich werden ibm die Kosten des Verfahrens auferlegt. Tie Klage hat der alte Deutsche Technikcrverband, der ■ sich im Mai v. I. mit dem Bund der technisch- industriellen Beamten ; verschmolzen bat, durch Rechtsanwalt Dr. Gründmann rn Essen erhoben; sie fußt daraus, daß der beklagte Verband den Namen lediglich wählte, um Mitgliedersang zu treiben. Damit ist den Zcr- splitterern der Tcchuikerbcwcgung ein harter Schlag versetzt worden, der hoffentlich die technischen Angestellten restlos veranlaßt, sich der Einheitsgewerkschaft der Techniker, dem Burfd der technischen An« | gestellten und Beamten anzuschließen. Schuhmacherstreik in Zittau. Wegen Lohnforderungen sind am gestrigen Montag die Zittauer Sbuhmachergehilsen in den Ausstand gelreien. Arbeiter und Arbciterinue» von Ludw. Locwe A.-K. Der Belrieb wird Dienstag, den 2. März, ftüb, Uhr. wieder ausgenommen. Achtung, Seitergerüsibaiier. Am Donnerstag, den 4. März, nachm. K'/, Nhr, im Saal V des GewerkichastSbaweS: Wichtige Versammlung. Deutscher TianSvorlard-Verband. Zentralverband der Fleischer. Mitgliederverlammlung: Dienstag, 2. Marz, abends 7 Ubr, in Backers Felliälen, berstr. 17— Mittwoch. den 3. März, abends 61/, Uhr: Bezirks- Ber'ammlung Cdar- lotteuburg-WilmerSdors,.Bolksbaus-, Rosinenslr. 3.— Bezirks- Versammlung Neukölln- Britz: abends 7 Ubr, Neukölln, Boddiuslr. 57 bei BaleuSli,— BezirtS-Vertammlung Weißentec- Meinersdorf: abends 7 Ubr bei Weber. Weißensee, Frrcdrichitr. 37, Ecke Sirew'traße. Zentralverband der Angestellteu. V-riämnimn:en am M i t t. «od), den 3. März: Fachgrupvesa ,'Seilwn der Berliche- rungseinnebmer): nachm. 0,6 Uhr. Dresdener Str. 96. Dresdener Kasino.— Fachgruppe 9(Angeilcllte der L e d e r w i r t s ch a s t): abends 6 Ubr, Neue Pailbarmonie, Köpsn'cker Str. 9(P97 �Kündigung des TarsivertlageS).— Fachgruvve 10. Sektion II b iP u p b r a n ch e): abends 7 Uhr.. Schult heiß', Neue Jaabllr, 24/25.— Fachgruppe t3 /Vertrauensleute LerEbemlschenInduttrieundGroßhandel): abends 0,S Uhr. Roientbaler Hos, Roientdaler Str. 11/12.— Fach- grupve 14. Jewon ck /Gas-, Wasser- und Heizungs- anlagen): abends 7 Uhr, Havellands Fellsäle. Neue Friedrichitr. 35.— Fachgruppe lös(Bergmann. Konzern, Berlin und Rosen- tbal): abends 7 Ubr, Löwenbrauerei, Hochstr. 2.— Fachgruppe 17, Zeltion IIa(Tabalinduftrie):' nachm.'Iß Uhr, Pracht>äle.All- Berlin'. Ltumenstr. 10. Ber-ifsgenovenschaftSangeftellte. Heule Dienstag, abends 6 Nhr, in HaverlandS Festlälen. Neue Friedrichiw.: Beriammlung. Kollego G i e b e l, M. b. N., spricht über das Betriebs rälegeletz. B-raniw. für den redaktion. Teil:«rwr gickler, Tdarlollenburg: tllr Anzeige,,: Td.«lacke, Berlin. Vertag: Borwärts-Verlag S. m. b. S. Berlin. Druck: B-r- wärlS'Buchdruckerei u. Berlaasansialt Paul Singer u. To. Perlin. Lindenftr. L. Hierzu l vcUggc. Mim Gebisse unch zerbrochrne, bis 3000 illark. Einzelne Platinstiitzähne fon 21,25-200 Mark, ledoch nicht unier 21,25 M. pro Zahn, Platin-Brennstiffe, Koniakte usw. bis 320 Mark pro Gramm Crold. Kllbt-r,«eräte. tzichmnck- wachen and Juwelen kauft an den bOcbsten Tagespreisen täglich von 9 bis 8 Uhr abends J. Herz, Fehrbelliner Straße 52, Vorderhaus links parterre.• — Sonnabend nur von 6 bis S Uhr abends« DU Mc-Dloten iamt huhehör uxme lautend zu Tagespreiien. Unterhalte de- deutendes Lager. Ino.-Bülo Theo Boeser Berlin W 30, Stübbcnstr, 3 •) Tel LUttoü) 5760. okllllljMky. MSbel ff Metall- Ankaulsstelle IStallschreiberstr. 50-51. zamt wr Kupfer ßfi'o 24.00 Mk. Messing. 13.00 Blei Zink Quecksilber 10.00 8.00 150.00 QeSffnet von 9—6 Uhr"D 99 99 99 99 Alte fiebisse! 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