itr.115. S7. Jahrg. Bezugspreis: Ctertd jähtU 16» SR t., monaf L 5» R I. fcet ms öous, oorous ahidar. Pofi- btjstlg Monatlich 5» Ml. erii. Zu» klellungsgrbilhr. Unter Kreuzband fitr Äelltschland und Oellerrcich- Ungarn S.76 Ml. für das iidrtgc Ausland 13.-- Ml. del liial ich einma!. Zustellung U,— Mt.+ Balu:.. Ausschlag. Post- destellungrn nedmcn an vänemart. Holland,-turemdurg. Schweden und die Cchwetz. Eingetragen in die Pell- Reitlings• Vreisllste. Der.SonDärts* mit der Sonntagsbeilage.Noll s. Zeit" ericheint Wochen- taglich tweintal. Sonntag» eintr.al. Lelegramtn-Adresse �Sozialdemokrat Berlin" Morgen-Ausgabe. m> y-v P. Berliner BolksblnLt (20 Pfennig� AttzeigenpretS: D!» achsgelpalseue RonparriVezeile kostet M..Teu«rt:ng�uschlog tv» .Steine lltn, eigen-, das icn- xedruekle Wort 7.', Pfg, izuldsstg zuiei leltgedruekt« Worte), lcder meliere Wori 6v Pfg. Stellengc ache iind Schlasliellenmizeigen du?, er'ie Ärrt 6ö Psg. tede» weitere Wort.«0 Pjg. Worte llder tb Bnchsmben zalzleu filr zwei Worte. Letterungszn'chlug Ik». Fanilllen- Anzeigen,»oliti che und gewertichasttuiie NereiNO.Anzeige« L.— Ml. die Zeile ohne Auischtag. Linzelgen stlr die nöchste Auiauiec villssen bi» 6 IU>r nachmittag, im Hauotgeschäsd Bectin»LS 68. LiuSe». praKe L, abgegeben werden,«eijfuel von 9 UTi: srich bis ö Ut>: abend;. Zcntrzlorgzr) der fozialdcmokratirchcti Partei Deutfchlands Neüaktion und Expedition: SM. 68, Etndenstr. 2. «eruivreikier: Amt Morlvvka«. Rr. ISlSV— TSZS7. Mittwoch, den S. März 1»£0. vorwörts-verlag H.m.b. H., Ew. 68,£iit6enttr.?. Fernivrechrr: Ami SHotifcDln«, Nr. I IT 55— öl. Die Abstimmung in öer Norömark. Kampf um Flensburg. Flensburg» 2. Mörz.(Eigener Drahtberichi deS .00 r w a r t s".) Die dänische Propaganda in der zweiten tiordschlcswigschen Abstimmungszcnie, für die in der großen Masse der Bevölk-erung durchaus lein Boden ist, wird unter Anspannung aller Kräfte batvieben. Sticht ohne(Ärund begcdvcn die dänisck>en Nationalisten die rein deutsche Stadt Flensburg» die als Haien- platz recht erhebliche Bedeutung hat. Man sucht das Ziel mit allen Mitteln zu erreichen durch skrupellose Propaganda, Traktieren nrit Tcepunsch» Verteilen von Speckpaketen, Kleidungsstücken usw. Bereits sei V/i Monaen gibt man in Flensburg ein dänisches StgitationSblatt in deutscher Sprache heraus, das alles nur Erdenk- liche an Denunziatioiten und Verhetzungen lotstet. Nebenher kämpfen zwei Zeitungen in deutscher und ein« in dänischer Sprache für die Mst-mmung in dänischem Sinne. Obwohl die Bevölterung der Stadt weil mehr als 90 Proz. Teutschc aunoetst, stehen diesen nur drei Zeitungeu, darunter auch unier Parieiblatt und seit einigen Wochen ein Propagandablatt, zur Verftiaung. Trotz der fieberhaften dänischen Agitation hält die übcrwÄii. gcndc Mehrheit der Bevölkerung der zweiten Zone f c ft zur deutschen Republik. Während am vorletzten Souniag 25 000 Personen für Deutschland auf freiem Platze deirionstrierten, Ijatien die Dänen mit Not und Mühe am letzien Senn tag nur 2500 Personen zusammenbringen können, denejx u. a. auch ein unabhängiger Führer ein..Auf Metzerfehen im dänische» Flensburg" zurief All die agitatorischen Mißerfolge schmerzen, und so hetzt die im Solde der Alldänen stehende Presse in den letzten Tagen mit besonderer Heftigkelt wider die deutsche Agi- tan an. Seit einiger Zeit sind denn auch die Flugblätter unter Zensur gestellt. Da streicht man aus einem Blatt sorgfältig das Wort.Schleswig", das den Dänen, welche die Schleswiger samt und sonders für sich reklamieren, außerordentlich unangenehm ist, wenn es die Deutschen anwenden. Auö einem anderen Flug- blatt merzt man den Hinlveis daraus aus, daß:S Leute»gibt, dte die Heimat für ein Freßpaket oder Geldmittel verraten und verkaufen. Die internationale Kommission, soviel darf man schon jetzt sagen, setzt sick mit der Bcausfichtigung dcr Agitation keineswegs für die G l c ich b c re ch t i- g u n g beider Parteien cm. Es ist ein schwerer Kampf, der hier oben in der Nordmarl anögesochten wird. Doch er muß eine erdrückende deutsche Mehr- bett bringen, weil nur dann eine gerechte Grenze kommen iann. die allein eine deutsche I r r e d c n t a in Dänemark zu verhindern vermag. Gerade die Arbeiter, die in dcr zweiten Zone stimmberechtigt sind, haben allen Grund, ohne Ausnahme zur Abstimmung zu kommen. Ni ch t ein 5l r i c g s h e r d, eine Brücke zum friedlichen Ncbeneinaiidcrleben mit dem dänischen Volke soll Schleswig werden. Es ist daber Pflicht aller Sozialisten, die stimmberechtigt sind, am lt. März am Heimatbvrt ihre Pflicht zu tun. vom Straßburger Kongreß. Elfäffer Klage. In der Debatte über die Internationale vrotcstirrtc der Gl- sässer Kuhn in deutscher Sprache negen die Brutalität der sranzitsischen Brstördrn, dir den Etsäster» ihi-c M u t t r r s p räche rauben wollte«, yn den Grrichisperbondlnngen sei ci» infalg.-- dessen den Angctlägten unmäglich, auch nur zu rrsahrrn. welcher Verbreche» sie beschuldigt werden. In de« T 6, u l; u könnten die Kinder den Vorwögen der Lehrer nicht folge». Dir lZlsässrr seien vor allem Sozialiften, bevor sie Franzosen st:ien nnd die französisch-nationalistischc Richtung Gruml-ach und Wcill stelle nur eine verschwindende Minderheit dar. Der„Vvlsch.'wis- ulus" dcr Elsässer ist also eine Reaktion auf dir nationale Unter- drückung durch das weltläfreiende Frankreich! Victor Marie brachte eine Entschliehiurg ein, in der die sozia- listischr Äammcrfroktion ausgftordert wird, die Versetzung derjeui- gen Generale in den Anklagezustand j« verlangen, die infolge ihrer Unfähigkeit an Tod und Verstümmelung so vieler Franzose« verantwortlich seien. Die Entschlechung wurde einer Avmniissüm überwiese». Man erinnert sich, daß General Rivcll:„der Vlut- säuscr" genannt wurde. Angenommen wurde ei« Antrag Loriot auf Bildung von Sowjets. Nach Schluß des Parteitages wurde zu Straßburg der Schrift« steller Raymond»Lcfevre wegen angeblichrp Bedrohung PoincareS verhaftet. Streikenüe in Zrantreich. Neber die Grundlagen der Einigung zwischen de» Direktoren der französische Eisrndahncn und den Ausständigen wird»e. richtet: DaS stzrwerlschastSrccht muß geachtet werden. Lohn. Ufte» und Statuten des Eisrnbahnervrrbandcö müssen auch aus den große Linie» angewendet werden. Die Regierung soll sich gleichfalls der Lohnskalen bedienen. Aus den Ncbenbahiicu sollen gleiche Zugeständnisse gemacht werde». Nedrr Einsetzung etiler gemeinsamen Kommission zur Vcratvng der künftigen Brrwalinngs- form wird mA dcr Regie,«ng verhandelt werden,«rbeitgeder und Arbeitnehmer unterwerfrn sich dem Schiedsspruch des M i n i st e r- Präsidenten, der dahingeht, daß alle Disziplinarstrafen auf- gehodr» und die Slreiktage nicht dezahlt werden. Zur wieüeraufrichtung Europas. � Die Leitsätze des Obersten Rats. �PariS. 2. März. kW, T.B.; Pertinax meldet de«„Echo de Paris" auS London, die wirtschaftliche Abteilung des Obersten RaieS habe Leitsätze aufgestellt für die wirtschaftliche W i e d e r a u s r i ch t u n g E u r 0 p a S. In diesen Leitsätzen komme Zum Ausdruck, daß möglichst viel gespart werden müsse und daß die produltiven Kräfte s- zu steigern srirn, daß sie Größtmögliches er- v-ben. In den Leitsätzen wird alSdnnn erklärt, daß Europa eine rinzigr wirtschaftliche Einheit darstelle. Die wirt- schastlichc Produktion werde überall normal sein»der sie sei es «irgendS. Es wäre deshalb notwenbig, Deutschtand und Rußland in den Stand zu setzen, an der wirtschiiftlichen Er- Hebung Europas mitzuarbeiten. Pertinax ist mit diesem letzten Punkt nicht ganz riiiversinndcu, denn er meint, Deutschland iilüssc verhindert werden, dir Rolle zu svielen, die es vor dem Krieg« gespielt habe und die es ihm ermöglicht habe, in Europa ein« wahrhafte Hegemonie I auszurichten. Er meint auch, die Gednnksu des Herrn Krhaes dürften l nicht zum Borwand dienen, dir rrsorderliche germanische Wiederaus- richiuag durchzuführen,«vre«rre gt. ,,1,:-.. Frau krc'.cht dabei zu vergessen, Dcr Berichterstatter beb„Journal" aas London sagt, die Frage der Bewilligung langfristiger Kredite sei nicht gelöst worden.___ Unruhen in?apan. H a 0 g, 2, März(W.T.B.>„Rieuwe Eourant" meldet drahtlos anS Loudou, in Japan feien ernste Arbeiter nnruhen anSgedrochrn. Die Saarbergbeamten bleiben ftanühast. Aus Saarbrücken wird gemeldet: Der von der französischen Grubenverwallung den Bergbeamlen vorgelegte Dienstvertrag»st von fast alle» Beamten entweder als unannehmbar zurück- geschickt oder überhaupt nicht angenommen worden. Die Maschinisten und Heizer der Gruben haben einstimmig be- schlössen, fest auf ihren Forderungen zu verharren und geniemsamc Sache mit den übrigen Angesielllen zu machen. Der Staatsanwalt im Erzbergerprozeß. ! Die Sensation Zier gestrigen Verhandlung im Prozeß .Holsferich-Erzbeiger wvr die Rede des ObcrstaatsanwaltZ Ä r a u sc. die sich zu einer Fürsprache für den Angeklagten 'Und ZU einer scharsen Lerurteilung des Nebenklägers, des Ministers Erzberger. gestaltete. Das Auftreten des Ober- siaatsanimlts bcdutct in der Gesästchte des deutschen Rechts- Wesens etwas vollständig Neues, noch nicht Dagewesenes. Man denke sich, in der alten Zeit wären gegen einen Mi- nister von«nein oppositionellen Politiker so schwere An- griffe erhoben worden— der Staatsanwalt hätte da zweifel- tos feine Aufgabe darin gesehen, den beleidigt«! Machttwber zu schützen, auch womi er zu diesem Ztoeck aus Säßvarz Weiß hätte nmchen müssen. Tie furchtbarsten moralischen Berdonnerungeu wärm auf da«.Haupt des Angeklagten niedergeprasselt, und seine Äcrurteilimg wäre auch bei teil- wesie erbrachtem WahrheitsbeNwis sicher gewesen. Wer den Brauch der Staatsanwaltschaft auß der alten Zeit kennt, ihn wohl auch am eigenen Leibe erfahren bat, kann es nicht tadel. wenn mit ihm gebrochen wird. Aller- dings, wenn stdö die Staatsanwaltschaft von ihrer früheren Subalternität erbebt, wenn sie wirklich„die objektivste Be- Hörde der Welt" werden und ohne Furcht vor Mächtigen die reine Gerechtigkeit und Staatsmoral repräsentieren will, dann muß auch ihre eiserne Unparteilichkeit in allen politischen Streitfragen gesichert sein. Darum läßt sich aus dieser ci-steu Probe noch kein sicherer Schluß ziehen, ob die eingetretene Aendcrung eine Verbesserung und vermehrte Sicherheit des Rechtsverfahrens oder— das Gegenteit davon bedeutet. Was den Fall Erzberger selbst betrifft, so mag jetzt schon gesagt sein, daß es besser ist, in derartigen Angelegenheiten � zu strenge als zu milde zu urteilen. Die Lauterkeit und, Rechts cvaffenheit der rührenden Männer in der Revublik muß vor allen Antastungen sicher sein. Wird dieser Erfolg erreicht, dann wird der Fall Erzberger zum Gewinn. Sie �bfinöungsöebatte. Die gestrige Debatte über die V c r m v g c n S a uL e i n- ander setzung zwischen dem ehemaligen Königshaus und dem preußischen Staate war kennzeichnend für die Haltung. die die verschiedenen Parteien in den großen Fragen ein- nehmen, die der Umsturz im November 1813 ausgeiyorfen hat. An und für sich gibt es für das deutsche Volk im gegenwärtigen Augenblicke wichtigere Tinge als diese Vcnilögens- auseinandersetzung. Immerhin war dadurch den einzelnen politischen Parteien eine Gelegenheit gegebcch zu zeigen, uv!e sie sich im 1ü. Monat der Republik zu der Tatsache des Rcgimewcchsels stellen. Tie bürgerlichen Parteien haben allerdings ziemlich einmütig versucht, die politische Seite aus der DeVatt� auszuschalten und aus der Angelegenheit eine ansschließliche Rechtsfrage zn machen. Nur die Dcutschnationalen haben durch den Mund ihres Redners Dr. tz e r g l gezeigt, daß ihnen vor allem daran gelegen ist, das Ubftndui'.gsgesrtz für ihre monarchistische Propaganda anszuschlochten. Der Sprecher der Deutschen Volksparteilcr, Herr von Krau sc, der drei Monate lang nach AuSbnich der Revolution im ersten republikanischen Kabinett Minister geblieben war und schon aus diesem Grunde gezwungen ist, eine gewisse Zurnckhaltiing zu üben, war etwas vorsichtiger und beschränkte sich zumeist ans eine Hervorhebung deS R c ch t S st a n d p u 11 k t c S. Befremdend allerdings wirkt die Tatsache, daß auch die beiden bürgerlichen Koalitionsparteien, Zentrum und Teino- kratie, eine ähnliche Taktik angelvandt haben und für die politische Seite der Abfindungsfrage kein Vciständtiis zeigen wollen: das sieht einigermaßen nach einem Politischen Ovpvi» tunismuS ans, der es vermeiden will, sich iii schar' em Gegen sah zu den rcaktionärcnParteien zu stellen, weil man deren Gunst vicueichf Tli" toiiu'ieii Zelle,, Utuichcu könntr. lll> erba ipt scheint die Mehrheit sowohl der Zettk ru m S frä ktton, wie auch der demokratischen Fraktion in der LandeSversaminlunfl etwas mehr„rechts" zu stehen, als im Reichstag. Und als gestern der Redner der Dcuuckniwn, Cassel, sprach, sich ausschlirßlich aiif den NechtSitdudtninkl beriei mid dem Antrag unserer Genossen von der inehrbeit? sozialistischen Fraktion widersprach, da mußte.man daran denken, daß derselbe Cassel als Führer der FvrtschriUlichru Volkspartei seligen Angedcnteus im Drcikiasscnparlainent wenige Tage vor dem Umsturz eine ganz spontane und außer dem höchst nbcrfliissigc L 0 y a l i t ä t S k 11 n d g c b 11 n g Wilhelm 11. dargebracht hatiö. Indem Demokraten nnd Zentrum sich in diesem be sonderen Falle so übereifrig auf den Bodou jenes.Rechts stellen, das sich wie eine ewige 5>rankheft forterbt, gewinnt man den nicht sehr erfreulichen Eindruck, ciw bedentc ilue. Stellungnahme zu der Frage„Republik und Monorchie" nicht mehr, als daß sie sich nur„aus den Boden der gegebenen Tatsachen� stellten. Das war ja noch vor Jahresfrist die Formel dcr Deutschen Bolkspartci. eine Formel, die die Freunde des Herrn Stresemann, Kahl und von Krause aller- dings bereits längst verlassen haben, zugunften einet, oftenen monarchistischen Bekenntnisses. Es wäre zn wüuichen. daß die bürgerlichen Parteien, die mit uns die Äoalitiou bilden, in allen Fragen, also auch in dieser, den Mut der republikanischen lleberzeugung ausbrächten und nicht von uns allein die Empfindungen vertreten ließen, die alle wahr haften Republikaner gegenüber dem Hohrpzollernhauje hegen. Gewiß, Recht muß Recht bleiben, aber es handelt sich bei dem Antrag Gräs doch keineswegs um einen Rechtsbrnch: es handelt sich bloß um eine ganz einwandsreie Amvendnng des höchsten Gesetzes des Deutschen Reiches, um eine ÄiUvendung des§ 163 der Reichsversassung. Und hier. d. h. in der Frage, od das inrzweifeihnjie Rechi des SlaatLous Euteignung zur Anwendung kommen soll oder nicht, können und müssen unbedingt auch die politifchei» Gesichtspunkte erwogen werde», Das ist so sonnenklar, daß selbst die Deiitschnaii»na!en sich veranlaßt sahen, durch den Mund ihrvs Führers Dr. Hergt das Loblied ihrer angebeteien Dynastie rmzinsintmen, deren Verdienste und Tugenden zu Preisen und das nach ihrer An- ficht Unmoralische des sozialdemokiatischen Annagen hervorzuheben. Herr Hergt tat dies in einer so kindischen und schablonenhaften Wesse, daß die Mehrheit des Hauses auf seine inonarchisnschcn Schlvenipedeleien wiederholt inir schallendem Gelächter reagierte. Seine Rede klang osl wie aus den Geschichtsbüchern des ulnu Regimes wörtlich abgeschrieben. Wenn aber die Deutfchnationalen in der Abfinduirgsge-- schichte eine politische Angelegenheit erblicken, so muß ihnen gesagt werde», daß die SozialdemokratiL erst rechi es als ihre Pflicht betrachtet, die politische nnd die in a r a l i s ch e Seite der Frage in die Debatte zu werfen. DaS bar imser Genosse Grüf mit erfreulicher Rücksichtslosigkeit getan. Es ist an dieser Stelle schon wiederholt auseinandergesetzt worden. aus welche Art das Hoheuzollornscha Vermöoen zustande kommen ist und welche unglaubliche Ungerechtiakeit es wäre, gerade dieses Vermögen dem Manns zu lassen, der sein La» diu das fttfffic El�nd gestürzt f,Qt. In einer Zeit, in der Millionen von Deutschen nicht wissen, wie sie sich ernähren und kleiden und wo sie wohnen sollen, in einer Zeit, in der jeder arbeiten soll, um zu- versuchen, das ruinierte Vaterland wieder auf- zurichten, da sollte gerade der Mann, der durch seinen Leicht- sinn, durch seinen Dünkel, durch seine Unfähigkeit schwere Mitschuld an dem Ausbruch des Krieges und an seinem un- heilvollen Ausgang trägt, mit seiner Familie in 36 Schlössern ein jährliches Millionencinkommen verwirtschaften können? Das wäre eine solche Ungeheuerlichkeit, dast da? deutsche Volk . dieses wirkliche Opfer des Krieges, sein Vertrauen den Männern und Parteien kündigen mühte, die ihr zugestimmt hätten. Wenn wirklich das Gesetz keinen anderen Ausweg offen liehe als den Vergleich, dann würde hier der lateinische Spruch vorzügliche Geltung haben:„Ejuromuin jus-— summa injuria", höchstes Recht— höchste Ungerechtigkeit!) Für die preuhische Staatsregierung war allerdings dieses höchste Recht und diese höchste Ungerechtigkeit vorerst nicht zu umgehen. Aber der Ausweg aus dieser Sackgasse ist gefunden in dem Antrag, den unsere Genossen eingebracht haben- Die Reichsregicrung solle ersucht werden, ein Enteignungsgeietz auf Grund des§ 133 der Reichsverfassung der Deutschen 5tationalversammlung vor- zulegen. Auch die Unabhängigen find der Ansicht, dah der ?lusgleich. den die bürgerlichen Parteien wünschen, eine poli- tische und moralische Unmöglichkeit ist. Aber wie immer ver- suchen sie in demagogischer Weise die Angelegenheit für ihre Partei auszuschlachten, indem sie dem Antrag Graf einen viel radikaleren Antrag Adolf Hoff- mann entgegenstellen. Die völlige Enteignung des ehemaligen Königshauses, die sie beantragen, wäre politisch höchst unklug— sie wäre das deuische Gegenstück zum Auslieferungsderlangen der Entente: sie würde dem früheren Kaiser und seiner Familie den Glorienschein der Märtyrer verleihen, den sie erstens nicht verdient haben und der ferner nicht ohne Gefahr für die Zukunft unserer republikanischen Staatsform wäre. Den Unab- hängigen, denen die Erinnerung an die genieinsame Rcgierungszeit in den zwei ersten Revolutionsmonatcn höchst unangenehm ist. wollen ihre Anhänger mit diesem radikalen Antrag darüber hinwegtäuschen, das; sie, als sie auch am Ruder waren, sich gegen eine Enteignung ausgesprochen haben. Adolf Hofsmann, den sie vorschickten, hielt eine wüste Agitationsrede, in der er unsere Parteigenossen in der preußischen Regierung mit allerlei verleumderischem Dratsch zu verdächtigen suchte. Genosse Dr. Südckum hat ihm mit der nötigen Deutlichkeit geantwortet. Das Abfindungsgcsetz ist einem 24köpfigen Ausschuß überwiesen worden. Wir erwarten, daß alle republikanischen Parteien schließlich die Notwendigkeit einsehen werden, unseren Antrag zu unterstützen, und sind überzeugt, daß unsere Genossen, ob Minister oder Abgeordnete, mit allen Kräften dahin wirken werden, daß dieser unerfreulichen Angelegenheit sobald wie möglich ein Ende gesetzt werde, und zwar in dem Sinne, den wir befürworten und der zweifellos den Ansichten der großen Mehrheit des deutschen Volkes entspricht. kommission von de» ungarischen Behörden und Offiziere« irre- geführt und in falsche Arrest lokale geleitet Wörde« sei. Der Missionschef antwortete, daß sich schon andere Abordnungen an ihn gewandt haben und daß er dir geeigneten Maßnahmen treffen werde, damit auch drei Bertretcr des Vereins in Wcstungarn ihre Tätigkeit entfalten können. In der B« d a p e st e r Nationalversammlung führte der Prä- sident lebhafte Beschwerde darüber, daß das Parlamentsgebäude von Soldaten umringt wurde und einer Reihe von Abgeord- u e t c n, darunter auch dem F i n an z m i n i st e r Koranyi, der Eintritt verweigert wurde. Ter Ministerpräsident wandte sich in der schärfsten Weise gegen die Uebergriffc der Offiziere und erklärte, daß die Regierung alles aufbieten werde, um der National- Versammlung volle Genugtuung zu verschaffen. Ter Sivung wurde mitgeteilt, daß 15 Offiziere die Erlaubnis erhalten hätten, sich in den Wandelgängen des Parlamcntsgebäudes aufzuhalt:«, aber ISV Offiziere ohne dieser Erlaubnis seien erschienen. Zwei Beamte de? Budapcster BolksernährungsamteS wurden von Offfziere« in eine Kaserne geschleppt und werden daselbst fest- gehalten, weil sie sich weigerten, einer Aufforderung der Offi- ziere gemäß Ausfuhrbewilligungen nur uoch an O b r i st e n z« er- teilen. Inzwischen melden die Blätter, dah die drei sozialistischen Führer aus Kafchau, Julius Molnar, Jakob Ehrlich und Alexander! Spilnyi, in Budapest ermordet sein sollen. Außer dem Inge-' nicur Stephan Müller wurden noch zwei weitere Journalisten von Offizieren in eine Kaserne geschleppt. ES fehlt biS zur Stunde noch jede weitere Nachricht von ihnen. die Morüregierung in Ungarn. (Eigener Drahtbericht des„Borwärt S".) Wie«, 2. März. Eine Deputation des Vereins sozialdemokratischer West- ungarn erschien Sonntag, von einer Massenversammlung abgeord- net, bei dem Chef der amerikanischen Mission, um sich überbie Verfolgungen der»ach dem Vertrag von St. Germain zu Deuffch- iistmeich gehörenden Westungarn durch die magjarische Soldateska zu beschweren. Sie verwies darauf, daß die Gefängnisse überfüllt sind und Arbeiter und Bürger furchtbar mißhandelt und gepeinigt werden. Der Missionschef erklärte, daß eine Ententekommisfion Westungarn bereist und die Beschwerden alS nicht begründet befunden habe. Darauf erwiderte die Abordnung, daß die Entente- deutsthnationale prügelhelüen. Mit ähnlich schlagfertigen Argumenten wie in der Gerlach-Ve'r- sammlung arbeiten auch die Deutschnatlonalen in Jnsterburg. Wie wir einem Bericht der.Jnsterburger Valkszeitung" vom 27. Fe- brwar entnehmen, wurden in einer dcutschnationalen Versammlung im Gesellschaftshous sozialdemokratische Zwischenruser von einem Wohl zu diesem Zweck bestellten militärischen Aufgebot mit Reitpeitschen mißhandelt. Der deutschnationale Redner selber, Parteisekretär Ohm, sprang bei einem Zwischenruf mit kühnem Satz von der Bühne herab, fiel den Zwischen- rufer höchst eigenhändig an nnd verprügelte ihn. Das Auffällige war die Anwesenheit einer großen Anzahl Soldaten, namentlich Offiziere in Zivil und Uniform, die durchgehend mit Re i t p e i t s ch c n ausgerüstet waren. Die Verteilung im Saal machte den Eindruck eine? wohlvorbereiteten Planes. Als Kuriosium hebt das Jnsterburger Blatt hervor, daß der- selbe Parteisekretär Ohm, der jetzt für die Monarchie Prügel aus- teilt, am Tage der Revolution im Jnsterburger Stadtverordneten- schungssaal den revolutionären Soldaten stammende revolutionäre Aufrufe in die Feder diktierte. Er stellte sich damals ebenso mit Leib und Seele auf den Boden der Revolution, wie er sich jetzt auf den Boden der Monarchie stellt.— Der Herr gehört offenbar zu jenen glücklichen Naturen, die nicht so leicht den Boden unter den Füßen verlieren. Das Reichswasserstraßen, Projekt. Würzburg, 2. März�(Eig. Drahtbericht des.Vorwärts'.) Hier fanden vertrauliche Besprechungen über den Urberg ang der Wasser st raßen an die Reichsverwaltung stait. Die gemeinsame Konferenz der Länder und bei Reichs stimmte dem Vorschlag deS Reich»' zu. daß die Kosten der laufen- den Unterhaltung der Wasserstraßen, soweit sie an das Reich übergehen, vom Reiche zu übernehmen sind, ohne daß die Länder bierfnr eine Entschädigung an das Reich zu zahlen Haben- Weiter wurde die Uebernabme der bestehenden Anleihe für Wasserbauten und die Frage einer(Beldabfindung für aufgewendete Baukosten erörtert. Der Uebergang der Wasserstraßen in die Reichsverwaltung wird am 1. Oktober vollzogen. Das neue Desttzsteuergeseh. In der öffentlichen Sitzung des R e i ch s r a t s am Dienstag wurde das neue Besttzsteuergesetz angenommen, das an Stelle des sogenannten ErgänzungssteuergesetzeZ getreten ist. Der Finanz- intnister hgt erklären lassen, daß er die Aufwands besteuerung nicht weiter verfolgen wolle, sondern sich mit einer Besteuerung deö Vermögen özuwachseS begnüge. Auch nach dem neuen Gesetz soll alle drei Jahre eine Veranlagung deS Vermögens- Zuwachses erfolgen. Zum erstenmal soll die Veranlagung erfolgen nach dem Vermögensstand vom 31. Dezember 1922. Von der neuen Besitzsteuer bleiben Erbschaften frei, weil sie bereits durch das neue Reichserbschaflssteuergesey sehr hoch getroffen werden, be- freit bleiben auch all« BermöaenSvermebrungen. die bereits durch die KriegSstcuergesetze getroffen sind. Der Tarif des alten Besitz- steuergeiepeS, der bereits zwischen 0,75 und 2,50 Proz. schwankte, ist auf 1 bis 10 Proz. erhöht worden, gemildert durch eine all- gemeine Durchstaffelung. BermögenSzuwachS bis 5000 M. bleibt steuerfrei. Ebenso werden sämtliche Vermögen unter 20 000 M. nicht besteuert. Rupprecht von Sapern über die Auslieferung. München, 2. März. Der ehemalige Kronprinz Rupprecht von Bayern hat an die am 25. Fe- bruar zur Beratung der Ausliefcrung-frage in Berlin versammelten Generäle und Admirälc ein Schreiben gerichtet, in dem er erklärt, es habe niemals in seiner Absicht gelegen, durch seine seinerseits geäußerte Bereitwilligleit. sich den Ententegerichten zu stellen, etwa ein den Alliierten zustehendes Recht anzuerkennen, iondcnt er habe seinersetis nur alles tun wollen, um die Heim- kehr der Kriegsgefangenen nicht zu verzögern. Es lag zwar im Interesse aller Angeschuldigten, sich in vollster Oeffent- lichkeit von den Vorwürfen zu reinigen, die gegen sie erhoben wer- den, und er selbst sei früher für die Einberufung eines deutschen Gericht» eingetreten. Aber in dem Verlangen der Alliierten, daß ein deutsches Gericht auf Grund des von ihnen ge- lieferten Materials und unter französischer Aufficht urteilen solle, liege eine Mißachtung der Würde des deutschen Gerichts und des deutschen Volkes. Dagegen lege er schärfste Verwahrung ein._ Mswesse für üie Abstimmungsgebiete. Nach einer Verordnung der Interalliierten Kommission für daS Abstimmungsgebiet in O st p r e u ß e n, die die Ein-, Durch- und Ausreise in und aus dem Abstimmungsgebiet regelt, dürfen Per- sonen über 15 Jahre einschließlich beurlaubter Militärpersonen daS Abstimmungsgebiet Allen st ein einschließlich deS Kreises Oletzko nur mit einem von ihrer Landesbehörde ausgestellten Per- sonalauSweis betreten oder verlassen. Der Personalausweis muß mit einem Sichtvermerk der Interalliierten Kommission oder einer nachstehend genannten interalliierten Vertretung versehen sein. Der Einreisesichtvermerk kann erteilt werden: 1. Von der interalliierten Kommission in Allenstein selbst; 2. von den Kontrolloffizieren bei den Landräten; 3. von den interalliierten Kommissionen in Danzig, Königs- berg, Memcl oder Marienwerder; 4. von einer britischen Auslandsvertretung.' Für die Durchreise gelten dieselben Bestimmungen wie für die Emreffe. Für die Aus- und Rückreise aus dem Abstimmungsgebiet ift ein von der Landesbchörde ausgestellter Personalausweis mit Licht- bild erforderlich. Der Ausweis muß den Sichtvermerk der int«- alliierten Kommission oder eines Kontrolloffiziers bei den Land- röten tragen._ Verbot der Düsseldorfer„BolkSzeitung'. Laut einer telegrapbi- stben Verfügung des Wehrkreiskommandos 5 in Münster wurde die Düsseldorfer unabhängige»VolkSzeitung' vom 2. bis 8. März einfcblietzl'.ch verboten, da sie durch einen Aufsatz„N i e s s e l s Anklagen" Deutschland im feindlichen Ausland sehr geschadet habe. Maxim Gorki ist nach einem Moskauer Funkspruch in den Zentralfowjet pewäblt worden. Auch daS soll die Voizüglichkeit des Hungerbol'chcwiSmu» dartun. Bei den Kowmunalwahlen in HelsingforS erhielten die Sozia- listen genau die Häffle aller Stimmen. Gegenwärtiges und Zuturististhes. Berliner Konzert- Umschau. Neber den Konzertwogen dieser Woche schwebte der Geist A r t h u r N i l i s ch S. In der Unruhe des musizierenden Berlins ist er ein Pol der Sammlung, der Erholung, de» unkritischen Sich- Tragen-LaffenS. Er ist nicht sortzudenken, ohne daß Berlin krankte. Unsere Gefolgschaft und Lernbereilschaft ist ihm bis ans ferne Ende seiner Tage sicher; und nicht weniger die Gehobenheit eines wahren Dankgesühls. Sein Jubiläumskonzert zeigte das gleiche Programm wie sein Debüt vor 25 Jahren. Die dritte Leonoren-Ouvertüre, einst daS Meisterstück der Meininger Kapelle, spielt ihm in der Sattheit der Farben, dem dramatischen Aufschwung der Geigen heute kaum einer so ergreifend nach. Dann lebt sich sein Herz in TschaikowskyS fünfter Sinfonie aus. Das ist eine alte, eine gläubige Liebe, die um der Treue willen nocb immer mitreißt. Nicht wegen des gedanklichen Substrat« dieser russischen Moll-Geiänge. DaS MeloS streift in der ewigen Wiederholung das Banale, die Sehnsucht schmilzt weichlich dahin, der Walzer weint, statt zu tanzen, und das Tem- perament bringt Brand, nicht Wärme an die Oberfläche. Aber Farben sind da, und Eingängigkeiten und lärmende Gebärden. Ein Trompeter, ein Bramarbas— aber wir sind ibm gut—, möchte man sagen. Nilisch verzaubert und bezaubert auch hier: er wird schöpferisch. Und betreut seinen talentvollen Sohn im �.-clur-Konzert Liszts, und holt die letzten Unsichtbarkeiten an Linie und Kolorit aus der Tannhäuser-Ouvertüre heraus.' All das klingt neu und doch schön. Und packt ans Herz. Muß dos Heute-Neufte immer schlecht klingen, mutz eS mit starker Faust in unser Gehirn greifen? DaS Unmögliche möglich, erträglich »lochen, scheint die Devise der Musik-Futuristen, die sich immer mehr dem Gebabren der malenden Kollegen nähern und immer noch nach der spezifischen AusdruckSnote ihrer, gerade ihrer eigenen Sprache kcampshatt suchen. Die„Neue Musik-Vereinigung' strebt unter Scher chenS Führung dieiein Ziel am eifrigsten nach. Auch hier ist der Glaube und die Begeisterung respektabel. Nur irrt man in der Ansichk, es halte so leicht, die alten Götter für die neuen Götzen zu opfern. Der alte Bach, und Wagner und Strauß klingen ja doch in den besseren, freieren, vom Dogma losgelösten Augenblicken dieser Jung- Schaffenden durch. Buso ni schreibt da eine elegische Orchesterphantosie, das Lied des ManncS an der Bohre feiner Mutier. Die unsinnliche, flache Melodie kriecht schneckengleich durch die Instrumente, eine demütig- wehe Stimmung wird fühlbar, ein matter, monotoner Klang. Er sollte Ansang, nicht Ziel eines Werkes sein. Zu dieser Untermalung wünschten wir erst die rechte Melodie geschrieben. Bela B a r t 5 k interessiert selbst an, Klavier für seine Jmpreisionen. die im vorgeschriebenen Programm kaum Erklärung finden. Rhythmisch fest- thematisch fast altväterlich, neu in der harmonischen Eigenwillig- keit, in aufmuckenden, verwegenen, gewollten Wendungen, Aber cr interessiert. Nicht weniger Heinz Thießen mit der sanfte« und wirkungssicheren Um-Malung vom Tode Ophelias. Zum Schluß aber spricht einer in Tönen, der sie olle überragt: Franz Schreier. .Kammersinsonie für 23 Solo-Jnstrumente." Hier klingt alles ge- formt, gesittet, kultiviert. Andeutung alter sinfonischer Sätze meldet sich. eS meldet sich in aller Eigenart de» Zusammenklang» ein MeloS, da» irgendwie mit Wagner und Strauß verwandt ist. Kein Schreckbild mehr. Ein Könner, der sich auch dadurch nicht ver- leugnet, daß er Vorbilder schattenhaft gelten läßt. Hier wären, vor einem wirklich gekonnten und klingenden Werk, Ablehnung Schwäche: wie bei der Klarinetten-Sonate Buionis, die Conrad meisterhaft berunterwirbelt. Desselben Franz S ck r e k e r.Ouvertüre zu einem Drama' bringt Hugo Reichenberger solide, schwungvoll, zwingend heraus. Ein bedeutendes Werl, berückend im Klang deS mit allen Möglichkeiten operierenden Orchesters, reich an grotesken Harmonie- folgen, ausgeprägt in der rhythmischen Struktur, seelisch sorl- entwickelt aus dem.Tristan'. Vielleicht auch ein inhaltlich großes Musikstück. Jedenfalls überragt- eS die matten Orchesterlieder Berlioz', obgleich Frau Hoffmann-Onegin sie interpretierte. Mit diesen Werldarbietungen war daS Neue in der Musik für eine Wocke erschöpft. Denn Richard Sirauß gehört ja schon zu den Alten. Wohl ihm. daß er kein Enkel ist. Sein- Lieder muten ein- fach, primitiv an, und waren doch einst Revolution. � Mafalda S a l v a t i n i erntet sür ibren Vortrag Straußicher Lyrik rauschenden Beifall. Daß ihre Aussprache aus dem Podium unangenehm auf- fällt, verschlägt nicht viel. Aber sie hat mehr Sinnlichkeit im Vortrag als Pathos, mcbr Geste als Innigkeit, mehr erhitzte« als bewegtes Blut. Die Meisterin der Bretter ist leine Notwendigkeit für da» Podium; vielleicht fesselt gerade das. und ihre ganze. lodernde Persönlichleit am meisten. Walter Frey widmet einen ganzen Klavierabend Meister Brahm». Er ist ein jugendlich-unge- stümer rhythmisch zu frei schaltender, aber leidenschaftlich mitfühlender Pianist, von dem gutes zu erhoffen ist. Ob Hans Butze- Hasse, der unter Leitung PauznerS mit dem Biülhnerorchester Liolin« konzerte von Bach nnd BrahmS spielte, auch zu den Zukunftshoff- nungen zu rechnen ist. weiß ich nicht. Zum GegenwarlSmcister tehlt ihm noch sehr viel. Bor allem die Denkruhe und die Klarheit de« Spiels, das sich uoch gar zu oft nervös verheddert. Er hat Talent, und er soll es reiten lasten. M a r g o r e te A I b r e ch t läßt sich von dem etwas kokett auftrumpfenden Schmalstich zu Beethoven- scheu und BrabmSichen Liedern begleiten. Sie singt das(und singt Hugo Wolf) noch nicht unbedingt sicher und sauber, aber mit viel Andacht und geschickter Ausnutzung der Gtimninugen. Ibren großen ichöneii Alt hat Paula W e> n b a u m trotz leichier Indisposition gut in der Gewalt. Lieder von Bergcr und Arnold Mendelssohn klingen beherzt und sinnsroh aus ihrem Mund. Ihr Gatte, Alexander Weinbaum, ein schmiegsamer Begleiter. leitet auch die.Typographia" de» bekannten Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schrislgießer. Der Chor ist trotz der Kriegsausfälle wieder recht stattlich und die Freude am Singen, die Zu»t im Musizieren ball weiter durch. Weinbaum ist mir der Deutlichkeit und Energie seiner Stabgeichen hier sehr wohl als Erzieher am Platze. Chöre von Silcher»»d Zander geraten i�i Kraft und Stimmung und Klang recht durchfichrig. klar gebaut, frei. In Wagner» Pilgerchor versuchen die Eckstimmen vergeblich, die Deto« nation der mittleren Gruppe hintanzuhalien. So etwas wird bald zu vermeiden sein. In das gar zu gemischt« Programm brachte auch der schöne Geigenton Wittenbergs Abwechselung. Diese sollstische Variante feblie im Konzert des Lehrer-Geiang- verein«. Dafür begleiteten einige Posaunen und Waldbörner äußerst apart zwei Gesänge von Schubert(Geisterchor au«.Ro'a- munde' und Nachtgesang). Der große, vorbildlich geschulte Chor be- währt auch unter Rüdcl seinen guten Ruf. » Dr. Kurt Singer. Ein Bund Nene Hochschule wird gegründet werden. Er soll, um eme tätig« Hocknchulrcform im neue r Gebiet zu sichern, die Re. sormec aller Hochschulen(Dozenten und Studenten) zusammen- schließen. An der Spitze deS vorbereitenden Ausschusses steht der Münsteraner Professor Dr. Otto Braun. Der Bund lehrff jede parteipolitisch?« Einstellung ab, wird aber alle die umfassen, die im neuen �Geiste des menschlichen Fortschrittes entschlossen sind, cm ihrer Stelle— ohne Manifeste und Verordnungen— tätig anzupacken, um die neue Hochschule zu schaffln. Es lvird eine Anlehnung an den„Bund entschledener Schnlresormer" erstrebt. Die erste Persarnmlung findet statt am 3. April in Berlin, Herrenhaus, nach- mittags 8 Uhr. Wer an dieser Besprechung über, die Grundsätze der Organisation und über Prinzipien der Hochschulreform teil- nehmen will, melde sich bei Professor Otto Braun(Münster i. W.. Warendorferstr. 185), an den auch Zuschriften wegen Beteiligung an dem Bunde zu richten find. DaS Märkisch« Museum bat zu Ehren bcS beule vor hundert Jahren geborenen, I8GS verstorbenen letzten tbnstlerischen Lithograpben' Berlins Gustav Feckert«ine Ausstellung von Hand- und Stetnzeich- nungen de« Meisters veranbaltet. Di« von 1844 bi» et-va 1880 reichenden Blätter bieten eine Uebersicht über da« Lebenswerk des einst wegen der malerischen Wirkungen, die er dem Stein abzugewinnen wußte, hoch- geschätzten Künstlers, der durch die Erfolge der Photographie allzufrüh auS seinem Wirkungskreis gedrängt wurde. Der Knufthiftortker Wtlbelm Waetzold von der Unwerfltät Halle ist als vortragender Rat tn daS UnterrichlSminiilerium nach Berlin bc- rufen worden.__. Musik. Da« aus Donnerstag angesetzte Konzert Emil v. e- a u- rs in der Pbilharmonie wird abgesagt.- Si» Hciurtch Lilteufein Abend findet am b. MSrz,-SendS.'k Uhr, im Lejfing.Mu'eum statt. Da Silicniein fetzt als Generalsekrewr der? chtller. stiftung nach Weimar übers, edelt. ist die Beranstallung als Aofcht-dSfewr dem Deutschen Lesebuch- nennt Dr Erich D räch seine« dritten Vortragsabend, der am 7 März im Meiiteriaal stattfindet. Drach spricht vorwiegend Dichlungen. die in der dcv'.schcu Stund« m ver cschule vorkommen, von R'ckert, Plate», Geibel und Uhiand. Märebenabend. Einen Mär che nabend»»aniialtet A o n« Fl o! b o w am 3. März. 4 Ubr. im Saal deS Lyzeum-Klub». Sie wird neu« Märchen«rzäblen. Außerdem Gelang von Kinderliedern und Tanz. Karten zu ö und 3 M. im Lyzeum-Klub, Lützowplatz 8'„.., m. Vogelschutz und Heimatschuu. Der schütz 0- 5, Vk vögel durch die Gcictzgebung ist noch immer"'ä* r�&a'6 bat der Heimatbund Mecklenburg, wt« in der Keilschrift»Niedersachsen he- richtet wird, in seiner letzic» Tagung«ine Erweilerunz d-ü Reich e-Ve gel- schutzgesetzes in d'cscr Hinsicht veU.ingi. ES E ,a,R 0 l'i. den �chwarfftorch. um Adler, Bufsaroe uiw.. sür deren Tomng den Jagd- und Iischereiberechtigten noch immer zu viel Freiheit gelatzen wird. ttc. 115 ♦ 37. Jahrgang Seilage öes vorwärts Mittwoch, Z.Mär, I»2» Prozeß Erzberger- tzelfferich. Die Rede des Staatsanwalts.— Nene Beweis- aufnähme. Oberstaatsrrnwalt Krause fährt fort: Die Vorgänge im Fall Bergcr könne man am besten folgendermaßen bezeichnen: Die parlamentarische und die geschäftliche Däirgkeit des Nebenklägers"'glicken zwei Polen, die anfangs von- einander weit entfernt waren, sich dann immer näber kamen und schließlick ineinander übergingen. Die Tätigkeit Erzbergers als Schederichier Hab« an vielen Stellen und bei vielen Personen Be- denken erregt. Auch im Fall Berger, der anfangs als der be- benklichste in der Beweisaufnahme erschienen sei, sei eine Per- quickung politischer Tätigkeit und eigener Geldintereffen gewesen. Im Fall Angele könne man keinen Beweis für eine Per- guilkung politischer Tätigkeit und geschäftlicher Interessen erblicken. Immerhin sei die Schrankenlosigkeit, mit der Herr Erzberger seinen Einfluß für seine Interessen einsetzte, ebenso bemerkenswert we die Sckwäche der früheren Reoierung. ES sei dieS ein sehr be- dauerliches Zeichen einer gewissen Korruption.» Zum Fall Kotoatsch führte Oberstaaisanwalt Krause auS, daß man von einem Abgeordneten verlangen müsse, daß er es vermeide, seinen politischen Einfluß für solche Zwecke m, vertoend'ä. Nun zum Fall Anhhdat! Der Herr Nebenkläger erwarb plötzlich Aktien mit dem Vorzugsrecht, noch weitere sechzig zu kaufen. Hierzu kommt noch, daß der Nebenkläger in dem Schreiben an dos Reicksamt de? Innern verschwieg, daß er Aktionär der Anhpdatfabrik sei. Der Nebenkläger hat also seinen voliti- fchcn Einfluß für ein privates Unternehmen ausgenützt, und ich halte die Beweisführung des Angeklagten für erwiesen. Im Fall Wolss. in welchem der eine Teilhaber Strauß blebejnwr Reaierrmg'Srat wurde, der andere Teilhaber Wolff zum Staatskommissar ernannt werden sollte, läßt stch eine si n an- -ielle Beziehung des Herrn Nebenklägers und der Firma Wollf nicht nackweisen. In? Fall Richter HA sich herausgestellt, daß der Neben- kiäaer Serrn Richter zwar einige empfehlende Worte an das Mi- n'sier-ium der öffentlichen Arbeiten mitaeaeben hat, daß diese Emp- f.'b!>ina aber nickt Einfluß auf die Entscheidung der Beamten ge- babt hat. Herr ErzbergA hat auch hier keine finanziellen Vorteile gehabt, sondern er hat sein Geld, das. in der Fabrik steckte, verloren. Im Fall Hapag fragt es sich, ob der Nebenkläger seine amtlichen Kenntwsie für private Vorteile ausgenutzt hat. Ter Nebenkläger behauptet, er habe ans idealen Motiven gehandelt und Minister GiesbertS bestätig» di«s. Es steht für mich nicht fest, daß der Herr Nebenkläger nicht aus idealen Gründen gebändelt hat. Der Gedanke/ daß Herr Erzberaer oc- der Eni- sckädipwiig der Reeder vor allem an seine 100 000 M. gedacht haben soll, ist ungeheuerlich. Die Beweisführung in diesem Falle ist nicht g elu ngen. Im Falk T r i v p« lfetilme Seife) erhellt eine finanzielle Iirieresstertheit de? Neb'nksägers nicht. Jedoch ist d:x Fall ein 'Beweis, daß der politische Einfluß des.Herrn Erzberaer nnaehener war und daß er diesen Einiluß schrankenlos und rückstchtslos ein- setzte. Es ist bedanerlich, daß ein Abg-ordneter seinen Einfluß derart einsetzt. Da? grenzt allerdings, wie der An- gekl-rgte bchauvtet, an Korruption. Aebnlick liegen die Verhältnisse im Fall des Abgeordneten H e r m a n n- R« u t- fingen. Würde e? zur Regel, daß bestehende Gesetze durch den Einfluß eines MinssterS zugunsten eines einntlnen durchbrochen ioürden. so wäre das für unser StaatSinesen höchst bedauerlich. Ich komm« nui» zu den Ein- und Ausfuhrgeschäften. Ii» dem nicht öffentlichen Fall Bcrtel ist der Nachweis des Angeklagten nicht gelungen. Denn der Nebenkläger bestrittet unter seinem Eide, daß er geschäftliche Vorteile gehabt habe. Dagegen kann ich nur schwer die politi'ckeu Gründe einsehen, die für den Neben- fläger bei diesen Gcsckäften maßgebend waren. Es bätte bei der Erreichung der politischen Ziele, die unS der Nebenkläger angibt, wobl nicht der Vermischung politischer und privater Täiig'keit bedurft. Dns hat uns im Ausland auch sehr ge- sibadei. Auch die Summen, welche die einzelnen Personen fiir ibre politifchc Täligkeil auf anderem Wege erhielten, scheine:! sck einungen.nicht zu verkennen.— Ich komme nun zu der Kavitalversckiebnng. Die Kapitalverschiebung ist in unserer heutigen Zeit wohl das gemeinste und ftuchwürd'gfte Verbrechen, was am deutschen Volke begangen werden kann. Herr Erzberger hat erklärt, daß er Gelder nur zu kirchlichen und volG tischen Zroecken ins Ausland gedacht habe. Das ist keine Schiebung im«'gentlichen Sinne. Aber die Tatsache an sich befremdet doch sehr. Ich schließe also meine AusführnNgen damit, daß der Ange- klagte in vielen Fällen den Wahrheitsbeweis er- bracht hat. Neue Beweisaufnahme. Nach der Mittagspmne wird die Beive» saufnäbine noch einmal eröffnet, um Erzellerz Spahn Gelegenheit zu geben, noch ckn- mal zu der gestrigen Aussage de? Ministers GiesbertS Stellung zu nehmen. Hierzu sind als Zeugen erschienen: Reichskanzler a. D. v. Bethmann Hollweg, Ilnterstaatssekretar Wahnfchaffe, Minister Gicsberts, Unterstaatssekretä? Lecker, Abgeordne- ier Stresemann und Abgeordnerer S ch i r m« r. Als erster Zeudge wird Erzellenz Spahn vernommen. Er führt den peaen ibn geäußerten Vorwurf der Gedächtnis- schwäche ans einen Irrtum zurück. Auf Grund einer»nichtig m Ae»ßeruna Svabns kommt es zu erregten A n Sei nrnde r> etzu naen. die schließlich von dem Vorsitzenden beigelegt werden. Daiins nimmt Minister Erzberger das Wort, um noch ernmal d'e Vorgänge kurz vor der denkwürdigen Ausschnßsitzung zu skizzieren. Abgeordneter Stresemann greift einzelne AnSfübrungen Erzbergers als nicht richtig an: e? entspinnt stck eine Debatte, die aber keine wesentlich neuen Gestckikpunkte eracbt. Nach emer Zeugenaussage des Neickspostmimster,? GieS- Bert? entspinnt sick ein Rededuell zwischen Erzberger und Helsserich über dir.Hrltruig Erzberger? Bethmonn Hollweg und der O. 55. 1'. gegenüber.— Helsserich: Hat Hsrr Erzberger der O. H. L. mrtgeteilt. daß der Reicht-kanzler nach außen hin«ninoglich geworden sei, weil er keinen Frieden schließ' n könne und weil er mit dem Parlament nicht mehr auskäme k— E r-z b e r g e r: Eine solche AenßenuNg»st wohl möglich. Ick km»n Zeugen daftir nennen, daß wir Parlamontarier mit der O. H. L. verabredet tr>ar�n. Wir warteten im Reickstaa. während die O. A..L. im.Genernlstab»var. Hauptmann v. Beerfelde, der später politisch eine Rolle spielte, war da und stand uns zur Verfügung. Stresemann wird mir bestätigen können, daß er am ö. Juli stch darüber beschwert bat, daß wir Parlamentarier m't der O. H. L. nicht in Verbindung kommen konnten.— H e lf fe r i ck: Ist es nicht ricktig, daß Herr Erzberger, der angeblich am 7. Juli mit d.'m Kanzler fertig war. weil dieser die Zusammenkunft der Varlamentarier mir den .Herren der Obersten Heeresleitung zerschlagen hatte, in der darauf- folgenden Woche dann vlötzlick wieder für den Kanzler eingetreten ist? Wie ist da? zu erklären?— Erzberger: Ich hatte mit Herrn v. Bergcr über die politische Situation eine Unterredung, und dieser dertvie? mich an den Chef de? Ziwl- kabinett?. Bei der Unterredung mit diesem wurde mir mitgeteilt, es sei der Wunsch de? Kaisers, daß H'rr v. Bethmann .Hollweg aus seinem Posten bleibe. So änderte ich meine Pläne. Politik läßt sich nickt nach matbemati- schen Regeln machen.— Helsserich: Hat Herr Erz- berger aber nicht gleichzeitig Beziehungen zu Penoneu unterhalten. die den Sturz des Kanzlers anstrebten?— Erzberger: Ich wiederhole, daß noch mehrere Strömungen bsstandcn. Ich wollte im Grunde nur eine ReichstagSmehrheu für den Frieden schaffen, Stresemann wollte den S t u r z d e? Kanzlers. Daran? erklären stck die»ucchselndcn Situationen im Juli. E? wird m,n der Almeordnete S ch i r m e r vernommen, der hanptfächftch anssagt, die Friedensresolution sei von keiner der be- teiligten Kreise als Kampfresolntion gegen den Ka»»zler gedacht worden. Im weitere» Verlans geht B e t b m a n n H o l l w e g sehr ausführlich auf die Gerüchte seiner Entlassung ein. ohne neue Momente auszuwerfen. Hierauf tvird Erzellenz v. Pc> der vernommen. Erzberger: Erzellenz. ist es rstlstig, daß Sie am 7. Juli Herrn v Bethmann .Hollweg von dem Entwurf Kenntnis gaben?— v. Paher: Ich kann mich dessen nicht entsinnen, e? ist aber möglich.— Helsserich: Erzellenz, entsinnen Sie sich, daß bei unserer lln- ter Haltung im Zimmer des Reickskanzlers im Reichstage ain Nach- mittag des IL. Juli Sie im Austrage Ihrer Partei die Resolution überbrachten und binzufügten, der Reich? tanzler»uüsse sie ohne Erörterung annehmen.— d. Paher: Ich entsinne m'ch der Unterhaltung, aber nickt ihres Jybalteö. Es wird sich Wohl darum gebändelt haben.— Helsserich: Kö.nn n Sie sich nicht erinnern, daß ick gesagt habe: Wenn ich der Reichskanzler Hjötc, »Bürde ich nicht unter d i es k n u d i n i s ch e Joch gehen: da ick ober nur Vizekanzler sei.»vürde ich mein möglichstes tun, um dem Reichskanzler davon abzuraten?— v. Paher: Ich kann mich dessen nicht«ntsinr»en.— Helsserich: Dann bitte ich, Staatssekretär Wahnschaffe darüber zu vernehmen. Unterstaatssekretär Wahn schasse sagt aus: Ich war bei der Unterredung zwischen Exzellenz Helsserich und Herrn v. Paher am Nachmittag deS 12. Juli zugegen. Exzellenz Helsserich bemühte sich, in die Resolution einen kräftigen Ton hin- einzubringen. Ich glaube, es handelte sich um die Einfügung des Wortes„Sistierungen",»paher sagte, eine Acnderung sei Nlcht möglich, da die Fraktionen sich schon aus den Wortlaut zu sehr festgelegt hätten. Es kam schließlich zu scharfen Gegen- s ä tz e n, so daß ich die beiden Herren trennte und Herrn v. Paher in ein anderes Zimmer führte. Um Abend kam Herr v.� Paper zum Reichskanzler, um ihin über den Wortlaut der Resolution Mtteilung zu machen und ihn zu bitten, für die Resolution ein- zutreten. Bethmann Hollweg erwiderte darauf, er könne m i t Rücksicht auf die Schlagkraft der Armee nicht zu- stimmen.— Helsserich: Ist es Ihnen erinnerlich, daß Heit d. Paher mir sagte, an der Resolution dürfe kein Wort geändert werden, Herr d. Bethmann Hollweg dürfe im»Rechstage keinen Kommentar dazu geben? und daß ich daraus erklärte, daß fei ein kaudinisches Joch?— Zeuge: Jatvohl.— Damit ist die Per- nehmnng der Zeugen beendet. Vors.: Ich schließe die PctvriSaufnikhmr hiermit eubgüiltig. Nm 2% Nhr wird die Verhandlung aus Donnwstag. vormittag 914 Nhr vertagt. Am Donnerstag beginnt die Verhandlung jnst dem Plädoyer des Ersten StaatSantvalts v. C l a u s e w i tz über den Punkt„Nntvahrbaftigkeii". Daran wird sich das Plädoyer Dr. Alsbergs schließen._ Groß'Rerün Groh-Berlin und die Provinz Braitdenburg. Ter vom Brande nbrrrg i scke n Provinziallandtag zur Prüfung des Verhältnisses zwischen der Provinz und Groß-Derlin eingesetzt- lögliedriqc Sonderausschuß hat DwnStag seine Beratungen beendet. Ihm waren drei Anträge»lnterbreftet worden: Der erste ging dahin, Berlin und die Provinz Brandenburg in einem er- wciterten Komm,»», eilverband, ähnlich einem Zweckverband, zusammenzufassen: der ztveiie, gleichfalls von b ü r g e r- l i ch e r Seite gestellt, wollte die Auseinandersetzung zunicken Berlin llnd der Provinz im Gefetzentwnrs Graß-Berlin selbst gelöst und die darüber zu erlassenden Vorschriften dem Provinztallandtag zur Begutachtung unterbreitet»visscn,»väh- rend von demokratischer Seite beantragt»vurde, den Gesetz- cntwurf Groß-Beickin dahin zu ändern, daß die neue Stadt- gemeinde Berlin auch in die Provinz Brandenburg ein- tritt, damit die schlvierige Frage der Auseinandersetzung vermieden tverde. Sämtliche drei Anträge tvurden mit 8 gegen 7 Stim- men abgelehnt: statt dessen wurde nach längerer Aussprache mit derselben Mehrheit von einer Summe ein Kompromihantrag angenommen, wonach die Preußische Laufcesversamnrlung ersucht werden soll: 1. Neue Richtlinien für die Auseinandersetzung z»vi scheu der Provinz und der neuen Gemeinde Berlin durch Gesetz vor- zunehmen, wobei eine dauernde kommunale Verbindung der Stadt mit der Restprovinz ins Auge gefaßt werden soll. 2. Den Entwurf der gesetzlichen Vorschriften über die Auseinander seyung der Begutachrung des Provinziallandtags zu unterbreiten. 3. Sollten durch die notwendigen Vorarbeiicn für die Aus-- einandersetzung der Verabschiedung des Ges-'tzcntzonrfs� Groß- Berlin Schwierig! e>ten ober Verzögerungen entstehen, so ist untep� vorläuftger Streichung der§8 1 bis 0 des EcictzenUvnrfS Groß- Berlin die Ausei-nirnderscdung einen» nachfolgenden Sonder- g e s e tz vor�ubehalren. In diesem Falle soll aber eine vor» läusige Regelung für die Auseinandersetzung im Gcsetzcnt- Wurf Groß-Berlin getroffen werden. Ter Provinziaklandrag wird sich Hw.hrscheinlich am Freita»«st diesem Antrag beschäftigen. Mit Rücksicht auf diese Verhandlungen hat der 17.(Groß-Berliner) Ausschuß der Landesversammlung dem von uns mitgeteilten Wunsch der Provinz entsprechend seine Beratungen in der zweiten Lesung auf Mitttvoch, 10. März, vertagt. Der Provinziallandtag hat emer Aenderung deS Vertrages mit der Stadt Neukölln über die Beteiligung der Provinz am »Bau und»Betrieb des städtischen Säuglingshei ms zu- gunsten der benachbarten B ra n de n b u r g i sche n Hebammenlehranstalt zugestimmt. Hinzugefügt wurde nach dem Vorschlag des Ausschusses die Bestimmung, daß die Vertrag- sststiehenden sich de»P flickten, dafür einzutreten, daß bei einem etwaigen Ueborgang des Neuköllner Säuglingßbeims a»lf Groß- Berlin die Hebammenlehranstalt unverändert dem P r o v i n z i a l vc r b a nd e verbleibt._ 4o] Jan Krebsereuter. Seine Taten. Jqbrten und Meinungen. Aufgezrichne» von Ha», Müllrr-Schlösscr. 9. Krebsereuter wird weiß wie frischgefallcner Schnee und hat vorläufig von der Schifseret genug. Krebsereuter lag die balde Nacht in seiner Kose wach. Di« Striemen, die ihm das Tauende beigebracht hatte. »brannten thm, grimmiger aber brannte ihm die Wut im e Heringe gegen 10X—1C der HauShaltSkart«. Groß-Verliner parteinachrkchten. t. Abt. Eltern, deren Kinder die t. und 45. Gemeindeschule de- suchen, Donnerstag 7 Uhr Vortrag des Genossen Lehrer Knies in der Schulaula, Auguliftr. 68. 13. Abt. Donnerstag 6 Uhr vom Lokal Gonell, Prinzenstr. 88, aus Handzettelverbreitung. I«. Abtla. Donnerstag 7 Ubr in den Aulen der 138. und 158. Ge- meiiidrschule, Müblenltr. 60. und der 50. und 71. Gemelndeschulc, Frucht- straße 38: Ocssentliche Wühlerversammlung. Freitag iür die 18. und 30. Gemcindeichnle in der Aula der 18. Gemeindeschule, Langestr. 78. 87. Abrlg. Mittwoch 7 Ubr: Wichtige Sitzung der BezirtSführer und Betriebsverirauensleule bei Dobrohlat, Swincmiinder Sir. 11. 88., 33., 34. Avtlg. Di« Frauen besichtigen Donnerstag da» Pesiaiozzi-FrbbelhguS. Tressvunkt 3 Ubr Winterseldplatz. 30. Abtla. Donnerstag 7'/, Ubr, Schule. Pavpelallee 41: Eltern. Versammlung für die Schüler in der Pavpelallee, Scherenberg-, Duncker-, Greisenbagener-, Stargarder- und Gctbscmanestraße und die Realschule Canilen-Sylvastraye. 37. Abt. Heute Sandzettelverbreitung für die ElternbeiratSwahIen. Tressvunkt: Hübner, WilSnacker Str. 34, von 5 Uhr nachm. ab. 40. Abteil. Donnerstag 7 Uhr össentliche Periammlung der Eltern, deren Klnder die 14., 19.. 72., 168., 273., AI.. 308. und 312. Ge- mewdeichulen besuchen, w der Schulaula. Plantagenstr. 15/19. Referent Genosse Hcnnlcke..Warum müssen wir Elternbeiräte wählen Rlt-Gltenickr.Falkenbrrg. Frauenabend Donnerstag 7'/, Uhr bei Silüungsveranftaltungen. Bildungsausschuh Groft- Berlin. Abonnemcnts-Festkonzertel Sonntag 3 Uhr: Blüthnersaal, Lützow- straße 76 für Inhaber roter Karten. Marken unverzüglich einlösen.— 0. Kunstabend! Sonntag 7 Uhr: Gymnasium zum grauen Kloster. Kloster- straße 74.Soziale Dichtungen". Karten bei allen AbteilunflStassierern, Harsch. Engeluser tü, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2 und im Bureau des BildunaSauSschusse?. Lmdenstr. 3, 2 Hos.�V von 9 bi» 4. Donnerstag von 9—1 und 5—8.— Sozialistische Bilbiingsfchule. Donnerstag 7 Ubr sür die Funklionäre aller Abteilungen: Aula des Könlastädtischen Real- Gymnasium«, Elisabctbstr. 57/58. Thema:.Die politischen Parteien". Hörer- karten oder grüne LegltlmationStarten vorzuzeigen. Eintritt für Funk- tionäre frei.— Iugenüveranftaltungen. Zentraljugrndstctm, VIndcnstr. 3, Literaturabend(Heine).— Ellar- loitenburg. Jugendheim. Roünenstr. 4, Vortrag:.Was wir wollen."— Erkner, schuibauS Adlcrstraß«, Entstehung dcS Menschen.— Groß- Lichtcrketde, Atbrechtstr. 14a:.Wie schmücken wir unser Jugendbelm?" — Kauledorf, Gemeindeichule Adolsstraße, Mitgliederversammlung.— Lichtenberg, Parkaue 10, Mitglied« Versammlung,— Mariendork, Lyzeum Ninastraße. Mitgliederver' ommlung.— Prenzlauer Vorstadt, Eichhorn. Tanziger Str. 93. Mitgliederverfammlung.— Roienthaler Borstadt, Gemcindeschule, Bergstr. 58, Mitglledervcnammlung.— Süd- often, Geineindeschule Wrangelilr. 128, DiskmsionSabcild.— Demvelho». Lyzeum Germaniaslr. 6/7:.Da« Mikroskop und seine Bedeutung."— Westen.'Baugewerkschule Kursüritensw. 141. Mitgliederversammlung.— Wilmersdorf, Oberrealschule Am Scepark, Ecke Auzustastraß«, Mitglieder- Versammlung. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Bund der untere« Verwaltungsbeamten. Sonntag vorm. 10 Uhr KrlegerverclnsbauS, Chausteeftr. 94. öffentliche Versammlung. Redakteur Kamossa und Bureaudirektor Matuschek sprechen über.Die neue Besoldung«. resorm und dse unteren Beamten".— Rcichöbuud der KriegSbe- schädigten. Bezirk 4. Süden. Heute 7°/, Uhr im»Dresdener Gesell- schastZhauS", Dresdener Straße 118.— Touristen-Verein»Die Naturfreunde". Neutrale Gruppe. Donnerstag Generalversammlung Berl. Klubhaus, Ohmstraße 2. 7 Uhr.— Arbeiter- Wassersporiverbonß. Kreis I, Brandenburg. Schwimmwartfitzung 8 März, 71/, Uhr, tm »Dresdener Garten", Dresdener Straße 45,— Neutälln-Britz. Heute 7'/, Uhr Veriainmluiig aller Sport treibenden Genoffen bei Marienteld. Jansa-, Ecke Kaiser-Friedrich-Swaße, zwecks Gründung eines Arbeiter- Turn- und Sportvereins. Mus alier Welt. Tie Fremdherrschaft im Saatgebici. Ueöer de» Antritt der Saarregierung erfahren die P. P. N. nachfolgende Einzc.'- heften: Ter Vorsitzende de? RegierungsauSschusses R a u l t hielt eine französische Rede, die darauf der Dolmetscher von einem Blatt Papier ablas. MlS der Empfang beendet war, begab er sich mit dem General Wirbel auf den Schloßplatz und begrüßte dort eine Schar Neugieriger durch ntehrtzialiges Hutschwenkcn, wobei der General zugleich lobhafte Bewegungen mit den Armen machte, als wollte er sagen— deutsch sprechen kann er ja auch nicht—: Hier stelle ich Euch den höchsten Beamten des Saargebietes vor. Die Menge aber blieb eiskalt und rührte sich nicht. Kultur». Montag nachmittag verhinderte eine nack Tausenden zählende tschechische Volksmenge unter Mißhandlung eines deutschen Schauspielers die Abhaltung einer WohltätigleitSver- an staltung Deutscher im Stadttheater der zur Mehrheit deutschen Stadt Brünn. Abends setzten die Tschechen die deutschfeindlichen Kundgebungen vor dem Deutschen Hause fort und miß- handelten mehrere Deutsche. Die grösite Palme Europas, die in Geivächshäusern gedeiht, die seit fast hundert Jahren sorgsam gepflegte 34 Meter hohe sog. „Große Palme" wird augenblicklich in dem berühmten Palmen- hause zu H e r r e n h a u s c n bei Hannover gefällt. Dieser Palme wegen mußten wiederholt größere Umbauten de» Palmenhauses in Herrcnhausen stattfinden» da infolge des Wachstums die alten Gebäude immer zu klein wurden. Nunmehr hatte sie wiederum die höchste Spitze im Innern des riesenhaften Glaskastens erreicht. Durch die ungeheure Teuerung und den Mangel an Roh- Material kann an eine Erhöhung de» Palmenhauses nicht gedacht werden, deshalb mußte diese größte Palme Europas jetzt der Säge und dem Beil zum Opfer fallen. An ihre Stelle wird numnebr eine javanische Palme treten, die auch bereits hundert Jahre alt und 20 Meter hoch ist. WctterauSsichte» kür da« mittlere Norddeutschland bis Donnerstag mittag. Wolkig, teilweise heiter, meist trocken, tagsüber warm bei wcftliwcn Winden. ffiOH IMT Kriegsanleihe wird zum Kurse van 83% In Zehluni genommen!"VG M lillign Preist!!! .......................— CnirMaM II. 114, 189, III Killll 181 III 198 lapr, Seldenninül 365, 485, 615 Kostfiai 89, 152, 280, 41 IT GesellschaftS" md Tmzklcilir Meli 33, 58 270, 415, 685 SeldinricU>28 Pllisclunanttl 445, 768 AstraeUiniDtil 355, 480 USsler 88, 152 Pelzmäntel 3500,5250,7800 1. Geschäft: Berlin W, 2. Geschäft: Berlin MO, Mohrenstrasse 37 a Gr. 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KöniggratzerStrafie 7-2« Uhr tScblolt Wetterstein Donstg.;8chlaßWettersteln Freitag: Schloß Wetterstein Komödienhaus '.'rf Uhr:„Sie". Donnerstag:„Sie". Freitag;„Sie". Sonnabend, zum ersten Male: Der Herr Zliiit.ter. Komödie von Paul Schirmer. (Max Pallenbcrg, Fr. Richard, Heinz Stieda, RoseVeldtKIrch, Qreie Diercks, Gustav Hotz, Werner Hollmann, Frieda Lehndorff, Hermann Plcha.) Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. FrlOl Massary, Otto Stonn, Hans Wassmann. Central-Thcater 7v.u: Fräulein Puck. Deutsches Opernhaus vi* �r: Tannhäuser. Die Tribüne 7% u.: Franziska. £den-Theater. V/2 u.: Die DollarjiPlnzessin Frledr.- W ilh elmst.Th. 7v.u.: Der Rauh her Europa Kleines Theater. uhr: Die PlarrhausköDioille. Kl, Schauspielhaus. 7% u.: Die unheriltirte Frau Komische Oper 7.20 u.•. Dichterliebe. liustsplelhaus Arnold Rieck in: iih�DerErollstailt-llarailer Äetropol-Theater. 7 ühr: SybiU !Veue« Operettenhaas Ml« Werber als Gast in 7-* v.- Die kleine Hoheit Mehiller-Theat. Charl 3s VerschwAniog des Flesco. 7'/i uhr; flacht i Finsternis Thalia-Theater tv. u.: Die närrische Liebe Th.amTKoUendorfplata z-/.: Lust. Weiber t. Wlodsor. VI, Uhr: Vart/eCgeXfeE*: Theater des Weatens 7-,. u.: Die Fran IUI Hermelin 7 j Waliner-Thcater Uhr 71/, Uhr: Volksbühne Theater am Blilowplatz. t»/.: Der Llebestrank Lesshig-Tlieater. Direktion: Victor Barnowsky. tv. uhr: Pygmalion. Donnerstag 7V«: Pygraallon. Freitag 7: Peer Gynt. Deutsches KDnsfler-Theater A7v' uhr:ch Menagerie ♦Fofies Gaprice# Eck. Friedrich- u. Llniensfraße - Täglich JV,:- Die abgetretene Frau ZwangscinquaiTIernng. Oh dleaer XowaoU! mit Ferdinand Grünecker in den Hauptrollen. 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Casino- Theater Lothrlngeratr.37. Tägl.«/48U.: Nur noch bi« Freitag■ Schnlepels Lene Sonnabend, den 6. März, zum I. Male: Ein alter Münder. Sonntag 3'/,: Die Wunderkur SeMaJaueh im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiftbauerdamm Da« neue Märzprogramm Oskar Sabo Valeaka Qart Mady Christians H. N. v. Twardowski Hans von Wolzogen Irmgard Bern Danny Gürtler d. J. Maria Lud Musik. Leit.: Frledr. Holländer. ErSffnung 7V» Beginn 8' /, Uhr. CircusJdmb Mittwoch, 3. März, 7'/, Uhr Tragikomisch. Pantomime „Apiirodite" in 3 Akt. v. Paula Busch, Inszen. v. Georg. Bltavalet Vorher: Das neue März-Programm! Winter- Gaden Täglich T.Zß I hr: Variete-Spielplan Rauchen gestattet t Tageskasse ab 10 Uhr ununterbrochen geöffnet. Großes Schauspielhaus Sonnabend, 6. März, 1 Ahr Sonntag, 7. März, 7 Ahr - außer Hbonncment:-- König Oedipus Tragödie von Sophokles Regie: Max Reinhardt Geüipus: �lexanüer MoW .. der plShe: 71t. ts.00»>« 7N. 4.00. Silletts Theatirkasj«,«. Wtrtdtim u. Invalidendnnl. KomSÄienKaus an der ZNkirschoNdeaa«. Nm Donnerstag, 4. März, Vz8 Uhr: Zum 100a Male: „Sie" Romifble In 4 Aufzügen von Georg Uelde. Houptdorft eller: Erika Dläßncr, Leonhard Haskei, Heinz Eileda, Berihol» Reißig, Gustav Potz, Ernst Behmer, Alfred Scherzer, Frieda Lehndorff, Jenny Marda. Großes Schauspielhaus Direktion: Mar Reinhardt Das Abonnement für Sie nächste Spielzeit ist aufgelegt Sech« Abendvorstellungen/ Sechs verfchieöene Stücke Goethe: ikgmont/ Schüler: vie Räuber/ Shakespeare: tin SommernachtStraum/ ealöeron: Das Leben ein Traum Romain Rollanö: Vanton/ Gerh. Hauptmann: Klorian Geger ÄnSerungen vorSeholtea preise öer Plätze für öle sechs Vorstellungm: r-oen«.7,«« m.—»Iso n,30 m. pro AbrnS(Knffenprtid 24.60 m.) Parket, 67.80 M.— also It.ZV M. pro AbenS(stnffenprrid 24.60 M.) volkon 8V.40 M.- also S.4G M. pro AbrnS(KoffeiipreiS 17.60 HI.) 1. Rin» 32,40 M.— nifo 5,40 M. pro AtrnS(Koffrnprtid 8.90 M.) 2. Ninp 19,20 in.— olfo 3,20 M. pro Asten«(KossenpreiS 5,40 IN.) Z.Rioo ,2,60 M.— also 2,10 M. pro Asten«(Kossenprri« 3.20 M.) 0n«iesen preisen tst«ie euslstarkeitdsteuer sterelt« enthalten B»l»rr tvrganiratlon Sr« stdonnemrnt» ist dafür Sorge getragen, (pälerer Botellungen frllhrre NuMidrungen einc« Werke» erda» daß auch Bdrnnenten : Auf hiliru ogen eine» Werse» erhalten, va» Abonnement dcr Bdonnrmrnt» findet im Srefien echaufpleldau, ist übertragda». der verkauf öe> W»W»t von 5-4 Uhr(auch e»nntago) u.an der tlheateriassr fl. w e rt h ei m, keipzlgü' Str.,'st»«. gVfRkNZT.Za-S�. 4> AMabenallch 7 Uhr:# f John Hnmllton? ,• Prltz u. Bobby Link? i Elcnlta Schlüter« 4 * Grünltz i • Mar�a u. Egon Laron t • Max Goldber� und i • Carmen Kahlig-GoMberg? '* in f 1 i Ein naeiitlieiier M I Hansl Etzer I? Paul Goldler| Walter Steiner| Qcza Varady Truppe T Grete kuss t Dougeon t Kapelle Mundl Neumann.- Am Flügel: E. Henlscbcl.| Rauchen gestattet. | Theater am KottbuscrTor Tel.: Moritzpiatz 14814. Jeden Abend 7>/- Uhr: SUte-Sänger. 9 ehem. 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Norddelltsche Knhlerfabrtk, Tempelhos, Oberlandstraße. 32KD Die Mfinöungsüebatte im preußenhaus. In der Beratung des Hohenzollxrn vertrage« durch die Landesversammlung, über deren Beginn wir im Abend- blatl berichteten, führte Abg. Gräf(Soz.) weiter aus: Damals, im November 15)18. hätte die Enteignung sehr wahrscheinlich keinen EmrüstungSsturm hervorgerufen. Da waren die Meinungen über Schuld und Unschuld sehr geleilt. In- zwischen bat selbst Herr von Kardorfs jüngst ausgeführt, daß die Politik vor dem Kriege dodeulos leichtfertig gewesen sei. Das bat alio auch von der Politik des Königs au gelten. In Enteignungsangelegenheiten von Fürstenhäusern ist die Haltung Bismarcks höchst bemerkenswert, er hat die Enteignung des WelfenhauseS in sehr geschickter Weise als im Wohle de« BolkeS liegend zu verleidigen gewufct. Damals rief ihm Windthorst zu: „Einst wird die Weltgeschichte von den Hohenzollern die historische Vergeltung fordern l" Die Rückkehr Wilhelms ist nicht zu erwarten. Denn einmal ist er wirklich kern Napoleon(Sehr »ichligl links): zudem verlangt die Entente seine Auslieferung. Jetzt bei der VermögenSseststellung hat das Volk erst erfahren, wie arm die Hohenzollern gewesen sind.(Heiterkeit links.) Un« Schulkindern bat man ja immer von ihrer Armut erzählt. Jetzt soll alle? Privateigentum sein. Jetzt sollen die Hohenzollern auf 60 Schlösser verzichten; da« ist nicht schwer, wenn ihnen 39 Schlösserund Grundstücke zugesprochen werden. Aus alle Fälle ist festgestellt, dah die Hohenzollern aus eigener Kraft niemals dieses Ricfenvermögew hätten zusammen- bringen können. Sie sind bettelarm in die Mark gekommen und haben de« Boll die besten Grundstücke abgenommen. Die Fürstenfamilien sind durch Inzucht völlig degeneriert. Der eine ist irrsinnig, der andere säuft wie ein Loch(Heilerkeit), die preußische KörngSfamilie bot ibr Geld leicht verdient: 19 Millionen im Jahre. Wieviel hat Wilhelm II. in Zeiten der Not denn an Kriegs» an leibe gezeichnet? Vielleicht kann das Reich darüber Auskunft geben. 1829 hol der damalige König erklärt, er hafte mit seinem Domänenvermögen für sämtliche schulden de« Staates. Wie wäre es, wenn das der letzte König auch täte?(Beifall links.) Was würde man sagen. wenn ein Angestellter nach Holland durchbrennen und dann noch vom Prinzipal das Gehalt verlangen würde? Ter Prinzipal würde erklären:.Der scheint total verrückt zu sein!'(Heiterkeit; Unruhe rechts.) Wenn man verlangt:»Gebt dem König, waö des Königs ist', so sagen wir: „Gebt dem Burggrafen von Nürnberg, waS er iuS Land mit- gebracht hat!" (Sehr richtig links, Unruhe rechts.) Wie kommt eine Familie, deren Oberhaupt noch nicht 66 Jahre alt ist. dazu, zu erklären, daß ste sich nicht selbst ernähren könne? In der Schule habe ich doch ge» hört, daß die Hohenzollern alle ein Handwerk erlernen müssen. (Schallende Heiterkeit.) Die adligen und nichtadligen Lakaien be- klagen sich über die jetzige Regierung; dazu haben sie keine Veranlassung. denn man hat ihnen sogar ihr Gehalt garantiert. Sie hätten doch wie ihr Herr den deutschen Staub von den Pantoffeln schütteln sollen! Die ehemaligen Hoftheater sollen Staatseigentum werden. Natürlich, sie erfordern ja Millionen Zuschüsse im Jahr! Alles, was etwa» einbringt, behält da« Königshaus; z. B. die Kronjuwelen, dagegen kriegt der Staat die Kroninfiguien ohne Brillante», dal ist viel wert.(Heiterkeit links.) Wer den Frieden er« ballen wollte, durfte sich nicht so gebärden wie Wilhelm H, der sich als.Admiral des Atlantischen OzeanS' bezeichnete, eine Herausforderung Englands. DaS ewige Säbelgerassel de« ehe» maligen Konig« war eine der treibenden Ursachen zum Kriege. Mildernde Umstände für ihn find eigentlich nur seine geistigen� Mängel. Ein Oberverwaltungsgerichtsrat hat gesagt, ein Beamter' dürfe einem sozialdemokratischen Agitator nicht einmal die Hand drücken. Dieser Beamtengeist ist ein Ausfluß der geistigen Berlassung Wilhelms. Erst in der größten Not, in der Angst um seine eigene Person, fand er da» Wort:.Ich kenn« keine Parteien mehr!'(Lebhafte Zustimmung, große Unruhe rechts.) Von seinen sech» Söhnen ist nicht ein einziger gefallen.(Hört, hört!) Ein RcichSgesctz zur Enteignung der Hohenzollern muß unter allen Umständen gemacht werden; das Volk verlangt, daß wir dem ehemaligen Königshause nicht noch ein Riesenvermögen hinterherwcrten.(Lebhafte Zustimmung.) Wir wären ehrlos. wenn wir, die Wilhelm«inst.vaterlose Gesellen' geschimpft hat, diesem Vertrage zustimmen würden.(Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Oppenhoff(Ztr.): Ich bedaure die scharfen Angriffe de» Vorredners auf da« Königshaus.(Lebhafter Widerspruch link«. Große Unruhe.) Die Anseinandersetzung muß auf dem Boden de« Rechis erfolgen. Dem Gedanken, daß der Kaiser die Schuld am Kriege lrägt, können wir nicht folgen. Die Anträge Hoffmann und Gras lehnen wir ob. Gebt dem Kaiser, wa« de« Kaisers ist! tAdolf Hoffmann: Er kann höchstens Arbeitslosenunterstützung be- kommen!— Lebhaste Zurufe rechts.) Wir find grundsätzlich be- reit, auf den Boden deS Vertrages zu treten und beantragen Ueber- Weisung an den Recht«ausschuß. Abg. Cassel(Dem.): Wir stehen auf dem Boden der Reichs- versaffuiig und der Republik. Eine Wiederkehr der Monarchie halten wir für ausgeschlossen. Weshalb hat aber der Abg. Gräs bei dieser von el»«r republikanischen Regierung eingebrachten Vor« läge AuSfüdrtstlgen gemacht, die nur Verbitterung erregen können? (Lebh. Zustimmung recktS und b. d. Dem.) Den Antrag Gräf halten wir für äußerst beffzenklich. DaS bestehende Gesetz gibt keine Möglichleit der Enteignung. Und wenn man schon ent- eignen will, so muß nach der Reichsverfassung eine Entschädi- g u n g gewährleistet und der Rechtsweg offen gehalten werden. ....... i---------m— Deutsche Nationalversammlung. U5. Sitzung, Dienstag, den 2. März, 1 Uhr. �nfcagcrt. Auf Hinweis de« Abg. Dr. B-ehme(Dem.), daß in Braun- schweig eine Steuer vom siuchtiragcndem Grundbesitz erhoben wird, antwortet dte Regierung, daß die Sache nachgeprüft wird. Auf Antrage des Lbg� Strinkopf(Soz.) nach dem neuen Beamte ngesetz wird erwidert, daß die Vorarbeiten im Gange sind. Abg. Dr. Hcinhe(D. Vp.) stellt fest, daß dem Reiche beim Wiederaufbau Stoidfrankreichs jed« Kontrolle der Kosten fehle. D,e Regierung erklärt, daß bei Lieferungen auS Deutschland die nötigen Kontrollmaßnobmcn getroffen sind. Aus die Klage deö Abg. Lcrecke(Ttn.) über die Swier, gleiten, die die Polen dem Bahnvcrkehr nach Ostpreußen bereiten antwortet dte Regierung, daß sie seit Wochen in direkten Verhandlungen in Warschau bemüht sei. mir Pole» zu einer be- sriedigenden Regelung zu gelangen, Ahg. Schiele(Dtn.) führt Beschwerde, daß die östltcken Grenz- s6)litz-VolkSwehr'ormalioncn am 29. Februar mittellos entlasten worden sind. Es wild crkläit. daß den VolkSwehrsormanonen jederzeit der Uebcrtr'tt in die Reichswebr offen stand. Am 24. De« herüber lölv wurde ihnen initgeteili, daß die Verbände zum 1. Fe- bruar aufgelöst würden. Um Härten zu vermeiden, wurde noch ein wrilerer Monat zugetegl. Der Wunsch der Mehrheitssozialisten wird daher auch im Reichs- tage auf die größten Widerstände stoßen. Was heute gegen das Königshaus als Ausnahmegesetz festgestellt wird, kann ja morgen auf jede andere Körperschaft ausgedehnt werden. Politische Per- fehlungen und Kriegsschuld scheiden in dieser Frage aus. Wir beantragen Prüfung der Vorlag« durch einen besonderen Ausschuß von 24 Mitgliedern. Bei der Prüfung werden wir uns von Grund- sätzen der Gerechtigkeit und deS StaatsintereffeS leiten lassen (Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Abg. Dr. Hergt(Dnat.): AuS der Rede deS Abg. Gräf sprach die Angst vor der Wiederkehr der Monarchie.(Anhaltende Unruhe links. Beifall und Zustimmung rechts.) Es regt sich etwas, das Ihnen(nach links) sehr bald über den Kppf wächst. Nicht die Er« regung steigt im Volk, sondern der Unwille und der Widerwille. (Stürmischer Widerspruch links, anh. Beifall rechts.) Wir haben hier keine politische, sondern eine rechtliche Entscheidung zu treffen. Der Vergleich mutet der Krone ungeheure Opfer zu, die sie bringt, weil ste Frieden mit dem Volk haben will. Ueber Wilhelms II. wird die Geschichte einst ein anderes Urtheil fällen; er muß die Möglichkeit haben, einmal wieder leine Heimat be- suchen zu können. alle Kunstgogen stände aus dem Schlosse entfernt und sogar die ältesten Fenster ausgesägt worden. Der kunstverständige Herr Hoffmann kann das alles in den Berliner Museen imedersinden.(Anhaltende Heiter. feit.) Er ist von seinen Gewährsleuten fürchterlich angelogen war. den und hat hier nur den niedersten Hintertreppen tratsch verbreitet. Als Herr Hofsmann und seine Freunde in der Regierung sahen, haben sie selbst in öffentlichen Ankündigungen versichert, daß da» privat« Eigentum zu schützen ist. Auch die Anerkennung de» Privat eigentumS deS Königs trägt die Unterschrift de« Herrn Adol H o f f m a n n.(Große Heiterkeil.) Selbst in der Nationalversaimm lung wurde ein Antrag auf Konfiskation des Vermögens nicht eingebracht. Die von Herrn Hoffmann beanstandeten Transporte haben nur den Zweck, die Silberschätze innerhalb Deutschlands in Sicherheit zu bringen. Wo sie untergebracht sind, sage ich Herrn Hoffmann nicht, denn die Kreise, denen er angehört, sind mir dafür zu unsicher.(Schallende Heiterkeit.) Alle«, loaö Herr Hoffmann hier vorgetragen hat, ist nicht wahr. Trotzd-m entblödet er sich nicht, angesebenen Beamten meines Ministeriums die unerhörte Bemerkung in« Gesicht zu schleudern, sie muhten noch heute ver haftet worden. Ich stelle diese p e r f i d e Art und Meise vör dem Lande fest und überlasse den Herrn der Hochachtung, die er ver. dient.(Lebhafter Beifalls Abg. Dr. von Krause(D. Vp.): Vergessen wir nicht, dah unser Land den Hohenzollern auch Dank schuldet. Der Antrag der Nn- abhängigen ist für uns gänzlich unannehmbar, und ebenso erblicken wir in dem Antrage Gräf auch einen unerträglichen An- griff auf das Privateigentum. Damit schließt die Aussprache. Die Vorlage wird mit den beiden Anträgen dein Rechtsausschuh überwiesen. Dann vertagt sich das Haus auf Mittwoch, 12 Uhr: Anträge. Schluß 6� Uhr. Hieraus wird die zweite Lesung öer Reichseinkommenfieuer fortgesetzt. Z 28 handelt von der Seranlaguvg.» Räch einem Antrage Düringer(Dtn.) soll das Einkommen aus freier BerufStäligkeit nach dem Durchschnitt der letzten drei Wirtschaftsjahre berechnet werden. Abg. Eichhorn ill. So,.) beantragt die Streichung de» Z 39 über die AuSkunfispflicht der Arbeitgeber, die ciiie Ausnahme zuungunsten der Arbeiter seien. AIS seinerzeit im Preußischen Abgeordneten- hau» eine solche Vorlage eingebracht wurde, hat der jetzige Minister- Präsident Hirsch in schärfster Weise dagegen prolesteeit. § 89 wird gegen die Stimmen der Unabhängigen unverändert angenommen. Ter Antrag Düringer(Dtn.), daß 20 Proz. der Steuer in Kriegsanleihe gezahlt werden können, wird pbgelcbnt. Eni von allen Parteien untcrilützter Antrag Dr. Blunck(Dem.) zum Z 43 bestimmt, daß d>e Kapitalertragsteuer auf die Einkommen- steuer angerechnet wird, wenn der Steuerpflichtige über 60 Jahre alt oder erwerbsunfähig ist.(Angenommen.) Die Mehrheitsparteien beantragen, den§ 44 wie folgt zu fassen: .Der Arbeitgeber hat nach näherer Anordnung de? Reichs- sinanzniinisters bei der Lohnzahlung 10 Proz. des Arbeitslohnes zu Lasten des Arbeitnehmer» rinzubcyaltea und für den eiubehaltenen BStvog Stcucrmarkeu in die Steuerkarte de» Arbeitnehmers ein- zuklebe» und zu entwerten.'. Abg. Dr. DRrdlzer(Dnat.) beantragt Streichung dieser Be- stimmungen. Abg. Eichhorn(U. Soz.): E« handelt sich hier um ein« Ren« einrichtung zuungunsten der Arbeiter. Man hegt eben ein ganz un« berechtigtes Mißtrauen in ihre Ehrlichkeit. Der hohe Abzug von 10 Proz. berücksichtigt nickt die Lage der Arbeiter. Wenn sich nach- her herausstellt, daß der Arbeiter zu viel bezahlt hat, dann wird ihm auch nickt ein Pfennig ZinS vergütet.(Zuruf: Die paar Pfennige!) Beim Arbeiter spielen auch Pfennige eine Rolle. Die Regierung will den Arbeitgeber zum Steuerexekutor machen. Abg. Dr. Ad. Braun(Soz.): Von den Einwänden deS Vorredners ist nichts stichhaltig. Er kennt nicht einmal die Sleuergesetze; denn sonst würde er wissen, wie das Kapital an der Quelle erfaßt wird.(Sehr richtig! bei den Soz.) Wer wird künftig noch Steuern hinterziehen, wenn selbst nach seinem Tode seine Kinder noch dafür bestraft würden? Merkwürdig ist. wie Herrn Eichhorns An- schauungen sich mit denen der Rechten decken. Auch die Arbeiter werden empfinden. daß die hier getroffenen Be- stimmungen nur zu ihrem Vorteil sind. Sie brauchen nie mehr einen Gerichtsvollzieher zu fürchtenf und viele Schreibereiwird ihnen er spart. So unangenehm es ist, wir müsse» den Arbeitern sagen: Ihr habt auch Pflichten, nicht nur Rechte, und in den Topf, au» dem Ihr nehmen wollt, müßt Ibr auch etwas hineinlegen I Wir nehmen den§ 44 an. aber ohne den Absatz, daß Uebernahme der Steuern durch den Ardeilgeber ohne Verrechnung aus den Lohn unzulässig ist und entgegenstehende Abmachungen nichtig sind. Dieser Absatz ist nichts als ein Lufthieb.(Beifall bei den Soz.) Abg. Düwell(U. Soz.): Was Dr. Braun behauptet, ist alle» falsch. Er unterstellt(!) den Arbeitern die A v s i ch t(!) der Steuerhinterziehung, wie er da» schon im Ausschuß getan hat. Wir betrachten die Bestimmung al» eine Ausnahmebestimmung gegen die Arbeiter. Abg. Wetzlich(Dnat. Bp.): Dieser Steuerabzug vom Lohn wird nur eine neue Lohnerhöhung zur Folge haben. Nach weiterer Aussprache wird K 44 nach dem Antrag der MehrheilSparteicn angenommen, ebenso der Rest de» Gesetzes. Damit ist die zweite Lesung deS EtnkommensteuergesetzeS er- ledigt. Da« Haus vertagt sich. Mittwoch 1 Uhr: Antrag Cohn(U. Toz.) über den verschärften Ausnahmestand in Düsseldorf, KapitalertragSstcucr, Landesstcuer. Schluß 6 Uhr._\ Wirtschaft. Drrtcilung und Bestechung. AuS der großen Zahl der Nachfragenden, der K a u f l u st i g c n, kann bei dem Mangel an Ware nur ein Teil befriedigt werden, wenn eine Rationierung nicht beisteht So entsteht die Frage, tvcr bekommt eigentlich die Ware? Die Anitvort lautet: Wer am beste-» zu schmieren versteht I In unserer Zeit, in der die Bestechung wie ein fressendes Gift die Wirtschaft durchseucht, gilt c» vor allem. die Menschen wieder ehrlich zu machen. Geradezu lhaarsträu» bende Verhältnisse sollen sich in den produzierenden Gvoßbetrieben herausgebildet haben. Die Aufträge liegen in Haufen da, die Preise steigen von Woche zu Woche, tver morgen bedient, beliefert wird, kaust billiger, als wenn er nächste Woche herankommt Da sind A. B. die Lagerverwalter und Expedienten Persönlichkeiten geworden, die furchtbar.poussiert' werden; ein Tausendmarl- schein oder mehrere in die Hand gedrückt, tun Wunder. Aber e» lohnt sich, ei macht sich für den Abnahmer immerhin solches Opfer bezahlt. Hoffentlich werden die Betriebsräte hier mal gründlich aufräumen und dafür sorgew daß wieder Ehrlichkeit uno Stolz zurückkehren. Die Korruption, d. h. die Bestechung, ist von oben gekommen, nur der, der Geld hat oder sonstige Vorteile zusichern kann, vermag zu bestechen. Früher wurden Angestellte und Arbeiter, ja oft genug Direktoren bestochen, um einen Auftrag abschließen, um verkaufen zu können; seit dem Krieg ist e« umgekehrt.«S besticht, wer War« erhalten will. Nur toenn wir wieder ehrlich werden, können wir gesunden. Niemals wären Verschiebungen in solchem riesigen Ausmaße mög- lich gewesen, wenn eS unmöglich gewesen wäre, Eisenbahn- Waggon« durch Bestechungen von Beamten und Arbeitern vor» schriftswidrig zu leiten. Hier kann nur die Arbeiterschaft und Beamtenschaft helfen, indem sie die Beste che r an den Pranger stellen und in sonstiger Weise ihnen die allein richtige Auskunft geben. Von feiten der Kapitalisten, Händler, Agenten und Schieber dürfen toir lein« Besserung erwarten, denn die sind zu gewissenlos. Die Spekulationsivut an der B ö r s e, diesem„Giftbaum', wie er oft genannt worden ist, ist in die tveuesten VolkSkreife gedrungen, .Handlungslehrlinge und Hausdiener spekulieren bereits. Neben der so furchtbar verderblichen Wcttsucht, die da» Rennbahn- Wesen großgezogen hat, ist eine neu« Seuche entstanden, es ist die Spekulation mit den P r ei Ze r h ö hu n ge w Sickert irgendeine beschlossen« Preiserhöhung durch, dann tvird selbst von An- gestellten durch Mittelspersonen auf Spekulation gekauft. W«r von seinen Angestellten und Arbeitern verlangen will, daß sie ehr- l i ch sein sollen, muß c» in erster Linie selbst sein. Mehr Kunstdünger! Die Abgeordneten M e c r s e I d, Rö hl und S o l l m a n N haben folgend« Anfragen an die ReichSregicrung gerichtet: Stach zuverlässigen Meldungen hat die Aktiengrsellschast für Stickstoffdünger in SVnapfadC die Produktion von Stickstoffdünger �in- gestellt und erzeugt nur noch daZ größeren Gewinn abwerfend« Kar- did. Diese» Geschäftsgebaren ist eine schtvere Schädigung der Land- wlrtschaft und damit der Volksernährung, da größter Mangel an künstlichein Dünger herrscht. Wir bitten die ReichZregierung, unverzüglich Maßnahme» zu treffen, damit die erwähnte Gesellschaft die Tüngcrproduklion wieder aufnimmt. Die Maßnahmen, die hilft, ist Herstellung der Gemeinwirt- sckiaft. Dann wird da» produziert, ivaz am nötigsten gebraucht wird, unabhängig von den Geldertrag, den eS abwirft Stcinkohlciibauverein Gottes Segen zu Lugau. Einnahmen 27 498 030 M., Betriebs- und HandlungSuirkosten 28 386 781 M., Abschreibungen 1 000 000 M. gegen 500 000 M. im Vorjahr, Sonder- rücklogen 1 120 000 M. gegen 500 000 M. nn Vorjahr. AuS dem Reingewinn von 1 065 985 M. erhalten die Prioritätsaktien je 265 M. pro Aktie von 860 M., die Stammaktien zu 860 M. je 196 M. und die Stammaktien dritter Emission zu 1206 M. je 766 M., wie im V o r j a hr. Welch' reicher Segen auS den Schätzen, an denen da» gesamte Volk das Besitzrecht hat! Die Geschäftsstelle für industrielle Abrüstung bildet die Zen- trallstelle, für die an den 11 Standorten(Berlin, Dresden, München, Stuttgart. Düsseldorf, Köln, Frankfurt o. M., Hannover, Stettin, Breslau. Königsberg j. Pr.) der interalliierten llnterkommissionen ertraue nSleute der Privatindustrie eingesetzt sind, die Ihrerseits die Aufgabe haben, die aus den Kreisen der Industrie in ihrem Bezirk laut werdenden Wünsch? den an die Standorte kommandierten deutschen Verbindungsoffizieren, wie auch den En- tentekommifsionen gegenüber zu vertreten und serner den Verbin« dungSosfizicren in allen fachlichen Fragen mit ihrem Rat zur Seite zu stehen. Vertrauensmann für den Bezirk Berlin, der auch di« ganze Provinz Brandeichurg, die Provinz Sachsen üird westliche Teile der Provinz Posen umfaßt, ist Geh. Regierungsrat Dr. «schtveighoffer, der GeschäslSsührer des ReichSverbaude» der deutschen Jndustre«. Die Setn'ebsratswahlen. V!e gwphischen Arbeiter und die Setriebsratswahlen. Zu dem in Nr. 110(SonntagauSgabe) des.Vorwärts' er- schieoenen VcrsammlungSber�ckn des flrapbischen Kartells teilt die Verwaltung des Verbandes der Lithographen, Steinsruckerund ver- wandtet Berufe, Zahlstelle Berlin, mit, daß sie in der am Mittwoch, den Lä Februar, stattgefundenen Sitzung gegen drei Stimmen be- schloffen Hot, bei den VetüebSratSwahlen den Kollegen 311 empfehlen, für die Liste der freien Gewerkschaften einzutreten.' GeweekjiWÄlMMw Gewerkschaftsbnnd und Technische Nothilfe. In seiner letzten Konferenz beschäftigte sich der Ausschuß des Mgemeinen Gewerkschaftsbundes u. a. auch mit der Technischen Nothilfe. Eine vom Bundesvorstand vorgelegte Resolution behandelt die Technische Nothilfe unter dem Gesichtswinkel als Folge mangeln- der Disziplin in der gewerkschaftlichen Streik- führung, die sich erübrige, wenn die Gewerkschaften selbst die volle Gewähr für eine geordnete Streikführung unzer B e r ü ck s i ch- tigung der allgemeinen Lebensititeressen des Volkes übernehmen. Die Resolmion verpflichtet die Ge- werkschaften, bei Streiks in lebenAwichtigen Betriebe!! alle Diaß- nahmen zu treffen, um die Betriebe gegen Zerstörung zu schützen und die allgemeinen Lebens? ineressen des Volkes zu wahren. Erst dann, wenn der Einfluß der Gewerkschaften versagt, dürfe die Tech- nische Nothilfe in Anspruch genommen werden. Der Ausschuß in seiner überwiegender Mehrheit hatte aber starke Bedenken, eine Anerkennung der Technischen Nothilfe auch nur in dieser bedingten Form zuzulassen, da ihr Auftreten in Arbe'tcrkreisen meist als Streikbruch empfunden werde. Eine vom Bundesausschuß ein- gesetzte Kommission arbeitete die nachstehende Resolution aus, die der Stellungnahme der Mehrheit entspricht. Sie wurde gegen st Stimmen angenommen: .Die Organisation de? Technischen Noibilfc bedeutet eine ernste Gefahr für den gewerkschaftlichen Kampf. Wenn sie auch errichtet sein mag in dem Bestreben, lediglich den gemeingefähr- lichen Auswüchsen wilder Streiks entgegenzutreten, so bildet sie doch nach ihrer Natur und der Art ihrer Organisation eine stän- dige Bedrohung auch der berechtigen gewerkschaftlichen Streiks. Indem der BundeSansschuß die Technische Rothilfe verwirft, erkennt er gleichivohl an, daß die Lebcnsinteressen der Allgemein- heit gegen Angriffe durch sinnlose Streiks geschützt werden müssen. Die mutwillige Zerstörung von Produktionsmitieln, fei es direkt oder durch Unterlassung resp. Verhindern von NotstanhSacbeitcn» wird als Kampfmittel von den Gewerkschaften verworfen. Streiks sowohl wie Ansspeirungen in Gewerben von be- sonderer volkswirtschaftlicher Bedeutung enthalten eine Gefahr für das Wirtschaftsleben und da? Wohl der Arbeiterklasse oder einzelne Arbeitergruppen. Zur Vermeidung solcher Streiks und Aussperrungen fft es die Pflicht der öffentlichen und privaten Arbeitgeber, das KoalitionSrechr der Arbeiter und Angestellten rückhaltlos anzuerkennen, mit den in Betracht kommenden Ar- beiterorganisationen Lohn-, Arbeits- und DienstverhMnisse rechtzeitig zu vereinbaren und für fachgemäße Durchführung zu sorgen. Die Gewerkschaften sind sich ihrer Verantwortung gegen- Wer den Allgemeininteressen bewußt und holten es für selbst- verständlich, daß in solchen Betrieben Arbeikseiiistelliingen nicht erfolgen, bevor alle Schlichtungsmöglichkeiten erschöpft sind und die zuständigen Gewerkschaftsleitungen ihre Anftinnmutg zum Streik erteilt haben. Die Gewerkschaften erklären, daß sie bereit und in der Lage sind, den notwendigen Schutz der Mgemeininteressen gegen ver- werfliche Streikausichreitnngen selber zu übernehmen, gegebenen- falls durch die Aufforderung an die Mitglieder, durch wilde Streik- bewegtmgen erforderlich werdende Nothilfsakt ionen auszuführen. Mir dieser Erklärung verbindet der BundeSausscvuß den Appell an die deutschen Arbeiter und Angestellten, strengste gewerkschaft- liehe Disziplin zu üben und den Aufforderungen unvcrantwort- licher und von der Gewerkschaft nichr beauftragter Personen zu wilden Streiks und sinnlosen Zerstörungsaktionen energischen Widerstand zu leisten.'_ Streikabftimmung in den Brotfabriken. Am Dienstag abend beschloß eine stark besuchte Versammlung der in den Brotfabriken beschäftigten Bäcker, daß heute, Mittwoch, in den Betrieben darüber abgeitimml werden soll, ob gestreikt wird oder nicht. Daö Abstimmungsergebnis ist dem Verbands- bureau soiort mitzuteilen und wird am Donnerstag früh bekannt gegeben werden. Sollte die Abstimmung für den Streik auS- fallen, dann erfolgt die ArbeilSniederlegung, so daß dadurch kein Material verdorben wird. Die in den Brotsabriken be- schöftigien Kutscher haben sich mit den Bäckern solidarisch erklärt und nehmen an der Abstimmung teil. Es handelt sich bekanntlich darum, daß die Brotfabriken nur Ist M. wöchentlich mehr zahlen wollen als die Kleinbäcker, während die Gesellen daran festhalten, daß nach dem bisherigen Brauch oO M. mehr bezahlt werden. Zum Streik der Holzarbeiter in der Ll. E. G. Bereits am Sonnabend, den 2. Februar, haben sämtliche Holz- arbeiter und zwar Modelltischler, Weißtiicbler. Drechsler. Kreis- sägenschneider und Fräser wegen zu niedriger Bezahlung in den A. E. G.- Werken. Brunncnstr. 107». die Arbeit eingestellt und ihre Entlassung gefordert. Der Lohn betrug 2,sist bi? 3,60 Mark die Stunde, hierzu 6 Mark Schichlzulage, 6 Marl für jedes Kind und 3 Mark für die Frau. Diese gezahlten Löhne waren in der Modell- brauche bei weitem Überboll und»och mebr in der Möbelbranche. Die Holzarbeiter werden gebeten, hiervon Kenntnis zu nehmen. In einer Versammlung der Photographcngehilfcn und-gehil- sinnen der Berliner Ztvangsinnung im Graphischen Vereinshaus legte Sadiena in einem längeren Referat die Verhältnisse der Ge- chilfenschaft gegenüber den Prinzipalen dar. In der Diskussion wurden Klagen laut, daß in vielen Geschäften die Teuernngszu- lagen noch nicht geziblt worden wären, daß die Prinzipale sich an die Temobilmachungsverordnung nicht hielten und auswärtige Kol- legen immer noch beschäftigen. Ebenso iourd« Klage geführt, daß in einzelnen Geschäften noch Wochenlöhne von 60 bis TO M. an verheiratete Gehilfen gezahlt werden Die Gehilfen würden da- durch gezwungen, anr irgendeine Art Geld zu verdienen; eS dürfen sich die Prinzipale nicht wundern, wenn die Gehilfen in ihrer Not sogar nnehrlicd würden. Die Versammlung beschloß eine weitere Teuerungszulage von ö,50 M. wöchentlich zu fordern.. Achtung. Buchbinder! Alle Mitglieder des Teiitlwcn Vochbinder- Verbandes. Zoblftell« verlilt, die an' dem Boden der S. P. D. stehen. werden cmi die beute nachm. ö Udr in den Nationalsestiälen, Kommaudanlen- straße 62 stattfindende Versammlung autmeriiam gemacht. Tagesordnung: �Die BeirtehsratswahInU. Referent: Genosse Brolat. Nur Mitglieder der S. P. D. oder von solchen Eingeführte haben Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Der S.-P.-T.- Ausschuß. I. A.: W. BraunSdorl. Zentralvrrband der Fleischer. Donnelötag, den t. März: Bezirks- Versammlung Schöneberg» Frledenau- Steglitz, abends 7 Uhr bei Berg, Schöneberg. Feurigstr. 1K.— Bezirk Paukow-SchSuhoufe«: abends 7 Uhr bei Engel, Pankow, Müblenltr. 4ö. Zrntrnlvcrband der Angestellten. Versammlungen am D 0 n n e r S« tag, den 4. März. Fachgrupveta: lSektion der V e r s t ch e- rungSangestrllten) 4 BeziriSverfatinnlimgen mit der TageS. ordnung:.Die Wahlen zum BelriedSrat"'.sürSiorden: PbarnS-Säle. Müllersir. 142; s ü r O it e n: BöhmilcheS Brauhaus. Landsberger Allee 11143: für Süden/Neukölln: Klicms Festsäle. Halcnheide; für Weste» und w e st I. Vororte: Schwarzer Adler, Schönebera, Hauptstr. 144.— ?Iacharuppe 7:(Airaestevte der Schuh tvarcng et chästc), cbeuds 08 Uhr, Dresdener Kafino. Dresdener Str. 96.— Fachgruvpe 13a: (Kdlk-Sektioist, abends stA Nbr. tm ASkanier. Nnhanftr. 11/42— F a ch- a r u p P e 44: Sellien b(Kekdschrantsadriken. Bau- und G r 0 ses ch I a s se r 0 i» n), abends'/,? Uhr, im Verdandeölrreim. Belle- ?l!lianee-T!r. 7—10..-Fachgruppe Ii: Sektion e �CHIrurgie- mechanik), abends 7 Uhr. Sophiensäle, Soobiensir. 17/1 t> sVortragt.— ,1- a ch g r u v P e 4 6: Sektion b(Zeitungs betriebe), abends st, 3 Uhr, Habels Brauerei, Bergmannltr. 4/6. lBeschluxfafsung über den neuen Tarisoerirag.)— Fachgrnpp« 4 7:(Angestellte der B u t t e r g c s ch«> t e), öitentliche Verlammlung, abends 8 Uhr, Breuers Feftfälc, Gr. Frankfurter Sch. 117.(Abstimmung über Tarifvertrag.) Zentralverband der Zlngestellten. Fachgruppe 4a(Ver- sicheruugsan gestellte, Sektion der BersichernngS- E i n n e h m e r) Die iür Mttwoch festgeicr'te Versarmnlung findet nickt statt. Die Kollegen wollen fich an den am Donnerstag stattfindenden Be- zirkSverlvmmiungen der VcrsicherungSsektion beteiligen. Deutscher Werkmeister- Berdand. Am Donnerstag, den 4. Mär., abends 6stz Uhr, findet in den Oranicn-Fcstlälen, Naunynstr. 27, eine Aja Fmiktionäroersammlima statt.(AuSweile mitbringen.) Tbema:»Die gleitende Lohnskala'. Referent: Genosse Adolf Braun(M. d. N.). Ein AuSknnstsadend über BctrirbSratSwnhlcn findet beute Mit:- woch, 60. Uhr. in den Sophien» Festjälen(Meitzer Saal), Sophienftr. 47/18 statt. Reserent: Kollege Gesell. Arbeitneltmerverband des Frkscur« n»d HaargewrrbeS. Zweig- verein G r 0 tz B e r l i n. Versammlung am Donnerstag, den 4. März. abends st� Uhr. Tagesordnung: der Tarisvertragsenllvürs. LetriebSrätewahl, llrachümmuug und parteinachrichtea. Ter Mittclfräiikisclic Bezirkstasi unserer Partei fand an: 2S. und 29. Februar tn N ü ruber g statt. Tie V�rha'nldlunrzen waren sehr wnregenv irrid gaben Zeug- nis für den eitlen Geist in nnkerer Partcigenossens�ast. Nach «ingelhendest Referaten der Genossen Adolf Braun und Karl Hei man u über die politische Lage im Lande und im Reiche und nach eingehender Debatte wurde die nachstehende Eni- fchließung einsltinlmig gefaßt: Ter mittelfränkische Bezirkstag der Sozi aldemokrat i scheu Partei erkennt die Notwendigkeit an, sich zu jeder politischen Aktion bereit zu halten, sich durch keinen, auch noch so frühen Wahltag im Reiche oder im Lande überraschen zw lassen. Der Bezinkkiag bedauert aufs lebhafteste Äe politische Ein- sichtslesigkeit und die Zerklüftung der U. S. P., die aick absehbare Zeit ein Zusammengehen mit den anderen Arbeiterparteien bei den Wahlen und in den Parlamenten im Jnvereffe der Er- reichnng unserer sozialistischen Ziele nicht möglich erscheinen läßt. Eine Koalitionsregierung«scheint deshalb für die nächste Zeit eine, wenn auch von ollen teilnehmenden Parteien hitiee cmpftindene Notwendigkeit. Dies« Koalition darf uns aber in der eutselftedenen Verrretilng der Arbeiterinteresscn nnd in sozial: st:- schen Aktionen nicht hemmen. Die bürgerlichen Parteien müssen aus unserer Presse, Llgitatton, Wahkbewegung und parlamcn- parischen Wirkianikeit erkennen, daß unsere Bereitschaft zum Bett' wirken an einer Koalitionsregierung ihre klar jichtibaron Grenzen hat. Dcshaib muß unsere Wahlheweyung aks eine rein sozio- lutische. ohne jedes Zugeständnis an irgendeine andere Parle: nrit allem Eifer, mit Festigkeit und Opfermut geführt werde::. Unsere Organisation nnd unsere Parteifinanzen sind so zu gc- stalten, daß sie jeden Tag bereit zum Eintritt in die Wahwewe- gurrg sind.__ ßrlcfFcflcn der Nedaktion. H. 9 Da Ww das mastgebende dänische Gesetz nicht kennen, mül'en Sie' schon bei der Redaktion von„Socialdemotraten" in Kopenhagen au- ftagen.— Ä. B. öl. 1. Ein solches Buch ist uns nicht belannt. 2. Rori>. deutscher Lloyd, Bremen. Anskunst in solchen Äu gelegen heilen durch die Redaktion des.Hamburger Ebo'. Hamburg, sowie.Bremer Volksblatt'. Bremen, ttangturm L/S.'— F. 190. Nein.— Buchbokz. Ihr Lohn kann gepsändet werden.— 111.®. 4. 1. Auf Grund einer notariell be. glaubigteir Bollmacht kann Ihre Frau Sic vertreten. 2. Menden Sie sich an die LandeSoerficheruugSanstalt, Berlin, Am Kölnischen Park, und au daS Direktorium der ReichsoerfichcrungZanstakt.— H. B. St.— I. V£. tza. Perar.taü für drn cedakliou. Teil: Artvr gtSler, Lharlottenbnra: kvr Anzeigen: Ti. Stacke. Berliu. Perla-i: Porwärts-Perlg»Ühr. luufer kg bis 25,50«. Messing.- 15,00. .« 8,50- .. 10,00.. , ♦, 23,59" i kauft gegen Kasse ITasehe, Langenbeckstr-t. Ecke Eidinger u. Wili-ieradorf. Bernhardstr. ISc. Kaninkelle, ynseu-. Ziegen» nah Aeh- kelle, IDtrbitioce tauft zu höchsten Tagespreisen jedes; Quantum Robert Hundt, Mirfchnermeister, Berlin, Motz. straße SS._ 52/8' Mitgl. d. Vereins d. Altmetall- bSndler Oroft-fterfln». 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