Kr. 117. 37.I-Isrs. vezvgSprei»: Llertrliihrl.!SL0 Mi�monatl. S�V M. lrri in» Hauv. voran» zahlbar. Post- d«,ilg: Monatlich bX SH, esfLSn* siellnngogedüiic. Unter ateujbanfc ffi: Dentlchland and Oeiierreich- Ungar» i.TS Mi, für das übrige Lueland 13.— Mi, bei täglich einmal. Suftellmtj 11�- ML+ Baiuta» Auffchlaz. Post- beltellungen nehmen an Dänemarl. Holland, üureinburg. Schweden and die Schweis chlngetragcn in die Post- Seitungs■ Preisliste. Der„Sotmäcte" mit der Sonntag»- beilage.Volt u. Zeit" ericheint wochentäglich.»weinial. Sonntag» einmal. Teiegramm-Adcrffe. �»«zialdamokrat SerNn". Morgen-Ausgabe. Devlinev VolksblAtt (LvNksnnis� «»zeigeupreiS: Die achtgelpaltene Nonpareillcietle kostet 2,— M, Teueningszuschlag«0 0/. .Bleie»« Anzeigen-, das leti- gedruckte Wort 75 Pfg.(julSftig zwei (ettgebntclte Sorte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort S5 Pfg. jedes weitere Wort V> Pfg. Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag M,» Familien- Anzeige», voüttjche und gewertjchaftliche Verein»- Anzeigen 2,— ML die Kelle ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 6 Ahr na cl mittags int öemotgefchaft Berltn SW 68. Slnbcn- ftraste 3, abgegeben werden, weoffnet von s Uhr früh bis 5 Uhi abend». �entratorgsn äer foLialäemokratifcben Partei VeutfeklanÄs Reüoktion«nö Expeöition: SW. öt, Linücnstr.?. Kenewrecher: Amt Mortt-PUr«. Str. tSl Uv— lS1i»7. Donnerstag, den 4. März IV 20. vorwartS'veriag G.m.b. h., SM. öS, LikSenstr. Z. Fernsvrrcher: Amt Mnristl'last, Str. 117 Ratifikationsspiel in Washington Ha«g, Z. Mörz.„Stiniwe Conranf- meldet au? Washington: Ter Äenat nahm mit 58 gegen Z5 Stimmen den Borbehalt de? Senator» Lodgr an, nach welchem die Lereiuigten Staaten selbst entscheiden sollen, aus welch, inneren Fragen sich dir Jurisdiktion de? BSlkerbuadrö erstrecken soll. Mit den Republikanern stimmten 14 Demokraten. Ueberwiegend hält man de« FrirdenSorr- trag dadurch für gefährdet, da der Präsident rtklärt hat, ihn in dieser Form nicht anzunehmen. völterbunüsforöerungen öer englischen Arbeiter. Für die Zulassung Teutschlands. Der Geöcnike mesf wirklichen Völkerbundes, der durch bell Verfailler Frieden zur Fratze verzerrt worden ist. ist von den englischen Arbeitern zu einem Vorstoß gegen die vcm Haß gebaute und widersinnige Form der Dölkerbmidsorganisation im Friedensvertrag benutzt worden. Nach einer Schweizer Meldung aus London ist am Montag eine Abordnung aller britischen Arbeiterverbänd« unter Führung des ehemaligen Ministers Barnes beim Sekretär des Völker- bundes D r u m o n d erschienen, um eine Reform des Völker- blindes zu verlangen. Barne» erklärte: Die Liga de» BSlkerbunde» müsse alle Rationen umfassen, und die Bestrebungen, Deutschland so- lange wie möglich davon fernzuhalten, seien ebenso töricht wie gefährlich. Er forderte«amen? der britischen Arbeiterpartei die Bildung eine» Komitees in England, welche» die Revision de» Völkerbünde» vorbereite. Drnmonp betont», daß der beste Weg für die Erlangnng der Revision de» Friedensverträge» der parlamentarische Einfloß aus die englische Regie- runz sei. Weite, wird gefordert, daß künftig keine privaten Fabriken Kriegsmaterial herstellen dürfen. Der Ge- neralsekretär ließ durchblicken, daß ihm dir Wünsche nicht uu- spmvathisch seien und er sie dem Obersten Rat vorlegen »erde. Es ist wahrscheinlich, daß Frankreich im Obersten Rat aus Gefühlen des Hasses heraus sich dagegen wenden wird. Immerhin darf mit einer verständuisvollen Haltung Eng- lands gerechnet»Verden, sonst chatte Drumond kaum erklärt, baß die englische Regierung einen Einfluß durch das Parlament abwarte. Neuer Kurs in Frankreich: Zugeständnisse an die Arbeiterschaft. Pari», 3. März. In der gestrigen Kainniersitzirng interpellierte der Royalist Daudet über die Maßnahmen, die die Regierung zu ergreifen gedenk«, um die Wiederholung von politischen, das heißt revolutionären streik» wie des letzten Eisenbahner- streilfs zu v-irchindarn. Ministerpräsident Millerand er- klärte, w dem Lande, in dem die Menschenvechie verkündet worden seien, könne die Diktatur de» Protetarlni» nicht aufge» richtet werden. Es wäre widersinnig, daß in politischer Be- ziehung in der Republik da» allgemein« Stimmrecht herrsche, in den Fabriken aber die Diktatur. In wenigen Tagen werde'der Kammer ein Gesetzentwurf zugehen, der den Gewerkschaften die Zivilrechte zuerkenne. Bor dem M i niste rpräside nie n erklärte der Abgeordnete Marc- Scrugnier(der Schöpfer einer christlich, sozialen Bewegung. Di« Red.), die Regierung müsse baldigst eine soziale Politik be- gtnnen, die die Ausstände vermindere. Der Allgemein« Arbeiter- verband C.(55. T. dürfe kein Staat im Stemte sein. Den Standpunkt der Sozialisten vertraten der Abgcord- nrie Lobet, der feststellte, daß entgegen der«eußenung des Ministerpräsidenten man doch zuletzt mit den Giseiidaihnern verhan- delt habe, und daß dann erst die Arbeit wieder aufge- nommen worden sei, und der Abgeordnete Grnest-Lafont. Schließlich wurde eine Tagesordnung angenoarmen, m der die Maßnahmen der Regierung gebilligt wurden, und in der ihr da? V ertraucn ausgesprochen wird, daß sie ein« soziale Ge- setzgebung machen werde, um die Wiederholung derartiger Kon- flikte zu vermeiden. Diese Tagesordnung wurde mil 503 gegen 75 Stünmen angenommen. Paris» 3. März. Havas meldet, daß auf sämtlichen Pariser Bahnhöfen die Arbeiter ihre Beschäftigung ohne Zwischenfall wieder aufgenommen haben. Man hofft, daß der Dienst morgen wieder in altem Ilmfange aufgenoimnen wird. Der Verwaltungsauefchuß der Confedercuion Generale du Travail hat gestern abend nach �Oeuvre" Beschlüsse von ganz bedeutender Tragweit« gesaßt. In der Frag« der Verhaftungen soll ei« großer Schritt- z«r Versöhnung getan Word«, sein. Sergarbeiterftreik in Norüfrankreich. Part», 8. Mär».(Wewunz de« tzollandsch NieuwSvureau.) S» Ratte b« Pill« Kveike» wehe aö« IS«» Bergaedjvite.r, Streik in den Serliner Srotfabriken. Die am gestrigen Mittwich erfolgte Abstimmung in denjenigen Brotfabriken, deren Inhaber sich bisher geweigert haben, die For- derungen der Gesellen zu erfüllen, hat den Eintritt in den Streik ergeben. An der Abstimmung beteiligt waren insgesamt 540 Arbeiter; hiervon haben sich 4 l> K für und 134 gegen den Streit erklärt. Wie uu» vom verband der Bäcker und Konditoren mitgeteilt wird, haben die Inhaber der größten Bäckereien die Forde- rungen der Arbeiter bereit? bewilligt. Nntrr ihnen befinden sich v. a. die Bäckereigenossenschaft, Urbanstrahe, der Betrieb von Danstenberg-Reukölln, Neumann-Weißensee, der Beamtenwirt- schaftsverein und die Genossenschaft Reinickendorf. Di» Konfum- genossenschaft Berlin und Umgegend hat die Forderungen der Ar- bester selbstverständlich schon vorher als berechtigt anerkannt. Eine Gefahr, daß die Brotv ersorgung der Groh-Berliner Bevölkerung durch diesen Streik stocken könnte, besteht nicht. Denn von den 30(52 in Betracht kommenden Bäckereien Groß-Berlin» sind nur ein Drittel Großbäckereien. Zieht man in Betracht, daß die größten dieser Betriebe de« Streik nicht berührt werden und baß in den letzteren, namentlich in dem modernen Betriebe der Konsumgenossenschaft, die Brotfabri- kation noch erbäht werden könnte, so scheidet der Gedanke einer mangelhaften Brotversogung von vornherein au?. Di» Inhaber der bestreikten Betriebe dürften denn auch bald einsehen, daß sie eine Dummheit begehen, wenn sie sich sträuben, berechtigte Forderungen der Gesellen z« bewilligen. Die verkehrsfchwieriskeiten im Nuhrgebiet» WTB. meldet: Der Abtransport der Brennstoffe gestaltete sich in der vorigen Woche äußerst schwierig. Der Hauptgrund für die Verschlechterung der Verkehrsverhältnisse sst der verschärfte Lokomotid mangel; ferner traten Schwierigkeiten an den Zollgrenzen im Westen, Grippe-Trkrankungen des Personals, die umfangreichen Gefangenentransporte und verminderte Aufnahmefähigkeit des Wasserweges erschwerend hinzu. Di« Wagengestellung verringerte sich auf loerkiäglich 16 700, während die Fehlziffer anf 6580 Wagen in die Höhe ging. In Be- sprcchungm, die im Beisein von Vertretern der Ei seiÄiahnverwal- tung au« Berlin am Freitag und Sonnabend voriger Woche statt- fanden, wurden besondere Maßnahmen zur Behebung deS Wagen- mongcl» zugesagt. Die Haldenbestände haben sich in der vorigen Woche um 115 000 Tonnen, nämlich anf 846 000 Tonnen vergrößert. Der Umschlag und Abtransport von den Duisburg-Ruhrorter Häsen litt fortgesetzt unter Kahnraummangel, der durch den Transportarbeiter- streit in Rotterdam noch verschärft wurde. Infolgedessen«mißten die Kipper im Duisburger Hafen tagsweise gesperrt werden. Der Gesamtumschlag in den genannten Häfen ging von 21 000 Tonnen auf 15 000 Tonnen werktäglich znrück. Auch der Kanalversand erfuhr infolge des Kahnraum mangc l» eine Ver- ringerung von 25 700 Tonnen auf 24 500 Tonnen. Bi« zum Schluß der Woche war eine Besserung deS LeerramnbestcmdeS noch nicht zu verzeichnen.___ Die Kabinettskrise in Schweden. Kampf in der Koalition. Die schwedische Regierungskrise, über die wir im gestrigen Abendblatt telegraphisch berichteten, ist anö der Kommunal steuerfrage entstanden. Auch in Schweden bestehen zwischen den Kommnnalsteuerzuschlägen der einzelnen Gemeinden ungeheure Unterschiede; zwar sind die Einkommen bis MV Kronen von diesen Zuschlägen befreit. aber bei der jetzigen Teuerung erweist sich eine Hinaufsetzung dieser Grenze als unerläßlich. Die ganze Frage wird schon seit Jahren studiert und hat alle niöglichen Instanzen be- schästigt. Jetzt hat der sozialdemokratische Finanzminister F. W. T h o r s s o n einen Vorschlag ausgearbeitet, der die- sozialen Ungerechtigkeiten beseitigen will. Die Regierung be- steht seit den Kammerwahlen von 1917 aus 7 Liberalen und 4 Sozialdemokraten. Die liberalen Minister wollen nicht so weit gehen, wie die Sozialdemokraten wünschen und sich höchstens auf ein Provisorium einlassen. Der sozialdemokratische Parteitag, der im Fcbrillkr in Stockholm tagte, hatte beschlossen, daß die Sache endlich durchzuführen ist. und wenn darüber die Regierung stürzen und an die Partei die Einladung zur Regierungs- bildung ergehen sollte, sie alle Konsequenzen daraus zu ziehen habe. Die Sozialdemokratie ist die stärkste Partei im Reichs« tage und sie glaubt, daß viele Bürgerliche mit ihr für eine gerechte Kommunalsteuervorlage stimmen werden. Im Sommer finden die Neuwahlen statt und die Partei hat gar keine Be- sorgnisse um die Entscheidung der Wähler, wenn die Bürger- lichen jetzt die Lösung der Frage verhindern sollten. EL wird als möglich angenommen, daß Genosse Hjalmar B r a n t j n g, wenn in der nächsten Woche die Kabinettskrise zur Ebtscheidung kommt, Ministerpräsident wird. anderenfalls würde Genosse Thorsson die Leitung des rein sozialdemokratischen Kabinetts übernehmen. Das alte Leiöen. Wie wird man den Ausnahmezustand los? Die Nationalversammlung hat gestern einen Antrag der Unabhängigen auf Aufhebung deS Alisnahmezustandes gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Die Sozialdemokraten würden mit Freuden für den Antrag gestimmt haben. wenn sie nicht die überaus traurigen Erfahrungen deS letzten Winters hinter sich hätten. Diese Er- fahrungen sagen, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Aushebung des Ausnahmeznstandes nur eine sichere Folge hat, nämlich die, daß sich die zivingende Notwendigkeit seiner Wiedereinführung in der allerkürzesten Zeit einstellt. Es wäre nur zu schön, wenn wir den Ausnahmezustand heute abschassen könnten, ohne daß wilde Streiks, Drosselung des wirtschaftlichen Lebens. Aufruhr, Mord und Todschlag die Folgen wären. Man sagt, daS sei eben die Aufgabe der Regierung, die Zustände so zu gestalten, daß auch unter den srciesten Verhältnissen die Produktion ihren ungestörten Gang nimmt, Ordnung und öffentliche Sicherheit gewahrt bleiben. Aber eine Regierung, die unter den gegenivärtigen Umständen dieie Aufgabe zu lösen imstande wäre, ist nicht zu finden, sie könnt. am allerwenigsten von den Parteien der Opposition gestellt werden, die gar nicht anders als mit dem allerfchärfsten Bc- lageningSzustand mit dem weißen oder dem roten Schrecken, zu regieren imstande wären. Eine Koalitionsregierung, die auf dem Boden der Demokratie steht, hat immer noch bessere Aussichten, mit weniger oder milderen Einschränkungen der Freiheit auskommen zu können als»ine Minderheitsregierung. Ohne die Koalitionsregierung stände es.heute nrn die staatsbürgerliche Freiheit in Deutschland nicht besser, sondern unendlich viel schlimmer. Der seit dem 13. Januar verhängte Ausnahmezustand Hot zweifellos seine Härten, die wir tief beklagen, er hat einzelne Mißgriffe gezeitigt, die scharf zu verurteilen sind— aber niemand kann verkennen, daß seit seiner Verhängung eine wesentliche Verbesserung der allgemeinen Zustände ein getreten ist. Er hat den Erfölg gehabt, gewisse Trngvor- stellungen von der gegebenen Verteilung der Machtverhältnisse zu zerstören, die auf die Arbeiterbewegung eine verhängllk- volle Wirkung gehabt haben. Jene Richtung bei den Unab hängigen, die den Gewaltkampf verwirft und die Partei auf die Bahn einer legalen, demokratischen Opposition lenken will, war vor dem 13. Januar durch den Terror der äußersten Linken so gut wie vollständig unterdrückt, heute kann sie sich wieder hervorwagen, nachdem sich deutlich gezeigt hat, wie berechtigt ihre Warnungen vor wahnwitzigen Machtproben ge- Wesen ist. Die..Rote Fahne", die nun ebenso wie die„Freiheit" wieder erscheinen darf, ist denn auch mit der ganzen Entwicklung der Dinge höchst unzufrieden. Sie erinnert weh mütig an die schönen Tage, in denen der Leipziger Parteitag der Unabhängigen komninnistische Beschlüsse faßte und stellt dazu das gegemvärtige Verhalten der unabhängigen Führer in Gegensatz, die sich zum Schutz gegen den Druck des Aus nahmezustandeS auf die verseymte Verfassung der demokratis chen Republik berufen. Sie klagt: Der Appell an die Berfassimg ist der Appell an die bürgerliche Demokratie. Er unterstellt, daß die wahre Auslegung der bürge:- lichen Demokratie nicht Feuer und Schwert sei, sondern Fiiede und- Gerechtigkeit, Vielleicht erinnern sich die unabhängigen Albeiter dunkel, daß sie einmal in ferne» Tagen der bürgerlichen Demokratie absagten und als ihre Losung aufstellten die proletarische Diktatur, wenn auch die Diktatur ohne Heft und ulrn- Klinge, die Diktatur ohne Gewalt. E» war da? in jenen Tagen, d« in Leipzig ein Parteitag der Unabhängigen tagte»nd radikale Beschlüsse faßte. Die Tage scheinen versunken und vergessen nicht nur bei jenen Führern, die durch den Druck der rmabhängigen Masse» gezwungen wurden, sich zu radikalen Formen zu bekennen, sie scheinen auch versunken und vergessen bei den unab- hängigen Arbeitern, aus deren Reihen wir bisher noch kein Wor> des Protestes vernommen, geschweige denn eine Aktion gegen dc» Perrat odrr da! Bersagen ihrer Führer gesehen haben. Die Kommunisten sagen daher den Unabhärigigen, und zwar sowohl dem linken wie dem rechten Flügel, den aller- schärfsten Kampf pn. Wie sie diesen Kampf führen wollen. ist allerdings ziemlich unklar, da sie in inneren Kämpfen und Spaltungen sich selber aufzehren und die„Note Fahne" täglich neue Ausschluß- Ukase gegen ganze Lokalorganisatronen ver- öffeutlicht. In einer Resolution der Bezirkskonfcrcnz Ost- sachsen wird von der„unglaublichen Konfusion" gesprochen, die im Lager der Oppositton herrsche. Die uu- glaubliche Konfusion ist das hervorragende Kennzeichen aller oppositionellen Strömungen links von der sozialdemokratischen Partei. MI So stehen die Dinge in diesem Augenblick, aber es wäre. verhängnisvoll faijch, daraus zu folgern, daß der Ausnahme- 5"stand der Weisheit letzter Schluß sei. Das Ziel des lN»n»h«be»nstand«i» jfann feig janhKxxS tsiss, —.__________- L alSsichselbersoraschwismoglichuöerflüssig zu m a ch o n. Man soll von der Verfassung der Deutschen Republik nicht sagen können, sie gleiche der Ttute Rolands, die alle Vorzüge der Welt besaß und nur einen einzigen Nach-- teil, nämlich den, daß sie leider tot war. Man soll von der Ver- tassimg nicht sagen können, es sei von ihr nichts anderes übrig geblieben als der Artikel 48. Wir haben den Ehrgeiz, den Ausnahmezustand so rasch tvie möglich abschaffen zu können, und wir liegen dm dringen- den Wunsch, daß uns die Unabhängigen dabei helfen. Bis setzt haben sie das Gegenteil davon getan, sie sind uns im Kampf gegen den Ausnahniezuskand in den Rücken gc- fallen. Man erinnere sich daran, daß wir im Herbst vori- gen Jahres unaufhörlich die Auchebung des Belagerung?- zistandes forderten und sie schließlich durchsetzten. Als wir sie durchgesetzt hatten, waren toir ober alsbald die B f a- m i e r t e n, und diejenigen, die sür die Aufrechterhaltung des Ausnahmezustandes eingetreten waren, bekamen durch die Taten der von der äußersten Linken vorwärts gehetzten Un- abhängigen glänzend recht. Jetzt alle einschränkenden Bestimrmmgen aufzuheben, um das erneute Experiment abermals nach ein paar Wochen mit swrveren Verlusten an Volksgut und-blut abzuschließen, hätte keinen. Sinn. Ton den Unabhängigen ist jetzt zu verlangen, daß sie nicht nur die Aufhebung des Ausnahmezustandes be- antragen, was sehr leicht ist, sondern daß sie uns Helsen, d i e Bedingungen zu schaffen, unter denen er ein sür allemak und auf Nimmerwiedersehen abgeschafft werden kann. Diese Hilfe können die Unabhängigen leisten, ohne die Rolle des schärfsten Kritikers aufgeben zu müssen, indem sie so, wie es jetzt schon viele von ihnen, zuletzt der Abg. Henke, forderten, den Sozialismus nicht auf dem Wege der Gewalt, sondern auf organischem Wege zu verwirklichen suchen. Schade nur, daß derselbe Henke, der vor drei Tagen einen überraschen- den Anfall von Einsicht hatte, gestern wieder den wilden Mann spielte. Erst die Regierung zur Einführung des Ausnahme- urstandes zu zwingen und ihr. dann daraus, daß sie ihn ein- gefühlt hat, einen Strick zu drehen, ist keine ehrliche Taktik. Also, ihr Unabhängigen, seid herzlich gebeten: Redet nicht nur für die Aufhebung des Belagerungszustandes, sondern tut auch etwas dafür! Das wäre dann eine„Propaganda! der Tat", deren segensreiche Folgen für die deutsche Arbeiter- bewogung nicht ausbleiben würden! die verorünunk? über A!e �eitungsverbote. In seiner gestrigen Rede in der Nationalversammlung hat Gen. Aosie eine Verordnung über die Zeitlingsverbote angekündigt, ine gegen willkürliche Einschränkungen der Pressefreiheit Schutz schäfse» soll. Nachdem bereits durch Abrede zwischen der Reichs- regierung und den Zeitungsverlegern festgestellt worden ist. daß Zeitungsverbote nicht ohne Befristung und nicht ohne Begründung! .-folgen sollen, wird es sich um die Schaffung einer Beruf ungs- Instanz handeln, die ermächtigt ist, Vorbote, die ihr nicht go nügend begründet erscheinen, wieder rückgängig zu machen. Ein Mirtschaftsmanifest öer Entente. „Ech» de Paris" teilt mit, daß die ltvndouer Konferenz ein WirtschaftSmanifcst abgefaßt habe. Darin l)eißt es 11. a„ die G e- fahr für Europa bestehe nicht, wenn Deutschland stark sei, sondern wenn es vernichtet werde. In der sehr langen Einleitung wird die Notwendigkeit betont, an der wirtschaftlichen Wiederherstellung Deutschlands und Rußlands mitznarbeiten und zu diesem Zwecke genügend Rohstoffe nnh Fertigwaren zu liefern. Frankreich erhalte die Zusicherung, daß die Wiederherstellung der verwüsteten Ezebicte eine internationale Frage im allgemeine» rnropöischcn Jntcresie bedeute.„Echo de Paris" befürchtet, daß man allgemein viel schwächer werde und daß ma.» schließlich auch noch auf den Ersatz der anderen von Deutschland verschuldete» Schäden Verzicht«« werde. Die üeutsch-raMchen Seziehungen. Der Ausschuß der Nationalversammlung für auswärtige Angelegenheiten hielt am Dienstag und Mittwoch längere Titzungen ad, in denen unter andern die O st f r a g e» einer ein- gehenden Pesprrchung unterzogen wurden. AlS Ergebnis der Aus. spräche stellte der Borjitzende Scheidemann am Schluß folgendes fest: Der Ausschuß ist»ach eingeheodrr Prüfung und Besprechung unseres Verhältnisses zu Rußland zu folgendem Ergebnis gelangt: 1. Der Beschluß der ReichSrrgiernng, mit einem Delegierten»der Sowjetregienmg in Verhandlungen über den Austausch der Kriegs gefangene» einzutreten, wird gutgeheißen. 2. Die Absicht wirtschaitlicher und industrieller Kreise, eine S t u d i e n k o m w i s s i o n der wirtschaftlichen Lage nach Rußland zu entsenden, wird begrüßt. Es wird der Regierung empfohlen, ihr Förderung angcdeiheu lassen zu wollen, um damit die dcmnächstige AufnnhmcderH andelSdczichungcn vorzubereiten Eine Aufgabe für öen völkerbunö. Unter Hinweis auf die ausdrücklichen Versprechungen der Entente für die Zeit nach Beseitigung der Rätewirtschaft in Ungarn fordert die schweizerische Tozialtemokratie vom Lölkerbund, daß er dcu Greueln drr ungarischen Reaktion Einhalt gebiete. Ter schweizerische Nationalrat genehmigte mit IIa gegen 35 Stimmen den BundrSbeschluß betreffend den Beitritt drr Schweiz zum BLlkcrbuud. Die Rmriika-Klausol wurde fallen gelassen. Da- gegen stimmten geschlossen die Sozialdemokraten und einige Bürger- lichc. tzoffmanns Erzählungen. UnS wirb geschrieben: Der Abgeordnete Adolph H o s f m a n n hat laut.Freiheit" in der gestrigen Sitzung der LorudeSversammliing behauptet:.Tie Ausplünderung des Schlosses hat in der Tat erst begonnen, nach- dem die Marrosen miitelo Kanonen daraus vertrieben worden ivarcn." Herr Adolph Hosiman» hat ein kurzes GedächL- n i s; rr selbst hat mit den anderrn unabhängigen Mit- glirhern des Kabinetts am 12. Dezember 1918 den Beschluß unterschrieben, wegen der vielen Plünderungen die Matrosen unvcr- züglich aus Schloß und Marstall zu entfernen. Gewiß sind unter den Matrosen ehrliche Menschen gewesen, wie z. B. der Zahlmeister Jakubowski, der es ermöglicht hat, daß eines Nachts die Kasse des Oberhofmarschallamts in Sicherheit gebracht wurde; aber es wird den Vertretern der Presse, die am 31. Dezember 1918 das Schloß besichngten, erinnerlich sein, daß der Chef der Ma- trosenkriminalabteilung mit Stolz ein ganzes Waren- lager von gestohlenen Sachen zeigte, die er fernen Leuten abgenommen hatte; wieviel in Wirklichkeit geplündert worden ist, läßt sich daraus crmessen.. Die Gegenstände, welche bei der gleich nachher begonnenen Inventarisierung fehlten, zählen«ach Tausenden. Von 700 bis 800„requirierten" Stücken Bettwäsche sind kaum 3 0 wieder zum Vorschein gekommen. Was es mit den„Milliarden-Werden" für eine Bewandtnis hat, die nach Ansicht des Herrn Adolph Hoffmann unter der Auf- ficht des Finanzministeriums und der.Hosbehörden v e r s ch w u n- den sein sollen, wird aus folgenden Aktenstücken ersichtlich sein: 1. Generalverwaltung der Museen. Berlin, den 27. No- vember 1918. Der Unterzeichnete bescheinigt hiermit, die folgenden G c- Wälde und Bildwerke aus dem St Ätschloß zu Berlin im Auftrage des Herrn Finanzminjsrers übernommen und vor- läufig im Museum deponiert zu haben: 1. Antoine Watteau: Firmenschild des Gersaint pp. 14. Lucas Cranach: Anna Setbdriti. 15. Lucas Cranach: Lucretia pp. (Im ganzen 23 Nummern.) gez. Max I. Friedländer. 2. Verzeichnis der kunstgewerblichen Gegenstände aus dem Schloß am Lustgarten, die zur Verwahrung in das Kuust- gewerbemuseuni übernommen worden sind: I. Silbergerät. II. Ziervasen. III. Glas- gemälde. IV. Porzellane. sFm ganzen 292 Positionen.) gez. Falke. 3. Ich bescheinige hiermit, daß ich im Austrage des Finanz- Ministers die wertvollen Kun st werke des Berliner Stadt- schlosses, soweit sie nicht bereits in die Museen am Lustgarten oder das Kunstgewerbemuseum überführt waren, und soweit sie überhaupt entfernt werden lonnien, zur sicheren Aufbewahrung in das mir unterstellte Museum überführt habe, im einzelnen: 244 Oelgemalde, 28 Pastelle und Zeichnungen, 4 Mosaikbilder, 3 Marmor- und Bconzcbüsten, 1 Elfenbeinrelief, 43 silberne Schiffsmodelle, 2 silberne Tafelauffätze, 1 Medaillcnsamnilnng, 46 Fayrncckriige, eine Anzahl von Erianerungs- und Samm- lungsgegenständen aus dem Besitz Friedrich Wikhelms IV. Berlin, den 20. Februar 1920. gez. Dr. Seidel. In den Schlössern Charlottenburg, Stadtschloß Potsdam, Sanssouci, Orangerie, Cbari'ottenhos, Neues Palais usw., die allgemein der öffentlichen Besichtigung zugänglich sind, kann sich jedermann selbst übei�eugcn, daß das Gerede von der.Ausplüud» rung" der Schlösser vollkommen unsinnig ist. » Vielleicht nimmt von diesen Schriftstücken auch die„Freiheit" Notiz, die zwar sehr ausführlich die unwahren Behauptungen Adolf Hosftnanns in ihrem Sitzungsbericht gebracht, die Widerlegung der Einzelheiten durch Gen. Südekum aber teils entstellt, teils ganz fortgelassen hau_ Strafe für herausforüernöe Reüetu Die„Kreuzzestumg" hat es sehr verschnupft, daß wir als Kronzeugen für die Notwendigksit abgesetzter Fürstenhäuser Otto von Bismarck ziriert haben. Bismarcks Vorgehen gegen die Welsen, so meint sie, sei mit der jetzigen Lage gar nicht in Vergleich zu bringen, denn der König Georg von.Hannover habe nach seiner Absetzung herausfordernde Reden gehalten. Wenn Eni- eignung eine Strafe für heraul fordernde Reden ist, dann darf Wilhelm andfi nicht ein roter Heller belassen werden. Dem: auf so viel herausfordernde Reden wie dieser Moem hat es bisher kein Sterblicher tu der Weltgeschichte je gebracht. Will aber die.Kreuzzeitung" darauf hinaus, daß der Wolfe Georg durch die kindische Aufstellung der Welftschen Legion— die selbst nach Bismarck höchstens 1000— 1400 Mann zählte— mit ge- waltsamsr Rückeroberung seines Thrones gedroht, Wilhelm aber solche Drohungen unterlassen habe, so ist daraus zu erwidern, daß Wilhelms Anhänger in Deutschland das reichlich für ihn besorgt haben. Wilhelm muß dann eben für das Geschrei seiner Anbän.zcr eine Maßnähme hinnehmen, vor der Bismarck im Parallel falle sich durch kein Geschrei gekränkter Privatvechtsfanatircr hat abschrecken lassen. Wer gefährdet die Volksernährung � AuS einer Anfrage der sozialdemokratischen Kölner Abgeord- neten Dr. Meckfeld, Frau Röhl, Soll mann geht hervor, daß die Aktiengesellschaft sür S t i ck ü os f w e r k e in Knapsack bei Köln die Erzeugung»on Stickstoffdünger, den die Landwirtstbaft dringend braucht, eingestellt hat und statt dessen nur noch Karbid produziert, da» der Gesellichaft größeren Ge« winn einbringt. So gefährdet kapitalistische Profilsucht dieBolkS« ernährung. Den Aposteln der freien Wirtschaft dieser Fall zur Kenntnis..... Demokratisierung der Beamtenschaft. Mit den Fragen einer grundsätzlichen und gründlichen Demokratisierung der Beamten- körper befaßt sich die am Donnerstag, den 4. März, abends 7 Uhr, im Großen Sitzungssaal des Herrenhauses stattfindende Versa mm- lung, an der alle maßgebenden Verbände, denen Angestellt« in de« Reichs- und LandeSministericn angehören, beteiligt sind. Schloßlegenöe unö Sozialistengesetz. Eine Aufklärnng. Hohngelächler der Satire wider die GotteSgnadenmär zollern- scheu Königtums! Demokratisch trotzender Volksfinn wider ab- solutisnjch aufprotzenden Herrscherdünkel! Von Gottes Gnaden? Weg damit! Anders herum toirdö ein Schuh: von Stallherkunft l Berühmt ist Heinrich Heines„Schl ablegende", und als berüchtigt war sie von jeher verschrien bei allen schwarz-tveißen und schwarz-weiß- roten Monarchisten. Es ist das ungeberdigste der Spotllieder, die Heine gegen den vierten Friedrich Wilhelm abschoß, tonnte nur heimlich umlaufen in de» Blülejahccn der Reaktion, mit der dieses Fürsten Regiment sich an der Revolution rächte, wurde in den sieb- ziger Jahren erst einer reicksdeutschen WerkauSgabe des Dichters eingefügt und blieb dann wieder vergewaltigt jahrzehntelang dar- aus fort. Im Auslände, in Philadelphia, hatte schon die in der Mitte der fünfziger Jahre gedruckte Ausgabe das Gedicht nicht außer acht gelassen iund hatte ihm sogar als besondeicS Stück noch einen stach- ligen Vierzeiler nachzefngt, einen mitleidig schadenfrohen Spöitelgruß des lolagliicklichen bayerischen Ludwig an seinen in Fähigkeiten der Liebe durchaus nicht gottbegnadeten preußischen Thronveuer:„Stamm- verwandter Hohenzollcr. sei dem Wittelsbach kein Groller; zürne nicht ob Lola Montez. selber habend nie gekonnt eS!"; bei welchem Verse indessen die Zweifel an HeineS Verfasserschaft sich recht lebhaft melden). Diese amerikanische Volksausgabe der Werks Heines, die ilch aus der starken achtuüdvierziger Deatschenzuwanderung erklärt. iröpfelte natürlich auch nach Deutschland hin ob und wird ihr Teil für die Ausbreitung Heineschen KampsgeisteS gewirkt haben. Und wieder wurde, in noch viel brutaler verfolgunzSsüchtigen Zeitläusten. mch dreißig Jahre später vom Ausland« her gesorgt, daß die Schloßlegende ihre Popularität mehren konnte: durch daZ von den reuten des Züricher„Sozialdemokral" 1386 zusammengebaute(von Rudolf Lavant eingi-leitete) Buch revolutionärer Gedichte, das oen Namen„Vorwärts" trug und nur auf Schleichwegen der roten Feldpost nach Deutschland gelangen konnte, aber auch wirtlich gelangte. Von dieser Zeit im LebenSlaus des Heineschen Gedichts ist hier die Rede. Daß die„Schloßlegende" ihr sozialistengesotzlichsS Schicksal ge- habt hat, Uvurde in sozialistischen Kreisen bisher immer als selbst- verständlich angenommen. Aber doch fehlte ein bündiger Beweis. In Jgnaz Auers Dokumentenbuch„Nach zehn Jahren' ist das Ge- dicht unter den zwischen 1878 und 1883 verboienen Druckschristen nicht genannt. Doch eS blieb, seit die Heine-AuSgabe von 1876, in der eS stand, vergriffen war. au§ allen Reudrucken der Werke weg. Geschah daS freiwillig, ohne jeden höheren Eingriff? Bor etwa anderthalb Jahren sprach die„Frankfurter Zeitung" de« Verdacht auS, der Verlag Hoffmann u. Campe habe daS Gedicht ans Liebedienerei nach„oben" auS den Werke« Heines herausgenommen. Daß aber dieser Vorwurf nicht gerechtfertigt ist, dafür läßt fich jetzt ein Beweis geben; wir verdaute« ihn Heini A. B r i n i tz e r, der seit Jahresfrist in Berlin fich müht, den Ver- log Hoffmann u. Campe zu neuem achtenswerten Leben zu er« wecken, wozu sein Bestreben gehölt. in Erinnerung an die rühmliche Vergangenheit deS Verlags die Heine-Lirerarnr durch schätzbare Drucke zu fördern. Am Todestage HeineS lud er einen Kreis von Freunden und Mitarbeitern zu einer Gedenkstunde, in der er mir einem Griff in die literarische Hinterlassenschaft des alten Verlags eine Menge namhafrer Schriftstellcr- Petsönlichkeiten aus den vierziger bis achtziger Jahren in Briefen reden ließ: Heine, Gutzkow. Aillhclm Marr Christine Hebbel, Ada Christa« u. a. Dieser Schar gesell»«« fich auch zwei Buchhändler- Schrelben. die insofern bemerkenswert waren, weil sie— der eine wenigstens — jenen bisher fehlenden Beweis enthalten. Herr Brirntzer hat dem Wunsche des„Vorwärts", sie veröffentlichen zu dürfen, dankenS- wert entsprochen. Der erste, ältere stammt auS Süddeuiichland und lautet: Herren Hofsmann u. Campe in Hamburg. Nürnberg, 1. Dez. 1880. Ich erachre eS für kollegiale Pflicht, Ihnen mitzuteilen, daß gestern unbegreifltcherweise bei mir eine polizeiliche Haussuchung nach sozialistischen Schriften stattfand, welwe zwar«nd selbst- verständlich vollkommen resultatlos ivar, aber doch, was ich für Sie interessierend halte, die Konfiskation einer einzigen noch in meinem Besitz befindlichen Lieferung von Heines Berken (Aphorismen und abgebrochene Sätze einhaltend) mit fich brachte. Für den Fall Sie eS für geboten halten sollten, daß ich eine Freigabeijseranlaffen soll, würde ich dies in Ihrem Interesse") tun. Aägerdem würde ich darauf für meine- Person verzichten, da ich HeineS Werke in einer Privatbibliothet habe und die ein« zelne Lieferung vollkommen wertlos ist. Hochachtend C. R ü l l * in Firma I. LotzbeckS Verlag. 1 d. h. im Interesse Ihres VerlagSunternehmenS, welches meine wärmsten Sympathien hat. Bon der.Schloßlegende" ist in diesem Briefe mm zwar nicht die Rede. Aber immerhin'läßt fich auS den Zeilen schließen, daß Heine mit irgendeinem Werke auf der polizeilichen Proskriptions- liste stand. Die suchenden Beamte» hielten sich wohl, weil sie das angekreuzte Werk nicht fanden, kurzweg an den Ramen£es Dichters und sackten«in, waS sie fanden. Doch gesucht wurde nicht nur in Nürnberg. Ein zweiter Brief legt dar, daß man auch in Berlin, der Zentrale der Polizeihatz gegen Heine an der Arbeil war, und er nun läßt keinen Zweifel daran, um welcher Schönheit willen der Eifer der Polizei flammte. Dieser zweite Brief lautet so: Herren Hoffma«« u. Campe. Hamburg. Berlin. 41. Dezember 1880. Da ich wegen eine« bei mir konfiszierten Heine-VolksauSgabe auf Montag, den 13. d. M. zum Termm geladen bin, würde ich Sie bitten, da ich wohl voraussetzen darf, daß Sie in der An- oelegenheit wohlunterrichrel find, mich umgebend»n Kenntnis zu setzen, wie ich mich dabei am besten zu verhalten habe. Gleich. zeitig würde ich Ii« ersuchen, mir 4 Karton« zum Snikleben an Stell« der Schloßlegendeper Kreuzband zu übersenden, und mir gleichzeitig mitzuteilen, ob Heine ohne die Schloßlegende uu« beanstandet verkauft werden kann. Ihnen im voraus bestens dankend, zeichnet hochachtungsvoll S. M o d e S, Sort.-Buchh, Poststr. 28. WaS Hoffmann u. Campe auf diesen Brief geantwortet lviel- leich: bat der Verlag vorsichtigerweise wegen der Gefahr der Brief- Vergewaltigung geschwiegen), läßt sich nicht feststellen. Aber soviel geht auS dem Schreiben hervor, daß der Berliner Sorlimenter wußte, weshalb ihm das Exemplar der Heine-Bolksousgabe Polizei- lich weggenommen wurde. Die.Schloßlegende" war das Ziek. Sie mußte auS den Bänden herausgeschnitten werden. Und Zweifel- loö nicht nur in Berlin, denn hier wirkte Neichsgeletz. ausgelegt und ausgebeutet noch dem Gewaltwillen der preußilch-denlscheu nachtichwarzen Reaktion. Auers Liste der fozialistengeictzlich nieder- gestampften Schriften ist also um dieses Stück zu erweitern, und damit zieht auch der Rame Heinrich Heine in deren Verfasser- reihen ein. Denn dieser gehaßte Name fehlte dort bisher neben den andern Dichtern von Herwegh bis Henckell, es fei denn, daß daS 1878 erfolgte Verbot des LieddruckS„Harfenmädchen" sich auf das einleitende bekonnte Gedicht ans HeineS„Winrermärchen" bezieht. Wie die Aktion gegen die„Schloßlegende" in Fluß gekommen ist? ES geht die Rede, eben damals habe eines TageS ein Druck deS Gedichtes auf dem Schreibtisch des allen Kai'ers gelegen und heftigen Unwille» entbunden, urckit nur gegen diese Strophen, sondern gegen Heine überhaupt. Irgendwer soll schlagfertig ver- sucht haben, den Groll durch den Hinweis zu glätten, das Gedicht sei gar nich von Heine; amerikaniiche Drucker halten es in seine Werke hineingeschmuggelt. Vielleicht ist dies Geichichrchen nur eine andere Schloßlegende. Jedenfalls aber steht fest, daß fortan das Heinesche Pasquill von oben her verpönt war. DaS war ein natürliches Ergebnis, als der GoiteSgnadenkitzel keiner stärksten Entwicklung zutrieb. Kein deutscher Verleger riökierie mehr, da» Gedicht in die Werke Heines aufzunehmen, euch solche Verleger und Herausgeber nicht, bei denen von Liebedienerei vor den Hoben- zollern ganz und gar nicht die Rede sein konirte. Sie süglen sich eben der notorisch das Sozialistengesetz überdauernden Gefahr, staatsanwaltlich belang: zu werden. Die aber hat erst mit der Novemberrevolution von 1913 ihr Ende gefunden, so daß heute— zunächst in der vom„BorwärtS'-Berlag veranstalteten Sonderausgabe der politischen Gedichte Heines„Wir weben! wir weben!"— die Schloßlegende endlich wieder den Platz fülle» kann, der ihr fast vierzig Jahre lang gesperrt war. krä. „Volksbühne, Theater am Königsplatz'. Di« Verhandlungen zwffckxm der preußische» StoatSvcuwaltuug und den Boiksbühn«« wegen der Krolloper sind zum Abschluß gekommen.� Die Volks- bühncii erhalten die Gebäude und Anlagen für 35 Jahre. D e Snsomvles der beiden Staatscheater spielen. Di« Verschmei- zung der..Freien Volksbühne" und„Neuen freie« Volksbühne" steht bevor. Wir gehen auf diese rmchltig«, Vor« gm�e in der nächsten Nmrwwr ein. Arbeiter? Angestellte! Die unabhängige Beziokchorganiswrion Gro�-Berlin, die Be!riedSrätezentrale der ll. S. P., der.rotc" VollMgsrat mid die unabhängigen Drahtzieher in den Gewer! schaf- t e n sind lebhaft entrüstet, daz wir auf thre scheinheiligen Manöver, womit sie auf eigene Vorschlagslisten bei den Bciriebsrätewahlen angeblich verzichten mtd die Leitung der Wahlen den Gewerkschaften überrragen, nicht hereiirgefallen sind. Offenbar rst diesen Herr- scbaften nach ihreal Aufruf, worin sie zur Aufstellung revolutio- nä-er Listen aufforderten, die Erkenntnis gekommen, dah sie di:- mit eine große Torbeit begangen harten. Sie sagten sich, daß sie sa eigentlich gar nicht nötig hätten, mit diesen besonderen Vor- siblagslisten vorzugehen, da sie auch bei der Aufstellung von Gctveri- sichastslisten ihr Ziel erreichen könnten, daß nur ihre Anhänger aur- gestellt würden, da sie zurzeit die Macht in den meisten Gewerk. schafften haben. Es ist drShnlb ganz serbstversiandliili, daß wir. be- vor wir auf die uns aufgezwungene Aufstellung besonderer S. P. D-- Listen verzichten, erst Garantie,» verlangen, daß unter dem Teck- tnantel der Gewerkschaftsltsten nicht der bisherige unubblingig- kommunistische und rcvolurionäre Räteterroc weitergetricbrn wird und doß diejenigen Beschlüsse, die die Anhänger der S. P. D. in den Gewerkschafreu bisher zu Mitgliedern zweiter Älassc gemacht haben, beseitigt werde». Es ist aber nur ei» treuer Bewei» für die schamlose Verlogen» heit der llnabhängigen, wenn sie sich krampfhaft bemühen, uns die Schuld daran zuzuschieben, daß die politischen Richwugskämpse in die Dc tn ebsrä! e'.oahlen hmeingeträgen sind. Bereit» A n f a n g Februar ließ der.,r o r e' Vollzug srat, der bekanntlich nur aus Unabhängigen und Äonrmunsiren besteht, unter der liebet» schritt: Arbeiter. Arbeiterinnen, Angestellte! Bereitet die Wabl revolutionärer Betriebsräte vor!" ein Flug- blatt verteilen, in dein folgendes gesagt worden ist: „Der„rote" Vollzugs rat Hai im Einverständnis mit den Be- iriebsfunktionäreii beschlossen, allen Arbeitern, Archeiterinnen und Angestellten die Teilnahme an der Wahl zu den Betriebsräten ".:r Pflicht zu machen. Er fordert alle Arbeiter und Angestellten 'tut, sofort die Wahlen revolutionärer Betriebsräte vorzubereiteil. Nehmt nur im Kampf erprobte Genossen, die auch gewillt sind, da» Banner de» revolutionären ÄlasienkampfeS voranzutragen. Ileberiäßt den Rechts sozial: stcn und Gelben nicht das dckdk Schalter sie überall aus und besetzt allein die Betriebsräte, dann werben Eure Betriebsräte, unterstützt durch Euren revv- lutionären Willen, das Feuer der sozialen Revolution zu schüren zum Untergänge des fluch- und schuldbeladenen kapitalistisch- inuitärischen Systeins. W i r werden Euch in den nächsten Tagen durch unsere Vertrauensleute mit allem erforderlichen Material versorgen, aus dem Ihr die Richtlinien für Euer Verbal ten bei Einleitung und Durchführung der Wahl ent- nehmen könnt. Des weiteren enthält dicses Material Infor. m.rtionen über dieses Schandgesetz, wie e» ist und wie es sein sollte, und iras Fhr daraus machen müßt." Und die unter der Redaktion des Rätestravegen Richard Mülle r stehende.Motallarbekieezeitung" schrieb in il>rer Nummer vom 14. Februar. Heren Redaktion schon etwa eine Woche vorher abgesthlossen ist, in einem Artikel:.Bereitet sofort die Wahlen zu den Betriebsräten vor.'": „Was sollen die BetriebSaite? Mit dieser Frage müssen sich fetzt die politischen Parteien, die Gewerkschafton und die die Verteuerung ües posttarifs. Wie die Eisenbahn, leidet auch die Poswerwaktung unter einem ganz erheblichen Defizit. Die gzgenwärrigen Gebühren reichen nicht mehr«niS, die erforderlichen Verwaltungs- und Be rriebSkosten zu decken. Die Verhandlungen zwischen Verkehrs- betrat und Reichspostverwaktung, die nunmehr abgeschlossen sind, baden als Resultat eine Verteuerung der Postgebühren um teil- weise über 1Ü0 Pro;. Ms wichtigste Neuerungen gelten für Briese: Der Untcvschicd zwischen Orts- und Fernverkehr fällt fort; einfache Briefe kosten 30 Pf.. Postkarten 20 Pf.. Briefe über 20 Gramm 50 Pf. Bei Briefen mit Wertangaben tommi zu de: einfacher: Briefgebühr von 30 Pf. die Einschreibe- gebühr, die von 30 auf 50 Pf. und eine VersicherungS- gc b ü h r, die von 40 Pf. auf 1 M. für je 1000 M. erhöht wird. Postanweisungen kosten künftig bis 50 M. 50 Pf., bis 200 M. 1 M.. bis 500 M. 1,50 M.. bis 1000 M. 2 M. Nur der .Poftscheckverkehr bleibt von jeder Gebührenerhöhuug frei. Tie Gebühre» fürDrucksachen und Geschäftspapiere werden Rrchweg auf das Doppelt« erHöhr(bis 50 Gramm: 10 Pf., biö '00 Gramm 20 Pf., bis 250 Gramm 40 Pf., bis 500 Gramm 50 Pf., 1 Kilogramm: 80 Pf.) . Die Gebühr für Ro h r p o st b ri e fe wird auf 1,20 M. er- höht. Tie EMcftellgebühr wird verdoppelt. Pakete kosten in der Nahzone bis 6 Kilogramm 1,25 M.(hrSher 75 Pf.), bis 10 Kilogramm 2chO M.(1,80 M.), bis 15 Kilogramm 5 M. '3 M.). bis 20 Kilogramm 10 M.(4 M.). In der Fernzone bis 0 Kilogramm 2 M.(1,25 M.), bis 10 Kilogramm 4 M.(2,50 M.). bis 15 Kilogramm 8 M.(5 SR.), bis 60 Kilogramm: 16 M.(6 M.). Wertpakete erfahren ebenfalls sine erhebliche Verteue- taug. Pu dem gewöhnlichen Paketporto und der Einschreibgebühr von 50 Pfennige» kommt auf Wertpakete künftig eine Versiche- rungsgebühr. die bis 500 M. 1 M., bis lOOO M. 2 M. und für je weitere 1000 M. weitere 2 M. betragen soll. Der Zeitunizstarif bracht- der Pnst bisher für jedes Exemplar 1,60 Pf., während die Beitellgebühr in Berlin 5 bis 6 Pf., auf dem Lande noch viel mehr betrug. Von nun ab soll die ZeitungSgebühc auf eine völlig andere Basis gestellt werde«. Bei Zeitungen mit einem Durchschnittsgewicht von weniger als 20 Gramm pro Exemplar werden für jedes Exemplar 3 Pf., beim Gewicht von 50 Gramm 4 Pf., von je weite- ren 50 Gramm je weiter 1 Pf. erhoben. Bei den großen Zeitungen bedeutet das eine Zeitungsgebichr von rund 3 Mark für da» Vierteljahr. Telcphouv erkehr. Bei Or»« mit bis 100 000 Anschlüssen beträgt statt bisher 320 M, die Pauschgebühr SO» M. Dies trifft für Berlin zu. Die Grandgebühr für Berlin steigert sich muh dem neuen Tarif auf 480 M. Tie Ortsgebühr für das einzelne Gespräch(nach Grund- gebühr) wird fortan 20 Pf. kosten, Außerdem wird voraussichtlich für einen Hauptanschluß 10O0 ll�ark, für erneu Nebenanschluß 2IX) M. als UnterbaltungSgebühr gefordert werden, und zwar gilt das für neue wie für bereits be- stehende Anschlüsse. Ferngespräche, di« bis 100 Kilometer »stliche Betriebsräte! revolutionären Räteorganisationen beschäftigen. Diese Frage ist bochvolitischer Natur. Sie muß überall, wo ihre Verhandlung erfolgt, schwere politisch« Meinungskämpfe aus- lösen, ja. zu verschärfte:: politischen Machtkämpfen führen, deren Formen und Wirkungen:wck) nicht zu übersehen sind." Und an einer anderen Stelle in demselben ArtiSel heißt es: „Damit w'Sd das Gesetz zu einem politischen Ten- denzgesetz allerschlimnister Are. Der politische Tageskampf, der sich bisher zumeist außerhalb der Betriebe vollzog, wirv nun- mehr in die Betriebe gelegt. Bereits vor der Wahl der Betriebs- rate, bei der Ausstellung der Kandidaten werden diese gefragt werden: Wollt ihr die Unternehmerinteressen vertcoten. wie e» das Gesetz verlangt, wollt ihr als wirtschaftsfriedliche Mittels- Personen zwischen Arbeit und Kapital wirken, oder erblickt ihr eure Aufgabe in der rücksichtslosen Vertretung der Arbeiterinteressen und wollt ihr als Pioniere eines sozialistischen Gemeinwesens tgiig sein? Das muß zu erbitterten Wahl- kämpfen sührem Diese Kämpfe werden sich auch nach der Wahl tortsetzsn. da ja schließlich überall politische Richtungen vertreten sind, die je nach ihrer Auffassung den Betriebsräten ihre Tätigkeit vorzuschreiben versuchen." In ähnlicher Weise Hai um dieselbe Jett die unab- hängig redigierte Schnciderzertung sich geäußert. Wertere Beispiele könnep noch angeführt werden. Nachdem so auf der ganzen Linie die unabhängigen Borbercitunge» im Gange waren und sich aus allen Maßnahmen klipp und klar ergab, daß von dieser Seite die Wahle« zu politischen Wahlen gemacht werden sollten, wußten auch wir entfprochende Vorbereitungen treffen. Und erst jetzt wurde das Flugblatt unseres Vollzugsrats verbreitet, in welchem zur. Vorbereitung eigener Listen der S. P. D.-Anhänger aufgefordert wurde. Es ist also elende Heuchelei, wenn die Unabhängigen jetzt behaupten, daß sie erst durch dieses Flug- blaft zu ihrem selbständigen Vorgehen veranlaßt worden sind. Der Aufruf in der„Freiheit", der zur Aufstellung„revolutionärer" Listen auffordert, nimmt mit keinem Wort Bezug auf unsere Borberei- tungen, sondern zeigt vom ersten bis zum letzten Wort, daß es sich dabei um ein ganz selbständiges und von vornherein beabsichtigtes Vorgehen der Unabhängigen handelt. Es ist deshalb auch vollkommen unberechtigt, uns vorzuwerfen, wir wollten die getocrtschaftliche Disziplin nicht halten. Das haben wir stets getan, und wir haben auch in dieser Frage keinen Zweisel darüber gelassen, daß wir vollkommen auf dem Boden der Richtlinien des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes stehen. Wir sind aber nicht gewillt, uns den unabhängigen Drahtziehern in den Berliner Gewerkschaften zu unterwerfen, die die Richtlinre« zum Schein anerkennen und in Wirklichkeit das Gegenteil davon tun wollen. Wenn man von jener Seite den Beweis liefert, daß mm: tatsächlich mit der politischen Terrorpolitit in den Olewecl'schaftcn aufhören will, dann wird auch ein Zusammenarbeiten wieder möz- lich sein. Unser Kampf bei den Betriebsrätewahlen ist also gleich- zeitig auch ein Kampf für den wahren gewerkschafilichen Charakter unserer Organisationen und für wahre geiocrkschaft- liche Disziplin. Wir fordern unsere Genossen in de« Gewcrschaften auf, sich durch keine Schwindclnachrichten der Unabhängige» und Räteanhänger verwirre« zu lassen, fondern mit aller Macht für ihre starke Vertretung in de» Betriebsräten zu kämpfen. Der Borstand der Bezirksorganisation Grost-Brrlin der S. P. D> Der Vollzngsvat der S.-P.-T.-Arbeiterräte Grost-Bcrlins. 1 M., bis 500 2 M., bis 1000 3 M., über 1000 4 Mi betragen, werden in Zukunft verdoppelt werden. Eft: dringendes Gespräch kostet dreifache Gebühr. Daher würde ein dringendes Ferngespräch von über 1000 Kilometer nickst weniger als 24 Mark kosten. Streikschuty für Untreue. Nach Blästermeldungen teilte der badische Finanzministsr Wirth in der Landtagssitzung mit, wegen Beraubung einer größeren Zahl von Eisenbahnwagen auf dem Rangierbabn- Hof Mannheim befänden sich 76 Beamte und 103 Staätsarbeiter in Untersuchungshaft. Der Verband deSDeutichen Verkehrspersonals der Mannheimer Ortsgruppe ersuchte Wirib, weitere Berhafiungen zu unterlassen und alle zurück- liegenden Fälle zu amnestieren. Falls dielen Wünschen nich! entsprochen werde, würde das Rangierbahnhofsperi'oncil den Dienst einstellen. Wirth erklärte, er müsse eö entschieden ab- lehnen, der Justiz in die Arme zu fallen. Diese Streikdrohung sei unerhört. Auch wir können, falls diele Darstellung wirklich zutrifft, einen solchen Streikbeschluß nur schärf st ens mißbilligen. Zu- gestanden, daß die Versuchung zu Veruntreuungen beute besonders groß ist, so dürfen doch Arbeiter und Beamte auf keinen Fall solche Handlungen in Schutz nehmen und gar die Waffe des Streits dazu mißbrauchen, um den Tätern Amnestie � zu vor- schaffen. Schwerer könnte dieses Kampfmittel der Aibeiierichasl gar nicht diskreditiert werden. Vor allem müssen sich aber auch Arbeiter und Beamte sagen, daß aus diese Weile die Wieder- Herstellung von Ordnung and Recht geradezu unmöglich ge? macht wird._ Hwtige Unruhen in NieAerbapern. In Straubing kam t8 zu schweren Unruhen.' Nach rincri Wolssbcricht stürmt» eine verhetzte Menge das Landgerichts, ,esSngnis und befreite zwei»erhastete Schwarzschlächtrr. Nach den Be- amtru der Landrswucherabwchrstelle, welche die Bcrhisiuiig vorge- nomwcn hatten, wurde vergeblich gelucht. Bürger- und Reichswehr wurde» aufgeboten. ES kam zu Kämpfen, wobei es auf der Seite der Demonstranten zwei Tote und Verwundete gab. Unter den Toten befindet sich ein Redakteur der sozialdemokratischen „Reue» Tagespost", der die aufgeregte Menge beruhige» wollte. Die Fleischrrinnung hatte nach der Verhaftung der beiden Ichivarz- fchlächtcr erklärt, daß die Grhcimschtachtuugen leider aufhören müßten. Sollte dies die Erregung verursacht haben? Die Masse dürste doch nicht aus lauter Schweinrdesitzern und Schleichhandelsinterrsfenten bestanden haben. In Passau wurde eine Theatervorstellung für die freien Ge- wcrkschaften, in welcher daS Drama„Kurt Eiöuer" aufgeführt wurde, durch Reichswehrsoldaten und Studcnteu gesprengt Es kam zu Schlägereien vor dem Gebäude» wobei einige Personen verletzt wurde». Die Garoisou flvweit sie nicht im Theater rauda- lierte! Red.) wurde alarmiert und säuberte den Platz. Berichtigung. Die ungarischen Offiziere verkangen nicht, wie es in unserer hcungcn Morgenausgabe heißt, daß Aus- fuhrbetvilligungen nur cn: Christen verteilt werden, sondern daß nur Christen mit ihnen versehen werden, das heißt auf deutsch, daß die Handelsjuden gezwungen werden sollen, sich einen Einfuhrchriftea zu mieten. Wirtschaft. Die alte unö Sie neue Wk'!)chafl. Ein Gespräch mit Oskar Tietz. Wenn Vater und Sohn Freunde surd, so zeigt das, daß das Mver es versteht, sich in die Gedanken der neuen Zeit hiv.ein.zii-- finden und m i t den: Fortschritt zu leben. Die Erfolge des Warcichcmsbesitzers O. Tietz, der ein(Geschäftshaus nach dem an- deren cvbaute. sprechen für die Fähigkeit dieses Wirtschafts- führers, sich den wechselnden Bedürfnissen der Zeitenfolge an- passen zu können. Uriid dennoch, wenn man mit diesem Manne spricht, der in der Erscheinung unserem Genossen Robert Sch m idt mit der großen Brille ähnelt, erfährt nian bald, daß für ihn der neue Begriff„G e u: e: n w: r t s ch a f t" etwas ganz anderes bedeutet als für den Mann der kommenden Zert. Wenn jemand etwas unternimmt, das den Bedürfnissen der Massen gerecht wird. wenn ein Warenhaus sich die Massen als Abnehmer dauernd erfolgreich erhalten bann, dann hat ein solcher llnternehnter, sagt Tietz. etwa» G c m e i n w t r t s ch a f t l i ch e s geschaffen. Eft: Kaufmann kann auf die Dauer nicht vom Schwindel leben, weil er das Vertrauen und den Zuspruch verliert, solche Geschäfte und solche Warenhäuser si:w bald zngrunde gegangen nnd werden es immer tun. Aus diesen: Auffassungskreis heraus betrachtet sich Tietz als oinen Vertreter der G c m e i n w i r t s ch a f t. Tietz ist ein erfolgreicher Praktiker, der keine Zeit gesunde:: lstck. in die Ge- dankenwdlt de» Sozialismus sich tiefer hin einzugraben, für den ein günstiger, ein billiger Einkauf eine» Postens Ware die größte Bedeutung hat, der sich herzlich freut, wenn es ihm gelungen ist, seiner Kundschaft ein besonders günstiges Kaufangebot machen zu könne». Vor etwa zwanzig Jahren, als die Kaufhäuser im scharfen Kampf gegen die MittelstandSbewogung standen, halbe ich Tietz auf die Aufgaben hingewiesen, die die Ware.ihäuser bei ihren Riesen- Umsätze:: auf dem Gnbiet der Qualitätssteigerung der Waren er» füllen könnten, denn die Verbraucher, die Laien sind, wollen die Gewißheit erlangen, daß, wenn sie etwas kaufe»:, sie sicher sein können, daß- sie für den angelegten Preis eine Ware erhalten, die die beste ist, die zu diesem Prri» überhaupt hergestellt«erden kann. Der Käufer will sich nicht durch verlockende Angebote täuschsi: lassen, er will nicht bloß einen einzelnen Artikel mal besonders billig kaufen und dabei andere über den richtigen Preis bezahlen. Eine Ordnung, die uns eine gleichmäßige Bersor- gnng mit allen Warei: zu den g ü n st i g st e n Bedingungen nicht bloß in diesem oder jenem Warenhaus, sondern überall ermöglicht, eftre solche Ordnung nennen wir Sozialisten Gemeinwirtschaft. Ob diese Versorgung der Staat, die Gemeinde oder irgendwelche sonstige Organisation besorgt, ist dabei von goringever Wichtigkeit, Die Sozialisierung der Waren- und Kaufhäuser lehnt Tietz grundsätzlich nicht ab', er gkmbt vielmehr, daß die jetzige Zeit der Warenknappheit nicht die geeignete i st, diesen Schritt zu machen. Ich hielt ihm entgegen, daß gerade der jetzige Znstand, bei dem sich so viele Einkäu.fer auf die geringen Warenvorräte stürzen, der eine sie dem anderen ab- zujagen trachtet und dabei die Warenpreise unverhältnismäßig tu die Höhe getrieben werden, eine Organ ifafton, eine Vereinigung der einkaufende:: Stellen dringend notzoendig sei. Tietz arwide-vte, daß solche Zentralstellen noch weniger Waren zusammenholen könnten als die große Zahl von Anftäufm: d»r einzelnen selbständigen großen Unternehmer. Das mag im Augenblick richtig fein, wo die Riesenzahl von ausländ: schen Aufkäufern bei der mangelhaften staatlichen Ordnung der Ausfuhr über- iv a ch u n g besieht Ich hielt Tietz entgegen, daß ein T r u st der Warenhäuser eine solche Macht darstellen würde, daß viele FriKt- kanten es in Rücksicht auf die Zukunft doch wohl vorziehen werden, die Verbindung mit einem solchen Großabnehmer sich zu erhalten, daß der Trust aber vor allem in größtem Umfange zur Eigen- Produktion übergehon könne. Weil uns jedes Gefühl, für den zurzeit richtigen Preis der Waren abhanden gekommen ist, blüht Henri: der Handel wie nie zuvor, wächst die Zahl der Händler trotz der vorwmgerten Warenmengen und erzielen olle n n e r- hörte Profite. Ein alter Praktiker wie Oskar Tietz, für den die Ware eine größsre Bedouvmrg hat wie das Prinz: p, nach den: sie vorieibt wird, ist für eine so große Aufgabe, wie dte Zu- smnmenfassung der Waren- und' Kaufhäufer zu einer ein- heitlichen Organisation für die Warenbeschaffung und Preis- beftimnumg nicht so ohne weiteres zu gewinnen. Er ist der Vor- sitzende seines Verbundes und vieler anderer Verbände, die an der Erhaktting der freien kapital: st ischen Wirtschaft mit allen Kräften ftschakten, iveA ihre Ulrich liebet bei diese n: System eben Kapitalien bilde:> können, die ihnen Machtpvsitivncu schaffen. Die Zontvalifatioi:, die planmäßige Bedarfs- deckungSwirt schafft in der es keine GesckiLktsgeheinmissr mehr geben wird, sondern offen, ehrlich und klar ohne Speruilation auf die Unwissenheit der Käufer goarbeftet wird, sie wird komma:. Daran zwctfekt auch Tietz nicht Es bleibt dosier die große Ans- gäbe der sozialistischen Uftbeiter schafft ihre Macht dafür einzw- setzen, daß die Eigeninteresscn des Kapitals, das sich feine außer- ordentliche Vorzugs st ellung erhaldn will, überwundm wer- den. daß die Interessen der Volksgesamtheit für die Produkrum und die Verteilung der Güter die Richtlimen und die Grundsätze bestimmen. Dr. A. S t r i e m e r. Die Zulagen zur Lebcnömlttelverhillignnfl. Die Milliarden, die seinerzeit als Zuschuß zur Ve r- b i l l i g u n g der wichtigsten L e b e n» ln i t t e l be- willigt wurden, sind nunmehr aufgebraucht worden. Wie wir hören, ist anzunehmen, daß ein neuer Zuschuß angefordert werden wird. Die Lerhandlrrngcn hierüber schweben noch, doch dürfte die Vorlage über die Anforderung eines neuen Kredits schon in den nächsten Tagen dem Reilbsrat zugehen. Auf dem. einmal beschnittenen Wege der Zufchußgewähvung aus Reichsmittcl» bewegen wir uns weiter. Die Noten- presse wird das nötig« Quantum Panierzettel zu liefern baben. die Verschuldung sich entsprechond erhöh«:, die um SH Milliarden künstlich vergrößerte Kaufkraft alle Warenpreise weiter U: die Höhe treiben. Das ist der Enderfolg dieser Mahnahni«, die im Augenblick unumgänglich ist, die aber doch durch andere groß- zügige wirischaftlich-organifatorifche Maßnahmen baldigst ersetzt werden muß! Von der Erfassung der gowalftgen V a l u t a g e- Winne der Exporteure hören wir nicht» mehr, dagegen steigen die Inlandspreise gewaltig mll» erhöhe:: sich die Produktionskosten ,n» Unabsehbare. Die unabwendbare Folge ist ein weiteres Sinken unserer Valuta. Boi der ungeheuren Verteuerung der übrigen wichtigsten Bedarfsartikel, vor allem de-r Kleidung, wird allem An- schein noch eine ähnliche Aktion«ingeleitet werden irnisssn, donn die Massen werden bald nicht mehr wissen, wie sie sich vor der Vor- lumpung retten sollen. Die Erzvrrsorgung der Hochvftuwe.kc in Oberschlesien ist zur» zeit befriedigend. AuS Schweden kommen Magneteisensteine in ausreichender Meng«. Das Siegerland liefert recht gut; neuerdings kommen auch große Mengen«uS Bayern. GeweMBsbewWng Die radikale Gewerkfthafisopposition. Seit Jahr und Tag arbeitrn die unentwegten Schreier in den Berliner Gewerkschaften an der Radikalisierung der Vorstände. In verschiedenen Fällen ist ihnen da? auch gelungen mit dem Erfolg, daß die praktische Gewerkschaftsarbeit in keinem Falle gefördert, oft sogar empfindlich gestört worden ist. Wo der Prozeß der Radika« lisierung keine Störung der praktischen Arbeit zur Folge gehabt hat, da sind die Vertreter des unentwegten WoriraditaliSmuS sehr enliäuscht. Der ungestörte Fortgang der bewährten gewerkschaft- lichen Arbeit läßt sich mit dem radikalen Phraientum nicht verein- baren. Also fangen die Phrasenhelden, damit sie aller Vernunft zum Trotz auf ihre Rechnung kommen, aufs neue an, zu radikalrsieren. Ein typisches Beispiel kür diese Art der Umstellung der Ge- werkschaften auf die radikale Phrase bieten die letzten Vorgänge in der Berliner Mitgliedschaft deS Zentralverbandes der Bäcker und Konditoren. Der örtliche Borstand ist vor einem Jahr so zusammengesetzt worden, daß zwei Drittel seiner Mitglieder der U. S. P. und ein Drittel der S. P. D. angehören. Die Radikalisierung war also sehr gründlich vollzogen. Such der Vorsitzende ist ein entschiedener Unabhängiger. Aber zum Glück für die Organisation waren die in den Vorstand gewählten Un- abhängigen nicht blind für daS, was die praktische Gcwerkschafts- tätigkeit erfordert. Vor die unabweisbaren Aufgaben des TageS gestellt, sahen sie ein, daß sie nur erfüllt werden konnten auf dem Boden der alten bewährten Gewerkschaftstaktik. Daraus ergab sich dann ganz von selbst, daß die VorstandSsitznngen nicht, wie eS die Mitgliederversammlungen seit längerer Zeil sind, zum Tummelplatz von Kämpfen zwischen den beiden politischen Richtungen gemacht wurden, sonder» der Vorstand arbeitete friedlich und kollegialisch zum Besten der ganzen Mitgliedschaft zusainmen. DaS konnten die ganz Radikalen nicht ruhig mit ansehen. Wo eS nicht fortwährend Krach und Radau gibt, da sind nach ihrer Auffassung die Vorbedingungen de» proletarischen Klassenkampfes nicht erfüllt. Also nahmen sie die erste Gelegenheit'wahr, um den Borstand aufS neue zu radikalisieren. Das kam schon bei der Auf- stellung der Kandidatenliste zum Ausdruck. Bisherige unabhängige Vorstandsmitglieder wurden durch radikalere Nnadhilngige ersetzt. Aber den ganz Radikalen genügte auch das noch nicht. In der Generalversammlung am 22. Februar traten sie mit einer eigenen Kandidatenliste hervor, die nur Unabhängige enthielt, die sich ä u ß e r st radikal gebärden. An Stelle des bis- herigen, der U. S. P. angehörenden Vorsitzenden Schumann stand Liefländer, ebenfalls ein Unabhängiger, aber jeder praktischen Arbeit feindlicher Phrasenheld, auf der Liste der unent- wtgten Opposition. Auch im übrigen hatte die Opposition dafür gesorgt, daß alles so klappe, wie sie e» be- absichtige. Liefländer hielt eine lange Kandidatenrede. dann wurde Schluß gemacht und die ganze Liste der Opposition zur Abstimmung durch Handaufheben gestelli. Mit Not und Mühe gelang es der Gegenseite, durchzusetzen, daß wenigstens der Vor- sitzende, wie eS daS Statut vorschreibt, durch Stimmzettel gewählt werden sollte. Die ganze übrige Liste der Opposition wurde durch Handaufheben gewählt. In der Generalversammlung am 29. Februar siegte dann in geheimer Abstimmung der bisherige Vorsitzende Schumann mit einer sehr geringen Mehrheit über seinen Gegen- kandidaten Lrefländer. Weil bei der Wahl der übrigen Vor- standSmitglieder am 22. Februar Verstöße gegen das Statut vor- gekommen sind, hat der Verbandsvorstand, in Uebereinstimmung mit dem Beirat die Wahl für ungültig erklärt und angeordnet, daß eine erneute Wahl geheim und durch Urabstimmung zu erfolgen hat. Voraussichtlich wird eS der radikalen Oppofilion dann ebenso gehen, wie bei der Wahl deS Vorsitzenden. Wo die Mitglieder un- behelligt durch die Terroristen abstimmen können, da ist immer noch aus einen Sieg der Vernunst über die Phrase zu rechnen. Ueber einen drohenden Konflikt im Bnchdrnck-«nd Zeitungsgewerbe wird uns mitgeteilt: Der Tarifausschutz der Deutschen Buchdrucker hat seit dem 27. 2. in Berlin getagt, um über die Forderung der Wehikfenschafl aus weiter« TeuinmgSzulage« zu»«rat«,. Di« Be- ratungen, find nach sünstägiger Dauer ergebnislos verlaufen. Such der Spruch des Schiichiungsausschuffes des ReichSarbeitSministe- riumS, den die Gehilfen angerufen hatten, ist als unerfüllbar ab- gelehnt worden._ Zum Streik in der Berliner Stroh-«nd Damenhnt« industrie. In hiesigen Tageszeitungen werden durch Inserate Hut- wacher gesucht. Wir weisen darauf hin, dasf der Streik weiter- geht, da die Forderungen noch nicht dewilligt sind. Wir hoffen, daß das Solidaritätsgefühl der Arbeiter und Arbeiterinnen weiter gewahrt bleibt und die Inserate unbe- rücksichtigt bleiben. Wir bitten daher, den Zuzug streng fern- zuhalten.____ Die Streikleitung. Ein Fortschritt. Die letzt" Nummer des Nachrichtenblaites deS Reichswcrnderungsamtes enthält eine ausführliche Mitteilung über die Schwierigkellen und Differenzen, die in Schweden infolge der Einisihvung des Achtstundentages zurzen bestehen und» knüpft daran wörtlich folgende Warnung: „Eine Auswanderung deutscher Arbeile r nach Schweden er- scheint unter den obwaltenden Umständen bedenklich." Daß ein amtlich«? Organ eine so verständig« Warnung bringt, ist gewiß anzuerkennen und verdient als ein Fortschritt anerkannt zu werden._ Tie Hungcrlöhne im Portierberuf. Der Portier— gleickiviel ob in der Fabrik, im Geschäfts- und Jndusiriepalast oder im allermodornstcn Luxusbau in Berlin W—, gebort zu jenen Arbeitern, die fich in elender, wirtschaftlicher Lage besinden. Es ist daher an der Zeit, einmal die breiteste Oeffentlichkeit über die miserable Entlohnung dieser Kategorie aufzuklären. Dazu mögen einige hier von der Organisation angeführte Beispiele dienen. In der Chklonette- Maschinenfabrik in Lichtenberg ist der Portier täglich 16 Stunden(von 6 Uhr früh bis 10 Uhr abendS) im Dienst. Er erhält dafür monatlich 300 M. und freie Wobnung. Für diese Bezahlung muß er angestrengt Dienst tun und die Millionen- werte seines.Brotherrn� bewachen und hüten. 20 Jahre arbeitet der Portier dort bereit? für kärgliche Bezahlung. In den Deutschen Kabelwerken, Lichtenberg, tut der Portier schon 2ö Jahre Dienst und zwar 14 Stunden täglich: er erhält da- für 340 M. monatlich. Jehl ist er, weil zu alt, gekündigl worden. Der Portier in den Äammerichschen Werken, Fennstraße 27, erhält als langjähriger Angestellter bei rägliih 111- bis Ibstündiger Arbeitszeit monatlich 240 M. ohne Wohnung; ihm ist bei Mehr« forderung mit Entlassung gedroht. Dos Geschäftshaus Linkstraße 20. ein mit dem raffiniertesten Luxus ausgestatteter Geschäftspalast, beschäftigt seinen Portier schon 20 Jahre. Dieses Unternehme», Inhaber Schilderfabrik Schmiedel. zahlt für täglich IS Stunde» Arbeitszeit sage und schreibe die horrende. Summe von monatlich 100 M. nebst freier Wohnung in einem Keller. Für diese Enrlohnung muß Mann und Frau tätig sein. Die LebenSversicherungs- Gesellschaft für Armee und Marine besitzt Linkstraße 21 ein großes BureauhauS. Die Reinhaltung der Bureau?, es sind 25, ist neben der Treppenreinigung gleichfalls dem Portier übertragen. Auch die Bedienung der Niederdruckbcizanlage gehörr zu seinen Obliegenheiten. � Hier find drei erwachsene Per- sonen täglich zirka 15 Stunden tätig Entlohnung für alle drei Personen zusammen monatlich 150 M. und freie Wohnung. Diese wenigen Beispiele dürften zur Eharakterifierung der in obigem Berufe herrschenden Zustände genügen. Der Portier, der doch eine gewiffe BertrauenSstellung bekleidet. wird wie ein Bettler abgespeist und mutz sich mit Brosamen be« gnügen, die ihm die milde Hand seines ArbsngeberS zuweist. Ist es nicht geradezu ein Wunder, wenn in diesen Häusern und Fabriken nicht m eh r gestohlen wird? Ganz schuldlos an diesen mißlichen Zuständen find die Portier» allerdings auch nicht. Härten sie schon eher den Weg zu ihrer Berufsorganisation gefunden, so wären derartig traurige V-rhätlnisse längst geändert. Aber leider gibt es in diesem Berufe noch zu viel tiiechtiiche Naturen, die da glauben, die Gnade ihres Brotherrn wird ihnen s-bon einmal zu besserer Lebenslage verhelfen, statt sich ihrer Berussorganisation. dem.Deutschen Portier-Verband*. Sektion 7 de» Deutschen TranS- portarbeiter-VerbandeS, anzuschließen. Ehe die Kollegen nicht zur Erkenntnis ihrer elenden, Wirtschaft« lichen Lage gekommen sind, müssen sie leider unter diesen tief- traurigen Mißständen weiter fronden._ An Stelle männNcher, weibliche HllfSkrSfte. Mitteilungen des Zentralverbandes der �gestellten zufolge er- klärt der Herr ReichspostministerS GieSbertS in einer Verfügung, daß, da die zur Behebung der Arbeitslosigkeit bei den Postscheck« ämtern vorübergehend«ingestellten männlichen Hilfskräfte im Be- amtendienst sich iin allgemeinen für diesen Dienst wenig tauglich erwiesen hätten, die allmähliche Entlastung dieser AuShelfer mir Ausnahme der Kriegsbeschädigten erfolgen müsse. Di« Behauptung der Untougtichkeit der männlichen Hilfskräfte ist vorher durch nichlS erwiesen und der Herr Postminister ist zweifellos das Opfer einer einseitigen und falschen Information seiner Untergebenen geworden. Vielleicht trifft die Behauptung für einen ganz geringen Teil zu. Deshalb braucht man doch aber nicht alle männlichen Hilfskräfte zu entlassen. In der Verfügung heißt eS aber weiter:.Als Ersatz sollen in erster Linie die für den Postscheckdiensr besonder« gc- eigneten weiblichen Kräfte dienen. Die Oberpostdireklion wolle schon jetzt für die Heranziehung und Ausbildung einer ausreichenden Zahl weiblicher Aushelferinnen sorgen. Von der Einstellung neuer männlicher, nicht kriegsbeschädigter Aushelser im Beamlendienst in abzusehen.*' Warum man die männlichen Kräfte, es handelt sich meistens mn Kriegsteilnehmer, entlasten und dafür junge Mädchen einstellen will, ist wohl nicht schwer zu erraten. Brauchbarer sind sie jedenfalls nicht, aber billiger und was die Hauptsache ist— ge- fügiger. Dafür können die zum Teil verheirateten Männer sehen, wie sie weiterkommen._ Versammlung der Wach««nd Schlieflangestellten. J» einer sehr stark besuchten Versammlung im großen Saale de« GewerkschaftSbauseö nahmen die Wach- und Schließangestellten den Bericht der Branchenleitung vom verflossenen Jahre entgegen. Hierauf gab Leube einen Bericht von den Verhandlungen mit den Unternehmern betreffs Regelung der Teuerungszulagen. Mit Auk- nähme von drei Gesellschaften, welche ab ck. Januar in ein neues Tarifverhältnis eingetreten sind, ist es gelungen, überall ab Januar Teuerungszulagen auf die bestehenden Tariflöhne durchzusetzen. Dieselben belaufen fich für die Monate Januar, Februar und März bei der Berliner Wach- und Schließgesellschaft sowie Oberspree auf 85—200 M., AdlerShof 105 M., Schöneberger Wach- und Schließ- gesellschaft 115-168 M.' Bei der Wqchgesellichaft Krenz A To. mußten 178 Wächter, Wächterinnen und Kontrolleure in den Streik trete», da die Ge- sellschaft sich weigerte, eine Teuerungszulage zu gewähren. Nach sechs Tagen wurde der Streik erfolgreich beendet; erreicht wurden 140 M. Mit den Nachtwachinstituten der Gtwndbesitznvereine wurde bis Ende Februar vor dem SchlichtungSauSschuß Grotz-Berli» eine Er- böhung der Einstellungslöhne von 25 bis 30 Proz. festgesetzt. Für Monat März sollen in den nächsten Tagen Verhandlungen stattfinden. Der Referent erläutert alsdann den neuen Lohniarif, welcher den Unternehmern unterbreitet worden ist. Die von der Vertrauen»- männerkonserenz aufgestellten Forderungen sind in Anbetracht der immer mehr steigenden Teuerung bescheidene zu nennen. Er hoffe, daß diesmal gemeinsame Verhandlungen mit allen Wachgesellschaften stattfinden werden, da die Unternehmer sich zu einer Tarifgemeinschaft zusammengeschloffen hätten. Sollte jedoch den berechtigten Forderungen der Wachangestelltcn nicht Rechnung getragen werden, lo würde die Organisation mit allen Mitteln versuchen, dieselben zur Anerkennung zu bringen. DeS weiteren kam der Referent auf die freien Nächte zu sprechen, die in vielen deutschen Städten durch Tarifverträge bereits zur Durchführung gelangt sind. Als der Redner erklärte: Ohne freie Nächte kein Tarifabschlußl. fand er stürmischen Beifall. Sollten die Unternehmer nicht die Zeichen der Zeit verstehen, dann würde die Organisation den Kampf aufnehmen. Die Bezirksverwaltung hätte bereit» ihre Zustimmung zur Durch- führung der Lohnbewegung erteilt. »»schuks. Heute nachmittag t—« Uhr. Bureau. Auskunft, Ratertetlunz. SlendS 8 Uhr: Sitzung aller DertrauenSleutc oder deren Vertreter. Zentralverband der»»gestellte«. Versammlungen am Frei- tag, de» 5. März: Fachgruppe 7(Angestellte der Waren- und Kaufhäuser, Spezialgeschäfte), abend? 7 Uhr. Sophiensäle, Sophlenstr. 17/18. Stellungnahme zu den BetriebSrätewahlen.— Fachgruppe IS(Angestellt« der chemischen Industrie und de« Großhandel»), abend»'1,8 Uhr. Eentral-Festsäle, Alte Jakob- straße 30/32.— Fachgruppe 14o(Maschinenbau, Berk- zeugsabriken, Gießereien), abend» 6 Uhr, im Rosenthaler Hos. Rofenthaler Str. 11/12.— Fachgruppe ISo(Angestellte der Buch. druckereten und Buchbindereien), abends-/,S Uhr, im Ver- bandsbureau. Belle-Alliance-Str. 7/tO. «eraniw. für den redokiion. Zeil:«rtnr gicklee, Eharloltenbura: für Anzeigen: Ttz. Stocke, Berlin. Berlag: Borwitris-Berlaa(5. M. b. fi.. Berlin. Druck: Vor- rrärto-Buchdruckerei u. Berlaasanitali Vau: Änaer u. So. Berlin. Lindenkr. IL Nur kein Neid! Kupfer bis 26 fl. jttessing 15,25 51 Siel bis 11 51. Keinzinn 80 jü. Alte Zinngeschirre, Bierschlangen usw. Quecksilber, zahlt allerhöchste Tagespreise nur Metallschmelze, Prinzesslonenstraße 17, neben Werthelm(Morlfzplati). tfieeferts CAerÜJi-.M'Ui früdriehstmasam U Piatin höchsten Preis Brenastitte, Qoldbruch and Sllberbrueb Gebisse zahn 20,00 M. ■ S— IUä BiDcherstraBe 40 kauft InBnSCe Port. 2, H,<)-7 Uhr. Altmetalle! Kupier, Messing, Zinn, Zink und Biel, auch dold und Silber kauft über Tagesprelae jUtMiing BärwaiiislrJB, n Sie haben einen Vogel abgeschossen, Vrcnn Sie Ihre RfletaBlabfalle und Alteisen nur an mich verkaufen. Zahle atets h Schate Tagespreise. Eisen- und MetailgroBhandlung Willy Seydlltz. Hauptgeschäft: Neukölln, Liberdastraße 4. Tel.; M Nur für efiyros. DetaHankaufsf teilen: Herrnannpl.t, Böhmische St. 16(nahe Richsrdpl.) Berlin, Schönhauser Allee 151.— Pücklerstraße 3J. Qröiiere Posten werden abgeholt. »»MMMMWS Post- und Bahnsendungen werden prompt erledigt, mmmm—m Mitglied des Vereins der Altmetallhändler Oroß-Berlins. ,Wöö Familie KröUö�i) über URb/ti denkt' FUr&in FrruHfautenö Adb/espnat bdrü&a'narmtlStäcnnüit, Dcnöllsknüdiuhläftfscrblitan, Und nfands läßt® dho) sikeril Nutzeisen Ankauf Verkauf Stabelsen, Bleche, Mrlger, U-Eisen, Rohre, Ketten, Lagerböcke, Rlemenscheihen, Fufl- stanzen etc. in verschiedenen Dimensionen haben ab Lager abzugeben Cohn& Borchardt, Blii.-Llchtenberg Rittergutstr. 47 4z. Tel.: Lichtenberg 646 647. Nutzelsenabteilung; SlSb* Maybach-Ufer lS/I». Nähe der Kottbuser Brücke. Kleine grojien£löbel* Säger mit Spcifejiramcru, fterteiylui«»«". Schlaf. timraceu, Cebec- u.«o6eli»-®acoihit.u. PISfch. lo fcs. Xcumeous. Scheck»»»», Beeltfos, kompletten ftu(hcn«ln*id»»o"a«n•f»- lleh-n zur qe. �igen�a��to�i�esich�lMl�m�ezSeunu�fwub« Möbel=Lechner, Äfe".\ 1 Geöffnet von 8—6 BtlDonfen Vellen WWM. 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Dr Cohn tU.-Seq.): Die Verordnung des Reichspräsi- deuten für Rheinland-Westfalen ist der Nationalversamimlung erst vor zehn Tagen zugegangen.<5ie zeigt, dah sich gerade in Greußen sei: der Revolution gar nichts geändert hat. Die Vor- gäng« am 13. Januar vor dem Reichstag wurden als Vorwand angegeben. Das ist ein« offenbare Unwahrheit. Denn die erste Verordnung ist schon vom 11. Januar.(Hövt, hört! bei den it. Sog.) Di« Verordnung bezweckt nur die Riederzw'ingung der Wergardelter und die Vergewaitigimg der Arbeiterklasse. Es ist, als ob man den Reichskanzler Bauer hörte, wenn man di« Rede Bethmann HolllwegS aus dem Jahr« 1910 anlässlich des Moabiter Krawalls lieft:'„Deshalb," so sagte Bethntann,„bin ich auch der Anficht, das; die Sozialisten eine Mitschuld an den Borgängen tragen." Genau so, nur in gröberen Tön?.n. beter Herr Bauer nach:„Die Unabhängigen werden die Mitschuld nicht ableugnen löimen, sie tragen das Kainszeichen der Blutschuld auf ihrer Stirn."«Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Die Stütze der Re- gi«rung ist die Reichswehr. Und gegen den Geist, der sich dort immer mehr zeigt, macht sich bis in di« Kreise der Mehrheilsparteien stärkster Unwille bemerk- bar. Unerhört und jeder Gerechtigkeit hohnsprechend sind die tvillkürlichen Zeitungsverbotr, deren Gründe teils lächerlich, teils «gemein sind. In einer grossen Anzahl von Fällen lätzt sich im« mittelbar erkennen, dass der Militärbefehlshaber die unabhängige Partei treffen wollte, indem er zuerst die Zeitung verbietet, dann den Redakteur in Schutzhaft nimmt. Wie die anständigen Redai- teure darüber denken,, zeigen die Ausführungen des„Vonvärts"- rcdalteurs auf der Pressekonferenz, der sicii in schärfster Weise «gegen die Massnahmen der Regierung wandt«, die ungerecht und «ungesetzlich seien. Unser« Berliner Versammlungen, auf denen die Abgeordneten nur Bericht über die Tätigkeit der Fraktion er- hatten wollten, wenden vom Polizeipräsidenten verboten. Aber mich in anderen Städten zeigt sich dasselbe,«wie«in Ost- preussen, wo der MilitäNbefehlÄsabcr alle Versammlungen der- bietet, um dadurch die Landarbeiter zu treffen.(Hört, hört! links,) Hand in Hand damit gehen natürlich Verbote an einzelne Per- fönen. Ts gebe nur ein richtiges Redeverbot— das gegen den Reichswehrminister Noske.(Sebr richrig! bei den"U. Soz.) Selbst das Auswärtige Auu hat ihn unter Zensur gestellt, denn anscheinend betrachtet Noske die AuslondSpolitii genau wie die Jnlandsvblitik ebenso als den Porzellanladen, in dem er herum- tvü'en dürfe, wie eben— Noske. lUnerhört! bei der Mehrheit.— Sehr gut! bei den U.«Sog.) Hunderte von unseren Parteigenossen sitzen unter kaum glaublichen Wohnlbedingungen in Schutzhaft. «Und gerade die Zeit vor den Betriebsräiewahlen benützt man eben dazu, um so die Wortführer des Proletariats unschädlich zu machen. Alle Beschwerden und Eingaben werden in unerhörler Wen« verfchleppt. ES widerstrebt meinem Gerechtigkeitsgefühl, ein so gutmütige» Tier wie den Esel zum Vergleich heranzuziehen, «um zu zeigen, wie leicht mau Mit: dem Belagerungszustand regia» r«n kann.(Heiterkeit.) Der Reichswehrminister istfhrmächtigt, im Westen ausserordentliche Kries», reichte einzusetzen, deren Zu- iummenseyung und«erfahre» er und der betreffsid« BeWhl». haber bchtimmen bann. Das Ungeheuerlichste ober ist, dass von diesen Gerichten für gewisse Straftaten nur die Todesstrafe verhängt werden kann, von der nur in wenigen Fällen abgegangen werden kann.(Unerhört! bei den U. Soz.) Diese Verordnung steht im Widerspruch mit dem Geist und dem Buchstaben der Verfassung. Ein entschlossener Wille zum Unrecht natürlich kann sich da-rüber leicht hinwegsetzen. Welcher Art ist der Reichswehrminister, der solch: Dinge einem Neichspräsidendcn vorlegt? Man ist versucht, zu fragen, bei welcher Gelegenheit ein« solche Vorlegung erfolgt. iUncrbört! bei der Mehrhei-t-i Sogar den Achtstundentag, die sin- zige Errungenschaft der Revolution, will die Regierung beseitigen. «Präsident Fehrrnbach: Ich vermag den Zusammenhang des Acht- stundentages mit der Verordnung des Reichspräsidenten nicht ein. zusehen.) Meine Ausführungen waren notwendig, um zu zeigen, dass die Verordnung nur ein Mittel ist. die von mir skizzierten Ziele zu erreichen. � Di« Folge ist nur neue, tiefe Erbitterung, und aufgefahrene Maschinengewehre schaffen auch Aufklärung, aber in einer Weise, wie sie Jbnen unerwünscht sein wird. Der beutige Minister Heine hat ISllS in Jena gesagt:„Wenn daS Proletariat einmal seinen Kampf um die Macht aufgenommen hat, dann darf es sich nicht lenken lassen von dem Wörtchen Gesetzlichkeit."(Hört, hört! bei den ll. Soz.) Nicht nur das grobknochige Gehirn des Herrn Reichs wehr minister», sondern die ganze heutige Regierung betet die Gewalt an— alles wie einst. Nur mit dem Unterschied, daß der Krieg auch bei den Mitgliedern der Regierung die Wir- kung gehabt hat, Hemmungen zu lösen. Das Ziel, das auch unser Ziel ist, die Hebung der Produktion, werden wir nur erreichen, wenn die Regierung den Geist der Gewalt mit dem Geist des Sozialismus vertauscht.(Beifall bei den U. Soz.) Reichsjustizmmister Schiffer: Ter Abg. Dr. Cohn logt die Verfassung falsch au?. Nach der Verfassung ist der Reichspräsident berechtigt, alle zur Wieder- Herstellung der öffentlichen Ordnung und«Sicherheit nötigen Mass- nahmen ohne jede Beschränkung anzuwenden.(Sehr richtig!) Die Regierung der Demokratie mutz stark sein und mutz von ihren Machtmitteln den Gebrauch machen, für den sie bestimmt sind, natürlich unter voller Verantwortung dem Parlament gegenüber. (Beifall bei der Mehrheit.) ReichSwehrmimsier NoSke: Anfang Januar waren in verschiedenen Teilen des Reiches wilde EifenbahnerftreikS ausgebrochen. Die NabrungSmittelzufuhr sogar wurde unterbrochen. Nun sollte ein Ausstand de? Bergor- briter hinzukommen und ein Uebriges tun. Die Führer der Berg- arbeiter waren machtlos. Die vernünftigen Arbeiter wurden niedergschrien und rlSkiertr» Leben und Gesundheit.(Hört, hört!) Die Negierung konnte nicht untätig bleiben, als abermals versucht wurde, das Reich zugrunde zu richten. In vielen Teilen des Reiches herrschte allerdings Ruhe, aber■ der Eisenbahnerstreik konnte sich ausdehnen. Vor allem war Mittel. dcutschland bedroht. Deshalb wurde der Zlusnahme�ustand ver- hängt/ um kräftig zupacken zu können, wenn daS Ganze gefährdet würde. Der Versuch, unter lügenhafter Ansnutzung der Vorgänge vor dem Reichstage einen politischen Generalstreik herbeizuführen, mußte vereitelt werden.(Sehr richtigl) Dieser Versuch ist ge- macht worden.(Hört, hört!) Die Attacke auf die Rationalversamm- lnng wurde«mgefälscht in ein von der Regierung vcranstaktete? Massenmorden unschuldiger Arbeiter. DaS Verbot eines Teile» der unabhängigen und kommunistischen Presse und die dorgenomme- nun Verhaftun,wn waren notwendig zur Abwehr ernster Ge- fahren.(Dsifall.l Die Form einiger Verfügungen gebe � ich allerdings rückhaltlos preis. Die Zeilungsverbote erfolgen jetzt befristet. Eine Verordnung über das Befchwerdevcr- fahren steht bevor. Für das, was geschehen ist, übernehme ich die Verantwortung. Ter Redner geht dann auf die Plünderungen in Hamborn ein und fährt fort: Die Verordnung trifft stur Per- sonen. die mit Waffengewalt oder im Zusammenwirken mit Be- waffnetcn schwerste Straftaten begehen. Mit keinem Wort ist darin von den Bergarbeitern die Rede. Sollte eS zu einem neuen Kampf« kommen, so soll die Wiederbolung so schaircrerregend-r Vorgängen wie im Prozctz Marloh verhütet werden. Heber Leben und Tod soll nicht michr ein einzelner zu entscheide» haben, sondern ein Dreimännerkallegl»«. Di« Dollstreckung de» Urteil» ist gebundn an die Entsichmdiing de» böseren Militärbefehlshaber». Die Verordnung wurde erst am 13. Januar unterzeichnet, und mi: ihrer Inkraftsetzung wurde bis zum 17. Januar gewartet. Wirksam gemacht wurde von ihr durch den Reichskommissar Setwring nur der erste Teil über Ausnahmegerichte. Für die Bevölkerung ist di« Verord- nung«ine Wohltat, ein«Schutz gegen ein«-zetoaltiäiige Minderheit. dile frechsten Mitzbrauch mit den neuen Freiheiten treibt. Ei« paar tausend Narren und Berbrecher haben das Rubrrevier nnter Schrecken gesetzt. Während ihrer Herrschaft in Düsseldorf haben die Unabhängigen ganz munter mit dem Belagerungszustand re- giert, haben Standgerichte eingesetzt und waren durchaus nicht zimperlich bei der Androhung von Todesstrafen. Wir sind nicht so dumm, dass wir daraus verzichten, uns unserer Haut. zu wehren, nur damit diese Herrschaften eines Tages mit NnS«Schlitten fahren können.(Heitere Zustimmung.) Mit Waffengewalt sind sie Berg« arbeiter an der Einfahrt gehindert worden. �Widerspruch der Abg. Frau Zietz.) Sie waren ja gar nicht dabei!"'Vv lirenzlich war, war niemand»sn den Unabhängigen hier zur Stelle.(Grosse Hsirer- leit) Wir hatten die Pflicht, dieser«Schandwirtschaff ein Ende zu machen. Ohne vermehrte Kohlenförderung kommen w«ir ans der Verarmung nicht heraus. Wo die Bergherren sich unvernünftig zeigen, wird die Rc- gierung ebenfalls scharf zupacken. Solange die unabhängige Presse jeden Versuch der Regierung auf vermehrte Erzeugung verhöhnt und herabsetzt, kommen wir nicht zu erträglichen Verhältnissen. (Sehr richtig!) Diesem Treiben entgegenzuwirken ist der Zweck de? Belagerungszustandes. Und zu diesem Zweck wird er besteben bleiben.(Beifall.) Sowckit sich d«« Verordnung auf die Stande gepichte bezieht, wird sie aufgehoben werden, sobald Rute herrscht. Die Anträge der Unabhängigen bitte ich restlos abzn- lehnen. Wo gemildert werden kann, wird eS geschehen. Tie meisten Verhaftungen sind schon rückgängig gemacht worden. Aber zurzeit kann die Regierung auf rascheste i'lbwchrmafvnahrivm noist nicht verzichten. Wer über Gewalt schreit, mag zunächst selbst auf Gewalt verzichten.(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Abg. Loebe(Soz.): Meine Freuntf haben dam Artikel 48 der Verfassung zugc- stimmt, der dem Reichspräsidenten ausserordentliche Vollmachten einräumt. Sie srblickten darin eine Waffe der demokratischen R'- publik und ihrer Bürger gegen gewaltsame Angriffe. Dost diese Waffe nötig ist, lmttcn die politischen Ereignisse wenige Monate schiftest.(Hört, hört!) Was die Verordnung vom 13. Janurr 1920 betrifft, so haben auch bei uns zunächst starke berfassungs- rechtliche Bedenken obgewaltet, und wir waren zweffelbaft. ob sie mit den Bestimmungen der Verfassung in Einklang gu bringen i,t. Aber die Protbkolle der Verhandlungen der Nationalversammlung über den Artikel 48 erweisen, dass Anhänger und Gegner diese Be- strrnmungen in derselben Weise ausgelegt haben, wie es setzt von der Regierung geschieht. Besonders geht das aus den Ausführungen des Abo. Cohn zu dem umstrittenen Artikel hervor.(Hört, bört!> Demnach ist an der Rechtsgültigkeit der Verordnung nickst zu zweifeln. Wir sind mit der Regierung der Ansicht, daß eine solche Verfügung nur bei höchster Not des Lande? und bei tatsächlich«.".' gewaltsamer Bedrohung de« Lebest? der Staatsbürger gerecht- fertigt ist. Di« Erklärung der Regierung, dass die Aushebung der Standgerichte und Todesstrafe schon in Aussicht genommen ur und bald erfolgen wird, setzt uns in- den Stcnid. von der Zustn»- muvq zu dem vorliegenden Antrage Abstand zu nehmen. Wir svrecken aber bei dieser Gelegenheit den dringenden Wunsch aus, dass das in der Verfassung vorgesehene Reichs- gesetz, das die Befugnisse des Reichspräsidenten genau umgrenzt, bald erlassen, und dass das G-setz auf Au-- Hebung der MtlilärgerichtSbarkeit noch in dieser«Session eingc- bracht wird. Di« Abgg. Dr. Spahn(Zentr.) und Petersen(Dem) lehnen den Antpag der Unabhängigen ab. Abg. Henke(U. Soz.): Im Dienst de» KövitalS karr man eben nicht ander» reden, als NoSke e» tat. Beinahe wurde einem der Reichswehrminister menschlich näher kommen, wenn er sagt, dass er tief erschüttert ist über den Matrosemnord. Aber daSistsaHeuchelei.(Präsidenit Fehrenbach rügt diese Aeusse. Vung.) Wenn die Parteien, die heute leider noch die Mehrhost baben. unseren Antrag ablehnen, so machen sie sich mitschuldig an den Verbrvcken am Volk«. Dieser sozialistische Wilhelm II. wirft mit grossen Worten in Arbefterversammlungen um sich, aber sie. Arbeiterschaft weiss, dass die Entwicklung über Herrn N»Sk« und über die demokratische Republik hinweggeht. Der Antrag wird gegen die Stimmen der Unabhängigen a b- gelehnt... Es folgt diu: zweite Lesung de»«apitalertragSstene:- ge fe tz e».- Die Vorlag« wird nach kurzer Aussprache mit unoesesttlichen Aenderungen angenommen. DaS Hau» vertagt sich Donnerstag 1 Uhc: Ergänzung de» Gesetzes über Kriegsvergehen. Landessteucrgesetz.— Schluß 8 Uhr. 4ii?an Krebsereuter. Seine Taten. Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnr» von HanS Müller-Tchliisser. Als sie das Tor durchschritten hatten, umfing sie ein Geruch von kreißendem Oel. Pfefferkuchen und Schmeiß, und in der Sonne flimmernder Staub kitzelte sie in der Nase. Ketten von Mädchen und junge» Männern mit roten, fettigen Ge- sichtern schwankten vor ihnen her und sperrten ihnen den Weg. Sie schlüpften durch die Lücken und wollten einem Trupp halbtrunkener Soldaten ausiveichen, aber die hatten sich mit den Mädchen und Burschen schon an den Händen ge- saßt, und ehe Jan und Tünnes an Fortlaufen gedacht lwtten, Maren sie in einem wirbelnden Kreis eingeschlossen, der sie hin und her warf, von einem zum anderen-und hinüber und berüber, daß es ihnen wirbelig im Kopfe wurde, bis Tünnes 'ich an einem faltigen Mädchenrocke schnappte und klammerte und der Kreitz mit Gekreisch und Gejuchz sich, löste. „Hä!" ächzte Jan und putzte sich den Schweiß aus den» Gesicht,„da sind wir aber nett Karussell gefahren, Tünnes, wat?" Der aber stand da mit zusammengekniffenen Lippen und quetschte sich die Wuttränen aus den Augen. „Komm', Tünnes. ärger' dich nit, wenn die»ckcn Leut' ihren Spaß haben»vollen. Dafür machen wir im? jetzt Freud' I' Er holte sein Kleingeld aus der Hosentasche und zählte es noch „Au, Tünnes!" rief er,„der Spaß hat uns ein Döbbeltje gekostet.' Es ist nnr eins aus der Tasche gesprungen." Und er bückte sich und suchte nnt den Fingen» in dem Straßenstaub herum, aber er fand nichts. Er schnalzte mit der Zunge und zuckte nnt den Achseln. ..Wenn's gefressen»st. ist es gleich, ob es die Raupen oder die Käfer getan haben, sogt mein Natter immer.— Komm' Tünnes!".. Sie gingen dem vernuschten Geruch geräucherter Aale und Buttenvaffeln nach und kamen auf den Marktplatz, Ivo eine kleine Stadt aus Buden aufgebaut war. In einer kleineu Bude kaufte sich Jan ein Päckchen Knaster und einx Tonpfeife, die er gleich anrauchte. Der kalte Schweiß trat ihm zwar bald auf die Stirn, aber er versicherte dem Tünnes, daß doch nichts in der Welt über ein leckeres Pfeifchen ginge. Die Bnden mit den Kraftmenschen, die einander Hundert- psünder zuwarfen, als wären es Edamer Käse, lockten sie nicht: auch an den Menschenfressern, die einen» lebendigen Kaninchen den Kopf abbissen, gingen sie ohne besondere Teil- nähme vorbei. Für' die lebenden Bilder hatten sie nur ein Acbselzucken, denn sie dachten dabei an das Theater zu Hcmse auf dem Marktplatz. Vor den», mit unzähligen Spiegeln, buntem Glas und mit Weiß und Gold prächtig herausge- Putzten Karussell ober blieb Jan stehen»md hätte sich gern auf so einen hölzernen Araberhengst gesetzt. Tünnes jedoch zog ihn weiter, denn die friich gebackenen Poffertjes, deren Fettdunst die Budensttaße füllte, wirkten schon von ferne so auf seine Speicheldrüsen, daß er ständig schluckt«. Uitter einem großen Sonnenschirm saß die Poffertjesbäckerin auf einein hohen Stuhle. Neben sich auf einem Gestell hatte sie eine »rdene Kmnpe mit den» dünnen Teig, und vor ihr stand ein viereckiger eiserner Ofen, in dessen Platte vielleicht ein Dutzend eigtofeet Vertiefungen»Boten. Die Frau schöpfte mit einem langen Holzlöffel Teig aus der Kumpe und warf mit einem geschickten Schwünge den Teig in die Vertiefungen, drehte sie nach einer Weile herum, damit sie«auch auf der an- deren Sorte so schön goldbraun nmrden. Jan und Tünnes schauten ihr mit Entzücken zu und konnten es bald nicht erlvarten, bis sie ein Dutzend Poffertjes vaufen konnten. Sie aßen, daß sie schmatzten. Sie kauften und aßen so viel Poffertjes, bis sie pusteten und" r kaum noch von der Stelle bavegen konnten. Langsam schlenderten sie wetter. HaLbbetrunkene Matrosen maßen unter gegen- fettigem aufmunternden Gebrüll ihre Kraft an einem söge- nannten ,�au' ihm, den Lucas", indem sie mit einem riesigen Holzhammer auf einen Stift schlugen, wodurch ein« eisern« Kugel an einer hohen Schiene emporgeschleudert Nmrde und cm der Spitze einen blechernen Akrobaten zu einer toahn» sinnigen Bauchwelle antrieb. Jan»md Tünnes schlenderten Wetter. Plötzlich blieb Jan stehe»». Er starrte nach einer Schieß- bude hin, wo ein blasses Mädchen ihm»vinkte. Ihre rot- geschminkten L»ppen beivegten sich schnell, ober Jon horte in vom Lgon nicht, tqatz fk«*£ Ohne etz eigentlich ja wollen. ging er näher, bis er dicht vor der Bude sta»»d. Das Mädchen reichte ihm mit einem künstlichen Lächeln, doZ ihre verdorbenen Zähne aufdeckte, eine Windbüchse. Mit unsicheren Händen nahm er die Büchse, legte sie an die Backe»md drückte sich auss Geratewohl ab. Im selben Augenblick wirbelle ein blecherner Schottländer mtt dem dümmsten Gesicht von der Welt auf einer Trommel. Tünnes lochte. Das Mädchen nickt« anerkennend, nahm Jan die Büchse aus der Hand, spannte sie und gab sie ihm wieder. Jan seufzte tief und schaute das Mädchen blöde an. Da lächelte sie kokett und zeigte auf ein Taubenpaar, das hin und her schaukelte und sich dabei zärllich schnäbelte. Jan tvurde plötzlich rot und er fühlte ein sonderbares Kribbeln. Er wollt«»vas sagen, aber die Zunge lag ihm»vie cm Stück Blei im Munde. Es simunte ihm ffn Kopfe und er griff sich noch den glühenden Ohren. „Schieß doch. Fan!" rief Tünnes ungeduldig. Jan schaute ihn verständnislos an und seufzte»vieder. «Wenn du nit magst." sagte Tünnes.„dann konu»»'! Gehn»vir iwch lieber noch mal nach der Poffertjesfrau!" Jan nickte, stellte die Windbüchse an das Gestell»md wollte weggehen. Da hielt ihn aber das Mädchen bei der Hand fest. Da war eS Jan, als ob ein eiskalter Frosch ihm über den Rücken kvabbette, und wie vor Schreck fing ihm das Herz an zu klopfen. Das Mädchen machte ihm mtt zierlichen Gesten klar, daß er noch bezahlen müßte. Jan nickte und.lcffte dem Mädchen ein Silberquartje in die Hand, die von dem ständigen An- fassen der Büchsen geschtvarzt war. Tünnes zog Jan mit sich fort. Der stolperte über seine eigenen Beine, weil er sich inrmer-»vieder nach dem Schieß- budennrädchen umsah, das ilM noch eisige Male lächelnd zunickte. Ohne recht zu wissen, was er tat, aoß er noch mehrere Poffertjes. Plötzlich fragte er Tünnes: „Cfc die Verb erratet ist?" ..Wer?" erwiderte Tünnes, der voll Andacht kaute. Nach einiger Zeit sagte er: Jtmtf. Tünnes. wir wollen Karussell fahren." (Forts, fvlat.) preußische Lanöesversammlung. Tie Not der Presse.— Der Wucher uu Holzhandel. Nclch Erledigung des Antrags Hammer auf eine stärkere Ver- tretung des Einzelhandels und des Handwerks im R e i ch s w i r t- is ch a f t sr a t folgt die Beratung der Anträge über den M a» g e l au Zeitung S Papier. Al>g. Dr. Rade Metn.) begründet den Antrag Friedberg. Der Umfang der Zeitungen ist beträchtlich zurückgegangen. Eine nicht geringe Anzcchl hat sich bereits genötigt gesehen, ihr Erscheinen völlig einzutsiellen. Abhilfe tul dringend not. Abg. Liidrmann te-oz.) begründet feinen Antrag auf Unter stützung der ReichZregierung bei der Bekämpfung des Wu- cher» im Holzhandel und der Sicherstellunq der Versorgung der Bevölkerung mit unembckjrl t an- aegeben bat und deswegen verwirkte Slrofeii wegen Tieuerzuwider- Handlung sowie Verfall d»S verick-wieoenen Vermögens gemäß dem Gesetze über Steuernachsicht abwenden will, wird aufgekordert, das bisher nicht angegebene Bei mögen im Einkommen spätesten» bis zum 13. April 1920 einem Finanzamt, daS für die Kriegsabgabe vom Vermögens,»wachs zul!ändig ist. anzugeben. Die Angaben können mit der Steuererllärung für die Kriegs- abgäbe vom Vermögensiiiwachs pcrbunden oder als Stacktrag hierzu innerhalb der Frist— bis zum 15. April 1920— eingereicht werden. Dabei sind Vor- und Zuname. Stand, Berus oder Gewerbe nebst Wohnort und Wohnung oder Firma und Sitz genau zu bezeichnen. Die Angabe besrerr den Steuerpflichtigen von seder Strafe weaen Steuer,»Widerhandlungen, die sich auf daS nachrräglich ongegebenene Vermögen oder Einkommen beziehen. Rachtordenrneen von Abgaben für die Zeit vor dein 1. April 1915 sind ausgeschlossen V»mögen. das bei der Veranlagung zur Kriegiabgabe vom PermZgenSznwacbs oder zum ReichSnoispier vorsätzlich verschwiegen ist, veriällt kraft Gesetzes dem Reich. Unrichtige Angaben, die sich etwa noch in der Steuererklärung zur KriegSabgabe vom Vermöqenszuwochs finden, müssen daher unver- züglich ntrd sedenialls io zeitig berichtigt werden, daß die Angabe noch bei der Veranlagung zu der Steuer berücksichtigt werden kann. Zündhölzerhöchstprrise. Die Zündholzindustrie Gesellschaft Ber- lin W. gibt bekannt, daß ab 1. März d. I. die Preise für Zünd- Hölzer i*- und ausländischer Erzeugung durch Höchstpreis- Verordnung des.Reichswirtschaftsministers neu fcstaesetzi worden sind. Das Paket Zündhölzer zu 10 Schachteln in- oder ausländischer Erzeugung kostet demnach 3,50 Mark oder die Schachtel 3 5 Pfennig, Dieser Preis w'rd bedingt einerseits durch dt« gesteigerten Holz- und Rohstosspreise. sowie Löhne in der inlän- dischen Erzeugung, andererseits durch hie hohen Preise der aus- ländischen Erzeugung infolge der außerordentlich hohen Valuta. Die Versorgung mit Zündhölzern wird durch die deutschen Fabri- kanten und die Zündholzindustrie-Gesellschaft im deutschen Reichs- gebiet nunmehr systematisch geregelt.— Wir sind gespannt, ob es nun Zündhölzer geben wftp; vorläufig stehen wir der s Y st e- matischen Regelung durch die Fabrikanten noch schhr skeptisch gegenüber. Ein Raubmordversuch wurde gestern nachmittag in der Pots- damer Str. 104 verübt. Der dort im dritten Stockwerk wohnende Kaufmann Karl Korn hatte aus der Straße einen Mann getros- fen, den er vom Felde her kannte, von dem er aber nur weife, daß er Meyer heißt. Als Horn vm. seinem ehemaligen KriegSkamc- raten hörte, tetz es ihm nicht sonderlich gehe, nahm er ihn mit in seine Wohnung, um mir ihm zu beratschlagen, wie er ihn wieder auf die Beine bellen könne. Während der Unterhaltung gab er ihm auch eine Zigarette. Da er kein Feuer hatte, sagte er zu ihm, er solle sich aus seiner Manteltasche Streichhölzer holen. Aus dem auf dem Flur hängenden Ueberzieher nahm Meyer aber nicht die Strelchbölzer. sondern eine Pistole, die er darin fand, ging damit in das Zimmer zurück und schlug auf Horn an. Trotzdem er ihn in die Brust traf, stürzte sich dieser auf ihn und e» kam zu einem Ringen. Da nun zuviel Lärm entstand, sah Meyer von seiner Raubabsicht ab, ergriff die Flucht rnd entkam. Er wirs jetzt von der Kriminalpolizei gesucht. Der Täter ist 1,33 Meier groß und schlank, hat blondes Haar und trug einen grauen Filzhut und einen dunkelbrounen Anzug. Heimkehrer aus England. Das in London zurückgeblieben« Gepäck ehemaliger Kriegs- und Zivilgefangener ist jetzt von Eng� land freigegeben. Der Abiransport wird von der Hamburg- Amerika-Linie geleitet. Täe Empfänger erhalten ihr Eigentum kostenlos bis zur Bahnstation des Wohnortes zugestellt. Im Jnter- esse efner beschleunigten Abfertigung wird allen, die ihr Gepäck aus England erwarten, dringend empfohlen, sofort ihre jetzige Adresse sowie Vezeichnung, Wert and Lagerort der betreskende, Stücke schriftlich der Hamburg-Amerika-Linie, Abteilung Gnan- genengepäck, Hamburg, anzuzeigen. Bei Verlust oder Beschädigung auf dem Transport wird für den nachweisbaren Schaden eine Ver- gütung bis zu 1000 Mark gezahlt Falls die Eigentümer eine höhere Werlversicherung auf eigene Kosten wünschen, müssen sie eine ent- sprechende Mitteilung gleichfalls der Hamburg-Amerika-Linie zu- gehen lassen.. Nothilfe für das Erzgebirge. Konto Preußische Staatsbank, Berlin, Markgrafenstraße. Bisheriger Betrag: 32 018,20 M. Dazu: Angestellte tes Brauerei- und Müblenarbeitervcrbandes(Hauptvor- stand) 144 M.; Tischler der Firma Grün u, Co. 35 M; Feustell. Braunschweig, 20 M.; Schwester Äteline, Berlin. 200 M.; Dr. Karl und Frau Käthe Kollwitz, Berlin, 50 M,; Eugen Siedeberg, Basel. 50 M. Gesamtsumme: 32 517,20 M. Vermischte Lokalnachrichten In einem Rundschreiben an die Landesfettstellen weist vi« Reichs stelle für Speisefette daraus hin, daß die Mar- g a ri n e eine längere Stapelung nicht verträgt, vielmehr baldigst nach Empfang an die Bevölkerung verteilt werden muß. Da der Wassergehalt der Margarine von 20 Proz. ans 16 Proz. herab- gesetzt werden wird, ist zu erwarten, daß die Klagen über starke Wasierhaltigteit der Margarine ihr Ende finden.— Beim Einbruch überrascht und angeschossen wurde ein Einbrecher, der mit zwei Spießgesellen in ein Lichtspieltheater einzudringen versuchte. Mehrere Beamte der Sicherheitspolizei kamen gerade hinzu, als sie im Begriffe standen, einzusteigen. Als sie die Beamten wahr- nahmen, ergriffen sie die Flucht und blioben auch auf deren Halte- ruhe nicht stehen. Einer der Beamten schoß nunmehr auf die Fliehenden und traf den Kutscher Karl Hamm.� Der Verletzte wurde als Polizeigefangener nach der Charite gebracht.— Die 32 Jahre alte Ehefrau des Arbeiters Scharnow aus der Reu- terstraße 30 offnere in der Küche den Gashahn und suchte und fand mit ihrem 11 Monate alten Söhnchen den Tod.— Ein Spielernest wurde iii der Eläsabethstr. 11 ausgehoben. Als Beamte des Spielerdezernats überraschend einfielen, trafen sie un- gefähr 100 Personen an. Diese wurden festgestellt und gegen den Wirt und die Spieler ein Strafverfahren eingeleitet. Berri» sozialistischer Nerzte. Sitzung Montag TI, Uhr im Teutichen Zabnärztebaus, Rick'tcrzimmer, Bülowsiratze 104 lNollendoripIotz). Ter Botanische Garte» Taylem ist am Sonntag, den 7. März, von tl— 4 llbr dem allgemeinen Beluch geöffnet. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt, Friedenau. Die Hausbesitzer als Schützer des heimischco' Bodens. Herr Konieczka in Friedenau, Gemeinde Vertreter und Direktor der Wlrtschaftsgenossenschaft der Grundbesitzer, der in holländischen Zeitungen den Frietenaner Grundbesitz zum Aus- verkauf anbietet, rechtfertigt diese höchst..nationale' Hand- lung mit der Notlage der Hauswirte. Sie würden ja die Häuser gern behalten, wenn der Wahlfahrtsminister ihnen gegenüber Ge- rechtigkeit üben wollte. In der Tat, die Frechheit dieser Herren ist grenzenlos. Nun, 100 hollärrdiicke Gülten kosten 3650 Mark, der Gülten statt 1.70 M. jetzt 36,50 M., also mehr als das Zwanzig- fache. Wenn ein Friedenauer Hausbesitzer sein Haus, das 200 000 Mark Wert haben möge, dem Holländer verkauft, dann erhält er dafür 4 Millionen Mark. Man sieht afto klar, daß kapitalistische Habgier hier wertvolles nationales Gut, Wohnstätten der Arbeiter, dem Ausländer in die Häute spielt. Wenn solche Verkaufe urtter öffentlicher Kontrolle ge- tätig werden, um unter Ausnutzung des Valutastandes der R e i ch s. bau! Devisen zu schaffen, damit Lebensmittel hereingebracht werten können, dann finden solche Verkäufe uincr Umständen aus- reichende Rechiferttgung. Hier liegt aber nichts anderes als eine gemeingefährliche Bereichenmg oder aber eine unverani- wortliche Verschleuderung vor. Die Frietenaner Gemeinte- Vertreter der Arbeiter sollten einmal nachprüfen, zu welchen Preisen Herr Konieczka seine Grundstücke eigcntlick verkauft hat. Ist der Verkauf unter dem Zwanzigsachn tes Jnlandpreises getätigt worden, dann hat er veeantworlungslos verschleudert. Es wäre interessant, über diese Verkaufsabschlüsse näheres zu erfahren. Eharlottenbnrg. Die Elternbciratöwahlcn sind für Charlotten- bürg bis Ende M a t verschoben worden, finden also am Sonntag nicht statt. Painkow- Gemeindevertretung. Seit die bürgerlichen Par- teien im hiesigen Ortsparlament gegenüber den beiden sozialisti« scheu Gruppen in der Minderheit sind, können es sich die zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossenen Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei nicht versagen, von dem verhaßten sozia- listischen Regime immer wieder neue Vorkommnisse als Beweise seiner.Lllißwirtschoft" aius allen kommunalen Gebieten der Oefsenrtichkeit zu denunzieren. Kräftig unterstützt werden die Herrschaften bei diesem Bestreben durch den hier unter Ausschluß der Oeffentlichtkeit erscheinenden„Generalanzeiger", Wie weit diese Unterstützung aus Gegenseitigkeit beruht, läßt sich noch der ganzen Aufmackiuüg wohl vermuten, aber nicht nachweisen. Je- tenfalls haben.M-neralänzeig-r" und Arbeftsgemeinschaft immer wieder einen neuen„Fall'— evsttrcr im Publftum. letztere in der(Jemeirttevertretung. Mar es letzthin der durch die Lsbens» mittelobtcilung.cherschobeix Zucker', so ist es neuerdings daS durch diese„verschobene' Fleisch. In stninten langen Auseinandersetzungen wurde in letzter Sitzung festgestellt, daß es sich bei der Fleischverschiebung um in Pankow beschlagnahmtes, von Reinickendorf als zuständigem Fleiüchverband requiriertes und diesem ordnungsmäßig zugeführtes SchleichhantelSfleifch gehantelt Hai. Und deswegen der Lärm, die Zeitvergeudung der Gemeindevertretung uttd da» voraussichtliche gerichtliche Nach'piel für den„Generalanzeiger'.— Alle Parteien hatten Anträge be» treffend Ermäßigung der Lebensmittelpreise ein- gebracht und einigten sich nach unwesentlicher Debatte aus eine von den Demokraten eingebrachte Entschließung, welche ten Ge- meindevorstand ersucht, bei der Regierung wegen Abhilfe vor- stellig zu werten.— Dem Wohlfahrtsamt wur ten 10 000 M. zum Zweck« der Milckverbilligung für Bedürftige durch Gemeindegufchusse zur Verfügung gestellt. Groft-öerliner parteina,, Mr. Aula, Paileu! straffe Referent: Genosse E, Heil. mann über.Sckrnlresorm und die Bedeutung der Elterndelrale-. Ex. fchcincn aller Eltern i«l Pflicht. Iungsozioliftische Bereinigung. Ortsgruppe Süden: Heute Tl, Ubr, im Saal der juriftsschen Sprechliunde, Lindenftr 3: Bor- trag deS Ken offen Zickler über.Die roliti'che i/agc*— OrtSgiuPpe Neukölln: Heute Tl, llbr bei Amelulrgen, Saoleftraffe, Ecke echwar, allraff«: Bsttrag de»«enossen Dr, Loewenilein'ter.Sexualleben u„d Sexual- Pädagogik',— OrlSgruppei' Osten und Norden: Die Mrlglieder beteiligen sich an der Neuköllner Veranitailung Käste willkommen, Achiung! Dr. Panl Meyer.«. K. ftrrtaa 4'/, Mr bet Saids«. And awer Str. Lb: Beftay-miung oller freigewersschasilich»rganstierten mönnliiten und weiblichen Aitgcft-lUco und Arbeiter, die auf dem Boden der Arbeitsgemeinschaft stehen. Memaligc Gliihlampenwrrke und kausmännische Abteilnnaen von Leinens. A.(s. G. Auer(jetzt Osiam K�m. b�H.)> Freitag 7Ui>r: Sitzung aller S�.P-D.-Angestelllen uiid Arbeiter im Bezirlsjetretariat, Bcllcruestr 7 II. Mitztiedsbuch legitimiert. Für Eltern, deren Kinder die 33.. 6S. und 161. Kemcindeschule besuchen, Freitag 7 Uhr in der Aula der Gemeindcschule, Gcorgenkirchitr. 2: Clternver'animllmg. Tempelltof. Heute?>/, Ubr in der Aula der 2. Kcmcmdeschule, Friedrich- Wilhelm- Ltratze, Ecke Werderstratze: Große öfsentiiche Vcr. «ammlung. R»wawes. Für den am Sonntag Tl, Uhr in der Gemeindeichmc 4, Sckarnhorsl?>r. 1. vom Volttkrajl-Bund veranilalteien Wagnerabeod sind sür die Mitglieder des WadlvctcemS Vorzugskarlen bei Krohnbcrz, Eisenbahn- bahn!tr."li>, zu haben._ Gerickttszeitung. Spartakus in der Reichsdruckerei. Zwei schwere Jungen, die sich bei der Besetzung der Reichsdruckerei am 6. Januar v. I, der dort stehenden Geldschränke liebevoll angenommen hatten, wurden gestern zu empfindlichen Zuchthausstrafen verurteilt. Die schon vielfach mit Zuchthaus vorbestraften Gebrüder Hermann und Wilhelm Scharnewski wurden von der Bewachungsmann- schaft der Reichsdruckerei auf dem Hofe verhaftet, nachdem man fest- gestellt hatte, dast ein Geldschrank an ztvei Stellen angebohrt wor- den war. In ibrem Besitze fand man ein komplettes Geldschrank- knackergerät.—Bor Ger ich! bsstritten die beiden Angeklagten jede Schuld und liehen durch die Rechtsanwälte Tr. Puppe und Tr. Löwcnthal einen Beweis nach der Richtung hin antreten, dast das Zeugnis des einzigen Bolastnngszcugen, eines Ingenieurs Graut, völlig unglaubwürdig sei Tiefer sei inzwischen wegen Erpressung zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt worden und flüchtig. Obwohl zwei Zeugpn die Angaben der Angeklagten bestätigten, kam das Gericht auf Grund der verlesenen A issage des Zeugen Graut zu einer Verurteilung der Angeklagten, die mit Rücklicht aus ihre viel- fttchen Vorstrafen zu je 4 Jahren Zuchthaus verurteilt wurden. Hub aller Welk. Schwere Exploftonskatastrophe in Sranüenburg a. H. Bei der Explonon einer 42-Zenttmer-Gra»aIe wurden im Walz- werk Weber m Brandenburg a H.. das der G'werk'chaft Dentscb- Luxemburg gehört, drei Arbeiter getötet, drei weitere erhielten schwere Verletzungen. DaS Walzwerk hatte im Sep- tember vor. Js. durch Vermittlung der Deun'ckieii Eisenhandels- gesellichakt Berlin von einem Hoidosenwerk in Lübeck grosse Mengen entladener Granaten zum Umichmelzen zugewiesen erhalten. Unter dieien Geschossmengen befanden sich 200 Stück 42-Zentimeter- Granaten. Als Mittwoch morgen um 1 g3 Uhr verschiedene dieler 42-Zeniimeter-Granaten in den Marlin- Schmelzofen eingeführt werden sollten, explodierte infolge der kolossalen Hitze von 18W Grad, die in dem Schmelzofen herrschte, eine? dieser grossen Geschosse. das noch mit der Sprenamasse gefüllt war. Es sei bemerkt, dass sämtliche Geschosse den Entladevermerk gelragen haben. Durch die Erplosion wurde der gelamie Martin-Ofen auseinandergerissen, die Decke wurde gegen die Decke des Werlstätiengebäudes geschleudert, das gesamte Gebäude wurde stark demoliert. Raubüberfall. Wie gross die allgemeine Unsscherheit im ober- �'chlesischen Jndustriebczirk ist, geht aus nachfolgendem Fall hervor. ! In der Rächt zum 28. Februar drangen 12 Banditen in Zivil mit vorgehaltenem Revolver in die Wohnung des Hausbesitzers W i e c z o r e k im Städtchen Janow bei Mhslowitz ein. S'c ■ forderten von ihm sämtliches Geld, durchsuchten die Behälter und raubten 20 000 Mark in Papiergeld. 10 Zwanzigmarkstücke und 10 Zehnmarkstücke und über 500 Mark in Silber. Die Täter sind unerkannt entkommen. Die Bergnügungsvereine in Halle a. S. haben beschlossen, so- lange keine Vergnügungen mehr avzuhaUen, bis die von der Stadt Halle feslge'etzte Hove Lustbarkeiissteuer herabgesetzt ist. Verhaftete Mehlschieber. Wegen umfangreicher Mehlschiebun- gem sind der Kreissekretär P r ei S b e r, der Angestellte Schmidt und die Prokuristen Poetz und Georg in Siegen verhaftet worden. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Religiöser Wahnsinn breitet sich ln Falkcnberg bei Halle aus. Erst..sprach" die Sekte in der Kirche mit Gott, danw in einer Prtvatwchnung mit dem heiligen Geist und jetzt mit verstorbenen Angehörigen. Die Kriegsverwüstung der Geister äussert sich in den verschiedensten Formen. Tavlpier gesunken. Der trübere deut'che Dampker Prinz Joachim, der jetzt Mocaisin heisst, ist am Hafenkai in New Dork gesunken. Eine Untermckiuni ist eingeleitet. Nach Südafrika geflogen in vön London der Flieger Silber- rniaen. Er ist in Livingstone(Rhodesia) eingetroffen. S?!efkaNen öer Neöaktion. Jeder chr den Briefkasten bestimmten Anfrage filze man einen Buchstabe» und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An- fragen trage man in der Juristischen Sprechstunde. Lindenftr. 8, t. Lot par- terre links, vor. Echriftftllike und Verträge stnd milzubringen. Tchachkiud 00. Fragen Sic bei Herrn Katzorke, Berlin, Liegnitzcr Strasse 30. an.— M. M. Lt. Richten Sie ein schreiben an den Kutsbeamtenverband, Berlin, Dessauer Str. 31.— TS 400. Ein solcher.Nachweis iit uns nicht bekannt.— T Z. Nein. H. Zt. 93.' 1. Nein. 2. Ja.— P'S. SL. 1. Fa. 2. In jeder grösseren Buchhandlung. 3. Preise nicht bekannt.— O. 36. Die einzige Möglichkeit wäre, durch Vermittlung des Roten Kreuzes mit den Ange- börigcn in Verbindung zu treten.— R. H. 106. Dem D»ul!chen Transporlaibcilervcrband, Engeluler 15.— M. L. IL. Vorsitzende Frau D. Rossow, Engeluscr 2d. Diese Kasse ist sür Frauen, die nicht vcrsicherungs- ps lichtig sind, zu empsebien.— E. Z. 200. Neichen Sie Gciuch cin. - I. tOf. 167. 1. und 2. Ja. 3. Ja. aber die übrigen Geschwister babcn Anspruch auf den Pflichlicii. 4. Es genügt ein cigenbändig ge- ichricbenes Testament.— G. K. 3L. 1. Nein. 2. Ja. aber die Veröfsent» i lichung der Zuschläge ist noch nicht crsolgt.— Bs. I»0. E« kommt die Verordnung»der die Erwerb«loiensür!orge in Betracht. Wir raten Ihnen, einen Anwalt hinzuzuzieben.— P. 9t. 1. Nein. 2. Die Rente kann ganz oder zum Teil wiiter gewährt werden.— P.®. 20. 1. ca. 9000 Mark. 2. Kommt auf die näheren Umstände an. 3. Bei der Versorgungssielle oder der Haiiptsllrsorgestelle. Poststr. 5. 4. Netn. O. S. 4L. 1. Die Evern bezw. deren Abtömmlinge. Das mag dem Gesetzgeber überlassen bleiben.— P. Z. 68. 1. Durch die weitere Entrichtung der Wochen- beitrage haben Sie die Anwartschajt ausrecht. 2. 18 Ps. 3. Sie selbst.— R. 26. Sie sind nls Vater unlerballungspflichtig, legen Sic aber Be- schwerde gegen die Ablehnung ein. Die Beschwcrche bringen Sie bei der Stelle an. die die Ablehnung ausgesprochen bat.— A. K. 48. Ja.— E. 91." 6. Denn den Mieter keine Schuld an der Zcrtrünnrrcrung der Scheibe irr ist. müssen Sie sie erneuern lassen.— 100. Ja' — B. 91. 18. 1. Vom Nachlas gehört Ihnen die Hülste. 2. Ja. «lasen 1320. GesMchast sür innere Kolonilation. Berlin, Schöne« hcrger User. 2. Nein.— X. Z. 20. Fiel im Kriege mit Bulgarien an Serbien. 2. Bielleicht in der Buchhandlung Borwärls, Ltndcnstr. 2. Wcttoraussichten für das mittlere Nordbenkschland bis Freitag iniitag. Im Binnenlande grösstenteils trocken, vielfach heiter. In den Tagesstunden wieder sehr mild. Im Küstengebiet etwas' bewölkt und stellenweise Regen. bür oie zahlreiche Beieili- eunz d*r Parteigenossen und Kollegen an der Beerdigung meines Mannes saee ich allen meinen be«ien Dank. Frau Motzhu» 333/10 rebst Kindern. Ehrenertiaruag! Ich nehme die Beleid gung geoe» den Borpfliiger Ewald Sutzka, Weinberg Löwenbrnch, mit dem Ausdrucke des Be- dauerns zurück. Den Inhalt der Beleidigung halte ich nicht aufrecht. 10Z7b Fron Bönnien, Weurberg gömenbruch. �Sps�BeMIg»Z, Haut», istarn», llnterleibstetden und nervöse Schwäche. Schnelle. sichere Kehandlg., möalidist ohne Ber-cksftörung. lisiähr Praxis. Kitt,»«nftrenofft. 75. ßUlin, Ecke Brestauer Str., dicht am Schlei. Bbnh. Svrechst. 10. 12. b>'zS Sonnt, geschlossen. IUI umu n.Olül llllj! Freitach den 5. Mörz 1920, abends 6 Uhr, in Klicms Frstsälcn, Hascnheidc 14/15: MlllMMM-NlWMU. Tagesordnung? Bericht über die Verhandlungen des Tarif- ausschusses. Zutritt nur gegrn Legilimatlonstarte haben Vertrauens» nänner, Druckerenassierer und Generatversammlungsdelegierte. Oer Gnncoeftnnd. Spezialarzt Dr. med. Hasche(* FfieÄtr.9ö>sÄhnmh. Spr. tu— I. 5—& Sonnt 11— t. Harn- u. Blatomersachutig ■ und alle I anderer. 1 modernen Tänze[ c?4»\\#W\E| Preiswert im f ACCORDIA Musikhaus, Kultbus.Slr.14 1 Versand nach aulerhalt>.| Verzeichnisse gratis u. kr Zigaretten Pro Mille von M. 120,- on ZigüNev M°r?7�nn Beste Bezugsquelle l.Saftoirtt L. ManheJmer, Striin, Bergmannsir. Iln.Kreuiberg) [«iunzeti Gold Silber kauft 25/ifi* Ball, MBnzenItandtnng, Berlin,\ViIhelmstr.47. 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