Ur. 121. 37. Jahrg. Bezugspreis: Viertel! ährl. 16,50 ißt., raonatL 5.50 M!. frei uis Sau», voraus mhldar. Pvii- bejttfl Monatlich SLO ißt, ejtL Ru- ltellungsgedilchr. Unter Stcicibanb für Deutichianb und Oesterreich- Ungarn 6,75 Mt, für das übrige Ausland IS,— Mt, bei täglich eiiiinal. �ußeliunq 11.— Ml, 4- Daluta- Aufschlag. Pak- bcftellilngen nebmen au Daneinar!. volland, aurealburg, Schweden und die Lchweiu Eingetragen in dir Pofi- Leitung»- Preislifie. ?er.Vorwärts" mit der Sonntag»- beiluge.Bali u-Seir"«richetnt wochen- tägiich iweimai. Sonntags einmal. Teleg ramm-Adreff t. �Svziuldemolrat Scrtln". Morgen Ansgabe. � v. Bciiiucr Bolkötilatl �20 Pfennig� AuzeigeupreiS: Sie achtgeipalteu» S!onpareae?.e"!l leitet 2.— Ä,, Teuerungsziifchiag 6u „äteiue iUnjeigen", das fettgedruckte Wort 75 Pfg.(gulafsig Zwei fettgedruckte Worte!, iedes wettere ZSorl 50 Pfg. Ciellengefuche und Cchlafstellenail�eigen da-, erste Mari 65 Pfg, fedes weitere Wort 10 Pfg. Worte übet 15 Buchstaben zahlen fi.r zwei Worte. Teuerungsziifchiag Ur' ,. Familien- Anzeigen,»olitifche und gewerkschaftliche Dereia»-"In leigra 2,— Wl. die Seile ohne Aufschlag, Anzeigen für die u och sie Slumtüer uiiifsen bis 5 Ahr naäimittag» i« »auptgefchiift. Berlin SN6S. ttindeu- präge 2, abgegeben werden,(üeäftne: von 0 Uhr früh bis 3 Uhr g! eiids. Zentralorgan der fozialdemokratircben partei Dcutfchlands Kcöoftio« und Expedition: 63). 68, Lindenste. Z. iternfuredter; Amt Mori«Pln«. Str.»ZI SV—»SIN?. Sonnabend, den 6. März IV20. Ministerstürzer. Die zu erwartende Neubesetzung de» Ncichsfinanzmini- fteriumZ hat zur Folge gehabt, daß in der Presse weitere Wünsche auf Neubesetzung einiger Ministcrposten lebendig geworden sind. Da seder seine speziellen Neigungen und Abneigungen Hot. sind diese Wünsche ungemein mannig- faltig. Wenn aber in der gesamten Prcßkampagne für die Nnrölldung der Neichsregicruug ein gemeinsamer Zug zu erkennen ist, so geht er dahin, eine Perschiebung nach rechts herbeizuführen, die die sozialdemokratische Fraktion der Nationalnersaminlimg ans keinen Fall mitmachen wird. Soweit sich die Kritik mit der Eignung einzelner Per- sonen befaßt, sind wir gar nickt empfindlick, desto mehr aber sind wir es, sobald wir den Eindruck getvinnen, daß Person- liche Eignungsfrayen nur porgesckoben werden, um eine Wendung des Regierungskurses nack rechts vorzubereiten. Besonders klar tritt diese Absicht bei dem Sturm zutage, der gegenwärtig auf das R e i ch c w i r t s ch a f t s M i n i- st e r i u m unternommen wird. Von einer Krise im Reichs- Wirtschaftsministerium zu sprechen, besteht keine Veran» lassung: bestünde sie aber, so würden wir dem gegenwärtigen Inhaber dieses wichtigen Amtes nur einen Nachfolger wün- scheu, der mit gesteigerter Energie gemeinwirtschaftliche Interessen gegen da? immer ungeberdigere Her- vortreten des privatwirtschaftlichen Erwerbstricbs vertritt. Wenn man aber gewisse Blätter liest, in denen eine Teilung des Amtes in ein Ernährungsministeriuin und in ein rest- liches Wirtschastsministerium und die Besetzung beider Rem- ter mir„Fachmännern" gefordert wird, so möchte man fragen, ob für diese beiden Posten schon die, Herren Roe- s i ck e und H u g e n b c r g vorgesehen sind oder ov nicht viel- leicht dock noch ein kleiner Uebergong geplant wird. Damit soll nicht gesagt sein, daß jede Kritik, die an ein- zelnen Personen geübt wird,- so intriganten Absickten cnt- springt.-Mancher glaubt zu sckieben und wird geschoben, ohne sich ganz klar darüber zu sein, wohin. „die Verantwortlichen/ Prozeß Eaillaux. Paris, 4. März.(WTB.) In d-r Heutigen Sitzung des CtaatögcrichtShofeS sprach C a i I l a u x über seine Nieder- schrist«Die Berantworilicken", die eine bistovische Arbeit sei, und er- klärte aus die Frage des GeneralanwaliS,' M itgl icder des Ministe- riumS Viviani hätten.dem Präsidenten Poincare die Worte in den Mund gelegt: Frankreich läßt sich nidst den Krieg er. klären. In der Zeilgenvernchmung sagte Paleologue, jetzt politischer Direktor im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, auf Befragen des GeneralstaalsanwaltS, es sei richtig, daß er am tl). Februar 1912 gewußt habe, daß Baron von der Lancken davon untrrrichlet worden sei, daß die Chiffre der deutschen Bot- s ch a f t, speziell der grünen Dokument«, der sranzöstüben Regierung bekannt geworden sei. Palöologue erklärte, er habe den Eindruck gc> habt, daß Caillaur hei dem Absclsluß de? Abkommens von 1911 einen Mangel an Kaltblütigkeit und eine Skackoiebig. keit und Dienstfertigkeit an den Dag gelegt habe. auZ der Deutsch- lttiid Nutzen gezogen habe. Cr erklärte, es sei nicht wahr, daß zwischen dem Präsidenten Poincare und dem russischen Aaren ein Geheimabkommen abgeschlossen worden sei; Caillaux sei der Stürmer Frankreichs gewesen. Gegen diese Äeußerung protestierte Caillaux' Advokat de Moro-Giafscrri aufs schäristc. Paris, 5. März. 8u Beginn der heutigen Verhandlung im Prozeß wurde die Aussage des jetzigen stanzösischen Gesandten in Rio de Janeiro. C on t y, verlesen. Er klagt Caillaux formell mi. der de-utschen Botschaft Mitteilung gemacht zu haben, daß die fron- gösische Regwning im Befitze des Schlüssels sc!. Ter Goncralsraats- oinvalt läßt Aeußerungen von K i d e r I e n- A ä ch t e r verlesen, dbe erklären, unter welchen Bcdiirgutigcn der deutschen Bot- schafr Kcrmiiiio von dem Besitze des Schlüssels gegeben wurde. Der Advokat Caillaux', Moutet, erklärte, daß der Gesandie Eonth derjcinge gewosen sei, der gewollt habe, daß �n Kriegsschiff nach A g a d i r gesandt werde. Zwiscbenfall im baperischen �anütag. München, 8. März. Im Verfaffuilgsausschuß des Landtags kam Ca gelegentlich des vom Abg. Dr. Stmlhmann(M'.ttelparieis gestellten Antrags, die Regnpung solle mit der Reichsregierung als- bald Perhand.'imlgen mit dem Zwle einleiten, daß das Frei- f a h r t S r e ch t der Abgeordneten auf die Fahrt von Bavern nach Berlin und der Pfalz ausgedehnt werde, zu einem Zwischenfall M nistorpräsident Hof'mann erklärte, daß er versuchen werde, durchzusetzen, was der Antrag wolle. Der Wgeortmete Frhr. von H a l l e r fSoz.) verlangte, daß der Wille des Jandrags auch durchgesetzt werden müsse. Den gleichen Standpunkt vertrat Abg. Wohlmuth(Bayer. Vokksp.). Der Ministerpräsident erwiderte darauf, daß er immer noch den freien Willen Hobe, als Ministerpräsident zu tun, was er wolle. Der bayerische Landtag könne beschließen. Wenn der Mtmsterpiäsident den Beschluß nicht ausführen könne, könne er gehen. Nachdem Wz.. Wohlmuth erklärt harte, daß der Mi- nisterpräfident sich dem zu fügen habe, was der Landtag wolle, wurde der Antrag angeiwmmeu. Die Revision öes 8rieöensv>ieviswn des Versaillcr Vertrages bereits einstimmen und wo die Revision bereits zu einem Programmpilnkt führender Boliiiker wie A s g n i t h geworden ist, ist in Frankreich von einer äbnlichen Strömung fast nichts zu merken. Eii etwaö unklarer Setz in der'lnterbauSrede des Ministers des Äcußcren. Lord Curzon, ddr im Sinuc der Not- wendigkcit einer Aendcrung des Vertrages gedeutet werden konnte, hat vielmehr die führenden Pariser Blätter ganz cmS dem Häuschen gebracht. Von den Sozialisten abgesehen, versteist sich die ganze politische Welt Frankreichs noch immer auf die Aufrechterhal- t u n'g und mif die st r i k t e Durchführung des Friedens- dokumentes. Um so bemerkenswerter ist es, wenn der größte lebende ffanzöstschc Nationalbkonom, Charles Gide, einem Vertreter der„Neuen Zürcher Zeitung" gegenüber den Versailler Vertrag in der gegenwärtigen Form als unausführbar be- zeichnete. Er habe von Anfang an darauf gedrungen, daß Frank- reich in finanzieller Solidarität mit seinen Verbündeten den Wieder- aufbau ermöglichen solle und nicht durch eine übermäßige Belastung des ohnehin ruinierten Teutschlands. Seine Mahnung sei aber nicht b c a ch t et worden. Eine Politik, die gleichzeitig Deutschland wirtschaftlich ruiniere'und ibm trotzdem eine kolossale Kriegsentschädigung auferlege, sei widerspruchsvoll und unmöglich�.�euir sei die wirtschoftlickic Wiederherstellung Teutschlotids dir unerläßliche Bedingung für die Gesundung Frank- reichs und Europas. Des weiteren bezeichnete Gide es als einen Fehler, Deutschland seines bescheidenen Kolonialbesitzes zu berauben. Zum mindesten bätte ihm D e u t s ch- O sta f r i k a belassen werden sollen, vielleicht mit derselben Begründung, mit der 1871 B e l f o r t bei dem besiegten Frankreich verblieb. Er hält eS für eine Auf- gäbe des Völkerbundes, gemäß dem Versprechen Wilsons daS KolonialprobleiM weitberzig zu regeln. Dies Ijegc nicht nur im Interesse der Gläubiger Deutschlands, sondern sei auch wegen der Zukunft Afrikas und des W c l t s r i ed cn s anzustreben. Huch bollanü mackt vorbehalte. Haag, ä. Mörz. Einer ftorrrspoudenzbureaumclduug zufolge Hat die Ricdcrländitche Erste Kammer de» Gesetzentwurf bcirrffcud den Vorbehalt bezüglich des Beitritts der Nieder- laude zum Bölkerbund mit 31 gcgeo 2 Stimmen ange- grnommrit._ öolschewisienherrsthast in Portugal! Paris, 5. März. Aus Madrid wird berichtet, nach Meldungen von Reifenden, die im Autowodil über die portugiefischc Grenze ge- kommen sind, sei infolge des Streits der Eisenbahner, Post- und Tele- grnphrnangcficllten jeder Brrkchr zwischen Spanien und Portugal ab- geschnitten. Tic bolschewistische Bewegunz habe in Lissa- bau und D p o r t v gesiegt und dort sei. dir R ä t c r r p u b l i k ans- gcnifci, worden. Paris, 5. Rllirz. Nach einer Havasmeldung an? Madrid, t>om d. März dementiert die portugiesische Gesandtschaft in Madrid formell die Nachricht, daß eine s o w j e t i st i s ch e Revo- lutisn in Portugal ausgebrochen sei. Die Gesandtschaft habe am Abend noch normale Nachricht in bezug aus fcte D i e n st g e- s ch ä f t e erhalten, Tic griechische Sammer hat in erster Lesung die Fnedeasver- träge mit Deutschland, Oesterreich und Bulgarion ratifiziert. vorwärts-verlag H.m.b. y-, EN.bS. Lindenstr.?. Fernsprecher: Amt Moriuplan. Skr. 117 23— k»4. _i______ J-J -WM BBS» Die bescheidenen hohenzoliern. -?err Hergt. der mit dem VergleickSentwurs sehr eiu- perstanden ist, hat die Hohenzollern, sparsam, sittsam, edel, hilfreich und gut genannt, auf den Knien müßten mir dem- sen, daß wir solche Hohenzollern wie— Friedrich II. gehabt hätten. Darüber wollen wir nicht streiten, wichtiger scheint ! uns, daß Wilhelm der Letzte sich mit Fug und Recht sernjui 1 Justizrat Löwcnfeld sehr dankbar erweisen müßte, wenn der ffetzt der Preußischen Landcsvcrsammlung vorliegende Bei- gleichsentwurs zur Annahme käme. Er kann aber gar nickst . Gesetz werden, weil es wider die Stantsvernunft und gegen � den gesunden Menschenverstand geht. Sehen wir einmal näher an, was die' Krone alles..»Wst rechtens" von der Republik Preußen haben will. Im sM II , des Bergleichsentwurfs sind 33 Objekte(Schlösser, Villen, l Häuserblocks usw.) aufgezählt, die der Krone zusallen soll.'.'. Darunter sind merkwürdigerweise nur fünf Schlösser uiw. i Schlösser erfordern nämlich ständig viel(Md für Erhol- tung und Betrieb. Unter§ 2' III«,.soll aber der Freistaat - Preußen den Hohenzollern noch drei wertvolle große Schlös- iser im derzeitigen Zustande immer zur Lorfügimg halten.) Unter den übrigen Nummern befinden sich bald fünfzig inertvolle Villen- ud Zinshausgrundstücke in Berlin. ! Potsdam, Kiel usw. Dazu kommen dann noch einige Sckatullgüter und Allodialbesitzungen. Da erst vor einiger iZeit ans dem Verkauf von nur zwei dieser Grundstücke die Krone runde Ist Millionen Mark erzielt«, kann sich jeder. vorstellen, welchen Wert die Grundstücke in ihrer Gesamtheit bei meist hohem Ertrag haben: sie werden ans rund llstst bis 3 0 0 Millionen Mark geschäht! Dazu kpinmen noch rund 1 si 0 M i l l i o n c n M n r s in Wertpapieren nrd Hypotheken, des weiteren ganz riesenhastc Mengen hon Möbeln, Teppichen. Wäsche, Brldrxn, Fcnsierbehängen usw., au Tafeksilber und- Juwelen. Das Dcriyogen der Hohenzollern. wie sie es in die Hand gedrückt habe» möcksten, muß mit rund ä st 0 Millionen Mark, alio einen h a l b e n Milliorhe errechnet werden. Wahrlich, ein liimmerlicher Notpfennig für eine Familie von 6t Köpfen, die zum Teil auch noch eigenes Vermögen, H-iratSgut usw. de- sitzen. Außerdem darf nicht übersehen werden, daß die hohen- zollernschen Nebenlinien lvie die des anaeblichen Temokra- ten Friedrich Leopold in Klein-Glienicke bei Potsdam, ihre eigenen IstO-Millionen-Vermögeu besitzen. Das uurd ihnen durch den Vergleich überhaupt nicht angetastet, abg- sehen von steuerlicher Erfassung. Auf dem hohenzollernschen Riesenveriilögen, das nach Vergleichsabschluß langsam oder schnell»ach Holland aus- wandern wird, ruht aber noch eine Vergünstigung, und zwar die. daß die ersten 100 Millionen davon der Staat nicht w c gst e u« r n wird. Damit wird auch erreicht, daß das bohenzollernsch? Vermögen Hübich beweglich bleibt und nicht steuerlich belastet imd festgenagelt wird wie Grund und Boden jedes beliebigen Ballern, und nicht etwa Barverkäufe aus dem kaiserlichen Ganstiermögen vorge>0 n- inen werden müßten, um die Steuerpflicht erfülle n zu kön- neu, der, scbr im Gegensatz dazu, jeder kleine Beamte. Arbeiter und.Handwerker ohne irgendwelche Dergiinstignng nachzukommen hat. � Wie sieht es eigentlich mit dem Rechtet ist o. l für alle diese Sacken aus? Damit müssen wir uns noch eingehen.- der beschäftigen. Di«. 10p Steuermillionen des ÄergltzichS- cntwurses, die jetzt eme so große Rolle spielen, bilden dafür ein passendes Beispiel. Es steht unbestritten fest, daß Justiz- rat Löwenfeld noch bis vor kurzem für die Krourente von 1830 hnndert Millionen Absindung haben wollte. Die nach seiner Pfeife tanzende Kommission begründete das mit allen möglichen Rechtsgutachten und Anerkennungen prinatrechr. licher Art. Die Vorbereitunnökommissioiut unter Leitung des Ministerialdirektors Kübfer(zugleich Vorsitzender iur H c r o l d s a in t, das der Krone direkt unterstand) hat aber zuletzt anerkennen müssen, daß der ganze Rentenänspruch p r i v a t recht l i ch z w e i f e l h a s t sei! Tie Sacke wurde damit recht peinlich, man suchte und fand dann für den preu- ßischen Staat einen anderen Grund, die 100 Steuermillione., der Krone gutzuschreiben. Denn Steuern möchte Wilhelm nun mal gern so wenig wie möglich zahlen. Jetzt lvurde kurz vor dem letzten Moment noch bestimm:, daß sie Eni- s ch ä v i g u n g hauptsächlich für K u n st iv e r t e seien, die der Allgemeinheit schon immer zur Verfügung ge standen hätten, aber ibr jetzt dauernd übereignet werde. i sollten. Merkwürdig ist dabei, für wie kurz man unser Öle- dächtnis- hält. Es war im vergangenen Frühjahr, da kamen aus den Kreisen um das Kultusministerium interessante Nachrichten. Die Krone liatte damals noch telue A h I> st n g gehabt, daß ihr die wertvollste:! Bilder dir preußischen Staatssammlungen gehörten. Ein Gehehnrat in seinem Amtseifer brachte aber zufällig die Akten ans der Zeit ans Licht, da die Bilder vom Könige in'die Mnieen gegeben wurden. Der brave Mann denkt an sich selbst zu- letzt, aber die Vv rb e r« i tun g sko m m is si on koitstrujerk gns diesem Tatbestande eine neue Abfindungsndtwendigkeit zugunsten der Krone. Sobald also der Rechtstitel für die Rente von 1820 strittig geworden war und die 100 Steuermillionen flöten zu gehen drohten, kam man. wie geschildert, glücklicherweise auf den Trichter, daß ein Rechtstitel auf die wertvollsten Teile der Gemäldegalerien vorhanden sei. Jetzt muß eben dieser vom dummen Vater Staat abgelöst werden. Und sollte sich dieser Nechtstitel verflüchtigen, dann findet sich vielleicht noch ein anderer. Wichtig erscheint auf jeden Fall, daß wir unter diesen Umständen jetzt von Wilhelm II. den Genter Altar, den Belgien auf Grund des Friedensvertrages zu bekommen l>ot, nicht mit kaufen müssen. Und wen« nun Wilhelm in Holland die Lust anwandelt, dieses Stück, weil es„un- Mveifelhaft Privateigentum" ist, nicht mit an Preußen zu geben, dann müßte das deutsche Volk vielleicht sich noch Mühe geben, um feine Verpflichtungen erfüllen zu können. Die absolute Wichtigkeit des generellen Rechtstitels, wie sie schon aus ihren Wandlungen während der Vergleichsver- Handlungen hervorgeht, macht daS selbständige Eingreifen des Reiches jetzt unabweisbar. Zum Kohienkonflikt. Zu de» sozialdemokratischen Fraktion der National- Versammlung stellten die Genosieu O st e r r o t h und L ö f f l e r folgenden Antrag: Die Fraktion hält die Gewährung eine? KohlenpreiSanfschlags in der Höhe von 18 M. pro Tonne für Ersatz- und ErneuerungS- lauten im Kohlenbergbau ohne entPrcchcnde Beteili- gung des Reiches am BcrgwrrkSbcsitz für vollkommen au S- geschloffen. Die Fraktion wird keiner neuen Kapital- bildung im Bergbau auf Kosten der BolkSgemeinschaft zustimme», ohne daft daS Reich als Repräsentant der Bolksgcmcinschaft am BcrgwerkSbcsitz in entsprechendem Maße beteiligt wird. Ter Antrag wurde e i n st i m m i g angenommen. Antwort als Brutalität empfunden. Aber Clemenceau könnte sich heute darauf berufen, daß er sich— Herrn Gene ralleutnant Keim zum Vorbild genommen habe. In Keim für Clemenceau. der„Deutschen Zeitung" unternimmt der General- leutnant Keim den Versuch, die belgischen Deportationen zu rechtfertigen, an denen er selber nicht unbeteiligt ist. Es ist gerade kein gutes Zeichen, wenn Angeklagte als ihre eigenen Verteidiger in der Oeffentlichkeit auftreten, aber offenbar findet sich für Herrn ileim kein anderer. Keim vertritt auch die Deportation von belgischen Zivilpersonen, deren„Verschulden" darin bestand, daß ihre wehrfähi- gen Angehörigen behufs Eintritt in das belgische Heer über die Grenze entwichen waren. Er be- merkt dazu: � Als der Bischof von Lüttich durch einen Damkapitular mir vorstellen ließ, ich möchte doch an die Tränen der Frauen und Kinder denken, deren Männer und Bät?r deportiert würden. weil die Löhne odor Brüder entwichen seien, antwortete ich: Die Tränen der deutschen Frauen und Mütter, deren Männer und Söhne durch die Kugeln von Belgiern hingerafft weuden, die über Holland zur belgischen Armee entwichen sind, wiegen in meinen Augen unendlich viel schworer al» jene belgischen Tränen, abgesehen davon, daß die Deportierten eines Tages wieder heimkehren, die gefallenen Deutschen aber nicht. Diese Worte des Herrn Keim haben die deutschen Kriegsgefangenen in französischer Gefangenschaft büßen müssen. Als die deutsche Regierung die französische vor Monaten um ihre Rücksendung ersuchte unter Hinweis auf die seelischen Qualen der Familienan�e- hörigen, da erklärte bekanntlich Clemenceau in seiner Antwortnote: Die Tränen und der Jammer feiner e i g e- rien Landsleute in den zerstörten Gebieten gingen ihm viel näher.— In Deutschland wurde diese Vollsitzung öes Untersuchungsausschusies. Der Untersuchungsausschuß der Nationalversammlung hielt am Freitag eine Vollsitzung ab, die sich zunächst mit dem Ein- spruch der Herren Bethmann Hollweg und I a g o w gegen die weitere Tätigkeit KautskyS als Sawverständiger b:- fchäftigte. Der Ausschuß schloß sich der Entscheidung des ersten Unterausschusses auf Verwerfung dieses Einspruchs durchaus an, wobei der Vorsitzende To Petersen die schiefe Dar- stellung der Beschwerdeführer über die Aufgaben der Sachverstän, digen zurechtrückte und darauf hinwies, daß ihnen keine U r- teilskällung zukomme, fonoern ihre Mitwirkung nur zur besseren Aufhellung von Tatb:ständen dienen, solle. Se'bstvcrständlich stellten sich die Sprcckier der D e u t s ch n a t i o- n a l e n und der Deutschen B o l k s p a r t e i auf den Stand- Punkt der Ausschließung KautSkyS— ihre Bemühungen waren aber vergeblich. In langer Aussprache unterhielt man sich sodann darüber, ob nicht ein großer Teil der Aufgaben des Ausschusses, namentlich de? 3. und des 4. Unterausschusses, dadurch in Fortfall komme, daß jetzt dem Reichsgericht die Verfolgung von KrirgSvcrbrcchcn übertragen sei. Die Frage wurde indessen fast allgemein der- n e i n t. weil die Aufgaben des Untersuchungsausschusses wefent- lich anderer Art feien; nur dies und jenes werde dem Reichs- gericht zufallen. Ein soziald.nnokratisches Mitglied bemerkte, daß der Ausschuß keine strafrechtlichen, sondern politische und g e- s ch i ch t l i ch e Aufgaben habe. Die Anregung dieses Redners, die Arbeit auf die Untersuchung der «Erdolchung der Front von hinten" auszudehnen, wurde allgemein gutgeheißen. D« dritte Unter. auSschuß soll unter anderem die Behandlung unserer Ge- fange nen untersuchen. Ein Antrag K ah l- G r a f Dohna, ein« Geschäftsordnung für den Untersuchungsausschuß zu schaffen, wurde bis zur nächsten Sitzung zurückgestellt. Den Vorsitz im 4. Unterausschuß übernimmt an Stelle LandSbergS Genosse Katzen st ein, für den Meerfeld in den 1. Unterausschuß eintritt. Die Not öer presie. Berlin, S. März. Unter Vorsitz des ReichSwirtschoftSministerS Schmidt fand im NeichSivirtswanSministerium eine Bespreckinng mit den Vertretern der Länder starr, die sich mit Maßnabmen zu einer Verbillig ung der Zeitungspapierpreise be- faßten. Es wurde beschlossen, daß die Länder in kürzester Frist der NeichSregierung eine E-klärung zugehen lasten über rhre Beteiligung an einer Aktion zur Senkung der Preise durch Gewäbrunz von Barzuwendungen und Bereiistellung von billigem Popierholz.__ ~( Ein»Sozialiftentag� in öerlin. Heut« beginnt in Berlin im Gewerkschaftshans der so- genannte.Zweite Deutsche Soztalistentaotz'. dem eine Hauptversammlung der„Zentralstelle für die Einigung der Sozialdemokratie" doraufgehp Tie TcOheSordnung des Kongresses enthält einen Bericht der Bierzehner- kommission des ersten Sozia listentages, einen Bericht der Zentralstelle für die Einigung der Sozialdemokratie und ein Re- ferat Eduard Bernsteins über„Die innen- und außenpolitische Lage". Für den zweiten Tag des Kongresses ist ein Bericht über den„Süddeutschen Sozialistentag" und die Gründung der.Partei der vereinigten Sozialisten" in Regensburg vorgesehen. Voraussichtlich werden Ploch-RegenSburg und S trüb el-Berlin sprechen. Die„EiniguyaSstelle" hat sich bisher der Regensburgcr Grün- düng nicht angeschlossen, ihre Stellung zu ihr ist aber einigermaßen unklar. Durch eine Unterstützung neuer Parteigründungen, die die Zersplitterung und Konfusion nur vermehren könnten, würde sie sich in schärfsten Gegensatz zur Sozialdemokratischen Partei stellen. Regierung gegen Ueberagearier. Im VolkswntickaflSausschuß der Nationalversammlung, wo die Agrarier ibre von uns schon berichleten Preisiorderungeü stelllen, ersuchte Reichs wirlichaflsmini st er Gen. Robert Schmidt um unveränderte Annahme der Vorlage. Wenn der ReichSra» sich nochmals damit beschäftigen müßte, tvürde die Verordnung zu spät herailslommen. Die Verordnung lasse die Berücksichtigung steigen- der Produltionslosten zu. Tie Preisberechnung sei im Einver» nehmen mit Sachverständigen der Landwirtschaft erfolgt. Der Mi- ntstcr wandte sich unter Heranziehung von Beispielen aus dem Auslände gegen die Aufhebung der Zwangswirt« schafr für die wichtigsten Lebensmittel und Gebrauchsartikel. Die Auibebung der öffentlichen Bewirtschaftung könnte unabsehbare Folgen baben. Mit Hille sebr teurer ausländischer LebenSmiitel werde ei möglich sein, die jetzige Brotration bis zur neuen Ernte ausrecht zu erhalten._ Verminderung der Reichsbeamtensibast. In der öffentlichen Sitzung des ReichSratS vom 4. d. MtS. kam anläßlich der Beratung dcS Etats des ReichsjustizministeriumS auch die Frage zur Erörterung, ob nicht mit Nachdruck dem sort- gesetzten weiteren Anschwellen des Beamtenlörpers bei den Reichs- behörden Einhalt geboten werden muffe. Von verschiedenen Seiten wurde geltend gemocht, daß, wenn die Siellenvermehrung in der Weise, wie eS noch immer geschehe, sortgesetzt werde, die finanzielle Leistungsfähigkeit des durch den Friedensschluß der« kletnerten und verschuldeten Reichs den, nicht mehr gewachsen sein könne, zumal im Hinblick auf die großen Mchrforderongen aus An- laß der BeioldungSreform. Bei den weiteren EtotSberatungen im Neich-rat dürfte diese Frage noch eine erhebliche Rolle spielen. firbeitsgememschast sozialdemokratischer Lehrer. Frankfurt a. M.(Eigener Drahtbericht des.BorwäriS'.) Hier fand die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer für den Kreistag Hessen statt. Tie ÄrbeitSgemeinschaft soll alle gleichgesinnten Lehrer und Päda- gogen vom UniverstiStSprofefior bis zur Kindergärtnerin umfassen. Die Gemeinschaft denkt nicht an eine Trennung irgend eines Lehrervereins, die nach wie vor Mitglied in den Lehrervereinen bleiben. Den Vorsitz übernahm Lehrer Knapp, Offenbach a. Main._ Die Lage im Ruhrrevier. Essen, 3. März.(WTB.) Seit dem 1. März hat sich die Wagengcftellung im Ruhrrevier ganz erheblich ge- bessert. Während in der letzten Woche des Februar werktäglich 16 700 Wagen gestellt wurden bei einer Fehlmenge von 6280 Wagen, ist die Gestellzifser vom 1. bis 4. März von 1k 260 auf 22 600 Wagen gestiegen, während die Fehlziffer gleichzeitig von 6100 auf 9 2 0 g« f a l l e n ist._ Lehrerinnen dürfen heiraten. Minister H a e n i s ch hat be- stimmt, daß die Lehrerinneii, in deren Berufungturkunde die Auf« bebung ihrer Anstellung für den Fall der Verheiraluna vorbehalten ist. nach ihrer Verheirainng auf ivren Wunich einstweilen aufirog«- weise und widerruflich im öffentlichen Schuldienst weirer be- ichäfligl werden. Ferner ordnet der Minister unter Auibebunq der entgegenstehende» Erlasse an, daß fortan in die BerufungSurkundeu der gedachte Vorbehalt nicht mehr aufzunehmen ist. ZeitungSverbote für daS polnische Gebiet. Nach einem von d-.m Postamt Dirschau an das Tanziger Postamt gerichteten Telegramin sind die„Danziger Allgemeine Zeitung", die.Dan- ziger Zeitung, daS.W est preußische Vol�kSblatt" und die.Danziger Neuesten Nachrichten" für das ge« samte polnische Gebiet verbote.n. Zurückhaltung Kriegsgefangener in Frankreich. AuS Basel wird den„P. P. N." gedrahtet: Nach der„Straßburger Neuen Zeitung" hält Frankreich 900 Kriegsgefangene zurück, bis die gegen sie angestrengten Prozesse erledigt sind. Wilhelms Schreiblakai. Friedrich Freksa, früher stark erotischer Dichter, jetzt alldeutscher Pawpbletist, veröffentlicht ,ur Rettung Wilhelms ein Buch gegen Kautsty, das die Randbemerkungen Wilhelms.menschlich- verteidigt. Vorm Krieg ein Vers« und Lustspielichmiederich nannt' er sich Fräderic, jetzt Friederich. Er schrieb pikante Unterröckchenzoten, nun prüft er alldeutsch Diplomatennoten. Ein Buch von Wilhelm schrieb der Friedrich Freksa, da» etwa heißen kann:.Wie ich den Dreck sah." Ihn störte nicht der Randnotizen schrille Disharmonie. Er trägt die rosa Brille. „Ausländer", lehrt er,„Fremde find's zumeist.. Deutsch nämlich ist allein', wer Freksa heißt. KautSkq ist tschechischer Nationallste. Die Wahrheit wächst nur auf dem Freksa-Miste. Wenn Wilhelm die Vernunft mit.Ouatsch" umrandet, sieht Freksa nur Temperament, das brandet. O Wilhelm, alle« muß man Dir verzeihen, Erlebt man dein Verhängnis: Die Lakaien. Mich. v. Lindenhecken. ?m Meldeamt. Ein langer Schwanz von Männern und Frauen, jungen Mädchen und jungen Burschen staute sich vor dem Pult eines Bcannen. Der arbeitete mit schöner Gelassenheit. Aber es ging doch sicher voran. Zuweilen kam eine hübsche, saubere Beamtin und bat um eine Auskunft. Die Antworten fielen recht gründlich aus und waren auf einen lustigen Ton gestimmt. Aber es ging doch sicher voran, Langsam, aber doch sicher. Langsam, ach so. so langsam! Einige, die schon lange gewartet hatten, wurden unruhig und traten nervös von einem Bein aufs andere. Eine war aber da, der fiel das Warten und Stehen besonder? schwer. Es war eine hohlwangige junge Frau, die wohl bald Mutter werden sollte. Mau sah» wie fi«— vor Langerweile oder vor Angst, am Ende nicht auszuhalten— die vor ihr Stehenden immer wieder abzählt« und nach der Wand- uhr sah. daS Vorrücken des Zeigers verfolgte und ausrechnete, wann wohl an sie die Reihe kommen würde. Ei» Arbeiter, der hinter ihr stand, schob sie endlich kurzerhand vor mit den Worten:.Laßt die erst mal ran!" Die Frau ging bis zum Pult vor und worleie aus die„Abfertigung". Der Beamte aber beachtete sie kaum. sondern sagte zu ihr:„Immer der Reihe nach!" und streckte die Hand nach dem Zettel eine« jungen Mädchen au«, das jetzt eigentlich„an der Reihe" war, aber es offenbar als selbstverständlich annahm, daß die Schwangere bevor- zugt würde. ES machte auch keine Miene, dem Beamten ihre Zettel zu reichen, so daß dieser genötigt war, sich der Schwangeren zuzuwenden. Er überflog ihre Scheine mit den Augen und reichte fi« ihr wieder hin mit der Bemerkung:»Hier muß stehen: Berlin« Tberg, nicht nur Töerg I Da drüben am Pult ist Feder und Tinte!" In diesem Augenblick näher!« sich wieder die bübiche. junge Be- amtin. Aber diesmal fiel die Auskunft, die sie wünichte, recht knapp und gar nicht lustig au«; denn obwohl der Beamte den Wartenden den Rücken wandte, hörte er doch mancherlei, das seinen Obren nicht angenehm klingen konnte. Hatte er denn nicht eine tinten- feuchte Feder in der Hand und konnte er nicht da» kurze Wort .Berlin" zebnmal, zwanzigmal in der Zeit schreiben, die er bisher mit solcher Bereitwilligkeit seiner hübschen Kollegin geopfert hall«? Als sich dies« wieder entfernte, tat er das Selbstverständliche und führle die gewünschte Aenderung in einer Sekunde selbst au«. Du. Beamter, bist' doch auch nichts anderes als ein freigewordener Prolet? Weshalb übtest du Solidarität nur gegenüber der hübichen Proletin, nicht gegenüber der Schwanaerenl Oder war es SolidaritätSgefühl. daS dich der hübschen Klaffengenossin gegenüber so hilfreich, so gütig erscheinen ließ!_ Franz Lehnhoff. „Revolution" heißt der Desamttitel der Llthographienserie, die Erich Godal bei Axel Juncker(Kurfürstendamm 29) zur Schau stellt. Dreizehn Blätter tmt Bildern und Stimmungen aus den Kampstagen, wohl im Berliner Milieu konzipiert, aber ohne Andeutung von Lokalkolorit. Reine Gestaltung deö Sturms und der Leidenschaft, der Wut, der Empörung und der Verzweiflung. Die ungebändigte Wildheit der Empfindung, die in ekstatischen Formen ihren Ausdruck sucht, würde mich kaum veranlassen, von den Arbeiten Notiz zu ncljmen; denn sie ist ein gemeinsames Erbe der jüngsten Generation. Was uns hier aufmerken läßt, ist die zweifellose Echtheit deS urwüchsigen Temperaments, das überkam- rnene Fesseln sprengt, nicht weil da« Fesselsprengen heute zum guten künstlerischen Ton gehört, sondern weil es nicht anders kann, weil ihm die neue Form aus dem inneren Gehalt von selber er- wächst. Kein äußerlich Aufgeregter, sondern ein im Tiefsten Er- griffen« und Zerwühlter. Und wenn auch die S«lenzuständ« zu- weilen die Grenze des Pathologischen zu berühren scheinen, so ist die elementare Gewalt ihres Ausdrucks doch so stark, daß sie uns packt und hält. Am wächtigsten und eigenartigsten in den Blättern, die wie aus schwarz lodernden Flammen aufgebaut sind und deren unsymmetrischer Gesamtkontur sich nicht in die rechtwinklige Rahmenforvi einfügt. Daß au» der Technik des LithoS nicht alle Wirkungsmöglichkeiten herausgeholt find und daß die Form im ein- zzelnen noch keineswegs frei und von Vorbildern unbeeinflußt er- scheint, muß man bei einem jungen Debütanten mit in Kauf nehmen. DaS, wa» not tut, ist vorhanden: starke, originale Begabung und echte Kraft der Empfindung. Der die DläUer„Angriff und .Totentanz" gestalten konnte, hat bewiesen, daß er einer ist. Man wird Godals weiteren Entwicklungsgang im Auge behalten müssen. Die Wut auf die Lchloßlegeude. Unsere Mitteilungen übex�die sozialistengesetzliche Verfolgung der Heineschen Gchloßlegende(Mar. gennwinmer vom 4. März) werden manche buchhändlerische Erinne. rung an die Polizeisch«« wachrufen. Daß dieses Geistesinstrument vergangener Zollernherrlichkeit nicht erst unterm Ausnahmegesetz gegen Heines Gedickt amtiert hat, wird jetzt durch eine Zuschrift davgetan. die unS«in Berliner Verlag» buchhändler sendet. Er berichtet: �Jhr« Aufklärung.Schloßlegende und Sozialistengesetz" bin ich- in der angenehmen Lage zu evgäiizen. Ich war i m Jahre 1869 in der damals Unter den Linoen LI befindlichen Buchhandlung von Schneider u. Co. als Gehilfe beschäftigt. EineS Nachmittags im November, etwa zwischen 4 und 5 Uhr(der Chef, der spätere bekannte Eisenbahnbuchhändler Georg Stille, war zu Tisch), kamen nicht weniger als 1 Palizeileutnani, 1 Wachtmeister. 2 Schutzleute uwd forderten in dem bekannten Militärton alle Bände von Heinrich Haine. ES waren vi« Examplave auf Lager. Der Leutnant ließ sich vom Schutzmann eine Papierschere geben und schnitt aus Band l acht Blätter heraus. Wie ich nach der Visite bemerkte, das ominöse Gedicht„Die Schloßlegende". Der Polizeileutnant sagte zu dem' da mal weil Prokuristen. Herrn Goldammer, noch:„Wozu führen Sie solche Bücher von so einem Juden!" Wie ich ein paar Tage darauf von befreundeten Kdlleaeu hörte, ist übrigen« diese Visite auch bei anderen Firmen gewesen. zurd da damals nicht weniger als sechs Buchhandlungen Unter den Linden vorhanden waren, so hat sie sich gelohnt." TaS war also vor der Reichs gründun�. Nachher hat dann Heine» Legende von der Pferdespur, die in iedem Zollernkönig zu sehen war. ein paar Jahie Schonzeit genossen, bis eben das Sozialistengesetz die Poli- Seischere wieder gegen das verhaßte Wild loskoppelte. Nacktbarstellung und Sittlichkeit. Ter Reichscheaterrat hat im Anschluß an das Urteil der Bübneng-nossenfchaft gegen de» Dir«!. tor der„Tribüne". Dr. Eugen Robert, de« Urteil ausgesprocken, daß er sittlich nicht geeignet sei, ein Theater zu führen. D« An- Heschuldigte hatte in Wedckinds„Fra-nziska"«ine Darstellerin nackt auftreten lassen. Dr. Robert lethnt daS Urteil ob, einmal aus Pro- tcst gegen ein«„Rechtsprechung, die Ankläger und Richter in der- selben Person vereint", und dann, weil Victor DarnowZty, Max Dsssoir, Eiwil Orlik H. Pechstein. Max v. Schillings, Ernst Stern, Ä. Vollmöller und Theodor Wolft ihm schriftlich bescheinigt haben. daß seine Regie des Wedckindschen Stückes„vollkommen dem Sinne der Dichtung entspricht", wozu die Genannten bem-rken: „Von der-Nackiheit abgesehen, die aus her Intention de« Dichtcrf- sich ergibt, bermeideil Darstellung und Da:stclllevin alles, was die sittliche Empfindung verletzen könnte." Wir möchten nicht annehmen, daß dea Reichstheaterrat zrnn-> fätzlich gegen eine Nacktdarstellung, die künstlerisch einwandfrei ist, sich semdlich verhalten will. Wie wird er also sein Urteil gegen dt« acht Verteidiger Roderts decken? Tbcater. Tai Theater in der KöniqqrStzcr Straf- fetzt dl« mehrfach verschobene Autfübrunii von Wedckind» Schauipiel.Kön'!, Nicolo« nunmehr aus den 11. Marz fest.»„.Die Frau im 6« cm« l i n wird w, Theater dcS Westens am II. Mär, zum 20->- Male auf» geführt. Ei» Zyklus historischer Konzerte wird von d-rLessrng.Ho äj. schule zum Abschtusz des Wintert angekündigt. Sie tollen an vier Sonniagvormtttageu(vom 21. März bis 11. Auril in, Kimhnersaal) im Lille der Zeit und unter Benutzung alter Jniirumente naUsmdcn, und zwar 1. Renaissance: Konzert am Hose der Este zu Ferrara(um 1600). 2. Barock: Abendmusik in der Marientirche zu Lübeck(um 1880), 8. Rokoto: Konzert am Hose Friedrich» de» Grotzen in 5an«(oi,ei(am 1775), t. Biedermeier: Sonntagskonzert im Hause Mendettsohn (um:325). Hans Pfitzuer ist zum Ecneralmufikdireltor am Sovmger Lande». thealer eruamU worden. Rr.121 � Z7. Jahrgang Seilage öes vorwärts SsnnabenS, H.März 1H2H deutsche Nationalversammlung. 14 g. Sitzung. Freitag, den 3. März, 1 Uhr. Anfragen. Abg. Weinhausen(Dem.) weist daraus hin, dast den m Holland internierten deutschen Soldaten ein Tarlehen von 30t Gulden gegeben wurde, für das sie jetzt 22 000 M. zurückzahlen sollen. Die Reichsregierung solle diese Kreditverpflichtung übernehmen. Es wird geantwortet, das; es sich hier um«ine Privatangelegen- heit einer holländischen Bank handele. Auf die Beschwerde des Abg. P-Hlmann sDem.), daß im ober- schlesischen Abstimmungsgebiet polnische Oniziere und Soldaten in Uniform auftreten, wird erwidert, daß Einspruch dagegen er- hoben worden ist. Frau Dr. Schirmacher(Dnatl.) berichtet, daß in Kalmar deutsche Soldaten mißhandelt wurden. Beschwerde dagegen ist erhoben; eine Antwort ist noch nicht ein- gelaufen. Abg. Kunert sU. Soz.) fragt an, ob die Regierung bereit sei, ohne diplomatische Hinterhältigkeit gute politische Beziehun- gen-u Sowjetrußland anzuknüpfen. Minister des Auswärtigen Müller: Der ehrenwerte Abgeord- nete fragt die Regierung, ob sie ohne diplomatische Hinterhältigkeit Beziehungen zu Rußland anknüpfen wolle. Die Regierung lehnt es ab, auf eine in solchem Ton gestellte Anfrage Antwort zu geben. Abg. Kunert sU. Soz.): Es ist Pflicht der Regierung, Rede und Aittlvort zu stehen.— Derselbe fragt weiter, ob den Betriebs- röten das Recht.gegeben werden soll, allen Maßnahmen inner- halb der Betriebe,' die sich als Kapitalflucht, Steuerhinterziehung usw. charakterisieren, entgegenzutreten. Die Regierung erklärt, daß eine Abänderung des Betriebsräteg e s e tz e s nicht beabsichtigt ist. Derselbe fordert die Sozialisierung des Mansfelder Kupfer- schieterbaues.— Antwort: Daß dies in Anbetracht der frag- lichen Rentabilität nicht ratsam sei. Abg. Kunert(II. Soz.) erhebt weiter Einspruch gegen den über Halle verhängten Ausnahmezustand.— Antwort: lieber Halle ist kein verschärfter Belagerungszustand verhängt. Abg. Kunert behauptet- daß noch große Teile der Baltikum- truppen unier Waffen seien.— Antwort: Diese Behauptung ist unzutreffend; die Entlassung geht seit langem planmäßig vor sich und wird nächstens beendet sein. Derselbe: Ist die Reichsregierung bereit die Herde von Mi- litärs. die erst jüngst wieder, geführt von gleichgesinnten Offizieren, die Freiheit der öffentlichen Meinungsäußerung vergewaltigt hat, zu entwaffnen und den Gerächten zu übergsben? Ter Mefchswehrminifter lehnt«S ab. auf Aufragen, dt« in einem solchen Tone gestellt werden, zu Mitworten. Dem Abg. Siehr sDem.), der auf die schlechten BerkehrSver- hältuissc zwischen Ostpreußen und dem Reiche hinweist, wird er- widert, daß darüber in Warscheu Verhandlungen mit der polnischen Regierung stattfinden. Abg. Dr. Kolftsch sDnatl.) bittet um Auskunft über den Ver- kauf des Feuerwerksläboratoriums in Radeberg. Ter Verkauf erfolgte, weil der Betrieb unrentabel war. i Es folgt dann die dritte Lesung des ErgänzungSgcsetzeS zur Verfolgung von Kriegsverbrecher. Abg. Dr. Düringer sDnatl.):. Wir lehnen das Gesetz ab. Wenn das Nachgeben der Entente ein Erfolg ist, so verdanken wir ihn nickt der Regierung, sondern der unerschütterlichen Festigkeit deS Volkes. Wenn ein rechtskräftiges Urteil nichts mehr gilt, geben wir das Fundament des Rechtsstaates auf. Und wie steht eS denn mit den feindlichen Kriegsverbrechern? Und was tut die Regierung und die Nationalversammlung mit den in der Macht der Entente besindlichen deutschen sogenannten Kriegsverbrechern? Dock die Nationalversammlung ist ja nur nach Parteipolitik orientiert.(Leb- baste ssustiinmung rechts.— Zuruf bei den Soz.: DaS beweist Ihre Rede!) Diese Vorlage ist ein Wechsel auf die Zukunft, aus- gestellt von unseren Feinden und abgestellt auf unser Wohlver- halten. Wir lehnen sie ab.(Beifall rechts.) Reichsminister Schiffer: Tu noch gor nicht festzustellen ist, wer mit den in der Liste aufgeführten Namen gemeint ist. hat der Ober- reichsanwalt einen diesbezüglichen Aufruf erlassen.(Abg. von Graefe: Diese Zumutung ist u n gl au b l i ch!) Es ist uner- hört, daß der Abg. von Graefe zur Nichtbefolgung des Auf- rufes rät.(von Graefe: Ich verbitte mir das!) Sie haben sich gar nichts zu verbitten. Präsident Fchrrnbach: Lassen Sie die Zwischenrufe, dann wird Ihnen derartiges nicht gesagt. Reichsminister Schiffer(fortfahrend): Es ist ein großer Fort- schritt, daß wir jetzt in dieser Angelegenheit auf den Boden des Rechts gekommen sind. Ich bin mir allerdings über die schweren Bedenken klar, die die Durchbrechung unserer Rechtsgrundsätze bietet. Will ich aber das materielle Recht schützen, das materielle Unrecht strafen, dann muß ich einengende Schranken der Rechtskrast fallen lassen. Im übrigen bewundere ich den Mut des Abg. Düringer, uns zu unterschieben, daß wir dabei nach parteipolitischen Grund- sätzen handeln. Abg. Dr. Kehl(D. Vp.): Ich erkläre im Namen meiner Frak- tion, daß sie sich, wenn auch mit äußerstem Widerstreben, den Po- �rbeitere!tern! parteigenojflnnen unö Genossen! Morgen finden in Berlin die Wahlen zu den Eltern- beträten statt. Es gilt, den Kampf gegen öie Reaktion, die fich hinter den snqenann'.rn„ch r i st l i ch- n n p o l i t i s ch e n" Listen verbirgt, anszunehmen und bis zum Siege durchzukämpfen. Laßt Euch nicht vmi de» Christlichen einsangen! Glaubt ihren Lügen, die sie über die Zerstörung der Familie und die Ver- giftung der Jugend durch die Sozialdemokratie aus- streuen, nicht! Wir kämpfen»in höhere, bessere Ziele. Es gilt, öle Schule in den Dienst üer Allgemeinheit zu stellen und sie nicht wieder, wie das unter der wilhelminischen Aera der Fall war, zu einem Instrument herrschender Klassen werden zu lassen. Gebt aber auch keine Stimme öen Unabhängigen, die ebenso wir dir Christlich-Unpolilischc» die Elternbeiräte zu einem Werkzeug ihres politischen Kampfes machen wollen. Politik gehört nicht in öie Schule! Wir dürfen Schüler nnb Lehrer nicht i» den politischen Kampf hin- einziehen. Die Schule dient einzig und allein dem geistigen Aufbau de? Volkes.- Ihn zu fördern, ist ein gute« und dauerhaftes Einvernehmen zwischen Schule unö Elternhaus nötig, das herzustellen die Elternbeiräte berufe» sind. Wem die Z u k u n t t feiner Kinder am Herze» liegt, wer tatkräftig mitarbeiten will am ge i st i g e u. s i t t l i ch e» und moralischen Wiederaufbau unseres Volkes, wem an der Verankerung öer Demokratie unö Zestigung öer Republik liegt, der tut�am Sonntag seine Pflicht und wählt sozialüemokrstische Elternbeiräte! litischen und vaterländischen Notwendigkeiten fügt.(Bravo!) Di« deutsche Note vom 25. Januar geht weit über das hinaus, dem wir hätten zustimmen können. Wir brauchen vor dem Auslande nicht auf dem Bauche zu liegen. Auf die Euteutengten vom 3. und 13. Februar gehört eine„deutsche" Antwort.(Lebhafter Beifall rechts.) Mirrister des Aeußeren Müller: Selbstverständlich wird die Regierung' auf die Noten vom 3. und 13. Februar eine Antwort geben. Jedenfalls kann davon nicht die Rede fein, daß wir vor dem Auslande auf dem Bauche liegen. Keine Bestimmung des Friedensvertrages gibt den Alliierten das Recht, im besetzten Gebiet Leute aufzugreifen und vor Gericht zu stellen; das werden wir zu betonen wissen. Wenn es schon jetzt dem einmütigen Zusammenhalten des deutschen Volkes gelungen ist, das Auslieferungsbegehren aus die Bahn des Rechtes zu bringen, so ist das nicht der Presse der Schwerindustrie zu verdanken, sondern dem Umstand, daß das ganze deutsche Volk bis in die Reihen der Unabhängigen und Kommunisten hinein so einmütig zu- sammengehalteii hat.(U n r uZ e und Zurufe rechts.) Wenn gesagt wird, daß die Note vom 23. Januar, ohne die Nationalversammlung zu fragen, zu weit gegangen sei, so erwidere ich, daß sie k e i u Z u- geständnis enthält, das nicht die Unterhändler in Paris bereiis im Dezember im Auftrage der Regierung gemacht hatten. Was die Gegenliste anbelangt, so liegt darüber bereits Material vor in amtlichen Denkschriften hinsichtlich der Kriegsgefaugcnenbehaudlung in Frankreich und England. Im übrigen herrsche heute wohl allgemein die Ueberzeugung, daß von all le n Kriegsmächten Verbrechen und Ver- gehen verübt worden sind, und daß nichts falscher war als dieJEln- ficht, der Krieg sei ein Stahlbad oder ein Jungbrunnen.(Sehr richtig!) Es ist nicht wahr, daß die deutsche Regierung im Falle ihres Sieges ein ähnliches Auslieserungsbegehren gestellt hätte. Das beweist treffend der Friede von Brest-Litowsk, wo nicht die Aus- lieferung eines einzigen der russischen Kriegsverbrecher gefordert wurde, die an der Verwüstung Ostpreußens schuld waren. Eine Gegenliste würde die Ententekoalition noch fester zusammen- schweißen und nur eine neue Haßwelle gegen unS erzeugen. Darum lehnt es die Regierung zurzeit ab, die Gegenliste herauSzu- geben. Sie wird sich den Zeitpunkt vorbehalten, den sie dafür geeignet hält.(Beifall.) Mg. Katzenstein(Soz.): Wir stellen uns nicht schützend vor wirkliche Kriegsverbrecher. Auch gegen die von der Entente nicht geforderten Verbrecher wird eingeschritten werden, wenn Unterlagen vorliegen. Meine Partei hat immer gefordert, daß im Interesse der Gerechtigkeit alle Kriegs- Verbrecher, auch die feindlichen, bor ein neutrales Gericht zu stellen wären. Jedoch darin sind wir nicht frei; wir sind gezwungen, die Folgen aus dem Friedcnsdittat zu ziehen. Wenn Sie(zu den Deutstlmationalen) die Verantwortung zu tragen hätten, dann müßten sie dieselben Zugestand- nisse machen wie die heutigb Regierung.(Sehr richtig! links.) So aber ist es Ihnen leicht, sich als allein national einpsindend hinzustellen. Der Erfolg in der Anslieferungsfrage kannte nur von einer republikanischen Regierung erreicht werden. Und daß das ganze Volk in dieser Frage einig war, darüber_ sollten Sie sich doch freuen, das sollte Ihnen doch zeigen, wo überall nationale Gesinnung ist. Do wahr es ist, daß Deutichland nicht die alleinige Verantwortung für den Kriea trägt, ebenso wahr ist eS, daß cS auch zahlreiche deutsche Kriegsverbrecher gibt. Das intemattonvle Misstrauen gegen uns kann erst sehr langsam weichen; es wird dies aber um so eher, wenn wir uns bemühen, dem Recht zum Siege zu ver- helfen. Nicht nur um die Feinde zu befriedigen, sondern um selbst die neuen hohen Grundsätze des Rechtes und der Sittlichkeit wahr- zumachen, handeln wir so. Das soll das Sinnbild der deutschen Republik sein und bleib«:.(Lebhaftes Bravo!) Abg. Falk(Dem.): Ich bcda-'.ere ganz außerordentlich die Au?- führungen des Abg. Türinger, der es für nötig hielt, bei diese? ernsten Sache seine Tiraden in die Versammlung zu schleudern. (Präsident Fehrenbach rügt den Ausdruck Tiradsn.) Ten Zionswächtern des nationale» Gedankens, die die nationale Gesinnung für sich allein in Anspruch nehme» wollen, wird auf die Dauer wenig Glauben geichenkr.(Sehr richtig ti Die Rechte hat kein Reckt, des nationale Gefühl für sich besonders in Anspruch zu nehmen. Ich erinnere daran, daß in der ernsten Zeit des Friedensschlüsse? die Hauptgeschäftsstelle der Deutfchnatio- nalen Volkspartet ihre Landesverbände, aufforderte, diese Frage parteipolitisch auszunutzen.(Hört! hhrt!),. Damit schließt die allgemeine Aussprache._ v, Die Vorloge wird gegen die Stimmen der Dentschnasionnlen Volkspartei angenommen. ES folgt die Fortsetzung der zweiten Lesung des Lanöessteuergefetzes. Abg. Leicht(Bahr. Vp.): Wir haben schwere Bedenken gegen das Gesetz, das die politische und wirtschaftliche Selbständigkeit der Länder und Gemeinden bedroht. Abg. Bccker-HessSn(D. Vp.): Das Gesetz ist bedenklich, weil es materiell den Ländern und Gemeinden gar keine Steuer» mehr beläßt und daher über die Reichsverfassung hinausgeht. Es ist ein Sprung ins Dunkle. Abg. Dr. Btliorle(Bahr. Vp.): Wir protestieren gegen die der- fassungswidrige Erdrosselung der Länder. Verfassungsändc- rungen dürfen nicht vertuscht werden. Unterstaatssekretär Moesl«: Eine Umgehung der Verfassung liegt nicht vor. Diese gibt vielmehr dem Reiche ine Gesetzgebung?- befugnis, sowohl für direkte wie für indirekt« Steuern. Außerdem 43] Jan Krebsereuter. Seine Taten. Fahrten»nd Meinungen. Aufgrzeichne, von HanS Müller-Schlässcr. „Los, Tiinnes! Wir müssen uns an den Trossen riiier- lassen!" Und Fan gestattete Tünnrs, der eZ sehr eilig hatte, be- reitwillig den Vortritt. Der dicke Tünnes hängte sich an die Trosse und ließ sich ächzend, mit den Händen weiterschrertend, hinüber. Jan sab, wie Tütines cm Deck kettertze. und wollte gerade auf demselben Wege hinüber, da hörte er des.Kapitäns Stimme. „Ah, d» Saujungl" rief der,„kömmst du doch noch wieder an Bord, du Satansknochen!" Und gleichzeitig hörte Fan es auf Tünnes' Rücken klatschen. ..Wo ist der Fan?" rief der Kapitän. „Au! der steht noch— au! au!— an Land!" heulte Tünnes. „Jan.!" schrie der Kapitän herüber.„Fan, willst du woll an Bord kommen!" „Nee. Kap'tän, ich komm nit!" „Sofort! Oder ich hol' dich mit dem Tauend!" „Hol So long ist dal Tauend nit!" „Du verdammter Schnobbel, da soll dich denn doch— f" Und ein Stück Holz sauste Fan am Obre vorbei. „Ich bedank' mich. Kap'tän! Adchüs, Tünnes!" Damit wandte sich Fan mn und ging wieder über die Wiesen der Stadt zu. Er hörte noch einige Male des Ka- pitäns Fluchen und Schimpfen und Tünnes' Heulen. Dann war alles stille. Nur leise glucksten die Uferwellen und ab und zu schrie ein Nachtvogel. Dunkle Wolkenschatten liefen geschwind über die Wiesen, hüpften über die Stadt- mauer, lagen eine Zeitlang auf den roten Dächern und ver- schwanden wieder, um dem silberblauen Mondlicht Platz zu machen. Fan lief ein kalter Schauer über den Rücken und er zitterte. Dio nassen Kleider klebten ihm am Leibe. Er lief nach dem Stadttor, in dessen Näh? er mehrere.Kisten sah. Sie waren mit Stroh gefüllt. Die Steingutverkäufer auf der Kirmes hatte« darin ihre irdene Ware verpackt gehabt. Jan zog sich die Kleider aus und hängte sie draußen an vorstehen- den Nägeln zum Trocknen auf. Dann kroch er in das Stroh und war bald eingeschlafen. Ein schöner Traum versüßte ihm den Schlaf. Eme eud- lose Kette Poffertjes rollte aus dem Stadttor auf seine Kiste zu. Sie waren goldbraun und warm und dufteten nach Butter.. Sie kamen ihm so nahe, daß er sie greifen konnte; einige sprangen sogar auf seine Hand, aber er getraute sich nicht, sie zu essen, denn— sonderbar!— sie hatten alle Mädchengesichter, und ein keckes Poffertfe, das ihm auf die Brust iprang, hatte gar, als er genau zusah, das Gesicht des Schießbudenmädchens. Es wurde zusehends größer und wuchs bis zur vollen Gestalt de? Mädchens. ES beugte sich zu ihm nieder und küßte ihn. Da erwachte Jan mit einer noch nickst gekannten Süßig- keit des Gefühls und her Empfindung. Ganz verwirrt kroch er aus dem Stroh und starrte in öen dämmernden Morgen hinein. Bis ihm ein kühler Wind um die Beine strich. Da sprang er rasch in die steif getrockneten Kleider imd schritt nach dem Tore, das gerade geöffnet wurde. Fan griff in die Hosentasche nach seinem Geld. Er fand noch einige Zentstücke. Er ging in die Stadt,< kaufte sich ein paar Weißbrötchen und Milch und frühstückte. Dabei überlegte er, wie er wohl zu Geld kommen könnte. Denn umsonst würde ihn das Mädchen wohl nickst schießen lassen. Aber es fiel ihm nichts ein und traurig stand er auf und bummelte mit gesenktem Kopf und die Hände in den Hosentaschen durch die- Stadt bis in die Nähe des Kirmesplatzes. Die meisten Buden waren noch ge- schlössen,' aber die Trehorgelfpieler hatten ihr Geschäft schon geöffnet.. Jan blieb vor einem Orgeldreher stehen und sah voll Neid, wie ihm-jeden Augenblick ein Geldstück in den Hut geworfen wurde. Fan überlegte. Wieviel mochte der Mann wohl am Tage einnehmen mit seiner Orgeldreherei? Ich will an- nehmen, so kalkulierte er, es gehen in der Stunde bloß fünfzig Menschen vorbei und von den fünfzig schmeißen ihm bloß zwanzig ein Zentstück in den Hut— Zapperment! da? sind schon zwanzig ZentI Also wenn der bloß ein paar Stunden dasteht, dann kann er einen schönen Tagelohn ver- dienen. Fan ging weiter und rannte, in Gedanken versunken, gegen einen Brsttervsrjchlag, der em Grundstück einfriedigte. „Hä!" ächzte er und rieb sich die Stirn, die er sich ge- stoßen hatte. Da sah er an einer Stelle, wo die Bretter zusammenge- fügt waren, ein Loch, so groß, daß man ganz bequem ein Boin hindurchstecken konnte. Fan starrte das Loch an, bis auf einmal ein pfiffiges Grinsen sein Gesicht in die Breite SOQ** Er wartete, bis niemand in der Nähe war, schlich sich dann rasch nach dem Bretterverschlag, lehnte sich mit dem Rücken dagegen und steckte das linke Bein bis zum Knie durch das Loch. Darauf nahm er sein rotes Sacktuch und wickelte es derart um das Knie, daß man den Uebergang deS Beines in die Bretterwand nickst merken konnte. Dann ver-' zog e» das Gesicht zu einer kläglichen Miene und hielt den Vorübergehenden feine Kappe hin. Aber lange achtete nie- mand auf ihn. Die Leute liefen an ihm vorbei, und manckstn Stoß mußte er hinnehmen,(fin paarmal sogar fuhr ein Karren so nahe an ihm vorbei, daß er sich fest gegen die Bretterwand pressen mußte, um nickst umgerissen zu werden. Unglücklicherweise schlief ihm auch das linke Bein in dem Loche ein und das rechte-wurde so müde, daß es bald knickte. Und die vorher geheuchelte klägliche Miene wurde jetzt zu einer echten.-» Aber er biß die Zäbne zusammen, als er daran dachte, daß er doch Geld für die Schießbude haben müsse. Nach einiger Zeit, als das Kribbeln im linken Bein zum Schmerz ausartete, fragte er sich jedoch, warum seine Gedanken eigent- lich immer zu dein Schießbudemädchen zurückliefen, zu einem ganz fremden Mädchen, das ihn dock; gar nichts anginge. An Tünnes beispielsweise dachte er nicht, an seine Eltern nicht einmal so viel und so stark wie an das Schießbudenmädchen. dessen unsaubere weiße Haube er deutlich im Geiste sah und dessen schmale rote Lippen und blasse Backen. Und immer hatte er dabei ein plötzliches Herzklopfen und ein süßes Schmerz- und Wunschgefühl, über dessen Gegenstand er sich ober nicht klar werden konnte. Er fühlte sich von einem Trieb durchdrungen, den er bis setzt noch nicht gekannt hatte und von dem er nicht wußte, daß er des Menschen höchster ist— daS Begehren.— Fan seufzte. Einige Leute warfen ihm zu seinem erleichternden Tröste ein paar Münzen in die Kappe, und Fan rechnete im stillen, wieviel er schon mochte eingenommen haben. lLorts. folgt.) wird tuS Reich durch sein« Notlage gezwungen, alle Steuerquellen für sich in Anspruch zu nehmen. Abg. Bogel-Nürnberg(Soz.): Die Lorlage bedeutet keineswegs eine Verfassungsänderung. In allen erledigten Steuergesetzen kommt die Finanzhoheit des Reiches deutlich zum Ausdruck, wi« da? ReichZnotopfer, die Der- mögenSzuwachSsteuer usw. beweisen.(Sehr richtig!) Die rauhen Tatsachen drängen eben immer mehr zum UnitariimuS. Wir Sozialdemokraten haben eine so große Achtung vor der Verfassung, wie wir sie gerne der Bayerischen Volkspartei wünschen würden. lGehr richtig! links.) Die Länder können zwar Zuschläge zu den hohen und höchsten Tinkommen erheben, wir glauben aber nicht, daß gerade die Bayerische Volkspartei davon Gebrauch machen wird.(Heiterkeit links) Mehr als Prozent aller Aus- gaben fallen auf das Reich, nur 16 auf die Gemeinden, 10 auf die Länder. Unsere? Erachtens wird das Gesetz den Bedürfnissen der Länder und Gemeinden in ausreichender Weise gerecht.(Sehr richtig! links.) Abg. Düringer(Dnail.): Wir lehnen das Gesetz aus Berfas' sungSbedenken ob. 8 1 wird angenommen. Z 2 wird mit 219 gegen 83 Stimmen (Bahr. Lp. und U. Soz.) bei einer Enthaltung angenommen. Eben- falls angenommen werden die§Z 3— 5.— Sonnabend 1 Uhr: Weiterberatung.— Schluß: 6 Uhr. Großiberün Nur Groß-öerlin! Eine Maxistratsdenkschrift gegen die previnziale Verbindung. Der Berliner Magistrat hat sich bereits vor kurzem, wie wir mitteilten, heftig gegen den Plan einer Verbindung mit der Provinz Brandenburg gewandt. Er tut das jetzt noch einmal unter Dar» legung näherer Gründe gegen den Zusammenschluß in einer auS» führlichen Denkschrift. In der Eingabe wird darauf hingewiesen, daß nach Ausscheiden der großstädtischen Bestandteile aus der Provinz die neue Rest» Provinz Brandenburg einen ganz anderen Charakter als das groß- städtische Zentrum Gwß-Berlin haben mutz, so daß eine Verbindung dieser ganz verschiedenartigen Elemente der eigenartigen Entwick- lung beider Teile, namentlich aber Gvoß-BerlinS, außerordent- lich schädlich sein mutz. Besonders wird auf die Unterschiede. die zwischen einer sonstigen Provinzialhauptstadt und Grotz-Berlin als einer allgemeinen Zentrale deS Landes und des Reiches, hinge- wiesen. Umgekehrt bildet auch die Restprovinz nicht, wie dies bei anderen Provinzen gegenüber ihrer Hauptstadt der Fall ist, die Grundlage für die Ernährung der großstädtischen Bevölkerung. Eine Verbindung der Provinz und der neuen Stadtgemeinde Berlin würde nur Zu fortgesetzten Reibungen führen, und namentlich wurde, wenn nicht ein Teil geradezu veogowaltigt wer- i den sollte, wie dies mit der Stadt Berlin im Zweckverbande Groß-. Berlin geschehen ist, es auch kaum möglich sein, einen gerechten Maß. siab für die Verteilung der Kräfte zu finden. Ein« Stimmender- teiluna nach der Einwohnerzahl würde, da Gvoß-Berlin nahezu 4 Millionen, die Restpro tri nz Brandenburg nicht viel mehr als 2 Millionen Einwohner zählt, den Einfluß der Restprovinz völlig beseitigen. Andere Maßstäbe, etwa nach der räumlichen Aus-! dehnung usw. würden für Berlin unerträglich sein. Weiter weist der Magistrat m seiner Eingabe noch einmal darauf hin. welche Bedenken gegen die allzu starke BetonungderSelbständig- k» i t der Einzelbezirle für Grotz-Berlin vorliegen. ES ist zu boffen, daß nickt durch die neuen Bestrebungen der Verbindung Berlins mit der Provinz Brandenburg«in Zustandekommen des Gesetzes über Grotz-Berlin aufgeschoben öder verhindert wird. ES kann aber darüber kein Zweifel gelassen werden, so heißt eS in der Denkschrift, daß einer Regelung, die die Entwicklung Berlin? in so unzweckmäßiger Weise hemmt, ein Scheitern des Gesetzes vorzuziehen wäre. Das neue Groß-Berlin soll ein starkes, zur selbständigen, hemmungslosen Entwicklung fähige? Gemein- wesen sein. odereSsollgarnicht sein. Gelbst wenn man dem Magistrat zugute hält, daß er in dieser Fvage außerordentlich schwarz sieht und auch die Berechtigung einer Reihe seiner Gründe gegen einen Zusammenschluß nicht verkennt, so mutz man sich doch dagegen wenden, daß das Scheitern de» Ge- fetzvs irgendeiner Verbindung mit der Provinz vorzuziehen wäre. DqS könnte sin Spiel mit dem Feuer werden, denn unseres Wissens ist«s noch von keiner Seite versucht worden, die Zusammenschluß- trag« mit der Annahme oder Ablehnung deS ganzen Gesetzentwurfs in Verbindung zu bringen. »Vergewaltigung" öer Hausbesitzer. Eine vom Bund der Berliner Gcundbesitzerverein««in berufene Hausbesitzerversammlung, die auhenordentlich stark bsucht war und den Lichthof des Stadthanfes bis auf den letzten Platz füllte, nahm gestern erneut Stellung zur Frage der H ö ch st- mieten. Vertreten waren das ReichSjustizministerium, das Reichswirtschaftsministerium, daS Roichsarbeitsministerium, der Berliner Magistvat, per Hansabund, mehrere Mietoinigungssimter. Ter Roferent, Stadtverordneter Ladendorff- Berlin, Vor. nder de? Bundes, bemühte sich, die Höchstmietenverordnung de? MsahrtSminifterS als ungerecht und übrigens undurchführbar nachzuweisen. Wenn sie überhaupt haltbar sei, so sei sie es nur auf der Grundlage de>S vom Wckhnungsvevband Groß-Berlin ge- faßten Beschlusses, der zu den 20 Proz. Mieteerhöhung noch 16 Proz. R e p a ra t u r ko ste n z u fch l a a bewMigt. Gegen den WohlfahrtS minister richtet« Ladendorff heftigste An- griffe, und unter tosendem Beifall seiner Zuhörer erklärte er die Höchstmietenverordnung als Unfähigkeit und Größenwahn. Daß eS in Groß- Berlin auch Hausbesitzer gM. von denen die Noi- läge der Mieter ausgenutzt worden ist, erkannte er selber an. Im übrigen aber behauvtere er, daß noch immer die Mehr- heit der Hausbesitzer sich in bedrängter Lage ve- finde und daß die fetzt zahlreichen Häuserverkäufe auf Mangel an Rentabilität zurückzuführen seien. Die Hausbesitzer würden sich daS Recht, die Abgabenzahlung einzustellen, nicht nehmen lassen. Wird, rief Ladendorff, die Verordnung nicht geändert, so werden wir diesen Beschluß rücksichtslos und restlas durchführen.(Stürmische Zustimmung.) Auch bei einem Miete- z ahlu n gSstrei k. wie er schon angekündigt worden ist, soll der betreffende Hauswirt dem Magistrat sofort mitteilen, daß er keine Abgaben mehr zählen wird. Ladendorsf schloß mit der noch. mäligen Versicherung, daß die Hausbesitzer den Kampf gegen dt« Höchstmietenverordnung bis zum äußersten führen werden. Zwei Parlamentarier, der Teutschnationale Laverrenz und der Demokrat Kop sch, ergriffen das Wort zu der Erklärung, daß sie die Entrüstung der Hausbesitzer teilen. Beide sehen in der Verordnung einen weiteren Schritt auf dem Woge zur Zwangs- Wirtschaft, die sie bekämpfen. Laverrenz sagte, in der Verordnung tobe sich der-Haß gegen Besitz und- Kapital" au». Kvpsch wünschte dem Grundbesitze daß er in seinem Kampf sich geschlossen und stark zeigen möge. Noch weitere« Debatte wurde eine Entrüstungs- refolution einstimmig angonommen. Sie wendet sich gegen die Landesversammlung, deren Mehrheit eine Nachprüfung der Höchstmietenverordnung abgelehnt hat. DaS sei eine parlamen- tarifche Vergewaltigung der Rechte des Hausbesitzes. Die Hausbesitzer rufen RoichSregierung und Nationastnrsamnrl und bitten sie, die Höchstmietenverordnung de» preu fahrtSmimsters zu beseitigen. I Da werden sie wohl kein Glück haben. Der vrandenburgische Prrvinziallandtaz hielt gestern die letzte Sitzung seiner diesjährigen Tagung ab. Zunächst wurde die Beratung des Haushaltsplans für 1920 fortgesetzt. Bei der KriegZbeschädigtenfürsorge wurde ein Antrag der Unabhängigen Fraktion auf ZuWahlen zu den Beiräten der örtlichen Fürsorge- stellen unter besonderer Berücksichtigung der Kriegbeschädigten und KriegShinterblcibenen einstimmig angenommen. In dem Antrag werden die zuständigen Behörden ferner ersucht, bei der Besetzung der Fürsorgestellen Kriegsbeschädigt« und Hinterbliebene in erster Reihe zu berücksichtigen. In einer kurz darauf anberaumten neuen Sitzung wurde der HauZhaltplan in zweiter Lesung ohne Erörterung im ganzen angenommen. Oberbürgermeister Dr. Scholz sprach dem Präsidenten Dr. Borchardt den Dank der Versammlung auS. Oberpräsident Dr. Maier schloß dar- auf die 48. Tagung de? Drandenburgischen ProvinziallandtageS mit einer Ansprache. Der Berliner Stadtverordnete Ferdinand Ewald, Mitglied der sozialdemokmtischen Fraktion, hat sein Mandat nieder- gelegt, weil er nach außerhalb verzieh� Die Stadtverordneten- Versammlung verliert in unserem Genossen Ewald den letzten Zeu- gen jene« nun bald 40 Jahre zurückliegenden Zeit, in der die Sozialdemokratie zum ersten Male in das Stadtparlament der Roichöbaupiftadt einrückte. Ewald, der jetzt im 74. Lebensjahr steht, gehörte zu der kleinen Gruppe von fünf Sozialdemokraten. die im Herbst 1888 gewählt wurden und Anfang Januar 1884 iljr Amt antraten. Schon im Jahre 1786 mußte er sein Man. bat niederlegen, weil er inzwischen dem Sozialistengesetz zum Opfer gefallen und ausgewiesen worden war. Zum zweiten Male trat er 1900 in die Stadtvorordnetenversammlung ein. und er ist seitdem ihr Mitglied geblieben. Anck nach der Neugestaltung der Gemeindeverfassung im Jahre 1919 wurde er wiedergewählt. Zum Direktor deS Jugendpflegeamt» wurde in der letzten Ma- gistratSsitzung Schulinspektor Dr. Haeuhler gewählt. Klagin über die Zustellung der Zeitung find in diesen schwie- rigen Zeiten sehr häufig. Die„Zeiwngs-Zcntrale". die die Zu- stellung deS.Vorwärts" besorgt, teilt unS als Ursache der Un- regelmäßigkeiten den Mangel an Botenfrauen mit; sie gibt sich alle Mühe, Botenfrauen zu gewinnen und überweist für die Zwischenzeit den Abonnenten das Blatt durch die Post. Dabei ist es leider unumgänglich, daß die Zeitung vorübergehend ausbleibt. Wir bitten, dies zu berücksichtigen. Der Personenverkehr zwischen Thorn und Lchneidcmühl wird am 6. März wieder aufgenommen. Die Personenzüge 242 und 247 verkehren zwischen Thorn und Friedheim in den bisherigen Plänen. Dann: Personenzug 242: Friedheim 10.06 bis 12.06 M.E.Z.. Erpel 12.21 bis 12.22, Schneidemühl an 12.35 nachmittags. Personenzug 247: Schneidemühl ab 1.37 nachmittags, Erpel 1.52 bis 1.53, Friedheim 2.05 bis 8.55 M.E.Z. Die Siedler und Laubeukolouifteu veranstalten am morgigen Sonntagvormittag'l,ii Uhr im Ziriu« Busch eine Massenkundgebung. Sie verlangen gerechte und ausreichende Finanzierung der Heimstätten, Zuweisung von billigem Baumaterial, Wiedereiniübrung er« mäyigter Fahrpreise für Siedler und S olonislen, Sinflutz aus die Festsetzung der kommenden MietSlteuer. Neben anderen Rednern werden sprechen: Siadtbaurat Wagner-Schöneberg. Adolf Tamascht« und der Vorfitzende deS Verbandes der Laubenkolonisten Fran, Steinweg. Auch Eharlottenburg will 359 Prozent erheben. Der Magistrat Chariottenburg wird bei der Stadtverordnetenversammlung zur Schaffung deS notwendigen Ausgleichs für die gegenüber den Vor- anschlagen im Haushaltsplan eingetretenen und zu erwartenden Mehrbelastungen die Erhöhung der Gemeindeeinkom- mensteuer für das Rechnungsjahr 1919 um 50 Prozent, also auf 350 Prozent der StaatSeinkommeasteuer, beantragen. Der Magistrat Charlottenburg hat ferner bei der Stadtver- ordnetenversammlung die Zustimmung zur Aufnahme einer Anleihe von 22 Millionen Mark beantragt, die zur wei» tercn Deckung von KriegSauSgaben bestimmt ist und mit 4% Prozent verzinst werden soll. Vorgesehen ist eine Tilgung von jährlich 1)4 Prozent, die einige Jahre nach Begebung der Gcsamtanleihe oder der einzelnen Abteilungen Platz greift. Für die nächsten zehn Jahre ist eine verstärkte Tilgung oder Kündigung der Anleihe aus- geschlossen. Dreviow-Sternwarte. Sonntag 3Ubr:.Aegdvten, der Nil und der Suezkanal» ssarbige gickitb. u. Film«): 5 Ubr:.Aus Erohstadtmaiiern w den Schwarzwald»; 7 Mr:„Diwch den Schwarzwald In« Donantal».— DIenSiaa 7 Ubr:.Uranus und Nepiun»(Vortr. m. Liibtb. von Dir. Dr. Archenbold).— Mittwoch 7'/, Ubr: ,11(8« kosmischen und Planetorischen Magnetlsmu?» sVortr. m. Lichtbildern von Pros. Dr. Nippoldt).— Sonnabend 5 Uhr:„Bilder aus dem Harz, Tbüringcn und dem Riesengeb trge». Zu öen Elternbeiratswahlen. 6. Abt. Di« Mitalieder aller Bezirke finden fich zur Wahlarbeit am Sonntaa trüh>/.S Ubr bei Schult. Mariendoiler Str. L. ein. 7. Abt. Bezirkssübrer, Betriebssunktionäre. Parteiaenossen! Sonntag iriih 8 Ubr bei Schwachenwald, Gneisenaustr. 72, zahlreich erscheinen zur Vablbilse iür Elternbeiräte. 18. Abt. Für die 98. Gem-Schul«(Knaben), vromberger Str. 1Z/t4, die Liste Hermann Herzer; für die 87. Gem.-Sch»Ie sMädchen). Bromberg« Strohe 13/14. die Lilie Max Fisch«: für die 232. Kem,.Schul« sKnaden), Lllaiier Strafte 18, die Liste Edmund Lenendorf: sür die 235. Gem.-Schul« lMädchen), Litau« Sir. t8. die Lille Wilh. Z-ppel: für die 38.(Bern-Schule sKnabeu). Gubener Strohe, die Liste Geora Hoielofi: sür die IIS. Gem.- Schule sMädchen), Gubener Straße, die Liste Max ZLeaen«: für die 288. Gem.-Schule lKnaben). Frankfurter Allee 87, die List« Wtlbelm Lübcke. Genossinnen und Genossen d« Abteilirnq, welch« Wablbille leisten wollen. wollen sich am Sonntag, vormsttag»>/,g Uhr, bei Heese. Memel« Str. 83, einfinden. 19. Abt. Die Stimmzeltelverteiler und Hell« bei den Elternbeirat»- wählen trefien fich Sonntag früh 8'/, Ubr bei G orgatz, Waldever Str. 8. 81. Abt. Die Genoffen melden fich am Sonntag zur Wahlhisse stn Restaurant Sonnabend, Elbinger Str. 12. 29. Abt. Wahlhelfer zu den Elternbeiratswahlen melden sich Sonn- tag S— S Ubr für dl« 162. und 197. Gemeindeschule, bei Fensel, Danzia« Sir. 25; sür die 288. u. 289 Gem.-Schule bei Bura, Preu, lau« Allee 189; für die 209. u. 215. Gem.-Schule bei Jurdeczka. Dunckerstr. 89. 89. Abt. Wablhels« zu den ElterubeiratSwahlen melden ffch Sonn« tag bei Grünau. Stahlhelm« Str. 80, von morgens 8 bi» 5 Uhr nachm. S1. Abt. Die Genossen treffen sich Sonntag stüh 8 Uhr zur Dahl- arbe't bei Goldschmidt. Stolpische Str. 38. 32. Abt. Heute 7 Ubr Sitzung btt BezirkSführ« und Betriebs- Vertrauensleute bei Korn. Glelmfir. 10. 38. Abt. Stimmzeltelverteiler und Hesser zur ElternbeiratSwahI treffen fich Sonntaa um 8 Ubr bei Trümper, Flensburg« Str. 8. 39 Abt. Heute 7 Ubr Sitzung der Bezirkssübrer, Betrielsverlrauens- leute und Kandidaten für die Elternbciratswahlen bei Heinrich, GotzkowSky- stratze 14. 4V. Abt. Heute 7 Ubr Funktionärfitzung bei Groll. Hennigsdorf« Straße 10. Dazu sind sämtliche Genossen, welche fich am Sonntag an den Wablarbeiten beteiligen, eingeladen. Bei den Wahlen am Ksuigftüdtische« Ghmnafinm geben alle sozialistischen Eltern ihre Stimme der sreihestlichen Liste, die mit den Namen Dr. Slulz, Naumann beginnt. Wahlen für das Köllnische Gymnasium. Jnselstraße. Wer seine Kinder liebt, der wäbl« Litte Nr. 3 lVaul Merrettig) der S. P. D. 11. Borfig-itealschule. DI« Wahl findet am Sonntag 9—7 Uhr im Kartenzimmer in d« Boeckhstr. S-*10 statt, nicht in der Mariannenstrah». Unsere Liste beginnt mit Heinrich Königs. Wablhllfe erwünscht. Meldungen bei Wois, Gräfe«, Ecke Müllenboffstraste, 8 Ubr. Neukölln. Gewählt wird im Realgvmnafium und in der Vorschule Koiser-Zrtedrich-Straste von 9—8 Ubr. tu der PräparandenanffaU von 9 bi» 7 Uhr. Alle Eltern, die gegen die deutichnationale Jugendagitatio» in den höheren Schulen find. w«de» ausgesordert, sür die Dahl d« S.- V.> D.- Listen einzutietey und fich am Wabltage von'/jö Uhr ab im Restaurant Schwengel. Elbestratze 8, zur Wahlhilse einzufinden. Di« Listen beginnen mit den Namen: Realgvmnafium: Baumgarten, Vorschule Kaller-Friedrich. Strafte: Grändorfs. Vraparandenanftalt: Ebel. Oberlhzeum: Herrn. Köbn, Vorschule: Heim. Stroh, Lvzeum: Wilhelm Friedrich, Realschale: Wilhelm Nedoma. Gymnasium: Ernit Sprung. Marieudorf-Zlüdende. Die Iür Sonntag-ngeietzten Elternbeirats- wablen für die Gemeindet chuken und auch für die höberen Lehranstalten sGymnanum Und Lyzeum) finden an diesem Tage nicht statt. Durch einen Bcschluft d« Gcmewdev«tret«sttzung find dt« Wahlen bis nach Ostern verichoben. Dempelhof. Unsere Listen sür die Elternbetratswahlen tragen folgende Namen: Für da» Gymnasium Liste Steinbach, für da» Lyzeum Liste Fromberger. Niederschönhausen. Die Listen für die Elternbeiratswahl der höheren Schulen am Sonntag von 11 bi» 4 beginnen mit den Namen: 1. Realgymnasium: Ob«lebrer Dr. Ferdinand Quelle. 2. Lyzeum: Kaut- mann Friedrich Kram«. Da» Wahlbureau befindet fich bei Grcth, Bi»- marckstraye 35. HermSdorf. Für die Volksschule: Dabllokal„SefflerS Daldschlöbckeu�. Wablzcit von S-b Ubr. Liste der S. P. D. r.Otie». Für dre höhere Knabenschule: Wahllokal Realschule Frietrichftratze, Wablzeit von 10 bi» 5 Uhr. Liste d« S. P. D.;.Pros. Neunzig». Bei der Wahl sür da« Ly- zeum üben unsere Genossen am besten Stimmentbaltunq. Zur Wahihllfe treffen fich unsere Genossen mittag» IL Ubr bei Fröhlich, Roonstrafte. Groß-Serliner partelnachrichten. Tharlattenburg. Heute Sonnabend von 5 bi» 8 Uhr: Juristische Sprechstunde im Setretartat, Rosinenilr. 4, v. 1. Temp elhof. Der Besuch de« MUseum« für Völkerkunde«uft wegen Verbtnderung des Genossen Pros Eurrow auf Sonntag, den 14. März ver« schoben werden. Trefipuntt: 11 Uhr vor dem Museum. Alt.Wlientrte.Falteubrrg. Sonntag vormittag 9 Uhr bei Schlieter, Grünauer Str. 7: Erweiterte VorstanMsitzung lwichtige Beschlüsse) und Flug- blatw«breitung. Alle Genossen werden dringend ersucht, zu erscheinen. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Freie Duruerschaft Berlin..Heute abend sür Südwesten: Grün dungsversammlung der SüdwestabietUmg, Lokal Alexandrinenstratze, Ecke Walerloobrücke.— Neukölln< Britz. Heute: Gründung eine» Arbeite» turnvcrein» bei Marieriseld, Jansa-, Ecke Kaiser-Friedrichilrafte in Neukölln. — SteiÄsbnnd der Krirgsbekchiidigten und«riegshinterbliedene». (Bezirk Eharlottenburg.) Sonntag, oormiltag» 9'/, Uhr: Versammlung im .Voltsbaus», Rosincnslr. 4. MitgliedSIartc legitimiert.- Freireligiöse Gemeinde. Sonnlag, vorm. 11 Uhr in der Stadthalle, Klosterstr. 50. Vortrag Ad-Is Harndt: 1345-1920. Der 75. Jahrestag der Gemeinde. WetterauSstchten für da« mittlere Rorddeutschland bis Sonntag mittag. Warm, vorwiegend bewölkt, leichte Rcgensälle bei mäßigen südwestlichen Winden._ Rudkk'Vrrdn „Oorwarts". Den Mitgliedern zur Nachricht, dag d« Sport- genoffe 227/10 Max Müller am 1. März verstorben ist. Ehre seinem Andeute» l Dl» Einäscherung findet heut« Eonnabe» d, 5 Uhr, im Krematorium(Berich:- strafte statt. __ Ca» vorstand. Man Freunde», Bekannten und Kollegen meine» ver» storbenon(Batten, die ihm mit mir da» letzte Geleit gegeben haben, sage ich meinen aus- rickUigsten Dank. 18536 Elisabeth Öerecke geb. Vlgdor. Elektromotore Qlelduirow;: Drehttroa kauft f* iDgeoIeariiareaii Wedling Berlln W 9, Ltnkstr. 10. Tel LOtaow 3705 und 8S18 RUDOLF REINER» Artikelserie ,018 Waluiieit über den Weltkrieg' beginnt in der am 15. Mllrz ICO erscheinenden ersten Nummer der Monatsichrfft „DIE REFORM" Redaktton: Wien, Postfach. Preis: 3ch0 Kronen. 30 4 Zahngebiffe, auch zerbrochene. Zahn Ä 21.50 E Knovsziih»« die Hitlkte. kaust Itetnm, kottbuser Ufer 83. 9—7. PSutisni höchsten Preis Brennstltte,(ioldbracb und Sllberbrncb Gebisse zahn 20,00 N. kauft I Svtffia BIQcherstraS« 40 bliiaKSS Po«. 2, II. 9-7 Uhr. Metalle bedeutende PreiserbShung! PUttn I Zabngablasn. Zahn bis 7( Mark. Qold- n. 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Ab.) Theater I. d. RönwätzerStraße Uhr: Schloß Wetterst. In Stg.: Schlott Wetterstein Nachm.; Erdseist(M.Orska) MonL; Schlott Wetterstein Eornddienbaus 7 Uhr, zum ersten Male: Per Herr Sllnl.tcr. Komödie von Paul Schirmer. (Max Pallenberg, Fr Richard, Heinz Stleda, RoseVeldtkirch, Grete Diercks, Gustav Botz, Werner Hollmann, Frieda Lehndorff, Hermann Picha.) Sonntag: Der Herr Minister Nachm.: LIselott v. d. Pfalz Montag: Der Herr Minister Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Frltzl Massary, Otto Storm, Hans Wassmann. Volksbühne Theater am Bülowplatz. Jft: Gyges und sein Eing. Lesslng-Tlieater. Direktion; Victor Barnowsky. 7«/, Uhr: Pygmalion. Sonntag 7'/.: Pygmalion. Montag 7'/.; Pvsmallon. Deutsches Kinstler-Theatep A7w'uhr:ch Menagerie Großes Schauspielhaus Sonntag, üen 7. März, 2'/- Uhr ——— aufler Hbonncmcntt——— HAMLET Regie: Max Reinhardt. preise der Platze: Hl. 12,00 bi. m. 3,00. Billetts Theaierkafse, A. Werthtim u. Invaiibenbank. Gentral-Theator T'/.v. krSnleln Puch. Qpoi'nhnn« 6"/. uir: Die Walküre Die Tribüne tv.u.: Franziska. £den-Tlieater. 7v,u.: Die Dollarprinzessin Fliedr.-Wilholmat.Th. 7>/au.:Derfiauh der Europa Kleine. Theater. uhr: Die Plarrhauskoiniidie. Kl. Srhanspielhana. fh u: Die nnherührte Frau Koul.rhe Oper «ou.: Dichterliebe. Stg. 31/«: Schwarzwaldmädel. La.tsplelhaa. Arnold Rleck in: iN: Der GroBsiadt-Eavalier Metropoi-Theater. 7 Uhr: Sybiil Sonntag 3 U.: Charleys Tante mit Thielscher Sfene. Operettenhaus Mia Werber als Gast in tv, u.: Die kleine Hoheit Stg z>/,. Die Dame vom Zirkus. ItteMller-Theat. Oharl. 3 Uhr: Der Meineidhauer. tv. uhn Haeht d. Finsternis Thalia-Theater v,. u.i Die närrische liehe Th.am\ ollen durTpluta Lust. Weiber v. Windtor. 7'/. Uhr: -Zycr-ftcfQcfrcßfc Theater de» IVe.ten« T'/.u.: DIeFran Im Hermelin 5tÄ- 3% U.: Die lustige Wirve. Wallner-Theater Är Eine Balinacht. «Stg. 3�/4; Qeisha m.MiaWerber Walhalla-Theater. uhn Csärdäsffirstin. Residenz-Theater. Untergrundbahn Klosterstr. Stadtbahn Jannowitzbrlicke. Nachm. 4 Uhr, kleine Preist: Dax und Slorltz. Täglich VfS Uhr: Die BascIMs Sonntag 4: Der gute Rut. Trlanon-Theater. Bahnhot Friedrichstraße. Nachm. 4 Uhr, kleine Preise. Uänacl und Gretcl. Täglich/,:___ Die abgetretene 0rau Zwaogselnquartlerung. Oh dlr.er STowack! mit Ferdinand GrGceckcr in den Hauptrollen. Tasiao-Theater Auf allgemeinen Wunsch des großen Erlolges wegen T>/, noch bis Mittwoch: 7'/. Scbniepels Lene Donnerst, IL März, z. I.Male: ""la alter Sünder. mtag.!>/,. Die Wunderkur. 3 Uhr lleiebsiiiiU.-Tlieater 3»b«i«benb7"/, und Gönnt Rm.AU. Ztettiner Sänger. Nachminngs er«ä�iigte«reiil! ZeKsIIu.sisuek im vroßen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiifdauerdamm Dss neue März-Ffogramm GsEtar Sab« Veleika Gert Hady Christiens H. N. v. Twardowskl Musik. Leit.: Frledr. Holländer. Eröffnunz TVj, Betinn S'/j Uhr. APOLLO Theater Friedrichstraße 218. I 7", AuHland- TIA MMnsalionen Hinodcsl.ied!e erster! Japanern1 4 Williams Cowboy-LassoS Spiele mit q Pferden f Sylvester-Creuio Farn. Meister-Ikarier 1 Amerikanische I ppenspieierj vomkoyal-Orphcuml MIzIKIndl u. Partner E Zahnflng i ] mit hängenden Meu I ) sehen durch den Zu- 1 schauerraum Mary Blank Meister Jongleuse 1 u. and. Sensationen[ Circusjfrsck Sonnabends 6.MSri,7'/zUbr Das neue März-Programm Tai-vln d. Mannm. I UAIH d Flasche SgO'S Dackelspiele USW. usw. '| Großes Fox»|' n? I Trott-Bolleft llt? ÜJUJ in Aphrodite14. lÜJJi Wiener Restaurant Inh. JOSEF ZOLLER Berlin-Charlottenbg� JoachinisthalerSfr. 41 1 Fernsprecher; Steinplatz 802b* nahe Zool zwischen Kantstraße und KurfOratendamm Winter- Garten Taglich 7.30 Uhr: Variete-Spielplan Rauchen gestattet 1 Theater am KottbueerTor Tel.: Moritzplatz 14814. Jeden Abend IV, Uhr: SUte-Sängsr. 9 ehem. Mitgl. der Steitiner Sänger. Sonnt, nehm. 3 U. ermäß Preis,(voll. Abend-Programm. Bliitligen- Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß; Die Buxe der Pandora. Vorverk. II— IV, u. 4— 6 Uhr. tpWOftv flttUSAREir/ ■ S EHAtflST. "• Altabenollch 7 Uhr:' John Hamilton Fritz u. Bobby Link Blenlta Schlüter« Qrünltz • Marga u. Egon Laron Max Qoluberg und ' Carmen Kahllg-Ooldberg Ein Däebleher Gast Hanel Etzer ■ Paul Goldler | Walter Steiner i Oeza Varady Truppe Grete Ruaa Dongaon Kapelle Mundi Neumann. i Am Flügel: E. Hentschel. Olympia-Theater (trüner Voigt, Badstr.SS) Täßl abends 7V, Uhr: Die spanische Fliege ÄTtl' umm StrausDergerPlatz S Min. vom Alexanderplatz. /|rSaaleeu.achfliiatceirn Kabarett in Berlin IUI Hertha Loewe/ Max Perls Hilla und Bert- Bombiens Leni Spengel Walter Pintus Gertrnde Berliner Fritz Lachmann •♦♦ÜllOWMM—< Trabrennen in Kariendorf j Sonntag, den 7. Uhr», nachm. 1 Uhr 8 ftenneti Qesamtpr. 70 000 Z.iclmASBiiele XaiieiiiMenPala.� flstaHielsen Graf Svlvains Rache nach dem ttomzn von Karin Michaeli, Pttr den Film bearbeitet von B. E. Lüthge Uimil.HJBiitrollfii: KurtGoeta, ErnntHofmnnn Wochentage, 7 und SV.Uhr/ Sonniegt, 4 Uhr Vorverkauf II bis 1 Uhr Die ungeheuer gewachsene Arbeitsanhäufung und die Notwendigkeit, aus Gründen der Verkehrssicherheit und im wohlverstandenen Interesse unserer Kundschaft die Rückstände aufzuarbeiten, zwingt uns, neue Börsenaufträge für die Börsen am 10., 12., 15, und 17. März 1920 abzulehnen. Um die Ausführung laufender Limite und der bis zum S.März 1920, 2 Uhr mittags bei uns eingegangenen bis auf Widerruf gültigen Orders werden wir uns jedoch auch in der Zwischenzeit bemühen. Ebenso werden wir in der Zwischenzeit Aufträge zum An- oder Verkauf von Bezugsrechten ausführen und Annullierungen(dagegen nicht Abänderungen) von Effektenorders entgegennehmen. Aufträge, welche uns nach dem 8. März 1920, mittags 2 Uhr bis zum Mittwoch, den 17. März 1920 etwa zugehen sollten, werden wir dagegen nicht ausführen und nicht vormerken. Aufträge, welche vom Donnerstag, den 18. März 1920 ab hier eintreffen, werden wir wieder wie üblich vormerken. Effekteneinlieferungen werden wir in derZeit vom 8. bis 17. März 1920 nicht entgegennehmen. Unberührt von vorstehenden Einschränkungen bleiben Aufträge zum An- oder Verkauf von Devisen, Sorten und Noten. Berlin, den 5. März 1920. Bank für Handel u. Industrie. Berliner Handels-Geselischaft. Commerz- und Disconto-ßank. Deutsche Bank. Direktion der Disconto-Gesellschaft. Dresdner Bank. Mitteldeutsche Creditbank. pieiustigePuppej IBOPftl 7 V, uhr. wmBW Blei! 3ioiil Mme'aOl alle L«aierung..i>"«Meng«. ,u HdchitemTcge« irei» lauft Edeiwelall. ftinlaui*- buceau. Weberst atze 31 (SIlcx. 4243). Bettnässen Befreiung sofort. Alter u. Ge schlecht ang. Ausk. umsonst. Sanis Versand, München. Atte Gebisse' tanch zerbrochene bin 300091.V »Kein Zahn nntcr XI,—-ttarkl wo die Echtheit festgestellt Ist. Kn o p f s t if tz ä h n e 9— M. Zahn 21, 25, 80 Mk.(PlatlnlangstlH), Min-Brennstifte 2?,dgV.?Ä' Zahnirztl. 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März, vormittags 9 Uhr, in der„N»«en Welt", Hasenhride: Fortsetzung unserer General- Versammlung Ohne ordnungsgemäß geführtes Mitgliedsbuch vom D. E.-V. kein Zutritt. 227,11 Verwaltungsstelle Grost-Berlin. I. A.: W. Schulz. „LintrseKt" BraunMIenwerke und Brikettfabriken Abtlen{;e8ell«chaft in NeuaWelzow(N,»L.) Hierdurch beehren wir uns, die Herren Aktlonire unserer Gesellschaft zur XXXIII. ordentlichen ßeneralversammlung, die Montag, den 29. Mftrz d. J., mittags 12 Uhr, In den Rdumen. der Mitteldeutschen Creditbank, Berlin, Burgstr. 2G staltfinden wird, ergebenst einzuladen. Tagesordnung: I. Vorlegung der Jahresrechnung und des Geschäfts- berlchtes für 1919 2. BeschiuBfassung über die Verwendung des Reingewinnes. 3. f'.ntlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates, 4. Wahlen zum Aufsichtsrat Die Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen wollen, haben gemäß§25 des Statuts den Akilen- besitz, hinsichtlich dessen sie ein Stimmrecht ausüben wollen, spätestens am 24. Mdrz d. J. • bei der Oesellschaftskasse in Ncu-Welzow(N.-L.) oder bei der Mitteldeutschen Creditbank, Burgstraße 24 in Berlin, oder bei den Herren Jacqnler 4t Securlos, An der Stechbahn 3/4 in Berlin, oder bei Herrn A. H. Wassermann, Burgstr. 23 In Berlin, oder bei der Deutschen Bank In Berlin oder bei der Direktion der Disconto-Oesellschalt In Berlin oder, bei der Allgemeinen Deutschen Credltanstalt, Abteilung Becker& Co. In Leipzig, oder bei einem Notar rftlt doppeltem Nummernverzeichnis zu hinterlegen und die Stimmkarte, welche zugleich als Eintrittskarte für die Generalversammlung dient, in der Zeit vom 24. bis 29. März dieses Jahres in Empfang zu nehmen. Statt der Aktien können auch die Depotscheine der Reichsbank oder der Bank des Berliner Kassenvereins hinterlegt werden. Die Jahresrechnung und der Geschäftsbericht liegen \om 13. März d. J. ab für die Herren Aktionäre in unserer Hauptverwaltung zur Einsicht bereit. 341 D Neu-Welzow(N.-L), den 3. März 1920. Eintracht� 99 Brannkohlenwcrke and Brlkcttfabrlken. Der Vorstand: Dr. Wolf. Dr. Voigt. CBITRACHT Braunkohlenwerke und Briketfabriken. Die außerordentliche Generalversammlung unserer Gesellschaft vom 17. Januar 1920 hat beschlossen, das Aktienkapital um nom. M. 10 000 000— durch Ausgabe von zehntausend auf den Inhaber lautender Aktien zu Je M. 1000.— mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1920 auf M. 20 000 000.— zu erhöhen. Diese Aktien sind einem Hankenkonsortium überlassen worden, welches die Verpflichtung übernommen hat, sie den Besitzern der alten Aktien derart zum Bezüge anzubieten, daß auf je eine alte Aktie eine neue zum Kurse von IIS0/,, bezogen werden kann. Nachdem der Erhöhungsbeschluß sowie die durchgeführte Kapitalerhöhung in das Handelsregister eingetragen sind, fordern wir unsere Aktionäre auf, das Dezugsrecht unter den nachstehenden Bedingungen auszuüben; 1, Auf Je eine alte Aktie im Nennweite von M. IflOOs- kann eine neue Aktie im Nennwerte von M. 1000.— bezogen werden. 2. Die Ausübung des Bezuffsrechles hat in der Zelt vom 8. März bU einschließlich 22. März d, J. bei der Mitteldeutschen Creditbank, bei den Herren Jacqnler A Secnrius, bei Herrn A. E. Wassermann, bei der Deutschen Bank, bei der Directlon der Dtsconto- Gesellschaft, In Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credlt'Anstalt, Abteilung Decker 4t Co., während der bei jeder Stelle üblichen Geschäfts- stunden zu geschehen. 3. Zur Ausübung des Bezugsrechts sind die alten Aktien ohne Dlvidendcnscheinbogen mit zwei gleichlautenden Anmeldeformularen, welche bei den obigen Anmeldestellen erhältlich sind, einzureichen. Die Mäntel der alten Aktien werden abgestempelt und alsbald zurükgegeben., 4. Bei der Einreichung der Aktien Ist der Bezugspreis von 115*o=M. 1150.— auf Jede neue Aktie zuzüglich Schlußscheinstempei zu entrichten. 9. Lieber die geleisteten Einzahlungen wird auf einem der eingereichten Formulare eine Kassenquittung erteilt, gegen deren Rückgabe die Ausgabe der neuen Aktien laut besonderer Bekanntmachung erfolgen wird, und zwar bei derselben Stelle, bei welcher die Einzahlung geleistet wird. Die Notierung der neuen Aktien an der Börse in Berlin wird demnächst beantragt werden. In Berlin Nca>Welzow, den 1. März 1920. 342D „Eintracht61 Braunkohlenwerke und Briketfabriken. Dr. WoU. Dr. Voigt. Tliimuut£ ßtill Zur Ausscheidung aller scharten und kranken Stoffe aus Blut und Säften, gegen Blutandrang, rotes Gesicht. Haut- unreinigkeiten ist mein Blut> reinigungsputvcrSalfarin seil über 25 Jahren wirksam erprobt. Sch. 3.00. Uebl. 3 Schacht. 8.75. Otto Reichel, Berlin.43, Eiscnbahnslrnüe 4. (ein gahn unter 21 HI« tauft son 9-7 Kümmel, Zigarrenladen, MnuimslrMZ.! .Moritzplatz 40767. 0fDflfliine.s,sn„rie Preuß, Bcunnenflt. 76.* IJLLSTEI�- SCHMITTiTlCSTER A. 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Gordon, führte weiter auS: Ann zu dem Vorwurf, den ich an allerletzter Stelle zu betonen habe, nämlich den des Gesinnungswechsels während der Zugehörigkeit zum Thtissen-Konzern und später. Von einem GesinnugSwechsel kann keine Rede sein, denn Erz- bcrger hat ja die I u l i- R e s o l u t i o n gemacht, während er noch dem Thyssen-Konzern angeporte. Erzbergcr habe den langsamen Zusammenbruch Oesterreichs kommen sehen, er habe das Schlachterwerden der Stimmung in Teutschland empfunden und deswegen wollte er etwas tun, um die innere Front wieder herzustellen. Auch in den zwei kleinen Spritzern, d'e der Angeklagte g gc,, de» Nebenkläger geschleudert habe, nämlich in der Fraae der Ausfuhrabgaben und bei der Liauidation von de Wendel sei von keinem UeberzeugungSwechsel oder von einem Racheakt die Rede. Ter Fall Berger hat mit der Dennischung politischer Tätigkeit und geschäftlicher Interessen eigentlich nichts zu tun. Zweifellot sei dos Angebot Bergers an Erzberger, in den Aufsickisrat der Firma Berger einzutreten, während sein:r schiedsrichterlichen Tätigkeit unge- hörig gewesen. Erzbergcr bätte daraus erwidern müssen: so- lange ich als Schiedsrichter tätig bin, wollen wir darüber nicht sprechen. Er sei aber zu liebenswürdig gewesen, um solch eine schroffe Antwort zu geben. Geheimrat v. Gordon kommt zu dem Schluß, daß von einer unsauberen Verquickung politischer und geschäftl cher Tätigkeit keine Rede sein könne, v. Gordon acht ganz kurz auf die Fälle Pnigodin, Kowatsch, Anhydat und Richter ein und kommt auch i» diesen Fällen zu dem Schluß, daß Erzberger irgendein Vorwurf in semer Handlungsweise nicht zu machen sei. Im Kall Wolff hat der Angeklagte behauptet, daß der Teil- habrr der Firma Otto Wolff. Herr Strauß, seine bevorzugte Bcamtenstrllung seinen engen persönlichen Beziehungen zu Erz- berger verdanke und daß die R i e s e n g e w i n n e der Firma Wolff Wiederilm auf diese Sonderstellung ibrcz Mitinhabers Strauß zu- rückzuführen feien. Tie Beewisaufnahme bat emwandfrei ergeben, daß an allen diesen Behauptungen im Fall Wolff kein wahres Wort ist. Der Verteidiger beschäftigt sich dann mit der Persönlichkeit des Rrgierungörats Strauß, dm er als ein« ungewöhnlich« und hervorragende Person schildert, die stch um die S iche r be i t Berlins in den Zeiten der Un- ruhen außerordentlich verdient gemacht und Hunderttausende auS eigenen Mitteln für die Versorgung der Truppen hingegeben habe. Im Fall Hermann köirne man eS dem Abgeordneen Hermmm-Reutlingen vollkommen nachfühlen, wenn er de Handhabung der Bestimmungen über die E'nzahlung� von_ Kriegsanleihen ein«.Roßidee" namwe. Tw Leute seien sa förmlich betrogen worden und deshalb habe der ReichSi'inan»min'.ster eine Ausnahme gestattet, und zwar ouZ gesundem Mensche nverstand, aus Billigkeits- und Anstandsar fühl. In der Oeffentlchkeit wird eiizem, wenn man versuche, Erzberger zu verteidigen, immer vorgehalten:.Wo hat Erzberger dann sein« Millionen her?"°° Der Diebstahl der Steuerakten bat bewiese«, daß dies« Millionen ein Märchen ssnd. Sie be- finden sich auch nicht w der Schweiz, obgleich die unglaublichsten Anstrengungen gemacht worden sind, etwas zu entdecken. Erz- berger ist absolut mit reinen Händen aus der Tätigkeit her- uorgeaamgen die«r für d-n Staat entsaltet.bat. Im Fall U n w a h r h a f t i g kei t hat der Herr Nebenkläger <ä r�ir mcht so leichz gemacht wie bei der Verguickung, ihn zu ver* ki�ien. Erzberger.st feit seinem 38. Lebensjahr im Parlament groß geworden, wo c» weniger auf Exaktheit als auf taktisches polt. tilchei Wirken ankommt. Er wägt die Worte nicht so genau wie ein Jurist oder Kaufmann. ES handelt sich um ein« gewisse Schwäche» aber nirgends kann von ei.«er bewußten Unwahrbaftigkeit oder von einem Hang zur Lügenhaftigkeit gesprochen werden. Dr. v. Gordon bespricht eingehmd die einzelnen Beiveisfälle, die weder Unwahr- baftigkeit noch Unanständigkeit ergüben. Im Fall Düsterberg l>abe Erzberger von dem Brief in amtlicher Eigenschaft Kennt. niS erhalten, und unter diesen- Gesichtspunkt ist Erzbergeos Hand- lungsweise durchaus zu billigen. Der dritte Fall der sogenannten Unanständigkeiten ist die angebliche Denunziation. Auf den Vorwurf in der Bwschüre, Erzberger sei ei« Krebsschaden, hat der Nebenkläger geantwortet, indem er unmittelbar erwidert«, nicht«r. sondern H e l f f e r i ch sei ein Krebsschaden, denn unter Helfkerichs Verantwortung sei alles das geschehen, was man die wirtschaftlich« Eroberung Belgiens nennen kann. Alle Welt weiß l«. daß der Angeklagt« im strafrechtlichen Sinne für S ril„ 3 verantwortlich zu machen ist. Erzberger hat diese -ceststellung ledigftch vom rein politischen Standpunkt gemacht. Ge- r2i r0'®0r°0.n.kommt an der Hand der Stenogramme zur Scnluvlolgerung. dag h.er lediglich eine irrtümliche Auffassung vor. liegt und daß von einer Denunäiation kein« Red« sein kann. Weiter betont der Anwalt E�bergerS. daß Erzberger schon seit 1Mb sich für eine st�e KrregSgewinnsteuer� vom Einkommen eingesetzt hat, womit die Annohme hinfällig sei, daß Erzberger der Steuervorlage HelsferichS habe-in Bein stellen wollen. Di« Differenzen zwischen den Angaben über den �nhalt der Unterredung zwischen Erzberger und dem Reichskanzler seien nicht so erheblich. Erzbergcr hat viel- leicht den Tatbestand nicht ganz exakt wiedergegeben, aber eine Unwahrbaftigkeit kann ibm nicht vorgeworken werden Was die Wiener Reife anbeträfe, so habe der Reichskanzler. wenn auch nicht den Austrag zur Reife selbst erteilt. Erzl-ciger doch beauftragt, gelegentlich dieser Reise dem Kaiser Karl den Nucken zu stärken. ES läge hier wohl eine Uligenauigkeit vor. aber leine Umvahrhaftigkeit.— Zur Frage der Frledensrcsolnris« sei es verkehrt, hier von einem speziellen Vorstoß Erzberger» am 6, Juli zu sprechen. Seine Rede im HauptauSschuß sei vielmehr ?,ut ber ganzen Situation entstanden, die am 2T Juni mit der Ueberreichung der siztoldemokiatischen Denkschrift begonnen hatte. Auch«in Treubruch gegenüber den dem Staats- sekretar Helfferrch geyebenen Zusagen liege nicht vor. Erzberger babe immer auf ein« Erklärung der Regierung gewartet, alz'sie schließlich nicht erfolgt« und E b e r t von der drohenden Revolution sprach, da sei Erzberger am S. Juli zu Worte gekommen und habe Kschließlich den Vorschlag gemacht, zu einer allgemeinen Kundgebung zusammenzutreten. Es mag fein, daß Erzberger in feinem Temp'- rament über das, was er am Z. Juli gesagt bat, etwas hinaus- gegangen ist. Auf die Gesamtaktion war der Reichskanzler vor. bereitet. Die ganzen Tebaiten vollzogen sich so keidenschasilich, daß man llngcnauigkeiten nicht nachher als Unwahrheiten bezeichnen könne. WaS den Sturz lSetlimann HollmcgS anbetreffe, so sei eS.wohl möglich, daß Erzberger am Morgen de» Juli aus taktischen Gründen und nur um den anderen Parka- mentariern die Sache schmackbakl zu machen, davon gesprochen habe, daß Bechmann Hollweg dies« Resolution nicht mitmachen könne. Erzberger habe sich durchaus nicht leicht von Bcthmann Hollweg Setremu. er babe aber natürlich über ihn das hohe Ziel des Frieden» gestellt. Erzberger ist ein frischer Süddeutscher, schwäbischer Natur, ein Sohn de» Volkes. Er trägt sein Herz auf der Zunge. Da» Be» denken de» kritischen Philosophen oder des Juristen kommt ihm nicht «in. Weiter kommt in Frage die außerordentlich große Bereit- Willigkeit Erzberger? allen Personen geaenüber. die Mit irgend- einem Anliegen zu ihm kommen. Solche Schwächen muß man aber mit m den Kauf nehme«. Erzberger hat auch eine außer- ordentlich starke Phantasie, die vielleicht auf der einen Seite dein Gedächtnis manchmal einen Streich spielt, die aber auf der anderen Seite namentlich für den Politiker unent- b e h r l i ch ist. Kraft dieser seiner Phantasie hat Erzberger gegen- über den exakten Arbeiten der Bel>örden eine klar« Vorstellung von der gewaltigen elementaren Krast Amerikas gewonnen. Erzberger ist auch e i n g r o ße r O p t i m i st. Sein Optimismus ist aber mcht der träge Optimismus, sondern der, der unmittelbar zur Tat fuhrt. Was hat Erzberger alles zuwege gebracht. Er hat in wenigen Wochen für die Einigung Deutschlands mehr getan, als überhaupt seü Bismarcks großen Tagen getan worden ist. Während wir hier verhandelten, hat er es feriiggebracht. alle Eisenbahnen und Posten auf das Reich zu übernehmen. Erzberger ist eine Art Eisbrecher. Solche' Per- iöiilichkciten müssen wir haben. Mit größter Pflichttreue hat Erz- berger die undankbarsten Aufgaben übernommen, die je einem Politiker gestellt werden konnten. Er hatte es übernommen. daS deutsch« Volk auS seinen Illusionen zu den realen Tatsachen herab- zuführen. Im letzten Augenblick mußte er sich zur Uebernahme der Waffenstillstandsverhandlungen bereit erklären, nachdem die hierfür in Aussicht genommene Persöiilichkeit zurückgetreten war. Wetter hatte Erzberger die undankbare Aufgabe. daS Geld für dieAefriedigungderFeindezu verschaffen, und er mußte dieses Geld beschaffen gegen vielerlei Widerstände. Was den An- geklagten zu seinem Vorgehen gegen Erzberger veranlaßt hat, ist Benommenheit, ja Haß! Eine Bestrafung deS Angeklagten aus 8 18S ist geboten. Bezüglich der Zubilligung deS§ 1S3 stimme ich mit der Staatsanwaltschaft überein. Im großen und ganzen handelt es sich hier nicht um ein besonderes Interesse des Ange- klagten, sondern um die Erzi«lung einer politischen Verschiebung. Eine Kompensation und eine Ehrennotwehr kommt nicht in Frage. WaS dasStrafmaß anbetrifft, so will ich keine bestimmten Vorschläge machen. Kommt daS Gericht aber z» meiner Auffassung, so muß natürlich ein« viel böheve Strafe als die beantragte Platz greifen. Auch die Art der Straf« stelle ich an- heim, doch ist hierbei zu beachten, daß eS sich um einen Minister handelt und daß ein solcher Angeklagter unter dem alten Regime sicherlich auf lange Zeit ins Gefängnis hätte wan- dern müssen. UnS kommt es aber nicht so sehr auf die Be- strafung des Angeklagten an. als darauf, festzustellen, daß die Ehrenhaftigkeit Erzberger? in keiner Hinsicht in Frage gestellt ist. Damit war das SM-stündig« Plädoyer deS Geheimrats v. Govdon beendet. und der zlveit« Anwalt ErzbergerS, Rechtsanwalt Fried- l ä n d e r, nahm das Wort. � Plädoyer des Dr. Eugen Friedländsr. Seit Jahr und Tag spukt die Verleumdung gegen Erzberger. Die widersinnigsten Verleumdungen und iörichtsten Beschimpfungen wurden gegen ihn laut, selbst von Leuten, die sonst urteilsfähig waren. Dieser Prozeß ist aber eine Summe von Enttäuschung für die Angreifer. Rechtsanwalt Friedländer geht dann zu einer eingehenden Würdigung der politischen Lauf- bahn und der politischen Wirksamkeit ErzbergerS über und trägt eine Anzahl Dankschreiben hochgestellter Per- sönlichkeiten vor. Erzberger sei in diesen wirren Zeiten, so führte der Verteidiger Dr. Friedländer auS, deroinzigeMann gewesen, der einen kühlen Kopf und«ine starke Hand besessenhabe. Gesetze, andenenson st jahrzehnte» langgeaebeitet worden sei. habe er in wenigen Monaten durchgebracht, so z. B. die ReichSabgubenordnung, die Verreichlichung der Eisenbahnen usw. Die Hingebung, diese Opferwilligkeit war aber nur bei einein so klugen und tüchtigen Mann wie Erzberger möglich. Auf äußere Ding« habe er nie Wert gelegt, e r h a b e z. B. hohe OrdenSauszeich nungen abgelehnt. Aus feiner Hilfsbereitschaft und Opferwilligkeit seien die weiteren Konzessionen entstanden, und sie haben die Schattenseiten entstehen lassen, die wir hier jetzt sehen. DaS eine habe Erzberger zweifelsohne besessen: die Zivilcourage, die schon Bismarck so sehr schätzte.— Dr. Friedländer ging dann auf die Frage der Baeiligung an großen Unternehmungen und auf das Einsetzen des Nebenklägers bei Behörden ein. Erzberger mag taktlos gehandelt haben, aber von einer Unanständigkeit oder 5iorruption könne nicht die lllede sein. Man müsse auch bedenken, daß die meisten aller ang�ührten Fäll« entweder während des Krieges oder IHöhrend der Nachwehen deZ Krieges sich abgespielt hätten, also in einer moralisch sehr tiefstehenden Ze t, in der kein Mensch ganz unschuldig sei. Grschüfte eines Ministers seien grundsätzlich zu verwerfen. Hier aber läge der Fall ganz anders. Dr. Friedländer geht auf einzelne Fälle ein. ES Handel! sich aber nicht um Korruption, sondern man kann sie als Kriegs- erscheinungen bezeichnen. In allen diesen Fällen hat Erzberger keine Vorteile gehabt. Wenn Erzberger hier als.Beamtenfchmck" hingestellt worden ist, so ist daS mcht seine Schuld. Die Frage der Unanständigkeit und dek politischen Geschästemachans darf nicht aus Einzelfällen beurteilt werden, sondern nur aus der Ge» samtpersönlich keit des Nebenkläger». Nach meiner Berechnung hat Erzberger alles in allem aus seiner Beteiligung in den Fällen, die im Pcoz:ß zur Sprache kamen, ISSOOO M. der- dient, und das in einer Zeit von 9 Jahren. Was außerordentlich charakteristisch ist für Erzberger, ist der Umstand, daß, abgesehen von den Fällen Thyssen und Berger. es sich in allen anderen Fällen um Erfindungen handelt. Erzberger hat eben einen»Erfindersparren". Dazu paßt sein Optimismus. In einer Gegenüberstellung des politischen Bildungsganges des Angeklagten und des Nebenklägers legt der Verteidiger dar, daß eS erklärlicherweise nicht gerade habe erzieherisch wirken können, daß Erzberger verhältnismäßig so frühzeitig zu großem Einfluß gekommen ist. Wenn Erzberger auch nicht immer taktvoll und richtig gehandelt hat. korrupt sei er auf keinen Fall, da» schltrhr schon sein» Ztvilkourage auS. Erzberger ist nicht mit Gelb, Protektion ober durch skrupellose Mittel emporgetrageii worden, er ist kein Schmutzt««, kein unwahrhafter schlechter Mansch. Zwischen ihm und dem An- geklagten bestehen unvereinbare Gegensätze. Erzberger ist alles au» und durch sich geworden. In der Feindschaft Helfferichs gegen Erzberger ist ein gm Teil Haß gegen den Emporkömmling. Erz- berger hat immer das Gute und Rechte gewollt, er hat eS oftmals erreicht, und wenn er sich in seiner Wahl der Mittel vergriffen hat, so zeugt ein ganzes Leben von Aufopferung im Dienste des Volke» für ihn, um ihn nicht zu einem geschästZ- politischen Verbrecher stempeln zu lassen. Ich möchte mich nun noch gegen de» Strafantrag de? Obcr- staatSaiUoalts Wenden. Wenn, das Gericht glauben sollte, daß alles, was ich hter vorgetragen habe, nicht richtig ist, dann wäre es doch richtiger, den Angeklagten frei zu sprechen, oder man soll ihn zu h oder 10 M. Geldstrafe verurteilen, damit jeder steht- da» Gericht hat freisprechen wolle«, mußte aber der Foyg genügen. Wenn man aber dem Gesamtbild Erzberg-rs gerecht werden will, und alles unter einem Gesamtgesichtspunkt sieht, dann darf man nicht dieses Urteil fällen, daß der Wahrheits- beweis erbracht'ist, daß Erzberger der Typ de» politisch-parlamen- tarischen Geschäftemacher» ist, durch das man diesen Mann au» der G.sevschaft anständiger Menschan hinausstößt. Vors.: Am Montag werden die Herren replizieren, ich bitte den Herrn ReichSfinanzministsr für l'ch Uhr zu laden, damit er dann auch zu Worte kommen kann. Damit wird die Verhandlung auf Montag vormittag QM Uhr vertagt. vie Setriebsratswahlen. Wieviel MitglieSer hat öer Betriebsrat! Einige in der letzten Zeit erschienene BetriebSrätekommeniare legen den§ 15 des Gesetzes falsch ou»t io berechnen Syrup-Kieschke auf List Arbeitnehmer 9 statt 10, aus 2600 nur 13 statt 14 Mit« glieder. Die» beruht auf einem Irrtum. Wenn§ 15, Abs. 2 vor« schreibt, daß die Milgliederzahl sich um je eines auf je weitere 200, 500, 1000 Arbeitnehmer erhöht, so sind damit ganz deutlich die jeweils angefangenen 200, 500, 1000 gemeint. Dies folgt— Vau der EnlstehungSgeichichte abgesehen-»» schon daraus, daß sonst von 200 bis LV9 eine Lücke wäre und erst von 400 ab ein Mitglied hin« zukäme. Der Sicherheit halber sei im folgenden noch einmal die Tabelle für die Milgliederzahl abgedruckt: Der BmiebSrat hat Mitglieder in Betrieben mit: betrieb. Die Vertrauensleute de? Verbandes des Post« und Telegraphen» Personals sMUgliedschaft im Deutschen Transportarbeiterverband) beschlossen einstimmig in ihrer am 4. Mörz d. I. abgehaltenen Konferenz, die Wahlen nur nach gewerkschaftlichen Grund» s S tz e n vorzunehmen. Nickt die politische Richtung der Kandidaten darf maßgebend sein, sondern nur die gewerkschasilicke und beruf« licke Tüchtigkeit, geistige Sirebsomkeit und moralische Festigkeit. Ueber den Ausbau der Betriebsräte sowie die Abgrenzung ihrer Befugnisie gegeneinander ergeht demnächst von der ReickSpost« Verwaltung in Uebereinstimmung mit der Organisation eine Ber« ordnung._ Wirtschaft. Eisenerzeuger gegen Eisenverbranchrr. Ein trauriges Bild des kapitalistischen EgoiSmuS bietet sich in unserer Ersenwirtschast dar. Anstatt, daß in dieser Zeit der bittersten Not mm Besten deü BolkSganzen Erzeuger und Der- brauchcr als Einheit auftreten, stehen die schwcrindustriel- len Eisenerzeuger im Kampf mit den zahlreichen eisender- brauchenden Industrien. Der AuSlandSbrdarf ist groß, die WeltmarktSpvefse sichern ungeheure Gewinne, von denen bis heute an daS Reich nichts abgegeben wi.d. Aber auch die Nachfrage auf dem Inlandsmarkt ist riesengroß. Hier nähern sich die Preise zwar sehr stark den feeltmarktspreisen. dann die Barbände beschließen ja souverän, welch« TeuerungSMschläge sie machen wollen, den- noch stechen sie bis jetzt Min Teil unter den WeltmarktZpreisen. Tie Handelsschrauben. Vereinigung hat allerdings bereits 2900 Prozent auf die früheren Grundpreise aufgeschUg-jj. In der freien Wirtschast entscheidet der Unternehmer allein, o? er sein« Produktion ins Ausland oder im Inland verkaufen will. Er wird sie dortchin verkaufen, wo er auf die Dauer den höchsten Profit erzielt. Nun ist die Lage so, daß die eisen- erzeugenden Industrien eifersüchtig geworden sind. Sie fehen, daß die eisenverarbeitenden Industrien auS dem für da» Irland unter Weltmarktpreis an sie verkauften Eisen sich in Form von Exportwaren die hohen Gewinne aus dem Ausfuhr« g« s ch ä f t verschaffen. Seit der groszen Spanne zwischen deu Welimrarkt. und den Inlandspreisen bestecht zwischen den Eisen- erzeugern und-Verbrauchern des Valutoprosites wegen böse Feindschaft. ES soll nun so verfoihren werden, daß die Eisenindustrie auch an den Exportgewinnen der eisenverarbeitenden Jndu- strien fo weit beteiligt wird, daß sie tibre Erzkäufe im AuS- lande bezahlen kann. Tie» läßt sich dadurch bewerkstelligen, daß die AußenchandelSsielle der Eisenindustrie mit den Außenhandel» st ellen der eisenverarbeitenden Industrien in Verbindung gebrockt wird, und zwar müßten die A u ßeiiha ndelSst t llen der eisenverarbeitenden Industrien einen Teil ihrer Exportgewinne an die Außenbandelsstelle der Eisenindustrie abführen. In dieser Werse plant auch daS ReichSwirtschaftSminfsterium den Ausgleich herbeizu- führen. Diese Regelung erscheint uuS durchaus unzulänglich Beide Jndustri'vgrupven müßten m einem EisenwIrtfchaftSkörper vereinigt werden mit einem Reichskommissar an der Spitz«, der die Vollmachten erhält, alle Interessengegensätze auSM- gletchen und nach gemeinwirtschaftlicken Grundsätzen die Gesamt- organisation zu leiten. Er sollte die Steve sein, die genauest prüft und verfügt, wieviel der Produktion ins Ausland gehen darf, und der dafür sorgt, daß di« Uebergewinne dem Reiche Msallen. Der Aufbau eines solchen WirtschaftskörperS würde unZ einer wirklich raftlmell arbeitenden Bedarfsdeckungswirt. Schaft näherbringen. Der Umlauf papierner Zahlungsmittel. Die gesamten vom Reich ausgegebenen und im Umlauf besindlicken Banknoten. DarlehenSlasfenscheine und ReichSkassenscheine betrugen: August 1S14...... rund 2 Milliarden November 1918# 27, 21. Februar 1920.... 52 Besserung in der Saliindustrie. Die Belieferung mit Kohlen und die Waggonge st eilung hoben sich soweit gebessert, daß der Landwirtschaft in den letzten beiden Monaten bi« 100 000 Waggon« Kali zuqefübrt werden konnten. Ihr Bedarf soll gedeck: sein. DaS Kaliiyndikat hat nach den Vereinigten Staaten Vertreter gesandt, die«inen großen Lieferungevertrag abschließen sollen. Die Berliner HandelSgcsellschiist. Diese Bank die in der Behren« siraße."SP3 ihren Sitz hat, wurde 13SS gegründet. Sie bat die Form der Kommandtt-Aeiellichaft auf Altien. da» Äommondilkapital beträgt 110 Millionen Mark. Der Abtchluß kür 1919 ermöglicht eine Dividende von 10 Proz. 11 Millioue« Marl Während die Bank 1914 an Zinsen und Wechseln 8,8 Millionen vereinnahmte, ist diel« Einnahme euk 21 Millionen g e st i e g e n. Der erzielt« Gesamt» Überschuß beirägi 90 Millionen Der BerwalrungSrat. Geschäfts« inhaber, Prokuristen erhalien zirka 4 Millionen Mark. Die Einlagen der Kunden(die Gläubiger der Bant) sind um 400 MÄione« gestiegen.- Während die Sparkassen erhebliche Abhebungen haben, haben die Geldeinzahlungen allein bei dieser Bank die gewaltige Zunahme ertabren. Da» Volk verlumpt, die Ober- schichten, Handel und Industrie zeigen wachsenden Reichtum au Papierzettelu. GewerkschoDbewMng Ein neues Werk in üer Gewerkschastsllteratur. Das Streben, die Gewerkschaftsbewegung in ihren Tiefen zu erfassen, die Methoden ihres Kampfes darzulegen und ihren Aufgabenkreis im Befreiungskampf der Arbeiterklasse zu umgrenzen, ist in den letzten anderthalb Jahrzehnten beson- ders hervorgetreten. Das ist erklärlich. Organisatorische Ge- bilde, die im Laufe einiger Jahrzehnte zu Machtfaktoren im Wirtschaftsleben werden, ziehen das Augenmerk des Geschichts- forscbers, des Oekonomen und des Politikers auf sich. Bis in die entferntesten Wurzeln ihrer Vergangenheit sind die Gewerkschaften verfolgt worden. Als ihre Borahnen haben die Geschichtsschreiber unserer Gewei kschaften mit Recht die Brüder- und Gesellenschaften des 15. und 16. Jahrhunderts bezeichnet. Indessen, das. was die Gewerkschaftsbewegung heute für uns darstellt, ist durch den ehernen Gang der Eni- Wicklung bedingt. Tie modernen Gewerkschaften sind Kinder der großkapitalistischen und maschinellen Entwicklung. Auch das Zeitalter des Kleinhandwerks und der Manufaktur weist ein Bedürfnis der Gesellen und Arbeiter zum Zusammenschluß auf. dessen Zweck die Erkämpstmg möglichst günstiger Arbeits bedingungen ist. Was die Arbeiterkoalitionen der Gegenwart aber geistig weit über die Vereinigungen früherer Zeiten erhebt, ist die Erkenntnis, daß der Zortlchritt der Technik und die industrielle Entwicklung notwendige Vorstufen einer höheren Gesellschaft� und Wirtschaftsordnung sind. Die Tatsache, daß noch vor hundert Jahren die verelendeten englischen Arbeiter unter der Führung des Nottinghamer Strumpfwirkers Ned Lud' die ersten Maschinen zerstörten, und daß noch vor wen'gen Jahrzehnten in der deutschen Arbeiterschaft der Einzug der Maschinen bekämpft wurde, läßt erst die ganze Größe des Unterschiedes zwischen der Denkweise unserer Zeit und der der Vergangenheit erkennen. In grundlegender und umfassender Weise behandelt in einem soeben erschienenen Werke über die Entwicklungs- geschickte der 61ewcrkschaftsbewegung Dr. Siegfried N e st r i e p k e die gewerkschaftlichen Probleme vom historischen und theoretischen Gesichtspunkt.*) Der vor kurzem aus der U. I. P. ausgeschiedene Verfasser zeigt in diesem Werke, daß er seine Aufgabe mit großem Ernst und ebenso großer Liebe für die Interessen der Arbeiterklasse zu lösen sucht. Gewaltig und umfangreich ist der Stoff, in den sich Nestriepke vertieft. Das Werk zerfällt in drei Hauptabschnitte! Allgemeines und Theoretisches.— Die Ansänge einer Gewerkschafts� bewegung in Deutschland.— Von der Aufhebung des Sozialistengesetzes bis zum Ausbruch des Weltkrieges. Im ersten Abschnitt werden sowohl alle vergangenen wie auch neue Streitfragen über das gewerkschaftliche Wirken auf- gerollt. An der Gegenüberstellung der bekannten Auffassung vom ehernen Lohngesetz Lassalles und der Marxschen Denkweise kann der Leser immer wieder lernen. Insofern wäre es nicht zum Schaden des Buches gewesen, wenn der Verfasser gerade die theoretische Abhandlung zuweilen noch schärfer herausgearbeitet hätte. Dagegen sind die„innere" Geschichte, das Wesen und Werden der verschiedenen gewerkschaftlichen Einrichtungen bis in die neueste Zeit hinein unter Benutzung vieler Quellen- studien eingehend geschildert. ' Bescheiden bemerkt der Verfasser in feinem Vorwort, daß vieles darin besser und anschaulicher geschildert sein würde, wenn ein Gewerkschaftler der Verfasier deS Buches wäre. Es ist richtig, daß Männer wie Hermann Müller, Brink niann und U m b r e i t in ihren Gewcrkschafts- gcschichten anschaulicher wirken. Sie stehen als berufene Führer seit Jahrzehnten im Gewerkschaftsleben. Das, was sie uns zu sagen wissen, entspringt gewissermaßen den Taten, ihres eigenen Lebens. Nichtsdestoweniger darf gesagt werden, daß Nestriepke als ein der Gewerkschaftsbewegung mehr Fernstehender mit großem Fleiß einen gewaltigen Stoff gemeistert hat. Sein Buch, bei dessen Abfassung allerdings umfangreiche Manuskriptteile eines größeren Werkes über die deutschen Gewerkschaften von Adolf Braun Verwendung gefunden haben, ist ebenso lesenswert wie lehrreich. In kurzer Zeit soll der zweite Band erscheinen, in welchem Nestriepke die Entwicklung der freien Gewerkschaften während des Krieges und in der Revolutionszeit behandeln, sodann in einer Reihe von Kapiteln die übrigen gewerkickaft- lichen Richtungen, die Angestelltenbewegung usw. darstellen, ferner die Gewerkschaftsbewegung des Auslands skizzieren will. Von diesem Band betont der Verfasser, daß er sogar der wichtigere sein werde. Schon heute darf gesagt werden, daß die sozialpolitische Literatur unserer Zeit durch das Ncstriepkesche Werk um eine Erscheinung bereichert worden ist, an der nicht vorbeigehen darf, wer niit dem politischen und wirtschaftlichen Leben in Berührung steht. Carl Mermuth. Tie Gewerkschastbbcwegung von Dr. Siegfried Nestriepke. I. Band 436 Sellen slark, bro'cdiert 14 M.. gebunden 17 M. Verlag von Ernst Heinrich Moritz(Inhaber Franz MittelbachZ, Stullaart. die Suchörucker bestehen auf dem Schiedsspruch. In Kliems Saal nahm am Freitag abend eine sehr stark be- suchte Versammlung der Delegierten und Verrrauensmänner des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer Stellung zu der Situation, Ivelche durch die Ablehnung des Schiedsspruchs seitens der Unternehmer geschaffen ist. Der Gauvorsitzen.de M a s s i n l gab einen Bericht über die mit den Prinzipalsvertretern gepflogenen Tarifverhandlungen. Tie Gehilfenvertreter hatten außer einer Re he von Verbesterungsan- trägen die Forderung auf Erhöhung der Teuerungszulage— für Berlin 70 M. wöchentlich— gestellt.— Die Prinzipalsvertreter beantragten Verschlechterungen hinsichtlich dm Dauer und der Be zahlung der Ferien sowie der Bezahlung der Feiertage und der Lohl'.euischädigung bei verkürzter Arbeitszeit. Iiis Teuerungszulage wollten sie für Berlin nur SS M. bewilligen.'Ablehnend der- hielten die Prinzipale sich auch gegenüber einem Vermittlungs- vorschlug der Gehilfen, die sich schließlich mit 60 M. für Berlin begnügen wollten. Auf Ansuchen der Gehikfenvertretet setzte das Reichsarbeitsmwlsterium einen Soblichlungsausschuß ein, der einen Schiedsspruch fällte, welcher für Berlin die in drei Raten zahlbare Teuerungszulage einschließlich der Brot- und Kartoffelzulage auf 60 M. für Verheiratete und 5ö M. für Ledige festsetzt.(Den vollen Inhalt des Schiedsspruchs haben wir in der Freitagabendnummer mitgeteilt.) Die Prinzipal« haben den Schiedsspruch abgelehnt. Sie haben dadurch— wie Massini sagte— den Weg zur Verständigung vcr- rammelt. Die Situation ist eine so ernste, wie sie das Luchdruck- gewerbe seit 30 Jahren nicht gesehen hat. Die Prinzipale wollen uns in den Kampf hineintreibm. Für sie handelt es sich nicht um den Lohn— die Differenz zwischen ihrem letzten Angebot und dem der Geliilfen beträgt ja nur 10 M.—, sondern um die Zahl der Beschäftigten. Sie wollen sich Luft macheiu Es gilt also für uns, einen Weg zu finden, der uns zum Erfolg führt. Die Vcrtre- tungdes Verbandes und der Gaue haben be- schloffen, daß der Schiedsspruch im ganzen Reiche durchgeführt werden soll. Wenn auch die Prinzipale den Schiedsspruch bgelehitt Haben, so ist doch damit zu rechnen, daß er als rechtsverbindlich erklärt wird. In diesem Falle müssen die ttn Schiedsspruch zugeb�lliglen Zulagen gezabli werden. Die Berbandsvertretting empfiehlt den Kollegen im ganzen Reich, daß sie, ohne erst die Erklärmtg der Rechtsverbind- lichkeit abzuwarten, am Lohntage der nächsten Woche die Zahlung der Teuerungszulage, wie es der Schiedsspruch bestimmt, rückwirkend vom 1. März verlangen und im Falle der Ablehnung den Lohn unter Vor- behalt annehmen. Am Montag ist erst die Zeit abgelaufen, wo beim Reichsarbeitsulinisterium die Erklärung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs eingereicht werden muß. Die Prinzipale haben also noch Zeit, einzulenken. Sie haben bei den Verhandluiigen selbst anerkannt, daß sich die Gehilscir in einer Notlage befinden, wir können nicht annehmeil, daß das Gewerbe nicht in der Lage sein sollte, unsere Forderungen zu erfüllen. Wir warnen die Prinzipale, wir warnen auch die Regierung. Sollte es zum Kampf kommen, dann werden auch viele kleine und mittlere Prinzipale in den Abgrund gerissen werden. Dem beifällig aufgenommenen Referat folgte chic lebhafte Diskussion. Allgemein kam die Stimmung zum Ausdruck, daß die schärfsten Aainpftnitlel angeivaitdi werden sollen für den Fall, baß die Uitternehmcr die Bedtiigungen nicht erfüllen. Die folgende Resolution wurde einstimmig angenonimen: Die Versammlung fft entrüstet darüber, daß trotz der berr- ■ sckcndcn Not der Gehilfenschaft die Prinzipalsvcrtreter die Elm- gnngsverhattdlungen mit den GehUfetiverireien� die ihnen bis ziun äußersten entgegenkommen sind, schettern ließen, obwohl sie den Notstand der Gehttfenschaft anerkannt hatten. Die Prinzipals- Vertreter baben aber aucki den Schiedsspruch des ReichsarbeiiS amtS abgelehnt und dadurch bewiesen, daß sie eine Berständi gung überhaupt nicht baben wollen. Im Gegensatz dazu wird die Gehilfenschaft auf der Durchführung des Schiedsspruchs be- harren/obwohl derselbe die berechtigten Ansprüche der GeHilten- schast nicht befriedigt. Sollte auch die Berliner Prinzipalität dem Schiedsspruch keine Folge geben, so sieht sicki die Gehilfenschast gezwungen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln vor- zugehen, um ihre Existenz iveiter cmfrechtzuerhalien. Der Ttrsik in den Brotfabriken ist beigelegt, ebe er eigentlich zum Ausbruch gekommen Isar. Die am Freitag nachmittag ange- setzte Versammlung der Streikenden war nur sehr schwach besucht. Ein Zeichen dafür, daß die Arbeitnehmer mit 5en am Freitag früh veröffentlichten Einigungsvorschlägeit einverstanden sind und des- halb die Arbeit erst gar nicht eingestellt, oder, wo es bercits ge- -schehen, nach kurzer Unterbrechung wiederaufgenommen haben. Die wenigen, die am Freitag aus Unkenntnis der Sachlage streikten, haben die Arbeit ebenfalls wiederaufgenommen, so daß eine nennenswerte Störung der Betriebe n-rgends eingetreten fft. Teuerungszulage im Lcitergerüstbaugewcrbe. Die Leitergel üstüauer nahmen am Donnerstag Stellung zu der geforderten Teuerungszulage. Klose vom Deutschen T,a»§por'arbeiterverband erstattete Be- richt über die Verhandlungen mit den Unternehmern. Die geforderte Teuerungszulage von 1.25 M. pro Stunde wurde von den Unternehmern anerkannt mit der Maßgabe, daß dieselbe am 5. 3. erstmalig zur Auszahlung gelangt. Vom l4. 2. bis 27. 2. 1920 beträgt dieselbe 1.— M. Für die zurückliegende Zelt lab 1. 1.) waren von den Arbeitnehmern 160 M. Nachzahlung gefordert. Diese Forderung stieß auf Widerstand bei den Arbeit- gebern: dieselben erNärreri, daß sie nicht in der Lage seien, irgend- welche Nachzahlung bewilligen zu können. Durch Schreiben vom 3. 3. teilten sie dann mit, daß sie bereit wären, vom 10. 1. bis 13. 2. eine Nachzahlung von 10 Proz. vorzunehmen. In der Diskussion kam zum Ausdruck, daß die Arbeitnehmer von dem Angebot der Nachzahlung nicht befriedigt seien. Um aber den Frieden nicht zu stoien, stimmte die Versammlung dem Angebot der Unternehmer zu. Die Versammlung sprach aber die Erwartung aus, daß bei einer Iveireren Berschlcchteruiig der wirlichaftlichen Lage der Arbeiter- schaft die Unternehmer sich abermals bereit finden werden, der Not- läge der Arbeiter Rechnung zu tragen. Beendeter Lohnkampf der mecklenburgischen Landarbeiter. Ter neue Lohntarif für die Landarbeiter in Mecklenburg ist nunmehr zustandegekommen. Es wnrde ein Schiedsspruch des SchltchiungSmisschusfeS auf folgender Grundlage geiälli: Arbeitszeit 2800 Stunden, außerdem bis zu 100 Pflichtstunden. Arbeitslohn für freie Arbeiter, steigend vom Januar bis De- zember 1920 von 1,65 bis 2,05 M. die Stunde, gleich rund 5180 M., außerdem ein Fuder Heu. Ständige Arbeiter: außer Deputat gleich 2920 M. Wert bis Juni 0,65, von da ab 0,75 M. die Stunde, gleich rund zusammen 4880 M. Einzelheiten tzes Tarifvertrages tverben sofort vereinbart. Die Arbeit ist überall im Interesse der Volksernährung soiort wieder aufzunehmen. Sobald die Arbeit aufgenommen, werden in Schutzhaft Genommene aus der Schutzhaft entlassen. Handelshilfsarbeiter der Chirurgie-Brauche. Nach gegenseitiger Verständigung mit dem Verband der Chirurgic-Mcchanik und dem Deutschen Transportalbeiier-Verband (Ebeinifcho Branche) sind die Löhne ab 1. Januar 1920 folgende: Für männliche Jugendliche von 14—16 Jadren 4t M.. von 16— 18 Jahren 66 M., von 18—20 Jahren 94 M.; weibliche Jugendliche 20 Proz. weniger. Für männliche Erwachse»?, unver« heiratete und verheiratete'ohne Kinder, Anfangslohn 130 M. pro Woche, noch V, Jahr 140 M. pro Woche, nach 1 Jahr 151 M. cid Woche. Verheiratete mit Kindern: Aniangslohn 134 M. pro Woche, nach 1I, Jahr 140 M. pro Woche, nach 1'Jahr 155 M. pro Woche. Weibliche Erwachsene 25 Proz. weniger. Die Differenz zwischen den jetzigen Tariflöhnen und obigen werden von den Firmen bis zum 1. Januar nachgezahlt._ Lohnbewegung der Angestellten in der Zigaretten- Industrie. Nach vergeblichen Verhandlungen der beiderseitigen Organe« sationen hat gestern der Scblichtungsausschuß Groß-Berlin durch chieds'pnich die Gehälter und die Geltungsdauer des Tarifvertrags >ür die Angestellte!! sestgesetzl. Obwohl der Schiedsspruch die An- geslellten nicht befriedigt, haben Meie in einer in den Prachüälen All-Berlin statigefimdenen Veiiammlung sich einstimmig dem Schiedsspruch unterworfen. Es wurde gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß, falls die Arbeitgeber sich dem Schiedsspruch nicht unterwerfen sollten, sofort in den Betrieben über den Streik abgestimmt und in den Ausstand getreten werden soll. Hoffentlich sind die Arbeitgeber so einnchtiq, sich ebenfalls dem Spruch des SchlichiungsanSlchusseS zu unterwerfen, um diesen Streik. der auch für die Allgemeinheit sehr empfindlich werden kann. zu. vermeiden. Tas gewerbliche Personal der Kriegsorganisationen nahm in einer Versammlung im GewerkiSaflshauS Stellung zu den bewilligten Teuerungszulagen. Nach dem Bericht ist von, Reichswirlschaflsministerlum die Bersügung an die Gei'chäsiSleitunaen ergangen, ab 1. Januar 1920 an Verheiratete monatlich 250 M.. an Ledige über 48 Jahre monatlich 200 M. und an Jugendliche monatlich 150 M. zu zahlen. Außerdem erballen Verheiratete noch pro Kmd monatlich eine Zulage von 50 M. Die Zahlung dieser erhöhten Telierungszulage tst aber abhängig von der Einführung der achlstündigen Arbeitszeit, und das ist für dos Personal der Kriegsorganisationen eine Verschlechterung, da in den meisten Ge- sellichaften bisher eine kürzere Atbeitszeit üblich war. Die Ver- füfluiig vom ReichswirtichafiSministerium besagt nun ausdrücklich, daß die zur Deckung der Mehrlosten erforderlichen Mittel nur bei vermebrter Produktion durch erböbte Arbeitsleistung zu leisten wäre. Die Durchführung dieser Neuerung rief unier den Versammelten Entrüstung hervor, weil zu befürchte» ist. daß die Betriebe der KiiegSoraanrsäiionen bei Vermehrung der Arbeitszeit ohne weiteres zu Entlassungen von Peiional schreiien weiden. Die Versammlung nahm einstimmig eine Protestresolution an, worin der Erlaß deS Wilischafisministerinms in Anbeiracht der in den Kriegsorganisationen beschäftigten KriegSteilnehiner, Kriegsver- letzten und Kueashinterbliebenen, denen nun zum Teil die Eni- lasmng droht, starr verurteilt wurde. Die Versammlung beschäftigt.! sich weiter noch mit der Wahl der Delegierten zur Generalver- saininlung; sie beschloß seruer die Euiführung eines KampffondS, um die Agitation noch bester ausbauen zu können. Fachgruppe 4 a, Vrrsicherungsangrftcllte. Seuls Sonnabeiid '/..2 Uhr: Veiiammlung der'Äusschunmitgiicser oder B-ttraucnSleule im »Älten tiskanier", Anhaitswaßs II. Wichtige TazeZordniinq. Nuchbtudcrvrrdaiid. Große öffciitliche Leriämmlung am Sonntag, den 7. März, stttO Uhr vorm., im.Deutschen Hoff. Luckauer Stta« 15. Tagesordnung:.In welchem Verhältnis stehen unsere Löhne zu der heutigen Lebenshaltung und welche Forderungen mästen wir daher zum iieuen Lohnabkommen stellen?' Näheres siehe Inserat in der heutigen Nummer.__ Jugenüveranftaitungen. Berel» Arbeiterjugend. Gruppe Berlin. Jugendseireiarlal Belleoue- straße 7. Heute abend 7 Uhr: Vorständekonfcrenz im Ju ienddem. Linsen- Ilrahe 3. onnirit! nur unter Vorzeigung der blauen und roten Ausweis- karten und des Mitgliedsbuches. Sämtliche Mteilunqen mästen vertreten fein. V-rantw. für den redaktion. Teil:«ew, gi«--. Td-rl-llenburg: we Anzeigen- Th. S locke. Berlin,«erlag: Vorwörio-V-rl-g S. in. b.S. Berlin. Druck: L-r. wärls-Buibdruckerei f.. Berlaaoonstalt«rvl Sinaer u. Co. Berlin rindenlir. Z. Hierz» I SrllMfc_ < HetallaM! in gi«steten JSoflen foufon zu Engro-proll-o nur von Händlern und Gewerbetrelbenden Bader I Bauer, Neanderstraße 15. Fernsprecher: »lorihploh 881. 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