Ur. 122. 37. Jahrg. Bezugspreis: ViertelMrl. lKA>-JJIL, monatl,550 Ml. !rei ms Saus, voraus ahlbar. Poft- dezuq Monatlich S.b<> Mt. erkl. Zu- stellunzshrdllhr. Uuier Kreuzband für Deutlchland und Oesterreich- Ungarn 8.75 Mt» für das übrige Ausland 13,— Ml» bei tflnllch einmal. Zustellung IL— Ml,+ Valuta• Aufschlag. Post- beftellungen nehmen au Danemarl, Solland, lluzemdurg, Schweden und die Schweiz. Singetragen in die Post- Zcituugs- Preislili«. Der»Vorwärts� mit der Sonntags- beilage»Voll u-Zeif ericheint wachen- täglich zweimal, Sonntags einmal. Telegramm-Adreffri »SozialSemolrat verlin-. Abend-Ansgabe. 9 ) w-m f Devlinev Vslksblcltt Anzeigenpreis: Die achtgeipaltene Nonoaretllezeile loste! 2.— M., Teuerungszuschlag 60% »kleine llnzolgen", das fett- gedruckte Wort 75 Pjg.(zulässig zwei fettgedruckte Wortes, iedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 65 Pfg. iedes weitere Wort 10 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50% Familien- Anzeigen, volltische und gewerlichaftliche Vereins- Rn'etgen Z,- Mt. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen Mr die nächste Nummer müsien bis 5 Ahr nachmittags im Hauntgeschäft. Berlin SW 68, Linden- ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr jruh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der roztaldemohrall feben parte» Deutfcblanda Neöaetion und Expedition: Sw. öS, Linöenftr.?. aernsprechcr: Amt Alorruplnu. Nr.»."»» iXI— ll-l!>?. Sonnabend, den 6. März 1N2O. Vorwärts-Verlag G. m. b. h., EW. öS, üindenstr. 3. Fernsprecher: Amt Morrlivlak, Nr.»17 SS— 54. Frankreich und das Wirtjchastsmanifest. Bern 6. März.(W. T. B.) Der Pariser Berichterstatter beS Bund meldet, eS fei noch ungewiß, wann die offizielle ErNürung des Obersten NatcS über den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas veröffentlicht werden könne, weil die erforderliche Zustimmung Millerands nöch unsicher sei. Der Plan NittiS, die Neu- tralen zur Gewährung einer internationalen Anleihe an Deutsch- laivd zu veranlassen, die durch deutsche Pfänder sichergestellt werden müsse, werde von den Franzosen mit dem Einwand bekämpft, daß dadurch die Anwendung des Versen ller Vertrags erschwert werde. Im französischen Ministerrat lena.« man die Wirtschaft- liche Wiederherstellung Deutschlands vor der Wiederherstellung der zerstörten französischen Gebiete geradezu einen Skandal. Frank- reich scheint durchgesetzt zu haben, dag das deutsche und das fran- zösische Problem als gleichberechtigt behandelt wevden. Die Schluß- folgcrung des Korrespondenten, Frankreich fühle, daß England und Italien die Absicht hätten, Teutschland zu schonen, und zwar auf Kosten Frankreichs und seiner zerstörten Gebiete, wird von dem Pariser Berichterstatter der„Basleffilachrichten" mit der Feststel- lung unterstrichen, daß sich die ent�eh-italienilche Tendenz gegen die buchstäbliche Anwendung des Bersailler Vertrags immer stärker geltend mache. Wenn sie sich jetzt angesichts des französischen Widerstandes auch nicht hätte durchsetzen können, so sei der Kampf doch nicht aufgegeben. Er werbe in einer anderen Form bei der Finanzkonferenz des Völkerbundes wieder beginnen. Der ,�empS" vom 4. März enthält einen Artikel, der sich in pragrammatischer Weise mit den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich befaßt. Es wird darin Klage darüber geführt, daß in Teutschland der Haß gegen Frank- reich in systematischer Weise kultiviert werde: Ein englischer Oberkommissar regiere in Danzig; kein Mensch spreche davon; ein französischer General ziehe in Gleiwitz ein, und man schleudere sofort eine Flasche gegen seinen Kopf. Man impfe den jungen Deutschen eine hauptsächlich gegen Frankreich gerichtete Revanche ein. Aus dieser Klage klingt eine leise Eifersucht gegen Eng- land heraus, doch ist alles aus einer falschen Perspektive heraus gesehen. In Deutschland herrscht neben der unzweifelhaften Revanchestimmung mancher Kreise auch eine sehr starke Persoh- nungsstimmung, wie sie ähnlich nach einem gleichen Krieg mit gleichem Ausgang Wohl noch in keinem Lande der Welt vor- Händen gewesen ist. Diese Versöhnungsstimmung sucht dort ihre Stutze, wo sie Geschäfte im Kaiserreich. System Helfferich. Mit hoher Vefriedigung haben alle anständigen Menschen gelesen, wie scharf Angeklagter, Vorsitzender und Staatsanwalt in dem Erzberger-Helfferich-Prozeß gegen die Verwertung eines parlamentarischen Mandats oder einer wie immer gearteten amtlichen Stellung zugunsten privater eine solche findet, sie hat sie in England früher gefunden vorgegangen sind. Wenn auch die Ausspionierung als in Frankreich. Ihre Träger wissen aber sehr genau, daß die Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich nicht. weniger wichtig, sondern womöglich noch wichtiger ist als die zwischen Deutschland und England. Der deutsche Pazifismus sucht Frankreich gegenüber nur eine Gelegenheit, die er er- greifen kann, sie ist ihm noch nicht geboten worden. Solange keine Beruhigung darüber geschaffen ist, daß Deutschland von Frankreich keine Bedrohung seines ihm im Frieden verbliebe- nen Besitzstandes zu fürchten hat, wird das Verständigungs- werk auf die schwersten Hindernisse stoßen. Ein Aktivum in der Rechnung der deutschen Verständi- gungspolitiker, in deren Lager die Sozialdemokratie restlos steht, ist der Umstand, daß Teutschland und Frankreich jetzt die gleiche Staatsform, die der demokratischen Republik besitzen. Es muß leichter sein/die Brücke zwischen Republik und Republik zu schlagen als zwischen Republik und Kaiserreich. Ter„Temps" sucht aber auch den Wert dieses Verständi- gungsfaktors zu verringern, indem er auf den Artikel des Gen. S ch e i d e m a n n in der letzten Sonntagsnummer des„V o r- w ä r t s" hinweist, in dem von reaktionären Beamten. Lehr'-r und Osfiizicren die Rede ist. Wir bitten den„Temps", sich bei. der„Humanitö". zu erkundigen, ob es nach ihrer AufWnM in Frankreich, das stfwn seit 50 Jahren Republik ist, nicht auch noch reaktionäre Offiziere und Beamte gibt. Uns wäre es ein Leichtes, sozialistische Kritiken an den in Frankreich herrschenden Zuständen zu dem Beweis zu per-, wenden, daß für uns eine Verständigung mit einem so reaktiv- nären Staat wie Frankreich eine Unmöglichkeit sei. Wir ziehen es vor, uns des Kampfes zu freuen, der drüben gegen die Reaktion geführt wird, und ihn bei uns ebenso zu führen, und wir erhoffen von dem Zusammenwirken dieser vergangenheits- feindlichen Kräfte eine bessere Zukunft für beide Völker. Die Offensive öer Solschewiften. Kopenhagen, 5. März. Am 3. März eröffneten die B o l- f ch e w i st e n nach Artillericvorbcrcitnng einen neuen Angriff gegen die finnische Stellung bei Suntjaerpi. Der Kampf dauert an. Horthp an Sein Volk. Ter„Verweser" der ungarischen Nation hat ein Man i- fest erlassen, das wie folgt beginnt: An die ungarische Nation! Das Vertrauen der ungarischen Nation hat im Wege der Nasio- nalversammlung die Macht des Staatsoberhauptes in meine Hände gelegt. Auch hierdurch sind mir auf dem Wege der Wiederherstellung des verfassungsmäßigen Lebens weiter vorgeschritten. Wir haben die finstere Epoche der Land und Nation verderbenden und vernichtenden Revolutionen abgeschlossen. ES ist mein unabänderlicher Wille, die Nation auf die Wege des Heils zu führen... r.-n®ie Melodie ist nickt mehr ganz neu. Der„unabänder- Ilche Wille" gleicht aufs Haar jener gottgewollten Borniertheit des Amerongers und wenn die hohle Phrase,, die Nation auf die Wege des Heils zu führen" nicht eine plumpe Nachahmung der„herrlichen Zeiten" Wilhelins des Gewesenen ist, möchte man Matz heißen. Geradezu widerlich wirkt es aber, wenn der Verantwortliche des beispiellosen weißen Terrors zu sagen wagt: „Ich will die Herrschaft der christlichen Moral wieder herstellen auf der ganzen Linie. Ich werde die oberste Gewalt mit Liebe, mit Toleranz, Einsicht und Gcrechtiglcit ausüben. Alle extremen Bo- tätigungen wünsche ich c nzudänuncn. die rücksichtslose Sucht zur Geltung zu kommen, ebenso wie die Ausartung der Parteileiden- schaffen, die A u f r« i z u n g z u m K l a s f e n k a m p f und die die Produktion lähmende Aufhetzungen. Ich werde über die Reinlichkeit des öffentlichen Lebens wachen. Wir können nicht weiter dulden. daß die herzlose Horde der P r e i L t r c i b e r, der Lebensmittel- vcrstecker und allerlei Wucherer sich fortwährend im Sturm de- reichern, während andere mit dem Hungertode ringen. Sollten die Methoden der ungarischen Brachialgewalt Pro- ben einer.Herrschaft christlicher Moral sein, so kann ob solch kühner Verhöhnung der Antichrist ruhig sein Mandat an Hortby abtreten. Tie herzlose Horde der Preistreiber wird nur lächeln. Es wird ihnen nichts geschehen. AuS Liebe, Tole- ranz. Einsicht und Gerechtigkeit. Zwischenfall in Deutschösierreich. Wien, 6. März.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In dem Jndustrieort Neunkirchen iu Niederösterveich haben streikende Arbeiter einen Fabrikdirektor, der schweizer Bürger ist, mißhandelt. Ter schweizerische Gesandte erschien aus diesem An-laß beim Staatskanzler Dr. Renner und protestierte scharf gegen dieses Vorkommnis. Der Staatskanzler sprach dem Gesandten sein Bedauern auS und erklärte, daß die Ausschreitungen streng untersucht und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden würden._ Der österreichische Staatshaushalt. Wien, b. März.(W. T.B.) Der Finanzausschuß nahm das Finanzgcsetz mit den vom Berichterstatter Bauer beantragten Abänderungen an- Aus den Darlegungen Bauers geht hervor, daß die S t a a t s a u S g a b e n für das taufende Verwaltungsjahr aü.f 13 279 Mtll. 5fr. steigen. Tie Staa tse in nahmen stiegen auf 4433 Millionen, so daß mit einer Erhöhung des Fehlbetrags aus 8309 Millionen zu rechnen ist. Der größte Teil des Zuwachses an Ausgaben entfällt auf die Erhöhung der P e rs o n a l a u f- Wendungen, die für ein halbes Jahr 1465 Millionen betragen. Der Berichterstatter erklärte, es sei ganz undenkbar, daß der Staat für die reinen Personalausgaben mehr ausgibt als die Bruttoein- nahmen betragen. Ein energischer Abbau sei unbe» dingt notwendig.__ ftchtftunüentag im sächsischen Sergban. Dresden, 6. März.-rchwermdustrie, einer Ange- legenheit die völlig in den Geschästsbereiä) des alten Regimes fällt, stehen sehr bedeutende öffentliche Interessen in Frage. Was gedenkt die R ei chsregicrung zur restlosen Aufklärung dieser Angelegenheit zutun?_ Die Aufhebung ües llehrerinnenzolibates. Wie wir in imserer heutigen Morgenausgabe kurz mit- teilten, hat der Kultusminister, Genosse H a e n i sch. bestimmt. daß Lehrerinnen nach ihrer Verheiratung auf ihren Wunsch einstweilen austragweise und widerruflich im öffent- lichen Schuldienst weiter beschäftigt werden dürfen. Die überaus große Mehrzahl der Lehrerinnen wird diesen vernünftigen und von sozialer Einsicht zeugenden Beschluß auf das Lebhafteste begrüßen. Es wird hierdurch einem Rechtsznstmrde ein Ende gemacht, der sich im Laufe der Z�it mehr und mehr als veraltet und feindlich gegen An- gehörige eines bestinmrten Berufszweiges erscheinen mußte. Das zwangsweise Zölibat der Lehrerinnen schuf in einem großen Teil von ihnen eine Erbitterung, die sicherlich nicht förderlich für unser Schulwesen war und sich in un- liebsamer Weise auf die pädagogischen Leistungen der Leh- rerinnen übertragen mußte. Das erzwungene H e i r a t s- verbot wirkte und mutzte wirken als eine Bestrafung für die Ergreifung eines Berufes, dessen Uebemahme in vielem Fällen doch von einer beträchtlichen sozialen Ge- sinnung zeugte. Bei dem heutigen Stande des Kampfes ums Dasein ist die Mitarbeit der Frau und ihre Mitwirkung bei der Be- schaffung des notwendigen Lebensunterhaltes eine Notwen- digkeit, und es ist erfteulich, daß der Lehrerin nicht mehr das Härte Entweder-Oder droht, nämlich entweder zu hei- raten und brotlos zu werden oder unverheiratet ein in vielen Fällen verkümmertes Dasein zu führen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die g ll n st i g e Wirkung dieses Erlasses sich allmählich in den Leistungen der Schille merkbar zeigen wird, und wir sprechen die Hoffmmg und Erwartung aus. daß die zunächst bedingt a u s g e s p r o ch e che Verfügung recht bald durch eine absolut urnd v orbc- h a I t s I o s e Bestimmung abgelöst werde. Die Desiyfteuer. Der Name seS der Nmionatversammlur-g im Entwurf zuge- gmigenen Besitzjteuergesetzes ist insofern für die Oeffentlichkeit etwas irreführend, als es sich nicht um eine fortlaufende Steuer vo'jn reinen L e r mä gen,. sondern um eine Steuer vom V e r- mogenszuwachs handelt. Eine reine Verulögenssteuer ivar, toie die Degründniig des Eni- Wurfes ausführt, deswegen nicht angängig, tveil die soeben erstaunter dem Namen des„R e i ch S n o t o p f e r" beschlossene große V c r- mögenS abgäbe ihre Wirkung noch auf die nächsten 30 bis S0 Jahre erstreckt. Denn die Erlaubnis, das Reichsnotopker in jähe- lichen Raten zu zahlen, wird sicher von den meisten Eteuerpflich- tigen ausgenutzt werden. So haben wir m der Praxis bereits auf 30, eventuell auch 50 Jahre eine sehr stark wirkende Reichsabgabe vom reinen Bermögen. In Frage stand nur, ob als Ergänzung.hierzu eine weitere Steuer vom Be r mö g e n s z u wa chs oder vom erhöhten Auf- wand geschaffen werden sollte. Vom volkswirtschaftlichen und vom reinen GerechtigleitSstandpunkt auS wäre eine Steuer auf den Auf- waird die feinere und bessere Methode gewesen. Denn, wenn z. B. zloei Leute in derselben Lebenslage jeder ein Einkommen von 200 000 Mark beziehen, der eine davon 50 000 Mark zurücklegt, der andere sein Einkouunen restlos ausgibt, so erscheint cS weit gerechter, den Lerschweicher als den Sparsamen zu einer'Sondcrsteuer heranzuziehen. Durch diese Steuer hätte auch die bedenklich einge- rissene B e r s ch w e n d u n g s s u ch t der höheren Krcis-e wirksam bekämpft werden können. Wenn die Reichsregicrung gleichwohl ihre ursprüngliche Absicht einer Auftvaichssteucr aufgogeben hat, so deswegen, weil bei dem fortschreitenden Prozctzder starken Geldentwertun, es unmöglich ist, einen einigermaßen zuverlässigen Faktor dafür zu finden, was in den nächsten Jahren als ordentlicher Verbrauch anzusehen und was zum außer- ordentlichen Verbrauch zu rechnen ist. Man ist auf die Steuer vom BermögcnSzuwachs notgedrungen zurückgekommen. Steuerpflichtig ist nach§ 2 des Entwurfs der Zuwachs a n dem gesamten steuerbarenReinvermögen. Als Rem- vermögen gilt nach Z 3 das gesamte bewegliche und unbewegliche Rohvermögen /Grundvermögen, Betriebsvermögen und KapitalS- vcrmögen) nach Abzug der Schulden. Bewegliche Sachen sind, so- fern sie nicht Znbchör eines Grundstücks sind oder zum Betriebs- vernwgcn gehören, nicht zu berücksichtigen. Dagegen gehören zum Kapitalvermögen nach§ 6 auch die nach dem 3t. Dezember 1919 er- worbenen Schmuck- und Luxusgegenstäudc aller Art. sofern der An- schaffungswert für den einzelnen Gegenstand 500 Mark oder für mehrere gleichartige oder zusammengehörige Gegenstände 1000 Mar! und darüber- botragen hat. i s Die Feststellung des VcrmögenszuwachseS erfolgt nach§ 1t erstmals zum 1. April 1923 für den in der Zeit vom 1. Januar 1920 bis zum 31. Dezember 1922 entstandenen Vermögenszuwachs, später in den Zeitabställdcn von drei zu drei Jahren für den Zuwachs der vorangegangenen drei Kalenderjahre. Der steuerbare Zuwachs er- gibt sich im allgemeinen aus der Vergleichung deS Wertes des steüer- baren ReinverinögenS am Ende des VeranlagungSzeitraumS(End- vermögend, mit dem Werte des steuerbaren ReinvermögenS am Anfang des Veranlagungszeitraums(Anfangsvermögens). Steuerpflichtig ist nach§ 19 nur der VermögenSzuwachS, der den Betrag von 5000 Mark übersteigt. Die Steuer wird nur erhoben, wenn das Endvermögcn den Gesamtwert von 2 0 00 0 Mark übersteigt. Uebersteigf ras Endvermögen nicht 30 000 Aphorismen von Mafarpk. Der Präsident der tschech-os lawa bischen Republik, Dh. G. Masarhk. der am 7. März seinen 7 0. Geburtstag be- geht, hat als Denker einen anerkannten Namen. Einem 'einer Hauptwerke, den„Grundlagen des Marxismus", sind folgende aphoristische Gedanken, die für Masarhk charakte- ristisch und zugleich aktuell sind, entnommen: Niemals hat die Not einen Menschen klüger und vernünftiger gemacht, als er von Natur auS ist. * Die moderne revolutionäre Stimmung ist nicht bloß im Prole- taviat. sondern in allen Klassen und hat ihren Grund in dxr Un- Zufriedenheit mit dem alten religiösen, kirchlichen, phtlosophäschen, sozialen und allerdings auch mit dein wirtschaftlichen Regime. Mus- seid Rolla, Goethes Faust. Byrons Manfred Mickiswiczs Konrad, Krasinskhs Pankraz, Tolstois Lewin, Dostojewskis-Iwan— die Ideen und Wünsche, welche diese Titanen im Namen dar neuen Zeit ebenso aussprechen wie Marx seine Ideen und Wünsche, lassen sich auf keine Weife bloß auf die wirtschaftliche Unzufriedenheit reduzieren. Dort, wo Revolutionen erfolgreich waren, läßt sich nachweisen, daß sie lediglch den Abschluß eines schon lange begonnenen, van kritischen Individuen«mgeteiteten Prozesses bildeten. * Grlllparzer spottet in einem feiner Epigramme über die neueren Historiker daß sie die künftige Geschichte schreiben— in der Tat ist dieses Schreiben der künftigen Geschichte der eigentliche Maßstab des richtigen geschichtlichen Erkennen?. In dem Maße, als wir die Vergangenheit und die Gegenwart wirklich erkennen, werden wir die Zukunft voraussagen können; in dem Sinne heißt es doch von der Goschichte schon lauge, sie sei Lehrmeisterin des Lebens. » Reformation, nicht Revolution! Ohne wirkliche Reform des Herzens und des KopfeS. ohne Reform des Denkens und der Sitten können wir durch eine Revolution den Teufel beseitigen, aber wir setzen den Beelzebub an seine Stelle. Die schlmmm, ja nicht ein- mal dt« schlimmsten sind nicht so schäwm wie die sogenannten braven d. h. indifferenten Menschen. Und die werden durch die Revolution nicht um geschaffen. ch Ter Mangel an Originalität bei den politischen Parteien ist horrend. Di« wenigsten treiben selbständige Politik, die bestimmten und klar,« Zielen nachgehen würde— die meisten leben eigenMch ma von den Nehleru ihrer Gegner. „Siegfried" in der StaatSoper. Eine gute Aufführung, die unter Stiedrh in zwei Akten einen Schwung nach oben, warmherzig be- hütete Lyrismeil, starke dramatische Akzente hatte, im- letzten Akt aber unlebendig, blutarm blieb. Ein paar störende szenische Bei- gaben dürften auf eine gewisse Vorvereitunghast weisen, fehlen aber in den Wagnerschen Biusikdramen, die einen besonderen Kopf als Regisseur herausfordern, niemals ganz. Auch im Orchester stimmte einiges nicht. Dennoch: eine famose, geschlossene, kräftige Darbietung. Im alten Ensemble bieten Henke uiw Hab ich mit ihren Zwergen Kabinettstücke keifender Bruderliebe. Karl Braun schreitet, redet, singt, ja lacht würdig, immer Gott und selten Mensch. Sein Bariton ist von gutem, adligem Klang. Richard Schubert aus Hamburg spielt den Siegfried. Eine gesunde, frische Leistung. Noch ist sein Affekt mehr hochgeschraubt, angestrengt, als die Rolle es verlangt, noch hängt sein Auge am Taktstock. Aber den schelten- den, kindlichen, kämpfenden Naturjungen stellt er auf gesunde Beine, und die Lindenszcnc gerät weich, sinnfreudig. Bei noch feinerer Entwicklung der Höhenlage wird Schubert ein ganzer Siegfried sein. Karin B r a wz e l l durchlebt glänzend ihre Erda-Partie, Melanie Kurt schwingt sich verspätet zu einer ungefesscltcn, großen Ge- bürde auf, ihre Brünhilde ist sehr gut bürgerlich, nicht göttlich. Und ganz verfehlt der matte Waldwege! der Echel Hansa. K. S. Schillertheater:„Die verlorene Tochter" von LudwigFulda. Dies Lirftspiel Fuldas, in aller Anspruchslosigkeit vielleicht sein gelungenstes, unterzieht sich der Aufgabe, ein paar Stenden heiter zu unterhalten mit einer liebenswürdigen Geschicklichkeit, die vom Zuschauer zum Zwecke des Amüsements nicht wie sonst üblich dqs Opfer des Intellekts verlangt. Ohne Gewaltsamkeit und doch ge- nügend bunt und überrascheicd wickeln sich die Situationen ab. Die Emanzipationsallüren des unter patriarchalisch strenger Aussicht gehaltenen RentierstöchterchenS, das aus Opposition den korrekten Literaterlehrer sich zu einer Art von Goethe unidichtet und mit dem Herrn durchgeht, um auf der Tour den Partner bald gegen einen passenderen zu ivechseln, sind in ihrer Grünbeit lustig persifliert, ohne daß die Gegenseite des Philistertums darum günstiger ab- schneiden würde. Die Abenteuer in dem Thüringer Wintersport- botel reihen sich in ungesüchter Laune aneinander. Die flotte Auf- fü-hrunig unter Franz Bonos bewährter' Regie holte jede Pointe tresfficher heraus. Die beiden Ausreißer, das unternehmungslustige Dämchen und ihr unschuldiges Opfer, der alle-ieit einwandfreie Herr Doktor, waren durch Gusti Becker und Reinbold Köstlin trefflich vertreten. Gleich frisch stand ihnen Alfred Braun als Rechts- anwatt und unerschütterlicher Kurmacher gegenüber. Stärker Bei- fall rief d e Darsteller wie den Verfasser oftmals vor den Vorhang. ckt. Galante Pantomime. Einen großen Erfolg hatten die„H am- burger Kammerfpiele" mit Arthur SakheimS Tanz. poem„Galante Pantomime" mit einer liebenswürdigen Musik von Arnold W t n t e r n i y. Sakheim zaubert zarte, duftige Bilder aus dem Rokoko auf die Bühne- und hat in einer leichten, launigen Handlung ein poetisches Ballett geschaffen, durchatmet vom Geist Wattsaus und geküßt von der Phantasieseligkeit eines S. Th. Hoff- Mark,, so unterliegt her Zuwachs nur insofern der Besitzsteuer, als durch ihn die steuerfreie Grenze(von 3000 Mark) überschritten wird. Danach ist überhaupt nicht steuerpflichtig, wer z. 23. sein Vermögen von ,40 000 auf 43 000 Mark bcanchrf hat: weit der Zuwachs noch keine tz000 Mark beträgt. Ebenso ist nicht' steuerpftWig, wer sein Vermögen von 5000 auf 15 000 Mark steigert,-weil das End- vermögen nicht 29 000 Mark erreicht. Wer sein Vermögen vdn 20000 auf 2� 000 Mark steigert, hat nur 3000 Markj Zuwachs zu versteuern, weil das Endvermögen nicht 30-000 Mark'überste'igt.- Wer dagegcn sein Vermögen von 30 001 auf 38 000 Mark steigert, muß den vollen Zuwachs von 8000 Mark versteuern. Die Satze der Steuer werden in§ 20 festgelegt. Die Besitzsteuer beträgt für die ersten angesang. od. voll. 10 000 M. des tteuerpfl. VermögenSzuwachses l v. ö- nächsten„.. 20000,., 2., --„„ 30 000„ m-„ 3, � -- mm 100000„„„» 7„„ »- 1-190 000 mm--■ 8„„ -- m m 100 000„-- m 0„„ weiteren Betrage.................'.. 10„„ Zur Abgabe.euer Besitzsteuererklärung siich nach.§ 31. alle Personen mit einem steuerbaren Vermögen von 20 000 M. und darüber verpflichtet, wenn sie früher weder zum Reichsnotöpfer noch zur Besitzsteuer veranlagt- worden sind, sowie alle Personen,, deren Vermögen sich während der Veranlagung zuck Reichsnotopfer oder einer künftigen Veranlagung zur Besitzsteuer um mehr als 5000 M. erhöht hat. Au» den Schlußvorjchnftcn interessiert der§ 40. Dieser bringt eine Ergänzung zum Reichs notopser, wonach bei der Veranlagung deutsche Goldmünzen mit dem Metallwert zu hc- werten find, also nicht bloß mit dem Nennwert. Diese Bestiinmung war notwendig, weil in einzelnen Kreisen die Auffassung herrschen soll, daß sie Goldstücke nur zu dem gleichen Wert wie Papiergeld in'die Veranlagung einzusetzen brauchten. Das.Besitzsteuergesetz ist nur ein Glied* des neuen Reichs- steuerfhftems. Bei der Beurteilung der Sätze mutz man sich klar- machen, daß die meisten Steuerpflichtigen außerdem das Reich». notopfer zu zahlen haben und daß der Vermögenszüwachs an sich schön durch die. hohen- Satze der neuen Reich Seinkommen- steuer stark eingeschränkt wird..Ihn gänzlich durch- Steuern zu unterbinden, verbietet ein starkes Volkswirtschaft- l i che s Interesse. Eine Steigerung der Steuersätze, würde beim. Fehlen einer entsprechenden noch höheren Auflwa nds- steuer leicht eine weitere Zunahme der Verschwendungssucht zur Fölge haben. vor zwei Jahren. Ein Parteigenosse, der längere Zeit in tuffi scher. G e- fang C n.s cha ft war und die russischen Verhältnisse aus eigener Anschauung gut kennengelernt hat, sendet uns folgende-beherzigend- werte Ausführungen: „Vor zwei. Jahren! Wa» geschah da? Vor zwei Jahren tobte der Krieg, wurden Schlachten geschlagen, Städte und Dörfer zer- trümmett/. lebende und wie Wesen unter diesen Trümmern be- graben, andere verstümmelt oder veNvuudct, alles Früchte eines seit Jahrzehnten geschürlen Hasses.■ ■ Vor zwei Jahren— es war am 25. Februar—' zog da» c r st c bolschewistische Reg iment' in■ unsere Stadt' N vstv-v- Tscherkassk ein. Es beständ vorwiegend au? K o-fake'n ,'die verräterischerweise die Partei der Gegner crgr.ffen hgtHn.'. Am nächsten Tage folgte der eigentliche Kern der russischen Roten Arm ee,- Matrosen und Grubenarbeiter, wilde,, rauhe Geselle», auf deren Zügen der Kampf mit der Natur deutlich geschrieben stand. Furchtbar war die Rache, die sie an ihren Feinden nahmen. Man schonte nicht einmal die in den Lazaretten befindlichen Verwundeten, unbarmherzig wurden sie auf die Straße gezogen und umgebracht. Die Leichen lagen später im Kanal, tage-, ja wochenlang, eine stete Gefahr für das gesundheitliche Befinden'der Bevölkerung.'> Die Donische Nationalversammlung, da» erste vom Volke erwählte Parlament nach mehreren Jahrhunderten, mann.� Tie Seele dieses Spieles ist die Musik von Arnold Winter« nid. Sie- schwebt wie ein verträumtes Lächeln, wie eiii kapriziöse» Losen um die Bilder und. gibt SakheimS Pantomime die Weihe Mid den galanten Ernst. Das„zortc, zerbrechliche" Liebcsgeschichtchcn selbst ist au» Casanovas' Bonbonniere. Unter Laura Oesterreichs Spielleitung wurde die Pant-omine zum lebendigen Erlebnis, e. w. Gegen die Luxussteuer auf Kunstwerlc wendet sich eine Ein- gäbe des Vereins Berliner Künstler an die Nationalversammlung. Bisher war der Verkauf des Kunstwerks durch den Künstler selbst odex in seinem Namen von. der Luxussteuer frei, jetzt wird er nach Beschluß der Natiönalversamlung von den 15 Proz. an Steuer ge- troffen. Die Eingabe wendet sich gegen die Ungerechtigkeit der Steuer, die nicht den Komponisten,'nicht den Schriftsteller, sondern nur dwi bildenden Künstler trifft und weist' daraus hin,- daß' nur die berühmte», oder modemäßigen Künstler die Steuer abwälzen können, nicht aber die jungen, aufstrebenden Talente.-- Kinostunde« i» den Pariser Schulen.. Dem Pariser Stadtrat wurde kürzlich- eine Borlage unterbreitet, derzufolge in sämtlichen Pariser Schulen im Rahmen de» Lehrplans wöchentlich- Vorführungen. von Lebrfilmen stattsindcn sollen.. Der Befürlvorter der Idee, Riotor, verspricht sich van der Neuerung einen unschätzbaren pädagogischen Vorteil, da er der festen Ueberzeugung ist, daß. die in der Dunkelheit und be? völliger Stille vor den Augen der Kinder erscheinenden Bilder nicht nur auf tee�kindliche.Einbildungskraft. sondern auch auf die Denktätigkeit der Schüler ungemein anregend und fördernd einwirken werden. Die Borführung, sost sich auf ein- fache wissenschaftliche Gegenstände beschränken Und alle roniantnchcn und spaßhaften Episoden ausschalten. Die Schulen werden mit dem notwendigen Material ausgerüstet werden; auch fyll ihnen ein besonderer Operateur zur Versüguna gestellt werden. Tis vorgefübr- ten Filme find bestimmt, die schriftlichen Arbeiten und den Vortrag des Lehrers. zu ergänzen; gele�ntlich sollen auch zu Unterhaltengs- zweck?» beschreibende und erzählende Vorführungen, stettffitfden Inzwischen sollen die Schüler, der Pariser Schulen.zum Besuche von Sonderausführungen in das nächstgelegene Kinotheater geführt werden. Die für diese Sonderausführungen von der Schnfbehörde aufgestellten Programme um fassen: einen natexaeschichtlichen oind bio- lygischen Film, einen Film, der den industriellen oder..Hau dwerk- betrieb im Bilde vorführt, einen geographischen. Film, erneu Im, der eine Ueberschau über bedeutsame Ereignisse aus der ganzen Welt gibt und der bestimmt ist. das Interesse der Kinder für die Tages- ereignisse wachzurufen, und endlich einen komischen oder, seutnnen- taten Film, der ein der kindlichen Auffassung angevasttes unter- haltendes Geschichtchen zur Darstellung bringt.' aber ein Geschichtchen, das die Soele des KindeZ erhebt oder seinem Geiste Nahrung b.etet. «-rftaufkübrnngen. Do.«taflno-Tb.! Ein ol'er?ündi'r? KZ«!«- gräker-Td.: König Nicola. Krei. Voltsblibne: Nach DcnnaZkuZ. 2o. Lissrng-Tb.: Wozzeck, die Buhlichwester.'!. Kunftchrooie. Eine Verschiebung der vir 1Si2 vorgesehenen inter- natlonnlen ÄuSstellunq dekorativer Kunst in Pari? um em Jahr ist wabr- ichewNch. De, Deutsche«erwund bereitet belannUlch sur 1922- ewe Paralleweranstaltmig vor. war auSamanderzesPrengt worden. Sieben Hobe Generäle End Würdenträger fände» hinter der Stadt ihren Tod. Unmenschlich grausam war das Volk: Als cher Präsident der Donischen National- bersammlnng Woloschinow. der�wohl von mehrere» Kugeln getroffen, aber noch nicht ganz getötet war, zum Bewußtsein kam nyd zu einer Hütte kroch, um dort um Wässer zu bitten, stieß ihn ein grausames Weib von ihrer Schwelle und holte mehrere Boljche- Wiste«, die ihn tüteten. Und dann, nach anderthalb. Monaten, zog die Gegenpartei in unsere Stadt ein. Wir deutschen Zivil- und Kriegsge- fängenen wurden Zeugen ebenso furchtbarer Szenen. Tre Ko- saken kannten keinen Pardon. Lange Züge von gefangenen Bolsche- wisten marschierten unter milttärischer Bewachung an unserem Hanse vorbei, zu gleicher Zeit knatterten Maschinengewehre: Die Russen der Reaktion erschossen ihre natürlichen Brüder, die jedoch die politische Gesinnung von ihnen trennte, zu Hunderten, zu Tausenden. Heute, wo man sich fern von jenen Zeiten und Stätten be- findet, an die solch schreckliche Erinnerungen knüpfen, wo man in der Lage ist, bei der herrschenden Ruhe sämtliche Ereignisse zu über- denken, ersteht immer wieder und wieder die Frage: Wie ist es möglich, daß solches überhaupt geschehen kann? Es war möglich, das beweisen obige Schilderungen, es ist möglich, das beweist der wilde graulame Kamps, der noch heute das russische Land erschüttert. Und eine inbrünstige, verständliche Bitte drängt sich allen d e u t- scheu Volks- und Leidensgenossen auf: Lasset ab. Brüder, von dem ewigen Hader, der noch immer Deutschlands Frieden stört, beugt Euch unter den Willen der großen Mehr- heitdesVolkes.das hoffentlich auch in Zukunft dnr Angriffen seiner extremen Elemente, ob rechts oder links, gewachsen sein wird. Mag Euch das von einem Menschen gesagt sein, der nach solchen Erlebnissen vor zwei Fahren sich für berechtigt ansieht» seinen Brüdern einen gutgemeinten Rat geben zu dürfen I Wirtschaft. Handels- und Lohn-Gcwiu». Dem Handel in Deutschland gebt es anaeblich schleckit und zu- weilen süvrl er in seiner Presse bewegliibe Klag? gegen ferne AnS- scballung duicb die Zwanpswlrtiwaft. Es wird, schon allein wegen der Robstoffnor, gegen früher erheblich weniger, produziert, und wenn weniger erzeugt wird, gibt eS ja auch weniger zu verhandeln. Dennoch sehen wir ein Heer von wilden Händlern bzw. Schiebern sich betäligen. Jeder will heute.bandeln". Auch die Stalistlk, die natürlich nur den legitimen Handel, der sich amtlich eintragen läßt, umfassen kann, zeigt die dein oberflächlichen Blick zunächst erstaunliche Talsache, daß auf dem Gebiet'des Handels tüchtig gegründet wird. Die Zenichrift.Die Bank" sBankverlag Berlin W> überarbeitet in ihren Heften monat« lich immer die amtlichen Eintragungen in das Handelsregister und die Pslicht'nserate der Gesellschaften im.Reichsanzeiger". Siellt man aus den einzelnen Heften der Bank d'�ieö Material zusammen. so ergibt sich das folgende gewiß intereiiänte Bild. Es wurden beiden deutschen Amtsgerichten von B o l l k a uf l e u t e» und Perfonalgesellichattenneueinget ragen: 1. Halbsahr 19l9: 1321 Firmen. 2. Halbjabr 1919: 10673 Firmen U niere Produktion>st kleiner, unstreilig. Auf die Ver« teilung dieser kleineren Erzeug una abcr stürzt sich neben dem nickt konttollierten Schieberlum eine ständig wachsende Schar von Händlern. Denn, wenn auch unler den obigen neuen Firmen eine ganze Anzahl sich produzierend. betätigen will, so ver- bindert doch die Knappheit der uns zur Verfügung siebenden Roh- poff« die Gülererzeuamtg io stark,.daß die Animkine.gerschlierugt ist, daß eS sich bei den ob gen Labien in der größten Anzahl' um neue Hände l's u n t e r n e b m U n g en dreht.— Dleie Beobacb- tüng findet ihre Bestätigung aus der amtliche n Statistik der Gesellschaften mit befchräntier Haftung, weil hier eine Klassen- einteilung der Nenaeündungen votgenomme» wird(richtiger gesagt. „versucht" wird. Der GeiellschaflSzweck wird im Handelsregister meist eiwaS verschwommen angegeben mit.Handel und Erzeugung" von den und den Antkeln. während die Betätigung der beneffenden neuen Gesellschaften sich vielfach doch nur auf Handel beschränkt. ES wurden neu gegründet, bzw. neu eingetragen an deutschen Gesellsch asten m.b.H.t darunter war das Betätigungsfeld: zusammen Metall und Bau und reiner Maschinen Terrain Handel 3Sö6 438 332 686 Der Handel stellt in der obigen(hier nicht in, einzelnen erschöpfend wiederzugebenden! Klaifierung das Haupikonlingent. Bon ö oder 6 neu gegründeten G. m. b. H.'S gab immer eine das reine Handelsgeschäft als Belätigungsield an; hinzuzurechnen sind indessen sachlich dem Handel offenbar noch viele Firmen au« den anderen Gewerben. Denn wenn eS w en ig er Eisen. Metalle und Kohle gibt, können sich auch weniger Metall- und Maschinenfirmen produktiv, d. h. gütererzeugend betätigen. Und die neuen Bau- und Terratngei ellschaften werden ganz ficker vielmehr den Handel und die Mobilisierung von Grundstücken als das Bauen betreiben; dainr svrechen alle prak- tischen Erwägungen und die Beobachtung des Baumarktes. Dies« Zahlen, die eine stark steigende Kurve, der Neu■ grün düng von Handels Unternehmungen zeigen, reden eine deutliche«sprach«; sie sind ein ziffernmäßiger Beleg dafür, was in jüngster Zeit auch schon in Bläitcrn gelägt wurde. die man al» Vertreterinnen händlerischer Interessen anzusprechen pflegt: daß e S ia, d i e s e r Z e, t d e r G e l d e n t w e r t u n g und Teuerung dem Handel viel fach gl ä n z e nP gebt und daß hier offenbar an recht vielen Stellen große Gewinne ein- geheimst werden. Das ist auch gar nicht verwunderlich. Der ? landet nrmmi seine G e w i n n p r o z e nt e n i ch4 vom Me ng en � andern vom Wcrtumsatz. Die Waren aber sisth im Markwer« um da? Zehn». Zwanzigfache usw. gestiegen. Ein Waggou Stab- eilen kosteie im Frieden z. B. 1990 M. im Großhandel; schlug dieser 5 Proz. beim Umsatz für Spe'en und Gewinn auf, so waren das 69 M. Händlerpiovision. Heute kostet die Wagaonladima' Stabeisen»2 090 M.. und 5 Proz. Umsatzprovision sind 1690 M. beutiger Händleranfichlag auf die gleiche Warenmenge. 50 M. srüber und 1600 M. heute I Und die lOprozeniige Kleinhändler- Provision äußert sich j» der gleichen Weile. Der Handel al'0 gebön zu den Nutznießern der Geldentwrriung bzw. er emziehi sich ihrer Wi'kung: denn in gleich siaiker Weile wie die Warenpreise sind die Spesen des Handels, als da sind Gehälter, Löhne. Frachten. Postgebühren. Mieten ulw tumirlich bei weitem nicht gestiegen. Das Ende aber trägt die Last; und das ist da? Heer der Rurkonsumenten. Der Handel hat esn Fnteresie an hoben Preisen, und leine Ausschläge erhöhen daS Preismaß aller Waren für den Konlum heute viel schlimmer,' auch dann. wenn sich innerhalb der Warenknappheit der reelle Handel nicht verleiten läßt, viel höhere Ausschläge als die oben erwähnten 6 oder 1V Proz. deS Markwerres als Handelsprovision aufzu- schlagen. Diese Betrachtung regt zum mindesten zu der Frage an. ob eS im woblveistandenen Interesse der Arbeiter liegt.- sich bei her Frage der PreiSeiböbunqen in. den einzelnen Gewerben bei einem neuerdings vielfach zu beobochlenden weitgebenden F a ch e g o i S« m u S hinzugeben. Der einzelne Arbeitnehmer im Kohlen-,.Eilen-, Leder- ulw. Gewerbe bekommt wohl, einen Änieit«von der' Breis« erhöbung in seinem speziellen Beruiszweig.;. eme Hand gibt ihm. und zehn andere Hände. auS anderen Branchen nehmen von ibme zumal,' wenn e» fick um verheiratete Arbeitnehmer handelt.. Und dann ein zweites: der Handel nimmt seinen Gewinn vsm Wert; der Arbeiter bekommt im Akkord seine Bezahlung vom MÜS oder Gewicht, also von der Menge der Erzeugnisse. Die oben dar- gelegten Zahlen und Verhältnisse bilden auch einen Scblllsse'l zu der neuerdings aulgetauä»»» Forderung der Arbeitnehmer: gleitende Löhne gemäß dem Stande des Geldwertes. GroßGerUa Der TrinkgelSzusihlag. (Sitte Stenerhinterziehung. Eigenartige Praktik«« der«Steuerhinterzlehung, so schreibt man uns von unterrichteter Seite, kann man in vielen Berliner Speise- restanrants, Weinlokalen und Hotels beobachten. DaS Publikum kennt in den genannten Lokalen aus Speise- und Getränkekarten den Aufdruck:„Für Trinkgeldablöfung wird ein Auf- schlag von 19 Prozent evholben."(In verschiedenen Hotels sogar ein solcher bis zu 26 Proz.!) Aus welchem Grunde nun wird diese Praktik von den Unternehmern deS GastwrrtSgewevbes geübt? In einem Lokale kostet das Essen 19 M.. aber bei Bezahlung der Zeche wird ein Ausschlag von 19 Proz. berechnet. Die große Mehrzahl der Gäste ist der Meinung, daß dieser Ausschlag dem Kellner gehört. Nach den angestellten Ermfttlungeu trifft das aber nicht zu, vielmehr steckt der Unternehmer diese Pro- zente ein!— Er erhebt sie allerdings mit der Begründung� aus den vereinnahmten Prozentauft'chlagen die Unkosten für die Be- dienung decken zu müssen; es fällt ihm aber gar nicht ein, die Differenz an das Bedienungspersonal herauszuzahleu, wenn er, wie es meist geschieht, mehr an Prozenten vereinnahmt, als die Unkosten für die Bsdiennng betragen.— Ein großer Teil der Kellner lehnt es denn auch ab, diese Prozente zu kassieren. Aus der anderen Sefte verlangt der ehrliche Unternehmer für das gleiche Essen einschließlich der Unkosten für die Bedienung 19,69 M., so daß der Gast zwar scheinbar 9„69 M. mehr, in Wirklichkeit aber doch 9„69 M. weniger als rm erstgenannten Falle bezahlt; die Täuschung liegt also klar zutage, da der Unternehmer mit den „scheinbar" billrgen Preisen doch die Gäste anlocken will. Sodann wird durch dieses System, an dem viele Gastwirte und namenitich auch die Ä o n d i t o r ei l> e s i tz e r festhalten, die S't e u e r b e- Hörde ganz erheblich h i n t e r g a n g e n. Denn soweit be- kannt— werden die extra erhobenen Prozente nicht in den Kassa- büchern als Betriebseinnahme verbucht, sondern extra aufgeführt. Welche Unsummen würde das Reich erhalten, wenn oie zu- ständigezi Behörden energisch gegen das Prozentsystem einschreiten würden?' Aufgabe des Finanzministers müßte es sein, auf Ver- ovdnungswege und durch hohe Bestrafung den gerügte» Durch- stechercien einen Riegel vorzuschieben. Neuer Brotkartenschwindel. Der K ö p e n i ck e r Kriminalpolizei ist es gelungen, einen Brotkartenschleichhandel aufzudecken. Die Frau eines Bäckermeisters in Lberschöneweide verkaufte fortgesetzt Brot- karten zum Preise von 1,89 M. an Russen, die sich existenzlos in Oberschöneweide und Köpenick niedergelassen hatten.'Diese betrieben einen schwunghasten Handel mit diesen Karten. Bei der Verkastung stellte es sich heraus, daß es sich um Russen handelt, die schon während der Kriegszeit an Brotkartensälschungen betet- ligt waren und gegen die ein Versahren bei der Staatsanwalt- schast schwebt Die Polizei ist dadurch auf eine Spur gekommen, die auf das. Bestehen einer Brotkartenzen trale in Oberschöneweide hinweist. Vermutlich sind hieran Polen beteiligt, die sich existenzlos in Köpenick und Obcrschönewe'«de niedergelassen haben. Gegen die beiden verhasteten Russen schwebt ferner.- ein Vers obren bei der-.Sta.at.sanwal:schafr,da sie sich schon während'der'-KrwgSzeit. an Brotkaxtensälbchungen beteiligt� hatten-'-"__-.■■ Ein Kampf mit Nervrechern spielte sich heute früh in der Dirckienstpatze/ ah. Ein Mitglied der Einwohnerwehr, der Po- trvuillenführer.Pankowski, sah, als er allein durch, die Klostersträße« ging, wie vier Männer und eine Frau sich an dem. Eingang einer Ledcrhändkung rm Hause Nr. 86 zu schassen machten. Er Wer- zeugte sich, daß er es mit Einbrechern zu tun hatte und rief zu seiner llnierstützunq einen Wächter heran. Die Einbrecher, die die Tür' bereits aufgebrochen hatten, merkten nun aber, daß sie beob- achtet wurden. Pankowski und der Wächter stellten sie an der Dircksenstraße und nahmen drei Männer und die Frau fest, während der vierte Mann bereits verschwunden tvar. Sie befahlen den Ber- hasteten, die Dircksenstraße entlang nackt dem Polizeipräsidium zu geben und folgten fönen auf fünf Schritte Entfernung. An einer dunklen Stelle gegenüber den Alteifenplätzen st.ckde die Frau einem der Männer einen Revolver zu. Fetzt wandte sich der Mann blitz- schnell um und schoß auf Pankowski und seinen Begleiter. Beide erwiderten das. Feuer mit dem Ergebnis, daß einer der Einbrecher, ein 24 Jahre alter Kutscher Paul N a a e l aus der Holzmarkt- ftraße 38, tot zusammenbrach und ein zweiter, ein gewisser Marquardt, so schlver verletzt wurde, daß er nach der Charite gebracht werden mußte. Der dritte Mann benutzte das Gefecht, um zu entfliehen und entkam. Die Frau wurde verhastet. Die letzten Uebersälle auf Postwagen haben die Obcrpostd'rektion gezwungen. Einschränkungen zu treffen. Es sollen bis auf weiteres mit den in de- Dunkelheit verkehrenden. Posten, di? ganz oder teilweise durch unbebaute Straßen fahren müssen. Wertsendun- gen nicht mehr befördert werden. Die Bewohner, in den hiervon betroffenen Bororten Berlins müssen daher mit einer ver- späteten Beförderung oder Zustellung ihrer Wertsendungen rechnen. Zur Linderung der Wohnungsnot will die. Stadt Schöne- b c rg wettere Maßnahmen treffen. Der Magistrat beabsichtigt, vier Holzbaracken anzukaufen.' sie auf den städtischen Grundstücken an der Hockckirchstraße aufzustellen und in ihnen zusammen 32 Not- Wohnungen(aus Stube. Wohnküche und Klosett bestehend) einzu- richten. Er fordert 1090 909 M.. wovon er noch den Betrag für den Ankauf einer fünften Baracke erübrigen zu können hofft. Ferner soll die Holzhauskolonie an der Rubensstraße, die setzt auS 1Ü Holz- bäusern mit zusammen 30 Wohnungen besteht, vergrößert werden. Weitere 19 Häuser mit 39 Wohnungen, die geplant find, werden 1 699 999 M. kosten. Dazu kommt die Fortsetzung deS AusbauS von Dach- und Kellergeschossen sowie der Teilung großer Wob- uungen. Für diese Bauarbeiten sind 490 099 M. erforderlich Auch will man Schöneberoer Einwohn- r, die Grundbesitz außerbast» haben, durch Ba ukostenzuschüsse zur Bebauung mit Eigeuhäuscrn bewegen. Sie könnten dann dorthin ziehen, so daß ihre Wolniungen in Schöneberg frei würden. Der Magistrat will für diesen Zweck 1 090 000 M. bereitstellen. Er beantragt bei der Stadwerordneten- Versammlung, die Bewilligung des Gesamtbetrages von 4 Millionen Mark. Gemeinnützige UnteerichtSabende kür Stotternd«. Damen und Herren, beginnen am Dienstag, den 9. März, im Bei ein für Svi achpssege Demo'IheneS. Zur Veieitigunq deS Leidens aelangt ein Selbitzuggestions- verfahren zur Anwendung, durib das jeder Stotterer imstande ist, lein Leiden« seihst zu bellen. Dle Uebnngen finden dann reoetmäiüg stden Dienstag 8 Uhr in der Fnedrich-Werderschen Oberrealschnle, Niederwall- straße 12.(Aulaeingang» statt. Nothilfe« für das Erzgebirge. Konto Preußische Staatsbank Berlin, Margrasenstraße. Bisheriger Beirag: 32ol7;20 Mk:, dazu: Amtsstelle 2a des Magistrats der Stadt Potsdam 24. Mk., Rech- nnngSrat Spielhagen 19 Mk.. Elise Zillich. Berlin, 6 Ml, Beamte dös- ScheckbureernS der Preußischen Staatsbank Sß-StL, Graf Finferfffem, S im mau, 100 Mk., Simmer, Wolfen büttel, 39 Mk., Hofsmann, Cassel, 19 Mk., Klein, Charlottenlmrg, 10 Mk., Saetzer, Oker, 25 Mk., Wtddecke, Bräunschweig, 19- Mk. Gesamtsumme: 32 761,20 Mi Au den Elternbeiratswahlen. Die Parteigenossen und Genoifinnen werden ersucht, sich am Sonn- tag früh m soigeüden Lokalen z u r A a h l 6 tl s e zu melden: 4. Abt. Bezirksjübrer, Paiteigenossrn treffen sich zur Wablarbeit früh 8 Uhr bei Rirlert, Steiiimrtzstr. 36a.— II. Abt. 8 Uhr bei Peisler, Cuvrystr. 11— IS. Abt. 8 Uhr bei Kuhnert, Pdcllerstr. 33.— 14. Abt. 8 Uhr bei Krüger, Engeluser 13.— 17. Adt.» Uhr bei Lojal, Beymestraße 8.— 18. Abt. 8 Ubr bei Tiedtke, Litauer Str. S.— SO. Abt. 8 Uhr bei Bombe, Straßmanuitr. 7.— SS. Abt. 8 Uhr bei Meister. Allensteiner Str. 34, Ecke Botzowftratze.— S4. Abt. S Udr bei Winzer, WinS-, Ecke Chilstburger Straße.— SJ5. Abt. 8 Uhr bei Sichlet, Gollnowstc. 13.— 31. Abt. 8 Uhr bei«oldschmiot. Stolpische Str. 36.— 35. Abt. 9 Uhr bei Kümper, Wattsti. 17, und Hoidqr, Schulzendorser Str. 16.— 37. Abt. 8 Ubr bei tzübner, Wilsnacker Str. 94.— 3S. Abt. 8 Uhr bei Trümpcr, Flensburger Str. 3,— 30. Abt. lIS Udr bei Beiger, Levetzowitr. 21.— 40. Ad». 8 Uhr bei Schmidt, Wiclesstr. 17.- 41.«bt. 8 Uhr bei Tesche, Stromslr. 26.— 4S. Abt. 8 Uhr bei Vehrens. Tegeler Straße 22.— 44. Abt. 8 Ubr bei Waßmann, Stettiner- und Bellermannstraßen-Ecke.— 46. Abt.>/,9 Ubr bei Kroll, HennigSdorser Str. lv.— 48. Abt. 8 Uhr bei Taube, Mölleritr. 6Sa.— teöhl am Köuigstädt. Realgyinnasium. Alle Ellern wähle» nur die Liste Strauß— Geber. Wahlhelier dringend erwünscht. Meldung von« 11 Uhr Mendelssvhnstr. 1, III.— Weisiensre. Morgen Elternbeirgtswahlon: 6. Kem.-Schule von 10—5 Uhr; unsere Lifte beqmnt mit dem Namen Adele»enkel. Nealghmnaflum von 11—3 Uhr Liste Felix Nicolas.— Montag 7 Uhr Borst andSjitzung mtt Gruppenfiihrern bei Stärle. Theater der Voche. «om 7. März bis 14. März. Volksbühne: 7. Paul Lange und Tora Parsberg.— 8, 10. Syge« und sein Rwa. 9. Der Liebestrant. 12. u. 14. Nach Damaskus. 13. Gdß von Berüchingeu. — Opernhaus: 7. Die Jlldin. 8. Rigoletto. Z. Meistersinger w.«vangelimann. II. Nietn Idas Blumen Susannes Sehstmnis. Sllhuetteu. 12. Madame Butler- fit,. 13. Patesirina.- SchausPiethau«: 7., 9., XL, 13. Der Kronprinz. 6. Othello. in. Peer®i)nt. 12. u U Btarguis von Keiih.— Deutsches Theater: 7. Und Pippa ianzi. 8. u. 10. Der tedeude Leichnam 9..1Z., 14. Die Sendung Semaels. II. Iaalobs Traum.>3. Was Ihr wollt.— Nannaersptele: 7., 9., IL. 13. u. 14. Gabriel Schillings Flucht. 8. n. 10. Die Büchse ixx Pandora. 12. Frühlings Er- wachen.— Letzingtheat-r: 7. bis 11 Pygmalion. 12 Peer Gynr. 12. u. 14. Wozzeck. Die Biihlsmwcstcr.— Theater i. d.«Snlg»räßrr Straße: 7. bis 10. u. 12 Schloß Wettorü-in. IL, 13. u. 14. König Niroio.— Deutsches Opernhaus: 7. Der Prophet. 8. Hansel und(Bretel. 9. Siegsried. 10. Boccaccio. 11,, Carmen. 12. Martha. 13 Die Meifterjüizer. 14 SUfland.—«chlller-Thsater: 7.. 9., IL u. Ii Die verlorene Tochter. 8. u. 10..Die Macht der Finsternis>3. Die Tür ins Freie. 14 AU-Heidelberg.— Großes Schauspielhaus: 7. König Oedipus. 8. bis 42. Hamlet, l-'t u. 14. Danton.■' T a g I> ch. Di- Tribüne: Franziska.— Deutsches Künstlertheater; Menagerie. —»omödienhaus; Der Herr Mirtfter.— Berliner Thsatse:»er leine Walzer. — Kleines Schauspielhaus: Die unberührte Frau.— Triaaaathaater: Fenuna.— Nestdenzihcater: Di« Aaschhoffs.- ssentralthsat«: Fräulein Puck.- Edentheater: Die DoUarpiinzessin.- Friedrich-WilhelmstäbNsche» Theater: Euchen Humbrecht.— Komische Oper: DichterNebe.— Lustsp'ielhaus: Der Großsiadtkavalier.— Metrovol- theater: Snbill— Neue» Operettenbaus: Die kleine Hoheit.— Thaiiatheater: Die närrische Liebe.— Theater am Nolleudarfplaß: Der Vielgeliebte.— Theater bes Westens: Die Dame im Hermelin— Kiew« Tbeatsr: Die Psarrhauskomodie. — Watwertheater: Eine Ballnacht.—«alhallacheater: Die CzardaskürftiN.— Rosetheater:.: Wilhelm Tell: 8., 9., IL, 12., Ii: Die im Schalten leben. 10.: Seine zweite Frau. 14.: Der Fall Wertznanu.— Eafiaotheaier: 7. bis 10.: Schnieveis Lene. Ab IL: Ein alter Sünd'v.—»chseathaatee: Die Sroßstadtlun. — Foties Caprice: Die abgetretene Frau. Iwangseinauarirernng. O dieser RaulN. Zlachmittagsvor st eilungen. BaUadühae: 7. und 14. Der Liebes- trank. to. und. 13. Göß von Berlichtngen.— Schauspielhaus: 7. Die Journalisten. 14. Minna von Barnhe-m.— Kanrmerspieie: 7. Der Weibs- teufel 14. Frühlings Erwache»— Lcsstnotheater: 7. und 14. Der rote Hohn.- Theater in i>er Königoräßer Straße: 7. und 14. Erdoerst.— Deutsches O pe r n- haus: 7. und 14. Der Frekjchüh.- Schillertheater: 7. Wie es euch gesalli. 10. Die B aut von Meistna. 1». Der Meineidbauer.- Große««»auspischa»»: 7. m 14. Hamlet.— Tribüne: 7. und 14 Die Wandlung.— Deutsche» Künftler-Theater: 7. und 14. Dies irae,— jtomödienhau«: 7. und 14. Lisewii von der Pfalz— Trianontheoter: 7. und 14. Iohannisfeuer.— Rofiheuz-ThAcker: 7. und 14. Der Sute Ruf.— gentraltheaier: 7. u. IL Die Faschingsiee.— Eden-Theater: 7. u. 14. A. w g.— Friedrich-Wilhelmstädttsches Theater: 7. Und 14. Die Zärilicheu Berwandten— Komische Oper: 7. und 14. SchwarzwaldmüdeL— Metropol- Tbeaier: 7. und IL Eharleys Fante.— Reue» Operetteuhaus: 7. und iL Die Dame, vom Firku«.— Theater am Nollendorfptat- 7. Wo die Lerchi ftafit. IL Drei alte Schachteln. 10. iL, 18. Die zürlttchen Perwandten.— Theater des Westens:.7. und 14: Ate luftige Witwe.— Kleine, Theater:. 7. lind-14. Milchen Gebert,— Wallnertheater: 7 und i4. Die»Kiha- Kasiud-Theater: 7. und 14. Die Wündcrlur.— Luisentheaier: 7. und 14. Der Verschwender. 13.»iem- Däumling."''"6..''' Groß-Oerliner parteinachrichten. Lichtenberg. Funklionär- Konferenz am Monlag, den S, März, abends 7 Uhr, der Kürlowsli, Psarrstr. 74. die öetriebsratswahlen. Reaktionäre Gesetzesauslegung. Der im Verlag Carl Hey mann erschienene Komnienknr zum Betriebsräte gesetz zeichnet sich an einer Reihe von Stellen durch eine besonders arbeiterfeindllche Tendenz äus, die nur ge- eignet ist, Beunruhigung in der Arbeiterschaft zu erwecken. Bis zum Uebermaß ist bei den Verhandlungen des Gesetzes immer wieder von feiten des Reichsarbeitsministeriums betont wer- den. daß das Gesetz der Aufrechterhattnng und dem neuen Abschluß niedergehender Tarifverträge, besonders auf dem Gebiet des Mit- bestimmungsrechts, nicht e n t g e g e» st e h t. Ausdrücklich ist des- halb auch beispielsweise in§ 78 Ziffer 8, wo es sich um die Verein barung von Richtlinien für die Eiustellunz handelt, der Vorbehalt gemacht worden,„soweit eine tarifliche Regelung nicht besteht"; aus- drücklich ist in§ 194. VIII vorgeschrieben, daß auch in Tarisver- trägen, m denen die bisherigen Ausschüsse genannt werden, an deren Stelle nunmehr automatisch die neue» Vertretungen treten. Da- durck sollte ein reibungsloser Uebergang gesichert und bewirkt wer- den, daß die neuen Organe die in den laufenden Verträgen verein' bart«. Rechte fortan ausüben sollten; dennoch enthölL der geuanntc Kommentar in ß 78 Anm. 13 Absatz 2 die Bemerkung, daß auch in Tarifverträgen das Verbot des§. 81 Abs..5 nicht beseitigt werden könne, wonach nämlich der Arbeitgeber„im Rahmen der Richtlinien über die Einstellung des einzelnen Arbeitnehmers allein ohne Mitwirkung oder Auffichj des Arbeiterrats oder Angestelltenrats" zu entscheiden chat. Diese Meinung ist völlig abwegig. Tarifverträge mit weitergehendem MttbeslimmuugZrecht sind und bleiben zulässig. Zu§ 81 Abs. 7 bemertt der gleiche Kommentar, daß die Ber- Weisung eines Arbeitnehmers auf die Erwerbslosenfürsorge nicht als „wirtschaftliche Härte" im Sinne von 8 84 Abs.l Ziffer 4 aufzufassen sei. cBe.i dieser Auffassung würde eine Kündigung, die eine„Wirt- schästfiche Härte" darstellt, kaum vorkommen können, d. h, die Vor- sckrift stände nahezu auf dem Papier.' Jede Entlassung bedeutet in Wirklichkeit eine„Härte", und eS ist nur von Fall zu Fall zu prüfen, ob es eine„unbillige, nicht duch daS Verhalten des Arbeitnehmers oder-durch die Verhältnisse des Betriebes bedingte Härte" ist. � Die entgegenstehende Auffassung jenes Koimnentars verdient die schärsste Zurückweisung. Zu 8 74 des Gesetzes, der dem Arbeitgeber die Verpflichtung auferlegt, sich bei an Zahl erheblichen Einstellunaeii und Eni- lassungen mit der Betriebsvertretung vorher ins Benehmen zu setzen, bemerkt der genannte Kommentar, damit feien die sonstigen Bestimmungen über Einstellung oder Entlassung(8 81 ff.), be- sonders also der sehr wichtige Einspruch gegen Entlassungen(8 84) ausgeschlossen. Im Gegensatz hierzu bemerken treffend die Kam- mentare von Feig-Sitzler und Flatolv, daß§ 74 an der Sonderregelung der§§ 81 ff, nichts ändere. Es wäre mich unbegreiflich, wenn im Fall von Mossenentlassiinaen mir die zivilreckstlick belang- lose,' wenn auch moralisch wes-ntkiche Pflicht des„Sich-ins-Be- nehmen-Setzetis"(§ 74) bestände, aber nicht di« Möglichkeit dsr„Wied e reän stel lu ng over Entschädigung" (§ 84 ss.) gegeben wäre. Allerdings ist wcher in dem einen Fall der Entlassung nifolae Stillecning..er Einspruch auch noch 8 85 Ab- satz.2 Zitser 2� unstatthaft. Anders ist. es aber. z. B, bei Enilassungen infolge Einführung- sieuer Arbeitsmethoden. Zu§ 100, ber d«n unbefugten Geheiinnisverrat von Arbeit- gebern bestrast, bemerkt der Kommentar(§ 100, Anm. 3), daß auch fahrlässige Offenbarung strafbar fei Dies ist falsH; ein Der- gehen dieser.Art ist auö RechtSkründen, deren Anführung hier zu weit sü. ren würde, nur bei Vorsatz strafbar, waS auch Flatow und Fei'.Z'tzier zutreffend angeben und in dem zugrundeliegenden § 142 RVO. ebenso geregelt ist. Der Kommentar ist an Fehlern, wie den geschilderten, reich Er wird dem Fiel des Gesetzes, durch Sicherung des Arbeitsverhältnisses und erhöhte Anteilnahme der Arbeitnehn, erschuft am Wirtsckrafts- leben dem Wiederausbau der Wirtschaft zu dienen, taum nützen. 7V- Millionen Mitglieöer. Der Allgemeine Deutsche GewertschoftSbund, den: gegenwärtig 54 Perbände angehören, hat eine Mitgliederzahl von VVj Millionen überschritten. Davon entsallen l.k Millionen auf den Meiallarb-.� erverband, 6 5c>v0lt auf den Landarbeiter- verband, 60 000 0 auf den Fabrikarteiterderband, 540000 auf den Trantportarbeiierverband, 4 5 0000 ans den Textilarbeiter- verband. 4 3 0480 auf den Bauarbeiterverband, 400000 auf den Vergarbeiterverband, 4 00000 auf den Eisenbahnerverband, 3700 00 auf den sjjolzarbeiterverband, 8 6 7000 ans den Ange- stelltenverband. 2 6 0 0 1 5 ans den Gemeinde« und StaatSarbeller- verband und 13 6 0 0 0 auf den Schnerderverband. Diese 12 Verbände umfassen mehr als 6.2 Millionen oder 83 Proz. aller Mitglieder deS Bände?. Weitere zehn Verbände haben eine Mitglirderzabl von 50 000 überschritten, 11 Verbände haben zwischen 20 00 0 bis 50 00 0 Mitglieder, 7 Verbände über 10 000 bis 20 000, 12 Verbände über 1000 bis 10000 Mitglieder und 2 Verbände über 1 00 0 Mitglieder. Von der Gesamtzahl der Mitglieder gehören etwa? über 5 Millionen zur Gruppe Industrie. Gewerbe und Berg- bau, 017 000 zum Handel und Verkehr, 650 000 zur Land- und Forn- wirlschafl, 670 000 zu den StaatS- und Gemeindebetrieben. 157 000 iiir Gastwirtichast, Musik und zu schaustelleriichen Berufen, sowie 33 000 zur Gruppv Haushalt. Diese Zahlen sind ein Beweis dasür, datz der Allgemein« Deuticke Gcwerkswaftsbund in allen den ge- nannten Berufsgruppen die berufene Vertretung der Arbeitnehmer. schuft darstellt._ Tie Hungerlöhne im Portierberuf. Zu den in Nr. 117 des.Vorwärts" von der Organisation ge- machten Angaben erhalten wir von der.LebenSversicherungSanstall sür die Armee und Marine" folgende Zuschrift: ES sind nur 15 Bureauräume zu reinigen; die Geschäfts-eit dauert von 8 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmirtags; während dieser Zeit findet eine Reinigung nickt statt. Diese ist in durch- schniltlich 5 NackmitiagSarbeitSstunden erledigt. Die Anheftung— eS besteht auch Ofenheizung— dauert etwa 2 Stunden, dieZeimal- Heizung bedarf erwa alle 2—3 Stunden der Nachfeuerung. Für diese Arbciren bat der Portier eiirschtiefilich seiner ihm behilflichen Ehefrau und Tochter im 1. Vierteljahr 1020 bezogen Gehalt............. 475,00 M. TeuerungSrulage......... 760,00, besondere Vergütung für Reinigung usw.. 200,00. Beiträge z. Kranken- u. Jnvalrdenvcrs. srundf 70,00. Zusammen: 1405,00 M. Der Portier erhielt im Dezember 1910 außerdem eine außer- ordentliche Beihilfe von 600 M. Ferner hat er nicht nur eine freie Wohnung von 2 Zimmern, Kammer und Küche im Werte von 750 M. jährlich, sondern auch freie Heizung!!>. Daneben bezieht'er monatlich 34 M. Invalidenrente und Ge- bühren für den Dienst a!s HilsSkirchenviener der HeiiandSkirche, zu dem ihm cmSreichend freie Zerr bleibt, jährlich 200 M. Der Pförtner ist geboren am 6. April 1845, feine Frau am IS. Mai 184S und seine Tocyter, die sich als Näherin bezeichnet, am 22. März 1877. Mehrfachen Anregungen der Angestellten, den Portier durch eine jüngere und gewandtere Krasi zu ersetzen, ist die AnsraltS- leitung bisher lediglich im Jnreresse des Inhabers deS Postens nicht nachgekommen._ Partemachrichten. Aus den Organisationeu. Eine Vereinigung geistiger Arbeirer der Sozialdemokratischen Partei wurde am 1. März d. I. in F r a n k f u r l a. M. gegründet. Die Aufgaben der unier der Kontrolle de? Sozialdemokratischen Vereins stehenden Vereinigung find Agitaiion unier den geistigen Arbeitern sür die Partei und Pflege de? wissenschaftlichen Sozialismus, Zum 1. Borr, wurde Red. Markwald gewählt.— Eine Beilragserhöbung von 5 Pf. pro Mitglied und Woche beschloß der OrtSverein Friedrichshafen mit Wirkung ab 1. April. Außerdem werden zur Stärkung des WablfondS noch Sammellisten in Umlaur gesetzt,— Zum besoldeten Stadtrat wurde Genosse Methner mit 37 Stimmen in F r a n k s u r t a. d. O. gewählt. Ein Zettel war ungültig, zwei unbeschrieben, Veran'w. für den redattion. Teil:«rti-r Rltftet, Ctiar'.oltenduri,: für Anzeiqeii: T», Glocke, Berlin. Verlnn: Borwiirts-Berlair®. m. b. 6.. Berlin. Druck: Be,r. Wärlo-Biickbruckerei u. Berlaasanlialt Pnul Sinaer u. Co. Berlin, Lindenür. 3. '> Isö zrüile immer öle hScäsiea Tagesoreise iör i Eupfer, Messing, Gold- u. 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