Nr.1IS.37.Ichrg. Bczuqsvreis: LieriellährU 16.50 Ml., monatUOLO M!. 'rei ms»aus oorous aiiibar. Poll- dezuq Monatlilti 550 Mt. erN.-Ju- Oellunqsqedütir. Unter Srcujbanb fiit Semichland und Ocftemith- Ungarn 8.75 M!» tür oas übrige Allsland 13.—'KL nri tänUd) rnir.a1. Aufteilung II,— 0!'-I- Valuta» Aufschlag. Post» 'eftelluiigen nennten an Ooncmar'. Sollanj).-ttremoueg. Schweden und nie SdjtDcit. eingetragen m die IC oft- ettungs• Preislifte er.Vorwärts" mit der Sonntags- oeilage.Voll u. Seit* eridienu wachen» agitch tweimal Sonntags einmal. Selearamm-AOteffe .Sozialdemokrat Berlin' Morgen Ausgabe. NolKsbleM (20 Pfennig� Anzeigenpreis: Die achtgetpaltenc Nonuarelllezeile leitet I.—-JR.. Teuerung«zuichlag#0% »A leine Anzeigen', das iett» gedruckte©ort 75 Pjg.(jula|(ig zwei fettgedruckte©cctr), jedes wettere Wart 50 Pfg. Stellengesuche und S chtafltellenanz eigen das erste Barl 65 Pfg. tebes weitere Wort 40 Pfg. Worte Uber 15 Vudiltabeii zahlen für ttoet Worte. Teueenngsjuschlag üte-Yj. gamtlien» Anzeigen, valitüche und getoerllchaftliche Aereins• Anzetgeu S.— MI. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ü ch st e Kummer müssen bt« 6 Ahe nachmittags im k-auotgeschillt. Berlin SW 63. Litidut- (ttohe 3. abgegeben werden,©eöfinet oou 9 Uhr früh bis i Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratlfchen Partei Deutfcblands Reöoftion und Expedition: EW. öS, Lindenstr. Z. erniv reckier. Ilmi Moriitvla«.?ir. 1 7, l tili- 1» I!(<. Sie Jrieöensresolution von 1917. ZLine„Angeklagte" im Erzbergcr-Prozcft. Ueber Tbyssen, Bcrgcr und Pnigodin wird am Freitag daS Urteil gesprochen werden. Thyssen, Berger und Pnigodin sinv Privatangelegen eilen ErzbergerS, mit denen wir weiter nichts zn tun vabcn. Der gestrige Prozehtag aber, der den dramatischen Re bekämpf auf'einen Höhepunkt führte, hat gezeigt.. dah es sich hier um jene Dinge viel weniger handelt a.s um die Fliedensresolution vom Fuli 1917, die uns aller» dinas sehr viel angeht. Um dieses geschichtliche Ereignis, an dem die sozialdemokratische Partei stark beteiligt ist, hat die alldeutsche Legende ein dichtes Lügengespinst gesponnen, das mit ieuem Griff zu zerreihen notwendig ist. Herr H elf serich hat die Kühnheit, diese Resolution als den Ausgangspunkt von Deutschlands Un- glück zu bezeichnen. Im Juli 1917 hätten sich FriedenSauS- sichten gezeigt, die sich verwirklicht hätte», wenn man»nur keine Schwäche" gezeigt hätte. Da sei die Fricdensresoluiiolt gekommen, und alles sei vorbei gewesen. Ein solches Geschwätz— einen anderen Ausdruck gibt es nicht dafür— wäre nicht möglich, wenn man sich nicht auf die Bergehiichkeit der Menschen verliehe. Alles redet über die Friedensreiolution von 1917, alles streitet über sie. aber wer erinnert sich noch ihres Wortlauts? Darum er sie hier nochmals abgedruckt. Am 19. Juli 1917 nahm der Reichstag mit 214 gegen 16 Stimmen folgende Entichliehung an: Wie am 4. August 1S14 gilt sür das demiche Boll auch an der Sltuvclle des vienen Kriegsjahtes das Wort der Throurcdc:„Uno tretbl nicht Eroberungssucht". Zur Verteidigung seiner Frcibcit und Selbständigkeit für die Unverscbrheit scmrs territorialen Besitzstandes hat Deutschland die Waffen er» griff«». Der Reichstag erstrebt einen Frieden der Verständigung und der dauernden Veriöbnuiig der Völker. Mit einem solche» Friede» sind erzwungene Gebietoerwerb, ingen und politische, wirtjchiistllche oder siuanzicllc Bcrgcwaltigungcu»livereinbar. Der Reichotag iveist auch alle Pläne ab, die aus eine lv i r l- schaitliche Absperrung und Ber'eindung der Völker nach dem Kriege ausgeben. Die Freiheit der Meere muh sichergestellt werden. Nur der WictschastSfriede wird einem fieuudlicheit Zu- sammenleben der Völker den Bode» bereuen. Der Reichstag wud die Schaffung internationaler Rechts- organiiationen raiktänig fördern. Solange jedoch dir feindlichen Rcgicningcn auf einen solchen Frieden nicht eingehen, solange sie Trurschlniid und seine-Per- dündetcn mit Eroberung und Vergewaltigung bedrohen, wird das deutsche Volk wie ein Mann zusammenstehe«, uurr- schütterlich ausharren und kämpfe«, bis sein und seiner Verbündeten Recht auf Lebcu und Entwicklung gesichert ist. I« seiner Einigkeit ist daS deutsche Volt unüber- »endlich. Der Reichstag weih sich in dieser Vekundung eins mir den Männern, die in beldenbaltem Kamps« das Vaterland schützen. Ter unvergängliche Donk des ganzen Voltes ist ihnen sicher. Die Behauptung, dah diuch eine solche Resolution vorhandene Friedcnsniöglichkeiten zerstört worden seien, ist geradezu irrsinnig. Waren sie vorhanden, so korinten sie durch diese Enticbliehung nur gestärkt werden. Aber wie lagen im Juli 1917 die Dinge in Wirklichkeit? Der am 1. Februar gegen alle sozialdemokratischen War- nungen begonnene unbeschränkte U-Boot-Krieg hatte sich als ein Fehlschlag erwiesen. Er hatte nicht„zur raschen Niedciwerfung Englands" geführt, sondern nur noch zu allen übrigen den anierikanischen Koloh gegen uns auf die Beine gebracht. Deutschlands stärkster Bttndesgenosse. Oesterreich- Ungarn. zugleich das Bindeglied des ganzen mitteleuropäischen Bündnissystems, hielt sich kaum noch ausrecht, sein Zu- sammenbruch bedeutete die vollständige Isolierung Deutsch- lands im Kampf gegen zehnfache Uebermacht, die Offenlegung der deutscben Grenze vom Bodensee bis Beuthen. Angesichts dieser katastrophalen Russickten entschloffcn sich die bürgerlichen Mittelparteien endlich, der wahnwitzigen all- deutscheu Annexionspolitik den Abschied zu geben und sich auf den Boden der reinen V e r t e i d i g u n g s p o l i t i k zu stellen, auf dem die Sozialdemokratie seit Kriegsbeginn gestanden �atte. In diesem Augenblick setzte aber auch schon die Gegenaktion der alldeutschen Generalspartei ein. und sie bewirkte, dah Teutschland in dem kritischen Jahr vom Sommer 1917 bis zum Sommer l9l8 überhaupt leine Politik hatte. Daran gingen wir zugrunde! Herr v. Bethmnnn hat sich im UntersuchnngsauSschutz über die Tragik seines Lebens beklagt: In dem Augenblick sei er gesuirzt worden, in dein er endlich eine R ichstagsmehr- heit für feine Friedenspolitik aebabt habe Herr v. Beth- niann halte uck ursprunglich aus Angst von den Generalen gegen die Resolntion gesperrt, nach leuiem Starz erklärte er, seine Bedenken gegen sie überwunden zu haben, und beule scheint er. nach seiner Aussage zn schließen, der Meinung zu sein, mit Hilfe der Rcsolutionsmebrheit hätte er eine Politik treiben können, die Deutschiaild vor der Katastrophe gerettet hätte. Er denkt in diesem Punkt jedenfalls ganz anders als Hclfferich. der mit Bethmann bethmännisch war, später mit den Alldeutschen alldeutsch wurde ulid heute nicht mehr daran erinnert sein will, ivie entschieden er bis zum 1. Februar 1917 die alldeutsche Wahilsinnspolitik bekämpft hat. Durch die berüchtigte Michaclisredc:„Wie ich sie auf- sasse", und durch das Treiben der von Tirpitz geleiteten Vaterlandspartet wurde der Friedensresolution die Spitze abgebrochen. Trotzdem hat sie die Friedenöstimmungen überall, des ander sin R u h l a n d, gestärkt und den Boden sür den Frieden mit Rußland vorbereitet. Wäre dann, nach der zweiten russischen Revolution eine Politik ge- trieben woiden, die jener Resolution ehrlich entsprach, so wäre höchstwahrscheinlich alles gerettet worden. Dann konnte Teutschland noch den letzten Mann aus dem Osten heraus- ziehen und im Westen mit vermehrter Stärke austreten. Ge- vorwärts-verlag G. m.b.H., Ew. öS, Lindenstr. Z. Fernivrrcher: Amt Manftpln«. Ar. llTSit— 51, lang es bann, den Westen davon zu überzeugen, das; wir tatsächlich nicht? anderes wollten, als was in der Friedens- resolution stand, so ivar ein deutscher Verteidiguugssieg ivenn nicht gewiß, so doch immer noch möglich, ja wahrscheinlich. Anstatt dessen schloß man mit Rußland den GoneralS-. frieden von Brest-LitowSk, verzettelte die nulilärischtn Kräfte und führte zugleich dem Westen ein abschreckendes Btld vor Augen, wie es ihm ergehen würde, wenn er sich auf Friedensverhandlungen einliehc. Damit wat aber Dentich- lands Verhängnis besiegelt. Die Sozialdemokratie, die der deutschen Verteidigung keinen Manu und keinen Groschen verweigerte, hat den einzigen Weg gezeigt, der zur Rettung führen konnte. Auf diesem Weg war die Friedensresolution vom 19. Juli eine Etapf�- Tie deutsche Politik ging jedoch den umgekehrten Weg und endete im Abgrund. Erzbergers Schlußrede. Nach dem Verteidiger ödsfcrichS, Dr. Alsberg, ergriff der Nebenkläger, Rcichsfinanzministcr Crzberger das Wort, um iolgendes auszufahren: Ein typischer Vertreter der abgetanen autokratischen Burcau- kratie und Plutokratic kämpft bier mit allen erdenklichen, erlauvtcn und unerlaubten Mitteln gegen einen Vertreter der jungen beut- scheu Trinokratie, die allein die Zukunft und Rettung des deutschen Volles verbürgen kann. Ter Kampf in diesem Saale war ein ungleicher; ich stand unter meinem Eide, muhte über Er- lebnissc der letzten 1ä Fahre aussagen, durfte zu keinem so nahe- liegenden Gegenangriff ausholen und wurde sali taglich mit Maie- riasieii nicht immer.pveisclZireter Hvckunft überfallen. Der Au- geklagte sammelt seine Angriffe seit Fahren. Zahllose meiner polittscketi Gegner arbeiten sür ihn. Er v c x d ä ch t igte doch- angrsebene Männer und Firmen, bei echte Klatsch in üppiger Fülle an,'reihte nicht zusammcnhäitgcnde Vorgänge aneinander und, per- giftete jede-meiner politischen und persönliclten-Handlungen. Diesen uiigleickcn Kamps sah ich voraus und doch begab ich mich in den Gerichtssaal, weil ich ein gutes Gewissen habe. Der Angeklagte hat den persönlichen Kampf in einer Weise geführt, dah ein W'rrkops unter Berufung auf ihn zur Mordwaffe griff, wo- bei mir Gottes Schutz oftensichllich zuteil wurde. Ter Mordversuch bleibt für alle Zeilen an den Rockschößen des ehemaligen Vizekanzlers Heltfcrich als eine Folge seiner unverantwortlichen Kainpfestveise hängen. Man will die Tcmvkratic treffen Die heutige Regierung soll beseitigt wenden. Der Realtion will man dir Wege unbekümmert»in die sicheren unabivcndbaren Folgen eines blutigen Bürgerkrieges mid des völligen Zusammenbruchs Deutschlands. Und warum ist gerade meine Person da? Hauptangriffs- ziel? Ran fürchtet meine auch von den Gegnern anerkannte Energie, meinen Schaffensdrang, meine Zusammenfassung der wiederaufbauenden Kräfte und meine deinokratische Gesinnung. In den erregten Julitagen 1917 suchte ich unserem Volke die Binde von den Augen zu nehmen, um es sehend vor dem Untergang zn retten. Mein Bemühen um eine starke Friedeusmehrheit im Reichstag war von Erfolg gekrönt. Tie Juliaktion 1917 wurde die Rettung vor dem drohenden inneren Zusammenbruch und der Beginn einer ständigen Mehrheit im deutschen Parlament, während die Regierung in den vorangehenden 40 Jahren darauf angewiesen war. sich von Fall zu Fall durch off unnatürliche Kombinalioneti eine Mehrheit zusammenzusuchen. Seit Juli 1l>17 wurde ich der besigchaüte Mann bei den Alldeutschen. Ich brachte pcrwiiliche und fiiiaiizielle Opfer, um unserem Volk den Weg zur Rettung zu zeigen. Man hat im Jahre 1917 an den entsckcidenden Stellen nicht aus mich gehört, bis nach mehr als Jabrcssrist alles so kam, wie es kmnmen mußte. Dann beriet mich im Okiober 1918 der Kaiser in die Reichs- letkung, wo ich im Verein mit den attderen Staatssekretären das alte Reich demokratisch umgestalten half. Tie Oktobrwrrfassung von 1918 war ein großer Sieg der deutschen Demokratie, der Weg zu un- blutiger Entwicklung war frei; wir hatte» daZ parlamentarisch« Regime erreicht. Zum natioualen Leidensgang nach Eompiegne habe ich Mick nicht gedrängt, aber nach anfänglichem Stränben mich dem Zwange der Notwendigteii(fcfuat, in der klaren Erkenntnis, daß hier nichts w-n'ger als politische oder persönliche Lorbeeren zn boten sind. Die Oberste Heeresleitung forderte am das entschiedenste die sofortige Unterzeicknuna der Wa'fenstillstandsbed'n- gungen auch ohne jede M'lderung. während doch manche erreicht wurde. �eden Zweiftl möchte ick abfckne'�en mit der Verlesung folgender Depescken, die mir am 19 Ncve—ber von Hmdenburg und dem Re'ckbkatizler in dem Waide von Eompiegne zugingen: Kriegsministerium. Großes Hauptguartier 19. Nov. 1918. In den Wasfenstillst. ndsbcdingungen muß versucht tverden, Erleichterung in folgenden Punkten zu erreichen: 1. Perlängcruiig der Räumungsfrist auf zwei Monate, wobei die Hauptzeil auf die Räumung der Rheinprovinz, der Pfalz und Hesse»? fällt, sonst Zusammenbruch des Heeres, weil technische Ausführung absolut unmöglick. S. Durchmarsch rechten Hecrcösingels durch Raastricktzipsel. 3. Wegfall neutraler Zone aus Ordnungsgründcn, zum min- besten Verminderung auf 19 Kilometer. 4. Ehrenvolle Kapitulation Ostafrikas. 5; Erbebliche Skrriitgming des e.bzugcbeude» Eisenbalm- Materials, sonst schwerste Gefährdung Wirtschast. Belasffing Per- sonals gemäß A. VII nur in kleinem Umfange möglich, nähere Abmacknnaen hierüber nöiig. 9. Lastkraftwagen im Heer nur 18 009. davon 59 v H. betriebsfertig vorhanden. Abgabe in der geforderten Hübe iviirdt: völligen Zusammenbruch Heeresversorgung bedeuten. 7. Jagd- und Bombeinltigzeuge nur 1790 vorhanden. 8. Bei einseitiger Kriegsgriangenen abgäbe tnüffen wenig stens Vereinbarungen über K r i cgsge fange ne n beb a n d stt ng bestehen bleiben. 9. Blockade für Lebensmittel c-sfften; zu' Regelung Vcrpffe- gungSsvag« sind Kommissare nnierwegs.. Gelingt Durchnchrimg dieser Punkte nicht,.'sv'icaw- trotzdem abzuichiießen Gegen Ablehnung Punkt/ 1. 4. 6; 6/'8,'9 Wade flammender Protest miter Berufung aus Wilson' zu erheben. Bist? Entschluß Regierung in diesem Tim.e schleuiiigst herbeizuführen.• v. H i n d e n h u r gi H i n tz e, Großes Hauptquartier. Berlin, 19. November 1918. Euer Exzellenz biite ick, die Obevst« Heeresleitttag zu voran- lassen,-daß sie der WaffeusiilistandStoinmissiov fnnkentelegraphisch folgendes übernttttelt:„Für Sigatssekretär Erzhcrgcr. Euer pv. sind zur Zeichnung de? WaffensttllstandeS e r m ä ch- t i g t. Sie wollen gleichzeitig folgende Erklärung zu Protokoll geben t ..Die Deutsche Regierung wird mit allen Kräften für die Durckführnng der Bedingungen sorgen. Die Ilnterzeicknetrn halten es aber für ihre Pflicht, darauf hinzuweisen, daß die Durchführung einzelner Punkie dieser Bedingungen die Be- völkerung des nicht zu besetzenden Teiles von DcStfchlaitd in Hungersnot stürzen muß. Die Belassung aller Vorräte, in don zn räumenden Gebieten, die für die Ernährung der Truppen bestimmt waren, sowie die einer Entziehung gleickkomtnende Be- schränkung der Betriebsmittel für den Verkehr unter Ausreckt- erbalffiug der Blockade»tacken die Ernährung und jede Owgani- saiion ihrer Verteilung unmöglich Die llnterzeiebner bitten daher, über solche Abänderung dieser Punkte, unter denen dir Ernäbrung sichergestellt werden kann, verhandeln zn dürfen." Auch ich bin damit einverstanden, daß dir-Oberste Heevesieitung bei Erzell-mz Erzberger in Anregung bringt, die Kapitulation von Deutich-Ostafrika in ehrenvoller Form zu erivirten, ferner den Durchzug unserer Truppen durch den Maastrichtzipfft zu erreichen. Reichskanzler. So lauten meine JnstruktiönM. empfaugei, im Wald tw» Comviegnc. Dttnack mußte ich bnudeln. Nach meiner Rückkehr fand ich ein total veräudertrs Vaiet lmid vor. Die Revolution war ausgehrocken. Alle Stützen zur Aufreckterhaltnng von Autoritäten»nd Ordnung waren wie ein Kartenhaus zu sammengebrocken. Meine bisherigen Kollegen im Kabinett und im Reichstag waren in alle Winde zerstreut. W o w a r da N' als der starke Mann, der Korr?lti geklagte? Ich tat— unbekümmert um stete Lebensgefahr— meitre Ptlickt am Volke, um � durch Crntilung der grausam barien Be- dingungen de? Waffenstillstandes nene Leiden abzuwehretr. Es gelang, wenn auch nur unter neue" schweren Opfern. Der Ftlick durfte nickt in das Herz DeuilchimckZ dringen. Die neue v.r heißende Entw-cklung im Innern durfte nickt durch den vordriu- genden Bolickewisinus gefährdet werden. Einer späteren Zeit bleibt es vorbehalten, zu zeigen, was ick hier geleistet habe, und wie ich dadurch Deutschland mitreiten half. Dann kamen die Weiweiag« des Friedensschlüsse?. Ich habe mit nur gekänivff mid gerungen, ob annehmen oder ablehnen? Für letzieres kannte tw die Veramwotiimg nicht tragen und tvoilfe an? dem Kah'nelt ans'cheiken. da die Ablebiiiing des Friedens nicke nur dw Foitietziing dcö blutiaen Kriege? bedeutet, sonkrrn auch den Perlufl unserer nationalen Einheit gebracht butle. Der Feind wäre mit blutiger Waffengewalt eingerückt und hätte nach lurzcr Frist eine Reihe von deutschen Separatfrieden mit einzelnen beut- schen Lande,?» errungen. Da stand mebr als je zuvor in der®e- schichte unseres Volkes alles auf dem Spiel. Die Mniolinie und Rheinbundgedankeu lebte» auf. Der deutsche Bolkskörper wäre bei NichtUnterzeichnung in Fetzen gerissen worden. Im Innern ober wäre gleichzeitig e i n mörderischer Bürgerkrieg ausgebrochen. Mangel an Kohle und Lebensmitteln hätten Deutschland vollkommen ruiniert. und ein noch viel schlechterer Friede wäre uns dann schliesslich aufgezwungen worden. Ich wiifste, datz infolge meiner Haltung die vergifteten Pfeile der Helfferich�Gruppe auf meine Brust gerichtet sein würden, und doch stellte ich mich offen und breit für den FriedenSichlust auf. Ich habe meine Pflicht für das Vaterland getan. Ich rechnete aber auch zuverstcht- lich damit, daß das schlechteste Buch des IabreS ISlS— der Friedensvertrag von Versailles— keinen langen Bestand haben könne und daß die Zeit und der ehrliche Wille zur Wiedergut« machung unsere besten Bundesgenossen zur Reviston des Friedens sein würden. Von Tag zu Tag mehren sich die Anzeichen sür die Richtigkeit meiner Reäinung. Wie bin ich wegen dieser meiner nationalen Pflichrcrsüllung angegriffen worden I Drei Anschläge auf mein Leben wurden durch vergiftete Agitation hervorgerufen. Nach dem Friedensschluß erhielt ich daS undankbarste Amt für alle Zeiten — daS Reichsfinanzmini st erium wurde mir übertragen. Rasches und rürksichtsloies Handeln nur boten die Möglichkeit, uns zu retten. In einem aus der Not gebotenen Tempo wurde unter meiner Führung die reickSeigene Steuerverwaltung geschaffen, ein hochbedeuisameS nationales Werk, daS weder dem neuen Deutschen Reich noch dem alten Deutschland unter den Welt» kaisern gelungen ist. Nach zwei Monaten war der Plan Gesetz. Die Reichsabgabenord nung mit ihrem einheitlichen Steuerrechl schloß sich an und dürfte ein Markstein der internationalen Steuer- gesetzgebung werden. In rascher Folge kam die Wegbestenerung des BermögenSzuwachseS im Kriege, die Erbschaftssteuer, die Tabaksteuer und daS dielumstrittene ReichSnotopfer zustande. Die Reichs- einkommensteuer steht vor dem Abschluß. DaS finanzielle Verhältnis in Reich. Ländern und Gemeinden wird auf eine neue Grundlage gestellt, und das alles in nicht ganz neun Monaten, wa» man früher nicht in neun Jahren geschaffen hätte. Ich leae auf das Urteil der Geschickte mehr Wert als auf TageÄhuldigungen. Auch in der Steuerpolitik blieb ich Demokrat, christlicher Demokrat. Der Erfolg der heutigen Regierung auf diesem Gebiet ist ein unbestritten großer und für den Wieder- aufbau entscheidender. Der neue ordentliche Etat für 1V20 balanziert in Einnahme und Ausgabe, das fast alle Abgaben im weitesten Sinn« des Worte? in Prozenten des Wertes erhoben werden. Im Verein mit meinen Ministerkollegen Bell und GieSbertS konnte ich während dieses Prozesses das große Werk der V e r- reichlichung von Eisenbahnen und Post zum Abschluß bringen gegen fast unüberwindliche Schwierigkeiten und damit Deutschlands Einheit festigen. Ich sehe auch im Geiste schon die Stammesbrüder von Deutschösterreich in unserm ge- meinsamen Vaterhaus mitarbeiten, ich arbeite unermüdlich an diesem großen Ziel. Im neutralen Ausland hat man volle? Vertrauen zu meiner Finanzpolitik, trotz unverant- wortlicher Gegenströmungen in Deutschland ist eS mir doch ge- lungen, verschiedene Kreditabkommen vorzubereiten oder zum Abschluß zu bringen. Sie sollen die Grundlage sür die ge- samte neue internationale Kreditgewährung kür unseren Wiederaufbau werden, alle diese Maßnahmen sind auf weite Sicht angelegt. Ich habe diesen Saal mit ruhigem Gewiffen betreten und ich verlasse ihn erhobenen Hau�ieS. Ich habe den Fehler aller anständigen Menschen: ich habe alo Abgeordneter dem- jenigen, der mit mir sprach und meine Hilfe erbat, manchmal zu viel vertraut. Ich fürchte, daß ich diese beiden.Schalten- feiten' als unveräußetlichen Teil meines Ichs dereinst ins Grab nehmen werde, weil ich an der Mensch- heit nicht verzweifeln will. Witwen, Waffen. Veteranen, Kriegsbeschädigte und andere, auch Abgeordnete haben sich mir in den letzten Wochen als Zeugen angeboten, um hier gu«rscheineu und zu bekunden, daß das, was hier über meine politische Tätigkeit erörtert wunde, nicht ein Zehntel pro Mille meiner gesamten Tätigkeit darstellt und darum ein ganzes Bild meiner Persönlichkeit nicht gibt, sondern eine Fratze, ein Zerrbild. Einfacher Hausrat im Schloßmuseum! An dieser Stelle ist bereits der Plan entwickelt worden, das Kunst- gewerbemuseum aufzulösen und seine Sammlungen in das Berliner Schloß zu verlegen. Der Generaldirektor unserer Staatssammlungen W. Bode und der Leiter der iür das Schloß bestimmten Sammlungen des Kunstgewerbemuseums O. Falle zeigen in einer Veröffentlichung, daß dieier Plan schon festere Form angenommen hat und man be- reitS im Begriff ist. das Schloß in ein Museum umzuwandeln. Die Schätze des Museums sollen den Feslräumen deS Schlosses ent- sprechend eingefügt werden, sowie auf den Korridoren und in den modernisierten Berwaltungsräumen die reichen Fachiamm- lungen Aufstellung finden. Es bleibt dabei zu hoffen, daß dieses hier in besserer Weise gelingen muß. als im ollen Bau in der Prinz-Albrecht-Slraße oder im Kaiser-Friednch-Museum. Im Interesse der Sache wäre nur zu wünschen, daß Erbauer neuester mustergültiger Sammlungen, wie z. B. deS Märkischen Museums, bei der Umgestaltung deS Schlosses hinzugezogen werden. Naturgemäß wird uns diese» ferlige HauS dann in erster Linie zeigen, wie Fürsten— Könige wohnten. Die Betrachtung der ein- zelpen Kunstwerke verleihc uns aber doch Genuß im Verhältnis des Wertes, auch wenn wir keine Freunde von Königen sind. Aber ein gutes Muieum soll mit seiner Sammlung ein Erziehungsmittel sein. Darum soll bei der Neuaufstellung auch darauf Bedacht ge- nommen und versucht werden, durch Aufstellung zeitgemäßer Wohn- räume für Arbeiter und Bürger aus diese erzieherisch zu wirken. Die Notwendigkeit dieser Erziehung ist zuerst von den Arbeitern selbst ernstlich behandelt worden, dadurch, daß sie 1911 die .Kommiision für vorbildliche Arbeiterwohnunqen' bildeten, die sehr bald gut» Sachen herausbrachie. Die Unierkunit für diese ersten Schöpfungen war der Keller des GewerlschafiShauseS. Im Früh- jähr des vergangenen JahreS hatte man in Zusammenarbeit mit dieser Kommission, dem Deutschen Werkbund und dem Kunst- gewerbemuseum eine schöne Ausstellung einfachen Hausrats zu- sammengebracht, die uns aus jeden Fall den guten Willen, wenn auch nicht immer den Beweis besten Können» gezeigt hat. ES wäre nun vorzuschlagen, auf der von der.Kommiision sür vor- bildliche Arbe'termöbel' geschaffenen Grundlage aufzubauen und diese in erster Linie dabei heranzuzie en, da die von ihr heraus- gebrachten Arbeiten zweifellos besser waren als diese Hausrat» geschichten vom vergangenen Jahr. Diese Musterwohnungen— sie sollen aber auch mustergültig sein— werden in dem neuen Schloß- museum aufgestellt, um hier dem Arbeiter, dem einfachen Mann, vor Augen zu führen, wie er sich sein Heim geschmackvoll einrichtet. Diese Sachen werden dann ständig erzieherisch auf den noch heute leider so verbildete» Geschmack einwirken und nicht iletzt auch die Gestaltung der allgemeinen Marktmöbel beeinflujieu. Das für Möbel Gesagte gilt für jeden Gegenstand des täglichen Bedarfs. für den gesamten HauSrat. sür das ganre Kunstgewerbe. Und ist für alle dieie Dinge ein Satz einwand'reier Muster, ein« Basis für einen gesunden Geschmack gegeben, dann, VolkS-Hochschulen. führt die Arbeiter hierher und sucht ihnen eine gute WohnungSkunst be- greiflich zu machen, fangt hier unten beim einfachsten Artikel an, statt wie heute mit der allerhöchsten Kunst zu beginnen. Otto Meyer. Ich habe, wie ich unter meinem Eide aussagte, wiederholt An- erbieten für AufsichlSralSstellen abgelehnt; ich hätte, ohne mich einem berechtigten Angriff auszusetzen. Hunderttausende und Millionen verdienen können, wenn ich gewollt hätte; ich habe es abgelehnt und mir auf die ehrlichste Weise durch wirkliche Arbeit, nicht unter Ausnutzung meiner parlamentarischen Stellung, ei» ganz bescheidenes Vermögen erworben. Was ich während des Krieges mehr erworden hade, steuere ich auch mir durch die von nur vcrao- schirdcteu Gesetze größtenteils weg. Wen» ich daS Finanzministerium verlasse, bin ich ärmer, als ich cS betreten babe. Ich war bis 1913 ein freier Abgeordneter und muß danach beurteilt werden. Ich war kein Gehaltsempfänger, ich bin auck kein Pensionsempfänger. Im Rabmen des Erlaubten, des Ueblicken und des Schicklichen aber habe ich mich gehalten, wo ick mich geschäftlich betätigte, sei eS bei Thyssen oder Berger oder Anhydatwerke. Gegen die Behauptungen des Angeklagten und gegen die Aufstellungen der StaatSanwaltschast setze ich daS Zeugnis eines Mannes, der 17 Jabre mit mir in der Zentrums'raktion arbeitete, der mich besser kennt, als die irregeleitete Oeffentlichkeit, mit dem ich auch häufig meine privaten Angelegenheiten besprach: eS ist der Abgeordnete Müller-Fulda. Was ich tat. übten andere und reichere Abgeordnete i» weit größerem Umfange. Erst dieser Tage wurde mir noch glaubwürdig versichert, daß der frühere hessische Finanzminister Dr. Becker, nachdem er zum Mitglied der Nationalversammlung ge- wählt worden war. in die Leitung eine« schwerindustriellen Unter- nehmen? eintrat gegen eine FohreSvergütung einer sechsstelligen Zahl. So wie ich. handelten auch die Wgeord- neten Baffrrmann und Freiherr v. Zedlitz. Der heutige Reichsjustiz- minister Dr. Schiffer war von derselben Firma Berger gegen daS Kanalamt wie ich als Schiedsrichter bestellt und als solcher tätig. Die eingebende Beweisaufnahme hat auch ergeben, daß ick keinerlei Mißbrauch mit meinem Mandat und meinem politischen Einfluß getrieben habe. Was daS Schönste ist. besteht darin, daß nahezu alle vom Angeklagten bemängelten Tatsachen unter der Herrschaft des alte» Regimes, in dem er sehr einflußreich war, sich vollzogen haben. Ist aber etwa? anzuklagen, io klagt er nur sich selber an. da die meisten Vorfälle in seiner Amtszeit, ja gegenüber seinem Restart(Tbhffen, Berger. Anbydat, Oele nnd Fette u'w.s vorgekommen sind. Warum sckftvieg rr damals und bis Mitte ISIS, wen« er es sür korrupt hielt? Es ist richtig, meine Herren, daß ich mich da oder dort für gafchäftliche und industrielle Unternehmungen eingefetzt habe, bei denen zum Schluß der Rechnung ein— übrigens sehr mäßiger — Nutzen sich für mich ergab. Immer aber geschah dies nach meiner Absicht im Rahmen der Allgemeininteresfen und ohne diese zu verletzen. Wenn sich aber, meine Herren, einmal die Aktenschränke des Bureaus offnen werden, das ich als Abgeordneter geführt habe— und daß ich um meine Ehre weiterkämpfen werde, darum braucht sich der Angesagte nicht zu sorgen— dann, mein« Herren, wird offenbart werden, daß ich in Tausenden und Tausenden von Angelegenheiten, die an mich in Form von Bitten und Gesuchen gebracht worden sind, jederzeit mit Nachdruck und in voller Hilfsbereitschaft ein- gesetzt habe, überall, bei Privaten, bei Behörden, bei zivilen und militärischen Stellen, ohne auch nur danach zu fragen oder auch nur daran zu denken, ob mir jemals daraus ein auch nur irgendwie gearteter Nutzen er- wachsen könne. Niemand kann behaupten, daß meine Reden und meine Abstimiwungen irgendwie beeinflußt waren von meinen persönlichen Interessen. Und da hätte sich die Ver- Mischung von Politik und Geschäft zuerst und deutlich zeigen müssen. Wie oft traten Abgeordnete der Rechten für höhere landw irff chastliche Preise, für höhere Remontepveise ein und bereicherten sich selbst, wenn man ihr« Wünsche erfüllte. Bei der Beratung des Zuckersteuergesetzes und der Zuckerkonventionen wiederholte sich dieses Schauspiel. Wer keimt nicht den Kampf um die Branntweinliebesgaben? Der Herr Oberstaatsanwalt sieht eine Verquickung von Politik und Geschäft als erwiesen an. Ich muß dieser Auf- fassung aus das allerentschiedenste widersprechen und kann sie nur als welffremd bezeichnen. Gerade durch wirtschaftliche Kriegsmaßnahme— namentlich de» Angeklagten l— wurde in einem nie gekannten Matze Politik und Geschäft miteinander ver- quickt und diese Verquickung geradezu organisiert. Niemals ist in gleichem Umfang durch die Beteiligung der unmittelbar inter- essierten Geschäftskreise an den Kriegsgesellschaften. DaS erste indogermanische Schriftdenkmal. Auf einen hoch- wichtigen Fund, der sich jetzt im Leipziger Museum für Völkerkunde bcs!»det, lenkt Rudolf Moschkau in der.Umschau' die Aufmerksam- keit. Es handelt sich um einen unansehnlichen Scherben, der bei Seltsch, südlich von Saaz in Novdböhmen, gefunden wurde. Das Stück ist nach seinem sorgfältig geschlämmten Ton. dem hellgrauen mätzigen Brand und seiner Ornamentik ein thvischcc Vertreter der Spiral-Mäander-Keramit. Ein dreieckiges Zwickelfeld daran ist mit drei Reihen eingeritzter linearer Zeichen gefüllt, in denen wir die erste steinzeitliche Scherdeninschrift aus Mitteleuropa erblicken dürfen. Die Zeichen weisen eine große Formverwandtschast mit den Runen auf und stehen auch mit den ältesten griechischen, phönikisch- semitischen und kretischen sowie deutschen und wolhyniscken Alpha- beten in engem Zusammenhang. Es liegen also hier Schristzeichen von europäischem Charakter vor, wie sie zuerst in der noch eiszeit- lichen Renntierperiode des Maqdaleniens und der nacheiszeitlichen Vorstufe zur jüngeren Steinzeit in Südfrankreich geprägt wurden. dann in der jüngeren Steinzeit in portugiesisöben Dolmen und Ganggräbern häufiger werden und bis zur ersten Eiszeit auf der Iberischen Halbinsel fortleben. Da die eigentliche und älteste Ent- stehung der Schrift in Europa auf der Iberischen Halbinsel und im westlichen Frankreich zu suchen ist, so müssen die Schriftzeichen des Seltscher Scherbens hier ihre Wurzel haben, und eS ist anzunehmen, daß sie direkt nach Mitteleuropa verpflanzt worden sind. Durch diesen Scherben fft also zum erstenmal quf dem steinzeitlichen Boden Mitteleuropas der zeitweise Gebrauch einer linearen Schrift, anscheinend mit Slbcn- und Buchftabenzeichen, belegt und damit ein im eigentlichen Sinn indogermanische? Schriftdenkmal. daS erste seiner Art. aus dem Siedlungsgebiet der.nachmals Illyrer ge- nannten Stämme aufgefunden. Lesbar ist dtc Inschrift allerdings nicht; sie ist von den ersten lesbaren Schriftdenkmälern durch eine Spanne von rund 3000 Jahren getrennt, spricht aber durch ihre Ver- knüpfung mit den Runen für ein« organische Entwicklung der alt- germanischen Schrift ohne fremden Einfluß. Eine HolzschnittauSstelluny ist vom Kupferstichkabinett der Ber- liner Museen eingerichtet. Sie bietet einen Uoberblick über den Holzschnitt seit dem Beginn dieser Kunst bi? in die heutige Zeit. Heuie, wo der Holzschnitt nach langer Zurücksetzung wieder künst- lerijchc Ziele anstrebt, wo die Freie Sezession eine eigene Schau über das bolKschneiderische Schaffen ihrer Künstler vorbereitet, bietet es eigenen Reiz, die alte Holzschniftkunst von ihrer Ent- stehilng durch all« Enttricklungsftnsen an Hand erlesener Druck- weil« zu verfolgen. Pros. Kurt Glaser, der seit Jahren der neuen Bewegung aus diesem Gebiete durch seine Sammeltätigkeit am Kupferstichkabinett sein Interesse widmet, hat für die Ausstellung einen einführenden kleinen Führer geschrieben. Moderne Künstler. äugen mögen besonders gern in der ältesten Abteilung der Ausstel- lung verweilen, bei den Blättern kurz nach Erfindung diese» Bild- druckes, der doch wohl in Teutschland um 1499 erfolgte, damals, als in einer ganz einfachen Liniensprache ein großartiger und herber Gefüblsausdruck auf den religiösen Blättern gestaltet wurde. Dann sind die Maler über den Holzschnitt gekommen sie haben ibn, in Deutschland insbesondere durch die einzigartige Leistung Dürers, zur Vollendunq gebracht. Was damals in den europäischen Werkstätten geschaffen wurde, sieht, man hier an den Wänden, in den Schaukästen: die Gestalten tzolbein?, des Lukas von Lehden, denen die gewaltige wirtschaftliche Macht in die Hände gegeben wurde, eine solche Fülle von Gewissenskonflikten zwischen dem eigenen und dem Gemeininteresse hervorgerufen worden. Nie- mand wird behaupten, daß in diesen Gewissenskonflikten restlos das Allgemeininteiesse gesiegt hat. Im Gegenteil, wenn wir jetzt >mit einer so traurigen Korruption im Wirt schafts- leben bis in Beamtenkreise hinein zu kämpfen haben, so sind in allererster Reihe gerade diese Kriegsmaßnahmen die Quelle dieser Korruption geworden. Und gerade diese wirtschaftliche Um- stellung brachte es mir sich, daß der Aufgabenkreis der VolkSver- treter ein anderer wurde. Er mußte sich infolge de» Drängens der Wähler in einer sehr umfassenden und intensiven Weffe u m daS Geschäftsleben kümmern. Diese wesentliche Verschiebung deS Ausgäbenkreises der Abgevrdnete n kennt der Angeklagte genau; auch dem Herrn Staatsanwalt fft sie bekannt. Der Abgeordnete hatte die Pflicht, in die vom Staaw vollzogene Verquickung von Politik und Geschäft mildernd und fördernd einzugreifen, um die Interessen des Volke? zu vertreten. Die empfehlende Weitergabe eines Gesuches durch einen Abge- ordneten bedeutet doch keine unzulässige Beein- f l u s s u n g. Ich erhebe hiermit den schweren Borwurfgegenden Herrn Oberstaatsan walt, daß er wichtige Zeugen, welche die Richtigkeit meiner Darlegungen und meiner damaligen Aul- fassung bestätigt haben, völlig ignoriert hat. Hierhin gehört, daß er bei der Frage, ob mein Eintreten für die ErzVersorgung der Thysscnwerke in der Richtung des allgemeinen Interesses lag. das wichtigste Zeugnis des zuständigen Dezernenten, Ministerial- direktors v. Schönebeck, der durchaus mit metner Auffassung übereinstimmte, einfach ignoriert' hat. Bei solcher lücken- haften Behandlung des zu meinen Gunsten sprechenden Beweis Materials werden Sie es begreifen, wenn ich, falls ich Herr v. Bethmann wäre, durch die Haltung der Staatsanwalffchaft mach geradezu„überfallen' fühlen würde. wie.Liethen aus dem Busch'. In diesem Prozeß hat sich unter völliger Umkehr aller tatsächlichen Verhältnisse noch ein zweiter großer Gegensatz abgespielt, dar stille zähe Kampf der alten Bureaukoatie der Ministerien gegen blrcchtßgte Vorstellungen pflichteifriger Abgoordnetar. Fragen Sie nur mal unsere Bauern im Lande draußen, die Gewerbetreibenden im Reiche und die Arbeiter in den Städten. Dann werden Sie Klagen über Klagen hören und die ungestüme. Forderung, daß die Volksvertretung den Kampf gegen die Miß- stände bei der Kriegswirtschaft viel zu zage geführt hat, daß man das rücksichtsloseste Eingreifen der Adgeord- neten forderte, und daß man mir überall dankbar war, wenn durch mein« Tätigkeit eine Besserung erfolgte. Im Volke sah man den Abgeordneten nicht als ein lästiges. fondern wie selbstverständlich als ein förderndes und schützendes Element an und forderte mit vollem Recht, daß dieser den st ä r t- sten Druck auf die verschiedenen Verwaltungs- stellen ausüben müsse. Ich kann Sie versichern, meine Herren, wären nicht die Abgeordneten ununterbrochen bemüht gewesen, bei eingehenden Beschwerden ausgleichend und vermittelnd einzu- greifen, so würde die allgemeine Unzufriedenheit— namentlich angesichts der Knebelung der Press«— mit den doch vielfach so belästigenden Kriegsmaßnahmen noch viel größer ge- worden und der innere Zusammenbruch noch weit früher einge- treten sein. Ich sah immer die vermittelnde Tätigkeit des Zlbgeordneten, so viel Zeit und Arbeit sie auch beanspruchte, als eine der schönsten Seiten der Abgeordnetenpflicht an. Hilfe leisten, wo andere nicht mehr helfen können, ist mir immer eine Freude gewesen und soll eS bleiben, auch wenn jeder solche Schritt verdächtigt wird. Der Angeklagte bat daS Schlagwort von der Kor- ruptron leicht auf der Zunge. War es denn auch Korruptsiuk daß er als Kolonialbeamter zuerst sich für den Bau der ostafriu, kanischen Bahn einsetzte, an welcher die Deutsche Bark sich stark interessierte, dann nicht lange danach in den Dienst der Deutschen Bank trat? Daß er nach Uebernahme des Amtes als ReichSschatzsekretär durch das von ihm geforderte Stickstoff- Monopol die ganze deutsche Stickswffindustrie vor den Kovf stieß und nach der im Reichstag und unter den Sachverständigen ver- breiteten Ansicht die Vorlage nur für ein Verfahren Wert hatte, an dem die Deutsche Bank stark interessiert war? Wollte man das ganze Wirtschaftsleben nach dem Fragesystem des Angeklagten durchschnüffeln, dann würde man jede Arbefts- und Unterneh-- Tizians. Rubens treten als maßgebend für diese Kunsttechnik her- vor. Die englische Erfindung des Thomas Bewick, der im 18. Jahr- hundert den Stichel des Kupferstechers. mutzen lehrte, führte zu der Entwicklung der letzvergangenen Hundart Jahne: höchste Boll- endung der Technik, Meister vom Range Rethels, Menzels, DoröS, Daumiers. Dann kam der Einfluß der Japaner und endlich jene Erneuerung des Holzschnittes: der Künstler fft nun wieder sein eigener.Holzschneider, der die Uöberfeineruwgen der Technik ver. wirkt. Münch und dann die Leute der Bruck«, Kirchner. Heckel, Pcchstein, aber auch Franz Marc, Nolde, Barlach treten in der Ausstellung als Führer des jüngsten Holzschnittes hervor. Leipziger Uraufführung:„Das Erbe". Das Leipziger Schau« ipielhaus brach!« am Sonntag den dramatischen Erstling des Schau- tpielers Karl Walden.Das Erbe' heraus, das dieser unter dem Pseudonym K. F. Fischer segeln ließ. Das Stück spielt in dem Milieu von Kaisers.Gas' und weist auch sprachlich manche Sehn- lickkeit mit ibm auf, entbehrt aber aller ltlarbeit der Problem- stellung und Straffheit im Ausbau, die Kaffers.Gas' für sich bar. Di« Handlung ist recht dürftig. Ein junger Poet ist durch den Tod seines Vaters Besitzer großer Fabrikanlagen geworden. Er steht dem Getriebe hilflos gegenüber und weiß sich erst reckt nickt zu Helten, als die Arbeiter wegen Lohnforderungen in den Streik treten. Der Berater des DickterS: der vom Vater übernommene Leiter deS Werkes, fft sür Abweisung der Arbeiter und Kamps. Aber der Dichter will von Rentabilität deS Werkes und Unier- nehmerstandplinkt nichts wissen, wird nur gerade noch vom Leiter des WerkcS abgehalten, den gesamten Reingewinn des letzten IabreS unter die demonstrierenden Arbeiier zu werfen und wandert ichließ- lich zu den Arbeitern über, al» deren radikalster Feuer an die Anlagen gelegt hat. Mit Schippe und Sckaukel will er olS Arbeiter unter Arbeitern ein neues Leben beginnen. Zur Begründung dieieS Entschlusses werden noch einige Nebenbandlunaen eingelegt und viel, viel schöne ebenso ekstatische wie abstrakte Worte von Men'ch- lickkeit und Befreiung der Arbeit gesprochen. Alles in allem: eine anständige Arbeit. Aber: nur Literatur im Inhaltlichen und Erst- ling im Technischen._ H. B- ZtaatSoper gegen Elaire T.ux. Claire D u r ist auf Antrag her .Intendanz der StaiNSover vom Präsidium deS Deutschen BübnenvereinS iür kontraktbrüchig erklärt worden. Frau Dnx toll sich unter an- dauernder Verletzung ihrer vertraglichen Verpflichtungen, ohne die Antendan* auch nur von ihrer Absicht zu verständigen, aus Berlin ohne Urlaub entfernt haben und augenblicklich in Stockholm austreten. Nach ZeitungS- notizen soll Frau Dur auch einen Vertrag mit amerikanischen Bühnen ab- geschlossen haben, obwohl sie noch bis zum Herbit 1921 vertraglich an die Berliner Staaisoper gebuiiden ist Die Klage auf Zahlung der Konoen- iionaiftrase ist bereits anhängig gemacht worden, auherdom wird aber in diesem besonderen F>lle auch noch ein erbeblicher Schadenersatzanspruch gegen Frau Dux gerichtlich geltend gemacht werden. freigäbe des Friedwannsernms. Professor Dr. F. F. Friedman» bat sich nunmehr ent'chlossen. sein dmch Geheimen Medizinalrar Professor Dr. Äruie-Leipzig ständig kontrolliertes Tuberluloseheilmittel Iür die Ecsamiheit der Aerzieschast freizugeben. Eine Ehrung füi- Josef Popper-SunkeuS. den bekannten Slhcker. Sozialpoltliker und Dichter, der am St. Februar sein 83. Lebensjahr voll- endete, plant ein Wiener AuSsibuiz. Beiträge find zu jenden an Dr. Karl Ornstew, Wien VI, Kasernengasse S, ttt. 126 ♦ 37. Jahrgang Seilage des vorwärts Dienstag, 6. März 1H26 GroßSerüu �bschieö von Kroll. T'aZ alte Krolllheater am König�platz geht jetzt endgültig seiner letzten Stunde entgegen. Nachdem e? die letzten Jahre, nach einer ruhmvollen künstlerischen Vergangenheit, nicht recht gemutzt bat, ob es leben oder sterben sollte, wird es in kurzem«ür die Zwecke der Neuen Freien Volk-bühne.auf neu" hergerichtet werden. Allerdings dürfte dieier Umbau fast emem Neubau gleichkommen, denn nach- deni das Theater während des Krieges ein Stapel- und Sammel- platz für alle jene hätzlichen Dinge gewesen war, die man des Rod- stofimangels sparen und umforinen mutzte, bietet es jetzt den Anblick vollkommenster Verelendung. Zurzeit bat man notdürftig ausgeräumt. Gähnende Leere blickt dem Befucher aus der Flucht der kahlen Säle entgegen. Von den Wänden blättert der Stuck. Schmutz verhüllt vompejaniiches Rar und entsprechende Malereien. Dazu sind die Fenster zerbrochen und wieder notdürftig geflickt. Die Türen klaffen, der Fuhboden in unter irgendwelchen Einflüssen eine anmutig gewellte Ebene ge- worden und durch die Deckenmalerei Ivgt zwischen Göttinnen der richtige blaue Früblingsbimmet hervor. Der orotze Zuschauerraum ist leer. Die Bühnen Öffnung ist idallkommen zugemauert und hinten droht ein zusamnzeiibrechendeS «atiengerüst. ani dem noch Fetzen von beruiitergerissenen Draperien zeugen. Stimbol für ein entkleidetes Kaisertum, eine entkleidete Kaiserloge. Der Weg iübrr weiter durch ein gänzlich verödetes Haus, treppauf, trevvab nicht« olS Tinmmer. Fetzen Geröll und plötzlich wird eine Tür geöffnet, eine Tür. die jetzt in das Nicht« führt, das aber einstmals ein BühnenbaiiS war. Man crichricki: steil fällt eine kahle Mauer geröllabsiotzend in eine stockwerktief untenliegende Wasserfläche hinab. Ein r e i i g e r Teich, aus dem Trümmer,«Balken und Eiienstückc hervorragen, tier unter der Bübne, die einst hier war und auch vas Schiff des Fliegenden Holländers trug. Man denkt, daß es in diesem Wafler wirklich rettungslos versunken sein konnte. In Ichwindelnder Höbe gebt der riesige, viereckige leere Bübnenrouin- zylinder in freier Lust gänzlich auf. Turcv die Breiter des Schnür- vodens fallen Regen und Sonnenschein, denn da§ Zinkdach>st ab gedeckt. Ach und der alte Krollgarten seligen Angedenkens, die Stätte «eranüglicher Sommerstunden des alten Berlin. Verschwunden sind seine prächtigen Palmen, die nicht aus der Werkstälte der Natur, sondern aus einer Klempnerwerkstätte hervorgegangen waren, denn sie bestanden aus Blech. Verschwunden die dem alten Berlin so eindruck-: volle Herrlichkeit der buntverglasten Gasflämmchcn. d>e die schmalen Wege überspannten. Ein wenig dürres Gras bedeckt den Boden und e>n paar alte sranzösiiche Beute- Kanonen trauern darüber, datz der Krieg endgültig zu Ende gegangen. Vor dem glten Krrllbauie ober thront ein seltsames Gestell aus Aluminium, die Gondel eines der ersten Zeppelinluftschiffe, das Paris überflog, seltsamerweise zurückkehrte und jetzt seit Jahr und Tag daraus wartet, datz jemand kommt und sie-- erlaubt oder unerlaubt— mitnimmt. Wieviel schöne bo-Piennigstücke denkt man.... Die Neue Freie Volksbühne wird Arbelt genug haben, um aus dem Kriegs- tempel wieder einen Musentempel zu machen. lc. ISO-Millionen-AnleihederlSrohcnBcrliner Straßenbahn Der Aufs ichtSrat der Grotzen Berliner Strotzenbohn trat gestern zu einer mehrstündigen Sitzung zusammen. Es wurde u. a. beschlossen, iür die Erneuerung und den Ausbau des Unternehmens eine Anleihe in Höbe von l 2 l> Millionen Mark auszunehmen. Der für die Bevölkerung Grotz-BerlinS bedeutungsvollste Punkt der Tagesordnung, die weitere Tarif- erhöbung, wurde gestern noch nicht endgültig er- l e d s g t. Die Beschlutzfas'ung wurde au> nächsten Sonnabend vertagt. Die Frage, ob mit einer Erhöhung deS Fahrpreises auf 40 Pf. auSrukommen oder ob eine weitergehende Heraufietzung des Tarifs nicht zu umgehen ist, soll noch weiter geprüft werden. Köder für die Handwerker. Eine»neue Partei" im Berliner Rathaus wird angekündigt. Eine Korrespondenz meldet: In den Kreisen der Handwerkcrorganisationen Berlins haben in den letzten Tagen Besprechungen über die Stel- lungnahme des Handwerks zu den in absehbarer Zeip stattfindenden Wahlen zum Berliner Stadlparlamcnt stattgesunden. Es ist beschlossen worden, eine wirtschaftliche Vereinigung zu begründen, die selbständig auftreten soll. Die Handwerker glauben in Grotz-Berlin io stark an Zahl zu sein, datz sie die stärkste Frak- jion sür die Berliner Stadtverordnetenversammlung stcUen können. In den nächsten Tagen werden die ersten Wählerversammlungen dieser neuen Kommunalpartei stattfinden. Ter Zweck dieser Parteigründung ist sehr durchsichtig. Man will die Handwerkcrkrcise unter Betonung ihrer besonderen win- schastlichcn Interessen zusammenbringen, um sie nackiher geschlossen den rechtsstehenden Parteien zuzuführen. So- genannte»wirtschaftliche Bereinigungen" gibt es bereits in den Ge- meindcparkamenicn einiger Vororte; sie sind aber dort nichts weiter als ein A n b v n g s e l der D e u t s ck n a t i o n a l c n und der- wandtcr Gruppen. Anders würde es auch in Berlin nicht sein. Unsinn ist die Grotz'vrecherei, datz in Berlin eine solche Hand- werkcrvortei die stärkste Partei in der Stadtverordnetenversamnf- lung sein könnte._ Ilng endweihe. Für d'e am 21. und 28. März vormittags 11 Ubr stattflvdenden I u g e n d w e i b e n werben Anmeldungen bis zum 10. März an folgenden Stellen angenommen: Lichtenberg»nd östliche Vororte in der Aula des Reale limnaiitims, Vorkalir A n m e I d», n a e n: Ba-nnotvski C) 112, Niederbarnim» straste 4: Arndr, Skandinavische Straste 2: Gustav Kegel, Ritter- gulst-ast- 25; Paul Handelmann, O. Ii 2. We'chselnr. 9 Charlottenburg und westliche Vororte>n der Aula der Fürstin- Bismorck-Schiile, Slfi'klstr. 2—4 Arnieldtingen: C b a r- lottenbura, Parteibiirea». Rostnenstr. 4. vorn I; Schöne- borg, Schieche, Rubenstr. 27. Wartenhau? Ill: Friedenau, Mnbrenbolz, Niedstr. 19: Wilmersdorf, Parteibiirea». Wasteiner Str. 12: Krosi- Lichrerfelde, Jacobowick, Stratze 49; Steg- litz, Siillat Albrcchtstr. Stadt Berlin im Lebrervereinsbaus, Alerandervlatz. A n- meldiinaen: Rndiaer, X 53, Ltzchen-r Str 12", Oneraeb. ITI (2— 81; Wöllstein, XO 13. Lietznian"str ü, V. III; W. Hast. SO 36. Har-er Str. 1 17 H. H-ckmann, W3ö Geotzevricheilstr. 32; A. Joseph (Z Z-Lid-nl KW 21, WIdelmsdavener Sir. 43 Nenlölln und südliche Vororte in der Aula des Kaistr-Friedrich- R-alnnn'nastnni?. Ka ser-Friedrich-Str. 209/10. Anmeldungen: Partefl»ir-au. Jägeisir. 66. Karten zu den Jugendweihefeiern sind in den Anmeldestellen zu haben. Zu allen Jnaendweiben können Anmeldungen auch ichriii- l i ch an daS Jiigend'ckrctariai Grotz-Berlin, W 9, Bellcviieftr. 7 III, unter Beifügung von 1 Mark Einschrcrbcgeld gemacht werden. Heute Dienstag fällt die juristische Sprechstunde aus. Besserung der Koblenbelieferung. Die Kohlen stelle teilt mit: Int Monat Februar betrugen die Bride tteiimäuge für Hausbrandzwecke nach d.-m Gebiet des Kohlenverband?s Groß- Berlin insgesamt 1 34 0 00 Tonnen und die Kokseingänge für Zentralheizungszwecke beliesen sich auf etwa 33 5 00 Tonnen. Im Vergleich zu den Vormonaten bedeuten dicise Emgangszisfcrn eine kleine Besserung der Zufuhren. Pakctdiebstähle durch ungetreue Haiisdicncr. Kürzlich ist es gelungen, zwei H a u s d i e n c r festzunehmen, die einen Teil der ihnen von ihren Firmen übergebeneu Pakete vor der Auf- lioferung bei der Post beseitigt hatten In einem Falle wurde beobachtet, wie ein Hausdiener von 13 Paketen über 100 M. nur 10 Pakete auflieferte und 3 wieder rmtnahm. Die Kriminalpolizei stellte die Unterschlagung dieser Pakete fest. In einem ander» Falle hat die Kriminalpolizei ermittelt, datz der Hausdiener einer Firma, die fast täglich darüber geklagt hatte, daß viele der von thr abgesandten Pakete den EmPifängern nicht zugegangen seien, von durchschnittlich IS Paketen nur ungefähr 10 Stück am An- nahmcschalter abgegeben und die übrigen zuerst in die Wohnung seiner Braut gebracht und dann veräntzert Hai. Diese Vorkomm- nisse, die zweifellos häufiger sind, als allgemein bekannt wird. weisen, so schreibt die tberpostdircktiou, die Firmeuinhaber auf die Notwendigkeit hin. auf ihr Personal ein wachsames Auge zu haben und vor dem Erlaß postamtlicher Nachforschungen auch die Möglichkeit efiifX AbhandcnkcmMens durch eigenes ungetreues Personal zu bc�acksichtigen. Wohnvngsnotöebette in Echkneberg. Die Schönebcrger S t a d t v e r o r d n e t e n v c r s a m in- lung bcsch otz gestern die vom Magistrat beantragte Rachbcwilli- gung von IS 000 M. für Mehrung der B e i b i l f c n zur Milch- bcschaffung in der Säuglings- und Kleinkinderfüriorg:. Ein Antrag der Unabhängigen, eine Milchbethilfe den Haushaltungen mit Einkommen unkcr 6000 M. zu gctvähren. wurde einem Aus- schütz überWesen. Für die sozialdemokratische Fraktion erklärte Erdmann, datz bei kinderreichen Famiiien auch über 6000 M. hinaus die Beihilfe gewährt iverdcn mutzte. Auf die andauernde Berschseckterung der Milchzufuhr nach Grotz-Berlin und auf die grotze Differenz zwischen dem Stallpre s der Milch und dem Groß- Berliner Ladenpreis wies Dr. Bendiner Prozent. Der Magistra' Lichtenberg bat sich dem Vorgeben der Swöt gemeinde Berlin und anderer Grotz-Berliner Gemeinden angestblossen und die unbe- dingt notwendige E r b ö b u n g der G c m e i n d e e i n k o in- m e n st e u e r aus 3 S 0 P r o z. bei der Stadtverordnetenvrr- scnnmtung beantragt. Durch diese Steuererböhumg wird voraussichtlich eine Einnahme van 2 Millionen erzielt werden. Bei der Stencrerhöhung soll das Gesetz vom 4. Juni 1919 über die Eni- lastung geringerer Einkommen Anwendung finden. Eine Erhöhung der Realsteuern wird nicht beantraat. Nach F-st- sctznng ewcs entsprechenden Nachtrages zum Haushaltsplan für 1919 wird der Gesaimhaushaltsplan die Summe von 61 272 200 M. in Einnahme und Ausgabe umfassen. Freie Tluruerickiäst Berlin. Bezirk?ke»köllu. Die am dein Bode» des Arkeiter-Turn- und SvortdUNdcS stehenden Turner NeuiöllrS haben sich der„Freien Turnerschait Berlin" angeschlollen. Die Erö'wnn\ der Märine rabteilung findet am Donnerstag, de» II. März, Turn- Halle Thomn�itraße. statt, Turnzeit 8— 10 Ubr. Fug endliche von 1 1 bis 18 itabren sowie junge M ä d ch e n und Frauen turnen lus zur Eröffnung besonderer Abteilungen ebenfalls in der Männerabtetlung Eiüffming der.ZZ» a b e n a b t e i l u n g am Noniag, den 15. März, der A> ä d ch e n a b t c i I u n g am Donnerstag, den 18 März, in der Turn- Halle Thomasstrahe. Turnzeil sür Kinder von 6—8 Uhr. Deutscher Traneportardeiterverbaiid. Bezirksverwaltuiia M roß-Berlin. Perbandswiiktionäre, BetriebSoertrauenslente'und Branchcnleiterl Dienstag. S. März, abends- 7 Ubr, im„Deutschen Hof", Luckauer Etr. 15: Allaemelne Fiinktionärveriammluna. Tagesordnnug: 1. Vortrag über das Betriebsrätegeietz llie'creni: Genosse A u f b ä u s e r. 2. Disluifion.' 3. Ssc'chäsliichcs Mitgliedsbuch und blaue Legitimations- Papiere sind uutzubriuacn und zwecks Kontrolle und Abstempelung vo.- zulegen. Obne Karte und Mitgliedsbuch kein Zutritts! io] �on krebfereuter. Seine Taten Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von HanS Müllcr-Schlösscr. Ein fahler, gelber Schein bedeckte den Himmel, und die Dunkelheit kroch aus den Gebüschen auf Jan zu. Es fröstelte ihn plötzkch. Er sprang auf. Da merkte er. wie still es in den Straßen war, wie tot. Rasch trat er an das Gittertor, Verschlossen! „Oh!" rief Jan verwundert,..schon zu? Wie ist do.t?" Er klopfte und rüttelte an dem Tore. Da bog ein Soldat mit aufgepflanztem Bajonett um die Ecke der Wachtstnbe und trat langsam auf Jan zu. „Was willst du, Junge?" „Ich will rein!" rief Jan und rüttelte wieder ungeduldig an den Stangen. „Da kömmt keiner rein! Marsch! Daß du fortkömmst!" „Ich bin doch hier zu Haus, Soldat!" versicherte Jan, aber der Soldat stocherte mit dem Bajonett durch die Gitter- stäbe, wobei er rief: „Alleh marsch!" Jan sprang zurück und starrte verblüfft das verschlossene Tor an. Dann zuckte er mit den Achseln und ging weiter an der Landskrone entlang, wie der Teich hieß, zu dem der Stadtgraben sich bier erweiterte. Als er in die Kastanien- allee am alten Stcdtgroben trat, börte er Plötzlich aus der Stadt herüber Ge'chrei, Lärm, Schießen. Jan blieb stehen und lauschte. Verworrene Stimmen drangen von weither. Jetzt iah er einige Giebel von flackerndem, gelbem Schein er- leuchtet. Dröhneuder, zorniger Gesang schwoll an, unter- brachen votz immer heftiger werdendem Schießen und Schreien. Tie Sturmglocke begann zu brummen. Jan fühlte ein Kribbeln vor Erregung. Er kratzte sich über den Kopf und setzte sich mit bangklopfendem Herzen in Trab. Auch das Flinger Tor war verschlossen, und es war mittlenveile so dunkel geworden, daß Jan keinen Durchschiupf finden konnte. Er lief schnell weiter, verfolgt von dem Lärm. der stetig wuchs. „Da ist ein großer Brand ausgebrochen!" murmelte Jan und stolperte im Dunkeln über die Sandkaulen und-Haufen im Süden der Stadt bis zum Berger Tore au der Zitadell- straße. Da wollte er schon ein Loch zum Durchkriechen finden und im Sprung würde er zrl Haufe sein. Als er in das Tor trat, wurde er geblendet von dem röt- lich flackernden Schein der Pechfackeln, die den riesenhaften Schatten hin und her laufender Menschen an die feuchten Wände warfen. Jan sah mehrere Dutzend Männer mir wilder Miene, wirrem Haar, glühenden Augen, barhäuptig und mit aufgerollten Hemdärmeln. Sie trugen Flinten auf dem Rücken und Pistolen im Gürtel. Einige rissen mit Hacken das Pflaster auf. andere schleppten aus der Franziskaner Schule lange Vänke herbei, wieder andree kamen mit zwei- räderiaen Karren, mit zerbrochenen Stühlen und anderen Möbe'stücken. Steine. Bretter. Bänke Stühle, alles türmten sie übereinander mit einer unheimlichen, schweigenden Hast. Nur ab und zu tranken sie aus einer von Mund zu Mund gehenden Flasche. Jan wollte vorüberschleichen, da fühlte er sich an der Schulter erfaßt. Er wollte sich losreißen, aber die Faust war wie eine eiserne Klammer. „Laß mich los!" schrie er.„ich will nach Hans!" »Dahin wollen wir alle!" entgegnete der Mann, der ihn festhielt.„Manch einer von uns wird bloß keine Zeit dazu finden!■" »Wat ioll ich denn?" schrie Jan wütend und wand sich verg-bens hin und her. „Deutschland liegt in Kindsnöten, Junge! Da muß jeder helfen, auch du! AIIcz!(Lauf!) Hol' Steine heran und was du sonst kriegen kannst hier für die Barrikad!" „Nee!" rief Jan,»dat tu' ich nit! Ich will nach Hans!" „Du, Lümmel, willst nach Hans?! Und nicht mittun?! Oho! Das war' mir die rechte Art! Wie heißt du denn?" „Ich beiß' Jan." „Jan? Und wo wohnst du?" „Trüben beim Bäcker Höffgens." „Wat? Tu bist dem Lots Grades sein Jan und dir willst dem Mathieu Krllll nit helfen? Wat? Allez, Jan!" Jan schaute ihn an. Matthieu Krüll war ein kleiner, aber breit'ckmlteriger Dreißiger. Das rötliche, biberne Hemd stand vorne offen und ließ die behaarte, heftig atmende Brust sehen. Ein schwarzes, wolliges Bärtchen rahmte sein leb- Haftes Gesicht ein, und die schwarzen Augen glühten vor Er- regung. Ab und zu spiegelte sich der Schein der Pechfackeln darin, und dann blitzten sie Jan an, datz es dem über den Rücken herabkribbclte. Jan nickte schnell und lief, um Pflastersteine herbeizuschleppen. „Mes arnis!" rief Matthieu Krüll den anderen zu,„es geht los! Da hinten schleichen sie heran." Er wies mit dem Dailmen verächtlich ins Dunkel vor den: Tor. Jan sprang auf eine Kiste und hob die Nase über die Barrikade. Matthieu Krüll riß ihn sofort zurück, aber Jan hatte in dem Augenblicke Helmspitzen und Gewehrläufe blitzen sehen. „I-e jour de ploire est arrivtf"(Ter Tag des Ruhms ist angebrochen) sang Matthieu Krüll, während er die Flinte vom Rücken nahm und lud. Die anderen luden finster entschlossenen Gesichts ebenfalls ihre Flinten. „Drei Ehrenschüsse tu' ich, eh' das Spiel anfängt," rief Matthieu Krüll und schob seine Büchse durch einen Spalt in der Barrikade.„Den ersten— gegen die Reaktion!" Er zielte kurz und drückte ab. ES dröhntö und donnerte in dem Torbogen. Matthieu Krüll lud von neuem. „Den zweiten— für die Verbrüderung all"? Nationen." Wieder donner'e es in dem Torbogen hinein, und als der Rauch sich verzogen hatte, sah man die Helmspitzen ansein- anderichwärmen. Matthieu Krüll lud zum dritten Male und rief: „Ten dritten— für die Einheit und Freiheit des Vater- landes!" Er schoß wieder, aber die Soldaten antworteten mit einer Salve, die auf die Barrikade prasselte. Ter Pulverrauch hüllte die Pechfackeln ein, so daß sie nur rötlich glommen. Die Soldaten schoflen im Näherrücken einige Salven rasch hintereinander ab. Tie Kugeln klatschten gegen die Giebel. Hier und dort fluchte einer auf der Barrikade und preßte die Hand in die Seite, oder setzte sich, um mit einem vom Hemdärmel rasch abgerissenen Stück Leinen den Arm zu verbinden. (Forts, folgt.) 1 �Thea!erflichSspie8eetc. Opernhaus. Volksbühne MeislerstegervonirnlieFg. _ Amane 5 Uhr._ Schauspielhaus. Der Kronprinz. Abends 6V2 Uhr: Direktion Max Reinhardt Deutsches* Theater. 7>/:u.: Die Sendeng Semaels. Mw. 7: D. lebende Leichnam. Kammersplcle. �CaliFlelSclilngs Flueiit Mw.7'/]:DleBQchse derPandora Gr. tiichaiispielhans KarlstraBe. 7: Hamlet(2 i. Abt., 2. Ab.) Mw. 7; Hamlet(24. A�2.A.) Theater am Bülowplatz. Der liebestranh Theater i. d. KOnipgrätzerStraOe VaS Uhr: SchloßWettersfeln Mtw.: Schloß Wcttersteln Donnerstag, zum I. Male: Könls Xicolo oder: So Ist das Leben. Schauspiel v. Frank Wedekind Musik von Eduard Künneke. (Ludwig Hanau, AMce Verden a. Q. vom Staatstheater in Dresden, E. Dernburg, Frieda Richard, Robert Scholz, Jul. Brandt, Berth. Reissig, Rieh. Leopold, Felix Rossen, i Rudolf Jün-.er.) Komödienhans Der Herr Minister (Kax Pallenbcrg) Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Fritzl Massary, Otto Storm,: Hans Wassmann.| Central-Theater w.u.: Fräulein Puck. Deutsches Opernhaus � Uhr- Siegfried. Die Tribüne w.u.: Franziska. Eden-Theater. w.u.: Die ßolisFprinzessiB Frlertr.-Wilhcimst.Th. Chausscestraße 30. Kleines Theater. Dhr: Die PlaFFtisoskoinäöiE. KI. Schauspielhaus. w.u.: Die nnbeFiitirte Ffsd Komische Oper 7�0 u.: Dichterliebe. Lustspiel haus Arnold Riech in: Jft: Düf GFoSstadt-KafalieF Metropol-Theatcr. 7 ühr; Sybill Aeues Operettenhaas Mia Werber als Gast in w.u.: Die kleine Hobelt Schlller-Theat. C'harl. 7./.U.: DieverloreneToehter Thalia-Theater 7-/. u.s Die näFFisehe Liebe Th.amXollendorfplata 7V. Uhr JDcrPtergctTeßfe Theater des Westens w.u. DleFFauiraBEFmeiin Wallner-Theater uhr Eine Ballnacbt. 7 w. Uhr: Lesslnfj-Theater. Direktion: Victor Barnowsky. w, uhr: Pygmalion. (Tilla Durieux, Hei zSaifner) Mittwoch TV*: Pygmalion. Donnerstag y1/«: Pygmalion. Oentscbes RiinstlEF-Thealer A7V3unhr:ch Menagerie (Adalbert,G6tz,Haack,Felsing Fischer, Morgan. Wallauer.) APOLLO Theater 1 Friedrichstraße 218. I J Direkt. James Klein. I |7!/, Ausland- 7'// März-SeflsalißDEDi IHinodes Cie�jj erster! iJapanerKj."1 I 4 WUHams jGawhoy-Lassog Spiele mit? Pferden Siivester-Cresio | Farn. Meister-Ikarier| Amerikanische ippenspielerl | vom Royai-Orpheun F | Mizi Kindl u. Partner■ Zahnflng | mit hängenden Men | sehen durch den Zuschauerraum Mary Blank Meister Jongleuse Ju. and. Sensationen I Sonntag a1/- Uhr jed.l Erwachs. 1 Kind frei.| Schall u.Rauch im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiflbauerdamm Das NM MäFZ-PFogFanmi Oskar Sabo Vateska Oert Mady Christians H. H. v. Twardowski H. v. Wolzogen u. a. Musik.Leit.: Friedr. Holländer. ErSItnune 7,/5, Beginn 8*/. Uhr. ...... 1111...... Walhalla-Theater. Csärdäsfürstin. Residenz-Theater. Stadtbahn Jannowitzbrllcke. Täglich>/,8 Uhr: Die BascIMs von Hermann Sudermann. Mittwoch 4 U.: Rotkäppchen. Sonnab. 4: Max und Moritz, Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Täglich«1,8 Uhr: Femina. Sonntag 4 Uhr, kleine Preise: Johannlsfener. Rose-Theater. 7«/, Uhr: Die im Schatten leben. Casino-Theater Lothringerstr.37. Tägi.-l,8U.: Heus-">m vorletzten Male: SGhnlepels Lene Donnerst, 11. März, z. 1. Male: Die reue Posse Ein alter Sünder. Sonntag 3';,: Die Wunderkur. ♦FoliesCaprice� Eck. Friedrich- u. Linienstraße —— Täglich 7«/,;— Die abgetretene Frau Zwangscinquarticrung. Oll dieser Xovvat L! mit Ferdinand Grünecker in den Hauptrollen. Winter- Galten Täglich 7.30 Uhr; Variete-Spielplan Rauchen gestattet! Unter d. Linden 22/23 Dir. M. S o I i m a n Z UrauKGhrnngen 2 Zwangsliebe im Freistaat Die Sozialisierung von Liebe und Ehe. 5 Akte. Der Vempyr von St. Louis II Teil. Aus dem Tagebuch des berühmten Detektivs Nie Carter. Hauptrollen: Bruno Eictagriln Rita Clermont ReichsbalL-TheatEF Jeden Abend 7«/, und Sonnt Nm.ZU.: Stettiner Sänger. Nackmincgs ermä�KPuL» VSSROfto " SEHRtnST.SJ-SV� ♦ Allabendlich 7 Uhr: A John Hamilton Frltx u. Bobby Link Blenlta Schlüter» Grfinltz Marga u. Egon Laron Hans) Etzer Paul Goldler Walter Steiner Geza Varady Truppe Grete Rusa Dougaon Kapelle Mundl Neumann. Am Flüge!: E. Hentschel. iResidenz-Kasinoi o 10 Blnmenatraße 10.] .Tanz und Kabarett! Potsdamer Str. 38 Turmstr. 12 Ophir, die Stadt der Vergangenheit. 5. Teil des gr. May- Films Die Herrin der Welt. Aiexanderplatz-Passage Lotte Neumann in Arme Thea. Friedenau, Rheinstr. H Die Geachteten. (Ppt Ritualmord.) S !?mz Ihibarry muPola Negri in der Titelrolle Regle: Ernst Lubltsch BiinnrToliuiK Li Ii Jacobsen in Söhne des Volkes G»S�wed iß Bsccacios Li ebesabenteusa1 Ein galan'et Traumspiel I# 9 If I£S Pfi Lf A A ü njp In der Hauptrolle die ungarische Schönheit■% C3 v» SanSfevrkBSIIj� ---— K ammer licht spiele Spitzen Dänisches Schauspiel nachdem Roman von Paul Lindau Hau ptrol le; tSudrunKeulberg r t s a u) O Gaukelspiel des Glücks Dänisches Schauspiel in 4 Akten mit Gudrun Houlbers Carlo Wieth nach Friedrich Hebbel In den Hanptrollen: Höflich/ GrQniog/ Winteratein/ Harttnann/ Schünzel/ KISpfer/ Diegelmann/ Graetz Uasenhoide O fTiedr.chstrace iso Maria I�agdaZsns I ßchöneberg Die Marchese d'Armlanl mit P o 8 a H e s r i Eegie; Alfred Halm HundemamacHen mit Ossi Oswaida Regie: Rudolf Ciebrach G Grete Freund und F e 8 i x Bäsch in Mascotte nach Leo Leipziger. Bomsn.Sillhitii Anna' Prinzesschen m/, Uhr: 8Ute-Sauger. V ehem. MitgU der Slettlner Sänger. Sonnt, nehm. 3 U. ermäß Preis,(voll. Abend-Programm. Blüthgcn- Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß: Die Buxe der Pandora. Vorverk. 11—1'/, u t—* Uhr. Olympia-Theater (früher Voigt, Badstr.58) Tägl abends 7'/, Uhr: Die spanische Fliege IS.!5 �Aän pelu AämiFals-Palast."� DlelustlgePnppej 7>„ Uhr.| Uchhofbauer ' VolksvarlctA > Warschauer Str. 34 36. Täglich 7 erstklassige 7 Variete-Nummern Die neue Burleske: PapasJunge Neues Volkstheater CSpenickee Straße 68 Sfobtb.: Jannowitzbr. UntfCßtunbb.: Znfelbr. Direvion: Emil verffch, Yeluz Goldberg. Zreltag, öen 12. März, 7 Uhr: Crö'ffnungs-Vorstellung: Vie Hoffnung auf Segen. Schaufput von Renn. Reljcrmans. preise der Platze: I.S0 TN. dl» 12 TN. Wechselndtr Spielplan." CellazsellsellM ösllkest ZllglcglscheF wlec. MannoFsaal u, sämti. Hebensäle Dienstag, den 23. MSr2 1920 Promenaden-Konzert Vüh? Beginn des Balles tzVi Uhr. Eintrittskarten i SO für Solomitglleder der Berliner BUnnen 10 M„ Saallogen Platz 100 M. Vorbestellungen im Bureau der Peiisionsanstalt der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen, Char- lottenstr. 85, wochemägllch von 9—4 Unr(Sonnabends von 9—2 Uhr.) Liclai sgriele 'auenMenPala*' Graf Sylvains Rache Lnatapiel nach dem gleichnamigen Roman von Kapln Michaeil» Bearbeitet von B. E, LUthgs Daratelier: Asta Nielsen/ KurtGoetz __ Emst Hofmann Wochentags: 7 und VU Uhr/ Sonntag«: 4 ühr Vorverkauf 11 bis 1 Uhr VarieU-Caii Moritzplatz Oranlenstr. 83-53 Dir. R. Kornnt A KQnsil.Lelt. Hellmuth Berndsen. Drehest. Georg Wöhlert H Das grosis Weltstadtprogramm R Relnach» Part. X Rieb. Springer X 3 Ferandls S Qeschw. Smlles x 2 Wendlot» X Beh> wall u. Part.■ Karl Steininger X Hill und Hüll == 4,/a— 7 s Tanz-Vorführungen==■ 5 Neuhusen.Blllards Likörstube I Kupfer Rotpuß Messing Biel kg 15.00 10.00 zahlt Orantenstr. 184. MAnsen Gold Silber kauft 2s/i6* Ball» MBnzenhandlung, Berlin, Wi 1 helmstr.4 7. Kupfer Messing Zinn Samtl. 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Jungwzialtfttsche Vercinigung(T.P.D.). Ortsgruppe Tempel- Lol-Mariendors: TU Ilhr bei Bule. Kaiser-Wilhelm-Straße. Eck« Werder Slrahe: Bortrag. Marie Juchacz: Was ist Demokratie?— Ortsgruppe Lichtenberg: TU Uhr bei Steinsel«, Weichselslr. L7. Vortrag de» Gen. Schloß: Die politische Lage.— Ortsgruppe Neukölln: Die Mitglieder beteiligen sich heute an der Ausstlhrung des BildungSauSschusfeS „Das Gesetz" in der«Neuen Welt". Morgen, l«. März. öerlin. sozialdemokratischer Verein Berlin. Mitgliederversammlung. (Siehe Inserat w heutiger Ausgabe.) 8. Abt. Abteilungsversammlung bei Rabe, s�ichtestr. 23. Referent: Gen. Artur Zickler:«Deutschland und das Ausland". Iuftizbcamten.stzunktioiiärc. stzlugblätter zur Versammlung, in der Gen. Wissell spricht, sind ab Mittwoch in der Bellevuestr. 7, II, abruholen. Arbeitsgruppe Wedding. Die Abt. Wedding der Arbeiterjugend Gr.-Berlin veranstaltet am Sonntag, den 2l. März, in den.Pharussalen" eine Frühling Sseicr. Einlaßkarten a l,25 M. aus allen Veranstaltungen und in den Mitgliedcrvcrsammlun gen sowie bei den AbteilungSkasjierern. Vororte. /»8 Uhr bei Bohn, Krünauer Str. 55: Zahlabend. Parteigenossen am Ort werden dringend ersucht, zu erscheinen, da die U. S. P. schwere Angrifie gegen unsere Kommunalpolitik in öfsenl- licher Versammlung richtete, während unsere Genossen in dieser Versamm- lung mundtot gemacht wurden, Zehlendorf. lU8 Uhr ordentliche Mitgliederversammlung. Nowawes. 8 Uhr, Singers Volksgarten, Heiner Saal, Priesterstr. 31; Mitgliederversammlung. Zeuthen. 7'/, Uhr Zahlabend Leim Genossen Zemaitat. Wahlverein Grünau. Mitgliederversammlung 8 Uhr bei Rahn- jührcr, Cöpenicker Str. 108. Ken. Steinwcg spricht über SiedlungSwesen. ?ugenöveranftaltungen. Niederschönhauscn, 1. Gcm emdeschule. Blankenburger Str. 63/70 Zimmer 13 /Zeichensaal): Vortrag«Die Entwicklung des Weltalls".— Nicderschvncweide. Gcmeindeschule, Berliner Str. 31: Mitgliederver- sammlung.— Nordost, Christburger Str. 14: Vortrag«Wert deS WandernS". — Pankow. Wollankftr. 131: Mitgliederversammlung.— Schönhauser Borstadt II, Pappelallee 41/42: Vortrag«Theorien der Wcitcn'stchung". — Spandau. Oberlhzeum ASkanierring: Mitgliederversammlung.— Staaken, Gartenstadtschule: Mitgliederversammlung.— Tempelhof, Lyzeum Gcrmaniaiir, 6/7: Mitgliederversammlung.— Wedding, Lütlicher Straß« 38: Mitgliederversammlung, Donnerstag. 7 Uhr: Mädchenabcnd (Diskussion über die.Gleichheit").— Wcistensee, Woelkpromenade 1: 2. Vortragsabend«Die deutschen Klassiker", Schiller,— Trepww, Jugend- heim, Eisenstr. 3: Mädchenabend. Vorträge, vereine unü Versammlungen. Berein zur Fördernng der Selbsthilfe der körperlich Be. binderten(Perlbund). Jahresveriammlung am Mittwoch, den 10, März. 7 Uhr, in der Aula des.CHarloUenlyzcums" zu Berlin\V, Steglitzer Str. 29. Flur■ Garderoben ♦ ßarderobenscliränke ▼ einfachster bis»ornahmster Ar« FriCdrlellSlFaße 154, VStlk IM CD Aufbau und Veröen� Gesellschaft für praktische Volksaufklärung DienStag, den v. März, abends 7 Uhr» Letzter Vortrag über Bilanz-Aufbau und Kritik (II. Teil) Spezialitätenfabrik-Bilauz(Aktionärstandhunkt) Terraingesellschasts-Bilanz(Vilanzfälschung) Der Bortrag findet wieder im„Artushof"(Moabit), Perleberger Straße 26, statt Eintritt frei k Eintritt frei 1 Wir bitten die Arbeiter und Bcrtraueneleute. zu diesem letzte« abschließenden Dortrag zahlreich zu erscheine». E Schreib, eu» mUbcingea! e 3541 1. MI. 2. MI. a. Ml 4. Ml. 5. n. 6. 7. ML S. ML 10. ML 11. ML 12. ML 13. ML 14. ML IS. ML 16. MI. IT. ML 15. ML 19. ML 20. ML 23. ML 24. ML 23. ML 26. ML 27. ML 28. ML 29. ML 30. MI. 31. MI. 32. ML 33. MI. 34. ML 3S. ML 36. ML 36. ML 39. MI. 40. MI. «1. MI, «2. ML 43. ML 44. MI. 43. UM. 4«. MI. 47. ML 46. ML Schulaula. Auauststr. 86, Ref.(Ben. Herbert Berger:«Deutschland und die Welt- wirtschafte Zugendhoim. Lindenllr. 3. Z.»of t III. Ref.«Ben. Dr. Striemen Baugewerk-Schule, Kurfürsten str. 141. Ref.(Ben. Reitze, M. d. R.:«Die Frauen und die volit'sche Lage".„_. Nation alhof, BUlowstr. 37. Ref. Gm. Adolf Braun, Franken, M. d. L:.Steuerfragen", ML Bockbrauerci,?idicinstr, S3. Res, Gm Weide:«Dl- wirtschaftliche Entwicklung und der wissenschaftliche Eoziallemus". Blvchersäle. Blüchersir,«1, Ref. Gen Siermg:„Die wirtschaftliche Lage". Reich enberger Siof, Reichmderger Straße 147. Res. Gen. Bikto: Schiff:«Die fra». zijstschen Sozlalistm und der Slroßburger Barteitag". «chulaula. Reichenberger. Ecke Farster Straße. Bericht nom Bezirkstag. Aussprache. Peiaker, Tuorpstr.>1. Res, Gen. Riefstabl:„Demokratisierung der Berwalwnq". Schulaula, Wrangelltr, 123, Res Gen. Hühner:„Schul- und Srzichungsfragen". «lerandrlner, Alexandrinenstr, 37-. Re«, Gm Llldemann. Gewerkschaft«!)«»», Gngelufer 15. Res Gen. Ritter. Trödel,«roß- Frankiurter Str. 47. Ref. Gen, Meise. II. Sandwerlerschule, Andreassw 1. Ref. Gen. ktlingler:«Steucrfragm". Schulaula. Sohenlvheswaße 16/11 Ref. Gen, Dr. Schütte:«Erziehung zum Schulaula, Litauer Str. 18. 1. Neuwahl der Abteilungslettung. 2. Bericht vom Bezirkstag. Kühn, Schreinerstr. 63. Res, Gm Poetzsch. Schulaula. Eckertstr. 16, Ref. Gm Unger:«Das Erfurter Programm". Werneuchmer Schloß, Elblnger, Ecke Wen, euchener Straße. Ref. Gen. SrSf, M. d. L., Frankfurt o. M. «chulaula. Eyristdurger Ew. IL Ret Gm Fendel:„Die wittfchastlich« Lage". Bubi-Säle. Reue«önigfw. 26. Ref. Gen. Hetzschold, Bürgcrheim, Mte Schönhauser Straß? 23'24. Ref. Gen. Brückner. Schulaula, Rupvincr Sw. 48. Res Gen, Kellmann. Echulaula. Echöndauser Allee 166-. Res, Gm, Wende, M. b, L.:„Die volittsche Loge". Schulaula, Danziger Sw. 23. Ref. Gen. Weber:«Die zulünftigen Wahlen". Schulaula. Pappelallee 41,42. Ref. Gm Duwe:„Riitediftawr oder Dcmolratle". Schulaula, Schönffießer Straße 7, Ref. Gen, Mawscheck:„Berichterstattung Uder den außerordentlichen Bezirkstag". Bleflin, Stargardcr Sw. 3. Schulaula, Graunlw. 11. Ref. Gen. Frank:„Groß-Berlin". Schulaula. Bernauer Straße«9 90, Ref. Gen. Umlauf.' Festner, Kumdoldt-Säle, Kuisitenstr, 40, Rel, Gen. P-etzel:„Fritz Reuter". Köhlers Festiiile, Tiecklw. 24. Bericht vom Bezirkstag. Eprcediele. Kirchsw. 13. Ref. Gen, Dr. Hamburger.:„Frankreich(politisch! Parteien und die wirtschaftlich« Lage"), Berger, Levetzow-, Ecke Fagowstraße. Ref. Gen. Landrichter Rubm:„Demoiratt- sierung der Dcrwaftung". Schmidt. Wicleftir. 17. Bericht vom Bezirkstag, Arminius-Festsiile. Bremer Sw, 73, Bericht voin Bezirkstag. Schulaula, Tegeler Straße. Ref. Gen. Thomas:„Politische Tagesfragm". I, Meyer, Pankstr. 82, Ref. Gen. Keller. Relchs-Fcstsäle, Prinzen-Allce 33. Ref. Gm Münwer:„Wirttchaftosrqgm". Schulaula, Gotcnburger Swaße. Res. Gen. Wuschick:„Polittsche Lage", Schulaula, Plantagenlwaße 15,19. Res, Gen. Heinig:„Die neuen Steuerprobleme". Schulaula, Ostender Str. 39/40. Ref. Gen. Hennicke. Schulaula, Ofener Straße. Ref. Gm Wermuth:„Wirtschastsfragen". Am Dienstag, den 9. März, abds. 7 Uhr. 37. ML Arwsbos, Perleberger Sw. 26, t Vorstandswahl. 2. Dort rag „Demowatisterung der Bcrwaltung". des Gen. Rüden � Am Donnerstag, den 1 U März, abds 7 Uhr. 21. ML Steffen«, Landsberger Allee 156. Ref. Genossin Riedgcc. 37. n. 41. MI. Allgemeine Mitgliederperfaimnlung in der Aula, gwingNstraß« 2. Ref. Gen, Wssfeu. 233,11 Um zahlreiches, pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Prozesse, Rat, Beistand, mäßige Preise, Teil- rahlung. Ehe-, Alimenten-, Strafsachen, Steuern, Gnadengesuche, Landgericbtsrat Dr. r. X Irchbach, Gcsellschafi m. b. H. AlezaaderatraBe 48(am Alexanderplatz, gegenübet Tieti) 1O—71 Gllnz. Erfole. Beobachta Sonnt ld! In schwierigsten Päl en. Dir. Pablaeh, Potsdamer StraBe IIS(LüUowsiraße). Ehe-, Alimenten-, Verlrauenssachen, Qe BeMeral— suche, Straf-, Zliilrrozesse. Ermittdungen, Beobachtungen. 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Es ist daher das Ericheinen aller notwendig. Die Branchenleitung. WM« MS-Mn 5.J.J. Berlin W 9, Bellevuestraße 7* Mitolieder- Versammlungen für Berlin am liiittwod), den 10. Iliärz, abends 7 Öhr. Gute rfln!lquitäfen An- and Verkauf ALTKUNST 6. m. b. H. Wilhelnutr.iOA., Juwelen Perle n An- und Verkau Margraf& Co. 1 0 m b. H. I Kanonierstraße 9 Tauen tzien- str. 18A. Metalle! Höchste Tagespreise' J für Kupfer. RotgraS, HeHMlng;. Zinn. | Zink, Blei, Uold- a. Sllberbrnch. KAUTZ& LIEDTKE 120 I Webepstr. 20 I 20 Werkzeuge. Ich kaufe größere Postm Wertzeuge, wie Bohrer, Fräser, Feilen, Reibahlen, Zangen für Holz» und Metallbearbeitung, sowie elektr. Installation«. Material.— Zug. Alayer, w>lmer»dorf, Berliner Strafe 157. Uhland9SSl. MMmelze Shrlsilonot -�Aellljenvergerglr.� (Sottboser Tor) s" zahlt höchste preis« für S Opfer. TNesftog. Zioo. Zohngeblsse. ckiold. Silber ptatin, Onettsiiber. uiw Leitungsdrähte, Litzen. 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Der Erste Staatsanwalt bat sich die Aufgabe gestellt, au? den unter den Knegsereig'nifsen rasch wechselnden Bildern zu erforschen, ob ich bewußt die Unwahrbeit gesagt habe, unb er findet den Mut. dies zu bejahen. Ich kann nur auf das bestimm- teste wiederholen, daß ich keinen Augenblick daran zweifeln konnte. daß ich eS bei der R e i s e n a ch W i e n mit einem ausgesprochener Auftrag des Kanzlers zu tun hatte. Es ist doch nur ein Spiel mit Worten, ob man die vom Kanzler bekundete Instruktion in Wen den maßgebenden Persönlichkeiten den Rücken zu stärken und sie von einem Sonderfrieden abzuhalten, einen Auftrag nennen will oder nicht. Und ebenso heißt cS, die wirklichen lebensvollen, ja leidenschaftlichen Borgänge ihres Lebens zu entkleiden, wenn man eine Vorbereitung des Kanzlers auf die allmählich aus der Situation lawinenartig herauswachsende �riedenSresoln- k i o n in Abrede stallen will und sich an e,nen dielle cht schiefen Ausdruck in der Prefsepolemik klammert. Der Angeklagte, der so sehr auf seine Bildung pocht, kennt wohl den Begriff, den die alten Griechen in dem vielsinnigen Borte „HybriZ" geprägt haben. Fürwahr ist cS der Gipfel des vcbcrmutc». wenn ausgerechnet der Angeklagt« es heute hier an dieser Stelle wagt, kritisch und tadelnd an die Ereignisse heranzutreten, an deren für das deutsche Volk unseliger Entwicklung Sie, jawohl, Herr Staatsminister Dr. Hclfscrich, S'e und nochmals Sie, einen auS- schlaggebenden Anteil gehabt haben. Daß der Angeklagte an den Sieg des deutschen Volk'? geglaubt hat, wird ihm niemand der- argen, aber es gab eine Zeil, wo er so gut wie ich gesehen hat, wie die Sache stand. Es gab eine Ze't. in der er seine Kraft in den Dienst des Kampfes gegen den Unterseebootkrieg eingesetzt hat, eine Zeit, in der in klarer Erkenntnis der Stärke und Bedeutung des Eingreifens Amerikas er olles daran setzte, um den unheilvollen Entschluß zum unbeschränkten Unterseebootkrieg bintanzuhalten. Taz waren sein« guten Tage, und wenn er damals als Mann von Ehr« und wirklicher Staatsmann im Januar des Jabrc? 1017 au? dem Amt geschieden wäre, wie eS seiner im Oktober 1016 bereits ausgesprochenen Ueberzeugung entsprochen hätte, dann hätte er ein Reckt, hier vor der Nation als Ankläger auszutreten. Dann würde ich ihm d e Berechtigung einräumen, auch über mich sich zum Richter auszuwerfen, weil ich dann anerkennen müßte und mit mir auch die ganze deutsche Oeffentlickkeit, daß er seiner Ueberzeugung treu gebli-ben ist und daß er sein Amt und seinen Einfluß 6c:m Kaiser freudig geopfert bat. als es um das Höchste des deutschen Volkes ging. Das aber hat der Angeklagte nicht getan. Ihm stand des KatserS Gunst über allem. Er wollte Kanzler werde», er wollt« den Friede» machen, er wollte das deutsche Volk in rine«cne Sera hinciiifLbrcn. Er brannte vor krankhaftem Ehrgeiz. Er iit mit der ungeheuren Verantwortung vor dem deutschen Volke und der deutschen Geschichte belastet, daß er wider seine Ueberzeugung seine Einsicht zugunsten der Macht gebeugt und seine Erkenntnis verdunkelt hat, um an der Macht und in der ihn beglückenden allerhöckiten Nähe zu bleiben. Wer. ick frage vor aller Welt, hat denn damals den Mut ge- habt, als das Experiment des UnterscebootkriegeS sick mit seinen ganzen verhängnisvollen Folgen gewitterdrohend am Horizont ab- zeichnete, wer hat denn damals den Mut gehabt, dem deutschen Volk die Augen zu öffnen, wer bat dies unternommen, allm Anfeindungen und Verdächtigungen zum Trotz, wer bat den Kampf geführt, obwohl die brutale Macht auf der anderen Seite stand und obwobl mehr als einmal das Damoklesschwert der Schutzhaft über ihm hing, wer hat dem armen mißleiteten. bis in die letzte Hütte getäuschten und belogenen deutschen Volk die Augen geöffnet, wer bat, nachdem das Friedensangebot unserer Regierungen im November 1016 im Hinblick auf deren Vertrauens» unWürdigkeit von der Entente hohnlachend zurückgewiesen Worden war, wer. ick frage wer hat den Gedanken lanciert, daß nunmehr «ineKundgebungderVertretungendcSdeutscken Volkes an die Stelle des versagend'» Versuches der Regierung treten müsic? Wer hat für diesen Gedanken gekämpft, wer hat ihn durchgefochten, wer hat ibn zum Siege geführt? Herr Ange- klagter«, dos war der Mann, den Sie, angscrechnet Sie. heute dem drutschen Volke als seinen Feind darstellen wollen, wobei Sie in eitler Selbstgefälligkeit vergessen machen möchten, welch UN- rühmliche Roll« Sie in den Jahre» 1016 und 1917 zum Verderb unserer Kinder und Kindeskinder gespielt haben. Da? gesamt? Trauerspiel des deutschen Volkes kann erst von der Zukunft geschrieben werden. In diesem Drama werden sowohl der Staatssekretär Helffcrich als ich, aber mich dieser Prozeß, die Staatsanwälte und dos Gericht«ine Rolle spielen. Ich habe das feste Zutrauen zum Gericht, daß eS mir Gerechtigkeit gewähren wird, der ick mein Recht vor ibm gesucht habe, unbekümmert darum, daß die Staatsanwaltschaft sich von ihrer»nd meiner Anklage ge- trennt hat. Man bat aus dem Zusammenhang gerissene Vorgänge in eine irreführende Beleuchtung gerückt. Mein ganze» Sein und Wallen ist dem Vaterlande, der Kirche und den HUfsbedürstigen gewidmet gewesen, unterstützt vom Ber- trauen der großen Partei, zu der ich mich seit frühester Jugend be- kenne» und von de« Vertraue» der treuen! Wähler in«einet ge liebte» schwäbischen Heimat. llnmittelbar nach Beendigung der Ausführungen ErzbergerS nevnt noch einmal kurz Oberstaatsanwalt Krause das Wort. Er versuchte die Vorwürfe ErzbergerS zu entkräften. Erzberget: Et könne sich nicht helfen, aber es sei hier von der e-taatSanwaltschaft ihm gegenüber mit zweierlei' Maß ge. messen worden. Nach einer kurzen Erklärung des Ersten Staatsanwalts von Elausrwitz, der ebenfalls den Standpunkt der Staatsanwaltschaft rechtfertigte, verließ Erzberger mit Geheimrat Hammer den Saal, und der Vorfitzende gab das Wort an den Angeklagten helfferich. Er weist einleitend die Behauptung ErzbergerS entschieden zu- rück, daß er mit Klatsch und Verdächtigungen gegen ibn gearbeitet habe, in den Staatsdienst trat, war Erzberger Probaganda- ch e s. Ich mußte sehen, daß Erzberger seine Tätigkeit th' ß brauchte. Dieser Mißbrauch, der öffentlich überhaupt nicht besprochen worden ist und der auch nur in vertraulichen Be- sprcchungen angedeutet worden ist, hat unS schwer diskreditiert. 2knn ex mit der Peliftk de? Kanzlers nickt einverstanden war. hätte er seinen?lb,'chi«d nehmen müssen, dos hat er aber nicht getan. Er hat vielmehr Bethmann Hollweg weiter in dem Glauben gelapen, daß er dcsien Politik weiter unterstütze, obwohl dies nicht der Fall gewesen ist. Auch die FriedenSreso- lution ist auf Inspiration Erzbergers von Wien zuvückzuführen. Die österreichischen Staatsmänner waren über eine Aktion informiert, von der der deutsche Rcichokanzler keine Ahnung hatre.— Hclsfcrich verliest die belresicnde' Stelle aus dem Buch de« Grafen Czernin.— Damit komme ich auf die furchi- banste Zeit, drc ich in meinem ganzen Leben durchgemachr Hab'. aus die erste Julibälfte 1017. Der Reichskailzler v. Bethmann Hollwcg hat jetzt in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" he- irafttfll, jpic nahe wir damals dem frieden ge w e s e n sind. Tie Wirkungen des il-Booi-Krieges, der gerade im Ju'.i mit einer Derseniungszifser von 1 Million Tonnen aus dem Zenich angekommen war. ickte einen starken Druck aus England aus. Die Offensive NivolleS war gescheitert, die Meuterei im französischen Heer, das alles trieb die Feinde dazu, sich mit uns zu verständigen. Lloyd George fing an. ein- zulcnkcn, reiste nach Paris, um dort mitzuteilen, daß England nicht weiter könne. Und von dem amerikanischen Admiral Sims Die �ölon-/lssäre. Prinz Joachim schwer belastet. Bekundungen von Augenzeugen. Von mehreren der erlauchten Gäste des Hotels Adlon wird versucht, den Prinzen Joachim zu entlasten. Die Rechtspresse, der der Boifall weniger aus außenpolitischen, wie aus parteipolitischen Gründen sehr peinlich ist. verzeichnet diese Aussagen mit Behagen. Sie werden aber weder die Oeffentlichkeit noch die Behörden irre« führen können, denn aus dem Umstände, daß jemand eiwaS nicht gesehen bat oder nicht gekehen haben will, kann nicht gefolgert werden, daß es nicht geschehen sei, wohl aber gibt tS eine Reihe einwandsteier Zeugen» dtrtn Aussagen den Prinzen auf daS Schwerste belasten» und zwar sind eS gerade die Aussagen derjenigen, die sich bei de» Borgängen dem Tisch des Prinzen am nächsten be- fanden» während die. die den Prinzen jetzt entlasten wollen. weil sie nicht glauben, daß er an dem Vorfall beteiligt gewesen sei, sich durchweg an der dem prinzlichen Tisch entgegen- gesetzten Seit« des Räume» befunden hatten. In der Nähe deZ Prinzen aber befanden sich die Kellner, deren Auf» fasiungSvermögen und Gedächtnis durch den Alkohol nicht g e- trübt gewesen ist, wie da» der meisten hohen Herrschaften wohl der Fall war, und ferner G r a f M e t t e r n i ch, der an dem des Prinzen benachbarten Tisch saß. Nach dem. was uns von gut in- formierter Seite mitgeteilt wird, steht zunächst fest, daß nicht erst am Sonnabend, sondern schon au den vorhergehenden Tagen von dem Prinzen höchst geschmacklose nationalistische Provokationen vre- aulaßt worde» find. Wenn ei nicht schon früher zu Radautzenen gekommen ist, so, weil in dem von einem internationalen Publikum besuchten Hotel die Ausländer stets stärker vertreten waren als am Sonnabend, an dem sich in der Mitte des Raumes, in dem der Prinz saß, nur e i n Tisch mit Franzosen befand. Nach unseren Ermittelungen bestätigte sich, daß der Prinz zuerst auf- gestaadr« ist,«rhrmalS„Aufstrhcu" brüllte und dann, als die Franzosen sitze» blieben, in den Saal hineinrief:„Schlagt doch die Schweine- Hunde tot!" Er selbst hat, wie Augenzeugen bekunden, als erster einige Blumen von seinem Tisch den Franzosen hinüber- geworfen. Darauf ist dann von dem auf der gegenüberliegenden Seite befindlichen Tisch des Grasen Plate» der erste der festen Gegenstände, angeblich eine alte Untertasse, geworfen.worden. Wie ferner bekundet wird, hat der Prinz eine brennende Kerze auS einem Leuchter in der Hand gehabt, um mit ihr»ach dem Tisch»er Frauzose» zu wcrsen. Ein Kellner hat, um größeres Unheil zu verhüten, diese dem Prinzen aus der Hand genommen mit den Worten:»Hier wird nicht geworfen' und sie dann wieder in den Leuchter gesteckt. Wie immer der Prinz sich während der darauffolgenden Schlägerei verhalten haben mag, so steht unzweifelhaft fest, daß er der Urheber an de» bedauerlichen, unser Volk im Auslände ungemein schädigenden Vorkommnissen ist. Auch Plate« verhaftet. Auch Rittmeister von Plate», der an der Affäre im Hotel Adlon beteiligt war, ist gestern verhaftet worden, und zwar in Potsdam, wo er sich seit gestern aufgehalten hatte. Er traf gestern abend in Berlin c-in und wurde dem Untersuchungsgefäng- nis in Moabit zugeführt. Heute soll das Gericht darüber ent- scheiden, ob die Haft dcS Prinzen und des Rittmeisters aufrecht- erhalten oder aufgehoben werden soll. (Bei dem Unabhängigen Däumig hat eS IS Tage gedauert, bis das Gericht über seine Schutzhast entschied.) Joachim Wibrecht macht Schule. Mißhandlung von Ententeoffizieren in Bremen. Bremen, 8. März. Zu einem bedauerlichen Lorfall kam es heute nachmittag hier auf dem Kasernenhof. Bon der zurzeit sich hier aufhaltenden Ententemilitärkommisslon, bestehend auS Italienern, Engländern und Franzosen, begaben sich zu Ver- Handlungen zwei höhere französische Ossiziere in Militäruniform in dir Kaserne. Beim Betreten des HofoS fangen die dort anwesenden Soldaten„Deutschland, Deutschland über alles". Infolgedessen sammelt» sich eine größere Menschenmenge an. Als dt« Offiziere aus dem Kasernengebäude zurückkamen, wurde» sie von der Menge angehalten und mißhandelt. Die in- zwischen alarmirrte Sicherheitspolizei zerstreute die Menge und brachte die Offiziere in ihre Quartiere. Tie Untersuchung über diese Vorfälle ist sofort eingeleitet. haben wir gehört, daß bei seiner Ankunft in England Admiral Jellicoe ihm gesagt habe:„N o ch e i n i g e Monate U-.B o o t- Krieg und wir sind verloren". Wir wissen heute, daß zu jener Zeit ein früherer französischer Ministerpräsident und erfahrener Politiker und ein Vertreter Deutschlands, der mit dom Terrain von Paris vertraut war, in der Schweiz zusammentrafen, um über den Frieden zu reden. Sic werden mir zu- geben, daß das, was Erzberger mit seinem Julivorswtz hinter dem Rücken Herrn v. Bethmann Hollwegs tat, das Gegenteil von dem war, was not tat. AuS den Stenogrammen über die damaligen Verhandlungen geht nicht hervor, wie ich gegen diesen Wahnsinn angekämpft habe. Ich habe die Leute an- gefleht:.Macht doch keine Sache, die alles kaputt schlagen muß." Aber alles war in den Wind gesprochen. Ter Einfluß von Wien war stärker als her nichtig« Jttilinkn Ist es ein Wunder, wenn aus diese FriedenSresolutron hin von überoll her das Echo der Ab- lehnung entgcgeniönte? Schade, daß Herr Erzberger jetzt nicht hier ist. Ich würde ihm zurufen:„Durch Sie haben wir den Krieg verloren, im Juli 1017 haben wir ihn verlören". Danach konnte der schlechte Eindruck, den ich von der Person ErzbergerS gewonnen hatte, nur noch durch daS Intrigenspiel gesteigert werden, mir dem Erzberger gegen den RcichSkanzer v. Bethmann Hollwcg arbeiSctc. Dem Kronprinzen erzählte Erzberger. die Zentrumsfraktivn lasse Bethmann Hollweg fallen, der Obersten Heeresleitung sagte er, Bethmann Hollweg sei ein Friedenshindernis und seiner Fraktion erklärte er, Bethmann Hollweg stürzen zu wollen. Also allen Beteiligten hat er etwas anderes erzählt. Er hat alles auf den Kopf ge- stellt, so daß alles dirnnter und drüber ging. Können Sie sich nach alledem wundern, wann ich einem solchen Manne mit an- deren Gefühlen gegen übertrete, auch mit dem Gefühl d e S «persönlichen Hasses? Den Rann, der dos Reich zu. gründe gerichtet hat, kann ich nicht lieben. Daß ich an der Porruption mitgewirkt habe, lehne ich ab. Hätte man mir gesagt, daß Erzberger an der Airhhdatgcsellschaft beteiligt ist. dann hätte ich dafür Sorge ge- tragen, daß er auS den ÄriegSgesellsäiaften herauskam. Die ganze Art und Weise, mit der die Einsuhrscheine— man nannte st« ja Erzbergersch«' ne— gehandhabt wurde, hat unser Ansehen im Auslände schwer geschädigt. Aber war das 1917, als ich Staatssekretär war? Nein, das'war 1018, als ich a. D. war. Soweit es an mir war, habe ich die Kor- ruption bekämpft. Noch eins möchte ich hier öffentlich erklären: Weder im Fall Wolfs noch in der Frage der Ein. und AnSsnhrscheine und der Kapitaluerschiehnnge« ist hier daS letzte Wort gesprochen worden,.viocit« rnoniti!"■ Ihr seid gewarnt i Der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Baunrbach verkündete dann Vertagung auf Freitag vormittag. u. S. p. gegen Kö'rften. Körsten als Borsttzender der Gewerkschaftskommisfion abgesägt. Die Berliner GcwerkschaftZlommission verhandelte gestern abend über den Konflikt, der anläßlich der Bctriebsrätewahlen in ihre» Reihen ausgebrochen ist. Der Unabhängige Rusch be- gründete eine Beschwerde, die Körsten in der Hauptsache den Vor- Wurf macht, daß er dem Verlangen der unabhängigen Ausschuß- Mitglieder, eine AuSschutzsitzung einzuberufen, nicht nachge- kommen sei. Körsten beantwortet: die Beschwerde. Er betonte, der an» gebene Grund sei nicht der wirkliche, es handle sich vielmehr um den das Gcwerkschastsleben zerstörenden politischen Gegensatz. Er vertrete die Neutralität der Gewerkschaften, während die andere Seite politische Moment« in die Gewerkschaftshewc'gung hinein- getragen habe. Jetzt solle er als Opfer seiner Gegner fallen. Noch lebhafter Diskussion beschloß die Versammlung, den Genossen Körsten sofort seines Amtes als Vorsitzender der Gcwerl- schastskommission.zu entheben. An seiner Stcllc wurde Rusch ge, wählt. Dann wurde noch beschlossen, daß bei der Betricbsrätewahl sreigcwerkschaftlichc Listen ausgestellt und die Kandidaten ver» pflichtet werden sollen, auf Verlangen der Mehrheit ihrer Wähler vom Amt zurückzutreten. D'c Unabhängig«» find, wo es sich um die Absägung nlftc- währter GewerkschastSgenossen handelt, nicht zimperlich. Alte Ver- dienst« gelten nichts. Man muß schon mindestens einen großen Streik verloren haben, wenn man es bei ihnen zu Amt und Ehren bringen will. Wir kommen auf den bezeichnenden Borfall»och zurück. Pogromanfang. Ermordung eines jüdischen Studenten. Baden-Baden» 8. März.(Eigener Drahtbcricht deS„Vorwärts".) Hier hat sich am Sonntag ein Drama abgespielt, das als eine Folge antisemitischer Verhetzung anzusehen ist. Es fand eine Versammlung statt, in der antisemitisch« Ausfälle vorkamen. Un- mittelbar nach der Versammlung schoß ein Student, welcher der Versammlung beigewohnt hatte, den Studenten Kahn, den Sohn eines bekannten Vaden-Bndencr Bankier?, auf der Straße nieder. Ter junge Mann war sofort tot. vier Kun-Entführer verhastet. W i e», 8. März.(Eigener Drahtbericht bei„Vorwärts".) Die Polizei hat, um de« Versuch zur Entführung Bela Kuus aufzudecken, die in Wiener Hotels abgestiegenen Personen kontrolliert. Es gr- lang bisher, vier Teilnehmer an dem EntführungSversnch festzu. nchmen. Die Horthv-Rcgierung meldet dir Verhaftung des Rfttmejstcr? Baron Pronay und mehrerer seiner Spießgesellen wegen der Er- mordung der beiden sozialdemokratischen Redakteure nnd die Aus- lösung der Mördertruppe des Osterburg. Die Budapcstcr Machthaber müßten ober erst gründlicher als durch die Versprechungen HorthuS an den zur Audienz bestellten Sozialdemokraten MiakitS ihre Wand- lnng zum Menschentum beweisen, che sie Glanben bcanspruchcir dürfen._ Karl nach Ungarn unterwegs! Ein geheimnisvoller Kaspar. Budapest, Anfang März.(Eig. Bericht des„Vorwärts".) In der erregten Atmoftchäre der ungarischen Hauptstadt erhält sich hartnäckig das Gerücht von einem bevorstehenden monarchistischen Putsch, der den Habsburger Karl wieder auf den Thron bringen soll. Der Plan soll vom Ministerpräsidenten Huszar und dem Minister des Innern v. Beniczky unterstützt werden. Der Letztere hat an einen neutralen Diplomaten das Ersuchen ge- richtet, einem gewissen Kasper Kovacs nöbst drei anderen Herren Rciseerkeichterung nach Ungarn zu gewähren, di« Pässe sind tatsächlich ausgefertigt worden. Kasper KovarS soll aber kein anderer sein als Karl Habsburg, die anderen drei wär?n. dann Herren seines Gefolges. DaS Gerücht hat in republikanisch gesinnten Kreise» nicht gering« Aufregung hervorgerufen. /lnglo-amerikanisches Wettrüsten. Nichts gelernt und pichts vergessen! Haag, 8. März. Wie der„Rieuwe Eourant" aus W a sh i ng- ton meldet, erklärte Marinesekretär Daniels vor dem Repräsentantenhaus«, daß es selbst wenn die Bereinigten Staaten dem Völkerbünde beiträten, notwendig sei, daß ihre Flotte jeder anderen Flott« gleich sei. Wenn die Vereinigten Staaten dem Völkerbünde nicht beiträten, so müßten si« die größte Flotte der Welt besitzen. Wenn der Senat sich weigere, den Friedensvertrag und den Völkerbund anzunehmen, so müßt« eine Flotte von 96 Schiffen gebaut werden, deren Baukosten srch auf 105 Millionen Dollar belaufen würden. In Be- antwortung einer Anfrage des fthgeordneten Butler erklärte Daniel, er schenke der Meldung, wonach Sir Eric G e d d e S gesagr haben solle, daß England nicht versuchen werde, mit den Vereinigten Staaten im Bau von Schlachtschiffen in Weit» b e w e r b zu treten, keinen Glauben. Denn eS sei offiziell bekannt und ausgesprochen morden, daß England jetzt seine Ko» lonien zum Bau von Echlachtschfffen heranziehe. Daniel er» klärte, um die Flotte der Vereinigten Staaten zur größten Flotte der Welt zu machen, seien 4 Jahre notwendig. Sranting mit der Kabinettsbilöung beauftragt. Kopenhagen,& März.„Nation altidende" meldet auS Stockholm: Der Sozialistrnführer Branting wurde heute vor» mittag vom König empfangen und ersucht, die Bildung eines nr« n Ministeriums zu übrrnebmen. Heute abend versa»- melte sich die sozialdemokratische Parteileitung im Reichs» tagsgebäudc, um di« polltische Lage zu erörtern. Aus Konstantinopel melden die„TimeZ". daß Tew fi k Pascha den Auftrag erhalten hat, die neue Regierung zu- sammenzustellen. Die allgemein- Die Nationalversammlung beriet am Montag zunächst de» Geietzenilmirf über Hrunüschulen und Aufhebung See Vorschulen. Minister deS Innern Koch: Da§ Gesamtprogramm der n-uen Schlilgeietzaebling wird erst a»f Grund der Anregung der demnächst tagenden Schiilkonkercnt mrtgeieul weiden töm en DaS Griind�chiilge ev nebnien wir' v o r- weg, weil raiche Erledigung er'ordeilich ist, da eine Neide von Gemeinden schon in den nächsten Monaten aus Ginnd dicicS Gesetzes praktische Arbeit leiste» will DaS Gesetz iiägt nicht nur schullechntschen. sondern slarl sozialen Eliarakier, indem es da- zu beitragen soll, die Kluir zwi'chen den verschiedenen Klassen zu äberbrücken. Möge cS die Erwallniigen in dieser Hinsicht erfüllen. iBelfall.) Abg. Frau Pfülf(Soz.): Die Gesetzgebung tut bicr, wenigstens im bescheidenen Ilmsang' das niomcnian Mögliche. Wir wollen aber die Grundschule stall der vier Jabre aus setbS Jabre erweitern. Wir glauben, daß sich für diese'Erweiterung gerade weaen deS sozialen MamcnteS eine grotze Mehibei« im deutsche» Volk finden wird. Unsere Jugend soll doch wenigstens sechs Jabre gemeinsan, erzogen werden. Tie Vorschule muß aber spätestens t9Sa LI ab- gebaut werden und nicht erst später, wie eS das Gesetz vor'chlägt WaS die Privatichulen anbelangt, so klagen sie ja seit Jabrcn über Defizit, also werden sie srob sein, abgelöst zu weiden Wir sind von der Notwendigkeit der sofortigen Eiledigung so durchdrungen, dag wir unter allen Uin'iänden daS Verlangen girk Uebcrweisung an die K o in in i s s i o n a b l e b n e n. Wir wünschen die drei Lesungen des Gesetzes möglichst noch beute erledigt z» scben. da der Abbau der aemcindiichen und privaten Vorschulen der erste Schrill ist, um zu der in der V-'r'asilina garantierten gemein- sauren Gr>indschiile zu kommen. tLel'ba'ier Vei'all links.) Abg. Oberfohrcu sDnntl.) t Das Geieg ist nicht dringlich lllnrnbe und Lachen links.> W'r kind nicht gegen die Voilage. iber für lleb?rwe>'>ing an einen"in?sch„b. Abg. Burlage: Dem Ärundged.inken deS G-s-tzentwiiifcS stimnikir wir zu. unsere Bedenken werde» wir bei der A u S- > ch u b b e r a t» n g ueltend machen. Von den Veriasinn bedlngungen lassen wir unler leinen Umständen auch nur einen Deut falle». Abg. Weiß(Dem); Wir begrüben daS Gesetz. daS dazu beitragen soll, der Aerklüsiung des Volkes entgegenzuarbeiten. Die Anbänger der Vorichulen sieben und lasten sich nicht von BildnngS- Interessen treiben, iondern von ganz anderen, durchaus reaktiv- n ä r e n Beweggründen.(Sebr richtig! links.) Wir wollien nr- iprünglich die sechsjährige Grundschule, stimmen aber der in der Vorlage vorgesehenen vierjäbrigen zu. M t einer Komrm'sionö- berarung sind wir einversland-ir. die aber schnelle und nirie Arbeit leinen nrö.ie. was wir beionderS auch der Reichsschulkommission Wünschen.(Beifall bei den Dem.) Abg. Riinkel�(D. Vp.): Die E nbeitsschnle ist keine Partei- fache, sondern Sache der deulichen Lebreischaft. Auch wir sind für die vie iähr'ge Grundschule und für die Ueberweisung an einen Ausschub- Untersta tssckretär Heinrich Schulz: Für daS Gesetz waren nur fachliche GesichlSpunkle, nie Partei- rücknchlen mobgebend. Die Verfassinig schreibt ausdrücklich: Auf- Hebung der Borschule» und eiiilieillich.en AuSba» des gesamten Schulwe'eiiS vor. Zu dem vorlie enden Gesetzeniwurf sind wir von den Unierr-chtS- und Gcnie'ndeveiwaliui-gen gedrängt worden. Die Gtundschule darf natürlich uichl eine reine Tcnlschule werden. sondern der ArbeitSgedanke muß in ihr besonders vei treten fein. Wir haben d!c Hoffiiung. dob wir auch den Gesetzeiitwuri über den Abbau der LeKrerprüruiigS- anstalten noch der jetzige» Nalionalversammlung vorlegen können. (Unruhe rechts.) Tie Borschulen hält man in sachmänniichen Kreisen mri wenigen Ausnahmen längst für überflüisig. Grohen Wert legen wir aus die Autbebiing der Privatschiilen. Wir legen Werl darauf, dab die Kinder wenigstens vier Jabre zuiammen ge- meiniam in einer Schule sitzen ohne rdlaisenunter'chiede nnd ohne soziale Zerklütlung.(Biavo! links.) Die Re äerung bat nichts da- gegen, wenn die Borlaae vom Ausschub noch gründlich beraten wird, blliet aber, diese Beratung möglichst zu beschleunigen.(Sehr richtia! links> SPfxj. Kuncrt(II. Soz.): Wir sind dafür, daß die demokratische G-rundschiue an die Stelle der Dressurschuile, wie es die Vor- ► Grunösthule. schule ist, tritt. Allerdings glauben wir nicht, daß dadurch die sozialen Gegensätze in größerem Umfang ausgeglichei! werden, wie das Beispiel in Bayern beweist. Unannehmbar ist für uns der Abf. 2, daß in gewissen Fällen die Auflösung bis 1929/30 aufgeschoben werden kann. Auch dürfen unier keinen Umständen Ausnahmen von dem allgemeinen Besuch der Grundschulen gemacht werden. Tie Schule darf kein Machtinstrument in der Hand des Kapitalismus und der Reaktion sein, wie sie es gerade uuier der Flagge de? christlichen und religiösen Prinzips immer sein wird. (Beifall bei den U. Soz.. Heiterkeit rechts.) Abg. L'-cht: Wir stimmen der Grundschule zu. da sie tatsächlich eine soziale Annäherung bringt. Abg. Dr. Quarck(Soz.): Es handelt sich um Schaffung einer Arbeitsgruirdlage für die Länder und Gemeinden. Warum also dieses Geschrei um die Gefährdung der Schule, der Religion usw.?(Sehr richtig! links.) Die große Frage..Simultan- oder KonfessioiiSschnle" werden mir an anderer Stolle noch austragen, hier komm: sie wirklich nicht in Frage. Die deutschttalionale Rede war ja nur eine Einladung an das Zentruni, einen neuen„Kulturblock" zu schaffen. Die Entfesselung eines Kulturkampfes liegt uns in den entsetzlichen Nöten unseres Landes durchaus fern. Mögen dies auch jene Kreise beherzigen, die mir diesem Feuer spielen. Im übrigen haben wir gegen jede Art Religionsfreiheit das denkbar größie Entgegenkom-men bewiesen Es hat auf der Gegenseite 'nicht immer derselbe'Geist gewaltet, wie die unglaubliche Per- betzung frei der Abstimmung i» München bewies. Die Deutsch- nationalen nützen die Schulen, namentlich die Mittelschulen, für ihre Parteizwecke in direkt unerhörter Weise aus, schlagen ossi- zicll Artikel rechtsstehender Blätter an, geben Aufsatithemen über Erzberger usw.(Hörtl Hört!) Seit 50— 60 Jabren mahnten Stimmen zur nationalen Einheitsschule, die d'mnächstige Reichsschulkonferenz wird sie hossentlich zur Tatsache werden lassen. Die Geschichte der Rcichsschulgesetzgebung ist eine Geschichte des Dornenwegs. Und wenn wir jetzt die Hossnung.'n des Volkes auf Neugestaltung des Schulwesens enttäuschen, dann wehe, dreimal wehe! Wir müssen endlich zur Demokratisierung und zum Steg des neuen Geistes in der deutschen Republik kommen, besonders dadurch, daß wir sie siegreich werden lassen im Schulwesen.(Leb- Haftes Bravo links.) Nachdem die Abg. Frau Behm(Dual. Vp.) sich noch gegen die Ausführungen Dr. Quarcks gewendet hat, geht die Vorlage an einen Ausschuß von Lö Mitgliedern. Es folgt die erste Beratung des Seskhsteuergesetzes. UwterssaatSsekretär MoeSle begründet die Regierungsvorlage. Das Besitzisteue rgesetz ist«in Teil der straffen Vereinheitlichung deS. gesamten Stcuerwesens und der Erfassung aller Dorfrandcneii Sreuerqnellen. Wir haben einen wohlerwogenen, festgefügte» Plan für die direkten Rcichssteucrn vorgelegt, so daß niemand mehr der Regierung den Vorwurf der Planlosigkeit machen kann. Wer die Vorschläge der Regierung kritisiert, möge bessere Wege zeigen, Wege, di» auch die nötigen Mittel einbringen. Denn trotz größter Sparsamkeit braucht das Reich ungeheure Mittel. Mir sind bisher noch keine anderen lvorschläge bekannt geworden, die diesem Erfordernis entsprochen hätten.(Sehr richtig! bei der Mehrheit.) Ich hoffe, daß der Entwurf einstimmig angenommen wird.(Beifall.) Das Gesetz wird ohne Aussprache dem Steuerausschuß über- wiesen. Das Gesetz über Erhöhung der Juständigkeitsgrenze der Amtsgerichte in bürgerlichen Rccktsstreitlgleiten über venriü gensrechtliche Ansprüche wird ohne Aussprache dem Verfassuligs- auSschuß überwiesen. DaS Abänderungsgesetz über die Vergütung von Leistungen für die feindlichen Heere im besetzten Reichsgebiet und über die oercinsachte Abschätzung von Kriegsleistungen für das deutsche Heer wird ohne Debaüe in allen drei Lesungen angenommen. Das Hon 5 vertagt sich. Nächste Sitzung: Ti-nStag, 1 llbr. Anfragen, Antrag: Arnstadt(Tnat. Vp.), Heintze(T. Vp.) und Genossen über die Dauer der Nationalversammlung. Schluß 6 Vi Uhr. Wirtschast. Rcichswerk Spandau Die Spandauer Geschützgießcrei und Arrilleriewerkstatt ist den Berlinern wohlbekannt. Sic hat sich auf den Raum von runc 100 000 Morgen mit riesigen Ncuvaulen ausgedehnt und während des Kriege» 08 000 Menschen beschäftigt. Heute sind dort 931)0 Spandau er, 2809 Berliner und 300 andere beschäftigt, außerdem 550 Kriegsbeschädigte mit vollem Lohn beurlaubt. Wie unsere Leser wissen, ist das Werk von der„Deutsche Werke Aktien- gesellschasi" übeinominen, dessen Aktien das Reich hat, cas auch laufend die als Betriebskapital notwendigen Be- träge ausbringen muß. Der Uebernahmepreis für die A. G. ist»och nicht festgesetzt. Die Wcrköle�ung hat Direktor Wolfs(früher Daimlerwcrke, Marienselde). Auf eine Beschreibung der Werks- einrichtungen müssen wir hier verz'chtcn und bemerken, daß dort hauswirtschaftliche Maschinen, Milchzentrifugen, Armaturen, Förder- wagen für die Bergwerke, Puffer und Kupplungen, Lederwaren in kleinerem Umsaiig hergestellt, Ersenbahngüteriva gen und Lokomo- tiven repariert, zwei- und vierrädrige Wagen für Frankreich (Wiedergutmachungskommission) gebaut Werken. Wir wollen uns hier vielmehr mit der Frage beschäftigen ob das Arbeitsprogramm dieser Werke vom sozialistischen Standpunkt aus gebilligt werden kann. Bei der Aufstellung de? Arbeitsprogramms standen zwei Wege offen. Man konnte versuchen, mit allen Mitteln ohne Rücksicht auf Rentabilität Arbeit zu beschaffen, um die Anlagen und das überaus reiche Material zu verwerten, unr möglichst viele Arbeiter zu bes hastigen und neue Werte zu erzeugen. Man konnte andererseits beschließen, nur solche Arbeit auszunehmen, die rentiert, und lieber bei Fehlen solcher Arbeit den Betrieb still- zulegen. Denkt die Leitung prrvatwirtschaftlich. dann geht sie den letzteren Weg. denn das Ziel der Privaiwirtschaft ist die Rente, das Mittel der Konkurrenzkampf mit dem Ge- schäftSgeheimnis. Der Privatbetrieb legt ja auch das Berg- werk still, wenn die Rente nicht mehr befriedigt. Die jetzigen Geschäftsführer, die ja alle aus der Privatindustrie hervorgegangen sind, denken«ad handeln privauvirtschaftlich. Sie nehmen die Erzeugung von Artikeln aus, mit denen sie in den Konkurrenzkampf eintreten, sie machen Versuche mit neuen Masch' neu, bauen Modelle, experimentieren, haben Ge- s ch ä f t S g e h e i m n i s s e, d. h. sie fangen an, wie alle Jabri- kanten angefangen haben, um aus dem Kleinen zum Großen zu gelangen, ungeachtet der 100 000 Morgen Fabrikgeländc. Sic schaffen Perkaufsorganisationen, machen Reklame genau so wie Müller oder Schulze. Ist dieses Programm richtig? Vom sozialistischen Standpunkt aus gesehen nicht! Für uns steht die Produktion höber als de; Gewinn. Es gab und es gibt jedenfalls einen anderen Weg. Die Geschäftsleitung der R. W. hätte sich mit der überaus stark beschäftigten Industrie verständigen müssen, die in so hohem Maße Auslandsaufträge mit außerordentlichen Gewinnen besitzt und hätte für diese in vollem Um fang nach gelieferten Zeichnungen Maschinen und Appa- rate bauen sollen. ES gibt einen Reichskommissor für Ausfuhrbewilligungen, der ohne Iveneres verfügen kann, daß jedes Werk, das Ausfuhr- genehm ig ungen haben will, soundsoviel Aufträge an die Reichswerke abzugeben habe. Selbst 100 Prozent teuere Produktion kann bei den Biilutaprcis»» spielend bezahlt werden. Dann wäre man dahin gekommen, daß die Mehrzahl aller Maschinen Arbeit erhalten hätten zu rentablen Preisen. Aber nein, der Generaldirektor und alle seine Untcrdirektoren sind Leute des P c i v a t k a p i t a l i s m u s, sie toollen nicht,„wie man dort sagt", Lohnsllnvcn der Privatindustrie sein, sie wollen lieber mit Geschästsgeyeimnissen und Konburrenz arbeiten; lieber läßt man Taufende von Arbeitern ohne Arbeit. Das ist eben privatkapitaliftis cb gedacht, in einem Werk, das die Volks- g e s a m t h e i t mit ihren Steuern erhalten muß. Wenn das Reicks- wirtschcrftsministerium leider bei weitem nicht die Macht hat, die es haben sollte, so viele Mittel hat es sicher in der Hand, um die Fachverbände des Maschinenbaues mit den Reichswerken be- zügl'ch einer Arbeitsverteilnng zu einer Verständigung zu zwingen. DaS ist eben Oleineinwirtsckaft, daß die Arbeit planmäßig auf die Produktionsstätten verteilt tv'rd, daß vermieden wird, daß ein- zelne Fabriken in den Aufträgen ersticken, andere beschäftigungslos daliegen. Es ist sicher, daß vieles mehr hätte geschehen könne», als geschehen ist, und eS ist höchst schmerzlich zu sehen, daß so u n- geheure Produkiionsinittel unzureichend gewitzt daliegen oder zu unzureichenden Preisen verkauft worden sind. Es kann nicht Gegenstand eines Zeitungsartikels sein, Wirt- schaftlickc Programme in ihren vielen wichtigen Einzelheiten vor- zuführen. Das erscheint mir aber sicher daß der alte prwatwirt- schaftliche Reist, der hier noch herrscht, sich für s o g r o ß c und neue Aufgaben baldigst u m st e l l e n sollte. Es mag für die jetzigen Leiter schwer sein, in eine ganz entgegengesetzte Wirtschafts- aussassung sich hineinzufinden, die vom Ganzen ausgeht und inner- halb des Ganzen die T c i l e ordnet, als von den Teilen auszugehen und diese zu einem Ganzen sich selbst ordnen zu lassen. Das sind die großen Gegensätze: Sozialismus und Kapitalismus! Dr. Alfred S t r i« m« r. Kleine ZlnrSanfdessernng. 100 100 Schwei, criranken hvllävd. Gulden Es kosteten am 28 2 1020.. 1010 M. 3725 M. Es kosteten nm 8. 3. 1920.. 1528, 3336 m Kriegsanleihe...... 79 Proz. 31» proz. Preußische Äonsols 04, 4'... 73'/z. Sewersschaflöbeweglmg flchtung, S.p.d.-kMtglieöer des Deutschen Netallarbeiter-Verbndes. Im Abend-Brrwärts vom 8. d. MrS. ist eine ErNärung der. B rlincr Lrtsvcrnialtung betreffend Verständigung über die Bc- trieberatsioahlcn enthalten, die leicht misivcrstandrn werden kann. Um dies zu verhüten, fei folgcndrs zur ErNärung gesagt: Dir S. P. T.-Kollegen, die bei der Brrbaiidlung zugegen wäre», haben mit der Anerkennung der Beschlüsse unseres Verbandes ausdrücken wollen, daß gegen die Beschlüsse der Generalversamm- luiig in Stuttgart, weil mit Mehrheit gefaßt, nicht verstoßen werden darf, daß wir aber das Recht für uns in Anspruch nehmen» gegen diese Beschlüsse zu agitieren, um an zuständiger Stelle eine Aendcrung dieser Beschlüsse, weil nachteilig für die Organisatinn» herbeizuführen. Dieses Recht ist nns auch von den Vertretern des Vorstandes zugestanden. ES dürfen Kollegen, die auf diesem Standpunkt stehen, aus dies n>(tzruiidc»'cht von der Kandidatenliste zurückgewiesen werden. Ein ausführlicher Bericht über die Verhandlunge», die sich am Sonnabend früh bis 3lh Ubr hinzogen, wird den Kollegen in der für Freitag, den 12. d. Mts., abends 0 Uhr, in den Germaniasii'», Ehaussecstraße 110, angesetzten Versammlung gegeben. Tie Fraktion der S. P. T.-Mctallarbeitcr. Der Landarbeitertorif für den Lezirk Stralsund abgesthlossen. Wie uns ein Privattelegramm an? S t r a N s u n d meldet, sind die weiteren Verhandlungen zur Schaffung eines Landarbeitertankes für den Negieriingsbezirk Stralsund erfolgreich gewesen. In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurden um 4 Uhr die Verhandlungen aboe- schlössen, lieber den materiellen Inhalt deS Vertrages wer- den wir noch berichten._ Der Streik der klavkerarbeiter. Seit secks Wochen befinden sich die Berliner Kwvierarbeiter im Streik. Am vergangenen Freiiag baben die Bertteter beider Par- teien miteinander velhondelt. Es ist ober, wie der Bronchcnleirer Dorn am Montag nachrniirog in einer starkbe'uchlen Veriamm- lung der Sireikenden berichtete, keine Verständigung erziele worden. Zu allem erklärren die Unternehmer, sie wollien dos Et» gcbnis der an» 11. d. M. beginnenden zenrralen Vcrbandluneen über den Abschluß eines ReichStarifS abwarren nnd alles, was da- bei vereinbarl werde, anerkenne». Eure Berlürzung der SOnülidiaen Arbeitswoche lehnien die Unterncbmer enrschieden ab. Jrr der Lobn- frage machten sie daS Angebot, vom 12. Januar ab«ine Teuerungszulage von 50 Pf. für die Stunde,» bewilligen und»inen DurchschnitiSlebn(einschließlich Tenerrines- zulogel von d M. für Facharbeiter. 3,00 M. sür Fachorbeitermrien 3.50 M., >2r HilsSaibener, 1,70—3 M. für junge Arbeiter. Da die Stre kcn- den cmc Teuerungszulage von I.5V M. für die Stunde fordern und versibredene Firmen schon jetzt EivsiellungSlöbne von 5,7 5 bis 6,00 Mark zahlen, so haben die Berireler der Streikenden das Angebot der Unternehmer als unannchmbar zurückgewiesen. Alle Diskussionsredner traten einmütig siir unbedingte Ab- lebnung des Angebots der Uniernehmer ein. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, welche sagt: Die streikenden K avicrorbencr lehnen die Angebote der. Unter- nehmer als zu gering ab. Da die geforderien Lohnsätze schon jcyt von den TeuerungSvcrbäliniffen überholt sind, tonn von erricr Herabsetzung keine Rede sein. Tie Versammelten verlangen, daß bei den zenlraken Verhandlungen die Forderungen der Berliner Klavierarbeit-r a!S erster Punkt behandelt werden. Sollren sich die zentralen Verhandlungen zerschlagen, so wird die BerhandlungS- koinmission beauflragl, im Sinne der auigestellien ideellen und niatericllen Forderungen örtlich weiter zu verhandeln. Lohnbewegung der Brettcrträgrr, Platzarbeiier und Kutscher im Berliner Holzhandel. Mitte Januar stellten die Arbeiter der Branche die Forderung einer 50p rv-eit igen Teuerungszulaac, die von den Arbeitgebern rm Holzhandel abgelehnt wurde. Da die weiteren Verhandlungen an dem gccingen Entgegenkommen der Arbvitgeber'cheiterten, wurde die Branchenleilung beauftragt, den ScklichtungSausschuß anzurufen. Am Sonnabend, den ti. März, fand eine Verhandlung in dieser Angolegenbeit vor dem Schlick- tungSausschuß statt. In der Berb-rndtung besreiiten die Arbeitgeber die Kompetenz des Scbl i chru ngs a us schusseo, über die Sache zu ent- scheiden, zumal auch kein unparteiischer Vorsitzender zugegen wäre. Einen Schiedsspruch würden sie nick: anerkennen. Ter Schlick- buirysauS'ckuß beschloß nunniehr., die Angelegenheit zu v c r ta g e rr und alsbald einen neuen Verhandlungstermin mit einem un- parteiischen Vorsitzenden anzuberaunien Ter Transporiarheiterverband ersucht die Arbeiter der Branche, die weiteren Verhandlungen abzumarteu. Ttreikbrendigung im Butter- und Kolsaialwnrengrvßhandel. Eine gestern stattgc'undene Versammlung der Arbeitnehmer aus allen bestreikten Betrieben beschloß, den am Vormittag vom Schlich- tungsausschuß gemachten Einigungsvorschlag anzunehmen Die beiden S:rei!iage werden nicht bezahlt. Maßrcge- lungcn aus Anlaß des Streiks dürfen nicht stattsyrden. Die Arbeit wird heute früh in allen Betrieben wieder ausgenommen. Brmichenveriummlung der geicrmten Eisenkonstruttionsbrirnche. Dienstag, dcn 9. März, uben&S O'l, Ubr. in den Mnsikeiiälen. Ta,cs- ordnung: Fahiesbericht. Diskuisio». Neuwahl der Agitatlonskomnickion. Bund der technischen Angestellten und Veciniten. Rorden I. Sitzung Donnerstag, II. 0. M,'/,t> Ubr abends, im Nördlichen Hos", Jmmlidenstr. 128. Stellungnabme zum Bandesiag. Zeiitrirlverband der Angettelltr». Berimnurlungor am Minwoch, den>9. Mäiz lS20; Fachgruppe 3b(Angcslcllic der Heeres betriebe und ilbwicklungsilellen) abends 7 Ubr, ResideiiziestsäU, Landsberger Slr. 31.— Fachgrupre 6(Spcditiorisangesrcllle) abends 7'!, llbr. Königsladt- Ka'ino. Holzma.ttitr. 72.— Fachgruppe 7(Angestellt« der Korscllbianche) abends 7 Ubr, �opbicnläle, Sopdieiiitr. 17/1S.— Fachgruppe 11(Holz, und Möbelbranche, Abzablungsgeschäiie) abends 7'/, Ubr. Roienthaler' ö'lls, Rosen- tbaler Str. 11/12(Duichiührung deS Tar i've> Irage»)— Fachgruppe 12 (Angcilellte der Vaumaletialienbranche) abends 7'/, llbr. Haoeriand-Feil- säle. Neue Fricdilch'lr. 35(der neue Tarif entwuis)— Fackgrubpe 18(An- acslcllie der Papier-AuSNatlunffSjarriktn, össei lliche Vcriamrrlung abend» 8'/, llbr. Sopbicmäle. Sopbicnnr. 17/18.— Fugendgruppe. abends 7 Uhr. Berliner Zronzcriläle. Rommandanlenstr. 58iö!«.— VoiIragSab>»d über die BclrebSeälewahlen am 10. und 12. März 1320. abends 7 Uhr, im Berbandsdureau. Belleallianeeirr. 7110(Blauer Süunrslaali. Beranlw. tür den ecdaklwn. Teil: eirtar gictler. Tbarlatienburg: für Aazcigcil! Tb. Kl»ckc. Berlin. Bering: Bora'iirls Berlaa(5. i«. b..fi.. Berlin. Druct; Vor- wärts Buchdruckcrei a. Äerlagsaeiiali Paul Cinger u. Co. Berlin, Sindensir. 2. Hlrrz» 1 ScUagr.