Rr.lSS.SV.Iahry. BezuftSvreiS: «wrtOSJrt IfiÄVK!, munatUMeSB. Hji m» Smis. oütcass»aMbot. c3eti» 6e!B3 äRonaitht Sä) JRl. etfl-Rc» fteüaiiwiibübt- Untsratnabanb fge ©entiajloJtb rmd Seftarr-tS-Ussm» 8,T5 Mt» fSt oo» übrig« Tuslasd tt—®t» bei toalhfc«rnmcL illiiellmrg lt—®i-+ Balnta. SuffWog- Bäk:» fceftettBRftcB itchtnon e« Sanemaei. Asllanb. annmbata, Schweden srtb bir Schwei),«iagetraaen fn die Pob» :.eiftntse• Prr,«MK. ®er Pontons* mit 6*r Saitnta«*» feeitoß«.Zoll e. Reit"«richettu woches» iägiis vvetrnal. Smmags eittmÄ. Zileqnlmm-Adreff« j8o}iaIft«nofcf itoRvüreillcgttk tnftetS,— M,Teuermig«5Usch!»z 60",> �ftlein««ajeigen", lia fett« Btöniilte Wert V5 Pfx,{fuliiifls jaxs tettgeDiiaae äBit«), iedez. i3&»te Wer? 80 S?«. SteK«i Zaw>!leu- Rn�igm. volitiiiiw liit» grwer�üzaftllch» Vereir.o- r..rieig«r V~ Mi. die Keile oh*- Liistchlez. tliVetge» Mr bis»ächste JaitnaKS müffen dl, 6 Ahe RachMfacä« i» Kam>tg«schAt. Berlin SS 83. iiindyr- {ft«6e S, abgegeben werden,©eütfnet von S Uhr jräh Ms 5 lihr«öenöa. Zentralorgan der rozialdemokratifcben parte! Deutfd�landg Zveüaktion und Expedition: Sw. 68, Linüenftr. Z. Xcntfvrcdier: Smt UXonnotatt« Nr. 15100— 1S197. Mittwoch, bett 10. März 10�0. vonvarts»verlag G.m. b. tz., SV. 68, �inöenste. 3. ileruiprecher: Aint Moriapinti, Nr. l i? 55—?>i. Wilson und 6er Völkerbund. ZvasHi« gl,», S. MSrz. Wils»« schloß sei» Schreibe« an Senator Hitchcock mit der Bemerkung, die Berant- wortlichkcit der Bereinigte« Staaten als Nation sei jetzt riefen» groß, und wenn er Gelegenheit hätte, würde er alle, die es angehe, bitte«, die Frage de» Beitritts zum Völkerbund mehr von de« GestchtSdunkte zu erwögen, daß ei möglich sei, die Buge. Zrgrnheit für die Menschheit z« Ende zu führen, als Gesichtspunkt eigener nationaler Zuterefle«. Das Wirtschastsmanifest. »msterda«, 10. März..Telegraaf" mekdet ans SsndÄl. daß da» WirtfchaftSmanifsst den im Friedensvertrag festge- fetzten Zeitraum von vier Monaten, während deff:« Deutschland Sorschläge bezüglich der Entschädigungssumme machen Zaun, im Hinblick auf dia außerordentlichen Berhältniffe der« kängert hat. Moffenwerbung für üke Zremöenlegkon. Mainz» S. März. fEigener Drahtverickt des.Bor» w ä r t S".) Die Anwerbungen deutscher jnuger Leute zur srauzösi» scheu Fremdenlegion, die schon seit Monaten dauern, habe» eine» solchen Umfang erreicht, daß«an täglich Trnpp» von 20, 30»ad «ehr Personen sieht, die geschlossen dem Sammrllager zugeführt werde». tzanöel mit Sowjetrußlanü. chopenhage», 16 März.»Krankf. Ztg.� Ueber die Lag« Ruß» ton dg hat:: der Vertreter der„Frankfurter Fenang" Gel-geuheit, mit einer politischen Persönlichkeit zu spreche», d:« soeben Sowjet» rußland, Sibirien und die Staate» am Schwarzen Meer« bereist hat. Der Betreffende ist über die Wiederaufnahme des Handels sehr optimistisch. Seiner Ansicht nach befinden sich zahlreiche jjn Mittel» und Westeuropa stark notwendige Rohstoffe greifbar auf dem Lande, wo die Landwirte stellenweife unge, hcur« Rengen vergraben haben, die sie gern mit den außerordent» lich entbehrte« ausländischen Seren als Entgelt eintausche« würde«. Ter schwierigste Punkt fei die Transportfrage, jedoch habe man ja schon»inmal vor ähnlichen und damals über» wunden« Schwierigkeite« gestanden, als es galt, die russisch» Front mit Truppe«, Berpklegung und Munition zu verfeheu. Der Gewährsmann warnte daror, sich deutscherseits von der Sowjetregiernng zu sehr ausnützen zu lassen, da zwar der deutsche Markt sicherlich bei jeder Gelegenheit gern als Druckmittel in den Verhandlungen ausgespielt würde und deshalb heute schon, wie er erst in Moskau erfahren habe, durch den offi- ziellen Vertreter in Berlin weitgehende Versprechungen g«nacht werden, tatsächlich' aber' die S o« j e t r e g i e ru n g liebe.r der Entente liefere, bei der man nach ihxer Ansicht mit schnellerer Ausführung von Aufträgen und größerer wirtschaftlicher Sicherheit rechnen könne.' Raöek über Deutstblanö. Kopenhagen, 10. März R a d e k fchreibt in der F S w e st i i a: ,Ti« Frag« der rufsisch.polnifchen Leziehungs« wird in unserer Presse als ein werterer Versuch der aMieotan Rächte aufgefaßt, gegen SowjetruUand, da Koltichak, Kudeniisch und Denikin vor- nichiet sind,»och einmal die tetzie* Bestände der Weißen Garde mobil zu machen. Die polntfch-russische Froge ist bei der aagen-. ölicklichen internationale» Lag» von grundlegender Bedeutung. Der Bcrsailler Frieden hat Deutschland»n eine so schwierige Wirtschaft- lich; Loge gebracht, daß diese allein Deutschland zwingen wird, seine Fessolu abzuwerfen. Die französische« RegierungSlretse befürchten daher auch nicht ebne Grund, daß Deutschland den Ver- sailler Frieden nicht respektieren wird. Fn Deutschland wird die Revolution siegen. Alsdann werden sich die deutschen Arbeiter mit Sowjetrußllrnd vorbinde», und dieser mächtige Bund wird die Versailler Fesseln zerreißen. Sollte aber in Deutschland dar Kapitalismus endgültig die Ober- Hand gewinnen, so wird gerade die Paotei Ludendorffs mit allen Kräften darauf hinarbeiten, da? Machwerk von Versailles zu liquidieren. Diu Franzosen fürchten ein Bündnis Ruß» lands mit Ludendsrff, daher streben die frawzösifchsn I«. perialisten auch danach, aus Polen»m« Säule zu mache», hie den Versailler Bertrag stützen soll. Seit dem Augenblick der Wie« deraufrichmng eine» unabhängigen Polens arbeiten die Franzosen auf eine Stärkung der polnischen Armee hin, die Deutschland von militärischen Aktionen im Westen abhalten soll. Darum suchen die Franzosen einen polnisch-rufstschon Friedensschluß zu hinter» treiben, da dieser Frieden zur Auflösung der polnischen Arm« führen wüche. Hierdurch wäre aber die polnisch« Gegenrevo» l u t i o n in dem Maße geschwächt, daß sie nicht mohr in der Lage wäre, die Roll« des Hundes zu fpieio«. der den Versailler Ver- trag zu schütze» har." IrenangrU auf eine pottZekstation. London, S. März. Dt« Polizcistatio« von HuggenSiown in der Grafschaft Kilkonnh sSüdivland) wurde am frühen Morgen mit Bomben und Sprengmitteln anyezriffen. Ein Teil der Station flog i» die Luft. Di« Angreifer erbeutete« Waffen und Munition. Et« Polizeibeamt«:«lag seinen Wundon. (.......'........... tzaenisch für Nicolai» Der U«terrichtS«inister schützt die Lrhrfreiheü gegen de« Senat. In der Angelegenheit Nicokai hat der Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung de« Senat der Berliner Universität auf sein Urteil das Folgende mitgeteilt: Nachdem eine Gruppe der Siudenienschaft die Vorlesungen des außerordentliche« Professors Dr. Nicolai unter schwerer Ver- Setzung akademischer Disziplin unmöglich gemacht hatte, war von Professor Nicolai mit meinem Einverständnis der Schutz de» akademischen Senates nachgesucht worden. Statt daß dieser in seiner Stellungnahme die akademische Lehrfreiheit wie» derhergestellt hätte. Hai er die Tätigkeit eines Ehren« Berichtes ausgeübt und entgegen'?iner eigenen Auffassung ei« politisches Urteil gefällt, bei dessen BiDung er freilich den völligen Umsturz der Verhältnisse in Teutschland außer acht ließ. Man kann über die Art. in der Professor Nicolai seiner Ueberzeugung während des Krieges Ausdruck verschaffte, verschiedener Ansicht sein: aber eine akademisch« Behörde kann nicht zur Verurteilung schreiie« auf Grund von Handlungen, die«nter eine«llgcmrine Amnestie der vom Volke gewählten Regierung fallen. Auch kann der Senat aiS eine rein wissenschaftliche VerwaltUngSbchördc für ein doli- tische» Urteil nicht alS zuständig angesehen werden. Eine D i s z i» plinaebefugni» steht ihm einem außerordentlichen Pro- feffor gogenüber n i ch t zu fein Spruch hat als» keinerlei rechtliche Jolgeu. Dagegon kann auch nicht eingewandt werden, daß sich Prof. Nicolai dem Urteil des ScnatS freiwillig unterworfen habe; denn er hat fofaet schriftlichen Protest erhoben, als der Senat die Untersuchung vom akademischen auf baS politische Gebiet verlegte. Zwar hat der Senat in seinem Urteil den ordnungswidrigen Gingrift der Gtud'erenden m die LebrkreiSeit mißbilligt. aber er gelt mit ktillschweige« über die Tatsach« hinweg, daß eS dem Rektor der Universstiit nicht gelungr« war, die akade» mische Disziplin zu bewahren. Angesichts dies«« Tatsachen fühle ich«ich im Fntersfse d«r unter allen Umständen aufrechtzusrhaltendan Lehrfrsiheir verpfkichret. Professor Nicolai, falls«c fmne Aorle»! beren Wiedereinbringung im Plenum Mveckkos: sie unterblieb baher. � Unser Standpunkr wurde gleichwohl vertreten, fw Unabhängigen stellten dagegen im Plenum Verschärfung? vnträge. nachdem sie im Ausschuß vollkomnten unrätig ä? W�en waren. Soweit ihre Anträge in der Ricktnn-! unserer Absichten lagen, stimmten wir ihnen trotz ibrer le koppen Formulierung zu. Ablehnen mußten wir die An träge der ynobböngigen, bie geradezu groteske Wirkung?' -zur f?olg« gekabt hätten. Gi» wollten dem ledigen Swuer- Pflichtigen bis zu einem Einkommen von 16 000 M. einen Abz:zg. von 3000 M. zugestehen, dem verheirateten mit einer 'Zahlreichen Kinderschar aber stbon bei einem Einkommen toon mehr als 15 000 M. jeden Abzrm verweigern. Dabei sollt? nach dem Antrag der Unabhängigen von Einkommw unter 15 000 M. nur die Hälfte der Tarifsätze, bei Ein komme» sibvc 15 000 M. aber die vollen Satze erhobt werden. DaS hatte bewirkt, daß ein Lediger mit 14000 Mar? Einkommen von 11 900 M.(nach Abzug ran 3000 M.) 1 0 8 9 M.--- 0,9 Proz., ein Ebevaa? mit 8 Kindern bei einem Einkommen von 15 050 M. ll 5 g 2 M.— 17 Proz. Steuern zu bezahlen gehabt hätte! lieber einen derartigen vernunftwidrigen Antrag ließen die Unabhängigen in de- sslatiorokversomnckung abstimmen! Und ibr ahnungsloser Sprecher merrte im Ernst, solche schroffen Wirkungen ließen sich nicht vermeiden? Wir«ingen einen andere» Weg und erreichten ersiÄ;- liche Verhesier!'ra''n für die Steuerpflichtigen, die ihre- am»'eisten bedürfen. Den steuerfreien Abzug für Ledigt van 1000 M. be-eichneten wir schon bei der ersten Lefun» alZ zu niedria. Er wurde auf 1500 M. erhöbt.- Handelt er sich um ein»devleseS Ebevaar. fv mchöllt sich der steusv- Mr jedes Kind wokl� WMWMWWsiWSN! c' Vöi de» großen Wnlo-mmen l<-- HKt fßr ein sn solchen Mzug zwar kein Bedürfnis. Wir wollten daher mit einer sorgfältig ausbleichenden Ueber» flongstafel die Nbzuge für Frau und Kinder bei Einkom- men von 20 000 die 50 000 M. allmählich in Wegfall kommen lassen. Unter Anerkennung des sozial-vernünftigen Grundgedankens wurden aber von der Finanzverwaltung so schwere verwaltungstechnische Bedenken gegen ihn erhoben. daß er in Rücksicht auf die überlasteten Steuerbehörden nicht weiter verfolgt werden konnte. Wohl aber wurde auf unse- -ren Vorschlag hin zum Ausgleich für den Wegfall der un- durchführbaren Rückerstattungsvorschrift de» Umsatzsteuer- gesctzes allen Steuerpflichtigen bis zu 10 000 M. Einkom- man für jedes Kind ein weiterer Abzug von 200 Mark gewährt. Von Einkommen bis zu 10 000 M. dürfen also für jedes Kind 700 M. abgezogen werden. Eine UebergangSbestinmumg sorgt dafür, daß ungerechte Wirkun» gen bei den Grenzfällen vermieden werden. WaS hier den kleinen Einkommensträgern geboten wird, ist mn ein Vielfaches mehr, als was ihnen im Umsotzsteuergesetz genom- men wirv Nach diesem Beschluß bleiben st« u e r f r e i von einem Einkommen:> bis 10000 N. von meSr als 10000 M Beim Ledigen..... 1600 M. 1500 SR. , kinderlosen Tlsevaar. 2000. 2000, , Ehepaar mit 1 Kind. L700, 2500, ,,, 2 Kindern 3400, 3000. ,8 � 4100. 8 MX), ,.4 4R00, 4000, , 6, 5500, 4600. , 6, 6200, 6000. Nehmen wir ein Einkommen von 9n der bereiiS vollbrachten Leistung für den Wiederaufbau der befreiten Gegenden. Die frai'zösiiche Zollverwalluna veröffentlicht eine Neberstcht der Ein. und Ausfuhr Arautreich» während der Jahre 1018 und tSlS. Die Einfuhr ist in diesem Zcuroiim von 22 auf 80 Milliarden gestiegen, die LuSsubr von ü auf 8 Milliarden. Da» wut« icha'lliche D e» i s i t Frankreich« in den beiden letzten Jahr« er» reicht also 88 Milliarden Francs. Ware gegen Ware. Warruverkrhr«it der Tschechoslowatei. Eine Einigung über die PierSbasiS für bedeutend« Verläufe von Industrie» und Speise- falz nach der Tichechoilowakei wurde erzielt. Mit der Abwicklung emeS Kompensationsgeschäfte« über Lieferung deutscher Jnduftrieerzeugnisse ge.ren 10 000 Tonneu Zucker au« der Tschechoslowakei ist begonnen worden. Von den dortigen Ziickersabriken wurden bisher SOOO Tonnen Zucker für die Verladung bereitgestellt. 1000 Tonnen sind bereits t» Deutschland eingetroffen._ Grundbesttwercause an Ausländer. In der.Post' veröffentlicht Tr K. v. Mango l dt einen nationalen Mahnruf gegen die Veräußerung vo» Grundbesitz an Ausländer. Er fordert Selbsthilfe, planmäßige Be- obachtung des Grundstucksmarkts, ferner die Verrufserklärung. zum Schluß verlangt er die Mitarbeit der Or- a a n r s a t i o n des Grundbesitze«. Wir verweisen den Verfasser auf die Gruvdbesttzergenossenschaft Friedenau, deren Direktor n holländischen Zeitungen den Kapitalisten Friedenauer Grundbesitz anbietet. Der oon dem Verfasser vorgeschlagene Weg ist. wie sich zeigt, falsch. Wrr brauchen den Genehmigungszwang für Verläuft und die Aufhebung des Privateigentums am G r u n d und Boden, Damit wird jegliche Spekulation und der Bodenwucher verschwinden_ Industrieller Kapitalbedarf. Tie van der Banlfirma Stenger Heffmann u, Co.. Beilin. heranSgegebe»« Slatistik ergibt für den abgelauftnen Monat einen adermalinen industriellen Geldbedarf von über 800 Millionen Mark. Tie Ausgabe von Industrie- Obligationen ist gegen Januar ungefähr gleich gebl'eben; dageoen hat sich die Ausgabe von Stammaktien»m rund 70 Millionen Mark eiköbi. während die AiiSgabe von Vorzug«- aktien sich um 22 Millionen Mark vermin reite. November bi« Februar find.annähernd 8'/z Mchiarden Mark nom. Aktien und Obligationen beschlossen und angekündigt worden t eÄ®5ssr tt November einschl. Anilin»„on. norn. nom. nom, und Pulverlonzern.. 715 810 248 1288 De,ember...... 442 28 142 810 Januar 1820..... 555 76 188 767 Februar....... 828 50 134 807 2585 479 658 4472 GroßGerlw Speisung von berliner Kinüern. Das amerikanische Liebcswcrk. Die Ki nde chiliskom Mission der Religiösen Gesellschaft der Freunde(Quäker) von Amerika. Geschäftsstelle: Am Karlsbad 23, 8 Treppen, Berlin W. 35, hat ihre Außzabe: die S p e i s u n g v o n unterernährten Kindern und Müttern Deutschlands am 26. Februar begonnen. An diesem Tage wurde 75 Kindern und 24 nährenden Müttern die erste Mahlzeit in Tr, Ncnmann» Kinder. hau«, Blumenstraße 87, verabreicht. Am 1. März wurden 5000 Kinder aus 50 Volksschulen und Kindergärten im Osten Berlin» gespeist. Die erste Mahlzeit wird um 10 Uhr vormittags während der großen Pause für die Kinder, die vornriiragS die Schule be» suchen, gereicht die zweite um 4 Uhr nachmittags für die Kinder, die den NachmittagSuniercicht besuchen. Die KindcvhilfSkommtssion beabsichtigt, täglich eine Mahlzert— mit Ausnahme von Sonn- tag— möglichst vielen untecernährten Kindern Teutschlands während der kommenden 4 Monate zu gewähren, in denen die Nahrurrgimfttelnot am sählbaisten fein wird. Die Verteilung soll lediglich auf Grund der Bedürftigkeit geregelt werden, ohne Anfthen politischen, sozialen oder religiösen Stand. Punktes. Die Arbeit ist bisher in Hamburg, Leipzig Dresden und Chemnitz in Angriff genommen worden und soll auch noch auf andere Städte erstreckt werden. SS besteht die Hoffnung, daß 100 000 Kinder in Groß-Berlin gespeist werden können, sobald genügend NahrungSmirrel verfügbar und die notwendigen Einrichtungen getroffen worden find. Die Spei- sung wird in Schulen, Kleinkinderbcwahranstalten. Säuglings- fürsorgestellen und ähnlichen Instituten erfolgen. Die Verteilung wird im einzelnen von deutschen Lokalkomanssionen geleitet, die der Kontrolle der Kirch erHilfsmission unterstehen, die regelmäßig alle Küchen und Verteilungsstellen besuchen wird. ES ist ihr Wunsch. nicht allein die Kinder zu speiftu. sondern auch dem deutschen Volt eine Botschaft ihrer guten Gesinnung zu bringon. Auf jeder Spcisemarie stehen folgende Wort«: An die Kinder Deutschland«! Ein amerikanischer FreundschastSgruß. vermittelt durch die religiöse Gesellschaft der Freunde(Quäker), wölche 2L0 Jahre hindurch und selbst während d«Z soeben beendeten Welt» kricgeS den Grundsatz vertreten bat. daß nur Hilfsbereitschaft und Liebe und nicht Krieg und Gewalt der Menschheit Fvieden und Glück bringen können. American FriendZ Service Tomittee KinderhUfskommission der Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker) von Amerika in Zusammenarbeit mtt American Relief Wmirckstraiion European Children'S Fund, Herbert Ho oder, Chairman. Wenn die KinderhilfSmission in der Lage fein soll, ihre Arbeft gut durchzufirhre», muß sie über eine große Zahl von Helfer» per- fügen, di« einmal wöchentlich— oder häufiger— einige Stunden dieser Arbeft widmen können und bereit sind, die Küchen und Verteilungsstellen zu besuchen. Meldungen werden erbeten an die Geschäftsstelle der Frauen- yruppen für Soziale Arbeft, W. 30, Barbarossasrr. 68. Es. dürfte unsere Leser interesfieren, zu erfahren, wer diese Freunde unserer hungernden Kinder sind. Die Quäker find eine R e l i g t o n S g e s e l l s ch a f t. die sich auf einer durchaus de- mokratifchen Verfassung aufbaut. Gegründet wurde sie in der Mitte de« 17. Jahrhundert von dem Engländer Fox. der da- mal« als Religionslehrer auftrat. Ursprünglich war Quäker(d. i. Z l t t e r e r) ein Spottname. Fox hatte nämlich eine Rede vor Gericht mit den Worten:„Zittere vor dem Worte des Herrn!" geschlossen. In England selbst waren die Quäker großen Ver- folgungen ausgesetzt, da sie den Gegensatz zum geordnet«» Kirchenwesen bis zu einem fanatischen Enthusiastentum trieben. Sie wanderten dann au« und ließen sich vornehmlich in Amerika nieder, bis ihnen gegen Ende de« 17. Jahrhunderts in England die kirchliche Freiheit eingeräumt wurde. In Amerika wurde ihnen bald die bürgerliche Gleichberechtigung mit den älteren Religionsgemeinschaften gewährt. Ein eigentliche« kirchliche« Glaubensbekenntnis baden die Quäker nicht. Die Lehre von einem göttlichen Licht, da» über jeden zu rechter Zmt kommt ttnd die einzige richtige Quell« der GotteSerkenntnis ist. bildet de» Kern ibrc: Kehren. Sie habe» auf Grund dieser Anschauung keinen geistlichen Stand und verweigern alle Abgaben an die Kirche. Kindtaufe und Abendmahl, den E i d und den Kriegsdienst, all« Lust» harkait und Romanlektüre verwerfe« sie, im gesellige» Berkehr vermeiden fie alle Titnlationen, nennen alle Menschen.D u" und nehmen vor keinem den Hut ab. Sie verwerfen die Wassertauft und erkennen nur die GeisteStaufe und statt des leiblichen Essen« und Trinkens beim Abendmahl nur die innere Teilnahme de« Menschen am Worte Christi an. Die Quäker betätigen sich in der Hauptsache in der Pflege der Armen, Schul- und Wohltätigleitsveranstal- tungen. All« Kosten dieser segensreichen Tätigkeit werden be- stritten au« den Erträgen freiwilliger Sammlungen. Wie ernst die Ges llschaft der Freunde ihre Aufgabe nimmt. dafür ist die große LiebeSiätigkeit, die sie in Mitteleuropa entfaltet hat und immer weiter ausdehnt, ein schöner Bcwe S. Dankbar erkennen wir dies« HilsSbereitschast an und hossen. daß recht viel: helfende Hände sich zur Bewältigung der neuen Aufoabe zur Verfügung stellen. Die ehemals Verfolgten und Unter» drückten haben als erste die Hand über die Trüimnerstötten de» Krieges hinweg den unterdrückten Völkern Mitteleuropas ent- gegengestreckt und tatkräft g geholfen, die Not zu lindern. Möge ihre Tätigkeit neben der Errettung unschuldiger Kin- der vom Hungertod« dazu beitragen, der Bölkerver- s ö h n u n g. dem ewigen Völkersrieden die Wege zu ebnen und sie zur Wirklichleit werden zu lassen. Schärfere Handhabung der Zwangseinquartierung. Die unter dem Vorsitz de« GcichäftSsübrerS des WohnungS- verbande« tagende interkommunale Wohnungslonse- r e n z Groß-Berlin, der die Boistönde und WobnungSvezcr- neiiten der Groß. Berliner Gemeinden und Landkreise und die Leiter der Groß-Berliner Wohnungsämter angehören, kam einhellig zu der Ueberzeugung. ckaß angesichts der immer noch steigenden Wohnungsnot die ZwangSeinquartierung und Teilung großer Wohnungen in verstärktem Maße betrieben werden müsse. ES wuide anerkannt, daß einige Gemeinden beachtliche und annstige Ne'ultate erzielt haben; der AobnungSverband müsse jedoch verlangen, daß von allen Groß-Berliner Gemeinden mit der gleichen Enetgie vorgegangen wird. Die Konferenz beschloß einmütig eine Verschärfung in der praktischen Handhabung dahingehend, daß die bereit« bestebende Bestimmung, wonach nur solche Pctsonen auf die ZwangSetuguartteiung angerechnet werden sollen, die vom Wohnungsamt der beireffenden Wodnung zugewiesen werden, in Zukunft von den Wohnungeämtetn genau beachtet werden soll, da Inhaber von großen Wohnungen vielfach durch Hereinnadme von Verwandten u. dergl. der ZwangSeinquartierung ,u entgehe« versucht haben. Der Wohiiuiigsverband hat die Wohnungsämter«riucht, in«ine Nachpisstung der besonder« krassen UmgebungSiälle einzutreten. Ebenio soll in allen Fällen, wo zwei oder mehr Zimmer iür die ZwangSeinquortierung abgabepflichtig sind, künftig in der Regel eine Familie untergebracht werden. Die bisherige entgegenkommende Wahlmöglichkeit, statt einer Fa- milte zwei Einzelpetjonen ausnehmen zu dütjcn. ist mißbtaucht worden. Die Zuweisung von Wohnungen und möblierten Zimmern an solche Ausländer, für deren länger« Auweenheit in Berlin eine NoltvendigkeU anerkannt werden muß, wird lünsitg durch den WobniingSverbond in der Weift erfolgen, daß dieser in Verbindung mit dem Auswärtigen Amt da« Bediirsiii» nackvrlisi und im bejahenden Fall einen Zuwei'ungSichein aus eine der Groß-Berliner> Gemeinden ausstellt. Die Gemeinden werden ersticht, ohne Zu« w eil un g S s chein Wohnungen und möblierte Zimmer an Auü- länder nicht mehr abzugeben. Bei dieser Gelegenheit kam erneut der Unwille der Groß-Berliner Gemeinden darüber zum Ausdruck,� daß trotz aller Zusagen feiten« der Reich«- und StaatSregiernng' in der Frage der Ausweisung bzw. der Ueber'ührnug lästiger Ausländer in Sammellager bisher so gut wie ttickl« geschehen ist. Obwohl wir un« keineswegs der RolweuSiglett verschließen, in Anbetracht der großen Wohnungsnot den Zustrom nach Bwliit einzudämmen, so können wir dock nickt dringend genug bor einer Unterbringung lästiger Ausländer in Konzentrationslager» warnen. Die durch Meie Maßnahme bewirk!? Hebung der Wohnungsnot stände in gar kekiem Verhältnis zu dem Sinken des Ansehens der Republik im Auslände. Wichtiger erscheint uns die tchSrsere Handbobung der Zwang»« einouartierung. und wir wallen hoffen, daß die erwähnten beachtlichen günstigen Resultat« einzelner Gemeinden, reckt bald im ganzen Bereich de« WohnungSverbandeS zu ver» zeichnen find._ Gartenfiedlunge« im Umkreis der Großstädte» Ei» AuSwrg auS unserer Wohnungsnot? Die Deutsche Garten st adtgesellschaft hatte gestern Theoretiker und Praktiker de» SiedlungSwesenS zu einer Konferenz nack dem Tcköueberger Ralhau« eingeladen. Als Gäste waren der Arbeium'nister Schlicke und ein Vertreter des Wohlfahrtsministerium» anwesend. Leberecht Migge- Blankenese entwsckelte sein Programm einer aartenmäßigen Besiedlung de« Stadtlande«, de» Gebiete« im nächsten Umkreis der Großstädte. Jetzt fei mehr als je die Steigerung der Bodenproduktiön nötig. weil wir sonst einer Hungersnot Vicht entgehen würden. Mtgge glaubt, daß die deutschen Städte mit 1—2 Millionen Gärten um- kränzt werden könnten, in denen auf nur 2 Proient unseres ge- samten Mutterlandes 3—10 Millionen Siägi« al« Siedler unterzu- bringen wären und bei intensiver Bearbeitung de» Boden« de» Großstädte» eine Selbstversorgung mit Rah- rungs mittel« ermöglicht wüide. Stadtbaura» Wagner- Scköneberg betont«, baß die � Sied- lungSkrage nicht so iehr al» Bausraae. sondern als Land- und Gartensrage bebandelt werden müsse. Eine Stadtland- tultuc- Gesellschaft fei nötig, die in den hauptsächlichsten Siedlungsgebieten durch Schaffung von Mustergätten mit intensivster Bodenkultur vorbildlich Wirten« soll. Laube> lolonisten und Kleinfiedler sollen erzogen und geschult, regelrecht« G t e d l e r- schulen tollen eingerichtet werden, in denen.der Städter seinen neuen Nebenberus erlernt." Von Reich. Staat und Gemeinden müsse Unterstützung dieser Bestrebungen gefordert werde», damit da» deutsche Volt sciner Not Herr werden kann. In der Besprechung stimmten mehrere Redner den Ausführungen Migge» zu, anders aber äußerten Zwetiel on den Erfolgen der von ihm� vorgeschlagenen Siedlungen. Vertreter der La» beuch k o l o n i st e n wiesin auf die Bedeutung der Laubenkolonien hin und verlangten weitestgehende Förderung für fie. Die Jugenvvüfme setzt ihren KlaRkerzttklu« für die Schulen K» Norden verltn« nach der etsoloreicheu Aullüdrung von Lelsing« Muna v»u Barnhelm fort und veranstaltet am Sonnabend, nachmittag« 3 llitr, unter Leitung von Max Rose eine erste Auslühtung von Etlhelm Zell im Olympia-Theater, Ladstr. 58. Der Gross. Berliner AuSschust der Preussischen LandeSversa««- lustg trat gestern in die zweite Lesung des Gesetzentwurfs Groß- Berlin ein. All« Anträge, die einen Zwcckverband für ge- meinsame Aufgaben forderten, wurden abgelehnt und K 1 sowie 8 weitere Paragraphen ohne Aenderung angenommen. Grog-Serliner pacttinachrichten. Heute. 10. März. Vororte. TharlotteNburg. 16. tyruppe. 7 Uhr Veckammkunq bek Bohne, Giblotiktraße 45— Deinvelhot Zabladeud In allen BezirkStolaleu.— Lankwitz. 8 Ubr bei Pie!. Kaüer-Wtlhettn.ZW. 84. Zahlabead mit an- schließender polUische: Aussprach«. Morgen. It. März. «öutzental-AepenUck. 7»/, Uhr bei Marx Mltgllederversatmiflimg, GewerffchllflsbeivMNg fln alle Ortsausschüsse des flllgemelnea Deutsche» Gewerkschastsbunöes. vetanntlich wird in nächster Zeit durch Abstimmung entschieden Verden, ob größere Teil-e Ost. und WestpreußcnS sowie Obcrschle- ftenJ weiterhin zum Deutschen Reiche gehören sollen. Die Ab» stimmtmg über Ost. und Westpreußen kann uns leicht überraschen, da kein Termin im Friedensverträge festgelegt ist. Ueber die Be° deutung dieser umstrittenen Gebiete für das deutsche Volk dürste wohl bei aufgeklärten Arbeitern ke.n Zweifel bestehen. Um nun die etwa 400000 Abstimmungsberechtigten, die rm ganzen Reiche ver° stveut sind, rechtzeitig zu erfassen, müssen alle Verbände und Ber- eine eifrig mitarbeiten.. Wo größere Massen Abstimmungsberechtigter in Frage kam. aten, schließen sich alle örtlichen Vereine zu einer ArbeitSgemein» fchaft zu'ammen, die ihre Weisungen und das notwendige Material von der Zweigstelle des Deutschen Schußbunde» erhält. Um jeden Stimmberechtigten zu«rfassvfr und«in einheitliches Arbeiten zu ermöglichen, ist es notwendig, daß sich auch die GeWerk. fchaftikartelle, Ortsausschüsse und Ortöverbände diesen Arbeits» gomeinfchaften anschließen, sobald ein« Aufforderung an sie ergeht. Die Telegiertenversammiung deS Zentralverbandes der Angestellten» die am Dienstag im Sophien saak stattfand, beschäftigte sich mit d« Frage der Beitragserhöhung. Die Ortzderwaltung bcan- fragte, die Monatsbeiträye von 3. 4 und 5 M. auf 6, 8 und 10 M. zu erhöhen. Nach längerer Aussprache wurde eine neungliederige Kommission mit der Vorberatung dies-r Angelegenheit betraut. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, die darauf vegug nimmt, daß der Obmann und Fachgruppenleiter Hess« aus seiner Stellung bei der Firma Bergmann unter Umständen«ut- lassen ist, die die Entlassung als Maßregelung erscheinen lassen. Weiter sagt die Resolution, da dies schon der vierte Fall ist, wo Firmen der Metallindustrie Obleute der Angestellten maßregeln. soll die OvtSberwaitung energische Maßnahmen gegen dieses Treiben vorbereiten und Massenversammlungen einberufen. Wenn die Metallindustriellcn den Kampf wollen, dann sollen fie ihn haben. Zeitungsstreik i« Bremen. Ein« am Dienstag abgehalten« öffentliche Buchdrücke rvee- smnmlung beschloß, da die Prinzipale eine Lohnerhöhung abge» lehnt hatten, mit großer Mehaheit, am heutigen Mittwoch in den Stveik zu treten._ „Proteststreik" in der Binnenschiffahrt. „Die Morgenausgabe der„Freiheit" vom 10. März bringt unter obiger Stichmarl««ine Notiz in der folgendes behauptet wird: a Auf den Stromgebieten der Elbe» Oder und Märltschen Wasserstraßen bereiten sich ernste Differenzen vor. Am 1. April läuft der alte Vertrag ab. Der Arbeiigeberverband weigert sich nun, mit dem Verband der Binnenschiffer in Verhandlungen «inzutreten, trotzdem die erdrückende Mehrzahl der Schiffs- Mannschaften Mitglieder dieses Verbandes sind. Man scheint die Absicht zu haben, den Verband der Binnen» schisfer bei dem Vertragsabschluß auszuschalten. Die Schiffs- Mannschaften isaben am 8. Marz beschlossen, als Protest gegen diese Bergesaltigung am 16. und 17. März die Schiffahr: ein- zustellen. Durch diesen zweitägigen Streik soll zum Ausdruck gebrach! werden, daß die Schiffsmannschaften sich keinem Per- trog unterwerft« werden, der gegen chren Willen zustande ge- kommen ist."- Der �TranSportarbcttterverband bemerkt hierzu folgendes: Es ist unrichtig, daß die erdrückende Mehrzahl der EchifiS- mannlchaften Mitglieder dieses Verbandes sind. Das'Deckperso- nal ist im Deutschen TranSporiarbeiterverband und das Ma° schinenperfonal im Verband der Maschinisten und Heizer organ:- siert. Nur ein ganz kleiner T«i! der Schiffsbesatzungen folgt den � Weisungen des Verbandes der Binnenschiffer. Da bi» jetzt e:n Vertrag mit diesem Verband nicht besteht, kann er also auch beim nächsten Vertrag nicht ausgeschaltet wenden. Ganz eigenartig mutet di« Erscheinung an, daß der Verband der Binnenschiffer, der jede Arbeitsgemeinschaft mit den Arbeit- gebern grundsätzlich verwirft, und di« Tarifvertrag?. tätig»eit der freie,» Gewerkschaften bekämpft, sich jetzt bei dem Arbeitgeberverband für Binnenschiffahrt und verwandte Gewerbe T. V. anbiedert und fogar mit einem zweitägigen Proteststreik wegen Vergewaltigung droht, wenn er diesmal nicht zum Tarif- Vertragsabschluß bzw. Verhandlungen darüber zugelassen wird. - Zur Sinfiihnmg der Lohnarbeit im Döpfervcrband. L« Töpferverbande hielten kürzlich verb-mdsbeioat und Zen- tralvorstand unter Hinzuziehung der Gauleiter eine wichtige Sitzung ab. In erster Linie galt es Stellung zu nehmen zu der kürzlich im Verbände vollzogenen Urabstimmung über Lohn, und Akkordarbeit. wobei, wi« schon früher mitgeteilt, alle Sparten außer den Geschirr« drehern die erforderliche Zweidrittelmehrheit für Lohnarbeit auf- gebracht haben. Dem VerbandZbeirat und Zentralvorstand ist vom letzten Cerbanbstag ber Auftrag erteilt worden, in diesem Falle mit allen Mitteln die Lohnarbeit in die Tat uuzusetzen. Die Konferenz war auch noch eingehender Beratung der Met- nung. daß alles getan werden müsse, um den kundgegebenen Willen der Mitglieder in die Tat umzusetzen. Sie war sich jedoch auch weiter darüber klar, daß dabei noch große Schwierigkeiten zu über- winden sein werden. Beschlossen wurde, mit den in Betracht kom- Menden Unternehmerorganifanonen sofort in Verbindung zu treten und über die Einführung der Lohnarbeit zu verhandeln. Da» Er- aebmS soll sodann den Branchenkonferenzen zur weiteren Beschluß- fassung vorgelegt werden. Diese Konferenzen sollen in der Weise beschickt werden, daß«ruf je 7S Mitglieder ein Delegierter entfällt. Zur Deckung der hohen Unkosten und zur Stärkung der Verbands- lasse soll von der 12. Beitrag Swodbe diele? Jahres an von iedem Verbandsmitglied ein doppelter Wockenbeitrag erhoben wer- den. und zwar dergestalt, daß jede» Mitglied 12 solcher Beiträge entrichten muß. Bei den im Töpftrverbagd»rganisterten Hilfs- arbeitern soll der besondere Beitmg als ein freiwilliger gelten. Die Vranchenkonferenzen sollen für Ofensetzer nach Ve» zirken abgehalten werden, für die andere« Tvarten sind Reichs» konferenzen vorgesehen. Bis zur Abbaltnng dieser Konfe- renzen sollen nach wie vor in alter Weise Tarisverhandlungen ge- pflogen werden unter Beibehaltung der bisher' qcn Beschäftigungsart. Erst wenn die Branchenkonfsrenzen gesprochen und entsprechend beschlossen haben, soll di« Forderung der Lohnarbeit in den Vorder- grund der Taristaktik gerückt werden. Außer mit der Frage der Durchführung der Lahnarbeit sollen sich di« Branchenkonftrenzen mit einer anderen, nicht minder wichtigen Frage, der Verschmelzungsfrage, befassen. Diese Frage spielt schon seit über einem Jahrzehnt Im Töpferverbande. und zwar in der Richtung eines K e r a m a r b e i t e r ve rb a n de». eine Rolle, ohne jedoch bisher irgendwie merklich vom Fleck gekommen zu fein. Das kürzlich aufgetaucht« Projekt des Bauarbeiterverbandes aus Schaffung eines vaugetverksSnabeS konnte die TSp'fsr nicht unberührt lassen, zumal da durch dieses Projekt die Zusammen- fassung deS GesamtbeftandeS bei heutigen TöpfervertbandeS als be- sondere selbständige Sektion des Baugewerksbundes garantiert er- scheint. Die Konferenz beriet eingehend die aus diese Weise neu- geschaffene Situation und kam einmütig zu dem Eiandvunkt. dem Beitritt zum BaugewerkSbund näherzutreten. Dem Bat- arbeiterverband soll über diesen Entschluß berichtet werden, die Be- dingungen, d>e der Töpferverband bei feinem Anschluß«m den Bau- gewerk'Sund stellt, dürften sich leicht erfüllen lassen. Die in ÄuS- sich genommenen Svartenkonferenzen sollen sich nunmehr gleichfalls eingebend mit dem Anschluß an den BauaewerkSbund befassen. end-> gültiger Beschluß soll, wenn irgend möglich, noch in diesem Jahre durch eine Urabstimmung oder ein?« außerordentlichen Verband-Stag herbeigeführt werden. Auch der Gründung«in«» Verbandes foziali- sierier Baubetriebe stimmte die Konferenz einmütig zu. Der Zeniralvorstand soll sich im weiteren mit der Eozialisieriina� frage eingebend beschäftigen. Ihm wird auch überlassen, die Geld, summe selbst zn bestimmen, die dem Bunde zu SozialisierungS- zwecken überwiesen«erden soll. In de? Durchführung von Ferien auch für Ofensetzer, wo? vor allem bei den Unternehmern auf harten Widerstand stößt. soll nickst nachgelassen werde». Bedauert wurde, daß die Gefttzaebung in der Richtung der Schaffung von Arbeiterkerien noch n'ckst bahnbrechend vorangegangen ist. eine„Ferienversscherung" von Staats wegen, wobei natürlich die Kosten vom lkniernebmertum aufzubrin» gen wären, für Saisonarbeiter, die vielfach den Arbeitgeber wechseln. wäre die beste Lösung der Ferienftage arch für die Ofensetzer. Die Lohnbewegung im Döpfergewerbe. I» einer Versammlung der streikenden Töpfer sin Königstadt» Kasino wurde beschlossen, nicht erst die Stellungnahme der am . Donnerstag stattfindenden Versammlung der Unternehmer abzu- ! tvarten, sondern auch in den Betrieben, die nicht die Tarifforde» rnngeu anerkennen und sich nicht besonders verpslickten, den Mindestlobn von 6�0'M. pro Stunde sofort mit Rückwirkung vom ;1. März zu zablen, die Arbeit sofort niederzulegen. Einige Di?- • lussionSrÄner äußerten sich dahin, baß man bei den nächsten Ber- Z Handlungen mit den Unternehmern darauf bestehen müsse, den � Stundenlohn auf 6 oder 8 M. zu erhöhen. Dem widersprach s:n Mitglied der Tariftommission, er warnte vor übertriebenen For» derungen, da auch im Töperfgewcrbe eine große ArbsitZlosizkeit herrsche und eine Entziehung der LrSvuSlosenunterftützung die Folg« war«./ Der Hamburger Backerstreik. llsber den in Hamburg aysgebrochenen Bäckerstreik wird*»« von dorr gemeldet, daß das KriegSversorgungSamt n Hamburg di« Mehlkontingentierun, aufgehoben hat. weil sie den Bestimmungen des ReichSwirtschastSministcrium» und der ReichSgetreidestelle Wider- spricht. Irgendwelche Lohndifferenzen haben sich überhaupt nicku ergeben; die Streikenden find vielmehr, ohne vorher den Demvbil- machunpSkommissar oder den SÄlichtungSauSschuß angerufen zu haben, in den Streik getreten. Die Brorvcrsorgung in Hamburg ist durch die Maßnahmen der Behörden indessen' sichergestellt. BertranenSlente der MnftkinftiMmentenbranche t AermsrZtas, den 11. Maiz, nach«. 5 llhr wichtiqe Äitfammentunst im Relchenbwgc: i feist. Reichender!, er Str. 147. BetliebSiuSfchaffe, Aertrauenlleute und fcart» I ficht Kollege», die in Ma-azin-n befchäftigl find, müssen erscheinen. Berania,. für den redaktlz». Teil: Nrtur zieler. Ed-rlotlenburg: fllr Antigen: Th. vlock«, Berlin. Verlag: Barwärts-Verlag®. m. 5.£>., Berlin. Bruck: Bor- wiiriS'Buckdruckerei n. Berlaasanüalt Danl Singer s. Co. 2-rli». LinScnfk. 8. I ata-fraxis SnteKflg. S p C z f! 1 1 2t! EsllüS 2 Jahr� sedriW. Qir. 4m.i Gaiimenlosef Zahnersalz. Keine IjnxnspreUe« Mnndnntersnclinng gratis. ZviNÄUN Messing, Kupfer, Blei, Zink, Rotguß, Weißmetall, Nickel, Aluminium kauft an h Lehsten Tagespreisen Retallsclmielze HariMnesslr. U, Sendling«»»an miderdalb»erde« prompt erledigt. Küokon fgikert, lasiert tt. Unerreichte«uowahl. 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Masch.», Appar.-ssabril Ruit tlegrl, Ehausseeftr. 108. s20 i Schneiderin»»«, zuarbeite- rinn«», Pustarbeiterinnen. Kau,schueider!n»en. Aüsbesio- rinnen, finden stets Stellung zu TarlNohn durch dos Städtisch« Arbeitsamt. Per- lin-Schdnebrrg. Grunewald» 1 strsft« 19. Seöffne« von 8 bis 12 Mir._* Plätterinnen auf Klapp. Iraaen und Mgnsch-tt-n bei hohem Sohn und daurntde: Beschäftigu», per sofort ge- sucht. SerrenwSschesabri: i fselir Zablonla. Seiliaeaeisi- . straft- 12._ 1598' i Gelernt« und uugel-rnt- Arbeiterinnen, auch Zugend- ltche und Loufmädchen, finbim Stellung durch da-z Ste�'ische Arbeitsamt, Berlin�chSne- borg. Grunewald strafte S. i«egsfnet von 8—12 Mr.' Phantasiefeder». geübte | Kräfte, im, auch aufterm Sause sofort. Rathieusirafte 7/0._ Schnatelkragr». Bornibe rinucn. Borrichterinnen per» mmer, Wolsiner- 1,82? «in. 1SS8ÜV« lang« S» siraft« 27». «chuhwaren-Berlättferlnnen c:h«lt«r. spfvrt Anstellung. Meldungen»on 0— 12>-a Mr. -'!. Werthcim, Loipzigerstrafte 128187.__ 15652)* Geübt» Packerln auf Alke» «Idc- und Gloowaren sofo: «-sucht. Krall, OHttecsiri 48/47, «tcki de« telbf VAckertunca l» n Säule sucht deck, ffriedrkchst sirgft- M UNd BUftf Bessert-Ziet riedrtch strafte 46. Zange Arbeiteein verlangt Zghrvtt. A-t-ezstroftk � Lcbrmädchc», gründlich-' Ausbildung. B int federn, m chenillch 20 R. Ras Ralh-eusmufte 7/0. ifeBhfa. 1ZS4T