ZIr.IZZ.S7.I-hi-,. BezuqSvreiS: flicnri-äftru I9,V0 lJ!'.�monatL5JS02rtt it« IN»\iou4 oornu» an Idar.-Soft» dein, ZRonatltd- 5.50 31L er kl. Än- iteauiKieoebuhi. Unift Ätnubanb fftt ->eu!:cftlano und ZeÄerrei»- Ungarn ».75 Äi, liir oa» llvri,, Zl»»>and lZ— MI. be' IC i! Ich e-nmal. ZliHrNii«, II.— K-+ Balula- Äu lchwg. Äoki- beOelllinqeu»»omni an Sanemari. Hvllano..u-embura. Schwede» nad die Schwei». Sin, Nraae»>» die Pole- -eiMna,-Pr,l,IiIt» ?.«e.Dorman� mii»er Kannrao«- betlaxe ,Bo» n.Zeir' er cheim Wochen- lcgttw Iweimal Lonniag» einmal. Teieoromm-ÄdreOe �Soitotdonislra' verlla* Abend Ansgabe. rlillev vollts�blatt (iSpkennw) Sln,ce> S.— M., Teueriingeznlchlag 60% aftlctn««»zeige»-, da» iftt» gldrultte Won 75 Ptg. CjUlälfl, zwei (tttneftrudte Worte). i»de»(Mute* JSoti 50 PI,. Eleven, eiuch» und Schlalltellenanzetgen da» eril» Wort 95 P!,. ,«de» weitere Won tO Pfg. Won» Uber 15 Puchstaden ziihlen lur »wei Warle. Teuerungozuschla, XPi* Mamillen• Anzeigen, voittilche und gewerkichastllche Verein»- An'eiqen t- rn die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Rummer miiNen di« s Ahr nachmtnag» rat Hauvlqesch»>t. Berit» SD SS. Linden» Kräh» 3. abgegeben werden, cheälsnet »o»» Uhr lrüh dt» 5 Uhr abend». Zentralorgan der rozialdcmokratlfcben Parte! Deutfcblanda Neüaktisn und Expedition: SN). öS, Lindenstr. Z. itrrnfvrrlürr: Amt Morrnvla». Sir. t.',! SO—!'»I S7. I km Freitag, den 12. März 19�0. vorroärtS'verlag G.m.b.H., SM. 68, Lindenstr.Z. arrvivrechrr- Amt Ä)!orit!vlan, Sie. Il7 SZ— 51. Reaktionäres Komplott aufgedeckt. Generallandschastsdirektor Kapp und Hauptmann v. pabst flüchtig. Zwei Verhaftungen. Wir wir kurz vor RrbaktionSschluß ersahrru, find Haupt- mann Pabst v. Ohaiu und der bekannte Gcnrralland- schastsdirektor Tr. K a p p. gencn die de? Reichswehrminister wtlsrn reaktionärer Umtriebe cineu Haftbefehl erlassen hatte, aus ihren Wohoungen geflüchtet. Pabst v. Lhain gehörte seinerzeit dem Stabe der Garde. kadallcrirschützcndivision an. G r a b o w s k p, der frühere Pressechef der Gardekavallericschnbrndivisson(Edru-Hotel), der zurzeit krank liegt, wurde unter Bewachung gestellt, wahrend der Schriftsteller Schnitzlerverhaftet wurde. Aus Anordnung des LberbrkehlShaberS in den Marken ssud die Sicherheit?- und die Reichswehr in Berlin heute i n Alarmbereitschaft. Schut-Haft gegen ö!e Rechtsbolschewisten. Zbn zustSndiz'r Seite wird uni mitgeteilt: Ja Verl!« hat seit einiger Zeit ein Treiben einer rechtsradikalen Sliqne ein- ges.'ht, deren Neftrrbrn auf geseh. und verfassungswidrige N m. stSße h'nauSIiluft und die versucht hat, auch militLrische Stellen für ihre Pläne zu gewinnen. ES kann festgcst Cd werden, datz d>r in Opposition gegen dir Regierung stehenden Recht»- varreien der Äationalversammluag sowie der Preußische» Lande»- ucrsammlung dieser Sache fernstehen; weite kreise alttonfcr- vativer Richtung lehnen die Dcsperabopolitik dieser rechtSsparta. kistischen Eliguc ab. Immerhin ist gegen derartige mit nationa» listischrn Schlogworte» arbeitende Gruppe» besondere Vorsicht a« Platze. Die Reichöergicrung wird diese vorstchst walten lassen»ad mit den schärfsten Mitteln gegen dir Drahtzieher und Leiter der Bewrgaag eiaschrritra. Daher ist auch gegen eine Reihe von beteiligten Persönlichkeiten dir Schatz. Haft verhängt wordea. Der GcnorallandschaftSdireklvr Kopp gehört zu jenen Heist- spornen der Reaktion, die auch schon unter dem alten Regime schwer« Zusammenstöste mit der Regierung hatten. Am S. Im« 1916 hielt Dethmana Holliveg im Reichstag jene berühmt ge° wordene Rede gegen die.Piraten der öffentlichen Mei- n u n g', die sich in erster Linie gegen Kapp richtete. Dethmonn warf Kapp vor, dast er mit»Schmähungen und Verleumdung?«� gegen ihn arbeite und. Mistbrauch mit der Flagge der nationaien Parteien" treibe. Kapp wurde vom Generallandtag der ostpreus-ischen Landschofl zum Eeneraildircklor wiedergewählt, aber nicht bestätigt. Um so mehr Verwunderung must e« erregen, dast dieser Mann bis in die neueste Zeit ol« Vorsitzender deS Ostpreustischen Heimat- dienste» fungierci� konnte. Der Knig geht solange zu Brunnen, bis er bricht. SSon die Einsperrung des Prinzen Joachim Albrecht und de» Ritt- meisterS v. Platen durfte als Zeichen dafür genommen werden, dast die Negierung entschlossen ist, dem Uebermut reaktionärer Umtriebe ein Ziel zu setzen. Actzt kommt die Nachricht, dast in einer neuen, vorläufig noch ziemlich geheimnisvollen An- gclegenheit eine Reih» von Verhaftungen vorgenommen wur- den. Es handelt sich um ein gcgcnrcvolutionärcS Komplott. an dessen Spitze der frühere oftpreustifche G-enerallandfchaftS- direktor Kapp steht und in die die Garde schützen- Kavalleriedivision in weitem Moste verwickelt zu sein scheint. ES ist in diese? Angelegenheit noch vieles aufzuklären. namentlich die Rolle, die-der General v. L ü t t w i tz in ihr gespickt hat. Man wird sich nicht Wundern dürfen, wenn dieser Herr zunächst mit grostcr Beschleunigung von seinem Posten verschwinden sollte. Nach einer uns in später Stunde zugegangenen noch un- kontrollierbaren Nachricht soll daS Komplott den Zweck gehabt h-chen. die Garnisonen von Berlin und T ö b e r i tz zu einem Putsch rn verleiten, um die Einsetzung der Rechtsparteien in die Rcgierungsgewalt zu erzwingen. Deutstblanös Abrüstung. «in Gespräch mit Noske. Pars», 12. März. lTi'.f Ter NrichSwchrministcr RvSke erNii>-»c dem kerlinrr Brrlreter per..Ehicag» Tribüne- in einem Interview, doft die vorgeichrirbene S ch l e i f u n z der Festun- «en von Kirl und Nmgebnna»nm gröhtr» Test purckigesührt ist. Tie iSaffr«. Munlt»« und Materialien sind ebrnfä?» vernichtet oder unbrauchbar gemacht n>»rden. Dir Brtrirbe, die früher der ttrirgöindustric anarbörten, find bereits auf den Friedens- b t i d itirg'arpe'trt n orten. Ebenfa wnrv» Vir Kriegsmarine out 1« Proz. vcr Frieden: stärkr reduziert und zählt heute nur nach 15 OlH Mann wir rl der Fried uSvertrag vorschreibt. Die«»ch an die Entente a u»z u l ie fe r«d r»»rirgpschissc steh«« i» ben deutschen Häfen bereit, und diejenige», die bei Kriegsende i« Bau warr», wurde» sofort demontiert. Die ylngftreit- k r ä f t e bestehe« nur nrch au» einem einzigen Grc«zi:schwader mit im ganzen 3C00 Mann, eine Or?anlsati»n, die eigentlich nicht mehr Flugdienst genannt werden kann. Deutsck- französische Spannungen. Paris, ll. März. sSBTB.) Di« Botschafterkonferenz beschäftigt« sich mit den Z w t s chen s'ä l l e n vom Dezember in Memel au» Anlast der Anwesenheit der interalliterten bal- tischen Kommission unter dem Vorsitz de» General» R i« st« l. Di« Konferenz hat entschieden, der deutschen Regierung eine n c u.c R o t e. die, wie der..TempS" sagt, in kehr festem Tone gehalten sccn soll, zu überreichen. TaS.Journal de» DebatS' sagt sofar, sie sei iu austerordentlich scharfem Tone gehalten. Di« Botschafter- ionferenz beschästigle sich atSdann mit dem sogenannirn Detachement Markow, einer r u s s> s ch- d r u t's ch e n F v r m a t, o n. die sich augenblicklich in Danzlg befindet. Die englische Regierung soll hie notwendigen Mastnahmen zu ihrer Auflösung treffen. Pari», 11. März. Nach einer HaeaSmelbui-g steht zu erwarten, dast di« französische Regierung für den in Deutschland getöteten f ra n z ö st sch.e'n Soldaten ein« ü r d e u t.e n de Eni» schädigung verlangeu wird, ähnlich wie im Fall des Wacht- meisters Mannheim. Orant�nGS Programm. Stockholm, 12. März.oyers des Qbe:st«aisanwaltI und des Ersten Staiftsan- walts, die wesentlich Ausführungen zu seiner Verteidigung waren, erwartet hat. Im Strafmaß hat sich zwar das Gericht an die von stvatsanwcltschastlicher Seit« beantragte Geldstrafe von 300 Mark— HelfferichtS ominöse Zahl— gehalten, aber cs hat diese Geldstrafe nicht— wie der Antrag deS Slaatsanwalts wollte— mir wegen formaler Beleidigung(§ 185 St G.B.). sowdern auch wegen übler Nachrede(§ 180 St.GÄ.) verhängt. Darin liegt ausge- sprachen, daß der Angeklagte nickst nur in der Form, sondern auch in der Sackfe mit seinen Angriffen über das Ziel hin- ausgeschosscn ist. Dennoch bedeutet das Urteil keinen Sieg des Nebenklägers. Denn die Tegründung des Urteils führt aus, daß in den Punkten„Vermischung geschäftlicher und politischer Tätigkeit",„UnWahrhaftigkeit" und„Unan- ständigkeit" der Angeklagte im wesentlichen den Wahr» heitsbeweis erbracht l>abe. Nur der Vorwurf der Nechtsbeugung sei nicht erivicsen worden, und deswegen sei die Venlrteilung auf Grund des Z 186 erfolgt. Das Urteil gibt eine sehr ungünstige Charakteristik des Nebenklägers, dem eS zwar großen Fleiß und enorme Tat- kraft zuerkennt, aber auf der anderen Seite einen bedauer- lickien Mangel an Urteilskraft und eine geradezu erstaunliche Ungcnauigkeit in allen Dingen vorwirft. Im Grunde kämmt es jedoch auf daS Urteil und seine Gründe kaum noch an. Der Prozeß ist von Millionen Men- -schen verfolgt worden, und diese haben sich f e l b e r ihr Urteil über die dort zur Sprache gebrachten Dinge gebildet. Der Spruch einer Strafkammer, die ja auch nur aus 5 Menschen besteht, die mit menschlichem Können und menschlichen Fähige feiten das Fazit der Verhandlung ziehen, hätte das Urteil der Oeffentlichkcit kaum beirrt, ob es nun. so wie es ist, oder anders ausgefallen wäre. Das öffentliche Urteil über Erzb-wgor ist, das muß offen ausgeiprochen werden, nach dem Verlauf dieses Prozesses ein ungünstiges. Seine privatgeschäftliche Be- t r i e b s a m k c i t, wie sie der Prozeß aufdeckt«, hat Wohl nirgends Wohlgefallen erregt. Dabei muß freilich immer wieder betont werden, daß es sich um ein« Erscheinung hau- delt, die sehr eng mit dem Wesen de? Kapitalismus und der k a p i t a l i st i s ch e n Wirtschaftsweise zu- sammenhängt. Gerode ein typischer Vertreter dieser Wirtschaftsweise, wie Herr H e l f f e r i ch, der seine Millionen und seine Villa im Tiergartenvrcrtet weder durch eigenhändige Bestellung des Ackers noch durch mühsame Förderung von Kohlen, auch nickst allein durch geistige Arbeit, sondern mich durch manchen mühelosen Konjunkturge- w i n n erworben hat. war am wenigsten berufen, die Rolle des sittlich entrüsteten Anklägers zu shielen. Er. der es mit glänzenbetn Geschick verstand, aus dem Wirtschaftsleben in die Politik und auS der Politik wieder ins Wirtschaftsleben zu- welchseln. stellt sicher alles andere als den Ideal- t y p des Politiker» und Staatsmannes dar. Aber Helsferichs Schwächen sind keine Entschuld i- gung ErzbergerS. Er wird auch dadurch nicht ge- reinigt, daß cS Mißstände des alten Systems waren, die ihn zu seinen geschäftlichen Unternehmungen per- lockten. Hier hat freilich der Prozeß etwas aufgedeckt, was der Angeklagte wohl kaum beabsichtigt hat: MpUch dqK # « U'n lauters Li reben amtlicher �5 t e l l e tt u n i z r eVtlhelin II, einflußreichen Abgeordneten gefällig zu sein. um sich ihre politische Gunst zu sichern. Die Lockungen für Erzberger waren in der Tat sehr stark: Hochfinanz und hohe R e gierungsämter des alten Systems warben um die Wette und mit teilweise sehr bedenklichen Mitteln um' seinen Einfluß, ein anschauliches Bild der ,.g u t e n.a l t e n Zeit".'..Aber an Erzberger bleibt der Borwurf yaften, dgß er diesen Lockungen nachgegeben hat, anstatt sie z n r ü ck z n w e i s ein. Seine sßflicht wäre es gewesen, die Fäulnis des alten wilhelmini- scheu S y st e m S z n b e k ä m P f e n, nicht sich von ihr än- 'stecken zu lassen. Weniger als den Varwurs einer nicht einwandfreien Ge- schästemacherei halten wir die Vorwurfe der llnwahrhaftig- keit und persönlichen' UnanständigkeiL gegen Erzberger er- wiesen. Namentlich sein Verhalten in der Iulikrise kann nicht, wie es das Gericht getan hat, mit der Elle des Klasien- lehrers gemessen werden� der dem Schüler die Note über sittliches Betragen zu schreiben hat. Von einem Poliivfcr. der einen entscheidenden Schlag führt, ist nicht zu verlangen. daß er seine Karten vierundz'.vanzig Stunden vorher denen ausdeckt, gegen die sich der Schlag richten soll, um ihnen ans- giebige Gelegenheit zu Gegenmaßnahmen zu verschaffen. llnter der Aera des persönlichen Regiments, wo die Entscheidungen über die wichtigsten Stoatsangelegenhei- ten rast regelmäßig hinter den Kulissen fielen, ist gerade von den Gegnern Erzbergers in dieser Beziehung oft tausendmal hinterhältiger gehandelt worden, Wie haben dieselben Leute, die heute über Erzberger Zetermordio schreien, weil er Bethmann nicht von seiner Absicht, ihn zu stürzen, verständigte, selber in der insamsten Weise durch Verbreitung von Klasch und Tratsch, von übelsten Untcrrocksgeschichten ü. dgl. gegen i h n e n u n b e q u« m e Staatsmänner intrigier t, nicht' zuletzt gegen Herrn von B e t h in a n n H o l l w e g selber? Haben sie nicht. Herrn von Kühlmann dadurch wegzubeißen gesucht, daß sie bei' der bigotten Kaiserin seinen„unsittlichen Lebens- wondel" denunziertxn und tausend ähnliche Dinge mehr?? Ttotzdem ist das, was gegen Erzberger bleibt, erschwe- rend genug, um die Forderung zu rechtfertigen, daß er lein A in t n i ch t w i e d e r a n t r i t t.. Man könnte zwar darauf verweisen, daß' in England Lloyd Ge o r g e trotz des Marconiskandals die Leitung der Regierung in Händen hat, und daß in Frankreich C l e m e n ce o u, der seinerzeit bedenklich in den Panama fkan dal hineingezogen war,, bis vor kurzem eine' fast diktatorische Gewalt übte.'Aber gerade uns Republikanern, die wir an der Reinhaltung der Repu- blick das höchste Interesse hoben, ist das kein Vorbild. Erzbergers positive Leistung soll deswegen voll gowür- digt werden und keinesfalls dürfen durch seinen Abgang die Hoffnungen derer gerechtfertigt werden, denen der Kampf gegen Erzbergers Pen'on nur der. Vorwand zum Kampf gegen die Erzbergersche Steuergesetzgebung ge- -nesen ist. Die Nationalversammlung hat gestern durch die Annahme des. Landessteuergesetzes einen wichtigen Schritt zur Erledigung des Sieuerprogramms getan, sie wird es ■ebne Rücksicht ans Personen und persönliche Schicksale zum völligen gedeihlichen A HJ.ch hu ß bringen. � Tie UrteilSgrunde. lFsi jttx- Aigrsindünß' fsih rix bis- Vvrfitzentü:,' LimlqerWSiirsk.'o:-. T a'u m bä ch, u.'a.'aus: Das Gericht hält sich bei seiner Entscheidung streng an die 'Saäjc. ES' urchilt nicht über Re�ierungsrorm e n, Re- a i e r u'n g s m g ß'n a hm e n, Politik unv Parteien. eS schreibt nicht Geschichte, sondern befaßt sich mit mit'. dar'dem' An- «eÄagren vorgeworfenen Straftaten und mit der vom Ange. t sagten vorgebrachten Verteidigung. Das Gericht legt seiner Gut- icheidung nur T a i s a che n zugrunde, die es für einwand»- frei erwiesen hält: ein Verdacht darr mcht Grirndlage eines Nrt'eilS sein.' Der Ang-klagtc ist der Beleidigung deS Nebenklägers beschuldigt. Seine Artikel in der..Ärruzze'tung" und die Broschüre' enthalten eine Fülle von Beleidigungen. Diese Beleidigungen sind. weöetinös„König tticolo*. Theater in der Königgrätzer Straße. DaS Stück, das, bald nach � seinem Erscheinen 1907, in auZge- -.«ichneter Darstellung über Reinhards Bühne ging, hieß damals mcht einfach„König Nicola", sondern geheimnts- und verheißungsvoll: J5o ist das Leiben". Der Grund, weshalb dann der»er- stoübene Dichter diesen Titel später hat fallen lassen, mag wohl die Empfindung gewesen sein, daß die Symbolisicrung von König 'Nicolos Geschick zum Ausdruck allgemeinen Menschenloses, wie sie ihm ursprünglich vorschwebte und vom Prolog versprochen wird» i ni Werke selbst nicht mit hinreißend überzeugender Kraft gelungen ist. Ihm, dar lange unbeachtet schuf und der plötzlich berühmt und üherschwänglich gefeiert, sich auch dann noch im Kerne seines Völlens verkannt erwähnte, erschien Nicola ein verwandtes Wesen. Er liebte diesen Wedetind, in dem man nach seinem.Erdgeist", seinem„Marquis Keith" und anderen Worten den schmerzvoll uu- glücklichen Verhöhner seder Sehnsucht' nach einem tieferen Sinn des Lebens sah, fühlte sich— so sonderbar das anmutet— zugleich als eine Art von Moralisten, der gleichfalls Forderungen aufstellt und die Welt verbessern möchte Aber die tragische Ironie des Lebens treibt mit dem Besten und Dienten, das in dem Menschen steckt, ihr Maskenspiel. Torheit und Unver- stand ziehen alles Höhere zur Trivialität herab. So hört daL fahrende Volk, auf der Elendswiese versammelt, als der geflüchtete Nicola auf bretternem- Gerüst den König mimt und seinen Ä2n.igsglauben ouSströmt, aus alledeni nur einen lustigen Schwank heraus. Und das wiederholt sich bei den Bürgern seiner Vater- stcidi. Gewiß ist. daß dieser Einfall mit seiner frappcknten Kon- irastierung von Schein und Wirklichkeit, dichterisch durchgeführt, als et» bedeutsam tiefes Sinnbild hätte wirken können. Aber in dieser Dichtung, die Wcdekind als sein LieblingswerZ gegolten hat. blieb ihm wie auch sonst so oft das Bornwgen der Foraiung ganischeS z wsam mcn hängeicho» Gebilde, in welchem die Abstrakt- h�t- deö Gedankens lebendige Gestalt gewannen hätte. Statt einer psychologisch vertiefenden Eharaiieristik der Hauptperson und eine» Ausbaues, der die einzelnen Momente zum Ganzen und zur Grundidee rn innere Beziehung setzt, bietet sich dem Micke eine Buntheit der Motive, die durch die Willkür, die sie zeigt, ermüden muß. ES häufen sich da Widersprüche, für welche man vergeblich nach Erklärung sucht. Eben dieser Nicola, der nach seinem Sturz als die Verkörperung seltensten Edelsinns geschildert wird, est von dem Volks seiner Baterstadr vertrieben■ und durch einen ander«» Herrsch« ersetzt, nicht etwa darum, weil seine Güte in dem potti- scher DeWsteichaltuugSka-mPse vor SavalÄat zurückschreckte,'sonder» als-eine'chnheiiliche förkgrsetzk« YonSluuo auzu- feöcu."Dir vom Angeklagten erhobcn-en Jeschuld.gungon gliedern sichinvier Gruppen: 1. Vermischung politischer Tätigtoit und eigene? geschäiniHsr Interessen; 2. Unwahrbasitgkeit; 3. llnanstän- .digkeit; i. politische. Tätigkeit zum Nachteil Duitschlands. Der An- geklagte ha: den Wahrheitsbeweis angecreten. Das. Gericht hatte daher die Berechtigung dieser Vorwürfe zu prüfen. Eine Ein- schtänkun« Hai einzutreten hinsichtlich der Gruppe 1 und teilwese auch hinsichtlich der Gtupp:'2. Die politische Tätigkeit muß völlig ausscheiden. Die G ü n ftck i n g ö u nd' Vetternwirtschaft. die dem Nebenkläger so oft vorgeworfen wurde, fällt unter kein« der erwähnten Gruppen, war also nicht zu erörterw Der Wahrheitsbeweis ist im wesentliche« gelungen. Die Handlungen eine» Menschen üissen sich nur aus Errennmis des Charakters beurteilen. Das G-richt mußte sich also ein Bild von dem Charakter des Nebenklägers machen, und es glaubt, dieses� Bild in der Verhandlung gewonnen zu haben. Der Neben- kläger ist ein Mann von zweifellos hoher Begabung, vor- bildlichen Fleißes und großer Tatkraft. Aber anbe- rerseits ein Mann, von bedauerlichem Mangel an Urteilskraft und rrstaunlichrr Uagenauigkeit in alle« Dingen. Hat er doch— das sei zur Erläuterung angeführt— auch in der- Hauptverhandlung wicht begreifen können, daß ein Minister nicht, wie das einem AS- geordneten zusteht, fremden Personen EmpsehlüngSschrei- b'en ausstellen darf. Fit die Gruppe 1 Brrmischung politischer»nd geschäftlicher Interessen fällt der Fall Tbvssc«. Hier liegt eine unzulässige Vermischung der parlamentarsschrn Tätigkeit mit den eigenen Geldinteressen de» Nebenklägers vor. Im Falle der Schutzschild«hat der Nebenkläger sich als AufnchtSraj für die Ausfuhrbewilligung eingesetzt, trotzdem die Thhssensch.w Interessen mit den Interessen der All- gemeinheit im Widerspruch standen. Das gleiche ist der Fall in der Liquidation de Wende h Im. Fall Kerger hätte der Neben- Ääger auf keine« Fall das Amt als Schiedsrichter annehmen dür- fen. Die unb'dingte Lauterkeit der Verwaltung ist der Eckstein jedes SiaatSwefens. Es ist u n z u l ä k f i g. daß ein Abgeordneter, der feine Stellungnahme zu bestimmten Kragen festgelegt bat, später in solchen Fragen als Schiedsrichter tätig ist. Der Abgeordwrte kommt dadurch in ernsten Zwiespalt. Er muh«ni- weder bei seiner ösfentlich ausgesprochenen Ansicht bleiben und dadurch unter Umständen das Recht beugen, oder aber er muh von seiner ersten Ansicht abgehen und sich dam't in nnerwünschter Weis« selbst berichtig'». Ein solches Ver- Hilten ist mindestens unanständig..Dar Nebenfläger Hai das SchiedSrichieramt offenbar angenommen, um Geld zu ver- dienen. Ferner gehört hierher das Schreiben Erzbergers zu- gunsten der Firma Berger an das Kriegsministerium, in dem der Nebenkläger sich für eine Begünsrignng der Firma einsetzt, unter Verschweigung seiner Beteiligung. Im Falle Anhvdat hat der Reben- kläger Aktien in großer Meng? von Kommerzienrar Rcchberg er- warben. Ms Gegenleistunq wurde dabei lediglich auf die Ausnutzung des palitifchen ßiaflnfleS des Nebenklägers gerechnet. Daß sich ein Wgeordneier für die Jnteress-n bestimmter Firmen bemüht, ist nicht zu verwerfen, sofern die Interessen dieser Firmen mit den Jnoercffen der Allgemeinheit übereinstimmen. Besteht aber ein Gegen- satz, so darf der Abgeordnete bei dcn BeHorden, bei denen er vor- ''ellig wird, feine Beteiligung an det betreffenden Firma nicht verschweigen. Die.Hapaz-Nktien Hai der Nebenkläger erworben zu«teer Zeit, als die Allgemeinheit mit dem Verlust der Handelsflotte rechnete. Der Nebenkläger will nur aus vaterländischem Interesse gebändelt haben, er will nur das Vertrauen in die Zukunft haben wecken wollen. Dem steht gegenüber, daß die Allgemeinheit von dem Kauf ns cht s c r fuhr. Der Nebenkläger härte aber auf jede« Fall die Vuen abstoße» müssen/ bsgsr.er an die Entschädiguwgs- �ge. für di«-Schiffahrts�esellicha-teß heranging �. Er hat offen. bar sein««pWhe-isteiluupsS ben�i, unr Vorreil zu erreichen. In die........... � t>t- 7■. 3=- Gruppe Stiwahrhaftizkeiten fällt zunächst der Fall Poeplan. Unwahr ist. was Erzberger seine: Fraktion über die Überredung Mir dem Kanzler Beihmann Hollweg gesagt.bat.'' Unwahr ist.' wäS' Erzberger behaupist. daß er dem Reichskanzler oder dem Angeklagten seine Friedens- aktson und feine griedensresvlution angekündigt bat. Aus keine: Tatsache kpinricn die Genannten auf einen ähnlichen Schritt des Nebenklägers schließen. Erzberger bat vielmehr dem Angeklagten einen r uh i ge n. V erla'u f. der R'eichsiagssitzung ist Aussicht ge- stellt. Unwahr ist,'was Erzberger am 6. Zuli dem Reichskanzler erklärt hat. nämlich, daß' sein Vorstoß lediglich die Schaffung einer parlamentarischen Mehrheit bezwecke. Denn weil er ÄS v«Suh!ter Lüstling und Berschtoender allgemeiner Ler- achtung anh«m fiel! Urid ähnliche Lücke:: und Risse klaffen über- all. DaS Sinnbildliche erschein: so nur als äußerer Zusatz, das Werk als ein romantisches Drama, das von den abenteuerlichen Begebenheiten des Pönigs Nieolo erzählt. Die Meinhardtsche Inszenierung, für welche Rochus G l: e s e eigenartig stListerte Hin- ergründe entworfen, gab farbig eindrucksvolle Bilder. Ilelier die Pausen loeg suchte die Bühnenmusik von Eduard Küuneke den Kontakt der Stimmung fest. zuhalten. Hartau war in der Darstellung»wplaltenen Schmer- zes und gefaßter Würde ein Ricolo, wie ihn bor Autor nicht besser wünschen konnte. Alice Verden traf geschickt den übermüng kecken Ton, mtt dem die Tochter deö Verbannten, als lustige Per- ssn verkleidet, das Königsspiel des Vaters zu akkompagnieren hat. Zn der Gerichtsvorhandlung wider Nicolo, die in manchen Wcndun- ger: das Königtum von Gottes Gnaden ergötzlich karikiert, traten namentlich die Schneider, die als BefestuiigözaKjen Nicolas schaden. froh des. Urteils darren, und der ihnen an niederträchtiger Gcsin- nung cSenbürttge Verteidiger, durch Leopold verkörpert, markant- grotesk dorvor. Den Schlächtermeister und Thronnachfolger Nico- loS, der seines Amtes soviel besser waltet als der in Purpur gebo- rene, fand in Ernst Dernburg einen gute» Nepräseniantsn. 'DaS Publikum dankte am Schluß mit anhaltendem Applaus. CouradSchmidt.' Ein« internationale Volkshochschule. Die VolkShochschulbettw- mg hat bei uns in der letzten Zeit gewaltige Fortschritte gemacht. ine bedeutsame Fortentwicklung dieses Gsdankens aber wird gegenwärtig in dem klassischen Lande der Volkshochschule, in Däne- mark, geplant: man will hier di? Bolkshochschul« tn den Dienst der internationalen Berständigunq uno der Annäherung der Völker stellen. Wie Ansgar Meyer in der bei Herder in Frerburg-i. Är. erscheinenden Monatsschrift.Stimmen der Zeit" mitteilt, ist P e t. Mann ich«, der Leiter der Volkshochschulkurse für die Arbeiter- l>evölkeruna KovenhagenS, mit dem Plan einer internationalen Bolkshochschul« hervorgetreten. Der Charakter der Schule soll sich im wesentlichen den bewährte» Formen de? dänischen Volkshochschule anschließen. Es werden aber in dieser Anstalt nicht nur geborene 'Dänen, die mehr als eine Art Bindeglied gedacht find, sondern hauptsächlich sunge Leute au» dem Auslände auigenommen, um dadurch gegenseitigeö Verständnis und Sympathie unter den ver- schiedenen Nationen fax wecken. Der Aufenthalt der jungen Leute auf der Schule soll ein Fahr dauern. Neben den historischen und lrterarffcken Fächern wird hauptsächlich n» soz'alen und versassungSpolitischen Fragen unter» richtet, und man hofft, daß sich hervorragende Kenner der Sozial- poltti? und Gelehrte aus den verschiedenen Nationen finden werden, die. hie: zu den Vertretern anderer Beßp» sprachen und auf sie wirken. Um das Zusammenleben und d« Annäherung enger und sozusagen naturnotwendig zu gestalten, werden nur die Lehrräume in einem' ZentralgeSäude zusammen lmgan, die einzelnen Schüler am Rorze« des nächsten Tage», am 7 Fuss, ha??rz5e:»tst H! x-t'i?- via nn gegenüber erklär:, daß seine Absich: aus den Sturz Veth- mann HoKwegS abzielte. ES handelt sich nicht um k!nwakr:sttted.ttn einzelnen Fällen, sondern um einen A u s f l u ß: n n e: e c'l n- g e n a u'i g k e i t. wie sie auch durch das Verhalten des Neb..-iügors m diesem Prozeß bestätig: werden ist. Mehrfach bat der Neben-- kläger Aussagen widerriiscn müssen,.' die er nicht mit genügende: Sorgsali gemach: hat. So ha: er z. B. im Falle Thyssen die Ver- Hindun g'T.H y s.s e n s m i: K o w a t s ch verschwiegen. Fm Jstl-e Berger hat der Nebenkläger auf vrehrsacheS.Besorgen zunächst' g,c- leugnet, die Bereitwilligkeit zum Eintritt«reden AufsichtSrar während seiner schiedsrichterlichen Tätigkeit zugesagt und Berge: witgeieili zu haben. Fu beiden Punkten konnie der Rcbenrläecr seine Aussage nicht ausrechtcrhal ten.'Bei der Bedeutsam- keit dieser Fälle mußte her Nebenkläger sicher unterrichte: sein' sein Bestreben war aber offenbar, diese unglcklichen Umstände pstch Möglichkeit verschwinden zu lassen In. die drute Gruppe„Unanständigkeiten" fällt, daß Erzberger, der noch am 2S. Rai 1917 eine Entscheidung in einem Sch'edsgerichtSverfahren zwischen der Firma Berge: und dem Kanalamt unterschri-.'ben Hai,-drei Wochen später im den Auf- stchtsra» der Firma Berger eingetreten ist; die Annahme des Amtes als Äufstchrsra: war lange vorder zugesagt. Das Kanalamt abewußte von dieser Zusage nicht». Ein« Rechtsbeugung ist w.'e d'e r erwiesen noch behauptet. Unanständ'g ist weiter, daß Erzberger im Falle Berge- als Schiedsrichter ständig einseitige In- r'ormationeu von der Firma Berger entgegengenommen hat. Znr Fall Iahnke ist zwar nicht erwiesen, daß Erzberger den Diebstahl im Flotte-iverern veranlaßt oder, damit in Verblnduug stand, aber als unanständig muß-S bezeichnet werden, daß er die auf solche Weise verschafften Unterlagen zu politischen Zwecken benutzt hat. Durch die Berufung des Sieben ftäger? darauf, dq� er nicht anders geHandel: habe, wie jeder andere Ange- klagte auch gehandelt hätte, wird nach Ansicht des Gerichts da» Ver- halten de» Nebenklägers nichr entschuldigt. Für all? m de: Druckschrift enthaltenen Vorwürfe hm der Angeklagte den Be- weis nicht erbracht. Aber, auch soweit er erbracht ist. bleiben tzie Beschuldigung�!: nicht st r a f l o Die Wahrnehmung berechtigter Interessen ist dem Angeklagten nicht zuzubilligen. Der Angeklagte hat zugegeben, daß er d e meisten Tatsachen vorgebracht hat, um ein gerichtliches Vorgehen zu erzwingen. Es bleiben weiter eine Reihe von formalen Beleidigungen übrig. DaS Gericht � Hai berücksichtigt, daß' im poltrschan Kampf nicht jedes Wort auf die Wagschale gelegt werden kann. Nach An- .sicht des. Gerichtes bleiben aber die in der Broschüre enthaltenen Ausdrücke!„Erzberger ist ein Krebsschaden",„der Mann mit der «bernen St'ru",„ich spreche ihm öffentlich meine Verachtung aus". ..Erzberger ist zu feige",„er drückt zum Schaden Deutschlands dair Ministerstuhl" strafbar. Ehr« n not w eh r_ liegt auf.k-ineu Fall vor. Bai Erscheinen der Flugschrift'lag. ein' Angriff airf den Angeklagten nicht vor. Ein Ausgl-eich der beider- seitigen Beleidigung cm ist mich: mögl ch. auch nicht am Platz. Bei der S tr a fz u m e s s u ng..war zu berückstchttgen, daß der Arigc- klagte aus vaterländischen Motiven gehaadelt hat. Monarchisten unö prastöentenvahl. Abscheu vor indirekten Wahlen. Der Sturmlauf der reaktionären Parteien gegen die in Erwägung gezogene Verfassungsänderung dauerr mit unverminderter Stärke an. Um dem allmählich etwas ähgeleierten Argument, wir fürchreten uns vor der Hinden- burgkondidotur, ein neues hinzuzufüjjcn. spricht, die„Tcch- tiche Rundschau" vyn der.W.ied'ereinfyhru.na„indirekter Wahlen", fnr die der„Porwariö" degeifiÄ eintrete, Äalsteu, .chie er früher unter dem alren System aufs schärfste unh rnü Mrrieln der Sträßettdemonstrakionen itnö'der Massenstreiks bskämpft hatte". Eine gröbere Fälschung und Irreführung als diese B?- httuptuug der.Liundschau" ist nicht gut denkbar. Das Vlart ipstkuliert hierbei auf das schlechte Gedächtnis seiner Leser,, von denen es offenbor erwartet,' daß sie vergessen hoben, was unter dem alten System indirekte Wahl bedey- tete. Sie war ein ausgerlügelies System kompliziertester Wahlmethoden zum Zwecke der Entrechtung der breiten Volksmassen, sie diente nicht dazu, die vom Voli'swillen er- wählten Männer in die Parlamente zu senden, sondern mit- 'ollen in Gruppen von 19 bis höchstens 24 in kleineren Häuschen unter einem Hausvater zusammenwohnen. Auch der körperlichen Arbeit, besonders der Gartenarbeit, wird mehr Zcn gewidmet werden al» sonst auf der Hochschule, weil nichts die Menschen ein- ander näherbringt als gemeinsame Arbeit, und weil dadurch auch zu- gleich betont werden soll, daß unsere Zeu nur- durch Arbeit gebessert werden kann. Die Gründer und Beförderer dieses Werkes, zu denev sübrendr pädagogische Fachmänner Tänemorks und Englands gehören. glauben, daß ein solches friedliches und segensreiches Zusammenleben von Angehörigen der jetzt im Haß einander eieifreindetei: Völker viel zur Äerbreiiung des wiellichen Friedens beitragen tonne. Friedrich Koyßlers Goetheahcnv. Wenn der Kritiker seine eigene Uoberflüssigkeit empfindet und nichts inniger als die Not- wendigkeit fühlt, restlos im Werk des Dichters, das ein echter Kiwit- ler verkörpert, uitterzmauchen— dann ist'S beste Kritik. Da» füdlten wir, als wir Kayßler Goeibc lcfcn hörten. Uebcr den .Künstler hinaus erhob sich der Alte von Weimar, der weife, der heitere Goethe, der Goeibe. den wir„Llnmpier" nennen. Und da wir nicht wünschen, daß Goethes Spctt über die Rezensenten auch uns beireffe, wollen wir mit Äavßler» Auffassung des.Erlkönigs" und deö„Fischers" nicht rechten. E» war ein schöner, schöner Abend. wp. Filmnntrrrrcht in einem Berliner Gymnasium. Der erste grö- fiere Versuch mit kinematographischen NnterrickiSstunden steht im Gymnasium zum Grauen Kloster bevor: nach Ostern wird eine plan- mäßige Ergänzung des Unterrichrs durch Kinostunden durchgeführt werden. F» der Schule selbst wird durch die Zeitschrift„Der Lchrs'lm" ein Vorsührungssaal eingeiicklet,'.1 dem auch die Erprobung neuer Lehrfilme und neuer technischer Einrichtungen erfolgen soll, Ein bemerkenswerter Anfang Theater, sim N r o ß e n Schauspielhaus findet am Sonn- abend, 20. März, die llranllühi ung der diamatlscken Phantasie„Der weihe Heiland- von Merbart Hauptmann halt. Der nene Bertragsbruchfall der Staatsvper betrifft Heinrich S cb l u s n u s. Ter Künstler ist wohl nicht ganz ohne Schuld. Der Fall scheint aber nicht schwer zu liegen, so daß ein friedliche» End« möglich sein dürfte. TaS Proletarische Theater veranstaltet ain 22. und 28. März 2 Poc- flelllni-ien. Gewiclt wad:„Ter Bauer und der Frerudc- von Zolstot und das Schaisspttl:»Tie Freiheit- von Herber! Kran». Zum Schluß werden revolut onäre Gedichle rezitiert. D'e Voriielliinqen finden vaN am 22. März, abends lIJt> Ubr in den Zeuiialleliiälen.?llie sta obiir.-tS; am 28. Mär», nachmiitags'!,« Nbr in den Pbamssälen, Miillerstr. 142. E>n- ttttlspi eis 9.1V M. swll. Slenn). Borverlauf w der»esa-eslSstelle, Calvin» strahe 27(von 12 bi» 4 Uhr). Dlchiungen geistiger Revolution fiagen an?tß. Mär, Oskar Ludwig Brandt und Margarete Brandt- Facoby im Messier'aal vor. Die Zustände im bolsstietttisiischen Moskau gciWIir der.Roman »irieS neuen rnifischen Erzä Kiers: Di e schwere Stunde von Viktor Panin. Der Verlag arm Paul Tal sirer. der das. Wert betun*- bringt, uemrt cö dir erste dichwrische Bol'chost auS da»-tuen Raßlimiv felfi einer raffinier! Aehandhabtsn Methode gerade den WslkS�Aen r llü's.o r i s ch zu machen. - Jetzt- handelt es sich nicht um direkte oder„indirekte" Wechken, sondern um das Verhältnis Mischen der direkt ge- wählten Dä!ksvertri.tung und dem Neü�spräsidenten. Es'ist noch keinem Menschen eingefallen zu bcbauvten, die franzo- sifche Äepudnl sei desHa ld undemokratischer als die nord- amerikanische.- weil der Präsident'dort infolge der Parla« mentswahl eine bescheidenere Stellung einnimmt als hier infolge der— im übrigen auch indirekien— Volkswahl. Die plötzliche Liebe der Monarchisten.zur Demokratie erklärt sich nur aus ihrem offen ausgesprochenen Plan, die Republik durch Mißbrauch scheindemokratifchör Einrichtungen wieder zu vernichten. Im übrigen haben wir schon ausgesprochen. daß wir um Mittel, diesen Plan zu durchkreuzen, auch dann nicht verlegen seid»erden, wenn es bei der Volkswah! des Reichspräsidenten verbleibt. Tarifvertrag unü Arbeitszeit. Räch einer Meldung der..Vossischen Zeitung" ist eins Verordnung in Vorbereitung, die dahin geht,„daß in den Tarifverträgen eine h o h e r s A r b e i t sz e i't o h n e v o r- h er i ge b e h ö r d l i ch e G s n e m i g u n.g vereinbart wer- den kann". Wie wir dazu hon zuständiger Seite erfahren, handelt es sich vorläufig nur um Erwägungen, die eine greifbare Form noch nicht angenommen haben. Nach den bestehenden Bestimmungen ist bekanntlich bei einer Erhöhung der Arbeitszeit die Genehmigung des Demobil- ni a chuu g s fo m m i ss ärs notwendig. Sollte eine Per- � änderrmg vorgesehen werden, so käme lediglich eine Auf- Hebung dieser Beschränkung in Frage. Um einen grund- legenden Umsturz würde es sich also nicht handeln. Die Teuerungszulagen öer Beamten. In der Abendausgabe vom 11 Februar d. I. gaben wir Einigen Zuschritten Raum,'in denen über nachlässige Aus- Zahlung der loOprozemigen Erhöhung der Teuerungszulage nir Beamte geklagt wurde. Man. sollte annehmen, daß die Aushändigung jetzt endlich, nachdem die Bewilligung bereits fast ein Vierteljahr zurückliegt, restlos durchgeführt ist. Weit gefehlt. Tie P r o v i n z i a l sch u l beh ö r d e in- K ö- nigsberg, die schon aus unserer ersten Liste der Saum- stzligen stand, und deren Verhalten auch in anderen Ange- legenheilen uns nickt gerade'im rosigsten Lichte geschildert wird, hat zwar die Auszahlung dcS Zuschlags an die Kalle- gien der höheren Lehranstalten, aus deren Kreisen zum Teils das Material zu unserer ersten Notiz stammt, schleunigst ver-. fügt,-anderen, ihr unterstellten Beamten-hingegen noch, wie es scheint, gerode den Bedürftigsten und Wehrlosesten, die Zulage noch immer vorenthalten. Die Flüchtlings- lehrer z. B. haben bis auf den heutigen Tag noch keinen. -roten Heller zu sehen bekommen. Als man am 13, Februar eine bescheidene Anfrage wagte, erteilte die Kreisschul'mspek-- tion die klassische Antwort, die Regierung hat vom Minister noch keine Anweisung zur Auszahlung erhalten. Wahrschein- lich sitzt daL hochwohllöbliche Provnizialschulkollegium in Königsberg auch heute noch da und wartet auf die„Anwei-' iung". Daß die Beamten in der Zwischenzeit durch das Sin- tleu des Markwertes einen reaslen Perlust erMen hghen, rührt Herrn H. öder wle'die Herren, �ie. jungen,' gesümungs- mutigen SeminarMsi den Weg- zur. Zukuyft. vkrbaven, heißen mögen, wenig. Es schert sie den- Teufel was. wenn- so ein armes Schnlmeisterlein klagt:„Die große Teuerüngs- zutage ist durch die späte Auszahlung— denn wann werden wir dieselbe erhalten?— illusorisch. Vor 4—6 Wochen hätte sie noch etwas geholfen, jetzt, wo alle Bedarfsartikel um IM b's 2kX) Proz. sprunghaft-in- die. Höhe gegangen, nicht mehr." (y schert sie den Teufel was, wenn es sich gerade um Flucht- lingslehrer bandelt, die Haus und Amt und Heimat verloren haben. Uns scheint, es ist an der Zeit, einmal recht unheim- lich in diele Äönigsberger Ecke bineinzuleuchten und eine kleine Umgruppierung in der Zusammensetzung des Prg. vlNziälfchulkollegiumS vorzunehmen. tzafeeenteignuag in Sapern. Zur Nachahmung empfohlen. München, 12. März. kTH.) In Baneru sind bis jetzt nur 21 Proz. der Hafrrnmlage aus der Ernte 191g ausgebracht, und der LandwirtschaftSminister hat infolgedessen angeordnet, das, in solchen Fälle», in denen Landniirte die schuldige Ab- liescrung ohne genügend rechtfertirrnden Grund verweigern, zur Enteignung und Strafanzeige zu schreiten ist. Sapern erhält Neichspofl. München, 12. März.(Tll.) Der FiuonzauSfchusi deö lmnerischen Landtages hat mit allen gegen 5 Stimmen den StaarS- uertrag ÜWr die„Brrrrichlichung" der Post angenommen. Ter bayerische Baucrnbund stimmte dagegen. Die bayerische Volks- vartei erklärte, daß sie nur unter dem Zwange d'r Nrichrvrrfaffung - zustimme.'. Teuerungszulage« für Staatsbeamte inWürttemberg' Smttgart, 12. März.(TU.) Der Landtag nahm den siebenten N acht ragSe tat an, der für Teuerungszulagen an Staatsbeamte,. Lehrer, Geistliche und staatliche Arbeiter fiS Millionen Mark entsprechend den vom Reich festgesetzten Grundsätzen fordert. Finanzrniniftsr Liesching schilderte in seiner Be- gründwng der Borlage die gedrückre Wirtschaftslage, aus der Deutschland nur mit Hilfe der. übrigen Länder hevauskonimcn könne Uni das Borirauen der Welt zu gewinnen, müsse das 'deutsche Volk Ruhe und Ordnung halten und zur Arbeit zurück- kehren. Die üeutscben Kriegsgefangenen mRußlanÜ Unter dieser Ueberschrftt veröffentlichte der„Vorwärts" in Rümmer 111 vom 2. März 1020 einen Bericht übe: eine Unter- -red'üng mit Herrn. Roichtegel, dem Vorsitzenden des Deutschen Zen- iral rares in Moskau,, zu dem uns von tzerru Rochkezol foi�ende Berichtigung üdersandt wurde: „ES ist nicht zutreffend, daß Herr Rotbkegek an den Verband- langen über den Austausch der ÄriegSgefangenen zwischen Deu'tch, lano und Sowjet Rußland teilnimmt. Er ist indessen von �en Leitern der Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgesangene übdr die derzeitigen Abtransportmögliclkcitcn der deutschen Ge- fang-neu aus Rußland als Sachverständiger zu Rate ge-' .ÄZszr.wordeir. Ierner ist auch die Bemerkung, daß von deutscher 1 Mift»cht bis geringste llnt>srstützu»T für-die Kriegsgefangenen� bswstkigt würde, dahin richti-gzustelle«, daß von den Ssiden nirt dys. Eefaltgvtsnfürforgc betrauten deutschen. Stellen, dem ftü-. Heren- K r i e g s nx i n.i st e r r u m Oib der R e, i ch S z e n t r ä l- .st c 1:1 e. für ÄtiCgS.., und. IfvAgesaitgene,. der. EvakuationstätigZeit des Moskauer deutschen.Arbeiter- und Soldätenraies iu jeder Weise. Unterstützung gewährt wurde. Alle Bmn Übungen dieser beiden Stellen wurden jedoch dadurch erschwert, biß deutsche Uruppen- verbände an den Operations» dar' Weißen Armee gegen SowjetMußland. tchlnahonen uiid unter den- rn Deirtschland bc- finblichsn.russischen-Kriegsgefangenen, äntibolschewistische Pro-. pazanda. nicht berhmde'rt wurde, so. daß. die Sowjet-Rogierung sich infolgedessen- gezwungen sah, im Angust v. F.- die Heimschaffung der deutschen Krie-gsgefan-gencu zu untersagen. Rudolf Rothkegel. das Schwertriegsbeschäöigten-Heslch angenommen. Tic R a t iona! ve r s ä m mlu n g erledigte heute das Kör- p er scha f t s sie ue-rge s.e tz, das'in dritter Lesung gegen die Stimmen der Rechten.unveränder: angenommen wurde. Sodann den Gesttzentwurs über die.-Beschäftigung von Schwer- ? ri e'g'-sb eschädi g t e ti,.'das jeden Arbeitgeber verpflichtet. einen Schltrerkrtegtdeschädigten für eine offene Stelle anderen Bowevbern vorzuziehen. Die Vorlage wurde in erster,, zwei- Ler und. dritter Lesung einstimmig a nge n o m m e n, ebenso ern Antrag zugunsten der Kriegsblinden. Das HauS vertagte sich dann aus Donnerstag, den 18. März, 2H Uhr(Notetat, Ueber- gang der Cssenbahnen auf. das Reich). �. In einer Sffentliche« Knndgrbong des F r ied eü sb u n de S der Kriegsts-lnebmer am-So n n tag(11 Uhr vormittags. Kammer- salet Teltower- Str. 1/4) werden neban Hauptmann Meyer, Otto Nuschke, Karl Vetter, Jgnaz'Wrobel und Artur Zickler auch Prof. Dchimtschenko aus Kiw und Kamerad- Gau ssy für die f ran z ö-'s i scheu Kriegsteilnehmer zu Worte kommen. Wirtschorst Landw'irtschastsche Bcrwatzrlosu»,. Im Kreise C ammin i. Pom. liegt eui Gut. das neben Bald m>d Biese» eine Ackerstäcbe von zirka 460 Morgen besitzt. In do« letzten Jahren heiricdte hier ein Birliwasisbetrieb, der jeder Beschreibuna ipotiet, da fick die Leinmg ickveinbor in den deutbar unfähigsten Händen befindet. Ein Teil deö AckerS ist seit zwei Jabien mit keinem Acker- gerät ßcnibrt, und ancb der Lbr'ge Acker ist nach jeder Riet-tuug als verwahrlost zu bezeichnen. Dem zuständigen Kreis- w irtschä f.tsa mr find diele traurigen Zustände in vollem Um- iange bekannt, wofür folgendes Schreiben desselben angeführt. wird: „JÄ beabsichtige. zun ächst nicht. P. in Zwangsverwaltnug *» nehinen. Ich mächt« hierbei bemerken, daß nach dem Ausspruch mehrerer Sachverständiger ans dem Gu'e auefc bei bester Bewirt- 'chostuiig in den nächsten Zähren kaum die Kosten der WiltschaflS- sührung herausgewirtichanet werden können." Frag: man sich, hei diesem Urteile nicht unwillkürlich, wie ist es mir möglich, daß ein Gut von 46 0 Morgen auf diesen Ties- stand sinken konnte, und gab es kein Mittel dem vorzubeugen? Warum ist hier nickt ickon läng- st von berufener Seite emgi- griffen und Abhilfe geschaffen?- An einen Ausländer verkauft. Das lebhafte Zntercsse für die Mien der„Union"- Sastgefc-I'lsch-afi erSlärt fick da- durch, daß dieses' UnternehinÄi an' der Handelsgesellschaft „B e l l e a l l: a n ca" A.-G.' sta-rZ'interessiert ist, deren Besitz m der- F r i e d-r i ch str a.H« an eine» Au-sländ-e? verkauft wov- .da.: ckst. Dle-Aftten-hoben sich- hsu�-'aLs LZS. Pros-- Trust oder Planwirtfckait'? Der- Zußam menschluß der: größten süddeutschen Z u cke r sah r l k«,n von Stuttgart, Heil- brönn,' Weghäuse! und Fränlenihal ist-erfolgt. Bei dem heure bestehenden Wirtschaftssystem läßt'sich tm'-Falle der P r e i-5 f e st--- setzung das Ae:chswfttsckchft.smivisteriüm nicht nmgehen. Die Verträltungen. der einzelnen Fabriken planen durch geregelte Z-u sä m m-e-.ii o?-h e r t, die namenLich. für den Bezug von No-hzuckerrrTen aus den verschiedenen Anbauländern und die damit verbundene ordnungsmäßige Gestellung von Wagen extt» scheidend. ist, den' Produktionsprozeß zu vereinfachen.- Italienische WirtschaftsplSn«.' Die sozialistischen Ge- nosscnsck asten Ztaliens wollen mit den deutschen Konsum» g e n o s s e n s ch a f: e n über einen direkten Güteraustausch verhandeln. Außerdem wollen sie und die. sozialistische Fraktion züjan-'men eine wi.rtschäftspolisische. Mission zum Sowjetvertreter nach Llopen-hagen entsenden, die die späteren Matznahmen für die Entsendung einer Mission nach Rußland vorbereiten soll., Die Holzvreise steigen weiter. Die fortgesetzten Steigerungen der Arbeiislöone und die hohen Kosten des Abtransports von Rundbolz aus den Forsten bringen eine Unsicheiheit in die Säge- Werksindustrie, die bereits dazu ge'ührt hat. daß viele Be- triebe überhaupt keine Angebote mehr an ihre Kundschaft ergehen lasten. Tie Preise iür neue Stamrnware sind im Zeit- ramn von acht Tagen von 1300 aus 1600 M. je Fest- meter gestiegen, nachdem die Bewertung des Rund- Hölzes im Turch'chnitt wesentlich teurer geworden ist. In der Neumark und in Landsber« a. W. wurden von Sägewer ks- besiyern mebr als 900 M. je Festmeter Rundholz ab Bald gezahlt. Infolgedessen betragen die Forderungen für den Kubikmeter Schnitt« bolz, das au« die'cm Robstoff hergestellt wird. 1800 bis 1900 M. Bezahlt wurden diele Proiie bisher nickt. Dock ist es möglick, daß in Kürze»chon derartige Prelis bewilligt werden. Der Holzhandel am Rhein und in Westfalen ist besonders holzhungrrg. Seine Auf- läufer bereisen die ostdeuiscken Sägewerke. GroßGerlln Grobe Uuregclmäsftgkeit beim Lichtenberg« Lebensmittelamt. Tie gestrige Lichtenberger Stadtverordenteu-VexsautmlunA be» schäsiigte uch in der Hailptsachc mit den geradezu skandalösen Mißständen in der 2 e be n s m i r r e l v e r s o r g u n g,"die -für die Siadt gewaltige Verluste zur Folge hatten. Im Austrage einer zur Uniersuchung der Beschwerden eingesetzten Kommission be- richtete Genosse Ar ndl. AuS feinem Bericht ergab sich, daß der ehemalige Leier des Lebensmittclamis Dr. Jnze durch teil- weise übereilte Einkäufe und eine nicht einwand- freie G c s ch a f t s g e ba r u n g die außerordentlichen Verluste verursacht hat. U. a. verlor die Stadt durch einen Einkauf von 5900 Zentnern Mohrrüben über 1000 000 M. Der Verlust beim Obst- und Gemüseeinkaus betrug nahezu 180 009 M., bei einem Feigengeschäft in Höhe von 100 000 M. gerade die Hälfte, nämlich 50 000 M. Ein Käsegeschäft brachte einen Schaden von 30 000 M. und ein Marmeladengesckätt einen solcken von rurtd 40 000- M. An dem zurzeit»och in den städtischen Lagern befindlichen Backobst dürfte die Stadt etwa 100 000 M. einbüßen. Weitere Verluste sind durch die Hergabe von Borschüssen an Leute entstanden, die naclher nur ganz geringe Mengen zu liefern imstande waren. Tie Folgen dw-on si--d deft tz--?«--»->-bri�- n'ick n'e'nöls mehr etwas von dem weit über die 100 000 M. gehenden Borsch ß sehen wird. Der Kommission war weiter aufgefallen, daß eine über- mäßig�zrotze Anzahl van Attest-en.fur dre Ge.wäh- r u n g von K r a n k e n n ä h r u n g ausgestellt wurde, Ihre Zahl . Seftöf sich mvuätk» ch auf zirka 300. Ein einziger(Lichtenbebger Arzt hat im ganzen 1186 Atteste ausgestellt. Die Kommission oe- schloß,, den Magistrat zu ersuchen, Atteste dieses Arztes nicht mehr anzuerkennen. Der jetzige Leiter' des' Lebensmittelamies. Stadtrat Witzle (ll. S. P.) erklär«, daß der Mag strat allen Verfehlungen rücksichts- los'nachgehen werde. Er teilte mit, daß die K a r t o f fe k vtzr- forguug der Stadt dadurch sehr gelitten hätte, daß im HcrtPe des. vorigen Jahres 20 0 0 0 Zentner Kartoffeln, die- für Lichtenberg bestimmt waren, erfroren sind. Die Retchskariosfe.- stelle habe aber 10 000 Zentner dänischer Kartoffeln zugesagt, so 'daß die Versorgung in absebbarer Zeit besser werden dürfte. Bürgermeister Dr. M a r i tz k y meinte, die Verluste wären zwar sehr"erheblich, aber im Vergleich zum Gesamtumsatz nicht gar. zu groß. Er wieS daraus hin, daß der Magistrat seinerzeit Dr. �nze auf Wunsch der Kommission entlassen habe, da er als Angestellter des Magistrats gleichz-e-ckig Privatgeschäfte gemach: habe. (In der werteren Aussprache wurde von bürgerlicher Seite die Zentralisierung der städtische«. Lebensmittelversorgung gefordert..Der Zentrumsvertreter Dr. Schmidt erklärte, daß Dr. Jnz« nicht nur untreu, sondern auch gänzlich unfähig gewesen sei, seine Aufgaben zu erfüllen. Dem Dr. K. hätte die massenweise AuSstllung von Krankenattesten jährlich die...Weinic- keit" von 36 000 M. gebracht..Natürlich seien sie in der.Wehrzah! bei näherer Prüfung als durchaus unberechtigt befunden .worden. Vom Magistrat wurde mitgeteilt, daß öffentlich be- kanntgegeben ivürde, daß die von D-r. K. ausgestellten Atieste keine Gülitgkeit mehr haben. Die Befugnisse des Unter- suchungsausschusscs wurden im Rahmen des Z 37 der Städteord- nung erweitert._ SoudersthlichtungSausschiisse i« Groß-Brrlin. Für die Betriebsrätewahlen bei staatlichen und Gemeindebehörden hat die preußische StaatSregeerung so- eben eine AuSführungsverordnuna erlassen, die die Zuständigkeiten der einzelnen Behörden regelt. Für die Verwaltungen deS Staates, die staatliche HoheitSreckte ausüben. we»den Sonderschlick- tungsa uS schösse errichtet. Die Errichtung erfolgt für den Regierungsbezirk(für den Regierungsbezirk Potsdam mit AuS- schluß der zum Zweckverband Grotz-Berlin gehörigen BezirkSteile) und für den Bezirk des Zweckoerbandes Groß- Berlin(Bezirks- schlichtungsausschüsse). EL ist ein unparteiischer Lorsitzenber zu bestellen. Als solcher wird vom zuständigen Regierunas- Präsidenten, in Berlin vom Oberpräfidenten ein r i ch i e r l icher Beamter berufen, der von dem für den Bezirk zuständigen Ober> landeSgerichtSpräftdenLen bezeichnet worden ist. Die beide» stän- .- digen Mitglieder und ihre Stellvertreter werden von dem- Regierungspräsidenten, für den Zweckverband Groß-Berlin von dem Lberpräsi deuten berufen, und zwar soweit möglieh auf Grund von Vorschlagslisten, die für die Vertreter der Verwallungere des Staates von den Vorständen der Behörden und für die Vor- treter der Arbeitnehmer von den beteiligten wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitnehmer eingereicht werden können- Rebe« den Bezi rksschlich tungsausschüsseu l wird für daS Staatsgebiet ein Z e n i r a I sch l icht un g s a u s sch u ß als iSznderschlichtungt'- auSschuß errichtet. Es ist ein unparteiischer Vorsitzender zu bestellen, der» vom Präsidenten des Swai-ZmiitisteriuniS berufen wird; der Kammergenchtspräsident bezeichnet ihm hierfür einen richterlichen Beamten. Die beiden ständigen Mitglieder dieses Ausschusses werden gleichfalls von dem Präsidenten des Staats- Ministeriums auf Grwib von Vorschlagsliste« berufe»'.. „Volk und Zeit", i-ftere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Pastauslage.beu Tie Not mlserr Fachschulen. Für- dep. w�ir-ts ckaf�tsicken-Fortschritt, im besonderen für die Erzeugung sack artig er Baren ist die fachliche«nd künstlerischer Ausb Idung unlerer Lehrlinge. Gehilfen und -Meister von außerordenilicker Bedeutung. Leider sind untere Fack- ickulen in'olge der so außerordentlich gesliegenen UnterholtungS- kosten der Werkftälten in schwieriger Lage, denn die noiwen- digen Maschinen. Werkzeuge, Materiosien find io teuer geworden, daß die EtatS der Gemeinden, die die e r b ö b t e n Kosten iür die Besoldung der Lehrkräfte, für Mieten, Gas, Wasser, Elektrizuäl usw. aufbringen müssen, hier versagen. Die D e p u> a t i o n für die städtischen Fach- und Fortb'ldungS- schulen ha» aus Montag, den IS. Mirz, abends ö Uör, eine Versammlung im B ü r g e r, a a l deS RarhauieS anberaumt und ladet die inieressiertcn Krelfo der Arbeitgeber und Ar bell- nehmer hierzu ein. Wir boffen, daß alle Fachverbände der Industrie, deS Hau- del« und Gewerbes sich beteiligen, die Zentralarbeiisgemeinscha'Uir und Gewerkickaflen recht zahlreiche Vertreter entsenden werden. Wenn unser Fachschulwesen aus»einer jetzigen Höhe nicht mehr ge- ballen werden kann, dann wird es auch bald an dem Nachwuchs fehlen, den wir zum Wiederaufbau benötigen.— astr. Friedenau. Ans der Gc»»cindevertretung. tlrn bei der hiesigen Einwohnerwehr die Durckiührung der„Richtlinien", sowie olle Personal-»»ud finanziellen Angelegenbeiten zu überwacken und die Einwohnerwehr von politischen Einflüssen zu bewahren, ist aus Antrag der sozialdemokraiiscken Fraktion aus der Mitte der Gemeindevertretung ein Ausschuß gewählt worden.— lieber den Antiag der»mabbängigen Fraktion aus Aufhebung deS Be« lagerungszustandes und'Presseverbots wurde mit Rücksicht daraus, daß dieses keine FrikdenouerKommnnal-Anpelege»:- heil fei, zur Tagesordnung übergegangen.— E,n Antrag der Demo- kraten auf Hergäbe des Bürgersaales im hiesigen RatbauS an Bor- eine usw. iür T a n z s e st l i ch k e i t e n wurde abgelehnt, weil die Beschaffung der sür die Bewirtschaftung erforderlichen Einrichtung»- gegenstände ganz enorme Mittel erfordern würde, deren Hergabe für solche Zwecke deS Vergnügens und der.Tanzwut" kaum zu rechtke, ligen wäre.— Den Gemeindeatbeitcrn mid n« cb t ständigen BureaubilfSträften wird vom 1. Januar bis 3l. März 1020 eine monatliche Lohnbeihilfe von 7v.— M. für Ledige und 90,— M. für Berbsiralele. für jedes Kind 20.— M. gewährt.— Das Schulgeld für die Höberen Lehran- stalten wurde gemäß dein Groß-Berliner Muster auf 310.— M. iür die Gymnasien und Lyreen. 160.— M. für Realichulen und 120,— M. iür Miiielickulen testgeietzt.— Tie auf Antrag der so,i- aldemoftatiichen Fraktion im RatbauS errichtete RechtSaus- kunfts stelle, die Dienstag und Fieitag von 6—8 geöffnet ist. erfreut sich eines sehr regen Zu pruckö. Die Auskünfte werden unentgeltlich durch einen erfahrenen Juristen an jeden Friedenaucr E.nwohner erteilt. Grok-Berliuer Lebensmittel. Hennigsdorf. ES gelangen zur Ausgabe Sonnabend: 125 Kram« Krätze Ii.?). 250 Gramm Graupen(A4), 250 Gramm Haftrilocken(A 5). Dienstag; 500 Gramm Nudeln(a 6). stür Kinder bis ziu» 10 Üebensiahr 2 Dakele Keks. Mittwoch: V0 Gramm sazo(L L 15). Buckbolz. AIS Karloflelersatz aui Kaitosselkarte 11 t!— g 500 � Bio!. Kinder bis S Podien und alte Lenie über SO Jahr« bis Sonnabend in der Gemeindeveltaussstelle 250 g sieiS. Grog berliner Partelnachrk4?en. Heute, Vi. März. Junasozialtstifche Bereinigung(Z. P. T), Ortsgruppe Wilmersdorf. 7-/, Ubr w» Äeiangssaal der Hmdenbarg- Schule,.. alat-Sechxtrf; BörtraÄaoend. chäste toilllomme». OewerMastsbewegung Mißglückter Vorstoß gegen öen»vorwärts�. ?n der Funkiionärk�rscimmluirg d?? Ttraszenbahnsr, deren Tes.I'lüsse wir in der heuiigen Morgcnnummer miigctcilt haben, gelten»Z einige radikale Hcihsporne für angebracht, die Be.atun- gen über die Lohnbewegung mit einer Attacke auf den„Bor» wärts" zu eröffnen. Man beantragte die Ausweisung nn'ercS VerichierskUterZ. AIS Grund für dieses Verlangen wurde angegeben, der.Vorwärts" habe über eine frühere Versammlung einen Bericht gebracht, der entstellt und verdreht gewesen sei, und ein Redner verstieg sich so- gar zu dor Vehauptunz, der Bcr'cht sei erlogen gerne'«». Gemeint ist jedenfalls der Bericht über«in« Versammlung, die sich mit Vorgängen beschäftigte, welche sich infolge dcS mig- üungenen Sympathiestreiks abspielten, den einzelne Funktionär« der Straßenbahner, lffne diese zu befragen, zugunsten der sirec- kenden Metallarbeiter inS Wart sehen wollten. Tie'eZ selbstherr» licke, den Grundsähen der Temokrati« in? Gosicht schlagende Vor- gehen einzelner hat natürlich nicht un'ere Zustimmung gefunden. TaZ brachten wir in dem Bericht zum Ausdruck. Nicht ein« unzu» treffende oder gar enlstcllte Wiedergabe von Tatsachen— von einer solchen kann gar keine Rede sein— sondern die Kritik an ihrem Verhalten ist eS, worüber sich die radikalen Ele- mente entrüsten. Für sich nehmen sie das Recht in Anspruch, den Andersdenkenden in der schärfsten Weis« zu kritisieren und der« untcrzureißen. Wenn aber ihr« eigen«n Handlungen kritisiert werden, dann möchten sie den Kritiker bestrafen. Als Strafe für mairgelndeZ Wohlverlalicn haben doch wohl die Befürworter de» Antrage» die Ausweisung de».Vorwär!S"-B«ri«t>lerstatt«r« angesehen. TaS ist die Freiheit der Meinungsäußerung, wie man sie in den Reihen radikaler Worthelden auf- faßt. Ter lediglich aus Parteihah geborene Antrag gegen den»Bor» wäriS"(der bürgerlichen Presie nimmt man es anscheinend nicht übel- wenn sie selbst gegen berechtigte Arbeiterfordcrungen Stellung nimmt) fand in der Versammlung keinen Anklang. Von «ttva 150 Anwesenden stimmwn nur s bis S für, alle übrigen aber gegen den Antrag.-- Der blinde Haß ist also wieder tinmal de? besseren Einsicht unterlegen. Cin Vertrauensvotum für den vorstanü ües SteinfetzcrverbanSes. Der in DrcZden tagende DerbandZtag der Gteinfefzer nahm am heutigen Freitag mit allen gegen 14 Stimmen einen Nntrag Charlottenburg, dem Vorstand da» Vertrauen auszusprechen, an. AiS Cegcndcmonstrotlon gegen einen Antrag Nord- hausen, den langjährigen Vorsitzenden K n o l I. der jetzt dem Vorstand dcS Allgemeinen Teuhschen Gewerkschaftsbun- deS angchvit, auszuschließen, beschloß der Verbands- tag gegen 4 Stimmen, Knoll den Ehrenvorsitz im Verband anzrtragen. Außerdem wurde die Wcgverlcgung des Ausschusses von Leipzig beschlossen. Alle Anträge der Opposition wurden abgelehnt� lieber den Verlauf dieser Tagung werden wir in eini- gen Tagen zusammensassend berichten. Tie Eiscnbahnbcamtcn und-Arbeiter zur Leistung»» fahigkcit der Eisenbahnbetriebe. In e'ner Konferenz der organisierten Sienbahnbeamten und -Arbeiter d-Z DircktionSbegirk» E'ien gelangt« nach einem emd-ruckZ- vollen Rc'erat des Genossen Sur über die Steigerung der Leistungsfähigkeit im Vis ndahnbetreb« und einer dem Vortrag folgenden Ausspräche eine Resolution zur einmütigen Annahm-, in der es heißt:._ „Die in Essen berfammelten B-rtreter der organ'sierien Eisen- bahubcamten und-arl>-iter»es Dircktionsbczirks Essen sind ein. mutig der Ansicht, daß im Interesse unserer Vollswirtschast ein« bedeutende Steigerung der Leistungsfähigkeit der Eisenbahnbetriebe unbedingt erforderlich ist, und erklären sich bereit, ibrerseits alle dazu geeigneten Maßnahmen nachdrückiickst zu untcrstühcn. In der b-rbsichthten schein at' scheu Einführung einer neunten Arbeitsstunde können sie jedoch kein geeignetes Mittel erblicken, da dadurch ei»- allgemein« Mißstimmung platzgreifen und die Ansicht aufkommen wird, den Eisenbahnern solle der Achtstundentag gc- nomlncn werden. Gegen e'nc derartige Absicht würden sich die or- gantsienen Eiienbahncr mit allen Miti-ln zur Webr setzen. Die Konferenz erblickt in etner Ausdehnung der Arbeitszeit auch deSwca' n keine durchgreifende Maßnobme zur dauernden He- bung der Produktion, da bei den geqemvärtgen Ernrhrungsver» bältnissen«ine intensiv« Arbeit von 8 Stunden die Kräfte völlig verbraucht, und bält eine lösche nicht für notwendig, da die Mög- lichkeit gea ben ist, durch Neneinstevungan van geeigneten Arbeits- krä'tcn. die bei anständiger Behandlung und Bezahlung genügend zu bekommen lind ein? d-dentende Steigerung der Produktion zu erzielen ist. Hierbei ist besonders dringend zu fordern, daß d e vom Eis nbahnminister wiedcrboli zugesagte Wied-reinst-llung der zu Unrecht en'lasse-'en Gewerkschast-rkollearn umgebend erso'qt. Ferner ist die Konferenz der Ansicht, daß bei einer sorgfältigen DiSvosition der maßgebenden Stellen der Wagemimlauf so geregelt werdm kann, daß dem Bergbru genügend Leerwagen gestellt werden können. Di« Mitwirkung von Vertretern der in Frag« kommenden BenifSgruppen sei dabei notwendig. Wenn zur Hebung von Berkehrsschwieriakeiten Uebcrze iarbeit notwendig s.'in sollte, dann muß dieselbe höber entschädigt und müssen die Bedientesten mit Lebensmitteln besonders beliefert werden. Zur dauernden Behebung der Derkebrslchwicrigkeiden. um vor allem den chron scheu Lokomotivmangel zu beseitigen, muß in den Werkstätten schnellstens ein« durchgreifende Bender«ag der Arbeitseinteilung staltfinden. die immer noch fehlen. den Werkzeuge und Materialien müssen beschafft und die technl- schon Einrichtungen bedeutend verbessert werden. Besonders l'b- Haft bedauert die Konferenz, daß se'tens der Eiscnbahndircktion in letzter Zeit wiederholt einschneidenden Maßnahmen aetrofsen wurden, obne vorder mit den zuständigen Gewerkschaftsleitungen darüber zu verhandeln. Geradezu verlverflich ist die in letzter Zeit üblich gewordene Metbode, wonach derwaltungSseitig versucht w'kd. die für die Bediensteten nachteiligen Anordnungen den G werk'chaftSleitungcn in die Schübe zu schieben. Ein« ein« seitiae Willkürberrschaft. wie sie aegentvärtia in dielen Betrieben üblch ist, kann kein dmiernd friedliches Verbältnis schassen. Die Konserenz erachtet es für unumaZnglich notwendig, die Gebältcr und Löbne der Eisenbahnbediensteten umgebend den TeuerunaSv-rbaltnissen anzupassen. Die so notwendige ArbeitS- frrudigkeit kann nickt vorbanden fesn, wenn dem Bedimsteten de Mittel zur Erneuerung der Körperträst« fehlen und Frau und Kind?? zu Hause darbend sitzeg. Geg« dir in einem Teil der biesigen Presse erhobenen rlnschuss« dringen, wonach die Berkehrklalamitnt auf die Arbeitsunlust der Eisenbabner zurückn'fübren sei, erbebt die Kvnse-enz entschi-den Einspruch. Die aroße Masse de- Eilenbahner Ist sich ihrer Pflicht gegenüber d-r Allgemcinbeit wohl bewußt»nd wird delelbe germ und voll ersüllcn» wenn auch ihr Gerechtigkeit widerfuhrt." Die Vereinigung der deutschen Arveitgebervcrbcinde. hielt am II. März in Berlin ihre Mitgliederversammlung ab. Aus dem GtscheftSbericht Dr. Tänzler« gebtn wir zur Jnsor- mation unserer Leser da» Bemerkenkwerteste hier wieder: D«r Abschluß von Kollektivverträgen erfordert« eine gewaltig« Arbeitsleistung h«r Arbeitgederverbände. Di« sozialpolitische Gesetzgebung nahm einen großen Um- fang der Tätigkeit der Vereinigung in Airspruch. Den Bestrebun- gen auf Durchführung de» Missbestimmungsrechts, aus S i n f ü h- rung de» Rätefhstems in den Betnelben und auf mehr oder weniger Entsetzung de» Unternehmers hat sich die Dereini- gung mit allem Nachdruck widersetzt,„leider" nicht immer mit Erfolg. Sie kst hierbei allein von dem Gedanken ausgegangen, daß die allererste Notwendigkeit für unseren wirtschaftlichen Wiederaufbau die Hebung der Produktion ist und daß diese» nur bei Erhaltung eines freien Unternehmerstandes und der Entfat- tung freier Untcrnehmerinitiulive möglich ist. Die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbänd« beschäk- 1 iigt« sich im verflossenen Berichtsjahre auch fortdauernd mit ihrem organisatorischen Ausbau. Für die großen Länder Sachsen und Bayern wurden im Einvernehmen mit den beteiligten Verbänden Landrsslellen der Vereinigung in Dresden und München, für doS besetzte Gebiet ein besonderes Dezernat in Berlin eingerichtet. Auch sonst ist der b«zirkl.sche Zusammenschluß von ihr gefördert worden. Ter Miiglicbcrbestand der Vereinigung stieg von 70 unmittelbar ongeschlossenen Verbänden im Januar 191g auf 130 im Januar 1920. Die Zahl der Unterverbände betrug 575 gegen 298 im Januar 1919, die Zahl der beschäftigten Arbeiter mehr atS 4 Millionen gegen 2Zs Millionen des Vorjahres. Dr. Tvnzl«r wie» am Schlüsse des CcscherftSberichtS darauf hin, daß eine Fülle von sozialen Prob'emen der Lösung harrt. In erster Linie das Lchnproblem, Anpassung der Preise und demnach auch der Löhn« an den Weltmarktpreis, Ausbau der Löhne auf der Lebenshaltung, gleitende Lohnskala, Berücksichtigung des Fa- mtlienstanbeZ bei der Entlohnung uhw. All diese Fragen erfordern eine klare Stellungnahme der ArbsitgeberberSande. TieS aber ist nur möglich durch genaue Erforschung der tatsächlichen Ver- Hältnisse und Wirkungen. Aufgabe der Deutschen Arbeitgeber- verbände ist eS, die Grundlagen der Arbeit mit ausrichten zu helfen. Sie müssen die Bedingungen schaffen, zu denen die Ar- beit geleistet werden kann; sie müssen den unberechtigten Per« suchen zur Störung der friedlichen Arbeit, zur Hemmung der Pro- duktion und zur ungerechten Beschränkung ihrer Auswertung ern- gegentreten. Sie hierbei durch die Macht dcS Zusammenschlusses zu stärken und zu stützen, ist nach wie vor Ausgabe und Ziel der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbänd«. Im Anschluß an diesen Geschäftsbericht wurde zur Frage de: Zusammenarbeit mit dem Reichsverband der Deutschen Jndustne. zu sozialpolitischen schwebenden Vorlagen, zu Fragen au? der TarisdertragSproxi» sowie zu der Frage einer einheitlichen Orga- wisation d«r Streikversicherung Stellung genommen. Vttchdrvckerstreik in WormS. Heit Donnerstag befindet sich das gania Druckareiper- sanol der Wormser Zeitimgen im Ausstand l d'" Zeihrngen können daher nicht erscheinen. Hat fich dte Kessler Arbeiterschaft den sranzSssschen Wetverkschaften angeschlossen? � Bon zuständige? Seite wird un« mitgeteilt: Die„vosstsche Zeitung" hat vor einiger Zeit die Nachricht ge- bracht, die Kehler Assbeitersckast babe sich„zur beff. ren Wahrung' ihrer Interessen" französischen Gewerkschaft n in Straßburg an- geschlossen. In dieser Form ist die Nachricht stark übertrieben. Die Kehl er Straßenbahn ist im Besitz einer Gesellschaft, die gleich- zeitig die Straßburger Straßenbahn in Betr'eb bat. Die Löhne der Angestellten in Straßburg werden in Frank, diejenigen in � Kehl m Mark ausgezahlt. Mit der sich hieraus ergebenden Un- ! gleichheit der Einnahmen waren die Kehler Angestellten unzu- � frieden. Sie hatten sich de»n>sg«n vor kurzem an die Regierung in Karlsruhe gewandt. Die V, rbandlungen über die Angelegenheit, die zurzeit»m Badischen Finanzministerium geführt werden, sind noch in der Schwebe. Ein Beschluß der Kehlcr Arbeiterschaft, sich den französischen Gewerkschaften in Straßburg anzuschließen, est weder gefaßt tvsrden noch irgendwie in Aussicht genommen. Biraiit». tfir den«baftiun. Seil:«ttut Siffiet, C(iarlot;crbur«: für« n.wiocn: t». Stade. Berlin. Berta«: VarwZrta-Berlaa®. m. b. 6., Setiin. Druck: Bar. vttkia Buckibruckerei u. Bertaasantialt Baut Einaer n. Ca. Sertin Lindentir,?. ■■■Ii inaaMi ir i in Deyiiei EiWMer-Vellilil!l> VrrwalinngSftelle Krost-Berit«. Am?nr:««bcnb,»an ii. Milr,. raef-minan«»«» 4 bis s wr-e. unt> Sonr.ioz. da» 14. Sldtj, aon oorm. 10 bis r-cchm 3 Hl;«, flnbrt die MKI Jl WStMlti« der Ortor.ntpoe(Sroz-S. tlln In folgenben Lakaien statt: Osle«: ttteinlis, Lichtenberg, Rigaer Str. M, Höh e, Lichtenberg. Sanniag-, Ccke Letintachstratze...Lchullheitt-, Berlin, Sievaler, Cr!e Libauer SlraH«. FOihof, Lichtenberg, 9Bill)elmftt. St. SQhostcn: Burkan, Berlin, G-'rtiiier Str. R, Vattt» tirretl- »e NeuISll», Zkir-bbaisteaze 41. sahen: Cber cln, Dempell'oi. Sachienbamm, ackeSenestst-aH». Welten: tlrimm« Birrtinücn. Ctari°«t«nb»rg,«aiter- sirl«. drich-Sirabe itt, 5ciiröe-r. Beetin. Lehrter Cir«da. 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