Ur.ieS.37.zahrg. (�20 Pfennig� Bezugspreis: ««rltliäTitL 16,50 3!t„menatl. 5,S0®t ftäi ins Haus, voraus zahlbar. Poll- fcezuz: Monatlich 5j0 Ml, ort!, flu- stellunzsgcbühr. lliucr greuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 8,75 Mst. für da» llbrizc Ausland lZ— M!., hei täglich einmal. Zustellung U.— 9DI!.+ Valuta- Aufschlag. Boft- deitellunge» nehmen an Danemar!. Kolland, uutemhurg, Schweden und die Tchweiz. Eingetragen in die Post- ?>!itungs- Preisliste. Der.Porwärts" Mi! der Lonnions- hciwge»Voll u.Zeit� erschein! Wochen- taglich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Zdreffw .SojiolDctnofcof Ofclln". Der! in er DolksblcM Anzeigenpreis: D c achtgelpaltene Slonvareillezeile lostcill.— M.. Teuerungszuschlag 60°/» „Steine Anzeigen", das lett- grdrullie Wort 7ö Psg.(zulässig zwei iettgedrultie Worte), fedes weitere Wo« llv Pfg. Stellengesuche und Schlasstelenanzeigen das erste Wort Sä Pfg., jedes weitere Wort 40 Pfg. Wone Uber 15 Buchstaben zählen für noel Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien-Anzeigen, politisäu: und aewerkschaflliche Bercin»- Anzeigen 2,— Ml. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nach st e Nummer müssen bis S Ahr nachmittags im Kauvigeschäfl. Berlin SW OS, Lindenstraß- 3, abgegeben werden. Deöstne! Von 9 Uhr früh bis ö Uhr abends. Zcntralorgan der fozialdemokratifcben Partei Oeutfchlands Neöaktisn und Expedition: SW. 6S, Sindenßc. 3. aersiprccher: An-t tvtoriüplati, Ar. IZI SV— vorwärts-vcriag G.m.b. h.. SW. b5» Linöenftc.Z. aernivreeller: Ami Muristplaü, Nr. 117 2?— at. Berlin, 27. März. Amtlich. Nachdem das Ällbinett Lauer zurückgetreten mar, l>at der Reichspräsident den M i- nister des Auswärtige» mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut. Diese Kabinettsumbildung hat zu folgendem Ergebnis geführt: Reichskanzler: Müller, der einstweilen Minister des Auswärtigen verbleibt und mit seiner Vertretung im Ok- schüft sbrreich des Auswärtigen Amtes im Bchindcrungsfalle den' llntcrstaatssctrctär Gesandten von H a n i c l bcaufiragt hat, Stellvertreter des Reichskanzlers und Reichsministcr des Innern: Koch, Rcichsminister der syinanzrn: Wirth, Reichswehrministcr: G c st l e r, Rcichsminister für Justiz: Blunck, Reich swirtschaftsminister: Schmidt, Reichs- arbeitsminister: Schlicke, Rrichspostminister: Gics- berts» Rcichsschavministcr: Bauer, Reichsverkehrs- minister: Bell, Rcüchscrnähruugsministcr: Hermes, Reichsminister ohne Portcfenillc: David. Das Rcichsministcrium für Wiederaufbau wird in den nächsten Tagen besetzt werden. Das neue Kabinett wird stckz am Montag der Ratio nalversammlung vorstellen. Der Reichskanzler wird programmatische Aussührungen machen und sich über d'c Er- cignisse der letzten 1t Tage aussprechen. Die neu- tRe-iierunq. die nun mit sp großer Mühe zustande gekommen ist, Hot das Recht zu verlangen, daß sie nicht nach ihren Namen, sondern nach ihren Taten beurteilt wird. Die Forderungen, die die Sozialdemokratische Partei an sie stellt, und die diese ohne Rücksicht aus Personen zu vertreten entschlossen ist, sind bekannt. Zunächst wird die neue Regierung zu zeigen haben, waS sie oogen den losgelassenen militärischen Unverstand zu leisten imstande ist. Sie wird alle die u n g e h c u e r l i ch c n M i ß- griffe, die in den letzten Tagen begangen wurden, wieder gutzumachen und ihre Urheber zur Verantwortung zu ziehen haben. Sic wird sich mit größter Eile mit den Borgängen i m Ruhrrcvier beschäftigen müssen. Es ist zu Verbindern, daß dort neues Blutvergießen entsteht. Wo vcrsassungs- widrige Zustände eingerissen sind, müssen alle Mittel der Ite&moduiig und Verhandlung erschöpft werden, bevor man sich zur Anwendung anderer entschließt. Ueber die Ver Wendung von Militär muß vor ollein die Zivi ldehörde entscheiden, nicht das politisch unverständige Militär selbst. Das Militär ist in größter Eile so umzugestalten, daß die Bevölkerung zu seiner Verfassungstreue Vertrauen Imben kann. Seine Reorgani'ation im Sinne der Berliner Vereinbarungen ist ungesäumt in die Wege zu leiten. Das ganze Werk lau aber nur gelingen, wenn die Regierung die Kraft zeigt, verfassungstreue Elemente, die von Meuterern aufs Pflaster geworfen worden sind, z» schützen, und die Meuterer der gerechten Bestrafung entgegen- zuführen. Man hört jetzt sehr viel von Verhaftungen. Aber, was man verhaftet, sind sogenannte„Bolschervisteu", d, b. wer sich beim Militär unbeliebt gemacht bat. gilt als Bolschcwist und wird eingesteckt. � Die Gesängnisse sind von solchen Leuten voll. Luldendorfs, L ü t t w i tz, Trotha, I a g o w, T r a u b, Z n m b r o i w. P a p st. A a u c r wird man aber dort vergeblich suchen. Sic sind teils ausgerissen, teils halten sie sich in ihren Wohnungen„zur Verfügung". Die Regierung könnte sich nicht acht Tage Hing auf das Vertrauen des Volkes stützen, wenn sie nicht diesem schmach- twllvn Zustand ein Ende bereite. Diejenigen, die nicht ins Gefängnis gehören, müssen heraus, die dorthin gehören, müssen hinein! Wirtschaftlich steht die Regierung vor ungeheuren Schwierigkeiten. Der durch den Putsch entstandene Pro- duktionsaussall verschlechtert die Möglichkeit der Einruhr von Rohstoffen und Lebensmitteln. Tie Kreditfähigkeit ist weiter geschwächt,- die Anleiheoerharidlun gen und ins Stocken geraten, die schwachen, dennoch freudig begrüßten Anzeichen eines wirk- schaftlichcn Wiedererwachen Z sind vernichtet. Di? Kavv-Bande hat gewirkt wie eine Wildschw-eircherde, die über den Kornacker hereinbricht. Ilm so notwendiger ist es, mit dem Vorhandenen und dem von draußen Ausbringlichen hauszuhalten, und das Stückchen Brot, das uns geblieben ist, an die Mitglieder der deutschen Volksfamilie gerecht zu verteilen. Je größer die Not. desto notwendiger die Zwangswirtschaft. Da- rum muß die Abtrennung des Ernährungsministeriums vom Wirtschaftsministcrium und seine Besetzung mit einem Mann, der als Anhänger der Freiwirtichast gilt, die schwersten Be- denken erregen. Jedes Erpcrftnent in der Richtung der Freiwirtichast würde ans de» g e s ch l o i s e n c u Wider- stand der Arbeiter, Angestellten und Beamten stoßen. Du EMt M MMc owmgt Ms. zü einer RegwiMg. öes Sunöesausschuffes öes Marmeinen veutftbtn Gewerkschastsbunöss. Ter AuSschus, Vcs Asigcmcincn Trutschen Gcwrrkschaftsbniidcs ! ist aus Anlast der Turchfntzrung drr ackt GewcrkzKailsfordcrungen, � mit deren Berrindarutig- der Grncralstrcik verndet nnirdc. om 27. Mörz zusomin eng.'treten und hat sich c i n m ü i i n hinter die den Generalstreik leitenden Llrganiiatioiieii gestellt. Er nahm frlgente �undgelinng an: „T�r Bundröausfchnß des Allgemeinen Teutschrn Grwerk- schastSbunde? rrklärt sich mit den Mastnatzmen de? N'.indrsvvrstandcS zur Abwehr der Reottian und hei der Bildung der istcgierung in vollem Umfange einverstanden. Es war ein tzj e l>» t höchster politischer Klilghcit, dast die 12 Millionen Arbeiter, An- grstclltc und Beamten, die hinter dieser A'iizn standen, in der Stunde höchster Gefahr die Malst in die Wagfcholr warfen. Er beauftragt den Bundcsvorftand, scharf darauf zu achten, daß die Berein barnngt» auch wirklich gehalten werden. Weiter hält der BvndcZaukfchust es für erforderlich, das, sofort von feite« des Borstandes Schritte unternommen werden, daß es im Rheinland, Westfalen und in Mitteldeutschland zu einer B r r c i n h e r u n z.! o n: w t, u in weiteres Blutvergießen zu verhüten. Tie neue Regierung möge insbesondere durch eine Politik drs E n t g c g r n k o vt in c n s die Arbeiterschaft beruhigen. Im übrigen erklären die Borsländc, daß die Gewerkschaften auch in Zukunft, wen« sich die Notwendigkeit dafür ergeben sollte, ebenso entschlvsscn und kraftvoll auf den Plan treten werden, um die Reaktion zu Boden zu werfen." Ferner gaben dir anwesenden Bertretrr von Oiewerkschasten, dir ihren Sin in Süd-, West- und Mitteldeutschland haben, unter- schriftlich folgende Erklärung ab: „Tie aus Süd-, West- und Mitteldeutschland an der Sitzung des BundeSausschusics teilnehmenden Gewcrkschafts- vorsmndc erklären, ihr volles lst i n v c r st n n d u i s mit den Maßnahmen des Bundesvorstandes in der Turchführung des Gc- ucralstrciks als�pos Mindestmaß desien, was geschehen mußte, Moßnohmrn, die auch außerhalb Berlins gebilligt werden. ES entspricht durchaus v'cht den Batsachen, daß dort die Bere-nbarungen anders bewertet werden, Wahl trifft es zu, daß durch die Attion der Gcwrristhastcn Gegen Sondcrbcstrebungcn, die in dem Rufe..Los von Berlin" zum Ausdruck kamen, angeregt worden sind. Was vom Bundesvorstand geschehen ist, war dessen selbstverständliche Pflicht; es besteht in dieser?Zrage kein Gegen- sab zwischen Berlin und der s ü d-, w c st- und in i t t c l deutschen A r h c i t r r s ch o f t. Berlin, den 27. Mörz 1020. Berbond der Bergarbeiter Tcutschl, Tcntscher Kiirschner-Berband. Husemann-Bochnm. F. Heinze-Leipzig. Verband der TachdrSer, Deutscher Mctallarbciter-Brrband. Theodor Thomas-ssrankfurt a. M. Robert Dißmanii-Ttuttgart. Zentralvcrband der Glaser. Zcntralvcrband der Schuhmacher. H, E-chhorn-Kar!sriibc.' F. Timon-Nürnberg. Deutscher Hutarbcitcr-Bcrband. Zcntralvcrband der Stcinarbcitcr, Siefert-Altenburg. H. Waltcr-Leipzig. Dentschee Chorsänger iilid Ballelt Berbaud. Knnimnnn-Dkannheim." in der unsere Parteigenossen mit vertreten sind— Genossen, zu deren gutem Willen sie volles Vertrauen hoben, deren Kraft im Durchsetzen aber erst bewährt werden muß— mit nachdrücklichsten Worten zu sprechen. Wir sind oern bereit, die Absichten dar Genossen in der Regierung dein Ver- stöndnis der Massen näherzubringen, hatten, es aber vor ollem kür unser? Pflicht, der Regierung zu sogen, was dos arbeitende Volk will. Mögen die Genossen in der Regierung seine Stimme bören, und sich jeden Tag dazu bereu hatten, wenn es nottitt. mit ihren bürgerlichen Kollegen an die Massen der Wähler zu appellieren, die ihnen folgen werden, wenn sie sich kräftig und entschlossen zeigen. Die Regierenden müssen von der Erkenntnis ausgehen, daß der freche Gewaltstrcich der militaristischen Gegenrevo- lution' mehr war als eine kurze Ilnterbrechnng des Herköimn- lichen, daß er und seine glorreiche Ueberwindung durch die Macht der arbeitenden Volkes vieles in Deutschland von Grund aus verändert hat. Erkennet� sie das nicht, so werden sie scheitern. Die deutsche Sozialdemokratie aber d a r f n i ch t scheitern.' Sie wird nicht scheitern, wenn sie den klaren Kurs der leiten Zeit weiter verfolgt. Es gibt jetzt keine Bedenklichkeilen, sondern nur einen festen Wiüeu. er wirö sich äuMetott ton tze Mchiw tmoi chust Kegierungsbilöung in prenßkn. Die Verhandlungen am Sonnobcnd drehten sich darum, dir Parität zwischen den Koalitiont-partcicn dadurch herziisicUen, daß ein Mimfler ohne Portefeuille hinzugefügt werde. Da sich jedoch über diese Frage ciuc Einigung nicht erzielen lies?, wurde vereinbart, ein Ministerium mit dem Minifterpräsidiu« zu verbinden und dieses mit dem LandwirtschaftSminisicr Genossen Ttto Braun zu trseben. Die Minifterliste, die nun dem Gcwcrkschaftsbiind im» den anderen beteiligten Lrgaiiisationeu vorgelegt wird, lautet: P r ä s i d i u m und Landwirtschaft: Braun l.Toz.j, Znncrcs: S c v e r i n g> Zoz.s, Finanzen: Lud cm an»(Sov), Unterricht: Harnisch �Sozn, Lcffcutlisic Arbeiten: Dcscr sDemh, Handel: F i s ch b c ck lTcvi), Zustiz: A m A c h n h o f s lZtr.h Wohlfahrt: Stegerwald nichts! Und alle heißen sie plötzlich Haas e, die leutschnationale Bolkspartei heißt ,Haase, die Deutsche P o I k s p a r t e i heißt.Haase, R e p c n t l o w, Westarp, Wulle usw., alle'.wissen Haase, und glauben wirklich, wa? am 13. und Ii. März in den Schaukästen ihrer . lcitnngeu angeschlagen war, sei von aller Welt veraessen. Verschiedene Haasen werden sich noch wundern.... Der gebanöigte Klrn. Ci* Jahr Altonaer S ch u l k i n o. Voni Presseamt der Stadt Altona wird uns geschrieben: Dem Pariser Stadtrat wurde kiirzlicki eine Vorlage unterbreitet, wonach in iännlichen Pariser Schulen im Nabnien des LehrplanS wöchent- liche Borführnnge» von Lehrstlinen stattfinden sollen. Der Lefür- wvrter der Idee. Riotor, verspricht sich von der Neuerung einen unschätzbaren pädagogischen Vorteil, da er— so heißt cS in der Meldung— der festen Ueberzeugung ist, daß die in der Dunkelheit und bei völliger Stille vor den Augen der Kinder ericheinenden Bilder nicht nur auf die kindliche Einbildungskraft, sondern auch niii die Denklätigkeit der Söluiler ungemein anregend und lördernd einwirken wurden. Wie ferner aus Berlin berichtet wird, sollen im dortigen Gymnasium zum Grauen�Kloster nach Estern Kinostunden eingerichtet werden. Damit dürfte, so wird in der Meldung getagt, der Anfang mit der Einführung eines bisher vernachlässigten Lehrmittels gemacht sein, das in nächster Zeil in keiner deuischen Schule mehr fehlen dürfie. Naiiirlich ist es freudig zu begrüßen, wenn der llifterrichtsfilm im In- und Ausland immer mehr in Aufnahme kommt. Nur machen weder die Berliner noch dir Pariser mit der Einftihriing eies Aehrinittel» den Anfang. Am weiteste» ist man in seiner nwendung wohl in?!t»na. Seit»unmehr einem Jahr ist der Film hm j*»indm une»tbehrit«ben Lehrmittel geworden. Gewiß. liiich in«tdev«» Städten hat>»»» den Unterrichtsfilm schon an« gewandt:»nd der.Bilderbühneiibnii» deutscher Städte" umfaßt eule sckvn 1iK Kanlmunen. Aber die regelmäßige Film- nunde hat Altona bisher allein. braucht nicht näher ans- zuführt zu werden, daß der große pädagogische Nntzen des Lehr- film« sich erst dann zeigt, wenn daS neue Unterrichtsmittel ivie in Altona in den Schulplan ausgenommen worden ist. Vorlöufig sind es die drei Oberklasscn der Volksschulen und die fünf Oberklasscn der oheren Schulen, die in drei großen Kinos regelmäßig ihre Film- 'luiide haben. Man staunt bier, auf welchen Gebieten der Unterrichts- film heute schon ein schätzenSwerterHelfer und Förderer ist. Der Ferner- nehcnde dciilt, wenn die Rede aus den Lehrfilm kommt, gewöhnlich an die nalurwissenschafllichc» und läitdcrkundlichcn Filme, die schon vor Jahren bin und wieder in dem einen oder anderen Kino vor- geführt wurden. Natürlich sind diese Filme für den Unterricht, in erster Linie von B-deuftin? besvttder« wenn, wie in der Altonaer Mlinsüinde, das Wort des L-ltrer? hinzukommt. Aver das Stofs- gebiet des Unterrichisfilnis reicht beute erheblich weiter. Der Schüler kann durch den Film b« a ri c m in die kompliziertesten», o d e r n e u Arbeitsprozesse ei»- dringen, kann durch ihn geschichtliche Szenen mit erleben, kann sich von ihm in A sl r»»« m i e, in Zeichnen und Mathe- inathik unterrichte» lasie». Der Ruyen dieses Unterrichtsmittels macht Ach in Altvna in de» Fortschritte» der Schüler deutlich bemerkbar. Da wird z.?. in einer Filmstund- der Betrieb eines Hochosenwerks gezeigt. Der Lebrer macht das Gesehene zum Aufsatzthema und erkennt hernach die kleinen Leute an? ihren Aufsätzen kaum wieder. So ausgezeichnet sind diesmal die Leistungen. Vieles, was dem Auge des Erwachsenen entgangen war, hatten die Kinder wahrgenommen und, wie der. Aufsatz zeigte, geistig ver- arbeitet, p. rffre.* � � Eine Verwechslung. Pfugk-Hartung und der„Vorwärts". Zu dem Tod des Hauptmanns v. Pflugk-Harttung schreibt die „Deutsche Tageszeitung": Sollte sich die Nachricht von dem Attentat gegen Hauptmann von Pslug-k-Haritung bestätigen, so fällt die moralische Schuld für dieses Verbrechen zum größten Teil auf den„Vorwärts", der in den letzten Tagen eiite widerliche Hetze gegen den verdienten Soldaten entfaltete. Dem Agrarierblatt ist hier offenbar eine Verwechslung unter- laufen. Sein Redakteur halte Wohl in der TonnerStagabend-Aus- gäbe des„Vorwärts" gelesen, daß v. Pflug k°H a r t t u n g gegvii- über dem Vertreter der Friedrichshagener Genre i n dcarbe i ie r erklärt hat: Tic„Borwärts"-Redakteure seien eine Schwcrnebande»nd er würde, wenn er nach Berlin käme, alle an die Laterne hängen. — In dem beschränkten Hirn deS dewft'chnariowrlen Schreibkulis hat sich diese Aeußerung dann anscheinend umgekehrt, als ob wir den Herrn v. Pflugk-Harttung an die Laterne hätten hängen wollen. �US ÜTM Nuherevier. Die??rage der Druppensendung. An? Duisburg und Essen werden Atic kommunistischen Terror? geincldct. llniere Parteiblätter sind dort verboten wor- den, weil sie für Einhaltung des Bielefelder Vertrags eingctvcten waren. Da die Mehrheit des Duisburger Vollzugsrates, bestehend aus unseren Genosseu, den Unabhängigen und einem Teil der Kommunisten, nicht so wollte, wie es der äußersten Linken paßte, bildete sie einen neuen Vollzngsrat, löste den alten auf und fetzte auch den Oberbürgermeister ab. Er.hatte die Hergäbe städti- scher Gelder zur Bezahlung der roten Truppen verweigert und war deswegen sogar einige Stunden vcrbaftet. In unseren Parteikreisen am Niederrhein Ivcrdcn die Konflikte in Duisburg und Essen dem Umstand zugeschrieben, daß dort unsere Parteigenossen an der anfänglichen Forderung der Rätediktatur, die seither auch von den Unabhängigen und den Kommunisten im übrigen Ruhrrevier aufgegeben ist. Anstoß genommen und sich dadurch ausgeschaltet hätten. Tie Folge sei gewesen, daß sie an der Leitung der Bewegung nicht mehr beteiligt waren und die Llnksradikglen in diesen beiden Städten eine sinnlose Politik, die sich insbesondere in dem Verlangen nach Weiterführung des Kampfes und leider auch in entsprechender Tätigkeit geäußert hat, treiben konnten. In der Bersantmkung der linksradikalen Betriebsräte Groß- Berlins soll der Kommunist Dr. Levi die Bildung einer roten Armee in diesem Augenblick auf das schärfste verurteilt haben. Krefeld, Kaiserswerth und Neuss sollen wegen Ausrufung einer Riihrrcpublik von englischen Truppen besetzt worden sein. Aachen, 27. März. Da mehrere Granaten in die Umgebung des von belgischen Truppen besetzten Forts„Blücker" gefallen waren, sandte der belgische Kommandant einen Parlamen- tär nach Duisburg mit dem Auftrage, der roten Armee ein Ultimatum zu überreichen. Der Kommandant der roten Armee entschuldigte sich und erklärte, daß es sich um einen Irrtum handle und daß Befehl gegeben worden sei, das Schießen einzustellen. Der„Kriegsbericht" der„Rheinisch-Westfälischcn Ztg." weist große Striche der Essener Zensur aus. Die Entente erteilt denjenigen, die sich so weit erniedrigten, ihre Erlaubnis zur Verwendrlwg der Reichswehe gegen die Ruhr- l-ergarbeitcr zu cfibitten, die AÄsuhr, Nein zu sagen. Allerdings nickst ans Sympathie für die Arbeiter, sondern weil Frankreich zur Sicherung für den Wiederabzug der Reichswehr aus dem neutralen Gebiet Frankfurt a. M. u. a. m. besetzen wollte, was England nicht ziugege'ben haben soll. Essen, 27. Marz. Der Zentral rat der VollzugSräte für das Industriegebiet Rheinland-Westfalen stellt fest: Die sogenannten Bielefelder Abmachungen hängen in der L»st. Die Regierung hat dazu offiziell keine Erklärungen abgegeben. Sie gab auch keinerlei Garantie dafür, daß die in den Abmachungen Altona zahlt als ordentliches Mirglied des BilderbühnenbundeS einen Jahresbeilrag von 1600 M. Dafür kann die i-sladt aus dem reichen Filmbestande des Bundes ihr Vorführnngsmaterial nach freier Wahl entleihen. Daß die Altonaer maßgebenden Stellen die große Bedeutung der Sache von vornherein erkannt haben, ist in hohem Maße erfreulich. Der Film wird als Unterrichtsmittel now eine große Zukunft haben. Auch an den U n i b e r s i t ä t c n wird man auf die Dauer nicht ohne ihii auskommen. Expresnonistifchr Uraufführungen. Im Stadttheatcr Hol- berstet dt fand am Freitag vor dem Putsch die Uraufführung freier expressionistischer Richtungen statt. Das erste Werk war Alfred Brust:„Ter ewige Mensch", das zweite Herbert Riilin:„Der Mord." Alfred Brun gibt in dem Ewigen Menschen ein Drama, das sich ganz loslöst vom Hier, vom Ding- haften und sich dem llnendlichen, dem Ewigen zuwendet. Inten- sivste Feistigkeit, tiefste Lerinncrlschung schafft starkes religiöse? Erleben. Der ewige Mensch, Cordatus, wie er ihn nennt, lebt die Liebe, ist die Liebe. In diesem Werk ist das Göttliche so nahe wie nur in wenigen Werken der neuen Kunst. Ter Zuschauer erbebt vor der festlichen Heiligkeit dieser Gestalten, die die „wahrhaftigen Dinge" erleben, die nur dem Höchsten, seliger Weihe, geöffnet sind. Dabei ist dieser gesteigerte Ausdruck inneren Erlebens nicht fern und fremd, wie ctnxr bei Paul Ernst, sondern einbringend, erlebt und gestaltet. Das Irdische tritt immer wieder heraus und schafft den Boden, aus dem das Geistige erwächst.— Die Aufführung war den Anforderungen, die der Dichter stellte, voll gewachsen. Der Regisseur, Dr. Kerb, lw.Ite mit letzter Hin- gahe die Ausfübrmig abschattiert und älgetönt in allen Feinheiten. Die Bühnenbilder Iva reu überraschend im Ausdruck ihre? Eigenlebens. Die Schauspieler gaben ihr Höchstes. A!s ztveftes Werk ging„Der Mord" von Herbert Ruhn in Siene. Das erste Werk ist ganz auf da? Weite, auf da? Unendliche hin angelegt. Bei Herbert Ruhn ist altes Stoß, geballter Ausdruck, Worte wie Blöcke bervorgeschlewdert. Das Drama will aufrütteln aus dem seelenlose» Dasein, aus der dumpfen Ntmofphäre, die den Menschen nicht anerkannte in seinem Wert. Aus der Bedrückung durch Krieg und Gewalt erhebt sich ein Mensch zur befreienden Tat um der Fvarheft willen. Er törer einen General. Und nun kämpft in ihm die Idee und die Menschlichkeit. Zwei Pole, deren Kampf gegenainandergestellt iit in ungelhe irrer Wucht der Worte. Die Pulse rasen. Fiebernd bricht die Anklage hervor— Qual, unerhörtes Leiden aufgerissenen Mem'cheniums. Da? Bühnenbild de? Theatermalers Locckeichofs schuf in rein ererchfiomirtschem Stiele das Enge. Quälende, Drängende der Häuser. Beide Dramen fanden stürmischen Beifall. Hermann Reich« r d t. vie kappenfahrt. Wer wagt es, Rittersmanu oder Knapp', zu reiten den kühnen Ritt? Schon springt in den Sattel der starke Kapp: Herr sl ü t t w i tz, wohlauf, nun kommen Sie mit, Den verdammten Revoluzzern wollen wrr's zeigen, wem die Krone gehört»nd daS Reich ist zu»ige«. enthaltenen Zugeständnisse durchgeführt wkrden. Der Zenlralrak hält daher neue Verhandlungen für erforderlich. Der Zentralrat ordnet an, daß die Gemeinden die Löhnung, Verpflegung und Kleidung der Wehrmannschaftcn zu übernehmen haben; nötigenfalls werden die Gemeinden von dem örtlichen Boll- zugSrat dazu gezwungen. Tic großen Unternehmen haben den Wehrmairnfchaftcn, die bei ihnen in Arbeit standen, den Lohn weiterzuzahlen., Eingriffe in das Wirtschaftsleben von dem örtlichen Bollzugsrat dürfen nur im Einverständnis mit dem Jen- tralrat erfolgen. * London, 27. März(H. N.). Die deutsche Regierung h»s wie Reuter erfahren haben will, an die Alliierten abermals das Ersuchen gestellt, neue T r u p p e w nach dem Ruhrrevier schicken zu dürfen. Der von Frankreich ausgehende Gedanke eines bewaffneten Ei» greife nS der Entente im Ruhrgebiel stößt auf Schwierig- leiten. Amerika. England und Italien sollen entschlossen sein, sich einem Einmarsch ententistischer Truppen zu widersetzen. Beruhigung in l>al!e. Halle n. S., 27. März.(Eigener Drahtbericht dr?„Vorwärts".) Wie eine Verordnung des Zivilkommissars Dr. Schreiber mitteilt, sind alle Einschränkungen des Betretens der Straße ausgehoben. Sämtliche Versammlungen sind von jetzt an nicht mehr an- mcldepslichtig, jedoch dürfen Versammlungen unter freiem Himmel nicht stattfinden. Außerordentliche Kriegs- und Standgerichte wer- den nicht eingesetzt. Tanzlustbarkeitcn, Kaffcehausmusik, Theater und Kinovorstellungen dürfen nicht stattfinden, bevor nicht alle Gefahren beseitigt sind. Die Universität Halle wird vor den Ferien nicht mehr eröffnet; erst im Mai werden wieder Vorlesungen abge- halten werden. Das Garnisonkommando Halle erklärte in der Rathauskonfercnz zur Klärung der Schuldfrage, daß es durch General Maerckers Haltung am zweiten Tage der Berliner Putschherrlichkcit veranlaßt worden sei. süb hinter Kapp-Lüttwitz zu stellen. Dies war, wie an so vielen Orten, die Ursache zum bewasftieten Ausstand der Arbeiter. Laut„Dtsch. Allg. Ztg." hat Maercker wegen der Angriffe der Arbeiterpresse sein Abschiedsgesuch eingereicht. Die erwähnte Konferenz in Halle war von Vertretern aller Parteien mit Ausnahme der Deutschnationalen und Deutschen Bolkspartci beschickt und hat einstimmig folgende Forderungen an die Regierung angenommen: 1. Sofortige Einstellung der Verhaftungen, Freilassung aller bei den Unruhen Verhafteten, soweit sie sich nicht gemeiner Ver- breckwn schuldig gemacht haben. 2. Zurückziehung der Reichswehr in die Kasernen. Alle der Verfassung nicht trcugebliebencn Vor- gesetzten sind unter Strafverfahren zu stellen. Tic von auswärts herbeigezogenen Truppen sollen abtransportiert werden. 3. So- fortige Auflösung der Freiwilligenverbände auf Grund der Ver- ordnung Hörsmgs. Ablieferung der in ihren Händen befindlichen Warfen an die Zivilbchörden. 4. Auflösung der Einwobncrwchrcn in Halle und im Bezirk Merseburg. 2. Bestrafung der an den Greueln Schuldigen. 6. Amnestie für alle, die sich am Kampf gegen die Konterrevolutionäre beteiligt haben, sowie für alle politischen Vergehen und Verbrechen in der Zeit vor dem 12. März 1920. Der Vorsitzende, Oberpräsident Genosse Hörsing, verpflichtete sich, für diese Forderungen bei der Regierung einzutreten. Der Termin der Setriebsratswahlen. Durch die Wirren der letzten Tage find die Wahlen zu den Betriebsräten vielfach verzögert worden.§ 102 deS Betriebsräte- geietzeS bestimmt, daß die erste Wahl spälestenS 6 Wochen nach In- krasnreten des Gesetzes einzuleiten ist. Diese Frist ist mit dem 22. März abgelaufen. Das hat in den beteiligten Kreisen Anlaß zu einer gewisien Beunruhigung gegeben Demgegeiiüber wird von dem Reichsarbeitsminisicrium darauf hingewiesen, daß der Frist nach§ 102 genügt iit, wenn nur in der Zeit bis zum 22. März der Wahlvorstand bestellt worden ist. Das dürste wohl überall gescheben sein. Schon brechen sie plündernd nach Väter Art zur Nacht in die friedliche Stadt, und als eS der edle I a g a w gewahrt, da leuchtet sein Auge mit sechs Kilowatt, und alle die treuen Nationalen in Jubel erzittern, vor Wonne erstrahlen. Und es wallet und siedet und brauset und droht, „Im Sicgckkranz" spielt das Klavier, am Giebel die Fahne ist schwarzweiß und rot, nun bratet das Kalb und schlachtet den Stier. Schnell sendet dir Botschaft ins Land der Bataver: Kehr wieder, o Zvllcr, Du Bester, Du Braver!--- Da Plötzlich reckt mit entschlossenem Blick Das Rrbeitsvolk den Arm, erfaßt beim unverschämten Genick den frechen Junker- und Schieberschwarm, »nd schmeißt ihn zum unnützen Plunder nieder: Die alte Wirtschaft bringt niemand wieder! S ch l a r a s f. Eine Denkichrift über die BersuchseinyeitSsäzulc, die Geilosse Prof. Paul Oe st reich verfaßt hat, ist vom"Äinb enfterrde»«: Schulreformer(Bezirk Berlin) übernommen und allen i» Betracht kommend«! Körperschaften unterbreitet worden. Der Ruf ist damit ergangen, die praktische Durchführung der Vorschläge zu crpral>en und an dem großen Problem, die Gesellschaft und damit die Sittlichkeit durch Erziehung zu erneuern, aufbauend mitzu- arbeiten. Möge cS bald ernst werden mitder Tat! In der Volksbühne wird Kleists„Kätbchen von Heilbronn" mit Eharlolte Schultz in der Titelrolle vorbereitet. (Sine Filmausstellung in Berlin. Im Berliner Konzerthaus fClou) in der Mauerstratzc findet in der Zeit vom 12. Juni bis 4. Juli eine Aus- stcviing für moderne Lichtipicttnnst unter dem Namen„Der Film' statt. Aus einer Geiamlfläckic von 2000 Ouadralmetern werden alle Branche- zweige der lebenden Pdotozrc.pbie ihre Neuerungen ausstellen. Tägliche Filmvorsübrungen und SonderarrangemeiitS, Kmträge, technische Demonstrationen usw.') Tie Einführung in die Relativitätstheorie, der Lehrkursus von j Dr. Werner Bwch. ist nunmehr im Wern-r-Siemeiis-R-at-kSunwastuln. q Hohcnstnlifertsiraßc 47, lür Mittwoch, den 31. März, Freitag, den 9. und i Mittwoch, den 14. April i7 Uhr), seilgeletzt. i Tie Berliner Akademie der Künste, die in den Umsturztagen est> Fassaden tresicr abbekam, will die in den letzten Monaten vorkcrettetc groge Bildnis-AuS st ellung noch in der Öfterwoche crössneir Besonders unsere Kenntnis der?llt-Berltncr Kunst wird hier mannizsach gefördert «erden. Im Zvoctzcnipielplan sind die Ausführungen des.Tbeeters in der Köniqgrätzrr S trage" mit denen des„Deutscher! Opernhauses" verwechselt worden Sie sind al'a umzustellen.„König Nicola" und folgendes gehört uis„Königgrätzer" u.id.Hossmailns Erzählmigen" und tolzendes ins .Dchiliche Öpernhaus." Tie mörderischen Truckkostcn. DaS Seitererschelnen der„Mit- tcllungen des Seminars für orientalische Sprachen", dieser namhasten wissenschaftlichen Zeitschrift, ist wegen der hohe» Kosten sur Papier und Druck«ingestellt worden. Nr. 4 Z7. Jahrgang öes vorwärts Sonntag, 25. März 1920 Reichswehr unö Kapp- putsch. Bon Gustav Noeke. II. Vor einem Jahr riefen selbst die Unabhängigen in Ofrpreußen laut nach Schutz für ihre Provinz vor Ueber- flutung durch russische Rote Armeen. Die für Kurland und Litauen bestimmten Truppen wurden also geworben mit der Losung: Schutz der Heimat gegen den Bolschewismus. Der Grenzschutz in Westpreustcn und'Oberschlcsicn mußte stark national eingestellt werden, denn er sollte deutsche Erde vor polnischem Zugriff bewahren. Sie schmückten sich mit den alten deutschen Farben schwarz-weitz-rot. Mehr als ein Jabr lang haben sie die heimatliche Grenze geschützt. Lange nach Kriegsende fand noch mancher den Tod im Kampf. Als die Truppen dann heimkamen, gab es in manchen Zeitungen großen Lärm, weil sie noch immer die alten Reichsfarben r rügen, während inzwischen eine andere Farbenzusammen- stellung beschlossen worden war. WaS im Juni noch eine Selbstverständlichkeit war, sollte im Jamiar eine freche Pro« bokation sein. Dieser unglückselige Farben st reit! Auf den Meeren führen ltfe deutschen Schiffe nach wie vor die ichwarz-weiß-rote Flagge. Im Lande sollte ich den Truppen in kurzer Frist klar machen, daß diese Farben durchaus der» pönt seien, weil sie von den Deulschnalionalen zur Temon» strationSfahne gemacht worden sind. Im Januar 1919 stand Berlin und ein Teil des Reiche« unter dem Svartakukschrecken. Nicht ohne Grund. Neben Idealisten, Phantasten und Narren trugen damals auch übelste Elemente ein sehr revolutionäres Mäntelchen: was aber sehr viel bedenklicher war, auch ein Gewehr. Gegen Spartakus rief ich im Auftrage der Regierung die Frei- willigen auf. Gewalt und Terror herrschte nicht nur in Berlin, sondern in Bremen, Braunschweig, im Industrie- gebiet des Westen?, später Halle, München und wieder Berlin. Nachdem ihnen die Macht in die Hände gefallen war, wußten die deutschen Proletarier nichts bessere« zu tun. als gegeneinander zu wüten. Die von link? erstrebte Rätewirtschast erachte ich auch heute noch für zum völligen Ruin Deutschlands führend. Narrheit und Tollheit, die sich austoben wollten, mußten bekämpft werden. Also wurde naturgemäß die Truppe auf Spartakus eingestellt. Die fort- gesetzten Attacken von links gewährten keine genügend langen Atempausen, um die Truppe geistig so elastisch machen zu können, daß sie politisch nach jeder Richtung hin blitzschnell umgestellt werden konnte, wie es notwendig aeivcsen wäre, um de» Kapp-Putsch schon am ersten Tage völlig zu erlebigen. Die Offiziere, die Freikorps bildeten, waren die schlechtesten nicht. Fast ohne Ausnahme sind es Front- soldaten, die stch im Feuer glänzend bewährt haben. Biele verstanden ein ausgeezichnetes Vertrauensverhältnis zu den Mannschaften zu schaffen. Die Leute stellten sich ganz c u f die Person solcher Führer ein. wie Aulock, Bischosf, Pfeffer, Ehrhard. Loewcnfeld, Lichtschlag, Lützow, um die be- kanntesten zu nennen. Da« hätte seine Vorteile, aber auch schwere Nachteile. Militärisch haben sich diese Korps durchweg ausgezeichnet be- währt, politisch haben sie mir eine Menge Verdruß b e r e i t et. In der Hand eines Mannes wie Ehrhard wurde die 2. Marinebrigade zu einer ernsten Gefahr für daS Reich. Jede Söldnertruppe kann in der Hand von besonders veranlagten Führern zur Prätorianerbande werden Diese Gefahr habe ich nie verkannt. DaS Freikorpswesen wurde deshalb bald eingeschränkt. Die meisten Korps gingen in alten Regimentern auf: nur wenige erhielten sich die alte Bezeichnung bis in die neuere Zeit. � In der ersten Revolutionszeit wurden vielfach die Ossi« ziere an jeder Betätigung gehindert. Allmählich stellten sie sich zahlreich zur Verfügung. Weil sie in ihrem Zivilberuf kein Unterkommen fanden, blieben auch zahlreiche Reserve- offiziere. Groß war die Zahl der jungen Leute, die während des Kriege« zum Offizier befördert worden waren. Wer nicht eine leidliche bürgerliche Stellung in Aussicht hatte, war de- strebt, bei der Truppe zu bleiben. Man hätte aus den Offizieren eine kleine Armee bilden können. Aus dem Felde kamen allein etwa 32(XX) aktive Offiziere zurück. In der Armee von 100 000 Mann, die der Friedensvertrag vorsah. konnten 4000 Offiziere gehalten werden. Me übrigen sollten entlassen werden. Aler eS wollten auch Reserveoffi- ziere bleiben. Dazu hatten bewährte Unteroffiziere Anspruch auf Beförderung zum Offizier. Wer ist vermessen genug, von sich zu sagen, er hätte die Auswahl einwandfrei vorgenommen? Die Grundsätze, nach denen bei der Auswahl der- fahren wurde, habe ich öffentlich mitgeteilt und sie sind wenig angefochten worden: Frühzeitiges Bereitstehen nach der Revolution, Länge der Frontdienstzeit, sonstige Eignung, Vermögenslosigkeit. Die oft in der Presse verlangte zuverlässige demokratische Gesinnung war nur in den seltensten Fällen bei einem Offizier nachzuweisen. Besonder? die preußischen Offiziere waren nach einer starren S ch a- b l o n e erzogen worden, hatten sich fast ausnahmslos politisch nicht betätigt. An der Nase war niemandem anzusehen, wie weit er sich ehrlich auf die neuen Verhältnisse eingestellt hatte. An Versicherungen der Korrektheit und der Loyalität hat es nicht gefehlt. Erst eine ernste Probe konnte dartun, wer zuverlässig ist. Es kann festgestellt werden, daß die weitaus meisten Offiziere so klug waren, den Kapp-Lüttwitzschen Streich glatt abzulehnen. Nichtig ist, daß die meisten Offiziere die neuen Verhältnisse noch nicht lieben. Da« besagt nicht, daß sie Konterrevolutionäre sind. Aber man hat ihnen die g« i st i g e Umstellung nicht leicht gemacht. Törichter ist von der Sozialdemokratie und der demokratischen Press« keine Be- Völkerungsschicht behandelt worden, al» die Offiziere. Statt zu versuchen, sie zu getvinnen, wurden sie dauernd vor den Kopf gestoßen. Die meisten Ossiziere sind genau so wie Angehörige anderer GesellschaftSschichten anständige Menschen. WaS ihnen zum Vorwurf zu machen ist, sind Mängel infolge der Er» ziehung und des Systems, unter denen sie dienten. Die Blut- opser des Offizierkorps sind ungeheuer. Die Frontoffiziere hatten, von Ausnahmen abgesehen, ihre volle Schuldigkeit getan. Sie führten ihre Leute auch in die Heimat zurück. Hier erst wurden viele attackiert, beschimpft, durch Herab- reißen der Achselstücke gekränkt. Tausende Offiziere hoben Haut und Leben für die Erhaltung der Ordnung in Deutsch- land nach der Revolution eingesetzt. Bei den beklagenswerten inneren Kämpfen sind argcFehler gemacht worden: auch sonst hat eS Anlaß zu scharfe? Kritik gegeben. Das gilt ja leider für fast alle Verhältnisse im Reiche. Immer wieder habe ich davor gewarnt, Verfehlungen einzelner zu verallge- meiuern. Trotzdem ist generalisierend daS� Offizierkorps immer wieder heruntergerissen worden. ES ist nicht auSzu- denken, welcher Schaden damit angerichtet wurde. Hundert- fach haben sich die Truppenführer deshalb bei mir beklagt, Sie hatten ein Recht dazu. Helfen konnte ich tvenig. Auch jetzt wird drauflos geschimpft, ohne Rücksicht darauf, wie viele Offiziere loyal waren, die nun von neuem gekränkt und ver- bittert werden. ** » Tie Auswahl der Offiziere konnte unmöglich von r i n e m r sonne vorgenommen werden. In Baden, Wiirttcm- erg. Bayern haben dabei Offizierkomniissionen hervor- ragend mitgewirkt. Eine Milwirknng der Beteiligten bei der Auswahl der in Heer und Flotte verbleibenden Personen habe ich auch sonst veranlaßt. Die Teckosfi�iere haben durch ihre Vertrauensmänner immer diejenigen ihrer Kameraden ausgewählt, die Offizier werden sollten. Vertrauens, nänner der Marinezahlmeister entschieden, wer bei der Verkleinerung der Flott« im Amte bleiben solle. Daß dadurch Zufriedenheit erzielt worden ist, kam, leider nicht gesagt werden. Wer weg- gehen sollte und kein befriedigendes Unterkommen in Aussicht hatte, war unzufrieden und erhob Vorwürfe. Die Sorge um die Existenz hat Treibereien zur Folge gehabt, die äußerst niederdrückend waren. Selbst Generale sind nicht vor unschönster Angeberei zurückgeschreckt, um Rivalen zu beseiti- gen. Als Demokrat hat sich mir so mancher präsentiert, der auf dem Aussterbeetat stand. Die oft aufgestellte Behauptung über daS Hinausdrängen der Repirblikemer ans der Truppe ist mit Vorsicht aufzunehmen. *» ck Ruhe konnte in die Truppe nicht hineinkmnimen. Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften waren in dauernder Unklarheit darüber, wie lange sie noch ein Unterkommen haben würden. Im Sommer vorigen Jähre?, nach der U n- terzeichnung des Friedensvertrages in Ver- sailleS, war angeordnet worden, bis zum 1. Oktober 1913 den Bestand auf 250 000 Köpfe herabzubringen. Tie Inkraftsetzung des Friedensvertrag«? verzögert« sich jedoch von Mo- nat zu Monat. Erst am 10. Januar wurde ratifiziert. Me Herausziehung der Truppen aus Westpreußen und Oberschlesien wurde auch dann noch verzögert, weil die Besatzung«- truppen der Entente später eintrafen als im Vertrag vorgesehen war. Die Marine sollte biS zum 10. März auf 15 000 Mann verringert sein. In einer besonderen Note der alliierten Kotrollkommission war besonders die Auslösung der beiden Marinebrigaden gefordert worden, Di« erste Marinebrigade war im Januar 1919 von Kiel gekommen, restlos aus Teckoffizieren, Unteroffizieren und Kapitulanten bestehend. Sie rückte in Berlin ein, war in Bremen und zahlreichen anderen Orten und kehrte im Herbst vorigen Jahre? nach Kiel zurück. Nach ihrem Muster stellten die Kapitäne Ehrhard und Loewenfeld in Kiel und Wilhelms- Häven je ein weiteres gemischtes Korps auf, dem aber schon von Anfang an Leute angehörten, die nicht bei der Marine gedient hatten. Die Admiralität drängte im März darauf, daß Offiziere und Mannschaften, die in der Manne weitere Verwendung finden sollten, nach Kiel und Wilhelmshaven entlasten würden. Ein andener Teil der Leute sollte in die Reichswehr übernommen werden. Ein beträchtlicher Rest mußte ent- lasten werden. Das beunrichigte die Leute und macht« sie den Einwirkungen einzelner Führer, sich aufzulehnen, zu- gänglich. �0* OK AUCCHt L U W E I T «KU•«»CHE»». •»t. OUTITÜT tob W€ H t(t* T -Hierdurch mücble Ich Iba»« melaea Dtmk»mtprtthea für die Wohltat, die mir durch das Trafen Ihrer Gläser ruteil wurde, Ich litt siele Jahre aa so heiligen Kopfschmerzen, daß ich 2—3 Tage In leder Woche zu Bett Heren mußte... Es war mir unmöglleb, meinem großen Haushalt yorzusiehen, die Uu- zutriedeaheit darüber machte mich nebwermütig, Ostern vor 4 Jabrea wurde mir rou Erau Lay ppoldt Herr Gosse Ik emplohlen, und sohoa die ersten Gläser beachten mir Besserung. Jetzt kann Ich mit Freudi a berichten, daß die Gläser bei mir Wunder getan haben. Ich bin ein neuer Mensch geworden und denke beute Ober Sechen, die mich früher schrecklich aulregten, so gleichgültig, daß Ich mich oft Ober mich selbst wandere. Jederzeit werde Ich Ihre Behandlung auf das beste empfehlen u. bin gern bereit zu näherer Auskunft. Berlin-Karlshorat, den 21.*■ 1919, Prna Agnes KU hier, Ireskaw-Ailee 99a." Niemand, der derartige Beschwerden hin. schene nicht den Weg nach dem Institu- Tulsmeit, BlAcherstraBe 12 »ur Icostenl AugBiuntersuoUung. Viele weitere D anksojireiben liegen«tu Einsicht ii* ä-osohSft aus, Qeschütszctt 9 bl* 6 Uhr. Dameii'iSeMeichmg Iacken-Kleider97C00 ciOODO Stoff............ Jacken-Kleid er 7QnooQ7«;oo aas TonagUrt«« Stoff«......*-/w Nachm.- und Tcc- 295°° 62500 Kkfatof mu 9Md#*••>«••••• bl« Woll-Kittel-Kleider 55Q00 97500 flotte AusfOhzutigeti.••••«*•• bis G u mm!- Mäntel 4350c§9000 Seiden' Mäntel gut tsprlgaiert.......... Wetter-Mäntel aus(iaasrhaftea Stoffou.«... Covercoat-Paletots fcsch« Formen........... Woll- Strickjacken eparte AusfUhmagen....... Kleiderrocke aus gater Seide......... 425°° 295°» 650«» 390°° 175°° 525°° 790°° 875°« 525°° 235°° Kindcr-Bcklcidung Kittel-Kleidchen SSÜÄS 1750 Mädchen- Mäntel 7500 Stoffen. 45 a» 1»KJ................«n Etoffen, TO otn lang................ tot«a Mädchen• Kleider 13000 Knaben- Anzüge™ 7000 Stoff«.«0«a Jmij............. Ton aa 8 Jahr»....................... toü* � sa Handschuhe Damen-Handschuhe 1475 Damen- Handschuhe 1275 ScbTradcs-Snato, S DruekknBpfo......... Solde porBs, 3 DrncJtknÄjrfe......... Damen-Handschuhe 1475 Damen-Handschuhe 1975 TrOted, 8 Drndir-Cpto..............*• Seide ein«, 3 Drrcktriepfc............ Dame n-H andschuhe i C75 Leder-Handschuhe ilinickkncpf»........... Jttj va«a»» und aorrec in grober Augwahl Bluse bM, runder Auamhsltt und halbe Aermcl... 355« Bluse"Äs 58*) Knopfgarmenmg. Blusen Unterröcke Volle, halb« Aermel rectret Ausebnltt, elegtnU yQjU aoe Ben«, mU ttickorcl trad Jjl'lSC grou, Kragen, a.ch in Spart- frQsO (sttb, offen«nd geTchhnien an trag™. � Bluse________ Mekaroi, nad SlnmehesTararbaUuc Bluse«! 17500 dam« Färb«............TT...... i# J Bluse an« Crepe da China,(«eoh rar- 1 QÖ50 arbaltot,«al, Seide» traaoa.............* i deelrelitcm Unterrock Waachatoff...... Unterrock a � Hoireauata...................... Unterrock an? leleera»eh»arare Wellateff..................... Unterrock an« Trikot, wlt tubig gestreifteai Ansät«. 4950 54" 65°° 74-° Schoss-BlaseSfCdÄTtl: 1W Unterrock........1 ccoe nodtr*« färb«.................. AoJV«ehwar«. marin«, braun............. XJU Damen»Putz Schwarzer Matelot*««*. 0750 Schwarzer Matelot 7�59 «eflccht«tt BantbcbleHe............«!, bmltoa Kipprand und Eandocb" ife' 3 69" f*robkappe �tnTX 5700 Hutgamiturcn Bjütentoffs �60 Mj Flaches Seidenrosenpiquet �oo Helbranken'�ube-'' 500 m« 1450 Moderne kleine Flügel 075,. 1 izg und Formen.............. � � MndüedeEen Fatbea____ f O"l« 1 Xou Seidener Rosentuff äüg goo Elegante Flügel-Bänder t,?oo a»f Lenb...................«aroliaibig.......,................* Jb,<äe»4lrii i, »mf�rbip.'» Stoi?, Jack« »uf Seide.. oMwmucniwirmmmiiiaaMsmikmBmaiindin ßzrrcruüäscfac Kraiüaäzii farraifiMz >1» 1 1 r trn< r«ri nsurtYMi«ru tu rimrtti>»/«i roen Auml TUl/R-LT�i C S�aniautr Str, 16 G«gründet 1815 BEdijLIT*/ C König str. 11-14 Samen'kkiöung Damen-Hüte Trikotworen Leöerwsre» VIus »u»««iLsm bosdelc- A'i r\f\ c w..ch.toft.... 4ü.ui> D] s.»oralgl. wolehsr OlUSC Seide, mil Hand- 1 1 Q fJA «lieh roieb Tetaiert...... i.XO.UU jr-l• J aus weiß. Wasch- JSjeid rtag Maaiel. 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Volksbfihue Jl ■ rcktto» Ma" Ceinhardt «» eutiteUe*' Xheater. i Was Ibr wollt. .AVintag»>., Uhr; Hau»! 1. aanaueraBlele- lihr; Der WeitwKeufel. t KzdckjWiW flM ;; v. deutsch. Kitlnslädt. Gr. Sc.iiaa«|»fgl}ians Karlstrsfie. 7 i br, zum I Mnle: ;>cr weiße ilefl»nd<«u8. Ab.) ••iig.7: Hamlet(32.A.,2.A.) Tbeular I.«i. Straße .' fir; It dgelwt(M. Orsta) ' hr; KBalg Rtcolo. ■,t.: SctilaB Wetrerstcln I.-nstag: KSuig HJcat». • ach: König Nicole. rigiScWeaVerterstslo nahpid: Kßalg Mcelo. wag: König fficalo. tim: Hrdgeisf. ■ itag: König Nicolo. Jim.; ErdgeUt. Koaodien'fiaös I hr: l.iielort res der Pfalr. ; Herr Minister (?d»x PaUonhTrg) oriiserThwtGF •. hr: BnniHielstadcnteii. 7 Kr: vor letzte Walzer« l-rifti Massarf, Ott« Stono, Heus Wassniann. Centj-n I-Tlieater u.= Male!» Pack. u«ta< Kea Opernbuua 7 ÄanssErrisiiisp Oi« Tritoftn» I .1 l'hr:..Die VandWag". - FrasrisSa. EHe*t-Theait«-r. j I. iir: ,.U. A. w. g." j v u.s Die SMMWill! i i iedjr.-W HhelJiaat.Tta. i I Jhf; Evchen Humbrecht Klelm««) fhetaMtr. i hr: Jeticlien Üebert. I v Die Plarftasskoisöilie. sil. Sehnnaplelkana. 7, u:Die imtÄte Ffm lloailaeKe Oyor Uhr: SchwarzwaTdniSdel. Uhr�hWfifSWÄä�i I.Btm-pIclUana Arnold Riecfc in: iJerdreDslfidl-Mef 'larrejaraaie m.Thielscher 7 Uhr: Sybiü >- OMrrettanhan« U.; Die Baase vam lirk'is. u.: Die Heine Beteii 7°> i iren Vn1bstk<>»t<*.r 7 ihn BstfiiOf aalSeges. • liiUnr-Tkeat. CUarl. . ar; Wie es euch xekSüt. 7 Uhr: tilMMPg. Th• Un-TKeaf � r Uhr: Per Hechiouris:. , u.: Bi'e ilpriscle Lirlie 7!' amJdaHTndlorfpInt»', Uhr: Dia Pcppe. T.U Uhr: .&crf1teii&K&UOte f.tüUir den Wentens i-/, Uhr: IHa lustige Witwe. r u.JiBpMlHSenüeiiii AVaUner-Tbenter t1; CtoUha mit MiaWerter Eins Ballnacfet. lAaUialta-Theatcr. ' Uhr: Dia Ehr«. »Vi Uhr: CaÄrtUafürstjn. Nester auiowpl. 3 Uhr: Der Llcbeatrank. 7 Uhr: Mach Damasku». Mtg. 6'h: iZötar. Lesslng-Tiieatei. Direktion: Victor Samousky 3 Ultr; Der rate Hahn. 7 Uhr: SDzzeekJisBafclMliwssief Montag 7: Peer Oynf. Dienstag und Miuwoch TU.: Al'eritch, Die Srhlschwester. Donnerstag 71/,; PyemoHon. Hreitag: Geschlossen. Zotinabend 7 Uhr; Woeecck, Die Bubljchwesfer. Sonntag 7 Uhr: Peer Gynt- Montag Tt,: Pygmalion. Dienstag 7 Uhr: Vorreck, Die Buhlacftwester. DealsciJES lUr-Mr 3 Uhr: Cyprienne. A7?vuhG Menagerie (Adalbert, Götz, Haack. Kon- sciiewska, Fischer. Morgan, Vl'al lauer.)_ Trianoa-Tlieater. liahnhof Friedrichstraie. Nachm.« Uhr, kleine Preist; Johannisieuer. Täfilteh>/,« Uhr; Fensina. Seslöeaz- Theater. Stadtbahn JannowitzbrDcke. Nachm.< Uhr, kleine Preise: Der gute Ruf. Täglich-'J Uhr; Die RascMfs Rose-Theater. 3 Uhr: Die im Schatte# leben. 7V» Uhr: Der Fall Werkmann. lerlmiÄerFf.VcteliiliiiSB i SoiU'.taa. km 2S. Miirs. naSiBU V/s UHr Gdjmifmclftaue(Slociof�ealtr) Nathan Srr ffleilt. Nachat. 3 Uhr: ilof-iliühne: Der AStteetront Ldlillcr-Th. tlhoclottenburg: Me es euch getüllr. Leisinz-Zcheater: Der rote Hahn. Mi>.stIer»Zh«oter: Die» irae. Friedr.-W:lh«Wllt.?b.: Diezdr!. Itche# Verwanbirn. Th. d. West.: Die lustige Sita*. Solkskühne. anchentng» abends oo.ri 39. März bis 3. Sprit; Aach Dantaskus. Snges und fein Mug. Setj»on Berliching«. Sifmjßwtä Sanutag. den B. Slrz; 2 Große y Vorstellungen ti 3 Vi und 7Vz Uhr. Casmo-Theater l.»thrInEerser.S2. TäglA-�U.; heut Neu! Die erste Posse dies. Spielzeit Site alter Sünder Variier crstkl. Speiialitftc#. Preise von l M. bis bch j At. Stg.ZVo:«iidchlichi Heimkehr Nachm. hat jeder F,rw. I eigenes Kind anf allen Silrplätrco Weitere Kinder halbe Preise! APOLLO Theatop j FriedrichstraOe Z'.f.\ j Direkt. James Klein.] ST'V AuslnreJ- r:' iBMensaiiOiiffli SiaadesCie q;»(..-.'-rl deüor ing Berlin 4 MTIIl.sm« iLntvr d. Linden 22:231 Dir. M. S o Ii m a n 2 ttrauHülirangen 2 j Gespenster des Meeres Vieraktip« Tragödie aus dem Veltenmeer. Hauptrolle: ßrete Weicler, DesTeufeis Puppe. Drama in 4 Akten. H Hauptrolle: iKatml Weisse.! iXHiKfl-uwumnMiiw- r.tß Schall«.Rauch im tirnSeii Ahatunielhaus, Karlstr.- SchHIbauerdamm Bssneaeliafz-Progrsfflüi Otitmr Sabe VaEczka Gert Mariy I hr. 5i55r*r Heut» nochm. 3 und abend, 7 Uhr: StetTi«cr Sänger. Aachtnirtag» 552i5$«&™2i- , aenHahiaPraclitsäie C Richter, N 4, Chaussecstr, 110. I)ed. Sonntg. Hoffm. j Norde, bänger. Scg. » d.Vorst.6,d.Kon z3f,j Kachd-FatnidCrlnr- chen.Im welBenäaai ► v i Uhrah:. Steuer b. Bote«Bock h. A. Wcrthetm. Ludwig TratrtmaBn (fr. iuferatt ScbmugglerÄra««, AuSerdem: iHamsel! Nitouche nach der btk'anhidii Ostdr. v. Miilhac Großes Schauspielhaus ptoftifltt; Mas RemharSt Oad aioatitiittwl für Oft noch str gpitj�til ist mifpeligt Sechs Wt!tSvvr(Kifu»stt!t/ Sechs nerkck'.esnit Stucke iSstchr: ffpmonf/ ZchiLtr: Sie ASuster/ Sichler (peme; tüt» ffsrorat-tnatfrtdtmuut/ Cciötcon: Sa« ttffni ein txsvja/ Xatnaia RalilmS: öortnn/ tltrfj. 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Den ganzen Winter hindurch fuhren die Transparte nnt mehreren hundert Kindern aus Deutschland hinauf und immer wieder werden die Kinder, die die Dänen io lieb gewonnen haben, eingeladen. Die Organisation der Kinder- Verteilung auf die einzelnen Familien ist vorbildlich. Die' Leitung dieser ganzen?lrbeit liegt in den Händen des Kassie- rcrs der Bäckerinnimg, I. P. Nielsen, Kopenhagen, der in unermüdlicher und rührendster Hingabe für die Kinder sorgt, nicht nur organisatorisch, sondern auch rein persönlich. Ueberall ist er selbst anwesend, wenn es heißt, Kindertrans- Porte zu empfange» und sie den eigenen Eltern wiederzu- geben, die Pflegeeltern in Dänemark zii kontrollieren, ob die Kinder auch gut aufgehoben sind. Im ganzen Land ist er bekannt und beliebt als„Vater der deutschen Feri e n ki n d e r". � Wie versteht er es aber auch, seinen kleinen Gästen den Aufenthalt so schön wie irgend möglich zu machen und wie leuchtet sein Auge, wenn es ihm gelingt, neue Einladungen von Pflegeeltern zu gewinnen oder bei der Regierung Erlaubnis für die Einreise neuer Kinder zu er- langen. Das Schicksal eines jeden Kindes liegt ihm pcrsön- lich am Herzen und persönlich setzt er sich für jedes Kind ein, wenn es nottut. Ihm zur Seite steben seine Mitarbeiter und die vielen hundert Pflegeeltern über ganz Dänemark verstreut. Alle sind vom selben Seist beseelt. Ein Beispiel für die Groß- zügigkeit der dänischen Gastfreundschaft sei die Tatsache, daß die Gewerkschaften allein für die Reisen der deutschen K inder im Laufe der letzten Monate l 400 WKI M. g e z a h I t haben. Auch den Aufenthalt haben die Kinder frei, sie werden neu eingekleidet und gesund und reich beschenkt kehren sie beim— ein gerettetes Geschlecht!____ Ter Gesetzentwurf Groh-Berlin. Der Grotz-Verliner Ausschuß der Landesversammlung hat trotz der volitischen Unruhen die zweite Lesung dcS Gesetzentwurfs Grotz-Berlin, die gegenüber der ersten Lesung nur einige unwesent- liche Aendcrungen ergab, beendet. Unmittelbar nach dem Wieder« zusammentritt der Landesversammlung, der nach der Umbildung der preußischen Regierung erfolgen soll, geht der geänderte Gesetz« entwurf mit dem KomniissionSbericht der Vollversammlung zu, so daß— wenn nicht allgemeine politische Störungen eintreten sollten— die Verabschiedung des GssctzeutwunS in der LandeS- versammlung in naher Zeit zu erwarten sein dürfte. schule ihrer Gemeinde oder, falls in dieser eine solche nicht be- stehen sollte, an dem Unterricht einer in einer anderen Gemeinde des LebenSmittelverbandeS eingerichteten Fach- oder FortbildungS- schule teilzunehmen. Die Durchführung dieser Anordnung bleibt den zum LebenSmittelverbande gehörigen Gemeinden vorbehalten. Diese Aendemng tritt sofort in Kraft. An die Berliner Studentenschaft. Wir rufen alle freiheitlich gesinnten Studenten auf zu einer Kundgebung gegen die Realtion ain Montag. 20. März, abends 7 Uhr, in der Universität, Auditorium 122. Redner: Prof. Dr. Bergsträsser über„Putsch, Folgen und Folgerungen; Dr. Sonnenschein über„Die BolkSgenossenschast des deutschen Sludeniums"; Prof. O e st r e i ch über„Studentenschaft und Gegen« repolution". Demokratischer Studentenbund. gez. Mommsen. Sozialistischer Studentenbund. gez. Adam. Zentrumsgruppe. gez. Schultze. Freideutsche Gruppe, gez. RSmisch. Republikanischer Hochschul- duud. gez. Prasie. Sozialistische Arbeitsgemeinschaft der Handels- Hochschule Berlin, gez. Wolff. Beginn der Gasabgabe. Die Direktion der städtischen Gaswerke gibt bekannt: Die Gasentnahme loird iür Sonntag, den 28. und Montag, den 39. März in beschränktem Umfange wieder freigegeben. und zwar für Sonntag in der Zeit von 11% Uhr vorm. b i S 2 Uhr nachm. und am Montag ebenfalls in der Zeit von 11% Uhr vorm. bis 2 Uhr nachm. und von ß% bis 9 Ustj r abends.— Vom Dienstag ab findet wieder reget- mäßige TaSabgab« statt unter Einhaltung der vorgeschriebenen Sperrzeiten von 8 bis 11% Uhr und 2 bis 6% Uhr. Schulzwang für arbeitslose Jugendliche. Auf Grund des BeschlusicS des Demobil machungS» a u S s ch u s s e S vom 1, Dezember 1919 ist Absatz 3 des§ 10 des Statuts der Erwerbslos eitfürsorge Groß-Beilin vom 34. bis 28. Februar in der abgeänderten Fassung vom 28. Mai 1919 wie folgt geändert: Jugendliche Erwerbslose beiderlei Geichleckits im Aller vom vollendeten 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahre, welche Eriverbslosennnterstützung be- ziehen oder für welche Fansilienzuschläge gezablt werden, sind ver- p t l i ch t e l. an dem bis auf wöchentlich 2 0 Stunden fest» gesetzten Unterricht in einer Fach- oder FortbildungS- Achtung, Borstandsmitglieder und Abteilungsleiter! Morgen abend 6 Uhr findet in den Bubi- Sälen, Neue König- straßc 26, die für Mittwoch anberaumte Sitzung der Abteilungs- leitet der S. P. D. statt. Zu der Auto-Explosion in Hirschgartcn. Ueber das Ergebnis der behördlichen Untersuchung über die Ursache der folgenschweren Explosion erhalten wir nachstehenden authentischen Bericht, aus dem hervorgeht, daß es sich zweifellos um einen Unfall und nicht, wie eö den Anschein hatte, um ein Attentat handelt. Eine genaue Nachprüfung hat am Sonnabend an der Unfallstelle in Hirschaarten staltgesunden. Nach gewissenhafter Ermiltelung aller Tatbestandsmerkmale und Verdachtsmomente sowie nach dem Urteil der Sachverständigen hat es sich bei der verhängnisvollen Explosion offenbar um einen Unfall gehandelt. In dem Personenkraftwagen hingen zu beiden Seiten in Lederschlaufen dicht nebeneinander scharfe Handgranaten. Eine weitere Anzahl Handgranaten hat auf dem Boden des Wa« genS gelegen. ES ist anzunehmen, daß bei einer der tu den Schlaufen hängenden Handgranaten die Ver- i e l sich gelöst und die Abzugsschlaufe mit dem Porzllanknopf sich freigemacht hat. Die Schlaufe muß dann jedenfalls auf dem Boden des Wagen gehangen haben und eS be« steht so lciefit die Möglichkeit, daß ein Jnsasie des Wagens nn« bewußt die Schlaufe mit dem Fuß herausgezogen hat. Diese An- nähme gewinnt an Gewißheit dadurch, daß an dieser Stelle der Herd und die Hauptwirkung der Explosion zu suchen ist. Mir Ausnahme des Offizierstellvertreters Kluge befinden sich alle Verwundeten, die dcni Cöpenicker krciökrankenhauS zugeführt wurden, auf dem Wege der Besserung. Die Leiche des ums Leben gekommenen Hauptmann von Pflugk-Hartung wurde nach Berlin überführt._ Die Kohlcnstelle Groß-Bcrlin teilt mit. daß am 1. April der neue Bezugsschein für Zentralheizungen, Warmwasserbereitungs- anlagen und Behörden- Ofenbrand m Kraft tritt; auf ihn dürfen zunächst 10 Prozent der festgesetzten Gesamtkohlenmenge abgegeben und entnommen werden. Ausgenommen von dieser Frei- gäbe bleiben bis auf weiteres Museen. Theater, Konzerte, Licht- spielhäuscr und ähnliche Vergnügungsstätten. Zentralheizungen, durch die ausschließlich Fabrik räume edcr gewerblichen Ztvccken dienende Räume beheizt werden, dürfen nur insoweit beliefert wer- den, als dies die Kohlenstelle Groß-Bcrlin durch Vermerk auf dem Bezugschein genehmigt hat. Die Belieferung sämtlicher Ver- brauch er wird infolge der andauernd geringen Kohlenzufuhren längere Zeit in Anspruch nehmen. Di« Kohlenhändler sind im Um. fange ihrer jeweiligen Kokserngänge zu einer gleichmäßigen Bcrteiluirg an'al le Bezugsberechtigten verpflichtet. Es besteht die dringende Notwendigkeit, beim Kohlenverbrauch die äußerste Sparsamkeit walten zu lasten, da es sich noch nicht übersehen läßt, wann und in welchem Umfange fiir'das Heizjahr 1920/21 weitere Freigaben erfolgen können. Ein 12iährigrS Mädchen vermißt. Am Montag, 8. März, wurde die 12 Jahre alte Hilda Piper nach der Krankenkasse in der Lehrter Straße geschickt. Seitdem ist st« spurlos verschwunden. DaS Mädchen trug einen schwarzen Mantel mit Krimmcrbesatz. Kittel- kleid auS grauem Militärstoff, gelbe baumwollene Strümpfe und schwarze Schnürschuhe, schwarzweiß gestreifte Schürze, einen Kinderschirm und eine kleine dunkelrote Handtasche aus Leder mit sämtlichen Krankenpapieren auf den Namen Ida Piper. Per- strnen, die sie gesehen haben und Auskunft geben können, werden gebeten, diese an Frmi Ida Piper, Fruchtstr. 79, III Trp. vorn, ge- langen zu lassen. Ein Paar Lcderhandschuhe find im Bureau deS BczirlSverbandeS, Bellevueftr. 7, liegen geblieben. Dortselbst wurde am Mittwoch ein schwarzer steifer Hut vertauscht. ES wird gebeten, die Sachen im Bureau abzuholen bezw. umzutauschen.. Schöncberg. Die Beerdigung der Opfer des Kapp-PutfchcS fand am SonnäbPld unter gvoßer Teilnahme der Bevölkerung statt. Bei der Totenfeier auf dem Platz vordem Rathanfe hielt die Gedenkrede Waldeck Man äffe. Ferner sprachen ber demokratische Stadtverordnete Dr. Heuß. Genosse Bendiner und der Vorsitzende des Wahlveveins der Unabhängigen Mendt. Die Gemein debehördcn waren durch Stadtverordnete und Magi- stratsmitglieder beider sozialistischer Parteien vertreten. Grost-Bcrliner Lebensmittel, Brotkarte. Stichwort: Hafer. ES gclangcu in dieser Woche zur Verteilung m: Berlin. Ab Donnerstag: 2 SO Gramm Haferflocken("10 u. 11), 250 Gramm auSl. MaiSsabrikate(15 u. IS). Aus Miichtarien A I«. II 1 Liter, B I«. II'/, Liter, Krankenkarten werden voll beliefert, auf 0 II bis auf weiteres fl. Liter. Ehariottenburg. 250 Gramm Haferflocken(10 u. 11), 250 Gramm MaiSsabrikate(279), 3 Päckchen Puddingpulver(282). Für Kinder vom 1. bis 6. LcbenSjabre je 2 Päckchen Keks bzw. Zwieback. Für große HauS- ballungcn 4 Päckchen, kleine HauS Haltungen 1 Päckchen Milchsüßspeisc(O). Im Monat April erl, allen Kriegsbeschädigte, die 30 Proz. und mehr erwcrbs- unfähig sind, je 1 Psund Teigwaren, Graupen, Hasernährmittel und inl. Hülsenfrüchte, schwangere Frauen vom 4. Monat ab 2 Psund Wcizengrlcg, 2 Psund Zwieback und 1 Büchse kondens. Milch mit Zucker(letztere nur bis zum 7. Monat). Kinder im 1. Lebensjahr 750 Gramm, im 2. Lebensjahr 500 Gramm inl. Hascrnährunttel. Steglitz. Anmeldung von 125 Gramm Zkartoffelstirkemehl(10), 125 Gramm Zwieback(11), 250 Gramm Kunllhonig(14), 125 Gramm Weizengrieß(15), 125 Gramm Haierflvcken(16). Verteilung von 500 Gramm MaiSgricß. 500»ramm Maismehl, 250 Gramm Graupenmehl, 250 Gramm Hülsenfrüchte, 500 Gramm Haserflocken, 1000 Gramm Teigwaren, 500 Gramm Kartosjelwalzmehl. Lichterselde. 500 Gramm Zerealiemnehl(U 36 und V 37), 300 Gr. Kuchenmehl(9), 250 Gramm Hüstenfrüchte als Ersatz sür fehlende Kar- toffeln(11 e~g). Sicuköll». 125 Gramm Gerstenfabrikate, 125 Gramm Teigwaren, 125 Gramm Hasersabrikate und 250 Graupen auf Groß-Berlinev Lebens- mittelkarte. Ju den städtischen Verkaufsstellen Sondervcrteilung von Nähr- Mitteln für Kinder im 1. und 2. Jahre. Verteilung für Jugendliche in Aussicht genommen. Mattendorf- Südende. 250 Gramm Graupen(5), 250 Gramm Röhr-nnudetu(7 u. 8); Anmeldung bis Donnerstag. Anmeldung von flj Pid. Kunsthonig(18) Montag. Treptow. Für ausfallende Kartoffeln: 250 g Bohnen(136— g) und 250 g Erbsen(14 6— x>, 375 g Nudeln(11, 15 u. 16), 250 g Marmelade(14), 300 g Getrcidemchl(9). Für Kinder im 1. u. 2. Jahr 1000 g Haferflocken und 250 g Ächokoladcnpulver(A I n. II Milchkarte), im 3. bis 6. Jahr 600-» Haserflocken. 250 g Schokoladenpulvcr(B I u. II, C I u. n Milchkarte). An bedürftige Lungenkranke aus Grund eines ärztlichen Zeugnis: 1 Psund Bienenhonig. Für werdende Mütter vom 4. Monat ab: 1 Pfund Kakao. Für KriegSoeschädigte: je 1 Psund Nudeln, Reis, Bohnen und Erbsen. Stralau. Donnerstag: 375 g Zucker(7), 125 g Nudeln(10), 125 g Haferflocken(13). Pankow. 250 Gramm Marmelade(12). Tegel. 150 Gramm Teigwaren(11), 250 Gramm Marmelade(14). Alt-Glienicke. 250 g Zerealicnmehl(9). 125 g Marmelade. 125 g Erbsen, 250 g Morgentrank und 1 Hering<98), 250 g Saubohnen und 250 g Maisflvcken(99), 1 Dose Goulasch und 1 Dose Leberwurst(100), 250 g Me-zeumehl aus LebenSmiltellartc, 250 g Kartoffelwalzmehl(i u. g der Kartoffelkarte): je fl, Pfund Sprup aus Milchkarte B I u. II und CIL Für KriegSbeschädtgle: 500 g Erbsen. Ab Mittwoch m den Gemeindever- iausSstellcn: 1 Pfund Weizenmehl und fl, Psund Zucker(97). Grsß-Serliner parteinachrichten. Heute, 28. März: LO. Abtlg. 10 Nhr: Versammlung bei RohnSdors, Petersburger Straße 86. Ref.: Genosse Wuschick. Jniigsozialistischo Bereinigung(S. P. D.). 3 llhr im Saale der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3: Redeübimgen. Gäste und neue Teilnehmer willkommen. Morgen, 29. März: 7. Abtlg. 7 Nhr bei Sauer, Ecke Bärwald- und vergmamistraße: Konferenz der BczirkSsührer und Beiriebsvertranensleute. IL. Adtlg. 7 Uhr: Funktionärsitzuug bei Rüge, Waldemar- straße 22. LZ)?an Krebsereuter. Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Anfgrzeichne» von HauS Müller-TchlSsser. 12.V Krebisereuters dritte Fahrt in die Welt nimmt ein rasches Ende. siln einem schneedüsteren Nonembernachmittaoe, nachdem er bald drei Jahre von Hause fern gelroffeii war. lehrte Jan von seiner Wanderschaft heim. Auf den Straßen lag schmutzig getretener Schnee, und der Nordwind blies uin die Ecken. Mit hochgezogenen Schultern, blaugefrorener Nsise, die Hände in den Hosentaschen, ein mageres Bündel auf dem Rücken, so schritt Jan mit einem t-iefen Seufzer durch das Flinger Tor. Er war größer geworden, aber nicht gerade fett. Ein branner, krolliger Bart wärmte ihm das Kinn. Gerade fließ der städtische Laternenanzünder die Tor- lampe an der Kette herab, um sie anzuzünden. Jon schaute ihm zu. Es war wicht mehr der alte Laternckopp aus Jans Flegeljahren, sondern ein fremder Mensch, der ihn gleich- gültig musterte. Jan trat auZ dem Tor in die Straße und als er am ersten Hausdürpel seine zerschlissenen Schuhe vom Schnee reinklopfen wollte, sah er aus einem Tabakloden einen jungen Mann kommen, der ihm bekannt schien. Er rauchte eine frisch angezündete Zigarre und blies mit spitzem Munde eine lange Wolke von sich, wobei er vrüfend die Stirn ge- runzelt hielt. Dann schluckte er und nickte und wollte weiter- gehen. Da erkannte ihn Ja«. Er lief auf ihn zu, klopfte ihn auf die Schulter und rief: ..Tünnes!" Der drehte sich um und wandte Jan sein rotes, rundes Gesicht zu, das aber einen erstaunten und fremden Ausdruck annahm. „Ja, mein Gott, Tünnes!" rief Jon,„kennst du mich denn nit mehr?! Bist du lo fein geworden, oder wie ist dat?!" Da stutzte TünneS. sing an zu lachen und schüttelte Jan hie Hand, wobei er rief: „Ja. ja, da will ich doch wahrhaftig als Gott an der Rah' aufgehängt sein, wenn ich dich erkannt hält'! Donner- schlag, du hast dich verändert! Bist du unter die Mtaljen- brüder gefallen?" „Nee, Tünnes, aber ich komm' grad aus der Fremde. Drei Jahr' war ich unterwegs. Die gehen nit an einem vorbei wie ein Maiwind! Du bist auch nit mehr der dicke Tünyes von früher!" ,Jo, verdommich! Seewind und Salzwasser zehren vom Fett." Jan schaute auf und sab erst jetzt die blaue Schirmkappe mit dem verzierten Messingschildchen, wie sie die Steuer- leute tragen, sah erst jetzt die enge Jacke mit den vielen blankgescheuerten Messingknöpfen und die großkarierte prall- anliegende Hose. „Ja, Jon," fuhr Tünnes stolz fort und blies wieder eine lange Wolke in die Luft,„du wunderst dich, wat? Ich bin Stürmann ans dem.„Mar Weyhe"!.Hab' ich dir nit damals gesagt, ich werd' Schiffer!? Und du?" Jan kratzte sich unter dem Bart und sah an TünneS vorbei. „Hm." antwoiffete er ein wenig stockend,„ich— oh— ich— wie gesagt, ich komm' grad aus der Fremde. Ich wollt' mich jetzt stier selbständig machen—" „Ahal" .Ja, ich wollt' einen Barbierladen aufmachen, wollt' ich—" „Wat? Du. einen Barbierladen?" „Ja— lim— es ist ja auch eigentlich nit so dat richtige, aber „Nee, Jan, dat ist nit dat richtige! Ich dacht', du wärst auch Schiffer! Dat ist dock auch dein Geschäft!" „Io, dat wohl, ober—" „Nee, Jon, Barbierer ist nix für dich!" „D.it sag' ich in'auch!" „Also! Bleib' du mar nett auf dem Wässer. Oder magst du nit mehr?" „Ost, warum nit! llnd wenn ich mir die Sach' über- leg' „Paß auf. Jan? Tie„Mathilde" liegt am Zoll-Tw. Tie sucht einen MatroS. Ich kenn' den Kapitän.. Laß dich anhüren. Komm', ich geh' mit." Und er faßte Jan unter den Arm und zog ihn mit sich. Jan ließ sich schleppen wie ein Schiff, das Havarie gehabt und Mast und Steuer verloren hat.— „Aber erst, Jan, den Bart ab! Eine Fliege unterm Kinn kannst du stehen lassen, guck', so wie ich." Als Jan am Abend nach Hause kam, war er Matrose auf der„Mathilde". Tünnes begleitete ihn nach der. Zitadellstraße. „So, Jan, jetzt bist du glücklich Hafen binnen." Und mit spöttischem Lachen fügte er hinzu: ,Jn einera Jahr oder zebn, wie du immer gesagt hast—" „Io, jo, Tünnes," vollendete Jan,„dann bin ich so weit." „Wenn ich aber vielleicht so Gott will fünf Jahr früher ein Fedcrchen in die Luft blasen kann, mußt du mir doch Freund bleiben. Jan!"— Acht Tage später lag die„Mathilde" hinter der Schiff- brücke in Wesel. Die kleinen Karren rumpelten über die holperigen Bohlen des LandnngAsteges und kippten die letzten Kisten ans das tstüterdeck. Die Matrosen legten die Plankpn auf die große Luke des vollgepfropften Laderaumes und zogen das schwarzgraue Segeltuch über die aufgestapel- ten Kisten und Fässer. Unter dem Radkasten gluckste und gurgelte der Dampf und oben am Schornstein stieg er zischend aus dem blankgescheuerten Messingventil.. Der Kapitän und der Steuermann standen schon auf ihrer Brücke. Der Steuermann stopfte sich seine kurze Holzpfeife mit hol- ländischem Knaster.-und der Kapitän schrie noch einige Be- fehle hinab. Jan Krebsereutcr. der Matrose, wg die Leine, die das Segeltuch zusammenhielt, fest und knüpfte sie an einem Eisenringe am Boden fest. Darauf lief er, während er sich die schmutzignassen Hände an dem glänzenden Boden seiner steifen Manchesterhose abwischte, nach der Mannschaftskabine und holte stch das Marktnetz und dann kletterte er zur Korn- mandobrücke hinauf. „Kaptän!" schrie er den an, weil der ilm beim Zischen des Dampfes anders nicht hätte verstehen können,.Loptän, ich wollt' noch auf einen Katzensprung an Land und mir Proviant holen. Ist soviel Zeit noch?" „Mußt aber laufen. Jan!" schrie der Kopftän zuriick. „Ich wart' bloß noch auf die Zoll-Leut'l" Softßjolgh) 84. 3t6tlg. 7 Uhr: ftunItionZre imb BelriebSdertrauens- Icutc bei RöZner, Jinmanuellirchstr. 25.— Millwoch 7 Uhr in dcn bekannten Lokalen: Zahlabend. 28. AStlg. Franenabend: 71/? Uhr, Aula. Schönhauser Allee 168 a. „Wohin steuert die Negierung". Res. Genosse Meise. 38., 40. und 41. Abt. 7>/2 Uhr Frauenabcnd bei Frümper, Flcns- burger Str. it. 43- und 41». Nbtlg. �rauenabend; 7", Uhr bei Groll. HennigS» dorfer Str. 10.„Militärputsch und Demokratie". Res. Gen. Wachenheim. Vereinigung der sozialdcinokraiiicheu Beamten, Angestellten und Hilfskräfte Grast> Berlin! 5';, Uhr im„Kulmbacher Bierbaus", Breitcstr. 22: Austerordentlich wichtige Besprechung aller Bertraucusleutc. Post-Werbcausschuft. 7 Uhr im Zeichensaal, Weinmcisterstr. 16/17: Bertraueusmäuncrvcrsammlung. Tbenia:„Die politischen Lage". Werbe(Uisfchnst der Beamten und Angestellteu der Bcr. maltungsbehördeii. 7 Uhr Mitgliederversammlung im WilhclmShof, Anhaltstrage 12. � Marieudorf. Frauenabcnd: 7'/., Uhr im Lokal von Hoch, Chaussee- präge 44. Res. Gen. Stein. Vaumschiilenweg. Frauc» abend: 7'/, Ubr bei Hag, Baumschulen- präge 72.„Rechte und Pflichten der Kranlenkasscnmitgliedcr unter be- sonderer Berücksichtigung der neuen Muticrscha stSversichcrung". Nejerent: Genosse Beer. Treptow. Frauenabend: 7'/, Uhr bei Kläber, Plesserstr. 8.„Lebens- mitlclvcrsorgnng". Res. Genosse Lemm. Silöungsveranftaltungen. Bezirksbildun.qsansschuft Groft-Berlin. An die VildungSau-Zschnsse für Berlin nnd Vororte! Sonntag, den Iß. April. 10 Uhr im Jugendheim, Lindenstr..7, 2. Hol III .chonserenz der Bildungsausschüsse. Einladungen mit Tagesoiduung, Tele- giertenkarten und Fragebogen gelangen nächste Woche zum Bersand. An- träge und Fragebogen sind bis zum 10. April an das Sekretariat des Bildungsausschnsses, Linbenstr. 3, 2. töos IV, Zimmer 10, einzureichen. Wir bitten um starke Beteiligung. Festkonzerte k Heute 11'/, Uhr in den Kammersälen, Tcltolver Straße 1/4:„Der Tanz". Marken sind noch au der Kasse zu haben. Einzel- karten a 3 M.— 7. Kunstabend. Abends 7'/, Uhr im Hörsaal des Kunst- gcwcrbcmuscums, Prinz-Albrecht-Str. 7a:„Alt-Berlm in' Bild, Wort und Lied". Enilriltskarten ö I M.— Tie mu 14. uitd 21. März ausgefallenen Konzerte für„Heitere Musik" finden Oslerlonntag im Blüthuersaal statt. Für die Inhaber roter Karten S1/, Uhr. für die Inhaber grüner Karten i'l, Uhr. Einzelfällen«. 3 M. sind an der Kasse zu haben.— Thratcr- vorstellunge». Bestellungen auf Eintrirtskarien sür„Die Tribüne" sind unverzüglich einzulösen. Eintrittskarten sür dcn 1. und 2. Ostcrseicrtag, nachmittags 3 Uhr:„Die Wandlung" von Toller, a 3,50 M., im Bureau des Bezirtsbildungsausschusses.— Staatsoper. Die am Montag, den 15. März ausgesälleue Aufiührung»Der Waffenschmied" findet Montag statt. Die alten Karten haben Gültigkeit. Stegliu. Sigimg des BildungSansschllsscs Montag 7'/, Uhr, Deutsches Wirtshaus, Schützeuftr. 54. vortrage» verems unö verfommlnngen. Kartell der rrcleu Svortvereinigunge». Montag, abends 7'/, Ubr' Sitzung uu„Schultheiß". Scydclstr. 3.— Zlrbeiter-Woisertportverband, Kreis l. Am 30. d. M., 8 Uhr, bei Lürk, Luisenuicr 8: Technische AuS- ichußutzung.— Berciu heimattreuer deutscher Weftpreufien. DkenStag, 7% Ubr. in den„Gcrmniiialäleu", Frankfurler Allee-','.3, sür den Bezirk „Osten": Versammlung. Gsschäfiüche MitteUungen. Tie Firiua Otiefelkönig feiert ihr LSjährigeS Geschä't-fjiibiläm». Die Firma hat sich aus kleinsten Anfängen zu ihrer jetzigen Bedeutung emporgearbeitet. Besonders in eleganten Modcschuhen leistet sie vorxüg« lichcs. Briefkasten der Redaktion. (?. Z. In dieser Gegend gib! cS keine'olche Lesehalle: eine große Zahl inländischer Zeitungzu sinden Sie im Eaiä Bauer, in der össentlichen Bibliothek, Adalbertstr. 41, sowie in der Umvcrsrtäts- und Staal/biblioihek. Wettcranstsichten für da? mittlerc Siorddentschland bis Montag mittag. Mild, borwiegend bewöllt, wiedcrhollc Negenfälle bei südwestlichen Winden. Sl�üße 83, S&, ST. 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Berlin, im März 1920. veaksche Treuhand. Grs-Nschask. Dr. Brockhage, ppa Damcrow. Die Auszahlung der Dividende für dg, Jahr 1919 erfolgt iilr die Sko-unraklien gegen Sinkteieriwst der ir■ ai-t-,;mic:! Schein-'" 32 de•»..- r'■"->7. «r.«oi-looo» nnd Kr.:! der AUie» vir. 10«m-lS«oo mit J». i«».- liir jede» Schein, die.iuszahw.'g der Z e iocnoe tz. d-e vorzugsakli-n Ar. 1'.'e.rn-». Gewinnanteil-Scheini Ar. 5 und dieicniqen der Ar. lOiM— 15 000 gegen Gewinnameil'Scheil» Ar. 2 mit M. SS.— für jeden Sche>.> Lern-.' a der Mu-.....«;• eev'JJl und Direklion der Disconio-Gesellsdrait, in gsrantsnrt a. m. bei der Mitteldeutschen Ereditbanl Und der Firma Gebr. Sliizbani, in Hamourz der der Äerelnsvan. und:»»oln a. llst. der dem A, Schaaffhaufenschen Bankverein A.-G. sowie in sämtlichen Zliaderlajsunge» dieser Bunten. Nach dcn in der heutigen Hmiptversammlnnz vorgenommenen Ersatz- nnd Neuwahlen besteht der Ausstchtsrat aus folgenden Mitgliedern: Herr« Kommerzienrat lil. G. Ivittetind. Verlin. Vorsitzender; „ Z. E. Srtel, Hamburg, stellveriretender Bor-sitzender; Herrn K-mmcrzicnrat»r. E. Kuohrim, Derliv; . Bei rd irr hör H. Fei), Liroft-LIchketsaldr; „«a.riier Cr. ft. ilwSjü.ich, Fvnnfsutl tu FL; Oorkb. g ,au-u::!a!!N u.®. rfgjtUcni vor Sellen, 0crli»-Z-H!ntdorf. lZllllijUzM Vi'nnnjjeklwo-i--, 1. lausende Anerkennungen! . Bitte um Angabe der Zeiiung. 1<77•» /"U?-/ !- J ZurAusscheidung aller schär- i fen und Jp-anken Stoffe aus | Blut und Säften, gegen B wt- i andrang, rotes Gesicht naut- I unreinigkeiten ist»uein Eluf» 1 reirlt��yspuiverSaf/arin c 7». cand,b-rger»ftr. 0«. j stf�r �h!°'"oE Ythf 3 �Schacht 8.75. ö:i« Reiche?» Berlin 43, EisenHahnrtraä-• 4. 'kauft R-Gfs Süfche, Halb- nnh Hoch- s!Sn.?n?. Hlelterrosen. Tranerrosen, Iiieber. E. Eoese L Co. t™: oft genügt eine ent-crnt!>?!,.-r. oft genügt eine I« n 7 f n*•. Sitzung, t. Weissert, toatnet.. /Ö /* U II 4 u,« 8/J.t Institilt, Znvalidenstratze 147!/ V/ S MiittunitanäUtttg Cor. 10— lh nnd 4—8 Uhr.*|,i f M. 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Die mit tausend Sorgen beschäftigte Oeffentlichkeit hat tt wenig Gelegenheit und keine Zeit, diesen Prozeß in allen seine Einzelheiten, so anziehend sie auch sein mögen, zu verfolgen. Nur> und zu dringt eine der Aeußerlichkeiten davon einem weiten Kreisizum Bewußtsein, so etwa wenn Prof. Einstein mit dem ersten wissenschaftlichen Preise der Welt ausgezeichnet werden sollte , ratsäcich kam es ja nicht dazu) oder eine Zeitungsnachricht die Runde, m die Welt macht, daß die jüngste bedeutsamere Sonnen- finstern ein von ihm prophezeites Phänomen wirklich beobachten ließ. DiMcnschen des praktischen Lebens merken Wohl daraus, daß eine grre Neuerung in wissenschaftlichen Tingen im Gange sei, hören ach daS eine oder andere Schlagwort daraus wie Relativi- rätslehre.Ouantenhhpothese, Revolution des physikalischen Welt« dildes. HiS alles aber bleibt ohne Verständnis und Zusammen» hang, dan kommt irgendeine Notwendigkeit res Leben? und hin- dert dara; sich selbst, auch bei dem glühendsten Interesse, aus den Vruhstüchi diesen Zusammenhang zu erarbeiten. er Zlektrizitäis. und Lichtlehre in Einklang mit den rech- nerische, Grundlagen zu bringen. Atveiscln konnte man an den Tatsache! nicht, und kann es auch heute nicht, denn ein« große An- zahl von Erfindungen beruh?« auf ihnen. Daß wir mit Akkumu» tatoren abeiten, elektrische 5draftfernleitungcn haben, ohne Draht- leitungen'elegraphieren und jetzt auch über die Meere tclephonieren können, dß man Bilder durch Elektrizität weiterleiten kann und jetzt schon Versuchsmodelle von„sehenden Maschinen" hat, das alles veweist, da die Auffassung von den Licht- und elektrischen Wellen, auf denen icse Erfindungen beruhen, rechnerisch richtig sind. Diese Rechmingenaber widersprechen den Auffassungen von Geschwindig- keit, Bewsgmg und Zeit, mit denen die Physik, namentlich ihr Rcchanit geannter Teil sonst arbeitet. Der Widrspruch ist so in die Augen springend, daß man nur die Wahl hat.e ntweder die ElektrizitätS- und L'cht- lehre odcrdieMechanik für irrig zu erklären. Um die Sache bildlch auszudrücken, war die Sachlage etwa dermaßen: Nach der Mechmik kam bei einer bestimmten Rechnung heraus, das Licht brauche sü einen gewissen Weg eine Minute. Nach der Elek- mzitätslehre kan mit aller Bestimmtheit hexrus, daS Licht brauche für diesen Weg«ne Minute und einen Bruchteil dazu. 1 der alten Physik war nach der neuen Physik nicht immer 1. Was kann»an in einem solchen' Fall tun? Der Holländer H. A. Lorentz, einer der Führer der physikalischen Wissenschaft, tat das einzige, w-s übrig blieb. Damit die elektrischen und opti- schen Gesetze stimnen, änderte er die Gültigkeit der mechanischen Gesetze,, im besonderen die Zeit- uns Längenbestimmungen. Er führte den Begriff der Raumzeit ein. Das beißt, er mutete ANS zu anzunehmen, daß eine Stunde nicht ein absolutes Zeitmaß sei, sondern z. B. auf der Sonne oder.m Welte nrau in, je nach dem Ort, an dem sich ein Geschehen vollzieht, andere Werde habe. Er tat dies ausdrücklich mit dem Bewußtsein, sich nur eines mathcma- tischen Hilfsmittels zu bedienen, um eben dadurch die aus- getretenen rechnerischen Widerspruche in Einklang zu bringen. Einstein machte nun aus dieser HilfShhpothese eine Theorie. So würde man sich in gelehrter Sprache wusdrücken. Auf deutsch und in der Sprache des wirklichen Lebens gesagt, vertraute er mehr dem praktischen Erfolg als dem Augenschein. Er meinte, die zu wirklich brauchoa.en Erfindungen ummünz- bare Rechnung habe mehr Anrecht als Wahrheit zu gelten. Äs die sehr willkürlichen Zurechtlegungen der älteren Zeit. Darum warf er kurz entschlossen die ganze alte Mchanik fori und behielt die Lorentzsche Anschauung als„neue Wechanit". Das ist seine Relativitätstheorie, die er 1905 aufstellte. Und seitdem versucht er, und eine wachsende Zahl von Physikern mit ihm, die Gesetze der Elekirizitäislehre auf all« Erscheinungen der Welt anzuwenden. Das ist, auf die einfachste Form gebracht, dieses rätselhafte, viel. besprochene Neue, daS jetzt die gelehrte und gebildete Welt in Auf- regung versetzt. Man nmß gestehen, daß die neue Mechanik seit den 15 Jahren ihres Bestehens Erfolg gehabt hat. Immer mehr. Gebiete ergreift sie. immer mehr schwer deutbare Erscheinungen vermag sie zu er- hellen, und c? ist heute kein Zweifel, daß ihr der<�zeg zufallen wird. Einstein verdient seinen Ruhm. Nur wird dadurch die sehr ehrwürdige Äte Physik auf den Kopf gestellt. Und dagegen wehrt sie sich natürlich. Das ist der Kankpf, der die wissenschaftliche Welt erschüttert. Die Relativitätstheorie hat ungeheuerliche Konsequenzen für daS alltägliche Denken, die an allem zweifeln lassen, was zu den Er» fahrungcn des Augenscheins gehört. Gleichzeitig Geschehendes wird durch sie als ungleichseitig hingestellt, der Begriff des Raumes wird durch sie überhaupt ausgehoben wie letzten Endes auch der der Materie. Der Begriff der mathematischen Wahrheit wird in Frage gestellt. � Eilfertige Federn halb- und ganzpopulärer Wissenschast, die wie die Trommler den Regimentern auch dem HeereSzug der Wissen» schaftler vorauslaufen, verkünden bereits die umfassendste Um- wälzung des Menschengeistes, seitdem er zum erstenmal seine kühnen Fragen d?S Wie und des Warum in den dunklen Himmel hinausschrie. Aber ich glaube, eS ist keine Ursache zu diesen Erregungen. WaS sich ereignet hat, ist nichts weiter, als daß endlich einmal philo- sophifcheS, d. h. allgemeines und weltumfassendes Denken in eine Spezialwiss-nschaft, diesmal in die Physik eingebrochen ist. DaS ist der ganzen Umwälzung liefere Ursache. Man überlege doch nur ein wenig. Worauf war denn die ältere Physik aufgebaut, bei deren Leichenbegängnis nun die Leid» tragenden ihre empfindsameil Chöre singen? Auf dem Glauben, daß der Augenschein nicht trüge. Daß, was greifbar sei, auch stoff- sicher Natur sei, daß, wenn wir ein Band heute an einem Meterftib 1 abmessen, dieses Band zu allen Zeiten und überall im Weltenraum ! als ein Meter anerkannt werden müsse. �Wer gab uns daS Recht, solches zu sagen? Wir haben da nur die grobe alltägliche Sinne.: erfahrung verallgemeinert. Ohne Recht, auch bloßer Willkür, aus guten Glauben hin. Trotzdem schon ein klein wenig Besinnlich?, l uns darauf aufmerksam machte, wie sehr einem die Welt anders vor kommt, wenn man sie von einem anderen Standpunkt au« betrachtet. Es war, gelinde gesogt, eine Unbedachtsamkeit, zu glauben, daß unser kleiner subjektiver Menschenstandpunkt der absolut gültige sei. Es lag doch gar keine Notwendigkeit vor, das anzunehmen, und die großen Denker der Menschheit haben vor dieser etwas kindlichen Verwechslung des Ich- und des Weltstandpunktes schon immer gewarnt. Aber die Welt hatte fich so entwickelt, daß. wenn einer Physiler war, er vor lauter Rechnungen und Experimenten gar keine Zeil fand, fich auch in der Gedankenwelt der großen Denker umzusehen Es gab so viele Einzelheiten zu lernen, daß man in to Welt der Fochmenschen vor Bäumen den Wald nicht, und noch weniger das Land und die Erde sah, zu denen der Wald gehörte. In jeder Wissenschast arbeitete man abgeschlossen als ungemein vielwissender Spezialist für sich und tut es noch und oft hört man mit Stolz aus gelehrtem Munde: das geht mich nichts an, ich werde mich hüten, in eine fremde Wissenschaft hineinzureden..... Und so kommt es, daß nach und nach jede Wissenschaft sich zu denselben Einsichten durcharbeitet und es für etwas grundlegend Neues hält, was der Nachbar schon weiß. Die Physiler haben seit 1905 entdeckt, daß deS Menschen Er kenntnisfähigkeit nur einen Standpunktwert habe. Das wissen, mit Verlaub, die Philosophen eigentlich schon seit dem vor zwei Jahr« taufenden verstorbenen Protagoras, der die Sache in die ein> fachen Worte kleidete: Der Mensch ist das Maß aller Dinge. Und seitdem haben daS viele Denker immer wieder in andere Ausdrucks formen gegossen. Mit anderen Worten: die Physiker denken jetzt philosophisch und schaffen sich dadurch ein neues Weltbild. Das ist, auf einen verständlichen Satz gebracht, die ganze im- geheure Revolution, die sich gegenwärtig in den Naturwissenschaften vollzieht. Das hindert natürlich nicht, daß sie unabsehbare Folgen haben kann. Es führt nämlich immer zu sehr wertvollen Dingen, wenn einer nicht nur arbeitet, sondern auch denkt. Dem Denker ist die neue Mechanik mit ihrer Latibität und neuen Auffassung von„Lichtatomen" und RaumzeitnichtS Neues, sondern etwas längst Erwartete?. Er erwartet sich sogar noch etwa? ganz anderes. .Groß aufgerichtet und von dem Zauberlicht der Zukunft wie von einer Morgenröte übergössen, steht vor ihm die Notwendigkeit, daß alle Wissenschaflen, also nicht nur die der Natur, sondern auch die des Geistes, daß feine gesamte Erkenntnisfähigkeit in eine gc- meinsame Einsicht mündet. Dal ganze Weltbild sind nur seine eigenen auseinandergelegten, mit einander in Beziehung gesetzten Eigenschaften. Er schafft mit seinem Erleben, seinen Sinnen alle Objekte; was er nicht merkt, ist nicht, und was er Gesetze nennt, daß hat sein Erleben zuerst selbst in daS„Sein" gebracht. Auf dieses Ziel steuern fichtbarlich von allen Richtungen her alle WissenschaftSerkenntnifle, aber eS wird natürlich- wieder wie eine neue große Entdeckung wirken, wenn derjenige, der das zuerst klar erkennt und ausspricht, seine ersten Jünger gefunden haben wird. Leipziger Str. 88 Ecke Oiiailotleastraße Siegfried Behrendt Leipziger Sir. 96 Ecke Giiarlottensiraße Geöffnet von 9—6 Uhr ! Frühjahr- und Sommer-Moden 1920! Für Modesalons und Ateliers große Auswahl in reinwollenen Stoffen la Qual. Für Abend- und Gesellschaftskleider:> Für Manlelklelder: J! Wasch stoffe in kolossaler Auswahl!! Voiles, Schleierstoffe, baumwollene und wollene Alouffelines u. f. w. nach jeder Geschmacksrichtung. !! Herrenstoffe!! in gediegenen Qualitäten, großer Auswahl und modernsten Mustern. 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AS/S Gstre seinem Andenke«! Tie Beisetzung Hot bc- rcito stattgejunAeiV Der vorftanv. kilder verein Vonvsrts. Bei den Unruhen kam auch unser Eportsgeiwise Willi Setzband UMZ Leben. 223 1 Dir betrauern in dem s» früh Hsungegaag-neu eine« beben Freund und Verden sein Andenken stets .Im iJSjbto hatten. Der Vorstand. wmm jBUninif. Gingekagene Genrss-n'chast ;ntt beschränkter Haftung. Berlin. Krautstr. St. BUanr am 51- Oezember 1919. Akflr« Mark Kassenbestana.. sstö�s M'aaenbesvand.. 2'600.— Material««....-O-i04J3 '•Uschinen.... nüüfl.— Werlsieuge.... ök,«,— Utensilien.... 900,~ DeDitoren.... 15066,27 l'forde-u.Wag.-Konto 1,— Postscheck- Konto. 88,06 Dank Komo.,. 59780,51 Klfcktcn.... 770,— Muster und Modelle 1,— Konto Uubi.■• 1,— IVSSI.9S Passiva Mark CreciUorwi... 2.1790,15 Anteil-Konto.. 1000,— C>:;rlehns-Konto. 10062o,ll Interims-Konto.. SWO,— Weserveionds.■ 765,53 Gewinn- u. Verlust- Konto.... 17082 06 14825 ,93 Am Antangdesjahreswarcn 20 Genossen vorhanden. Eingetreten kein Genosse. Ausgetreten auch kein Genosse, mithinwaren amichluB des James noch 20 Genossen wn hmiden mit einer Oesatnt- ttaftsumme und einem C*c- sch-jnfeguthahen von 1000 M. Das üeschättsguthaben und die üesamthaftsurnine haben sich nicht vermehrt und nicht vermindert 11526 Der Vorstand: V»'. Langer. K. Schmidt. WZAWU zum Gclbstaufstellen. Sofpuiapcn, Garten- u. Drudpumpen, Schläuche usw-SZahreGarant. Vllustr. Preisliste grans.- »oblank& Co.. ■tüuntpcnfabr., BerUnki, Scinidcr.borfcr Str. 95. Eigenheim- Parzellen,- bireit am Bahrntzof, MdL 1 und weist. Borort, kein Maldbotvcn, mitgerirnger .stornutt-inlage, gibt ab i 1 öonfiCtuiiiCnuhaft �UuficSlunO". Aertii!.2L.8.Zägrrstr.t5.| Montag, de» 29. März, präzise G Uhr in Älirms Festsälen. Hasenheide 11-15: Verirsueuzmiiuer-VerzsAmiuiill. gutritt nur gegen Legitunatiouskarte haben Vcrlraurno. enäuner. Drcikeretkafsiercr undSeneralvcrsamenIungs- »eiegierte. 29/16» Der Gauvorstand. Zlchtuug! Achtung! Mtö»» m SObisder in BüibDtüäe- reies. GsWs.'sMWiileNn. Br.djDinöercier.! Dienötag, den 30. März, nachmittags Vs5 Uhr, im GewerkschaftshauS, Saal 1; VkMMMUM'SWg. Tagesordnung: B«rid»terstattullg übcr den Abschluß einer neuen Er. HLHuna der Lbhne»an 170, aui SU Proz. pir geitlohnarbelter und f'tr Akkordarbetter von 72'/, ans 25 Proz., zahlbar ab 25. März. In dieser wichtigm Sitzm:g darf kein Bcrirarrcnsmann fehlen, damit diese weitere Erböhung der Löhne sofort mit dieser Ldhnwod>c in Kraft treten ianit via Vranelrenlettunz:. Zs MÄklWÄ der Aükl». Zersss- SMes MMlLÄS Mle Stoß-tzn!!» KSL'ZiiNSi' «. NI. d.». DerlinL'.dleucPromenad.l i Eckhaus am Dahnh. Börse. I Eigenes erstkl. Fabrikat.] Lagerbesuch erbeten! j l'm VIrnOleg. den 30 TCorz 1820, abend« S Ahr. im«Scrt-evfichcitBhaus, Cngelus-c 15: BOeMMchk MllMMllWiNlüIS Tag esordnung: A«sere LohvbaweFvny. Ve»' Vorvtsack. Abstimmungsberechtigte Westpreuflen! Am Dienstag, de« SO.NlSrz, abends T'/. 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Bewerber, die sich einer staat- lichcu Schwwunprilfung bereit» unterzogen haben, werden er- sucht, ihre Gesuch«, denen et- wmge Zeugnisse beizufügen sind, unter Äuaabe der Dchaltsan- spruche inätestens bis zum 5. April hierher einzureichen. Personen, die die Schwimm- Prüfung noch nicht abgelegt haben, müssen sich ncrpstichten, dieselbe noch zu leisten. Hoherlehme. Post Bilden. Nrei» Teltow, 416$ den 23. März 1920. vor Gemeindevorsteher. Roienbanm, Bi-rgermriiter. selbständige für nersere Betriebe in$össel- dors und Äbln gesucht. 396$* Neivtske lelepfion- d. für NaUdienst zum so- fortigcnAntrttt gesucht. Stralau. 44»$ Wsedei', verh iralel, der m NM>l- grschtzten Istig gewrsea sein muh fudKn per iosor». Mthelhaus„Anders", Äclnlckendcrfcr Str. 16. WM MW a.,: eompenschlittiAestvil» »erlang: Richard Rteis«, Prabtinbustrie, Berlin-Leihen- see, Alberlmenftr. 28. 4-7$ bsisseldvri, Webrhah» 34 38. Kllln a-Rh� HohenstauienringstO. 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Nur für die Hinterlegung von Aktien zur Teilnahme an Generalversammlungen, sofern es sich um den letzten Tag der Hinterlegungsfrist handelt, und für Wechselzahlungen wird im Hauptgeschäft ein Schalter von 10 bis 12 Uhr vormittags geöffnet sein. Berlin, den 25. März 1920. Bank für Kandel und Industrie. Berliner Handels-Gesellschaft. 8. Bleichföder, Commerz- und Bissonto-Bank. Beibruch Schichler i Co. Deutsche Bank. Dresdner Bank. Direction der Dlsconto-Oeseiischaft. J. Dreyfus& Co. Hardv& Co. 0. m. b. H. Mendelssohn& Co. Mitteldeutsche Creditbank. Katlonslbaiik für Deutschtaud. Everlh 4 Mittelmann Bankgeschäft >ic?>-. 1673..,,, liexr.ISfz -- Berlin C 19, Petriplatz-4—-- 1 gegenüber d r Peti ikirchc. Fernsprecher; Zentrum 2373, 710.1 u. 11541, Beste Verwertung ansiMscher Anleihen u. Coupons j (ieschSftszüit; 9-1, 3—6, ßonr.abenüs 0-3. Prozesse, Rai. Beistand, mäBige Preise. 1 eil zanlung, Fhe-, Alimenten-, Straf suchen, Steuern, Cinadcngcsuche 1 Laiidgvrichfsrat Ilr. v. 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Gewählt ist danach, wer im ersten Wahlgang mehr als die Hälfte aller gültigen Stimmen erhält. Ergibt sich keine absolute Mehrheit, so findet ein zweiter Wahlgang statt, bei dem gewählt ist. wer die m e s ste n Stimmen erhält, io daß also im zweiten Wahlgang die relative Mehrheit entscheidet. Bei der Ausschusiberatrmg waren einige Be- denken gcäusiert worden, unter anderem auch dagegen, daß zu einem zweiten Wahlgang, bei dem die relative Mehrheit entscheidet, auch neue Bewerber auftreten können. Ter Ausschuß hat indes das Gesetz unverändert angenommen, und die Vollsitzung des Reichsrais tat das gleiche.— Ferner kam das Ncichswahlgesej, zur Annabmc. Es bestätig! sich, daß dieser Gesetzentwurf dem seinerzeit veröfsentlichten Entwurf C entspricht. Während nach dem bei der Wahl der Nationalversammlung zur Anwendung ge- langten Verfahren die Zahl der Abgeordneten von vornherein be- stimmt war, die Zahl der Stimmen für einen Abgeordneten aber schwankend war, steht jetzt die Zahl der Abgeordneten nicht von vornherein test, wobl aber die Zahl der Stimmen, näml b 60000 .für je einen Abgeordneten. Ferner werden die Reststimmen ausgeirutzi, und zwar daduröv, daß sie in eine Rcichswahlliste ab- fließen, wobei aus 60 000 Stimmen wieder ein Abgeordneter kommt und neben den übrigen Wahlkreisen Verbandswablkreisc gebildet werden, innerhalb deren es den Parteien unbenommen ist, mehrere Wahlkreise für ihre tiiste zuiammenzu'chließen. Auf diese Weise wird es den Parteien möglich, auch kleinere Stimmenmengen aus einzelnen Wahilrcisen zusamnienzufasscn mit dem Erfolge» daß ein örtlicher Abgeordneter wenigstens von mehreren Kreisen zusammen in den Re-chstag entsandt wird. In den Ausschuß- berat uri gen sind folgende wichtige Aendcrungcn vorgenommen worden: Tic Kosten der Wahl waren bisher zum Teil auf die Länder und zum wesentlichen Teil auf die Gemeinden verteilt worden. Künftig sollen aber alle Wahlkosten vom Reich getragen werden mit Ausnabmc derjenigen, die bei den Gemeinden erwachsen, aber auch von diesen trägt das Reich vier Fünftel und nur ein Fünitel tragen die tslemeinden. Zweitens haben die Aus- schüsse die Bestimmung der Regicruugsvorlagc gestrichen, wo- nach die Reichskasse den Parteien die Aufwendungen für Herstellung der Stimmzettel erstatten sollte. Es erschien den Aus- fchüssen mißlich, die Parteien von jeder finanziellen. Haftung zu embinden. In der Anlage des Gesetzentwurfs, worin die Wahl- kreise und VerbandSwahIkrcise zusammengestellt sind, haben die Ausschüsse noch die wichtigen Aeuderungen vorgenommen, daß aus ganz Bayern und aus Mnz Sachsen je ein einziger Verbands- Wahlkreis gebildet wird. Es soll damit erreicht werben, daß die Stimmen möglichst im Lande bleiben. Die Immunität öer Hochverräter. Koch und Kessel. Im Geschäftsordnungsausschuß der Preußischen LandeSver- sammlung wurde ein Antrag der Mehrheit? Parteien beraten, die Genehmigung zu erteilen zur Strafverfolgung de? Abg. B. K esse l lT-nat. Vp.) wegen Hochverrats. B. Kessel batte sich der Kapp-Regicrung zur Verfügung gestellt. In der Aus- spräche wandten sich die Deutsche Volkspartei, die Deutschnationalen und die Unabhängigen dagegen. Besonders war es Paul Hosfmann von den Unabhängigen, der im Namen der Fraktion erklärte, daß sie gegen diesen Antrag im Plenum stimmen würde. Die Mehrheitsparteien stimmten für den Antrag, die anderen Parteien mft Einschluß der Unabhängigen dagegen. Ob diese Haltung der U-nahhängigen in ihrer Partei Anklang findet? Der RoichSminister des Innern Koch hatte an alle Ober- Präsidenten eine Depesche mit dem Ersuchen um Darstellung der politischen Lage gesandt und darauf unter der Aufschrist„An den ehemaligen Reichsminister Koch, Stuttgart" folgende Depesche aus Breslau erhalten:»Breslau und Schlesien sind restlos in der Hand der Regierung Kapp. Anfragen, wie die vom 15. März, sind daher zwecklos. Der Oberpräsident." Der Reichsminister des Innern antwortete drahtlich:„Hochverratsverfahren bei OberrcichSanwalt beantragt." Jetzt ging, wie die„P. P. N." erfahren, bei dem Reichsminister des Innern ein weitere? Telegramm aus Breslau ein:„Reichs- minister Koch, Berlin. Eröffnung eines Verfahrens gegen mich der- . stoßt gegen meine Immunität als Abgeordneter der Preußischen Landesversammümg, ersuche um Aufhebung, v. Kessel." Darauf- f hin erging»An den ehemaligen Obcrpräsidenten v. Kessel in Bres- i lau" folgendes Telegramm:»Habe den Oberreichsanwalt ersucht, ! die Geirehmigung zur Strafverfolgung gegen Sie einzuholen." Notschrei üer russischen Kriegsgefangenen. Tie russischen Kriegsgefangenen in Deutschland ersuchen uns, einen von isiren Vertretern in den verschiedenen Lagern verfaßten Aufruf zu veröffentlichen. Wir. entneihmen ibm. folgende Stellen: An alle zivilisierte» Völker der Erde! SdNm mehr als zwei Jahre sind verflossen, daß zwischen Deutschland und Rußland Frieden geschlossen ist. und Jahre sind es sckon her, daß zwischen Deutschland und der En- tente der Krieg ein Ende genommen hat. Alle Kriegsgefangenen der Engländer, Amerikaner, Franzosen, Italiener, Belgier, Ru- manen, Serbier usw. und sogar der Kolonien find sofort nach Kriegsschluß heimgesandt worden. Ebenso sind fast alle beut- scben KricgSgcfangeucn aus allen Ländern zurückgekehrt, nur wir armen zurückgebliebenen 200 000 russischen Kriegsgefangenen sitzen noch immer in Deutsch- land! Auch wir wären schon längst zu Hause,»wenn die En- tente sich nicht eingemischt und unseren Transport nicht zum Stehen gebracht hätte! Erst als die Entente die B o l sche w i st e n g c f a h r in Ruß- land zu fürchten begann, wollte si« uns wie die kleinen Kinder betören, aus uns ein« Armee organistersu und uns gegen unsere eigenen Brüder kämpfen lassen. Nach acbtmonat- lichen Versuchen, als sie endlich gewahr wurde, daß die russischen .Kriegegefangenen, obgleich die meisten Anasphetert sind, doch nicht so dumm seien, um gegen die eigenen Brüder zum Nüven der Entente zu kämpfen, überließen sie uns dem eigenen Schicksal. Nun haben wir neu« Hosftmng, in unsere Heimat befördert zu werden, da wieder Verhandlungen zwischen Rußland und Deutschland hetrcsfs Abtransport der russischen Kriegs- gefangenen eingeleitet worden sind. Wir wissen ganz genau, daß die Gründe, die unseren Abtransport nicht zustande kommen ließen. leicht aus dem Wege Härten geschafft werden können, wenn die Entente nur die Lust dazu verspürt hätte. Wenn die Entente wirflicb über menschliche Gerühle verfügt und«it uns Mitleid hat, wie sie es bcbauprn. dann Hirten wir sie, entwader uns beim?lbtran?p?rt behftflieft zu sein, oder, wenn da? nich« geht, wenigstens sich nicht hineinzumischen und die Angelegen- Herr seinen Gang gehen zu lassen. Wir haben nur den einen Wunsch, in die Heimat zu kommen, oder richtiger gesagt, bis zu unserer Grenze, dort werden wir Won selbst sehen und wissen, wie wir riech Hause kommen werden. Im Namen der 200 000 russischen Kriegsgefangenen. (Folgen die Namen der Komiteemitglidder der cinzlnen Läger.) Wir fühlen uns um so mehr verpflichtet, diesem Not- schrei den Weg in die Oefscntlichkcit zu bahnen, als sich das Schicksal sener Unglücklichen immer nur noch dunkler zu ge- stalten drol?t. Tie Austauschverhandlungen stocken, auch Deutsche in Rußland werden dadurch an der Rückkehr gehin- dert, der russische Bevollmächtigte Wigdor Kopp irrt noch immer obdachlos umher, während militärischer Irrsinn seine Wohnung als Bolschewistenfalle bcnützt. Dazu kommt, daß ab 1. April infolge allgemeiner Verschlechterung der Er- nährungslage eine Herabsetzung der V e r P f I e- gungsrationeu geplant sein soll. Man muß mit äußerst kritischen Zuständen rechnen, wenn die Heimkehr der Russen nicht mit allen Mitteln beschleunigt wird. Wigöor Kopps Wohnungsfrage. Zu den famosen Maßnahmen der Puischtruppen und des Spitzcldienstes gegen den Vertreter Sowictrußlands erklärt das Auswärtige Amt, daß sie ohne sein Vorwisien getrosjen seien. Tie Angelegenheit unterliegt zurzeit der Prüfung der zuständigen Stellen. Das Auswärtige Amt hat dem bevollmäckitigten Vertreter Dn unsere Abonnenten. Tie Preissteigerung für alle Nohmaterialien unh Bedarfsartikel geht unaufhaltsam weiter. Besonders schwer wird von dieser Steige- rung das ZeitiingSgewcrbe betroffen. Das Druckpapier, das im Frieden pro 100 Kilo 21,— M. kostete, muß jetzt mit 313,25 M. bc- zahlt werden. Es ist dies eine Preissteigerung von 1 5 3 5 P r o z. Tic weirere» Materialien zur Herstellung der Zeitung sind noch stärker gestiegen: Druckfarbe ist um 1633 Pro.;., Maschinenöl um 2338 Proz. und die Metalle sind um 4322 Pro,;. im Preise erhöht. Dazu kommen die erhöhten Geholter wie sonstige Berwaltnngskosten. Es ist deshalb auch eine weitere Erhöhung des Abonnements- Preises nicht zu umgehen, und'vir sehen uns deshalb gezwungen, ab 1. April für das Exemplar und Monat den AbonnementspreiS aus 7,— M. festzusetzen. Wir sind der Ilebcrzcugung, das. unsere Abonnenten in Berücksichtigung der gegen- wärtigcn Verhältnisse die Berechtigung dieser Erhöhung anerkennen und auch ferner treue Leser und Werber des„Vorwärts" bleiben werden. Für die während des Generalstreiks ausgefallenen Nummern des„Vorwärts" wollen wir unseren Abonnenten in Grosi-Berlin, die für April den„Vorwärts" weiter beziehen, 1,— M. vergüten, so daß sie f ü r A p r i l st a t t 7�— M. n u r 6,— M. z u zahlen haben. VorwärtS-Verlag, G. m. b. H. der Sowjetregierung bereits notifiziert, daß sowohl seine Person wie seine Räume selbstverständlich alle Rechte der diplomatischen Immunität genießen. Danach darf miau annehmen, daß der augenblicklich obdachlose Herr Kopp schon in allerkürzester Zeit seine Wohnräume in der Fasanenstraße wieder bezieben kann. Er wird sich wohl hüten, solange man seine Wohnung bespitzelt! Der flülon-n noch auf wirtschaftlichem Gebiete die Rede sein lönnc. Und zur Fesisiellung der Ausrottung der Sozialisten sollte man sozialistische Parteien noch einladen? Ein Schwindel der ,. Deutschen Tageszeitung". Die.Dea's.fc Tageszeitung" verbreitet, daß eine von ihr nicht genannte?tach- richtensrelle in„positivster Form als verbürgte Tatsache" mitteile, „daß man sich in den Tagen der Kapp-Regierung von selten des Auswärtigen Amts wiederholt und dringend um eine Jnterven- tion der Entente zum Sturze KappS in Gestalt eines Ein mar- ich es im Westen bemüht habe." Hierzu wird von zuständiger Steile erklärt: Diese Behauptung ist in vollem Umfange eine ebenso dumme wie frivole Erfindung. Tie Tanziger Wahlen zur Verfassunggebenden Versum-tck ng für den Freistaat Danzig finden am Sonntag, den 16. Mai d. I. statt. Landlose Landwirte. Infolge UebergangS der Güter der Ansiedlungskommission für Polen und Westpreußen in polnische Verwaltung sind viele bc- währte landwirtschaitliche Beamte sOberverwalter. Gulsvcr- Walter. Wirtschafter, Assistenten. Rechmingsfiibrer u.a.) siellungs- l o S geworden. Eni Teil dieser Beamten besitzt reiche Erfahrungen aus dem Gebiete des Siedlungs- und GenoffenichastSwesenS. Gutsbesitzern und SiedlungSgesells chatten ist dadurch Gelegenheit gegeben, zuverlässige und tüchtige Beamte zu gewinnen. Nähere AuSlunst erteilt die staat- ticke Fürsorgesielle für Ansiedler und Gursbcainie der Änsiedlnngs-> koinmiisio», Berlin\V. 9, Köirtggrätzer Str. 123, Gebäude des Land- wirtichastsministeriumS. Die vorstehende Ankündigung zeigt uns deutlich den ganzen Jammer unserer Verhältnisse und die Unfähigkeit der Bureaukratie zur Lösung größerer organisatorischer Ausgaben.„Be- währie" landwirtschaftliche Beamte laufen in einer Zeit, die „intensiv sie" landwirtschaftliche Produltion erfordert. „ st e l l u n g s l o s" herum. 100 000 Soldaten, die heute politisch eine Gefahr bedeuten, weil sie vor der Existenzlosigteit stehen, kommen zur Entlassung. Für ihre Einstellung in den Produltion?- Prozeß muß schnellstens gesorgt werden. Man nehme diese„siellungs- losen Fachleute' mache sie zu Gruppenführern und gebe jedem 50 oder 100 entlassene Soldaten, mit denen sie Land urbar machen und besiedeln und Rittergüter in gärtnerische Kultur bringen, so daß aus 1000 Morgen 200 Männer Familien begründen können. Wenn jede Woche 1 oder 1>/z Milliarden Mark Papierzettcl gedruckt werden, dann sollte mau sie vorerst zur landwirtschaftlichen und gärtnerischen Siedlung verwenden, damit Lebensmittel produziert werden.____ Wer verteuert die Fische? Die Fi schdampferreeder erhalten für ihre Fische nur die vom SLirtschastlichen Verband, der deutschen Hochsedfischercie» festgesetzten Preise, die sür die HauplverbrauchSfische sür das Pfund folgende sind: Große Schellsische.. 175 Pf. Scholle, groß.... 260 Pf. Schellfisch II.... 140„ Scholle, mittel... 210. Schellfisch III.... 120„ Scholle, klein.... 123, Braischellsisch.... 105. Roibarich...._. 120» Kabliau, groß.... 145„ Seelachs oder Kohlfisch 120„ Kabliau, mittel... 120„ Leiigfiich...... 115„ Kabliau, klein.... 110„ Katfisch...... 125„ Zu dielen Preisen dürfen die Groß- bzw. Versand- fischhändler einen Zuschlag von 35 Pf. sür Verpackung. Umsatz- sieuer, Anlieferung zur Bahn usw. erheben. Es kommt aiso für den Verbraucher lediglich noch die Fracht zuw. Bestimmungsort und der A u f s ch l a g d e s K l e r n h ä n d l e r s hinzu. Wenn nun im Bsiinenlande tatsächlich Preise von 4 M. für Schellfisch oder Kabliau gefordert werden, so sind diese Preise, wie sich jeder Verbraucher nach Vorstehen dem selbst ausrechnen kann, viel zu hoch. Die Reeder haben aber leine Möglichkeit, auf die Preise, die die K l e i n- bändler von dem Verbraucher fordern, einzuwirken. Sache der Preisprüfungsstclle» und Wucherömter dürste eSsein, daftir zu sorgen, daß Kleinhändler leine unangemessen hohe Ausschläge beim Wiederverkauf nehmen._ Deittsches kommunale? Girowesen. Der Z a h l>l n g S v e r I e h r, der sich io vollzieht, daß ledig- lich Buchuiigeii in den Büchern von Banken, die miteinander in Verkehr stehen, vorgenommen iverden, oder auch ein großer Kundenkreis einer Bank die Zahlungen der Knuden einfach durch Umbuchungen voniiinrnt, wird Giroverkehr ge- nannt.(Bargeldloser Zahlungsverkehr.) Schon 1537 entstand in Venedig die erste öffemliche Girobank. Einen gewaltigen Giro- verkehr bewältigt die Reichsbank und der Berliner Kassenberetn, in O e st e r r e i ch allen voran- die O e st e r- r e i ch i s ch e Postsparkasse. In Deutschland bestehen jetzt, als Organisation de? kom- munale» Girowesens mit der Girozentrale in Berlin an der Spitze. 12 Giroverbände, die mit ihren Zentralen fast das ganze Gebiet des Reiches umfassen. Sie bieten mit ihren 2600 ange- schlossenen Spar- und G i r o k a s i e n sowie, ahlreichen anderen öffentlichen Kassen ein weit verzweigtes Filialnetz, das die Ausführung des Zahlungsverkehrs noch allen Orten sehr erleichtert und beschleunigi(kommunaler S ch n e l l ü 6 e r lv e i s u n g s- verlehrh Die Girozentralen besitzen als öffentliche Bank- anstalicn Mündelsicherheit. Die stärlste unier ibneii� ist die Girozentrale Hamwver: zu ihr gehören 53 Kreise, 54 Städte und Ge- meinden, 18 Äandaemeinden und 72 Sammclgemeinden und mündel- uchere Sparkassen. Der letzte Jahresumsatz belief sich aus 7 Milliarden. Klcditspcrrung für die Stadt Zürich. Einer Meldung der Telegraphen-Union zufolge haben die Schweizer Banten den Beschluß gesaßt, der Siadl Zürich keine weiteren Kredite mehr zu gewähren. Veranlaßt wurde dieses Verhalten durch die äußerst prekäre finanzielle Lage der Stadt und durch die sich letzthin zeigenden übertrieben sozialistischen(?) Machenschaften, die zu unliebsamen Borlommnissen geführt haben. In Bankkreisen ist man nur dann entschlossen, in dem Vorgehen eine Acnderung eintreten zu lassen, wenn der Schweizer Bundesrat für die weiteren sinanziellen Verpflichtungen der Stadt Zürich voll« Garantie leistet. GswerMastsbeVegung Wo sitzen Sie Reaktionäre! Der Putsch Kr Kappisteii scheint die stille Billigung dcS Vcr- banteS Berliner M etallirid u s> r! cAe r und des Vereins Deutscher Ingenieure gesunden zu heben, denn nicht anders lanu man schlutz- folgern, wenn man doö Rundschreihen des V. B. M. I. vom dieses Monats liest. Ter zweite Absatz lautet nämlich wie folgt: „Bedingungen, die etwa an die Wiederaufnahme der Arbeit ge- knüpft werden, einerlei welchen Inhalts, sind abzulehnen. Die Wiederaufnahme der Arbeit hat bedingungslos zu er- fotzTlr." Weiter Hingt dasselbe in folgendem Zlachsatz ans:„Wie uns bekannt geworden ist, ist in einzelnen Betrieben die Wieder-„-ia or.? � o-i, aufnähme der Arbeit von der Bed.nauug der Entlassung solcher Yat.dumgcn dere.t Abschlug b.s zum 10 Aprtl d. As. zugc Aroeiter und Annes. el'ten abhangi« gemacht worden, die nmlwend sit. bc,chlo,,eu worden, lieber dw tanfl.che Siegelung des-Streifs gearbeitet haben. W�er diese noch andere Bedingungen! N?dw Aulzenbeamtcu soweit s.o nicht vom Tarrsvertrag er- dnrl-n bewiiliet werden- �lasit werden, sollen ebenfalls erneut Verhandlungen aufgebe Verein Deutscher Ingenieure macht die Geschichte etwas i""muten werden._ q chickter. In einem Schreiben vom 23. d. an. einen seiner An!—, j.rrj* t tu u u gestellten weiß er von dem Generalstreik, zu dem die tllegierung v-llgUNg 00? sachsifchSN ÄcXtllarvelte?. ausgerufen hat, überhaupt nichts, sondern er schreibt:„Wir stellen � In Dresden fand am 21. und 22. März eine sächsische hiermit fest, das; Sie als einziger unserer eingestellten seit Aus-' Textilarbeiterkonsercnz statt. Der erste Beratungs- h r u ch der Verkehrs- n n d s o n st i g c n S I o r u n gen Ihur gegenständ betraf die„Betriebsrat e". Ter Referent H c i d e L Arbeitsstelle ferngt blieben sind."' Dresden wies besonders aus die Möglichkeiten hin, daß durch Tarif- Nicht unerwähnt soll'es bleiben, das; sogar die A. E. G. Teile! vertrage die Ausgaben und auch die Befugnisse der Betriebsräte funden. dw z« einer BerstSndignng gefsthrt haben. Hierdurch werden alle andernfalls austretenden Streitfragen und Lang- wierigkeiten vermieden. Die Angestellten erhalten nunmehr in Fornt von Teuerungszulagen die materiellen Verbesserungen des Schiedsspruches. Für das verflossene Vierteljahr werde» sie noch am 1. April ausgezahlt. Die allgemeine Verbindlich- keit des Tarifvertrages vom ö. Februar 1920 und der dazu getroffenen Vereinbarungen soll nunmehr beantragt werden. Der Arbeitgeberverband deutscher Versickserungsunternehmungen wird auf den Arbeitgeberreichsverband deutscher Versicherungs- Vertreter dahin einwirken, daß auch für die Angestellten der Provisionsgeneralagenturen eine diesen Vereinbarungen ent sprechende Regelung erfolgt. Auch die Gehaltsregelung für die Eiiuiehmer ist erörtert und der sofortige Eintritt in Ver- ilrer Angestellten zu dem Dienst bei den Zeitfreiwilligen und sonstigen Abwehrspielereien gegen den nnierdings„festgestellten" Bolsche- w'.smuS beurlaubt. Den Arbeitnehmern ist darum zu empfehlen, fest hinter, ihrer Gewerkschaft zu stehen, um die mit den Regie- rnngsparicicn vereinbarten 0 Punkte, zu denen auch die Beseitigung aller reaktionären Elemente in den Betrieben gebort(und solche sind dach die Genevalstrei'kbrccher), durchzuführen, trotz aller Be schiüssc unter der geistigen Leitung des Herrn Stephau Oppen- Kirn er. Zu dem gleichen Thema wird uns aus Bankangestelltenkreisen e'n Zirkulär der P e r s o n a l v e r w a I t n n g der Deutschen Bant übermittelt, das so recht die reaktionäre Gesinnung der Direktion der Deutschen Bank dvkumcntigrt. Einer Reihe von An- gestellten, die ihrer Staatsbürgerpfliä't gegenüber den Kappisten durch Beteiligung am Generalstreik nachkamen» wurde schriftlich folgende neugierige Frage vorgelegt: Sic sind vom... bis... ohne schriftliche Entschuldigung ferngeblieben. Ter Ordnung halber wolle» Sie uns hierunter den Grund ihres Fehlens angeben. Berlin, 27. 3. 20. Pcrsonal-Bcrwaltung. Diese recht auffällige Neugierde wurde von zahlreichen Ange- stellten wie folgt befriedigt: Ich habe gefehlt, weil die verfassungsmäßige Regierung zur Arbc-tseinstelluug einen Auirus erlassen hatte. Des Sch; üffeln nach der politischen Gesinnung der Angestellten macht einem Fiv.anzinstitut, das sich gern in den Mantel der demo- kratischcn Gesinnung hüllt, wahrlich wenig Ehre und ist nur ge- eignet, bei den Angestellten Mißtrauen hervorzurufen. Einigung im Vcesicherungsgeiserbe. Vom Zentralverbanb der Angestellten wird uns mitgeteilt: Am 27. März d. As. haben im Anschluß an den für das Versicherungsgewerbe ergangenen Schiedsspruch vom 27. Februar 1920 im Reichsarbeitsministerium unter Vorsitz des Herrn Ein FfcinÄ der Verbände. Die Damenhutiabril G. A. Schilling, Berlin, Wallstr. 23/24, scheint zu jenen Geistern zu geboren, die sich über Verfassung und Gesetz hinwegsetzen zu können glauben. Die ehrenwerte Firma Referenten Dr. Weigert Einigungsverhandlungen stattge-! preßt nämlich ihre Nngenelllen. au-5 dem Zentralverband der An- noch wesentlich erweitert werden können. Es läge keine Ursache zun pessimistischen Beurteilung des Betricbsräicgesctzcs vor. Tic Ver- bandsleitung werde Gelegenheiten schaffen, daß sich dtc Betriebsräte ausbilden können, inn ihnen dadurch ihr schweres und vcrant- Wortungsvoiles Amt zu erleichtern. Die Gauleitung Sachsen des Deutschen Tepiilarbeiterverbandes habe eine Mustcrarbcitsordnung ausgearbeitet, die den Betriebsräten bei Vereinbarungen über Ar- beitsordnungen als Richtschnur dienen solle. lieber die E r w e r b s l o se n s ii r s o r g e referierte S c h- f e r t- Ehemnitz. Die Organisation der Tevtilarbeitcr habe mehr denn je die Ausgabe, ihre Aüfmerkian.kcit der Erwcrbslosensürsorgc zuzuwenden. Vor ollem müsse die Beseitigung der Warte- zeit angeiirebt werden. Das schtimmste Uebel sei die Staffelung nach Orlsllasscn. Tic 5loiifercuz woge beschließen, eine Zentral- stelle für Erwerbslosenfürsorge einzurichten, die beratend den Funktionären des Tcxtilarbeiterverbandcs zur Seite stehen soll.— Dieser Antrag wurde origeiiomnen.— Ferner wurde über eine Petition dcS Deutschen Tertilnrbcnerverbandes,' Gau Sachsen, an die sächsische Landesregierung und die Volkskammer auf Aendcrung bzw Ergänzung der ErwerbSlosensürsorge beraten. Es wurde gc- fordert, daß in der Petition die Erhöhung der Unter- st ü tz u» g s s ä tz c um 10 0 Prozent verlatigt werden soll. Die Ausschaltung der Jugendlichen von 11 vis 10 Jahren von dem Be- zug der Unterstützung sei gänzlich ungerechtfertigt, die Anrechnung des Arbeitsverdienstes von 70 Proz. sei zu hoch. Tic Abänderung des Petition-: cntwuries in diesem Sinne wurde beschlossen. Alsdann referierte Z w a h r Plauen über das M e b r st u h l- s h st c m. Tic stchlußsolgerungcn seiner Ausführungen gingen dahin, daß die Wiedereinführung des Mehrstuhlsystems nicht mehr tu verhindern sei, es solle aber in allen Fällen die Zustimmung des Zentralvorstandes und der Gaulcitung eingeholt iverdcn, damit mich überall die Einhaltung der in der ArbeitZgemein- schaff aufgestellten Richtlinien gewährleistet sei. gesteMe« auszutreten und legt Ihnen zu diesem Zwecke folgende Bedingung zur Anerkennung vor: „Ich verpflichte mich, Fräulein.... das vom Zentralverband der Angestellten seiigcsctzte Gehalt jeweils zu zahlen und Ab- änderungen des Tarifvertrages auch in meinem Betriebe an- zuerlennen. Ich mache jedoch zur Bedingung, daß F r ä u l c in...... keinem Verbände angehört. Anerkannt:(llntcrschnjt). Natürlich sind solche unter Ausbeutung der Notlage erpreßten Unterschriften rechtsungültig. Auch scheint der Firma nicht bekannt zu lein, daß sie sich durch ihr Vorgehen gegen die Koalttionssreiheit der Angestellten strafbar macht. Gerade aus solchen Vorkommnissen sollten die Arbeiter und Angestellten lernen, daß es erste Vor» bedtngung für ieden Werttätigen sein muß, sich seiner gcwerlschait- lichen Organisation anzuschücßcn. Gerade die Organisarivn-s- seindltchkcii vieler Unternehmer muß den Arbeitern und Angestellten diese ErleitntmZ brutgen.__ Ciscnbitliubuchhandel. Während des Generalstreiks stellten sich die Arbeiter und Ange» stellten der Eisenbahiibiichhondluug Georg Stilke lInhober Kommerzienrat H. Stilke; hinter die verfassungsmäßige Regierung und ichlosicn sich den Eisenbahnern im Streik an. Jetzt stellt sich die Firma auf den Boden einer Ardcitgcberentschließung und lcbnt die Bezohlung dieser Streiktagc ob. Tie Angestellten sind mit Recht empört und wollen nun ihr Recht bei den betreffenden Eiscnvahn- dircltionen bzw. beim Rcich-cisenbobnministcr suchen. Achtung, Metallarbeiter! lieber die vom Hauptvorstand geforderte Beitragserhöhung findet die Urabstimntung heute, Sonntag, von lt» bis 1 Uhr und morgen, Montag, von 2 bis 6 Uhr statt. Die Abstimmungslokole sind in der Morgciimnumcr vom Sonnabend, den 27. März unter Gewerkschaftsbewegung bckaimtgcgcbcn. Ter Vorstand der is. P. D.-Fraktion der Mclallarbcitcr. Teutichrr Troiisportarbeiterverbond. VcrbandSstmktionäre! Be- triebsvertrailenSleute, BrmrchcnlcNer. Vci-walluiigsmitglicder, Tislritts- Agilotwnskommi'iionSmitglicder und L bleute. Tic durch.Handzettel be- iamitgcgcbcnc?t l l g e m'ine F u n k 1 i o n ä r v c r f a in m l u n g findet bereits am M anlag, de n Lll� M ä r z t ZeO, abends 6'/, Uhr. in der Brauerei Kö-nigstadt. Schönbauier Allee 10—11. statt. Alle jür dicie Zeit geirosicueu Veranstaltungen fallen aas Anlaß dicicr Versammlimg aus. Tie BczirkSvcrwaüung.— t?l a r k k h e I f c r, Packer usw. des Buchhandels. TicuStag, den 30. März, abends 7 Ilbr, im Saal I des .GcwcrkschajtSbaufe-Z", Engelufer 15: E> r u p v c n v er sammlu ng. Tagc-5- Ordnung: Stellungnahme zu den neuen Lohnforderungen.— Chemische Branche. Mittwoch, den M. März d. F.. abends 7 Uhr, im„Königstadl- i Kasino", Holzmarltstr. 7J: Allgemeine Branchciiversoinmlung aller llntcr- j gruppcn. Tagesordnimg.- Stcllungnabmc zu den Kündigungen der Tarife und Ausstellung neuer Forderungen. Mitgliedsbuch oder'karte legitimier!: Vertrauensleute der Bnchhiiidcr i« den Nuchdruekercieu, Gr- ichoftsduchsabrite» und Biichbindcrcic»! ZieuSlag, den 30. März. nachmittags'i. ö Uhr, im.Gewertlchaitshaus",-rwai 1.- Vertrauens- m ä an c rs i tz u n g. Tagesordnung: Berichterstattung vdei- den Abichiuß einer neuen Erbödung der Löhne von 17'/., aui 30 Proz. sä Zeil- lohuarbeitcr, und für Akkordarbcitcr von 12 h'. auf vl, Proz., zetziy..-r ab 20. März. Zciitralvcrband der AiigestcUtcn. Versammlungen am Monlag, den 29. März 1920: Fachgruppe-. cl lScklion der iü.raiilei>'äsfc!i--Angcstclltcii) nachm. 4 Uhr. Sophiensälc. saphicnstr. 17/18.— Fachgruppe 12(Belriebs- oblcuie und Angestcllten-Au-Zschußmttglicdcr der Groß-Bcrtiner Baugeschäflc: östenllichc Bersammlung, abends 7 Ilbr im Pcrbands-Burcau, Belle-Alliancc- Kratz« 7.10.— Fachgruppe 16«Buch.. Papier- und Zeitungsgewerbe»: Ver- kammlung für fämilichc Funklianäre der Fachgruppe, abends>/,8 lihr im Vetbandsbureau. Bell-- Allianccstv. 7 10— Speditionsbetriebe! G cmcin- 'anie Versammlung aller gewerblichen und knu'männiichcii Arbcitncbmcr Montag, d e 11 29. d. M t s., abends>/,8 Uhr, Sophiensälc, Sovhien- slratzc 17/18. sBcrichicrstatluiig über die Durchführung des Gencralstrcilcs.) Veroittw. sär den rcdatlion. Teil: Artur Ziiltcr, Charloilcnburg: für Anzeigen: Th.»loiic, Berlin. Bcrlog: Vorwiiris.Bcrle.i s. m. b. K., Berlin. Trutt: Vor- wärls-Buchdruckerei u. Verlagsanstall Bau! Singer u. Co. Berlin, Lludenlir. 3. Hierzu 3 Brilagrn. KUIlMTIIcQTM