Nr.163.37.Iahrg. Bezugspreis t D erteljährl. ISLOMk�inonaS. SL0 MI. frei ins Haus,»»raus zahlbar. Post- dezug: Monatlich SL0 Ml. erv. Zu- stellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 8,75 Ml, für da« übrige Ausland 18.— Ml, bei täglich einmal. Zustellung It.— Ml.-h Valuta- Ausschlag. Post- bestellunzen nehmen an Däuemarl. Holland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen m die Post- Zeitung»- Preislifte. Der.Vorwärts' mit der Sonntags- beilage.Soll u-Zeit* erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm-Adresse .Zoziald�niokra» Bctlte". Morgen-Ausgabe. Derlinev Volksblatt (gQ Pfennig� Anzeigenpreis s Die achtgespaltene Nonporeillezeile kostetZ,— M, Teuerungszuschlag«Z°/> »tileine Anzeigen", das teil- gedruckte Wort 75 Pfg. lzuläfsig zwei «ettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 05 Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlaz 50°/» FamUien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins- Anzeigen Z.- Ml. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin SW 58. Linden- strasse Z, abgegeben werden.(Beöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der Ibzialdemokrati fchen Partei Deutfchlands Reüaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3. jserusprecher: Amt Moribvla», Rr. lälSv— 15197. vorwärts-verlag G.m.b. tz., SW. 68, Lindenstc. 3. Fernsprecher: Amt Moristplah, Nr. 117 55—51. /in die /luMnüisihen im Ruhrrevier. Aufruf öer Reichsregierung. Berlin, 28. März.(WTB.) Die NeichSregiernns hat au die Aufständischen im rheinisch-weftfälischen Kohlenrevier folgende Forderung gestellt: Die Regierung hat durch die„Bielefelder Verhandlung" ver. sucht, ohne Anwendung von Gewalt die Ruhe und Ordnung im Rlchrgebiet wiederherzustellen. Der versuch ist gescheitert. Die R» t e» r m e e hat sich nicht danach gerichtet. Die Angriffe auf Wesel sind mit größter Heftigkeit fortgesetzt worden. Die Ge- faugeneu wurden nicht freigegeben, die Abgabe der Waffe» nicht durchgeführt. Die Verhältnisse haben sich im Gegenteil«och ver- schlechtert. Zahlreiche Notschreie aus allen Kreisen der Bevölkerung berichten über verbrechen und Gewalttätigkeiten, die von den Rote» Truppen begangen werden. DaS zwingt die Negierung zum energischen Handel», um möglichst bald wieder g e o r d. nete Verhältnisse in diesen Gebieten herzustellen und die Bevölkerung vor Willkürakten zu schützen. vm aber allen verführte» nochmals Gelegenheit zu geben, zur Vernunft zurückzukehre», will die Regierung noch eine letzte F r i st gewähren, ehe sie mit Waffengewalt einschreitet. Sie fordert daher bis zum 30. März, 12 vhr mittags eine ausreichende Sicher- heit für den Militärbefehlshaber des Wehrkreise? K, Generalleutnant v. SB atter in Münster, für die Annahme und Durchführung folgender Bedingungen: 1. Uneingeschränkte Anerkennung der verfassungsmäßigen Staatsautorität. 2. Wiedereinsetzung der staatlichen BerwaltungS- und Sicherheitsorgane, soweit sie nicht durch Eintreten für die Kapp-LLttwitz. Regierung belastet sind. 3. Sofortige iflösung der Roten Armee. 4. Völlige Entwaffnung der ge- ,amte» Bloölkerun«, einschließlich der Einwohnerwehren, unter Aufsicht der rechtmäßige« staatliche« Organe. Die Art und Zeit der Durchführung der Entwaffnung wird durch den Inhaber der vollziehenden Gewalt näher bestimmt werden. Sofortige Freigabe der Gefangenen. Falls diese Bedingungen angenommen werden, wird die Reichs- regierung von einem Angriff absehen. Andernfalls erhält der Inhaber der vollziehende» Gewalt Frei- heit des Handelns zur vollen Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände. Berlin, den 28. März 1920. Die Reichsregierung Der Reichskanzler Der ReichSwchrminist-i gez. Müller. gez. Gehler. «> In einzelnen Teilen beS RuhrrevierS haben bewaffnete Verbrecherbanden, die sich als Syndikalisten be- zeichnen, über die Bevölkerimg einen solchen Schrecken ver» breitst, daß immer neue Hilferufe an die Regierung gelangten, die sich schließlich zur Ankündigung eines bewaff- neten Vorgehens genvtig fühlte. Inzwischen hat die Arbeiterschaft jener Gegenden, und zwar sowohl Mehrheitssozialisten wie Unab- h ä n g i g e, den Entschluß gefaßt, sich das Treiben jener Banden nicht länger gefallen zu lassen, sondern ihm aus eigener Kraft ein Ende zu bereiten. Vielleicht ist es richtig, den Erfolg dieser Aktion abzuwarten, bevor man Truppen heranzieht, deren Erscheinen nach den Ereig nisten der letzten Zeit neue Erregimg schafft und die Kräfte- Verhältnisse innerhalb der Bevölkerung wieder verschiebt. Es sind inzwischen Verhandlungen eingeleitet und es ist zu hoffen, daß sich durch deren Erfolg ein mrlftärifches Vorgehen erübrigen wird. Aufhebung öer besonöeren Ausnahme- beftimmungen. Folgende Verordnung wird bekam, igsgsbein: Ich hebe die am 19. 3. 20 für den Bezirk Groß-Berlin und die Provinz Brandenburg auf Grund des AvtikelS 48. Absatz 2 der Reichsverfassung zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit getroffenen weiteren Maßnahmen hiermit auf. Di« auf Grund der Verordnung vom 19. 3. 20 von dem In- Haber der vollziehenden Gewalt erteilten Weisungen treten mit der ortsüblichen Bekanntmachung dieser AufhebungSverordnung durch den Inhaber der vollziehenden Gewalt außer Krart. Der Reichspräsident. Reichswehrminister. gez.: Eberl._ gez.: Dr. Geßler. Das �.verbrechen" des Generalstreiks. AIS ob eS gar keinen Kapp-Lüttwitz-Ppffch gegeben hätte, zetern jetzt die alldeutschen Blätter über das„Verbrechen des Generalstreiks". Sie stellen sich, als hätten sie ganz vergessen, taß dieser Generalstreik eine Maßnahme äußerster Notwehr war gegen einen verbrecherischen Anschlag auf die Verfassung, aus die Rechte und Freiheiten des Volkes. „An sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken erst macht CS daran", sagt Hamlet. Das gilt auch hier. Ein Mensch, der ohne Grund einen Revolver ergrefft und wie wild um sich ftuert, verdient schärfsten Tadel. Wenn ich aber nachts ein paar schwer- bewaffnete Einbrecher beim Ausräumen meiner Wohnung an- treffe und ihnen gegenüber von meiner Schußwaffe Gebrauch mache,— will mich dann im Ernste jemand zur Verantwortung ziehen, weil ich die Nachtruhe gestört hätte oder vielleicht ein fehl- gegangener Schuß des Nachbars Fensterscheibe zertrümmert hat?! Deshalb ist es auch ganz sinnlos, wenn die alldeutsche Presse jetzt Aeußerungen von Sozialdemokraten gegen frühere General- streilsversuche der Linksradikalen zitiert. Regelmäßig handelt eS sich dabei um Generalstreiks, die des zureichenden Grun- des entbehrten. Solange die demokratische Verfassung ge- sichert war, sich verbürgte, daß der Mehrheitswille des Volkes sich durchsetzen konnte, solange war der Versuch sinnlos und verbreche- risch, der Bevölkerung durch Streiks den Willen einer Minderhelt aufzwingen zu wollen. Aber eben, weil nur der Wille einer M i n- derheit hinter ihnen stand, führten auch jene Generalstreikver- suche nicht zum Ziel. Keiner der von den Unabhängigen und Spar- takisten inszenierten Generalstreiks kann nur annähernd jene grandiose Geschlossenheit und Einmütigkeit aller ar- bettenden Schichten aufweisen wie der Generalstreik der Kapp. Lüttwitz-Wocbe. Hier stand da? ganze Volk gegen den verbreche- rischen Versuch aus. der Demokratie durch eine Diktatur des Säbels ein End« zu bereiten. Die alldeutsche Presse gerät bei ihren heuchlerischen Anklagen gegen den Generalstreik selber in ein« üble Sackgasse. Sie stellt sich ja jetzt so, als ob sie m. i.'.nem Putsch der Kapp und Lüttwitz gar nichts gemein habe, als ob sie das„finnlose Abenteuer", wie sie es jetzt nennt, schärfftenS verurteile. Damit gesicht Ke selber das Rechh ja die Pflicht der Abwehr zu. Aber wie sollte diese Ab- wehr erfolgen? Es gab nur zwei Möglichkeiten. Generalstreik oder militärische Niederwerfung der Meuterer. Lehnt man den Generalstreik ab, so bleibt nur noch die militärische Exekution. Diese aber hätte nicht wie der Generalstreik Tag«, sondern Wochen bis zum Erfolg gebraucht. Große Teile Deutschlands wären in einen Kriegsschauplatz verwandelt worden. Wir hätten Bombardements von Städten, Straßen- und Häuserkämpfe gehabt, bei denen nicht nur auf ie.t:n der kämpfenden Heere viel Blut geflossen wäre, sondern bei denen Tausende von Unbeteiligten Leben, Hab und Gut verloren hätten. Deswegen ist esscham lose Heuchelei, wenn die Rechts- Parteien jetzt ein großes Gezeter über die Opfer des Generalstreiks anstimmen, über die Kranken und Schwachen, denen es da? Leben gekostet habe. Ganz abgesehen davon, daß ihre Angaben hierüber ganz ungeheuerlich übertrieben sind, möchten wir die Frag« er- heben: Wären etwa in Berlin keine Kranken und Säuglinge zu- gründe gegangen, wenn die Stadt von Regierungstruppen einge- schlössen worden wäre, wenn ein Bombardement, ein Straße nkampf eingesetzt hätte?! Tausendmal größer wären die Menschenverluste alsdann gewesen und gearbeitet wäre während einer solchen Straßenschlacht auch nicht worden, die Zufuhren hätten erst recht gestockt. Der Generalstreik war also nicht nur die wirksamste, sondern auch weitaus die humanste Waffe. Die unumgänglichen Opfer, die er forderte, beklagen wir tiefer als die Herren Alldeutschen. Aber ihr Blut kommt auf die Häupter der Kapp. Lüttwitz und Konsorten; so wie das Blut, das beim Kampfe mit Einbrechern fließt, auf die Häupter der Banditen, nicht auf die Häupter der Hüter des Rechtes kommt. Das üeutfche Ernährungsproblem. London» 27. März.(Hollandsch NieuwZbureau.) Laut„Mar- ninypost" meldet der Vertreter Hoovers, daß in« ProduktionS- fähigkeit der deutschen Arbeiter durch die Unter- ernährung um etwa 30 Proz. zurückgegangen sein müsse. Dieses entspreche den amtlichen Produktionsziffern in der Zeit nach 1913. „Strikte� Durchführung öes Zrieüens- Vertrages. Paris, 28. März.(HavaS) Die Kammer hat mit 518 gegen 70 Stimme« eine Tagesordnung angenommen, in der dar Regierung das Vertraue» und die Hoffnung ausgesprochen wird, sie werde im lSerein mit den Alliierten die strikte Durch- führung des Friedensvertrages sichern. Ostkarelien trennt sich von Rußland. Wie die finnische Gesandtschaft mitteilt, beschlossen die Provinzialftaaten von Ost- karelien mit 122 gegen 2 Stimme», sich von Rußland loszutrennen und den Abzug der bolschewistischen Truppen zu berfangea. putsch und Revolution. Jedes bedeutende Geschehnis bringt neue Worte mit. die das Neue charakterisieren sollen. Das Verbrechen der Kappleute belebte das seit dem Abflauen des Spartakismus schon wieder etwas aus der Mode gekommene Wort Putsch, und die Ableitungen hiervon, Purchisten, Putichismus und andere sind zur Stunde jedem geläufig. Und doch herrscht über den Begriff des Putjches arge Unklarheit, insbesondere wenn man ihn mit dem Be- griff der Revolution in Zusammenhang bringt. Vielfach hat man den Putsch der Kappleute als Gcgenrevo- lution, manchmal sogar auch als„neue" Revolution b.ezeich- net. Hierbei stellte man einen Satz auf, der inonchen unserer Parteigenossen nachdenklich stimmte, nämlich: Eine siegreich durchgeführte Bewegung nennt man Revolution, die sich schließlich verfassungsmäßige Anerkennung erringt, während eine mißglückte Erhebung als Putsch bezeichnet wird, den man als Hochverrat verfolgt und bestraft. Machte man sich diesen Satz zu eigen, so könnte man sich nicht mehr ganz der Ansicht verschließen, daß die sozialistischen Arbeiter und ihre Vertreter nichts anderes als Putschi st en mit gutem Erfolge seien. In Wirklichkeit liegt die Sache ganz anders. Es ist von sozialdemokratischer Seite wiederholt, insbe- sondere anderslautenden Anschauungen unabhängiger Parteiführer wie Ledebour gegenüber, hervorgehoben und betont worden, daß Revolutionen nicht gemacht lverden, sondern daß sie im Verlaufe des Entwicklungsprozesses e n t- stehen als letzte Folge des Kanipfes der Lllassen, als Aus- flußerscheinung der jeweiligen ökonomischen Zustände. Damit sollen die Ereignisse des November 1913 keineswegs in das Schema gepreßt werden, nach dem die Revolution das Er- gebnis ständiger Ueberproduktion in Verbindung mit fortgesetzter Verelendung und Proletarisierung der Massen ist. Die Praxis ist viel verwickelter als die Theorie, die zum Verständnis der ersteren nur den Leitfaden gibt. In jedem Falle steht fest, daß die Novemberbewegung mehr war als eine Auflehnung gegen militärische Uebergriffe, mehr als ein militärischer Zusammenbruch, mehr auch als ein Aus- druck der Unmöglichkeit, ein Uebermaß physischen und mora- lischen Leidens weiterzutragen. Alle diese Faktoren kamen zweifellos hinzu, und ebenso unterliegt es keinem Zweifel, daß ohne den vierjährigen Weltkrieg die Revolution nicht gerade in diesem Augenblick eingesetzt hätte. Das aber spricht nicht gegen den entwicklungsnotwendigen Verlauf der Revo- lution, sondern es spricht für die Wechselbeziehung zwischen politischen, moralischen, militärischen Faktoren und ihre stän- dige Rück- und Einwirkung auf die ökonomischen Verhältnisse. Aus diesem Grunde war die Novemberbewegung ein logisches, historisch notwendiges und ökonomisch vorbereitetes End- glied einer Kette, deren einzelne Glieder als Ursache und Wirkung erkennbar vorhanden sind. Im Sinne solcher Betrachtung hebt sich die N e v o I u- tion über den Putsch hoch hinaus. Sie erscheint nicht nur als mehr als dieser, sondern als e i n a n d e r e s. Aus dieser Auffassung schöpft sie, wie sie aus ihr ihre Notwendig- keit herleitet, ihre innere und äußere Berechtigung. Die Revolution als Phasenabschluß einer immanenten Ge- setzen folgenden Entwicklung wird zu einem Faktor in der Weiterbelvegung der Menschheitsgeschichte.� Von. diesem Standpunkte aus erledigt sich auch die Mitwirkung einzelner Personen und Führer in der revolutionären Bewegung. Sie sind nichts anderes als Vollstrecker des Gesamtwillens, als Ausführer des in der Masse instinftmäßig als richtig Empfundenen. Eine Betrachtung der Revolution unter diesen Gesichts- pimkten ist geeignet, das begriffliche Dunkel, das sich um den Putsch verschleiernd hüllt, genügend zu erhellen. Man könnte zusammenfassend sagen: alles was auf die Revolution zu- trifft, trifft auf den Putsch nicht zu, und was für diesen gilt, ist für jene bedeutungslos. Ist bei der Revolution die Masse von einheitlichem Willen beseelte, geschlossene Per- sonenvielheit, die zur Personeneinheit wird, Ge- tragen? und vor allem Trägerin zugleich, so ist sie � beim Putsch bedeutungslos oder doch nur als Begleiterscheinuua erheblich. Hier ist der F ü h r e r a l l e s, die Vielheit nicht?. Der Putsch ist eine Unternehmung, die letzten Endes von jedem willensstarken Menschen ausgeführt und zu eineni, wenn auch nur vorübergehend erfolgreichen Ende geführt wer- den kann. Ter au? der wilhelminischen Aera her noch be- kannte„Leutnant mit den 10 Mann" ist nicht nur imstande, den Reichstag auseinanderzusprengen, er kann auch zum Träger eines Putsche» werden. Ein wesentlicher Faktor ferner, de? die Revolution be- dingt und begleitet, ist für den Putsch unerheblich: die ökonomische Basis. Während die Revolution nur im bestimmten Moment, bestimmten Voraussetzungen ent- sprechend, ansetzen kann, tritt der Putsch jederzeit ins Leben. sobald er das für ihn einzig Notwendige, die militärischen Machtmittel nämlich, zusammengerafft hat. Unbekümmert um wirtschaftliche, politische, kulturelle Voraussetzungen hebt et an, sobald er rein n um e r i sH den Augenblick für gekommen hält. Wie Entstehung und Verlauf von Putsch und Revo- lution infolge ihrer gänzlich verschiedenen Voraussetzungen verschiedenastig sind, so auch der Ausgang. Und zlvar ist auch dies bedingt durch ihre innere Gegensätzlichkeit� Die Revolution ist nichts, was neu, was unbegründet in das Wirtschaftsleben einfällt, wenngleich ihr Austreten vielen als Vlotzlich und überraschend erscheinen mag, sondern sie ist nur der äußere Ausdruck für den jeweiligen Zustand einer Gesell- schast in einem bestimmten Augenblick. Demgegenüber sucht der P u t sch, nicht nur von außen unerwartet, sondern inner- lich unbegründet, dem gesamten Leben eines Volkes oder einer Gesellschaft neue Formen aufzuzwingen, auf die sie innerlich nicht vorbereitet ist. Es entsteht im Kern der Gesell- schast, in den breiten Massen des Volkes also, ein Widerstand, der mit den heftiger und gewaltsamer auftretenden Auf- vfropfungsversuchen wächst und erstarkt, bis er das Seifen- blasengebilde der Augenblicksgewalt zum Zerplatzen bringen muß. Ziehen wir den praktischen Schluß aus der theoretischen Untersuchung, so ergibt sich folgendes: die Leute um Kapp und Lüttwitz sind keine Revolutionäre, sondern Verbrecher, Abenteurer, die ohne Berücksichtigung der Gesamtlage die Gesellschaft ihren Semderinteressen gefügig zu machen versucht haben. Während eine Revolution das verfassungsmäßige Leben eines Landes wohl unterbrechen und umgestalten, mcht aber aufheben kann, ist das Verhalten der Putschisten verfassungswidrig und im Sinne des Gesetzes Hochverrat. Die Revolution schöpft ihre neue sich stets verjüngende Kraft aus dem ewig lebendigen Willen des Volkes, das gespeist wird aus den nnablässig fließenden Quellen des Lebens. Ter Putsch ist eine vorübergehende Er- scheinung: er hat„sein Sach' auf nichts gestellt". Er vergeht, die Revolution besteht._ Die Putschisten von rechts nnö links. Gab es geheime Verhandlungen? Die„Rote Fahne" veröffentlicht eine Erklärung der Zentrale der K. P. D. gegen den„Vorwärts", in der es heißt: Wir stellen fest, daß keine kommunistische Organisation, weder die unsere noch � die Opposition, irgendwelche Beziehungen noch Besprechungen mit den weitzgardistischen Konterrevolutionären hat oder je gehabt hat. Uns ist seit längerer Zeit bekannt, daß die Militärkamarilla versucht, uns zn einem Putsch zu verlvlken, um nachträglich bei Unterdrückung dieses Putsches ihre eigene Unent- behrlichkeit zu beweisen. Unsere Bemerkungen stützten sich auf eine vom Haupt- mann P a b st abgegebene, von L ü t t w i tz bestätigte Aus- sage, wonach seit dem 13. März Verhandlungen mit den K o m m u n i st e n schwebten, au denen sich am 1ä. auch Lüttwitz selbst beteiligte. Natürlich halten wir von der Wahrheitsliebe der Pabst und Lüttwitz wenig. Aber welchen Grund hätten die Leute, sich selbst zu belasten? In einer Sitzung niit den Getverkschaften protestierten die Sozialdemokraten gegen die Anwesenheit eines Vertreters der Zentrale der K. P. D. unter Hinweis auf die Verhand- hingen dieser Partei mit den Meuterern. Der Vertreter der K. P. D. gab darauf die diplomatisch vielsagende Antwort, es müsse doch bekannt sein, daß die Z e n t r a l e der K. P. D. keine nationalbolschewistischen Tendenzen verfolge. End- gültige Aufklärung erwarten wir von der gerichtlichen Unter- suchung. Im übrigen ist bemerkenswert, daß die Militärputschisten, wie jetzt die K. P. D. selbst erkennt, an Linksputschen ein lebhaftes Interesse haben. In Thüringen und im Ruhr- revier sollte man darüber nachdenken. Die Zentrale der K. P. D. derössentlicht ferner eine Er- klärung, in der es heißt, die proletarische Diktatur könne nur aufgerichtet werden als Diktatur der ausschlaggebenden Teile des Proletariats, sie setzt eine starke kommunistische Partei voraus(die eben nicht vorhanden ist. Red. d.„V."). Daß hem Proletariat jetzt keine ausreichende militärische Macht zur Verfügung stehe, die Beamten, Angestellten und Arbeiter größtenteils entweder Mehrheitssozialisten oder Unabhängige seign, sei„ein Zeichen dafür, daß die objektiven Grundlagen für die proletarische Diktatur im gegenwärtigen Moment nicht gegeben sind". Dagegen wird eine sozialistische Regierung gewünscht, der man „loyale Opposition" versprickst, in dem Sinne, daß keine V o r b e r e i t n g zum g e w a t t s a m e n U m st u r z ge- troffen werden solle, wenn die Freiheit der kommunistischen Propaganda gewährleistet sei. Hätte die K. P. D. schon im Winter 1913/19 begriffen, daß der Moment für sie nicht gekommen ist, so hätten wir keine reaftionären Reichswehroffiziere und keine milita- ristische Gefahr. Heginn öer wahlarbeit. Aufruf des Zentrums. ' Dä Zentrumsftaktion der Nationalversammlung veröff-vtlicht � in der Sonntagsausgabe der„Germania" einen Aufruf, der gleich- zeitig als Auftakt zu den kommenden Wahlen angesehen werden kann. Klar und unzweideutig wird die Militär- revolte vom 13. März als ein unverzeihliches Per- brechen am deutschen Volke, als Hochverrat schlimmster Art, de- zeichnet. Von Interesse ist die Stellungnahme des Zentrums, das sich bekanntlich aus breite Massen des, arbeirenden Volkes stützt, zur Frage der A r b ei t e r r e g i e r n n g. Dies» wird„als ein- seitige Klassenregierung" vom Zentrum grundsätzlich abgelehnt. Das Festhalten an der Koalition wird als„das zunächst Gegebene" bezeichnet. Für die kommendem Wahlen bezeichnet sich das Zentrum als die„Partei der Mitte, der Ordnung, der Verfassung s- treue", die in der christlichen Volkspartei allein die Rettung erblickt. Als Forderungen zur Lage wird in den Punkten 1 und 2 irie Auferchternaltung der Weimarer Verfassung mit allen nur möglichen Mitteln sowie eine Regierung verlangt, die den Willen und die Mittel besitzt, auf dem vom Gebot der Stunde diktierten Wege verfassungsmäßige Zustände wiederherzustellen und zu sichern. Die Piintr« 3 bis 6 enthalten das Verlangen nach Organisierung einer verfassungstreuen Wehrmacht, schärjste Ahndung aller gewaltsamen Umsturz- b e st r e b u n g c n, Bekämpfung jeder Klassenherrschaft so- wie entschiedene Durchführung einer sozialen Demokratie unter Gleichberechtigung aller Stände. Das vorstehend in seinen Umrissen gekennzeichnete Zentrums- Programm ist von außerordsntlicher taklischer Geschicktichbeit und zeugt von guter Anpassung an die gegenwärtigen Verhältnisse. Ohne über die grundsätzlichen Unterschiede von der Auffassung der Sozialdemokratie hinwegtäuschen zu wollen, gibt es durch seine starke Unterstreichung des sozialen und demo- kratischen Gedankens die Möglichkeit, bei den kommenden Wahlen vergiftende Wahlkämpfe zu vermeiden. Die UnabhangtAen unö öR Koalwons- regierung. In eine größeren Anzahl von Versammlungen in Groß-Berlin nahmen'die Unabhängigen Stellung zu der Frage einer sozia- listischen Arbeiterregierung und der Koalitionsregierung, mit der sämtliche Redner jedes Zusammenarbeiten ablehnten. Es mutz bemerkt werden, daß die Redner erklärten, auch in ein reines Arveitertabinett nur dann Vertreter, zu senden, wenn ihnen das Uebergewicht zugesichert werde. Selbst Ledebour, der sich wieder höchst radikal gebärdeie, mußte zugeben: daß die Verhältnisse in Deutsckland für die er- strebte Arbeiterregierung nicht reif seinen. Schon jetzt müßten Vorbereitungen zu einem neuen Generalstreik getroffen werden! In einer anderen Versammlung bezeichnete Eri spien die Tatsache, daß die Gewerkschafien aus ihrer Neutralität herausgetreten und um eines politischen Hintergrundes willen den größten Kampf geführt hätten, den die Arbeiterbcwc- gung in Teutschland je gesehen habe, als einen Wendepunkt in der Geschichte der Gewerkschaften. Auch er ließ es nicht an einer Kampfansage gegen die Regierung fehlen. Mannes, wie ich ihn gekannt, da stimmte sie bei, fast durchweg. „Ja, gut war er, gab das letzte, aber er schlug mich dann, ward mürrisch und erregt, wies mich aus dem Haus. Und schlagen ließ ich mich nichtl" Eines Wochentags Abend sucht' ich den Vater auf. Ich war wohl eine Stunde Wegs gegangen. Erregung war in mir. Aber eine» erschütterte mich, machte in all dem Denkgestrüpp: die Kinder durften nicht leiden! Ich traf Bruno voller Verzweiflung. Seine Mutter sprach zornig auf ihn ein. Ihre Möbel wollte sie holen lassen von'hm, der so viel Schande und Kummer über sie gebracht.„Du wolltest nicht hören, nun fühle!" Sie warf die Tür ins Schloß und war fort. „Gut, Freund, daß Du gekommen." Und Bruno hob an, Wort für Wort, auS Tiefen erstiegen, noch klang Erregung nach- hallend zuweilen dazwischen.„Du weißt ja. wie lange Jahre wir miteinander verkehrten, wie lieb ich das stolze, trotzige Mädchen, wie wir lebten in den Tag hinein, von der Hand in den Mund, wähnend, es müßte imnier so sein, bis dann der Krieg gekommen, die Trennung, das Wiedersehen, der Urlaub, das Kind geboren wurde, wir die Ehe schlössen, mittellos. Und als ich vor drei Jahren kriegsverletzt heimgekehrt,' ward Not und Sorge allent- halben: doch Martha und Edgar waren mir wärmende Sonne und leuchtender Stern. Alle» ertrug ich und gab ich. Nur eines nagte in dem Schädel mir, daß sie mich schändlich bintergangen. Ich wurde verbittert, still, zu leicht erregt, dann plötzlich nervös, schlug sie...." Und ich glaube, Tränen standen ihm in den Augen, er hielt inne,„und sie ging". Nach verlegenem Schweigen begann er von neuem:„Sieh, ich zahl ibr jede Woche etwas, sie ziehen es mir ab in der Fabrik; es bleibt so bitterwenig." Ich sprach aus ihn ein:„Sorg für die Kinder. Du wirst verurteilt, es hängt wie ein Stein Dir am Hals." Da ward er unwillig:„Was will man mir nehmen? Ich habe nichts!" Er fluchte:„Das Weibsvolk!'" und dann gab er mir die Hand: „Bring mir die Kinder, ich bring sie durch!" Die Mutter aber ließ sie nicht. Es ging die Klage ans Gericht. Der tote Buchstabe vermochte nicht von Menschenhand zerschlagenes zu beleben. ES wurde gesprochen das harte: du mußt! Eni- iäuschung, Verbitterung schlug um in Haß. wildlodernden. DaS Geld, das ihr von Rechts wegen durch Urteilsspruch zustand für die Kinder und sie, blieb auS. Bruno arbeitete nicht mehr. Die Mutter hatte ihre Möbel zurückgenommen. Seither war er verschollen, bis ich eine« Tags aus der Zeiwng las. daß er wegen wiederholten Einbruch« zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt iei. Ich bracht ihr die Zeitunz. Anfangs lachte, tobte sie über den . Schuft", wurde ernster und stiller, bis sie schluchzend über de» kranke» Junges sich aus! Peft warft ' Ohne«nzeln«, aus die Ausführungen der Unabhängigen näher einzugehen, wollen wir nur k-rrz bemerken, daß rt;■ Art von Politik außerordentlich unproduktiv erschein:. Uebergang üer Eisenbahnen auf das Reich. Eine Vorlage des Reichsverkehrsm?nisterr«ms. Di? Regelung der Bebinzung- n, unter denen die Eisenbahnen in die Hände des Reiche? iLbergesührt werden, ist in dem Entwurf eines Staatsvertrages enthalten, den das Reichsverkeihrsm:» tze- rium der Nationalversammlung zugeschickt hat. Als Abfindung für die Ueberrragung des gesamten Eis» n bahn- unternehmen? gewährt das Reich den Ländern nach Wahl ftdes Landes entweder: a> den Betrag des Anlagekapitals nach dem Stande vom 31. März 1820 oder b) den Betrag des Anlagekapitals nach dem Stande vom, 31. März 1920 erhöht um die Halste de? Betrages, um den der nach den Ergebnissen der Rechnungsjahre 1309 bis 1913 ermittelt» t Ertragswert chieses Anlagekapital übersteigt, sowie c) in beiden Fällen Ersatz der Fehlbeträge, die bei den Eisen- bahnverwaltungen der Länder in der Zeit vom Beginn des Rech- nunasjahres 1914 bis zum 31. Mörz l920 entstanden sind, Abzüglich der in dieicn Fehlbeträgen entbaltcncn Ausgaben, die auf Grund besonderer gesetzlicher Vorschrift den Ländern vom Reich erstattet werden. In Anrechnung auf die Abfindung übernimmt da? Reich die schwebenden Schiisden der Länder zum Nennwert nach dem Stande vom 3l. März 1920 mit Wirkung vom 1. April 1920. Die für die Zeit nach dem 31. Mörz 1920 gezahlten Zinsen werden. vom Reich erstattet. Ans Verlangen eine? Lande? wird da? Reich in Anrechnung .auf die Abfindung durch Reichsgesetz die fundierten Schulden diese? Landes in der Weise übernehmen, daß nach Wahl des Lan- de? entweder da? Reich alleiniger Sch'uidner wird oder neben dem als Hauptschuldner besten den Reiche da? Land als feltchtsEulldne- rischer Bürge haftet. Ii: beiden Fallen wird das Reich die Tilgung nach den bisherigen Bestimmmigen zer Länder vornehmen. Die Schulden de? Lande? werden, wenn die Abfindung nach z) fest» gesetzt worden ist, zu dem mit 22%, wenn dft Abfindung nach b) festgesetzt worden ist, zu dem mit 2ö vervielfältigt«« Betrage der Jahreszinsen nach dem Stande vom 31. März 1920 anger»ebnet. Der durch die Uebernahme schwebender oder fundierter Schul- den nicht gedeckte Rest der Abfindung wird gestundet und vom Reiche den Ländern, denen Abfindung nach a) festgesetzt worden ist, mit iVi Proz., den Ländern, deren Abfindung nach b) festgesetzt worden ist, mit 4 Proz. verzinst. Tie weiteren Bestimmungen des Gesetzes sehen die Anhörung der Länder bei der Feststellung der Baupläne für größere Eisenbahn bauten sowie bei der Festsetzung der Personenzug- � fahrplän« und der T a r i s e vor. Da? Reich übernimmt vom 1. April 1920 alle planmäßigen und nicht planmäßigen ldiätari- sehen) Ersen bahnbeamten sowie alle Angestellten und Arbeiier der Länder in seinen Dienst. Da» Reich tritt gegenüber den in seinen Dienst übernommenen Angestellten und Arbeitern in die am 31. März 1320 gültigen Dienst- und Tarifverträge der Länder ein. In der Begründung wird noch mitgeteilt, daß das Reichsber- kehl-Ministerium am 1. April 1920 zunächst nur die oberste Leitung und die Vertretung der"Verwaltung gegenüber den ReichS-reyierung, dem Reichkrat und der Nationalversammlung übernimmt. Die bisherigen Enenbabn Verwaltungen der Länder arbeiten in der UebergangSzeii unter der Bezeichnung „Reichsverkehrsministerium, Zweigstelle Preußen-Hessen-", usw. weiter und geben die Zuständigkeiten, die vom ReichsverkehrSmin/- sterimn beansprucht sind, nach und nach, und zwar möglichst bis zum 1. April 1921 an dieses ab. Der Kampf öe? NohameZane? Amsterdam, 23. März. Lank„Algcmeen Handels- blad" berichtet„Gestern.Standard", daß der Fuhrer der�De- legation des indischem-Kaliizts M u h a m e d Ali am Frei- tag in einem Interview erklärte, die Delegation hebe ein Telegramm erhalten, wonach des Zentrale Kelisetkonntec von Indien den Befehl zu einem ellge meinen Streik- gegeben hebe. Hendel«nd Industrie in Indien seien still- gelegt. Ties sei ein Beweis für die ernste Lege, die durch die türkischen Friedensbedinguoge» geschessen werde. Wenn die Politik der Alliierten die r e l i g i i> s e n® e s ii h i � Ä e r Mohemedener nicht berücksichtige, würden die Folgen sehr ernster Art sein.___. Eine ernste Stunde fürwahr: Nachklang des Krieges, der in viel feine, zarte Seelenfäden zerschnitten. An einen Spaziergang nach den sonnigen Wiesen hinter dcm hochstämmigen Eichwald Hab ich da denken müssen, als sie. rn lachendem Ueberinnr ganz plötzlich in unsere Plauderet den Ein« wurf machte:„Und meine Kinder müssen leben und lacken, lachen!..." Ich glaub, wir Burschen sprachen damals ein wenig frühreif wohl von Not und Geschicken des Lebens. W. B. Knnstputsch in Königsberg. An der Kunstakademie zu König?» berg i. Pr. hat die rechtsstehende Professoren schast die Gelegenheit deS Kapp-Regimes dazu benutzt, eine Anzahl jüngerer moderner Künstler, Schüler des kürzlich dorthin berufenen Pros. Ärrur Teg'ner, unter aufsehe ne r rege 1 1 d- n Ilmständen und Anwendung von Polizeigewalt«u? ihren Arbeitsräumen in der Anstalt zu ent- fernen. Da? war also die Antwort auf die viel zu lange gegenüber dem alten Kunstregime in Königsberg geübte Toleranz. DcntschlandZ Stickstofferzeugting. Das unter Betetlrgung des Reichsfiskus gegründete Sttcksioff'pndikat. das alle deutschen Stickstoffwerke, sowohl die den Luftst-ckstoff verarbeitenden wie auch die den Stickstofr aus der Nohle gewinnenden Kokereien und Gassabriken umsaßt, wird über eine jährliche Gesamt» erzeugung von etwa 500 000 Tonnen Stickstoff verfügen, t>ie sich aus 2 000 000 Tonnen Ammoniummtfat, enthaltend 400 000 Tonnen Stickstoff und 500 000 Tonnen Kalkstickstoff, enthaltend 100 000 Tonnen Stickstoff, zusammensetzen. Bor dem Kriege crzcuats Deutschland, wie der„Prometheus" referiert, enva 110 000 Tonnen Stickstoff und führte, da diese Menge zur Deckung unseres Bedarfs bei weitem nicht onSreichte. noch 750 000 Tonnen Salpeter aus Chile ein, die etwa 116 000 Tonnen Stickstoff enthielten, io daß rund 220 000 Tonnen Stickstoff im Jahre verbrauchl wurden. Während des Krieges hat sich al'o die deutsche Stickslofferzeugung versünsfacht, und heute stellen wir mehr als doppelt soviel Stickstoff her, als wir vor dem Kriege verbrauchten. Von dieser Erzeugung will das Reich bzw. das Stickstoffshndikat 90 Proz. für die Landwirtschaft bereitstellen, und der Wettbewerb des Auslände« soll möglichst ausgeschaltet werden. Deutsche Grfchichtsquelle» de? 19. Jahrhundert? nennt sich ein« umfassende Stoftsammlung zur deutschen Geschichte von der Frau- zSftschen Revolution bis an den Weltkrieg, die von einer Anzahl deutscher und deutschösterreichischer historischer Kommissionen und Vereine nach einem gemeinsamen Plane herausgegeben werden soll. Die Verwaltung ruht in den Händen der„Historischen Kom- Mission bei der Bayerischen Wademie der W'ssenschasten in Mün- cken". Als erster Band erscheinen nun„Rheinische Briese und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung 1830"1850", her- rustezesen von Joseph Honst«._ Musik. Im Thtitcr de» Westen» finbet«« Sw-stestag«in« Auf» fühtunj von Havdn» Oratorium„Die■Schostfüii»" sie». «r Sit«*« von H»»«»est*««*, ist vo» Ros«- .Zbtetts m UttvMdn»« vssmmvm tee*««. � öes Tags": Und wie ich eine? Abend? nach Hause komme, liegt ein amt- licheS Schreiben auf dem Tisch. Ich bin zum Pfleger zweier Kinder bestellt und soll deren UnferhaltSansprüche gegen ihren Vater geltend machen. Und wie ich die Namen des Vaters und der Mutter lese, steigen Jugenderinnerimgeit in mir auf. O, ich kenne sie beide nur allzugut und bin schnierzlich enttäuscht." Meine Erinnerungen und die harte Gegenwart wollen so gar nicht stimmen. Je mehr ich denke— je weniger komme ich zu einem Resultat. Es ist wahr, ich habe Jahre laug ilichts von ihnen gesehen und gehört, seit sie in der Stadt nntergetaucht. Und es packt mich wie brennend' Verlangen, sie beide wieder zu sehen und zu sprechen. EineS Sonntags Morgen fahre ich zur Mutter hinüber, ineiner Jugendfreundin. Im düsteren, kalten Keller ihre Behausung. Sie führte mich in die enge, schmale Stube, die nur ein Bett und Tisch mit zwei Stühlen füllt. Ach so bitter ärmlich sah eS aus I Kleider und Spiegel und Tücher hängen an Wänden, ein paar Bilder auch, und auf dem Tische eine billige Vase mit künstlichen Blumen. Ein Weihnachtsbaum steht noch in der Ecke, mit ein paar Lichtern dran. Den will sie stehen lassen bis zu des Jungen Geburtstag. Ein schmerzlicher Blick trifft meine Augen bei meinem Eintritt. Und dann plaudert sie los, nein, plaudert nicht, macht ih�em Herzen Lust, sucht nach Worten, will mich mit ihres Lebens Not über- zeugen; eine einzige, müde Klage es. Sie glaubt an Menschen nicht mehr, die so oft sie-betrogen. Ich sei der letzte, den sie um Rat und Schutz gebeten in höchster Not. O ja, sie sei sich der Sünde bewußt, daß ihren Mann sie hinter- gangen; aber es seien doch seine Kinder, und die litten so bittere Not, seit sie Zerstoßen aus seinem Haus ging und selbst keine Arbeit finden kann. Und während sie sprach, sah ich mit Schrecken ihr Antlitz, das so schmal, so bleich und leidend in den wenigen Jahren geworden; aber Spuren der alten Schönheit waren unverwischt. Die stillen, tiefen Augen hatten alten Glanz noch. DaS Kindchen im Bett war munter geworden und erschütterte unier schrecklichem Husten. ES war feucht hier und kalt. Der Junge jammerte um ein Stück Brot und weinte, al» sie wehrte. Ich hatt' noch vom Borabend ein paar Schnitten in der Tasche, die gab ich ihm. Hei wie er's verschlang voller Heißhunger. Ich hätte weinen mögen Aber ich ftug kühlen Sinnes, langsam, Wort für Wort wägend, wie ein Rechtsanwalt seinen Klienten. Und als ich begehrte, zu wisie», ob sie nie wieder zusammenleben lönnten, da war der alte Trotzkopf obenauf:„Nie und nimmerl" daS klang so fest, so rauh und kalt, so lebenS«, beinahe fieggetviß, daß ich ergriffen war. Ich Mft« sitz iurüj. M uwd wies ihr ditz EigmheiUq ihres Einigungsvsrsammlung im Zirkus Busch. (Eigener Bericht des„Vorwärts".) Eine Mastendemonstration, wie sie Berlin lange nicht gesehen hat, war die Kundgebung, welche die„Zentrale für Einigung der Sozialdemokratie" am Sonntag veranstaltete, Ter Zirkus Busch war von mehr als 5000 Personen gefüllt und etwa doppelt so viele suchten vergebens Einlaß. Für sie wurden Parallclvcrsammlungen in Haverlands Sälen und im Freien abgehalten, Die Hauptversammlung wurde durch r.ne Rede des Genossen Eduard Bern st ein eingelcirct. Er führte aus, hier sollen nicht die Möglichkeiten und Formen der Einigung der Sozialdemokratie erörtert werden. Ter Zweck dieser Kund- gebung sei, das zu bekräftigen und zu besiegeln, was sich in den Tagen des reaktionären PutscheS von selbst vollzogen habe. Die Einigkeit der Arbeiterschaft über die Grenzen der Parteien hinaus zum gemeinsamen Kamps gegen die Reaktion,(Lebhafter Betfall,) Die Einigkeit des lämpfcndcn Proletariats solle auch erhalten bleiben für das, was vor uns liegt, denn der Kampf gegen die Reaktion ist noch nicht zu Ende.(Zustimmung.) Unsere'Kundgebung soll sein eine Warnung an die Herren von der Reaktion, in welchem Gewände sie auch erscheinen. Sie hätten ihren Lorstoß kaum gewagt, wenn sie nicht geglaubt hätten, auf den Brudcrkampf in der Sozialdemokratie rechnen zu können. Unsere Kundgebung soll auch ein Gruß ,'ein an die Internationale des Proletariats. Wir wollOi geloben, auf der Wacht zu sein gegen da§ Wiedcrerwachcn des militärischen Geistes und zusammenstehen im Kamps gegen jede Reaktion. lStürmisck>er Beifall.) Heinrich Ströbel führt« aus: Wir haben noch keine Ur- sacke, Siegeshymncn anzustimmen,'denn wir befinden uns noch nicht am Tage nach dem Siege, sondern zwischen dcn Schlachte» und haben uns auf iveibeve Kämpfe vorzubereiten. Den Erfolg. den wir bis seht errungen Häven, danken wir den Arbeitern und Angestellten und den Genossen draußen im Lande, die. wo die Abwehr durch dcn Generalstreik nicht genügte, zu den Waffen gegriffen haben, um die republikanische Freiheit zu sichern. Es wäre da? schlimmste Verbrechen gegen die Ein- beit des Proletariats, an deren Beginn wir seht hoffentlich stehen, wenn sich die Regierung von arglistigen Beratern be- schwatzen ließe. Truppen gegen unsere Brüder zu führen. Die Regierung muß wissen, daß nicht die Reichs- und Slcherheitsw ehren ihre Vcncidigung übernommen babcn, sondern daß es das Proletariat ist, dem die Regierung Dank schuldet. Die Regierung soll sich gegen die Reaktion erhoben. Wenn wir die Regierung stark machen wollen gegen die .Reortion, dann müssen wir einig zusammenstehen und dürfen uns nicht wieder von bürgerlichen Hetzern auseinander hetzen lassen. Ter E i n ig u n g s w il le der Arbeiter:st so stark, daß alle Stänker und Hetzer hinweggefegt werden.(Lebhafter Beifall.) Wir haben noch immer die Koalitionsregierung, nicht die OirtsehoA Ter sozialistischc Trust. DaS deutsche Volk befindet sich in einem wirtschaftlichen, finan- ziellsn, politischen und geistigen Chaos. Es bedarf einer voll- kommenen Erneuerung. Alle Heilmittel der wtß'en'chaftlichen Medizin versagen, die Rückkehr zur Naturhrilmethodc muß erfolgen, der Arbeiter und die Bedürfnisbefriedigung auf dem natürlichen Weg des Fürcinanderarbeitens von Arbeiter für bin Arbeiter müssen wieder die alleinigen Träger der Volkswirt- fchaft werden, die Handels- und Profitwirtschaft muß ehestens, verschwinden. Wo ist der Weg? Er ist da. wir brauchen ihn nur zu bc- schreiten, der Kapitalismus in seiner höchsten Entwicklungssorm hat ihn bereits für uns gebaut, indem er die Form des Trusts ge- schaffen hat. Der Trust ist eine Foren der Kapitalkonzcn- t r a t i o n, die dadurch gekennzeichnet ist, daß sie in dem Pro- duktionsprozeß alle entbehrlichen und unwirtschaft- lichcn Zwischcnformen ausschaltet und das reine Füreinander- arbeiten der Produzenten sichert. Während das Syndikat eme Vereinigung von Eiuzelunter- uebmmt ist, die Herren ihver Betriebe verbleiben und sich in diese nicht hineinreden zu lassen brauchen, beseitigt der T r u st diese Einzelbesitzer, macht sie zu Anteilseignern an dem Gesamt- unternehmen, während die Leitung aller zusaamnenge schlösse wen Bc- triebe von einer Zentrallleitung erfolgt, deren Macht bis in den letzten Wilnket jedes einzelnen Betriebes reicht. Es arbeiten das Kohlen- und Erzbergwerk, die Kalksteingrub« und das Hochofenwerk, das Stahlwerk und Walzwerk, die Kessel- schmiede und Maschinenfabrik in vertikaler Konzentration für- einander, und wenn sich daran noch die Schiffswerft und Reederei gliedert, so ergibt sich, daß die Schisfahrtsunternehmring alle ihre Schifte von den Uvprodukten an im eigenen Betrieb herstellt, indem alle Glieder des Gesamtbetriebe füreinander arbeiten. Der horizontal konzentrierte Trust umfaßt alle Be- irsbe der gleichen Art, z. B, alle Glühlampenfabri-ken, alle Flaschen- oder Spi egelg la sfabri-ke u usw. Die Vertrustung ist technisch eine überaus einfache Sache. sie erfordert nur eins, nämlich Macht, die Macht, bestimmte Be- -trisbe nach bestimmten Plan zu einem neuen Rcchtssubjekt zusommmen schließen zu dürfen. Die bisherigen kapitalistischen Trusts sind entweder durch die Macht des Profitintercss es oder mit dem Gewalt- mittel des Niederkon kurricrcns geschaffen worden. Daß sie technisch und wirffchaftlich eine höhere und bollkomme- n e r e Form darstellen, ist dadurch erwiesen, daß daS Großkapital sie erfunden hat. Wenn sich heute Unternehmer, Fabrikanten oder Warenhaus- b: sitze c weigern, sich v ert r u ste n zu lassen, so bestimmt sie hierzu nur das eigene Kapltalinteresse. Sie wollen sich nicht mit einer Durch schnittsrentc und einem Unternehmer lohn für ihre leitende Arbeit begnügen, sondern dcn eigentlichen Profit schlucken, sie wollen aber auch Herren sein und sich nicht einer Zentralleitung unterstellen, Der Widerstand, der der Herstellung einer organisierten Wirtschaft entgegengesetzt wird, geht von dcn wirtschaftlich Selb- ständigen aus, die als Herren nicht wieder Angestellte wer- den wollen. Die zahlenmäßige Ueberlegenheit der Arbeitnehmer gegenüber den Arbeitgebern ist aber so gewaltig, daß die Riefen- mäste der Arbeitnehmer nur von ihrer Macht den richtigen Ge- brauch zu machen hat, um die Organisation der Wirffchaft herbei- zuführen., Um ein ovganisches Füreinanderarbeiten aller Volks- genoifen herbeizuführen, um die riesengroße Zahl der Schmarotzer an produBtiive ArbertSstellsn zu bringen, brauchen wir die Vcr- Arbciterrcgierung, nicht die Bewaffnung des Proletariats, weil wir gespalten sind. Ich habe in Leipzig auf unserem Partei- tag mich für die Arbeiterregicrung bemüht und habe dafür Vor- ständnis bei den Rechtssozialisten, auch bei ch e i d em an n., gefunden, aber nicht bei dcn Unabhängigen. Von beut auf morgen tönnni wir weder die Nrbciterrcgicrnng noch die Entwaffnung der Gegenrevolutionäre durchsetzen. Dazu brauchen wir eine Mackt. Ilm sie zu erhalten, müssen wir zu- sammensteben, die Bestrebungen des � Republikanischen Führcrbundes und des Gewerkschaftsbundes unter- stützen. Lasten wir uns nicht verhetzen, dann kommen wir vor- wärts.(Lebhafter Beifall.) Ricfstahl vom Republiksnischen Fübrerbund trat für eine Umgestaltung der Reichs- und der Sicherheitslvehr im repubkika- nischcn Sinn« ein. Karl Kautskb betonte, das Auftreten der Gegenrevolution sei eine Folge der Spaltung der Arbeiterschaft. Tie Gefahr der Gegenrevolution ist noch nickt überwunden. Das Raubtier schickt sich zu einem neuen Sprunge an. Wenn er gelingt, dann �ist alles ver- lorcn. Gegen diese Gefahr müssen wir einig zusammenstehen. Die Gegensätze zwischen den beiden sozialisti- schcn Parteien sind sehr gering geworden. Die Rätediktatur wird nicht mehr gefordert, sie spielt keine Rolle mcbr. Jetzt handelt es sich um die Rettung der demokra- tischen Republik. Wir wollen eine rein sozialistische Regierung nicht als porübevgehende, sondern als dauernde Einrich- tung. Die Koalitionsregierung können wir nur als Provisorium bis zu den nächsten Wahlen betrachten. Wir flehen ihr mit Mißtrauen gegenüber. Ick glaube, sie hat nicht den Willen, sicher aber nicht die Energie, die Gegeirrevolutiouäre zu entwaffnen. Sorgen wir für eine sozialistische Mehrheit bei dcn nächsten Wahlen, dann werden wir die rein sozia- I i st i s ch e Regierung bekommen, und mit der Sozialisicrung wird es vorwärts gehen.(Lebhafter Beifall.) Löfsler vom Deutschen Bergarbeiterverband hielt den Berliner Arbeitern als nachzuahmendes Beispiel die Einigkeit vor, mit der die Arbeiter im R u h r g e b i e t ohne Unterschied der Par- tcistellung die Gegenrevolution abgewehrt haben. Ferner sprachen noch Nestriep ke, David söhn und K a tz c n st c i n unter lebhaftem Beifall für die geschlossene Ein- heitsironi des Proletariais im Kampfe gegen die Reaktion. Empörcndcrwcise erschien während des Vormittags ein Auf- gebot der Sicherheitspolizei und pflanzte vor dem Zirkus vier Maschinengewehre aus. Während des Repe- ratcs eines der Redner stürzten erregte Menschen in die Arena, »m der Versammlung von diesen Maßnahmen Mitteilung zu machen. In der Versammlung entstand eine sehr große Er- r e g u n g, die sich erst� legte, nachdem aus der Menge mitgeteilt worden war, daß die Sicherheitspolszei wieder abrücke. Eine angcnindigte Entschließung wurde von der Ver- sammlungSleitnng mit der Begründung zurückgezogen, daß man auf eine Abstimmung verzichte, weil die Entschließung nicht zur Diskussion gestanden habe. triistung der Wirtschaft. Eine Zwangswirtschaft auf dem Unter- boden der freien Wirtschaft, wie sie der Krieg geschaffen hat, ist ein balrlofes System, das die Moral und die Wirtschaft ver- nichtet. Daß innerhalb des Trusts der Wettbewerb der Betriebe und. die höchst« Wirtschaftlichkeit mit allen Mitteln erhalten werden mutz und erhalten werden tan n, bedarf keiner'bssopderen Hervorhebung. Wenn Sozialisten in eine Regierung gehen,'dann mutz man von ihnen erwarten und verlangen, daß sie sozialistische Politik treiben, sonst sollten sie besser draußen bleiben und die freiwirffchaftlich-kapiralistische Politik den bürgerlichen Politikern überlasten. Die Aufgabe von Eozif�ten kann es nur sein, so schnell als irgend möglich kraft ge�licher Machtmittel die Organisation der Wirtschaft berbei zuführen. Wählen wir dabei die Form des T r u st s, so entgehen wir der Gefahr des E x p e r i- mentiercns. denn, der Trust ist eine wirtschaftlich bewährte Form, in ,der'das Kapital vollkommen kontrolliert und die Rente er- faßt werden kann. Das System der S elb st v c r w a l t u n g s k ö r p e r ist da- gegen ein Experiment, das wirtschaftlich unzulänglich ist, weil die Zeniralzewalt fehlt, um eine ratwnelle Wirtschaft zu gewährleisten. Bildung von öffentlich kontrollierte» Trusts bedeutet S o z i a l i- sieru ng auf praktisch'«Wrobtem Baden mit technisch einfachen Mitteln, bei der die unerläßliche innere Wirtschaftsdisziplin er- halten werden kann. Eine Vielregiererei innerhalb des Be- triebes bedeutet den Tod der Wirtschaftlichkeit, das ist nicht nur theoretisch anerkannt, fondern praktisch in Sowjetrußland erwiesen und bei allen P r o d u k t i v g e n o s s e n s ch a f t e n, die bis in die jüngste Zeit alle elend zugrunde gegangen sind. Wir brauchen eine Regierung, die den Willen und die Macht hat, mit dein Mittel'der sozialistischen Trusts uns aus dem Chaos und Zusammenbruch herauszubringen. Dr, A, S t r i c m e r. GroMerün Ein Sonntag üer Hoffnungen. Testern war ein Frühlingssonntag voller Hoffnungen, Sonne und erwachendem Grün. Blätter, die zum erstenmal aus dem Kerker ihrer Kiwspen dem Licht entgegenschossen. Menschenmassen, die zum erstenmal nach einer befreienden Krastäußerung von ungeheurer Tragweite impulsiv zu einer Einigung zusammenstrebten, die aus den Wirrnissen der Gegenioart zum Lichte einer freien Zukunft führt. Nichts mehr von Engherzigkeit war in diesen Massen, die gestern den Zirkus Busch erfüllten unld sich auch brausten, von dem Gemein sam ke.i ts st re bm beherrscht, z» einer riesigen Versammlung zusammen fanden. Alles fand Zustimmung, vor allem dar Gedanke der gvineinsanun Kampffront gegen die Gewalten der fieberhaft arbeitenden reaktionären Dunkel- männer» Stadtbahnzüga donnerten vorbei. Sic konnten die Bravorufe nicht übertönen, die sich immer und immer wieder gewaltig Bahn brachen. Das öenHchc Proletariat wuchs gestern. Es raffte sich auf zu einer umviderstelsiichen Geste dar Drohung, die ihrem Eindruck nirgends verfehlen wird. Man ging schwer auseinander, hinein in den lachenden Frühlingssonntag, der so biel begründete Hoffnungen erwecken durste. Die Linden, der Lustgarten waren erfüllt von Heimkehrenden. Ter Bummel der Hunten Studentenmützen geriet vor eigener Lächerlichkeit ins Stocken. Die Flaneure fühlten sich nicht mehr am Platze. Es war ein anderes Bild wie vor 1t Tagen, als die„Helden" vom Baltikum stürm- haubenbenrohrt und fäh n chen schwen kend es sich hier begucm machten, stolz auf die Macht ihrer Gewehre, die ihnen in kurzem die Arbcitermacht aus der Hand schlug. ?ns Lebet» hwtmsl " Unsere Jugendweihe. Die vom Groß-Berliner Bezirksverband der S. P. D. veranstaltete Jugendwe ihe der Arbeiterschaft strald gestern in gewohnter Weife statt. Mehrere hundert Knaben und Mädchen, die jetzt die Schule verlassen, nahmen an dicscr Fr ühl in gs- Jugend- weihe teil. Den geschmückten Saal des LehrertereinsJlstmses füllte die Schar der mit den Kindern gekommenen Eltern, Angehörigen und Freunde bis auf den letzten Plgtz. Harmoniumspiel und Gesang?- Vorträge der Sängerin Anna Gärtner und des Männerchors „Namenlos"(A. S. B.) unter Lettung von Chormeifter Thilo leck teten ftimmungbercitcnd die Feier em Tann ergriff Genosse Joh. Haß das Wort zu der Weiherede. Ein« Richtung wollte er dcn Jugendlichen geben, die froher Hoffnungen voll mit schwellenden Segeln oilf das wogende Meer des Lebens hinaus- treiben. Ohne Arbeit keine Freude, das ist gewiß— aber wir fordern die Befreiung der Arbeit. Den Kampf um dieses Ziel, den wir Aelteren geführt haben, soll die Jugend vollenden. Der Menschheit zu dienen, möge ihr als höchstes Glück gelten. Di« eindrucksvoll« Rede Lang aus in die Mahnung an die Eltern, ihren Kindern die Möglichkeit freier Entfaltung zu geben. Zur Erinnerung an die Jugendweihe wurde jedem der Jungen und Döädel ein Buch überreicht. GesangSvorträge, von Frl. Gärtner und dem Männerchor'refflich ausgeführt, umd Harmo nrumsp iel schlössen die schöne, von Frühlingsglanz und Zukunft shoffnnng er- füllte Feier. Die Beteiligung an unserer Jugendweihe war diesmal fo stark, daß man die Kinderfchar teilen mutzte. Zu derselben Zeit. wo im Lehrervereinshause diese Feier stattfand, wurde für die andere Hälfte der Kinder eine gleiche Feier im Saale der Brauerei Königstadt weranstalltet. Im Flugzeug hinter Geldschiebern. Beamte der Berliner Kriminalpolizei hatten in Erfahrung gebracht, daß drei Geldhändler in Berlin einen großen Posten russisches Silbcrgeld aufgekauft hatten, um es nach dem Auslande zu verschieben. Sie spürten den Aufkäufern nach, kamen jedoch erst in dem Augenblick, auf ihre Spur, als sie gerade mit dem Frankfurter D-Zuge davongefahren waren. Die Kriminalpolizei fetzte sich sofort mit einer Megerstaffel in Verbindung, um mit deren Hilfe die Jagd nach den Schiebern aufzu- nebmcn. Bald darauf stand ein Flugzeug startbereit zur Ver- fügung und zwei Kriminalbeamten nahmen mit ihm die Ber- folg» ng des V-Zuges auf. Dieser war bald überholt, und als die Reisenden in Frankfurt a. M. den Bahnhof verließen, waren ihnen die Berliner Beamten wieder auf den Fersen. Sie beobachteten die Händler zunächst unauffällig und griffen erst in dem Augenblick ein, als sie mit den Abnehmern für den wertvollen Schatz in einem als Schieberzentrale-bekannten Hotel zusammen- gekommen waren. Alle an dem Geldgeschäft Beteiligten wurden plötzlich verhaftet und das ganze Geld. 1 100 000 Mark Zaren- rubel, beschlagnahmt und wieder nach Berlin zurückgebracht.— Andere Beamte der Inspektion A3 machten unterdessen in Berlin einen guten Fang. Ihnen fielen mehrere große Kisten auf. die als Bahnsendung hier eingetroffen, als Borsten deklariert, jedoch an eine Gold- und Silber schmelze gerichtet waren. Die ver- dächtigen Sendungen wurden unter Auffickt geöffnet,- nttd anstatt der Borsten fanden sie in den Kisten nach Entserrnmg des sehr unmfangreichen Packmaterials für 100000 Mark Silber- geld. Der?lbsender, ein Kaufmann aus Leipzig, hakte das Silber in Ostpreußen aufgekauft und nach Berlin an seinen Schwager gesandt, der hier«ine Silberschmelze besitzt. Auch dieses -Geld wurde beschlagnahmt und der Staatskasse zugeführt. Ein sozialistischer Zentralverband der SicherhcktSpolizer wurde gestern in Berlin gegründet. Zur Einleitung der dazu im Alten Llskanier einberufenen Versammlung gab Flucht, der früher dem Vorstände des Wirtfchaftsverbandes der �Sicherheit?- polizeibcamten angehörte, in einein Usberblick'die Gründe an, die dazu geführt haben, die Beamten zur Gründung eines neuen Ber- bcnides zusammenzuberufen. Der neue Verbands soll der Reorgani- sanon der Unterbeamten dienen. Er soll keine Offiziere als Milglieder aufnehmen, sondern auf rein ge werkscha i t- licher Grundlage geschaffen werden und als OpposttionS- parte! im Wir'ckaftsverband dienen. Der Zentralverbaich will, daß in Deutschland keine reaktionäre Polizei, sondern eine Polizei, die enif republikanischem Boden steU, geschaffen wird, Der neue Verband nimmt die Arbeitsgemeinschaft mit dem Repirblikanischen Führerbund und dem Zentralverband der Polizatbeamten auf. Der Anschlag auf den Stadtbohnzug an der MMionenbrücke. dem der Lokomotivführer Reichmuth aus Charlotten- bürg zum Opfer fiel, scheint seiner Aufklärung entgegen zrigehen. Nach den bisherigen Ermsttelunpen der Kriminalpolizei ist der Täter ein rtwa 40 Jahre alter, bisher noch unbekannter Mann, der von Zeugen beobachtet worden ist, als er um die frag- liche Zeit mit einem Jnfanteriegewehr aiff den Stadtbahnzug ge- schössen hat. Die Zeugen bekunden noch, daß er sich beim Laden »'cht unerheblich an der Maus der rechten.Hand verletzt hat. Es ist ocshalb anzunehmen, daß er seine Kleidung und vielleicht auch das Gewehr mit Blut befleck! hat. Auf diesen Maro, wird letzt einstig gefahndet. Pädagogische Oskertagung. Der Bund eukfchTedener Schulreformer veranstaltet eine Pädagogtsch« Osler- tagu n g gemeinsam mit einer Reihe bekanirter Politiker der Linken und hervorragender Kulturpolitiker. Die Tagung findet vom Mittwoch, den Ltz März 2 Uhr. bis zum 2 Avrtl rm Herren- hause in Berlin statt. Eintrittskarte» ä 1 Ml durch Frl. Kaie Mosse, Charlotlenburg. Joachimsthaler Str. 17(Steinplatz 4823), Anfragen an Oberlehrer A. Wagner. Wilmersdorf, Spessartstr. 15. Wetter bis Dienstag. Im Westen vorübergehend starke De- wölkung und stellenweise etwas Regen, sonst größtenteils trocken und vielfach Hefter; am Tage überall warm bei südlichen Winden. / Groft-Berlmer Lebensmittel« Wil««rSb,ff. Z Pfund Karlofsel« ans 14» bis-,«st 14S«nd» 250 Granu» Grotzbrot, von Mittwoch, den ZI. ab ans 14 t rmd 14 g 200 Gramm ausländisch« Hüsientzlichic. 375 Grmm» Zucker. 300 Gramm Atiililcnsabrikate. 250 Gramm inlönbiM* Marmelade. Je 125 Gramm Hafer- b;w. Gerfteniloslen, zusammen 250 Gramm. 1 Dose Malzextrakt, 1 Briescheil Süßswff, Mr Kinder: Pfd. Weizengrieß, Voranmeldung: Zwieback für Kinder im 1. bis 14, Lebensjaime und für Personen lin Aller von 65 Jahren und darüber, 3 Päckchen Milchsüßspeisen für Kinder im 1. bis zum 14. Lebensjahre. Für werdende Mütter: 50 bis 200 Gramm Trockenganzei. 1 Dos- Malzxtrakt, 3 Tosen Kondensmilch. Für stillende Mütter: 50—20« Gramm Trockenganzei. 3,10 Ml pro 50 Gr, Lankwitz. 250 Gramm Fleisch, 3 Pfimd Kartoffeln, 375 Gramm Zucker, 250 Gramm ausländisches Weizenmehl, 125 Gramm Reis, 125 Gr. grüne Erbsen, 250 Gr. Maisflocken, 50 Gr, Kartoffelscheiben, 250 Granu» Graupenmehl. Sonderzuteilungen: Ans Abschnitt 14 der Speisefettkarte 55 Gramm Margarine. An männliche Einwohner über 1« Jahre auf blauen Ausweis 10 Zigarren. Für werdende Mütt« int 4—3 Monat und Kranke 1 Büchse Kondensmilch. Hcmttgadorf. Am Montag: 125 Granu» Graupen, IM Gramm Hafer- flocken, 300 Gramm Rudel«.— Am D«««Stag: 125 Granu« Reis oder Tag», 500 Gramm Syrnp.— Am Mitüvoch: 3 Paket« KÄS für Kinder bis zum 14, Lebensjahr und Leute Ab« 70 Jahre. Sichtenderg. Voranmeldung bis 31, März: 250 Ssawm Erbsen. Ohne Voranmeldung: 250 Gramm Marmelade. 2 Pfand Sartofseln. 100 Gram» Hüksonsruchtmshl. Auf Kartofielkarwuabschnitte U« und 4 150 GrgM« geschürte«isländische Hulfensttzchie. GewerMastsbewegung dämmernöe Erkenntnis. T-ie GefiHrerl, die durch daZ Hineintragen der poiliirfchen Differenzen der Anbeiterfchaft in die HlNvertschafrlichsn Organisationen für die Einheit und Geschlossenheit der deutschen Gewerk- schaftsbetvegung entsiöfen. werden ijteljr und mehü auch von durch- aus radikalen Gewerkschaftsführern erkannt. Bereits während des Generalstreiks und besonders seit seiner Beendigung trotz der Quertreibereien der sogenannten revolutionären Betriebsräte bot nmn Aussprüche von unabhängigen Führern Berliner GeWerk- schafSen gehört— wir erinnern nur � an Rusch, Siegle, Vollmers- hau» bei denen man nur bedauern kann, daß sie nicht einige Monate früher mit gleicher Deutlichkeit gefallen sind. Die gegenseitige Verbitterung und der politische Haß hätte in den Be- rrieben nicht die Dimensionen annehmen können, wie es leider bis zum Kapp-Lüttwitz-Putsch der Fall jvar, wenn vor Monaten bereits die llwpie der Rätedikiatur in der Gegenwart eine so scharfe Absage durch verantwortliche unabhängige geWerk- schasÄiche Führer erfahren hätte, wie es nach dem Kapp-Putsch der Fall war. Mahr und mehr dämmert die Erkenntnis, daß die demokro- tische Republik und ihre gesetzgeberische Arbeit— wenn vieles auch noch in den ersten Ansängen steckt— doch mehr als ein Pappenstiel ist; daß trotz aller Meinungsverschiedenheiten der Kampf um die Erhaltung und den Ausbau der demokratischen Freiheiten gemein» same Ausgabe aller Arbeiter und Angestellten ist und daß Vorbe- dingung für einen wirkungsvollen Kamps nicht zuletzt die Ein- heit und Geschlossenheit der deutschen Gewerk- schastsbewegung ist. Von dicsöm Geiste getragen ist auch«in Artikel des unabhän- gigen Vorsitzenden des Deutschen Metallarbeiterverbandes, Ro- bert Dißmann, den er in der jüngsten Nummer der„Metall- arbeiterzeiwng� veröffentlicht. Dißmann setzt sich in diesem Ar- tikel„Zur Wahl der Betriebsräte" mit seinem Freunde Richard Müller, dem Redakteur der„Metall arbeiterzeitung", ausein- ander, der in der borigen Nummer des Fachblattes in einem Ar- tikel„Ter Kampf um die Betriebsräie" geschrieben halte: „Der Kampf um die Betriebsräte' ist jetzt mit voller Schärfe entbrannt, so scharf, daß durch die ausgelösten Mei nungskämpse die Einheit der deutschen Ge werk schastsbewegung ernsthast bedroht ist." Zu dieser die Geschlossenheit der Gewerkschostsbewogung be- drohenden Tatsache schreibt Dißmann: „Ist dem so, dann haben nach meiner Auffassung alle Kolle- � gen die Pflicht, das ihrige zu tun, um die be- drohte Einheit der deutschen Gewerk schafts- bewegung sicherzustellen. Das gilt in erster Linie von allen Kollegen, die an derantwort- licher Stelle stehen. Ter Artikel der Redaktion löst leider die entgegengesetzte Wirkung aus." Nnd an einer anderen Stelle des Artikels, nach Schilderung der Bemühungen des Vorstandes der Metallarbeiter um Beilegung der Differenzen unter den Berliner Mitgliedern des Verbandes, heißt es: „So muß nach meiner Ausfassung allerorts und von allen Kollegen gearbeitet werden, um die Geschlossenheit un- serer Organisation wie der gesamten Gewerk- schastsbewegung gegenüber allen Anfechtung gen aufrechtzuerhalten. Das verlangen die Lebensinteressen der Arbeiterklasse." Auch dieser Artikel mit ssinem klaren Bekenntnis zu gegen- seitiger Verständigung zeigt erfreulicherweise, daß die Spekulation der Kapp-Clique auf die Zerrissenheit der deutschen Arbeitcrbewe- gung fehlschlagen mußte in dem Augenblick, wo die Arbeiterschaft ihre eigenen Differenzen zurückstellte, um den gemeinsamen Gegner, den Todfeind der Demokratie, niederzuringen. Die von uns stets geforderte Erhaltung der Einheit der Gewerkschaftsbewegung setzt nur eins voraus: Duldsamkeit gegenüber der an- deren politischen Meinung. Wenn diese Duldsamkeit, die Erkenntnis, daß nicht der, der über die Möglichkeit des Rätesystems eine ablehnende Meinung hat, darum schon ein Schuft, ein Ver- räter ist, sich siegreich Bahn bricht, dann wird auch in der Zukunft jeder reaktionäre Putsch an dem eisernen Willen der gesamten Arbeiterschaft zerschmettern. Achtung Metallarbeiter! Heute, Montag,, von 2— 6 Uhr, letzter Tag der Urabstimmung über die vom Hauptvorstand geforderte Beitragserhöhung. Tic WstimmungÄokale sind in der Morgennummer vom Sorniabend, den 27. Rtärz, unter Gewerkschaftsbewegung bekanntgegeben. Der Vorstand der S.P.D.-Fraktion der Metallarbeiter. Osram bZcrkc. Tie Arbeitsaufnahme erfolgt am Montag, den 29. 3. Die Arbeiterinnen und Arbeiter, die in der Woche vom 8. bis 13. März in 6:-•>. sAUw> tuchmiimajchichy gearoeitet haben, sollen am Montag, den 29. 3. Frühschicht arbeiten. Arbeiterausschutz. Zentralvcrband der Fleischer, Ortsverwaltung Groß-Berlin. Tiens- tag, abends dVi Uhr, P-rtrauensmanncrkonsercnz sür alle Sektionen ini Roscnthaler Hof, Rosenthaler Str. 11. S?oß-Ser!ine? parteinachrichten. Hente 29. März: Sozialdemokratischer Verein zu Berlin. Heute Montag abend 6 Ubr Sitzung des Vorstandes und Abteilungsleiter in den Bubi-Iälen, Neue Königslr. 26. Sozialistische Schiilerscktion Nenkülln. TA Uhr Jugendheim Nogat- straße 53, Vortrag:„Die Utopisten". Obcrschöncweide. TA Uhr Frauen abend im Restaurant.Luisenhof", Luisen- Ecke Marienstraße. Morgen 39. März: Friedenau. TA Uhr Generalversammlung im Resiaurant„Hohen- zollern", Handjeryftr. 64._ Ter„Verein heimattreuer West Preußen<5. SB.", Bezirk Westen, veranstaltet Donnerstag, den 1. April, 8 Uhr, in Wilmersdorf, in der Viktoria-Luise-Schule, Uhlandstr. Ecke Gasteiner Str., eine Erösfuungs- Versammlung, bei d:r das Erscheinen aller Westpreußcn unbedingt er- forderlich ist, hauptsächlich der Abstimmungsberechtigten. ÖnefFöflcn der Reüaktion. B. 28. Kommen Sie Montag abend 8 Ubr in die Redaktion. Derantw. kür den redaktion. Teil: Artnr stickler, Cbarlottenburq: für Anzeigen: Th. Slock-, Berlin. Verlag: Borwärts-Verlag s. m. b. s.. Berlin. Druck: Vor. Wärts-Buibdruckerei u. Verlaasanlialt Paul Singer u. Co. Berlin. Linbenlir. Z. Auch die sauberste Mutter ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind aus der Schule gelegentlich Ungeziefer mitbringt. Sie kann es aber — Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf- und Haarwasser Pfcifferol radikal beseitigen. Dabei schäumt unser Haarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Haarwuchs und macht das Haar voll und locker. Flasche 3,— M. und 4,50 M., überall zu haben. gegen Körper- n. Kleiderläuse, Fl. 3 u, 4,50 M. Trieresol-Pnder Pfeifferol gegen Flöhe, 2,— M. Hautcreme Pfeifferol, Tube 2,75 M. Frostcreme Pfeifferol, in Tuben und Dosen 3,— M. Wanzentod Pfeifferol, Flasche 3,50 M, 6,— M. und 8,— M. ApoMer Ollo Pfeiffer& Piehfer, N. 65, Schulstr. 17. CirtttsBmch Montag, den 29. März: Große f MHfMe Shrlstioaai 2üBeiap»t5ti:.22 tSottbnser Tor) 1" zahlt h-chf«-»reife für flupict, Messing. 3inn. Zahngsbisse, Gold, Silber Zahngebisse, Plaiia. Onecksilber. uiw. Zligsretten Nur d-ntsche pre.-w. Fabrikate. MllM s Alu- 1 I cilniani, Blei, Zinn,[ Bisen kauft zu den hüchsten Tagespreisen % SeiilosssrEi liemann, i Stoilschreiberstr. 55, j ! Hof, Keller, a.MoriupI. I I Aul Hausnummer achten!| SMsiitetüiiise für das NMnzt«nSi in Betilii C 25, Hankestraße t. Einlösung zu der am Mittwoch, den 7. April 1020, pünktlich 7 Uhr abends, im Gasifious»Hindcn- buca-, Berlin C, Hantestr. 4, staltfindenden ordentlichen der Vertreter der Arbeitgeber und Kasscmnttgliedcr. Tagesordnung: 1. Vorlegung des Rechnung-- abschlnfses über das Gefchäiis- salir 1919; Bericht de- Rech- nnngsausschitfses über die Prüfung der Zahresrechnung 1919 sowie der Abrechnung des Qenefunqsbeims der Kaffe nnd Beschlufticissung Uder die Ab- nähme derselben. 2. Befchlußsafsung über die 8. Saftnngsabänderung, betr. zz lg, äZd'und lic. 3. Mitteilungen des Vorstandes. 282/10 Berlin, den 29. März 1920. Der vorsiond der Srtskranteukafse Das Movrergewerbe Berlin. A. Vogel. Borsilzender. R. Freund, EchrsttsUhrer. für jn Spezlalarzt Dr. med. GrOterlng Haut-, Harn-, Unterleibsleid. b.Männ.u. Frauen, Blulunters. Invalidenstraße 35, Ecke Chausseestr., StettBhf. Spr. 11-1 u. Vlr&l» Sonnt 12-1 ? Lombard-Hans"S H. Graft, Leipz. Str. 75 II 5 — Höcbste Beleihung g. g a Diskret, Reellste«. Gelegenhelts- s käute, Uhren, f* Brillanten, s Schmucksachen. 2. 10—50°/. unt Ladenpr.» Mm\ zahle Ich die lohnendsten Tagespreise. Von allen Richtungen In Kupfer Blei 7 Messing 12 Zink.. 5 Metallhandlung SW, Simeonstraße 23, Ecke Alexandrinenstraße. I Keine Täuschung; des Publikums. 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