Nr.f«F.37.Satzrs. B«;«g»vretS: N«trlIähri.ZS�0M!..m>,n-l«.«�0»� frkt m» platte, notout zadldar. Po5- "Sjug: Mon�Lich SJO Mt. Hfl- 3u- üillunzsgebühr. Unter ftifujbc.iD für Veutschland und Oesterreich- Unzarn ».7b iür da» übrige Nnslcmd I J.— Md. bei täglich einmal. Zustellung II.— lstk. Valuta-Auffchlag. Bast- de-tellunzen nehmen an Danemari. tbailand. tluxrmdnrg, Schweden und die Schweiz. Stngetrage» in die Bast. Leitung»- Breialtft«. Der»Barwart»"»ii der Sonntag»- beriage.Poll u. gilt- rrlcheiut Wochen- täglich zweimal. Sonntag» einmal. Telegramm»?! d reise .Sogialtanotcat verNn» Morgen-Ansgade. Vevlinev VolKsblatt 20 Pfennigs AnzeigtMTet»: Di« achtgespaltene ZidNoaoeistGeöe kostet 2,— M., TauarongaUuschl«,«st»/«- .»lein« sttojclgmi",(rte- gedrmlt» ttnt 18 Jsg,(Mlstsfl, zwei fettgedruckte Weites, fedn»»eitere Wo« 10 Big. ststtlmgesliche und Schlafstrllenanzeie>» das erste Wo« «8 Pfg. jede« mettere Wart<0 Big. Wart« iider lö Buchstaben zählen für zwei Wo«e. Teuerungsznschlag 00»/». Familien»Anzeigen,»alttisch« un« gewerttchaftliche verein»- Anzeigeu 2.— Mk. die geil« ahne Aufschlag. Anzeigin sUr dt»»ilchste Nummer müssen bi, S Ahr nachmittag» im Hauptgeschäft, verlin«W 68, Sind«- striche S, abgegeben werbe*. Seilffnet oen 9 Uhr früh Ms b Uhr abend». �entvalorgan cier rozialdemokratifchen parte» Deutfchlanda NeSakttoa und Expedition: SV. 6$, Lindenstr. 3. aerniprechcr: tlmt tvi ort ich last. Sir. 15190-15107. Dienstag, den 30» März 1920. vorwärts-verlag G.m.b. H», SV. öS. Linöenftr. 3. isternsprecher: Amt Moritchlai», Rr. lll? 55—54. programmüebatte der Nationalversammlung. Tie Debatte über daS Programm der neuen Reichs- regierung ist gestern in der siebenten Abendstunde abgebrochen worden» um heute vormittags weitergeführt zu werden- Man hofft, sie noch am heutigen Tage beenden zu können, worauf die Versammlung in die Osterferien gehen will. Nach ihrer Wiederkehr am Ii. April soll sie sich mit dem Notetat, der BcsoldungSreform und dein Reichstags Wahlgesetz beschäftigen, durch dessen Fertigstellung erst die Voraussetzung für die vom Volke so dringend gewünschte Abrechnung mit der Kapp-Bande. ihren Helfern und Inspiratoren, geschaffen wird. Die Führer der drei Mehrheitsparteten Löhe, v. Payer und Trimborn, haben am Sllstutz der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung ein Vertrauensvotum für das neue Kabinett beantragt, dessen Wortlaut folgender ist: „Dir Drrfassnnggedrndr deutsche Mtjonalvrrs»m«l»ng billigt dir Ertläruagro der sRrichöregienmg. Die Na>ional»»esammln»st verortrilt den gegen Staats, rdnuvg„ad»taatswohl, Brr f»ffunz and NaiiinalDerfammlang gerichteten vertrechertschrn A u s r« h r an» die Anstifter and HelfrrShrlfer de« Staatsstreich?. Dir Aati»nal»rrslmn»lunst spricht allen Teilen de? Salle?, die durch gemeinsamen Widerstand die Berfassnnz geschützt haben, den Dank de? Vaterlande? au?." Der Antrag trägt die Unterschristen von 316 A b g e- ordneten. Dieses Votum ist notwendig, um der neuen Regierung die Existenzmöglichkeit im Sinne der Verfassung zu geben; es bedeutet keineswegs die Austeilung von Vorschuß- iorbeeron. Die Lorbeeren wird sich die neue Regierung erst verdienen müssen. In der gestrigen Debatte hat der unabhängige Abgeord- nete Henke vieles über den jetzt losgelassenen Militär- Wahnsinn gesagt, was auch ein Mehrheitssozialist unterschreiben kann. Er hat dabei auch sehr ausführlich über die Schuld der Sozialdemokratischen Partei an den jetzt hereingebrochenen Verhältnissen gesprochen. Wir haben seit den Tagen deS Militärputsches wohl schon ein dutzcndmal ausgesprochen, daß Fehler begangen worden sind, und würden es lebhaft be- grüßen, wenn die Partei der Unabhängigen in gleicher Weise die von ihr begangenen Fehler einsehen würde. Heute erklärt selbst die Zentrale der Kommunisten, daß die Zeit für die Emcktung einer Rätcdiktatur noch nicht gekommen ist. Vor 13 Monaten wurden wir aber auch von den Unabhän- gigcu alS Verräter am Sozialismus behandelt, weil wir den Unsinn einer Rätediktatur nicht mitmachen wollten. Die von Kommunisten und LtnKunabhängigen damals aufgeführte umgekehrte. Kappiade führte naturgemäß zu nichts anderem, als zu einem Erstarken der militaristischen Reaktion. Nach Henke sprach Genoffe Legten, der Vorsitzende des Allgememen GewerkschastSbundes" als erster Redner der sozialdemokratischen Fraktion. Seine Rede war eine schlagende Widerlegung der Behauptung, daß sich die Gewerkschaften außerhalb der Verfassung ein Vorrecht anmaßen wollten. In den Putschtagen hatte eine besonders eifrige Lokalkorrespon- denz schon die Nachricht verbreitet, daß Genoffe Legten zu den Unabhängigen übergetreten sei. Sein Auftrag in der Debatte wie der Inhalt seiner Rede beweist das Gegenteil. So wenig wie irgendeiner von uns denkt Genosse Legicn daran, das Lager der Sozialdemokratischen Partei zu verlassen, weil ihm während der tollen Tage dieses oder jenes an einzelnen Parteigenossen nicht gefallen hat. Die Hauptkraft der Arbeiterbewegung konzentriert sich in der Sozialdemo- k r a t i e, und wenn etwas zu bessern ist, so ist hier der Hebel anzusetzen. Das kann man aber nur, wenn man bleibt, wo man ist und hier seine Pflicht und Schuldigkeit tut. Legicns Rede war ein kraftvolles Bekenntnis zu den Grundsätzen, die auch wir vertreten. Eine Rede des neuen ReichswehrministerS G e ß l e r machte in ihrer frischen Lebendigkeit einen guten Eindruck. Allerdings darf man einen neuen ReichSwehrministcr noch weniger als einen anderen neuen Minister nur nach seinen Worten beurteilen. Die Hauptlast der zu leistenden Arbeit liegt auf den Schultern dieses Mannes, um das Maß seiner Verantwortung wird ihm niemand beneiden. Für heute ist nur festzustellen, daß er mit frohein Mut an seine Aufgabe herangeht. Von den Rechtsparteien kam nur die sog. Deutsche Volks- Partei mit einer Rede des Dr. H e i n z e zum Wort. Geschickt hotte das in allen Farben schillernde �raktiönchen den Mann vorgeschickt, dem man am ehesten die Aufrichtigkeit des Be» kenutnisscs gegen alle reaktionären Gewalttaten zutraut, also nicht Herrn Strcsemann. sondern Herrn Hcinze.— Heute kommt Herr Düringer für die Deutschnationalen dran, und man wird sehen, wie dieser Mann eS unternehmen wird, feinen Mohren weißzuwaschen. Aus der übrigen Debatte verdient enrc tressliche Rede deS Demokraten Dr. Haas hervorgehoben zu werden, die er- drückendes Anklagemateria! am die Rechte häufte und das wärmste Bekenntnis zur Republik enthielt, das man in Deutschland aus bürgerlichem Munde jemals gehört hat. Ein Verdienst erwarb sich der demokratische Sprecher auch durch die Art, in der er die albern- bösartige Klatschpropa» ganda gegen die führenden Männer der Republik verurteilte. Er spendete bei dieser Gelegenheit dem Reichspräsidenten, Ge- nossen E b e r t, hohe Worte der Anerkennung. Zum Schluß wandte sich der Reichskanzler, Genosse Hermann Müller, noch einmal gegen die Rechte, um festzu- stellen, daß Kapp wirklich, was man abzuleugnen versucht hatte, zu den offiziell anerkannten Führern der Deutschnatio- nalen Partei gehörte. Auch die schwarzen Schatten der Ruhr- reviersorgcn tauchten in dieser kurzen Rede noch einmal auf. Soll sich dort die Ianuartragödie von 1919 noch einmal wiederholen? Am Montag nachmittag besprach die Aationakdersamm- l u n g da? RegicrungSprogramm. Äbg. Bolz lZtr): Zur Erhaltung de? Reiche? med fförde- rung unsere? Wirtschaftslebens brauchen wir eine Politik der Sammlung, die von den einzelnen Parteien Verzichte verlangt. Das Unternehmen Kapp war eine Kampfansage gegen die Demo- kratie; eine übermütige ausgeschaltete Kaste wollte wieder an die Macht kommen. Das einzige politische Mittel, über da» Kapp-Lütl- witz verfügte, war da? Maschinengewehr und die Kanone. Dagegen aber hat stch der Generalstreik al? maderne Waffe erwiesen. fScbr richtig! bei der Mehrheit.) freilich darf man ein solches Mittel nur in einem wirklichen Not stände, wie er eben vorlag, anwenden. Schutz der Berfasiung nach recht» und verfihärste tage im Ruhrrevier. Elberfeld, 29. Mär». iGtzenrr Drahtdericht de?„Bor- wärt?".) Die Sozialdemokratische Partei Elberfeld hat an die R«ich»regierun« folgende? übermittelt: Die S. P. D. Elberfeld erkennt das Ultimatum der ReichSregiernug vom 28. Mär» 1920, gezeichnet„Tie RrichSregierung, der Reichskanzler, gezeichnet Müller, der Reichswehrminister gezeichnet Geßler" nicht a n. Gründe: Die in dem Ultimatum vorgesehene Frist von 24 Stunden ist zu kurz. Sie verlangt eine Verlängerung von drei Tage». Tckr Kamp, bei Wesel konnte lokalisiert bleiben und wäre heute, längstens«argen beendigt gewesen, weil nur noch die linksstehenden K.P.D.-Snvänger mit der Waffe weiter- kämpfen. T. P. D. und U. S. P. sowie ein Teil der K. P. D. und der Zeutrolrat für da? Rheinisch-Westfälische Industriegebiet in Esten stehe« hinter den Bielefelder Beschlüsse«. Ter Ein- marsch der Reichswehr in das Industriegebiet verpflichtet uns, gemeinsam mit der L. S. P. und K. P. D. den Geueral- st r e i k auszurufen und alle Waffen mobil zu machen, um die Reichswehr niederzuschlagen. Zugleich werden wir unsere Genosse« in den übrigen Bezirken de? Reiches zur Solidarität für den Ge- »eralstreik und zur bewaffneten Abwehr ousrnfcn. Dir gesamte Reichswehr ist eine Gefahr für die Republik und den So- zialismus. Rur die geforderte Arbeiterwehr mi, Offizieren als Führer, aus dem Republikanischen Führerbund entnommen, und nur de» von der organisierten Arbeiterschaft vorgeschlagenen Füh- rern bietet(euch für die Regierung Müller) die einzige Sicher- hrit, daß ähnlich» Borkommnissr wie Kapp und Lüttwitz stch nicht wiederhole«. Die Abberufung de? Generals Wattrr in Münster fordert die S. P. D. unbedingt. Wie dem Rrichskommissar Seve- ring bekannt, ist Watter ein unzuverlässiger Charakter. Das Ulti- matum der ReichSregierung spricht von Greueltaten der Roten Armee. Wir halte« es für notwendig, daß die Regierung, ehe sie solche Schwindelnachrichte« in die Weltgeschichte schleudert, sich durch amtliche Vertreter an Ort und Stelle informiert. Wir haben i.« Rheinland und Westfalen auch noch eine sozialdemokratische Partei, bei der man sich hotte Informationen einholen können. Dem Punkt 4 des oben erwähnte» Ultimatums der Reich?- regierung, der von der vlllige« Entwaffnung der Vevöl- k r r u n g unter Anfstcht der rechtmähige« staatlichen Organ« hau- delt, können wir nicht stattgeben» solange die rechtmäßige« staatlichen Organe aus dem alte« reaktionären Beamtenapparat bestehen und die Inhaber der vollziehenden Gewalt, diese«»zuver- lässigen Generale und Offiziere, nach Arbeiterblut lechzen— aber keinen Finger rühren, wen« eS sich um Baltikumer und Lüttwitzer handelt. Bis zum letzten Man« werden wir diese Militär- kamarilla und jcde Regierung, die nicht durch die Tat beweist, daß sie in der Lage ist, diese Militärlamarilla sowie die reaktionäre« Beamten in Reich, Staat und Kommune zu brseiti- ge«, mit dem Generalstreik u«d nötigenfalls mit Waffengewalt bekämpfen. Wir ersuche« deshalb dringend, sofort zu veranlaffen, daß die an der Grenze des Rheinisch-Westfälischen Industriegebiets zu- s-mmc»gez»ge«en ReichSwehrtruppe« sofort i« ihre Standorte be- ordert werde«, woselbft die Reorganisation der Reichswehr nach den oben bezeichneten Gesichtspunkte» sofort zu erfolgen hat. Dieses ist am 29. März, abend» um 8 Uhr, dem Reichs- k a n z l e r Müller von der S. P. D. telephonifch übermittelt worden mit dem Ersuchen, bi? 19 Uhr abends dem Zentralrat in Effen und der S. P. D.>» Elberfeld telephomsch Nachricht znd am 30. 3., 11 Uhr vorniittug?, noch nicht altc G e- fangen rn«der Geiseln freigelassen, so gilt die Brstimmun« der Freilassung der Gefangenen al» nicht erfüllt. Die Gr- fangenkn und Geiseln müssen bi? 30. 3., mittag», beim Wehrkrri? in Münster eingett essen fein. Wird Gefangenen«der Geiseln auch nnr ein Haar gekrümmt, so gilt die Bedingung als nicht erfüllt. (Gezeichnet) Wotter. Dias« Befehl, dessen Erfüllung von litten Aiteitcrpäi- tvian al» gänjltdj unmöglich cngeitfyat hat im aanbrn ßktmr big groß»« Airfreyaneg verursacht. An he» HauptortM ffest BsvimP wind wtrmimj der 8 e« e r* 1- st reif pi»«ami«ck, fall? ruckst diese Beroudnung zurückge- Mse» irnd Air G ri st ffir Ulsti matum drrlän sscrt m«ch. (Siche«uyst 3,©estfe) lnik« muß bis Pal«'e fein. Sflitt, Herr Reichskanzler, nicht nur > ach rech», sondern auch uacU lrnkS geblickt! Die auSichlicßirche Bewaffnung der Arbeiter, tvit sie die Radikalen verlangen, lehnen wir ab. Jedenfalls verlangen Ivir strenge Bestrafung noch den Ge- fexen, mit Strafrevisiemen und Amnestien must endlich Schluß gc- niacht werben, sLedhasteS Sehr richtig!) Abg. Henke fll. So».): Herr NoSke soll in Stuttgart sich geäußert haben, er«erde im Hein, und nicht im Zyltnder in Berlin einstehen, Herr RoZke ist erledigt, abcr seine Kraklion trägt mit Schuld an solchen Aeusterungen und an seinen Taten, weil sie Herrn Rokke immer lvieder ein Vertrauensvotum ausgestellt hat, zuletzt in Stuttgart. Heute müssen selbst weite Kreise seiner straltion erkennen, daß er alles verloren hat, selbst seine Ehre. Und Hitler itttimr rechrserngt sich im.Vorwärts' in einer Weise, daß«an mir lagen kann, s»«ititfiS ist lein Sozialist, sandern nur ein Ocheiniozialist. Sinnig ist genau so ein Verräter am Proletariat, ist wie die Herren"von der Rechten Verräter an, Volk. Herr Winnig, Herr RoSke und Herr Heilmann lind alle vo« einer �arbe und gemeinsanr sollre ihnen der gleiche Prnest gewacht werden. Sir sind>n den letzten Tagen mit dcn HewerkichaNen zusammengegangen, sollte aber ihr Ztorgohen nur«in tRanöver sein, sollte Herr Legier, und seine Gefolgleute abwiegeln wollen, dann wäre die Einigung dcS Proletariats wieder > rner. als sie:« setzt durch die Haltung der Massen ist. Ver- n verung über Versicherung ließ die Regierung vom Stapel für die Vestratun, der Hochverräter und was ist geschehe»? vi« in die I tzlcn Tage sind Verhaftungen und Mißhandinngen von Arbeitern rgekammen.vabe» siandrechtlickeErsckiießungen stattqefunden und die Rcqieruna Hai nicht»»erhindern können. Die Schandpartei der allen Militärmach: tut heute nach, was sie will. Frecher und siecker erhebt die Reaktion wieder ihr Haupt, sodaß niil Grund ge- iürchtet weiden kann, daß die Pläne, die die heutige.Welt om Piontag" enthüllt, und die daö erste Mal zuichandeir geworden sind, � linr zweiten Male auszuführen»ersucht werden. Nur eine Macht gibt eS dagegen: die der Arbeiterichast. Wenn Sie sage«, die Bür» cerliche» haben auch initgetan, so antworte ich: nur gezwungener- maßen. Die Arbeiterschaft zusanrmen mir der verproletarifierten Angestcllien- nnd Veamtenschait hat dcn Putsch zunichte gemacht. Daher die Wut gegen sie. Ali Volichewik wird jeder Arbeiter bezeichnet, miicr dieser Marke nndsi sich alles zusammen, was zu feig ist, zu den Taren der tstap» nnd Lüttwitz zu stehen; und die Regierung Hut bis heute noch nichts getan, um die E»t>»»sfnnng und vestrasiing der Valtikumvrrbrecher duichzuietzen. Im Gegenteil, die Verschickung der Baltiknmer in die r'nbt Hamburgs bedeutet ja doch nur, daß unsere Genosien im ll,' u h r g e b i e t auch noch von anderer Seite eingekreist werden..Ich»röchle den sehen, der«S wagt, uns zu entwassiien. nnr lallen uns nicht entwaiftlen!' Ail'o sagte der Kührer der Disr.ncbrigade Ehrhardt bei seinem Abzug aus Berlin:.Wir lvollen weiter an der Säuberung bori Kommunistennestern arbeiten, ivir haben ja Uebung darin.' Hebung darin, d. h. Nedung im Massenmordeu. Und dieser Kapitän Ehrhardt ist ein Mann aus dem gleichen Holz gcichniyt. aus dent Sie(zu den Deutschnativlialen� sind. Nern. doch nicht ganz, denn die alle konservative Partei, die hätte zu ihren Leuten und deren Taten gestanden und wäre nicht so feige geweien als Die!(Unruhe und lebhafter Widerspruch rechts.) Auch die neue Regierung, die mit so großen Worten beute sich eingefiihrt d.U. in ohnmächtig gegen die Militärkaste, wenn sie sich nlchl stützt auf das Proletariar, auf das bewaffnete Prole- lnial.(Sehr richtig! links.) Das ist die große Lücke in den Ausfuhrungen der Regierung. Die Regierung, die es unterläßt. bi» organisierten Arbeiter zu bewaffuen, ist— ich tage dies klar— ist reaktionär.(Sebr wahr! links.) /.u' ichwach ist die Regierung,«erl die S. P. T. riichl pewagt bat, lich auf den Boden unserer Forderung der rein sozialistischen Re- ■•iclftzrlg zu stelle», trotzdem sie weiß, daß zwölf Millionen orgaui- nette Arbeiter begeistert dahinter stehe». Halbheit ist das LotungS- wort der MehrheilSparteien. Der Reichskanzler meint, der General- s-reii sei ein Vertrauens zeichen für die R e g i e r u n g. für die Narionalverjamnilung. Nun und niinmer, denn die Arbcirer und Angestellten streikten nichc kür diese alre Regierung, sondern nrr 'reiheitltche Fortschritte zu ihrem großen Fiel. Die rbeiteischasr weiß, waS sie will, und sie muß dafür sorgen, daß eiue sozialstischc Regierung ustande kommt, kre muß eS mchr bei dem belocnden lassen, WaS sie jnr Generalstreik tat, sondern fie muß dielen Stampf sortsetzen, bis zur Tiuigung, zur Einigung der reoolutionären Arbeiterichaft Der Siberpelz. Von M a r-t i n I e u ch t w a n g« r. Hchchor io»«: in«» sich solche Getvohnhciticu erlaub an: Wenn lffn Sind feanf vrerr, Medizffl zu schluckt» Hatto uub längere Zeit im Nett l-oyen nnüßte, bann bekam das gute.Kind..zur Belahnnng" ein Geschenk. Als' ich mit vierzehn Jahren eine DitchteeiWS binter mit haste- belahow«ich meine Riu'.trr mit effnnn BibeichelAkragen. Ich rrue, idn pvei. drei Jahre lang mit Stolz, denn beyann ich, mit mit Hobe» Suchtrazen, seidenen Sckiffpsen u-ud Spcrziecstockchen zu tokeliiere». und der Biberpelz Iva- mir zu schofel für»leine Eleganz. » FüusAchn Acchre später kam ich ül französische GestUhpnschast. Schorn bei der GestmgeunnHine nabm man uns Mützen und Mäntel >vcg. llnd mir froren msuachlairg gottsenbärurlich. Da fiel mir lneiil Biberpelz ei«. Ich schrieb meiner Frau, sie möge doch einmal unter den alten Kleidungsstücken herumstäberu, ob sie da nicht ein«,, Bebe r Pelzkragen finde. Ten könne ich hier«isgezeichnet brauchen. Z»>Ki Monate später wurde ich ans die Padstzenisur yevusen. Ein Dolmetscher hielt»iit svrtzen Finger» mom armseliges Biber- pclzkrägelchen in die Hobe und frogic i(Zu' ert-c' gu' c' est qu' ga, . ette machine-lä?"—.Das ist ehr Pelzfrugtu, Herr Dolmetscher." •„3ki» wolleir Sic mit hevl Dingsda, mir dem machine-lä?"— ..Anziehen, wenn es lalt ist. Herr Tvlorellscher."—„Sic können doch keinen. Pelzkvaqeu anziehe!!, als Krnkgdgehangvner. Nein, da muß ich zuvor den Herrn Kapitän fragen." Der Herr Kapitän schüttelte den Kopf ül>er das machinc-lä. Ter Kriegsxeeongene will enien Pelzkragen tragen? Zu komisch! Nein, er konnte die Erlaubnis nicht ohne weiteres geben. Er matidtc jtch«n den Cfferst. lleid der Cberst beyuckte sich das machine-lä i'nd sandte de» Kragen an die Region zur BlUrntachtung, und der ll�eneeal beschirffz.-sich an das Krivgsnff iltfferium in Paris zu ws». den. U»d dieses verfügt«: Der Kriegsgefangene darf bei guter Ficht»»» de» Pelzkragen trazten. tverni eS lltlt ist. Mau händigte mir d«, Pelzkragen ein. sprach viel Lehrreiches vom Stielt der gute» Führung, von den, Wohlwollen der franzSn» schen Reg evnng i»,»llgeareinen und der Großzölgigteit der mnizösi- scher, Ration im besonderen, und ich durfte mit meinem Biberpelz treffen in das Lager, ibo das seltene Möbel von den dreitausend >>.!»iige«en Kameraden mit heimatlichen Gefühlen besehen, befühlt und begutachtet wurde. » Der PelHkragmr war im Lager, und wir hatten es schsvarz auf weiß: er durste getrogen werden. Das mußt« ausgenutzt rvevden. Wenn n>tr aus eine ÄrbeirSstärie geschickt wurxen, auf der wir ?> vi den französischen Aufsehern schikaniert, verspotte: und de- schiavft wurden, dann mutzte ich zum Gegen ärger den Pelzkragen anzrehon. Dkeine Kolonne zog tnrrch die Strotze. Sechglg. achtzig. hundert Mann stark. Alle eingehüllt in Lumpen, die Fuße, in Holzponrinen. Ich. der Kolonnenfuhrer, ebenso angezogen. Aber meinen HalS »..erst derksZelzkrazen..Er erregte imgeheures Aufsehen. Ein Boche kommt, möglichst schon bei der nächsten Wahl.— Sozialge'etzgebung. ein Gesetz über dcn SchlichluilgSauSschuß, dre Frage der Sozia- lisierung wurde mit großen Worten heute von dem Reichskanzler 'versprochen— aber mit so wenig Ueberzcugungskrast, daß es uns unmöglich ist, daran zu glauben. Jetzr geht es unrS Ganze, jetzt geht es um die Republik, so sagt er. Für die Arbciierschasr aber ist die Republik nicht das Ganze, dorm wenn sie um ibr Ganzes gehl, was hat sie dann von der Regierung zu er- warten: ein Ultimatum, das de» Arbeitern androht, wenn sie bis morgen abend nichr bedingungslos nachgeben, dann»ollen sie in, Blut erstickt werde»», und das wird einer Arbeirerschaft gesagt, die aus sich heraus schon alles tut, um üble Mitläufer, die immer bei einer Revolution autlreten. anS ihrerr Reihen zu ent- kernen. Dieses heutige Ultimatum an die Ruhrarbeiter»si uns für die Politik der Regierung maßgebender als das schöne Programm. Warum stehen denn die Arbeiter noch unter Waffen? Weil sie von der Regierungsseite keine Garantie sehe» für die Zusicherung der streng- sie« Bestrafung der Hochverräter, weil sie sehen, daß die Regierung sehr wohl die kommunistischen Führer zu finden weiß, die Kapp, Liittwitz und Konsorten abcr nicht findet, und weil sie schließlich weiß, daß zur Aburteilung doch nur die alte Klassenjustiz bereit steht.(Lebhafte Zustimmung bei deu unabhängigen Sozial- demokraten.i DaS Hauptziel unserer Polirik ist die Bekämpfung deS Militarismus, und gerade hierin hat uns die Rede des Reicks- kanzlerS nicht befriedigt. Herr von Seeckt ist nicht gegen die Tnrppen vorgegangen, die sich Brutalitäten haben zuschulden kommen lasieu, und auch der neue ReichSwebrminister wird auf diele Art das militärische Problem niemals lösen. Die Arbeiter fluchen dein Militarismus. der in der Hauptsache von den Befitzenden getragen wird. Vkit Versprechungen ank dem Gebiet der Sozialisiernng lasten sich die Arbeiter nicht abspeisen. Ihre Parole itt: Nieder mit dem Kapitalismus, her mit dem Soziali?- muZ! Die Weltrevolution wird kommen, auch in Amerika und England trotz der Macht deS KavitaliSmriS. Mir diesem Glauben wallen wir die Arbeiterschaft eriüllen.(Beifall bei den U. Soz.) �bg. Legiea sSoz.): DaS deuische Volk bot es satt, sich von denjenigen, die den Putsch gemocht baben. weiter regieren nnd drangsalieren zn losten. (Sehr richtig! bei den Soz.) Mit Recht hat der Kanzler Müller gegen diese Leute energisch Stellimg genommen. Wir können der Regierung unser Vertrauen auSsvrechen.(Beifall bei den Soz.) Glücklicherweise steht die Erklänmg meines Vorredners in erfreu- Irckem 25 r d e r sp r u ch zu der Stellungnahme der Gewcrl- sckaftsvertreter. die der unabbäng-gen Sozialdemokratie an- gehören. Ich hoffe, daß die'er Gegensatz nicht lange bestehen Iv'rd und daß die unabhängige Sozialdemokrane endlich zu der Neber- zeugung kommen wird, daß es auf die Dauer mit der Politik nicht gebt, die sie bisher getrieben hat.(Sehr richtig! bei den Soz.) Ick boffe. daß die gewerkschaftlichen Arbeiter, die zur unab- bängigen Sozialdemokratie gehören, ihre Partei bald darüber be- lehren werden, was im Interesse der Arbeiterschaft notwendig ist. Bei der Ankündigung der Strafverfolgung allein»vollen wir eS nicht bewenden' lasten: an den neuen Jnstizministcr Blunck richte ich die dringende Aufforderung, daß er ungesäunrt eingreift und daß nicht nur Arbeiter wegen irgendwelcher Vergehen vethaitet werden, sondern daß endlich ein«»! die Hochverräter ficfatzi werden. tLebhaiter Beifall bei den Soz.) Wetter»ordere ich. daß das Vermögen der Hochverräter konfisziert wird(Zusiimmung bei den Soz.) als Ausgleich für die Schäden an dem Eigcntuin der Minderbemittelten und»'ür die Schäden in der Rahrniigsmirtelzukilbr, die der Putsch herbeigeführt hat. Andere Schäden werden sich ja leider nicht ausgleichen lasten, z.?. der Schaden bei der bevorstehenden Ab- stimnnmg in Ob er s chk efi en. Die dänische Parte» in Schleswig bat unmittelbar nach dein Bekann rwerden des Putsche? ein F!ug- dlatt herausgegeben, in welchem sie den StaalSiffeich füc ibrc Zwecke ausnutzte und es für das Sicherste erklärte/ wenn die Schleswiger ssch zii Dänemark bekennen Wenn eS der Sozialdemokratischen Partei in Flensburg aueb gelang., der Bevölkerung Mitteilung darüber zu machen, daß sich nicht ganz Deutschland in deu Händen der Putschisten befand, in der Stadt Flensburg wären dock mindesten? ÜW0 Stimmen mehr für Deutsch- land abgegeben worden.(Hort! hört!) Die deutsche Unternehmer- und?lrbeiterschakt Bot die Trnnzsalieriiuz durch da? Militär »alt. Wäre die Berliner ArSeiterscha't bewaffnet gewesen, die Boltikmntruppen wären nicht durch da? Brandenbnrger Tor gezogen.(Unruhe.) Ohne Kenntnis von dein Suftnis der Regierung mit einem Pelzkragen! Zu Hunderten rotteten sie sich auf der Strafte zusammen. Dos ging nicht! Der Kerl trug einen Pelz- tragen, nftc ein König? Der Biberpelz wirkte ans die Franzosen wie daS rote Tvcb aus den Stier. Aver die Beschwerden halfen nichts, der Kapitän zuckle die Achsel, u Befehl de-- KriegSniinistevl ums! Das madiine-Iä machte die Franzosen beben vor Wut, und uns machte es dc>S Herz hü che» vor Fioeudc über diese.« Aerger. Waren die Äerlä gemein, hatte« sie memo Leute schikaniert zum Erbarmen, dann hieß es am'Abend: Feuchuvanger, morgön imiffen We.das niachme-lä anziehen. Nnd das königliche Sftick. der Bi-öcrpelzfragcn mit den Monen- löchern und den ausgefalle/iien Haaren, umgab am«ächsten Tag meinen Hals und die Ftonztffcn platzten vor Wirt. * Als es in die Heimal ging, uberlegte nur., sich, was man von seinen HalbslLigkcftoit imtnehmcn lollre und was zurücklassen. Den Biberpelz?..Ach, schmeißen Sie dos T-ingSdä. doch wog. Fn Deutschland! Glauben Sie, in Teutschland trä.st jemand so ein schofles Zeugs?" Abcr ich nahm ihn mit, zur Ennwemug. Armes Deutschland! Lieber guter Biberpelz, was kommst du in deinen alten Tagen noch zu Ehrcir! Mir willch anerkennenden Blicken bctrochrcten mvine Freunde das Biberpelzlein beim?luspocken. Mottenlöcher hin, Morrerrlöchcr der, ausgefallene Haare hin, ausgefallene Haure her! Biberpelz! Ein vichii.ggehe.rder Biberpelz! Das maebine-Iä ist augenblicklich beim Kürschner, llird zu ihrem liächiren Geburtstag bekommt meine Frau einen Biberpelz geschenkt. Ich freue mich. Die Freundimien werden meine Frau beneiden um ihren noblen Gatten. Was leistet ei» Zentner K,hle? Ueder dieje Frage plaudert ein Mitarbeiter des„Weltmarkt". Zur Erzeugung von einer Kilowattstunde elektrischer Energie braucht man durchschnittlich IL Kilo- gramm Kable.(Sin Zentner.Kohle liciert demnach gegen 44 Kilo- Ivattstunden. Ter Siromverbrauch einer Lökcrzigcn Meiallfaden- larnpe— der üblichen Zimmer- und Schreibff.schlainpe— beträgt ungefähr 25 Watt. Ein Zentner Kohle ivürde daher die Lampe während 140»— 1500 Brennstunden, d. h. eftva zwei Monate lang uliuuterbrocheil oder auch ein ganzes Jahr über täglich vier Stunden speisen können. In ähnlicher Weise kann man den Kohlen- verbrauch durch die Straßsnbahu berechnen. Ein Straßenbahn- wagcn kleiner Bauart erfordert für ein Kilometer Fahr, aus ebener Strecke 32Z— 400 Wattstunden. Mit Hilfe eines EnergiebciragcS von etwa 44 Kiloivattstunden würde der Wagen eine Strecke von 100— 120 Kilometern zurücklegen können. Bei 30 Fahrgästen kämen also auf jeden ein Dreißigste! Zentner. Bei'Aufwendung von einem ganzen Zentner Kohle für den Fahrgast könnte der Wagen also eine dreißigmal längere Strecke zurücklegen. 8000 bis 8600 Kilo» merer Da? heißt: unk« Auftvendui-g von eine« Zentner Kohle kann eine Person im Straßenbahnverkehr ein ganze? Jähr lang— doZ Jahr zu 300 Arbeitstagen gerechnet— täglich 10— IS Kilo- meter zurücklegsn,.,.. Wcndoir.wtr uu» ltuu auch»och der Eifenvabn �u, so komvien wir zu folge«dtzn Ergebnissen, Kia Schnellzug«rörauchp aus haben die Guvrrkschaiien bereits am 13. März, mittags U Uhr. im- Bundesvorstand den Gcuerolstrrik beftbtaiien. Es iol.ite bann ouck die Arbensgemeinstfiaft freier Angestcllleuverbändc und die loziot- demokra tische Partei., Wenn der Aufruf nicht gemeinsam erlassen wurde, io war er doch gleichartig. Wir waren uns der ungeheuren Veraniworrung be-' wußr, die ans uns ruhte, wenn ivir zu. diesem gewaltigen, im großen und ganzen bisher von uns abgelchmen Kamptmit'.cl griffen wir wisien, daß die MinCerbemittelien a m m c i»st c n unter dem Generalstrcil leiden. Hier gab es aber keine Wabl. Es hat sich gezeigt, daß keine Regierung ohne Zusiim- mung der Arbeitet-chnsr existenzfähig ist. auch wenn sie über die gewaltigsten militärischen Machtmittel verfügt. Tie Regierung Kapp hol ein>ehen müpen, daß sie obue Einvernehmen mit der Arbeiterichaft nichts unternehmen kann. Be- reitS am Montag, den 10. März, iuchre sie Verbrndung mir dein Allgemeinen deruichen GewerkichafrSbnnd, um mit ihm zu einem liompromiß zu gelangen. Zu einer Verhandlung ist es nichr ge- kommen. Ter Vertrcicr Kapp? hatte dem GeweikschaftSbund cur Programm unlerbreitet, in welchem u. a. Amnestie für all« politi- schen Verbrechen seit November 1918 verlangt wurde.(Lacken bei der MehrhetU Man glaubte, mit diesem Vorschlag die Arbsucr tatsächlich einsangen zu können; daraus läßt sich die deutsche Arbeiterschaft nicht ein. Trotz der mündlichen Zusage Kopps. daß das KoalitionSrechl nirvt angetastet werden solle, war dio� Antwort, der Vorstand des GcwerkichaftSbundeS könne nur mir einer ans Grund der Lerfastung eingeietzlen Regierung verhandeln. (Sehr richtig! b. d. Soz) Nun ging Kapp zur Drohung über, wie das so bei den Kon'ervativen üblich ist Aber gerade infolge seines Streikverbots wurde in einer Sitzung in der Wilhelmstrnße. in der sich auch Kapp festgesetzt harre, am lb, März der Gewerksckafteir beschlosien, den Generalstrerk fortzusetzen. Dieser konnte auch nach KappS Rücktritt nicht abgebrochen werden, denn man hatte nvch keine Sicherheit für die Verhinderung eines neuen Putsche?. Viel- leicht hätten die meineidigen Generale uns eine neue Regierung gebracht, etwa«ine Regierung S tiefe marin.(Heiterkeit, Abgeordneter Dr. Kahl[?. Bp.f: Kinderei!) Die deulschen Prosesioreir sind ja stets crwos kindnch geivesen Die Sickerbeilen für die Wiederkehr geordneter Zustände wurden erst ge'ckafscn dutck die bekannte Vereinbarung zwischen den Vertretern der Mebr- heirSparreieu und deu Gewerkschaften. Dabei bandelte es sich nicht um eine parteipolitische Stellmignahme der gewerlichaftlichen Organisationen.» andern um einen Kampf um ihre ui- eigensten Rechte. Die Auswahl der Minister nach Bei« »tändigung mit den Gewerkschaften bedeutet kein Zlorrech:. kann also die Verfasiung nicht verletzen. Bei der Deinekratifieruvg der Verwaltung kann jeder Beamter noch feiner Fäiion solig werden, aber wir verlangen, daß er nichts gegdn die Regierung unter- nimmt,»oudern ferne ganze Arbeitskraft dem Staate zur Heriüguvg stellt.(Sehr richtig! bet der Mehrheit.) Die Sozialisierung-- kommission muß bor allein verstärkt werden aus der Arbeilerschatt: auch dürfen ihre Arbeilen nicht wieder in irgendernem Mnisteriunr vergraben werden. Eine durchgreifende Aenderung muß vor allem! in» Offizierkorvs platzgreisen, d.meben muß die organisierte Arbeiter- schast ausgenomiiren loerden in die Reichs- und SickerbeUSwehr»owia in die neuzubildende Vollsiveht. Nickt die Webren b e st i ni m e n über den Eintritt, sondern die Arbeiter melden srck bei ihrer O r g a n i- s a t i o n und werden von dort aus eingestellt. Tie unglückseligen militärischen Maßnahmen tragen an der noch immer vorhandeneir Erreomtg»cknld Tie'elbe Truppe, die versagt cka: sin Kampf gegen die bewaffneten Baltiknmer. gegen die u n bewaffneten Srbe'tec war sie kühn und murig. Die Arbeitencha», einiger Vororte bar.« es ü bcrnommrnen, die Lager gegen die Baltikumirlippen zu schützen: da rückten die SiegierungSlruppen an— das heißt, mau weiß j.i kaum heute noch dir RegicrungSrruppen von den anderen zu unker- scheiden— und eS begann ein Kamp» zwi'cken der ArPffrericko»r und den sogenannten RestetungStrnvpen. Tie Ärbeiterickast»Sill sich die Verteidigung der Republik nickt bezahlen laffcri. aber der Lohnansfall in dt* Streikragen«riß bezahlt werden, eventuell durch llfflerstützung kavitällstischer Nnternehmcc durch das Reick, zfch macke nochmals darauf auftnerkiam, daß die Oraanlsotronen. dre den Generalstreik durchgeführt haben. IL bis 14 Millionen Mitglieder umiasien. Die Drvbuna mit der 2!'- iplitteri»!z der süddeutschen Staaten ist stark übertriebe»: denn da baben unsere organisierten Arbeiter auch noch ein. Wort, und nichr das letzte, mitzuiprecheir.(Sebr wahr! bei der Mehrheit.') Verhängnisvoll wäre es, wenn die deui'che Arbeirerschaft bei den per- einbarten Punttcn enttäusch: würde, verhängnisvoll nicht für die Arbeiterschaft, nicht für die Partei,»andern für die BolkSgemein- schast, für das ganze Wirtschaftsleben. Deshalb nehme Kilometer 10— 12 Kilogramm Steinkohle, ein Güterzug lä—üä Kilo- gramm. Nehmen wir an, daß ein O-Zug 500— 600 Passagiere befördert, so beträgt der Kohlenverbraueb des ZugcS für eine Person urtd ein?» Kilometer rund 20 Gramm. Mit einem Zentner Koh'e. kann der Fahrgast also eine Strecke von etwa 2500 Kftemetrr.r .zurücklegen. Es entspricht dies unpc-ähr der Entfernung Berlin p.s Madrid oder Berlin— Mcffino. Man ff'ht daraus, daß der Vorschlag eines Witzblattes, die Reisenden sollten fortab ilue Kohlen zur Heizung der Lokomotiven selber mitbringest, gar nicht so un- eben war. Für eine Reise von Leipzig nach Berlin brauchte jeder. Fahrgast nur llsch Kilo Kohlen zu liefern, von Berlin nach München käinc man mit 13 Kilogramm auS. «Am Winkel au» Tore." Fm Alien Thaatar in E he o,» i tz ging di: Ilrausfüchrung des bürgerlichen Trauerspiels«Z m Wie kel am Tore" von Gustav Slekow, dem leitenden Redakteur der Eheliiifftzcr..Polksstimmr" mit großem Erfttlg tn Szene. Das Stück zeig: an einem Etnzelfchicksal den tragischen Untergang d- patriarchalischen Kleingewerbes im Kampf gegen das Großkapital -und den Ausstieg der Arbeiterschaft zu» Idee des SoztaltsmuS. Bc- wegtes Leben, scharre Ebavakrerzeichnuiig. gerechte Verüeilung von. Licht und Schatten und bühnentvirtiaine Mischung von Poesie und Realismus sind dem Werke eigen. Es ist— hei von öder Tendenz- mache— als künstlerische Behandlung eines noch immor zeuge- mäßen Problems das-rechte Stück für ein Ar Ü Zi'expu vi üu bi. Eine neue Athrna-Statue im Berliner Museum. Die Berliner Anitkensammlung hat eine bedeutsame Bereiche ritwg erfahren durch eiitc Kalksteinstatuctte der Äthena von 15.2 Zentimeter Höhe. uad ?.9 Zentimeter Breite, die aus Esk.-Tchebrr stammt und zu der Gattung antiker Kopien gebärt, die ibr Äorbtld im verfteincrieit Maßstab wiedergeben. Sie:st die Nachbildung etner Athena-Skolue aus der Zeit dos PHrdias, der Hochblüte griechischer Kunst. Die Göttin ist mil Untergew and. PeploS und links über Schukicr und Arm unigotvorftmen Mantel dargestellt? Brust und Rücken sind von einer Aogis in altertümlicher Form bedeckt. Da die Arbeit überaus sorgsam ist. so geivährt sie trotz der kleinen Maße und der starken Beschädigung durch' chte inasestäiische Anlage und die edle Fasten- gebung einen anschaul-chen Begriff von der hohen Idealität, die die griechische Kunst in den Tagen des Phidias erreicht hatte. Die chvchscknlerneuermig. Die tätigen Freunde einer Er- Heuerling der Hochschule—«ludenten»vis Dozenten— werden zum Zuiammenschlilß ausgeboten. Die erste Zusantinenlunst findet statt in Berliii, Festiaal de? Herrenhauses, am 3. April, nackmitlags 3 Uhr. Sie bezweck» ein Sich-Kcnaenlerncn und Sick-Aussprcchen über die genieinsamen Er'ahrungeir und Ziele. Nähere Auskimsr durch den Vorsitzenden des oorbereilenden Ausschusses Pros, ittto Braun, Münster, Warendorser Str. 135. PortragSobende»»erde« in» Künlilerhaui« a» Gickbckonnei-stag, Karfretlag uno Lftetsonn abend von der lSltnosfenichas» Deutscher Bühnen* angchärizcr zugunsten ihrer HklfZ- und Nnvallvenfonds veranstaltet. ES wirken u. a. mit Lrene Trtesch und Cleving. An der Komische» Dster findet am Aonviez, 4! April,'bte Nr aus. Mu ng des musitati-chea Luftspie.'S.W enn Hrauen träumen", sou iteiax ostcl stau. ttr. 165 4 37. Jahrgang Seilage öes Vorwärts dienstag, 36. März 1626 GroßSerün Der 13. März in üen vorortparlamentrn. Abrechnung mit üen Putschisten in Schönedecg. Tie Schöneberger Stadtverordnetenversammlung verhandelte gestern über den im„Vorwärts" bereits mit- geteilten Antrag der sozialdemokratischen Frak» t? i) n, durch einen Ausschuß untersuchen zu lassen, wer in der Zeil des Putschcs Kapp-Luttwitz die Besetzung städtischer Ge- bäud« durch Offiziere veranlaßt hat und wieviel Beamte der Stadt sowie Lehrer und ihre Schüler sich an dem Putsch beteiligt haben. ?er Vorsteb.cr-Stellvertreter Dr. Lauterbach(Demokrat) erössnete die Sivung mit einer Nn-sprache, in der er ausführte, dag me Handvoll Abenteurer einen verbrecherischen Anschlag guf die lerctheik unseres Volles unternommen habe. Als er der gefallenen f vier gedachte, erhob sich die Versammlung. Den Antrag begrün- dere der Vorftchcr T z e mi n s! i(Sog.). Einleitend gedachte er auch der Himerbliebenen und forderte, daß sie vor Not beioahrt werden. Daß die Zchuldigen der Bestrafung zugeführt werden, daran müsse anck die Stadtverwaltung mitarbeiten. Mindestens Mitwisser seien die Deutschnationale VolkSpartei und die Deutsche Volkspartei, trotz aller AblengnungSvcrsuche. Habe doch schon vor Wochen bier in der Schönebcrger Stadtverordnetenversammlung cu Mitglied der Rechten gerufen:„Heute sind wir organisiert!" 3a. setz: wige man, welche Organisation gemeint war. Unser Red- ner schilderte Entstehung und Verlauf des Putschcs und den ein- mutigen Widerstand des Volkes. Er ging dann näher auf die Schoneberger Vorgänge ein. Wer hat, fragte er, die Kapp-Lütt- Zitzschen Offiziere in die städtischen(Hebäude gerufen? Von einer vergelouseiien und wildgewordcnen Soldateska b n die Bürgerschaft sich schikanieren und durch Gemeinheiten pro- vezieren lassen müssen. Gefehlt hat«S an der Leitung durch daß Stadtoberhaupi. War es Zufall, daß bis zum Putsch sich keine Möglichkeit geboten haben soll, die Beamten der Stadt auf die Verfassung zu vereidigen? Zufällig wurden dann gerade am Vi. März eine Reihe Beamte zu dieser Eidesleistung nach dem Rat- bans berufen. Aber da soll der Oberbürgermeister ihnen gesagt haben: Wirhab enaugenbliiklicheine neueRe- gierung. Unter Hinweis auf die Möglichkeit eineS Gewissens- 1 mslikteK von Beamten habe er erklär:, heute von der Vereidigung Abstand zu nehmen. Nein, gerade in diesem Augenblick hätte er d e Vereidigung vornehmen müssen. Nacbher haben Scköneberger Beamte in einer Zusammenkunft sich fit r d i e„R e g i« r u n g" K a p p- L ü t t w i tz erklärt. Darüber muß Klarheit geschaffen werden. DaSfelbe fordern wir bezüglich der Lehrer, deren Schuler(wie im Werner-SieinenS-Reakgymnasium) zum„Tier- vgrtentrupp" gehörten und mit Handgranaten und Schußwaffen in die Schule kamen. Tie Leiter des PutfcheS werden ja dem Ge- richt überantwortet werden, hoffentlich einem Voßsgericht. Be- -itrafnng.und Vermögenskonfiskation soll ihnen die Lust zur Wie- derhotung austreiben. Bestrafung fordern wir auch für die Beam- ten und Lehrer unserer Stadt, die direkt oder indirekt den Putsch unterstützten. Da muß reiner Tisch gemacht werden: diese Leute müssen den Dienst bei der Stadt quittieren. Tie Deiuscbn anomalen usw. sahen während der Rede unseres Genossen gedruckt da und wagten nur vereinzelte Zwischenrufe. Nachdem auch Dr. Kcuß(Dem.) unter scharfer Verurteilung deS Vutschei üch für den Antrag ausgesprochen ha::«, ergriff Dr. Pflug iDnat.) das Won. Wir begrüßen. Hub er an. gleichfalls den Antrag, weil wir— ein durchaus gutes Gewissen Hadem(Gelächter der S. P. D. und der U. S. P. D.) Er vertei- fugt? die Offiziere und prieö sie als Schutzwehr gegen den Sparta» ffsmus. Keck versuchte er, die Putschisten von seiner Partei abzu- schütteln. Er verlas schließlich namenZ seiner Freunde sogar eine 'eierliche Erklärung, die den Kavvschen Staatsstreich„als ein Ver- brechen an: deutschen Volke aufs schärfste verurteilt". L verbürgcrmeister Tominicus äusserte sich über die Besetzung nädtischer Gebäude d»rch die Offizierkompagnie». Diese seien nicht gerufen worden, sondern selber gekommen. Der Magistrat habe fnen gesagt, daß die hierzu erforderliche Voraussetzung sparta- kiftischer Unruhen nicht bestehe. Trotz wiederholten Verlangens feien sie nicht gegangen und ihr Kommandeur habe sich für die logen annte Regierung Kapp-Lüttwitz erklärt. Bezüglich der Le- amtenvereidigung sei ihm erst Müte Februar die RcgierungSver- füguna zugegangen und die Anberaumung habe sich dann bis Mitte März weiter verzögert. In der aufgeregten Zeit des Putsche? die Vereidigung vorzunehmen, habe er nicht für rat- sam gehalten. Der Einsetzung de? UnIcrsuchungSausfchusseS stimme er zu, über die Stellung nah nie des Magistrats- tollegiums könne er noch nichts sagen.(Bei Schluß unsere? Berichts dauerte die Debatte fort. Gemeldet waren noch 9 Redner.) Hegen öle VUtnersüorfer Einwohnerwehr. Die Stadtverordnetenversammlung in Wil- merSdorf verhandelte über die sozialdemokratische Anfrage Lüde mann und Genossen: Was hat der Magistrat getan, um 1. die Einwohner Wilmersdorfs zu beruhigen; 2. die Einwohner zu schützen gegen die Ucbcrgriffe der Balnkumer, der Ehrhardt- Trupven und der Einwohnerwehr? Stadtv. Dr. Holz (Soz.) sprach unter lebhaftem Beifall der Versammlung über das unerhörte Verhalten der WilmerSdorser Einwobnrrwahr. Die Lügen, die an einigen Häusern angeschlagen waren, mutzten die Balken zum Bieaen bringen. Hauptsächlich die Bekanntmachung der ..Wilmersdorfer Zeitung" vom 23. März. Die Einquartierung der Baltikumer obne rechtmäßigen EinqnarticrungSzettel habe der De- zernent d«S Magistrats wohl abgelehnt. Kapitän Werner aber sei vom Oberbürgermeister aufgefordert worden, die Sir atze zu überwachen und erschoß dabei einen Bürger beim Einkauf von Lebensmitteln und verletzte einen lebensgcfähr- lich. Die Stadtverwaltung habe wicht einmal den Toten die Ehre erwiesen, die diesen Opfern zustand. Der Schutz der Lebensmittel- laden nnd öffentlichen Gebäude, die die Einwolmerwebr bewacht, war recht zweifelhaft. So leistete sich Hanptman Beyer den Scherz, der Magistrat solle sich den Dreck allein wegbringen, den Einwohner- Ivehrleute im Joachim Friedrich Gymnasium binterlassen haben. Die Einwohnerwehr sei wohl eine PolizeihilfStruppe. aber mit Maschinengewehren besetzte sie das Nathans, um zu verhindern, daß der Oberbürgermeister nicht gestohlen würde. Die Provokationen vor dem WilmerSdorser Postamt, daS mit Stacheldraht stark ab- gesperrt war, trugen nicht zur Beruhigung der Bevölkerung bei. Schulen wurden dem llnterr'.cht entzogen durch Besetzung von Ein- wohnertvehr und Baltikumtruppen, die ohne Austrag mit Gewalt in die Gemeindeschulen eindrangen. Auf blödsinnige' Gerüchte hin wurden Haussuchungen veranstaltet, das Parteibureau sollte ausgehoben werden, Verbaftungen erfolgten zu Unrecht und die Ver- hafteten wurden jedem daherkommeiwen Soldatenhaufen der Balti- kumer übergeben. Holz schilderte die Erlebnisse des Genossen Schlegel am Bayerischen Platz und die glorreiche Tätig- keit der Einwohnerwehr. Der Redner regt« weiter an, di« Einwohnerwehr» m> zuändern. Um die Reorganisation sofort oorzuneihmen, soll ein Antrag in der nächsten Stadtverordnetenversammlung zur Bc- ratung kommen, wonach ein Untersuchungsausschuß ge- bildet wird, der dies« Fälle aufs eingehendste zu prüfen hat. Der Antrag wurde von den Unabhängigen und Demokraten unterstützt. (Bei Schluß des Blattes geht die Debatte weiter.) In Martendorf- Lüdende interpellierte vor Eintritt in die Tage?- ordnuirg da Gemei ndevertvetersitzung Stüter(U. S. P.) den Ge- meindsvorstand darüber, wer veranlaßt habe, daß da? Militär auch nack Mariendors kam und durch wessen Schuld die Schulräum« gut Versügui�z gestellt wurden, die sich nach Abzug des Militärs in einem Zustande benmden. daß 8 0 0 0 M. für Reinigung und Desinfektion angefordert werden müssen. Genosse Rostock schloß sich diesem Protest an und betonte, daß die Militärverwaltung den Schaden ersetzen müsse. Bürgermeister Holle gab an. daß das Militär mit einer Order eingerückt sei, die die Besetzung des Gym- nasiumz und des Lyzeums forderte: er konnte sich der Gewalt nicht widersetzen. Auch der Demokrat Stübner und der bürgerliche Vertreter Heise verurteilten den Putsch und schloffen sich im wesontlichcn den Ausführungen der Vorredner an. Augenommei, wurde ein Antrag der Unabhängigen, der die Regierung auffordert, das Mi- liier und die Zeitfreiwilligen zu eutwafme«, die Eimoohnerwehren aufzulösen und die Arbeiterschaft zur Aufrechterhaltung der Re- publik zu bewaffne». Außerdem wurde eine Kommission bestimmt, die umerfuchen soll, wer von der Mariendorfer Beamtenschaft der Kappregierung Hilf« geleistet und wer von der Einwohnerschaft den Putsch unterstützt hat. srsvä Auf dem Wege zur Arbeitsschule. Die Stadt Neukölln ist dabei, einen ersten Schritt»u ei»er freieren Gestaltung des Schulunterrichtes zu tun. Der Magisirnr hat beschlossen, die von dem Gemeindeschullehrer Heyn im Herbst 1914 angeregten und im Fiübjahr 1915 geschaffenen Schul- k o l o n i o n in obligatorische GartrnarbeitSschulen um- zuwandeln. In der Begründung deS den Stadiverordneren vor- gelegten Antrage» auf Bewilligung der erforderlichen Mittel wird ausgeführt, daß für vorerst sechs Schulen der naturkundliche Unter- richt auf den Garrenländcreien bei der praktischen Arbeit von sack- kundigen Lehrern erteilt werden soll, um so gemäß dem leitenden Gesichtspunkt der moderne» Schule durch Arbeit zur Arbeit zu erziehen. Die Durchführung und Leitung des Unter- nehmen« ist unserem Genossen Heyn übertragen worden,� dessen erfolgreiche Bemühungen um da» Zustandekommen»nb_ die Entwicklung der Swulkolonien der Magistrat anerkennt. Später sollen alle Schulen Neuköllns an Gartenarbeitsschulen angeschlossen werden, sa es wird sogar beabsichtigt, in Sommermonaten möglichst den gesamten Unterricht da draußen zu erteilen. Möhr Spiel- und Sportplätze in Grost-Berlin. Das Berliner Jugend Pflegeamt hat einen befo»dmn Ausschuß für Sport- und Leibesübungen eingerichtet, der sich aus sieben Stadtverordneten vom Jugenblimt (früheren Mitgliedern der Deputation für Turn- und Badewefcni sowie sieben Mitgliedern des ReichsausschuffeS für Leibesübungen zusammensetzt. Angestrebt wird die Einrichtung größerer Sport- und Spielplätze, die für Kinderferienspiel«, für Sportvereine, sowie für die Geisamtbevölkerung zugänglich gemackr werden sollen. Vor allem ist für'den Süden Berlins das Tempel- bofer Feld hinter dem SteucrhäuSchcn bis zur einfamcn Pappel als Spielplatz in Aussicht genommen. Die Verhandlungen mit dem R e i ch Sw eh r m i n i ste r sind bereits eingeleite!. ES soll neben dem bereit? besiehenden Laubenge lande«in um- zännter Riescnfpielplatz geschaffen werden. Die angren zenden Militärbaracken sollen zu Umkleideräumen, sowie zur Ann bewahrung der Sportgeräte umgestaltet werden. Auch der Spie platz Am Urban wird eine völlige Neugestaltung erfahren und für di« Allgemeinheit, sowie für Sportvereine und umliegende Schulen für Sommer- und Winterfporr nutzbar gemacht werd e. Ein zweiter, ebenso großzügiger Plan soll auf dem großen Exerzierplatz in Tegel verwirklicht werden. Hier sind bereits Anlagen und Räumlichkeiten vorhanden, so daß in diesem Sommer mit den Kinderferienfpielen begonnen werden kann. Schließlich wird noch die Einrichtung einer großen Sporthalle in der früheren Reitbahn des MarstallgebäudeS erwogen. Hier soll hauptsächlich Leichtathletik betrieben werden, da die Anlagen hierfür besonders vorhanden find. Endlich plant da» Jug»ndpfl«g»«nt mit Rücksicht«ms tk nn- genügenden Bademöglichkeiten im Sommer vi« Einrichtung von Freibädern sowie die Benutzung der bereit? bestehenden Freibäder in Grünau, Wannsee, Tegel und Müggelsee für die Schulen und Sportvereine. ES ist zu erwarten, daß daS Reich ü- Wehrministerium, das Reichsfinanzamt, sowie die übrigen Reich-- stellen diese Bestrebungen soweit fördern, daß die Plätze noch in diesem Sommer zur sportlichen Benützung freigegeben werde» können._ Gewerkschaftsmitglieder! Für die am ersten Osterfeiertag,« a ck> m i tt a f 2 Uhr, im Deutschen Theater stattfindende Borstellung„Der Sohn", soziales Drama von Hasenclcvcr, können Karten-u stark ermaßigten Preisen in unserem Bureau. Engel- ufer Iki I, Zimmer 15, werktäglich von 5 bis 7 Uhr nachmittags in Empfang genommen werden.__ Heute fällt die Juristische Sprechstunde»us. Ter Anschlag auf de« Stadtbahnzug n* der Million««? rücke» der am Dienstag voriger Woche verübt wunde und dem der 48 Jahre. alte Lokomotivführer Bernhard Reichmuth auö EharwUenburz zür« Opfer gefallen ist, hat dank der Mitwirkung des Publikum? i« wenigen Tagen seine Aufklärung gefunden. Den tödliche« Schuß auf den Lokomotivführer hat der Schneider Maj Korne« aus einein Jnfanteriegowchc abgegeben. Kornatz, ein Mann.» der Mitte der vierziger Jahre, ist wenige Tage nach der Tat ans feiner Wohnung in der Freien Wälder Straße 19 geflüchtet i■ hält sich verborgen. Unter Hinweis auf die von der Eisenbahn mi?an Krebsereuter. 5 e i n e Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgeseichner von Ha,>8 Müller-Schlisser. ??a» nickte kurz, ließ sich das eiserne Treppchen von der skapitänbrücke hinabrutschen, sprang hurtig einem aufs Deck rollenden Fasse aus dem Weye und rannte an Land. Ms er in die Stadt einbog, riß ihm der Wind die Mütze vom Kopse und schleuderte sie in die Straße hinein. Fluchend rannte Jan der Mütze, die vor ihm rollte und hüpfte, nach, bis sie sich in die Gosse legte, wo sie ihn grinsend erwartete. Jan glaubte, sie wolle ihm auch hier noch durchgehen. Dar- um trat er mit aller Kraft und Wut mitten in die Mütze innein, daß das schmutzige Gossenwasser auseinanderspritzte. Jan hob die Mütze auf, schüttelte sie mit stummen: Ingrimm und schwenkte sie hin und ber. Dann setzte er sich hastig die uasic Mütze auf den Kopf, und da sie gerade vor einem Spescreiladchen haltgemacht hatte, so lief er gleich hinein. Als er die Glastür zum Lädchen öffnete, schrie die rostige Türschell« auf und wimmerte noch eine Zeitlang, und es dauerte eine Weile, bis sie sich von der Erschütterung erholr liatte. Jan legte das Marktnetz auf die weißgefcheuerte Theke und wischte sich ein schwärzliches Tröpfchen ab, das von der Mutz« auf seine Stirn heruntergekulleri war. Dann inartete er schnaufend und zählte in dem Ladenregal die Schubladen mit den Weißen Schildchen und den blanken knöpfen. Er blies gegen die an einem Balken über der Tbeke bangenden kleinen und großen Tüten, daß sie raschelnd auseinanderstoben, und dann zwirbelte er gedankenvoll die Schnur, die mit einem Gegengewicht die blitzende Messing- wage biclt, daß diese wie ein Karussell rundlief. Plötzlich aber hielt er die Wage fest, weil ihm zum Bewußtsein ge- kommen war, daß er noch allein im Laden stand. Er räu- fperte sich laut und hustete, aber es kam keiner. Er fühlte, wie die Ungeduld anfing, ihm in den Beinen zu kribbeln. „Gm," dachte er.„am End' ist der Krämer hinten weit auf dem Hof»der im Keller und hat die Schell' gar nit gehört." Jan drehte sich alio zur Tür und riß sie heftig«uf und ließ die Schelle noch einmal schreien und wimmern wie ein geschlagenes Kind. Ihm selber zuckten die Ohren von dem schrillen Schellei,- klang, aber es kam immer noch keiner. „Dcrt du die Kränk'—!" knurrte Jan, und eine kleine Wut preßt« ihm die Zähne auseinander. Er sah sich in dem Lädchen um, ob nicht ein Gegenstand da wäre zum Klopsen. Da fiel sein Blick auf ein Fäßchen Möhrenkraut, in dem ein großer, hölzerner Löffel stak. Den packte er und pochte mit dem Stielende auf die Theke, als wär's ein Niethammer. Er merkte nicht, daß der Löffel einen rötlichen Krautfaden gesponen hatte, der eine Landstraße über die Theke zog und sich dann zierlich um seine-Hand ringelte. Es kam aber immer noch keiner. Da hörte Jan, wie die„Mathilde" zum erstenmal läutete. Jan warf den Löffel wieder in das Kraut, leckte sich rasch die Krautringe von der Hand und öffnete die Glastür, die das Lädchen von einem dahinterliegenden Ziinmer trennte. Es war ziemlich dunkel in dem Zimmer, bloß an dem Fensterchen, das auf einen kleinen Hof ging, war es so hell, daß Jan einen alten Mann sehen konnte, der aus einem sirobgeflochtenen Sessel saß und durch eine Nickelbrille eine Zeitung studierte. Jan packte der Zorn, als er den Alten so ruhig da- sitzen sab. ,�e!" schrie er.„habt Ihr denn kein' Ohren im Kopp. verdammt!" Der Alte schaute init gleichmütigem Gesicht von der Zei- tung auf und drehte langsam den Kopf nach Jan. „Wollt Ihr nit so freundlich sein," schrie Jan,„und mir wat verkaufen? Aber rasch!" Der Alte nickte, faltete die Zeitung schön zusammen, legte die Brille darauf und erhob sich dann ächzend aus seinein Sessel. „'nen Momang," sagte er mit dünner, blecherner Stimme, während er in den Laden schlufste. „Wat ist gefällig?" Jan kniff die Augenbrauen zusammen, um rasch zu überlegen, und erwidert«: „Ein Pfund schwarze Seif',«in Mainzer Brot, ein Röll- chen Priewtubak. ei« Döschen Wich«, ei» Pfund Kaffee, ei» Dutzend Tolglichter, eine Maß Tran für die Stiefel und ein Stück Speck, ober mager!" Der Alte hatte, den Kopf schief auf die Seite, die hohle Hand hintern: Ohr, niit offenem Munde, der wie ein lindes, schwarzes Loch aussah, zugehört. Eine Zeitlang blieb er noch in dieser Stellung, als Jan längst mit seiner Lifte fert!.; war. Tann klappte er den Mund zu, schnaufte, ließ die Hano ein bißchen hinterm Ohr kratzen und sagte: „Nit so rasch! Nit so rasch! Also wat kömmt zuerst? Ein Lötchen—?" Jan verschluckte sich und schüttelte so lange heftig»er- neinend mit dem Kopfe und wirtkle mit der Hand, bis der Hustenanfall wieder vorbei war. Dann rief er mit blau- rotem Kopfe: „Seif'! Schwarze Seif'! Ein Pfund!" „Hä?".machte der Mte mit verzerrtem Gesicht und reckte Jan sein rechtes Ohr hin. „Sch— w— a— rrr— ze S— ei— fff—«c!" buchstabiert« Ja» mit zusammengepreßten Zähnen dem Alten ins Ohr Hi.rein. „Ah hm!" bestätigte der Alte und nickte bedächtig. Dann ergriff er ein langes Messer und wollte von der Decke eine Wurst herunterlangen. Jan vergaß, wie er das sah, Atem zu hole». Stumm fiel er dem Alien in den Arm ud machte ihm mimisch klar, was er wollte, indem«r mit der hokstiey Hand aus einem «ingebildeten Gefäß Seife schöpfte, dann über die Theke scheuerte und das Äuftchäumen durch Zischen nachahmte. ,Llh hm." machte der Alte pfiffig und meckerte ei» wenig, worauf er auf eine Kiste kletterte und aus einem Gefach eine Absin fbürste �herunterholte. Jan lachte gellend auf wie ein Verzweifelnder und wild schaute er sich in dem Laden um. Da sah er in einer dunk- len Ecke ein Tönnchen mit der schwarzen Seife stckhen. Ja» packte den Alten am.Hemdärmel und zerrte ihn in die Eck? vor das Seisentönnchen. Der Alte ließ sich mrt drmnn- erschrecktem Gesicht ziehen und stolperte dabei über seine Schlusfen. „Hier bat, taube Nuß!" rief Jan und hielt de« Nfte» die kleine Schaufel mit der Seife vor die Nase. „Ah hm," machte der Alte wieder,„oh hm!" Und während er die Seife abwog, erzählte er: „Ja, ja, ja, der alte Tag kömmt. Da, da funktionieri nit mehr alles so, wie et soll. Da geht/. Stunde treffen. ES iteben üch am t. Feiertag Avpelhan?. Lewanom. Techmer mid Bauer gegenüber, am 2. Feiertag?ipv«lbans, Wittig, Lewanom und der deurche Meiftcrsabrer Karl Saldow. Die Rennen beginne» um llh» Uhr nachmittags. Bom»Wahren Joeob" ist ioeben die Osteirmmmer(7) des 37. Jahr- gangs erschienen. Ans ibrem Inhalt erwähnen wir folgende Beiträge: Bilder! Ostern 1920— Uv ewig gedeelt— Revision der Friedensbertrige. — Einsichtig.— Der Ovecda>e.— Das deutsche Osterlamm.— Ihre Methode. — Aus Rordichlcstvlg.— Deutschlands Balstkummer— ein Jdvll aus Bommern. Text: Ostern. Von P. E.— Fauler Literzauber. Von Fcr- dinond Madlmgcr.— Verschiedene Betrachtung. Von A. K.— Ter Tunnel. V. T.— Schonend beigebracht. Von B.— Von der Republik. Von Pankraz Bittermcuil.— Baltisches. Von pc.— Ritter Kuno. Eine moderne Ballade. Bon Arminms.— Lieber Jacob! Von Joithili Ranke.— Auf- erst eben. Von Ernst Klaar.— Golgatha. Von Ernst Klaar.— Baidur. Ein Li! ermärchen. Von Van.— Tic Gans. Von HanS Bauer.— Rord- schleswig. Von T.— Glossen. Von T.— Frühlings Erwachen. Bon Ernst Vreezaug.— Fröhliche Ostern. Skizze von E.— Uiw. lliw. Der Preis der Nummer ist 50 Pf. Probenummern find jederzeit durch den Verlag I. H. D. Tief Nach'. G. m. b. H. in Stuttgart, sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Treptotv-Banmschnlenweg. Tie Gemeindevertretung hat in den letzten Sitzungen einige Beschlüsse von weittragender Pedeu- tung gefaßt� Dadurch, daß jetzt der Kreis nachträglich noch 1 Mil- lion Marl Steuern von der G-emciirde nachfordert, airdernteils jede Gedalts- und Lohnerhöhrrng immense Surmncn ans den Steuer- gro sehen perschlingt, ivnndc die Erhöhung der Gemeinde- c t n k o m m e n st e n e r von 800 aus 850 Prvz. wie in Berlin un- avweisbar. Eine besondere Einsclsätzung des einzelnen erfolgt nicht, jeder hat also noch etwa rin Achiel seines JahreSsteuer- satzes nachzuzahlen. Der Bevölkerung konnten jedoch als Gegenleistung daiür einige wesentliche soziale Maßnahmen geboten werden. E» ist beabsichtigt, rund 1100 Schulkinder in diesem Zemmer zu verschicken, toozu ein Gemeindezinschuß von 180 000 Ast. bereitgestellt wurde. Auf die bereits im November 1010 gestellten Anträge der mch rbc i t s soz i ali st i schen Fraktion ans Einführung der teilweisen Bestattungöfrciheit und der vollen Lehr- Mittelfreiheit wurde zum Teil nach recht lebhaften Aus- einandersctzuugcn beschlossen, ab 1. April 1020 an sämtliche Volks- schüler die erforderlichen Schreibhefte aus Kosten der Gemeinde zu liefern und für eine einfache, aber würdige Form der Erd- oder Feuerbestattung von Treptower Einwohnern Gebühren nicht mehr zu erheben. Tie Kosten, die dabei den Leidtragenden abgenommen werden, betragen im Einzelfall 130 bis 170 M., die Gesamtausgaben für beide Maßnahmen etwa 130 000 Est. im Jahre. Die Feuer- bestattungsgebühr für Answänige wurde gicich Berlin auf 00 M. erhöht. Evcnio wurde das Schulgeld der höheren Schulen, unter � gleichzeitiger Erhöhung der Freistellen von 5 auf 10 Proz.. aus 240 Est. mit Berlin glcickgcstellt.-Die Kanalisationspebührcn sollen von 4 auf 8 Proz. des Gebäude-lstutzungswerteS steigen. Mütter und Kmdcr Psd. Weizengrieß Au! Kartokkekarte S Pfd. Kartoffeln, 300 Gramm Hulsensruchtmehl, 1 Pfd. Kartoffelscheiben. Pankow. Auf 75 der Pankower Lebensmittelkarte cnllallen. soweit Borrat reicht, 125 Gramm Backobst. Hroß-öerliner parteinachrichtea. Heute, 30. März: Beamtcn-Werbviiusschüffc. 5 Uhr Lenäimnlung oller Vertrauens- leute der Reichs-, Staats- und Kominunaibeauiten und Angestellten Grvff- Berlins im.WstbclmShos" sblauer Saal), Willielmstraffe, Ecke Anhaltstraxe. Jungsozialtftiichc Bereinigung(Z. P. X.). Ortsgruppe Lichtenberg: 70, Ubr bei Schlenkrich, üvimplonitr. 42, Vortrag über .Expressionismus'. Ortsgruppe T c m v e I b o s- Martendorf: 70, tibi bei Buse, Kaiiei-Wübelm- Sirare. Ecke Werder Straffe, Vortrog des Genossen Schloff über„Wirtichastskrisis". Ortsgruppe Wil- M e r S d o r s: 70, Nbr be! Kraemer, Prinzregentenstr. 90. Vortrag dcS Genoffen Stcrnberg. Ortsgrupp e Neukölln: Die Veranitältung fällt aus. Unsere Mitglieder beteiligen sich an der Aufführung des „Schivarzlvaldmädel" in der.Neue» Welt". Morgen, 31. März. 6. Abt.:/,S Ubr Zahlabend in sämtlichen Bezirkslololcn. 38. Abt. 7st, Uhr Zahlabendc: Hansa-Lierlel bei Trümp«-. FlenS burger Str. 3; �iellevue-Viertel bei Fahnig, Spruerstr. 20; Friedrich- Wilbelmstadt bei«chäser, Hindersinstr. 1. 30. Abt. 7 Uhr im Lokal von Berger, Leoctzowstr. 21, Nitglieder- versammlmlg. Wildau. 70, Ubr Gcneraloctsammllmg bei Schönwald. (Eggersdorf kNiederdarnwl). 70, Uhr Zahiabend bei Katholi. Grosz-Berlincr Lebensmittel- Berlin. Von heute ab wird aui O I-Kartcn bis auf weiteres>/, Liter L o U m i l ch verausgabt. Die übrige Dclicserung bleibt wie bisher. Britz. 300 Gramm Weizenküchenmehl, 1 Psd. kleine, weihe Bohnen, soweit Vorrat, 1 Psd. Reis, l Pfd. Maisgrich, 1 Pfd. Malzextrakt, 0. Pfd. Milch, üfflpeise. Für Kriegsbeschädigte 1 Psd. Weizengrieff. Für werdende Silüungsveranstaltungen. Sozialistische Bildungsschule. Der Vortragszyklus des Genosse» Ado!j»Eohen. Betriebsräte und Gewerkschasten, im GeiangSsaal des König- städtischen Lhzeums, Grcisswalder s!r. 25. tvirfc am Donnerstag, den l. Aprll ftortgeietzt.— Der Redner knrsuS für Fortgeichriltene. Soriragender Gen. Dr. Lohmann, im Königstädtüchen Gvmnasünn, Eiiiabetb- straffe 57/58. wird heute sortgesctzt.— A d l e r s h o s. Vortragszyklus des Genossen Dr. Lohmann iindet am Donnerstag, den 1. April, der letzte Abend statt.— Vorbestellungen am Karten jür.Die Tribüne" müssen miverzüglich spätefteilS bis Donnerstag, den l. April, bekannt ge- gegeben werden.— Die am 14. und 21. ausgesallenen Konzerte für ...Heitere Musil" werden am Ostersonntag gegeben. Für die Inhaber roter Karten nachmittags 20, Uhr, für die Jritzabcr grüner Karten nachmittags 40. Ubr. Die Marken sind unverzüglich einzulösen. Eiuzelkarwn a 3 M. noch au der Kaffc. Jugenöveranftaltungen. Berei» Arbeiterfugend Grost> Berlin. Zlbtciumg Reulülln, Jugendheim Rogatstr. 53, heute 71/, Uhr: Fortsetzung des Kursus über: �oziallSmuS. BHüBStil General-Vertreter: Vertriebsgesellschaft für Brennerei-Erzeugnisse m.b.H., Berlin VV 9, Potsdamer Str. 23 a. Telephon: Kurfürst 743 Tcrnksagnng. Für die freundliche Soll- '.lahme bei der Beitatbcng «enc«»' Neben Ontrls, des Schriftsetzers NöSV (lullus Vvttvdsr, läge auf diesem Weqe allen Jrermden und Bekannten herz- ilchen Dank. Zwied««rück-nW-i» als Ztichl«._ Spezlalarzt I>r. med. Hasche[* frisi'nclisIrJO.Äahn'h. S et'tt'jCttlt.�L T.äeitn! 12— 1 oIb Spezial� Behandlung:-G-, von Haut-, Harn-, Umerleibsl, Frauenleid., spez. veraltete hartnäckige Fälle, Schwäche; Salvarsan-Karen.— Urin u. Blutuntersuchungen, Llcnt- u. Finsen-Behandlunß. Elektr. Durchleuchtung. Bestrahlungen Getrennte Wartezimmer für Dame» und Herren. Aerztllclie Heilanstalt. I44'3* Löser, Mflnzstr. 9. Für Kupfer, Messing. 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Eden-Theater. 7] ,u- Die Dollarpriozessin Erledr.-'W'lIhclmst.TU. I'ÄDhr: Evchen Humbrecht Kleines Theater. uhV: Die Piarplianskofflödle. Kl. Stehau�pleihaua. 7V. u.: Die nntieröhrte Frau Komische Oper 7>/,ubr:Scliwarzwaldi!iädel Duatspi elhans Arnold RIeck in: u'h?: Der Grofistadi-Kavalier �IctPopol-Theater. 7 Uhr: Sybill Aeuea Operettenhans Mia Werber als Gast in 7Vj u.: Die kleine Bolieit \ene« Volkstheater 7'. Uhr: Willing 3�(56060. KeblUer-Theat. Chart. ' 7VjU.: lackt der Finsternis Thalia-Theater 7". u.: Die närrische liehe Th.amSollendorfhlatE 7'/« Uhr: JJcr�/ergerrejöfe Theater de» Westen« 7v.u.; DlcFraninilennelln Freitag 71/,: Die Scb&pfung mit Rudolf Laubenthal. Wallner-Thcater uhr Eine Ballnacht. Walhalla' Theater. uLr: Csärdäsfürstin. Trianon-Theater. Bahnhot Friedrichstraße. Untergrundb. Friedrichstr. Täglich Vyt Uhr: Femina. Sonnabend 4: Rotkäppchen. Sonntag 4 U.: Jobannisreuer. Residenz- Theater. Stadtbahn Jannowiubrücke. Täglich VrS Uhr; Die Rascieffs von Hermann Sudermann. Sonnab. 4: Matt und Moritz. Sonntag 4: Der gute Ruf. Kasino-Theater Lothringerstr.37. Tägl.'/.SU.: Der neue Possenschlager: Sin alter Sünder An allen Feiertagen: Zwei Vorstellungen! ' Uhr: Ein alter Sßndcr. Nachm. 3»?: Onkel Moritz. Winter- Gatten Täglich 7.15 L'hr: Variete-Spielplan Rauchen gestattet! Volksbühne Theater am Bulowplatz. 'u.s Nach Damaskus Lessing-Tiieater. Direktion: Victor Barnowsky. 7 Uhr: WozzeekJieDulilscDwester Mittwoch 7 Uhr: Wozzeck, Die Buhischwester. Donnerstag 71/4: Pygmalioir. Oeatsches Künstier-Tlieaier A7v'uhdrf Menagerie (Adalbert, Götz, Haack, Kon- schewska, Fischer, Morgan, Wallauer.)_ Rose-Theater. TV- Uhr: Der Fall Werkmann. APOLLO 1 Theater J Friedrichstraße 218., I Direkt. James Klein h'V Ausland- 71 J iMärz-SeDsatiODED |ifinodesCie jjg erstenl JapanerÄ"1 _ 4 WUllams_ lC3wlioy-Las$o| \ Spiele mit 9 Pferden Sylvester-CreiBO | Fam. Meister-Ikarier j Amerikanische ippenspieler 1 vom Royal-Orpheun 1 iMizi Kindt u. Partner f Zahnflug 1 mit hängenden Men- 1 | sehen durch den Zu- 1 schauerraum Mary Blank Meister Jongleuse Iu. and. Sensationen I Sonntag 3>'j Uhr jed.l Erwachs. 1 Kind frei.| Unter d. Linden 22/23 Dir. M. So>1 m a n 2 UrauttGIirungen 2 Gespenster des Meeres Vieraktige Tragödie aus dem Weltenmeer. Hauptrolle: Grefe Webcler. DesTeufels Puppe. Drama in 4 Akten. Habplrolie; Kanni Weisse. V- BEHPtflST. Sä-iV � AHabenclich 7 Uhr: John Hamilton Fritz u. Bobby Link Elenita Schlüter« Grunitz Mnrga u. Egon Laron. Hans! Etzer f Paul Goldler i | Walter Steiner| t Gcza Varady Truppe f � Grete Russ f ? Dougson? ? Kapelle Mundi Neumann.? ? Am Flügel: E. Hentschel. � Theater am KottbuserTor Tel.: Moritzplatz 14 814. Jeden Abend 7Va Uhr; SUte-Sänger. 9 ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger. Sonnt, nehm. 3 U. ermaß Preis,(voll. Abend-Programm. Bliithgen- Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß: Die Buxe der Pandora. Vorverk. 11— t1/« u. 4—6 Uhr. aueiiltles&PikliKS Die Rose des Ostens Bin Liebesroman in 5 Kapiteln In der Hauptrolle: Lilly Marischka Wochentag«'. 7 und 8", L'hr/ SonnleT»: ♦ Uhr Vorverkauf II bis 1 Uhr Dienstag, 30. März, 7V, Uhr: Große Schall u.Rauch im Großen Schauspielhaus, Karistr.- Schiffbauerdamm Das neue März-PFogratnin Oskar Sabo Valeska Gert Mady Christians H. H. v. Twardowski H. v. Wolzogen u. a. Musik.Leit.; Friedr. Hollfinder. Eröffnung 7'/» Beginn 8>/z Uhr. ReichshalL-flietitEF Jeden Abend 7»/, imd Sonnt. Nm.Sll.: Stettiner AA Sänger. , Nachmittags » etmäSigfc�rdtc Potsdamer Str. 38 I Die Wohltäterin 1 der Menschheit." 7. Teil des großen Films MBtTiiii. Turmstr. 12 Asta Nielsen in Grat Sylvains Rache( Aiexanderpiatz-Passage L Bruno Kastneri In: Verbotene Liebe» •ichbofbauer ' Volksvapicte I Warschauer Str. 34/36. Täglich 7 erstklassige 7 Varietd-Nummern Die neue Burleske: An der Grenze Mozarisaal Die Rose des Ostens Ein Llobesroroan in 5 Kapiteln Sl In der Hauptrolle; Lilly HarlSChka Kammerllchtsplele Romeo und Julia im Schnee Lustspiel voa Hann» Kräly und Ernst Lubltsch mit Lotte Neumann Kegie: Ernst Lubltsch Ganz derGroßpapa B.B.Lusteplel mit Konrad Droher Ü.T Frieörichstrasae IbO Der Amönenhof Lu Gr stsplel nach dem gleichnamigen Roman v ■äfln von Adlersfeld-Bail®etP« ▼on m mit MISk MAY _ Regie: U we Jen«- Krafft Ü.T Kurfürstendamm 28 und Ü.T Nollendorfplatc ♦ Die Stimme Bchansplel in 5 Akten mit Albert und Else Basssrmann Ü.T AI e x a nderplatx Die letzten Kolczags Schauspiel in4Akten mit Ellen Richter Hermann Vallentin ✓ Victor Janson Regie: Alfred Halm Grete Freund u Felix Bäsch in Mascette nach Leo Leipzigers Roman Ballhan» Anna" U-T Weinbergsweg Iß und Schöneherg Maria Magdalene _ nach F r iedrich Hebbel U.T Hasenheide S8 Voccacios Liebesabenteuer Ein galantes Traumspiel in 4 Akten mit Bea v. 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(bei Patetware gelten die aufgedruckten Preise) :nb auf die«bschnUte 15 NN» 18 darselben Karle je 125 Gramm, zusammen 250 Gramm ausländische Maisfabrikate zum Preise von 1.48 Pf.(je Pfund 2,Sd M.). und zwar ahn-«oranmelduns. 2. Sie Auagnde der Ware»ri»Igi vam vonaerokog, de» 1. April dt»«mtreadt, den 14. April 1820, in den- >enlgen jUeindandelaqeschästrn, in denen der Abslhmtt 11! der allgemeinen Lebensmittelkarte angemeldet worden ist. 3. Die Kleinhiindier haben die hierfür angenommenen Ab- ichnitte am Coancceleg, de« IS. Aprii 1920, bei dem zuständigen DrohhLndler abznliefarn. 4. Soweit die Besugsbereehtigten den Abschnitt IIB der all- gemeinen Ledeusmitteltarte der Stadt Berlin seinerzeit nicht angemeldet haben, Knnen sie die Abfchnitte 10, II, 15 und fs Ul de» durch Sauleuanschiag bctanntacgebenen Nachanmelder- .rfchiislrn dl» zum Mittwoch, den 14. April ISA, einlösen. Berlin, den 27. Mi,, ISA. Magistrat. Abteilung für Nährmittel. --gb.-llir. W84 Nä. Bekanntmachung betreffend den Ersatz für drei ausgeschiedene Stadt- verordnete. Nack, der von mir auf»rund der Bestimmung de, Z 8 der Bcrordnung über die anhenoeite Regeuing de» Gemcwdewabi- - echis vom 24. Januar ISIS, sowie der§§ o8 und 59 der Wahl- otbnung flii die Wahlen zur oerfaffunagevenden deutschen kationalverfammlun« vom an. November 1918 tn Vcrbindun, mit dem S 21 des Reichswahlßesehe»«am 80. November ISIS . oracnommenen Feststellung treten al,»rsatzminner in die Stndwrrordnetrnversammlung in Barltn«in: 1. an die Stelle des ausgeschiedene« Stadtverordneten Fer- dinand«wald vi« nächster Bewerber au« dem»«hl,»r- schlage Hugo Heimann der Jngenienr Paul Klein, «erltn Ii. SS,»leimst«. 88, 2.»» die Stelle d»« ausgeschiedenen»ladtoerordneien Wilhelm Kaltder al« nächster Bewerber au» dem Watzlvorschlage Feig Wege der kazfmönnische Angestellte, Hnuptmnn»«. D. Konstantin Pohl, «erltn NV. M,«erb moste. 18, 3. an die Stelle d«r itusßeschiedenen Stadtverordneten Fräulein Dorothea Hirfchfetd— da der Tapezier Paul Neue am 1. Oitober ISIS nach S Inden verzogen Ist und der Zeiwngsfpedileur Pani Böhm dir Uebernahme da« Etadt- virordnetrnamtes adaelehnt hat— als nunmehr nächster Bewerber au« driu Wahlvorfchlage Hugo Heimann der Gastwirt Emil Kerfi», «erlin dl. A, Pantstr.«0. Berlin, den 27. Süärz 1920. Der Kommissar des Magistrats. 1.�-hotnx, Stadtrat. �______e 80/81. 4m■TellcahliiKc.n& reu an 1SM. Piottomi ." l�o. Zithnzlebcn«It Elnspr.* hbahst achmerzlivd. IJmark.ichltf ms.OetnJse.- a,. Zahnarzl Wol' sof. Pvtsdamer Str. SS. Hoch». Sprechx.v-7.* Welsand, Reinickendorf-Wesi, Scharaweberstr. 118, zahlt hie Mflea vreise m alle Sorten Aletaile uaft Mtellea. Staunend billige OsterOffferte für fertige Herren- AnzSge solange Vorrat reicht Serie I Mark Serien Mark■ Dausen Kleidung vom Einfachsten bis z. Elegantesten sehr preiswert in gröfiter Auswahl B. 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Die Anstellung erfolgt nach den in der Sistdteordnung für die besoldeten Magistratsmitglieder vorgesehenen Bestimmungen auf 12 Jahre. Das ruhegehaltsberechtigte Gehalt ist zurzeit auf 10150 M, steigend alle 3 Jahre bis 13 200 M.. jährlich festgesetzt. Daneben wird bis auf weiteres eine Teuerungszulage von 5000 M. und Kinderzulage von 600 M. jährlich für jedes Kind gewänre. Die Uebernahme besoldeter Nebenämter Ist nicht gestattet. Bei Dienstunfähigkeit wird ein durch Ortsstatut geregeltes Ruhegenalt gezahlt. Geeignete Bewerber werden ersucht, ihre Bewerbungen unter Beifügung eines Lebenslaufes und der die Befähigung nachweisenden Zeugnisse an den Unterzeichneten— Kneiphöfisches Rathaus— bis zum 15. April 1920 einzusenden. Königsberg I. P r., den 16 März 1920. Der Stadtverordneten Merlins. MM MNM SIISMl für Jsoiierflafchen sofvrt gesucht. Ilüüb SeMe LmWusSeaSesMast Vrevbener Strafte 43. NAG W agenlackierer Modelltischler and Stellmacher werden zum sofortigen Eintritt gesucht Meldungen im Elnsteliungshureau. Nationale Aatomobil CteaeUach. A.-O., Berlin-Oberschöneweide. 347 D* Gesucht wird ein Frasermeister für den SpezialWerkzeugbau einer Werkzeugfabrik. Bewerber mit langjähriger Praxis wollen Zuschriften unter R. 50 an die Hauptexpedition dieses Blattes richten. 429D Selbständige Rohrpostmonteure für sofort gesucht.„992* Rohr« u. Seilpostanlagen Gesellschaft mit beschränkter Haltung (ffllx,Uerbinger Str. 104. Schwarzdruck» graveure n.vib für Paginier-Maschinen-Räder gesucht. Offerte» unter S. 50 an die Aauotexp. de»„Borw.". Zilie! MMilie lliOMei mit guier Orlskenntni«, au» achtbarer Familie, gesucht. »Zelnrich Araenkel,»cr- ,ick>«rungsdurran, Berlin W 8. Eharloltenstr. 48. jlZQD Aerk�eug- Zchlsiiei' gesucht, bewandert im Gchuitt- und T tanzenba» H. 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Sie izu den Deui'chliationchlen) sind der einzige Boden dasiir und Sie tragen auch diese Hetze, die nur den einen Zweck hat, die�Ärbeiler» schart gegeneinander aufzubringen. sSehr richtig! b. d. Soz). In Teutschland hat die Sozialdemolratre trotz der Sozialistengesetzzeit v.u Berein mit den Gewerkschaften den Weg zun» Sozialismus be- ianitien und wird ihn weitergeben zielbewußt, kraftvoll und ohne Watikeu bis zum Sieg.(Lebhaftes, sich wtcderholendcs Bravo!) Rcichswohrminister Dr. Gehler: In meine»! Rosiort ist zurzeit Handeln noch�mehr wie bei allen andern Hauptsache. Dennoch gebietet die Stunde einige Worte. Die iie?e Kluft, die iich zwischen weite» Krciicn de? deutschen Volkes und der Reichswehr aufgeta» bat, gilt es sobald als mög-- liaj w'eder zu überbrücken. Dies ist nur möglich aus der Grund- läge unbedingten Vertrauens. Dazu ist erstes Erfordernis, daß Führer, die nicht rückhaltlos ans dem Boden der Ver- saisung stehen, entser«! werden. Dies ist geschehen mit den Generälen: von Lüttwitz, von Estdorff. Warmuth. von Hakcnberg, von Grossigk, von Krüger, Maercker. von der Hak, Strehmel, mit den Obersten von Oven, von Wangenbeiin. von Le- debour. von Zedlitz, den Oberstleutnants von Klcinach. Matzkowski und Hannack. Außerdem mit zahlreichen anderen Offizieren. Feder Fall, der zu meiner Kenntnis kommt, wird rücksichtslos uniersucht. Zu diesem Zweck habe ich eine eigene Untcrsuchungslomwijswu eingesetzt: außerdem ist eine Borlag« eingebracht worden, daß alle an den Märzvorgängrii Schuldigen durch bürgerliche Gericht« obgeurieilt werden. Räch allen Brennpunkten der Bewegung bade rch Osfizter« mir eingehenden Richtlinien entsandt, die in engster Verbindung mit den Zivilbehörden für Ordnung iorgen. Fn die besonders gefährdeten Bezirke sind Zivilkommissare um weitgehenden Vollmachten geschickt worden. Besonders schlimm baben sich m Kiel und Wilhelmshaven die Verhältnisse gestaltet, da sich Admiral von Trotha sofort den Kapp und Lüttwitz zur. Verfügung gestellt hatre. Notwendig ist aber, daß die Untersuchung mit vollkommener Unparteilichkeit geführt wird. Denn Vvostriplionen lehnen wir nach rechts und nach links ab. iBeiiall) Viele Olfiziere find in falschen Verdacht geraten. Fch hoffe, daß dre Untersuchung dies noch in weiteren Kreise» zeigen wird. Es »ü dies das distoinche Verdienst der hingebenden Arbeit, die mein Vorgänger Roskc dem Wiederaufbau unseres Heeres gewidmet hat. lBeifall) Die Ausannnenftijtzc« den Berliner Barem n werden gründlich uvierchchl lverden. Die Schuldigen'ollen rück- stchtsloS zur Verantwortung gezogen werden. Ter BclagerungS- zustand wird abgebaut. Ernste Sorge bereitet uns das Ruhrrrvirr. Auf diele Bewegung bat in diesem Hause heute niemand mehr Ein- fiuß, auch die Unadän gegen nicht, deren Abgesandte mehriach in die Gefahr gerieten, an die Wand gefiell: zu werden.(Lebhaftes Hört! bort) Die Vorgänge uu Rubrrevier kann man keiner Partei im Hau'« zijr Last legen: iie find aber die Folge des Äavv Lütt- witzichen UmernehmenS.(Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit. Lärm rechts.) Die Reichsregierung hat zwei Minister nach deizi Ruhr- r-vier gelandi. also das getan, was Herr Henke verlangt hau Das Bielefelder Abkommen, gegen da» viele Bedenken sprachen, haben wir geschlosion. um Blutvergießen zu vctiuciden. Es ist aber vou der Gegenseile nickt gehalie» worden: kein Gefangener wurde ausgeliefert. aSetel wurde weiter be rannt. Ter Minister»er« Tic't einen Auirui der Äomiuuuisten in Duisburg, wonach die Rote Armee weiterkämpfen wird. Sämtliche DaukdexotS werden be- 'cklagnabint. ebenso die nicht rationierleu Lebensmittel. Die Löh- mrog für die Soldaten beträgt C5 Mark täglich, iür Ortidienst ■bll ch?. für Frauen 30 M. Ter Oberbürgermeister wird abgesetzt, an Wahlen können nur Arbeiter teilnebmen, die aus dem Boden der Diktatur des Proletariats sieben.(Hört! hört!) Fetzt ist das Ultimatum gestellt worden, das morgen mitlag abläuft. Wenn der Zentralrai Einfluß genug besitzt, io wird um er Ziel erreicht und Blut- vergreßen verhindert werden. Da seit Wochen keine Lebensmittel nach dem Rubrrrvicr gekommen und, haben wir alle Änorditniigen getrosten, um solche sofort dorthin zu schaffen. Wenn der Staub. der über dem Trümmcrfelde liegt, verflogen sein wird, dann werden wir daran gehen, die Reichswehr aus demokratischer Grundlage wieder«ufzubaur». Bei der Säuberung der Truppe sollen alle die- jenigen, die treu zur Republik und Bersafiung gestanden haben, wieder eingestellt werden. Fede kastenmäßige Abichlreßung des Heeres vom Volke muß auibören. denn auck für den Soldaten gibt es eule besondere Ehre nur in treuer Pflichterfüllung für das Volk. (Beifall.) Rsichsjustizminister Nlunck: Das Reicksgeridft hat die Voruntersuchung eröffnet pegen Kapp. Regierungspräsident von Jagow, Major Papst, Oberst Bauer, Dr. Schiele(Naumburg). Brcdereck, Untcrstazissekvetär a.D. Freiherr von Falken Hansen, Gebeimrat Dope. Admiral von Le- vetzow(Kisl), von Winter-ell»(Kiel), Oberbürgermeister Lindemann Kiel), Regierungspräsident Pauli(Schlesien), Landrat von Lowe. Freiherr von Falkenbausen, Pauli und Levetzow befinden sich in Haft. Gegen die übrigen. die flüchtig geworden sind(hört! hört!), sind Haftbefehle und Steckbriefe erlassen. Für ihre Weilerverbreitung ist Sorge getragen; für die Ergreifung der Angeschuldigten sind nanrhafie Geldsummen ausgesetzt. Ter erste Strafsenat des Reichsgerichts hat bis zur Beendigung des Strafverfahrens daS Vermögen der Angeschuldigten mit Beschlag belegt vwd die Bekznnigabe der Beschlagnahme angeovdnct.(Beifall.) Die Auslieferung des Abgeordneten Traub ist nachgesucht worden. Gegen die noch der Militärgerickisbarkeit unterstehenden Hochverräter schweben besonders Borsichren bei den Militärbehörden. Diese werden, nach Erledigung des heute auf der Tagesordnung stehenden Entwurfes betreffend die Aburteilung der hochz'erräienschtn Unternehmen aus dem März 1020 auf die bürgerlichen Gerichte über» geleitet werden. Dadurch wird eine einheitliche Aburteilung der Straftaten sichergestellt werden. Wir hoffen, daß die deutschen Gerichte Recht und Gerechtigkeit walten lassen.(Beifall.) Abg. Dr. Heinze(D. Pp.): Am 9. März erklärte ich noch ein- mal, daß wir jede Gewalt� eblehncii. Fn dieser Stellungnahme waren wir uns stets einig.(Zurui: Als Sic hereingefallen waren!) Wir stehen auch weiter auf dem Standpunkt, daß wir aus der be- drängten Lag- nur hcrauZiomu'.en können, tvenn»vir auf dem niandvunti des Rechts bleiben.(Zuruf: Fa. Sie persönlich.) Ter Kapp-Putsch war nur möglich in der Atmosphäre, die der Friedens- vertrag von �Versailles geschaffen Du!.(Zustimmung.) Gr war auch nur möglich, weil ihm die Aoveucherrcvolution von 1918 vorhergegangen war.(Große Unruhe bei den Soz.) Unsere Partei hat die Probe auf ihre Verfassungstreue bestanden.(Widerspruch bei den Soz.) Die Sozialdemokraten halten jetzt die Situation tilr günstig, dann* verlangen sie nun auf einmal Zieutochhlen. Fetzten, dürfen nicht an leitenden Stellen bleiben.(Sehr richiig! links.) Auch aus die reaktionären Treibereien au unseren Hock- schulen muß endlich ein Auge geworfen werden.(Lebhafte Zu- stimmung.) Es muß endlick geprüit werden, ob alles, was noch in den Üniversitäten an alten Methoden, Zöpfen, altem Kram und alten Spielereien da ist, weiter geduldet werden kann.(Beifall.) Nicht vergessen werden darf im hetttiyen Streit der Meinungen die große Arbeit, die Noskc in schweren Tagen für das Vaterland geleistet hat. Im Namen meiner Fraktion und meinem eigenen spreche ich ihm dafür unfern Dank aus.(Sehr richtig!) Sein Name wird einst in hohen Ehren in der. Geschichte genannt werden.(Sehx wahr!i Das Rcichswehrminisierium bat in Treue zu ihm und zur Veriaffung gestanden. Offiziere, die nicht zuverlässig aus dem Boden der Verfassung stehen, kann, die Republik nicht dulden._ Der Einrichtung der Zeitfreiwilligen, besonders aus akademischen Kreisen, muß am besten ein Ende gemacht weiden. Nun zu den neun Punkten! Kein Minister hat.sich dwür erklärt und wir lehnen es ab. uns aus die nenn Punkts fest z.u legen, weil es das demokrafficke Prinzip nicht zuläßt. Organisationen einen entscheidenden Einfluß einzuräumen. Aber wir sind fiir ein enges und gutes Einvernehmen mit allen Organisänonen der Arbeiter, der Landwirte, der Arbeitgeber üiw. Die ützte Eni- scheidung muß aber bei der Nationalversammlung liegen. Die Demokratie und die Republik laben gezeigt, daß sie wert sind, verteidigt zu werden.(Beifall.) Reichskanzler Müller: Zm Fndustriegeb'si ist noch vieles nicht«n Ordnung. Ein eben eingelaufenes Telegramm der- ReichShank Duisburg meldet: Exekutivkomitee hat eine Million-unserem Treior entnommen und. verlangt weitere Betrage,(Lebhaftes Hört! hört?) Ran arbeitet also dort genau so wie eS Kapp getan hat(Große Unruhe rscht-S.I ES ist bekannt, daß Kapp dasselbe Perlangen gestellt hat. Nur ist der Austrag nicht ausgeführt worden. Daß Kap» dem Zentralvorstand der Teutschnatienale« Bulksvartei angehört, was beute vormittag von der Rechten bestritten wurde. beweisen die Ausführungen des„Berliner Lod lanzeige rS", des Blattes der Schwerindustrie.(Hort! hört!) Die Aussprache wird abgebrochen: die Vorlage über den Rot- etat wird an den Hanshaltungsausschuß verwiesen. Dienstag 10 Uhr: Fortsetzung; erste Beratung des Wahlgesetzes und des Gesetzes über die Slbnrteilimg der hochverräterischen lliitcr- nebmungen, kleine Vorlagen. ' Schluß: 7'ch Uhr. Seftien! Scheußliche Unmenschlichkeiten des Stanttgenchts in Köiiigswuft erhausen. Ter Abgooriutehe Genosie N i ch a r d Fischer hatte in der Ncrtllmalversomrmdmg fotgende Anfrage gestellt: Ist der Reichsregierung bekannt, daß in der Sitzung des ulili- tärischen Standgerichts in KänigSwustcrhausen am 16. März d. I. der verhaftete Schlosser Franz Fischer ans Scheukendo rs i n Gegenwart der Standrichter iiwr sogar auf deren Befehl zwecks Erpressung von Geständnissen von Soldaten auf den Tisch geworfen, von je zwei Soldaten an Händen und Füße« gehalten und dann mit Gummitniippeln mißhandelt und seine Schreie von einem unter dem Tisch vosticrten Soldaten mit Faust- schlage» gegen das Knie zum Schweigen zu bringe» versucht worden ist? Ist ihr weiter bekannt, daß diese Prozedur nach jeder Weige- rung mit dem Befehl:„25!"—„50!" so lange wiederholt worden ist, bis der Gefangene nach 200 Hieben halb bewußtlos und ohn- mächtig„gestand"? Auf Grund dieser„Geständnisse" wurde der solchermaßen Gssaltertc zum Tode verurteilt, olbgleich sogar der ihm gestellte Offizialverteidiger mangels jeglicher Beweise die Freisprechung beantragt Haide. Vor der G-richtssaal- dür wurde der LerurteKte von dort befindlichen Soldaten weiter geprügelt, nachdem er schon beim ersten Verhör um Mitternacht gleichfalls in Gegenwart der verhörenden Offiziere, ebenfalls mit Gummiknüppel« die ersten 190 Hiebe erhalte« hatte und dann zu den übrigen Gefangenen in den von Schmutz starrenden Selker geworfen worden war. Auch die anderen 6 zum Tode Verurteilten solle» mißhandelt worden sein. Ist die Reichsregierung bereit, diese Standrichter ungesäumt zur Verantwortung zu ziehen und ihre Slamen bckanntzugebeu? * Wir verlangen, daß diese Standrichter ungesäumt in Untersuchungshaft genommen werden, denn die Verbrechen, deren sie sich schuldig gemacht lhaben: Folte- rung zum Zwecke der G est än d n i serp re s s u n g, Rechtsbeugung, eventuell sogar Mord, lverden mit den schwersten Strafen bedroht, die das Gesetz überhaupt kennt. � verstharfung der Lage in duisburg. Duisburg, 29. Mörz. Die Lage rn Duisburg hat sich wesentlich verschärft. Am Sonuaheud nachmittag hat der O v e-rb ü, getmue.i stc r wegen Bedrohung der persönlichen Sicherheit die S t a d I.. L e r i äs s c.Der erste Aaigegrd- nefe wutcke Sier�afici. Heute morgen ift die getamte städ» tische Beamtenschaft als Protest gegen diese Vergewaltigung in de» Streik getreten. Tie Kommunfiten haben das Rathaus besetzt. Die Duisburger Mütter stehen unter Borzensur. » Die Terroristen haben da? Verbot der Essener„Arbeiier- Zeitung"(wegen Defaitismus! nack einem Tag autgeboben unser Dortmunder Parteivlatt haöen sie aus 3 Tage. v e r b o t c n. Cin Ksnigsputsch in däuemark. Kopenhagen, 2!). März.(Eigener Drahtbericht deck „Vorwärts".) DaS Verlangen der reaktionären Partcint nach der Gewinnung Flensburgs für Tänemart, dem sich die sozialdemokratisch-radikale Mehrheit der Volksvertretung und die Regierung widersetzten, hat den König veranlaßt, heute vormittag den Mitristerprästdentru Zahle zum Rücktritt des GesamtkabinettS oufzusordcru. Mtuisterpräsideut Zahle er- widerte, daß dock Kabinett gar keinen Grund habe zmückzv- treten, weil es sich in llebereinstimmung mit der Mehrheit deS Volks und des Parlaments vesinde. Daraus ist das Mini- stcrium vom König verabschiedet worden. Ter König hatte sich vormittags mit seiner Familie aus Kopenhagen in ein: nahegelegene Provinzstadt begeheu, kehrte aber insulge des Einspruchs der rcaktiouärcu Parteicu gegen diese Flucht am Nachwittag wieder zurück. Der Schloßplatz und die innere Stadt sind militärisch besetzt, bisher ist es aber nicht zu Unruhen gekommen. Die sozialdemokratische Parteileitung tritt heute abend.zusammen und wird wahrscheinlich eine Proklo- mation erlassen. Eck wird mit dem Generalstreik gerechnet. Ein Kabiuett, welches das Vertrauen der Volksvertretung finden würde, kann der König nicht bilden, höchstens ein reaktianörcs Gcschästsministerium, dock sich aber nicht halten könnte. Dock Parlament befindet sich zurzeit in den O stet scricn, und diese Gelegenheit hat der König zu seinem Streich benutzt. Er wird ihn bei dem urdemokratischcn Charakter des dänischen Volkes möglicherweifc mit seiner Absetzung zu de- zahlen hatzen. „Sozialdemokraten" veräsfentlichte nachmittags ein Extrablatt, dock unter der Ueberschrist„Der König verübt einen Staatsstreich" das Vorgehen deck König- geißelt. Aus dem Amalienborzckplatz versammelte sich im Lause deck Nachmittags eine Menschenmenge, die Ordnung wurde ober durch die Polizei aufrechterhalkru.__ Friedensangebot Kurlands an Me. A n« a p ol i s, ZU. Marz.(F-unkspruch.) New gort American vrröffentfickt ai» drabtloses Friedensangebot von S» w- jet-Rußlond an die'Rationen der Welt. Es um saßt folgende Punkte: 1. Ailrrtennvng der Sowjet-Republik Rußland; 2. Anerkennung des Rechtes, da» Sowjet-Exveriment in Rußland werter zu rntwrckel»; 3.?ereitcrtläru»g Sowjet-Rußlands, sich nickt in die inneren Angelegenbeiten anderer Länder einzumischen; t. Verpflichtung der anderen Länder, sich ebenfalls der Einmischung in die inneren Aogelegenbefte» Rußlands zu enthalten; 5. Wied« aufnähme der Btirtichaftsboziebnngen: st. Auflösung der Rote» Armee, sobald der Friede gesichert ist: 7. Zlnerlennung durch Sow jet-Rußlond der Schulden und Anleihe» einschließlich der Zinse» der frützeren russischen Regierung. Die Swnjet-Regierung erklärt sich außerdem bereit, die Frei- heit jedes Landes, sich seine eigene Rrgierungsort zu wählen, zu achte«, und diesen Grundiah auch aus dir russischen Randstaaten anzuwenden. Sowjet-Rvßla'tp beansprucht sür sich dasselbe Reckt. vorwärts! Der verbrecherische Putsch der Koppistc« ist noch in srische- ster Erinuerung. Fetzt gilt eck die Lehren damuS zu ziehen imd dadurch die Wiederholung solchen Wahnwitze? sür alle Zeiten unmöglich zu machen. Die erste Notwendigkeit ist die Reinigung der Reichswehr und des BcamtrnkörpcrS von allen unzuverlässigen und der Demokratie und der Republik feindlichen Elementen. In einem demokratischen Staate muß auch der Vcrwaliungs- und Sichcrhcitsapparat mit allen Garantien für den Schutz der Demokratie versehen sein. Die zweite Notwenüigkeit ist die Stärkung des demokratiichrn und sozialistischen Staaks- cmpsindens in der gesamten Bevölkerung. Der Hebef dazu ist die praktische staatsbürgerliche Erziehung. Ein vollwertiger Staatsbürger kann nur der seist» der sich in die Lage versetzt, alle staatlichen, politischen und»uirtschastlichen Borgäuge genau zu vrrsolgeu und auck bester Oucllc Material, Information und Instruktion zu schöpfen. Dazu gehört cincgutcZci t u n gl Die ständigen und gelegentlichen Zeitungsleser wissen, was der„V o r w ä r k s" unter den ersten Zeitungen Deutsch lands bedeutet und daß zu einer gründlichen Unterrichtun, über dos«cuc Werden in unserem»taute der„V v r w ä r t S" unentbehrlich ist. Es liegt darum im tiefsten eigenen Interesse sedeck ein zelocu, sich dieses Instrument der staatsbürgerliche» Erziehung, Festigung und Fortbildung ins Haus zu nehmen. Jeder politisch interessierte Mensch muß also den „vorwärts� abonnieren! Folgender Zettel ist ausgefüllt au die Erpeditiott deck „Vorwärts", Berlin KW 68, Lindenstr. 3, zu senden. Ich abonniere ab l. April den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage.Volk und Zeit" in Graß-Berlin täglich zweimal frei ins Haus für 7,— Mk. monatlich. Llußerhalb Groß-Berlins Wohnende wolle» beim Postamt ihres Wohnortes bestellen. Name----—--—--- Wohnung—.....—__ ......... Straße Rr- vorn— Seitenflügel— Quergebäude■«... Treppe». Bei wem?_________!....... EewerMQstsbewegung Herr Rekchow, üer Gberftharfmacher öes Schutz- verbanües für öie Glasinüustrie. Die»frage der VezaSlu>ig der Streiktage, die von zahlreichen groyen Unternehmern durch entgegenkommendes Verhalten bereits zur Zusriedenheit der Arbeiter gelöst ist, Hot den oben bezeickneten Herrn Reichom mobil gemacht Wie dieser Herr bei allen Streit- tragen zwischen Arbeitern und Unternehmern feit jeher das Haupt- Hindernis einer gutlichen verstSudigung gewesen ist— zum Schaden der Industrie und seiner eiaenen Kollegen, s» sucht er auch jeyt wieder die Mitglieder des TchutzverbandeS gegen die Forderungen der Arbeiter auf Bezahlung der Streikrage mobil zu machen. Herr Reichow tut dies durch folgendes Rundschreiben: vezohlung der Strriktaqe. Wir weisen wiederholt darauf hin. da« in unseren derschie- denen Versammlungen stets beschlossen worden ist. Streiktage nicht zu bezahlen. Auf diesem Standpunkt stehen auch die großen Ientralverbände wie die Vereinigung deutscher Arbeitgeber- verbände und der Deutsche Industrie-S-butzverband. Beide haben ihre Mitglieder durch besondere Rundschreiben darauf hingewiesen, daß Streiklage nicht bezahlt werden sollen, weil sonst den Ar- heitern ja jede» Risiko eine» Streiks genommen und ste geradezu veranlaßt würden, künftighin derartige.Mätzchen" wieder zu machen, weil sie sie ja bezahlt bekommen.— Wir weilen also wieder- Holl darauf hin. daß es dem Jnteresie des ArbeitgebertumS wider- töricht, wenn sich dieselben breitschlagen lasten und die Streiktage bezahlen, hier besonders darum, weil eö sich gegenwärtig nicht einmal um einen wirischaftlichen. sondern um einen politischen Streik handelt. DaS darf also keinesfalls geicheben und da. wo die Bezahlung der Streiktage im einzelnen Falle durch Gewalt erpreßt werden sollte, muß ausdrücklich dagegen Protest erhoben und der Vorbehalt der Rückforderung gemacht werden!l Nach den geltenden Gesetzen sind erpreßte Zugeständniste wirkungslos und können jederzeit widerrufen werden. Obiges Rundschreiben hat selbst bei Ritglledern des Schutz- Verbandes starke Mißstimmung ausgelöst. Daß Reichow die Stirn besitzt, den großen Abwehrkampk aller Volksschichten gegen eine ab- solutistische Militärkamarilla als„Mätzchen" zu bezeichnen, bat die einsichtigen Mitglieder auts höchste empört. Sie erkennen mehr und mehr, daß dieser Scharfmacher ein Hauptstörenfried des Gewerbes und daher eine große Gefahr ist. Wer in der gegenwärtigen Zeit die um die höchsten Ziele ringende Arbeiterklaste mit so nieder- trächtigen Mitteln bekämpft, ist auch in der Leilung eine? Industrie SchutzverbandeS unmöglich._ Lohnkämpfe bei den Wach- und Tchliehgesellschaften. Ja einer stark besuchten Versammlung der Wachangestellien im großen Saale de»„GewerkschastShauseS" gab L e u b e vom Trans »orturbriterverband einen ausführlichen Bericht v»tt den Sohn bewegungen. weiche im Msnat März geführt worden sind. Bei »ier Wachgefellschasien»er Grundbesitzer k«m«S zur Arbeit»- niederlegung. Bei der Neukulkner WachgeseHschast dauerte der Streik«cht T«ge..Nordwest" sechs Tage,„Frankfurtertorbezirk" vier Tag« und bei der Berliner Wirtschaftsgenostenschaft drei Tage. Die Streiks wurden erfolgreich beendet, die Streiktage müssen die Unternehmer bezahlen. An den Streiks waren insgesamt 418 Kollegen und Kolleginnen beteiligt, Streikbrecher waren 11 zu verzeichnen. Der Referent gab dann einen Bericht über das neue Lohn- abkommen, welches am 1. April in Kraft treten sollte. Fast samt- liche Unternehmer der Wochgesellschaften haben sich zu einer Tarif- gemeinschaft zusammengeschlossen. Die den Unternehmern unter« breiteten Forderungen betragen sür den Monat April für Wächter und Wächterinnen 460 M.. für Obecwächter 473 M., für Wacht- meister und Kontrolleure 550 M. Für Mai und Juni sollte der Lohn sich um je 25 M. erhöhen, des weiteren sollte alle 14 Tage eine freie Nacht unter Fortzahlung des Lohnes gewährt werden. Die Unternehmer erklärten diese Vorschläge als unannehmbar. Nach mehrmaligem verhandeln wurden für den Monat April von den Unternehmern folgende Zugeständnisse gemacht: Für 6 Gesellschaften eine monatliche Zulage von«0 M., sür 4 Gesellschaften von 50 M. und für weitere 4 Gesellschaften von 10 M. Die Bei- liner sowie die Weißenseer Wach- und Schließgesellschast wollten des weiteren eine freie Nacht im Monat gewähren. Dieses An- gebot der Unternehiner wurde von der Lohnkommisfion als unan- nehmbar bezeichnet. Nachdem der Borfitzende der Tarifgemeinschaft, Herr Direktor Braun, erklärt hatte, daß das als letztes Zugeständnis zu betrachten sei, wurden die Verhandlungen abgebrochen. Da auf friedlichem Wege keine Verständigung zu erreichen war. so ist die Organit'atjon gezwungen, mit allen ihr zur Verfügung stehenden Machtmitteln den Kampf gegen die Unternehmer aufzu- nehmen. In der hierauf einsetzenden Diskussion wurde daS Verhalten der Unternehmer einer scharfen Kritik unterzogen und die Zuge- ständniste als gänzlich unzureichend erklärt. Alle Redner traten dafür ein, am 1. April in den Streik zu treten. Verschiedene Wächter gaben die Einnahmen der Unter> nehmer auS� ihren Revieren bekannt und erklärten, daß die gestellten Forderungen restlos erfüllt werden könnten. Ein stimmig wurde eine Resolution angenommen, die besagt. daß überall da, wo die Forderungen nicht bewilligt werden, ab 1. April die Arbeit zu ruhen hat. Der Referent ivieS noch darauf hin, daß die Unternehmer zu der Versammlung eingeladen seien, um sich ein Bild von der Stimmung ihrer An- gestellten zu machen, leider hätten dieselben nicht den Mut ge funden, zu erscheinen. Unter allseitiger Zustimmung gab er die Erklärung ab, daß er einen Tarifvertrag, der nicht mindestens alle 14 Tage eine freie Nacht enthält sowie eine angemestene Lohn- erhöbung bringt, nicht unterzeichnen werde. Unter Berschiedenem wurden mehrere Fälle mitgeteilt, daß beim Generalstreik, dem sich die Wachangestellten zum großen Teil an- geschlossen hatten, organisierte Arbeiter den Wachangestellten durch Ausführung von Bewachungen in den Rücken gefallen feien; das müsse in Zukunft vermieden werden. Perband der Buchbinder und Papierverarbciter Teutschlands, Ortsverwaltung Berlin. Die Urabstimmung am 27. März ergab eine Erhöhung der Bei- trage, die am 1. April 1920 in Kraft tritt. DaS Ergebnis war: 3 S 5 6 Stimmen für Erhöhung und 2399 dagegen. Achtung. BctriebSräteschule! Heute spricht Herr Fischer über: „Wie entstehen Kurven und andere graphische Darstellungen und wie werden sie gelesen". Brolat. Die Böttcher Groß-BerlinS find mit ihrer Lohnbewegung— von der an dieser Stelle schon berichtet wurde— zum größten Teil zum Abschluß gelangt. Es werden ab 1. April 1920 Stundenlöhne von 3 M. und ,5,70 M. gezahlt. Den Böttchern, welche in den Berliner Brauereien arbeiten, sind bis beute noch nicht die geforderten 220 M. pro Woche be- willigt, wiewohl diese Summe mit unter den oben vereinbarten Lohnsätzen steht. Bemerkenswert ist ferner, daß die Brauereien Groß-Berlins auch bisher nur 157 M. pro Woche zahlten, während in den Böttchereien 177,50 M. und 139,50 M. pro Woche gezahlt wurden. Deutscher Transportarbeiterverband. HandelShilfSarbeiter und Arbeiterinnen auS der Leder- und Lederwarenbran che(Handel und Industrie) Mittwoch, den 81. März, abends 6>/, Ubr, bei t-chulz, Königsgraben 2(großer Saal), Branchen-Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht von der HandelShilfsarbeitcr-Konlerenz. 2. Welche Forderungen stellen wir tm neuen Tarif. 3. Branchcnangclegenhciten. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe?.(Waren-, Koustiänser und Svezialgeschäsle.) Mittwoch, 81. März, abends 7 Uhr, in den Sophienläten, Sovhicnstr. 17/1», Versanmilung unsere? Mitglieder im gesamten«Einzelhandel. Tagesordnung: t. Bericht Aber die Tarlsoerhand- lung. sNeserent.' Kell. B» blitz. 2. Der Seneralftreik imd seine Wirkung «us den Einzelhandel. 3. Fachgriippenangelegenheilen. 4. Verschiedene«. Oirtfcholfi Wo unsere Schuhe bleiben? Wir veröffentlichen folgende Einsendung: Rechtsanwalt Amen d, Berlin-Zehlsndorf, war bis Dezember 1913 bei der Reichsstelle für Schubverlargung als Geschäftsführer tätig. Aufgabe: AuSgebestevtc Militärschuhe an notleidende Arbeiters! reise abzugeben. Etwa 23 500 Paar lagerten in Ehemnitz und anderswo uwd warteten monatelang auf die Berteilimg — indes die Arbeiter auf die Schuhe, warteten... A. nahm einen Bekannten namen» Fröhlich als Vermittler,»amii er di« Schuhe an Kommunalvcrbäiide, Bergwerke und ähnl-cbe Betriebe usw. der- perle. F. bekam natürlich Provision, etwa 106 900 M.k Er übertrug die Verteilung dem Kaufmann Heinrich, der wiederum 2 Proz. Provision bekam, enoa 30 000 M. Die Schuhe waren nun bereit» um 130 000 M. verteuert, durch mehrere Hände gewandert und hatten doch die Reichs lager noch nicht verlassen. Tie eigentliche Wanderung der Schuhe begann erst jetzt: H. machte einem Bankidirelwr Belke ein Angebot. B. kaufte von F. die Schübe, zablte aber an H., nur Nieil dieser ihn auf das Geschäft aufmertsain gemacht, eine Provision von 66 000 M. (DaS war August 1919, da kosteten diese«chube und Kavallerie- stiesel 19—27 M.). Das war also ein ganz anständiger Schieber- gewinn. Der Bankdirektor übertrugt das Geschäft auf den Agenten Koßmala, der 50 Pf. pro Paar Provision erhielt. K. bot die Schuhe u. a. der Amtshauptmanns chaft Leipzig an, die aber ablehnte. Ein Beamter dieser Behörde jedoch. Dr. jur. ~. M. Müller, machte, nachdem er dienstlich das nötige über die Schuhe erfahren, St. auf die deutsche Kohlenhand'elSgesellschaft Berlin als Abnehmerin aufmerksam. Für diese anstrengende Arbeit bekam er 15 000 M. Provision, obwohl die Gesellschaft die Schuhe nicht einmal kaufte! Dr. M. nannte nun einen anderen Abnehmer, seinen Schwager Selbig. Inzwischen ander ten Belke und Heinrich die Preise der Schuhe— natürlich, denn die fetten Provisionen mußten doch draufgcschlagen werden. Ein- mal in der Hebung, Vereinbarden sie, daß für die kommenden Schie bimyen 1 M. pro Paar Provision gezahlt werden ioll. H. bekam außerdem für ein« Eptrasenduitg Sckube ans dem Chemnitzer Lager 1,40 M. pro Paar. H. machte iu:n einen Kaufmann A d a m? k p aus das fette Ge ichäft aufmerksam Sie alle waren bereits reich geworden an den Schuhen, warum sollten es andere nickst auch werden? K. bekam für die Hcrbeischaffung des neuen Schiebers 15 900 M. H. bat dann den Kauf mann Krause, die Geschichte weiter zu deichseln. Der wiederum interessierte dafür seinen Kompagnon K u tz s ch e r und Wilheltn Henke. Dieser gewann seinen Bruder Arno Henke dafür. Der vereinbarte mit Krause, daß die Provision gleichmäßig geteilt werden solle. Run bclam auch Kutzscher Appetit und beanspruchte ebenfall? Provision! Wofür? Für das „Interesse" am Geschäft! Die Schuhe lagerlen weiter im Lager, und Henke suchte Käufer. Er fand dem.Kaufmann W a l d m a n n— du armer guter Kaufmannsstaud— jeder Schieber nennt sich„K auf- mann"!— W. wiederum nannte ihm den Kaufmann Freu denberg. W. verlangte für Nennung des Namens Sth Proz. Provision und erhielt etwa 20 0000 M. Adamsku hatte tri- zwischen 107 000 M. am Verlauf der«Sckube verdient, wovon er den Schiebern 95 000 M. abgab. Krause bekam ca. 18 000 M.. Helbia 25 000 M., Arno Henke und Kutzscher, die von sich aus für das Paar 1.50 bis 2 M. Extraprovision berechneten. 54 000 M. Heinrich bekam außerdem von Fröhlich noch 10 000 M. extra F. zahlte(September 1919) für die Schübe 21 M., Schaftstiefel 25 M.. Bergsckiuhe und Kavalierftiesel 2V M. das Paar. Int Durchschnitt also 23,50 M. Insgesamt waren das für 844 000 M. F. bot die Schübe dem Kommunalverband Pirna mit 35 M. an(!) und verkaufte weitere für 33 M. cm die— B c k l e i d u n g s st e l l e Hamburg.(Konnte die nick« direkt von der ReichSsteve beziehen? Sie bätte dann Zehntansende gespart! An den Stadtrat Meißen, die Fkeischerinnung Bischasswerda, an MatkheS-Niedcrhaßlau usw., damit die Schuhe am Lager freigc- geben tvurden. gab Rechtsanwalt A m e n d den Freigabeschein... Die Schübe waren inzwischen von 630 752 M. auf 844 000 M., also um 214 000 M. im Preise gestiegen, in welch letztere Summe sich die«Schieber geieilt batten. Nm Neujahr herum war der Krug fo lange zu Wasser ge- gangen, bis er gebrochen war. Anfang Februar stellte die«Staats-- anwaltschaft gegen 12 dieser schubverteuernden, also volksauSplün- dernden Herrschaften Strafantrag. Leider nur wcae» Kettenhandels usw. Einige der Ehrenwertesten sitzen in Haft, die anderen suchen indes nach Gründen, um ibr Treiben und dc� Treiben der verhafteten als volkswirtschaftlich nützlich und lobenswert erscheinen zu lassen.'Alle 12 haben tüchtitze und sehr eifrige Rechtsanwälte, die eilfertig bestrebt sind, die schubverschiebenden Schädlinge als unschuldig zu«ehabLitie.en. Die„Deutsche Zeitung" veröffentlicht folgenden Fall: „Uns liegt ein Angebot vom 23. März 1929 vor, das an eine schwedische Firma gerichtet wurde, das wörtlich lautet; Freibleibendes Angebot. 10 000 Paar Kavallcrieftiefel: 232,50 Mark pro Paar: 30 090 Paar Militärschnürstiesel: 177 M. pro Paar; 30 000 Paar Halblang-Schaftstiefel: 177 M. pro Paar. Zwischenverkauf bleibt vorbebaltenl ab Hannover mit Aussuhrgenehmigung.(Wieviel muß der deutsche Miche! heute kür ein Paar derbe«Schuhe zahlen?) Also nickst weniger als 70 000 Paar Schübe liegen m Hannover zur Verschiebung"ins Ausland bereit. und zwar mit AuSsithrgenehigung." Die Reichsschuhversorgnng, die amtliche Stelle, de? WirtschaftSministeriums, erklärt hierzu, daß e? sich hier um da? Werk eines ungetreuen Angestellten, des Vorstandsmitgliedes Rechtsanwalts A m e n d handelt und die Verwaltung als solche schuldlos sei. Die Angeleaenheit wurde seinerzeit sofort der Staatsanwaltschaft übergeben. Leider bat die Deffentlich- ltchkeir m weit-m Umfang erfahren müssen, daß die Gerichte gegen Schieber und Wucherer nicht die«Strenge zeigen, die die Bekamp fung dieser Seuche erfordert. Hier sind die allerschärsften Strafen allein am Platz. Dringend muß gefordert werden, daß dem Volke Aufklärung wird, wo die gewaltigfen und kostbarem Heere sbe stände geblieben sind. Wir wissen, daß viel gestohlen worden ist, viel aber mich durch Mangel an Fachkenntnis verschleudert und durch zu gute Fachkenntnis verschoben worden ist. Di« große Abrechnung mit dem RcichSverwertungSamt. das die Heeresbestände zu verwalten hat, wird uns ja noch ein- gehend beschäftigen. Berantw. für den redoitüm. Teil: Artnr zickler, Eharlottenbur«; für Ameiaen: Th. Siecke, Berlin. Berlag: Borwijrts»Z!erl°ci®. m. b. S.. Berlin. Druck: Bor. würts-Bückidruckerei u. Berlaasan stall Paul Elnaer u. Co. Berlin. Lindengr. 3. Hirrt» X Beilage. Berlin 62 Brette Straße iKiiftot Berlin 62 Brüderstraße Herren-Kleidung Anzüge, Lieberzieher, Regenmäntel Gestreifte Beinkleider, Fantasie-Westen Sport-Kleidung* Jünglings-Kleidung »oooooooooocoooooocoooooocooooooooc Kinder- und Backfisch-Kleidung Täglich Eingang von Neuheiten in Kinder- und Backfischkleidern aus Wolle, Seide und Waschstoffeu Kostüme, Zacken und Mäntel in blau und farbig Blusen und Kleiderröcke' in Wolle, Seide und Waschstoffen Knaben-Anzüge in guten, blauen und farbigen Wollstoffen Herren-Krawatten Herrenwäsche Selbstbinder... Stuck 1035 1340 1830 2000 3ioo 4000 50Mb.l2200 Strickbinder................ Stück 3750 4750 (Summihosentrager gute, Stück 16� 24°° 36�0 vis 420" Kieler Knoten................ 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