Nr. 223. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertels jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Jufertions Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder bereit Raum 40 Pfg., für Vereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund gefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegrammt- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 25. September 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises thätig zu sein. Es iſt das eine Parteipflicht. Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Presse je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat es, und je größer die Macht der Parteipresse, desto größer die Macht der Partei. Wer dem Partei Organ neue Leser zuführt, stärkt fonach die Partei. Der Kongre von Nantes. bie Verstaatlichung( Nationalisation) des Grund und Bodens, und in den ländlichen Bezirken träten wir für den Kleingrundbesitz ein. Nantes, 18. September 1894. Der zwölfte Kongreß der französischen Arbeiterpartei ist soeben Es war nöthig, mit diesen Lügen aufzuräumen. Unfer in Nantes abgehalten worden. Er setzte sich aus 95 Delegirten Freund Lafargue wurde mit der Berichterstattung über„ Das fammen, die 311 in 122 Städten und Landkreisen bestehende bäuerliche Grundeigenthum und die moderne wirthschaftliche" EntGruppen vertraten. Unter den Delegirten waren 10 Bauern, wickelung" betraut. davon mehrere aus der Umgegend von Nantes. Man hatte diese Stadt zum Kongresort gewählt wegen der Bauernbewegung, von dem die bürgerlichen Geschichtsschreiber behaupten, daß Das bäuerliche Grundeigenthum- heißt es in dem Bericht die sich in den umliegenden Landstrichen entwickelt hat. Die Land- es durch die Revolution von 1789 geschaffen worden sei, hat seit verhältnisse um Nantes in der Unterbretagne find eigen Jahrhunderten bestanden; scine Wurzeln reichen bis in die Zeit thümlicher Natur. Eine feudale Art der Vermiethung der altgermanischen, von den Franken eingeführten Mark und ( Verpachtung) des Grund und Bodens: nämlich die der Berstückelung des adligen Grundbesiges, die mit den vignes à complant, die Weinberge mit Kreuzzügen ihren Anfang nahm. Die bürgerliche Revolution Doppelbesiz, hat sich dort bis auf unsere Zeit erhalten. Der war im Gegentheil dem bäuerlichen Grundeigenthum feindlichGrund und Boden hat zwei Eigenthümer, den des ebenso wie dem des Adels und der Kirche; sie zerstörte die GeLandes und den, der die Oberfläche bebaut; lekterer überläßt meindegüter( Almenden u. s. w.), und sie schaffte das Weide- und dem Eigenthümer des Landes den vierten Theil der Ernte. Man Nutzrecht auf den Ländereien nach der Ernte und in den Wäl will jetzt die Bauern ihres Eigenthumsrechtes berauben, das dern ab, wo die Dorfdewohner sich ihr Bau- und Brennholz holen dem Bourgeoisgesetze zuwiderläuft; und so haben sie sich denn durften: diese Rechte und die Gemeindegüter ermöglichten es den unter der Führung Brunellière's zu Syndikatsgruppen Bauern, sich Vieh zu halten, das ihnen Dünger, Fleisch, Milch zusammengethan, Petitionen an die Kammer organisirt und Pro- und Wolle lieferte. effe angestrengt. Mit dem 1. Oktober eröffnen wir ein neues Quartala fogenannten Abonnement auf den Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der illustrirten Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungsspediteure, fowie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Hans. Für außerhalb nehmen fämmitliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für das Quartal entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) Nach Beendigung des Romans: Der Jude von Spindler, werden wir spätestens am 1. Oktober mit dem Abdruck der Grinnerungen eines Kommunarden Die Zahl der Delegirten und namentlich die der Orte, von denen sie kommen, beweist, daß die Arbeiterpartei, wenn sie auch in Paris nicht den Haupttheil der sozialistischen Gesammtpartei bildet, doch ohne Widerspruch die stärkste Frattion) in Frankreich ist. Die übrigen Fraktionen find außerhalb von Paris nur noch in wenigen Städten vorhanden. Die Kongreffe, welche die beiden beshalb nur aus Delegirten von Paris und 2 oder 3 andern poffibilistischen Fraktionen in Tours und Dijon hatten, bestanden Städten. Die Redaktion und Expedition des „ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Volksblatt. offentlich giebt es in Frankreich bald keine sozialiſtiſchen kann, nachdem man ihnen ihr Geld weggenommen hat. Die ZentraliFeuilleton. " " Die durch die Revolution bewirkte Umwandlung des Grunds eigenthums wurde durch das Wachsthum der Industriebevölkerung der Städte bedingt, die ernährt werden mußte, was nur durch die Revolutionirung der alten Formen zu erreichen war. Nachdem der Grund und Boden von den feudalen und bäuerlichen Lasten befreit war, nahm die Bebauung des Bodens einen mächtigen Aufschwung und eine gewaltige Ausdehnung. Die Sümpfe fäen, Reben zu pflanzen, fünftliche Wiesen zu schaffen u. s. w. wurden trocken gelegt und die Wälder abgeholzt, um Weizen zu Dieser Periode des extensiven( sich ausdehnenden) Ackerbaus den Charakter seiner Vertretung aus, sondern auch durch die gerichteten) mit seinen landwirthschaftlichen Maschinen, seinem Der Kongreß von Nantes zeichnet sich nicht nur durch folgte die des intensiven( auf Steigerung des Bodenertrags Bedeutung seiner Debatten und den Geist seiner Beschlüsse. chemischen Düngern, seiner ununterbrochenen Heihenfolge von Zwei Fragen, welche die Geister vorwiegend beschäftigen, Gruten u. s. w. Der intensive Ackerbau, der die Landwirthschaft beginnen, die uns mitten in die gewaltigste moderne Geschichts- die Propaganda auf dem Lande und der allgemeine zu einer kapitalistischen Industrie gemacht hat und der wissenTragödie versehen, und den Heldenkampf der Kommune, erzählt Streit wurden behandelt. Seit dem Kongresse von Marseille fchaftliche Kenntnisse und Kapitalien erheischt, bewerkstelligte all von einem der Kämpfer, an uns vorüberziehen laffen. Die Ueber- im Jahre 1892, der zum ersten Mal ein Landprogramm mälig den Ruin des mittleren Grundbesitzes und des bäuerlichen fehung, aus der Feder Audorf's, des Dichters der Arbeiter- und die dringendften Reformen für die drei Kategorien Kleineigenthums- ein Vernichtungsprozeß, der durch schlechte fehung, aus der Feder Audorf's, des Dichters der Arbeiter des ländlichen Proletariats: die Tagelöhner, die Bauern Ernten, die Reblaus, das Didium und andere Pflanzenmarseillaise, hat das ganze Leben des französischen Originals. Den in Aussicht gestellten Roman, welcher die Ereignisse der mehr auf das Land gedrungen. Die bürgerlichen Parteien find trifft, beschleunigt wurde und wird. und die Pächter festsetzte, ist der Sozialismus mehr und epidemien und durch sonstiges Unheil, das die Landwirthschaft Märzrevolution, und namentlich der Volkserhebung außer sich, daß die Sozialisten bei der Landbevölkerung, dieser in Berlin behandelt, werden wir, um die Aktualität und das vermeintlichen Reserve- Armee der Reaktion, günstige Aufnahme Land intensiver zu bebauen, nahmen die Geldleute sie ihnen ver Als die Bauern alle ihre Ersparnisse nöthig hatten, um ihr Interesse zu erhöhen, erst im nächsten Frühjahr, also gewisser und vollste Empfänglichkeit finden, und statt die von uns ge- mittels der Panama und anderer Diebesgesellschaften weg: sie maßen zu den Gedenktagen der vorgeführten forderten Reformen zu fritisiren, verleumden sie die, welche die wollen nicht dulden, daß diese Ersparnisse in der Form von Ereignisse veröffentlichen eine Anordnung die sicherlich felben vertheidigen und Propaganda dafür machen. Sie be- Bodenkredit auf das Land zurückkehren, außer unter der Bedingung. die Billigung unserer Leser finden wird. schuldigen die Sozialisten der Doppelzüngigkeit fagen, wir daß die Formen des Verkaufs unbeweglichen Eigenthums vereinfacht hätten zwei Lehren: in den Industriezentren verlangten wir und für die Landwirthschaft das bürgerliche Bankrottverfahren eingeführt wird, damit man den Bauern ihr Land bequem rauben *) sation des Grundeigenthums schreitet schnell voran. Sie hat Wisse, daß die Stadt in großer Gefahr ist, daß böse Gesellen Frau langsam und bedächtig. Reden, reden will ich;" sich verschworen haben, mit der zehnten Stunde Glocken- antwortete Judith heftig: des Herrn Gnade verkünden. schlag noch heute den Hochzeitschmaus in dem Froschen Du sollst Dein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Die 148 Hause in ein Blutbad zu verwandeln, und zu erwürgen Oberin, der Beichtvater, der Rath sollen wissen und erfahren, alles, was sich dort zusammenfindet, vom Bräutigam bis Du Himmelskönigin und Jesu Christe! es ist keine Zeit zu zur Magd. Wisse, daß auf diesen Mord die Stadt ange- verlieren." stoßen werden soll mit Feuer, und geplündert der Reiche, Die Nonne blickte starr und schweigend vor sich hin. und ermordet Arm und Reich. Wisse, daß die Egypter Judith machte fich indeffen fertig, den Chor zu meiden, Diese Worte zerrissen Heinrichs Brust, und ohne herübergerufen werden sollen, um Stein von Stein zu reißen, plößlich jedoch befann sie sich, und sagte zu sich selbst:„ Die Bewußtsein und Willen fast, flüchtete er sich in die uralte während die Mörder den Main hinunter schwimmen, Pflicht geht vor. Thue zuerst, was Du mußt, und dann Kirche der weißen Frauen, die noch offen stand für Reuige wollen auf abgefappten Schiffen, von Blut und Beute erst, was Du sollst. Bald hätte ich den Geißelstrick der und Leidende. Ein innerer Trieb zwang den Knaben, sich schwer. Wisse dies all', Du heiliges Steinbild, denn mein Oberin aus dem Gewölbe mitzunehmen vergessen." vor den Stufen des vergitterten Chores niederzuwerfen auf Herz kaun's nicht bewahren, und die Zunge soll's doch Gleich," setzte sie zu der Nonne gewendet hinzu:„ gleich, seine Knie, und inbrünstig zu Gott zu beten um Erleichterung, verschweigen. Wahr ist's; dazu helfe mir Gott, und von hochwürdige Frau, bin ich zurück, und dann laßt uns den um Trost, um Hilfe und Eingebung von Oben. Nach dem Tode all' den armen Leuten, die morgen nicht mehr Mund aufthun, um zu reden mit der Stimme der Gedem er sein Gebet verrichtet, sah er sich um in der Kirche, leben sollen. Amen!"- Der Knabe hatte dies Bekennt witter, wie der Herr gethan auf den Höhen Horeb; und sie war leer; er blickte mit Anstrengung, auf den niß faum abgelegt, als er mit der Eile eines flüchtigen denn zornig ist der Herr, und doch allmächtig in dem Zehen sich erhebend, durch das Chorgitter und gewahrte Wildes die Kirche verließ, um heimzulaufen. Seine Worte Schwachen." Bei diesen Worten schob sie den schweren eine von den weißen Frauen, die auf einem Betschemel waren nicht ungehört verhallt. Die weiße Frau hatte sich Riegel von der Fallt hür des Geißelgewölbes, und bemühte Eniete, und zu beten schien; sonst niemand. Da fuhr dem horchend erhoben, und keine Silbe verloren; aber nicht sich, die ungeheuren Eichenbohlen aufzuheben; mit aller Anaufgeregten Knaben ein abenteuerlicher Bedanke durch den minder hatte eine dienende Schwester, die von einem vor strengung gelang es ihr nicht, und sie wollte schon das Kopf, und er schritt auf der Stelle zur Ausführung, dem springenden Grabmal verdeckt, dem Blick des Knaben ent- Werk verlassen, als die Nonne sich selbst herabließ, ihre Bufall es überlassend, ob seine Saat auf guten Boden gangen war, alles gehört mit zagender entsetzter Seele. Hilfe anzubieten, und zu leisten. Der vereinten Kraft der falle oder auf Stein. Die Nonne dort konnte ja schlafen, Der fleine Redner war auch taun außer der Kirche, als Weiber fügte sich die schwere Last, und ließ sich in ihren fie fonnte taub sein oder ungläubig; aber Gott wird die Schwester zu der Nonne trat und dringend fragte: Angeln herumlegen. Judith! den scheidenden Abendstrahl, ja alles zum Besten lenken, dachte der Knabe ,.... und Habt Ihr gehört, hochwürdige Frau?" Die Nonne der durch die Fenster schimmerte, als einzige Leuchte mit Deinen Schwur hast Du nicht gebrochen. Er wendete sich nickte stolz mit dem Kopfe. Um aller Heiligen willen!" sich nehmend, eilte die Treppe hinab, nachdem sie noch ges daher frischen Muths knieend mit ausgespannten Armen zu fuhr die andere fort: war das ein wahnsinniger Bube, sehen, wie die Nonne durch die Seitenthür in dem Kreuzdem Magdalenenbild, das verwittert und bemooſt am oder ein gesunder Herold der Wahrheit?" Die Nonne gang verschwunden war. Kaum aber war der Klang ihrer Eingange des Chors trauerte, und sprach mit vernehm zuckte die Achseln. Die Schwester sprach ängstlicher und Schritte schwächer geworden, und sie im Gewölbe selbst licher Stimme:" O Du, mein heiliges Steinbild, laß Dir die Hände ringend weiter: Wie mögt Ihr doch so kalt angekommen, als schnell die Nonne zurückkehrte, auf die vertrauen, was ich geschworen habe, keiner lebenden Seele und gleichgiltig sein, würdigste Frau, da doch die Schreckens Gruft zueilte, die eiserne Stüßstange der Fallthür wegriß, zu verrathen, und wann der Herrgott nicht ein Wunder kunde Euer eigen Haus betrifft? Die Stimme des Herrn und die Pforte donnernd und dröhnend in ihre Fugen thun will, und Dir den steinernen Mund öffnet, daß Du ist die eines Löwen, daß Zion fie vernehme!" Was fallen ließ. Was fallen ließ. Der Schlag hallte schrecklich im ganzen Geret eft, so behalte in Deinem tauben Ohre meine Rede. wollt Ihr denn thun, Schwester Judith?" fragte die weiße bände wieder, und vor ihrer eigenen Handlung erschreckend, Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler. " Privat gegen zu treten. zur Folge, auf der einen Seite die Anwendung des intensiven| tra tische and agitation" fann es taum gefim Schweiß ihres Angesichts mit dem undankbaren Geschäft Ackerbaues im großen Stile auf der andern die Umwandlung eignetere Genbboten geben, als 2eute, bie abquälen, die Sozialdemokratie todt zu machen, dabei aber eines Theiles des bestellbaren Landes in Jagdgründe, aus denen während der Woche, ohne daß ihre Familie den Erfolg haben, sie immer lebendiger zu machen sind die Hasen und Kaninchen die Menschen vertreiben. irgend einen Anspruch an ihre 3eit erhebt, mit ihrem Erfolge bekanntlich nicht zufrieden und scheinen Diese Umwälzung ist unvermeidlich wie das Schicksal; sie unter den Genoffen" leben, am Sonntag aber sich die Aufgabe gestellt zu haben, dem übrigen reaktionären kann durch Nichts aufgehalten werden. Die vorgeschlagenen Die in diesem Berkehr empfangene Belehrung Deutschland, das rathlos dasteht, zu zeigen, wie der Kampf Mittel der Abhilfe, wie z. B. der Schutzoll, schaden dem da heim weiter verbreiten. Kleingrundbesitz und begünstigen die Spekulanten und Groß- Gott behüte mich vor meinen Freunden! mag Herr gegen die Umsturzparteien" zu führen ist. grundbesitzer: die Aufgabe der sozialdemokratischen Partei ist es, Thielen beim Lesen dieser Vertheidigung" ausgerufen haben. Seit Monaten haben wir von den seltsamsten Experi die Vertheidigung der ausgeplünderten Bauern zu übernehmen, so wie sie es schon für die kleinen Kaufleute und KleinErstens wird ihm zur Last gelegt, daß er eine Maß- menten zu berichten. Jeder Tag bringt etwas Neues. Heute industriellen thut, die von der kapitalistischen Konkurrenz zer- regel ohne ausreichende Grörterung der finden wir in unserem Bruderorgan, der Sächsischen Arbeitermalmt werden. Btg.", nachstehendes Schriftstück, das der bekannte sozialistengrundsäglichen Berechtigung" getroffen habe. Jaurès und die Landdelegirten zeigten, wie diese Zentrali Und zweitens wird, was gerade bestritten wurde, aus- freundliche Wind unseren Kollegen in die Redaktionsstube sation des Grund und Bodens sich in allen Bändern vollzieht. drücklich zugestanden, daß die Maßregel auf Beschwerde geweht hat: In den Gegenden, wo man das Land in den Händen der Bauern der Herren Landwirthe", soll heißen agrarisch- junkerlichen An die Kreishauptmannschaften. läßt, wie z. B. in den Landstrichen der Runkelrübenzucht, zwingt Großgrundbesizer, erfolgt ist, und daß sie zum Zweck hat, gehaltenen Gemeindetag hat von den Vertretern der Im Anschluß an den im Monat Juli d. J. zu Meißen aba man ihnen die Art der Bebauung, den Samen, Dünger und Ver- die sozialistische Landagitation zu erschweren. Wir hatten größeren Städte des Landes eine vertrauliche Be= kaufspreis auf. Diese Bauern, die gerade so ausgesogen werden, wie die mit unserer Auffassung der Maßregel also vollkommen fprechung über die Frage stattgefunden, ob es angezeigt er= Diese Bauern, die gerade so ausgefogen werden, wie die Arbeiter in den Städten, haben obendrein die ganze Verantwortlich ebenso, wie alle( ähnlichen Maßregeln, die seit Jahr fahr des Eindringens fozialdemokratischer Ele Arbeiter in den Städten, haben obendrein die ganze Verantwort: recht. Ob sie ihren Zweck erreichen wird? Selbstverständ scheine, der mehr und mehr in den Vordergrund tretenden Gelichkeit und das ganze Risiko des Besitzes. Man schlug die Hinzufügung von mehr als dreißig neuen zehnten zu gleichen Zwecken zurechtgedrechselt worden sind. mente in die städtischen Gemeindevertretungen Artikeln zu dem landwirthschaftlichen Programm von Marseille Weshalb laufen die Landproletarier in die Städte? durch entsprechende Verschärfung der auf die vor. Nach sorgfältiger Prüfung behielt der Kongreß nur fieben Nicht weil sie dort das Eldorado erwarten, wie gedankenlose Bürgerrechts- Gewinnung bezüglichen Bestim. bei, nämlich folgende: 1. Ungestaltung des Steuersystems; Er Schwätzer behaupten, sondern weil sie den Hundelöhnen mungen der revidirten Städte- Ordnung entrichtung einer Progressivsteuer. 2. Freiheit der Jagd und der Hundebehandlung der christlich germaniund des Fischfanges; Aufhebung der großen Wenn dem unterzeichneten Minister im Anschlusse an die Jagdgründe; Schuß für Wild und Fische. 3. Herabbie Rückfahrtkarten wurde es Taufenden ermöglicht, den worden ist, daß die angeregte Frage beziehentlich unter Fühlungund Fische. a. Herab- schen Junker und Landmagnaten entfliehen wollen. Durch diesbezüglich gepflogenen Berathungen der Wunsch unterbreitet setzung des gesetzlichen Binsfußes. 4. Herabsehung der Eisenbahntarife zur Erleichterung des Absatzes der landwirth- Wohnsitz für die Familie wenigstens vorläufig beizu- nahme mit den Vertretern größerer Gemeindewesen regierungsschaftlichen Produkte. 5. Entschädigung der Reservisten während behalten. Durch die Aufhebung der Rückfahrkarten ist dies seitig nach der doppelten Richtung in Erwägung gezogen werden der 28 und 13 Tage, die sie unter den Fahnen stehen. 6. Ge- vereitelt. Und die logische und natürliche Folge ist die, daß möchte, ob zur möglichsten Zurückhaltung der sozialistischen 7. Deffentliche Arbeiten zur Förderung der Landwirthschaft, wie beitern für eine Beit lang zerstört wird berjenige der statuarischen Regelung beziehentlich währung unentgeltlicher ärztlicher Hilfe und Arzneilieferung. Das Familienleben Tausender von Ar Elemente von der Einmischung in die städtischen Verwaltungen entweder der Weg der Gefeßesänderung oder 3. B. Bewässerungsarbeiten. ( ,, Kampf für Sitte und Religion!"), und daß die Arbeiter, unter Buhilfenahme der dem Ministerium des Innern nach§ 136 Die Anarchisten, die früher jede syndikale oder sonstige Dr- sobald es ihnen irgendwie möglich, auch die Familien der revidirten Städteordnung vorbehaltenen Dispensations. ganisation bekämpften und die Streits verwarfen oft nach kommen lassen. Statt Profit zu haben, verlieren befugniß gewählt werden solle, so ist das Ministerium des famen sie in die Lage, die Streifenden in deren Werkstätten also die Herren Junker dann noch billige Arbeitskräfte, die durch Innern der gegebenen Anregung zunächst insoweit zu ent zu ersetzen fie predigen jetzt den Generalstreit: Er ist das die Rückfahrkarten ihnen erhalten waren. So erreicht die sprechen gesonnen, als über die Räthlichkeit und beziehentlich foziale Universalmittel par excellence. Kreuzt die Arme, Maßregel nach dieser Seite hin das Gegentheil des Durchführbarkeit der gewünschten Rautelen, sowie eventuell über und der Bau der kapitalistischen Herrschaft wird einstürzen, und Erstrebten; und, soweit sie der sozialdemokratischen Agitation die Mobalität eines etwaigen Borgehens mit den erren Ihr seid die Herren der Lage!" so rufen sie den Arbeitern zu. gilt, ist sie ein Schlag in die Luft. Kreishauptleuten eine vertrauliche Besprechung Diese einfältigen Ideen richten auch in den Reihen der Sozialisten gepflogen werden soll. Unheil an; die Bossibilisten erklären sich für den allgemeinen„ Ein klärendes Ereignis" soll die Königsberger Streit und der Kongreß in Dijon hat den Beschluß gefaßt, daß Rede des Kaisers sein. Ja, von manchen wird sie diese Frage für immer auf der Tagesordnung ihrer zukünftigen fogar eine klärende That" genannt. Nicht mit Rongreffe stehen soll. In Nantes fand sich kein Delegirter, der Unrecht. Klärend ist die Rede gewesen- flärend wie Ueber den Zeitpunkt der an Ministerialstelle abzuhaltenden die Vertheidigung dieser ökonomischen Verkörperung der anarchi- ein Blitz, der eine alte Ruine plöglich erhellt, und das Sie wurde einstimmig als Utopie verworfen, die, von agents Fledermaus- und Nachteulen- Volt, bas dort gehockt hat, provocateurs ausgenüßt, der Entwickelung der sozialistischen aufscheucht, daß es flatternd und schreiend durcheinanderPartei schädlich sein könnte. schießt. Auf die Fledermäuse und Nachteulen der ReaktionsDie Fraktion der sozialdemokratischen Arbeiterpartei ist den parteien hat die Königsberger Rede so klärend gewirkt, daß anderen Frattionen immer vorausgegangen; fie hat stets die ein Jeder deutlich die Nachteulen- und Fledermaus- Natur Initiative ergriffen und den anderen den Weg gezeigt, den sie zu dieses lichtschenen Volkes erkennen konnte, das sich sonst so gehen haben: sie hat, als die Sozialisten noch im Genossenschafts- hartnäckig den Augen der Kritik zu entziehen fucht. Es paradies herumtappten, klar die Nothwendigkeit einer Organisation hat sich so gezeigt, wie es ist, ohne Maske, ohne Schminke der Arbeiterpartei als Klassenpartei dargelegt, als Klaffenpartei, die sich der Staatsgewalt zu bemächtigen hat, zum Zwecke der Ver- in seiner wahren Gestalt, zynisch die niederste Selbstsucht staatlichung der Arbeitsmittel; sie hat die Poffibilisten die und blödeste Beschränktheit dem Beschauer offenbarend. mit den Anarchisten und Radikalen den achtstündigen Arbeitstag Und diese Klärung" ist unzweifelhaft ein Verdienst, weund die Feier des 1. Mai bekämpften zu dieser Arbeiter nigstens von unserem Standpunkte aus. Forderung und zu diesen internationalen Manifestationen ge= awungen; und sie hat jetzt durch die Verwerfung des GeneralStreits auf dem Kongreß zu Nantes den Sozialisten Frankreichs vorgezeichnet, wie sie sich zu verhalten haben. Gallus. * stischen Idee übernommen hätte. Dolitische Leberlicht. Berlin, den 24. September. Einer der Tölpel, welche die Thielen'sche Liebesgabe an die preußischen Junker zu vertheidigen suchen, leistet zum Schluß seiner Ausführungen in der National Beitung" folgende Ungeschicklichkeit: " soweit Ihnen dies räthlich oder angezeigt erscheinen sollte, mit Bei dessen Eröffnung wird Ihnen anheim gegeben, sich, ineinzelnen Vertretern größerer Gemeindewesen über die angeregte Frage vorläufig vertraulich zu vernehmen. Besprechung wird Ihnen noch weitere Mittheilung zugehen und mag nur vorläufig bemerkt werden, daß dieselbe für die zweite Hälfte des Monats Oktober dieses Jahres in Aussicht ges nommen ist. Ministerium des Innern. v. Metzsch." Ein wahrhaft herzerfrischendes Zeugniß zu gunsten der Sozialdemokratie. Welche Angst doch die Gegner haben! Also aus der Gemeindeverwaltung will man die bösen Sozialdemokraten fernhalten! Daß die gegenwärtigen, durchaus der kapitalistischen Klasse angehörigen Gemeindevertretungen das Eindringen der Sozialdemokraten fürchten, das finden wir beiläufig sehr begreiflich, denn so ziemlich überall da, wo die Sozialdemokraten bisher in die Gemeindes vertretungen eindrangen, hatten sie Unterschleife, Ob die Strafrede" von Thorn einen größeren Vetternwirthschaft und Unregelmäßigkeiten Eindruck auf die Junker hervorbringen wird, als die aller Art aufzudecken. Daß aber das Ministerium Strafrede" von Königsberg auf die Junker, das wollen von ähnlichen Gefühlen beseelt ist, das verstehen wir nicht wir in aller Gemüthsruhe abwarten. Könnten die Polen recht. Judeß wie dem sei die Leipziger Pfeffersäcke, die lernen, so würden sie vielleicht lernen, daß die Taktif, sich mit ihrem Attentat auf das Gemeinde Bürgerrecht kein durch eine reaktionäre, die Voltsinteressen schädigende und Glück hatten, haben wenigstens die Genugthuung, fich hoher die Boltssympathien zerstörende Politik die Gunst der Sympathien zu erfreuen, und die Plumpheit ihres VorGroßen zu erwerben, eine sehr verkehrte war. Doch wozu gehens wird wohl nächstens„ forrigirt" werden. solche Betrachtungen, die Polen, um die es sich da handelt, find ja auch Junker, und sie sind ebenso unfähig zu lernen, wie die anderen Junker. " -O Wir aber sehen lächelnd mit zu, wie die Leibgardisten und der Landsturm der Reaktion die steigende Meerfluth mit Eimern und( Blümchen-) Kaffeetöpfen ausschöpfen. Religiöse Einkehr oder wir erhalten immer mehr Der bessere Theil der Arbeiter. Das Chemnitzer Sozialdemokraten und Anarchisten, und zuletzt fliegt unsere Tageblatt" hat herausgefunden, daß der beffere Theil der mania" am Schluß eines Leitartikels über den Kampf gegen demokratie in Sachsen durchaus einverstanden ist. Das ganze jetzige Gesellschaft in die Luft", so schreibt die„ Ger Arbeiter" mit der behördlichen Bekämpfung der Sozials die Umsturzparteien. Viel Aussicht hat auch dieses Heil- Blatt schreibt: Heil- Blatt mittel für die kranke bürgerliche Gesellschaft nicht. Die allmälige Ausdehnung der Arbeiter- Rückfahrkarten ist wohl erfolgt, ohne daß die Frage der grundsäh lichen Berechtigung ausreichend erörtert wurde. Der nunmehrige Entschluß des Ministers der öffent lichen Arbeiten, der begründeten Beschwerde der Landwirthe abzuhelfen, ist vereinzelt von freifinniger Seite angefochten worden, und er wird andauernd von sozialdemokratischer bekämpft. Das Leitere ist sehr begreiflich. Allerdings nicht vom Gesichtspunkte sachlicher Fürsorge Sächsisches. Die sächsischen Behörden und Ordnungsfür die Arbeiter Intereffen aus, womit es im Lager parteien, die vor der sozialdemokratischen Bewegung eine der Sozialdemokratie bekanntlich schwach bestellt ist. Aber aus ungeheure Angst haben und fich seit Einleitung des Leipziger Erwägungen des Partei- Interesses. Für die sozialdemoHochverrathsprozesses, also seit fast einem Vierteljahrhundert Gerade das ist ja das besonders Verdienstliche an den neuerlichen Maßnahmen der Behörden, daß dadurch diesem Terrorismus einigermaßen entgegengetreten und der Kampfeseifer der Genoffen, der schon in lebermuth auszuarten anfing und in einzelnen Fällen selbst vor Vergewaltigung nicht zurückschreckte, wie die fortwährenden Boykottversuche beweisen, nach Mögfloh die Boshafte nach ihrer Zelle. Dort athmete fie schlau vereinbarend, ließ die tückische Wallrade die Stunden lich gestorben... wie heißt das Sprüchlein, Bruder Hornruhiger." Muth, Wallrade!" sagte sie zu sich: geht hinschleichen, und schwelgte im voraus in den Schreckens- berg?" heut die Rache nicht in Erfüllung, so verzichte ich auf sie auftritten, die im Vaterhause vorfallen sollten. Ihres ,, Laß mich doch ungeschoren mit Deinem Possenschwant!" in Ewigkeit. Die schwazhafte Judith schmachte, bis die Vaters gedachte sie zwar häufig, weniger ihres armen antwortete ihnt der Hornberger, eine Ranne leerend, und Stunde vorüber. Ihr ohumächtiges Poltern an der Grabes- Sohnes, aber die Gluth wilder Leidenschaft und eine ge- damit auf den Tisch klopfend: Ich weiß ein besseres Liedpforte wird die furchtsame Beschließerin zum Gespenstersput wisse freche Lust, das Schicksal in die Schranken zu lein: Firnewein vor der Schlacht, hat viele zu Helden rechnen, und mit scheuem Kreuzschlage ihres Weges ziehen. fordern, erstickte den Funken von Kindesliebe in ihrer Brust. gemacht!" und so wollen wir's heute halten. Donner, Ein Zufall entschuldigt wohl später der Laienschwester Mutterliebe hatte sie nie gekannt und das Andenken an Strahl, Hagel und Gewitter! keine halbe Stunde mehr, unwillkommene Haft. Ich aber will spielen mit dem den so gehaßten Vater des kleinen Johannes war allein und der Tanz geht los. Bis hierher haben uns alle Heiligen Schicksal, das jetzt in meiner Hand liegt. Die zehnte Stunde schon hinreichend, um sie zu bewegen, den Knaben einem bewahrt und geschirmt. Bon all den Stadtschurken, die muß erst geschlagen haben, ehe ich durch meine Worte die dränenden Unheil sonder Mitleid zu überlassen. Während uns vorgekommen sind, hat uns kein einziger gekannt, Stadt rette. Ich will sehen, wie in meinem Hause das nun die Schreckliche also still und einsam in der dunkeln nicht mich, der ich mit der Stadt meine Späne habe, Unglück schreitet; ob ich allein dazu verdammt bin, oder Belle brütete, und die arme Judith im ganzen Kloster nicht den Reifenberg, der hier so viel schuldig ist, daß er andere mit. Falscher Dagobert! so schnell konntest du deine wie verschwunden schien, dämmerte tiefer und tiefer der von dem Gelde sein verfallenes Dach mit Goldgulden decken, Liebe vergessen und trenlos in die Arme einer Anderen Abend nieder; die Straßen wurden leerer, die Trinkstuben und seinen Hof damit pflasteru könnte; nicht den sinten? So war es nicht gemeint. Ich raubte dir der voller und auch im Knippling ging es luftig und geräusch- Leuenberg, der im Stadtbann liegt, er weiß wohl, Belle Trost, damit du der Entsagung und der Täuschung voll her. In der vorderen Stube johlten Waidträger, warum...?"" Nicht einmal den verfluchten Judens Foltern schmecktest dein Leben lang; damit du Unkraut Löher und Schiffsknechte, in dem hintersten Gemache saßen christen hier haben sie erwittert;" fiel der Leuenberg ein, säest im Baterhause, wie bisher. Glücklich wollte ich dich die Verbündeten mit mehreren ihrer Helfershelfer beim ob er gleich von Stadt, Kaiser und Reich verfehmt nicht sehen, und heute welche Freude heute trittst du schäumenden Trunke. Die neunte Stunde hatte schon längst und geächtet ist."- Bodick lachte pfiffig. Wißt Ihr, an deines Glückes Grenze. Die Pforte dazu ist auch schon geschlagen, und mit Ungeduld harrten die Raubluftigen Ihr Herren," sprach er: woher das fommt? weil ich mir sein Markstein. Fahre hin; und du, einfältige Braut, und auf die zehnte. Um sich die Langeweile und Unruhe zu ver- nie getrunken habe einen Rausch, weder im Wein, noch im bu, scheinheilige Stiefmutter, welche einen Sieg über mich treiben, trant der Hornberger Bug für Bug einen Becher Fünkelhannes. Nüchtern sein ist klug. Für den Groschen, errungen zu haben wähnt; fahrt hin, ihr Lästerzungen alle, leer, und der Reifenberger, wie auch Beit von Leuen- den hinauswirft der trunkene Mann, gewinnt der nüchterne die ihr meinen Leumund zerfleischt habt, und an meiner berg thaten herzhaft Bescheid. Zodick hingegen hielt sich ein Pfund." Bah!" rief der von Leuenberg, wie Feinde Hochzeitstisch zu prassen denkt. Schon richtet sich nüchtern, und ermahnte die Führer der bereits auf ihren könnte auch ein Jude fröhlich sein, wie ein chriftlicher der Pfaff zu eurer Todtenmesse!" Sie schauderte selbst Sammelplägen versteckten Knechte, die sich ebenfalls zum Rittersmann. Gebt dem Gelichter' ne Zwiebel, schimmlich vor dem entsetzlichen Gedanken zurück, und ein Bild mit Abendtrunk hier eingefunden hatten, klar und hell im Brot und faul Wasser; glücklich ist's dabei, wenn es nur greisen Zügen und weißen Haaren, ein Bild voll Liebe Kopfe zu bleiben, um den Dienst nicht zu verfäumen. Münze zusammenscharren mag." Daß Ihr doch lahm und Gram stellte sich langsam in der Dämmerung vor Wie der Jude schwatzt!" rief der Reifenberg unwirsch: würdet, verfluchte Gojim!" murmelte Bodick in den Bart, ihre Augen. Mein Vater!" seufzte sie unter mensch Ein rüftiger Mann und ein wackerer Fußknecht müssen während er, es zu verbergen, th unter den Tisch bückte, licher Regung:" Mein Vater! Er ist der Einzige in jenem trinken wie Teufel, um, gleich Teufeln, losschlagen zu können. als wollte er ein Messer tebe." Laßt doch den Hause, der nicht fallen sollte, wie die andern? Er ist aber Im offenen Streit ist ein kleiner Weinnebel an seiner Statt; Friedrich," brummte der Cornberger; der ist ein auch der Tugendhafteste," sezte sie, in grausamem Wahn man sieht nicht lange, wo man hinschlägt. Um eine Rehle Christ, so gut wie einer, und wer ihn schimpft, hat's mit sich selbst belügend, hinzu: Und Gott thut Wunder an abzuschneiden, bedarf man freilich klarerer Augen." mir zu thun. Aber, Donner und Teufel! wo steckt der dem Gerechten. Wenn Gott nicht will, so erlahmt der Arm Mein! mein!" versetzte Zodick giftig:„ Wir wollen sehen, Wirth? Vergebens klopfe ich seit einer ewigen Frist nach des Mörders, sein Stahl zerbricht, und frei aus geht der wer lacht von uns am letzten: ich mit meinen hellen Schein einer frischen Kaune, und doch ist zu Frankfurt mehr des Gute unter'm fürchterlichsten Wirrsal. Fasse Muth, Wall- lingen, oder Ihr mit Euren trüben. Ich und meine Ge- Weins in den Kellern, als Wasser in den Brunnen! Heda! rade, rede nicht matt und feige. Gott wird unter den sellen, und diese guten Freunde, und diese guten Freunde, wir werden noch eingeschenkt!" Sündern die Seinen finden und behüten." Also ihr immer thun müssen das Beste." Peft und rother Hahn!" böses Trachten mit ihrem nagenden Gewissen trozig und polterte Leuenberg dazwischen: fröhlich gelebt und fröh" " ( Fortsetzung folgt.) lichkeil gedämpft wird. In diesem Sinne empfinden dieses Vorgehen umneittlich die Gastwirthe. die kleineren Geschäftsleute ec. als wohl- thätig; aber auch der bessere Theil der Arbeiter selbst scheint dadurch wie von einem Alp befreit. Sie und alle ordnungsliebenden Bürger aber werden in dem Vertrauen bestärkt, daß die Behörde doch noch die Macht und den guten Willen habe, sie in ihrem friedlichen Erwerb zu schützen, indem fie den Gehorsam gegen die Gesetze auch denen einschärft, die zur Uebertretung denselben theilweise nur zu geneigt waren." Der Chemnitzer„Beobachter" antwortet hieraus treffend: Wer sind denn die„besseren Arbeiter"? Die Organisirten gewiss nicht, diese sind die„Terroristen". Es sind also wohl jene Arbeiter, von welchen dasselbe„Tageblatt" vor der Reichstags- wähl sagte, daß sie weder Bildung noch Erziehung, weder Tugend noch Ehrgefühl besäßen. Auf diesen„besseren" Theil der Arbeiter- schaft, der den Ordnungspartcicn schafgeduldig Folge leistet, ver- zichtenfwir gerne.— Im Mannheimer Hochverraths- Prozesse wurde am 22. September den Genossen Dreesbach, Fentz und Teufel die Anklageschrift ausgehändigt. Dieselbe lautet wegen Verbrechens bezw. Vergehens gegen die ßH 85, 82, 81a, 130, 73 und 47 R.-Str.-G. und§ 20 des Preßgesetzes. Die Verhandlungen des Schwurgerichts, vor �'welchem diese Delikte zum Austrage gebracht werden, beginnen Mitte Oktober und dürften unsere Genossen zwischen den 20. bis 30. Oktober zur Verhandlung kommen.— Ganz im Geheimen soll die Kamerunschande in der am 16. Oktober vor der Disziplinarkammer zu Potsdam stattfindenden Verhandlung gegen den Kanzler Leist erörtert werden. Die„Berliner Zeitung" erfährt hierüber des weiteren: Der Ausschluß der Oeffentlichkeit soll nicht nur wegen der bei der Verhandlung zur Sprache kommenden Vorgänge mit den gefangenen schwarzen Frauen, die sich der Kanzler aus dem Gefängniß holen ließ, aus Sittlichkeitsrüclsichten, sondern auch im Interesse des Deutschen Reiches im allge- meinen erfolgen. Gegen den Assessor W'e h l a n wird eine Disziplinarverhandlung überhaupt nicht stattfinden, da derselbe von der Bestimmung des 8 100 des Gesetzes, betreffend die Rechtsverhältnisse der Reichsbeamten vom 31. März 1373 Gebrauch gemacht und seine Entlassung aus dem Reichsdienst mit Verzicht auf Titel, Gehalt und Pensionsanspruch nachgesucht hat. Kanzler Leist ist auf grund des Z 72 dieses Gesetzes angeklagt, weil er gegen die Ztz 10 und 13 verstoßen hat, welche bestimmen, daß jeder Reichsbeamte die Verpflichtung hat, das ihm übertragene Amt der Verfassung und den Gesetzen entsprechend gewissenhaft wahrzunehmen, und durch sein Verhalten in und außer dem Amte der Achtung, die sein Berus erfordert, sich würdig zu erzeige» hat. soivie daß er für die Gesetzmäßigkeit seiner amtlichen Handlungen verantwortlich ist. Wir glauben, es würde den Interessen des Deutschen Reiches weit dienlicher sein, wenn man die Oeffentlichkeit nicht scheuen würde, wenn man auf grund der Verhandlung konstatiren könnte, daß die Leist und Wehlan blos Aus- nahmen, die anständigen Beamten aber die Regel bilden. Kann man das etwa nicht?— Ter Parteitag der. deutschfreisinnige« Volkspartei hat am Freitag unter Theilnahme von 400 Mitgliedern aus 170 Wahlkreisen seine Arbeiten aufgenommen. Als Präsidenten erwählten sich die Herrn den i ehemaligen Sezessionisten, Oberbürgermeister und Mitglied des Herren- Hauses Baumbach, der durch sein Eintreten für die Kinder- arbeit und durch die Blamage, die er sich vor den letzten Wahlen seitens des französischen Botschafters gefallen lassen mußte, ebenso in weiteren Kreisen bekannt geworden ist, wie durch sein Fehlen bei der Abstimmung über die Militärvorlage im letzten Reichstage. Herr Baumbach hat in seiner Eröffnungsrede die Kraft der freisinnigen Ueberzeugnng be- tont, von der sein Durchfall bei den letzten Reichstags- wählen freilich kein gutes Zeugniß ablegt. Eugen Richter, der um große Worte noch nie verlegen war, erklärte, daß sein Programmentwurf ein Aktenstück sei, dem sich kein anderes an gründlicher und gewissenhafter Ausarbeitung an die Seite stellen könne. Er scheint von der Vortrefslichkeit der Leistungen der Programmkommissiou so vollständig über- zeugt zu sein, daß er bei der Diskussion über die Geschäfts- ordnung sich einer Milderung der erschwerenden Be- stiniinungen von Abänderungsanträgen zum Partei- Programm widersetzte. Der Parteitag entschied in diesem Falle gegen Eugen Richter. Die Geheimhaltung der Ver- Handlungen wurde den Parteitagsdclegirten nochmals warm ans Herz gelegt. Herr Baumbach, der es wohl wissen muß, beglückte dann die Welt mit der Offen- barung, daß die Seele des Volkes mit dem Liberalis- mus identisch sei. Wahrscheinlich steht er auf dem Boden der niaterlalistischen Natliranschauung und glaubt, daß der Körper ohne Seele recht wohl gedeihen kann. Klug war es von dem Vorsitzenden, daß er zugestand, daß das Programm auf Wahlerfolge nicht zugeschnitten sei, dann berief sich der Vorsitzende des Kongresses der Frei- sinnigen Volkspartei, Herr Baumbach, auf sdcn national- liberalen Lasker, den entschiedenen Gegner der Richter und Genossen. Als Anträge betreffend den Religionsunterricht und die Volksschule Aussicht hatten, die Majorität der Stimmen auf sich zu vereinigen, erklärte Richter nach bismarckischem Rezepte, daß er in diesem Falle aus der Partei ausscheiden werde und dieselbe somit eine weitere Spaltung zu gewärtigen habe. Hierauf duckten sich die Opponenten und Eugen's Entwurf entsprechend wurden die beiden Punkte angenommen und der den Maximalarbeitstag betreffende Antrag abgelehnt. Mit Rücksicht auf diese Taktik des Parteiführers hätten sich die 400 Kongreßtheilnehnier gar nicht nach Eisenach zu bemühen gebraucht, sie hätten nach Veröffentlichung des Programm-Entwurfes in der „Freisinnigen Zeitung" dasselbe als unabänderlich akzeptiren können und die nebelige Luft am Fuße der Wartburg meiden können. Der Parteitag der freisinnigen Volkspartei ist somit keine politisch beoeutnilgsvolle Versammlung, sondern ein lächerliches Komödienspiel. Die freisinnige „Volks-Zeitung" nennt ihn den Todestag ihrer Partei.— Gegen den Maximalarbeitstag in den Bäckerei- betrieben bringt Eugen Richter jetzt bald den 25. Leid- artikel. Nach den bisherigen Verhaudlungen des Partei- tages war diese Anstrengung überflüssig. Eugen will den Maximalarbeitstag nicht, das wissen die freisinnigen Mannesseelen und gegen den Stachel zu löcken, wagen sie nicht, so kommt der Maximalarbeitstag in das Programm nicht hinein, er hätte auch nicht hineingepaßt.— Auch die süddeutsche Volkspartei hat am 22. d. M. und zwar in Aschassenburg, ihren Parteitag abgehalten. Beiiierkenswerth an demselben war, daß der Reichstags- Abgeordnete Konrad Haußmann dem Reichskanzler viel Lob spendete, und daß die kleinen Gernegroße sich als Ver- treter deS freiheitlich gesinnten Volkes aufspielten. Mit Verlaub, dieses freiheitlich gesinnte Volk lebt nicht blos in den paar demokratischen Reichstagswahlkreisen Schwabens, sondern in ganz Deutschland und seine Vertretung findet es in der kein Wenn und Aber, keine Begeisterung für Caprivi kennenden Partei des Proletariats, in der Sozial- demokratie.— Als Oberpräsident von Schlesien ist an Stelle des erzreaktionären Herrn v. Seydewitz der den Katholiken mehr genehme freikonservative Fürst von Hatzfeld-Trachenberg er- nannt worden. Wie weit er zu diesem Amte qualifizirt ist, wissen wir nicht. Ob seine Beamtenkarriere bis zum— Referendar und seine Stellung als Oberst-Schenk des Kaisers eine genügende Vorbereitung für den Posten ist, lassen wir dahingestellt.— Die Pintschgnner wollten wallfahrten geh«— das steht schon im alten Volkslied. Und so kann es nicht wundern, daß sie, nach ihrer neulichen Wallfahrt aus Ost- preußen nach Varzin, nun gestern auch aus Westpreußen dorthin gewallfahrt sind. Natürlich gab's wieder eine Fest- rede. Hoffentlich hat niemand sich den Magen verdorben wie das letzte Mal, wo— den halbamtlichen Zeitungs- berichten nach— allerdings mörderisch gekneipt worden ist.— Nach Stumm und Krupp'schen Mustern hat der Direktor der pfälzischen Eisenbahnen, Regierungsdirektor v. Lavale, den Beamten der pfälzischen Eisenbahnen das Lesen des nationalliberalen„Pfälzischen Kurier" verboten. Anlaß zu dieser Maßregel hätte ein von dem Blatte aus der„Augsburger Abendzeitung" übernommener Artikel „Pfälzische Bahnschmerzeu" gegeben, an welchen der „Pfälzische Kurier" eine Artikelserie„Eisenbahn-Dividenden- Politik" knüpfte. Wir könnten uns nur darüber freuen, daß auch einmal unsere Gegner den Uebermuth unseres Unter- nehmerthums am eigenen Leibe verspüren, sie werden dann unseren Kamps gegen diese kleinen aber desto gehässigeren Despoten würdigen lernen.— Das Jubiläum eines Liedes. DaS„Hamburger Echo" erinnert daran, daß Mitte September 1864— also vor dreißig Jahren— bei der Hamburger Todtenseier für Lassalle die Arbeiter- Marseillaise von Andorf zum ersten Male gesungen worden ist. Damals von Tausenden, heut von Millionen! So ist die Sozialdemokratie in diesen dreißig Jahren gewachsen.— Casimir Perier ist bei der Stichwahl in i der Person feines Vertrauensmanns Robert geschlagen worden. Der radikale, von den Sozialisten unterstützte Rachimont hat mit 4S36 gegen 4482 Stimmen gesiegt. Die Niederlage Perier's ist um so bedeutungsvoller, als in Nogent die Familie Perier einen sehr großen Einfluß hat, und als seit der unentschieden gebliebenen Hauptwahl die französische Regierung Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um dem Perier-Mann zum Siege zu verhelfen. „Wer die Ordnung liebt und dem Umsturz feind ist, muß für Robert stimmen!" hieß es in allen Tonarten. Und die Wähler haben den Perier-Mann durchfallen lassen— und das, wie wiederholt hervorgehoben werden muß, in einem Wahlkreis, der eine Art Fideikommiß der Familie Perier war. Das Strohfeuer der Perier'schen Popularität ist rafch ausgebrannt. Der Präsident von Caserio's Gnaden möge sich vorsehen!— Ueber den Beschluß des Nanter Kongresses, be- treffend die L a n d f r a g e, wird uns auS Paris unterm 22. September geschrieben:") Bei der Wuth und der nur schlecht verhehlten Angst, die das Panamisteiithum und deren Wortführer gegenüber der immer wirksameren sozialistischen Laudagitation an den Tag legen, er- scheint es mir als ein bei weitem größeres Vergnügen denn Pflicht, die von diesen Herren so sehr begeiferte Einleitung bezw. Begründung des landwirthschaftlichen Programms der fran- zösischen Arbeiterpartei, die deren eben stattgehabter Kongreß«in- stimmig votirt hat, vollinhaltlich hier wiederzugeben. Dieselbe lautet: „In Erwägung, daß, laut des allgemeinen Programms der Partei,„die Produzenten nur frei sein können, wenn sie im Besitze der Produktionsmittel sind;" „In Erwägung, daß wenn auf dem industriellen Gebiete diese Produktionsmittel bereits einen solchen Grad kapitalistischer Konzentration erreicht haben, daß sie den Produzenten nur in kollektiver oder gesellschaftlicher Form zurückerstattet werden können, es sich gegenwärtig, in Frankreich wenigstens, nicht ebenso auf dem landwirthschaftlichen Gebiete verhält, wo das Produktionsmittel, das ist der Grund und Boden, noch an vielen Punkten unter individuellem Titel im Besitze der Produzenten selber ist; „In Erwägung, daß wenn dieser durch das bäuerliche E i g e n t h u m charakterisirte Stand der Dinge unvermeidlich zu verschwinden berufen ist, der Sozialismus diesen Prozeß nicht zu beschleunigen hat, da er nicht die Rolle hat, das Eigenthum von der Arbeit zu trennen, sondern im Gegentheil diese beiden Faktoren jeder Produktion, deren Trennung die Knecht- schast und das Elend der ins Proletariat ge- funkenen Arbeiter mit sich führt, in dieselben Hände zu vereinigen; „In Erwägung, daß wenn es Pflicht des Sozialismus ist, vermittelst der gleich den Bergwerken, Eisenbahnen, Hüttenwerken«. ihren müßigen widerrechtlichen Besitzern wieder abgenommenen weiten Besitzungen die landwirthschaftlichen Proletarier unter der kollektiven oder gesellschaftlichen Form wieder in den Besitz einzusetzen, es seine nicht minder gebieterische Pflicht ist, den Besitz der ihr Stückchen Land selbst bebauenden Eigenthümer gegen den Fiskus, den Wucher und die Eingriffe der neuen Boden Magnaten zu schützen: „In Erwägung, daß es angewiesen ist. diesen Schutz auf diejenigen Produzeuten auszudehnen, die als Pächter oder Theilbauern den Boden Anderer bewirth- ch a f t e n und die, wenn sie Tagelöhner ausbeuten, hierz» durch ie Ausbeutung, deren Opfer sie selber sind, gewissermaßen ge- zwungen sind— „hat die Arbeiterpartei, die im Gegensatz zu den Anarchisten die Umgestaltung der gesellschaftlichen Ordnung nicht von der Aus- dehnung und Verschärfung des Elends erwartet und eine Be- freiung der Arbeit und Gesellschaft nur in der Organisation und den vereinigten Bemühungen der sich der Regierung bemächtigen. den und Gesetze vorschreibenden Arbeiter von Stadt und Land sieht, hat das folgende Programm angenommen, das bestimmt ist, alle Elemente der landwirthschaftlichen Produktion, alle Thatkräfte, die unter verschiedenem Titel dem Landesboden einen Werth verleihen, in denselben Kampf gegen den gemeinsamen Feind, das Grundlehenthum, zu verbünden." Was das Lakaienthum der herrschenden Klasse am meksten *) Der heutige Brief von Gallus wird durch diese Korr«- spondenz ergänzt. Red. d.„V." in diesen„Erwägungen" anficht, ist, baß die Sozialisten eS für deren gebieterische Pflicht erklären, die ihr Stückchen Feld oder Weingarten selbst bewirthschaftenden Eigenthümer gegen die Hab- gier des Fiskus, der Wucherer und Großgrundbesitzer zu schützen. Wie können die Sozialisten, diese„Theiler", sich auch erfrechen. für den Kleinbauer, den Kleinhäusler einzutreten? Sind das nicht die angestammten Klienten der„Ordnungspartei"? Und die ganze Ausbeuterpresse weist denn auch nach, daß die Sozialisten gar kein Recht haben, die Bauern vor dem Aufgefressenwcrden zu schützen, und daß, wenn fie dies dennoch thun, dies die unlauterste Konkurrenz sei, die man sich nur denken könne. Die einzigen, die wahren Beschützer des Kleinbauernthums! sind natürlich die kapitalistischen Wehrwölfe. Kein Wunder darum, wenn die Herren nach einer kräftigen „Gegen-Propaganda" rufen. Der„Temps" srägt ganz ernstlich. ob es nicht gut wäre, wenn man einem sozialistischen Kongresse wie dem von Nantes«inen Anti- Soziali st enkongreß gegenüberstellte, und ob«ine derartige Manifestation nicht von großem Gewicht und großer Tragweite wäre? Nun, wenn den Herren das ganze Thun und Treiben der herrschenden Gewalt mit ihren Schandgesetzen und Sozialistenverfolgungen nach inimer keine genügende„Gegen-Propaganda" ist und sie noch besondere „Anti-Sozialistenkongresse" einberufen wollen, dann nur zu; wir versprechen ihnen einen großen— Lacherfolg. Der Beschluß des Getverkschafts-KongresseS vo« Nantes betreffend den General st reit steht in Wider- spruch mit dem Beschluß des S o z i a l i st e n- K o n- g r e f s e s von Nantes über dieselbe Frage. Die Bourgeois- blätter jubeln schon über„Die Spaltung der französischen Sozialisten". Wie immer, bekunden sie damit blos ihre Un- wiffenheit. Die Leser verweisen wir auf den Artikel unseres Eallug in der heutigen Nummer. Dort haben sie die Er- klärung des„Widerspruchs". Und noch genauere Auf- schlüsse giebt ein Brief Guesde's in der heutigen„Kleinen Republik." Unser Genosse führt dort aus, daß der französische Gewerkschafts-Kongreh von Marseille— 1892— den Generalstreik(la greve generale) im Prinzip einstimmig angenommen, und daß der Sozialisten- kongreß von Marseille in demselben Jahr(1892) ihn nur mit geringer Majorität verworfen hat. Jetzt nach zwei Jahren ist die„Prellerei"(drrperie), wie Genosse Guesde den Generalstreik nennt, in Nantes van dem Sozialistenkongreß einstimmig abgelehnt, und von dem Gewerkschaftskongreß nur mit knapper Mehrheit— 63 Stimmen von 108 Abstimmenden—. „im Prinzip", d. h. platonisch, angenommen worden. Das ist ein Fortschritt, über den uns von Herzen zu freuen wir besten Grund haben. In weiteren zwei Jahren wird kein sranzösischer Arbeiter mehr dem windigen Trug- bild zum Opfer fallen.— � In der neuen belgischen Kammer wird neben der französischen auch die v l ä m i s ch e Sprache offiziell ge- sprochen werden. Es ist dies die Erfüllung einer alten. vollberechtigten Forderung. Die Vlamländer in Belgien sind den französisch redenden Wallonen an Zahl gleich. DaS Vlämisch ist eine dem Holländischen sehr ähnliche Abart des Niederdeutsch.— Aus Rumänien. Endlich sind die Würfel gefallen} Und wie das vorauszusehen war zu gunsten der Konservativen, d. h. der Regierung. Ob die Regierung ihre Macht dazu gebraucht hat. um die Wahlen zu beeinflussen? Wer konnte daran zweifeln, daß sie dies thun würde— aber man muß es gestehen, im geringeren Maße als ihre Vorgänger— die Liberalen— hat sie es geihan. Trotzdem ist das Resultat der Wahlen ein für die Regierung noch günstigeres, als sie es selbst erwartet hat! Die Liberalen haben eine solche Schlappe erlitte», daß sie nicht ein- mal den Muth finden konnten, sich an der Wahl der 2. Klasse zu bethciligen; sie zogen einfach ihre Listen zurück. In kaum S Städten haben sie gesiegt und in ihrer Gauptburg Ploesti sind sie in Stichwahl mit erheblicher Minorität(100 Stimmen) ge- kommen. Die reaktionäre Haltung der Liberalen, ihre Starrheit in der Frage des allgemeinen Wahlrechts, veranlaßten die fort- geschrittenen Parteien, an deren Spitze die Sozial- demokratie, durchgängig einen heftigen Kampf gegen sie zu führen. Der Sozialdemokratie wurde durch die Katzbalgereien der bürger- lichen Parteien natürlich da? Agitationsmaterial nur vermehrt. Ihre Versammlilngen, deren sie sogar zu zwei an einem Tage hielten, was in Rumänien unerhört ist, waren stets überfüllt und alle Blätter, sogar die der Regierung, sprachen sich dahin aus, daß, während die liberalen und— wir wollen ergänzen — konservativen Versammlungen durch das in ihnen vorherrschende persönliche Geschwätz die Wähler demoralistren, allein die sozial» demokraiifchen Versammlungen in erster Reihe erzieherisch auf die denioralisirten Wählermassen wirken. Aber das Volk erziehen. paßt in den Kram der Regierenden nicht binein, und— derselbe Bürgermeister, welcher die öffentlichen Säle der Sozialdemokratie zur Verfügung stellte, schickte, als er sah, daß es den Sozialdemo- traten mit ihrer Agitation ernst war, mit Knüppeln bewaffnete Schaaren in ihre Versammlungen. Es gab denn auch an einigen Stellen Prügeleien, bei denen unsere Genossen überfallen, malträ» lirt, ja sogar zum Theil schwer verletzt wurden und einige kamen nur wie durch ein Wunder mit dem Leben davon. Die Sozialdemokratie hat gegen diese Barbareien entschieden protestirt und falls die Behörden uns keine Gerechtigkeit wider- fahrenlassen sollten, so iverden wir gewiß— um einExempel zu statuiren— die Schuldigen vor die Geschworenen stellen. Bezeichnend ist es auch, daß man unseren Genossen, welche Stimmzettel in den WahlbureanS niederlegen wollten, den Eintritt verbot. Auch da- gegen wurde entschieden protestirt und die betreffenden Wahlen iverden beanstandet werden.— Dem energischen Austreten unserer Genossen in dem Wahlkampf ist es zu verdanken, daß ein Theil der Liberalen schließlich zur Einsicht gelangt ist,„man müsse demokratisch werden". Dieser Theil verlangt, daß die liberale Partei für das„allgemeine Wahlrecht" eintrete und droht, falls dies nicht geschehen sollte, mit einer Spaltung.— Unter solchen Umständen treten die allgemeinen Wahlen heran und bei diesen kann die Sozialdemokratie noch besser ihre Kräfte entfalten. Den Liberalen wird aber nichts weiter übrigbleiben, als sich der„kleinen"— wenn man die Stimmen der Klassenwahl allein rechnet— sozialdemokratischen Partei zu fügen. Viele Stimme» haben zwar die Sozialdemokraten— bei den Junkern und Bourgeois— nicht, auch keine Polizei, auch kein Geld, aber die Wahrheit, die großen Massta der Arbeiterschaft, die öffentliche Meinung, und das sind Waffen, gegen welche Kanonen nicht kämpfen können geschweige denn Liberale! So schreitet der Sozialismus fort, eine wahre Macht der Kultur, überall wo er erscheint das wohlthätige Licht der Ausklärung tragend, trotz Regierung und„liberaler" Reaktion, trotz Knüppel und Frank! In Bulgarien haben gesternWahle n für die Sobranje, der gesetzgebenden Versammlung, stattgefunden, über die der offiziöse Draht mit einer Ausführlichkeit berichtet, die bei anderen Ereignissen wünschenSwerth wäre. Vorläufig ist alles eitel Jubel und Freude, kein Oppositioneller ist gewählt, ganz so wie unter weiland Stambulow. Doch die hinkenden. Boten werden folgen. Warten wir ab, ob die nächsten Tage nicht über Wahlbeeinfluffungen, gewaltsam verhinderte Wahlen von Oppositionellen und Erklärung der Regierimgs- kandidaten als russophile Agenten etwas zu berichten haben werden.— Ueber den Krieg in Oftafien liegen heute zahlreiche ziehen, nicht aber sei ein pofitives Eingreifen in politische Ditrich bedauert, daß der Vorwärts" bie Rohlmez'sche BeNachrichten vor, von denen aber blos eine erwähnenswerth Fragen- solche hatten nur die öffentlichen Versammlungen richtigung ohne Kommentar gebracht hat. Die Mangelhaftigkeit ist, nämlich daß eine russische Flotte sich bei behandelt also ein Beschäftigen mit Politit überhaupt der Gegenerklärung der Arbeiter führt er auf die VerWladiwostot versammelt habe und zu einem unmittelbaren nicht nachgewiesen. Das Einberufen von Versammlungen habe fürzungen zurück die der Redakteur unternommen hat. Eingreifen bereit sei. Wladiwostok ist der beste und dem solche besorgt. Auch irgend eine andere Beschäftigung mit Annahme mit folgendem Amendement: Bei der ersten immer nur ein einzelnes Mitglied, nicht aber die Kommission als Hierauf gelangte obige Resolution zur einstimmigen Kriegsschauplage nächste sibirische Hafen, der übrigens seit Politik ist nicht nachzuweisen gewesen. Das Kammergericht sich darbietenden Gelegenheit wird der Kampf gegen dieje langer Zeit der Kriegshafen für die sibirische Flotte ist. tam nach kurzer Berathung zu dem folgenden Urtheil: Firma von neuem aufgenommen." In anbetracht der Montag Bei den großen kommerziellen Interessen Engl ands in Dst- Die( oben gekennzeichnete) Thätigkeit der Kommission genüge, stattfindenden Versammlungen zu den Gewerbegrichts- Wahlen afien werden die Russen sich ein Eingreifen in die chinesisch- um das Beschäftigen mit Politit als erwiesen zu betrachten, es fezte die Versammlung den zweiten Punkt von der Tagesordnung japanischen Händel nochmals überlegen müssen. sei somit die Anwendung des§ 8a gerechtfertigt und die Revision ab. Zu Punkt 3 wurde die Nothwendigkeit der Vertretung in zu verwerfen. Eine frühere Entscheidung habe schon die Absicht, der Gewerkschaftskommission hervorgehoben. Ein Gegen. sich mit Politik zu beschäftigen, als ausreichend erachtet, den antrag, Uebergang zur Tagesordnung, fiel nach längerer genannten Paragraphen anzuwenden. Debatte. Darauf wurden die Vertrauensleute beauf Hiernach kann jede Agitationskommission als ein Verein tragt, die Wahl eines Delegirten für die nächste behandelt werden. Das Kammergericht hat zwar die Frage Versammlung auf die Tagesordnung zu sehen. Außer nicht geprüft, ob die Wahl zum Agitationsmitglied erfolgt dem stimmte man einem Antrage zu, für die Agitation zu in öffentlicher Versammlung, der Aufnahme den Gewerbegerichts- Wahlen 50 M. aus dem Generalfonds zu in einen Verein gleich zu achten sei, doch meinen wir, würde bewilligen. Schließlich entspann sich noch eine recht erregte das Gericht über solche Kleinigkeiten" auch noch hinweg kommen. Debatte über die verkürzten Berichte im Vorwärts". VerEs ist daher zweckmäßig, die schon mehrfach empfohlene schiedene Meinungen wurden laut, die zum Theil dahin gingen, Vorsicht bei der Wahl von Agitationskommissionen nun endlich daß mehr Raum bei den großen Mordartikeln aus China und anzuwenden. ,, worüber sich bürgerliche Blätter den Kopf zerbrechen" und der= gleichen intereffenlose Neuigkeiten zu gunsten der Versammlungss Parteinachrichten. · Als Delegirter zum Frankfurter Parteitag für den Wahl freis Striegau Schweidnig- Freiburg wurde in Gemeinschaft mit dem Kreis Reichenbach Neurode ein Delegirter und zwar der Genosse Feldmann Langen bielau gewählt. Aus dem Reichstags- Wahlkreis Stendal Osterburg. Seitens unserer Partei wird bereits seit längerem lebhaft für die am 26. Oktober stattfindende Neuwahl träftig und mit Erfolg agitirt. Daß es hierbei vielfache Hindernisse zu überwinden giebt, darf dem nicht weiter auffallen, der unsere örtlichen Verhältnisse, unsere Behörden, sowie die von" Patriotismus" diktirte Angst mancher Saalbesitzer fennt. So ist es z. B. bis jetzt nicht möglich, in Osterburg, Seehausen, Tangerhütte und Werben Lokale zur Abhaltung von Volksversammlungen zu erhalten. In Seehausen hat der dabei zu Grunde liegende Einfluß es sogar herbeigeführt, daß die Inhaberin eines uns sonst zur Verfügung stehenden Lokals nahezu gezwungen ist, ihre Wirthschaft zu schließen, da seit der Unmöglichkeit, bei ihr Boltsversammlungen abzuhalten, der Arbeiterverkehr, auf den sie angewiesen war, fast gänzlich bei ihr aufgehört hat. Trotzdem sind die Versammlungen meist gut die " Liegt die freie" Hansastadt Hamburg in Sachsen?-berichte gespart werden könne. Ferner wurde getadelt, daß die Herren so möchte man wohl fragen, wenn man liest, daß ein Hamburger Redakteure über die s. 3. in der Versammlung im Elysium gefaßten Parteigenoffe des ersten Wahlfreises vom überwachenden Be Beschlüsse mit Hohnlachen hinweggegangen feien, und bedauert, amten verhindert wurde, im Wahlverein des dritten Wahlkreises daß man es damals unterließ, Stellung gegen den zu sprechen. Der betreffende Genosse spricht vom ersten Wahl-" Vorwärts" zu nehmen. Es wurde hervorgehoben, daß der freis als von seinem Kreis, was den Beamten veranlaßt, vom Vorwärts" alle Annoncen, die ihm unterbreitet würden, annehme. Vorsitzenden zu verlangen, dem Redner das Wort zu entziehen, Borgeschlagen wurde, durch den Schriftführer die Berichte liefern weil er Mitglied eines andern Wahlkreises sei, und ihm das Lokal zu lassen und die Berichterstattung hinauszuweisen, oder auch die zu verweisen. Der Vorsitzende weigert sich, dem Genossen das Berichte dem„ Sozialist" einzusenden; auch nahm man sich vor, ofal zu verweisen, worauf der Beamte die Versammlung wenn der Vorwärts" mit seinem Verfahren gegen Versammauflöst. lungsberichte so fortfahre, nicht mehr auf den Vorwärts", viel. mehr auf den Bauhandwerker" zu abonniren. Der Gegens Todtenliste der Partei. Wiederum hat die tückische bemerkung, daß der Vorwärts" ein Bentralorgan fei, außerWiederum hat die tückische Proletarierkrankheit einen braven Genossen, welcher jahrelang dem mit dem Raume zu rechnen habe, gelang es nicht, die Redner unterm Sozialistengesetz mit thätig war, dahingerafft, es ist der von ihrer Anschauung abzubringen, doch kam man zu keiner Tischler Otto Beilice in Leipzig, Vertrauensmann der Holzarbeiter und mehrjähriges Mitglied der Preßkommission des Mähler" zu Leipzig. Die Genoffen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 4081 Polizeiliches, Gerichtliches 2c. definitiven Beschlußfassung. " " besucht und besonders solche, die unter freiem Himmel abgehalten werden müssen, üben eine große Anziehungskraft aus. So sprach unfer Kandidat, Genosse Hinze, am Sonntag in einer Volksversamm lung, die in Losenrade auf einem Stoppelfelde abgehalten wurde und, unter den lokalorganisirten Maurern neben ihrem Aufruf und ( Wir haben gar nichts dagegen, wenn einige, Individualisten". den Verhältnissen entsprechend, sehr gut besucht war. Die Anwesenden Annonce für ihre Gewerkschaft auch den Versammlungsbericht folgten den Ausführungen des Redners mit großer Aufmerksamkeit und lohnten ihn mit österen lebhaften Beifallsbezeugungen. In dem„ Sozialist" übergeben. Mit der Neigung für den Seehausen sprach Genoffe Theiß am gleichen Tage auf einem „ Sozialist" erklärt sich auch die gereizte Stimmung gegen Gartengrundstück an der Arendfeer Chaussee ebenfalls unter freiem Sen Vorwärts", die auch dann nicht gemildert würde, Himmel von einem Wagen herab vor mehreren hundert AnEine Woche Haft ist dem Genossen Dutsch in wenn wir unbesehen alles Gingesandte in Druck geben. wesenden unter großem Beifalle. Wunderschönes Wetter be Dresden laut polizeilichem Strafmandat zudiktirt worden. Er Für die Kürzung der Berichte ist den Herren schon wiederholt eingünstigte beide Versammlungen. Von den zahlreich anwesenden foll in einem Vortrag über Volts- Einkommen und Ernährung gehend auf der Redaktion Aufklärung gegeben. Dabei wollen wir Gegnern, die sich übrigens anständig aufführten, hatte keiner den Aeußerungen sich haben zu Schulden kommen lassen, die öffent nur nebenbei bemerken, daß uns allerdings der Raum zu kostbac Muth, mit seiner" Meinung hervorzutreten, obwohl mehrfach liches ergerniß" erregt haben. Wahrscheinlich hat sich da ist, wenn es sich um die Wiedergabe langer Auseinanders dazu aufgefordert ward. Auch in Stendal und Tanger- wieder der Gendarm geärgert. segungen über Ictale und zentrale Organisation handelt. münde hielt Genosse Theiß Voltsversammlungen für Sedan Besprechung, Grober Unfug". Daß im Vorwärts" alle Annoncen aufgenommen werden, Reichstags Nachwahl ab. Am legteren Orte, Dem Redakteur der Neuen Wurzener Beitung" ist eine Anklage ist 100 gelogen. Ueberdies müssen wir den Maurern das die Sozialdemokratie im Kreise am stärksten vertreten wegen Groben Unfugs", begangen durch eine Notiz über die Recht aberkennen, über diese Angelegenheiten der Redaktion ift, stehen gegenwärtig sämmtliche Lokalitäten zu unserer Sedanfeier zugegangen. Er soll durch dieselbe die" patriotischen Vorschriften zu machen. Für die Gestaltung des Blattes feiner Verfügung, doch übt hier gerade wieder der Brot Gefühle" einer großen Anzahl(?) Einwohner verlegt haben. Annoncen und seines Inhaltes hat die Partei andere Instanzen forb" der am Ort beschäftigten Arbeiter, der Zuckerfabrik, in der Jedenfalls bedeutet dies wieder einen neuen Schritt auf dem geschaffen, als daß sie sich nach dem Urtheil einiger Indivica. 1000 Arbeiter beschäftigt find, nachtheiligen Einfluß aus. jetzt in Sachsen begonnenen Wege zur Bekämpfung der Sozial- bualisten" richten fann. Was die Gegenerklärung über die BauIn Stendal thut dagegen die Löbliche ihr bestes, der Arbeiter- demokratie. sperre anbetrifft, so mußte sie soweit gekürzt werden, damit in bewegung allerlei Hindernisse zu bereiten. Wenn sie uns hier In Frankfurt a. M. wurde dem Dilettantenklub einem verständlichen Deutsch den Lesern klar wurde, um was es auch feine Gäle abtreiben tann, so sucht sie uns doch mit An Laffalia" die Genehmigung zur Abhaltung des Stiftungsfestes fich handele und was die Erklärung bedeutet. Die Redaktion.) flagen wegen der unbedeutsamsten Dinge mürbe zu machen. versagt. Die Polizei forderte den Verein auf, das Mitgliederverzeichniß einzureichen, was auf grund des Vereinsgesezes, da Ein alter, abgestandener Kohl wird wieder einmal auf: es sich uni feinen politischen Verein handelt, verweigert wurde. gewärmt und dem Philifterium als frisches Gemüse servirt. Der Daher das Verbot. Hat man es( fo fragt die Frankf. 3tg.") Waschzettel geht ohne Zweifel von Berlin aus und macht die mit Verboten einer schärferen Windrichtung zu thun? Oder be Runde durch die bürgerliche Provinzpresse. Es heißt dort, daß fämpfen einzelne Beamte in dieser Manier auf eigene Faust den sozialdemokratische Versammlungsredner zwischen 6 und 12 m. Umsturz"? Der Erfolg der Beschwerden wird die Antwort auf für die Rede erhielten, noch mehr, es wird behauptet, manche diese Fragen geben. Redner ließen sich 20-25 m. nebst freier Zeche zahlen. Schon Staatsanwalt gewissenhafte viele Male ist diese Lüge widerlegt worden, was hilft's, Lüge fchaft hat Straßburg. Sie hat den Bigarrenhändler und Gemeinheit, das sind die einzigen Waffen, die unsere Gegner Böhle, sozialdemokratischer Kandidat für die Bezirkstagegegen uns zu führen verstehen, nachdem ihre geistigen" Waffen Wahlen, wegen Unterschlagung von Parteigeldern in Anklage verfagten. Gegen solche Sippe vertheidigt man sich nicht man versetzt, trotzdem unlängst in einer Parteiversammlung diese Be nagelt ihr schmutziges Handwerk nur fest. schuldigung als grundlos festgestellt worden ist. " " Ein Boykottflugblatt, das sich gegen das Waldschlößchen Bier richtete, wurde von den Dresdener Genossen in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend verbreitet. Keiner der Frevler ist dabei erwischt worden. Es scheint fast, so setzt die ,, Sächsische Arbeiter- Zeitung" hinzu, als ob wir noch viel zu wenig Polizei hätten. Eine hier schon oft zum Ausdruck gebrachte Warnung Gine -Unser ungarischer Genosse Jofeph Horway, der sich um die agrarische Agitation sehr verdient gemacht hat, ist von den ungarischen Behörden verhaftet worden. Angeblich fand man bei ihm sozialistische Broschüren in rumänischer Sprache und als Grund der Verhaftung gilt die Heze" unter der rumänischen Bevölkerung, Versammlungen. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Wien, 23. September. Die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wurde gestern Abend im Coursalon eröffnet. Etwa 1000 Mitglieder sowie zahlreiche Wiener Gelehrte nahmen daran Theil. Athen, 23. September.( Meldung des Reuter'schenBureaus). In Patras und Zante wurde heute früh eine Erd erschütterung verspürt. Rom, 23. September. Nach Meldungen der Blätter wurde eine Untersuchung wegen Landesverraths und Verkaufs des eine auswärtige Macht eingeleitet. Mobilisationsplanes an gewisser Cagliani, Geschäftsreisender eines Züricher Ein Hauses, soll von zwei Subalternbeamten des Kriegsministeriums mit Unterhandlungen wegen des Verkaufs des Geheimnisses an Frankreich betraut worden sein. An den Eigenthümer des Petit Journal" soll in diesem Sinne geschrieben worden sein. Inzwischen hätte Cagliani dem Obersten Dascioni den Plan verrathen, worauf die Schuldigen verhaftet worden wären. Leßtere waren dem Anscheine nach nicht in der Lage gewesen, wichtige Geheimnisse zu kennen, sondern hätten nur beabsichtigt, Geld zu erfchwindeln. Rio de Janeiro meldet, sind infolge eines energischen Einschreitens Rom, 23. September. Wie die Agenzia Stefani" aus der italienischen Gesandschaft mehrere unter Anschuldigung von Berdachtes politischer Vergehen verhafteten Italiener aus dem politischen Bergehen im Staatsgefängnisse gehaltene Italiener in Freiheit gesetzt worden. Man hofft, daß demnächst alle wegen Gefängnisse entlassen werden. möchten wir heute wiederholen. Die Verurtheilungen wegen Majestätsbeleidigungen mehren sich in Deutschland in einem Von den Vertrauensmännern der Berliner Manver ganz unheimlich großen Maße. Möge ein Jeder seine Zunge war zum 23. September eine öffentliche Versammlung nach den hüten und beleidigende Aeußerungen, die ja absolut zwecklos Arminhallen einberufen, in der über die weitere Stellung zur find, die Niemandem etwas nüßen, den Betreffenden und seine Bausperre in der Landwehrstraße 37 berathen werden sollte. Familie aber unter Umständen in's größte Elend Der Kollege Knepfchen leitete die Diskussion ein, indem er stürzen fönnen, in jedem Falle unterdrücken. Gebe man nicht noch einmal die Ursachen zu dieser Maßnahme klarlegte. Gebe man nicht noch einmal die Ursachen zu dieser Maßnahme klarlegte. Be erweisen. So wurde am letzten Freitag in Chemnik wieder sich weigerten, boykottirtes Bier zu trinken. Zur Bausperre selbst immer schuftigen Denunzianten Gelegenheit, sich dienstbar zu fanntlich sind die Maurer auf dem Bau gemaßregelt, weil sie gegen einen Genossen Gundermann verhandelt, der sich eine erklärt Redner, daß die Posten aufgehoben seien und rathet, Majestätsbeleidigung sollte haben zu schulden kommen lassen. die Sperre in der Presse weiter zu führen. Vorpahl Er wurde unter Ausschluß der Deffentlichkeit zu drei Monaten ist der Ansicht, daß die Sperre so lange aufrecht zu erhalten sei, Officiel" aus La Basse Terre von gestern ist infolge eines Paris, 23. September. Nach einer Depesche des Journal Gefängniß verurtheilt. Wie aus den Urtheilsgründen zu bis der Bau hoch ist. Im übrigen wendet er sich ebenfalls daentnehmen, hat Gundermann im Oktober 1893 in der Wohnung gegen, daß nach Annahme der zentralorganisirten Maurer die Cyklons, welcher am 20. d. M. zwischen den Inseln Dominica eines gewissen Fischer, beim Anblick von Kaiserbildern, unehr Sperre unberechtigt sein solle, und verurtheilt Verstöße derselben und Guadeloupe herrschte, der Packetdampfer ,, Amerique" der Compagnie Générale Transatlantique bei Pointe- à- Pitre erbietige Aeßerungen gethan. Fischer, ein schon zwanzig Mal gegen die Boykottbeschlüsse. Kamp- Hausdiener schickt voraus, Compagnie Générale Transatlantique vorbestrafter Mensch, hat erst sehr viel später den Angeklagten daß er nur seiner persönlichen Meinung Ausdruck giebt, nicht gescheitert. Auch mehrere Fischerboote erlitten Schiffbruch, wobei denunzirt, als dieser ihn wegen Verstoßes gegen Kassenvorschriften aber im Namen seiner Organisation spreche. Sodann wendet zwei Menschen umkamen. Auf der Insel Marie- Galante ist der Die telegraphischen bei der Krankenfasse angezeigt hatte. Die Gundermann'schen er sich ganz entschieden gegen den, den Hausdiener gemachten angerichtete Schaden ziemlich bedeutend. Aeußerungen hatte außer dem Zeugen Fischer, auf dessen Zeugniß Vorwurf; erklärt ferner, daß die Berufsthätigkeit der Haus- Verbindungen find unterbrochen. jedoch die Gründe teinen Bezug nahmen, auch eine Frau gehört diener es mit sich bringt, für Chefs u. s. w. Bier aus und vor Gericht diese ihre Wahrnehmung beschworen. Jufolge diesem Restaurant holen zu müssen. Irgend welche Weigerung Mecheln, 24. September. Gestern Abend fand in einem dessen nahm das Gericht die Beleidigung für erwiesen an und oder Arbeitseinstellung würde gänzlich nublos sein, in anbetracht hiesigen Café ein Fest des Komitees für die Wasserarbeiten im verurtheilte den Angeklagten zu der genannten Sirafe, dabei der allgemeinen Arbeitslosigkeit, die es ermögliche, in kürzester Dylaflusse statt, auf welchem zahlreiche Personen anwesend bemerkend, daß die Deffentlichkeit nur eine beschränkte war und Zeit neue Kräfte anzulernen. Ein Unding sei es, zu bewaren. Plöglich brach der Fußboden des Saales ein. Sechzig somit auf das geringstzulässige Strafmaß erkannt wurde. haupten, organisirte Hausdiener verkehren in der Gertraudten- Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt, acht davon straße. Panzer verlangt Antwort, ob die auf dem tödtlich. = ( Depeschen- Bureau Herold.) Eine Agitationskommission ist ein Verein im Sinne Bau beschäftigten zentralorganisirten Maurer ihrem, vor 8 Tagen Sofia, 24. September. Die Wahlen nahmen einen verdes preußischen Vereinsgesetzes! Diese für unser Vereinsleben so gefaßten Versammlungsbeschluß gemäß, aufgehört haben, worauf hältnißmäßig ruhigen Verlauf. Alle Minister, ausgenommen wichtige Entscheidung ist heute vom Kammergericht endgiltig ge- ihm geantwortet wurde, daß einer aufgehört habe. Schulze Tontschew, find gewählt; Radoslawow an drei Orten. Nach fällt worden. Die Düsseldorfer Frauen Agitationstommission stellt ganz energisch in Abrede, daß die Entlaffung der 8 Maurer den Wahlen wollen die Minister Tontschew und Radoslawow war vom dortigen Schöffengericht als Verein erklärt und die und der Steinträger eine Folge tattlosen Benehmens ihrerseits ihre Demission nehmen. Mitglieder der Kommission auf grund des§ 8a des Vereins- gewesen sei, vielmehr behauptet er, wenn es dem Baumeister gelungen Paris, 24, September." Patrie" publizirt einen gehässigen gesetzes bestraft worden. Dieser Prozeß ist durch alle Instanzen wäre, die ihm nur zu wohl bekannten organisirten Maurer in Artikel, betitelt:" Deutsche Spionage in Frankreich", worin die verfolgt worden und beschäftigte heute das Kammergericht zum die Falle zu locken, von dem Boykottbier zu trinken, er diese Art und Weise heftig bekämpft wird, mit welcher die elsässische zweiten Male. Wir verweisen auf die früher von uns in dieser Thatsache als Waffe gegen die ganze Arbeiterschaft ausgeschlachtet Polizeibehörde diejenigen Elsässer, die Verwandte in Frankreich Sache gebrachten Berichte und bringen heute nur noch das, was hätte. Im Anschluß hieran giebt er einen ausführlichen Bericht besuchen, ausforsche und ihnen bei der Rückkehr alle nur denkuns an der Sache prinzipiell interessiren muß. Bereits in von seinen Erlebnissen auf den Polizeiwachen Alexanderplatz und baren Schwierigkeiten bereite. Das Blatt berichtet drei Fälle, aus seiner ersten Verhandlung hatte das Kammergericht den Rechts- Moabit. Icert's Ausführungen deckten sich mit denjenigen denen das Resultat zu erzielen sein soll, daß es deutsche Spione in grundsatz aufgestellt, daß als ein Verein im Sinne Panzer's. Jensch verlangt Abstimmung über folgende Re- Frankreich giebt, welche beauftragt find, Begegnungen zwischen des preußischen Vereins Gesetzes das in Verbindung solution: Die Maurerversammlung vernimmt mit Entrüstung Elsässern und Franzosen zu kontrolliren und nach Deutschland treten mehrerer Personen zur Erreichung eines ge- das Betragen der Herren Kohlmez und Schönberg, und darüber zu berichten. meinschaftlichen Zwedes genügend sei. Eine Organisation", verpflichtet sich, die Sperre durch die Presse aufrecht zu London, 24. September. 5000 russische Soldaten befinden d. h. eine Leitung durch Vorsitzende, Kassirer u. s. w. fei nicht erhalten; ferner erwartet fie, daß jeder klassenbewußte sich auf dem Marsche nach dem Norden von Korea, angeblich um erforderlich. Es wurde damals der Prozeß an das Landgericht Arbeiter das Lokal von Schönberg und das Baugeschäft von 2000 entwichene Sträflinge, welche bei dem Bau der sibirischen zu Köln zurückverwiesen, welches demgemäß die angeklagten Kohlmek in Zukunft meidet." Leonhardt von der zentralen Eisenbahn beschäftigt waren, zu verfolgen. Frauen veurtheilte. Richtung behauptet, daß die Sperre nur dann siegreich durch- London, 24. September. Wie aus Kairo gemeldet wird, Die Revision gegen diese Verurtheilung richtete sich im geführt wäre, wenn die Berliner Maurer beffer organisirt wären. verlautet dort, daß Oberst Colville Befehl erhalten habe, die noch Wesentlichen gegen die Art der Beweisaufnahme in den Vor- Ferner widerlegt er die Angriffe gegen seine Organisation und übrig gebliebenen Truppen Emin Paschas zu sammeln und mit Es seien von dem einzigen Belastungstabelt den die Unterlassung, sich nicht mit instanzen. zentral- denselben nach der Mündung des Bharel Gazalflusses an den zeugen, dem Polizeikommissar Marhold, nur Wahr- organisirten Maurern in Verbindung gesetzt zu haben. Nil zu marfchiren. Man sieht diesen Befehl als den Ausgangsnehmungen angegeben, und Mittheilungen gemacht, die sich auf 28 agner prophezeit, daß der Bierkampf verloren gehen wird punkt einer englisch- italienischen Expedition an, die von Suakim Versammlungseiberufung, Beitungsinserate und Aehnliches be" durch das Verschulden der Herren in der Katzbachstraße". und Kassala ausgehen und Chartum zum Ziele haben soll. = Verantwortlicher Redakteur: Hugo Pöhsch in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. = 4 Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 223. Dienstag, den 2o. September 1894. 11. Jalzrg. Arbeiter! �arteigenojfen? Der brutal« Willküralt des Brauereirings harrt noch der Sühne. Den Hunderten unschuldig aufs Pflaster geworfenen Arbeitern ist noch keine Genugthuung ge» worden. Arbeiter und Parteigenossen! Ohne Eure opferwillige Unterstützung würden die Eemaßregclten der bittersten Roth verfallen und gezwungen sein, um Gnade zu betteln. Die Hochherzigkeit der Berliner Arbeiterschaft hat diese Schmach verhindert. Der erste Sturmlauf des Protzenthums scheiterte an Eurem Solidaritätsgefühl. Nicht eine Bresche vermochte der Bierring in Eure Reihen zu legen. Einig, geschlossen, kampfesmuthig und opferwillig seid Ihr fest entschlossen, den entbrannten Kampf zum siegreichen Ende zu führen. Arbeiter, Parteigenossen! Euer Wollen garantirt Euer Können! Ihr könnt, wenn Ihr wollt. Den zweiten Sturmlauf auf Euere Phalanx mußten die dem Bierring Lehensdienste leistenden Saalbesitzer unternehmen. Die Agitation sollte unterbunden, das Mund- todtmachungssystem praktizirt werden. Auf der Mine, die sie gegraben, sind die Saalbesitzer aufgeflogen. Ihr Wehgeschrei könnte Mitleid erwecken. Arbeiter, Parteigenossen! Selbst der Himmel, auf den der Bierring seine letzte Hoffnung setzte, ist mit uns im Bunde. Die Saison kann dem Ring nicht mehr über die Verlegenheiten hinweghelfen, die mit jedem Tag des weiteren Kampfes sich thurmhoch häufen. Ausharren bedeutet für uns siegen. Unsere Position ist uneinnehmbar. Der Stand des Boykotts ist ein vorzüglicher. Wir können zuwarten, ohne entbehren zu müssen. Arbeiter, Genossen! Je konsequenter der Boykott durchgeführt wird, desto nachhaltiger seine Wirkung, desto entscheidender der Sieg. Duldet keine Ausflüchte, keine Ausreden. Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns. Soweit unser Einfluß reicht, muß das Ringbier verpönt werden. Nicht ein Tropfen darf getrunken werden. Arbeiter, Genossen! Die Bierzufuhr ist eine geregelte. Sie wird mit jedem Tag der Fortdauer des Boykotts eine bessere. Alle Ansprüche können befriedigt werden. Darum widersteht jeder Versuchung, Ringbier zu trinken. Die schwerste Arbeit ist gethan. Die Periode der Organisirung des Kampfes war die aufreibendste. Jetzt wird uns der Kamps leicht, weil wir das Terrain zum guten Theil beherrschen. Der Sieg muß unser werden, wenn wie bisher mit gleicher Schärfe und Ausdauer der Parole gefolgt wird. Hoch der Boykott sämmtlicher Ringbranereien! Trinkt keinen Tropfen Ringbier! Die BoykoMommlsfion. BoyWrties Bier liefern Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Char l o t t e n b n r g. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hofsmann. Miincheuer Brauhaus, Aktien-Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kintz u. Ko., Berlin. Brauerei Muggelschlöstchen, Friedrichshagen. Nordsteru-Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Jnh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürsten weil de. Niederlage bei Franz Heiser, 15l., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus(in Firma Müller), Frank s u r t a. O. Phönix-Brauerei, C. Radon, L i ch t e r f e l d e. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage, Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Wusterbause», Vertreter: Max Fleischer, Reichenbergerstr. 155. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernack, Mühlenstraße 49a. Brauerei in Storkow(in Firma A. Miethe), Vertreter Spiekermann, Weberstraße 66. Louisen-Brauerei, Bellermannstr. 71a/72. Brauerei Danz, Freienwalde a. O. Vertreter: W.Marten, 1�., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spieker mann, Weberstr. 66. Dolrsles. des Heute, Dienstag, Abend, kann die Sprechstunde Rechtsanwalts nicht abgehalten werden. Ein Verein der Saalbesitzer soll in einer zum nächsten Donnerstag einberufenen Versammlung sämmtlicher Saalbesitzer Berlins und der Umgegend gegründel werden. Ein von den Einberufern bereits ausgearbeitetes Statut sagt im ZI: Der Verein bezweckt die Förderung aller gemeinsamen Interessen seiner Mitglieder, insbesondere soll der Verein seinen Mit- gliedern Schutz gewähren gegen sämmtliche geschäftliche Ueber. griffe und Verrufserklärungen, von welcher Seite diese auch »mnier kommen mögen.— Politik ist ausgeschlossen. Der Sitz des Vereins ist Berlin.— Die Mitglieder unterwerfen sich einer Konventionalstrafe von 600 M. für jeden einzelnen Fall der Zuwiderhandlung gegen die übernommenen Ver- pflichtungen. Als Gegenleistung des Vereins bestimmt der Z 6 des Entwurfs:„Der Verein gewährt seinen Mitgliedern Eni« Schädigungen bei Verrufserklärungen und sonstigen unvorher. gesehenen Unglücksfällen, wie auch beim sogenannten stillen Boykott, d. h. wenn ein Lokal ohne Verschulden des Besitzers von einer bestimmten Partei, welche fast immer dort verkehrte, ge« stiffentlich gemieden wird." Darf man den Ringblättern glauben, so soll dieser Verein «in„Schutz- und Trutzbündniß gegen die Uebergriffe der sozial- demokratischen Vereinigungen" fem. Mag sein, daß dies der fiveck ist, ob er aber erreicht wird, das ist vorläufig ein« andere rage. Ter geheime Boykott. Ueber das schwarze Buch der Hausbesitzer sucht man allerhand beschönigende Notizen in die Presse bineinzulanciren. Die ganze Maßregel soll äußerst harmlos sein und sich nur gegen„ganz böswillige" Miether richten. Man weiß. wieviel auf derartige Versicherungen zu geben ist. Die Verwerflichkeit des Boykottirungsversuchs der Hausagrarier charakterisirt sich aber dadurch, daß er geheim betrieben wird und daher nicht allein jeder Böswilligkeit Thür und Thor öffnet. sondern auch seinen Opfern jede Möglichkeit nimmt, sich zu vertheidigen und zur Wehr zu setzen. Es ist natürlich nichts anderes zu erwarten, als daß dieselbe Presse, die den offenen ehrlichen Boykott der Arbeiterschaft am liebsten mit Polizei und Strafgesetz aus der Welt geschafft sehen möchte, gegen den versteckten Boykott der Hauspaschas nichts einzuwenden dat. Als Urheber des„schwarzen Buchs" gilt der Hausbesitzer Röhricke in Moabit. Unter der Oberhoheit des Herrn Thielen ist nicht allein die Arbeiterschaft, sondern auch das reisende Publikum vortrefflich aufgehoben. Auf bemerkenswerthe„Fortschritte" im Eisenbahnwesen verweist ein Vergleich des heutigen Kursbuches mit dem des Jahres 1877. Damals vor 17 Jahren gab es einen„Schnellzug" zwischen Berlin und Dresden, der nur 2 Stunden 49 Minuten fuhr, jetzt durchfährt der schnellste Schnellzug die 176 Kilometer in 3 Stunden 6 Minuten. Während damals Köln von Berlin aus über Hannover in 9 Stunden 16 Minuten erreicht werden konnte, braucht jetzt der„Harmonikazug" 9 Stunden 36 Minuten. Immer langsam voran; man muß gestehen, daß Herr Thielen sich dem Geist der Zeit, so wie er in der Aera des Verkehrs und der Sozialreform von oben herab verstanden sein will, vortrefflich anzupassen versteht, Pietätlos. An dem altehrwürdigen Roland zu Branden bürg a. H., wo man mit der Einrichtung einer städtischen Wasser leitung beschäftigt ist, fand man kürzlich eines Morgens ein zroßes Nachtgeschirr mit der Aufschrift:„Sammelbecken für die pädtische Wasserleitung" aufgehängt. Die Wirksamkeit unserer Polizei. Zu dem„Kaiser- manöver", das dieser Tage abgehalten worden ist, sind von Berlin aus nicht weniger als zwei Polizei-Osfiziere, zwei Wacht meister und vierzig Schutzleute nach Ostpreußen kommandirt worden. Das Kommando hat, wie gemeldet wird, zu Ab sperrungen Verwendung gefunden und ist jetzt wieder wohl behalten nach Berlin zurückgekehrt. Zu den Getverbegerichts-Wahle». Vorflehend bringen wir das Wahllableau für die Arbeitgeber und bemerken daß die Wahl von 12—9 Uhr ununterbrochen stattfindet. Die Wahl ist geheim und findet mittels Stimmzettel statt. I. Wahlbez. Wahllokal: Verl. Rathhaus, Zimmer Nr. 63 I.(Eingeschr. Wähler 268. Zu wählen 2 Arbeit gebet.)— 2. Wahlbez. Wahllokal: Roßstr. 6, bei Götsch.(Eingeschr. Wähler 192. Zu wählen 3 Arbeit geber.)— 3. Wahlbez. Wahllokal: Deutscher Dom. Eingang Mohrenstaße.(Eingeschr. Wähler 168. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 4. Wahlbez. Wahllokal Markgrafeustr. 78 bei Rost.(Eingeschr. Wähler 249. Zu wählen 2 Arbeitgeber.) — 6. Wahlbez. Wahllokal: Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 106. (Eingeschr. Wähler 147. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 6. Wahlbez. Wahllokal: Lützowstr. 10 bei Gutsseld. (Eingeschr. Wähler 76. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 7. W a h l b e z. Wahllokal 167. Gemeindeschule, Derfflingcrstr. 18.4 (Eingeschr. Wähler 118. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 8. Wahl bezirk. Wahllokal: 126. Gemeindeschule, Culmstr. 16.(Ein geschriebene Wähler 161. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 10. Wahlbez. Wahllokal: 76. Gemeindeschule, Barutherstr. 20. (Eingeschr. Wähler 164. Zu wählen 2 Arbeitgeber.)— 11. Wahl- bezirk. Wahllokal: 149. Gemeindeschule, Bergmannstr. 28/29 (Eingeschr. Wähler 161. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 12. Wahl bezirk. Wahllokal: 116. Gemeindeschule, Skalitzerstr. 66/66. (Eingeschr. Wähler 208. Zu wählen 2 Arbeitgeber.)— 13. Wahlbez. Wahllokal: Manteuffelstr. 67 bei Hilbert. (Eingeschr. Wähler 148. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 14. Wahlbez. Wahllokal: 80. Gemeindeschule, Wrangelstr. 133. (Eingeschr. Wähler 133. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 16. Wahlbez. Wahllokal: Oranienstr. 34 bei Meinicke. (Eingeschr. Wähler 107. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— !7. Wahlbez. Wahllokal: 129. Gemeindeschule, Wasserthorstr. 31 (Eingeschr. Wähler 133. Zu wählen 2 Arbeitgeber).— 18. Wahl- bezirk. Wahllokal: Alexandrinenstr. 110 bei Wohllebe.(Ein- geschriebene Wähler 332. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 20. Wahlbez. Wahllokal: 2. Gemeindeschule. Schmidtstr. 16. (Eingeschr. Wähler 242. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 21. Wahlbez. Wahllokal: Seydelstraße 30 bei Arendt. (Eingeschr. Wähler 280. Zu wählen 1 Arbeitgeber)— 22. W a h l b e z.: Wahllokal: 49. Gemeindeschule, Blumenstr. 634 (Eingeschr. Wähler 186. Z» wählen 2 Arbeitgeber.)— 23. Wahlbez. Wahllokal: 34. Gemeindeschule, Langestr. 76. (Eingeschr. Wähler 110. Zu wählen 1 Arbeitgeber.— 25. Wahl: bezirk. Wahllokal 87. Gemeindeschule, Memelerstr. 24/25. (Eingeschr. Wähler 77. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 26. Wahl- bezirk. Wahllokal I36./137. Gemeindeschule, Friedenstr. 37 (Eingeschr. Wähler 160. Zu wählen 2 Arbeitgeber.— 27. W a h l: bezrrk. Wahllokal 94. Gemeindeschule, Strausbergerstr. 8. (Eingeschr. Wähler 201. Zu wählen 2 Arbeitgeber.)— 23. Wahlbezirk. Wahllokal: 6. Gem.- Schule, Georgen kirchstraße 11.(Eingeschr. Wähler 113. Zu wählen 3 Arbeit- geber.)— 29. Wahlbezirk. Wahllokal: 66. Gem.-Schule. Friedenstr. 23.(Eingeschr. Wähler 102. Zu wählen 2 Arbeit- geber.)— 30. Wahlbezirk. Wahllokal: Alte Schönhauser- straße 23/24 bei Schütte.(Eingeschr. Wühler 67. Zu wählen 2 Arbeitgeber.)— 31. Wahlbez. Wahllokal: 63. Gcin.-Schule, Gipsstr. 234.(Eingeschr. Wähler 116.»Zu wählen 1 Arbeitgeber.) 32. Wahlbez. Wahllokal: Templinerstr. II bei Berger.(Ein- geschriebene Wähler 106. Zu wählen 2 Arbeitgeber.) 34. Wahl- bezirk. Wahllokal: 67. Gemeindeschule, Ackerstr. 234.(Ein- geschriebene Wähler 160. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 35. Wahlbez. Wahllokal: 26. Gemeindeschule, Ruppiner- straße 48.(Eingeschr. Wähler 391. Zu wählen 1 Arbeitgeber.— 36. Wahlbez. Wahllokal: 110. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 1664.(Eingeschr. Wähler 161. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 37. Wahlbez. Wahllokal: 142, Gemeindeschule, Demmiuer- straße 67.(Eingeschr. Wähler 361. Zu wählen 1 Arbeitgeber.) — 33. Wahlbez. Wahllokal: 14. Gemeindeschule Kesselstr. 3. (Eingeschr. Wähler 147. Zu wählen 1 Arbeitgeber.)— 39. Wahlbez. Wahllokal: 179. Gemeindeschule, Albrechtstr. 16. (Eingeschr. Wähler 82. Zu wählen 2 Arbeitgeber.)— 40. Wahlbez. Wahllokal: 128. Gemeindeschule, Thurmstr. 86. (Eingeschr. Wähler 468. Zu wählen 4 Arbeilgeber.)— 41. Wahlbez. Wahllokal: 118. Gemeindeschule Pankstr. 7/8. (Eingeschr. Wähler 303. Zu wählen 3 Arbeitgeber.)— 42. Wahlbez. Wahllokal: 32. Gemeindeschule, Pankstr. 26. (Eingeschr. Wähler 266. Zu wählen 1 Arbeitgeber.) Znerst die liebe Geistlichkeit. Nicht weniger als 44 be- vorstehende Subhastationen von sHausgrundstücken sind beim Pfarramt Schöneberg innerhalb fünf Wochen zur Kenntniß gebracht worden. Wenn man frägt, warum diese Meldungen die Kirche mit ihren etwa vorhandenen Forderungen an Grund- stücken befriedigt werden muß. Bei allem Schwindel und aller schlechten Zeilen haben die Diener des Mannes, der nicht wußte, wo er sei» Haupt hinlegen sollte, also am wenigsten Ursache zu pekuniärer Bekümmerniß. In der Volks-Kaffechalle Neue Schönhauserstraße»ahm die Polizei wieder einmal eine der üblichen Massensistirungeu vor. Etwa 80 Personen, die sich in diesen Räumen aufhielten, mußten den etwa 30 Schutzleuten, die unter Anführung eines Polizei- lieutenants in dasLokal eindrangen, aufs Revierbureau in derOranien- burgerstraße folgen, woselbst ihre Personalien festgestellt wurden. Einige der Sistirten wurden in Haft behalten. Diese Maßregel hatte natürlich einen großen Zusammenlauf verursacht; das Publikum unterhielt sich noch lange lebhaft über die Popularität, welche die segensreiche Einrichtung der Volks-Kaffeehallen sich bei der Polizei erworben hat. Die Polizei stattete ebenfalls dem Kaffee Kullmann in der Kleinen Haniburgerstraße 2 einen unerwarteten Besuch ab und nahin von hier 14 Gaste mit. I» diesen soll sie einen guten Fang gemacht habe»; denn es war anscheinend gestohlenes Gut vorhanden, das die Verhafteten den Augen der Polizei zu ver- bergen, vergeblich bemüht waren. Zur Lokalliste. Herr Fritz Meyer, Pankow, Flora- straße 69, erklärt, daß das Gerede, er verzapfe boykottirtes Bier. auf Unwahrheit beruhe; seit Beginn des Boykotts habe er kein anderes Bier als solches aus der Brauerei Pichelsdorf geführt. In der letzten Lokalliste ist der Gastwirth K i e r st e i n, irr- thümlich als in der Admiralstr. 36 wohnhaft ausgefüyrt worden; er wohnt Admiralstr. 33. Der Gastwirth E. Mettge, AndreaSstr. 44 mußte wegen Verkaufs von Ringbier von der Lokalliste gestrichen werden. Die Kindersterblichkeit ist i» Berlin in diesem Sommer. obwohl derselbe zu den kühleren gerechnet werden muß, immer noch recht hoch gewesen. Den Einfluß der Temperatur auf die Zahl derErkrankungen an Diarrhoe, Brechdurchfall, Magen- und Darmkatarrh und damit auf die Höhe der Kindersterblichkeit haben wir in Nr. 191 für die Monate Juni und Juli gezeigt. In dem ganzen Sommer, d. h. in den Monaten Juni, Juli und August— die Meteorologen rechnen den Sommer nicht. wie der Kalender, vom 21. Juni bis 21. September, sondern vom 1. Juni bis 1. September— sind in Berlin 4278 Kinder unter 1 Jahr gestorben. Das Steigen und Fallen der Sterblich- keit läßt die Znsammenstellung nach Wochen genau erkennen. Es starben in den 13 Wochen des Sommer-Pierteljahrs 167, 174, 133, 212, 310, 296, 342, 447, 615, 640, 461, 364, 287, zusammen 4273 Kinder unter 1 Jahr. Bei 3742 davon war die Er- nährungsweise angegeben. Es wurden ernährt: mit Brust- milch 280, mit Thiermilch, Surrogat, gemischter oder sonstiger Nahrung 3462; das heißt: von je 1000 gestorbenen Kindern unter 1 Jahr, bei denen die Ernährungsweise angegeben wurde. waren 76 mit Brustmilch und 926 mit Thiermilch u. s. w. ernährt morden. Um diese Zahlen vollkommen würdigen zu können, muß man die Vertheilung der verschiedenen Ernährungsarten aus die lebenden Kinder unter 1 Jahr zur Vergleichung heran- ziehen. Den Jrrthum, daß eben nur ein egeringe Zahl von Kindern mit Brustmilch ernährt werde, sodaß diese Kinder auch nur in geringer Zahl unter den Gestorbenen vertreten sein könnten, haben wir bereits früher widerlegt. Nach Ermittelungen, die bei der letzten Volkszählung gemacht wurden, wurden von allen am I. Dezember 1890 in Berlin vorhandenen Kindern unter 1 Jahr unter je 1000 Kindern 630 mit Brustmilch, 463 mit Thiermilch u. f. w. und 17 mit Brust- und Thiernülch u. s. w. ernährt. (In dem Artikel„Die Ernährung derSäuglinge" in Nr. 177 haben wir die Zahlen für einzelne Monate angegeben, ivobei andere Zahlen herauskommen als für das ganze Jahr.) Für 1894 sind natürlich die absoluten Zahlen nicht mehr dieselben wie für 1890, aber in ihrem Verhältniß zu einander dürsten sie sich kaum wesentlich verschoben haben. Die Zahl der mit Thiermilch u. f. w. ernährten Kinder ist also, wenn man die ganze Gruppe der Kinder unter ein Jahr ohne Unterscheidung Zer einzelnen Monate betrachtet, immer noch geringer als die der Brustkinder. Dagegen starben im Sommer 1894 von mit Thier- milch u. f. w. ernährten Kindern über zwölfmal soviel als von Brustkinder». Eine recht dunkel und zweifelhaft klingende Geschichte wird von einer Lokalkorrespondenz in folgendem gemeldet: Die nicht kontrollirbare Nachricht, daß am II. d. M. im Manöver bei Ruhlsdorf 16 Soldaten vom 12. bczw. 62. Infanterie- Regiment verschwunden seien, ist von mehreren Reservisten nach Berlin gebracht worden. Die beiden Regimenter hatte», so heißt es, vom 10. bis U.d.M. das zweite Biwak bezogen. Ilm 3 Uhr Morgens feien die Truppen alarmirl worden und hätten einen umpsigen Graben überschreiten müssen. Später bei dem Sammeln der Kompagnien sollen 6 Mann vom 12 und 10 Mann vom 62 Regiment gefehlt haben. Unter den erstercn sollen stch 3 zur Entlassung stehende Soldaten befunden haben. Die Ver» mißten wurden, wie versichert wird, von einer aus die Suche kommandirten K"n>pagnie nicht aufgefunden. Die Nachricht klingt so ungeheuerlich, daß sie bis zur amtlichen Bestätigung mit großer Vorsicht aufzunehmen sein dürfte. Wir geben die Nach- richt, um das Generalkommando des dritten Armeekorps zu ver- anlassen, die in das Publikum hineingetragene Meldung eventuell auf das richtige Maß zurückzuführen. Zur Wucheraffäre erfährt ein Berichterstatter, daß dieselbe gerade ans Pfarramt ergangen sind, so lautet die Antwort, daßenorme Dimensionen annimmt, und es soll den Anschein haben, als ob die Polizei entschlossen sei, die ganze Wucherbande Berlins| In dieser Angelegenheit hatte sich ein Herr, der von der hohen I gewesen und hat dann für das Geschäft beffelben seinen Namen unschädlich zu machen, umfomehr, als durch die bisherige Unter- Obrigkeit als Hüter des Gesezes bestellt ist, nämlich der bergegeben. Er will weder gewußt haben, daß John, noch fuchung bekannt geworden, daß diese Art Geschäftsmänner unter- Polizei- Assessor v. Plonsti wegen Kartellträgerei zu weniger aber, daß Kielemann u. Co. in bösem geschäftlichen einander durch ihre Opfer und Agenten eng verbunden waren. verantworten. Der Angeschuldigte gab zu, für den Dr. Röwer Rufe standen. Nachdem er mit dem Angeklagten Lehrer die. Die Untersuchung ist auch auf einen Restaurateur in der Linien- die Herausforderung an de la Croix überbracht und bei dem Riviera- Barfümerie" begründet, hat er die Bücher des Geschäfts straße ausgedehnt. Zu der Kundschaft dieses Wucherers gehörte, Duel als Sekundant gedient zu haben. Er glaube alles Mög- geführt, will aber von Unregelmäßigkeiten der Reisenden nichts ge= wie gemeldet wird, neben dem Grafen der Arbeitsmann, neben liche gethan zu haben, einen Ausgleich zu Stande zu bringen, merkt haben. Die wiederholten Beschwerden der Kunden führt er auf dem Beamten der Student. Dieser Halsabschneider dürfte zu den seine Bemühungen seien aber an der Unversöhnlichkeit der Par- die Sucht kleiner Leute zurück, allerlei auszusetzen. Der Ungefährlichsten Berlins gezählt werden können. teien gescheitert. Der Gerichtshof verurtheilte den Angefchuldigten geklagte Koh, der Hauptbelastete, bestreitet gleichfalls jede 3u einer Festungshaft von einem Monate. Schuld und will in keinem Falle den Kunden falsche Borderart schwer Verunglückte war verheirathet. geführt. Eine Karambolage, die von den traurigsten Folgen begleitet war, erfolgte am Montag Morgen an der Ecke der Kaiser Wilhelmund Münzstraße zwischen einem Schlächterwagen und zwei andern Fuhrwerken. Der mit dem Schlächterwagen in Kollision gerathene Führer eines Handwagens wurde bei diesem Unfall so unglücklich an der Brust verlegt, daß er in einer Droschke nach der Charitee geschafft werden mußte, wo er sehr schlimm darnieder liegt. Der Schlächterwagen entkam, doch ist sein Führer erkannt worden. = Gewerkschaftliches. Achtung, Korbmacher! Lohndifferenzen halber ist der Zuzug nach Oranienburg fernzuhalten. Der Streik der Güstrower Arbeiter dauert unverändert fort. Buzug ist streng fernzuhalten. Der Tuchmacherstreik in Hildesheim ist zu Ungunsten der Arbeiter ausgefallen. Zum Seidenweberstreik in Bielefeld wird berichtet, daß wiederum 17 Passirerinnen entlassen wurden, weil sie fich weigerten, an den Webstühlen zu arbeiten. Die Prüfung der resultatlos verlaufen, weil man einen Vertreter der Streikendeir nicht anerkennen wollte. Lobnbücher durch eine vom Magistrat eingesetzte Kommission ist Dersammlungen. Eine nuverantwortliche Waghalsigkeit hat der 37 Jahre alte Arbeiter Franz Spielmann mit dem Tode bezahlt. Er soll Zwei für Frauke Arbeiter wichtige Entscheidungen find spiegelungen gemacht haben. Was sein Verhältniß zu Lehrer bes am Sonntag Nachmittag gegen 6 Uhr von seiner Röslinerstr. 6 seitens des Reichs- Versicherungsamts erlassen worden. Danach trifft, so habe er denselben zwar privatim einen Gauner und im Hofe vier Treppen hoch belegenen Wohnung aus auf das ist dem Arbeiter diejenige Zeit, während deren er sich auf ärzt Lumpen genannt, geschäftlich halte er ihn aber für sehr vor dem Fenster angebrachte Blumenbrett geklettert sein. Das lichen Rath zur Schonung der Augen wegen einer Augen- ehrenwerth. Jene freundlichen Bezeichnungen in dem be Brett konnte die Laſt nicht tragen und Spielmann stürzte mit entzündung von der Arbeit fernhält, doch als Beitragszeit im treffenden Briefe haben ihren Grund darin gehabt, daß den Blumentöpfen zuſammen auf den Hof hinab. Er wurde Sinne des Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetzes anzu- Lehrer ihn durch Vorenthaltung eines Zeugnisses in eine verletzt, daß er auf dem Wege nach einem rechnen; ferner ist dem Arbeiter nach mehr als einjähriger unbequeme Lage gebracht habe. Er hofft, daß die sämmtlichen Krankenhause, wohin er gebracht werden sollte, verstarb. Der Krankheit die Invalidenrente auch dann zu gewähren, wenn die Belastungszeugen, die gegen ihn auftreten, zu Entlastungszeugen fünfjährige Wartezeit erst im Laufe und bet Beendigung der werden würden, denn niemand könne ihm etwas Böses nachsagen. Ge sei nicht wahr, daß er irgend einen Zeugen darüber im UnBei einer Schlägerei, die sich am Montag Morgen vor Krankheit erfüllt ist. flaren gelassen, daß der ihnen versprochene Rabatt nur ein dem Hause Unter den Linden 74 zwischen dem Arbeiter Die Verhandlungen in dem großen Seifenprozek Naturalrabatt sei, d. h. in Waaren bestände, daß er die ZahlungsEnderwiz und dem" Polier" der dort auszuführenden Lehrer und Genossen", dessen schon mehrfach Erwähnung gebedingungen verschleiert oder sie über die Natur des Geschäfts Pflasterarbeiten entspann, schleuderte der Polier den Arbeiter schehen, haben gestern Vormittag vor der 3. Straffammer hiesigen getäuscht und in dem Glauben gelassen habe, es handle sich nur mit derartiger Wucht zu Boden, daß dieser schwere Kopf- Landgerichts 1 begonnen und eine wahre Völkerwanderung nach um Uebersendung von Kommissionswaaren. Die ganzen Deverlegungen davontrug. Enderwiz wurde blutüberströmt nach dem Kriminalgerichts- Gebäude veranlaßt. Die auf Betrug nunziationen feien nur Machenschaften von Konkurrenten. ch der Charitee gebracht und hier sofort in den Operationssaal lautende Anklage richtet sich gegen die Kaufleute 1. Joh. Lehrer, ist übrigens in den sämmtlichen Prozessen, die von den durch 2. Wilhelm Grothe und die Reifenden 3. May Koh, 4. Hei ihn bedienten Kunden angestrengt worden sind, als Zeuge ver Mit Salzsäure und Bitriol vergiftet hat sich der Durré, 7. Emil Berny. Klinger, 8. Moris Paul, 9. Karl und wird sich demnächst noch vor dem Schwurgericht zu verantmanu Euphrat, 5. Pincus Sonnenfeld, 6. Rob. Ludw. nommen worden, hat die Richtigkeit seiner Schlußscheine beeidet 58 Jahre alte Schuhmacher Julius Hausfelder aus der Friedrich- Serm. Sareyka. Als Sachverständige sind geladen: Kauf- worten haben. Sämmtliche übrigen Angeklagten behaupten ftraße 244. Er hatte die beiden Gifte in einem Gefäß zu mann Sell, Chemiker Dr. Bischoff, Dr. Blumenthal, gleichfalls, betrügerische Manipulationen im Sinne der Anklage fammengemischt und sich damit am Sonnabend Nachmittag nach w. Wille, A. Gerold, Fabrifbefizer Jünger, Geb nicht begangen zu haben. Letztere beschuldigt Lehrer und dem Grunewald begeben. In der Nacht zum Sonntag trant er hard, Dr. Volz, Dr. Hirsch und Seisenfabrikant Busch- Grothe in 14 Fallen der Anstiftung zum Betruge, Rob in daselbst von dem Inhalt der Flasche, rannte dann aber unter den fürchterlichsten Schmerzen in feine Wohnung zurück und ver- die Auflage vertritt Staatsanwalt kangow, die Bertheidigung von Bestellscheinen, Sonnenfeld in 10, die übrigen Ange mauu. Den Vorfiz führt Landgerichts- Direktor Roeseler, 34, Euphrat in 16 Fällen des Betruges bezw. der Fälschung langte ärztlichen Beistand. Als dieser erschien, trat der Tod in- führten die Rechtsanwälte Dr. Schwindt, Wronter und flagten in 4, 8 und 1 Falle des Betrnges.- Da ca. 100 Zeugen folge Vergiftung ein. Die Veranlassung zur That ist nicht zu Rich. Goldstein.- Bon der Angeklagten, die sämmtlich unaeladen sind, so wird die Berhandlung voraussichtlich eine ganze 3 ergründen gewesen. bestraft, bezw. ganz gering vorbestraft sind, ist Lehrer seinerzeit Woche dauern. Das nächtliche Treiben der Zuhälter ruft nach ber in Budapest verhaftet worden. Er hat sich einige Zeit in Meldung eines Berichterstatters seit einiger Zeit lebhafte Klagen Untersuchungshaft befunden und wohnt jeht in Großenhain. Der auch bei Bewohnern des Südostens der Stadt wach, namentlich Angeti. Koh befindet sich seit dem 30. Dezember v. J., der Angefl. wird auch in der Adalbertstraße Anstoß an dem Berhalten der Euphrat seit dem 3. Januar d. F. in Untersuchungshaft. unwürdigen Gesellschaft genommen. Das Publikum wundert sich, Gegen Letzteren schwebt auch beim Landgericht Leipzig eine Unterweshalb die Polizei nicht gegen die Gastwirthe strenger ein- fuchung. Gin gegen Roh bei dem Amtsgericht Reutlingen schreitet, deren Räume von der ehrlosen Zunft zu Stammlokalen schwebendes Strafverfahren ist mit dem hiesigen Strafverfahren ausgewählt worden sind. Solche Wirthe giebt es eine ganze verbunden worden. Der Angeklagte Lehrer hat seine Berliner Anzahl. Von einer Wirthschaft in der Adalbertstraße aus wurde Karrière in eigenthümlicher Weise begonnen. Er begründete zu noch in der Nacht zum Sonntag in einen Streit eingegriffen, nächst ein Lampengeschäft, mit welchem er Unglück hatte. Dann in den ein Mitglied auf der Straße verwickelt worden war. Als wurde er Neifender für das Seifengeschäft Grothe u. Go. ein viel Blut geflossen war und die Polizei auf dem Plaze erschien, Schwindelgeschäft, dessen eigentlicher Inhaber John wegen Be waren die Raufbolde wie weggeblasen. Keiner der Verwundeten, truges steckbrieflich verfolgt wird. Er kam dann zu einem von so wird berichtet, hat sich in der Nachbarschaft verbinden lassen, einem ehemaligen Offizier Kielemann begründeten Ungarwein um nicht nachträglich ermittelt zu werden. Geschäft Werner Kielemann u. Ko., welches nach Austunft der Geschäfts war der Angeklagte Grothe. Im Jahre 1892 verband sich Lehrer mit Grothe zu einer gemeinschaftlich betriebenen Behörden ein berüchtigtes Schwindelgeschäft war. Sozius dieses Seifenfabrik, Neue Hochfir. 39, welcher sie den folgen Titel Riviera- Parfümerie" gaben. Zu den Bekanntschaften Lehrer's gehörte auch der mehrfach in den Zeitungen erwähnte Seifenfabrikant Mosesmann, der durch Lehrer's Vermittelung mit einem gewissen Wissing bekannt wurde und mit diesem genoffen beschäftigte sich in seiner Generalversammlung am Der Verein der Plätterinnen und verwandten Vernfs. eine Excelsior- Parfümerie" begründete. Auch diese Firma Die Kommission der Brauer und Brauerei Hilfs genießt in der Geschäftswelt eines sehr ungünstigen Rufes. Die 11. September nochmals in längerer Debatte mit der Angelegen heit des Vorsitzenden Möhring, gegen den in der letzten Berarbeiter giebt bekannt, daß die zehn Listen Nr. 7799-7808, Riviera- Parfümerie" hat durch ihre Weisenden, in erster Reihe heit des Vorsitzenden Möhring, gegen den in der letzten Versowie die Liſten 6563-6568 anzuhalten find, wo dieselben durch Koh ganz Deutschland bereisen und namentlich fleine jammlung der Vorwurf erhoben wurde, daß er in seinem etwa vorgezeigt werden. Berloren gegangen ist die Liste 6943. Beute besuchen lassen, die im Nebengeschäfte Parfümerien, Seifen legte der Versammlung die Gründe dar, die es ihm Restaurant boykottirtes Bier ausschänke. Herr Möhring Man wolle dieselben Blumenstr. 38 bei Wiedemann abliefern. und dergl. führen. Aus allen Theilen Deutschlands, aus bisher unmöglich Württemberg, Baden, Baiern und aus verschiedenen Provinzen Nunmehr hat bisher unmöglich machten, anderes Bier anzuschaffen. Zum bevorstehenden Wohnungswechsel. Wer auf Silfe Preußens tamen fort und fort sehr energische Klagen über das von seinen Verpflichtungen gegenüber der bisherigen Brauerei fich eine Brauerei bereit erklärt, ihn beim bevorstehenden Wohnungswechsel angewiesen ist, kann solche Treiben ber Reifenden der Niviera- Parfümerie", im Bureau der ausgesperrten Brauerei- Hilfsarbeiter, Blumenstr. 38 erster Reihe des in zu lösen und erscheint damit wohl der Stein des Anstoßes be= Koh. Leute, die gar nicht in bei Wiedemann, melden. Die Parteigenoffen wollen diesen Hin- Verbindung mit einander flanden, haben Monate hin- feitigt zu sein. Sein Amt als Vorsitzender legt er nieder und Der am 1. Oktober beginnende Umzug muß bei kleinen, aus Ausführung aufgegebener Bestellungen, unberechtigt hohe Aus- flärt sich nach vielfachem Drängen Herr Möhring bereit, das durch Reklamationen eingeschickt, erfucht die Versammlung, die Neuwahl vorzunehmen. Da von eingefchickt, die sich auf unreelle ben vorgeschlagenen Personen niemand die Wahl annimmt, ers höchstens zwei Zimmern mit Zubehör bestehenden Wohnungen füllung von Schlußscheinen ac. bezogen. Die Betrügereien seitens Amt wieder zu verwalten. Die Wiederwahl erfolgte einstimmig. an demselben Tage, bei mittleren, aus 3 oder 4 Zimmern nebst der verschiedensten Seifenfabriken hatten mit der Zeit so großen Zubehör bestehenden Wohnungen am 2. Oktober, Mittags Umfang angenommen, daß sowohl in Berliner, als auch in Gewerkschaftskartell in Rigdorf. In der öffentlichen 12 Uhr, bei großen, mehr als 4 Wohnzimmer umfassenden Bayerischen Blättern sehr energische Artikel gegen das Treiben Sißung, welche am 20. September im Lokal von Schimtäfe. Wohnungen am 3. Oktober, Mittags 12 Uhr, beendigt sein. der Firmen der Angeklagten, ferner der Firma Wissing, John, Bergstr. 142, statttand, wurden zunächst an Stelle der Delegirten Polizeibericht. Am 22. d. M. wurde Vormittags an der der Leipziger Parfümerie, deren Inhaber gleichfalls John war, der Kupferschmiede und Kellner der Vertreter der Maler Geschte Torfstraßenbrücke die Leiche eines Arbeiters aus dem Wasser der Firma Schreyer u. f. w. erschienen. Der Angeklagte und Freese( Tabatarbeiter) zu Ausschußmitgliedern gewählt. gezogen. An der Ecke der Prenzlauer und Linienstraße schoß Lehrer bestreitet entschieden, daß er Koh oder einen der übrigen Ueber die Frage: Wie ist es möglich, die Sammlungen für die aus Abends ein geisteskranker Mann mehrere Male aus einem Reisenden zu unreellen Handlungen den Kunden gegenüber gesperrten Brauerei- Arbeiter erfolgreicher zu gestalten?" referirte Revolver auf einen Schuhmann, ohne ihn zu treffen. Behufs überredet, oder von den Schwindeleien auch nur Kenntniß gehabi Genoffe Rezerau. Wie aus einem Bericht über eine Versammlung Festnahme des Mannes mußte der Beamte von seiner Waffe habe. Er beruft sich auf die von den Reisenden unterschriebene des Hamburger Gewerkschaftskartells im Echo" herporgehe, habe Gebrauch machen. In der Nacht zum 23. d. M. stürzte ein Geschäftsordnung, in welcher diese anerkennen, daß ihnen jede diese Versammlung ihre Verwunderung darüber ausgesprochen, Mann aus seiner in der Aderstraße eine Treppe hoch belegenen unreelle Handlungsweise streng verboten sei. Diese Geschäfts daß den Berliner Brauerei- Arbeitern bereits die Unterstübungsa Wohnung auf den Hof hinaus und erlitt eine schwere Gehirn- ordnung macht aber auf den Staatsanwalt weniger Gindruck, gelder knapp werden, und gemeint, daß die Arbeiter in Berlin erschütterung. Ebenfalls in der Nacht wurde bei einem in dieser ist vielmehr der Meinung, daß Lehrer sich dadurch nur ich ein großes Armuthszeugniß ausstellen, wenn sie nicht in der der Brunnenstraße entstandenen Streit ein Mann mit dem vor eigener Verantwortlichkeit bewahren wollte. Lehrer behauptet, Bage sein sollten, etliche hundert Arbeiter selbständig genügend Messer ins Gesicht gestochen und an der Nase und Ober- daß er erst durch eine Revisionsreise, die er selbst durch Bayern und zu unterstützen. Er halte diesen Vorwurf für durchaus bea lippe verlegt. Am 28. d. M. Vormittags starb ein Mann in Baden unternommen, festgestellt habe, wie Koh gewirthschaftet und rechtigt; es sei thatsächlich zu wenig gesammelt worden. Jeder feiner Wohnung, in der Friedrichstraße, infolge von Vergiftung. daß er diesen infolge dessen aus seinem Geschäft entlassen habe. organisirte Arbeiter müßte es sich zur Ehrenpflicht machen, ständig Nachmittags stürzte ein bei einem Arbeiter in der Kösliner Koh ist seiner Beit als ein Jugendfreund Lehrer's in dessen im Besige einer Sammelliste zu sein, um seine Mitarbeiter zu straße besuchsweise sich aufhaltender Mann von einem Blumen- Geschäft getreten, er ist trotz der vielfachen Beschwerden, die laufenden Beiträgen heranzuziehen. Namens seiner Gewerkschaft brett, auf das er in der Trunkenheit gestiegen war, aus dem gegen ihn einliefen, in seinem Amte als Reisender verblieben.( der Maler) fönne er erklären, daß diese bereit sei, in furzer 4. Stocke auf den Hof binab und erlitt so schwere Verlegungen, Welche Gefühle schließlich den Angeklagten Roh gegen feinen Beit auf diese Weise bis 400 m. aufzubringen. Textilarbeiter daß er bald darauf starb. Im Laufe des 22. und 23. d. M. ehemaligen Freund Lehrer beseelten, zeigt ein bei den Atten be- Schulz stellte fest, daß Listen stets in genügender Bahl fanden sieben unbedeutende Feuer statt, außerdem ein erheblicheres findlicher Brief Koh's an Lehrer, in welchem er diesen mit einer bei ihm( als Obmann des Kartells) zu haben zu haben waren, auf dem Grundstücke Hochmeisterstraße 6, wo der Dachstuhl des Fluth von Schimpfworten überhäuft:" Sie großer&...! Karl daß aber die Delegirten zu fäumig waren, welche zu fordern. Bordergebäudes und des rechten Seitenflügels durch einen Brand John nenne ich gegen Sie einen Engel an Ghrgefühl! Was Metallarbeiter Flemming bedauerte, daß aus Furcht vor fast völlig zerstört wurde. ist bei einem..... wie Sie sind heilig? Betrug und Gaunerei. Maßregelung die Arbeiter großer Fabriten wie bei Wild u. Wessel, Treiben Sie es nur so fort, wer den letzten Trumpf hat, ge- Spinn u. Sohn 2c. bisher nicht eine Sammelliste haben umherWitterungsübersicht vom 24. September 1894. winnt das Spiel zc. 20." Der Angeklagte Lehrer bekundet dagegen gehen lassen. Böttcher la tit gab bekannt, daß er bis jeŋt die höchste Verachtung gegen Koh. Den auffälligen Umstand, 800 m. auf Listen gesammelt und der Kommission der Brauerei daß er in Briefen sein Bedauern über Koh's Verhaftung ausgearbeiter ausgehändigt habe. Nachdem fast alle Delegirten drückt und anempfohlen hat, demselben einen tüchtigen Wer ihre Bereitwilligkeit ausgesprochen hatten, von jetzt ab theidiger zu bestellen, erklärt Lehrer durch Hinweis auf das Wort fleißiger das Sammeln zu betreiben, gelangte ein Antrag Christi: Segnet die Euch fluchen." Nach der Anklage sollen Regeraus, in dem sich die Delegirten verpflichten, die Reisenden der Firma vorzugsweise fleine Gewerbtreibende, mehr Listen als bisher in Umlauf zu sehen und diese alle 14 Tage Buchhändler, Bürstenmacher, Papierhändler, Photographen be abzuliefern, zur einstimmigen Annnahme. Ferner wurde be= fucht und diese zur Abnahme von Seifen und Parfümerien über- fchloffen, die zur Ausgabe gelangenden Listen mit dem Stempel redet haben. Die mit der geschäftlichen Gepflogenheiten nicht so des Vertrauensmannes der Partei zu versehen und in demselben vertrauten fleinen Leute sollen vielfach von dem Inhalte den Tag der Ausgabe zu vermerken. Den Gewerkschaftsder Schlußscheine nur ganz oberflächlich Kenntniß genommen, Vertrauenspersonen resp. den Revisoren steht jederzeit die Kontrolle theilweise auch in Blanko unterschrieben haben und dann höchst der Listen zu. Hierauf wurde die Präsenzliste verlesen. Es erstaunt gewesen sein, durch die Uebersendung der Waaren zu fehlten die Delegirten der Schmiede, der Kutscher, der Gärtner erfahren, daß fie ftatt für 50-60., für 150, 800, auch und der Töpfer, Den Töpfern gegenüber, welche sich anfänglich 600 m. bestellt hätten. Bielfach haben die Leute aus Scheu vor fo sehr für Gründung eines Kartells ins Beug legten, und nun, Weiterungen von gerichtlichen Schritten Abstand genommen. wo es vorhanden ist, sich nicht vertreten lassen, sprach die Vera Auffällig erscheint es der Staatsanwaltschaft auch, daß vielfach sammlung entschieden ihre Mißbilligung aus. Ein Antrag, die die Fakturen den Kunden nicht vorher, sondern erst in der be- Gewerkschaften aufzufordern, für jeden Delegirten noch einen treffenden Waarentiste zugestellt worden und daß die Kisten Stellvertreter zu wählen, fand Annahme. häufig äußerlich genau in der Höhe des Betrages deklarirt Der Bügler-, Stepper- und Zuschneider- Verein Norden" tagt waren, in welcher die betreffenden Kunden nach ihrem besten jeden Dienstag Abend 9 Uhr bei Voigt, Fehrbellinerftstr. 34. Auch befindet Wissen ihre Bestellungen wirklich gemacht hatten. Der Ange- fich dort der Arbeitsnachweis. flagte Lehrer giebt für alle diese Dinge nicht ungeschickte Gr- ben 25. September, Abends 8 Uhr, im Restaurant Stübter, Neue Grüns Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, flärungen und bleibt dabei, daß er keinen seiner Mitangeklagten firaße 38, Borstandsfizung. zu unreellen Handlungen angestiftet und auch noch keiner der Ganverein Berliner Sildhauer. Siehe Inserat in diefer Nummer. Reisenden eine solche Behauptung aufgestellt habe. Nach seiner Meinung haben sich sehr viele der Belastungszeugen erst betrogen gefühlt, nachdem die Staatsanwaltschaft mit bezüglichen Anfragen an sie herangetreten war. weis beachten. Stationen. Barometer stand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Swinemünde 760 NNW Hamburg 762 Still Berlin 761 NW Wiesbaden. 756 NW München 762 SM Wien 761 A Haparanda 766 N Petersburg 758 NND Cort. 759 N Aberdeen Paris 762 SSM 758 B Windstärke - 1221221322 Wetter 2 halb bebedt bedeckt wolkenlos bedeckt wolfig wolkig Temperatur 288398( nach Celfins 50 G. 4° R.) 12 6 13 12 12 bedeckt 1 bedeckt 5 woltig 11 wolfig 9 Regen 15 Wetter- Prognose für Dienstag, den 25. Sept. 1894. Ruhiges, ziemlich fühles, vorherrschend wolkiges Wetter mit was Regen. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Beitung. Das trübe Kapitel von der Rohheit und Rauflust der fog. Gebildeten lag am Montag wieder aufgeschlagen in einer Berhandlung, die sich vor der siebenten Straffammer des Landgerichts I abfpielte. Es handelte sich um ein Nachspiel zu dem Duell zwischen dem Dr. med. Röwer und dem MilitäreffektenZabrikanten de la Croix, bei dem Röwer sein Leben einbüßte. " Auch der zweite Angeklagte Grothe bestreitet, von Unreellitäten der Reisenden Kenntniß gehabt zu haben. Er war Besiger eines Materialwaaren- Geschäfts in Dortmund und ist 1888 nach Berlin gekommen. Er ist f. 3. Buchhalter bei John 11 Dermischtes: Ans New- York wird berichtet: Durch den Cyklon, der am Freitag über eine Landstrecke von 200 englischen Meilen hinging, sollen 9 Städte und Dörfer zerstört und ungefähr 60 Mens chen umgekommen fein. Eine Fenersbrunft zerstörte am Sonnabend das Militärhospital in Saragossa. Ueber ein furchtbares Eisenbahn- Unglück wird aus Madrid berichtet: Auf der Station Moncada erfolgte am Sonntag ein Zusammenstoß zwischen zwei Personenzügen, von denen einer mit Wallfahrern zum Muttergottesfeste nach Barcelona dicht besetzt war. 40 Personen wurden theils getödtet, theils schwer verwundet. Briefhaffen der Redaktion. E. N. Derartige Ueberweisungen sind nicht angängig. Er-| Brüder" durch F. Wilte 57,90. Bon brei Stat- Mauschlern in den heben Sie entweder das Honorar und verwenden Sie es zu ge- Arminhallen 0,50. Rothe Geburtstagsfeier Schwedterstr. 248, 2,60. dachtem Zweck oder verzichten Sie auf dasselbe. Bierprozente der Prächtel'schen Polirer 2,10. Gürtler, RitterM. M. Ein Hauswirth hat keineswegs das Recht, jemandem, straße 90, außer Einem 4,50. Unglücksstelle 6,50. Von einem der einen Miether mit deffen Einwilligung besuchen will, das Antisemiten aus der Alten Jakobstr. 1,-. Ueberschuß vom 5. 8. Betreten des Hauses zu verbieten. Der Betroffene wird gut P. L. u. Co. 4,05. R. u. H., 6 Pers. 6,50. Mechaniker von thun, gegen den Wirth wegen versuchter Nöthigung Strafantrag Sirschmann 6,40. Auf einer vergnügten Einsegnung gef. 1, zu stellen, und braucht sich an des Hauspafchas Gebot nicht den Gef. beim 2. Stiftungsfest des Tanzlehrervereins Solidarität" 7, Deut zu fehren. Amerif. Auktion auf d. Hochzeit des Gastwirths Alban Albert, B. B. 99. Am 1. Oktober. 2. Soviel uns bekannt, nein. Neanderstr. 13, 6,-. Von den Laubenbesizern im Zukunfts3. Ja. staat durch Thrum 70,-. Rabatt vom ringfreien Bier Alter Abonnent. Soviel ersichtlich sind Sie noch durch von B. Bir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Bal 2. 4,15. Ein Schuß Don hinten, Baum, anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. den alten Vertrag gebunden. Sprechen Sie mit demselben nach Gräfestraße 1,20. 2. M., Buchdrucker 1,50. Ueberschuß einer 2. Or. Die für den Regierungsbezirk Potsdam auf im dem 25. d. M. vor. Kranzspende 5,-. Mehrere Arbeiter v. J. Mühlich, SophienSommer 11, im Winter 10 Uhr festgesette Polizeistunde darf P. S. 85. Eines Anwalts bedarf es zu der Klage nicht. ftraße 21, 7,65. Auktion eines Kaviarbrötchens auf allerdings nicht willkürlich für einen Wirth allein festgesetzt und Sprechen Sie nach dem 25. mit dem Statut der Gewehrfabrik dem Kränzchen Flugton- Verein Wedding 5,25. Gastwirth den übrigen Gastwirthen verlängert werden. Niemand darf ge- zwischen 12 und 1 Uhr vor. R. Thalmann, Wasserthorstr. 22 1,-. Tischlerei von schlossenen Gesellschaften verbieten, so lange sich zu unter- G. J. Sie müssen vorläufig zahlen. Beschweren Sie sich Settwig, Wasserthorstr. 19, 2. State 1,50. Gesammelt in halten, wie sie wollen. Nur dürfen Sie als Schankwirth nicht direkt beim Minister über diese in Preußen geradezu berufsmäßig Strausberg beim Stiftungsfest des Gesangvereins„ Liedesnach 11, beziehentlich nach 10 schänken. Haben Sie der ge- gewordene Bummelei in Beschwerdesachen. freiheit II" 14,15. Bergolderei Beughofstraße, B. 3,40. schlossenen Gesellschaft vor 11, beziehentlich 10 Uhr z. B. ein H. V. 100. Leider nein: wenden Sie sich an den Bezirk Brandenburg des Verb. der deutschen Buchdrucker 25,-. Achtel verkauft, so wird die geschlossene Gesellschaft schon selbst Magistrat. Stattlub Gemüthlich" 3,-. Statklub Tournee, Wrangelstr. 84, verstehen, das von ihr gekaufte Bier zu verzapfen. Wissen Sie Ueberschuß vom Vergnügen 75,75, dabei vom Genossen Ullrich, nun, was Sie zu thun haben? Wenn ein Polizeibeamter das Briefhaffen der Expedition. Waldemarstraße Nr. 15 5,-. Kinderfest der Bergkolonie von einsehen zu können, mangels der ihm von der Königlichen Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner Kraufen an der Samariterkirche 3,-. Gewerkschaftskartell in Regierung zu Potsdam jüngst abgesprochenen Fähigkeit, ein: Kontobucharbeiter, Kochstr. 9, 7,70. Schlesischer Stat, Lüneburg 50,-. Durch Start in Reutlingen 9,95. Vom Begriffe scharf zu unterscheiden, außer Stande fein und Café Schiller, 1,40. Die rothen Bürgerheimer, amerita- Männer- Gesangverein Forst bei einer amerikanischen Auktion in Feierabend gebieten sollte, so müssen Sie ja im Rechtsstaat nische Auktion, zwei Bigarren 8,15. Wangen f. Allgäu, Gaffen 9,30. Von einem jungen Mädchen in der Ethischen Breußen zunächst sich fügen. Alsdann sieht Ihnen das Recht zu, durch Wiefener 1,20. Rothe Einsegnung, gesammelt Gesellschaft gesammelt am 23. September 9,30. Durch Puppenauf Schadenersaß zu flagen. Der Geldbeutel ist in unserem bei König, Christburgerstr. 46, 0,75. Schlesischer Stat Café müller 3,-. Werkstatt Golz, Gtaligerstr. 24a, 1,00. Tischlerei Klaffenstaat so ziemlich der einzige Faktor, um allenfalls gewissen Schiller 1,40. Gef. bei einer Hochzeit Sandstr. 1b durch Schröder Jungnickel, Zangestr. 109, 2,-. Beamten die Gesezeskenntniß einzubläuen, die bei jedem Ar2, Verein der Ackerpächter der Kolonie Neuseeland 20,- Summa 456,05 Mart. Bereits quittirt: 10 529,27 Mark; in beiter ohne weiteres als vorhanden vorausgesetzt wird. Die drei Anarchisten bei Müller 1,30. Verein" Die lustigen Summa 10 985,32 m. Für den Inhalt der Injerate über Adolph Ernst- Theater Zum 18. Male: nimmt die Redaktion dem Publitum Lolotte's 28 Tage. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 25. September. Opernhaus. Die Verlobung bei der Laterne. Die verkaufte Braut. Schauspielhaus. Das Leben ein Traum. Gesangspoffe in 3 Aften v. H. Raymond u. A. Mars. Musik v. Viktor Roger. ( Novität.) Die neuen Dekorationen sind aus dem Atelier des Herrn Lütkemeyer in Koburg. In Szene gefett v. Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Borstellung. Semug Cheater, Bohlthäter be Passage- Panopticum. Menschheit. der Berliner Theater. Die GroßstadtIuft. Neues Theater. Perrichons Reise. Der sechste Sinn. Schiller- Theater. Die Räuber. Deutsches Theater. Die Weber. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Demi- Monde. Theater Unter den Linden. Drpheus in der Unterwelt. Bellealliance Theater. Kyrig Pyriz. Adolph Ernst- Theater. 28 Tage. Lolotte's Central- Theater. D! diese Berliner! Alexanderplat- Theater. Ein Modell. Ein alter Sünder. National Theater. Die Kleinste Baronin. Ein fleines Miß verständniß. Apollo Theater. Spezialitäten Borstellung. & 51 wilde Beiber aus Dahomey. Die Herenschaukel, neueste Illusion. Circus Renz ( Carlstrasse) Mittwoch, 26. September, Abends 7 Uhr: EröffnungsSaufmann's Variété. Spezialitäten Gala- Vorstellung. Vorstellung. M Parodie Theater. Spezialitäten. Vorstellung. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Dienstag, 24. Septb., Abends 8 Uhr: Die Räuber. Mittwoch, 25. Sept., Abends 8 Uhr: Der Menonit. Donnerlag, Sonnabend, Sonntag: Der Veilchenfresser. Freitag: Der Menonit. Central- Theater alte Jakobßtraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. 6. Anna Bäders. Josefine Dora. Bum 24. Male: O! diese Berliner 0! Große Poffe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musik von Ju. Einödshofer. Raffeneröffnung 612 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! National- Theater. Festlicher Aufzug des gesammten Personals u. gr. Walzer- Divertissement. Bagdad Bjähriger arabischer Vollblut- Schimmet hengst, in kurzer Zeit in Freiheit dressirt u. vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. Hierauf: Carousell von 25 Rapphengsten. ( In Gleichmäßigkeit u. ähnlicher Dressur in feinem anderen Marstall vorhanden.) Dressur u. Vorführung v. Dir. Fr. Renz. El Bolero, geritt. v. 6 Damen und 6 Herren in original- spanischen Prachtkostümen mit 12 Schulpferden. Erstes Auftreten des Frl. Wally Renz, ( Tochter d. Direktors) als Schulreiterin mit 6. oftpreußischen Hengst Cromwell. Bum 1. Male: Liberador, oftpreußischer Rapphengst in der hohen Schule dressirt u. ger. v. Hrn. R. Renz. Konkurrenz- Springschule geritten v. d. Damen Frl. Wally Renz u. Frau RenzStark. Noch nie dagewesen: Der Esel als Kunstreiter zu Pferde, Original- Dreffur des Herrn Mesquetz. Auftreten aller neuengagirten KünstlerSpezialitäten 1. Ranges u. a. der weltberühmten Bonhairs unvergleichlichen ikarischen Spiele; die renommirten Luftkünstler 3 Gebr. Wortley. Die Clowns Busto, Gebr. Villand, Leopold und Cardini und der beliebte August Mr. Lavater Lee, 2c. 2c. Für die Eröffnungs- Vorstellung erhöhte Preise: = Logen Borderplay 6 Mt., Logen Sinterplay 5 Mt., Parquet 4 Mt., Tribünenfi 8 Mt., 1. Rang- Balkon 2,50 wt., 2. Platz 1 Mt., Galerie ( Stehplay) 50 Pf. Kinder unter zehn Große Frankfurterstraße 182. Jahren in Begleitung Erwachsener Gastspiel der Liliputaner, der bezahlen 1. Rang- Balton und 2. Platz rühmten sieben Zwerge mit eigener, bie Hälfte, alle übrigen Plätze volle vollständiger Theatergesellschaft: Preise. Billet- Verkauf am Eröffnungstage Mittags von 11 bis 2 Uhr und Nachmittags von 5 Uhr ab. Billetbestellungen per Telephon werden nicht berücksichtigt. Die kleinste Baronin. Große Poffe mit Gefang in 4 Alten. Mufit von verschiebenen Komponisten. In Szene gefeßt vom Regiffeur Arthur Ramin. Vorher: Ein kleines Missverständniss. Luftpiel in 1 Aft. Regie: Mar Samst. Kaffenöffnung 6/2 Uhr. Anf. 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Vorstellung. " Sanssouci Rottbuserstraße 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger -( Meysel, Häckel, Fitro, Britton, Eberius, Die öffentliche Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis findet am Dienstag, den 25. September 1894, Abends 8½ Uhr, in 279/8 ( Often) Breuer's Salon, Gr. Frankfurterstr. 74, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Georg Wagner über:" Die Bekämpfung der Sozialdemokratie durch die Volksschule." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegen heiten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu era scheinen, da die neuen Statutenbücher zur Ausgabe gelangen. Gäste haben Butritt. Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein Steidl und für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Blank). Anfang Sonntags 7 Uhr, Wochen= tags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) sind im Borver Reßler, Rottbuferplag, zu haben. tauf in der Bigarrenhandlung von Stets wechfeindes, amüsantes Programm. Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase bas fleinste Menschenkind. Dienstag, den 25. September, im Lokale Perlebergerstraße 13, Moabit: Versammlung. Tagesordnung: " 1. Vortrag des Genoffen Jahn über: Die Entstehung der Volksa wirthschaft, 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragetasten. 288/13 Der Vorstand. Gauverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 25. September, Abends 8 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16: Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl des zweiten Vorsitzenden. 3. Vortrag des Herrn Dr. Lux über: Die weitere Entwickelung der Gewerkschaftsbewegung. 4. 71/10 Merikanische Riesen- Cacteen Diskussion. 5. Verschiedenes. in noch nie gesehener Größe. Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Baffage). Der Bombardier im Fener! Burleske mit Gefang und Tanz. Regie: Edwin Stempel. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Wochentags 71/2 Uhr. Anfang Sonntags 61/2 Uhr. ( Wochent. 20, reserv. 30 Bf. Entree Sonnt. 40, referv. 60 f. R. Winkler. Genossen wurden hoch erfreut Durch die Geburt eines schwieligen Otto Schweiher, Vergolder, nebst Frau. 8174b Zur Beruhigung des Herrn Meiling erkläre ich hiermit: Wer mir nachweisen kann, daß ich während der Boykottzeit außer dem Bier des Herrn Frik Reichenkron ein Faß anderes Bier verzapft habe, zahle ich 300 Mark in die Unterftüßungskaffe. 3169b C. Dornbusch, Schöneberg. Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme bei der Beerdigung unseres dahin gefchiedenen Bruders Diejenigen Mitglieder, die mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, werden ganz besonders auf die Bestimmungen des Statuts, der Reglements und die vom Zentralvorstand in der Bildhauer- Zeitung" erlassenen Aus. führungsbestimmungen aufmerksam gemacht. Im eigenen Intereffe eines jeden Mitgliedes liegt es, Refte zu vermeiden. Der Vorstand. Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend. Wander- Versammlung am Mittwoch, den 26. Sept., Abends 8 Uhr, im Concerthaus Sanssouci, Rottbuser- Straße Nr. 4a. Zages Ordnung: 119/3 1. Vortrag des Genossen Pens- Dessau über:" Das astronomische Weltall und der Mensch." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Da es der letzte Bortrag des Genossen Peus vor Antritt seiner sechsmonatlichen Gefängnißstrafe ist, so ersuchen wir um rege Betheiligung besonders der Frauen. Der Vorstand. Achtung, Maurer! Außerordentl. Mitglieder- Versammlung der Filiale II des Zentralverbandes deutscher Maurer am Mittwoch, den 26. d. M., Abends 8 Uhr, in den ,, Arminhallen"( oberer Saal), Kommandantenstraße Nr. 20. Tages Ordnung: Wie stellen sich die Mitglieder zu den Behauptungen des Bauhandwerker":" Unsere Mitglieder heben die Solidarität der Berliner Arbeiterschaft auf" und die hiesige Verbandsfiliale ist nur ein Vorwand, Streikbrecher fpielen zu können." 191/6 Diejenigen Maurer, welche die Kontrolle über die Bausperre Landwehr straße 37 ausgeübt haben, sind besonders eingeladen. Der Bevollmächtigte. Achtung! Schmiede. Achtung! 81676 Zwei große öffentliche Versammlungen der Schmiede Berlins und Umg. Paul Schott fagen wir hiermit dem Wahlverein des 3. Berliner Reichstags Wahlkreises, 116M fowie dem Verband der Buchbinder", Fr. Renz, Kgl. Kommissionsrath. Armin- Hallen Sommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Für den Norden Tages Ordnung: der Zentral- Krankenkasse derselben und Mittwoch, den 26. September, Abends 812 Uhr, bei Rehlit, Bergstr. 12. den Genoffen des Buchbinder- Gesangvereins und allen übrigen Theilnehmern unferen innigsten Dank für die letzt erwiesene Ehre. Die Hinterbliebenen. Robert Schott. Helene Schott. Regulateure, größtes Lager Berlins, Taschenuhren. M. L. Böttcher, Friedenstr. 101( am Landsb. Plaz). 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Fr. Bubeil über: Warum ist der Reichthum der Fluch der Armen?"" 2. Diskussion. 3. Verfchiedenes, Für den Osten 280/3 Donnerstag, 27. Septbr., Abends 81/2 Uhr, bei Hoffmann, Oranienstr. 180. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Pfannkudy. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Achtung Parteigenossen! Freitag, den 28. September, Abends 82 Uhr: 6 große öffentliche Partei- Versammlungen in folgenden Lokalen: 1. Wahlkreis: Dem Sangesbruber E. Aeissen zum heutigen Wiegenfefte die herzlichste Gratulation. Gesangverein der Kupferschmiede( I. Tenor). 31616 Adelheid Pokrant. Eduard Stentzel. .Verlobte. 31655 Stenographie! Der Verband d. Arbeiter- Stenogr.- Vereine eröffnet in nachstehenden Lokalen Unterrichtskurse in der leicht erlernbaren Neu- Stolze'schen Stenographie: Montag, den 1. Oktober, Abends, 81/2 Uhr, Restaurant Hilgenfeld, BergMehlhaus, Cantiauplatz. Referent: Gestrasse 60. nosse Timm. 2. Wahlkreis: Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Refer: Reichstagsabg. Gen. R. Fischer. 3. Wahlkreis: Möhring, Admiralstraße 18c. Donnerstag, den 4. Oktober, Abds. 81/2 Uhr, Restaurant Zubeil, Lindenstrasse 106. 109/5 Der Unterricht findet wöchentlich einmal am Montag resp. Donnerstag statt. Dauer 12-14 Stunden. Unterrichtsbeitrag 3 M. für den ganzen Kursus resp. 30 Pf. für die Stunde. Anmeldungen nimmt entgegen: Maurer& Dimmick, Elisabeth- Ufer 55; Joh. Sassenbach, Jnvalidenstr. 145. Zur ersten Stunde hat Jedermann unentgeltlich Zutritt und werden vor und Anmeldungen entgegen genommen. Referent: nach derselben weitere Reichstagsabg. Gen. Vogtherr. 4. Wahlkreis: Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 24. Referent: Reichstagsabg. Gen. P. Singer. 5. Wahlkreis: Nieft's Salon, Weberstr. 17. Referent: Reichstagsabg. Gen. R. Schmidt. 6. Wahlkreis: Colberger Salon, Colbergerstraße 23 a. Refer: Reichstagsabg. W. Liebknecht. Tages- Ordnung in allen Versammlungen: 1. Berichterstattung der Delegirten über die Brandenburger Provinzial- Konferenz. 2. Der diesjährige Parteitag in Frankfurt a. M. 3. Stellung und Diskussion zu den Anträgen. 4. Wahl der Delegirten. Achtung! Die Vertrauenspersonen. Achtung! Gesangverein Männerchor ,, St. Urban Sonnabend, den 29. September 1894: 2634b Achtung! Bahnersat, auch Theilzahlung, ahlung wöchentlich 1 Mart. Laufiger Platz 2. Guckel, Gafferstr. 12. Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesellschaft sucht für Berlin u. die Provinz Haupt- u. Spezial- Agenten. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch feftes Gehalt werden zugesichert. thatge Stamps Spezia Buchhandlung des„ Vorwärts" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. 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Diesem Wunsche will das Buch Dr. Lampa's gerecht werden, so daß dasselbe mit Fug als eine Naturphilosophie im wahren Sinne des Wortes bezeichnet werden darf, die erste, welche sich an einen größeren Leserfreis wendet und für ihn geschrieben ist. Ein Theil des Werkes ist in der Wiener ,, Arbeiter- Zeitung" veröffentlicht worden und behandelt die Grundprobleme, die allgemeine Schwere, die Wärme und die Kosmogonie; die weiteren Partien find der Elektrizität gewidmet, denn die magnetischen Erscheinungen und die Erscheinungen des Lichtes stellt der Verfasser, entsprechend den neuesten Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung, im Zusammenhang mit den elektrischen Erscheinungen dar. Alle Buchhandlungen und Kolporteure nehmen Bestellungen entgegen und sind in den Stand geseht, Heft zur Ansicht vorlegen zu können. Empfehle mein Geschäft in friscaen. Werthe Parteigenoßen! 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September enthaltenen Inserats! Ganz besonders aber erlauben wir uns darauf hinzuweisen, daß auch diejenigen der werthen Abonnenten, welche nach einem entfernteren Stadttheil oder den nächsten Vororten verziehen, auch dahin ohne 65 M.; Plüschgarnitur 60 u. 100 m.; Paneelsophas 80 M.; Buffets, Silberschränke, Herren- Schreibtische, Schreibfetretäre, Bylinder- Bureaux, Spiegel ( wenig gebrauchte) zu halben Preisen und sollte es Niemand versäumen, wer gut und reell kaufen will, mein großes Lager zu besichtigen. Gekaufte Möbel werden bis Oktober kostenfrei aufbewahrt, transportirt und aufgestellt. Schützenstr. 2, Möbelfabrik. S 37 37 Als anerkannt reelle und billigste Einkaufs- Quelle des Süd- Ostens für Unterbrechung den bisher bezogenen Lesestoff pünktlich zugeftellt erhalten Gold-, Silber-, Alfénidewaaren( Eg.Fabr.) goldene u. silberne Uhren empfiehlt sich H. Gottschalk, fönnen; durch die von uns getroffene Einrichtung ist jedes unserer Mitglieder in der Lage und auch verpflichtet, dies zu bewirken. Die neue Adresse, sowie den Tag des Umzuges wolle man dem bisherigen Spediteur schon vorher recht genau mittheilen; sollte letzteres versäumt werden, oder sollten wider Erwarten die Wünsche der verziehenden Leser seitens unserer Mitglieder unberücksichtigt bleiben, so bitten wir dies dem hier Unterzeichneten unter Angabe der neuen und alten Adresse, sowie den Namen des betreffenden Spediteurs gütigst mitzutheilen und zwar nach unserer Bentralßtelle Sw., 37 Jerufalemerstraße 62. Die Zustellung erfolgt alsdann ungefäumt. Hochachtungsvoll 109/6 Der Vorstand der Freien Vereinigung der Berliner Zeitungsspediteure und Verkäufer. STEMPEL CONRAD Die besten u. billigsten Möbel- Kaufgelegenheit Stempel macht 6622 Berlin NW. bietet sich Brautleuten zc. im MöbelGohkowskyftr. 5. speicher, Geschäftsstempel von 1 Mart an. 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Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 223. Dienstag, den 25. September 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Achtung! Gewerbegerichts- Wähler! Arbeiter, Parteigenossen! Am 26. September d. J. finden von Mittags 12 bis Abends 9 Uhr die Ersatzwahlen zum Berliner Gewerbegericht statt. Bur Theilnahme an diesen Wahlen sind nur die jenigen berechtigt, welche ihre Eintragung in die Wählerliste bewirkt haben. Die Wahl ist geheim und findet mittels Stimmzettel statt, die an allen Wahllokalen ausgegeben werden. Versäume also niemand, sein Wahlrecht auszuüben! Nachstehend bringen wir die korrigirte Kandidatenliste mit Angabe der Wahlbezirke und Wahllokale zur Kenntniß und erfuchen die Genoffen, sich am Wahltage möglichst frühzeitig zur Wahl zu begeben, um den Andrang in den Wahllokalen in den Abendstunden zu vermeiden. Auch werden die Genossen ersucht, sich möglichst mit Legitimation( Steuerzettel 2c.) zu versehen, um auf Verlangen sich legitimiren zu können. Außerdem machen wir noch besonders auf das am Mittwoch, den 26. September, an den Anschlagsäulen erscheinende Wahltableau aufmerksam. 1. Wahlbezirk: 1 Beisiger, 70 Wähler. Wahllokal: Gemeindeschule, Hinter der Garnisontirche 2. Kandidat: Paul Stößel, Buchdrucker, Brüderstr. 32. Ers. Paul Köhler, Wäsche Arbeiter, Mendelssohnstr. 10. 2. Wahlbezirk: 1 Beisitzer, 70 Wähler. Wahllokal: Gemeindeschule Niederwallstr. 6/7. Kandidat: Richard Wegener, Schloffer, Oranienstraße 23a. Erfahmann: Theophil Grees, Maler, Ritterftraße 13. 4. 28ahlbezirk: 2 Beifizer, 140 Wähler. Mahllokal: Krausenstr. 49 bei Krieger. Kandidaten: Franz Behl, Töpfer. Eberswalderstraße 28. Paul Fleischer, Weber, Landsberger Allee 2.- Erfagmann: Reinhold Clemens, Tischler, Falckensteinstr. 38. 5. Wahlbezirk: 1 Beisiger, 159 Wähler. Wahllokal: Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. Kand. Carl Butry, Tabatarbeiter, Stralsunderstr. 17, 2 Tr. Ers. Otto Riemer, Töpfer, Veteranenstr. 19. 6. Wahlbezirt: 2 Beisiger, 100 Wähler. Wahllokal: Schönebergerstr. 6 bei Scholl. Rand.: Albert Faber, Buchdrucker, Neue Maaßenstr. 50, Mar Zemte, Zsche- Arbeiter, Neu- Weißensee, Lederstr. 117, 2 Tr. Ers. Emil Liebers, Wirter, Höchstestr. 19. 7. Wahlbezirt: 1 Beifizer, 25 Wähler. Wahllotal: Gemeindeschule, Genthinerstr. 4. Rand. Heinrich Rühl, Xylograph, Kazzlerstr. 19. Ers. Martin Müller, Stuckateur, Swinemünderstr. 122. 8. Wahlbezirk: 2 Beisiger, 270 Wähler. Wahllokal: Steinmetzstr. 79, Turnhalle. Hermann Hedtke, Rollfutscher, Dragonerstr. 31. Erf.:[ Hartig, Zapezirer, Statigerstraße 69; Hermann Grap August Kleemann, Appreteur, Frankfurter- Allee 98. 12. Wahlbezirk: 2 Beisiger, 2520 Wähler. Wahllokal: Gemeindeschule, Lausitzer- Plaz. Theil I: Turnhalle; Theil 11: In der Aula. Rand.: Albert 3ander, Schneider, Naunynstr. 37; Friz Gaßmann, Schlächter, Neue Königfir. 17. Ers Wilhelm Schlaack, Maler, Grüner Weg 37. 13. Wahlbezirk: 3 Beisiger, 715 Wähler. Wahllokal: Rand.: Wilh. Rottonau, Silberarbeiter, Urbanstr. 35; Hermann Schimansty, Stereotypeur, Adlershof, Hellwig ftraße 18; Robert Süsler, Konditor, Schönholzerstr. 8. Ers. Friedrich Lippehner, Lohgerber, Stralauerstr. 58. 14. Wahlbezirt: 4 Beisiger, 855 Wähler. Wahllokal: Mariannenufer la, Turnhalle. Reichenbergerstr. 44/45, Turnhalle. Kand.: Adolf Roth, Kellner, Dragonerstr. 46a; Ibert Seifert, Tabakarbeiter, Höchstestraße 43; Karl Petric, Putzer, Lübbenerstr. 7; Gruit Danzig, Schneider, Tiekstr. 34. - Ers.: Christian Manske, Buyer, Pasewalferstr. 9. 15. Wahlbezirk: 1 Beisiger, 410 Wähler. Wahllokal: Naunynstr. 63, Turnhalle. Kand.: Heinrich Hante, Nobrleger, Langestr. 87. Erj.: Max Leonhardi, Zimmerer, Uferstr. 14e. 17. Wahlbezirk: 1 Beisiger, 895 Wähler. Wahllokal: Brandenburgstr. 78/79, Turnhalle. hold, Wäsche Arbeiter, Danzigerstr. 27. Grs.: Rich. Beyer, Metalldrücker, Wienerstr. 20. Wahllokal: 30. Wahlbezirk: 2 Beisiger, 117 Wähler. Münzhof, Münzstr. 20. Kand.: Gustav 2ätsch, Uhrmacher, KI. Auguststr. 4a; Joseph Hartmann, Metalldrücker, Reichenbergersir. 78. Ers. Friz Klugmann, Kellner, Naunynstr. 11a. 31. Wahlbezirt: 1 Beisitzer, 116 Wähler. Wahllokal: Gipsstr. 23a, Turnhalle. Rand.: Adolf Schulz, Schneider, Simmerstraße 86.Ers.: Herm. Holznagel, Tabatarbeiter, Stralsunderstr. 58. 82. Wahlbezirk: 1 Beisiger, 307 Wähler. Wahllokal: Weißenburgerfir. 4a, Turnhalle. Kand.: Emil Beutner, Kürschner, Christinenfir. 25.Ers.: Heinrich Banse, Droschkentutscher, Lehrterstr. 41. 35. Wahlbezirt: 3 Beisiger, 686 Wähler, Wahllokal: Schwedterstr. 232/234, Turnhalle. Kand.: Karl Thieme, Töpfer, Brunnenstr. 94; Rudolf Hanig, Wäschearbeiter, Straußbergerstr. 40; Adolf Haier, Weber, Langeſtr. 66. Erf.: Albert Freude, Hausdiener, Lichtenbergerstr. 20. 36. Bahlbezirk: 5 Beisiger, 1121 Wähler. Wahllokal: Kastanien- Allee 82, Turnhalle. Rand.: Otto Schröder, Kellner, Sebastianstr. 83. 23 eihmann, Ers.: Hermann Warnke, Lacirer, Urbanstr. 51, 18. Wahlbezirt: 2 Beisitzer, 270 Wähler. Wahllokal: Alte Jakobstr. 127, Turnhalle. Kand.: Rudolf Millarg, Einseßer, Lehrterstr. 22; Julius Ditrich, Maurer, Schwedterstr. 29.- Ers.: Kart Bederhause, Möbelpolirer, Oranienstr. 169. 19. ablbezirk: 1 Beisiger, 270 Wähler. Wahllokal: Stallschreiberstr. 54, Turnhalle. Kand.: Ernst Berthahn, Schriftgießer, 3ossenerstr. 11. Erf.: Richard Mehring, Vergolder, Manteuffelstr. 9. 20. Wahlbezirk: 3 Beisiger, 329 Wähler. Wahllokal: Schmidstr. 38, Turnhalle. Rand.: Miljör Wilde, Schneider, Alte Jakobstr. 53; Mar Mörschel, Kellner, Schwedterstr. 47; Karl Reth= misch, Tabalarbeiter, Fürstenbergerstraße 4. Grs.: Gott ieb Miller, Bretterträger, Urbanstr. 65. 21. Wahlbezirk: 2 Beisiger, 196 Wähler. Wahllokal: Armin Hallen, Kommandantenstr. 20. Kand.: Wilhelm Schulze, Schneider, Hollmannstr. 38; Karl Reising, Schneider, Dresdenerstr. 107/108. Ers. Robert Ahrens, Tischler, Kottbuserstr. 6a, 23. 28 ahlbezirk: 1 Beisitzer, 371 Wähler. Wahllofal: Krautstr. 43, Turnhalle. Kand.: Gustav Nagel, Wäschearbeiter, Schwedter ftraße 241. Ers.: Heinrich Wentter, Maler, Memeler Straße 61. 26. Wahlbezirk: 4 Beisiger, 742 Wähler. Wahllokal: Tilsiterstr. 4/5, Turnhalle. Kand.: Adolf Kern, Porzellanarbeiter, Stendalerstr. 17;| Rastanien- Allee 27. Wilhelm Graß, Schneider, Solmsstr. 19, Ers.: Kari Springer, Kürschner, Anklamerstr. 1. 9. Wahlbezirk: 3 Beisitzer, 282 Wähler. Wartenburgstr. 12, Turnballe. Wahllokal: Kand.: Ernst Obst, Zimmerer, Blumenthalftr. 8; Linus Kleinert, Stuckateur, Bülowstr. 40; Ibert Michaelis, Handschuhmacher, Buttmannstr. 8.- Ers.: Herm. Böhling, Maler, Warschauerstr. 5. 11. Wahlbezirt: 3 Beisiger, 1497 Wähler. Wahllokal: Gräfestr. 88, Turnhalle. Rand.: Martin Baumberg, Drechsler, Mittenwalder straße 40; Wilhelm Arndt, Packer, Gneisenaustr. 32; Theater. " Kand.: Friedrich Scheibe, Lohgerber, Köpnickerstr. 70a; Oswald Daste, Stuckateur, Brunnenstraße 88; Paui Wäschearbeiter, Lausigerplay 1; Starl Metzner, Böttcher, Hussitenstr. 16; Ernst Tschernig, Kistenmacher, Fürstenstraße 17.- Ers.: Wilh. Woywodtta, Biseleur, Klopstockstr. 40. 37. Wahlbezirf: 2 Beisiger, 1225 Wähler. Wahllokal: Puttbuferstr. 23, Turnhalle. Kand.: Henning Lund, Hutmacher, Prenzlauer Allee 11; Paul Köhler, Mechaniker, Mariannenstr. 12. Erfaßmann: Aug. Rosenstengel, Rollkutscher, Markusstr. 24. 38. Wahlbeairt: 2 Beisiger, 281 Wähler. Wahllokal: Pflugstr. 12, Turnhalle. Rand.: Friedr. Bruder, Handschuhmacher, Brunnens straße 91; May Rabitsch, Konditor, Rytestr. 28.- Ers.: Heinrich Jahns, Buchdruckereiarbeiter, Holamartistr. 18. 39. Wahlbezirk: 2 Beisiger, 88 Wähler. Wahllokal: Hannoverschefir. 9, Turnhalle. Rand.: Otto Schenker, Bauanschläger, Brunnenstr. 65; Hermann Stubbe, Schneider, Adalbertstr. 21.- Erf.: Erwin Weytopf, Zapetendrucker, Rückerstr. 5. 40. Wahlbezirt: 3 Beisiger, 1508 Wähler. Wahllokal: Bremerstr. 18/17, Turnhalle. Rand. August Stiller, Droschkenkutscher, Lübeckers straße 4; Gustav Wangenheim, Rolltutscher, Blankens feldestr. 5; Karl Neumann, Schlächter, Antonftr. 26. Ers.: Wilhelm Röhr, Wäschearbeiter, Friedrichshagen, Scharnweberstr. 43. 3341. 28 ab Ibez.: 2 Beisitzer, 1521 Wähler. Wahllokal: Ruheplasstr. 5/7, Turnhalle. Rand.: Karl Büttner, Schneider, Kronenstraße 49; Richard Hagen, Töpfer, Muskauerstr. 14.- Erf.; Louis Schädlich. Lithograph, Rytestr. 15/16. 42. Wahlbez.: 2 Beifizer, 1431 Wähler. Wahllokal: Freienwalderstr. 39, Turnhalle. Kand.: Wilhelm Gaßmann, Bauarbeiter, Grüns thalerstr. 67; Paul Schröder, Bauarbeiter, Kolonieftr. 148, Erf.: E. Kummert, Hutmacher, Pankow, Raiser Friedrichs straße 15. Kand.: Oskar Ficius, Rohrleger, Friedrichsfelderstr. 38; Emil Stalsky, Rohrleger, Kleinbeerenstr. 25. Karl Haase, Schneider, Johannisstr. 12. Wilhelm Ganzius, Drechsler, Ackerstr. 132,-Ers.: Eduard Schley, Wäschearbeiter, 27. Wahlbezirk: 1 Beisiger, 379 Wähler. Wahllokal: Strausbergerstr. 9, Turnhalle. Kand.: Karl Lücke, Zinkgießer, Staligerstr. 27. Erf.: Andreas Steiner, Brauer, Urbanstr. 37. 28. Wahlbeziri: 1 Beisitzer, 218 Wähler. Wahllokal: Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaft3. Reibelftr. 31/32, Turnhalle. tommission hat für den Wahltag das Zentralbureau Kand.: Franz Panier, Möbeltransport Arbeiter, bei Ehrenberg, Annenftr. 16, Telephon- Amt IV No. 1116, Amalienstraße 5.- Ers.: Rud. Brückner, Silberarbeiter, errichtet. Naunynstr. 65 a. -Das Filialbureau befindet sich für den 1., 2., 3. und 29. Wahlbezirk: 3 Beisiger, 474 Wähler. Wahllokal: 4. Wahlbezirk im Restaurant Trippfe, Jägerstr. 10. Heinersdorferstr. 18, Turnhalle. Für den 5., 6., 7., 8., 10. und 11. Wahlbezirk bei Werner, Kand.: Anton Masch, Weber, Wrangelstr. 5; Paul Bülowstr. 59 und bei Grube, Mariendorferstr. 5. in Dr. Martius, feinen andern Erfolg, als daß nun erst recht schien, suchte man vergeblich an dem in vollendeter Rührseligkeit vers Wahrheit und Wissenschaft triumphiren; das Dokument wandert laufenden Schluß des Schauspiels. Der Autor tonnte also weiter Leffing- Theater. Wenn das blasirte Premierenpublikum seines Wegs und der Fürst stirbt prompt am Schluß des zweiten nichts gewollt haben, als ein gut bürgerliches Stück herrichten, des Lessing- Theaters ein Stück mit seelenvollem Behagen auf- Aftes. Bis dato muß dem Wert ein so geschickter Aufbau nach in dem der in den erforderlichen Schranken gehaltene Freimuth nimmt, so müssen in ihm immerhin schon Töne angeschlagen gerühmt werden, daß die mancherlei Hohlheiten und Unwahr- aller höfischen Tücke zum Troß fiegt. Dies ist ihm denn auch werden, die pikant oder packend sind. Das am Sonnabend auf- fcheinlichkeiten leidlich verdeckt bleiben. Der dritte Att fällt aber in vollem Maße gelungen. Trotz des beachtenswerthen Erfolges, geführte Schauspiel von Felix Philippi Wohlthäter der recht ab. Der Geheimrath hält seinen Kindern hier eine lange den die Wohlthäter der Menschheit" am Leffingtheater errungen Menschheit" tann sich rühmen, beide Eigenschaften in sich Sündenbeichte, der er jammert, wie ihn die haben, zweifeln wir aber doch daran, daß sie Madame Sans- Gene vereinigt zu haben. Packend war der Aufbau wenigstens der Eitelkeit dazu getrieben habe, die Kurpfuscherei an ausstechen werden. Madame Sans- Gene ist bunter. ersten beiden Akte und pikant war, wenn auch nicht die Hand- der ins glücklichere Jenseits spedirten Durchlaucht auch dann Das American- Theater hat am Eonnabend seine Pforten lung an sich, so doch das, was man, gestützt auf fachkundige noch fortzusetzen, als bereits eine bessere Einsicht in ihm auf für die Bendig'schen Kalauer wieder geöffnet; und eine stattliche Reminiszenzen aus der jüngeren. Vergangenheit, ohne viel gestiegen war. Darauf begeht der alte Arzt einen Selbstmord. Menge der blutigsten Art war es, die der urkomische Bendig Phantasie hineinlegen konnte. Die Handlung gruppirt sich um versuch, denn feines seiner Kinder will ihm verzeihen. Der als Maurer Blaffte zum besten gab. Natürlich hat auch er sich das Sterbelager eines Fürsten, von dem sich leider nur ahnen Schwiegersohn tritt aber zur rechten Zeit ein, rettet den Vater, zum Bierboykott befehrt und trinkt fein Verlobungs- Ringbier"; läßt, um wie viel der Umfang seines Landes den seines Körpers und nun findet ein allgenieines Versöhnungsfest statt. Der junge fogar für Andreas Hofer stellt er die Gewissensfrage, ob dieser überschritten hat. Der in der Residenz zu mächtiger Bedeutung Fürst hat bereits verziehen, indem er den Hofarzt in Gnaden nicht etwa mit Bazenhofer verwandt sei! Die gefang angeschwollene Geheimrath und Arzt Fortenbach, ein mit dem Prädikat Exzellenz entlassen hat; der junge Arzt ver- lichen Kräfte, die in einer sogenannten tomischen Oper aufMann, der ob feiner in Hoffreifen erworbenen Ver- zeiht seinem schwiegerväterlichen Charlatan- Kollegen, in seiner traten, übertrafen die gestellten Erwartungen und die neue Berzeiht dienste natürlich auch geadelt worden ist, worden ist, behandelt Eigenschaft als Ehegatte verzeiht er gleichzeitig seiner Frau, die Soubrette empfing für Spiel, Gesang und-Figur den reichsten den Fürsten. Es steht aber wacklig um die Gesundheit des durch- Kinder verzeihen ihrem Vater und zu allem Ueberfluß fällt der Beifall. Ueber die etwas gar zu dick aufgetragene lofal- und lauchtigsten Herrn und voller Sorge eilt der Grbprinz zu seinem Vorhang noch über eine Verlobung, die zwischen der zweiten sonstige patriotische Schminke in dem Saisonstück„ Die Reezen Duzbruder, dem Dr. Martius, der innerhalb der Residenz als Tochter des Geheimraths und einem jungen Assistenz- burg" tröstete Martin Bendig als Schuster Pappe mit seinem Schwiegersohn des Hofarztes und außerhalb derselben als arzt stattgefunden. Leider läßt der Dichter das Publikum Lehrjungen Ede( Paul Bendig) hinweg, indem er für den Chirurge fich Verdienst und Anerkennung erwerben konnte. So sehr über die eine Frage im Unklaren, ob der junge Arzt und der nöthigen Realismus in der schlagfertigsten und ausgiebigsten sein können noch fürzlich in Berlin, von wo er nach einem Ab- junge Fürst nunmehr gemeinschaftlich die neue Aera liberaler Weise Sorge trug zum Ergößen des zahlreich erschienenen stecher zurückkehrt, in Kollegentreifen Würdigung erfahren hat; Reaktion einleiten wollen, oder ob ersterer das bessere Theil Bublikums, das eben blos des Ultes wegen in's Americans daheim, im Hause des Schwiegervaters muß er sich ducken, denn erwählt und sich in Berlin eine neue Wirkungsstätte sucht. Theater geht. eifersüchtig wacht der alte Arzt darüber, daß ihn der Man könnte fragen, warum dies Stück denn nun gerade junge auch nicht um ein Titelchen seines Ruhms beraube. Wohlthäter der Menschheit" benannt worden ist. Darauf läßt Aber auch außer der schwiegerväterlichen Mißgunst hindert den fich keine andere Antwort geben, als daß in ihm ganz nebenher Chirurgen manches am Fortkommen. Er ist Ausländer, denn die Aerzte zwei oder dreimal mit diesem Prädikat beehrt werden. feine Wiege stand nicht in der Duodez Residenz, sondern zu dem lauten Erfolg, den das Stück bei seiner Erstaufführung fünfzig Meilen weiter südlich im Bajuvarenlande. Und errang, mochte die gut einstudirte Aufführung, an der dann gehört er, man mag es ihm, dem Duzbruder des Erb- namentlich Herrn Sommerstorf als Dr. Martius ein wohlgemessen prinzen, glauben oder nicht, zur liberalen Partei. Ja, er ist Theil gebührte, sehr viel beigetragen haben. Es gelang den liberal und unentwegt hält er fest an seinen Prinzipien, mag Künstlern, viel von der Effekthascherei und der Mache ihn auch das Hof und Klatschblatt der Residenz zehnmal als des Dichters zu verstecken, und das Publikum, rothen Doktor und Sozialdemokraten verleumden. diesem Stück wieder einen neuen Beweis das in Beifall hinzureißen. Eingelaufene Druckschriften. Die Gleichheit. Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen.( Stutt gart, J. H. W. Die B, Berlag) ist uns soeben die Nr. 19 des 4. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Ochsenfröschliches. Agnes Wabniz †. Der internationale Zertilarbeiter= Kongreß zu Manchester. Feuilleton: Agnes Wabniß.- ArbeiterinnenBewegung. Kleine Nachrichten. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspoft- Zeitungslifte für 1894 unter Nr. 2660) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 65 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zwetgespaltene Petitzeile 20 f. Troß der Aussicht auf einen Familienkonflikt, untersucht Birgerlichkeit erblickte, sum fürmischen Beiferthes gerader von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. S. W. Dies' Berlag) tft soeben bas Dr. Martius den kranten Fürsten und findet, daß sein Schwieger- und außerdem konnte man, wie schon angedeutet, so mancherlei pater die Durchlaucht derart verpfuscht hat, daß an in die. Handlung hineinlegen. Bei den Damen wurden Erinne eine Hilfe nicht mehr gedacht werden kann. Der Konflikt rungen wach an die Leidenszeit des unglücklichen Kaisers tritt ein, als der Hofarzt voller Angst den Jungen Friedrich, und die zur Bismarckschwärmerei Geneigten hatten beim anbettelt, bas Gutachten, das er fürs Staatsarchiv Anblick des in der Schwenningermaste agirenden Doktor Martius anzufertigen hat, zu seinen gunsten zu fälschen. Die gar mancherlei zu tuscheln und zu muscheln. Nach dem Austrag schäbige Rolle, zu der der ehemals so stolze Geheimrath sich irgend einer Frage, etwa gar der Geißelung des ärztlichen herbeiläßt, hat trotz der Assistenz seiner Tochter, der Frau Charlatanismus, zu dem der Dichter sich aufänglich aufzuschwingen 51. Heft des 12. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Gin Paradigma. Bur Bage des bayerischen Bauernstandes. Bon A. Müller. Der Trade Unions: Kongreß von Norwich und die Sozials demokratie in England. Von Ed. Bernstein. Die industrielle Politik Rußlands in dessen polnischen Provinzen. Notizen: Nochmals Buns, Bur Entwicklungsgeschichte ber literarischen Produttion Deutschlands. Feuilleton: Lebensbilder aus England. Bon Andreas Scheu. IV. Gin Besuch in New- Lanart. Sammlung gesellschaftswissenschaftlicher Auffähe. Sechstes Seft.„ Der historische Materialismus und die Theorie des mehr. werths" von K. Mary. Gine populäre Darstellung von J. Sterne München 1884. Truck und Verlag von M. Ernst, Senefelderstraße 4 Sirtenstr. 10. Für den 32., 34., 35., 36., 37., 38., bei Gleinert, Müllerstr. 7 und bei Rabe, Ruppinerstr. 43. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner GewerkschaftsKommission. Für den 12., 13. und 14. Wahlbezirk bei UIIrich, Walde-| Außerdem habe er sich zur Wiedereinstellung des Kollegen Lorenz arbeiteten, führte Engel aus, noch Zapezirer für marstraße 75. Wachsen und eines anderen Kollegen nicht verstehen wollen. einen Lohn von 16,50 M.; von 9 dort beschäftigten Kollegen Für den 16., 17., 18., 20. und 21. Wahlbezirk bei Grauer, Natürlich seien unter diesen Umständen die Ginigungsverhand- erhielten nur 4 den Minimallohn. Eine besonders scharfe Kritik Ritterstr. 95. Für den 22., 23., 25., 26. und 27. Wahlbezirk bei mitte, ausständigen Tapezirer der Firma, die erst so zielbewußt thaten, ftraße. Freiwald führte über denselben aus: Joachim als Andreasstr. 26. gedemüthigt und wären thatsächlich, mit wenigen Ausnahmen, an ehemaliger Wachtmeister habe nicht das Recht, Lehrlinge auszu Für den 28., 29., 30., 31. und 39. fezirk bei Fr. Krüger, Lademann herangetreten, um zu den alten Bedingungen wieder bilden. Er habe sich aber dadurch geholfen, daß er seinen anzufangen. Die Bude gelte nun als gesperrt und die ältesten Gehilfen bestimmte, sich als me ist er der Innung anzu 40., 41., 42. Wahlbezirk wankelmüthigen Kollegen feien als Streifbrecher zu melden und auf seinen Namen für den Betrieb das Recht zu betrachten. Fabrikant& pp ft ein habe zwar die Forderungen erwerben, Lehrlinge zu halten. Die Werkstättenräume des J. Arbeitsnieberlegung gekommen und zwar hauptsächlich wegen den ganzen Tag müsse Licht brennen. Das Material werde naß der Gehilfen bewilligt, es sei aber bei demselben doch zur seien für Vieh zu schlecht. Von dreien feien zwei ohne Fenster, dessen Geschäftsführer und einer Maßregelung. Auch diese und stinte. Die Zimmer feien 2,40 m und 1,60 m niedrig. Firma sei gesperrt. Bei Schall( Kurfürstenstraße) sei es zum Joachim werde der Gesundheitspolizei denunzirt werden. Ausstand gekommen; die dortigen Kollegen hätten alle Chancen, Aehnlich wie bei Joachim soll es sich, was die Räume zu gewinnen. Der Zuzug werde streng ferngehalten, feiner betrifft, nach Ausführungen Schwanz, beim Möbelhändler Der Zentralverband der Maurer Deutschlands( Filiale II) der Ausständigen fei in den Betrieb zurückgekehrt; Hamann, dem antisemitischen Vorsitzenden des Möbelhändlerhielt am 16. September eine gut besuchte Mitgliederversammlung feit Donnerstag währe der Ausstand. Ein fehr Verbandes, verhalten: Die Werkstatt im Keller, naß und niedrig, ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung günstiges Resultat hätte das Vorgehen der Kollegen von der das Material angezogen. Die Verhältnisse bei Janikko, der im das Andenken der verstorbenen Genossin Wabnih und des Firma Gerson u. Komp. gehabt. Die Firma Fock u. Vorwärts" stets annoncire, und bei Kurtius seien ebenfalls Kollegen Kerst an in der üblichen Weise. Der Be- Kretschmer scheine geneigt zu fein, fich nicht allzu lange an ihre schlechte, besonders die bei ersterem. Ein Antrag, über Werkvollmächtigte nahm hierauf Gelegenheit, die Mitglieder Bewilligung zu halten. Minut in der Oranienstraße habe bestätten wie die von Witt, welche von Streitbrechern besetzt seien, regen Besuch der Versammlungen auf willigt, Witt( Deffauerstraße) dagegen eine Einigung abgelehnt. Die Sperre aufzuheben, weil zwedlos, wurde abgelehnt. zufordern und sie an ihre Pflicht zu erinnern, für die Gruschte hätte nichts mit der Kommission zu thun haben Im Laufe der Versammlung lief die Mittheilung von noch drei Organisation fleißig Mitglieder zu werben. Der nun folgende wollen, die Kollegen sollten selbst kommen; thatsächlich habe Bewilligungen ein. Versammlungen. zu einem " Briefkaffen der Redaktion. wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Sabl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Punkt führte zu einer lebhaften Debatte, die sich gegen die An- Bruschke 15-20 pet. ihres Lohnes feinen Tapezirern jetzt zu- Die öffentliche Versammlung der Getreideträger und griffe des Kollegen Blaurock richtete. Allgemein war man gelegt. In der letzten Woche( 17., bis 22. September) habe Speicherarbeiter, welche am Sonntag Vormittag im„ Mehlder Ansicht, daß die Durchführung der Bausperre in der Land- die Zahl der Streifenden 104 betragen, worunter fich 35 Ver: haus" am Kupfergraben stattfinden sollte, kam nicht zu stande, wehrstraße ein Ding der Unmöglichkeit sei und das Vorgehen von heirathete mit 61 Kindern befanden. Die Zahl der Streiftage weil der Wirth in letter Stunde die Hergabe des Saales verBlaurod hat in einer Bersammlung behauptet, von den dort weiter stätten hätten die Forderungen bewilligt. Es sei zu hoffen, daß fanntlich zur Zeit in einer Lohnbewegung stehen, sind von dem jener Seite als unpraktisch und einseitig bezeichnet werden müsse. betrug 385. Die Streikbewegung habe viel genugt. 22 Werf weil der Wirth in letter Stunde die Hergabe des Saales verweigerte. Die Getreideträger und Berufsgenossen, welche bearbeitenden Kollegen gehörten 4 unserer Organisation an, und hat der nächste Herbst, nach diesem Anfang, für die Tapezirer- Vorgehen des Wirthes nichts weniger als erbaut, glauben aber might in wohl wiederum in wohl verstandener Absicht die heftigsten Angriffe bewegung von Bedeutung sein werde. Am Montag, den 24., feine Entschließung eher den Einflüsterungen der Kaufmannschaft gegen unsere Organisation geschleudert. Der Kassirer konnte den würden jedenfalls noch die Kollegen mehrerer Werkstätten und anderen Faltoren in Anrechnung bringen zu können. Die gegenüber nachweisen, daß nur ein Rollege dem Verband an die Arbeit niederlegen. Feder konstatirte, daß sich Einberufer, durch diese Chifane feineswegs entmuthigt, haben gehört. Der betreffende Rollege äußert sich in der Versammlung die Kollegen der Werkstatt von Mammiwicz( Chauffee- fofort Schritte zu einer anderen Versammlung unternommen, dahin gehend, daß erst eine Versammlung in dieser Angelegen- straße) an die Komission gewandt hätten, daß die Kommission welche bereits in den ersten Tagen dieser Woche stattfinden soll. heit Stellung nehmen müsse, und er sich dann den Beschlüssen aber denselben vom Streik abgerathen habe, weil sie uneinig waren, des Verbandes füge. Die Versammlung erklärt sich hierauf mit acht ältere Kollegen hätten absolut sich nicht an einer eventuellen den Streikenden solidarisch und stimmt folgender Resolution zu: wäre auch wegen des vollen Lagers desselben aussichtslos erArbeitsniederlegung betheiligen wollen. Ein Streit bei Markiwicz Die Versammlung betrachtet die Verhängung der Sperre auf dem Bau Landwehrstr. 37 als einseitig, und ohne jede Rückschienen. Schwanz rügte scharf das Verhalten der Kollegen fichtnahme auf unsere Organisation verhängt; der dort arbeitende Don Dittmar, verschiedene Redner nach ihm ebenfalls. Betreffs der Verbandskollege hat vom Montag ab bie Arbeit einzustellen. Die Werkstatt von Fischer, Mauerstraße, wurde festgestellt, daß dieselbe A. D. Derartige Zusendungen gehören nicht in den redaks Berichterstattung des Schankwirths Blaurock von der Verwilligte, nachdem sieben Kollegen die Arbeit niederzulegen bereit tionellen, sondern in den Inseratentheil des Blattes. fammlung am Mittwoch( diese Versammlung war faum von Wels verweist auf seine Ausführungen in einer A. K. Wir haben dies auch mit Staunen und Schrecken 80 Maurern besucht) im Vorwärts" entspricht nicht den That- früheren Versammlung, daß die Vorbedingungen für einen bemerkt, find aber, wie Sie ja wissen werden, daran vollständig sachen und ist die heutige Bersammlung, welche von 350 zentrali Arbeiter. Der augenblickliche Enthusiasmus sei nur Strohfeuer Streit nicht vorhanden seien: gute Organisationen und geschulte unschuldig. firten Maurern besucht ist, der Meinung, daß derartig tief einx, Freiburg. Ihre Vermuthung, daß Schultes. schneidende Fragen nur von Gewerbsgenossen beurtheilt werden gewesen. Redner ist der Meinung, daß die Sperre über Wert Gävernig in seinem Buche über den Großbetrieb S. 15 hinter tönnen. Alle Anwesenden versprechen, für den Zentral- stätten, die durch Streikbrecher besetzt sind, unnütz sei. Er fordert dem Pseudonym Oswald Stein mit Unrecht Hermann Wagener verband deutscher Maurer zu agitiren und thatkräftig dafür Verhältnisse bei Vogt( Hoflieferant) in der Jakobstraße. Dort Renegat der Sozialdemokratie A. Memminger geschrieben. Ebenso zum Ausbau der Organisationen auf.. Ein Redner fritisirte die vermuthet, ist ganz berechtigt; unter diesem Pseudonym hat der einzutreten." Der durch die Sperre arbeitslos gewordene jolle man nicht einmal frühstücken, oder wenigstens es nicht offen berechtigt ist Ihre Vermuthung, daß Schulze- Gavernig mehr seinem Kollege wird pro Tag mit 3 M. unterstützt. Hierauf wurde die Wahl eines 2. Bevollmächtigten vorgenommen, und thun, sondern versteckt. Die Akkorde seien nicht schlecht, der Lohn Lehrer als der wissenschaftlichen Wahrheit Rechnung trägt, wenn der Kollege Braun mit diesem Amt betraut. Eine lebhafte werde aber nur alle 14 Tage gezahlt, am ersten Sonnabend er auf Brentano die Widerlegung der Ricardo'schen Lohntheorie Debatte entspinnt sich über den Kollegen Macijewsky, dessen An- eine 91/2 stündige. Materiell unterstützten zwar die Kollegen von hatte drucken lassen, war diese Theorie von Mary im ersten dieser Frist gebe es 10 M. Abschlag. Die Arbeitszeit seizurückführt. Als Herr Brentano noch nicht die erste Zeile gelegenheit schon mehrfach die Versammlung beschäftigt hat. Vogt den Streit, sonst sei aber nichts zu machen gewesen. Von Bande des Kapital widerlegt worden. Um so geschmackloser Der Antrag auf Ausschluß wurde mit großer Majorität ange: 14, 15 Mann sei nur einer organisirt. Aubert ist betreffs ist es, die veränderte Stellung der deutschen Sozialdemokratie nommen. Zum Schluß giebt der Bevollmächtigte bekannt, daß des Streiks derselben Meinung wie Wels. Redner wirft der zum ehernen Lohngesetz als eine Einwirkung Brentano'scher Gedas statistische Material an ihn abzuliefern ist. Uneinigkeit der Berliner Tapezirer in der Dragnisationsfrage banken aufzufassen. waren. R Eine öffentliche Tapezirer- Versammlung tagte zweds vor, daran Schuld zu sein, daß die Bewegung keine größeren Berichterstattung über den Stand des Streits Dimensionen annimmt. Wenn der jetzige Streit der Vorläufer rechtigung, Antrag auf Bestrafung wegen Beleidigung zu stellen, O. H. 1. Beantragen Sie Zahlungsbefehl. 2. Die Be. am 28. September im Louisenstädtischen Konzerthaus. Freieines Generalstreits sein solle, dann rathe er, Redner, läuft in 3 Monaten ab. Bei wechselseitigen Beleidigungen ist, waldt, welcher den Bericht gab, führte aus, Herr Lademann, denselben noch lange aufzuschieben. Feder trat dem entgegen. wenn von einem Theile Bestrafung beantragt ist, der andere der Inhaber der Firma Dittmar, habe von der Streitkommission Der Erfolg der Bewegung sei im Gegentheil ein über Erwarten Theil jedoch berechtigt, auch wenn die dreimonatliche Frist ver verlangt, die Streifenden( bei Dittmar traten die Zapezirer günstiger. Der Besuch der Versammlung spreche nicht für Stroh strichen ist, den Antrag auf Bestrafung spätestens vor Schluß der zuerst in den Streit) aufzufordern, einzeln zu ihm, Lademann, feuer. Man lebe in der Saison, und in der Zeit werde auch Berhandlung erster Justang zu stellen. zu tommen und nach Arbeit anzufragen. Die allgemeine des Sonntags in den meisten Werkstellen gearbeitet. R. 3. 1894. 1. 17 Jahre. 2. Welche Aussichten im Einführung des Minimaltarifs( Lohn 27 M.) habe der Herr mit Deshalb hätte die Versammlung nicht ain Sonntag Staatsdienst Jemand nach vollendeter Dienstzeit hat, läßt sich im dem altgewohnten Hinweis auf die schwächeren Kräfte" abgelehnt. Bormittag stattfinden dürfen. In der Werkstatt von Rahmen des Brieftastens nicht beantworten. BALNEME ANT U MEDAILLE OHNE FLEISS KEIN PREIS 1894. 186, Große Ersparniß im Haushalt! F.F.Resag's Kaffeeersatz GOLLERE MERBE MEDAILLE 1894. 189 macht den Kaffee kräftig und wohlschmeckend, liefert auch ohne Zusatz von Bohnen kaffee ein angenehmes gesundes Getränk. In Zu haben in den meisten Kolonialwaaren- Geschäften. à Pfund 40 Pf. RohTabaken und Utensilien für Cigarren- Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. Carl Mampe Berlin N Zo haben 59922* Verdauung orderas Halb und Halb. 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