Nr.1S9.S?.I«Isr«. " Bezugspreis: S owlj fil)Cl_S 1,— SEL. monatU T,— il)f(. frei me öaus, voraus-ahlb«. cjag: Monatlich SL0 Mk. lxkl.Zu- -tilungesebiUjt. Untrcftttuibonb für >eiitschlan!> und Olsterreich- Ungarn 103 Mü, für oa« übrige Ausland t SO Mch. bei taglich eimnal. Zultellunz I2!iv Ml. PoÜZeiiellungen nehmrir aa Danemart. Holland, sluremburg, Schweden und die Schweiz. Ein- gering en in die Polt- Zrttnng»» Prei»liste. -r.Vorwärts" mit der Sonnwg»- bnlage.Volt ll. Zeit" ericheint Wochen- iiigiich zweimal. Sonntag« einmal. Telegramm-Adrelfei jSojialOemottal Bctll«". Morgen-Ausgabe. Devlinev VolKsblait Anzeigenpreis» D e achtgeivaltene Nonoareillezelle foftel2,50 M., Tenerungszuschlag 50% .ftteiae Anzclgen", da» fett- gebruckte Wort 75 Pfg. fzulässig zwei fettgedruckt» Worte), jedes weitere Wort 60 Pfg. Stellengesuche uu» Schlafitellenanzeigen das ersie Barl 55 Pfg. jedes weitere Wort tv Pia. Worte über 15 Buchstabe» zäljlen für >mei Worte. Teuerungsznschlag S0>.> Zamilien- Anzeege». politische und gewerljchaftliche Berein,»Anzeigen SUIC, die Zeile ohne»Aufschlag Anzeigeu für die nochite Äummer müssen di» 5 Uhr nachmittag» ru, Äauplgeschäsl. Berlin EW5Z, Luiden» straHe 3, abgegeben werden. Dedffne! von g Uhr früh bid 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmokratifcbcn Parte» Deutfcblands Reöaktion und Expedition: EW. 68, 2mdcn(h. 3. aüruivrechrr:«mt Morwvlatz. Rr. Donnerstag, den 1. April 1VÄ0. vorwarts-verlag G.m.b. K., SW. 68, 2inöenstr. 3. Aerniprerber: Amt Moritrülan, Nr. ll7 5Z— Lt. Die Lage im Ruhrrevier. Aus den letzkn Meldungen wird die schwere öicfaljr immer deutlicher, in der sich die große Masse der Kühr- bbvölkerung insdlge der Lebens mittelnot und dem räuberischen Treiben bewaffneter Batideu be- findet. Was heute im Ruhrgebiet herrscht, hol im all- gemeinen mit Ordnung und Erträglichkeit nichts mebr zu tun. In einzelnen Orten wird zwar von der bewaffneten ArbeUerschatt Disziplin gehalten, aber im großen und ganzen herrscht-»"lnarchie. Darunter muff die ganze Ber alle rung alffs al», schwerste leiden. Es wird höchste Zeit, daff dem Unglück im Ruhrgebiet Einhalt geboten wird. Berlin, 31. März. Die heute in Essen versamwelten Vertreter der Hauptverwaltung und der Bezirie des llie- werkverrins christlicher Bergarbeiter Isaben der Reichsrcgi-eruug nachstehendes Telegramm übersaudt: Die heute versammelten Vertreter der Hauptverwaltung und Bczirksvertrctcr des Gewerkvcrcins christlicher Berg- nrbeiter fordern im Ramen der lOOOOll Mitglieder de 5 Vereins im Ruhrgrbiet, das; die Rcgieiiung mit r, l l c r Entschiedenheit für Brechung der Piibel- Herrschast und Schaffung von Ruhe und Ordni»g in Teutschlands gräfftem und wickftigstem Industriegebiet sorgt. So wie bisher kann es nicht weitergehen. Hunderttausende von Bergleuten und anderen Arbeite.& u).:- den von den Aufruhrern von links mit Wassengelvalt an der für unser Volk so notwendigen Arbeit gehindert, und Han- bei und Verkehr sind lahmgelegt. Die Regier-irig Muff ihre Machtmittel setzt entschieden ausnützen, um'.irdrr geord- vetc und gesetzliche Zustände herbeizuführen und den Ar- beireru den notwendigen Schutz vvu Leben und Gesundheit zn verschasic». Sic bjm den Forderungen der Elemente, die eine Linlsdiktatur anstreben, nicht weiter entgegenkommen, insbesondere darf sie den Herr» General Watter setzt nicht ab- benlsen. Mit oder Entschiedenheit fordern mir, bo� sich die Regierung und ihre Politik nichtv o 11 der Berliner S triste, sondern von den Bedürfnissen dc.i drut- scheu Volkes leiten lassen. Ans Düsseldorf erfährt WTS. von zu,iändi,,cr Stelle: Tie Lage im bedrohten Gebiet verschlechtert sich dauernd. Tie linksradikalea Elemente in den B-llzusrausschüssen gewinuca" o» Einfsiiß. Auf de» Bcrsuch, den Cderbüitcnueifter in Dnisbur.q heut« telephonisch zn erreichen, kam die kki,ntt- heute ist der Telephonverkehr mit den me-ste« Städten de» Rubraebiel« gesperrt. Effe»(Ruhr). 81. Mär,. Der LollzugSrat ip �ffen hat die Maie» nicht wehr fest in der Hand. In den norstöstlichen Barorten wurde mit der Abgabe der Waffen begonnen. Mülheim sRiihr). März. Der General streik dauert an.«t«her erhielten die roten Truppen, die fich„ach in der Saiern» der Stadt befinden, 330 00V M. von der Stadt. Düsseldorf, 81. März. Gestern abend wurste in der Gegend von Dinslaken noch gekämpft, auch mit Artillerie. In Tujfeldorf und Dinslaken wurden Flugblätter verteUr, die auf- in die Rote Armee einmtreten. Vorgestern drangen -«>0 Mann Rot» Truppen in Düsseldorf ei«, bemächtigte« fich der Stoswerwaltung und erpreßte« von den Bankeu riwa 50(XXI Mark, wurden aber wieder au« der Stadt hinausgedrängt. Heute ist es »-! Tllsseldorf ruhig. Man bemerkt, daß die llwten Truppen auch dort sich von der Front zurückziehen. Münster, 31. März. Fast im ganzen Jndnftriegebiet is, General- Rur im Hagener und Hammer Bezirk»ird nicht gestreikt. Die Sprengung der Eiscnbahnbrücke bei Dorsten ist nicht gelungen; es wurden nur unerhebliche Beschädigungen der- u'.sacht. Die Gefangenen, die die Rote Armee gemocht hatte, sind zum Teil entlassen, doch befinden sich noch in Essen 2Cl). im Bochumer und Reinscheider Bezirk viele Gefangene in den Händen der Roten Armee. Bri dem Staatskommissar lausen Rotschrcic ein, die da» Einrücken dcS Militär» mit Sehnsucht fordern.- Gestern morgen 8 Uhr ist die Union bei Dortmund zwangsweise stillgelegt worden. Der Aktionsausschuß erpreßte von der Doitmunder Stadtverwallung 50 Auslandspässe und 5(X)000 Maik. In Recklinghausen wurden von den Privatbanken-IVOOst Mark erpreßt. In Buer erschien gestern eine Bande auZ Essen mit 12 unterschriebenen Todesurteilen gegen die Führer der Mehrhrts- soziallsten»nd der Unabhängigen. Gclsenkirchc», 31. März. Hier herrscht Generalstreik. In den lebenswichtigen Betrieben wird gearbeitet. Dcr AktionS- auSschnß hat fich ausgelöst, die einzelnen Mitglieder habe« ihre Ar«itcr niedergelegt. Bisher ist in Gelsenkirchen alles ruhig ge- Wesen. Die Lebensmitteluot ist ans das höchste gestiegen. In dieser Woche konnten nur zwei Pfund Brot ausgegeben werden. Für die kommende Woche ist überhaupt kein Brotmrhl sowie keine Kartoffeln mehr vorhanden. Elberfeld, 3t. März. Hier herrscht G e n e r a l st r e i k. Bisher wurden ungefähr 1000 Gewehre abgeliefert. Der Aktionsausschuß ist noch in Tätigkeit. Der Verkehr innerhalb der Stadt wird auf- rechtcrhalten. Generalstreik herrscht auch in R e in s ch e i d, wo nicht einmal die Straßenbahnen verkehren. Die B ü r g: r m e i st c r von Oberhausen, Remscheid und Mülheim sind ihre» AmreS entsetzt ivorden und haben die Stadt verlassen. In D u i S b u rg hat sich dcr ü�berbürgermeister auf den Teil der Stadt zurückgezogen, den die Belgier besetzt haben. Lieber dann noch die Reichswehr! (Eigener Trahtbericht des„Vorwärt S'.) Essen, 31. Mörz. Die Bcrbindung zwischen Essen und Berlin ist seit heute wieder hergestellt. Ucber die Lage in Essen wird«nS mitgeteilt, daß eine ausicrordcntlich große Gefahr in dem völligen i Mangel an Lcdcnswittclu liegt. Weite bircise dcr Arbeiterschaft find der Auffassung, daß die Herrichast der wilden Horden, d e sich keiner politischen Führung, auch nicht dcr dcr Kommunisten, unterwerfen, gebrochen werden muß. Wenn man auch einem Eiinückcu dcr Reichs- wehr»och sehr mißtrauisch gegenübersteht, kommen die Arbeiter dach zn der Ueberzcugung, daß die Rcichswrhr das llrmcre Urbcl ist, wen« cS den tesonneurn Elementen der Arbeiterschaft im üknhrgrbiet nicht gelingt, di« wilde» Haufen zu entwaffnen. Große Hoffnungen werden auf die Berhandlungen gesetzt, die heute mit dem Reichs kommissar Severing. den MilitärbefehlShodcrn und den Bertreteru der drei sozialistischen Partricn in Münster stattsiudcn. Di« Berg� werke sind von de» bewaffneten Horden stillgelegt worden, ebenso daS Verkehrswesen»nd die Mehrzahl der übrigen Betriebe. Die Zeitungen in Effcn erscheinen unter drr Vorzensur dcS ZeutralratS. verhanülungen in Kopenhagen- Kopsuhagou, 31. März. sEigencr Drahtdcricht dcS„BormärtS".) Die in Berliner Blättern enthaltene Nachricht, daß dcr Beginn dcS Generalstreiks auf de» 6. April verschoben worden sei, ist nn- zutreffend. Einzelne Gewerkschaften kenneu de» Generalstreik nicht sofort eintreten lasse», sondern müssen dazu Borberritungen treffen und cS ist lediglich beschlossen worden, fie den Zeitpunkt ihre« Ein- trittS in den Gencraistreit selbst bestimmen zu lassen und daß diese Vorbereitungen bis spätestens fi. April beendet fein müssen. Dcr GeurralstreiS ist heute in Kraft getreten und z. B. di» Bäcker haben bcrcilS die Arbeit uirdergrkcgt. Die Eisenbahner wcrdcn am Montag in den Streik treten. Gegenwärtig finden Verhandlungen zwischen den politischen und gewerkschaftlichen Vertretungen der Arbeiterschaft und dem König statt und eine friedliche Bri- l e g u u g des Koussikts erscheint nicht ausgeschlossen, weil man be- sonders von bürgerlicher Seite sehr geneigt ist, fie anzustreben. Man hott« nämlich zuerst uicht daran glauben wolle«, daß durch daS Bor- gehe« d«S Königs eine gefährliche Situation heraufbeschworen würde. Der tatsächliche Ausbruch de? Generalstreiks hat diese Leute eines anderen belehrt. „Politiken" stellt fest, daß bei der Riesenkundgebung vom DienS. tag daS Serlange» nach der Republik aus der Bolkssrrle heraus er- töate.» Kämpfe in üer Türkei. London,»1. März. Der„Times" wird aus Kairo telegraphiert: Laut Berichten arabischer Blätter griff eine Bande ora- bischer Freiwilligen Antiochia an und besetzte dl« Stadt, wobei es zu blutigen Kämpfen mit den Franzosen kam. Gestern wurde, einer Konstantinopeler Meldung zufolge, Ka- pitän ForbeS, ein Mitglied der britischen Kontrollkommission, auf Grund eines von Mustapha Kcmal Pascha erlassenen Haft- bcscb!S verhaftet und nach SiwaS abge-ührt. Eine Erklärung für diese Maßnahme liegt wicht vor. Die britischen Behörden legte:! � beim Groffwefier entschiedene Verwahrung ein. i lüsie durckigeietzt. Das durchschniltlicde Einkommen, das dabei pro Mpnat für je einen Schauspieler erzielt wurde, betrug 700 Mark. Die Gesamtiamme der durch den Stellennachweis der- mittelten Gaaen war zwei Millionen, wodurch Bühnenmitglieder und Direktoren zusammen Agentenprovisionen von 100 000 Mark ersparten. Tic Zoimtmjtftllhi de- Jonrnalisten. Aus der kürzlich in Brüssel abgehaltene!! JahMStw! sanimlung des Belgischen PressevetbandZ wurde einsnmnflg ein Beschluß gefaßt, mit allen Kräften ein fiel- aisc&es Gesetz herbsnuttibren. da? jedem Redakreur und Journalisten die unbedingte So.n'-aoSiube verbürgt und in ganz Belgien in der Zeit vom Sonntag mittag bis Montag mittag zeden ZettungSverkauf verbiete!._ Sttwfltcr.".vertag, mittags 13 Uhr. findet in der Staats- obir'ci'ie Wied'rwftmg von„Hansel und Grete!" und„Puppenfee" zu -rmäbiaten Pr-ilen statt.- Im K l e i n- n S ch? u, P i- l h a 11 s treten ® H c und H l 6 c 1 1 Bassermann am Freitag, den S.-1WK. zum erstenmal in der Ersllwssührung von SternheimS Schauspiel.U'ltz» auf. Seilage öes beitspolizei angehörte, und daß unter den drei Kraftwagen sich das Charlottenburger Panzcrauto„Ma� be« fand. Die Verhaftung soll auf Grund von Denunziationen erfolgt sein, an denen sich angeblich auch die Einwohnerwehr beteiligt hat. Nicht zu Oster« verreise«. Nach einer Mitteillmg der Eisen» bahnverwallung ist es auch vor und zu den Osterfeiertagen nicht möglich, größere Zugleistungen im Personenverkehr zu übernehmen, ohne daß der lebenswichtige Güterverkehr darunter leidet. Es wird daher für die Zeit der Feiertage auf den Fernstrerken mit einem außergewöhnlich starken Andränge zu den verkehrenden Zügen ge» rechnet werden müssen, der sich bereit? auf allen Berliner Bahn- Höfen in auherordentlich starker Form bemerkbar machte. Die Eisenbahnverwaltung warnt daher erneut, nicht wichtige Reisen in der Osterwoche zu unternehmen und empfiehlt, vor allem Vergnügungsreisen aus eine gelegenere Zeit zu verschieben, wenn der Zudrong zu den Zügen nicht mehr so stark ist wie jetzt. Reisende, die von hier noch verhältnismöhig gut abreisen können, setzen sich der Gefahr au§, auf einer Zwischenstation event. keinen Anschluß zu erhalten und dort zurückzubleiben, also entweder ihr Reiseziel nicht erreichen oder aber nicht rechtzeitig in Berlin wieder einzutreffen. Inkrafttreten der neuen Brikettkundenliste. Mit dem heutigen 1. April treten die neuen Kundenlisien für Ofenbrand, Gewerbe und Behörden in Kraft. Die Kohlenhändler dürfen von diesem Tage ab Braunkohlenbriketts nur an solche Verbraucher abgeben, die in eine dieser neuen Kundenliste bei ihnen«ingetragen sind. Dieses gilt auch für die bcrestS vor dem 1. April 192t> freigegebenen, noch gültigen Abschnitte. Zum gleichen Tage werden die Abschnitte 4, 14, 24, 34 der Koch karte zur Belieferung freigegeben. Bevor- zugt zu beliefern find die Abschnitte 3, 13, 23, 33, 43 bzw. 153 und und 63 der Ofen- und Kochkarte sowie die Sonder- und Kokskarte. Mit Inkrafttreten den neuen Ofenbrand-Kunden- liste verfallen die Abschnitte der ersten beiden Nummern der Koch- und Ofenkarte. Mißglückter Raubüberfall auf eine« Bauklehrling. Ein schwe- wer Raubüberfall würbe gestern abend im Hotel Kaiseryof in der Friedrichstraße verübt. Zwei Männer, die sich im Hotel eingemietet hatten, lockten den Banklebrliug Konrad S che f f I e r in ihr Zinriner, knebelten und fessalten ihn und wollten ihm eine große Geldsumme obnahmen, die der Üehrling zur Ab» fchließung eines Geschäfts mitgebracht hatte. Sie wurden jedoch vom Hotelpersonal überrascht und festgenommen. Der Ilebersallene fft durch dos Dazwischenkommen des Oberkellner? ohne körperlichen und finanziellen Schaden davongekommen. Nothilfe für das Erzgebirge. Konto: Preuiislhe Staatsbank, Berlin, Markqraienstr. 38. Bisher eingegangen 35 2g5.3l) M. Dazu: donaerstag, 1. fiprtt 1920 Boden der Verfassung zu stellen und der sogenannten neuen Re- gierung nicht Gefolgschaft zu leisten. Beamte, die das getan haben, werden zur Verantwortung gezogen. Vier schuldige Aerzte de? Krankenhauses sind sofort entlassen worden. Des Dienstes enthoben sind vier Beamte, einer davon hat schon seine Kündigung enthalten, gegen die anderen ist die Untersuchung noch im Gange. Stadtschulrat Buchenau kündigte in scharfen Worten strengstes Vorgehen gegen schuldige Lehrer an, im besonderen gegen den Direktor des Realgymnasiums. In der Besprechung forderte Neu mann(Soz.), daß mit der bisher gegenüber den Beamten alier Richtung ge- übten Toleranz nach diesem Putsch endlich Schluß gemacht wird. Gegen Schuldige muß rücksichtslos eingeschritten werden. Dr. B i e r b a ch(Büvgerblock) bemühte sich, die Beschuldigten rein zu waschcnu Eine Anspielung BierbachZ, daß Stadtrat Dr. Sil- berstein auch in der SäuglingSfürsorgestelle zum Streiken auf. gefordert habe, wurde von diesem zurückgewiesen. Er habe viel- mehr darauf hingewirkt, daß dort der Betrieb aufrechterhalten wurde, und dasselbe habe er durch seine Bemühungen in der Heb- ammenlehranstalt erreicht. Freund( U. Soz.) machte Mitteilung davon, daß Beamte der Stadt in noch viel größerer Zahl(er gab zum Teil die Namen an) den Kapp-Lüttwitzschen Putsch durch Nichtbeteiligung am Generalstreik unterstützt haben. Er bcan-> tvagte Einsetzung eines Untersuchungsausschusses auS Stadtverord. neten und MagistratZmitgliedern, der auch eine exekutive Gewalt haben müsse. Bürgermeister Scholz erklärte, der Magistrat habe nicht zum Streik aufgefordert, er selber auch nicht, denn das sei Sache der Organisation. Unter den Beamten habe aber Unklarheit über den Streik und Disziplinlosigkeit geherrscht. Ein Teil von ihnen habe gestreikt, während andere die Arbeit fortsetzten. Daher habe er die Bureaus schließen lassen. Mit der Zentralstreikleitung habe er vereinbart, daß alle Streikbrecher nicht wieder eingestellt werden. In der Untersuchungskommission des Magistrats, die schon arbeitet, sei auch die Streikleitung vertreten. Die Verfehlungen müsse man verschieden beurteilen. Das Benehmen der entlassenen Aerzte sei schon vorher sehr ungehörig gewesen.(Bei Schluß unseres Beruhtes dauerte die Debatte fort.)_ Die Amtsenthebung des Lichtenberger Bürgermeisters. Wir meldeten bereits kurz, daß die Lichtenberg er Stadt- verordneten in chrer letzten Sitzung auf Grund eines sozial- demokratischen Antrags beschlassen haben, den Bürgermeister Dr. M a r e tz k i wegen seines zweifelhasten Verhaltens'während der Putschtnge sofort seines Amtes zu entheben und alle Gehaltszahlungen an ihn e r n z u st« lle n.. Ge- nasse Arndt führte in der Begründung diese? Antrages aus: Für die übergroße Mehrheit der Lichtenberger Stadtverordneten be- dürfte es keiner Begründung dieses Antrages, da ja die meisten der Stadtverordneten überzeugt davon seien, daß ein Zusammen- arbeiten mit Herrn Dr. Marej?ki zur Unmöglichkeit geworden ist und daß auch die übergroße Mehrheit der Sickte nberger Be- völkerung hinter dieser Ueberzeugung steht. Die herauSfor- dernde und provozierende Haltung de? Herrn gegenüber den Siadtverordneten hat in letzter Zeit schon östers zu Zusam- menstößen geführt. Die Tasache aber, daß Dr. Maretzki bei AuS- bruch des Kapp-Lüttwitz-Putsches sich beurlauben ließ, ob- wohl er als Dezernent der Lebensmittelversorgung und als zwetter Beamter Lichtenbergs ganz besonders die Pflicht gehabt hätte, in dieser kritischen Zeit an seinem Platze zu sein— und daß ihm von Kapp und Konsorten die Stellung eines Berliner Po« lizeipräsidenien angeboten worden ist, daß er aber dieses Angebot nicht sofort abgelehnt hat, sondern mit den Kapp und Konsorten in Verhandlungen stand und bei seiner Partei(Deutscke Vvlkspartei) die Anfrage stellte, ob er das Amt annehmen annehmen soll, ist für uns der Beweis, daß Dr. M. persönlich bereit gewesen ist, als Beamter dieser Putschisten tätig zu sein. Nur der ablehnenden Haltung seiner Parteifveuickc ist es zuzuschreiben, daß er das Amt nicht angenommen hat. Oberbürgermeister Ziethen wies darauf hin. daß Dr. Maretzki daS D i s z i p l i n a r v er fah r e n gegen sich bereits beantragt hat, und daß da? Resultat dieses Verfahrens erst abgewartet werden müßte. Denselben Standpunkt naom auch der Parteifreund des Herrn Dr. M., Fustizrat Schachtel, ein. Köhler und Genossen(Demokraten und Zentrum) beantragten eine Nr. 169 37. Jahrgang GroßGerlln so Pfennig. Bon heute ab, für Straßen- und Hochbahn. Von heute ab hat der Berliner 30 Pfennig für eine Straßen« Kahnfahrt zu zahlen. Gleickgüliig. ob er vom Spistelmarkt nach dem Potsdamer Platz fünf Minuten, oder quer durch ganz Grotz- Berlin Istj Stunden zu fahren bat. So beschloß eS nach den Wünschen der Großen Berliner die BerbandSversammlung, der allerdings, in diesem Sradium, nichts anderes mehr übrig blieb. Und Unbefangene werde« sich fragen müssen, weSbalb ein großer Verwaltungsapparat sich dem Anschein gibt, als bemühe er sich eine recht schlaue volkswirtschaftliche Tarifpolitik zu führen, wenn schließlich doch nichts anderes herauskommt als ein periodisches Weitersteigen des Tarifs. Um einen Etat auf diese Weise ,u balancieren ist eine solche Anstrengung hervorragender Köpfe sicher nickt notwendig. Bei dieser Einfickt käme man viel» leicht zu einer Bereinsachung deS Verwaltungsapparates, auf welche Weise sich dann schließlich doch eine Verbilligung deS Fahrpreises erzielen ließe. Zwei Monate hat man dem neuen Tarif zum Ziel gesetzt. In dieser Zeit soll über einen Staffeltarif, wie wir ihn ge> fordert haben, beraten werden. Da jedem praktisch Denkenden. mit den Berliner Verhältnissen Vertrauten, der bO-Pf.-Tarif auf die Dauer unmöglich erscheinen mußte, so ist wohl die Frage be- rechtigt:«Warum jetzt erst?" In der Zwischenzeit wird sich der Berliner mit dem Sv-Pf.- Tarif abfinden— oder nicht. Jedenfalls wird er es vorziehen, kürzere Strecken zu Fuß zu gehen, womit diesem System in der Wirtschaftsführung de« volkstümlichsten Berliner Verkehrsmittels das verdiente Urteil gesprochen wäre. » Seckskahrten- Sammelkarten gibt die Straßenbahn von heute ab für 3 M. aus. Die Zwsimark-Sammelkorten mit Aufdruck bis 31. März müssen bis zum 10. April abgefahren sein. Die Karten, die den Ausdruck bis 3 1. M a i tragen, behalten bis zu diesem Zeitpunkt Gültigkeit. Auf die Zeitkarten für den Monat März wird als Entschädigung für die Streiktage ein Dritel des Abonnementspreises zurückvergütet. Der Untergrundbahnfahrpreis beträgt von heute ab für die 8. Klasse SO und 60 Pfennig und für die 2. Klasse 60 und 73 Pfennig. Freilassung der Verhaftete» aus der Mavteufftlstraß«. Die am Morgen des 22. März in der Manteuffelstraße verhafteten neun Perionen sind am letzten Sonntag nachmittag aus dem Berliner Polizeipräsidium, in dem sie nach ihrer Rückkehr au« Döberitz untergebracht waren, entlassen worden. Alle neun entlassenen Personen haben über die Einzelheiten ihrer Verhaftung und über die ihnen zu teil gewordene Behandlung ihren Rechts- beiständen Mitteilung gemacht und sich in ärztliche Unter- suchung begeben. Der Gastwirt Baer erklärte, er könnte sich über die schlechte Behandlung seitens der Döberitzer Truppen gar nicht wundern, denn die Abteilung der C h a r- lottenburger Sicherheitspolizei, die die Festaenommenen nach Döberitz brachte, habe sie dort den Truppen mit den Worten übergeben «Das sind hier ein paar von den Aufrührern und Meuterern� Sie sind mit den Waffen in der Hand gefangengenommen worden." Die Gefangenen versuchten vergeblich, die Soldaten in Döberitz von der gänzlichen Un- Wahrheit dieser Behauptungen zu überzeugen. Die Truppen waren noch der Erklärung der Sicherheitsbeamten wirklich der Mei- nung. daß sie es hier mit ganz gefährlichen Elementen zu tun hätten, und behandelten sie dementsprechend. Alle neun Freigelassenen erklären übereinstimmend, daß die Abteilung, die ihre Verhaftung vollzog, der Charlottenburger Sicher- 55? Jon Krebsereuter. Seine Taten. Fahrten und Meinungen. Aufgezeichuer von HanS Müller-Schlösser. Jan war im Anfang auch glücklich, bis er eines TageS iiierkte, daß er ein übers andere Mal gähnte. Und die bim- ksnden Schubladeycknopfe kamen ihm vor wie vor Schlaf- Müdigkeit blinzelnde Airgen. Eine Schublade stand offen, und es war Jan, als ob sie ihm entgegengähnte. Eine Schief/rtafel. auf der mit Kreide geschrieben stand..frisches Sauerkraul", war wie im Schlaf zwischen zwei Säcke ge- rutscht und lag nun schief eingeklemmt da. Die Säcke lehnten sich, ein wenig vornübergebeugt, aneinander. Sie sahen aus wie zwei dicke, satte Männer, die nach einem guten Essen aus dem Kanapee eingenickt sind und die Hände über den in Falten liegenden Bauch gelegt haben. Jan fühlte, wie ihm die Augendeckel schwer wurden, und sein Kopf fiel ihm nach vorne, aber mit einem Ruck reckte er sich auf und schaute durch die Glastür in das dunkle Zimmer- chen hinter dem Laden, wo der Alte in seinem Strohsesse! saß, die Brille vorne auf der Nase, die Zeitung auf den Knien. Und wie Jan den Alten so dasitzen sah, war es ihm plötzlich, als sähe er sich selber, alt, grau, halb taub, kindisch, und er schüttelte sich und wandte den Blick rasch ab und schaute durchs Ladenfenster auf die Strohe, wo die Sonne schien und die Spatzen zwitscherten und die Kinder lärmten. Jan seufzte, reckte sich und streckte die Arme auS, daß sie knackten. Da kam die Tochter des Alten in den Laden. „No, Jan," sagte sie,„nix zu tun? Du gähnst am hellen Tag??" Jan schaute sie mit einem feindseligen, mißmutigen Blicke an und knurrte etwas. „Bei uns, Jan, wird gearbeitet! Dar verschlabberte Mehl hätt'st du längst aufkehren können! Wenn wir auch noch so nett zueinander stehen, mußt doch tit denken, dat du dir hier einen faulen Tag antun könnt'ft!" Damit ging sie aus dem Laden. Jan schaute ihr nacki die Stirn in ärgerlichen Falten und die Unterlippe vorgeschoben. Und er sah sich als Ehemann, drangsaliert und geschubbst und geknufft, als Hausknecht einer dickgn, keifenden, faulen Hexe. Und er schüttelte sich wieder und trank hastig einen Jennowitt. als müßte er ein wollenes Kqäuel herunterspülen. Und als die 3 lacht gekommen war und alles schlief, knotete er seine Sachen ins rote Sacktuch und schlich auf Strümpfen aus dem Hause und rannte davon wie ein Spitz- bubs. 13. Ja« merkt, daß er sie Flegeljahr« hinter sich hat. Armer Jan, du kommst zu trüber Stunde heim. Drücke leise die von den lieben Händen deiner Eltern blankgefchsuerte Klinke nieder, tritt behutsam und zögernd über die ärmliche Schwelle und bereite dich, den ersten großen Schmerz gu emp- fangen. Deine Mutter kommt dir bleich und mtt rotgewein- ten Augen entgegen, und wie du jäh erschrocken auf sie zueilst, deutet sie stumm und zuckenden Mundes noch der Kammer- tür. Leise, Jan, leise, dein Vater liegt im Sterben, Grades, der Lotse. Die großen, blauen Augen flackern und irren an der Decke umher, Schweißtropfen blinken auf der Siirne, die schweren, behaarten Hände, die das Ruder umspannten wie eiserne Klammern, kratzen und scharren kraftlos auf dem Federbett hermn, der Atem pfeift imd die mächtige Brust senkt und hebt sich in schnellen, unrogelmäßigen Stößen. „Votier!" rufst du und fällst auf den Stuhl neben dem Bette, daß die Medizinflaschc auf dem Konsölchen und der Lössel klirren.„Vatterl" Grades reißt die Augen West auf und wendet den Kopf. „Vatterl Ich, der Jan!" Grades nickt ein wenig und lächelt und hebt die rechte Hand und läßt sie wieder auf die Decke fallen. „Jan! Gut, dat du kömmst. Jung!" sagt er keuchend, „es ist die höchste Zeit! Der Kaptän hat schon dreimal ge- schellt. Die Ankert rosi ist als gekappt. Der Schoner muß zur letzten Fahrt m See." Jan faßt die Hand seines Vaters und drückt sie unter verhaltenem Schluchzen an die Lippen. Trüdeke kommt teise herein und legte Grades ein nasses Tuch auf die glühende Stirn. „Manns," sagt sie mit zitternder Sttnrms,„mt soviel sprechen, hat der Herr Doktor gesagt! Dat regt dich so auf! Komm, trink' mal lecker Zitronenwaffer." lind sie hält ihm das Glas an den Mund, während sie ihm mit der linken Hand den Kopf stützt. Er tut zwei gierige Züge und seufzt dann und läßt den Kopf wieder nach hinten fallen. ,�an." ächzt er und schaut ihn groß an..Jan, sag' ich, wenn ich fort bin, bleib' nett bei deinem Mötterke, Jan!" Jon nickte heftig und beißt die Backenzähne znsommen, daß die Kieferknochen heraustreten. »Jan. wat hast du gelernt?" Jan schaut zu Boden und schluckt und schluckt und schließ- sich preßt er heraus: .Mttaspielen, Vatter." „Aha. Auch— auch ein— ein schön Geschäft. Damit kannst du zwar kein Brot backen, aber du segelst so— so lustig dabei. Und darum, Jung, sollst du mir fetzt wat vor- spielen auf der schweren Fahrt. Spiel', Jung!" „Votier, ich— ick—" „Zackerzucker, sag' ich, spiel'. Jungte Jan schaute mit verstörtem Gesicht seine Mutter an. Sie nickte weinend. Da holte Jan eine alte Gitarre, ein Geschenk seines Reise- komeraden Triller. Sie hatte der Länge nach einen breiten Riß im Rücken, den Jan mit Papier verklebt hatte. Er stimmte sie mit zitternden Händen und setzte sich dann ans Fenster. Das Abendrot log auf den Giebeln der Häuser auf der anderen Seite der Straße und ein Widerschein fiel sanft auf die gekalkten Wände der Kommer. Die Drossel des Schnei- ders Huberti sang ihr letztes„Tatü tatü". Jon sang, wählend ihm die Tränen über die Backen liefen, mtt verschleierter Stimme: „Der Tag entflieht, Mein Mendlieb Erhebt sich wie auf Lerchenflügeln. Er schwebt im Duft Der kühlen Luft Von taubesprengten Rosenhügeln." Jan schaute nach seinem Vater hin und sah, wie deK-n Hand auf der Bettdecke den Takt schlug. .Hier decket Nacht Die Blumenpracht, Schau' hin. mein Geist, zum Weltenraume. Dort strahlt im Glanz Ei« Blütenkranz A« einem große« Lebensbaume. Wie feierlich Di« Zweige sich Zu meiner lieben Gegend neigen! Was mich umgibt Und fern mich liebt. E» ruhet unter diesen Zweigen, Und wer das Land Der Stille fand, Er ist nun fern dem Erdenstaube, Hier oder dort, Kein« wandert fort Aus dieser großen Sterneulaute.",-- Worts, folgt) rttfl icjV lion, die die Angelegenheit untersuchen solle. Genosse �uot wies nochmals darauf l?in, dach ein Zusammenar- Veiten mit Dr. M. doch nicht mehr möglich sei und des- halb die Einsetzung einer Kommission auch nicht notivendia ist. Die �Stadtverordneten Mielitz, Thurm� und Mehlhose ill. S. P.) vertraten ebenfalls den Standpunkt, dach ein Verbleiben des Herrn Dr. Maretzki in seinem Amte unmöglich geworden sei. Ter Antrag Arndt wurde in namentlicher Abstimmung mit grocherMehrheitangcnommen. Die Magistratsvorlage betr. Erhöhung der Gemeinde- ein kommen st euer von 800 a u f 350 Proz. wurde angenommen.— Die Vorlage betr. Erhöbung der Aufwandent- schädigung für die unbesoldete n Magistratsmitgliedcr wurde abgelehnt.— Die Vorlage betr. Einreibung der Hilfsschullehrer in die Sondcrgruppc IIa der Besoldungsordnung wurde angenommen. Ebenso die Vorlage betr. Neufestsetzung der Schulgeld- sähe für da« Rechnungsjahr 1920. Hiernach beträgt das Schul- geld an den höheren Schulen 240 M. und an den Mittelschulen 120 M., und zwar ab 1. April 1920. Die MagistpatSvorlage betr. Gründung eines Wohl- fahrtsamts fand nach einer lebhaften Aussprache und nach einigen kleinen Abänderungen die Zustimmung der Stadtverord- neten. Hierdurch wird die bisherig« Armendir«ktion auf- gehoben, ebenso der Ausschuß für Jugendfürsorge und der bis- herige Wohlfahrtsausschuß. Nicht mehr Armen-, sondern Wohlfahrtspflege soll in Zukunft die Aufgabe dieses Amte? sein. Ein TringlichkcitSantrag Hennig und Genossen bete. Zuweisung von Hausbrandkohlen und Petroleum durch den Magistrat wurde ebenfalls angenommen. Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, 1. April: 18. Slbt. Die BezirkSsflhrer iverdrn ersucht, umgehend abzurechnen. Morgen, 2. April: 37. Slbt. Herren tmrtie Teilnehmer treffen sich morgens 8 Uhr wi Lokal von(3- Hübner, Wilsnacker Str. 34. Jungsozialiftisckie Bereinigung numen. vevrr- Klubgarnituren, Stand- uhre«, Sosa», deutsche und echte Teppiche, Portiere», Ehaiselongue-, Tischdecken in riestg großer Auswahl zu enorm billig«» Prrtfen. Ztsns Ssnnert. Möbelhaus tft« Gelegen- heitskause, Lothringer Str. SS,* Raienthaler Platz. Zinn u.Blei' sowie alfe ASimeiaSSe I kaufen zu höchsten Preisen|* ItfleiaSBschmsizwerke WaBdemar-StraSSe 74 8—7 Uhr. Tel. Morltaplatz 9955 Ä» Spekial» Behandlung � von Haut-, Harn-, Unterleibs� Frauenitid.j spez. veraiiete hartnäckige r.Ule, Schwäche; Salvarsan-Kiiren.— Urm- i u. Blutuniersuchungen, Licht- u. Finsen-Behaualung. Eiektr. 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Maschinen........ 1291 176,— Aus- und Vorrichtungen der Gruden.... 294 347,— Brikettfabrlk-Anlagen, Gebäude...... 1732 836,— Brikettfabrlk-Anlagen, Maschinen..... 1669116,— Eisenbahn-Anlagen........... 437 658,— Kettenbahnen.............. 240 216,— Drahtseilbahnen............. 1,— Elektrisch« Anlagen........... 899 418,— Utensilien............... 173092,— Wohngebäude.............. 1937 943,— Mobilien........'........ 1,— Automobile, Pferde und Wagen...... 114 409,— Abraum-Geräte............. 3 655 971,— Buchwert d. gesamten Anlagen am 31 Dez. 1919 24 142 470,— gegen M. 23 646 169,13 am 31. Dez. 1918. Abraum.............. Schuldner............. Beteiligungen und Wertpapiere.... Kassenbestand............ Materiallenbestand............ 4 230 481,97 Geleistete Sicherhelten......... 44<32 501,16 Paasive. Aktienkapital.............. 10 000 000,— 4V»0/o Schuldverschreibungen....... 2550 000,— 384 532AS 9 248 364,39 6 223 040,— 474 312,15 Gesetzliche Rücklage. Sonderrücklage............. Rücklage für die Emeuerungsschefnsteuer.. KrlegsfQrsorge............. Gläubiger............... Geloste und noch nicht eingelöste Schuldverschreibungen.......*..... Noch nicht erhob. Schuldverschreibungszinsen Noch nicht abgehobene Gewinnanteile... Gewinn................ Für Kupfer, Messing, Blei, Zink, Rotguß sowie Zinn und Aluminium zahle die höchsten KonknrreM-Prelse IOderberger Str.ll Ecke Schjahauser Allee H 4 270 742,33 3100 000,— 55 000,— 370 000,— 19953 967,97 11000,— 38 317,50 4 330)— 4 379 203 36 44 752 501.16 Gewinn- n. Verlust-Rechnung am 31. Dez, 19!9. Debet. AI. Allgemeine Unkosten.......... 1 450937,53 Abschreibungen............. 2 403 000,49 Saldo................. 4 379 204,36 8 233 163,68 Credit. Vortrag aus 1918............ 187 809, 10 Ertrag der eigenen Betriebe........ 7900 621,38 Ertrag aus Beteiligungen........ 151 733 20 8 233 163, CS Berlin, den 11. März 1920. Der Aufsichtsrat: J. Petschek, Vorsitzender. Neu-Welzow N.-L., den laMän 1920. „Eintracht" Braunkoblenwerke und Brlkettiabrtkee. Der Vorstand: Dr. Wolf. Dr. Voigt. Die Deutsche Treuhand-Gesellschaft Berlin, hat wie alljährlich die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung -----nd bestätigt ihre Uebereinsti------—-------- . die sie gleichfalls geprüft mäBig geführt anerkannt hak l In der heuligen Generaivei festgesetzte Dividende Ist sofort fällig und 270 M. pro Aktie gegen Einlielerung des Scheines Nr. 3 von heute ab zur Auszahlun-' bei der(icsellschaftskassc in Neu-Welzow f geprüft und bestätigt ihre Uebereinstimmung mit unseren Büchern, die sie gleichfalls geprüft und als ordnungs- "lig geführt anerkannt hat. Die In der heutigen Generalversammlung auf 27 Fror. ..-""' gelangt mit Dividenden- ____________ I HHH bei der MlMeldeutschea Credltbank, Burgstr i in Berlin, bei den Herren Jacquier& Securlus, An der Stechbahn 3/4 in Benin, be! Herrn A. E. Wassermann, Burgstr. 23 in Berlin, bei der Deutseben Bank in Berlin, bei der Dircctlnn der Oisconto-Gesellschaft in Berlin. bei der Allgemeinen Deutschen Credltanstalt, Abteilung Becker 4 Co., in Leipzig. Wiedergewählt in den Aufsichtsrat wurde Herr Generaldirektor Gustav Wegge in Köln a. Rh.. Neu-Welzow N.-L., den 29. Män 1920. „KIntrncht" Braunkoblenwerke und Brikettfabriken. __ Der Vorstand Dr. WolL Dr. Voigt._ Krause Pianos Großes Lager in ♦ allen Holzarten Berlin W5ß, AnshaciierSfr.!. der Altmetallh. BMG pllmetallel i Lumpen," 1 Papier, i - Eisen? 5 lauft ständig£ ? i« höchsten Tagespreisen Z Sur.>0—». 5 i itarn- luvt Zigaretten, türk., engl, amer. Lagerb-sueh sehr lohnend.• Nur Seibslverbr. u. Castw. M. Dessen, Berlin, Aleiandcrplati 2, iTreoP«, am Untergrdbh. 9— ♦Chr. Berlin O 26, NaunjnstraQe 38 > derOtanienbrUcke Moritzpl. 4500. J Kupfer Messing, Nickel, Aluminium, Zinn. Quecksilber. 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L'rr.arb.ichlechts.OcolsaeJttp. -------- 5prtchi.9-Z* ■jjj. rm«W>»» x■■'i»i.,-»>,»»»»»»x �, m mme�i � f�wwrtnwwqjjj [�Theater, iichtspiele etc. j Opernhaus. Palestrina. Antar.a 3l!t Uhr.___ Schauspielhaus. Friedrich der Große. LTeil: Der Kronprinz. Anfang 6'/a Uhr:____ Ulrektion Max Reinhardt oeatscheH Theater. vi, mir: Und Plppa taazl Freitag: Geschlossen. Kamm erspiele. J.: Gabriel Sebiltüips naebt Freitag: Geschlossen. Or. Schanspielhnns Karlstraße. 7 Uhr: Der» eiße Heiland(3i.Abtn2,A.) Freitag: Geschlossen._ Theater 1. d. KöniggrätzerStraße VjS Uhr; Schloß Wetterst ein Sonnabend: König Mcolo. 1. Feiertag: König Mcolo. Nachm.: Erdgeist(M.Orska) 2. Feiertag:„Sie". Nachm.: Brdgeist(M.Orska) Komödienhaus Der Herr Minister (üax Pallenberg) Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Frltzl Massary. Otto Storm, Hang Wassmann. Volksbühne V/t Uhr: Paul Lange und Tora Parsberg. Freitag: Keine Vorstellung. Großes Schauspielhaus Ab heute: Zu volkstümlichen preisen: OseersonnTag-» 4. BpfU, zx/t Uhr, auO. Hb. Lessing-Tteter. g Direktion; Victor Barnowsky?, vu uhr: Pygmalion. Freitag: Geschlossen. Hamlet Regle: Mag Reinhardt Sonnabend 7 Uhr: Vozzeck, Die Buhlsch»effer. lisutsEfcss Riinstler-Ihsater AÄdr:ch Menagerie (Adalbert, Götz, Haack, Kon- schewska. Fischer, Morgan, Wal lauer.) Freitag: Geschlossen._ Gasino-Theater Lothringerstr.37. Tägl.'/jJU.: Der neue Possenschlaeer: Em alter Sfinder An allen Feiertagen: Zwei Vorstcllunren! %8 Uhr: Ein alter Sunder. Nachm. Onkel Moritz. Cen trai-Theater w-- Fräniein Puck. Deutsches Opernhaas 5 uhr: Parsifal. Die Tribüne 7*/. u.: Franziska. Edcn-Thcater. v/t u.: Die Doüarprinzessifl Priedr.-WiUieimst.Tli. T'ÄUIr: Evchen Humbrecht Klelnea Tbeater. ühr: Die Pfafrliiuiskoniiiiiie. Kl, Nchauspleihans.| 7v.u.:DlBDnl]eFiilirteFray; Kominche Oper � uhr: Seil warzwaldmäilel An beiden Osterleiertagen: ß'/i Uhr: Schwarz vaidmadel. Lnst.pielhaus Arnold Rleck in: uJff: Der Großstadt-Kavalier Mctropol-Theater. 7 Diu: SgbQL An beiden Osterleiertagen: 3:Charleysrantc m.Thielscher Neaes Operettenhnus Mia Werber als Gast in vi, u.: Die kleine Hoheit. An beiden Osterleiertagen; S'/j U.. Die Dame vom Zirkus. Keues Volktstbeater Cöpenicker Str. bt. v', uhr: fioiinung aul Segen. Schill er-Theat. Chart. 7v.u.: Macht derFinslernis Tlialla-Thrnter 7'/, u.: Die närrische Liehe Tb. am Siollendorfplatc ZV« Uhr: Sleglried. VU Uhr: VcfWcCcfcncryTe Theater des TVeatens 7v.u.: DleFraaimilermeün Freitag 7'/-: Die Schöpfung mit Rudolf Laubenthai. An Beiden Osterleiertagen: 3V« Uhr: Die lustige Witwe. Wallner-Theatcr uhr Eine Ballnacht. An beiden Osterleiertagen: 2�/4 U.: Qeisha mit Mia Werber Walhalla-Theater. uh? Der Rastclbinder Trianon-Theater. Bahnhof Friedrichstraße. Untergrundb. Frledrichstr. Täglich Vj8 Uhr: Femina. Sonnabend 4: Rotkäppchen. Sonntag 4 U.; Johannisfeuer. APOLLO Theater 1 Direkt. James Klein. I Täglich 7 Vi Uhr. jjipril 1920!! Das Welt.Rfltsel | Die einz. Gedanken- 1 leserln der Welt. Teiephonlrenden lim Jahre 1920! I jVorsiehtlieil i Oespräehen unter Mitwirkung d.bek. Filmgrößen 7 Valy Arnlielm| narga I«indt Kunst u. Schönheit Erika DENNISSON in ihren Tänzen. 4 Atrkonis | Schleuderbrett-Akr. 3 Sruhns dreifach Reckakt. | Serringion I Weltm. d. Radfahrk.| 2 Ossnots Exzentriker. \ SanMas Schönheitsakt. j An beiden Feiertagen I | vollständ. Programm| Residenz-Theater. Stadtbahil JannowitzbrücUe. Täglich Vo8LThr: Die Rasclilioffs von Hermann Sudermann. Sonnab. 4; Max und Moritz. Sonnlag 4: Der xute Ruf. Rose-Theater. 7", Uhr; Die im Sctiatten leben. Adi-Hausl Taubenstr. 34— Ar. 1052[ TSollch VI Ipril-Spielplan r In ihren Tänzen M nordische Tänzerin ehester Dieck Sensationelle Radkunst Dr. Angelos lebende Porzellane Fred Steffin Dressurakt Deeves-Reeves-Heeves Hum. Gesangs- u. Tanzakt Karl Heinz Ewers Bauchred. u. Musikimitat. Paul Goldler Grotesk-Komiker LiesaNarow d. Partner Komische Rjrlfahrer Drei Thomas Komische Akrobaten Zwei Laures Gymnastische Neuheit Kttte Blank Engen TSurk Cilli ft'ronio Heins HeiTivig Plp n. Edita Henry AVoltt' Eiesel Eve, Paul Itückmann Kütcfaen Esten X Pohleyn Adolf Stebaü 1 Oftermontag, 5. HprU, 2V2 Ctbr, auß. Hb. Grestie Regie: 771 nx T.etnHxrbt Greftes: Alexander MoW Preise her Pläfie: 77L 3.- bis M. 12.-. Billeffs THeaterfaffe, A. Weriheim»üb im Invalibenbanl Circus Busch Donnerstag, den 1. April, TU ühr � Erstanflührang Der Wilddieb U Original-Pantomime in 5 Akten und 1 Apotheose. Regie: Carl Terry. Balletts V. Balfettm Huppert- Allcgrib. Musik v. Kapelim. A. Taubert. Dekorationen: Theaterkunsl Gewerbehans. Kostüme: Leopold Verch und Theaterkunst. Wasser- u. Lichteffekte aus dem Atelier Willy Hagedorn. Tänze: I. Tiroler Tänze. 2. Blumen-Ballett. I.Akt; Das Rodel- u. Scbliftschuhfest. 2. Akt: Das Schützenfest. OHg. Tiroler Tänte. 3. Akt: Die Ermordung des Forstmeisters Rudi durch den Wilddieb. 4. Akt; Das Schwurgericht. 5. Akt: In der Gefängnlseellc. 6. Akt. Apotheose. Das große Blumen-Ballett, das Alpen» glüh., die Wundertontänc u. ihre Geheimnisse. Vorher das neue April-Programm} Unter anderm: Hai-Jung-Truppe, chinesische Gaukler. Marino, Evolutionen am schwankenden Schiffsmast. Tuxin, der Mann in der Flasche. Karl HeB, Freiheitsdressur, usw. Karfreitag; geschlossen. An all. 3 Osterf eiertag. 2 Große Festvorstellungen 2 Sllt und 7l!t Uhr. In sämtlichen Vorstellungen auch Nacbmittas«: Die neue Pantomime „DER WILDDIEB" sowie das neue Programm. t Nactimittags hat j:d. Erwachsene I eigenes� : Kind auf allen Sitzplätzen frei!' Schall u.Rauch im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiffbauerdamm Das neue April-Prbgranim Oticar Sab« Anita Berber Bady Christian« II. v. Wolzonen Kurt WolowsKi Olga Orioffska Erich Koenig Musik, Leite Frledr. Holländer. F.räiinung 7'/-, BeelnnS1/- I hr. ♦ Allabendlich 7 Uhr:* {3 Schwestern Lückj Lieselotte j Tom Jersey| i Trude u. Ilse i Annie Wilkens | Schulhoff | Walter Steiner] * ,,Der zerbrochene 4 Spiegel4* 1 (Gebr. Schwarz){ Paul Steinitz j Kapelle MundiNeummn. 1 Am Flügel: E. Hentschcl. j �FollesCaprice� Eck. Friedrich- u. Linienstraße - Täglich 7",: Die abgetretene Frau Zwangsclnquartlcrung. Oh dlener Xttwack! mit Ferdinand Orünecker in den Hauptrollen. ReiröshalL-Tlieater Tg."i/j u.a. brfb.Oftct. tagen Rm.SU.: Ztcttiner Sänger. Siodjmiüag» •mö�t�eeiit Varletc-Caie aritzplalz ♦Oranienstr.SS/SaA ♦(Wertheimhaus) 4 * Täglich 7, Sonntags 4 Uhrt Das sensationelle i Variet6=| Programm.| 4>/, bis 7 Uhr 1 i { Tanz-Tee. t wiZOO ff. Weine, ff. Küche Mocca, Tee, Schokolade| » Antons 7 Uhr| Theater am KottbuserTor Tel.; Moritzplatz 14 814. Jeden Abend 7V, Uhr: Sliie-Sänger. ehem. Mitgl. der Stettiner Sänger. 1 Sonnt, nehm. 3 U. ennäBPreis.(votf. Aberd-Programm. Blüitigen- Konzen. W Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß; Die Buxe der Pandora. Vorverk. II— IV, u. 4—0 Uhr. [ResMenz-Kaslno? J 10 Blumenstraße 10. 9 »Tanz und Kabarett! tl Mich mit Itöraiifdicm hMkeilserfolS Henny Porten Emil Janninss w �sdlhlesel's Töchter na Hanns K r Hl ynnd Ernst Lnbitseb Begi.: Ernst LubStseh Vorverkauf: 1 1-1 Uhr/ Wegen des großen An- dränget ru d. Vorstellung um Uhr wird der Besuch der Vnretelliing um 7 Uhr empfohlen! Karfreitag geschlossen la den Feiertagen Voratollangon ab 4 Uhr Cmhlige IGaidilncnbaatr. »eeoeeej auer. 8 i v mb Arg* Mozartsaai. Xammerllchtsplele am Noilendorfplatz" am Potsdamer Platz Rnmeraden nach August Strlndbarg In den Hanptrolien: Harrle! 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Gestern abend tagte in den Germaniasälen eine außer- ordentlich st ark besuchte allgemeine Konferenz aller auf dem Boden der S. P. D. stehenden Partei- und Ge- werkschaftSfunktionäre. um Stellung zu nehmen zu der durch den K a p p- P u t s ch hervorgerukeneu Lage. Genosse Franz Krüger referierte über die politische Situation und die Stellung der Sozialdemokratie zu den kommen- den Wahlen. Er führte etwa ou-Z: Wir und unsere Organisation müssen uns schleunig st „Klar zum Gefecht" machen. Po-sitiv müssen wir den Wählern zeigen, für welches Programm wir kämpfen. Es hat für unsere Partei nie einen Zweifel gegeben, daß unser Kampf sich nur gegen rechts richten kann. Von dem militärischen System kommen wir nur loS, wenn alle Voraussetzungen dafür reif find. Waren wir schuld, daß dieses Heer geschaffen werden mußte? Die Truppe war ein- gestellt auf den Kampf gegerr links. Wenn die Partei jetzt dazu übergeht, dieses Heer umzuändern, dann müssen wir auch an links die Mahnung richten, die Kämpfe, die zum Blutvergießen führen, endgültig einzustellen.(Sehr richtig I) Die Einordnung der Arbeiterschaft in die Reichs- und Sicherheitswehr setzt voraus, daß dieselbe Arbeiterschaft geschlossen auf dem Boden der Demokratie steht.(Zustimmung.) Die Berliner Arbeiterschaft ist stets der festeste Anker der Reichseinheit gewesen und die mit dem Gew.erkschaftSbund getroffenen Berrinbarungen sollen im ganzen Reich zur Geltung gebracht werden. Redner weist den Vorwurf zurück, als bedeuteten diese Punkte die Aufrichtung einer »Berliner Diktatur". Es muß gesagt werden, daß den bürgerlichenVertretern imKoalitionS- kabinett das notwendigste Verständnis für das Gebot der Stunde ab- geht.(Zustimmung.) Zu wünschen ist, daß die vernünftige Richtung unter den Unabhängigen zum Siege führt. Ich habe immer betont, daß eine Diktatur von links ebenso un- möglich ist wie die von rechts. In wenigen Wochen würde eine solche Diktatur unter de» schwersten Opfer» der Ardeiterschaft zusammengebrochen sein.(Lebhafte? sehr richtig!) An den Vorgängen im Ruhr- gebiet sehen wir, daß jede Diktatur ausmündet in eine solche des ärgsten Pöbels.(Zustimmung.) Eine sozialistische Dik- tatur, die sich nicht auf dem Willen der Mehrheit des Volke? stützt, ist ein Unding. Will die Regierung die Massen hinter fich haben, muß sie schnell und entschlösse» dnrchgreife». Wir werden aus der Reihe der Arbeiter- und Angestelltenschaft genug Kräfte aufbringen, die dasselbe leisten als der alte. sich beim Puisch nicht bewährte Beamtenapparat.(Zuruf: .Mehr noch I" Beifall.) Wir müsse« jetzt Klarheit im Volke schaffen, ob mit Kapp oder mit der Sozialdemokratie regiert werden soll. Wir alle wollen den Frieden in der Arbeiterschaft und fördern die Entwicklung zur Ver- nunft, die fich innerhalb der N. S. P. vollzieht. Wenn wir an- gegriffen werden, sei es von rechts oder links, müssen wir uns zur Wehr setzen: wir selber greifen nicht an. Auch link? ist das ehrliche Bestreben vorhanden, die Auswüchse im Ruhrgebiet schnellstens zu beseitigen. Den Arbeitern im Ruhrgebiet nützen wir nur dadurch, daß wir energisch auf alle in Frage kommenden Instanzen in unserem Sinne einwirken. Woher nehmen die M a l tz a h n und W e g m a n n das Mandat, im Namen der Arbeiterschaft zu sprechen?(Beifall.) Wir erklären, die R e- gierung zu unterstützen in der Durchführung der acht Punkte, für eine demokratische, sozialistische Politik. (Zustimmung.) Wer das will, muß für eine sozialistische Mehrheit eintreten. Spannen wir alle Kräfte an dann werden wir den Sieg an unsere Fahne hesten(Starker' Beifall.) In der Diskussion, zu der etwa ztoanzig Redner gemeldet find, nimmt zunächst Anton Fischer das Wort. Schon am ö. Mai von- gen Jahres habe ich im Austrage der Bezirksorganisation gebeten, einen republikanischen Geist in die Reichswehr einziehen zu lassen. War es notwendig, nur mit kaiserlichen Offizieren zu regieren� diesen die Macht in die Hände zu spielen? Jedes Volk hat die Rc- gierung die es sich gefallen läßt.(Sehr richtig!) Nun gilt es, vor- wäriS zu schauen, Schulter an Schulter zusammenzustehen und die Reüfcswehr zu säubern. Zuerst bei den Personalreferenten, diese befinden darüber, ob ein Mann eingestellt werden soll.(Zustim- mung.) Jeder soll den Republikanischen Führcrbund unterstützen, damit Ordnung geschaffen wird.(Beifall.) Lehncrt: Jetzt wollen wir endlich Taten sehen, nur Tapeten- wände trennen uns noch von der Einigkeit. Wir wollen die Dikta- tur auf deinokratischer Grundlage. Gegen die Frechheit von rechts hilft nur zielbewußtes Austreten von links. Redner«der Kriminal- kommissar ist), schildert, wie freudig maßgebende Kreise der Sicher- heitswchr den Baltikumern entgegengefabren sind. Wir haben keine Lust, uns unter den Schutz der Bajonette zu flüchten, die nachher gern bereit sind, uns aufzuspießen. Den Redakteur Frobös will der Polizeipräsident Richter nicht entlassen, weil er für den„.Kampf nach links nicht zu ent- behren sei.(Allg. Bewegung.) Unsere Parole für den kommenden Wahlkctmpf muß lauten: Wir kennen nur noch Sozialdemokraten. (Beifall.) Matter» verlangt Beseitigung der Einwohnerwehren und so- fortige Demokratisierung. Eine Arbeiterregierung mit Einschluß der christlichen und Sirßt�Dunckerschen Arbeiter hätte beruhigend auf das Volk gewirkt.(Beifall.) Außerhalb der Rednerliste erhält Genosse Richter das Wort, um auf die Ausführungen Lehnerts zu antworten: Sic werden mir zugeben, daß die mir übertragene Aufgabe ein klein wenig schwie- rig ist. Mir ist ein eiserner Besen in die Hand gegeben, an dem noch der Stiel fehlt. Es gibt im Polizeipräsidium niemanden, auf den man sich verlassen kann. Die Unterredung mit Lehncrt war streng informatorisch, und Sie können sich meine Lage denken, wenn solche Gespräche hier weitergegeben werden. Lehnert soll erst beweisen, daß er Genosse ist. Tas Mitgliedsbuch allein ge- nügt nicht, um Sozialdemokrat zu sein. Solche Behauptungen stellt nur der auf, der Reklame für seine Person machen will. (Sehr richtig! Zuruf: Frobös?) Frobös ist ein tüchtiger De- amter(Bewegung), der uur nicht an dem richtigen Platz� steht. Bc- Ivahrheitet sich, was Lehnert sagt, ist für Frobös kein Platz mehr bei uns. Wer Sozialdemokrat ist, muß dies beweisen, dann be- kommt er auch den Platz, wo er wirken kann.(Starker Beifall.) Lehnert sucht die Ausführungen Richters zu entkräften und gibt zu, sich in ein schlechtes Lickt gesetzt zu haben; er wolle der Partei nur die Augen öffnen.(Sehr gut!) Porlsch-wendet sich gegen die Art, wie Lehnert� den Kampf zu führen gedenkt und gibt dann ein Bild von der Situation im Reiche. Herbert Verg-r schildert die Schwierigkeiten, unter der die sozialistischen Studenten auf den Hochschulen studieren müssen. Rhode befürwortet ein«: Antrag, fünf Genoffen in eine Kom- Mission zu wählen, die den Auftrag bat, der ReichstagHfraktion und wenn nötig auch den Ministern die Wünsche der breiten Masse zu unterbreiten, mn so eine Kontrolle zu haben.(Beifall.) Thnran: Unsere Kritik muß Vorschläge zur Besserung ent- halten, wenn sie Erfolg haben soll.(Zustimmung.) Wenn wir Eisenbahner Einspruch geltend machten gegen die Anordnungen der Geheimräte, ging es uns so wie heute dem Genossen Lehnert, gegen dessen Behandlung durch Richter Redner protestiert.(Zustimmung.) Bei der Eisenbahn sind noch immer Vorgesetzte im Dienst, die den Standpunkt vertraten, wer den Generalstreik mitmacht, muß an die Wand gestellt werden.(Bewegung.) Wir haben unter uns genug tüchtige Beamte.(Krüger ruft: Wo denn?— Redner antwortet unter starkem Beifall:) Hier im Saale. Warmulla spricht für Einigkeit über die Köpfe der Führer. Schlegel: Die heutige Konserenz soll der Auftakt zu den Wahlen sein, dies ist nach den letzten Ausführungen nicht der Fall. (Widerspruch.) Vergessen wir nicht, daß wir das Wachstum unserer Partei auch denen mitverdanken, die heute einen Ministerposten innehaben. Mir ist die Situation zn ernst, um hier Theater zu machen.(Bestall.) Redner spricht gegen den Antrag Rohde und stößt dabei aus Widerspruch bei der Versammlung. Jetzt gilt eS unsere Ziele herauszuarbeiten, heute müssen wir die Waffen schleifen zum Kampf gegen die Reaktion.(Starker Beifall.) Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. In seinem Schlußwort kehrt Krüger in fachlicher Rede den Stand- Punkt heraus, den jeder wahre Sozialist im Interesse der Partei einnehmen muß. lieber die neue Regierung berests ein Urteil zu fällen, ist unmöglich. Wir erwarten von ihr, daß sie die Ber- liner acht Punkte nicht nur annimmt, sondern auch durchführt. Danach werden wir unsere Stellung einnehmen. Sie wird uns hinter sich hoben, wenn sie unsere Wünsche erfüllt.(Beifall.) Warten wir ab, was sie tun wird und rüsten wir uns zum Wahlkamps, den wir führen werden unter der Parole: Für Demokratie, für Re- publik und Sozialismus, gegen rechts und nicht gegen links!(Leb- hafter Beifall.) Einstimmig angenommen wird die Resolution de? Vorstandes: .Durch die Mcderschlagung des Kapp-Putsches ist die reaktionär« militari st ischeGefahr nicht beseitigt. Den Kampf gegen sie mit größtem Nachdruck weiterzuführen, ist die drin- geudste Aufgabe oller wahrhast demokratischen, republikanisch gestnniien Schichten des deutschst: Volkes. Die neue Regierung muß daher im Sinne der Berliner Vereinbarungen zwffchen Regierimgspanteien und Gewerkschaften eine schleunige und rücksichtslose Entfernung aller unzuverlässigen Elemente aus Reichs-:mdSicherheitswehren und die Heran- ziehrnig der organisierten Arbeiterschaft zum öffentlichen Sichevhcits- dienst, die Demokratisierung der Verwaltung und eine entschieden soziale Wirstchaftspolitik betreiben. Hierbei wird sie die kräftigste Unterstützung der Sozia Idctncf rast scheu Partei haben. Es muß aber auch an die Unabhängige Sozial- demokratische Partei die Auffordern ng gerichtet werden, angesichts der drohenden reaktionären Gefahren endlich den Boden einer Politik der realen Tatsachen zu betreten. Die von den Unabhängigen bisher angestrebte Diktatur des Proletariats ohne Rückficht auf die Machtvorhältnisse im. Volks Parlament würde ebenso wie eine militaristische Diktatur an dem Widerstand der großen Volksmtzhrhstt unter furchtbarem Opfer in der Arbeiterschaft zerschellen. Jede Diktatur- und Putschpolitik von links'bedeutet wie bisher nichts anderes als Unter st ützung der Reaktion. Bei den kommenden Reichs- tagswahlen müssen daher.alle" Parteien geschlossen vorgehen, die bereit sind, für Republik, Freiheit, Demokratie und Sozialismus gegen Gewalt und Putsch ihre ganze Kraft ein- zusetzen. Sorgt das arbeitende Volk dafür, daß der ireue Reichstag eine sozialdemokratische Mehrheit hat, dann ist die Bahn frei für die Verwirklichung unserer Ziele." Ebenfalls angenommen wird folgende Resolution: „In einmütiger Geschlossenheit wurde der Kamps um die Republik von den Parteien der S. P. D., U.S. P.D., dem Gcwcrk- sckaftsbund und der Gewerkschaftskommission sowie den Organi- sotionen der Angestellten und Beamten siegreich geführt Die alten poli tischen und gewerkschaftlichen Organisationen haben in der tTunde.höchster Gefahr in einem Kamps auf Leben und Tod sich glänzend bewährt. Unverantwortlichen Personen blieb«s dorbchallcn, nachträglich durch eine Komödie von Wahlen sogenannter revolutionärer Betriebsräte von neuem Verwirrung und Uneinigkeit in die geschlossene Kampffront des arbeitenden Volkes zu tragen. Die Ernennung von wilden, ungesetzlichen Betriebsräten trägt erneut dos Gift der Zersetzung und Spaltung in die Reihen der organisierten Arbeiterschaft. Deshalb, Arbeiter, Angestellte, fallt nicht auf dies« neuen Der- suche konfuser Wirrköpfe hinein, die keine Legitimation haben, im Namen der Berliner Arbeiterschaft zu sprechen. B r.ola t. Rein kne cht." Nach einem anfeuernden Schlußwort schließt der Vorsitzende mit einem Hock) auf die Sozialdemokratie. Ucbcrgang der sächfischea Staatsbahnen auf das Reich. Die sächsische Volkskammer hat heute endgültig die Regierungsvorlage angenommen, durch die der Staat-Zvemag über den Uebergang der s ä ck s l s ch e n S t a a l s e i s e n b a h n c n auf das Reich mit Wirkung vom 1. April ISW ab genehmigt wird. Der Abg. Düringer(Dnt.) wünscht zu berichtigen, daß er in der Nalionalversammlung nicht von einer jüdischen Mutter Kopps gesprochen Hab«— wie eS auf der Jcmrnalisientribüne verfianden worden ist sondern die erbliche Belastung Kopps nur auf dessen Vater bezog. Wir teilen dos mit, damit Herr Düringer beruhigt ist und boffen. daß er noch vor der Entscheidung über seine Wieder- aufstelliing seiner zweifelnden Partei seine eigene Reinrassigleit nachweisen kann.. I Aufhebung dcS Ausnahmezustandes für Thüringen. Der Reichspräsident hat auf den von Minister Brand enste.in überbrachten Antrag des Staatsrates in Thüringen und nachdem sich der Staatsrat für die Aufrechierhaltung von Ruhe und Ordnung ver- bürgt hat, sämtliche A u s n a h m e v o r s.ch r i s t e n für Gwß- Thüringen(Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Weiningen, Sachsen-Gotha, Sachsen-Altcnburg, Renß,'Schwarzburg-Rndo! stadt, Schwarzburg-SonderShausen und die von ihnen umschlossenen Ge- biete) mit Wirkung vom 1. April aufgehoben, in der Er- Wartung, daß Gewaltakte aller Art unterbleiben und die ver- fassungsmäßigen Behörden anerkannt und in ihrer Wirksamkeit nicht beeinträchtigk werden. Südslawie» hat das Bersailler Diktat ratifiziert. preußische Sanöesversammkung« In der Mittwochsitzung führte der Abg. Dr. Rosenfeld(ll.Soz.) weiter aus: Die letzten AiiSlSuderverhaftnngen waren schamlose militärische Willkürakte. Offiziere sind in Automobilen in Berlin herumgefahren und haben zu Judenpogromen aufgesordert. Leinert hat als Staatslommissar in Hannover einen Schutzhastbefehl gegen seinen ehemaligen Parteifreund Katz erlassen, der beweist, daß auch Leinert von dem Bolschewfftsr, schreck befallen ist. Er bat den Be- fehl allerdings bei seiner Abreite nach Berlin wieder a u f g e- hoben, einen Unabhängigen aber heute noch in Schutzhaft be- halten. Solche Zustände sind nicht vertrauenerweckend. Wie steht es mit der Umgestaltung der Sicherbeitswehr? Zu meinem Bedanern haben die Rechtssozialisten nicht den Mut gefunden, eine rein sozialistische Regierung nu bilden. Die Mehrheit dieses Hauses bätte sich fügen müssen, nachdem der Generalstreik gezeigt hatte, wo die Mehrheit des Volkes sieht. Nieder mit dem KavitalismuS, hoch der internaiionale Sozialismus!(Beifall bei den U. Soz.) Damit schließt die Aussprache. Es folgen persönliche Be« merkungen. Abg. Limbertz(Soz.): Den Unabhängigen ist nicht der Ein- tritt in eine sozialistische, sonder» in eine Rrdeiterregierung vorge- schlaaen worden. Abg. Dominicus(Dem.): Ich habe die Vereidigungen der Schöneberger Beamten nicht voroenoinmen, um bei der herrschenden Ain'regung einzelne nicht zur Ilnbstormenbeit zu verleiten. Meine persönliche Stellung zu Kapp war sofort vollständig klar, denn ich bin gleich nach dem demokratischen Bureau gegangen und habe dort den Aufruf geschrieben, worin die Demokraten unbestreitbar klar von den Putschisten abrücken. Dr. Pteuß ist mein Zeuge. Die Vertrauenskundaebung der drei Mehrheitsparieien wird gegen die Stimmen der Unabhängigen und der gesamten Rechten angenommen. Abg. Blank(Z.) berichtet über die Verhandlungen de? Geschäfts- ordnungsausschusses über die Strafverfolgung des Abg. v. Kessel(Dnat.) wegen Hochverrats. Der Allsschuß beantragt, die Genehmigung zur Strafverfolgung zu erteilen. Abg. Lüdicke(Dnat.): Im Falle Liebknecht ist Abg. Hirsch Wür eingetreten, daß unter allen Umständen die Jnimunität gewahrt wer- den müsse. Gleiches Recht für alle! Wo bleibt im Falle Kessel der Hochverrat? Wir beantragen Zurückverweiiung an den Ausschuß. Abg. Beyer(Z.): Am Morgen des 13. März bat Herr v. Kessel sich mit Gewalt in den Bentz des Oberpräsidiums in Breslau aeietzl. Hier liegt geradezu ein Schnlfnll vmi Hochverrat vor. Deshalb sind wir für Erteilung der Genehmigung. Abg Leid(U. Soz.): Wäre Herr v. Kessel ein Mann, so hätte er längst sein Mandat niedergelegt. Solange er das nicht tut, können wir einer Verletzung der Jmimmität nicht zustimmen. Abg. Sicriiig(Soz.): Wer mit Gewalt gegen die Verfassung anrennt, muß es sich auch gefallen lasien, wenn er vom Volke zur Verantwortung gezogen wird. Wir sind bereit zu weitgebeudem Schutz der Immunität, aber die Rechte des Volkes dürfen nicht ver- letzt toerden. Die Unabhänaiqen wollen Herrn v. Kessel feinem Richter entziehen. Ihre Anhänger im Lande werden das nicht verstehen. Abg. Stendel(D. Vp.) bemerkt, daß eine Ausnahme von der Immunität nur bei ganz schweren Verbrechern gemacht werden soll. Eine Partei, die am 9. November 1918 die Verfassung gebrochen habe, sollte sich hier nicht in dieser Weise auffvielen. Abg. Dr. Meyer(Dem.): Wir stimmen aus rechtlichen Gründen dem Ausschußantrage zu. Es handelt sich gar nicht um eine Sicke- rung des Abgeordneten, sondern des Parlaments und der Berfassuug. Der Gedanke ist doch abiurd, daß das Jmmunitätsrecht zuaunsteu eine? Mannes angewendet würde, der das Parlament und die Ver- kasiung zertrümmern wollte, sonst lönnte ja schließlich auch Herr Kapp, wenn er Abgeordneter wäre, diesen Schutz in Anspruch nehmen. So wird Vernunft zum Unsinn gemacht.(Beifall.) Die Kanier- valiven haben die Immunität des Abg. Liebknecht auch damals preis- gegeben, als er wegen Beschimpfung des ruffischen Kaisers verfolgt werden sollte.(Hört! hört! links.) Das Verhalten der Unabhäiigigen ist vielleicht eine Vorsorge für den Fall, daß ihnen nahestehende Personen in ähnliche Lage kommen. Würde Herr v. Kessel dem Richter entzogen, so wäre dies ein Faustschlag für das GerechtigkeitS- gefühl des Volkes. Wir werden deshalb dem Ausschußautrag zu- stimmen.(Beir'all. Abg. Adolf Hossmann(U. S.): Ich wundere mich, daß die Herren von der Rechten überhaupt hier find. Nach ihrer Ausicht ist die Landesveriamnilung doch aufgelöst.(Widerspruch rechts.) Sic haben Ihre Beteiligimg am AeliestenauSschuß doch mit dieier Be- gründung abge lehnt. Wir streiten uns um Kaisers Bart. Auch wenn Herrn V. Kessel die Jnimunität versagt wird, der Staats- auwalt erwischt ihn doch nicht.(AIS Hoffmnnn dieS so sicher ver- kündete, saß v. Kessel schon in der Breslauer Schutzhaft. Red.� Die Herren von der Rechten lächeln verständnisvoll, sie wissen, daß Kessel in Sicherheit ist.(Höttl hört! links.) Abg. Heilmann(Soz.): Die Rechte hat nie die Jmnmnität ge- Ivahrt, will sie aber jetzt für v. Kessel in Anspruch nehmen. Eine solche Taktik ist ebenso frech im Vorgehen, wie feige im Rückzug. (Sehr richtig.) v. Kessel selbst bat d ie Immunität verachtet, wir können nicht so gutmütig und schwach sein, sie ihm zuzubilligen. (Sehr richtig I) Abg. Strudel(D. V.) bemerkt peisönlich: Ich bin am 13. März gar nicht zum Aellestenrat ins HauS gekommen, sondern weil ich den Schlüssel zu meinem Schrank verloren hatte.(Anhaltendes Gelächter.) Als Herr Hoffmonn in die AeltestenratSsitzung wollte, wurde ihm die Tür von innen zugehalten. Er sagte darauf: Na. dann kann ich ja wieder gehen.(Zuruf links: Nein, weil es g c- zogen hat. Heiterkeit.) Abg. Adolf Hossuiann(U. S.): AlS ich zur AeltestenraiS- sitzung kam, ivurde die Tür nicht zugehalten, sondern aufgemacht und von drinnen gerufen: Tür zu! Ich fragte: Bon außen oder von innen?(Heiterkeit.) Darauf entschuldigte man sich und bat uns näher zu trelen. Trimbvcn führte den Vorsitz, da eS ein gemeinsamer Aellestenrat für beide Parlamente sein sollte. Es war aber noch nicht entschieden, ob ein Aellestenrat stattfinden sollte, mau sagte, die Reckte berate gegenwärtig darüber, ob sie daran teilnebmen wolle. Sie telephonierte gerade mit Kapp, und dieser antwortete, das könne er nicht dulden, denn der Landtag wäre aufgelöst. Darauf erklärten wir: Dann baben wir bier nichts zu suchen. Man forderte uns auf, zu einer Besprechung da zu bleiben. Dazu halten wir jedoch keine Veranlassung. Als wir hinauskamen, stand draußen immer noch Herr Stendel. der seinen Schlüssel noch nicht gesunden hatte.(Heiterkeit.) Ich konstatiere übrigens, daß Herr Negenborn nach seiner eigenen gestrigen Erklärung auch nur zu'ällig hier gewesen ist, weil er euvas:» seinem Schrank ver- gessen hatte.(Stürmische Heiterkeit.) Die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. b. Kessel wird hierauf gegen die Stimmen der Rechten und der Unabhängigen erteilt. ES folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes zur llcbvrtragung der preustischeit Staatsbahncn auf drtö Kcich. Nachdem Minister Oeser die Vorlage empfohlen hat bcautragle Dr. Frcntzei(Dem.) Ueberweuunp an den Haushallsausschuß. Nach einer Rede des Abg. Dr. Seelmann(Dnat. Lp.) wird die Vorlage dem Haushallsaussclmß überwiesen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Präsident Leinert: Wenn die Wahlen zum Reichstag noch vor der Ernte stattfinden, kommt der 29., sonst der 27. Aprils für dte nächste Sitzung in Frage. Ich bitte, es mir zu überlassen, den Termin zu bestimmen. Ich schließe die Sitzung mit dm besten Osterlvünschen. Schluß 4?/i Uhr. OewerMastsbewegung Ruhrrevier und berliner Gewerkjchafiskommi�on. Am Mittwoch abend teilte m der Berliner GcwerkschoitZkom- Mission der Vorsitzende Rusch mit, datz die Schunß ei nve rufen wsr, als sich noch nicht übersehen ließ, ob eine Vereinbarung zur Lösung des Konftikis im Ruhrgelnet mit der Regierung zustande- kommen würde. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, dann würde die Gewerkschastskommission Stellung l?aben nehmen müssen zu der Frage, ob auss neue der Generalstreik zu proklamieren wäre. Der Redner machte eingehende Mitteilung. n über die Ver- Handlungen, die am Dienstag und Mittwoch non den Gewerkscbasts- und Parteivertretern mit der Regierung geführt wurden. Er be- merkte dazu: Unsere Körperschaften glauben, dost durch die Zu- geständnisse der Regierung die Möglichkeit gegeben ist, die Lage im Ruhrrevier zu entspannen, und das; in der festgesetzten Frist bis Freitag mittag die Ablieferung der Waffen der Arbeiter an die Kommunalbehörden durchgeführt werden kann. Be- denken äußerte der Redner darüber, daß die Regierung nicht bün- dig erklärt habe, daß Truppen überhaupt nickt ins Ruhr- revier«inmarschieren sollen. Er glaube, auch zur Sicherung der LebensmijteltranSporte sei kein Militär notwendig. Die Organe deS Essener Zentrelrats würden die Sicherung der Lebensmittel- züge auch ohne militärische Mitwirkung durchführen können. Da jeder Einmarsch von Truppen neue Unruhen hervorrufen würde, so must gefordert wenden, dast die Reichswehr nur in d e n Fällen einschreiten darf, wo es sich um Plünderer handelt, die sich keiner Partei unterwerfen. Aach den Zugeständnissen der Regie- rung ist die Stellungnahme zum Generalstreik überflüssig geworden, wenn sie uns auch nicht ganz befriedigen. In der Diskussion wurden ebenfalls Bedenken gegen die Aus- fassung erhoben, daß durch die Vereinbarungen eine restlose Ent- spannung der Lage im Ruhrrevier eintreten werde. Schumacher sagte, die Regierung sei nur soweit entgegengekommen, als ihre militärische Machtposition nickt beeinträchtigt werde. Sie wolle nch freie Howd behalten, je nach der Lage der Sadst: Truppen einmarschieren zu lassen. Wenn die Reichswebr einmal einmarschiert sei, dann werde sie sich nickt mit der Niederschlagung der Per- b recher begnügen, sondern auch gegen die Arbeiter vorgehen. Die Entwaffnung der verbrecherischen Elemente unter den Auf- srändischen würde sich auch ohne Hilfe der Reichswehr durchführen lassen.— Einige Redner verwiesen auf ein in den Abendblättern veröffentlichtes Telegramm ans Duisburg, das geeignet fei, neue Komplikationen hervorzurufen. Hierzu bemerkte R u s ch: Auck das von der Generälversamm-- lung der Berliner Betriebsräte nach dem Ruihrrevier gc- sandte TÄlegramin:„Tie Arbeiterschaft Berlins steht kemrsbereu!" trage zur Verschärfung der Lage l>ei. Es sei unverantwortlich, dast eine Teilkvrperschaft der Berliner Arbeiter, hinter der keine Partei und keine Organisation siebe, ein solches Telegramm in die Welt puste. Die Betriebsräte, die sich da versammelt hatten, haben ihre Vertretung in den Parteien, denen sie angehören und die mit der Regierung verhandelten. Das gesonderte Vorgehen der BetrhibSräte, das störend in die Friedensverhandlungen eingriff, könne nicht scharf genug verurteilt werden. Nach weiterer?lussv räche wurde folgende Resolution ein- stimmig angenommen: Tie Plenarsitzung der Geweekickasiskommission fordert mit ollem Nachdruck«ine friedliche Lösung der Streitigkeiten im Ruhrrevier durch die Regierung. Um Komplikationen, die da? WirtschaflÄeben Teihschlaud? völlig ruinieren, zu verhindern, ist es nötig, daß dar Truppenleiniuarsch unterbleibt. Weiter fordert die Sitzung die sofortige Entwaffunng der Brigade Ehr- Hardt und die Kugesaose sofortige Aufstellung von Arbe-ter-OrtS- wehren. lieber die Bildung von OrtSwehren berichtete Fritz Schmidt, dast eine au? Vertretern der Gewerkschaften und der Parteien beste den de Kommission eingeietzt ist, welche die Ausgäbe bat. bei der Aufstellung der Ortsivehr beitim- mend miiAUwirken. Minister Severing hat zugesagt, dast zunäck't die Einwohnerwehren aufgelöst werden und dann die Reorgani- satten der Sichsrboiiswchr durchgeführt wird. Bindende Abmackuu- gen konnten bis jetzt nwch nicht getroffen werden. DoS wind erst möglich-'ein, wenn Severing aus dem Ruhrrevter zurückgekehrt ist. Dann aber muß diese Angelegenheit sogleich in Angriff genommen Werden, damit noch Ostern mit der Aufstellung der neuen For- mation begonnen werden kann. Hierzu wurde eine Refoluiion beschlossen, welche fordert, daß der vom Referenten erwähnten Kommission die nötigen Voll- machten zur Durchfiihmmg ihver Aufgabe ertült und die Gewexk- schaffen verpflichtet werden, Liften zuverlässiger Arbeiter aufzu- stellen, die bereit sind, den Sicherheitsdienst zu versehen. Der Gerverkschafisbunü zu?Sezoh!ung öer Streiktage. Ter AuSjchmß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- Bundes hat auf seiner Tagung am 27. März u. a. darüber beraten, in tvclcher Weise die"streikenden Arbeiter und An- gestellten für den entgangenen Arbeitsverdienst schadlos zu halten feien. Während ein Teil der Arbeitgcberfchaft sich bereit erklärt hat, die Streittage zu bezahlen, verweigert ein anderer Teil jede Vergütung. Verhandlungen des Arbeits- Ministers S ch I i ck e mit Ärbeitgebervertretern führten zu keinem positiven Ergebnis. Die Gewerkschafts- Vertreter waren übereinstimmend der Ansicht, daß die Reichsregieruirg verpflichtet sei. die Streikbeteiligten schadlos zu halten. Sie be- a fragten den Bundesvorstand, in diesem Sinne mit der Reichsregierung zu verhandeln. Es soll vorgeschlagen werden, daß die Arbeitgeber diese Unterstützung verauslagen und dann vom Äeich zurückvergütet erhalten. Der Reich Start fschiedsspruch im y«mkgewerbe abgelehnt. Der am 8. März gefällte Schiedsspruch über die Regelung der Einkommensbezüge im Bankgewerbe ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, sowohl durck den Reichsverband der deutschen Bank- leitungen wie auch durch den Allgemeinen Verband der deutschen Bankbeamten abgelehnt worden. Der Deutsche Bankbeamten- verein dagegen hat seine Zustimmung zu dem Spruch gegeben. Für die ablehnende Haltung des Bankangestelltenveibandes war maß- gebend, daß die Einlommenssätze besonders im Vergleich zu der Bcamtenbesvldiingsreforin, sowie die Festsetzung der gleuendeir Lohnskala als ungenügend empfunden wurden. Auch die Klassifizierung der Angestellten und die Ortsklasscnein- teihing wird vom Angestelltenverband als ungerecht ab- gelehnt. Schließlich wird da? Mitbestimmungsrecht in der Form, wie e? aus dem letzten großen Streik im Bankgewerbe hervorging. erneut als Mindestforderung ausgestellt. Der Reichsverband der Bankleittmgen gibt iilr seine ablehnende Haltung als Grund an, daß er sich mit denr Prinzip der veränderlichen Zulagen sowie mit dem Mitbestiimnungsrcckt nickt zufriedengeben lönne. Die Begründung, die der Allgemeine Verband der Bankbeamleii für seine ablehnende Haltung gibt, läßt die Möglichkeit erneuter Verhandlungen durch die daS Gewerbe bor schweren Erschütterungen bewahrt bleibt, offen._ Zur Lohnbewegung der berliner Brauereiarbeiter. Fn einer Betriebsräte- und Vettraucnsmännerversammlung der für das Brauereigetverbe in Frage kommenden Organisationen etsiattete Hodapv vom Brauerei- und Mühlenarbeiterverband Bericht über das Ergebnis der mit den Unterncbmern gepflogenen Verhandlungen. Tie Brauereien sind bereit, die gestellten Forde- rnngen von wöchentlich 220,— M. für gelernte und 215,— für alle ungelernten Arbeitnehmer r c st k o Z anzuerkennen. Nur besteht noch eine Differenz bezüglich deS TourenfahrpersonalS. Diese Arbeitergruppe besieht darauf, daß auch ihren Forderungen mehr Entgegenkommen durch die Brauereien gezeigt wird. ES sollen darüber am 9. April erneut Verhandlungen statiffndcn. ES ist zu hoffen, daß dann diese strittigen Punkte zur Zufriedenheit gelöst werden. Im übrigen ist zilgcstandcn, die erhöhten Löhn: mit dem l. April in Kraft treten zu lassen. Tie Streiktagc der Heeresümter. Der Zentralverband der Angestellten, Fachgruppe Atz. Heeres- betriebe sSiebenerauSschußl schreibt uns:„Tie unerhörte Verfügung deS ReichSministerS der Finanzen— gez. i. V. Dr. Schroeder— wird zwar heute zur Kenntnis der Dienststelle gebracht zur genauesten Beachtung, ist aber inzwischen durch nachstehende Ler- sügung zurückgenommen worden: Berlin, den 29. I. 20. An T. D. Entgegen Verfügung Rcichsfinan, Ministerium vom 17. 3. 20. Nr. I. H. 2612, H. A. H. A. Nr. 750. 3, 20. A. I. vom 19. 3. und 22. 3. (A. 1) sind nach ReichskabiuetlSentscheidung Slieiltage nuter Vor- auSsetziing der Arbeitsaufnahme am Montag, den 22.. bis 20. einschließlich für Lohnarbeiter, bis 21. einschließlich für Angestellte, zu bezahlen. Entlassungen aus Strcikanlaß sind rückgängig zu machen. Heere?- Abwickelungshauvtamt Nr. 1137. 3. 20. H. L.. B., Billy, Blue Boy»,WeU.Henle} Wiils Qoldflake Zigarren von 700 Mk. an. Oebersee-iMtabak Dicke Türken MarceUl, Melek u.a. sowie deutsche Maiken, Nur f.Restaurat.Kantinen Zigarren• Hans Gebr.. 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