Nr.172. 37.Ichrg. Bezugspreis: B ertelj iihrl. 2 1,— 2Jt L, monatl. T,— 3Rt. frei ins Saus, oorau» zahlbar. Post- dezug: Monatlich 7<-- Ml» exll. Zu- stellungsgeoühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 10 2' Ml» für das übrig» Ausland 14 50 Ml» bei taglich einmai. Zustellung 1250 Ml. PostoeNellungen nehmen an Dänemarl, Solland, üuremdurg. Echroeden und die Schweiz. Ein- getragen w die Post- Zeitung«- Preisliste. Der.Vorwärts' mit der Sonntags- beilage»Volk u. Zeit' erscheinl wochen- tagiich zweimal. Sonntags einmal. Telegramm-Adreste: »Sozlaldemorrol verNu-. Morgen-Ausgabe Dovlinev VolksblAtt (20 Pfennig) SluzeigenpreiS: Die achtgespaltene Zlonpareillezeile kostet 2,50 M., Teuerungszuschlag 5«°/». »Klein« Anzeigen-, das ictt- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jede» weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellenanzeigen das erste Wort 05 Pfg. fede« weitere Wort 40 Pfg. Wort« über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50% Familien- Anzeigen, politische und gewerkschastlich« Vereins»Anzeigen 2,— Ml. die Zell» ohne Aufschlag, Anzeigen für die nächste Nummer wüsten bis S Ahr nachmittag» ini Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden- ftraße Z, abgegeben werden. Geäffnet von S Uhr früh bis 5 Uhr abends. Teniratorgan der rozialdemokratircben Partei Deutfcblands Rcüaktion und Expedition: EW. 6$, Lindenftr. 3. Fernsprecher: Slmr Morruvla«, Nr. lStS7. Sonnabend, den 3. April 1�20. vorwärts-verlag G.m.b. k-, SV). öS. Lindenstr. 3. Fernsprecher:«tut Moriiiplat!, Nr. 117 53—51. Die Sanöengefahr im Ruhrrevier. Tis Auffassung BerlinerRegierungskreisevon !>sr Entwicklung der Dinge im industriellen Westen ist etwa die folgende: Die Lage im Ruhrgrbiet ist überaus ernst. Das liegt nicht an den organisierten Arbeiterparteien, dir das Abkommen von Münster geschlossen haben und sich ans das ernsteste bemühen, eS durch zu- führen. Auch der Z e n t r a l r a t in Essen, der übrigens zum großen Teile auS Antigrwerkschaftern besteht, hat eine» Aufruf zur Riederlegung der Waffen erlassen, wenn dieser Aufruf auch recht gewunden ist. Er sagt z. B.:„Sorgt dafür, daß die Waffen in Eurer Hand bleiben, indem Ihr in die Qrtswrhren ein- tretet." Tic Ortswebrcn können aber erst gebildet werden, vor. laufig sind sie noch nicht vorhanden und gemäß dem Abkommen von Münster sind die Waffen an die OrtSbehördcn abzuliefern. Das hätte der Zentralrat auch deutlich sagen müssen. Wenn aber die Lage als ernst bezeichnet werde» muh, f» deS» wegen, weil «ms ber„rotcn Front" Banden abströmen, zu denen sich— auch nach dein Wortlaut linkSradi- k a l e r Aufrufe— zweifelhafte Elemente zusammentun, denen die augenblicklichen Zustände die erwünschte Gelegenheit zu Plünde- rungen und Gewalttätigkeiten geben. Die Entblößung des Ruhr- gebirts von Nahrungsmitteln ist ein weiterer Antrieb zu derartt- ge» Verbrechen. An den Darlegungen, die von parteigenössifcher Seite aus Elberfeld und Düsseldorf im„Vorwärts" gegeben worden sind, ist nichts zu ändern. Im Bergisch-märkischcn Lande und anderen Teilen de? Industriegebiets herrscht Ruhe und Ordnung, aber anders ist ez in Essen, Duisburg, Sterkrade, Mülheim und Ober- Hausen. Die Essener Arbeiterschaft will von dem ihr auf- gezwungenen Generalstreik nichts wissen. Es ist zu ihm nur ans die Weise gekommen, daß bewaffnete Banden morgens . die Schächte und Werkcingäuge besetzten und auf diejenigen Arbeiter schössen, die zur Arbeit gehen wollten. Infolgedessen waren die Straßen menschenleer und die Geschäfte geschlossen und dieses Bild wurde ausländischen ZcitungS- kcrrcspondcntcn als imponierender Ausdruck deS Generalstreiks eingeredet. Die Essener„Arbeiterzeitung", die gegen den neuen Generalstreik Stellung nehmen wollte, mußte stattdessen mit weißen Zensurflecken erscheinen. Tie organisierte Ar- bciterschaft aller Richtungen ist nicht im Besitz von Waffen und kann sich daher deS Janhagels, aus dem diese Banden bestehen, nicht erwehren. In Essen herrschen Leute, die dort niemand kennt, die aus allen möglichen Gegenden bewaffnet dahingckommen sind. In Mülheim wurde noch am Sonntag von einer angeblichen Leitung der Roten Armee die Aufforderung erlassen, zu de» Was- fen zu greifen. In Duisburg sind am Sonntag nachmittag in steigendem Maße Plünderungen verübt worden. Die Stadt- kasse von Hamborn wurde ausgeraubt. Rccklinghaufen ist— wie eS scheint ohne Zwischenfall— von Rcichswchrtruppcn besetzt worden, worauf alle Parteien gemeinsam eine OrtSwchr bildeten, wie sie auch schon in Elberfeld, Barme» und Hage» besteht. An den maßgebenden Stellen in Berlin fürchtet man, daß zur Wiederherstellung der für ganz Deutschland lebensnotwendigen Ruhe, Ordnung und Arbeitsmöglichkeit im Rnhrgebiet das Aufgebot von Militär nicht zu um- gehen sein wird. Es handelt sich dabei lediglich um eine P o- lizeiaktion gegen Elemente, mit denen keine volitische Par- tei etwas zu tu» haben will und deren Exzesse sich gerade gcg:» die sozialistischen Parteien gerichtet haben. Es darf kein entschei- dender Entschluß über das militärische Eingr.sifen ohne die Zu- stimmung des Reichs- und Staatskommissars Genossen S r v e r i n g gefaßt werden. Wenn es zum militärischen Vorgehen kommen müßte» so werden ortSkundssge Zivilkommissare den Truppe» voranjf.'hen oder— wenn dies durch hoffentlich nicht stattfindende Kämpfe verhindert werden sollte— spätestens zugleich mit der Besetzung der Orte eintreffen, um auch auf diese Weise Ucbergriffe und Ausschreitungen des Militärs zu verhüten. Da- mit jcdirmann erkennt, daß es sich um ein Vorgehen im Auftrage der verfassungsmäßigen Regierung handelt, sollen die Truppen sichtbar die Rcichsfarben fchwarzrotgold tragen. WaS endlich die Frage der Abberufung des Generals v. Watt er anlangt, so ist der Regierung bisher das Material, wo- durch er als Teilnehmer an reaktionären Plänen belastet sein soll, nicht zugekomm:». Dieses Material ist angeblich unter den Pa- Pieren deS Freikorps Lützow gefunden worden und ez war in AuS- ficht gestellt worden, daß eS der Regierung durch den nnabchüngige» Parteisekretär Dittmann übermittelt werden würde. General v. Watter hat selbst dringend gebeten, auf Grund dieses Material? schleunigst eine Untersuchung einzuleiten. Dir Regierung steht aus dem Standpunkt, daß sie auf Grund bloßer Behauptungen, für die die Beweise noch fehlen, den General nicht absetzen könne. Unter den Hilferufen an die Rcichsregiernng befindet sich auch per folgende: Duisburg, 2. April. Nach unserer einmüttgen Auffassung de? Lage ist sofortiges nachdrückliches Sorgehe» der Reichswehr das einzige Mittel, um Duisburg und Umgegend vor äußerster Not und Elend zu schützen. Wird unserem dringenden Notschrei nunmehr nicht sofort entsprochen, so lehnen die unterzeichneten Parteien die Verantwortung für die weitere Entwicklung der Dinge ab. Gleiches Telegramm ist an Severins, Münster, abgegangen. Sozialdemokratische Partei, Unabhängige sozialdemokratische Partei und Stadtvcrwal- tttng Duisburg. Achnliche Depeschen kamen von den Stadtverwaltungen in Erefeid, Dorsten, Mühlhcim usw. Auch uns fcIHon ans den Gebieten der Banden-Tiktatur Berichte zu, die die dortigen Zustände als geradezu zum Himmel schreiend darstellen. Die„Freiheit" schreibt:„Die Ar- beiterschaft will selbst Ordnung schaffen." Hoffentlich kann sie es auch, und zwar schleunigst, sonst werden wir Entwicklun- gen, die uns wenig gefallen, aufzuhalten nicht imstande sein! Düsseldorf, 1. April.(WTB.) Die vormittags von be- waffneten roten Truppe» unterbrochene Versammlung der Funk- tionäre der sozialdemokratischen Parteien, sämtlicher Gewerkschaften und der Betriebsräte ist abrndS unter dem Schutz eines größeren Aufgebots der Düsseldorfer TichcrhcitSwehr wieder aufgenommen worden. Der Berichterstatter über die Verhandlungen in Münster, der Unabhängige Richard Berten, verurteilte scharf die anarchischen Zustände in Duisburg, Gelsenkirchcn und an- deren Industriestädten, wo Frauen und Kinder hungernd auf den Straßen umherirrten. Die Versammlung beschloß einstimmig, sich auf de» Boden der Abmachungen von Münster zu stellen. Eine Abordnung ans Tüss.'ldorf wird sich an die Kampf- front der Roten Armee begeben, um die Truppen über die gettof- fencn Vereinbarungen zu unterrichten und zur Abgabe der Waffe» aufzufordern. Ein Kriegsbericht. Münster, 2. April.(WTB.) Dem militärischen Lagebericht ist folgendes zu entnehmen: Bei Wesel griff der Gegner vorgestern abend in Stärke von etwa ISO Mann an der Strahe Dinolaken-FrieorichSfelde an und wurde unter schweren Verlusten abgewiesen. Der Brückenkopf bei Hünxe wurde erweitert. Dorsten wurde vorgestern abend von der.bolschewistischen" Artillerie heftig beschossen. An der Lippe wurde während der Nackt und im Morgengrauen die 7. Sprengung vereitelt. Tie Lippebrücke südlich Haltern wurde nach heftigem Kamps genommen. Der Gegner verlor etwa 2v Tote. Die Straßenbrücke südlich Haltern wurde durch Sprengung leicht be- schädigt. Die Eisenbahnbrücke ist unbeschädigt. In Reckling- hausen haben die Aufruhrer am Nachmittag das Postamt gesttirmt und mit Handgranaten furchtbare Zerstörungen angerichtet. Alle Postbeamten wurden mobil gemacht, um das dort lagernde Geld zu bewachen, da mit einem zweiten Angriff gerechnet wird. DaS Land- ratsamt wurde ebenfalls angegriffen. Es wird verteidigt von den Beamten und den Mitgliedern der früheren Einwohnerwehr. Bei Pelkum gab der Gegner dauernd heftiges Maschinengewehrfeuer ab und hatte die Brücke beim Bahnhof gesprengt. Daraufhin wurde der Ort gestern nachmittag von uns genommen. Die Eisenbahn- linie Ilnna-Hamm soll am Ärcuzungspunkt Dortmuud-Welver gesprengt sein. In Iserlohn hat eine Minderheit Geiseln festgesetzt. Aehnliche Zustände sind in Westig-Hemer, Voßwinkel uns Fröndenberg.»Ein Beisviöl für die Art der..bolschewistischen" Propaganda ist-'daß sie die Leichen ihrer eigenen Gefallenen in der gemeinsten Weise selbst verstümmeln, in diesem Zustand photogvaphieren und die Photographien als Flugblätter oder Postkarten durch ihre Krankenschwestern verteilen lassen, unter der Angabe, daß die Ver- stümmelungen durch Reichswebrsoldaten erfolgt seien.— Das ist schon höherer Generalstabsbericht... Gewerkschaftsinternationale gegen Reaktion Amsterdam, 2. April.(W. T. B.) Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes ver- ösfentlicht einen von Appleton, Iouhaur, Mertens, Ludegeest imd Fimmen unterzeichneten.„Gegen die Reaktion! Für die Sozialisierung!" überschriebenen Aufruf, der, ausgebend von dem Friedensbedürfnis der ganzen Welt und dem Ziel der Befreiung der Arbeiterschaft als der Grundlage einer neuen Ordnung, die durch Militaristen und Reaktionäre gefährdet werde, den Willen der Arbeiter ausspricht, daß jeder Keim zu neuen Kriegen oerschwinde, und alle Arbeiter zur Einigkeit aufruft angesichts der Reaktion, die in Ungarn triumphiere, die deutsche Republik gefährdet habe und noch andere Länder bedrohe. Der allgemeine Kampf gelte der So- zialisierung der Produktionsmittel, nicht im Sinne einer staat- lichen Betriebsform, sondern durch die Gemeinschaft und zum Nutzen dieser, das heißt unter Mitwirkung von Vertretern der Arbeiter und der Konsumenten. Sollten W Millionen organi- sierter Arbeiter nicht die Reaktion niederschlagen und die soziale Diktatur errichten können? Alle Kräfte für eine energische Ilktion zugunsten der Sozialisierung der Produktionsmittel! Die deutschen Genossen sollten alle trennenden Gegenftitzc beiseite lassen im Kampfe gegen die Reaktion. Wenn die Arbeiter der ganzen Welt einmütig die Sozialsierung zum Lo- sungsworte machten, dann werde es mit der Reaktion überall zu Ende sein und die Arbeiterschaft allerwärts siegen. Unheilbarer Optimismus. Eine Antwort an Noske. Von Erich Kuttner. Am Freitag, den 12. März, abends um 11 Uhr, hatte ich eine letzte telephonischc Unterredung mit Genossen Noske. wenige Stunden, bevor der Putsch ausbrach. Noske erkläre mir am Telephon, daß er seinen bisherigen O p ti m i s m u s nicht fahren lasse, an das Gerede ausgeregter Leute von einer bevorstehenden militärischen Katastrophe g l a u b e c r nicht, Ehrhardt sähe gar nickt so aus, als ob er aus Berlin marschieren wolle, in Döberitz sei es ganz ruhig, und im übrigen habe er hier alle Vorkehrungen ge- troffen.— Sechs Stunden später waren Lüttwitz und Ehrhardt die Herren von Berlin, die militärischen Gegenmaßnahmen. Nosles in Nichts zerfallen, die Regierung samt den, Reich: wchrminister auf der Fahrt nach Dresden. Bisher habe ich geglaubt, daß Leute, die auf dem richtigen Wege zu sein glauben, in Wirklichkeit aber sich verlaufen. wenigsten? dann von ihrem Irrtum kuriert werden, wenn sie plötzlich in den Sumpf fallen. Vor dem Optimismus aber, der. bis an den Hals im Sumpf steckend, noch immer fröhlich ausruft:„Mein Weg war durchaus der richtige!", vor dein versagt jedes Einfühlungsvermögen. Ich hätte es mir gen: versagt, hier Noske gegenüber aufzutreten und zu erklären. daß ich mit meinen Warnungen und Voraussagen— es sei nur erinnert au die Groß-Berliner Agitationskonferenz in den Zentralfestsälen— in jeder Weise Recht behalten habe. Wenn aber Noske den bisherigen falschen Kurs auch heute noch verteidigt und damit jetzt schon wieder reaktionären Blättern vom Schlag der„Täglichen Rundschau" bequeme Argumente liefert, um die doppelt und dreifach notwendig ge» wordene Umgestaltung der Reichswehr von Grund auf zu. verhindern, so zwingt er, auf das Deutlichste hiergegen Stellung zu nehmen. Noskcs Artikel beweisen mir klipp und klar, daß er auch jetzt einfach nicht imstande ist, die Reichswehr so zu sehen, wie sie ist. Fortwährend, und besonders am Schluß seiner Aus- führungen, beruft er sich darauf, daß der wesentlichste Teil der Truppe„treu und intakt" geblieben sei. Eine unheimliche Verblendung! Erkennt Noske wirklich nicht, daß die„Treue" der meisten Truppenkörper, namentlich soweit sie in der Hand ihrer Offiziere waren, eine rein formale und äußerliche war, auf des Messer? Schneide stand, jeden Augenblick i n r Gegenteil umschlagen konnte und heute noch kann?! Wo ist denn das Wehrkreiskommando, wo ist die Brigade oder nur das Regiment, das sofort aus eigenen: Antriebe erklärt hätte. es sei bereit, auf Berlin zu ziehen und dem Putsch ein Ende zu machen? In Wirklichkeit wußte man in Stuttgar: ganz genau, daß fast die gesamte Reichswehr zum Kampf gegen die Meuterer einfach nicht aktionsfähig war. Ter beste Beweis, daß es solche gegen rechts aktionssähige» Truppenteile nicht gibt ist die Tatsache, daß die meuternde Marinebrigade Ehrhardt bis beute noch nicht entwaffne: werden konnte! Große Teile der Reichswehr in Ostpreußen. Pommern, Schlesien, Mecklenburg usw. waren sofort mit den Meuterern im Einvernehmen, und will Noske ims vielleich: die Stadt nennen, wo die Reichswehr sich dem Einrücken der Meuterer gegenüber weniger passiv verhalten hätte als in Berlin?! Noske beruft sich aus die Treue des Berliner Pionier- regiments, das seine eidbrüchigen Offiziere davongcsagt hat. Ich muß diese erfreuliche Tatsache leider dahin ergänzen, daß dank dem von Noske geschaffenen System jetzt die Unterofsi ziere und Mannschaften, die dieses mutige Vorgehen veran- laßt haben, als„Ddeuterer" aus der Truppe entfernt worden sind! Ganz ähnlich liegen die Dinge bei dem Menburger Regiment, das ebenso gehandelt hat. Daß es aber überhaupt nocki ein paar Reichswehrregi- nienter von dieser Gesinnung, wenigstens unter den M a n u- scha ft e n, bisher gegeben hat— jetzt tverden sie ja auch ihr Ende finden, wenn es wie bisher weitergeht—, das ist nicht geschehen durch Noske, sondern trotz und gegen Noske. Denn überall, wo Regimenter durch ihre reaktionären Offiziere von solchen�Elementen„gesäubert" wurden, die sich jetzt als die besten Stützen der Republik, erwiesen haben, da ist Noskes Enffchoidimg z u g u n st c n der Offiziere ausgefallen. Republikanische Offiziere, die offensichtlich wegen ihrer Gr- sinnnng aus der Truppe gedrängt und schikaniert wurden. hat Noske nicht geschützt! Für diese Tatsachen kann ich jeder- zeit die aktenmäßigen Beweise erbringen. Noske höhnt über die Leute, die jetzt alles vorher ge- wüßt haben. Will er bestreite� daß es Leute gegeben fwf, die ihm schon vor Monaten diese Katastrophe klipp und klar vorausgesagt haben, zu denen ich mich auch rechnen darf. Man habe ihm keine Tatsachen angeführt, sondern er habe nur„ollgemeine Deklamationen" gehört. Ich rufe alle Berliner Funktionäre und alle Leser des „V o r w ä r t s" zu Zeugen an, in welcher Fülle von unserer Seite aus Tatsachen vorgebracht wovden sind. Aber das waren alles nur„Einzelfälle". Sachlich aber waren alle Tat- jachsn für ihn aus der Welt geschafft, wenn ihm die aalglatt lugenös OffizierSkcmiarilla mit einer kleinen Verdrehung de- Sachverhalts oder mit der ewigen Berufung auf„technische Notwendigkeiten" auf die„Aufrechterhaltung der Ruhe in der Truppe" usw. beruhigte. Noske hat jcht selber in den Abgrund von Verrat und Hinterhältigkeit hineinblicken können, der ihn umgab. Aber so sehr er sich an einigen Stellen seiner Ar- tikel menschlich entrüstet, so wenig hat er sachlich daraus ge- lernt. Er fragt, wie er da? Kunststück hätte vollbringen sollen, im Hanrumdrehen eine republikanisch zuverlässige Truppe zu schaffen. Das Kunststück war gar nicht nötig, denn vor einem Jahre war die Truppe noch ganz über- wiegend republikanisch zuverlässig. NoSke hätte nur die Pflicht gehabt, das ständige Umsichgreifen der Macht der reaktionären Offiziere, die reaktionäre Vettern- und Cliguenwirtschaft bei der Stellenbefetzung zu b e s e i t i- gen. Während er mit der Säuberung der Armee seden Tag ernst zu machen versprach, wurde-in Wahrheit die Truppe unter ihm jeden Tag reaktionärer. Das hat Noske nicht verhindert und— Hand aufs Herz— in seiner Verblendung, daß die Truppe nur gegen links perwendbar zu fein brauche, hat er auf diese Frage auch gar kein großes Gc- wicht gelegt. Wie hätte er sonst jeden Menschen, der bei dem Werke der Republikanisierung der Armee helfen wollte, mißmutig aui die Finger schlagen können? Ten„Republi- konischen Führerbund" hat er drei Wochen nach seiner Gründung durch einen mehr als zweideutigen Erlaßt der den reaktionären Offizieren praktisch jede M a ß r e g e- lungsfreiheit gab, innerhalb der Truppe a n d i e Wand gedrückt. Die republikanische Soldatenzeitung „Die Reichswehr" mußte ihr Erscheinen einstellen, mit reaktionären Hetzschriften„Offene Worte",„Eichenlaub" usw. wurde die Truppe überschwemmt. Die offiziellen Truppenblätter brachten kein einziges Wort für die Repu- bllk und die Regierung, dafür um so mehr offenen und ver- steckten Hohn und Spott. Nichts geschah, um die Truppe staatsrechtlich über die Verfassung und die B e d e u- tung des Eides auf die Verfassung zu belehren. Wäre geschehen, dann hätten die Offiziere den Mannschaften nicht vorlügen können, daß ein Eintreten für Kapp-Lüttwitz kein Bruch des Treueides sei. Ein Versuch, gut disziplinierte, ober auch zuverlässig republikanische Kaders mit zuverlässigen Führern zu schaffen, ist von Noske niemals ernstlich unter- nommen worden. Womit will er da beweisen, daß dieser Versuch nicht zum Ziel geführt hätte?! Aber wo ein Truppenkörper oder Truppenteil wirklich treu zur Republik stand, da ließ er sich mit erstaunlicher Leichtgläubigkeit von seinen Offizieren vorreden, daß diese Truppe„b o l s ch e- wistisch unterminiert" sei und aufgelöst werden müsse, oder er duldete eS, daß diese Truppen die ersten Opfer der HeereSverminderung wurden. Wäh- rend Noske die Parteigenossen zum Eintritt in die Reichs- wehr aufrief, setzte man die darin befindlichen Partei- genossen zu Tausenden aufs Pflaster. Wie ganz anders wäre der Putsch vielleicht verlaufen, wenn am 13. März noch die in Berlin absolut zuverlässige Wachabteilung bei der Kommandantur unter Major K a u p i s ch bestanden hätte. Aber NoSke hat den Reaktionären den Ge- fallen getan, sie zum 1. Januar aufzulösen— auS technischen Gründen natürlich! Die Quintessenz deS Systems Noske bestand dann, daß er erzreaktionären Offizieren, innerlich geschworenen Fein- den der Republik, freie Hand ließ, mit der Reichswehr und den Soldaten zu schalten, wie sie wollten. Dieses Svstem hat am 13. März re st losSchiffbruch gelitten. Rest- l o S! Noske selber gesteht den völligen Bankerott, wenn er schreibt: „Als m später Abendstunde Generalleutnant v. Owen, der Befehlshaber der Berliner Truppen, General Silüungs- Unternehmer. lieber den.VolkSberband der Bücherfreunde". ES kann nicht fehlen, daß die Prsfiffreiudigen auch auf dem BildungSnvarkte ihre Buden auftun. „Soziailisierung des Buches."— Wie wäre eS, wenn man mit diesem Blender von Schlagwort und noch ein wenig Brimborium über Kultuvaufgaben der neuen Zeit und über OrganisativnSgroß- zügigkeit einem über die Kraft beladen«» Kultusminister und ein paar Arbeiterführern und entwicklungsfrohen Dichtern und Bolls- freunden Zustimmung und Lob abgewönne, sodann mit gleichem Vhraseuwerk und unter so ehrenvollem Protektorat sich dem dum- men Volk der Arbeiter, der.Gebildeten" und des Snob als ftuThii. bringer anzuloben— um einen profttlichen Riesenabsatz in Büchern zm erzielen? Der.WoKveiferverlag", der sich kn schöner Naivität im gleichen Atem als Vater und als Sohn eines von ihm aufgemachten.Volks- Verbandes der Bücherfreunde" vorgestellt hat, dürfte zwar trotz allen geschäftlichen Raffinement? ebensowenig materiellen Seyen ernten, wie er ideellen stiften wird, und die verschiedenen Hundert- tausende, die seine anpassungsfähigen, der Oeffentlichkeit gegen. über namenlosen Macher in da? Geschäft hineingesteckt haben, dürften kaum je herausspringen. Gleichwohl ist eS Pflicht, vor dieser„Organisation" zu warnen als vor dem typischen Vertreter «meS Bildungsunternehmertums, dessen Marktschreierei gerade dem den LebenSraum einengt, was zur Gefundung dieser kranken Zeit so bitter nötig ist: der Pflege tief wurzelnder, keimstarker BildungSarbcit. Der �Vegweiserverlag" möchte möglichst viel Leute veran- lassen, daß sie sich zur Zahlung von jährlich 22 M.(und allerhand Spesen) verpflichten, wofür sie jährlich vier Bücher be- tommen sollen, auf deren Wahl der Käufer keinerlei Einfluß hat; er muß nehmen, was der Verlag sendet: einen Band �Klassik", einen Kulturgeschichte, ein Reisebuch und einen „modernen" Roman. Einen Band sogenannte„VolkShochschulvor. träge" zuweilen auch. Natürlich: ES macht sich fo schön, auch daS Schlagwort Volkshochschule, das für ein« Weil« dn DildungS- rummel Trumpf ist, vor den Wagen der VerlagSgeschäste zu spannen. Hat man erst einen festem Käuferstamm, so sollen alle nwglichen anderen GefchästSunternohnlungen, wie die Herausgabe von Bildcrmappen usw. folge«. Mit diesem ärmlichen Programm stimmt die Gedankenarmut dtf PhrafenaufwandeS in der anspruchsvoll autgcmochten Denk- schrist des Berlages überein: Er will mit �Methoden deS amerikanischen Wirtschaftslebens" die deutsche Geisteskultur befruchten— indem er auS Amerika„den Begriff der Reihe übernimmt"(nämlich: all'. Jahre vier Bücher)!! «oll man mehr über die AhnunzSlosigkcrt staunen, mit der solche profunde Weisheit«saugt warb,«der über die Unverfrorenheit, v. Oldershausen, v. Seeckt, Admiral v. Trotha und andere in meinem Zimmer sich versammelten, habe ich sie ver- geblich beschworen, mit mir zur Truppe zu gehen und die Rebellen vor der Stadt mit steuer zu empfangen. Nur General Reinhard und mein Staatschef v. Gilsa entschieden sich für einen Kampf. Die eigen llichen Befehlshaber lehnten ob, mir mir zu geben. Noch jetzt bin ich der Ueberzeugunz, dos mit ein paar Dutzend Maschinengewehren der ganze Spuk zum Zerflattcrn zu bringen war." Und die paar Dutzend Maschinengewehre konnte Noske in ganz Berlin nicht auftreiben, und der Spuk zerflatterte nicht! Statt einer kleinen Schießerei an der Döberitzer Heerstraße bekamen wir Bürgerkrieg und Aufruhr in ganz Deutschland. Nach Noskes eigenem Geständ- nis nur, weil im entscheidenden Moment nicht ein paar Dutzend Maschinengewehre für die Regierung auszutreiben waren, scheinbar auch dann nicht, wenn der Reichswehrminister sich persönlich dafür eingesetzt hätte! Und dann meint Noske noch, es sei nicht wahr, daß sein Werk, die ganze Reichswehr, sich als unzuverlässig erwiesen habe! Die schädlichen Folgen seines Systems machen es auch jetzt noch, trotz der Abdankung von Kapp und Lüttwitz, so ungeheuer schwer, der Reaktion Herr zu werden. Die drin- gende Reform der Reichswehr kann nur durchgeführt wer- den durch einen Neichswehrminister, dessen Geist völlig frei ist von den Einflüssen, die NoSke in Irrtümer verstrickt haben— Irrtümer, deren Größe er trotz des 13. März noch nicht erkennt._ Die Vorgänge in Stuttgart. Eine Erklärnng Scheidemanns. Es ist bekannt, daß verschiedene RsgierungSmitglieder, die während des Pntsches in Stuttgart weilten, sich anfangs einer Auffassung Hingaben, die später dem Druck der Tat- lachen nickst standhielt. Im Gegensatz zu ihnen befand sich Genosse S ch e i d e m a n n, der in der Stuttgarter Sitzung der Nationalversammlung in einer frisch zupackenden Rede den Nagel auf den Kopf traf. Schcidemann hat über diese Vorgänge in einer Kasseler Vertrauensmännervcrsammlung einen vertraulichen Bericht gegeben, der Bericht kam durch ein Versehen in entstellter Form in das Kasseler„Volksblatt" urvd wird jetzt von da in andere Blätter übernommen, obwohl Scheidemann schon vor Wochenfrist im„Volksblatt" erklärt hatte: Ich Hobe am 20. d. M. in einer vertraulichen Sitzung von Partei- und Gewerkschaftsfunktionären in einer mehr als ein- stündigen Rede über die Vorgänge in Stuttgart referiert. Wiederholt habe ich auf die Vertraulichkeit des Berichts auf. mcrksam gemacht und um Diskretion gebeten. Trotzdem ist zu meiner großen lieber raschung heute ein stark gekürzter und infolgedessen recht einseitiger Bericht über meine Dar- legungen im„Volksblatt" abgedruckt worden. Ich bedauere da? sehr. Nachdem ich mich überzeugt habe, daß die Veröffentlichung auf Grund eines Mißverständnisses erfolgte, will ich nur feststellen, daß der kurze Bericht kein objektives Bild meiner»ueführunge« gibt. Die Genossen Ebert und Bauer erklaren dazu weiter, daß das Bild, das sich aus den falsch wiedergegebenen Aus- führungen Scheidemanns ergibt, in keiner Weise den Tat- fachen enffpricht. Man sollte also den aussichtslosen Versuch unterlassen, einen von allen Sotten preisgegebenen Bericht weiter zu politischen Zwecken auszuschlachten! Kappoffiz''ere enthaftet! Gefährliche Milde. Wilhelmshaven, 2. April.(Eigener Drähtbericht des „vorwärts".) Der Neichswehrminister befiehlt auf Grund einer Entscheidung des 2. Senats des Reichsmilitärgerichts die Haftent- lassung sämtlicher hier am Kapp-Putsch beteiligten Seeoffiziere, trotzdem Kapp-Putschisten durch Gesetz dem Zivilgericht überwiesen sind. Der Befehl steht weiter im Gegensatz zu de» vor- mit der der Verlag(cder sein Repräsentant, anscheinend Frieda Witte) sie verzapft und als Mittel zur.Freiheft einer neuen geistigen Kultur" anpreist? Der Propagandachef des Verlage» ist rührig. Reklame- .Goethe-Abende" mit Friedrich Kayßler und HorÄha Dehmlow geben dem Unternehmen den Anschein ernster Kulturarbeit, und Versicherungsagenturen usw., die in den Provinzen nebenamtlich die Geschäfte des Verlage? besorgen, versuchen für daS„gemein- nützige" Unternehmen von den Gemeinden Säle zu«halten, in denen Vorträge göhalten werden sollen— an jedem Ort einer. aber natürlich: ein„ValkShochschulvovtrag" erster Güte, zugänglich gegen gutes Geld und wirksam als Reklame für da? Unternehmen t«S Wogweiserverlage». Selbst wenn jede» einzelne Werk«ineS solchen Hunt angelegten ReihcnunternehmenS in Inhalt und Erscheinung die hohen Wort« hat, die der Verlag verspricht, wächst dem Abnehmer im Laufe der Jahre etwas in seinen Schrank, was keine.Eigenbücherei" ist, sondern ein Buchsalat. Bei der übergroßen Mehrzahl der Menschen dürsten die 22 oder 2K M. alles sein, was sie jährlich für Bücher ausgeben können oder doch ausgeben. In ö von 10 Fällen kann bei dem amerikanischen Reibcnwesen deS Verlage» die einfachste erste Forderung aller„Kultur" auf diesem Gebiet« nicht erfüllt fem: daß gerade diese» Buch gerade diesem Emp- fang er natürlichen, wachstumfördernden geistigen Hunger(wecke und) befriedige. Da» eine R e c l a m- Unternehmen allein mit feinen Tausenden von Werten, die zum niedrigsten möglichen Preist jedem individuellen Lesebedürfnis gerecht werden, leistet kulturell mehr als die„Reihen" de» Wegweiserverlage» je können. Auch an schönen, durch AuSstaitung die Freude am Eigenbucb hebenden Ausgaben, z. B. der ersten beiden Veröffentlichungen des Verlages— Faust und SimplizissimuS— fehlt eS keineswegs; und sie sind zum mindesten nicht teurer, st daß auch der Vovreil für da»„Mitglied" der Verlagskundenschaft praktisch bedeutungslos wird: daß der Verlag— nach bekanntem Muster— mit Hilf« feiner Scheingründung eines Vereins den Buchhandel und seinen Vermittlungsverdienst umgeht. .Soziali sierung deS Buches" kann man mtt der kul. tu«widrigen mam mm istische n Denk- und ArbettSmaschinerst nicht erreichen Dazu gelören mühsame, opferreiche, von ideeller Hin. gäbe getragen« Versuch« wie die d« DichtergedächtniSstiftung, de» TürerbundeS, der LehrervereinSauSschüsse und ähnlicher Prack- tischer Arbeitsstellen, dazu gehört Arbeit von Mensch zu Mensch, die auf PersönkichkeitSwerten beruht. Ter„Volksverband der Bücherfreunde" ist eine veikagStech- nttöbe Einrichtung mit einer verschleiernden KulturbringermaSie, nicht aber ein„Verband", eine organisierte Vereinigung für irgend- welchen Zweck. Bei aller Kulturarbeit aber ist gerade heute dringend nötig, allen Geschäftemacher«, die mtttu« möchten, zuzu. rufe«: Hände weg! Robert Henselin». schlügen des RcichskommiffarS Genosse» Befper, bi» nicht beachiet werden. Die Erregung in der Bevölkerung und der Garnison ist ungelieucr. Tie hiesigen Koalitionsparteien, Zentrum» Demokraten und S. P. D., haben die Perantwortung für die Folgen abgelehnt, sie sind ferner außerstande, weiter mitzuarbeiten nnd haben den Reichspräsidenten und den Reichskanzler um Ueber. Prüfung des Befehls gebeten. » Zu der Notiz„Koppisten überall" in unserer Nr. ILö erklärt Rittmeister d. Res. Frhr. v. LerSner: Erstens: Ich habe Herrn Kapp weder früher noch während der Tage de! Putsches gesehen oder gesprochen. Zweitens: Ich habe im Auftrag der zu wirtschaftlichen Be- sprechungen d«!ommelren Vertreter der Reichsvereinigung ehe- maliger Kriegsgefangener am 13. März den Ober Bauer und General von Falkenbausen ausgesucht und ihnen die Erklärung der Vertreter übermittelt, daß die ehemaligen Kriegsgefangenen jeden Gewaltakt verurteilen und die sofortige Rückkehr zu verfassungsmäßigen Zuständen forderten. Dritten?: Ich habe außerdem einem anderen Vertreter der Gruppe Kapp don einer weiteren Entschließung der ReichSvereini- gung ehemaliger Kriegsgefangener Kenntnis gegeben, die formell die Abdankung von Kapp und Lüttwitz forderte. Viertens: Der Volksbund zum Schutze der deutschen Kriegs» und Zivilgefangenen hat mit diesen Schritten und der Verö'fent- lichunfjen nicht» zu tun. Sie find ausschließlich von den in Berlur anwesenden Vertretern der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener gefaßt worden._ verabftbieöung aktiver Gfftziere. Der Reichspräsident, der ReichSwehrmmister und her Reichs- minist« der Finanzen ordnen an: All« diejenigen aktiven Offiziere, SanitätS- und Veterinär- offizier« und Fähnriche de? Heeres und der Schutztruppen, die in» folge Verminderung der Wehrmacht in Stellen des Haushalte» a) des UebergangShecreS, d) der Abschnitte 1—7 der neutralen Zone, c) der Heeresfriedenskommission, 6) des Reichsmilitärgerichts, «) des Abwicklungswesens(einschließlich de» Kriegsgefangener». Wesen», t) de» Heimkehrerdienstes, g) des Reichs» und Staatsdienstes nicht Verwendung finden, werden hierdurch mit dem 31. März 1v2l) vorbehaltlich der Regelung ihrer V«sorgungSansprüche verab- schiedet. Ausgenommen hiervor bleiben diejenigen aktiven Offi- ziere und Fähnriche, die mindesten» seit dem 1. Oktober 1313 bis 31. März 1920 dauernd in einer Etatsstelle aktiven Dienst getan haben. Diese Offiziere und Fähnriche werden«st mft dem S. April 1920 verabschiedet. Für die unter e, k und g Genannten gilt ebenfalls der 9 April 1920 alS der Tag der Verabschiedung. Der 81. März bzw. der 9. April 1920 gelten alS Zeitpunkt d« Bekanntgabe der Verabschiedung an die Offiziere im Sinne de?§ 5 des Offiziersentschädigungsgesetzes vom 13. September 1919. Dee üäniftbe Generalstreik. Kopenhagen, 1. April.(MTB.) Di« V«handlung«t zur Beilegung de» Generalstreiks wurden Mittwoch nacht und Donnerstag den ganzen Tag fortgesetzt. Donnerstag mittag traten die Mitglied« der.Regierung" und Vertreter der Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Partei zusammen. Di« letzteren stellten ihre Bedingungen für die Aufhebung de» Generalstreik» Nachmittag» wurden die Verhandlungen wieder abgebrochen, da der„Minister- Präsident" wünschte, sich vorerst mit dem König zu beraten, ehe« die Antwort de? Ministeriums erteile. Der Generalausstand hat inzwischen eine weitere Ausdehnung angenommen; mft Ausnahme d« in den städtischen und staatlichen Betrieben beschäftigten Angestellten kann man damit rechne«, daß der GencralauSstand bereits am Sonnabend morgen feine volle Wirkung«reicht haben wird. BerkehrSstreik in Hamburg. Die Angestellten der Hochbahn, der Straßenbahn, der Altonaer Zentralbaihn und der Alster- dampf« traten am Sonntag in den Streit ein; sie fordern 20 Prozent Zuschlag. Die staatliche Vorortbahn hielt den Verkehr in beschränktem Umfange aufrecht. Im Walhalla-Theater wurde die früher in Berlin viel aufge- führt« Operette.Der N a ft e l b i n d e r" von Franz Lehär, Text von Victor Leon, mit Heiterkeitsstürmen, die sich von Akt zu Akt steigerten, begrüßt. Im Vorspiel, das vi« Verlobung des ILjähri- gen Rastelbinderrindes Janku mit der Sjähriaen Suza bringt, ze:ch. neten sich die beiden Kinder K o i n z e r und Kling durch Spiel und Gesang rühmlichst aus. Die erwachsenen Bramleutchen. die ihre Verlobung völlig vergessen haben, fanden in Theo Lucas und Margret Fi sch bach sehr annehmbare Vertreter; ganz be- sonders der weibliche Teil glänzte dadurch, daß er auch kunstgerecht singen konnte— von einigen Untugenden in der Tongebung abge- sehen— und im Spiel sogar einige Erinnerungen an die Geistinger wachrief— da» höchste Lob, das man einer Soubrette spenden kann. Den Vogel aber schoß Alfted L e u t n e r von der Komischen Oper ab, der einsprang als Wolf Bär Pfefferkorn. Im Schlußakte, als er als vermeintlicher Reservist eingekleidet und geschoren wurde und schließlich auch noch ein Pferd besteigen mußte, flössen Tränen der Heiterkeit. Die Ausstattung war sehr nett und das nicht immer ganz taktfeste Orchester wurde von Siegfried Schulz wacker zusammengehalten. Die Musik ist gefällig und flott, manch- mal alleroingS auch übersüß:.DaS goldene Wiener Herz ist auS Blech"— hat einmal ein österreichischer ReichSratSabgeordnet« ge-- sagt. DaS stimmt. Magnetische? Unwetter über Nordeurvpa. Ein himmlische» Schauspiel von selten« Schönheit bot sich den Stockholmern aar vergangenen Montag. Bereits gegen 8 Uhr abend« begann sich mit Strahlenstreifen und Lichtbändern ein Nordlicht zu zeigen, da» später in der Nacht einen Rekord an Farbenpracht erreichte. E» überzog schließlich den ganzen Himmel. DaS Nordlicht bracb-.e, wie gewöhnlich, starke Störungen im Telegraphenverkehr mit sich und machte ihn zeitweise ganz unmöglich. In der Nacht zum DienS- tag waren die Verbindunaen mit Newcastl« und mit Deutschland ganz unterbunden. Die Aufzeichnung der Erdström« zeigte, daß daS magnetische Gewitter über Schweden ein« unerhörte Stärke er» reicht hat. Die Stärke der Erdströme überstieg zeitweise die Auf- zeichnungSiShigkeit der Apparate. Während Erdströme von IS— 20 Milliampere da? Telegraphieren bereits unmöglich machen, ver- zeichneten die Apparate bereits am Montag nachmittag um 3 Uhr 30 Milliampere. Nach vielen Schwankungen«reichten sie am Dienstag morgen zwischen 7 und 3 Uhr den Rekordbetrag: sie überstiegen 150 Milliampere, und die Apparate weigerten sich, sie weiter aufzuzeichnen. Expressionistische Nranfführungcn. In Nr. 102 vom Sonntag, den 28. März, berichteten wir von den Urauffübr-rngen in Halb«- stadt. Durch einen Druckfoblcr ist der Name de» Autor? de» zweiten Stücke».D« Mord" entstellt worden. D« Verfasser ist Herbert Kühn._ Am©tofien SchaufptcchauS wird am t Feiertag, nachm. JH Uhr, .Hamlet" gegeben, am 2. Fcicmg die.Orestie". «unstitzro.iik. Bei Paul C a ss i r e r bleibt die AsSflrSung wsbrend der Lsterleierlagc geschlosscn.— Im Sturm stellt Zftm Zchwittel! sein« sogenannten Merzbilder und Merzzeia,nunge.> au». Da» Theater-Muscum in?,'!üiiche» vncmstaltet von Mai int Oktober ein« SluSstellunq.SoetheS Faust auf der Bühne". Anmeldung von Ei» sendungn» sind'zu richten nach München,«öntginftr. 2d. Zreie Reichsschulkonferenz. Schlnh der Tagung. Die Tagung entschiedener Schulresormer brachte gestern an ihrem Schlutztag eine fast allzu reiche Fülle von Vorträgen über Fragen der lebensvollen Gestaltung des Schulwesens. Zunächst referierte Oberlehrer Dr. Franz Müller über ..Verfall und Erneuerung des deutschen Ober- lehrer stände s". Die Schule ist für die neue Gesellschaft von elementarer Bedeutung. Dem Problem der neuen Schulinstitution muh das Problem der neuen Erzieherpersönlichkeit an die Seite gestellt werden. Den Wert des Gemeinschaftslebens in der Schule, do vir fcrdern, erkennt der jetzige Oberlehrer nicht an. Für diesen der obrigkeitlichen Staatsidee dienenden Ober- lehrer muh der neue V�.,sstaat sich den neuen Erzieher schaffen, der Erzieher nickst mehr zur Autorität, sondern zur freien G e- m e i n f ch a f t ist. Für die Entwicklung des neuen Erziehers sind neue Bedingungen nötig, er muh sich dem Volksganzen verantwort- lich fühlen. Ohne Oeffentlichkeit des Unterrichts bleibt alle Zu- fammenarbeit zwischen Lehrern und Eltern eine Illusion. Ter neue Erzieher kann sich über Zutritt der Eltern zu seinem Unter- richl nur freuen, denn sie sind es, denen er sich verantwortlich fühlt. Auch Wahl des Lehrers durch die Oeffentlichkeit muh kom- men. Er ist ja Träger des ZukunstswillenS der Voltsgemeinschaft, wie der Parlamentarier Träger ihres Gegenwartswillens ist. Den neuen Erzieher können wir nur schaffen bei einer ganzande- ren Auslese zum Lehrerberuf. Schon der Primaner muh in die pädagogische Psychologie eingeführt wenden. Will er Lehrer werden, so hat er sein Studium mit einer informatorischen Probezeit in einer Volksschule zu beginnen und sich erst dann zu entscheiden. Die Ausbildung aller Lehrer mühte auf einer pädo- gogischen Akademie erfolgen, die nach Art der Akademie für bil. dende Künste eingerichtet ist und hervorragende Erzieher zu Leh- rern hat. Oberlchrerin Dr. Wegscheidel forderte.Erziehe- rischeS Zusammenarbeiten von Mann und Frau", ohne da» man sich das Gemeinschaftsleben der neuen Schule nicht denken könne. Die Frau sei unentbehrlich in allen Schulen und für alle Alters stufen, zumal da von einer Tren- nung der Geschlechter in der Schule keine Rede mehr sein dürfe. lieber»Erziehung zur Selbstverantwortung bei Lehrer und Schüler" sprach Oberlehrer Dr. Karsen. Er erwartet sie nicht von der in Kleinigkeiten steckenbleibenden Selbstverwaltung in der Schule, auch nicht von der..Schulgemeinde" in der beabsichtigten Form, die nur eine Schultagung darstellt. Zur Selbfwerantwortung erzieht den Schüler die als Lebens- gemeinschaft entwickelte Schule, den Lehrer die Durch- führung kollegialer Schulverwaltung. Oberlehrer Dr. Witte forderte in seinem Referat über „Pazifismus und Charakterbildung" die Aufftellung von Richtlinien für den Geschichtsunterricht, weil sonst trotz Verbot der alten Lehrbücher der Unterricht nicht anders wird, ferner baldigste Ausarbeitung neuer Lehrbücher für Ge- schichte. Vorträge für Lehrer zur Einführung in die Ideen d«S Pazifismus, entsprechende Erneuerung der Schülerbüchereien, an- dere Schullektür« im deutschen, französischen und englischen Unter- richt. Die Beziehungen der Schulreform zur Jugendbewe- gung behandelte Oberlehrer Dr. Kawerau. Was wir Schul- reformer wollen, ist sinnvolle Fortsetzung dessen, waS die Jugendbewegung bestimmt. Die Jugend will chr Leben selber gestalten, will sich durchsetzen als Eigenwert mit Eigenrecht. Die Jugendbewegung ist eine Entwicklungsnotwendigkeit. Der Sturm- lauf des vierten Standes bringt allen Befreiung, den Arbeitern, den Frauen und auch der Jugend. Die proletarische Ju- gend hat einen sicheren Instinkt, wenn sie ihr Recht nur durch den Klassenkampf erobern zu können glaubt. Jeder Päda- aoge beobachtet an der heutigen Jugend eine völlige seelische Um- bildung gegenüber seiner eigenen Jugendzeit. ES kann keine neue Schule geben, die nicht auf diese Tatsache eingestellt ist. Die neue Schule soll den Gegensatz zwischen Schule und Familie auf- heben, sie soll endlich gleichbedeutend sein mit Jugendbewegung. Dr. Rekate forderte in seinem Referat über„EroS und Erziehung" für die neue Schule ein ähnliches Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler, wie da? im Wandervogel bestehende Führerverhältnis. Prof. Dr. Otto Braun- Münster gab Anregungen zur Hochschulreform. Nötig ist, dah Studenten und Dozenten in Arbeitsgemeinschaften«inander nähertreten und die Universitäten jedem geöffnet werden. Lehrer Alex. Müller» Lichtenberg berichtete über ex» pressionistischen Zeichenunterricht. Ungeahnte schöpferisch« Kraft läfst sich im Kinde lebendig machen durch geeig- nete Anregung, die ihm den Stoff zum Erlebnis gestaltet. In der Diskussion gab eS lebhafte Auseinandersetzungen besonder» über die Jugendbewegung. Eine Reihe jugendlicher Redner und Rrdnerinnen sagten den Erwachsenen mit kamerad- schaftlicher Rücksichtslosigkeit ihre Meinung. Nach einer kurzen Erwiderung KarsenS wurde die Tagung ge» schloffen. Wirtschaft Raubbau der Lrauukohle. Während deS Krieges ist man bekanntlich an eine starke Aus- Nutzung der Braunkohlenfelder in Mitteldeutschland herangegangen. Gewaltige Werke, die aus dieser Kohle Kraft erzeugen, sind ent- standen. Bedeutende Strommingen werden heute schon nach Berlin geliefert, eine bedeutende Berktärkung ist beabsichtigt. Andere Fabriken erzeugen mir einem täglichen Verbrauch von an die 1000 Ei senbahnwagen Braunkohle Düngemittel für die Land- wirrschoft. Unzählige Projekte schweben noch. AuS den Braun- kohlemeldern sollen die mitteldeutschen Eisenbahnen später ihren ganzen elektrischen Strom beziehen. Für den, der tiefer und weiter blickt, ein Raubbau furchtbar st er Art. Geht da» io weiter. dann sind in V0 Jahren unsere Braunkohlenfelder erschöpft. eher früher, denn später, dann bricht das ganze grohe technische Gebäude in sich zusammen. Mehr wie leichtfertig ist e», m dieser kurzen Spanne Zeit auf eine wunderbar« Erfindung zu rechnen, die un« die Kohlen ersetzr. Haben wir dann nicht da» R u h r g e b i e r fest in unserer Hand, haben wir dann nicht lerstungsfäbige Transportwege, die un« seine Kohlen beranschaffen. bot sich dann Mitteldeutschland und Berlin technisch auf die ach so kurze Braunkoblenhilse allein eingestellt. dann erleben wir einen völligen Zusammenbruch. GsWerLjlhofisbeVegung Verlängerung öer baugewerblichen Tarifverträge. Am 31. März sollten di« Tarifverträge ablaufen, die im vorigen Jahre für daS deutsche Baugewerbe vereinbart wurden. Zum Neuabschluh der Verträge sind sowohl von den Arbeiter, wie auch von den Arbeitgeberverbänden tief einschneidende Abände- rnngSanträge gestellt. So fordern zum Beispiel die Arbeiterver- bände die Einführung der gleitenden Lohnskala, die Re« gclung der F« r i e n f r a g e und di« tarifvertragliche Regelung der Lehrlingslöhne, lieber die gegenseitigen Forderungen und über den Neuabschluß der Verträge sollte Mitte März vor dem RmchSarbeitSministerium in Berlin verhandelt werden. Infolge des Kapp-Putsch«» und des darauf folgenden Generalstreiks konnten aber die Verhandlungen nicht stattfinden, und bevor sich die Vor-' stände der Arbeiter- und Arbeitgeberverbände über einen neuen Verhandlungstermin verständigen konnten, war der Ablauf der bestehenden Verträge nahegerückt. Da bei den starken Differenzen, die zwischen den Forderungen der Arbeiter- und Arbeitgeberverbände bestehen, eine rasche Eini- gung nicht zu erwarten ist, andererseits aber auch eine tariflose Zeit mit vielleicht opfervollen Lohnkämpfen nicht erwünscht sein kann, so ergab sich sowohl bei den Arbeiter-, wie bei den Arbeit» geberverbänden das Bedürfnis, die Verlängerung der bestehen- den Verträge zu versuchen, um Zeit für die Verhandlungen über neu« Verträge zu gewinnen. Darüber wurde am 31. März und am 1. April im alten Rat- Hause zu Hannover unter dem Vorsitz deS Stadtrats Dr. Hiller aus Frankfurt a. M. verhandelt. Die Arbcitervertreter er- klärten bei den Verhandlungen von vornherein, daß sie einer Ver- längerung der Verträge nur zustimmen könnten, wenn den Bau- arbeitern im ganzen Reiche sofort eine der herrschenden Teuerung entsprechende Lohnzulage gewährt werde. Die Unternehmer waren zur Gewährung einer Zulage bereit, boten aber zunächst nur 20 Pf. für Tariforte bis zu 20000 Einwohner. 20 Pf. für Orte mit über 20 000 bis 50 000 Einwohner. 40 Pf. für Orte mit mehr als 50 000 bis 100 000 Einwohner und 50 Pf. für Orte mit über 100 000 Ein- wohner. Die Vertreter der Arbeiterverbände lehnten dieses Angebot als der herrschenden Teuerung nicht entsprechend ab und bezeichneten es als eine Verhöhnung der Arbeiterschaft. Am zweiten Verhand- lungStage wurde das Angebot von den Unternehmern erhöht, und nach längerem Weiterverhandeln kam es zu folgender Verein- barung: »Die am 31. März 1020 abgelaufenen Reichstarifverträge für das Hochbau- und Tiefbaugcwerbe einschließlich aller Ergänzungen, sowie die zugehörigen genehmigten und noch nicht genehmigten Be- zirks- und Ortstarife und die Tarifverträge für Groß-Derlin wer- den mit Einschluß der abgeschlossenen Akkordtorife unter nachstehen- den Bedingungen bis 28. Mai 1020 verlängert: 3) Alle in dm bisherigen Lohn- und ArbeitStarifen auf- geführten Arbeiterkategorien erhalten vom 6. April 1020 an zu den tarifmäßig festgesetzten Entlohnungen, wie sie gemäß Vereinbarung vom 13. Februar 1020 ab 14. Februar 1020 bestanden haben, in Tariforten bis einschließlich 20 000 Einwohner 1 M. für die Stunde, in Tariforten über 20 000 Einwohner und in den in der Vereinbarung vom 13. Februar 1020 genannten In- dustriegebieten und im Feuerungs- und Schornsteinbaugewerbe 1,25 M. für die Stunde mehr. Soweit etwa nach dem 14. Februar 1020 Lohnerhöhungen oder Teuerungszulagen iin Voraus bewilligt sind, kommen diese auf obige Zuschläge in Anrechnung. Die im Freistaat Sachsen getroffene Vereinbavvng bleibt bestehen. b) Die Zentralorganisationen beginnen mit den Verhand- lungen über Erneuerung der Reichstarifverträge und des Ta- nfmusters spätestens am 14. April 1920 in Berlin, unter Vor- sitz eines Unparteiischen; die Verhandlungen sind tunlichst zu be- schleunigen. Nach der ersten Lesung der Reichstarifverträge ver- ständigen sich die Zentralorganisationen über die Frist zur Fertigstellung der bezirklichen und örtlichen Lohn- und Arbeits- tarife. Der Reichsverband für das Deutsche Tiefbaugewerbe mach» sein« endgültig« Stellungnahme von den Beschlüssen seines Verwalz tungSkörperS abhängig und verpflichtet sich, eine Erklärung hier- über bis zum Beginn der zentralen Verhandlungen(14. April 1920) abzugeben. Zustimmenden Falles erfolgt die Nachzählung der Zu- lagen vom 6. April 1020 an." Dieser Vereinbarung stimmten die Vertreter der Arbeiter- und Arbeitgeberverbände zu; jedoch erklärte der Borsitzende deS Deutschen BauarbeiterverbandcS, daß er eine Garantie für die Ruhe im Tiefbaugewerbe nicht übernehmen könne. Tarifverhandlttnge« im Einzelhandel. Am 31. Mäiz versammelten sich die Angestellten der Waren- Kaufhäuser und Spezialgeschäfte in den Sophiensälen, um da» Refe- rat von Bu blitz über' die Tarifverbandlungen entgegenzunehmen. Die bisherigen Tariiverhandlungen haben bisher noch kein positives Ergebnis gezeitigt, da zunächst eine Generaldiskulsion stattgefunden hat. Nur soviel war aus der Stellung der Arbeitgeber ersichtlich, daß sie das Bestreben haben, das Milbestimmungsreidi im bis- herigen Tarifvertrage auf die Bestimmungen de» Betriebsräte- gesetzes zurückzuschrauben. Dagegen hat der Zentralverband der Angestellten auf das schärfste � Stellung genommen, ebenso hat er keinen Zweifel darüber gelassen, daß es beim 6-Uhr-Ladenschluß bleiben muß, während die Arbeitgeber das Bestreben zeigen, eine Verlängerung der Arbeitszeit herbeizuführen. Durch die Weigerung einzelner Arbeitgeber, eine Bezahlung der Streikrage während des Generalstreiis vorzunehmen, wurden �die Tarrfver- hondlurigen unterbrochen, damit die Arbeitgeber zunächst zu dieser Frage Stellung nehmen können Die Angestellten bestehen auf Be- zahlung der Streiktage. Am Sonnabend vormittag soll die Cnt- scheidung der Arbeitgeber den Angestellten mitgeteilt und im An- schluß daran sollen die Tarisverhandlungen fortgeführt werden. Im Anschluß daran referierte Wille über den Generalstreik und seine Wirkungen auf den Einzelhandel; dieses Referat wurde von allen Angestellten zustimmend ausgenommen. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: .Die überaus zahlreich versammelten Angestellten der Waren-. Kaufhäuser und Spezialgeschäfte de» Groß-Berliner Einzelhandel« erwarten, daß der kommende Tarif nicht nur eine vernünftige Ge- baltSregelung. sondern auch daS volle Mitbestimmungsrecht und den S-Uhr-Ladenfchluß bringt. Ferner verlangen die Angestellten Ferien auf der Grundlage ihrer Forderungen und sind entfchlosien, für die Durchsetzung ihrer Forderungen mit aller Kraft zu kämpfen Sie verlangen serner die Bezahlung der Streiktage.' Extrabeitrag im Buch- und Tteindrvckerei-HilfSarbeiter- verband. Infolge der durch die TeuerungSverhältniffe hervorgerufenen fortgesetzt steigenden Kosten für die Verwaltung, namentlich für die Herstellung und den Versand des Verbandsorgans, insbesondere aber infolge der jetzt schwebenden und in Vorbereitung befindlichen Lohnbewegungen im Buch- und Steindruckgewerbe, deren Durch- führung bei den bisherigen statutarischen Unterstützungssätzen Schwierigkeiten bereitet, hat der Vorstand des obengenannten Ver- bandeS die Erhebung eines Extrabeitrages in Höhe deS wöchentlichen VerbanvSbeitrageS vom 5. bis 10. April d. I. ab bis auf weiteres beschlossen. Gleichzeitig mit der Erhebung dieses Extrabeitrages hat der Verbandsvorstand eine Erhöhung der Streikunterstützung aus das Doppelte der bisherigen Sätze beschlossen.__ Allgemein verbindlicher Tarifvertrag. Der zwischen dem Zentralverband der Ange stell- t e«, Bezirk Groß-Berlin, und dem Verband Deutscher Privat- Handelsschulen, Ortsgruppe Groß-Berlin, am 20. Dezember 1019 abgeschlossene Tarifvertrag zur Regelung der Gehalts- und An- stellungSbedingungen der Privathandelsschullehrer und-lehrerinnen ist für daS Geb!« Groß-Berlin mit Wirkung vom 1. Januar 1920 für allgemein verbindlich erklärt worden. Wo sitzen die Reaktionäre? Zu dieier in der SonntagSnummer des„Vorwäns" erschienenen Notiz erhalten wir vom Betriebsrat der Geschäftsstelle des Vereins deutscher Ingenieure folgende An- gäben: Als von der verfassungsmäßigen Regierung zum General- streik aufgefordert wurde, erklärte die Direktion des Vereins deutscher Ingenieure, der sick als techn i schto i sscn scha ftl iche r Verein politisch völlig neutral Verkält, den unterzeichneten Vertretern der Angestellten, daß sie es jedem völlig frei stellten, sich an dem Streik zu beteiligen. Sie achteten jede Ueberzeugung, und eS sei selbstverständlich, daß sich ans der Beteiligung für dte Angestellten keine Weiterungen irgendwelcher Art ergeben würden. Tatsächlich hat auch, von einigen Ausnahmen abgesehen, die Angestelltenschaft des Vereins der Streikparole Folge geleistet. Der vom„Vorwärts" angezogene Brief ist vier Tage nach dem offiziellen Abbruch des Streiks geschrieben worden, nachdem alle Verkehrsmittel den vollen Betrieb wiederaufgenommen hatten und der betreffende Angestellte als einziger weder telephonifch noch schriftlich die Geschäftsstelle über sein weiteres Fernbleibe� benachrichtigt hatte. GroßSerüu putsch und Gemeinöevertreter. Ten Berliner Gemeindevertretungen wird vorgeworfen, daß sie sich in den Tagen des Putsche» zu passiv verhalten haben. In der neuesten Nummer der„Kommunalen Praxis" nimmt nun Viktor Noack dazu Stellung und fragt: Weshalb traten die Gemeinde» Vertretungen nicht auf den Plan, die Volkserwählton, die ihren Wählern lokal und sozial am näckste.n stehen? „Die Gemeindevertretungen hätten sich dazu berufen fühlen müssen, der von jeglicher Leitung im Stich gelassenen Bevölkerung an die Seile zu treten, sie vor allem aufzuklären. Wir haben auf den Straßen alle möglichen Leute Unsinn reden hören zu den nach Information schreienden Menschen. Das hilflose Raten uird Tasten der Gruppen, die sich an Ecken häuften, war geradezu er- barmungswürdig. Wo waren die Männer, die vermöge ihrer auto- ritären öfsenflichen Stellung hier hätten wirken können und wirken müssen,— die volkserwählten Gemeindcvertretcr und Mitglieder der Gemeindevorstände? Di« Gemeindevertretung mußte sich in diesen kritischsten Tagen für permanent erklären. Sie mutzte einen Aktronsaus schuß einsetzen, der auch tatsächlich stäitdig tagte, stündlich aktirmSbereit. ES gilt vorbeugen! Tie Gemeindevertretungen sollten AktionS- ausschüsse bilden. Der Aktionsausschuß muß schlagfertig sein und wird deswegen nur wenige Köpfe.haben dürfen.— etwa fünf. Die erforderlickie Bedeutung und Kraft kann er nur haben, wenn er in allen Schichten der Bevölkerung Vertrauen findet. Es müssen deswegen alle politischen Parteien gleichmäßig in ihm vertreten sein. Er hat aber seine Maßnahmen in vollster Objektivi- tat zu treffen, abseits der Parteipolitik, einzig im Interesse der öffentlichen Ordnung, d. h. im Sinne der Staatsverfassung.' Zum Schluß gibt der Verfasser den sehr anerkennenswerten Gedanken wieder, eine Zentralorganisation der Gemeinde- Vertreter der Sozialdemokratischen Partei�ßu schaffen. Wäre sine solche Zentralorganisation vorhanden gewesen, so hätte sie nicht nur als Träger des Gemerndc-NachricktendiensteS, sondern auch in mancher andern Hinsicht ein stützender Pfeiler im Gebälk der Republik sein können. Der hier niedergelegte Plan verdient unseres ErachtenS in allen Groß-Berliner Gemeindevertretungen schleunigst erwogen zu tverden. Eine Jugendseier, die am Abend im großen Saal deS Wohl- fahrtsministeriums veranstaltet wurde, schloß sich der Tagung ent- schiedencr Schulreformer an. Die Frage nach dem Sinne de» Lebens war der leitende Gedanke der drei Vorträge von Adele Schreiber, von Dr. Hildegard Wegsche'ider und von Dr. Siegfr. Kawerau. Die Gedankenfülle und EmpfindungS- tiefe ihrer Ausführungen hinterließ stärkste Eindrücke bei der au» Jugendlichen und Erwachsenen zusammengesetzten zahlreichen Zuhörerschaft. Rezitationen und Chargesänge trugen zur Verschönung dieser Feier bei. lieber ihr lag der nachdenkliche Ernst erwachender Jugend. Einheitliche Postwertzeichen. Aus Anlaß de» bevorstehenden llebergangS der bayerischen Boftvertvaltung auf daS Reich gelten vom 1. April an die seither im Reichspostgebiet und in Württem- berg verwendeten Postwertzeichen auch in Bayern. Die Post- anstalten in Bayern werden vom gleichen Tage an vorläufig bahe- rische Postwertzeichen mit dem Ueberdruck„Deutsches Reich' ausgeben, die ebenfalls im ganzen Reichsgebiet zur Freimachung von Sendungen benutzt werden rönnen. Bayerische Postwertzeichen ohne diesen Vordruck sind bis auf weiteres noch insoweit zur Frei- machung gültig, als sie sich auf Sendungen aus Bayern befinden. Die Beamten gegen die Reaktion. Mehr als 2000 Beamten aller Behörden waren am Donnerstagabend im Lehrer- Vereinshaus versammelt, um gegen die Reaktion Stellung zu nehmen. Genosse Schlegel sprach ausführlich über die Sünden der Reaktion und deren Folgen, unter denen die arbeitende Be- völkerung, einschließlich Beamten, in besonderem Maße zu leiden haben. Genosse Gronefeld geißelte daS Verhalten insbesondere der höheren Beamten, die mit fadenscheinigen Gründen in offener und versteckter Weise der Reaktion in die Arme gearbeitet haben. Die Versammlung nahm folgende Entschließung an: „Die am 1. April 1W0 im Lehrervereinshau» versammelten Beamten aller Verwaltungen fordern mit allem Nachdruck, daß bei Besetzung der Referenten und sonstigen leitenden Stellen in den Ministerien unbedingt den Wünschen der Beamten in der weitestgehenden Weise Rechnung getragen wird, um zu der- hüten, daß durch die GeheimratSwrrtschaft die gewrß gute Absicht der Minister vereitelt wird. Sie verlangen unbedingte Durchführung der von den Gewerkschaften festgesetzten 9 Puntte, damit endlich einmal Ruhe und Zufriedenheit in die Beamtenschast einzieht. Die Versammelten stehen fest auf dem Boden der Demo- kratie und erden wie bisher jeden Versuch zur Errichtung einer Diktatur, sei sie von recht» oder links, in Gemeinschaft mit der klassenbewußten Arbeiterschaft abzuwenden wissen." Wie eine Räuberbande hauste in den Putschtagen«in Trupp B a l t i k u m e r unter Führung eines Hauptmanns in einer Druckerei am Grünen Weg. Gegen 6)4 Uhr abends er- schienen die Banditen in der Druckerei, beichagnahmten die für die verfassungsmäßige Regierung hergestellten Flugblätter, vernichteten alle für Private hergestellten fertigen Drucksachen und machten sich dann an die Zerstörung der Druckereieinrichtung, die sie aufs gründ- lichste besorgten. Satzkäften wurden umgeworfen. Maschinen zerstört, Treibriemen in.kleine Stücke zer- schnitten, die elektrischen Lampen zerscklagen. Der Besitzer der Druckerei wurde ohne Mantel und Hut als Gefangener abge- führt. Der Schadenersatz müßte hier zunächst au» dem Vermögen der Kapp und Genossen geleistet werden. Erhöhung des GaSpreiseS in Charlottenburg. Der Magistrat Charlottenburg hat sich dem Vorgehen der Berliner Stadtverwal- tung angeschlossen und erhöht mit dem 1. April d. I. den Preis für einen Kubikmeter Gas auf 1 M. und für Münzgas auf 1,0 2 M. Vorträge, Vereine unö Versammlungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk 12. Osten, Dienstag, 6. April, 7 Uhr, Mitgliiderversammlung in der Biebhossbörse, Eldena«. straße 37.— yrcireligiiise Gemeinde, Niederschöneweide. am 1. Osterseier- tag, nachm. 3 Uhr, in der Aula der Gemeindeschule Frlthlingtfei«. B-rausstchNtchea Wetter bis Sonntag mittag. Veränderlich, ab» überwiegend bewölkt, etwas kühler, mit emzelncn Rcgenfällen und süd- lichen Winden. Verantw. für den redaktian. Teil: Artnr kilckler, Ibarlottenbura: Mr Anzeiaeu: Tb. Sl-cke. Berlin. Bering: Borwörte-Berlaa».m.b.H., Berlin. Druck: Brr» wärto-Buchdruckerei u. Berlaaoanstnlt Paul Singer u. Sa. Bettln, Linöensrr. 1> f TheateMichtspiele ate. 1 Operahans. 12 U.: Sinfonie-Mittagskonzert 7 U.: IX. Slnfonle'Konzert. Schauspielhaus. Wilhelm Teil. Anfang ft'/j Uhr: Direktion Max Reinhardt OeatHchet« Thenter. Zum I.Male, 7 Uhr: Die Dame Kobold. Sonntag?: Die Dame Kobold Kaiumerapieie. 7>/z: Die deutsch. Kleinstädter. Etg. Z'/j: Frühlings Erwachen. 7: Gabriel Schillings Flucht. Gr. Schansplelhaas Karlstraße. 7 Uht: DerweiDe Heiland f35.Abt.,2.A.) Etg. ZV9; Hamlet(auß. Abonn.) 7 D,; D.wejße Heiland(auB. Ab.) tfffRSfty Kabarett/ » 8 VVtVtST. 53-5aI� b Allabendlich 7 Uhr; � 3 Schwestern Ltlck f Lieselotte Tom Jersey Trude u. Ilse Annie Wilkens Schulhoff| Walter Steiner j HDer zerbrochene t Spiegel" f (Gebr. Schwarz! i Paul Stelnitz| Kapelle Mundl Neumann, i Am Flügel: E. Hentscfael.? Schall a.Rauch im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiffbauerdamm Das neue April-Programm Oscar Sab» Anita Oerber Kady Christians U. v. Wolzogen Kurt Wolowski Olga Orloffska Erich Koenig Musik. Feit.: Friede. Holländer. Erötinnng 7'/., Beginns' f. Uhr. Volksbühne Theater am Bülowplatz. 7V, Uhr: Luther. Centpai-Thentcr in der Kommandantenstr. 7v.u.: Fräulein Puck. nentsehes Opcrnhaua 7 Uhr: Jugend. Hierauf: Cavallerla rustlcana. läie Tribüne iv. u.: Franziska. Eden-Tlicatcr. Alte Jakobstr. 30. 7*/, u.: Die Dollarpriflzessin An beiden Ostenagen. 3 Uhr:„U. A. w. g." Frledr.-tVllhelmäkTli. Chausseestraße 30. I'/zOhr: Evchen Humbrecht Kleines Idealer. 7ul: Die Piarrhauskomiiilie. Kl. Schauspleltaans. jv, u.: Die UBlierütirte Frau Komische Oper 7v,uhr.Scliwarzwa![lmiiflel An beiden Ostertagen 3V« Uhr: Scbwarzwaldmidei. liaatspielhsns Z.I.Maie: Arnold Rleck in u(fr ZwangseiiiBuartiernng. Metropol-Tbeater. 7 Ukr: SgMlL An beiden Ostertagen 3 Uhr: Charle>& lante m. Thielscher Ibenes Operettenbaal Mia Werber als Gast in 7v, u.: Die kleine Bolieil. An beiden Ostertagen 3'/, U.. Die Dame vom Zirkus. Xcnes Volkstbeatcr Cöpenicker Str. 53. Zum 1. Male; luJie firiiiler Karamasow .Schlller-Theat.« hart. 3; Minna von Barnhelm. S.'? Verschwörung desFiesco Thnlla-Theater 71/, u.: Die närrische Liebe Th.am Xollcndorfplatr 3>/, Uhr: Siegfried. 7'/. Uhr; JDcrWergcITe'&rc Theater de» Westen» ctorBamowsky, 7 Uhr: WozzectDieBuhlsehwester Sonntag 7 Uhr: Peer Oynt- Montag VI,: Pygmalion. Dienstag 7 Uhr: Wozzeck, Die Buhlschwester. Deutsches Kunstler-Theater A7v"h Menagerie (Adalbert, Götz, Haack, Kon- schewska, Fischer, Morgan, Wallauer.) APOLLO Theater | Direkt James Klein. Täglich?»/, Uhr, April 1920! Daa Welt-Rätsel | Die einr. Gedankenleserin der Welt. lelephonfreDiien im Jahre 1920 1 Vorsieht bei ISesprächen unter Mitwirkung d.bek. Filmgrößen )Taly Arnhelmi Harga Eindt Kunst u. Schönheit Erika DENNISSON in ihren Tänzen. 4 Arkonis | Schleuderbrett-Akr. 3 Bruhns dreilach Reckakt. 1 Serrington 1 Weltm. d. Raafahrk. 2 Ossnots Exzentriker. 4 Sandwinas Schön heitsakt. I An beiden Feiertagen vollständ. Programm Datkett-AnzUse nepesla Formen.............. 450.- 4S0.- 700.- Jünglinas-Anzüge........................ 300.- 400.- 450.- Cutaways und Westen marengo Cheviot................ 625.- Dacketts und Westen marengo Diagonai-Vewebe............ 275.- Hosen vornehme Streifenmuster.. 42.» 70.» 95.- 165.» 200.- 250- FrQhlahrS-PaietOtS marengo.................... 475- 650- Gummi-Mantel gute Qualitäten......................... 390.- 950.- M. 700.- M. 650.- 700.- M. 300.- 350.. M. 400.- M. 750.- M. 790.- M. 300.- 700.- 590.- Keine Filialen mehr Nur Baer�ohn Chausses-Strafle 29-30 Trabrennen in MariendorP SdjeßtUf.�n.SSrÄri* Ostersoantag, 4. April, nachm. 2 Uhr 8 Rennen. Cesamtprelae Mark IIIS 000. MN'S WVmItUKgS'Mstllll—> F Berlin W. 37, ZietHenftr. kg, auch für Damen. Hernorraa. Erfolge, besonders bei Reise-, Eivsähr.., Prwi... Rotschluh. und Ar>egsreifepr!-fnng. Sonberfurse. Bis I. Jan. IWS beflanben: 3317 gSgUnge, 1319 u. a. 91 Abit.(4 Damen), 3 P imancr. 83 Einjährige.— Eigenes Znternat." 0?~ Technikum Eutin. Maschlnenbsu und Baufacb, Sonderkurse zur Ver- kflrzung der Schulzeit,_ 30, lO» Ankauf Juwelen zum heutigen hohen Kurs Margraf*c° G.m. H b.H. Kanoniersir, S Rose-Theater. TV, Uhr: Ras Lied der liebe. iv. u.: muriau iillDrii An beide» Gstenagen 3>/« Unr: Die lustige Witwe. Mtg. II'/,: Konz. Rio Gebhardt Wallner-Thcnter unr Eine Baiinacht. An beiden Ostertagen Sb.U. Oeishamit MiaWerber Walhalla. Theater. BerBasteibinder uifi Großes Schauspielhaus Zu volkstümlichen preisen: OfterlonnZag, 4. Hpril, 21 2 Uhr, auß. Hb. Hamlet Regie: Max Reinhardt oitentiontag, 5. Hpril, 21/2 Ohr, auß. Hb. Greftie Regie: Max Reinhardt Grestes: fllexanöer ZNoistl Preise der Piahe: M. Z.- b!» M. 12.-. Billetts Theaterkasse, Ä. Wertheim und im Invafibendanl Großes Ech auspielhaus Oltersonnrag und oiterniontaz 7 Ukr (Außer Abonnement)—— Ver weiße Heiland Dramatische Phantasie von Gerhart Hauptmann. tauptrollen: Alexander Moisfl/ Emil Zannings ans Schweifart, Josef Mein/ Ferdinand Gregor! / Hanna Ralph t Raul Lange/ Fritz Zetzner./ Regie: Karl he inz Martin. Preise der Plätze: M. 4,— di» M. 33,öj.— Billetts an der Theaterlasse, A. Wertheim und im Invalidendan f. Potsdamer Str. J8 TtaliTkiibruox iZrunoüaztM in Allerseelen. Tnrntstr. IZ lWMhitzteriu der Menschheit. T.Teil des großen Films I Alexanderplatz-Passage |t>. Herrind. Welt 6. Ten. aai Spezial 3 Behandlung von Haut-, Harn-, Unterleibsl, Frauenleid., spez. veraltete hartnäckige Fälle, Schwäche; Salvarsan-Kuren.— Urin u. Biutiimersuchungen, Licht- u. Finsen-Behanalung. Elektr. Durchleuchtung. Bestrahlungen Getrennte Wartezimmer für Damen und Herren. Aerztliche Helluns'alt. H4'3* Lös er, S«fiflZStr. 9, ÄÜneni. Ortskrankenkasse BetliD-Roßton). Sie vierte Abänderung der Kassensatzung hat die Geneh- msgung durch da, Obernersiche- rungsamt erhalten und tritt mit dem 3. April et. in Kraft. Geändert sind die Zh 14, 13. IS, 20, 25, 29, 80, 33, 47, 67 und 95, Die§§ 31 und 32 der Satzung fallen lort. Dnitkexemplare der Aende- rnng sind im Kassenlofal jtt haben. 282 16 Der Vorstand: Otto Rill mann. Spezialarzt Dr. med. Hasche[• FriedrlehstP.SItsuSbÄ Spr. 10— I. 5—8. Sonnt. 11—1. Harn- o. Blutuntersucliang Spezialarzt Dr. med. Wockcnfaß Friedrichslr. 1Z5 b?"nrleTn;r Spr. II— I, 6-8, Sönnt. Il-l Harn- a.BIntantersocIiong □ □□ Vom Mr in den Tod. Variete-6afe jßoritzpiatz Oranienstr. 53—55 Dir. R. Korant, Küngli.LcIt. Hellmuth Berndsen. Drehest. Georg Wöhlert 1 2)as grvsis Weltstadtprcgramm! I 3 Arvellos, Hill u. Hull, H. Voss, 2 Kallweiis, I | Anita Odoris, Crass-Walden, 2 Pobleys, Max Koch| = 4s/a— 7s Tanz-VorfGhrungen----- | 5~ NeahasensBlllards Likörstube| Nierenstein-. Uriess- und M Leberlaidenfle vorwendsmit «esteniErtels enii«0B«rati9i o.»hR«Diät „ANTIGALLIN" "«II«««petkektn zi babti.*t mehL erfolgt Zueendu«?(lorot eit Ankeräpothoko.Borlio-FrlsOrnlis tag«». Prall oro Flaeeti 12,60 Merk. »uSdirende Breechün über die Ei»- »irkmir de» tuti-alli« gratie durob: miGALLIN-HERK S m.b.H. ieriie• Frltdricbilufei. ä- v-'- Kautabak ia Qualität, der Rordhäuser Ware ebenbürtig. Tägliche Letslunz: 3« OVO Rolle«. rein Uebersee unb gkräsiet. 700 Zentner greifbar ju den billigsten Tagespreisen. Tabakfabrik Sblendssk SSsoksr, Köln, Lindenftr. 14. Fernspr.: B 5658. A 4756. Telegrammadresse: Ehimtabaf, Köln. Klei! Zinn! WeiLmetall! alle Legierungen, Kupfer! Messing! Aluminium! Nickel! Rotguß! etc. Queck« Silber! Platinabfalle, Gold« u. Silberbruch, Zabngebisse! etc. zu höchsten Tagespreisen kauft 4 Edelmetall- Einkaufsbüro J Woberstr. 31(Alex. 4243). BT WM M» WWMHMM W EHetaile Kupfer, Roignh, Blei, Messing, Zint, ginn, Lagermetall nsm. kaust zu nnsiberdietb Tagespr. Zurterneann. Elsasier Str. S, vorn>1. Norden 4561. Altmetall I Kupfer, Messing, Alu« | minlum, Blei, Zinn, Eisen kauft zu den höchsten Tagespreisen Schlosserei liemann, I Stallschrelberstr, 55, i Hoi, Keiler, a. Moritzol lAm Hausnummer achten! Trotz Preisstorz zatile: Lapn!e(aUkgb.M.l2,00 Knpfer... 11,00 Rotgafi... 9.50 Messing... 7,00 Blei... 4,00 Zink... 3,50 Tassiie.ßelle-jyiiancE-Str.98 Langenbeckst.4, Ecke Elbinger uWiImersdf..Bernhardstr.l5a. Glänzende Kapitalsanlage! Eigener Grundbesitz nahe Vorortbahn und elektrischer Bahn. Guter Gemüseboden Teiraingesellschaft Heiligsnsee, Berlin NW, Neustädtische Kirchstraße 15, Amt: C 10125-29 Vertreter Ostern i Cafö Schmidt� Hetllgensea. Trauringe i Dukatengold 900 prft, 14 tor. Gold 585 gest. 8 kar. J Gold 333 gest. von 60 Rl. per Stllck stets oorrätig am Lager. � » » » - d » i Ankauf alles Gold. Silber. Viakia mü Btlücn�o Minoga, Berlin O 17, Grüner Weg 69. Telephon: Alexander 24 30. Kupfer Messing, Nickel« Aluminium, Zinn. Quecksilber, Biel zu höchsten Tagespreisen Metall« Ankauff stelle, Lothringer Str. 89 90, Lad Legitimation erbeten. Kupfer— Klessini Öueeksilker-Blei-M zum höchsten Tagespreis Sehlllzendor|erStr.2. Achtung! Achtung! Zahle für das Kilogramm: Kopier. Messüig. Blei, Zloii, Elsen onö Fiasdiei; die allerhöchsten Tagespreise. I Metallschmelze Schmidstr. 10a, I Bitte auf die Nummer zu achten!| n Zigaretten Nur deutsche preisw. Fabrikate. �-iinrrvn-erichiedenen eIi,ijuUk,!I Preislagen. Beste Bezugsquelle s.Gaittr trte h. MsHiieimer, Berlin, Bemmannstr. 1(n.Kreurberg) 186,3' Setiin 2D Znbriknieb erlöge: , Sp lcherns.r 22, Haltestelle Jlürn- berger Platz(Auugana Spichernslratze) der Antergrnnbbahn.— Zernsp.: pfzb. 3904. Ansragcn und Aufträge aus Berlin werden aus- ichlietzllch oon der Berliner Fadritniederlage erledigt. Stoß Lnngenieiden heilbar? kulose, Asthma, Schwindsucht, Lungenspitzenkatarrh, Naciit- schweiß, Stiche im Rücken, Brustschmeizen. Apretitlo ig- keit. Verschleimung, veraltetem Husten, lange anhaltender Heiserkeit leiden, lassen sich meine ausführliche belehrende Broschüre kostenlos portofrei senden. 54/16* Spezialarzt Dr. med. Dammann, Berlin W 202, Am Karlsbad 33b. Sprechzeit 9—11. 2—4. Sonntags 10—11 SALillMMer. Schmirgcllein., jialut- stahLZräfer. Reibahlen unb iämtiiche Metall» bcorbcitimp». Werkzeuge kauft zu konkurrenzlosen Sächstpreison Heuscbel, Rostocker Strafte 22. Händler— Extrapreise. Zinn u. Blei 1 sowie alle AlimetaBEe kaufen zu böchsten Preisen[* I MetalSschmelzwerke j WaEdemar-Sipaiie 74 B 8—7 Uhr. Tel. Moritzplatz 9955 lüGekdü! lür lebt Wertsache. Höchste An- fauispreiie für Piandschetne, Brillanten. Goidgegenftände. Teppime. Büdior uiw. Wolfs, Friedrichstr.«! HL Ecke Kochftr Isolierten Küpteroratii, Litzen und Waclisdralit, kauft höcnstzahlena' Ingenieurbureau Schiichtlng Berlin W 9, L;nkstra;ie 10 Tel.- Lütrow-.705 und-'.18 Metalleinkäufssteile StallschreiberstraOe 50=51 kauft zu höchsten Tagespreisen Quecksilber, Kupfer Messing, Blei, Zink BettGässen. Betrcinns sofort. Alter u. Geschlecht angeben. Ausk.umsonst. Aeltest. u.best- bewähne ges. gesch. Methode. Institnt Englbrecht München 8 387, Kapuziners!.9 Billige MMlen gibt es nicht mehr, abcr meine extra präparierttn Somtnisahlen mitEin- lagen bieten volltommenm Eriatz, also teiae aasten Allst- mehr anb Sasterst sparsam im«Sebraaih, ba man be: tllglieher Senastaag ca. 3 Monate baroal lonsea taan, aab daher mehr als 100 proz. billiger ai» Leber ist. Ein Versuch sübn zu dauernder Weiter- denutzung u erfolg- reichst. Dank lohnenb. Weitercmpsehlnng. Mufterpaar skp.dorr versendet gegen Nachnahme v. M. 16.50 der Gencralpertr. Georg Homme!, Rtebersteina b. Pulsnitz i. S. _ Rübrige Berlreler merben gesudit._ 200S* 8 j ROllfflOPS 36,- M. ; Anchovis 26,- m. I Saucrhering 30 M., Kräu- ter-Herlng 24 M, Schell-: fleh in Gelee 30 M., Muschcl- Ileiscb 24 M., alles in 4-Ltr- Dos. Grützwurst I-Pid.-Dose 3�0 M. v eisend, jed. Quantuni Bahn und Postnachnahme Klunder& Co., Nortori 'n Holstein. Patent c x ist der beste 434D Frauen- Schutz. Vollständiger Karton 20 M. Versandhaus»oral«. Hagen, Elderfeider Str. 43. erhält ergraut.Haar die früher. Naturfarbe wieder J. Reichels' Regenerator. DunkeltailmähL u. ist unverwasehbar. 7.50 bis 12 M. Otto Reichel, Berlin 43, SO, EiseobalumraBe 4. Fest gebündeltes citungspapier ohne Ausnahme kg 1,65 M. taust Hauptgeschäft: Berlin SO 33, Cuvryftratze 38 Tel: Moritzplatz 792 und Rentöllu 9403 Zweigstellen; Pucklerstr« 33, Schöuhanfer Allee 151, Wrangelstr« 72. Post- und Bahnsendungen werden der Reihenfolge nach prompt erledigt. Vt'NiZk Se�ailtzi. 5vci>t solort niedrere tüchtige, selbständige Bohrwerksdreher, Langhobler undShapingbobler. AEG LDkmnotiYialifik iennigsilor! Ij/Berliii Tor 1. Zeilungs- Zentrale(Z.Z.) Aktien-Gesellschaft stellt Botenfrauen ein IN den Geschäftsstellen: 146/18' Jerusaiemer Str. 5/6, Prinzenstr. 31, Bärwald- straße 42, Lausitzer Platz 14/15, Steglitzer Str. 37, Petersburger Platz 4. Ackersir. 174, Wattstr. 9, Markusstr. 36. Immanuelkirchstr. 24. Wilhelmshavener Str. 48.— Cnanotttnburg, Sesenhcimei Str. 1, Kaiserdamm 101, Tauroggar.er Str. Ii.— Uchtenberg, OartenbcrgstraBe l, Boxhpgener Str. 62.— Neukölln, Neckarstr. 2, Sieglried- straße 28/29.— Wilmersdorf Gasteir.er Str. 12. — Reinickendorf- Ost, ProvinzstraBe 56— Falken- berg, Salzmann, Oanenstadtstrafle 10.— Treptow, Grämenz, Kiefholzstr. 442.