Nr. 174. 17.Iahrs. «ezvgSpreiS! S-riel�Shrl. 21,— Ml, frei ins Hans, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 7.— Ml. exkl. Au- stellungsg ebllhr. Unter Kreuzband Mr Deutschland und Oesterreich- Ungarn 10.2'i ant, für das übrige Ausland Ii 50 Mh. bei täglich einmal. Zustellung 12 50 Ml. Postbestellungen nehmen an Dänemark, Holland, ituremburg, Schweden und die Schweiz. Ein- getragen in die Post- Zeitung»- Preislifte. Der„Vorwärts* mit der Sonntagsbeilage„Volk u. Zeit* erscheint Wochen- täglich zweimal. Sonntag« einmal. S Telegramm-Adresse: „Sozialdemokrat B erlitt". Sonntags Ausgabe Vevlinev Volksblskt ( 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezeile lostet 2,50 M., Teuerungszuschlag 50 „kleine Anzeigen", das seit- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen das erste Wort 55 Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaden zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien- Anzeigen, politische und gewerkschaftliche Vereins-Anzeigen 2,— Ml. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 63, Linden. Pratze 3, abgegeben werden Geöffnet von S Uhr früh bis ö Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratlfcben parte» Deutfchlands Neöaktion und Expedition: SW. 6$, Linöenstr. 3. Fernsprecher: Amt Mortbplak. Nr. läXSv— ISIS?. Sonntag, den 4. April 1SÄO. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. 08, Linöenstr. 3. Fernsprecher: Amt MoriUPla«,, Nr. 117 53— 54. Wähler unö Wählerinnen! In wenigen Wochen werdet Ihr den ersten Reichstag der Deutschen Republik wählen. Der Reichstag bestimmt die Regierung; das Volk selbst entscheidet sein Schicksal. Am die Deutsche Republik wird der Wahlkampf geführt, die Wiederkehr der Monarchie wäre der gewaltigste Rückschritt, die schwerste Bedrohung der deutschen Zukunft. Monarchie heißt Reaktion? Monarchie heißt Aeberhebung der.Herrscher über die Beherrschten. Unzerreißbar ist jede kommende Monarchie verknüpft mit Militarismus und Kapitalismus, mit der Ver- feindung Deutschlands mit allen Völkern. Bei wem ist die Republik in bester Hut? Nur bei den Sozialdemokraten! Wir rufen Euch auf, zu werben und zu wirken für üie Sozialöemokeatische Partei! Der verbrecherische Putsch Kapps und seiner Hintermänner hat Euch gezeigt, wo der Feind steht. Ihr werdet ihn schlagen, indem Ihr Eure Stimmen vereinigt gegen die blutrünstige militaristische Reaktion, für ihren grundsätzlichen Gegner, die deutsche Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie fordert rücksichtslose Verfolgung der mili- taristsschen Verbrecher, Schutz der schwererrungenen Republik tmrch eine staatliche Macht und durch einen Beamtenapparat, die im Boden der Demokratie wurzeln, Heranziehung der organisierten Hand- und Kopfarbeiter zu diesem Werk, das unser Staatswesen für alle Zeit vor verbrecherischen Anschlägen sichert. Die Sozialdemokratie steht fest zu ihrem alten Programm. Die Sozialdemokratie ist der Todfeind jeder politischen Reaktion und jeder Ausbeutung des Menschen durch den Menschen. Ihr Ziel ist der Sozialismus, den sie erreichen will nicht durch Gewalt und Diktatur, sondern durch Volkswillen und Demokratie. Am Ziel unseres Weges steht ein freies, glückliches deutsches Volk. Dem ist all unser Streben gewidmet. Die Sozialdemokratie war und bleibt bemüht, für alle Schaffenden zu wirken, Arbeiterlöhne und Gehälter der Beamten und'Angestellten in Ein- klang zu bringen mit der Verteuerung der Lebenshaltung, für Kriegsverletzte und Kriegsinvaliden, für Kriegerwitwen und Kriegerwaisen ausreichend zu sorgen.. Manches ist erreicht, vieles noch zu tun! Der EinflußderArbeit erschuft im Produktionsprozeß ist gesteigert worden. Das Betriebsrätegeseh wird die Stellung der Arbeiter und Angestellten in Industrie und Handel, in der Landwirtschaft und im Verkehr heben. Der Herr-im- Hause"-Standpunkt des Unternehmertums ist erschüttert. Die Sozialisierung wird weiter die Stellung der Arbeiter und Unternehmer gründlich ändern. Die Frau steht jetzt gleichberechtigt neben dem Mann; erreicht ist hier endlich, wofür die Sozialdemokratie seit Jahrzehnten kämpfte. Für Mütter und erwerbs- tätige Frauen sind zahlreiche Aufgaben durch die Gesetzgebung zu lösen. Daß dies im reinsten sozialen Geiste geschieht, ist das Streben unserer Partei. Die neue Steuergesetzgebung soll es der Republik ermöglichen, den un- geheuren Pflichten zu entsprechen, die der Friedensvertrag von Versailles, die An- forderungen der Arbeiter, Angestellten und Beamten, die zahlreiche hohe kulturelle Auf- gaben ihr auferlegen. Mit den Vorrechten der Besitzenden in steuerlicher Hinsicht ist aufgeräumt. Das direkte Steuersystem gibt heute den Ausschlag. Der Reichtum wird aufs kräftigste erfaßt. Eisenbahnen und Post, Wasserstraßen, alles, was dem Verkehr dient, wird im einheitlichen deutschen Wirtschaftsgebiet vom Reich geleitet und zum allgemeinen Besten verwaltet. Niemand außer Kriegsgewinnem und Kapitalisten hat Anlaß, die Entwicklung der Sozialdemokratie zu hemmen. Das Siedlungsgesetz wird Raum und Betätigungsfeld für Hunderttausende neu zu schaffende landwirtschaftliche Kleinbetriebe eröffnen. Kleinbauern und Landarbeiter werden in der Verfassung geschützt gegen die Großgrundbesitzer. Im Wahlkampf des verpflossenen Jahres hat die Sozialdemokratie infolge des unseligen Bruderkrieges in der Arbeiterbewegung die Mehrheit in der Nationalversammlung nicht erreicht. Sie mußte sich daher auf die allerdringend st en Arbeiten beschränken, um die junge Republik zu festigen und den Wiederaufstieg Deutschlands vorzubereiten nach dem beispiellosen Sturz, den unser Volk durch die Schuld der Monarchie und der deutschnationalen Gewalt- Politik erlitten hatte. Ihre Mühe war nicht ohne Erfolg. Das wirtschaftliche Leben begann sich wieder zu regen; die Arbeitsfreudigkeit wuchs. Das Ausland gewann wieder Vertrauen zu uns. Anwiderstehlich schien sich eine Bewegung durchzusetzen, deren Ziel es war, den Friedensvertrag von Versailles zu revidieren. Der wahnwitzige Gewaltvorstoß üer Reaktion hat diese Früchte mühsamer Arbeit in wenigen Tagen fast völlig vernichtet. Als die Schandtat geschehen war, rief die deutsche Sozialdemokratie das bettogene und überrumpelte Volk zum Gebrauch der einzigen Waffe, die ihm noch geblieben war: zum General st reik. Mit einer gewaltigen Anstrengung hat das Volk der Arbeit in wenigen Tagen das Verbrechen erwürgt. Einig und geschlossen stand das arbeitende Volk, Kopf- und Handarbeiter, zu- sammen. Es gab nur noch eine Richtung: die gegen den gemeinsamen Feind. Es gab nur noch eine Losung: üie Republik! Wähler und Wählerinnen! Die Republik, das seid Ihr selbst, Ihr, das Volk, das in tausend Werkstätten und Fabriken, am Schreibtisch und Pflugschar die Hände regt! Die Republik ist der Boden, auf dem Ihr Euren Sieg erfechten werdet über die Mächte einer versinkenden Vergangenheit: Militarismus und Kapitalismus. Nicht putsch, sondern Demokratie! Nicht Gewalt, sondern freies Ringen der Geister! Nicht abwärts in Ehaos, Anarchie und örudermord, sondern aufwärts zu neuer Ordnung, Freiheit und Wohlfahrt! Hjlfe den wirtschaftlich Schwachen; Schutz den Opfern des Krieges; Herrschaft der schaffenden Arbeit, der geistigen und körperlichen in werktätiger Verbindung! Vorwärts durch Demokratie zum Sozialismus! And fort mit allem, was sich uns entgegenstellt! fluf in den Wahlkampf! Soch üie Sozialdemokratie! Der vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Gstern der Hoffnung. Von Eduard Bernstein. können wir auch nicht von fröhlichen Ostern sprechen. wo so chiel Not und Elend herrscht und der Gewaltstreich der Militärkamarilla mit. seinen Folgen von brutalen Erschießun- gen so viele Familien in Trauer versetzt hat, so darf die So- zialdemokratie doch diesmal das Osterfest mit dem erhebenden Bewußtsein feiern, daß wir einen guten Schritt vorwärts ge- kommen sind in der Befestigung und dem Ausbau der deutschen Republik. Der materielle Schaden, den der Ueberfall vom 13. März dem deutschen Wirtschaftsleben zugefügt hat, ist ein unge- heurer, läßt sich sogar in seiner ganzen Größe überhaupt poch nicht ermessen. Die Lüttwitze und ihre Miwerschwore» nen suchen die Verantwortung dafür damit von sich abzu- wälzen, daß sie sagen, sie hätten ja das Wirtschaftsleben in keiner Weise belästigen, sondern ihm im Gegenteil größere Sicherheit schaffen wollen. Schuld seien im Gegenteil die- jenigen, die den ganz unnötigen Generalstreik proklamiert haben. Aber das ist die Argumentierungsweise des Ein- h r e che r s, der die Schuld dafür, daß sein Einbruch zu Blut- vergießen führte, auf die Bewohner des Hauses schiebt, in das er eingebrochen war. Der Generalstreik war so sehr die natürliche Antwort der Arbeiterschaft auf den Gewalt- st reich der Generäle, daß er sich eingestellt hätte, auch wenn von keiner Zentralstelle aus ein Aufruf zu ihm ergan- gen wäre. Nichts beweist dies schlagender als die Tatsache, daß an sehr vielen Orten die Arbeiter sofort beim Eintreffen der Kunde von dem Gewaltstreich die Arbeit niedergelegt haben, ohne daß irgend ein Aufruf sie erreicht hatte. Es würde in der Tat von einer gründlichen Unkenntnis der Seele des deutschen Arbeiters zeugen, wenn irgend je- mand von den Staatsstreichlern im Ernst sich eingebildet hätte, dieser werde den Staatsstreich passiv hinnehmen und beschaulich abwarten, was sich nun aus ihm entwickeln werde. Aus solchem dürren Holz ist die Masse der deutschen Arbeiter nun glücklicherweise doch nicht geschnitzt. Das weiß man nach- gerade allgemein, und wußten sicherlich auch die um Lüttwitz. Nein, sie mußten vorbereitet sein und waren auch vorbe- reitet, daß sie bei den Arbeitern auf Widerstand stoßen wür- den. Worauf sie nicht vorbereitet waren und was sie daher wirklich überrascht hat, das war die ungeheure Einmütigkeit und blitzartige Ausbreitung dieses Widerstandes. Streiks, Unruhen, Aufstände hätte der Streich auf jeden Füll hervorgerufen und sie hätten auf das Gejchäftsleben ge- nau so störend zurückgewirkt als wie der Generalstreik. Iq, rierten Vourbonenherrschaft und des BourgeoiskonigtumS die Krieg« deS ersten Napoleon in romantischem Lichte erscheinen, für die Deutschen von 192t>, vor allem für die deutschen Arbeiter, gibt es in bezug auf den Krieg keine Ro- mantik mehr. Im Gegenteil/gerade die militaristische Seite des Unternehmens reizte die Arbeiter zur schärfsten Gegnerschaft. Sie mar es, die� Unabhängige und Mehrheitler zusammenführte, die dann auch die Kommunisten bewog, sich jenen anzuschließen. Im Militarismus erblicken sie alle den gröheren Feind, und darum fanden sie sich im Kampf gegen ihn zusammen. Hätte es einen Sinn, nachträglich über die Beweggründe zu rechten? Es genügt, sie festzustellen, und im übrigen uns zu freuen, daß überhaupt gemeinsam gekämpft wurde. Denn nur durch den gemeinsam geführten Kampf konnte es erreicht werden, daß die Arbeiterschaft mit gesteigertain politischen Einfluß aus ihm hervorgegangen ist. Im Angesicht der furchtbaren sachlichen Schwierigkeiten, mit denen die deutsche Republik zu kämpfen hat, gleichviel, von welcher Partei oder Klasse sie geführt wird, wollen wir einen politischen Erfolg nicht überschätzen. Aber wir brauchen ihn auch nicht uns selbst wegzudisputieren. DieTagevom13. bislS. März192l1bild«n das z we i� e große Datum der gegenwärtigen deutschen Revolution. Was wir am 9. November l9l8 als reif« Frucht pflück- ten, in diesen Märztogen 1929 ist es erkämpft worden. Uno an der Spitze der Sieger steht die sozialistifche deutsche Ar- beiterschaft. Das in der Nacht vom 19. zum 2V. März vereinbarte und unterzeichnete Programm der neun Forderungen legt di: Tatsache dokumentarisch fest. Mag der eine oder andere an ihnen tm einzelnen herumdeuten. Der Wert des Ganzen als Wegweiser der Richtung der Politik der Republik wird da- durch nicht verkümmert. Daß die Republik erkämpft und daß dies Programm er- zielt wurde, das sind Erfolge, auf welche die dzutsche Arbeiterschaft, die deutsche Sozialdemokratie am Osterfest mit Genugtuung zurückblicken, an denen sie sich geistig erheben kann. Und als zweites dazu feiern wir die vollzogene A n- Näherung der sozialdemokratischen Parteien. Wir wollen auch sie nicht überschätzen. Sehen wir doch an der Weige- rung der Unabhängigen, in die Koalitionsregierung einzutreten, die politische Notwendigkeit der Koalition für die ge- sunde Entwicklung der Republik zu begreifen, welche beben:- same grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten noch zwischen den beiden Fraktionen der Sozialdemokraten obwalten. Aber man ist sich näher gekommen. Man blickt nicht initdenAugendesTodfeindes aufeinander. Mai« hat angefangen, sich für bestimmte Zwecke zu»erständigen. Das ist schon ein großer Fortschritt. Das ist eine Errungen- schaft dieses Kampfes, die zu den besten Hoffnungen für die vor uns liegenden Kämpfe berechtigt.� Denn große Kämpfe liegen noch vor uns. Wir haben einen großen. Sieg er- kämpft, aber wir haben noch nicht den Sieg errungen. Un- sere Gegner verfügen noch über große Trümpfe. Unter- schätzen wir ihre Macht nicht! Unterschätzen wir nicht, waS es heißt, einen so großen Teil der akademischen Oben'chicht der Nation gegen sich zu haben, wie es tatsächlich der Fall ist. Unterschätzen wir auch nicht die in den Dingen liegenden Schwierigkeiten, mit denen wir zu kämpfen haben! Sie sind viel größer, als die meisten unter uns es sich vorstellen. Ge- waltige Aufgaben gilt es zu lösen. Sie sind unmöglich zu lösen, wenn die Sozialdemokratie in zwei feindliche Lager getrennt sich gegenübersteht, die eine Fraktion das zu der- eiteln, zu vernichten sucht, was die andere zu schaffen sich he- müht. Sie werden aber lösbar in dem Maße, als die feind- lichen Brüder sich nähertreten, sich verstehen lernen und ihre Aufgabe darin sehen, wenn sie nicht zu gemeinsamer politi- scher Arbeit sich vereinigen� können, so wenigstens einander zu ergänzen. Als drittes, dessen wir uns am Ostern 1929 freuen dür- fen, ist zu nennen die große politische Klärung, welche der Handstreich der Kapp-Lllftwitze zur Folge gehabt hat. Sie ist so hoch einzuschätzen, daß man fast sagen kann, sie wiegt den materiellen Verlust auf, den der verbrecherische Streich der deutschen Volkswirtschaft verursacht hat. Tie Herren waren in der Tat diesmal ein Teil von jener Kraft, die stet- das Böse will, und stets das Gute schafft. Weiten Kreisen des Volkes sind die Augen geöffnet. Sie sind sich dessen bewußt geworden, daß die demokra- Nsche Republik keine gleichgültige Sache ist. Sie haben sie schätzen und werten gelernt. Sie wissen nun. besser zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Sie wissen nun, was sie gegebenenfalls zu gewärtigen haben. Da- von kann das politische Leben nur gewinnen. Das Schlimme für die große Volksmasse ist die allgemeine Verschwommen- heit des Denkens und Urteilens. WaS sie braucht, ist klares Schauen. Und das ist auf politischem Gebiet ermöglicht wor- den durch die Lüttwitz-Kapp und ihren Handstreich, wie durch die Brutalitäten der mit ihnen haltenden Militärs. Sie haben die Luft geklärt von dem Dunst, der sich vorher ange- sammelt hatte. Gehoben durch das Bewußtsein, einen großen Kamvf siegreich bestanden zu haben, gestärkt durch das sichere Ge- fühl, daß neue Kämpfe sie mit ihren Klassengenossen über die Grenzen der Partei hinweg vereint finden werden so sieht die sozialistische Arbeiterschaft in klarer politifchdr Atmo- sphäre getrosten Mutes der Zukunft entgegen. �Das Oster- fest 1929 ist für sie ein Fest freudigen Hoffens. Kopenhagen für ö!e Republik. Kopen Z.April. Wgener Drobiberilbt des..Bor- lvörlS'.) Die Stadtvrrtrrlunz hat heute nachmittag eine Entschließung gegen den Putsch deS Königs angenommen und sie ihm ins Schloß gebracht. Etwa 59 999 Menschen begleiteten den Gcmeinderat auf diesem Wege. Auf daS Verlangen der Stadtvcrtretung nach Er- nenlmng eines verfassungsmäßige» Ministeriums ans der Mehrheit der BoltSscrtrrtung erwiderte Friedrich Christiau VHl., man möge dieses Verlange» f p S t e r nochmals stellen! Zur Stunde sind die FraktionSvorsibcnde» deS Follethings bei dem König. Man glaubt, daß er die Ernennung eines neuen Kabinetts zugestehen wird. Etwa 190 900 Menschen stehe» auf dem Schloßplatz, fingcu die„Jnler. nationale' und bringen Hochrufe auf die NepnbliI au«. Jnde« Proviuzstädten ruht die Arbeit. In der Haupt- stadt find heute früh nur die linksstehenden Blätter erschienen, die anderen wollen mit Hilfe höherer Druckereiangestrlltrn die Herausgabe einer gemeinsamen Strrikzeitung versuchen. Wenn der König nicht nachgibt, setzt am Dienstag der General. streik in»olle« Umfang ein. Die Funktionäre der Eisenbahnen, der Post, des Telcgravhe» und der Gcmeindebetrirbr fassen Montag mitternachts Beschluß,«b die Parole auszugeben ist. Es wirb ein Generalstreik von einer seltenen Vollkommenheit. An allen Ecken und Enden finden republikanische Versammlungen statt. Dabei geht alles in voller Ruhe vor fich und eS gibt keinerlei Konflikte mit der Polizei._ 9b 000 Ausweisungen aus Elsaß-Lothringen Dem.Elsässer� wird aus Paris geschrieben, daß 2000 neue Ausweisungen von Deutschen aus Elsaß bevorständen, um für Frau- zosen aus dem Departement Meuse, die in ihrer Heimat keine Wob- nung mehr finden, Platz zu schaffen.— Nach einer deutschen Slanslik sind bis zum 1. Januar d. I. insgesamt 96999 Deutsche aus Eisatz- Lothringen ausgewiesen worden. nocki viel störender, denk! sie hätten sich, wenn sie unabhängig voneinander blieben, um so länger hingezogen und so die Unsicherheit noch bedeutend verlängert. Das konnte sich jeder leidlich Urteilsfähige sagen und ist auch vor Monaten schon gesagt und geschrieben worden, daß jeder Versuch gewaltsamer Reaktion in Teutschland Anarchie mit sich brinaen werde. Eine in Jahrzehnten zum Bewußtsein ihres politischen Berufs erzogene Arbeiterschaft wird sich nicht ohne Widerstand unter die Säbelherrschaft bringen und durch süßklingende Beteue- rangen über die wahren Zwecke einer versuchten Militärherr- schaft irreführen lassen. Bei alledem war die Raschheit, mit der die Arbeiterschaft und— das sei zugegeben— auch ein erheblicher� Teil der demokratisch gesinnten sonstigen Bevölkerung die Gefahr er- kannte und sich zum sofortigen Widerstand geistig zusammen- fand, etwas Großartiges und konnte in dieser Allseitigkeit auch Leute überraschen, die gewohnt waren, Vertrauen in den demokratischen Sinn der arbeitenden Klassen zu setzen. Es hatte ja eine große politische Verdrossen- b e i t um sich gegriffen. Alle Welt war unzufrieden, und die Gewohnheit war eingerissen, die Republik für alle möglichen Uebel verantwortlich zu machen, und wenig war geschahen, dieser Stimmung und Gepflogenheit wirksam entgegen zu arbeiten. So wenig sich die gegenwärtige deutsche Nationalversammlung mit dem überwiegend ans Bauern und Land- junkern zusammengesetzten Parlament vergleichen läßt, das 1851 in Frankreich die Nation vertrat, so griff im großen Pu- blikuin ihr gegenüber doch eine Stimmung um sich, die jener erschreckend ähnlich war, welche in Frankreich den Staats- st reich Louis Bonapartes möglich machte. Die Erzbergerschen Steuergesetze hatten ihr unzählige Gegner ge- schaffen, den Junkern war sie in der Seele verhaßt, in der Welt der akademischen Berufe war es allgemeine Mode, über sie und die Regierung der Republik zu spotten, und von der anderen Seite her, von Unabhängigen und Kommunisten, wurde sie den Arbeitern in einer Weise geschildert, die zum mindesten bei ihnen jene Gleichgültigkeit in bezug auf Re- publik und Nationalversammlung erzeugen mußte, wie die Mehrheit der Pariser Arbeiter sie an den Tag legten, als cnn 2. Dezember 1851 Bonaparte die Kammer gewaltsam auflöste und die Oppositionsmänner in Polizeiwagen nach dem Ge- fängnis Mazas führen ließ. Offenbar hatten die Kapp-Liittwitze darauf gerechnet, daß sich bei uns die Dinge ähnlich abspielen würden. Viele ibrer Vorbereitungen gleichen auf ein Haar jenen, welche die iünter Louis Bonaparte stehenden Generäle und politischen Abenteurer am Vorabend des Staatsstreichs getroffen hatten. Tic Geschichte des Staatsstreichs von 1851 ist in diesen Krei- sen besser bekannt als zumeist bei unS im Volke, und sie bietet sa soviel der Parallelen mit Vorgängen bei uns. Wir haben freilich keine Junischlacht gehabt, aber darum konnte doch selbst ihr Held Eavaignac bei den Pariser Arbeitern jener Tage nicht verhaßter sein, als es jetzt Gustav Noske lei- der bei einem großen Teil der Berliner Arbeiter war. Und war von Arbeitern, die nur die„Freiheit" oder die„Note Fahne" lesen, zu erwarten, daß sie sich irgendwelche Opfer auf- erlegen würden, die demokratische Republik zu retten? Indes die Geschichte wiederholt sich nie unter ganz glei- che« Verhältnissen, und den Parallelen stehen gewaltige Un- terfchieds gegenüber, welche die Nährväter des Kapp-Lütt- witz-Unternhmens übersehen haben. Louis Bonaparte hatte die von der Romantik verklärte napoleonische Legende für sich. WaS konnten sie dagegen der Einbildungskraft des Volkes darbieten? Etwa die Legend« des Helden in A m e r o n- gen? Sie wagten�es nicht, auch nur indirekt auf ihn anzu- spielen. Und was das schlimmste wa», was ihrem Unternehmen den Hals brach, ist, daß sie mit einem gründlich kriegs- satten Volk zu tun hatten, einem Volk, das in allem, was nach Militarismus aussieht, seinen schlimmsten Feind erblickt. Den Franzosen von 1851 mochten nach den Jahren der restau- Gstern. Von Victor Engelhardt. Osterfest! Ter strenggläubige Christ erlebt die Auserstehung deS Heilands. Erlebt sie lief und innerlich— und die Ostertage bringen ihm Weihestunden, so schön wie sonst keine im Jahr. Sollen denen, die draußen stehen, die an den MhthoS nicht mehr glauben, nicht mehr glauben können, die Osterlage kalt und inhalt- loS verstictzcn? Nein I Ter Mythos ist auch für sie lebendig, denn der Mythos vom Heiland ist der Mythos von der Auferstehung der Natur. Ick habe einst einen alten Mann gekannt— ein öfter« reichischer Dichter hat von ihm erzählt— der lebte hoch in den Bergen auf einsamem Hof. Er lebte der Natur— dem Walde«- rauschen— dem Bergwindiausen— so nachbarlich nahe, datz er nicht mehr in die engen Täler mit ihren dumpfen Kirchen steigen konnte. Er hat Ostern gefeiert— auf seine Weise— und von ihm habe ich gelernt Ostern zn feiern. Er griff am heiligen Sonntag zu dem tiefsten Buch, welches die Deutschen kennen, und las: .Vom Eise beireit sind Strom und Backe Durich des Frühlings holden belebenden Blick, Um Tale grünet Hoffnungsglück, Der alte Winter in seiner Schwäche, Zog sich in rauhe Berge zurück. Von dorther sendet er fliehend nur Ohnmächtige Schauer körnigen EiseS In streifen über die grünende Flur." So erlebte Tr. Faust den Ostertag; er, der Zweifler und Denker, der noch am Morgen, als mit tiefem Sunimen und mit hellem Ton die ersten Osterglocken klangen, trauernd sprach:.Die Boisckafr hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube." So hat er das Osterfest erlebt— wenn- wir seine Worte in den stillen Stunden dieser Tage» lesen, dann nehmen sie uns ganz gefangen. Und wir haben noch niemals in der Welt des Doktor Faust ge- weilt, nun müssen wir sie durchwandern— bis ans Ende. Ich wünsche jedem, der mich'hört und der mir glaubt, Glück zu solcher Wanderschaft. Er sürchte das Gestrüpp nicht, das auch hier am Wege steht, er halte die Augen gut offen und blicke auf» Große, in» Ferne und Weite, dann wird un« klar: Das Leben de« Doktor Faust, welches an jenem Ostertag anhebt, e» ist Weg und Ausstieg von Menschen und Menschheit. In den Niederungen barbarischer Sinnlichkeit liegt der Anfangs Ans ihnen steigt Faust empor zu den Höhen der Kunst und findet vorübergehendes Glück. Aber auch hier gibt«s tein Verweilen, denn tatenlose« Genietzen, sei es auch noch so edel und noch so rein, ist ungerecht. ES mutz erkauft wer- den, wie die Kultur der Griechen, durch Leid und Arbeit von hunderttausend Sklaven. So erkennt der Greis am Ende: .Das ist der Weisheit letzter Schluß: Nur der verdient fich Freiheit wie da« Leben, Der täglich sie erobern muß." Faust hat einen sozialen Staat geschaffen, einen sozialen Staat in deS Wortes tiefstem Sinn. Einen Staat der Arbeit. Dies ist die Erfüllung jener ersten unklare» Hoffnung, die am heiligen Sonntag seinen Busen geichwellt die wahre Auferstehung der Welt. Und so können auch wir den Ostertag erleben— so innerlich und schön, wie der strenggläubige Christ— nein tiefer noch und schöner— weil uns die Zukunft gehört und ihm nur die Ber- gangenheit. So hat auch der Mann wohl das Osterfest erlebt, dem die soziale Sache zur innersten Religion geworden ist— Joseph Dietzgen— der einst wie ein Evangelium verkündet hat: »Arbeit heißt der Heiland der neuen Zeit." Hoffen wir, glauben wir, vertrauen wir. datz nach den letzten Wlnterstürmen dies Fest zum wahren Osterfest werde-- zum Auf- erstehungsfest der Arbeit. Deutsches Theater:„Dame Kobold". Sin fröhliches Spiel der Jirtrigen: Verliebtheit, geheime Türen, Duelle, Tiradcn der Per- zückung und Hymnen aus Ehve und Frauenschonheit. Dazwischen Harlekin, der nicht ein dummer Narr, sondern ein sehr pfiffiges gescheutes Kerlchen ist. Calderon de la Barca hat dieses Lustspiel erfunden, Hugo o. HofmannSthal hat es in ei» Deutsch übertraaen, das nach dem heißen Alem des Spaniers etwas kurzatmig fringt, und dock» wurden drei recht muntere Akte gerettet. Bei einer südlichen Musik gehen die Liebesdiirge auf der Bühne sehr stürmisch vorwärts. Die junge Witwe, die noch nicht abdanken mag, daS Jung. ftäulein, das heimlich dem schmachtenden Ritter nachsehnt, das Zöflein, das sein blinkendes Auge auf den munteren und gescheuten Lakaien wirft, sie alle kommen zu ihrem Rechte. Ein Koboldspuk wird aufgeführt und entlarvt. Nicht die Teufel regieren diese Liebes- weit, sondern eine versteckte Schiebetür. Und nachdem das Rätsel dieser geheimnisvollen Pforte entdeckt ist, finden sich schleunigst die drei nach der Ehekammer sehnenden Pärchen zusammen. Max Reinhardt hat diesem Spiel Frühlingslicht und Frühlings- bewegtheit gegeben. Die Schauspieler parodierten häusig. wo der Spanier eigentlich an eine sehr pathetische Beredsamkeit gedacht hatte. Vorzüglich belustigten die Damen: Frau HeimS als an- mutige, noch immer begehrliche und begehrte Witwe, Fräulein Christi ans, schön, beinah heilig und entzückend. Fräu'ein Tolle wisperte in einer lächelnden Sprache, sie wiegte und huschte mit Zofensprüngen von süß gewiimeuder Rührigkeit. Herr Hart- mann war in diesem Lustspiel der Liebestiraden ein vollkommener Sprecher. Herrn Thimig fiel der größte Erfolg des Abends zu. Er war der Clown, ein wirklich braver Clown, ein beinah gescheiter Clown. Ihm liegt die Ausgelassenheit, der ein Schutz� von Ge- danken und Gefühl nicht versagt bleibt, im Blute. Er ist Clown und doch Mensch. m. b. Lustspielhau«:.LwangSriuquartlerung" Der deutsche Schwan! scheint durch die Ereignisse der letzten Jahre nicht„gelitten" zu haben. Er wird immer noch gemacht für die dramatischen Be- dürmisse der Leser der„Fliegenden", Was ist denn schließlich auch dabei, daß alte Welten in Trümmer geben und sich ans Elend und Treck ein Neue« in schweren Wehen losringl.„Das Publirum" will lachen über das, worüber es angeblich immer gelacht hat: Kompromittierende Verwechselungen, ein rasches Durcheinander von gehemmten und beförderten Backfischheiraten, alten OnlelS, die geprellt werden und schließlich gute Miene dazu machen. Die Hauptsache ist, daß geheiratet wird— und dos lassen die Veran- stalter der Zwangseinquartierung gründlich besorgen. kWieviel Prozent zahlt der„Verein zur Vermehrung der Deutschheit?) Aber neben dem guten Alten haben sie als Konjunkturbenutzer auch für die Neuheiten der Saison gesorgt. Was sonst das Hotel als dramatisches Vermittlungsbursou ist, vertritt hier die Zwangs- einquartierung. Das allmächtige Wohnungsamt bringt alle die Leutchen zusammen, dirigiert von dem ehestiftenden Degernenlen, der alles am Bändel hat. Hier haben die Autoren allerlei hübs he Einfälle verwertet und nicht übel die persönliche Willkür(die dabei vorkommen soll) nach Ser komischen Seite spielen lassen.— Arnold Rieck ist das Opfer dieser Einrichtung: der alte Junggeselle mit trockenem Humor und gutem Herzen— der netteste und ulkigste aller Onkels. Das heiratende Volk wird sauber gespielt: Maria Serenhi hat das Temperament und LiSl Kehm die Schwärmerei. Der Ccknverstenöter ist Richard Ludwig. Famos die Typen. Jr- gend einer sagt: ist das reinst« Kino.(Ich hab's nicht gesagt.) — r. Ein Bund„Neue Hochschule" wurde auf einer von Studenten und Dozenten deutscher Universitäten besuchten Tagung in Berlin gegründet. Der Bund erstrebt den Zusammenschluß der Dozenten und Studenten aller Hochschulen sowie aller anderen sich für die Fortentwicklung dieser Anstalten einsetzenden Persönlichkeiten. Der TatzungZcntwurf sagt u. a.:„Es muß aus Umstellung-des Geistes wie aus Linderung der Einrichtungen der Hochschulen in ovgo» ni schein Zusammenhang mit der Reforin aller Schulen hingewirkt werden." Erstrebt wird Zulassung zum Studium für alle, die ihre geistige Reife nachweisen könuen, ganz gleich� aus welchem Wege sie diese erworben haben. Viktor Blütkgcn ist am Freitag in Berlin im 77. Lebensjahre gestorben. Durch seine Reime in Bilderbüchern und Jugenherzäh- ttrngen hat er sich bej der jungen Welt weithin bekannt gemacht. Auch Märchen, Novellen und Romane hat er geschaffen.» Der.Historiker Paul Fredcricq von der Hochschulle in Gent, der von der deutschen Regierung während der Okkupation nach Deutsch- land deportiert worden war, ist im Aller von 70 Jahren:u Gent plötzlich verstorben In ibm verliert Belgien seinen bedeutendsten Historiker.— Tie Art. wie sein« von der deutschen Regierung geheim qebaltene Festnahme mittels eines zwischen Archivaren geführten Briofwecb'els über angebliche lateinische Zitate aus alten Urkunden nach Holland gemeldet wurde, gehört zu den ergötzlichsten Irre- führungcn der deutschen Zensur. ttn dem Nachmlt-agSkonzert der NiedersSchfischen Mufikver. einiauna im Blüihnersaal am Montan kommen u. a.»Die Kreuzer- scnate- von Beethoven..Das Hortittio- von»rahm» und Lieder von Zpohr mit Klarinette zum Vortrag. äuj Botanischen«arten und Museum werden volkstümliche Von, träge und Fübrungen auch w diesem Sommer nachmittag» von y,« bis 7 lrfir oder von 8—7 Nbr veraii'taltek werden. Programm und Eintritts- karten im Bureau des Botanischen Museums, Dahlem, wochentags von Sst,— 1 Uhr, auch durch die Post. Nr. 174� 57. Jahrgang 1. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 4. Gsterglanz. Von Hans Gathmann. llnter den Q»sten des Alltags begraben, krümmt sich unser Wesen oft schmerzlich und weint. Keine Freude lächelt, das Hoffen ist bitter verneint, weil wir uns selber verloren haben. Aber es gibt Auferstehungstage, sonnige, wo das Herz sich zur Höhe reiht, über den Leiden, der Not, der schmerzhaften Plage waltet dann brüderlich gütiger Geist. Dielleicht auf der Großstadt menschenwimmelnder Straße reckt einer das Haupt empor und spricht, aus seinem gütigen Herzen bricht über die horchende Masse ein Strom von Liebe und Licht. va glüht auf feierlich tatbereiten Gesichtern, zukunstsbereiten, ein traumhafter Glanz, Glieder dehnen sich herrlich, und wie von tausend Lichtern dos Himmels schwebt über der Menge Osterglanz. Aber, wenn nur in eine einsame, arme Stunde eines Menschen ein liebreiches Wort eines andern fällt, aufersteht mit dem Wort aus Brudermunde ihm eine neue, hoffnungsverklärte Welt. Wenn nur vor einer verhärmten Mutter Mühseligkeiten aufblüht ihres Kindes Spiel und unschuldiger Tanz, werden sich ihre müden Augen weiten und einen Glanz tragen— Osterglanz. Wenn nur einer, der sich verlassen glaubte, plöhlich die Hände hi! reicher Kraft für fein gescheiteres Wesen spürt, wird sein Leben zu einer glücklichen Wende, zu einem glückhasten Ostertage geführt. Menschen säen einander Schmerz und Freude. Ich lebe in dir, mein Bruder, innig und ganz, auserstehe in dir und trage mit deinem Glück oder Leide in die fühlende Welt den Schmerz oder Ostertags Feierglanz. Raffael. Zu seinem 400. Todestage. 6 April. Von Dr. Paul Landau. ..Raffael als Weltmacht"— so überschrieb Hermann Grimm seinen letzten Versuch, sich mit der Gestalt des Meisters, den er neben Goethe am meisten geliebt, auseinanderzusetzen, und mitten aus diesen Gedanken, die die einzigartige Schönheitsmacht der Kunst feierten, wurde er vom Tode abbcrulen. Nicht als ein« be- sondere Persönlichkeit, nicbt als einen Maler schlechthin Ivollte Grimm Raffael und sein Werk aufgefaht wisien. sondern als ein Srnnbild der Mensch gewordenen Sebönheit überhaupt, als ein« durch die Jahrhundert« wirkende unvergängliche Weltmacht der Kunst.„In RaifaelS besonderen Schicksalen ist eigentlich nur daS eine von Wichtigkeit: daß er vor. seinem 40. Jahre schon starb, und daß er bezaubernd in seinen Werken ist." Er lebt heute in einem reineren Licht, als da sein irdisch Teil dahinschied.Raffael ist zu einem der Elemente geworden, auf denen die höhere Bildung de? menschlichen Geistes beruht. Wir müsien ilnn nähertreten, weil wir seiner zu unserm Wohlsein bedürfen." Als ein Bürger der Menschheit lebt er zeitlos fort, als eine Sonne am Himmel der Kunst, deren fcbier unbegreiflich hohe Werk« herrlich sind wie am ersten Tage. Es ist gleichgültig, ob er als Maler schuf oder als Baumeister. Auf die Besonderheit seines erdgebundenen technischen Könnens kommt eS nicht an. Der Geist, der aus diesen Gestal- tunaen strahlt. daS wundersam« Leuchten, das seine Geschöpf« umilimmert, daS ganze Weltbild, das aus seinem Wesen geboren — sie stellen ihn in die Reihe der größten SchönhestSspender. die eS i« gegeben, neben Homer, Dante, Shakespeare und Goethe. Deshalb mochte Grimm Raffael am liebsten einen„Dichter" nevnen. weil auch er, wie die großen Poeten, die Welt, die ihm vertraut war, noch einmal aufgebaut bat. Durck sein Werk ist di« Welt lichter und froher, sind die Menschen schöner und besser geworden. Er ist ein unfaßbares Gnadengeschenk der Natur, wie das Goethe zu Eckermann aussprach:„Ich kann mich dcs'Gedan- kens nicht erwehren, daß die Dämonen, um di« Menschheit zu necken, mitunter einzelne Figuren hinstellen, die so anlockend sind. daß seder nach ihnen strebt, und so groß, daß niemand sie erreicht. So stellten sie den Raffael hin. bei dem Denken und Tun gleich vollkommen war; einzelne treffliche Nachkommen haben sich ihm ftchmbert, aber erreicht bat ihn niemand. So stellten sie den Mozart h'n als etwas Unerreichbares in der Musik. Und so in der Poesie Shakesveare. Ich meine nur das Naturell, das große Angeborene der Natur." Als solch ein selmer(Jleist aus dem Himmelreich der Schön- beit wird Raffaels Lichtaestalt weiter durch die Jahrhundert« schweben, am ehesten vergleichbar mit einigen andern vom Glanz der Juaend und Lieb« verklärten Schöviern barmonischer Anmut, mit PranteleS und Mozart. Als Weltmacht offenbart er sich nicht durch diesen unzerstörbaren Gebalt seine? Schaffens, sondern auch dadurch, daß in ibm der Ausdruck einer ganzen großen Kulturepoche, der.�ochrena'ssance, am reinsten und reichsten der- körpert ist. Die Verschmelzung des christlichen und de? antiken Ideals, d'e diese Ze't erstrebt, ist in seinen Werken zur Wirklich» keit geworden, und stel? wird man in ibm den malerischen Höhe- Punkt der italienischen Kunstcntwicklung verebr'n, wie in Phidias d'e reifste Frucht des antiken vWtifchcn Gestaltens in Mo, zart die Vollendung der Musik de? 18. Jahrhunderts. Raffael gleicht einem sener�maiestätischen, Fruchtbark-'it und Segen weithin verbreiten- den ströme, in den sich die Gewässer von allen Seiten ergießen, um ihm Breite. Fülle Klarheit zuzuführen. In ihm sammeln sich wie in einem Brennvunkt alle Tendenzen der italienA»ei, Malerei. die umbrische und bolognesische Art der Perugino und Francis, die rlorentinifche der Malaccio und Fra Bartolommeo; van Leonardo mante und Peruzzi. Und dies« Anpaffungssähigkest, diese geniale Schmiegsamkeit, die sich mit höchster Schöpferkraft und starker l Eigenart vereinigen, sie. erklären die sonst unbegreifliche Fülle seines Schaffens, machen seine Kunst zum Inbegriff alle? Wim- > dcrvollen, was der italieiiische VolkSgeist hervorgebracht, und lassen »so auch die ungeheure Volkstümlichkeit begreifen, die er, wie kein anderer Künstler vor ihm und nach ihm, errungen. Freilich hängt damit auch das Feminine und Weiche zusammen, das seinem Wesen ausgeprägt ist. Als bei der Auffindung seines Schädel? vor nicht allzu langer Zeit Anthropologen seine Kopsbildung untersuchten, wurden sie an die einer Frau erinnert, und wirklich, seiner Kunst ist eine gewisse Sanftbeit und Zartheit eigen, eine Süße und Reife, wie sie der Ausgleich aller Seelenkräfte verleiht, etwas Ueberrrdisch-VerklärteS und Paradresischcs, fast„zu schon" für uns ringende Erdenkinder. Dieses„schlechthin Bollkömmene" der Rassaclschen Kunst, daS sie zur Schwärmerei mancher Epochen gemacht hat, Hit ihr auch die scharfe Verurteilung anders gearteter Zeiten eingetrogen. Wer titanenhaftes Ringen, dämonischen Tiessinn, wuchtige Schwere von der Kunst verlangt, wird die gleichsam„auS dem Nichts geborene". in Glanz und Heiterkeit strahlende Schönheft Raffaels nicht für das Höchste halten. Scbon zu seinen Lebzeiten hielt man Leo- nardo und Michelangelo für größere Künstler, und Vasari. der ihn in_ber zweiten Auflage seiner Lebensbeschreibungen mit einer ge- wissen Absichtlicbkeit als„Halbgott" gegen Michelangelo ausspielte, hat ihn in so überschwänglicher Weise gefeiert, daß er bald wieder Widerspruch hervorrief. Nur tn Frankreich erwuchsen ihm Ver- ehrer und Nachahmer, und zu Anfang des 18. Jahrhunderts, als der milder« Geist des Rokoko in die Weltkunst einzieht, da erwacht wieder die Liebe der Italiener ffir ihn. In Italien haben MeugS und Winckelmann in ibm den„Meister der Meister" kennen ge- lernt, und die Raffael-Schwärmerei. die sich nun in Dentsöbland entwickelte, war eigentlich nur von der Verehrung eines Original- Werkes, der Sixtinischen Madonna in Dresden, getragen. Diese Verehrung erbt Goethe bereit? von seinem Pater: er macht sie zu einem Teil seiner selbst durch die italienisch« Reise, aus der er neben der Antike am eingehendsten Raffael studiert hat. von ihm am tiefsten beeinflußt ist. AI? den»ersten Maler der Welt" pro- klamieren ihn die Künstler der napoleonischen Zeit, die Dav-'d und Ingres, und die. Romantiker entdecken auf den Spuren Wacken- roders und TieckS den„göttlichen Jüngling", den Träumer der Rittergeschichten und Minnesänger der Madonnen de? Frühzeit. Im Anschluß an die Romantik hat dann im 19. Jahrhundert die Kunst- geschichte sein Work bis in alle Einzelbeiten erforscht, kritisch be- leuchtet und dabei immer mehr seine Selbständigkeit, seine univer- sal« Größe erkannt. Einzelne Teil« seines Werkes, von denen man vorher kaum ettvas ahnte, treten nun imponierend hervor: seine gewaltige Arbeitsleistung als Arck>stekt, die das Buch ton Gey- müller enthüllte, der hinreißende Reichtum seiner Zeich.'nkunst, der erst jetzt durch die große Veröffentlichung FifchelS erschlossen wird. Als Bildbauer und Kunstgewerbler. als Archäologen und Dichter haben wir diesen wahrhaftigen Rena'ssanccmer.schen kennen ge- lernt. Um so großartiger heben sich au? dieser überwältigenden Fülle seiner so kurzen SchaffenSzeit die ewigen Höhepunkte hervor. Die Träume seiner Jugend gipfeln in den beiden Meister- werken der umbrischen Frühzeit, in der„Krönung der Maria" und vor allem der„Vermählung", diesem höchsten Lobgesanq der Kunst auf die Heilioken der Ebe. Sein« Florentiner Jahre schließen mit der..Grablegung Christi", in der alle? furchtbare Leiden zu reiner Schönheit verklärt wird. Im Vollbesitz harmonischer Gestal- tiingSkraft beginnt der Fünfiindzwanzisäbriae in Rom sein? kurze Reifezeit: er schafft hier in einer unvergleichlichen und unfaßbaren Fruchtbarkeit, umgeben von eine? völlig von ihm abhängenden �chülerschg?. die nnsi erblicken F-'*f?n der„Stanzen", in denen Vergangenheit. Gegenwi�t und Zukunft der Mensckbeit im Lichte de? erhabensten geistigen Zusammenwirkens dargestellt sind: er er- weckt in der..Galathea" und den„Amor und Pfnche"-Bildern die Wunder der Antike so rein wie kein anderer Rackrolger der Griechen: er kröm die kicblicke Schar seiner Maoonnendarstelliingen dnrck die Madonna de IIa Sedia, das Urbild des irdischen Mutter- alsicks, und durch die Sixtina. die Verkörveruna überirdischer Mutierliehe: er schafft in ven Kartons zu den„Teppichen" daS höckste Form ideal der„klassischen" ital'enischcn Kunst und entdeckt in seinem letzten Werk, der„Verflärung Cbristi", Wucht und Rhythmik eines neuen Stils, des Barock. So schließt sich der Ring seiner Entwicklung in einem ganz organischen und harmonischen Aufbau. Seither sind andere Götter neben den„einzigen" getreten: Rmbrandt und Michelangelo Leonard: und VelaSguez. ES kam gegen Ende des Jahrhunderts eine Zeit, in der man reckt gering- fchätzig von ibm svrack Grimm n'inbte für das 400iähriae Er- innerungSfeft an ein« Weltieier. Die politischen Zeitläufte baben den Gedanken einer solchen allgememen Huldigung durch» Ur.d Fritze! Pirrk kam aus dem Spickcrsgang herüber und konnte es ebenso laut: So sind die Sprecmatzens schon immer gewesen,«rech wie Dreck und hochnäsig wie'nc Bohnenstange. Und keine Ahnung von? Gesetz! Immer wie die Hottentotten. Das kommt davon, wenn man mehr in Afrika wie in Deutschland zuhause ist. Nee,:Hc?ns Lunk, laß dir da? nicht gefallen! Was rech! ist, muß recht bleiben! Und dann fingen sie zu dreien an. Einbrecher! Pack! Gesindel! keifte Jann Picter. Diebe! HausfriedenStrecher! lärmte Fritzel Pink. Rumtreiber! Bandit! KindSmördcr! überschlug sich Hans Lunk. Waö? zeterten die beiden andern. Karoline hat schon Eier im Nest gehabt? Unser erste?! klagte Hans Luittf. Kannibale! schrien die beiden andern. Spreematzens.Hannes quälte sich nicht, sin geringsten um die drei Schreier und putzte während des in voller Gemütsruhe an seinem Nest, ärgerlich über die Schluderwirtschaft, die HaNZ Lur über Winter hineingebracht hatte. Als er aber dann hcrvorschlüpf:, von dem glücklich zurückerölerten Nest sein erstes Lied wieder in die stille Pickbalge hinab-zusingen, stürzen die erregten Spatzen kopfüber davon, um von Schneider Weäsirohs HauSgiebel aus ihr Geschimpf von neuem aufzunehmen. Aber Spreematzens Hannes pfeift auf den Lärm und schwirrt ein Paar Minuten später unbc kümmert nach den Wiesen ab. jenseits des Flusses. Er muß dock einmal sehen, ob die Regenwürmer in diesem Jahre auch so sehr gediehen find wie im vorigen. Kaum ist er weg, dringt Hans Lunk von neuem in die Wah- nung ein. So! sagt er. Nun soll' er es bloß noch einmal versuchen! Wir wollen doch sehen, wer Herr im Hause ist? Bravo! schreien die anderen. Guiwillig gehst du nicht wieder heraus, Hans Lunk! Und wenn er vor Wut die Kränke kriegt! wettert der und macht sich noch breiter darin wie vorher. Kuckt doch bloß, wie der Kerl hier gchaust hat. Alles um und um gerissen! Da kommt Karoline eilig zurück. Komm schnell mit. Hau- Lunk, ruft sie eifrig. Es find noch ein paar Wehnungen frei im Viertel. In der Sankt Annengasse ist eine ähnlich wie diese, nur nicht ganz so geräumig, und drüben im Spiekcrsgang können wir uns zur Net am Ende auch noch einrichten,— ein bißchen windig, aber sonst ganz gut. Aber du mußt schnell machen, sonst können wir auswandern. Das wäre noch schöner, schreit Hans Lunk. Ich bleibe, wo ick bin. Und du kommst gefälligst hier hereiß und hilsst den Platz mi: ausfüllen, wenn Spreematzens Hannes wiederkommt. Ich danke, saat Karolincken. Ich bin nicht für Streit, uno wenn du so ein Dickkopf bist, sich zu, wie du fertig wirst!— Wo« ist sie. Ha! schreit Hans Lunk. Aber so sind die Weiber! Spreematzens Hanne?! Da kommt er! kreischen die beiden anderen. Halt dich hart, Hans Lunk! und fort sind sie wie weg geblasen. Hans Lunk ist der Schreck in all« Glieder qefahrsn. Am lieb- sten wäre er jetzt auch draußen. Aber es ist schon zu spät. Spree matzeni» Hannes sitzt ichon im Eingang. Einen Augenblick stutzt er über die neue Frechheit, dann fühlt sick Hans Lunk am Kragen gepackt und findet sich in der nächsten Sekunde m de: Gosse wiedc- Zerzaust und halb betäubt flattert er davon und rettet sim atemlos auf Vudelmanns Darb. Von den Freunden ist keiner mär zu erblicken. Gottseidank! so kann er ungestört unter einen Daa. ziegel schlüpfen uniö sich ein wenig wieder in Ordnung setzen und ist nicht zu neuen Hecoewiaten verpflichtet. Erst um Mitt.rz hat er sich soweit erholt, daß er ssch nack Äarolinchen inffeheu kann. Weiß der Teufel, wo sinS Mädchen steckt. Zuletzt kommt er zufällig bei Fritzel Pink vorbei. Der ist nickt zuhause, dafür sitzt Ka-rolinchcn in der Budike, warm un. breit. Nanu? Was soll ich mir dabei denken? herrscht er sie an. WaS dir beliebt, sagt Karoline. Da? ist zuviel für'HcniS Lunk. Ha! kreischt er und das in deinen Jahren? Und wo Fritze: Pink auch verheiratet ist? Was? entrüstet sie sich, noch Vorwürfe? Wo dch kein Duck über dem Kopf hast und ich das Eierlegen so nötig habe? , Also? Jawohl, sagt Karolinchen schnippisch und sieht an ihm vorbc> in die Luft.-- Aber auch, für.Hau? Lnnk bat der Frühlina noch einen er freulicheren Dag: Am Abend vor Ostern sitzt er in seiner neue: Wohnung an der Kirchcnmauer von Sankt Annen, dicht hinter dem kreuzt. Aber vielle'cht bricht mit diesem Tage eine neue Epoche der Steinbild des a'ten Apostel?, der das Nest mit einer Falte seifte« B c[Ien alZ eämt steinernen Mantels vor dem Regen fckützt. Friede! Fink, die irr R?rcbriina Raffaels an und seine Kunst wird von Weltmacht anerkannt werden, die sie darstellt. -w,. w-vuew.' uiimiicu, uun A-Cöit''ttkö uiu u>u;s> c» yiioy, ckltV cl ui lyuji»-cum»\2jefajcei lerrtfter und von Michelangelo. b:ldet sich als Baumeister an Bra-! Hast recht, HanS Lumkl Lat di dat nich gefallen! Kons Lunk. Ein« Eier-, Frühlings- und Umzug? geschichte. Von Wilhelm Scharrelmanu. HanS Lirrtf saß in der Gosse am Hause Pickbalge Nr. 7, zitterte vor Wut mit den Flügeln, führte einen Äriegstanz auf wie ein Indianer und schalt wie ein Spitzbube. Gemcinheitk Verrat! Polizei! schrie er. Ist sowas schon dagewesen? Da hat man ein halbes Jahr in Ruhe in seinem Hause gewohnt und die Bude über Wrnter mühselig genug in Ordnumg gehalten, und nun die besseren Tage kommen, und man sich ums Vaterland verdient machen und in Ruhe ans Kinderkriegen gehen will, wird man rauSgeschmissen, — rausgeschmissen, als Wewn man Wanzen häti'I Aber üh will nicht HanS Lunk heißen, wenn ich die Geschichte stecken lasse! Hab dich nicht, sagte Karoline. Undank ist der Welt Lohn, besonders bei weitgereisten Leuten wie diese Spreematzens sind. Sieh liöter zu, daß wir wieder ein Dach über den Kopf kriegen. Was? erboste sich Hans Lunk von neuem. Da soll ich wohl noch einen Kvatzfutz machen, wenn so ein Halunke mich auS der Wohnung schweißt, he? Wo die ganze Pickbalge weiß, daß mir das Nest gehört! Aber Karoline hörte ihn nicht mehr. Sie war schon olbae- schwirrt. Dafür kam Jann Pieter. der Nachbar, und hatte kaum gehört. um was es ging, als er in Hans Lunks Geschrei mit einstimmte: sein ungetreues Karolinchen bald wieder hat vergessen lassen, h.r' bereits vier Eier unter sich und ist eben bald, das fünfte zu leg,' O, hier wohnt es sich ganz gut. Tie Kirck-euniauer ist freilG- ein wenig kühl, aber die Wohnung ist regensicher und nur ein bißchen windiger als die erste, und wenn Fritzel Pink vor de ''einigen gestern von der Katze geholt worden ist und Karoline a!: Witwe nun zusehen tonn, wie sie ihre Kinder groß kriegt— so in das nur eine gerechte Strafe und Hochmut kommt noch immer vr dem Fall. Hurrah? das fünfte Ei ist gelegt, und nun kann das Brüten ldSgehn. Ordentlich stolz ist Hans Lunk. Die Friede/ Fink— so eingibt es nicht wieder. Wie schön der Abend ist! Ein wenig kühl noch, aber die Luft ist hell und klar. In den Gärten drüben am Wall blühen bereits die Pflaumen und de Kirschen machen auch schon Anstalten. Natürlich, Friede! Fink muß sich ein wenig Bewegung machen sie wird ohnehin die nächsten Tage nicht viel vozp Nest kommen. Behaglich guckt Hau? Lunk ihr nach. Prächtig, wie ihr d-e fünf Eier geraten sind! Eins wie da'- andere. In keinem Spcrlüigsncst gibt es schöneres. Und sinnend denkt HanS Lunk: Die Welt ist rund und muß sich drehn— unsre Hoffnung bleibt best-chn! ZSettcralislichten tur mitilere Nordventfchlnud Montag mittag. Zeiiweife beiier, aber scbr vcräi.deilich. mit öiln- wiedtidolien, im Binneli laude meiit geringen Negenfällen und vereiuzelicn (Aewiltern. In den Tagesstunden mäh ig warm. (Schluß des rrdaktlonrllcn Teils.) »Kneifer"-Reime! Da< Wage, das nicbt richtig sieht, Erweift sich bald als Störenfried, Verursacht grohcS Unbebagen, Und Du mutzt Augengläser wagen. Du denkst zuerst an eine Brille, Doch da erhebt sich Widerwille. Denn, das entdeckst Du gar zu. bald, Die Brille macht vorzeitig alt. Der Klemmer Dir viel besser dünkt, Weil er um Jahre Dich verjüngt: Doch weh! Du hast nicht dran gedacht, va« manch' ein Klemmer für Aerger macht! Beim Enen sicher fich's so fügt, Datz er Dir in die Snpve stiegt. Und denkst Du kaum. Du kannst jetzt gucken, Da hat er wieder andre Mucken. So viele Klemmer reiben, drücken, Und wund ist bald der Nasenrücken, Rückst Du nicht dauernd sie zurecht, So ist eS mit dem Sitzen schlecht. Doch alles dieses macht nervös; Du schimpfst:„Das ist doch skandalös l» Und eS bemächtigt Deiner sich Unsicherheit ganz sürchterlich. Sitzt solch ein Klemmer doch mal stille, So stehen BrennpunU und Pupille Nie hinter'nander, wodurch prompt Das Schielen mit den Augen kommt. Du wirst erichreckt um Rat wohl fragen: Was soll ich denn nun aber traqen?i .Sei still, denn eS gibt ein Gebild, DaS Demes Herzens Wunsch erfüllt l" DteS sitzt korrekt, wird nie zur Last, Wird jeder Naie angepatzt. Und rutscht nicht und macht keine Schramme», Die unsicherem Sitz entstammen. Du fragst:„WaS ist daS sür'n System, Da» sicher sitzt und so bequem Und niemals ruticht, trotz Hast und Eifer?" Freund, dieS Gestell heitzt.Lohmann- Kneiser"! Gr ist auS gutem Material, Ist pre-swert und wotzdem feudal. Und fragst Du nach der Garantie: Fünf volle Jahre dauett fiel Und waS(eS wird so oft vermitzt) Dem Lodmann-Kneifer eigen ist: Der Brennpuntt steht, wie bei der Brille, Im rechten Wsttlel der Pupille I DaS Auge wird dadurch geschont Und dieS sei eytra noch betont, Kopfschmerz. Erregung, früh' Ermüden Durch schlechten Sitz, daS wird vermieden. Aul eins noch legen wir Gewicht: Verwechsle unsre Firma nicht I Manch Klemmer nennt sich ortho;eiiwlsch. Doch ist mit.Lohmanu-Kuciser" nicht identisch. Du mutzt, willst Du ihn Dir ersteh», Berlin, Potsdamer Straße gehn� Doch bitten wir noch, achte ja Auf hundertoierunddreihig(IZta: Bist einer Du, der auswärts wohnt, Sich trotzdem die Bestellung lohnt: Verlang' Prospekt: 2 V sofort, Wir senden ihn nach jedem Ort Noch einmal: Latz von allen Brillen, Vermeide alle Klcinmergrillen Und komm und werde bei uns Käufer Und wage sroh den Lohmann-Kneiser. c,\nZSM.4SL BERLIN C Sfjanlautr Str. 16 Gegründet 1815 BERLIN C Königstr. 11-14 Sport-Jacken tvasihstoffe vamenstrümpfe karten- und Balkon-Möbel jf fStockwcrkc! GjrCocbc.C I Nr. 96. Kunstseid. Sportjacke n n r «iafubig, GrSS« 42-46.... Li J." gewirkt oder gestrickt in großer Farben- Auiwshl Damen-Sportjacke aus Wollseide......... 193.* Damen-Sportjacke aus wollenem FlauscK. 233.» Damen- Sportjacke aus rein woU. Kammgarn, ooe einfarbig.............. OOD,' Damen-Sportjacke fein gestrickt, mit färb. JQfl Streifen garniert.......*röv." 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ISSs—[ I Bank..370.-' I Peddl�rohr-{ Boonüotrolir 1 Möbel j In oroß-Auswohl| | Theater.Lichtspiele etc. j � MMiwkir>nrixivMJüonani>i»MmraiBHb»j.ir.)ajoüüujujuadH Sonntag. Opernhans. Außer Abonnement, Meistersinger von Rlirntierg Anfang 4 Uhr. Scbauspielhaos. 2''a Uhr, 35. Volksvorstellung Die Journalisten. 7 Uhr, außer Abonnement: Der Marquis v. Keith. nontag». Opernhaus. 12 Uhr; Hänsel und Oretel. Die Puppenfee. • ,y.; Carmen. Schauspielhaos. 2 Uhr: Maria Stuart. 7 Uhr, außer Abonnement: Friedrich der Große. I. Teil: Der Kronprinz. Direktion Max Reinhardt Uentsehes Thentep. 7 u. Die Dame Kobold Montag UV, Uhr: Niody Impekoven, TSnze. r', Uhr: Der Biberpelz. 7 Ühr; Die Dame Kobold. Dienstag 6Va: Fauat I. Kammercpiele. 2' j: Frühlings Erwachen. ;(Tshrlel Schillings Flacht. \te. 2Vj: Büchse der Pandora . Oabriel Schillings Flucht. Dienstag 7 Uhr: Oabriel Schillings Flucht. «ilp, Schaaaplelhan. Karlstraße. 2".; Hamlet(auß. Abonn.) 7 U.;[».weiile Hellend(auß.Ab.) Mtg.y/a': Orestle(außer Ab.) . Oer weiße Heiland(auß.Ab.) D enstag 7 Uhr: icrwelße Heiland(34.Abt�.A.) Theater I. d. KMpgratzerStrafie ; Uhr: Brdgeist(M. Orskaj <15 Uhr: König Nlcolo. 2. Feiertag;„Sie". Nachm.: Brdgeist(M.Orska) I acnst.:8chlaBWettsrsleln littvroch: König Nlcolo. Donnerstag;„Sie". I reltag; Schlott Wetterstein Sonnabend: König Nlcolo. .mniag:„Sie". \ jchm.: Erdgeist . Montag: König Nlcolo. Kofflörilenhans An beiden Feiertagen: 3 Uhr: Llselott von der Pfalz. Der Herr Minister (Wu-v Pulleuberg) Berliner Theater An beiden Feiertagen: 3 4Jhr: Bummelstudentcn. 7 Uhr: Der letzte Walzer. Frltzl Masssry, Otto Storm, Hans Wassmann. Trianon-Theater. Bahnhol Friedrichstraße. Ar. beld. Feiertagen 4 U, kl.Pr. Kerrschnftl. Diener gen. Täglich 8 Uhr: Femina. Residenz-Theater. ;adtbahn Jannowitzbrücke. An beld. Feiertagen 4 U, kl.Pr.: Der gute Ruf. Täglich V«8Uhf; Die Raschhoffs Polles Caprlce 4 l.ck. Friedrich- u. Linienstraße - Täglich T1/,:—— Die abgetretene Frau /wangselnqnartlernng. Oh dieser Bfowaek Z mit Ferdinand Orünccksr in den Hauptrollen. Volksbühne JSS'ö�l 3 Uhr: Der Liebestrank. 7 Uhr: Nach Damaskus. Montag 3; Der Llebestrank. 7 Uhr: Nach Damaskus. Dienstag 7'/,: Llebestrank. Lessing-Tlieater. 3 Uhr: Der rote Hahn. 7 Uhr: Peer Oynt. Montag 3: Der rote Hahn. Vlt Uhr: Pygmalion. Dienstag und Mittwoch 7 U.: Wozzeck, Die Buhlschwcster. Donnerstag?1/,: Pygmalion. Freitag 7 Peer Qynt. Sonnabend 7 Uhr: Wozzeck, Die Buhlschwester. Sonntag 71/,: Pygmalion. Montag 7 Uhr; Wozzeck, Die Buhlschwester, Deutsches Künstler-Theater Sonntag und Montag 3 Uhr: Dies irae. Anuhdf:ch Menagerie (Adalbert, Götz, Haack, Kon- schewska. Fischer, Morgan, _ Wallauer.) APOLLO Theater i Direkt. James Klein. 1 | Täglich TV, Uhr. japril 1920 ij Das Welt.Rätsel | Die einz. Gedankenleserin der Welt. ] Im Jahre 1920!! Vorsieht heil Inespräehen unter Mitwirkung d.bek. Filmgrößen |VttIy Arnhelml narga liindt Kunst u. Schönheit Erika DENNISSON In ihren Tänzen. 4 Arkonis | Schleuderbrett-Akr.| 3 3nihns dreifach Reckakt. IDerringfonl | Weltm. d. Rautahrk.| 2 Ossnots Exzentriker. 4 Sandminas Schönheitsakt. 1 An beiden Feiertagen I I vollständ. Programm I Casino-Theater Loibrtngerstr.37. TägL'/�U.: Der neue Possenschla er: 8ln alter Sünder An allen Feiertagen: Zwei Vorstellungen! 'Ifi Uhr: Bin alter Sunder, Nachm. 3»,,: Onkel Moritz. Theater am KottbnaerTor Tel: Moritzplatz 14814. Am I. n. 2. Osterieiertag abds. 71/, u. nachm. 3 Uhr Elite» Sänger. Blüthgea- Konzert. Beginn 7.10 Uhr. Zum Schluß: Die Bnze der Pandora. Vorverk. II— IV, u. 4—6 Uhr. An beiden Feiertagen nachmittags ermättigte Preise! VerbaudderFrMsbiilm Oflerfonntaa, bm 4, April, nachm. 2V, Uhr Deutsch»» Opernhaus: Da» goldene Kreuz. Schaufpielhau«(Staalotheater) Die Journalisten. Oftersonniag. ben 4.. und Ostermontag, ben 5. April, nachm. 8 Uhr: Voltebühne: Der SiebeetranL Schiller- Th. Tharlottenburg: Wie e» euch gefällt. Lesfing-Theater: Der rote Hahn. KÜnstler-Theater: Dies Irse. Frt-br..Wi>h-lmst. Th.: Di- ziirt. itchen Verwandten. Th. b. West.: Die instige Witwe. Neues Voltstheaier: Die Hoffnung auf Segen. Volksbühne, Wochentag» abend» vom 8. bi» 10. April: Paul Lange n. Tora Parsberg. Rad, Damaskus. Der Liebestrant. V/z Central-Thentor An beiden Ostertagen: w.u.: Fräulein Puck. Deutsches Opernhaus u'�ühr: Der Prophet. Morgen 7 Uhr: Carmen. Dl« Tribüne An beiden Ostertagen 3 Uhr:„Die Wandlung**. "/.u.: Franziska. Kden-Theater. An beiden Ostertagen 3 Uhr:„U. A. w. g.** 7v, u.: Die Dollarpriozessin Frletlr.-Wllhelmst.Th. An beiden Ostertagen zühr: Evchen Humbrecht Kleines Theater. An beiden Ostertagen 3 Uhr: Baumelster Solness. Sk: Die PJaFFhanskomödle. Kl. Sehausplelhaus, An beiden Ostertagen p/. u.: Die unberührte Fran Komische Oper An beiden Ostertagen aV, Uhr: Schwarzvaldmädel. Heute 7, morgen 7.15 Uhr: Venn Frauen träumen mit Tanzgastspiel Lee Hesse, Joach. v. Seewitz. Lastsplelhaus An beiden Ostertagen Arnold Rleck In TU Uhr Ketropol An beiden Ostertagen 3 Uhr: Charleys Tante m. Thielscher 7 mir: Sgbill. Neuen Operettenhaas An beiden Ostertasen 3V, U.. Die Dame vom Zirkus. Mia Werber als Gast in 7v, u.: Die kleine Hoheit Neues Volkstheater An beiden Ostertagen Zwangselnouartiernng. itropol-Theater. 7./, Uhr: Hehlller-Thest. Chnrl. An beiden Ostertagen 3 Uhr: Wie es euch gefällt �nachsmann als Erzieher Die verlorene Tochter Thnll«-Theater An beiden Ostertaien 3 Uhr: Der Hochtourist. zv, u.t Die närrische liebe Th.am Xollendurrplate An beiden Osterugen 7V,| JDcrftcTcfcife&fe Heute 3V, Uhr; Eva. $Xn Drei alte Schachteln Theater des Westens An beiden Ostertagen ZV« Uhr: Die lustige Witwe. zv, u.: Die Frau im Hermelin Mtg. II1/,: Konz. Rio Gebhardt Wnllner-Thenter An beiden Ostertagen 3V, U.; Geisha m it Mia W erber Uhr Eine Ballnacbt. Walhalla-Theater. An beiden Ostertanen 7i/, Uhr; Dbr Rastelbinder. Heute Zt/z Uhr: Die Ente. Morgen ZV,: CsärddsfürstlD Großes Schauspielhaus virektton: Mae Remharöt Vad Abonnemenl für Ölt nächste Spielzeil Ist mifgelegt Sech« AtenSvotstellungen/ Sechs terfchiefien» Stücke Soeche:«gmonk/ Schill«: Oft Häuftet/ Shakespeare: ein Sommetnochloktlmm/ tnlfiecon: Oos itften tfn träum ✓ Romain RollanS: Oonton/ Serh. Hauptmann: Jlocfan Geg«(Änöerungen vorfteholten) 2»gen 67,80 M.— elf» 11,30 M. pr» Eben»(«assenpe. 24,80) Parkett 67,80 M.— elf» 11,80 M. pro Bben»(kalfenpr. 24,80) Laikon 50,40 M.— als« 8,40 m.pco HbcnÄ(fia|fenpt. 17,60) 1. Bing 82�0 M.— als« S,40 M.vro Bdendldalfenpr. 8,90) 2. Bing 19,20 M.— als» 3,20 M.pra Bbeadtgaffcopr. S,40) Z.Bing I2,80M.— also 2,10 M. pro Bben»(äasscnpr. 3,20) Bei der chrganlsatlon de» slbonnements III dafür Sorge ge» tragen, aap auiti /tdana".!,» sp>>»eee Bdteilungcn trübere Bllttübeung'n e>->r» Werte» eetiaden. da» Abonnement Ifl übertragbar, der verlaus der Bdonnement» ftn»et im «eopen Schauspielhau»(auch Sonntag») von 10 bl» 2 Uhr norm, und 7 bl» 9 Uhr abend» und an der Theaterkasse fL werthelm, seipzlgee Straße, statt. THE Ar ER icaptsuul, Kammerllchtsplsls am Nollendorkplat» anu am Potodamer Platz Kameraden nach August Strlndberg Is den Hauptrollen: Harriet Strindberg- Bosse »d Alfred Abel U.T KnrfBratendanim 21 and U.T Nollendorfplatz 4 Gefesselte Menschen Drama In 6 Akten Hanp darsteller; Damen: Dorsch, Konstantin, Griining Bema; Kaiser-Titz, Hartmann, _ Piegelmann U.TAlexanderplatz Albert und Else Bassermann im Schanspiei Die Stimme U.TPrledrtehsira»»» 1 oO U.T Wein berps weg 16 und Schflneberg Der Fackelträger Asta NieSsen Ulli Jacobten n'U Alf Blütechar_ UsT Hasen beide. Maria Magdalena nach Friedrich Hebbel Wochentags ab 7 Uhr/ Senntags: Beginn 4 Uhr WALHALLA Berliner Volks-Theatep a. Rosenthaler Platz Volks- Kachraitf aporslellnngen Ostersonntag: Alf Uhr„Die Ehre*' Ostermontag: 4 /_„D. Czarddstfirstln'* Osterdienstag: V/ L„Die Ehre" 93 Allabendlich: Der Rastelbinder" Operette von Franz Lehdr. 468 D HäctAt spiele »mraaltlcnPftSas Die Tänzerin Zarberina nach dem xleickr amißoQ Bornav ?»» Adolf?aul ?0r den Film>n 7 Abteil ar. gen vorn Verkasser bearbeitet» roü»; Lyda Salrnonowa Wochentag»: 7 and 8»), Ühr/ Sonntäg»: 4 Uhe Vorverkauf II bis 1 Uhr Rose-Theater. 3 Uhr: Seine aweite Frau. 7'/, Uhr: Das Lied der Liebe. P Unter d. Linden 22/23 Dir. M. So Ii m an 2 Uraufführungen 2 Der Schrei am Hilfe Sensationelles Detektiv- Drama In 5 Akten. Hauptrolle: Bruno Eichgrün. Die verflixten Küsse Lustspiel In 3 Akten. Hauptrolle: Paul Heidemann, GcrmanlaPrachtsäle C. Richter, N 4, Chausseestr. uo. ied. Sonntg. Koffm. lordd.Sänger. heg d Vorst, 6, O.Konz. 5'. Nachd.Fam.-Kränz chen.lm weißenSaal v. 4 Uhr ab:Or. Ball. Reiclishaü.-TliEateF Äbends Tl- und an beid. Feiertagen nachnt. 3 Uhr Stettiuer iZäuger. ' Nchm. ceniah.Pr Drennes Diefe! J Alexanderstraße 55.■ Direkt.: Karl Heinzius. 1 Paul Goradini Herta Lowe Louis Naumann Else Kutschera CeseliBisteF Winter Max Tobien Erna Reueta Musik: Hans Sarawe Das Osterprograrnrn! Morel Der Meister der Kette. I. Teil. 7 Akte nach dem Roman Glanz und Eiend der Curtlsanen von Honord d' Balzac. Regie: Conrad Wlene. Einlaß: 0 3�° 5«48 830« Wintergarten An den = beiden= Feiertagen Je Z'/, Uhr .\ieine Preise vind d. Hälfte1 im Ohr Variete-Spielplan Rauchen t>estanetl Cireusjfcscb An allen 3 Otterfeiertagen 9Gr,Fest-?ors(e!lnng.9 u 3 Uhr u. 7 Uhr. L Weg. d. Umfanges d. neuen Pantom. früherer Anfang. In beiden Vorstellungen: Das neüeÄpril-Proir.t Zum Schluß: Die wunderb Pantomime „SerWIldilieb" in 5 Akt u. 1 Apotheose Nachm hat jeder Erw. 1 eigenes Kind ani allen Sitzplätzen Weitere Kinder halbe Pr. Schall n.Rauch im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiffbauerdamm Das mt April■ Programm Oscar Sfabo Anita Herber Mady Christians U. v. M olzogen Kurt Wolowski Olga Orloffska Erich Koenig Musik.Leltz Friede. Holländer. Erattnumt 7'/„ BeglnnS'/jl'hr. BlüthDer- Orchester Lützowstr. 76: Blüthnersaal. ÄV'iBeellL-Waper-Abt dir.: Paul Scbelnpflag. Solz Kztmstr.Lambinon( v iol.) T�uhr" Rieh. n.J. Strauß-Ali. Dir.: Paul Scbelnpflug. Sol.: Meta Seinemeyer(Sopr.) Residenz-Kasino, Blumenstr. 10. Montag, den 5. April 1920 12. Osterleiertagl: Großer Ball. Tu� tc-.ci:9t:zvto*90«n ► i Residenz-Kasino«! $ 10 BluvnensiraUe 10. 1 g Montag, den 5. April K(2. Ostcrfeiertag): l groß. Ball i; (»9*9 Anfang 5 Uhr»«' UrautUiirung. Bruno Dccnrii In „Der Hirt tou J Karls ttrlinee- |'.Myzterium 1 5Abi. I VertaBi und | inszeniert von jwa «an»». "Tx1, vV -s&t&är Auf der � Bühne Mlral Brlx, Gustav Werner. kiezander Hsrroteld in dem Orieloal- Operetten-Sketch Coco u. Coca. Glänzende Tanz DorMfitunpen. Vad Salzschlir General-Vertretung: Vertriebsgesellschaft für Brennerei-Erzeugnisse m.b.H., Berlin 0 34, komintener Strake 45. Femsprecher: Königstadt 593 Potsdamer Str. 38 (Jraafftihning Bruno Kastner; in Allerseelen. Turmstr. 12 ! Die Wohltäterin der Menschheit. i V.Teil des großen Films Alexanderplatz-Passage 1 1». Herrin d.Welt m 6. Teil.— a 1 Admirals-Palasl1 { An beiden Feiertagen| nachmittags ZV, Uhr: abends 7'/, Uhr: Flirt in SUrij Varletö-Calife- sritzplatz �Orauienstr.53/5SA »(Wertheimhaus) Täglich 7, Sonntags 4Dhr Daa aeasatloacll. Variete» Programm. 4'/, bU 7 Ubn | Tanz»Tee. ♦•.-»■>......... l Adi-Haus Taubenstr. 54— Ztr.lü52 Kttte Blank Engen Hack Cilll Pronlo Heinz Hertwlg Plp n. Edita Henry Wollt Lle.el Eve Paul Rttckmann Kktchen Esten S Pohleys Adolf Sieban «. Weine, tt. Küche Mocca, Tee, Scbokolade WM Anfang 7 Uhr WT 0 RIENT StraoslierserPlatz S Min. vom Alexanderplafz. fSrösatesu. scbSaatea Inn Kabarett in Berlin W" Nora Holm ? Roon-Jou? Hermann Voss Hugo Just Hans Elllot Lea Florenz Victor Ritter Singakademie. Sonnabd� 10. April, abda. 7'/, Uhr. verlegt vom 31. Mtn, Blüthnersaal; Karten werden a. d. Verkaufs st. u. d. Abendk. eingetauscht MAXIM SWERTLIN Schubert-Lieder. Brabmsi ErnsteQes. Loeve-Baltat, Am Flügel: Waldemar Llachewsky. Kart. M. 5—2 b. Bote A Bock, A. Werthelm u. Abendk. t Blüthnersaal. Mittwoch, 14. April, abends 8 Uhr: Friedrich Kayssler Conrad Ferdinand Meyer: Ans„Huttens letzte Tage".— Qedlchte. Kart M. 10-2 b. Bote i Bock, A. Werthelm u. Abendk. Meistersaal. Mittwoch, 14. April, abds.»/48 Uhr: verlegt vom 18. März.— Kart behalt OOItigkeit. Oedcnkfclcr der Revolution: BRANDT- JACOBT Ooethe, Ada Negrl, Holz, Heina, Lastalle n. a. Kart M. 2— 8 b. Bote* Bock. A. Werthelm u. Abendk. Cuwrpictr «m 3crün. Hak M. Tonndorf-Betriebe ' Ob. Arne Xsmbsef■ Nuden.MMM ..Vir1 Clak.s 44 ■"b 0ftltbtl,,, � *" �bnibmuüt. «IFtl«» GStähMl, » SoilllMl• U»e«rd»»Lt»d«»»S Kaffee. Diele• Bar Abends Wein. Restaurant l Statfem.* n. Abrnb-itoniett» Kapellen Ufchmaun.Wagnee Eigen« Wiener Dürkereil Kaffee-Zudereitung»och Karlsbad« Art. ?trt5tgm>». 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Bote i Bock, Werthelm u. a. d. Abendk. Ballhaus Max und Moritz Großer Ball KommandantenstraOs 88-59 Sonnabend a. Sonntag Ballorchester Koglin* Tanzleitung Lennd Vortänzerpaar: Qeschw. Qiron. Schönstes und größtes Ballhaus ! Kein Wcinzwanff, □□□ Vom Altar in den M Ostermontag, 5. April, nachm. 3 Uhr i Friedmann- Tuberkulose-Institul (Ambulatorium und stationäre Abteilung) » Das unter persönlicher Leitung von Professor Dr. P. F. Friedmann stehende Institut zur Behandlung der Tuberkulose(Tuberkulose der Lungen, Drfisen, Knochen, Gelenke und anderer Organe) Berlin NW. 40, ScharnhorsistraßelS Ist eröffnet. Sprechstunden und Behandlung mit dem Friedmanns chen Tuberkulosemittel wochentäglich von 9—12 Uhr. Fflr Aerzte und Studierende finden Montags und Donnerstags von 10—11 Uhr unentgeltliche Vorlesungen u. Vorführungen von Patienten statt. ♦ Tonuerstag, den 15. April 1920, abends 7'/, Uhr, im Gewertschastshaus, Engelufer 15/16, großer Saal Generalversammlung ragieordnung:« Vortrag:„Reu« Weg» und Ziele bei Vollsbüdnen-Bewegung*.— Ankrog brr Vor» mnltang(nach z 14 be, Statut«) L traf vorschmolzn.g he» verein, mit brr volt»büh»» O. v.(Wortlaut siehe vereinsschrist Mitrz); 2. Zuweisung de« Berein»- vermögen« an bte Bolt»bllhne 9. B.(nach 9 14 be» Statu«).— Verschiedenem Die Mitgliedskarte ist am Singang vorzuzeigen. I».a7* vor vorstond. Vertr.:«. W t n k l« r. Mlnbrueb Vsrk0tung H>»s dsl V/isasr» "NerdslscNstkung d. gestohl. Werls Glänzend. Anerkennungen! d. durch gewiegte Krlminaiislen. 'TeL: Kurfürst 5173» ggUtSShe JltlkSHOW* ÜCS. V Fordern Sie sofort unverbindlichen Besuch-== Schlafzimmer Wohnzimmer Speisezimmer Herrenzimmer in jeder gewünschten Holz- und Stilart Einzelne Möbel Farbige Küchen in großer Auswahl In bester Ausführung zu soliden Preisen. 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Familienhilfe nach§ I05a R.B.O. in der Fassung de» Gesetze» vom 28. 9. ig(§ 22 Abs. II der Satzung). Zu§ 10. Sn«ds. 1 Ziffer 1 Zeile 5 ist statt 20 M.„80 M.« zu setzen 8ü S 12. In Abs. I Zeile S ist da» Wort„ununterbrochen* zu streichen S 17. 8 195a 9L95.0. Abs. I erhält folgenden Wortlaut: l. Wöchnerinnen, die im letzten Jahre vor der Nicderkunst mindesten» sechs Monate hindurch auf Grund der Nctchsver. sicheruua oder bei einer knappschaMichen Krankenkaffc grger Krankheit v-rsichert gewesen sind, erhalten al« Wochenhilse l. einen einmaligen Beitrag zn den Kosten der Entdwdnn« in Höhe von 50 Mark, S. ein Wochengeld in Hohe de» Krankengeld»«, jedoch miu- desten» einuudeinehalde Mark täglich, einschlietzlich dn Sonn- und Feiortaä« für zehn Wochen, von deneu«Oft bestens sechs in die Zeit nach der Niederkunst faik« müssen., S. eine Beihilfe dt, zum Betrage von 25 Mark sttr Heb- amiuendienste und arztliche Behandinng, falls solche de! � kchtvangerschaftsbeschwerden erforderlich werden. 1 solange sie ihre Neugeborenen stillen, ein Stillgeld i« Höhe de» Halden Krankengelde», jedoch minde" 75 Pfennig täglich eiuschiießiich der Sonn» und I " snm Ablauf der zwölsten Woche na tage di« zu llitederkünst. ugeto lindesteve ab Feier- nach der Reden Wochengeld wird Kroatkeitgeld nicht gewährt s die Wochen nach der Niederkunft miiffen zusammen- hängen. � der Satzung fällt weg. � � Ziffer< der Satzung Mi«eg� � »er Satzung stk» weg.!. Zn S 21. 88«l, 204 N.WQ.«ds. I erhält felgende Fassung- I. AI» Sterbegeld wird beim Tod, eine» Mitgliedes da« Zwanzigfache dm Srnudirhn»($9) mindestens aber ein Betrag von 50 M. gezahlL Räch fechsmvnatige» Wartezeit erhöht sich da» Sterbegeid auf da» Vierzigfache de» Grundlohn». Da« Sterbegeld beträgt demnach: vor nach SrMung der sechsmonatigen Wartezelt ... für dl« 1. Lohnfwf«... 50 SL 90 OL 50 60 80 100 120 140 160 IL , III. :% Vit , VIII. 8" 51 80 120 WO 200 240 280 15 a$* TOf' 1 � 7 �»u statt die zu 8»L zu In'Ads. III geile 4 Ist zu setzen statt 1 M. Jt«.*. Di« diiherigen Bestimmungen de» 8 A erhalte« die Ziffer I. Unter Ziffer II folgen die neuen Bestimmungen üdn di« Familienwochenhilfe in folgender Fassung: IL Verflchert>nc Ehefrauen, Tochter, Sttes» mit !ter der Bersicherten, dl« mit diesen In häti»ltcher Semeinschast leben, erhalten al» Wochenhtlf« die im ß 17 Ads. I bezeichneten Leistungen. ied»ch mit der Sinschränlung, datz der tägliche Wochengeldbetrag stet, nur 1,50 SR., der tägliche Stillgeldsatz stet, nur 0,75 M beträgt. (Verordnung vom 26. September 1915.) Zu 8 81 Zn Ads. V ist statt„das Wochengeld*„die«vchenhilfe* zu l-tz-n. � 8 � 3« Mf-tz II« ist' statt 4'/. zu setzen v/» (Verordnung vom 26. September 1919. 8«.) Die Bestimmungen der 88 17 und 22 Abs. II treten rück- wirkend vom L Oktober 1919 ab In Kraft, die übrige» Vorschriften diese« Rachtrage» mit dem auf den Tag der Bekannt- machnng folgenden Montag. Berlin, den 2L Februar l92»,»»»»»» Meter 85°° Croise schwara und grau............... Meter 29°° Steppdeckcnsatin ca. ISO em breft.. Meter 50°° Schleierstoff c bedme*......... Schleierstoff doppeltbr. in versch. Maat Mtr. Baumwoll-Musselin h» vielen Dessins Mtr. Zephir für Blasen and Oberhemden. Mtr. Weiss Batist besüekt........ Mtr. Weiss Voile bestickt ca. 115 em brät Mtr. Weiss Voile Volants«a. ns em br. 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Mitglied de» Vereins der Altmetallhändler QroO- Berlin« Mariannenstr. 12 und Sctimidstr. 17 a, Fest gebündeltes eitungspapler W--- Bß» über höchsten Tagespreis kaust Hauptgeschäft: IHöF Berlin SO 33, Cuvrystrafte 38 Tel: MorigpIag'TSZ und Zienlöllu SU» Zweigstellen: Pucklerstraße 33, Wrangelstraße 72. Post, und Bahnsendungen werden der Reihenfolge nach prompt erledigt. Willy Seydlltz. Oer Einmarsch ins Ruhrgebiet. Düsseldorf. 3. April.dcn Belagerungszu- stand in Permanenz auch der Boden für die Kapp-Revolte vorbereitet worden. Die Machtfülle, die er mit einer kurzen Unterbrechung viele Monate hindurch den Militärs verlieh, ist vielen von diesen in den Kops ge- stiegen und entzog sie immer mehr der Iontrolle der zivilen Reichs- und Staatsbehörden. Gettnß waren die Gründe, die seinerzeit die Wiederverhängmig des Belagerungszustandes veranlagten, die blutigen Ereignisse voni 13. Januar im Zu- tammenhange mit einer systematisch geschürten Gärung in weiten Teilen des Reiches, gewichtiger Natur. Aber die Not- ioendigkeit einer Fortdauer des Belagerungszustandes war schon vor der Militärrevolte vom 13. März nicht mehr vorhanden. Jetzt muß meines Erachtens der Belagerungs- zustand erst recht sobald wie möglich mtsgehoben toerden, da es noch den jüngsten Erfahrungen nicht angeht, daß das Militär weiter das Heft in der Hand' behält. . Mir als Sozialidemokrot ist das G e f ü h l w i d e r l i ch, dag z. B. der kommende M a h l k a m p f etwa unter Aus- nahmebestimmungen geführt würde. Deshalb habe ich seit dem ersten Tage meines Antritts im Amte darauf ge- drungen, daß der Belagerungszustand ausgehoben werde. Ist ober einmal der Belagerungszustand aufgehoben— und noch meiner Kenntnis der Ansichten und Absichten des p r e u ß i- sch-n Staatsministeriums glaube ich. daß dies b a l d der Fall sein wird—. so darf ich wohl auch hoffen, daß die Fuhrer der. Unabhängigen Sozialdemo. k r a t i e sich ihrerseits bestrobt zeigen werden, mir meine Auf- gäbe der Aufrechter Haftung der Ruhe und Ordnung in Berlin nicht allzusehr zu erschweren. Die demo- k r a t l s ch e Umbildung der Reichswehr, der Sicherheits- 1 Polizei und der Verwaltung läßt sich mir wirksam durch- 1 neutrale Zone. Der„Matin" sagt, sämtliche deutschen Truppen müßten ohnehin am 10. April das gesamte Ruhrgebiet verlassen haben. Nach dem römischen Blatt„Epoca" hat Frankreich die Alliierten aufgefordert, Deuäschland von den Vor- teilen einer französischen Besetzung des RuhrqebieteZ zu über- zeugen, aber in Italien denke niemand«ine bcivaffnete Jnter- vention in Deutschland, England stehe anf demselben Standpunkt lwaS auch eine Auslassung der„Westminster Gazette" beweist), und Amerika sei der Ansicht, daß es nur recht und billig wäre, daß Deutschland un eigenen Haus« mit eigenen Kräften Ordnung schaffe. WTB. meldet: In Elberfeld, Remscheid. Hagen und Essen sowie in einer Anzahl kleinerer Orte des bergischen Lande» wurde mit der Wafsenabgabe begonnen. Die Behörden wurden fast überall wieder eingesetzt, doch sind sie noch durch Uebergrisfe der Vollzugsräte an der Ausübung ihres Amtes gehindert. In Duisburg, Münster, Dortmund, Bochum und Mülheim wird die. Wafsenabgabe vorläufig verweigert. Bei Hamborn wird noch gekämpft. Die Düsseldorfer Kommunisten haben an den Vollzugsrat die Forderung gestellt, sie mit Munition und Lebensmitteln zu unterstützen, und mit dem Einmarsch gedroht, falls diesem Verlangen nicht stattgegeben wird. Ter Bollzugs- rat hat diese Forderung abgelehnt und militärische Vorteh- rangen zur Abwehr etwaiger Angriffe von Duisburg her getroffen. Ten„P. P. N." wir dauS Münster berichtet: In Essen wur- den da? AlbeitSamt und die öffentlichen Kassen gestürmt, doch hielten die Tresors stand. In den Schu hw arenge schä ften erscheinen Leute mit Ausweiset aller Art, entnehmen Schuhe und behaupten, die Stadtverwaltung löse diese Auslveise ein. In Mül- hc.i m sind 500 000 M. von der Stadtkasse erpreßt worden, angeblich zur Löhnung roter Truppen. Auf der Zeche„Wiese" ist eine größere Menge Dynamit„entnommen" worden. Die Reichswehr hat Oberhausen besetzt. Ter Vollzugsrat ist geflohen.— Wie aus Bochum gedrahtet wird, ist dortselbst alles ruhig. Sonnabend nachmittag ging die Wafsenabgabe vor sich. Plünderungen sind bisher nicht vorgekommen. ES herrscht große Lebensmittel- knappheit. An rationierten Lebensmitteln sind in dieser Woche zwei Pfund Brot und vier Pfund Kartoffeln verteilt woröen. Für die nächste Woche sind rationierte Lebensmittel in derselben Menge zu erwarten. Besondere Knappheit herrscht in der Mrlchversorgimg. WTB. meldet weiter, daß auch in Lauenberg, HeiligenhauS und anderen bergnchen Orten die Waffen abgegeben werden. ! Dortmund verweigert immer noch die Waffenabgabe, anschei- nend liegt dies daran, daß dem lomunmistischen Führer Meinberg die Massen völlig aus der Hand geglitten sind. Von der Bevölkerung Recklinghausens, die 62 000 Seelen zählt, waren nur 200 den roten Truppen angegliedert. 1>" I 1' 11 führen, wenn nicht die Militärbehörden, sondern die Z.i v i l- behörden die Macht in den Händen haben, d. h. wenn der Belagerungszustand aufgehoben ist. Und deshalb sollten alle Parteien, die an dieser Umbildung Interesse haben, alles vermeiden, tvas die Wiederkehr des BelagerungszustandeZ zur Folge haben könnte."_ Die Deutscbnationalen und der putsch. Beweis ihrer Mitschuld. Wie die„Freiheit" mitzuteilen weiß, hat die Deutsch- nationale Volkspartei am 13. März ein Flugblatt setzen lassen, das infolge des Generalstreiks nicht gedruckt werden konnte. Es trägt den Kopf„Deutschnationale Volkspartei, Hauptgeschäftsstelle", die Unterschrift„Deutschnationale Volks- Partei" und enthält folgende Kcrnstelle: Deutsch« Männer und Frauen! Jetzt hat die Unehrlichkeit ein Ende! Die Zwangswirtschaft wird abgetan... Deutschland wird unter einer ehrlichen Regierung wieder das ehrliche Kalt, das z» sein wir stolz waren! Und weiter posaunt daS Flugblatt: Deutsche Männer und Frauen! Euch ruft die Regierung der Freiheit, der Ordnung und der Tat!(Genau so firmierte die„Regierung" Kapv'Liittwitz.) Die neue Regierung hat s i ch zum Treuhänder Eurer Freiheit, Eures Rechts auf Selbstbestimmung gemacht. Jetzt benutzen diese Spitzbuben den glücklichen Umstand, daß ihre parteiosfizielle Verherrlichung der Putschregierung wegen des Generalstreiks nicht gedruckt werden konnte, dazu. ihre Mitschuld mit frecher Stirn abzuleugnen I Kapp und Lüttwitz als Nordanftister. Ein vielsagender Befehl. Der' bekannte günstige Wind weht uns eine Anzahl von Arft gabebefehlen der zweiten Marinebri- gada(Ehrhardt) aus det Kapp-Lüftwitz-Zeit auf den Schreibtisch. Wir geben von diesen interessanten Schrift- stücken vorläufig das folgende wieder, das eine besondere kriminalistische Bedeutung hat: II. Marine-Bngade(Ehrhardt). Dr. St. Qu., lt. 3. 20. la Nr. 4. � Sondervefehl Nr. 3. Kernspruch vom R. W. Gr Kdo. I. Reichskanzler drahlet: Ich bitte den Herrn Oberbefehlshaber, allen Führern und Untersührern bis herab zu den Gruppen- führern uiw. in meinem Namen bekannt zu geben, d a ß i ch jede entschlossene Dienstauffassung, auch wen» sie im Zwange der Not« wehr gegen einzelne bisherige Bestimmungen verstoßen sollte, un- bedingt anerkennen und persönlich decke. Es kommt mir ganz be- sonders darauf an. daß jeder Deutsche und insbesondere jeder militärische Führer künftig verantwortungsfreudig mehr leistet als der tote Buchstabe feine Pflicht gebot. Der Reichskanzler. Vorstehenden Erlaß bringe ich den Truppen zur Kenntnis. gez. Frhr. von Lüttwitz, F.d.R.; Wöllner. der DberScfchlstjabcr. Für die Richtigkeil l A. B. Otto Schulz. Leutnant z. S. u. Ord.-Offz. Aus diesem Schriftstück geht hervor, swß Kapp und Lüttwitz persönlich f ll r s ä m t l i ch e Uebergrisfe v e r- antwortlich sind, die ihre Truppen begangen haben. Sie sind strafrechtlich als Anstifter aller Erschießungen, Frei- heitsberaubirngen, Maschinenzerstörungen usw. zu bewerten. Der Reichsanwalt wird darauf zu achten hoben, daß die An- klage gegen Kapp und Lüttwitz nicht' nur auf Grund des Hoch- verratsparographen erhoben wird, sondern auch ihre g e- meinen Verbrechen mit umschließt. ftn die Reichswehr! Ein Appell des Reichspräsidenten. Berlin, 3. April. Amtlich. Der Reichspräsident hat an den ReichZwehrminister zur Bekanndgabe an die Reichswehr nachfolgen- den Erlaß gerichtet: Eine tiesgehende Beunruhigung hat im Anschluß an den Staatsstreich vom 13. März in der ReickMvehr um sich gegriffen. Die Frage der Bestrafung der am Putsche Beteiligten sowie der Ver- hütung ähnlicher Vorkommnisse in der Zukunft hat in den erste» Tagen unter den Unteroffizieren und Mannschaften ein« be g r« i s- liche Erregung geschaffen, die an verschiedenen Stellen zn Handlungen der S c I b st h i l f c geführt hat. Durch Erlaß des ReichZtvehrministerS ist kein Zweifel darüber gelassen worden, daß alle am Putsche mitschuldigen militärischen Vorgesetzten der genchtlichen Bestrafung unterliegen werden, daß aber die Ver- führten keine Verantwortung trifft für die Ausführung der ihnen von treulosen Führern gegebenen Befehle. Es>vurde ferner in dem Erlaß gesagt, daß ein� eigenmächtiges Eingreifen in die Untersuchungen von unbefugter Seite sowie die ei gen mäch- t ige Auflösung oder Neubildung militäriseher Formationen keincs- salÄ mehr geduldet werden kann. Derartige Nebergriffc gefährden den Bestand der Reichswehr, die zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung u n e n t b e h r l i ch ist. Ich erinnere daher erneut daran, ljgß jede Handlung�wie die Absetzung von Offizieren und eigenmächtige Neuwahlen von Führern als Verletzung der Disziplin und als Vergehen gegen die Verfassung und die Gesetze anzusehen ist und nur den Gang der ordnungsmäßigen Untersuchung behindert. Ich bin entschlossen, um jede Politik aus der Reichswehr fernzuhalten, keinerlei poli- tische Betätigung in irgendeiner Richtung in ihr zu dulden und die Truppe zu einem in sich geschlossenen, von verfass ungs- treuen Führern geleiteten Machtmittel zum Schutze der Ordnung zu gestalten. Ich erwarte, daß die Reichswehr im Vertrauen auf die von mir und der Regierung eingesetzten Führer sich rückhaltlos und in straffer Disziplin der schweren Ausgabe der Sicherung des Reichs und seiner Verfassung zur Verfügung stellt. Nur so wird es möglich sein, das durch den Staatsstreich stark«r- schüttelte Vertrauen des Volks der Reichswehr wieder zu gewinnen, ohne das sie ihrer schweren Aufgabe nicht gerecht wer» oen kann. Allen Offizieren. Unteroffizieren und Mannschaften, die in den Tagen der Revolte ihre Pflicht getan haben und unier schwierigen Verhältnissen weiter tun, sage ich im Namen deS Reichs meinen Dank. Berlin, den 1. Avril 1020. Der Reichspräsident Der Reichskanzler gez. Ebcrt.___ gez. Müller. die Strafverfolgung der Putschverbrecher. Der preußische Justizminister bat an alle Oberstaatsanwälte folgende telcgraphische Anweisung ergchen lassen: Wenn Verfahren anhängig sind oder werden wegen Handlungen, die zum Zwecke der Bekämpfung des Kappschen Aufstandes begangen sind oder nach Behauptung der Beichuldiglen begangen sein sollen so ist alsbald, jedenfalls vor gerichtlicher Einleitung, von der Straf- Verfolgungsbehörde über den Sachverhalt»nrpittcllmr an mich unter Aktenbeifügung z« berichten. Die ersten Staatsanwälte des Bezirks sind schleunigst zu verständigen�_ Prof. Dr. Paul Lensch soll nach einem Bericht der„Tägl. Rund- schau" am 2. d. in einem Vortrag gesagt haben, dre wzialdemo- tralische Partei sei bereit» überflüssig und schädlich, ihre Organi'ation habe am 13, März völlig versagt. Wir nehmen an, daß entweder der Bericht völlig falsch ist oder daß Prof, Lensch der Partei, die er für übecflüisig und schädlich hält, nichl mehr angehört. Da» Urteil, die Organisation hade am 13. März völlig versagt. könnte ja auch nur von einem Manne herrühren, der an den be- wundernswerten Leistungen unserer Genossen in der Pulschtyoche keinen Anteil hat. Hastbcschl gegen eine» Sklarz. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Kaufmann Jean Sklarz, dessen Auienthalt zur Zeit un- bekannt ist, Steckbrief erlassen und seine Verhaftung angeordnet. E> ist beschuldigt, für die Reichswehr gekautte Waren verschoben, aber von der Kommandantur Bezahlung dafür verlangt zu haben. De> Fall soll damals nicht weiter verfolgt worden sein. MietschLift Wie dir Preise getrieben werden? Am zweiten Tage der am IS. Februar 1920 abgehaltenei. 7. Berliner Häuteauktcoi: splelten sich einige Vorgänge ab, die be- züglich der Preisbildung für Häute und Felle besonders inter- essant sind.„Schuh und Leder" schreibt: „Zur Auktion gelangten Schaffelle, Ziege.nfelle, Kalbfelle und Felle verschiedener Art.' Bei der Versteigerung des ersten Loses wurde ein Gebot abgegeben in Höhe von 38 M. für das Pfund, mithin ttoa um 20 Proz. höher, als der Durchschnittspreis der Januarautiion war, der 32 M, je Pfund betrug. Bei. lebhaftem Gebot stieg der Preis sehr bald auf 65,20 M., was einer Preis- steigerung von mehr als 100 Proz. der Januararsttion entspricht. Auch die nächsten Lose wurden fest zu diesem Preise verkauft. So- dann schien die Kauflust etwas abzuflauen und die Preise sanken auf.etwa 55 bis 58 M. für das Pfund.— Jetzt trat Herr General- direktdr R o t t e r an den Verkaufstisch und führte wörtlich etwa folgendes au-ft „Meine Herren! Ich habe daS Gefühl, daß bei der heutigen Auktion etwas nicht stimmt. Die Gebote sind zu flau, es scheint mir, als ob Abmachungen getroffen sind, um die Preise zu drücken. Wenn die Gebote nicht flotter erfolgen, werden wir mit der Auktion nicht fertig, wir können dann bis morgen ftüb bier sitzen. Wir von der Auktionsleitung können nicht zugeben, daß liz Häute zn einem Preise verkauft werden, der nicht ihrem Werte entspricht," Es ist geradezu unglaublich, wenn eine Preissteigerung von- 80 Proz. noch als ungenügend bezeichnet wirb und durch die Drohung mit dem Aussetzen der Auktion eine solche von 100 Proz. erzwungen wind. Die Arbeiterschaft dürfte wohl beveits genügend ausgeklärt sein, warum die Stiefel immer teurer werden. Das jetzige System führt zu keinem guten Ende! Erhöhung des ZuckerprciseS. Der Preis für Verbrauchs- z u ck e r beim Verkauf durch Derbrauchszuckerfabriken wird für Lieferungen nach dem 31. März 1920 auf 135 M. für je 50 Kilo- gvamm erhöht. Die VerörauchSznckerfabrikcn haben anf je 50 Kilo» gramm des von ihnen nach dem 3l. März 1020 gelieferten Ver-' brauchSzuckers 58,10 M. an eine vom Reichswirt schaftsminister zu bestimmende Stelle abzuführen. Bildung einer PreiSausglcichsstclle für Knochenmehl. Zur Re- gcluug der Preisverhällinsse des Knochenmehls wird ein« Preis- a u§ g l e i ch s st e l I e für Knochenmehl errichtet, die dem Reichs- Wirtschaftsministerium untersteht.- Tie Gründerzeit in Japan. Nach einem amtlichen Bericht auS Tokio sind in Japan seit Ausbruch des Krieges mehr als 2 0 000 Gesellschaften mit einem gesamten Kapital von ungefähr 4 Milliar- den gegründet worden. Viele von diesen Gesellschaften sind alles andere als gesund, und ihre Sehövfer haben die Anteile cm un- w is se n d e Leute abgegeben und dabei ein gutes Geschäft gemacht. Es ist beabsichtigt, joden Gründer einer neuen Gesellschaft, der seinen Aktienbesitz an diesem Unternehmen verkauft, zu zwingen, daß er ihn zurückkauft. Dabei wird der Preis zugrunde gelegt, den er selbst erhalten hat Lohnbewegung üer Gmnibusbeöiensteten. Zu den schlecht bezahltesten Arbeitern Grast- Berlins gehören zweifellos die Bediensteten und Handwerker im Omn ibusbe triebe. Die Löhne betragen für Schaffner im Anfang 410 M., bei achtjähriger Dienstzeit 4ov M., Kutscher 450 M., bei zehnjähriger Dienstzeit 500 M., Fahrer 475 M., bei zehnjähriger Dienstzeit 525 M. Stalleute erhalten znonatlich 450 M., Speicherarbeiter monatlich 500 M. Bei den Handwerkern erreichen die Spitzenlöhne pro Stunde 3 M. Da dieses Lohnabkommen am 1. April ablief, nahmen die Be- diensteten dazu Stellung. Allseitig kam zum Ausdrurk, datz es un- niöglich ist, mit den bisherigen Löhnen auszukommen. Die im Fahr- und Speditionsdienst Beschäftigten stellten die Forderung, zu den jetzt bestehenden Löhnen eine laufende Teuerungszulage von 400 M. zu zahlen. Die Handwerker forderten pro Stunde 5,50 M., Angelernte 5,30 M., Ungelernte 5,10 M. Dazu für das gesamte Personal Erhöhung des Urlaubs sowie Zahlung von 75 Proz. des Lohnes in Krankheitsfällen. Sie beauftragten den Transport- und Metallarbeiterverband, diese Forderungen der Direktion zu unter- b veiten. Fn der am 1. April stattgefundenen Verhandlung erklärte die Direktion, daß sie angesichts des ungünstigen finanziellen Standes des Unternehmens niicht in der Lage sei, auch nur annähernd ein an diese Forderungen grenzendes Angebot zu machen, sie schlug vielmehr vor, die Forderungen einer Schlichtungsstelle, zusammen- gesetzt von 3 Arbeitnehmern und 3 Arbeitgebern unter Vorsitz eines Nnvartotischen,. zu unterbreiten.-Alle Versuche der Orgamsatians- Vertreter, schon am Verhandlungstisch zu versuchen, zu einem be- fniedigenden Abschluß zu kommen, scheiterten an dem Widerstand der Direktion. Am Karfreitag nahmen die Bediensteten und Handwerker in den Huissitensälen zu dieser Angelegenheit erneut Stellung. K n o b e l vom Transportarboiterverband gab einen eingehen- den Bericht von der Verhandlung und empfahl am Schlüsse seiner Ausführurrgen, von den aufgestellten Forderungen die 75 Proz. des Lohnes bei Kvankheitstagen diesmal fallen zu lassen und auch die Forderung auf Erhöhung des Urlaubs zu verringern, um so ein« Verhandlungsbasis zu finden. In der Diskussion wurde zuerst versucht, von den gerechten L ohnfo-rderungen nicht abzugehen, sondern der Direktion eine Frist van 24 Stunden zu stellen und dann, wenn die Verhandlung zu keiner Etuigung führt, sofort die Arbeit einzustellen. Diese Auffassung wurde abgelehnt, dagegen-wurde dem Vorschlag des Verbandsvertreters von dem Versammelten zu- gestimmt. Die Versammlung beaustvagte die V> rbandsle i tun gen und den Arbsiterausschust, sofort in eine erneute Verhandlung mit der Direktion einzutreten. Sollte die Direktion, trotzdem die For- derungen ermästigt sind, kein Entgegenkommen zeigen, so soll die volle Forderung einer Schlichtungsstelle zur Entscheidung unter- breitet werden. Die Arbeiterschaft des Betriebes verkennt keineswegs, in welcher ungünstigen Lage sich das Unternehmen befindet, und darum ist sie gewillt, alle Wege der Verständigung einzuschlagen. Jedoch kann ihr nicht zugemutet werden, noch länger bei diesen geringen Löhnen ein trauriges Dasein zu fristen. Noch vor kurzem hatte sie die Hoffnung, daß sich die Verhältnisse auf dem Lebensmittelmarkt bessern würden; in dieser Hoffnung ist sie durch den Kapp-Lüttwitz- Putsch gründlich getäuscht worden. Es bleibt ihr daher, wenn eine Verständigung unmöglich, nichts anderes übrig, als den Kampf um die Existenz zur rechten Zeit durchzuführen. Achtung, Betriebsräte! Die Geschäftsräume des S.-P.-D.- Vollzugsrates und die Leitung der Betriebsräteschule sind ab 1. April nach In den Zelten 23 verlegt. Auskunft in allen Betriebsratsang?l?genheiten wird nur dort erteilt. Betriebsräte-Sekretariat der Sozialdemokr. Partei, Teleph.-Amt Hansa 1424/25. Streik a«f der BiSmarckhLtte. Einer Meldung aus Beuthen(Oberschl.) zufolge ruht seit Mitt- woch der Betrieb auf der Bismarckhütte vollständig. Der Grund sind Lohnforderungen der Arbeiter. Drohende Landarbeiterftreiks in der Pfalz. Wie die„P. P. N." melden, haben die sich schon monatelang hinziehenden Verhandlungen der beiden Landarbeiterverbände mit den Landwirteorganisationen noch zu keiner Einigung geführt. Die Arbeiter fordern zwei Mark Stundenlohn, die Knechle einen Wochen- lohn von 70 M. Die Landwirte, besonders die durch die Drohung eines Lieferuugsstreiks bekanntgewordene.Freie Bauernschaft", machten Angebote von 80 Pf. bis 1,20 M. Stundenlohn. Sehr viele landwirtschaftliche Arbeiter wenden sich bei den geringen Löhnen anderen Berufen zu. Die Landarbeiternot wird immer grösser. Die Verbände drohen mit einem Streik, wenn die Bauern den Wünschen der Arbeiter kein Entgegenkoinmen zeigen. Achtung, Fleischergeselle«! Vom Dienstag, den 6. April(dritter Feiertag), ab befindet sich der Arbeitsnachweis des Zentralverbandes der Fleischer nicht mehr in der Turnhalle Kl. Frankfurter Str. 6. sondern im Passage- Kaufhaus, Eingang Friedrich st rasse. Der Nachweis ist geöffnet morgens von 9 Uhr bis 3 Uhr nachmittags. Telephon- Anschluß: Norden 2188—2190, 2195—2199 Abt. Fleischer. Vom Borstand des„Vereins der Berliner Buchdrucker und Schrift- gießcr" erhalten wir folgende Zuschrift:.In Nr. 166 des.Vorwärts" beliebt es dem Redakteur des.Vorwärts", Herrn Viktor Schiff, unserem Versammlungsbericht einen kräftigen.Redaktionsschwanz" anzuhängen. Er sagt in demselben nichts Neues, sondern wiederholt nur seine bereits getanenen Aeusserungen, deshalb werden dieselben nicht stichhaltiger. Eine Polemik mit ihm über seine gewerk- schaftlichen Anschauungen müssen wir uns versagen, da wir auch in Zukunft nicht gewillt sind, uns von ihm über unsere gewerkschasi- lichen Massnahmen bei Streiks bineinreden zu lassen." Antwort: Unser Kollege Schiff war wegen einer in internem Kreis gemachten Bemerkung von Masstni angegriffen worden, er wird da schon das Recht haben, sich zu wehren. Auch das Hinein« reden in gewerkschaftliche Massnahmen werden wir uns nicht ver- wehren lassen, am allerwenigsten dort, wo wir ihre v o l l k o m- mene Widersinnigkeit am eigenen Leibe zu spüren be- kamen. Die Magistratshilfskräfie Wilmersdorfs hielten am 1. April in der Aula der Viktoria-Louisenschule eine Betriebsversammlung ab, in welcher der Obmann des Angestelltenausschusses Bericht über die wirtschaftliche Lage erstattete. Des weiteren gab Redner dem Bedauern über die geringe Teilnahme an dem von der Re-gie- rung proklamierten Generalstreik gegen die Kapprebellen Aus- druck. Vor allem wurde das Verhalten einiger Brotkommissions- vorsteherstellvertreter(auch Hilfsarbeiter) und Beamten gegenüber Streikenden gegeißelt. Die traurigste Rolle habe der Dezernent des Lebcnsmitielamts, Stadtrat Mechelke, gespielt, indem derselbe zwei Hilfsarbeiter ohne Berechtigung in einem Gastlokal verhaften ließ. Der gewerkschaftlich»- Zusammenschluß wurde anerkannt, zu regster Arbeitsamkeit ausgerufen und. ersucht, sich gegen Wühlarbeit unter den Angestellten zu wenden. Ein Vertreter— angeblich vom Gewerkschaftsbund— hatte sich ohne jede Einladung eingefunden; er wurde auf Beschlutz der Versammlung hinausgewiesen, da ihm jode Akiivlegitimation fehlte. Deutscher Holzarbeitcrverband. Mode kl eure! Mittwoch, 7. Avril, abends 7 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung aller Modelleure bei Rosche, Grünstr. 21, statt. Zur Beratung steht als wichtigster Punkt: Unser Tarif. Deutscher Dransportarbriterverband. Sektion H. Am Mitt- woch, 7. April, abends 7 Uhr, im Englischen Hos, Alexanderstr. 27o(unterer Saal), Funltionärversammtung. Tagesordnung: Erneute Stellungnahme zur Wahl eines SektionSleiterS. Zulittt haben nur Funktionäre der Sektion 11 gegen Vorzeigung des VerbandsbuchcS und blauer Funktionärkarte. ZentatTvev»««» be« Fleische«. Rttglsebetveisemmbrng Bezirk Berlin Dienstag, S. April, abends 7 Uhr, in BoekerS Festsälen, Weber- stratze 17. Zentralverband der Angestellten. Fachgruppe 4a(Sektion der Versicherungsangestellten). Versammlung am Mittwoch, 7. April, abends 7 Uhr, Kammersäle, T e I t o w e r Straße 1— 4. Tagesordnung: Der Generalstreil und seine Lehren sür die VerficherungSange- stellten.— Fachgruppe. 6(Speditionsange stellte). Ver- samm,ung am Dienstag, 6. April, abends llß Uhr, Prachtjäle Alt-Berlin, Blumenslr. 19._' parteinachrichtea. Der Zustrom zur Partei. In der Hauptversammlung des Sozialdemokratischen Vereins für den Krcisverband Köln konnte Genosse L e.v e r b e r g mit- toilen, daß im abgelaufenen Quartal 16 2 7 Neuaufnahmen ge- macht worden seien; der Mitgliederstand beträgt momentan 23 462. Der Zustrom zur Partei sei in den letzten Wochen so stark geworden, daß die im Sekretariat vorhanlden-en Kräfte nicht mehr in der Lage sind, die Neuauftiahmen ordnungsgemäß zu erledigen. Auch aus den Reihen der Unabhängigen treten fortwährend Mitglieder zu unserer Partei über. Die Einnahmen und Ausgaben im Berichts- Vierteljahr bilanzieren mit 88 404,14 Mk.; an die Bezirkskasse wur- den 33 619,39 M. abgeführt. Für mündliche Agitation wurden 4040,30 M., für schriftliche Agitation 5537,30 M. ausgegoben. Nach einem Referat des Genossen S o l l m a n n über die politische Lage und einer sich daran schließenden Aussprache gelangte folgende Entschließung zur einstimmigen Annahme: »Die Hauptversammlung des Sozialdemokratischen Vereins hält die Gefahr einer Gegenrevolution von rechts noch nicht für beseitigt. Alle Sozialdemokraten und sonstigen Repüblikancr müssen gegen neue Anschläge der Reaktion wachsam und zu schärfster Ab- wehr bereit sein. Die Versammlung ist empört über die Ausschrei- tungen der gegenrevolutionären Soldateska und verlangt die häneste Bestrafung der uniformierten Mörder. Sie erwartet von der Reichsregieruny, von den regierungstreuen Truppen und den Ar- betterorganisationen, datz sie in gemeinsamer Arbeit alle zweifel- hasten Truppenteile entwaffnen und schleunigst die Aufstellung einer Truppe verwirklichen, deren Mannschaften und Offiziere treu republikanisch sind. Die Versammlung verurteilt Gewalttaten von rechts und von links. Sie schließt sich daher dem von Anhängern aller sozialisti- schen Parteien ergangenen Rufe cm die Klassengenossen des In- dustriegebiets an, die erfolgreich geführten Waffen niederzulegen. Die wirtschaftliche Macht der Arbeiter ist stark genug, um die Er- füllung der ihr gegebenen Versprechungen zu erzwingen, wenn sie einig ist. Die Hauptversammlung stellt mit Genugtuung fest, daß die Zendralleitung der U. S. P'die Ausrufung der Diktatur des Proletariats zurzeit preisgegeben hat nnd begrüßt dies als einen Erfolg der seit Jahrzehnten bewährten sozialdemokratischen Taktik. Die Kölner Sozialdemo- kratie lehnt die Sammlnngsparole gegen das Gespenst des Bolsche- wismus ab. Bolschewismus und Anarchismus werden am sichersten überwunden durch eine starke sozialdemokratische Partei und durch«ine Politik, die das Proletariat in plan- mäßiger Arbeit von materieller nnd geistiger Not befreit." Verantw. für den redaktion. Teil: Arwe zickler, Charlottenburg: fllr Anzeigen: Td. Glocke, Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag®. m. b.£>., Berlin. Druck: Bor» wärls-Buchdruckerei u. Berlaasanftalt Paul Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. S. Hierzu 2 veilagca. Leciferrin-Tabletten ton Aerzten und Autoritäten mit Vorliebe empfobien bei Blutarmut, Bleichsucht, Schwächezuständen. Preis; M. 6.— in Apotheken. � 6alenn8diemigchelndn8trie,Frankfnrta.M. Bedruckte Bourrette Fant�must I950 Karierte Blusenseide 0,,��.. 22°° Hßibseid. Futterserge Se,Ä. 35°° Gestr. Waschseide H�r�n-oSerhemd. 75°° Bastseide es cm vre»............. 75°° China-Krepp schwarz, 100cm breit.... 85 Mantelseide d"nkl.e. Farbe.n; 115°° Seiden-Voile I3500 Schotten« 90cm breit........... 2450 Blusenstoff hellfarbig gestreift....... 25°° KreppStoff schwarz, gestreift, 100 cm breit 26 BlUSenStoff dunkelfarbig gestreift...... 32 Karierter Kleiderstoff ca. so cm breit 34°°.* l/niln mit Seidenbandstreifen, marineblau, COOO VUIIB 100 cm breit................. 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Jeder Schmerz foll•fruchte bringen, Jedes Weh vperd' OfterRngcn, Und auf untrer weiten Srde Jedes Schwert zum pflüge werde I (In lerer Menschheit ganzes Drängen Will id) in die Seele zwängen, Werd' daran nicht untergebn, Sondern immer auferttebn l _ A A MattheS. Ostereier. Das Osterfest läßt sich in diesem Jahre mit heller Sonn« And einem blauen Himmel ganz gut an. Wer sich durch ein paar Aprilhuschen nicht schrecken läßt, wird aus der wilden Stadt Berlin-heraus ein paar schöne Tage im programmäßig frischen Grün verleben können. Programmäßig blühen auch schon die Veilchen, und die absterbenden Schneeglöckchen reichen gerade noch den erwachenden Maiglöckchen und den Krokusien die Hand. Die dicken Blüten der Tulpenbäume entwickeln sich rund und nett und den Knospen der Kastanien hilft die Sonne allgemach zum Aufspringen. Dazu rüstet der Berliner Magistrat seine Farbentöpfe, um die jungen Blätter programmäßig in jenen bunten Firnis zu tauchen, der die diebischen Naturfreunde, die sich Blumengärten auf städtische Kosten halten, zurückschrecken soll. Kurz, alles ist bereit, ge- wohntermaßen in den Frühling zu treten. Die Ostereier sind in diesem Jahr zw unserer Freude schon recht ansehnlich ausgefallen. Es gibt schon wieder solche aus Marzipan und aus reiner Schokolade mit bunten Blüm- chen darauf. Es gibt schon wieder winzige. Kücken und junge Hähnchen aus der großen Schokoladenmenge, mit der uns das Ausland so Wohlwollend überschüttet hat. Nur Oster- eier� aus Zucker gibt es nicht, denn den haben vorläufig die Schieber für höhere geheimnisvolle Zwecke beschlagnahmt. Die richtigen Hühnereier, die wir in Berlin so gerne buntge- färbt zu Ostern lieben, ermöglicht uns das deutsche Huhn zum Vorzugspreise von zwei Mark pro Stück, wofür Wir ihm un- endlich dankbar sind. Ja, Wir sind recht bescheiden geworden auch hinsichtlich des Osterkuchens— und Bratens, die uns aus Schiebers und sonstigen Gnaden hintenherum schon für die Höhe eines Wochenlohns mit offener Hand dargeboten werden. Unter den überall versteckten Ostereiern, den guten und weniger guten, gab es zwei, die von den Schicksalshasen eigens für das ganze deutsche Volk und im besonderen für die Stadt Berlin gelegt waren. Das eine schillerte äußerlich wunderbar stablfarben und schoß förmliche Blitze. Man sah es ihm an, daß es ein gefährliches Osterei war und legte es ein wenig nachlässig beiseite. Es explodierte vorzeitig mit erschütterndem.Krach, denn es war ein sehr faules Ei, und spie schreckliche Dinge aus. Ein wüstes Ehaos sprudelte dar- au? hervor. Es blitzte und funkte und stank und hätte man den hervorquellenden Unrat nicht besonnen erstickt, so wäre seine Pest dem Lande zum Verhängnis geworden. Jetzt liegen noch seine Schalen herum pnd man muß sich hüten, sie dem anderen Ei des Schichalshasen zu nahe zu bringen. Dieses andere Ei ist eine.Hoffnung in einer zurzeit noch unansehnlichen Sckiale. Es ist ein gewaltiges Ei. das wohl eine Zukunft in sich birgt. Horcht man daran, so hört man, wie es sich im Innern regt, wie es pocht, pocht und im Kerne schlägt. Nein, es fit diesmal kein faules Ei. Man horcht von allen Seiten und hört deutlich, wie es drinnen zum Leben wächst, wie Hämmer schon sachte schlagen und Räder im An. laufen find. Wie Kolbenstöße langsam Atem holen und eine gewaltige Sinfonie freier Arbeit zu dröhnen anhebt. Da- zwischen noch Mißtöne und schrille Rufe, die aber immer er- stickt werden durch das lauter werdende Pochen der Hämmer, Rollen der Räder, Schlagen der Kolben. Hoffnung,-Hoff- nung. Aber es kommt alles auf die Henne an, die'dieses Osterei voller Geduld und Geschicklichkeit ausbrüten wird. Glückauf zu diesem Brutgeschäst. I£. Keine Wiedereinführung der Sommerzeit. In der Oeffentlichkeit sind neuerdings mehrfach Stimmen laut geworden, die sich für die Wiedereinführung der Sommerzeit aus- gesprochen haben. Auch bei der zuständigen Stelle des Reiches ist, wie die'P. P. N. erfahren, die Frage eingehend erwogen worden, ob die im vorigen Jahre von der Nationalversammlung abgelehnte Gesetzesvorlage betr. die Sommerzeit zu erneuern wäre. Bei der Beratung des Gesetzentwurfs im Jahre 1919 hatte sich gezeigt, datz die Bedenken und Wider st ände gegen die Sommerzeit, namentlich in Süddeutschland und in der Landwirtschaft des ganzen Reiches, vielfach auch in der Jndustriearbeiterschaft derart gewachsen waren, daß die Vorlage der Regierung in der Nationalnersammlung nahezu von allen Parteien mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Gegen die Einführung der Sommerzeit hat sich jedoch inzwischen ein neuer Umstand ergeben. Im besetzten rheinischen Ge- biet ist vom 13. März 1920 ab die mit der mitteleuropäischen Zeit übereinstimmende Sommerzeit eingeführt worden, so daß gegenwärtig rechts Wid links des Rheins Zeitgleichheit besteht. Diese würde wieder durchbrochen werden, wenn Deutschland die mitteleuropäische Sommerzeit einführte. Die großen Nachteile, die aus einer Zeitdifferenz längs der Rheinlinie erwachsen würden, sprechen entscheidend dafür, schon ans diesem Grunde von der Ein« sührung der Sommerzeit in diesem Jahre abzusehen. Wo noch etwas zu holen ist. Das Wohnungsamt Berlin bemüht sich, Räume aus- findig zu machen, die zur Unterbringung Wohnun-gsuchender benutzt werden könnten. In Frage kommt neben Zerlegung großer Woh- nungen in kleinere besonders die„wohnliche" Herrichtung von Ge- werberämnen(Geschäfts- und Lagerräumen), leider auch von Räumen in Keller- und Dachgeschossen Wie verhält sich nun das Wohnungsamt da, wo mit einem Gewerberaum schon eine Wohnung verbunden ist? Was tut das Amt, wenn diese Wohnung nicht bewohnt, sondern als Lagerraum benutzt wird? Hierzu erhalten wir einige Mitteilungen von einem Manne, der heiraten will und eine eigene Wohnung braucht. Er hatte sich an die Wohnungsinspektion in der Potsdamer Straße gewendet, konnte aber auch von dort aus keine solche erhalten. Seit langem ist er auf der Suche nach Räumen, die er selber der Woh- nungsinspektion als zur„wohnlichep" Herrichtung sich eignend emp- fehlen könnte. Dabei ermittelte er in nicht sehr großer Entfernung vom Bureau dieser Wohnungsinspektion nach und nach sechs Wohnungen, die ihrem Zwecke entzogen worden sind. Möbelhändler haben außer den von ihnen bewohnten Woh- nungen noch andere Wohnungen inn«, die zusammen mit Läden ge- mietet sind und als Lagerräume benutzt werden. Unser Gewährs- mann ist der zutreffenden.Ansicht, daß diese Wohnungen nicht länger ihrem Zweck entzogen bleiben dürfen, sondern für Wohnung- suchende freigemacht werden müssen. Er hat die Wohnungsinspektion von diesen Dingen in Kenntnis gesetzt und wartet nun auf Bescheid, der hoffentlich in seinem Sinne aussallen wird. Vier der von ihm ermittelten Wohnungen liegen zwar auf dem angrenzenden Schöneberger Gebiet, aber es bleiben für den Bezirk der Wohnungsinspektion immer noch zwei mißbräuchlich benutzte Wohnungen. Warum ist die Wohnungsinspektion nicht schon selber auf diese Wohnungen aufmerksam geworden? Verbesserungen im Ring- und Vororwerkehr. Der Sommer- fahrplan der Eifenlbakmdirektion Berlin wird«me große Anzahl von Fahrplanverbesserungen bringen. Zur Erreichung besserer Uebergänge worden auf den Stadtbahnstvecken Potsdam— Erkner, Halensee— Grünau und Grunewald— Kaulsdorf völlig neue Fahrpläne aufgestellt werden, da- mit die Reisenden auf den in Frage lammenden Ringbahnsdationen Stralau-Rummelsburg, Treptow, Halenfee und Westend nach den Ringbahn Höfen schneller Anschluß finden als bisher. Die Wieder- einlegung von Nord, und Südringzügen ist jedoch nicht geplann Sie kann zurzeit wogen technischer Schwierigkeiten nicht durchgeführt werden. »' Zur Erstattung eines Teilbetrages der März-MvnatSkarten hat sich auch die Eisenbahndirektion Berlin entschlossen. In der Zeit vom K. bis einschließlich 30. April werden unter Um- gehung des bei anderen Erstattungsanträgen vorgeschriebeneu Weges über'die Verkehrsämter, den Monatskarteninhabem gegen Rückgabe der Monatskarte am Schalter der Ausgabsstation sieben Einunddreißigstel des Fahrpreises erstattet, jedoch nur in den Verkehrs schw achen Stunden. In den Fällen, wo die Reisenden die Monatskarten bereits abgegeben haben, müssen die Ersdattungs- antrüge nach wie bor schriftlich an das zuständige Verkehrsamt gerichtet werden. Ein mysteriöser Leichenfund beschäftigt gegenwärtig die Steglitzer Kriminalpolizei. Am Donnerstag wurden aus dem Teltoiv- kaual die Leichen zweier Personen herausgezogen, in denen später die 24 jährige Klara B ö h n e r t und der 30 jährige Gasanstalts- arbeiter Paul Neugebauer, beide aus Mariendorf, reko- gnosziert wurden. Die B. war mit'Neugebauer verlobt und beidehatteu sich am fraglichen Tage getroffen, um den Bruder der Böhnert zu besuchen. Seit dieser Zeit wurden sie vermißt. Zwischen dem Braut- paar war es in letzter Zeit zu Streitigkeiten gekommen. N. war eifersüchtig auf das Mädchen und behauptete, daß die Braut das Verlöbnis lösen wolle. Es wird nun angenommen, daß er während des Spazierganges, den sie von Mariendorf nach Steglitz am Teltow- kanal entlang gemacht haben, wiederum einen Zank mit der Braut gehabt und sie im Jähzorn ins Wasser gestoßen hat. Neugebauer scheint dann den Tod gesucht zu haben, denn seine Leiche wurde gleiibfalls im Teltowkanal gefunden. Ausgeschlossen erscheint, daß die Böhnert, die sehr lebenslustig war und für die nächsten Tage Verabredungen mit Verwandten gehabt hat, ei n v e r st a n d e u war, mit dem Geliebten in den Tod zu gehen. Preiserhöhung für Margarine. Die anhaltende Preissteigerung auf allen Gebieten bat die Kosten der Margarineherstellunq in- zwischen so sehr erhöht, daß der Reichswirtsckaftsminister sich ge- zwungen gesehen hat, ab 1. April den Preis für die im Inland hergestellte Margarine auf 39,76 Mark für das Kilo ab Fabrik zu erhöhen. Verloren. Auf dem Wege Niederschönhausen— Berlin hat ein Funktionär des Deutschen Holzarbeiterverbandes 17 Verbands- b ü ck e r in der Siraßenbabn liegen lassen. Der Finder wird um Abgabe der Bücher im Bureau. 80 16, Rungestrahe 30, Zimmer S, gebeten. Zirkus Busch. Die neue Pantomime.Der Wilddieb' hatte bei ihrer Erstausiübrunq am Donnerstag einen ungewöhnlichen Erfolg. Sie füllt eitten erheblichen Te!l des Abends, und da auch der zirzensische Teil de? Avril-ProgrammZ außerordentlich umfangreich ist, so müssen die Abend- Vorstellungen von heute(Ostersonntag) ab st. Stunde früher gelegt werden, beginnen also bereits um 7 Uhr. Im Zoalogischon Garten melden sich jetzt die„Osterlämmer'. und die westsriesischen Milchschafe haben schon zwei Paar Zwillinge gebracht. Diese große, schwere, grobwollige Schasrasse vertritt in den Marschgegenden der Nordseeküste die Ziege und wird, wie diese, gemolken.— An beiden Ofterfeiei tagen großes Konzert vom Streichorchester der Berliner SicherbeitS- webr unter Leitung des Musikdireltors Braß von 4 Uhr nachm. bis 10 Uhr abends, bei gutem Wetter im Freien, sonst im Saal. Freie Turuerschaft Berlin, Bezirk Neukölln. 2. Osterfeiertag Fmnilienvartie Ravensteiner Mühle. Treffpunkt 12»/, Uhr Bahnhol Neu- kölln. Abends geselliges Beisammensein bei Marienseld, Kaiser-Friedrich- Ecke Jansastraße._ Grosi-Berliner Lebensmittel. Berlin. In der Woche vom 5. bis 11. April darf Brot und Mehl nur aus die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte da? Stichwort.Gerste' tragen. In Pen Bezirken, die diesmal an der Reihe sind, wird inländisches Frischfleisch oder ausländisches Schweinefleisch ausgegeben. In den anderen Bezirken gelangen ausländische Fleisch- und Wurstkonserven und ausländisches Büchsenfleisch zur Ausgabe. Ferner: 126 Gramm inländisches Kartoffelstärkemehl, 125 Gramm Haferflocken, für Jugendliche 200 Gramm Weizenaneß. an Kriegsbeschädigte 4 Pfund Nähr- mittel, an Kinder im 1. Lebensjahr l'l, Pfund Weizengrieß, an Kinder im 2. Lebensjabr t Piund Weizengrieß.— Von morgen. 4. d. M., ab wird auf die 0 l-Karle>/, Liter Vollmilch verausgabt. Sonstige Belieferung bleibt unverändert..,. ,, Ebartottenburg.'/, Portion Auslaudsmarmelade oder'1, Pfd. Auslandskunsthonig. Ausstichware.'/, Pfd. Auslandssirup. 3 Päckchen Puddingpulver. 150 Gramm amerikanisches Weizenmehl. 125 Gramm amerikanisches Zerealmehl. 260 Gramm Maisflocken. Aus Anlaß des Ostersestes werden verteilt an Kinder, vom I.— 6. Lebensjahre je zwei Päckchen Keks bezw. Zwieback, an die HauSbaliungen Milchsühlpeffe, und zwar erhalten die großen Haushaltungen 4 Päckchen, kleine Haushallungen 2 Päckchen. An Kriegsbeschädigte- je 1 Psd. Teigwaren, Graupen, Haser- Nährmittel und inländische Hülsensrüchte. Schwangere Frauen vom vierleu Monat ab 2 Piund Weizengrieß, 3 Psd. Zwieback und eine Büchse konden- fierte Mil-b mit Zucker. Schöneberg. Für ausfallende Kartoffeln 200 Gramm geschälte Hülsen- fruchte sowie 200 Gramm Kartoffelstärlemehl; außerdem 500 Gramm in- länd. Erbsen? ferner Fortsetzung der Oster-Sonderverieilung. Die Ausgabe der auf Abschnitt 14s bis g der Kartoffelkarte aufgerusenen 300 Gramm geschälter Hülsensrüchte wird bis zum 13. April verlängert. Aus Nährmittel- ionderkarten je zur Hälfte Haferflocken und Weizengrieß. BT] Jan Krebsereuter. Deine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von HanS Müller-SchlSsser. (Schluß.) Jan blieb an einer Landungsbrücke stehen und schaute auf das Wasser. Da sah er einen breiten, plumpen, schweren Nachen, der in der statten Strömung an seiner Kette zerrte wie ein Hund, der los Will, um seinen heimlehrenden Herrn zu begrüßen. Jan stutzte und schaute aufmettsam hin. Er erkannte den alten Lotsennachen feines Vaters. Hell auflachend, schlug er sich auf den Schenkel. Dann lief er über die Landungs- brücke und sprang in den Nachen hinab. Di« Ruder hob er auf und küßte die von den Händen seines Vaters blankge- scheuerten Griffe, setzte sich auf das beinahe durchgeschlissene Brett, stemmte die Füße gegen die Seitenwönde, lachte und wiegte sich vor- und rückwätts wie beim Rudern. Dann sprang er wieder auf, klettert« die Landungsbrllcke hinauf und rannte in freudiger Erregung nach Hause. „Mötterkel" rief er, indem er die Tür zur elterlichen Wohnung aufriß,„Mötterke, jetzt Hab' ich den richtigen Ver- dien st I Ho. ho. als ob ich dat nit gewußt hätt'l Ich werd' LotS, wie der Vatter selig gewesen ist! Soll dat Handwetts« zeug vom Vatter denn faul werden? Ho, ho!" Trüdeke lächelte und nickte und sagte dann mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung: „Endlich kömmt Jan zum Wams! Dafür hätt'st du dir nit soviel Umweg' und Umständ' zu machen brauchen."-- Jan wurde also Lotte und ein tüchtiger Lotte, und die Schleppschiffer sagten: „Man merkt, es ist dem Grades' sein' Art!" Ein Vierteljahr später heiratete er das Schönens Nett- chen und baute sich in der elterlichen Wohnung ein fleines, warmes Nest. Sern« Mutter begnügte sich mit einem Kämmerchen nebenan und war glücklich, das Glück ihres Jan täglich vor Augen zu sehen. Und nach einem Jahre, als er von einer Lottenfahrt aus dem Herdter Loch heimruderte, sah er seine Mutter am Werft stehen und mtt ihrer weiß und blau gestreisten Schürze winken. Er kettete mit zitternder Hast seinen Nachen an und sprang an Land. Da fiel ihm seine Mutter weinend um den .Hals. „Ich gratulier' dich, Jan?" rief sie schluchzend.„Ein Jung! Und als wärst du's vor fünfundzwanzig Jahren! Oh, wenn deinem Vatter die Freud' noch wär' vergönnt ge- Wesen! Och, so ein lecker Rosenknöppke! So ein lieb Herr- gottsschäfchen! Nee, nee, och, ich bin ganz, ich weiß nit, wie!" Und während ihre Großmutrerfreude in tausend Zätt- lichkeitsnamen für den Erbprinzen ausströmte,, stolpette Jan stumm neben ihr her, aber er schneuzte sich fortwährend und rieb sich mit dem Handrücken über die nassen Augen.— Am Abend ging er ins„goldene Engelchen", verkroch sich in eine Ecke und begoß das Blümchen seines Glückes, begoß es so kräftig, daß der Wirt ihn nach Mitternacht vor die Haustür' begleitete und ihm einen guten Heimgang wünschte. Jan schwankte und stampfte wie sein Lofiennachen bei Sturmwetter nach der Zitadellstraße. Ueber ibm flimmetten am schwarzblauen Himmel die Sterne, und Jan reckte die Arme hoch und spreizte die Finger nach ihnen, als ob er sie zu sich herunterziehen wollte. Er seufzte und lochte und schluchzte und schrie:„Ich freu' mich!" und sprang wie ein jBock in die Liöhe. Pustend blieb er bor dem Hause stehen, über Hessen Tür die vergoldete Brezel im Nachtwinde schau- kelte und leise knarrte. Er stolperte den steinernen Dürpel hinaus und griff in die Tasche nach dem Hausschlüssel. Da! er hatte ihn vergessen. Er bumste geaen die Tür. daß es dumpf durchs Haus dröhnte, besann sich, schnttt ein Gesicht wie ein erschrecktes Kaninchen und ttpvte sich qegen die Stirn und schaifte noch oben. Darauf ttovste er mit dem Knöchel ganz leise an die Tür, aber es hätte ibn niemand. Das ganze.Hans schlief. Und als er so einige Mal? vergeblich aeklopst hotte/ zuckte er mit den Achseln und setzte sich auf den Düppel mit dem Rücken gegen die Tür, zog die Knie an, legte die Arme darum lind lehnte den Kopf gegen den Pfosten. Und wie er so duselnd dasaß, war es ibm, als ob das Blümchen seines Glückes zu einem großen Baume auf- schoß an dem lauter goldene Aepfel hingen, in deren Glanz di�Sonne sich tausendfach spiegelte, und in dessen Zweigen buntschillernde Vögel sich schaukelten und ihn in den Schlaf zwftschetten. Und er ttäumte, sie schüttelten ihre dursten Federn ab, die er alle in die Lust bliese, daß sie tirbelten und tanzten.— Plötzlich wurde er wach. Nicht weit von ihm hotte er „hui brrr, hui brrr". „Aha," dachte er un6 erhob sich ächzend, schlenkerte die steifen Beine und schüttelte sich vor dem kühlen Morgenwinde. Die Straße lag noch-in violetter Dämmerung da, aber über den Dächern strahlte schon das Gold der Morgensonne, die Hubertis Drossel, mit ihrsm„Totti taiü" begrüßte. „Aha," dachte Jan und nickte,„dat ist der Baas, der den Hasserkempel vollpumpt." Und er klopfte kräftig gegen die Tür. Nach einiger Zeit hörte er den Baas durch den Haus- gang schlappen. „Wer ist denn da?" fragte der Baas. „Ich, der Jan, Baas! Macht mir auf!" Der rosttge Schlüssel knirschte, und die Tür ging lang- sam auf. „Gode Marge,' Baas!" Der Baas starrte ihn durch seine Brille verwimdett und etwas blöde an. Der gute Baas wgr all geworden. Sein Bäuchlein war zusammengesunken wie das seiner Nikolas- Weckmänner, wenn sie nicht mehr frisch waren, die Beine standen krumm wie bei einem abgearbeiteten Pferde, und sein Schnauzbatt hing grau und fuselig über den Mund. „Jan, du? Junges, Junges, Junges, woher kömmst du denn so früh am Dag?! Und Wal ich übrigens noch sagen wollt', Jan, ich gratulier' zu dem Jung! Siehe, heißt es im Psalm. Kinder sind eine Gabe des Herrn! Und dat kann man wohl sagen, Jan. und die Kinder—" „Merßi, Baas!" unterbrach ibn Jan und rief, während er die gewundene Treppe hinauffprang,„der Jung schreit nach dem Vatter!" Oben auf dem dritten Stock blieb er aufatmend und mit klopfendem Herzen-stehen. Die Sonne stand grell hinter dem vergitterten Fensterchen, durch das er seine Aermchen nach dem Regen ausgestreckt hatte. Sein Fuß stolperte über das Loch im Boden, den Schauplatz seiner Sündflist, und er sah im Geiste seinen eigenen steinen Jan. dessen kräftiges Geschrei durch die Tür drang, an diesem Fensterchen stehen und er begriff, daß die Welt ein Kreis ist. der seinen Mittel- Punkt in jedes Menschen Brust hat, dessen Umfang aber nie- mand erfassen kann.--- Wilmersdorf. 3 Pfund Kartoffeln auf 1.5a 6iS 16o., auf 15d und 15e £50 Gramm Grogbrot, auf 181 und log 200 Gramm ausländische Hülsenfrüchte, 378 Gramm Zucker, 128 Gramm Weizengrteff, 123 Gramm Graupen. ftrifchgebackenen Kels mit Slusdruck.Kommission Vlb* 250 Gramm. Für Kinder 2 Päckchen Zwieback. 6 Päckchen Milchsügspeisen. Für Kinder von über 6 Jahren bis zum vollendeten 14. Lebensjahre 2 Päckchen Zwieback, 3 Päckchen Milchfügspeifen. Für Personen von 68 Jahren und darüber 2 Pickchen Zwieback, 126 Gramm Sveisesirup und 128 Gramm Zucker. riibcnsajt. Für Kriegsbeschädigte 4 Pfund Nährmittel. Für werdende Mütter 80 bis 200 Gramm Trockenganzei, 1 Dose Malzextrakt 3 M., 3 Dosen Kondensmilch. Für stillende Mütter. 80 bis 280 Gr. Trockenganzei. Lichterfelde. 280 Gramm AuSlandSmarmclade, 280 Gramm Grieß, 280 Gramm auSI. Kartoffelmehl aus Jugcndlichenkarte, 378 Gramm Zucker, 1 Psund Haferflocken für Kinder bis zu 2 Jahren, je 1 Pfund Haferflocken auf daS Mittelstück der März-Milchkartcn AI, All, CI und Oll, zusammen 1 Psund Haferflocken und 128 Gramm Kakao aus jedeS MUtelslück der März-Milchkarten BI und Sil. 1 Psund Haserflocken für KOjährize und darüber, 1 Pfund Gerslcnslockcn für Kinder vom 7.— 12. Lebensjahr«, Kriegsbelchädigte 4 Pfd. Nährmittel, für heimkehrende Kriegsgefangene 280 Gramm Hülsenfrüchte. Lankwitz. 3 Psund Kartoffeln, 280 Gramm Marmelade, 128 Gramm Weizengrieß, 128 Gramm Graupen. Auf Fugendlichen-Karten 200 Gramm' Geritenflocken. Ferner 280 Gramm Zerealmehl, 280 Gramm gesch. Bohnen, 280 Gramm MaiSmehl. Steglitz. 800 Gramm Haserflocken. 280 Gramm Hülsenfrüchte. Neukölln. 300 Gramm Mühlensabrikate. ein Brieschen Süßstoff. Ab Donnerstag Verteilung für Jugendliche in den städtischen Verkaussstellen aus Jugendlichenkart«. Daselbst sreihändiger Verkauf' von Fleischkonserven fKilodose 9,50 M.). Xreptow. Auf die 3 Abschnitte 15a bis 15o der Kartoffelkarte 8 Pfund. Dt« Abschnitte 13a bi« 13o und 14a bis 14o werden, soweit es noch nicht geschehen, mit je 3 Pfund nachträglich beliefert. Als Gesotz für ausfallende Kartoffeln 280 Gramm Erbsen. Haserflocken 280 Gramm. Marmelade 280 Gramm. Süßstoff 1 Paket. Britz. 280 Gramm Teigwaren, 1 Pfund Reis, 1 Pfund Maisflocken, 1 Dose Malzextrakt,'/, Pfund Mitchfüßspeise, 1 Psund kleine weiße Bohnen. Für Kriegsbeschädigte 1 Pfund Teigwaren. Für werdende Mütter und Kinder Psund Teigwaren. Auf Kartoffelkarle 3 Psund Kartoffeln, 300 Gramm Hülsenfrüchte, 1 Psund Karloffelscheiben. Friedrichöfelde. Roch vorhandene Bestände an Malzextrakt sollen an Kranke aus'/.»Liierkarten abgegeben werden, je eine Büchse. An Schwangere und stillende Mütter, solange Vorrat reicht, lL Psund Speck oder Fleischkonserven. Lichtenberg. 128 Gramm Weizengrieß, 128 Gramm Graupen, iluf UrlaubcrbczngSkarten 100 Gramm Nährmittel und 250 Gramm Marmelade. Für heimgekehrte Kriegs, und Zivilgesangene 280 Gramm ausländische Hülsenfrüchte. Hermsdorf. S Stück große Salzheringe. Hroß-Serlkner parte!nach?!chten. TienStag,«. April: 11. lklbt. 7 Uhr Mitglicdersamnllung Skalitzer Str. 89 bei Gelsler. Reinickendorf-Weft. 6 Uhr Generalversammlung in der 8. Ke- meindcschule, Auguste-Viktoria-Allee 36/37, Vortrag über die polltische Lage. öilöungsveranftaltungen. Bezirks-Bildungsausschuh Groh-Berlt«. Die am'Sonntag, den 14. und 21. März, ausgefallenen Konzerte für .Heitere Musik' finden heute im Blüthncr-Saal statt. Für Inhaber roter Karten nachmittags 2'/, Uhr, für Inhaber grüner Karten nachmittags 4'/, Uhr. Marken für Abonnenten, a 2,50 M. sowie Etnzeltarten a 3 M. noch an der Kasse.— TollerS«Wandlung' im Tbeater.Die Tribüne', 1. und 2. Osterseiertag, nachmittags 3 Uhr. Eintrit 3,80 M. Die Ber« losung beginnt um 21/, Uhr im Vorraum des Theater». Karten sind noch in beschräntter Anzahl am Eingang zu haben.— Sonntag, den 11, Avril, vormittags 11'/, Uhr, als letztes AbonnementS-Konzert— Beethoven- Konzert— im großen Saal der.Neuen Welt', Hasenheide 108/114. Die Marken sind unverzüglich einzulösen. �ugenüveranftaltungen. Gesundbrunnen.'Reiutlkeudorf-Oft. Weddtug. Heute Frühling». seier in den«PharuS-SäUn'(kleiner Saal), Müllerstr. 142. Saalöffnung 8 Uhr. Einlaßkarte a 1,25 M. an der Kasse. Snefkasten üer Neüaktion. F. T. 1100. Ein Briefmarkensammlerverein, der nur aus Partei. genossen besteht, ist uns nicht bekannt. Em Verzeichnis dieser Vereine finden Sie im Adreßbuch 1920, Teil II, Seite 28. Kh«. Ja, ist heilbar. 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Walter Krlsteller. Tief erschllttert trifft uns die Nachricht, daß unser lieber Chef Herr Julius Fischbein plötzlich und unerwartet einem Herzschlage erlegen Ist. Mitten heraus aus einem arbeitsfreudigen Leben wird uns ein mit vorzüglichen Charaktereigenschaften ausgestatteter lieber Freund entrisse«. Sein Fleiß, sein Edelmut, seine Herzensgute sichern ihm in unser aller Herzen ein ewiges Qedenkeni Die Prokuristen und Vertreter der Firma Fischbein& Mendel. Am Freitag, den 2. April, verstarb plötzlich und unerwartet unser hochverehrter Chef Herr Julius Fischbein. Wir betrauern In dem so jäh Dahingeschiedenen, dessen Tod fOr uns einen unersetzlichen Verlust bedeutet, einen Mann von überaus grober Herzensgüte und Leutseligkeit Jedem Einzelnen Freund und Berater. hatte er für uns stets ein offenes Ohr und sorgte in wahrhaft väterlicher Welse für sein Personal. Seme seltenen Charaktereigenschaften sichern Ihm bei uns allen über das Qrab hinaus eine dauernde, dankbare Erinnerung. Das Personal der Firma Fischbein A Mendel. . schmerzlich bewegt hat uns die Nachricht von dem Ableben unseres Arbeitgebers Herrn Julius Fischbein. Wir stehen trauernd an der Bahre dieses edlen Menschen, der stets für unsere Angelegenheiten ein offenes Ohr hatte. Seine seltenen Charaktereigenschaften alehem Ihm bei uns ein dauerndes Gedenken! Die Zwlscbeafflelster and Zvlschenmelsteiinnen der Firma Fischbein 4 Mendel. Jäh und unerwartet traf uns die Nachricht von dem plötzlichen Ableben unseres Herrn Julius Fischbein. Wir verlieren In demselben einen gütigen, allezeit hilfsbereiten Arbeltgeber, dem wir über das Grab hinaus ein Immerwährendes Gedenken bewahren werden I Die Heimarbeiter and Helmarbelterinnen der Firma Fischbein& Mendel. Spezial- Arzt uÄ�IdÄÄ� speziell veraltet. Fälle, Salvacsan. Kuren, UHn- u. Blatantersuchangcn. Separates Damenzimmer gMV Brate�nnd älteste Hefl.Aastalt Löser."MM Dir. Löser senior. Dr'sk�ui Nur Rosenthaler Str. 69-70 il 6. flbt. Bez. 95. Sin Opfer her Wirrnisse wurde am 20. 8. 20 unfee Eenaffe 1121b Rfcbarö Böttcher gibieinftr. 15. ®U Seerblguna findet am Mittwoch, 7. April, nachmittag« 2V, Uhr, auf dem©amlfon• Kirchhof, Hasenheide, statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Für die, ahlreichen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hin« icheibcn meine« unllergeßitchen Gatten füO Georg Heldrlch sage ich allen Wahlkreisen, in«- besondere Herrn Manasse für dir trostreichen Worte am Grade meinen Danli Vnal Qcibrldh, Gustau-MMer-Etr. 4«. WWS'SlMMe Der MlN'MW zu Berlin. Onientl. iDSSfMsitzosii der Vertreter der Kassenmit- glieder und der Iunungomit» glieder am Titantag, Den 12. April 1920, adends SUhr. im,?ol,arb«iter- Verbands- hau»«, Rungestr. 80. Hof pari links, im EitzungifaaL Tage sordnung: 1. Bericht de» Borstande». 2. Abnahme der Zahresrech- mmg 1919 und Bericht de» Sied). nungz-Prtifung»au»schusse,. S. EaWngsiinderuirg,§§ 11 und 89.' 4. Verschiedenes. Berlin, den 9. März 19M. Der Barstand: Otto tironau, Porsidenber. Herm.Näteduscb.Echnslstihrer. Die den Herren Vertretern zugehende Answei-karte dient gieichzeiitg als Quittung Oder den Empfang der Eutschädi- giing._ 282/12 ZMsilielöM i>llAMNle« Bezirk Groß-Berli». Berlin SV 61, Bellealliancestr. 7— 19. Tel.-Ziollendors 4480—»Z. Postschelkkonto Zir. 55822 Ma; Weyland. Achtung, Beitragserhöhung! Mit Wirkung vom 1. April 1929 sind auf Grund der Be- fchlüsse der Gencralversammlungen vom 9. und 89. März 1929 die Beiträge wie folgt festgefetzt: KL III bisher 8,- ML jetzt 6 ML pro Monat •'!» J'-"'.5'•• jr,••• 19»»» Fugend. 0,75.„,., Mit diesen Beitragssätzen wird gleichzeitig der aus der Bei. rätekonserenz beschlossene vierteljährliche Extrabeitrag abgelöst. Für da« 1. Quartal 1920 ist der Extrabeitrag in Höhe der alten Beitragesätze zu entrichten. Die Bestrags-ahiung erfolgt in den Betrieden, im Orts- bureau. in den gahistellen oder auf Postschedlonto Nr. 55828 Mar Weyland. S/2 Berlin, den L April 1920. Dir Orfsncreoalfnnf. vetzMesungg-zZM A ßsA A«-fch»st»stelle: verein auf c 2 fieaenfem«. f BurgftraßeZT Behördlich--lephont genehmigt. Norden 19787. SotMiig Oer oettoileo liigiieoet-üeMioos am Mittwoch, den 21. April, abends 6 Uhr, im GewerkschnftshanS. Engelufer 15, Saal 4. Tagesordnung: 8. Beratung der an den Borstanb gestellten Anträge. 7. Vereinsangelegenheiten. Ohne Mitgiiedskarie kein gutrittl Neuaufgenommene Mitglieder haben die Aufnahmequittung mitzubringen. eten. pünktlich zur zu erscheinen. Am Tage der ordentliche» Mitgliederversammlung wird die Deschästostelle um 1 Uhr geschlossen. Z97/S t>«t varstand. deutscher polierbunö Bezirksverei« Gross-Berlin. Mittwoch, den 7. April, abend« 7 Uhr, in den MustkersSIen, Kniser-Wilhelm-Ste. 81: Hauptversammlung. Tagesordnung: L Bericht über da» abgeschlossene Bierteiiahr. 2. Bericht des Kafsterers. 8. Bundesnachrichten. vor varstand. I. A.:?. Sr ahl. 11825 Tel.: Steglitz 2398. 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Ich habe meinen Wohnsitz aus Graudenz nach Berlin ver> legi, bin hier zur Aechisanwaitschast zugelassen und zum Notar ernannt worden.— Mein Bureau befindet sich Joachimsthaler Straße 41 (Bahnhof goologischer Garten). Justizrat Dr. Bruno Cohnberg; 59/2 Fernsprecher: Eteiupiatz 12325, Am Donnorstsgj den». April, abends 7>/3 Uhr pflnKtln spricht Gen. Dr. KOstow über Prodoktionspolitik and Soziallsierong in der Landwlrtscliaft in WeUtenstenhan, SchSnebcrger Ufsr 28. Gäste willkommen. 228,9 iDr.ffiEüartBEirtL'ÄB;!!! SprechsL 12—2,'/j 6— VjlO Uhr abds. Sonnt.'/tll—I Uhr [ Spezialarzt für Haut- und Harnleiden,| Harn- u. Blutuntersuchungen. Aiilkilrende Broschüre mit Beschreibring sämtl.Hellrer- �fahren im verschl. Kuvert gegen Einsendung v. M. 1,50.J Spezial'Behandlung;--G» voli Haut-, Harn-, Unterleibsl, Frauenleid., spez. verartete hartnäckige Fälle, Schwäche; Salvarsan-Kuren.— Urin- u. Biutumersuchungen, Licht- u. Flnsen-Behandlung. Elektr. 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