Nr.17S.g7.z-hr». Bezugspreis: B erteljShrU 2l.— Mi�monatl. 7.— Mi, frei ins Saus, voraus zahlbar. Post- vezug Monatlich 7,— Ml. nfL Zu- ltellunaszediUir. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 10 Z> Ml» für das übrige Ausland 14 50?Il.dei täglich einmal. Zustellung 2 SO Ott. Postbestellungen nebmen au Vänemarl. öolland. uuremburg, Schweden und die Schweiz. Ein- getragen in die Post» Zeitungs- Preisliste. Der.Vorwärts" mit der Sonntags- beUage.Voll u. Zeit" ericheint Wochen- täglich zweimal. Sonntag» einmal. Teiegramm-Adreste �Sozialdemokrat Berlin-. Morgen-Ausgabe P-G. berliner Volksblatt � 20pf«nnlg) Anzeigenpreis: Die acktgeipaltene Nonvareilleze»» kostet 2.S0 M. Teuerungszufchlag 50°/» »alcine Anzeigen-, das fett- gedruckte Wort 7ö Pfg.(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort SS Pfg. Stellengesuche und EchlaMellenanzetgen das erste Wort So Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszufchlag S0»/» Familien- Anzeigen, politische und gewerlschastliche Verein»- Anzeigen 2,— Mi. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis S Ahr nachmittag» im Sauptgefchäst, Berlin SW 68, Linden» stratze 3, abgegeben werden. Geöffnet von 0 Uhr srüh bis S Uhr abends. ZcntraXorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfcblands Neöaktion und Expedition: EW. HS, Lindenste, z. !genkorps würden aufgelöst, die Einwohnerwehren rc- organisiert werden. Die Erklärung des Reichsivehrniinisters wurde als ein Zeichen des guten Willens aufgesastt, den berechtigten Wünschen der Arbeiterschaft entgegenzukommen. « Vom Eewerkschaftsbund geht unS folgende Erklärung zu: Bei de.« heutigen Verhandlungen der Vertreter der Arbeiter- «rgonisitivnen mit der Reichöregierung ergab sich das folgende: Tie Regierung erklärte, daß die Truppen wenn irgend möglich in den nächsten Tagen aus dem ganzen Ruhrrevicr zurück- gezogen werden. Ter Reichswchrminister hat angeordnet, daß der Bormarsch südlich der Ruhr nicht erfolgen darf. Tie gleiche Anordnung hat Tcocring grtrosfen. Seitens der Regierung ist bereits ange- ordnet, daß die Zeitfrei willigenformationcn in Deutschland sofort aufgelöst werden sollen. Desgleichen die Einwohnerwehren, die Ortswchrcn sollen nach den von den Arbeiterorganisationen gemachten Borschläge» eingerichtet werden. Bezüglich der Borgängc in Wilhelmshaven und Alten- bürg usw. erklärte der Justizministcr im Einverständnis mit dem Neichrkluizler, daß gegen die Haftentlassung der Lsfizicre durch das Reichsmilitärgericht auf Grund des Schutzhaftgcsebes recht- lich nichts eingewendet werden könne, weil keine Tatsachen beige- bracht seien, die einen Haftbefehl rechtfertigen. Munitions- lirserung an konterrevolutionäre Truppen finde nicht statt Falls solche Lieferungen vorkommen, wird die strengste Bestrafung ringeleitct Die Auffassung der Arbcitervertrctcr über die Reorgani. sation der Sicherheitswehr wird von der Reichs- regiernng geteilt. ES haben heute auch in diesem Sinne Ber- Handlungen mit dem preußischen Ministerpräsidenten stattgefunden. Gegen öen französiscben Rechtsbruch. Crkläl-ung der Elelverkschaften und der I. P. T. Der Punkt 1 unserer am K. April aufgcstcllten Forderungen „Rückzug der Reichswehr aus der neutralen Zone" darf keinesfalls fo ausgelegt werden, als wollten wir damit die widerrechtliche Besetzung von Frankfurt und anderen Orten SüddcutschlandS durch französische Truppen rechtferti. gen. Die Besetzung dieser Städte durch die französischen Truppen ist weder durch den Friedensvertrag noch durch daS Vorrücken kleiner Teile der Reichswehr in die neutrale Zone zu begründen. Wir verurteilen diese von Frankreich verübte R c ch t s v e r- l e tz u n g genau so, wie die Rcjchsrrgierung und werden diese in ihrer Awchr auf daS energischste unterstützen. Berlin, 7. April im Allgemeiner deutscher Eewcrkschaftsbund gez. C. Legten. Arbntkgemeinschast freier Bngestelltcnvrrbände gez. O. Urban. Deutscher Bcamlcnbund gez. Schräder. Sozialdemokratische Partei Deutschlands gez. Otto WelS. Tie Unabhängigen und die Berliner Gewerkichakls- kon'mission haben eine etwas anders stilisierte Erklärung be- schlössen, die gleichfalls das französische Vorgehen als„eine von auben erfolgte gewaltsame Einmischung in eine innerpolitische Angelegenheit aufs schärfste verurteilt". Die Besetzung eine Neprefsalie. Paris, 6. April. In einem in verschiedenen Blättern reröfsent- lichten Zirkulartelegramm Millerands an die Ver- bündeten beißt eS: Die Situation, die durch die brüske Offen- sive der deutschen Truppen im Ruhrycbiet geschaffen worden ist, zwingt die französische Regierung, militärische Maßnahmen ins Auge zu fassen, deren Ausführung nicht verschoben werden kann, Diese Maßnahmen tpben als einzigen Zweck. Deutschland zum R e- spekt deS Vertrages zurückzubringen. Sie haben lediglich den Charakter des Zwanges und der B o r s i ch t. ür im Ruhrrevier. Ausammenftöße in Frankfurt. Sieben Tote. Frankfurt a. M., 7. April.(Eigener Drahtbericht des „Vorwärts".) Heute nachmittag 2 Uhr kam es an der Haupt- wache zwischen der Bevölkerung und französischen Besatzungs- truppen zu blutigen Zusammenstößen, die sich bis in die späten Abendstunden fortsetzten und soweit bekannt wurde, erhebliche Opfer forderten. In der Hauptwache liegt seit Dienstagfrüh ein größeres Kommando Marokkaner mit Maschinengewehren. Auf das Gerücht von dem angeblich bevorstehenden Abzug der französischen Besatzungstruppen sammelte sich ans dem Platze eine größere Menschenmenge an. Aus bisher nicht aufgeklärten Ursachen befahl der Offizier der Marokkaner Feuer und ließ aus einem Maschinengewehr ans die Menge schießen. Die Wirkung war furchtbar. Eine Anzahl Toter und mehr als 30 Verwundete fielen dem Streufeuer der Maschinen- gewehne zum Opfer. Die Leute ließen sich aber nicht beirren und umdrängten den Platz nach wie vor. Gegen 3 Uhr erschien der Polizeipräsident Ehrler. Als dieser später mit einigen französischen Offizieren nach dem Polizeipräsidium fahren wollbe, stürmte die Menge das Auto und bewarf die Herren mit Steinen, Unrat usw., so daß diese schleunigst da- von fahren mußten. Inzwischen erschienen starke französische Truppenabteilungen mit Panzerantos und M a- schinengewehren und besetzben die Umgegend der Haiivtwoche. Später kam es am Kaiserplatz n o ch e i n m a l zu blutigen Zusammenstößen, wobei �polizeilichen Nachrichten zufolge drei französische Soldateu von der Menge erschossen und ein Offizier s ch w e verwundet wurde. Ferner wurde ein Kind er- schössen. Eine Anzahl Personen erhielt ebenfalls Ver- letzungen. Der Straßenbabnverkehr wurde gegen 6 Uhr auf allen Linien eingestellt. Erst gegen 7 Uhr gelang es dem neuerlichen Eingreifen der gesamten alarmierten blauen Polizei den Tumulten Einhalt zu gebieten und die Straßen zu säubern. Darauf trat Ruhe ein, die bis zur Stunde (10 Uhr) noch nicht gestört wurde. Frankfurt a M., 7. April.(Eigene Drahtmeldung des „Vorwärts".) Die Fraiuoien veranstalteten am Mittwoch eine Parade! Ans der Hauptwacke haben sie eine Wache in- stalliert und da die Straße von einer dichten Menschenmenge gefüllt war, die durch das Schauspiel der fremden Bekatzungs- tnippen angezogen mar, konnte die aufziehende Wache nicht gleich durch die Menge durch. Ein Junge warf einen Stein gegen den Wack'komwandanten, worauf dieser feuern ließ. Sieben Tote und eine Anzahl Verwundete blieben auf dem Platz. Das Gerücht von einem amerikanischen Ultimatum, auf Grund dessen die Franzosen die rechtswidrig besetzten Städte am Mittwoch nachmittag räumen müßten, hatte eine Be- stätignng nicht erfahren. Das französische Militär ist zum großen Teil in der 8l er Kaserne einquartiert. In dieser Kaserne wohnten zahlreiche deutsche Familien aus dem Elsaß, die von den Franzosen ausgewiesen worden sind. Nun mußten sie auch die Zufluchtsstätte ihres Elends vor dem französischen Bkili- tarismus räumen, sie sind zum großen Teil ob- d a ch l o s. Die Frankfurter Behörden geben sich die größte Mühe, mit dem französischen Militär in Güte auszuko:.nien. Die Bevölkerung ist sehr erregt, cs ist schwer, sie von nutzlosen Unbesonnenheiten abzuhalten, aber die Behörden hoffen doch, daß es gelingen wird. Frankfurt a. M., 7. Avril. Im Lau'e des TaaeS fft e» h n verickiiedentlick zu Zukam m'e n st ö ß e n zw"chen der Be- völ erung und den BesatzunaSiruppen gekommen. Zu einem blutigen Zulammenstoß lim es beiipiclcweiie miilagS an der Haüpiwa.ve, ivo. soweit bisher seitgeitelll. se lens der Bewyungslruppen ein Kiod gelötet und eliva vreitzig Personen mehr od« minder'chw> verletzt ivuiden. Millerand besteh» auf seinem Ichein. Paris, 7. April. Havas meldet: Man weiß jetzt m gai.z Deutschland, daß die Franzosen gesonnen sind, die schärfsten Maß- regeln zu ergreifen, wenn der Vertrag von Versailles nicht durch- geführt wird. In Frankreich bat di« Entschlossenheil Millerands einstimmig Billigung gefunden. Hätte der französische Staat diese Vergewaltigung einer Haupcbestimmung des Vertrages geduldet, dann hätte er damit auf sämtliche Garantien und Wiedcrgut- machungcn verzichtet. Am Ist. April läuft der Vertrag vom 9. August 1918 ab, der Deutschland erlaubt, eine gewisse Truppen- zahl in der neutralen Zone zu halten. In vier Tagen also müssen sämtliche deutschen Soldaten diese Zone verlassen haben. Millerand erklärt Herrn Mayer in seinem gestrigen Schreiben, daß die Ausführung aufs schärfste überwacht werden wird. (Siehe auch dritte Seite.)! Die Ereignisse in Kassel. Fort mit Schoeler und Lostberg! Kassel. 7. April. Vor mehr als einer Woche drahtete der Militärkommissar der Reichswehrbrigiode 11 in Kassel, Genosse Grsze- s i n s k i, an den Reichspräsidenten, er möge die Entfernung der Generale v. Schoeler und v. Loßberg vom Kom- mando der Reichswehrgruppe 2 in Kassel in Erwägung ziehen, da sich diese Herren in den Putschtagen als absolut uuzuver- lässig und nachher als ungeeignet zu einer unblutigen Eni- wirrung der Lage erwiesen haben. Die Depesche GrszesinskiS wurde gleichseitig im„Vorwärts" in Berlin und im„Kasseler Volksblatt" in Kassel veröffentlicht. Daraufhin traf folgeilde Antwort ein, die vom Reichs- wehrgruppen kommando frohlockend den Zeitungen mit der Bemerkung überwandt wunde: DaS Noichswehrgruppenkommaudo 2 bittet auf Veranlassung des Neichswehrministcriums um Veröffentlichung im Wortlaull Das Telegramm lautet: An Herrn Reichskommissar GrszesrnSki Kassel. Reichswehrgruppenkommando 2 ist von mir nnt Durchführung der militärischen Maßnahmen zur Wiederherstellung gesetzmäßiger Zustände im westlichen Deutschland beauftragt. Die von ihm er- teilten Befehle stimmen mit meinen Ansichten überein. Die im Telegramm vom 29. 3. 20 erhobenen Vorwürfe gegen daS Kom- mando wegen Einmi-schenS in militärische Maßnahmen der Bei- gade lt gehen von irrigen Voraussetzungen aus. Die Hallung der Generale von Schoeler und von L o ß b c r g war noch Ein- sichtnahme in die Akten und Prüfung der Vorgänge ein- w a n d f r e i. Der Reichspräsident. Der Reichswehrminister. gez. Ebert. gez. Dr. Geßler. Tie Berliner Zentralstellen waren in unerhörter Weise betrogen worden, wie in folgenideni gezeigt werden soll: Auch der Aktionsausschuß in Kassel hatte sich am' 29. März mit einer Eingabe an die Reichsregierimgsndet, in der er über das Verhalten der beiden Generale Beschwerde führt. Eine weitere Eingabe unter dent 4. April fordert die Absetzung der Führer des Reichswehrg ruppen ko mnrandos 2, und zwar der Generale V. S ch o e l e r und v. Loßberg und stützt sich auf eine längere Darlegung des Verhaltens dieser beiden Herren, die sich im wesentlichen mit den folgenden Aus- führungen deckt. Der Aktionsausschuß tn Kassel setzt sich au? den Ver- .tzretem der Sozialdemokraten, der Demokraten und des Z e n t r u m s zusammen, die Unabhängigen sind auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Das Deutsche Reich besitzt vier Gruppen komnrando?, und zwar in Berlin, Kassel, Stettin und München. Die über- ragende Wichtigkeit dieser vier Stellen für die Ruhe im Lande ist auch jedem Laien von vornherein klar. Als am 13. März die Nachrickst von der Berliner Meuterei in Kassel eintraf, war die Hauptfrage: Was wird das Gruppenkommando 2 machen, dem ganz West- und zum Teil Süd- deutsch! and unterstellt ist?(General Watt er untersteht direkt den: General Schoeler.) Eine einwandfreie Erklärung des Reichswehrg ruppen- kommandos war am Sonnabend nicht zu erlangen. Die Offiziere erklärten bloß, sie seien bestimmt, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten und müßten daher den drohenden Generalstreik unter allen Ilm st finden v e r- hindern. Dem Aufruf zum Generalstreik, der von den sozialistischen Ministern unterzeichnet war, müßten sie ent- gegentreten, da er in Widerspruch stehe zu den früheren Anordnungen der gleichen Minister bzw. der Regierung Bauer. DieRegierungseiverschivunden. Selbst der Versuch, die Herren zu einem Bekenntnis zu einer Regierung der Naiionalversammlimg zu bewogen, ohne den Namen Bauer oder sonst einen zu nennen, also zur gesetzgebenden National- Versammlung zu stehen, wurde ausweichend beantwortet. Der Führer der Kommission, die mit den beiden Generalen vorhandelt?, konnte daher am Schlüsse seine Worte dahin zu- iammensassen, daß er über die Stimmung der Führer de? Gruppenkommaudos 2 sagte:„DieHerrenwollenab- warten, auf welche Seite sie falle n." Darauf nickte General v. Schoeler und sagte:„Ja", verbesserte sich aber gleich wieder, um den Eindruck seiner Worte abzu- schnüchen. Den Hauptwiderstand gegen eine Verständigung bildete Generalstabschef v. Loßberg. Unter dem Eindruck dieser schwankenden Haltimg irnirde von Jwn Politischen Parteien in Kassel einschließlich der U. S. P., doch ohne Teilnahme der Rechtsparteien, der Genoralstreik beschlossen, in dessen Verlauf es dann leider zu Ausschreitungen zügelloser Elemente kam, so daß die Reichs- wehr eingreifen mußte und die sonst so ruhige Stadt Kassel über 20 Tote zu beklagen hatte. All das wäre nicht geschehen, wenn das Gruppen kommaudo 2 nicht mit 5kvpp geliebäugelt hätte. Der Sonntag brachte eine neue Verschärfung der Lage. In in Stadt war am Sonnabendabend von Wolffs Tele- graphenbureau fobgsnde Meldung verbreitet worden: Kassel, 13. März.(WTB) Vom Reichswehrgruppenkommando II wird uns mitgeteilt: In Berlin hat sich eine neue Re- girrung der Arbeit unter Genrrallandschaftsdirektor Kapp als Reichskanzler gebildet. ES sollen nur Fachminister herangezogen werben. Alle Parteien sind ausnahmslos zur Bildung der neuen Regierung aufgefordert. Der Regierungswechsel hat sich ohne Blutvergießen vollzogen. Der Oberbefehlshaber dc� Reichswehr- gruppenkommandos II in Kassel, dessen Befehlsbereich ganz West- deutschland umfaßt, hat die ihm unterstehenden Truppen ange- wiesen, mit allen Mitteln sÜÄdie Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu sorgen. Dies« Absicht muß von der Gesamtbevölke- rung unterstützt werden. Ein Streik würde Unruhen zur Folge haben, die Lebensmittelversorgung verhindern und den Wirtschaft- lichen Aufstieg Deutschlands unterbrechen. Me Behörden bleiben an der Arbeit. Wo erforderlich, wird der verfchärfte Ausnahme- zustand verhangt werden. Wie aus Berlin verlautet, herrscht dort Ruhe. Generalstreik ist bisher nicht eingetreten. Als am Sonntag Oberbürgermeister Scheibemann schriftlich gegen diese Stellungnahme für Kapp beim Reichs- wehrgruppen-Kommando Protest erhob und eine ungenügende Antwort erhielt, wollte das.Kasseler Volksblatt" folgendes Extrablatt verbreiten: Scheidemann an das Reichswehrgruppen-Kommando H. Der Mgeordnet« Scheide mann hat am Sonntag dormittaz an das Reichswehrgruppen-Kommando, zu Händen Sr. Exzellenz v. Schöler, folgendes Schreiben gerichtet: Kassel, den 14. MSrz 1920. Die deutschnationale.Kasseler Allgemein« Zeitung' hat am Abend des 13. d. M. ein Sonderblatt verbreitet, das mit diesen Sätzen beginnt: „Dom Reichswehrgruppen-Kommando II wird uns mitge- teilt! In Berlin hat sich«ine neue Regierung der Arbeit unter Generallandschaftsdirektor Kapp als Reichskanzler gebildet. Es sollen nur Fachministsr herangezogen werden. Alle Parteien sind ausnahmslos zur Bildung der neuen Regierung aufgefor- dert. Der Regierungswechsel hat sich ohne Blutvergießen in größter Ordnung vollzogen—" Wenn«S sich nicht um eine Fälschung des genannten DlatteS handelt, Und daS Reichswehrgruppen-Kommando in der Tat«ine solche Veröffentlichung veranlaßt hat, so lege ich als Mitglied der Nationalvorsammlung für den Bezirk Kassel-Foankfart a. M. im Einverständnis mit meinen vielen Zehntausenden von Wählern entschiedene Verwahrung ein. Die Veröffentlichung muß von der Bevölkerung als«ine Parteinahme zugunsten meuternder Soldaten, die sich gegen die Reichsregierung erhoben haben, aufgefaßt werden. Die ReichZregierung unter der Präsidentschaft E d« r t und der Reichskanzlerschaft Bauer ist ordnungsmäßig gebildet war- den nach den Bestimmungen der ReichZverfassung. Die Reichs» Verfassung ist gesetzmäßig beraten und verabschiedet worden von der Verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung. Die Truppe» der Reichswehr und deren Führer sind auf die deutsche Berfassung vereidigt worden. Soldaten, die sich hinter Herr« Kapp stellen, brechen ihren Schwur. Di« Regierung EberMSaner ist die rechtmäßig bestehende, augenblicklich von gewissenlosen Menschen vergewaltigt« ReichSregierung und für bi« Reichswehr kann«S zurzeit nur dir eine Aufgabe geben, dies« gefrtzmäftig geschaffene und zu Recht bestehende Negiarnng zu schützen. In der Erwartung, daß Euer Exzellenz die Veröffentlichung der.Kasseler Allgemeinen Zeitung' als Fälschung bezeichnen konrien, zeichne ich Schetdemann, Mitglied der Naticmalderscmnnlung. An das Reichswehrgruppen-Kommando z. H. Sr. Exz. Herrn Generalleutnant v. Schaler Kassel. Dt«seS Extrablatt wurde verboten. Am Sonntagpbenb ließ dann General v. Löhberg einen Vertreter der S. P. D. zu sich bitten imd teilte ihm mit, die Sache stehe so, daß der ganz« Osten, Oberschlesien, Pom- li'l"'! U1.,"!■!"■................ II1........ II" I I 11.111! I..1.'.■ was ist Sozialismus! Von Ferdinand Kürnberger. Aus dem Nachlaß Ferdinand Kürnber-er». de« markig-W Mterrelchlschen Dlchtridentcrs der nachmärzlichen Zelt, bat O. E. Deutich soeben im Leipziger Verlag E. P. Tai«inen Band.Briese eine« politischen Flüchtlings' erscheinen lassen. Diese Briefe liesern abermals den Beweis, wie sehr ihr Verfasser zu denen gezählt werden muß, deren Gedanken über ihren Tod hinaus lebendig find. Kürnberger, eines Laternenanzünders Sohn, der nach Robert Blums Er- schießung au« Wien flüchtete und In Deutschland von ISIS bis t«5S. immer die Polizei aus den Fersen, von Stadt zu Stadl zog, schrieb die nun erstmals al« Buch berauSqebrachten Briefe an seine Familie. Sie lassen ihn als den glühend deweaten Kämpser seiner Zeit erkennen, der er war. Ein starker politischer Denker, eine Lcisingnatur voll erzieherischen Drange«, und einer, der zumal auch da« LoS des ProlelarierS In der herrschenden Gesellschastsordnung gründlich tannl«. Eben da« bezeugt be- sonders eindringüch ein am 8. Dezember 1830 an den Bruder gerichtetes Schreiben, das«ine ganze Abhandlung über Sozia- liSimis, Republik und Konstitution gab. Künlderger wollt« al» ganz linls In der politischen Bewegung Stehender begriffen sein. Aus diesem Schreiben geben wir einig« Abschnitte. ES ist unzählige Mute gesogt und nachgesagt worden, daß der Mensch, wenn er aus dem ursprünglichen Zustand seiner Ver» «inzelutstz und W-ildhoit m den Zustand der Geselligkeit und Kultur ehuxitt, einen Teil seiner persönlichen Rechte und Freiheiten not« wendig crusgLbcn muß. damit eben diese Geselligkeit und Kultur möglich Wörde. Mt dieser Ansicht haben sich, unter dem Schatten einer birbten Schlafmütze, zahllose Generationen über die härtesten LSiben ihrer Bedrückung, über die grausaimst.: Genustlosigkeit ihres Daseins, über ew mehr als tierisches Joch stumpfsinnig getröstet, indem st« dachten! es muß so sein.— und der Sklavenausseher aus der Kanzel schrie: es ist GotteS Fügung. Du stehst aber, worin der ungeheure Jrvtmn liegt. Der Mensch mutz einen Teil seiner per- svnlichen Recht« und Freiheiten dem Ganzen zum Opfer bringen. Einen TeÄI Dieses Wort enthält den Punkt, um den sich alle? dreht. Wie groß muß dieser Teil sein oder wie klein? Wer be- stimmt ihn, uno wer bestimmt ihn gerecht? Wird er von allen gleich gebracht, oder vielmehr so ungleich, daß der eine den un» geheuersten, der andere den winzigsten Nenner zu dem/Sruche gibt, welcher den Abbruch seiner persönlichen Rechte und Freiheiten auS- spricht? Das sind die Fragen, die mehr als je da» rieunzehnt« Jahrhundert sich zum Bewußtsein gebracht und deren Lösung eS sich zur Ausgabe gestellt hat. Und wer immer zu diesem Bewußt» sein gelaugt ist, wer immer der Lösung dieser Aufgabe sich ge- wachsen fühlt, der ist Sozialist. Der Sozialismus ist nichts andere» als die Forderung: di« ganze Grundlage der heutigen Gesellschaft möge revwiert(geprüft) und Einheit, Gerechtigkeit, Ordnung, Matz und Ziel hineingebracht werden. DaS ist der gefürchtet«, schauerliche Sozialismus, und nicht mehr und nicht weniger. Der SozialisinuS ist eine Rechenaufgabe: ja, nichts anderes: ««« Rechenaufgabe auf Erden, ähnlich der Rechenaufgabe, die es einst am Himmel gegeben hat. Du weif& zur Zeit des Julius mern, wahrscheinlich auch Mecklenburg und OstthÄnngen zu der neuen Regierung halten. Cr befürchte, daß, wenn nicht eine Verständigung erfolge, Deutschland entweder in zwei Teile zerfallen oder der Bürgerkrieg beginnen werde. Er habe sich mit General M ä r ck e r in Leipzig in Verbindung gesetzt und diesem erklärt, daß das Reichswehrgruppen- Kommando sich hinter die alte Regierung stelle, wenn ein Bürgerkrieg zu vermeiden sei. Gleichzeitig habe er Marcker gebeten, folgende Vorschläge der Regierung Ebert- Bauer und auch dem Generallandschaftsdirektor Kapp zu machen. Es sollte 1. ein KoalitionSkabinett aus beiden Re- gierungen gebildet werden, 2. die Neuwahl der Nakionalversammlung roschestens durchgeführt werden und die Wahl des Reichspräsidenten nicht durch den Reichstag erfolgen. Wenn dies nicht angenommen werden würde, dann würde es wohl zum Bürgerkrieg kommen. Wenn Noske etwa dem Reichswehrgruppe n-K ommando be- fehlen würde, gegen Berlin zu marschieren, somllss«ererklären,daßsichdasReichswehr- g r u p p e n-K ommando und die Truppen weigern würden, dem Befehl nachzukommen, weil man ihnen nicht zumuten könne, gegen die Männer zn kämpfen, die mit ihnen vor dem �eind gestanden haben.(1) In diesem Falle würde das ganze Reichswehrgruppen-Kommando 2 z u r neuen Regierung übertreten. Als unser Genosse verschiedene Einwendungen machen wollte, erklärte General v. Loßbera, sich in ein« Diskussion über die Sache nicht sin- lassen zu rönnen. In einer Besprechung am Montagabend teilte Genera! v. Loßberg einem Genossen mit, er erwarte General Märcker in Kassel. Uns schwante nichts Gutes, doch das Vorgehen un- seres Hersfelder Parteisekretärs Schnabrich machte jede Per- bindung zwischen Loßberg und Märcker unmöglich, nachdem bereits vorher der Zug Märckers, in dem auch Mnister Heine, Genosse Heller und der Demokrat Dernburg mit einigen Leuten der Sicherheitswehr fuhren, vorsichtshalber nicht über Kassel geleitet worden war. Genosse Schnabrich veranlaßte, daß Märcker nach Stuttgart fahren mußte, ohne auf der Reise irgendwo mit Reichswehrtruppen Fühlung nehmen zu können. Welche katastrophalen Folgen die Märckersche Reise hätte haben können, ist nach dem Geschilderten jedem klar. Daß aber General v. Schöler verbrecherisch ge- h a n d e l t hat und aus seinem Posten nicht bleiben kcmmgeht aus dem folgenden Telephongespröch hervor, daS am Montag, den 15. März, vormittags General v. Schöler m i t General v. Lüttwitz in Berlin führte. Es wurde ab- gehorcht und folgender Wortlaut aufgenommen: Lüttwitz:„28 i e weit sind Sie denn in Kassel?' Schöler(guerst schlecht verständlich, dann klar und deutlich): „Der Oberpräsident hat sich für die alte Regierung erklärt, wir werden nur noch für Ruh« und Ordnung sorgen. Uebrigen» habe ich an Ludcndorff berichtet!" Nachdem nun General Märcker seinen Abschied genommen hat, scheint es selbstverständlich, daß die ihm vorgesetzte Stelle, auf deren Befehl er die ihn kompromittierenden Verhandlungen geführt hat, auch verschwindet. Der gewöhnlichste An- stand hätte es den Generalen Scköler und Loßberg sagen müssen, daß ihre Stellung unhaltbar ist. Hoffentlich der- schließt sich die Adeichsregierung diesen Darlegungen nicht und handelt schlcnmigst. ES wäre wirklich Zeit, denn seit dem Putsch sind mm schon über drei Wochen vorgangen, ohne daß diese Kapp-Vettern daS Zeitliche gesegnet hätten. Die Verfolgung üer Putschverbrecher. tSeftlers Programm. In seinem Situationsbericht, den wir zum größten Teil schon in unserer MittwochabendauSgabe veröffentlichten, führte der Herr Reichswehrminister Dr. Geßle r noch auS: Eäsar war dos bürgerliche Jahr m größter Konfusion. AuS so und so viel vernachlässigten Minuten war im ungeheuren Laufe der Zsiten hinter dem wahren hwiirtPischen Sonnenjahr das bürgerliche Erden jähr um volle zwei Monate zurückgeblieben(großartige Lidaktion I), welche Julius Cäsar mit einem Male einschalten mußte. Aber auch seine Rechnung war nicht ganz genau und stand zur Zeit GvcgorS VII. mit der astronomischen Wahrheit in einer Differenz, ich weiß nicht von welchem Zeitmaße. Gregor verbessert« den Julianischen Kalender und die Griechen, welche dies« Verbesserung nicht annahmen, sind nun schon wieder, wenn ich nicht irre, um elf Tage hinter dem richtigen Jahr« zurück. Wie mit dem bürgerlichen Jahr, so ist eS nun mit der bürger» lichen Gesellschaft. AuS den minuteukleinen Rechten und Frei» hSitan, um welche die einen immer zu viel und die anderen immer zu wenig opferten, ist unvermerkt im Lause der Zeiten eine so un- Mchsure Verschiebung des gerechten und richtigen Quoten verhält- nisseS entstanden, daß wir jetzt in oinem Staate des kompletten Wahnsinns leben. Denn was ist der Wahnsinn andere» als der aufs höchste getriebene Widerspruch mit der Vernunft und der Natur? Und dieser höchste Widerspruch ist da. Der Mensch soll für de« Genuß seiner Kulwr einen Teil seiner persönlichen Recht« und Fvoihsiten als Abgabe zollen.... Der Satz, den die Vernunft heischt, lautet: Der einzelne soll einen bestimmten Teil seiner persönlichen Rechte und Freiheiten der gesellschaftlichen Kultur zum Opfer bringen, aber der Satz, den die Wirklichkeit darstellt, heißt: Di« eine Hälfte der Gesellschaft bringt all ihre menschlichen Rechte und Freiheiten zum Opfer und genießt dafür keine Kultur: die andere Hälft« der Gesellschaft bringt gar mchtS zum Opfer und genießt dafür alle Kultur. Den letzten Satz zu stürzen und den ersten zur Wahrheit zu machen— daS ist der Sozialismus. Ich Hobe den Sozialismus ein Rechen- cxempe-l genannt, und mit Recht. Wie Julius Eäsar in der Astro- nomte, so hat der Sozialismus in der Staatstvissenschaft den Fehler! zu berechnen, dar sich durch den fortlausenden Irrtum früherer Zeiten eingeschlichen, und ihn zu derichtigen. Er hat zu untersuchen, wie groß und wie klein die Brüche sind, in welchen jetzt die ver> schiedenen GesellschastÄlassen Teile oes menschlichen Naturrechtes der Kulwr zum Opfer bringen; er bat für die maßlose Verschieden- heit dieser Brüche einen einzigen Nenner und dazu den möglichst kleinsten Zähler zu ermitteln, aber dafür diesen Bruch auch allen Gesellschaftömitgkedern al» gleiche Steuer auszulegen. Dies« Gleichheit besonders bildet den Haupdbegriff des Sozialismus. Di« Freiheit bezieht sich mehr auf die politisch-, aber die Gleich- heit so recht auf die soziale Ordnung der Gesellschaft. Die Freiheit, welche jetzt der großen Masse ein so aötteralvicher Besitz dunkt, ist keineswegs e-.n neuer Fortschritt der Menschheit. Schon die ältesten StaatZgeiellschasten(z. B. die Republiken der Griechen und Römer) kannten die höchste Blüte politischer Freiheit; aber die höchste Blüte der Humanität, sozial« Gleichheit, kannten sie nicht: sie hatten Herren und Sklaven. Eine Gesellschaftsform zu grnüden, deren Gesetze allen Menschen gleich« Rechte und Pflichten zuerkennen und deren organische Einrichtungen wenigstens eine wesentliche Un- gleichbeit des äußeren Besitzstandes unmöglich machen— das ist der Beruf des Sozialismus. Das ist der ideelle Begriff des Sozialen. Der ReichSsustrzminister wirb in allernächster Zeit ew Ver- zeichnis der Personen, gegen die anläßlich des Kapp-Lüttwitz- Unternehmens ein Verfahren schwebt, veröffentlichen. Im Wehr- kreiskommando 4 allein sind gegen IvOffiziere angeschuloigt. Die Untersuchung ist deshalb so schwierig, weil die Anschuldi- gungen bisher meistenteils auf vagen Denun- ziationen(? Red.) erfolgen konnten. Der Minister hält es als sehr wichtig, daß die politische Verwaltung Preußen» ihm das nötige Material zur Verfolgung der angeschuldigten Personen liefere. Nötig sei es auch, daß die Oberpräsidenten ihm über daS Verhalten der Militärs m den kritischen Tagen Berichte geben. Zu der Gesamcheit der Ausführungen des Reichswehr- Ministers wollen wir bemerken, daß wir unser Urteil über ihn allein abhängig machen von den tatsächlichen Er- folgen, die er bei dem Umbau und der Demokratisierung der Reichswehr erzielt. « Freiherr von Wangenheiin, Klein-Spiegel, der der Kapp- Regierung als preußischer Landwirlschaftsminister anzugehören bereit war, hat den Vorsitz der Pommerschen Landwirtschastskanrmer niedergelegt. Die bayerische StaatSregierung hat wegen der von der.Münchener Post' unter der lleberfchnst.Dokumente der Konterrevolution' berichteten angeblichen Vorgänge eine Untersuchung eingeleitet.— Es handelt sich um Vorbereitungen zur Errichtung einer Militär- und WirtschaftSdiktatur. Die letztere sollt« Dr. Heim ausüben. Verwickelt sind angeblich Dr. Kiefer, Hauptmann P a S st. der bayerische Oberst Herrgott, der nach seiner Ab- sägung in München ins Reichswehrmirristerium berufen wurde, und andere. Winnigs Schulü. Keine Deckung! In einer Mitteilung an die Poesse sucht der ftühere Oberpräsi- dent von Ostpreußen August Winnig die politischen Beamten Ost- Preußens zu decken mit der Feststellung, daß er für di« Haltung der politischen Beamten Ostpreußens während der Kapp-Tage als deren Vorgesetzter allein die Verantwortung trage, da er seinen Entschluß, di«.Regierung' Kapp-Lüttwitz anzuerkennen, unabhängig von eint- licher Beratung faßte und die Beamten entsprechend anwies. Somit wären alle Beamten durch Wmnig, der seinen Entschluß bereits von Sonnabend auf Sonntag faßte, gedeckt. Mit diesen Feststellungen beweist Winnig zwar seine Schuld, aber nicht die Unschuld der politischen Beamten. Denn von emem politischen Beamten muß soviel Urteilsfähigkeit ver- langt werden, daß er allem weiß, wie er sich zu verhalten hat, auch wenn fem Vorgesetzter ihn im Stich läßt oder Verrat begeht. DaS gleiche gilt für höhere Offiziere. ES geht nicht an, daß man jeden Beamten in verantwortlicher Stellung laufen läßt, der sich auf einen noch höheren Vorgesetzten herausreden kann. • Der Reicks- und Staatskommissar für Ostpreußen Borowski fordert alle Behörden auf, ihm bis 10. April die Putschbeamten be» kannt zu geben._ Dlütealefe. Aus der deutschuationale» Presse. Nachstehend ein paar Sätze, dt« w-ir beim Durchlesen der reaktionären Presse an dem einzigen Mittwochnachmittag fanden.� »Deutsche Zeitung'(über die Kämpfe in Halle):.Die Reichswehr ging leider zu wenig rücksichtslos vor." Dieselbe(über die ÜZerhastung der Offiziere in Altenburg): .In dieser rechtlosen Zeit gilt eben Verfassungsbruch von rechts als Hochverrat.''.-, D i e.Post'(zu den Forderungen der Gewerkschaften):„ES ist bezeichnend für di« völlige Zerrüttung und Verwahrlosung unse- res VerfassungSlebenS. daß ein Konglomerat von Proletariern sich heute erlauben kann, die Regierung in dieser Weis« zu be- Vormunden.' .DentscheTageSzeitung'(gegen den Chef des Sicher» hettZwesenS in Mecklenburg-Strelitz, Major Müller, der össentlich Di« praktische Ausführung desselben wird ein Resultat vieler Versuche, wind ein Werk vieler Generationen sein. Hirnlose Dummköpfe oder bewußte Teufel sind daher jene, welche, ge- schworen« Feinde der sozialistischen Idee. deSunyeachtet vorgeben. dieselbe augenblicklich annehmen zu wollen, wenn man ihnen nur deren praktische Ausführbarkeit und Er-müglichung nachzuweisen imstande wäre. Da sie in Wahrheit Hyänen des Egoismus sind,. stellen sie sich doch wie schlichte, einfältige Männer der Tat und vockangm, mit scheinbaret Gevechtigsteit ein fer.izeS BW dessen, wozu sie mitwirken, mithandeln sollen. Die Toren I Als ob die Zivilisation die Erfindung eines einzelnen sein könnte, wie Zünd- Hölzchen!... Aber nicht bloß Tumwtköpfe und Teufel, w-i« ich sie eben nannte, sondern Sozialisten selbst hegen den Irrwahn als aufrich- tigen Glauben, daß e>in einzelner kommen und Helsen müsse. Mit vernichtendem Gefühl peinigt sie die vermeinte Ratlosigkeit der Zeit und verzweifelt hört man sie auSrufcTi- 1a. wer das Sphinx- rätsel de» Sozialismus löste, der wäre der Heiv des Jahrhunderts. — Solche Leute erinnern mich an ein« Vorstellung meiner Kind- beit. Ich dachte mir nämlich beim Anblick des KahletigedirgeS jeden Berg der Welt als«ine steil« Mauer; ich glaubt«, man müsse mit einer Füll« romantischer Gefahren aus allen Wieren hinanklettern. Unaufhörlich brannte mir die Seele nach diesem Abenteuer; wie groß war mein Glück, als ich endlich mit Dir und Anton dahin kam, durch Ottakving aus den Galitzinbexa zu gehen. Wer wo blieb die Wand, die Gefahr, daS Halsbrechen? Lang« wartete ich mit feier- ltcher Fassung darauf; endlich riß mir die Geduld, und ich fragte Euch, wann wir denn zum Gatttziubcrg kämen? Wer beschreibt meinen Schmerz, als ich hörte, wie sind eben aus der Höhe! Das, was sich in der Ferne wie eine herausfordernde, trotzige Mauer ausnimmt, ist also in der Nähe nichts als ein Geschiobsel ■von violen Hügeln, Abhängen und Vorsprüngen, die unvermerkt nacheinander erstiegen werdenl Die rksenhaste Einheit löst sich in eine zweraige Vtelhvit auf! Dies« Kinderanekdote. so einfältig sie ist, kann jcnm zum Gleichnis dienen, wolche einen MesiiaS des Sozialismus erwarten.—___ Der Bund Neue Hochschule ist am Sonnabend gegründet worden. Ter Band eislrebt den Zu'ammen'cklliß der Siudcnien und Dozenten aller Universiläien und sonstigen Hocklckulen.'vwie all der anderen sick für die Forleutwickelung dieier Aiistalien ein- setzenden Persönlickkeiteii. ioweit sie gewillt sind, an der Eineuerrug der Hocksckulen schaffend im neuen Geiste mitzuwirken. Die GriiiidungSsitzllNg wäblie einen AuSsckuiß. dem die Änreeei des Bundes, Professor Otto Broun- Müster. dann die Herren Baege, Groijabn, L'ebert. Oestreieb. Rüstow u. a angehören. Der Ausschuß ioll die Sayungen vorbereiten, die grundlegenden Forde» rungen iür die Reform auSarbeiien und in einigen Wowen eine Vollversammlung einberufen. Zuschriften sind an Prof. Otto Braun. Münster i. W., Warendorser Str. 185, zu richten. Theater. Im Theater in der KZniggrätzcr Strafe kommt demnächst Bernhard Shaw und August Strinobera gemeinsam an einem Abend zu Worte: von Shaw die Zzenensolge„Sie große Katharina', von Strindberg das Lustjpiel»Mit dem Feuer spielen'. auffordert, zweckdienliche Angaben über Beteiligung am Kapp-Putsch zu machen):.Herr Müller, dem daS Wort: Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant, nicht unbekannt sein dürfte, fordert also öffentlich solcheLumpen zur D e n u n» ziation von Personen auf, die ihnen verdächtig find/(Also in den Augen der.Deutschen Tageszeitung" ist zwar ein meineidiger Kappverschwörcr kein Lump, wohl aber der, der ihn zur Anzeige bringt.) .Kreuzzeitung"(in einem Artikel über„Politik und Reichswehr"):„Daher ist es nötig, daß mit derselben Strenge, wie sie gegen die„reaktionären" Offiziere angekündigt wird, auch gegen den Republikanischen Führerbund einge- schritten wird.(Wir würden an Stelle der„Kreuzzeitung" sofortige Entfernung und Bestrafung aller Offiziere fordern, die am 13. März der Regierung die Treu« gehalten haben.) Die Desehung von Frankfurt. Protest der syrankfurtcr Mehrheits-Zlbgeordneten. Franlfurt a. Dt., 7. April. Die Abgeordneten der drei MehrheitSparteien überreichten heute dem General D 6 i o u t t e folgenden Pro'.cst: Die Bevölkerung FiaiUsurts, vertreten durch die Abgeordneten der Parteien, die die Regierung der deutschen Republik bilden, er- hebt m Uebereinstimmung mit dem Magistrat Einspruch gegen die unberechtigte Besetzung der Stadt durch sran» zön che Truppen. Die zur Rechtserngung angeführten Gründe w:.e. prechen durchaus den tatsächlichen Berhältnissen. Die Regierung der deutschen Refmblik folgte bei der Besetzung de» RuhrgebteteS keineswegs dem Druck« einer Militärpartei, nach- dem sie eben erst mit Hilfe der großen Mehrheit des Volke« den militaristischen Mächten d«S alten Regime? einen vernichtenden Schlag beigebracht hat. Sie war vielmehr gezwungen, Reichswehr ins Ruhrgebiet einrücken zu lasten, um Leben und Arbeit der Be> völtcruiig gegen räuberische Banden z» schützen und die Kahlenberg- werke gegen drohende Zerstörung sicherzustellen. Sie folgte dabei den immer dringender werdende� Hilferufen der Bevölkerung aller Kreise, insbesondere der Arbeiterschaft aller volitischcn Richtungen, der Zentrumspartei, der Demokratischen, Sozialdemokratischen, Un.� abhängigen sozialdemokratischen und Kommunistischen Partei. Di« werktätige Bevölkerung der deutschen Republik wird auch ferner die Macht haben, die Demokratie gegen jeden militaristischen Angriff auS eigener Kraft zu verteidigen. ES kann kein Zweifel bestehen, daß die Polizeitruppe auS dem neutralen Teile dcS RuhrgebieteS zurückgezogen wird, so. bald die Entwaffnung durchgeführt ist und damit die Aufrechterhaltung der Ordnung den gewöhnlichen Sicherheitsorganen überlasten werden kann. Di« Proklamation d«S französischen Oberkommandos versichert, daß die französischen Truppen nur zur vorübergehenden Besetzung nach Frankfurt kommen und daß sie sich jeden Eingriffes in die Rechte der Bevölkerung enthalten. Daher erhebt die Bevölkerung entschieden Einspruch gegen die Verhängung des Belage» rungszustandes, die Aufhebung der Preßfreiheit und die Verletzung ihrer verfassungsmäßigen Recht«. Frankfurt a. M., den 7. April ISA). Die Deutsch« demokratische Partei,(gez. Emil Göll, Abgeordneter.) Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands,(gez. Dr. Quarck, Abg.) Die Zentrumspartei,(gez Jean Albert Schwarz, Abgeordneter.) Frankreichs Pläne. Wie aus neutralen diplomatischen Kreisen verlautet, hat die französische Regierung bei dem Obersten Rat bereits den Versuch gemacht, die Besetzung von Frankfurt, Hanau und Darmstadt auf längere Zeit ausdehnen zu können. Der französische Vorschlag wurde aber von den anderen Mächten der Entente ausgesprochen gemißbilligt und deshalb auch zurückgezogen. Vorsichtiges Abrücken der Alliierten von Frankreich. Amsterdam, 7. April.„Telegraof" meldet au» Paris, daß vi« Haltung der Bundesgenossen Frankreich» gegenüber dem Vorrücken der französischen Truppen noch nicht geklärt ist. Di« Berichte auS Italien sind nichtsehrgünstig. Die italienische Regierung soll di« französische bereits haben wissen lassen, daß sie Vor» söhnungSoersuche lieber gesehen hätte als militärische Maßnahmen. Die Bericht« auS Washington sind ebenfalls wenig be- friedigen d. Auf die direkt« Unterstützung Amerika? hat Frank- reich auf keinen Fall zu rechnen. Sogar von der belgischen Regie, rung erwartet man nicht, daß sie vorbehaltSlo» den Beschlüssen Frankreichs zustimmen wird. Der diplomatische Berichterstatter de» Londoner„ Evern ng Standard" schreibt, die Besetzung Frank» furtS und Tarmstadts durch die Franzosen habe eine ernst«Lage geschaffen, di« in hohen diplomatischen Kreisen viel Sorg« wecke. Die amerikanisch« Regierung werde in deutlichen und energischen Worten gegen das Auftreten Frankreichs Einspruch er- heben. Wie der Berichterstatter weiterhin meldet, besteht Grund zu der Annahme, daß die Berichte aus französischer Ouelle über die Lage im Ruhrgcbiet nicht allzu gemäßigt sind. Stanügerichte im Ruhrgebiet! Nach den genauen Angaben der„Freiheit" über Namen und Orte kann schlechterdings nicht mehr daran gezweifelt werden, daß die Reichswehr nach der Besetzung de? nördlichen Ruhrgebiet» stand- rechtliche Erschießungen vornimmt. In den angegebenen Fällen handelt es sich nicht etwa um Leute, die der Besetzung bewaffneten Widetstand entgegengesetzt haben— ein solcher wird allerdings von der Reichswehr aus Borlrup(Botlropp?) und aus der Lippegegend gemeldet—, sondern um Funktionäre der links' radikalen Arbeiterparteien oder der Aktions- und Vollzugs- räie. Danach erscheint es durchaus glaubdait, daß derartige Funk- tioiiäre beim Herannahen der Nsich-wehr flüchten und dann die Anarchie eintiitt. Zwei englische Korrespondenten haben bestätigt, daß die abziehenden roten Truppen von der Reichswehr unter Feuer genommen wurden. Der Oberpiäsident von Westtalen hat um Abschaffung der Standgerichte gebeten. Die Flüchtlinge finden bei den Engländern im besetzten Gebiet Sicherheit. Unterluntt und Verpflegung. In Solingen und Köln treffen Flüchtlinge in Schare» ei». Es ist nicht anzunehmen, daß die Engländer bei all ihren Spekulaiionen aus Deutschlands Ruin Leuten Gastfreundschaft gewähien wülden, die sie für gefährliche Bol'chewisten ballen müßten. Selbst die„zuständige Stelle" sagt jetzt, daß die Flüchtlinge nur das requirieren, was sie für ihren Ilnterha!! brauchen. Das ist»un mal so militärischer Brauch bei dllen Armeen der Welt und erst recht bei auseinanderlaufenden. Der Z e n t r a l r a t hat seinen Sitz au« dem besetzten Essen verlegt. Er erklärt den Einmarsch der Reichswehr als einen Bruch des Regieruiigsversprechens und hat sür Donnerstag früh eine Voll- v-r'ammlilng zur weiteren Stellungnahme einberufen. Der in der Dienslag-Morgennlimmer des„Vorwärts" abge- druckte Bericht aus Hamm, dessen Schreiber übrigens den Einmarsch der Reichswehr al««ine Erlösung von den PIllndererhorden empfunden hat. läßt keinen Zweifel daran, daß die Reichswehr schon amt. und 2. April vorgegangen ist, angegriffen und standrechtlich erschaffen hat, wählend die Reichsregierung erst am späten Abend de? 2. April den Einmarsch in das Ruhrgebiet mit den bekannten„Sicherungen" gegen dir üblichen Osfiziermetboden beschloß. Bezeichnenderweise spricht auch ein richtiger KriegSberick>t der„Post" von widersprechenden Befehlen SeveringS. der den Be- fehl hatte, zu verhandeln, und der Reichswehr, der befohlen worden sei, zu marchieren. Am 80. März wurde in Ahlen i. W. der Nachtschnellzug Köln- Berlin von der Reichswehr deS bayerischen Obersten Epp ange- halten. Die Reisenden mußten sich ausweisen. Ein Kaufmann Kay au« Berlin wurde solgendermaßen gemeldet:„Herr Leutnant, da ist ein I u d." Herr K. wurde verschleppt und erst nach mehreren Tagen gelang eS, ihn in Münster srei,»bekommen. Er sollte im Abteil aufrührerische Reden gehalten und sich als einen Freund RadekS bezeichne! haben. Ein« Frau habe da» bekundet. Dabei war gar keine Frau im Abteil gewesen. Aber, wenn» ein Jud ist?I Werden jetzt die Verhafter verhaftet werden? Auch ein« Frage I Im übrigen sibreitet die Waffeneinztehung in den belegten Orten fort, Zwtschensälle find nicht gemeldet; eS wird gearbeitet. Räterepublik Sitterfelö. Linkskommunisten haben in Bitterfeld die Räterepublik auS- gerufen. Es wird natürlich auch gegen diesen Putsch eingei-briiten werden müssen, zumal seine Folgen die Kohlen- und Elekttizitäi«« Versorgung Berlins ge'ährden können. Die ReichSverfassung gibt auch Bitterfeld keine Sondetstellung. Hoffentlich gelingt eS, die Sache ftiedlich wieder einzurenken. Au» Halle wird uns gedrahtet: Der tzalleichen„Volksstimme", unserem Parteiorgan zuiolge. ist in der vergangenen Nacht in dem Städtchen Delitzsch in der Provinz Sachten ein Putsch auSgesübrt worden. In der Nacht auf Mittwoch ist der L a n d r a t von Delitzsch durch Bewaffnete verhaftet worden. Di« Verhaftung, wie die Gründe dafür sind Mittwoch durch Plakat« bekanntgegeben. Der Landrut soll danach angeblich an den blutigen Vorgängen vom 18. Mäiz schuld sein. Die Ver- waltung de» KreileS übernahm der bishetige Stellvertreter de» Landrats. Der Oberbefehl über Delitzsch wurde einem gewissen Smolka übertragen. Die Unabhängigen sind nicht yn dem Streich beteiligt. Luch die Kommunisten bestreiten ihre Mitwirkung an diesem Ueberfakl. Der Landrat soll Mittwoch früh nach Bitteifeld übergeführt worden sein. Einer späteren Meldung der.Volksstimme' zufolge ist Landrat Becker bereits wieder aus der Haft entlassen. Gegen Smolka sollen vom ReichSkommtssar und Oberpräsidenten Hörsing Schritte unternommen werden. die U.-S.-p.-Krise in Hamburg. Gemasiregelte„Bonzen". (Von unserem Hamburger Mitarbeitet.) Die Hamburger ll. D. P. hatte während der letzten Wochen arg mit inneren Schwierigkeiten zu tun. Die Führer Bergmann und K a l w e i t wurden immer mehr von Schreiern und Phrasenhelden zurückgedrängt, die von dem Parteisekretär Reich geführt wurden. Bei den Ereignissen de» MärzputscheS kam die Differenz innerhalb der U.-S.-P.-Fühverschaft zum Ausbruch. Die U. S.. P. hatte sich am 13. März ohne jede eigene Initiative(Reich war«un Morgen völlig plan- und kopflos auf unser Parteibureau gekommen) der von der Sozial» demokratie geführten Bewegung angeschlossen, konnte aber naturgemäß sich nicht für befriedigt erklären, als diese ihr Ziel erreicht hatte. Bergmann und K a l w x i t hatten in einem von der Bürgerschaft paritätisch auS D. D. P., S. P. D. und U. S. P. eingesetzten Exekutivausschuß mitgearbeitet und waren das Hauptziel der Angriffe der Opposition. Ein Versuch, den Gene- ralstreik weiterzuführen» den der radikale Flügel im Verein mit den beiden Grüppchen von Kommunisten unternahm, brach schon am ersten Tag« zusammen. Die ganze Wut richtete sich nun gegen die Bürgerschaftssraktton. Ein« Parteiratssitzung brachte ihr ein Miß- trauenSvotum und die Aufforderung zum Rücktritt. Daran kehrten sich die„Bonzen" nicht, übten ihr Mandat weiter auS. Nun kam die Sache in einer Mitgliedervollver. s a m m l u n g im Gewerkschaftshaus zur Sprache, man geriet sich heftig in die Haare, einige Waschkärbe voll schmutziger Wäsche wurden gewaschen und dann nahm man„mit Entrüstung Kenntnis von der veröffentlichten Erklärung der U.-S.'P.-Bürg«rschaftS. fvaktion". „In der der gegenwärtigen politischen Spannung bedeutet diese Erklärung eine unverantwortlich« Fahrlässtgkett zum Schaden unserer Partei. Die elf Unterzeichner sind so- fort abzuberufen. Die Fraktion hat im Parlament nur im Sinne unserer Leipziger Beschlüsse zu han- dein. Ebenso wie jeder Parteigenosse den Instanzenweg einhalten muß, war auch die Bürgerschaftsfraktion dazu verpflichtet." Das sind die ersten Worte, die in der„V o I k» z e i t u n g" von der ganzen Angelegenheit zu finden waren. Die hat unter Leitung des alten Herrn Vogtherr, den man sich hat kommen lassen, während des MärzputscheS Seite an Seit« mit uns gegen die Reaktion gestanden. Nun führt«in verunglückter Kaffeehausliterat, Wagner, dort daS Wort des„revolutionären" Proletariers und unentwegten Räte- apostelS. Wie jüngst mitgeteilt wurde, hat der Berliner Parteivor- stand aus Erbarmen mit det kläglichen Haltung deS hiesigen Orgass Wilhelm Herzog, den„Republik", und„Forum»"mann, sür Hamburg gechartert. Er hat auch schon ein paar Artikel geschickt, selbst ist er aber noch nicht erschienen. Seine kommunistische Weisheit wird den unabhängigen Kohl hier auch nicht fett machen.— Man darf auf die Weiterentwicklung der Dinge gespannt sein, denn die gemoßregelten„Bonzen", die noch etwa? von Kaut-ky und dem wissenschaftlichen Sozialismus halten und immerhin ein« beträchtliche Anhängerschaft haben, geben daS Spiel sicher noch nicht verloren. wer ist flölz l Kapitalssoldling und Arbeiterderräter. Anläßlich deö erneuten Auftretens des Hölz möchien wir daran erinnern, daß im Juni 1919 im„Vorwärts" au» vogtländifchcn Gewsrlschoitskreisen Über die Persönlichkeit deS Hölz iolgendeS be- richtet wurde: Hol, veifügt über ein gutes Mundwerk, was weiter nicht vecwundcilich ist, da er in seinem bürgerlichen Berus Kino- erklär er war. Durch seine wüsten Hetzreden hat er die Falken- steiner Arbeiter bald ennweit und hauvttächlich bei den vielen Arbeitslosen ein williges Ohr gesunden. Dieie gedankenlose Masse ntttzbi auchte er zu allerhand Putschen und lallen Streichen und ver- setzte damit ganz Falkenstein in Angst und Schrecken. Dieser traurige Held hat aber auch schlimm st en Verrat an der Arbeiterschaft begangen. Er ist nämlich inzwischen als ein gekauftes Subjekt deS Kapitals eiitlarvt worden. Er leistete dem Direktor Schnell von der Chemischen Fabrik A. G. in Dorf- stadt, einem ausgesprochenen Feind derSozialdemo«! k r a t i e und der sozialen Errungenschaften, bei seine» arbeiterfeind- j lichen Bestrebungen wissentlich Vorschub. Die Arbeiter dieses Betriebes, die im Fabrikarbeiterverband organisiert find, forderten nämlich infolge der zunehmenden Teuerung ein« Lohner« höhung. Direktor Schnell wußte aber die Arbeiter durch die DrohuvL, daß er bei Aufrechterhaltung der Forderung den Betrieb am 1. Auni schließen werde, derart einzuschüchtern, daß sie auf die Lohnerhöhung verzichteten. An die Verbandsleitung schrieb Schnell daraufhin einen hämischen Brief, in dem eS heißt: „Unsere Leute sind von uns aufgefordert worden, aus ihrer Organisation auszutreten, da wir Vertrauensleute. die lediglich Arbeiter eines kaum noch orbeiienden Wertes noch auihetzen. nicht mehr dulden. Gleichzeitig machen wir Sie darauf aufmerksam, daß Versammlungen Ihrerseits nicht mehr geduldet werden. Dafür wird die hiesig« kommunistisch« Partei sorgen." Am 20. Mai früh tagte eine BeiriebSbeisammlung in der Fabrik, in der Direktor Schnell sprach, nachdem er vorher drei Vertrauensleute des Verbandes Knall und Fall ent» lassen hatte. In dieser Versammlung forderte'« seine Arbeiter auf, au» dem Fabrikarbeiterverbande auszutreten und erklärle weiter, ein Vertreter der Stadt würde erscheinen und ihnen klarlegen, daß es grundverkehrt sei, sich zu organisieren. Und dieser Vertreter der Stadt war— Hölz, der kaum, nachdem Schnell geendet hatte, aus der Bildfläche erschien und eine stundenlange Rede hielt, in der er dnS Verhalten Schnell» unterstützte, gegen die Gewetlschaften im allgemeinen und den Fabrik- arbeiterverband im besonderen loSzog und die Maßregelung der drei Ardeiter als zu Recht geschehen verteidigte. Zum Lohne daflir erhielt Hölz von Schnell zweimal je hundert Liter Petroleum für die Arbeiislosen, damit diese bei der Stange bleiben; auch soll Hölz beim Verlassen de» Betriebe« ein Kuvert eingehändigt worden sein, in welchem sich der Judaslohn befunden haben wird. Diese Umstände lassen klar erkennen, daß Hölz im Interesse des Kapitals gearbeitet hat, also ein gekauftes Subjekt des Kapitals war. Hölz�sche Pressefreiheit. Der Kommunistenfübrer Max Hölz hatte Mittwoch nachmittag das Pe, sanol der„Neuen Vogtländischen Zeitung" in Plauen in daS Caftz Trömel gebeten, um wegen der Geldfrage mit ihm zu verhandeln. Hölz sprach sich über die Zerstörung deS Be- triebeS der„Neuen Vogtländischen Zeitung" aus, wo bekanntlich sämtliche Maschinen demoliert wurden. Er sagte, daß er zwar nicht den Betrieb zerstören wollte, ober den nichtanwesenden Redakteuren auf di« Finger pochen wollt«, und da sie eben nicht anwesend waren, habe er die Maschinen zerstören müssen. Hölz sagte, die An- gestellten sollten sich wegen ihrer Entschädigung an den Aktions- auSichuß und an den Stadtrat wenden. Falls sie dann da? Geld nicht bekommen sollten, sollten sie sich an i h n wenden.(Aber ob e» ihnen etwa» nützen wird?)_ Entente gegen Einwohnerwehren! General Rollet bat in seiner Eigenschaft als Präfident der Interalliierten militärischen Kontrollkommission der deutschen Re- gierung eine Note überreicht, in der eS heißt: Die Einwohnerwehren können, trotzdem sie sich mit dem Ebaratter al« rein zivile Organisationen zu umlleiden versuchen, nicht mehr gestattet werden. Weiches auch immer ihre Rolle für die«usrechierhaltung der Ordnung im Innern sein mag, so ist eS nicht minder klar, daß thre Bewaffnung, ihre Eingliederung und ihre Stärke, die dauernd aus der Höhe ihre» Bestände? ge- halten wird, unbestreitbar«ine Mobiltsation begünstigen, die durch den Friedensvertrag verboten ist. Ucberdies deuten ver- schieden« Anzeichen darauf hin, daß die Einwohnerwehren sich häufig mit militärischen Uebungen beschäftigen. Infolgedessen stehen die Einwohnerwehren in Widerspruch zu den Bestimmungen der Arlikel 1öS, lös, 17ö, 177 und 178 des Friedensvertrages. Weder diese Bestimmungen noch die Entscheidungen de? Obersten Rates sind b>« jetzt beachtet worden. Die Einwohner- wehren sind aufrechterhalten worden und haben sich sogar noch weiter entwickelt. Infolgedessen beehrt sich die Interalliierte Kontrollkommission im Namen der Alliierten Mächte mitzuteilen, daß der 10. April 1920 der Tag. an dem die Verminderung der deutschen Armee auf 200 000 Mann beendigt sein soll, als äußerste Grenze sür die Ausführung der Entscheidung des 1. Dezember 1919 bestimmt ist. ES wird also jetzt unter dem Druck des feindlichen Auslandes geschehen müssen, waS man mit den Arbetlervertretungen verein- bart, aber bisher nicht ausgeführt hat. Bei dieser Gelegenheit siisd die Zivil-Kappisten zu entwaffnen. Hilfsmaßnahmen für Mitteleuropa. „Wichtigste Abmachungen". London, 7. April.(H. N.) Sir William G o o d e, der Leiter des Unterstütznzigscwsschusses für Mitteleuropa, kehrte von einer Reise nach dem neutralen Auslande und nach Deutschland zurück. Er berichtete über verschiedene Unterredungen in den jeweiligen Hauptstädten, die alle den Zweck verfolgten, die Mitwirkung der einzelnen Länder für die Hilfeleistt'Ng in Mitteleuropa zu erzielen. Er erklärte, daß er die wichtigsten und aussichtsreichsten Abmachungen getroffen habe. Besonders bei den skandinavischen Län- d e r n sei er auf großes Entgegenkommen gestoßen. Sie mären davon überzeugt, daß ein gemeinsames Vorgehen norwendig fei, damit Europa wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren könne. Goode betonte, es sei außerordentlich wichtig, daß ein Vertreter der amerikanischen Regierung den Unterhandlungen beiwohnte. Die Vorschläge, die den Neutralen gemacht wurden, rührten also eigentlich von Amerika her. Es sei dies das erstemal, daß zwischen den Alliierten und dem Neutralen eine gemeinschaftliche Aktion für diese Hilfszwecke gemacht werde. Der Wortlaut der Verhandlungen werde vorläufig nicht veröffentlicht, er müsse vorher erst den Pcrrla- menten der verschiedenen neutralen Mächte zur Genehmigung vor- gelegt werden. ClemenceauS Zustand besorgniserregend. Havas meldet auS Kairo, daß Clemenceau seit seiner Rückkehr aus Luxor an Bronchitis leidet. Wenn es ihm auch jetzt besser gehe, so sei sein Körperzustand sehr schwach. waS Besorgnis einflöße. Der französische Hauptmann Sadoul ist von den Transport- arbeitern in Charkosf in den dortigen Sowjet gewählt worden. In Frankreich, das die Extremisten des Ruhrgebiets ans Herz drückt, wartet auf Sadoul das Erschießungspelown. Verhaftung des religiösen Oberhauptes der Muselmanen. Wie die englischen Blätter melden, geht aus einem P rote stiele- gramm der indischen Kalifatabordnung an Lloyd George hervor, daß die Alliierten den Scheich ül Islam in Konstantinopel verhaftet und nach Malta abgeschoben haben. In dem Telegramm heißt eS, die Alliierten seien sich anscheinend nicht bewußt, wie verhängnisvoll die Maßnahme in Indien und im ganzen Osten wirken müßte. Die Adiicrten hätten seinerzeit die Deutschen wegen der Behandlung des Kardinals M-rcier beschuldigt. Die Verhaftung de» Scheich» ül Islam sei jedoch ohne Zweifel schlimmer. OewerMastsbewegung Der Streik in öer Serliner Klavierinöuftrie. Die Berliner Klavierarbetter haben mit einem ganz besonders hartnäckigen Unicrnehmertum läinpfen. Obwohl in dem Streik, der jetzt 11 Wochen dauert, wiederholt Verhandlungen stattfanden, ist es zu einer Verständigung bisher nicht gekommen. Bekannt ist der Ausgangspunkt des Kampfes. Weil in einer Fabrik Differenzen bestanden, verhinderte der Reichsverband die Verhandlungen einer Teuerungszulage, so dah es zum Kampf kommen mußte. Auch die letzten Verbandlungen, die vom 29. März bis 1. Avril geführt wurden, brachten keine Einigung. Es darf nun aber n'cht, wie es so oft und gern hingestellt wird, angenommen werden, daß die .maßlosen" Forderungen der Arbeiter die Verständigung verhinderten und die Fabrikanten nicht in der Lage seien, dieie anzuerkennen. Dies bezeugt schon das Verhalten eines Teiles der Unternehmer, der die Forderungen restlos anerkannt hat. Auch von den bestreikten Firmen ist mehrfach den Arbeitern erklärt worden, daß sie bereit wären, die Forderungen zu bewilligen und eS zu einer Einigung kommen könne, die Befürchtung jedoch, wirtschaftlich geschädigt zu werden, sie daran hindete. Für das Unlernebmertnm in der Klavierindustrie ist die soziale Frage gelöst. Auch ihm hat der Krieg und die ihm folgende Zeit Gewinne in den Schoß geworfen, die vor dem Kriege mancher sich nickt erträumt hat. Vor kurzem wiesen wir schon darauf hin, welche Preise die Unternehmer für ihre Fabrikate erzielten. Während diese um das 26 fache gestiegen sind, ist der Lohn der Arbeiter nur um das Sechs- bis Siebenfache in die Höbe gegangen, Aber nicht nur die Lohnforderung, auch andere Fragen, die im Holzgewerbe bereits allgemeine Anerkennung gesunden haben, harren der Lösung. So ist die Lehrlings- und Ferienkrage, die Arbeitszeit von 46 Stunden, eben'o die Frage des Mubestimmunas- rechts bis zum Februar 1921 zwischen dem Arbeitgeber-Schuyverband und dem Deutschen Holzarbeiterverband geregelt worden. Forde- rungen, die von den Unternehmern in der Klavierindustrie abgelehnt weiden. Das ablehnende Verhalten der Pianoforkefabrikanten wurde in einer Versammlung der Streikenden bekanntgegeben. Die Fabrikanten halten eine schiisrliche Begründung zu ihrem Verbalren beigefügt. Ihrem Wuniche gemäß wurde diese Begründung den Streikenden vorgelesen. Die überaus stark besuchte Versammlung lehnte einstimmig ein Eingeben auf diese Bedingungen ab und nahm ebenso einstimmig eine Resolution an, wonach als Mindest- forderungen die Bestimniungen zu gelten haben, die im Holz« gewerbe zwischen den Organisationen vereinbart worden sind. Zur Verbandstagswahl der Bäcker, Konditoren und verwandte» Bcrufsgcnoffcu. An« kommenden Sonntag, den 11. Apiil, findet in 10 Lokalen in der Zeil von 10— t Uhr die Wahl der Delegierten zum Ver- bandSiage statt. Wie auf allen im verflosienen Jabre stattgefunde- »en Verbandslagen wird auch auf diesem Klärung über verschiedene durch die Revolution geschaffene Probleme erzielt werden. Ob wegen der Ätbeitögemeinschast dort die Gemüter aufeinanderplatzeii werden, wird durch die Wahl entschieden werden. Ist doch die .ultraradikale" Richtung der Ansicht, daß durch jede Betätigung in der Aibeitsgemcinichafl ein Verrat am Rätegedanken verübt wird. Daß die Berluier Vertreter dieser.radikalen" Richtung, welche sich Opposition nennt, einen großen Vorstoß beabsichtigt, hat die 'S-ffstellung der Kandidateiiliste in der Generalveisammiung gezeigt, indem dort als Kandidat nur ausgestellt wurde, der sich verpflichtet halte, bei Ausspruch des Wortes ArbeuSgenieinschast„pfui" und bei Nennung des Wortes Räte-.Diktatur"„Hurra" zu rufen. Erst duich Beschluß des HauplvorstandeS, des Ausschusses und der Beiräte mußten auch die weniger„radikalen" Genossen mit auf die Kandidatenliste gestellt und dadurch erst den Mitgliedern das Reckt der Wahl ermögiiait werden. Demzufolge ist die Kandi- dareniiste, troydem nur 19 Delegierte zu wählen sind, sehr um- fangreich und enthält i2 Namen Allerdings ist es dadurch den Mitgliedern nun möglich, zu entscheiden, ob WirklichkeitSsinn oder Phrase Leitmotiv im Gewerkschafisleben sein soll, indem sie Ver« treter wählen, die trotz aller Sehnsucht und Bestrebung zur Ver- wirklichung des Sozialismus den Sinn für das Talsächliche nicht verloren haben, oder ob sie Leute mit ihrer Vertretung betrauen, welche unter Außerachtlassung aller Wirklichkeit radikalen lliopien nachlaufen. Versäume also niemand die Wahll Achtung, Maler! Uns wird geschrieben: Zu den Gewerkschaflskörperschaften, die ihre zur sozialdemokratischen Partei sich bekennenden Bcriifsgenosseu als Mitglieder zwe-ier Klasse betrachten, gehört auch die Berliner Filiale des Verbandes der Maler, Nack berühmten Vorbildern wird auch hier der„Vorwärts" als Publikat-onsorgan boykottiert. Wie anderswo herrscht auch hier in den Bersanrm- lungen die radikale Phra'e; tüchtige Beamte, die jahrzehntelang die Jmeressen der Organisation wahrgenommen haben, wurden ihres Amtes entsetzt, weil sie auf Grund ihrer iozialdemokianschen Ueberzeugung im radikal sich gebärdenden Phraientun, nicht der Weisheit letzten Schluß erblicken konnten. Angeekelt von dem„modernen" Ver sammlungsieben zogen sich viele Mitglieder zurück und überließen das Feld den„Radikalen". Um ein wirklich ersprießliches Organi- iationsleben zu schaffen, ist es nötig, daß die auf dem Boden be sonnener GewerischastStaktik stehenden Mitglieder sich wieder am Vereinsleben beteiligen. Am Freitag, den 9. d. M„ abends 6'/z Uhr, findet im Gewerk schaftshaus, Engeluser IS, eine Generalversammlung staty die sich mit dem Antrage der Ortsverwaltung beschäftigt, den Bei- trag auf 3, SO Mark zu erhöhen. Kollegen I Fordert durch Eure Teilnahme, daß Ihr nicht nur im Zahlen als vollberechtigt gelten wollt, sondern verlangt, daß Euch auch entsprechender Einfluß in der Verwaltung und Achtung Eurer politischen Ueberzeugung ge- währt wird. Die Bezahlung der Generalstreiktage. Die Funktionäre der chemischen Industrie waren am 1. April versammelt, um Stellung zu dem Angebot der Arbeil- geber bezüglich Entschädigung für die Generalstreiklage zu nehmen. B en tin vom Fabrikarbeiterverband erstattete den Bericht. Die Arbeitgeber der chemischen Industrie haben sich bereit erklärt, 90 M für alle Arbeiter oder Arbeiterinnen über 18 Fahre und 60 M. unter 18 Jahre zu zahlen. Nach eingehender Diskussion erklärten sich die Funktionäre mit dieser Regelung, unter Vorbehalt weiterer Verhandlungen resp. gesetzlicher Regelung der Bezahlung der General streiktage, einverstanden. Des weiteren teilte Bentin mit, daß der Lohnlarif am I.April zum 30. April gekündigt worden ist. Einmütig wurde dieser Kündigung zugestimmt. Eine Resolution, die die maßgebenden Instanzen verpflichtet, bei der Regierung wegen gesetzlicher Regelung der Bezahlung der Generalstreiktage vorstellig zu werden lsür Berlin 8—9 Tage) und auf den Abbau der Lebensmittelpreise hinzuwirken, wurde ebenfalls einstimmig an- genommen. » Vom deutschen Transportarbeiterverband wurde in einer am 3. April stattgeiundenen Verhandlung mit der Fuhrberren-Jnnung wegen Bezahlung der Generalstreiktage für die Schwer« und Leichtfuhrwerkskutscher folgende Eini gung erzielt: Als Abgeltung für die Streiktage erhalten alle hier in Betracht kommenden Arbeitnehmer eine einmalige Wirtschaflsbei Hilfe von 80 M a r k. In den Betrieben, wo bereits höhere Beträge gezahlt sind, dürfen Abzüge nicht gemacht werden. Sollte auf Grund des der Nationalversammlung vorliegenden Antrage« die Regierung einen höheren Betrag festsetzen, so wird die Differenz nachgezahlt. Die Auszahlung der WirlschaflS« beihilfe soll bei der nächsten Lohnzahlung erfolgen. Buchbinder in Buchdruckereien! Am 31. März 1920 wurde ein neues Lohnabkommen mit den Buchdrucker>.ibesigern obgeichloflen. Die Vertrauensleute werden gebeten, sich entsprechende Formulare vom Bureau abzuholen. _ Die Branchenleitung. Deutscher Werkmeisterverband. Fachgruppe III Metallindustrie. Versanimlungen ti» SchuIIbcih, Kaiseriaal. Neue Fatobltr. 24/25, und zwar Beiufsgruppe e beute, Donnerstag, abends 6'/, Uhr, BerusSgruppe k morgen. Freitag, abends öfl, Uhr.— Bezirksverein lS morgen, Freilag. abends Ö'h Uhr, Mitglicdcrveriainmlung im Vereinslokal— Bcz-rk 17 Fachgruppe IX morgen, Freitag, nachm. S Uhr, Generaloersaminlung, Alcxandrinenstr. 37a. Zcntralverband der Angestellten. Versammlungen am Freitag, den 9. April: Fachgruppe Sa(Rechtsanivalts-Angestellte) abends'1.8 Udr, Musikerläle, Kaiser-Wilhelm-Str. 31 sStellungnabme zum neu-w' Tarif- vertrag).— Fachgruppe 11(Angeficllte der Holz, und Möbeibranche, Ad- zablurgSgeschäitc), össcnll. Versauimlung abends'l,S Uhr Sophicnsäle, Eophlenftr. 17/13.— Fachgruppe 13 tAngettcllie der Chemilchcn Jnduflrie und Grosthaiidel) abends Uhr, Rcsidenz-Festsälc Landsberger Str. 31. — Fachgruppe 15 d(Angestellte der Elcltrvpciriebe, außer A.E.G-Siemens- Bergmann-Äonzern) abends 7 Uhr, Sophiensälc, Sophieustr. 17/18(Stand der Taiisocrhandluiigcn).— Fachgruppe 16 a(Duchhaiidels-AngejlcUle) abends'jß Uhr im Verbandsbureau, Bclle-Allianceslr. 7/10. Die Rcichsbank in der dritten Märzwoche. lieber 56 Milliarden Banknoteuumlauf. Die Nachfrage nach Zahlungsmitteln hielt trotz des schon be- deutenden Bedarfs der zweiten Märzwoche in der Berichtszcit i n verstärktem Maße an. Die Gründe für diese u n g ü n st i g e Gestaltung sind darin zu suchen, daß in der dritten Märzwoche die Einlösung der Aprilzins scheine begonnen hat. Auch dürften die politischen Unruhen wieder zu verstärkten Aufspeicherungen von Zahlungsmitteln beigetragen haben. Der Banknotenumlauf hat sich in der Zeit vom 16. bis 23. März um 842,4 Mill. M. auf 43 347,1 Mill. M, erhöht und daneben der Umlauf an Darlehnskassenschcincn um 273,1 Mill. M. aus 12 662, S Mill. M., so daß im ganzen an den genannten papiernen Zahlung«- Mitteln 111S.S Mill. M. vom Verkehr neu beansprucht wurden. Zunahme der Spareinlagen lm Jahre l9lg. Nach den Monatsstatistiken des Verbandes beträgt einsdbließlich der gutgeschriebenen Zinsen die Jahreszunahme der Einlagen bei den deutschen Sparkassen 58/4 Milliarden Mark, wobei allerdings vie Sparkassen in Elsaß-Lotbringen, Posen und anderen abgelösten Gebieten noch eingerechnet find. Die Einlagen der Sparkasien in Groß-Berlin allein waren im Jahre 1919 von 1,SS8 Mill. M. auf 2.041 Mill. M. gewachsen, das bedeutet einen Zuwachs von rund 30%. Bei den deuiichen Sparkassen insaesamt ist im Jahre 1919 eine Zunahme der Spareinlagen von 18% anzunehmen. Die Entwicklung der Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen in den letzten zehn Jahren zeigt die folgende Tabelle: Es betrugen die Spareinlagen in Deutschland in Preußen in Milliarden Mark 1910........... 16,7 11,1 1913........... 19,7 13,1 1916........... 21,4 14,3 1919........... 39 26 Minister Wirth über seine Aufgabe«. Der neue Reichsfinanzminister Dr. Wirth äußerte sich zu dem Mitarbeiter des„Badischen Beobachters" über seine Auf- gaben als Reichsfinanzminister u. a. folgendermaßen:„Von großer Bedeutung wird die Wechselwirkung zwischen Finanz- Politik und Wirtschaftspolitik sein. Auf diese Zu- sammenhänge zwischen beiden Gebieten wurde schon in der Vor- kriegszeit Rücksicht genommen. In der gegenwärtigen Lage wird dies doppelt notwendig sein. Wir müssen alle Kräfte daran wen- den, daß nicht unsere wirtschaftliche Entwicklung auf ein über- wundenes Entwicklungsstadium zurücksinkt, damit nicht die Basis für den finanzpolitischen Neuaufbau zu schmal wird. Nur wenn wir alle volkswirtschaftlich unnötigen Ar- betten ausschalten, die Parasiten an unserem Wirtscharts- körper beseitigen und über die Rationalisierung und den technischen Fortschritt zur Steigerung des ökonomischen Nutzeffektes gelangen, schaffen wir eine sichere Unterlage für unsere Finanz- Politik." Welche Wege der neue Minister zur Erreichung dieses Zieles einzuschlagen gedenkt, werden wir hoffentlich bald erfahren. Im Ziel stimmen wir ihm zu. Valuta, Revolution und Generalstreik. Wer bisher nodi geglaubt bat, unsere innerpolitische Lage, der Umfang unterer Pro- dultion und die Streiks ieien von ausichlaggebender Bedeutung für den Stand unserer B a l u t a, der muß jetzt endtich eines besseren belebrl sein. W>r erleben seit dem 13. März eine Revo- luNon. die Deuttldland in seinen Grundsesten erschüttert hat, und deren Ende noch nicdt» abzusehen ist. Unsere Valuta aber ist von alledem nur wenig berührt worden. Denn unsere Vaiuia hängt in erster Reihe von dem Stand der Reicbsfinanzen ab. Wir vermehren nach wie vor uniere schwebenden Sckiulden täglich um über hundert Millionen Marl, und wir decken nach wie vor unseren Reichsbedarf last gar nicht durch Steuern und fast nur durch Pump, das heißt, durch Kredite, die die Rcichsbank dem Reiche gewäbrl. Wird unsere Regierung nun endlich erkennen, daß ein Steigen der Valuta nur duich eine Aenderung der R e i ch s f i n a n z p o I« t i k zu erzielen ist, und daß wir dem vollständigen Zusammenbruch entgegeneilen, wenn nickt unverzüglich durch eine große BermögenSabgabe eine Sanierung unierer F>nanzpolilik versucht wiid? Wir bemerken hierzu, baß der Stand»nseter Valuta vor allein durch die Höhe der Produktionskosten und Warenpreise im Inland bestimmt wird, da sich auf dem Weltmarlt nur Waren gleichen Wertes lauschen. Die Höhe der Warenpreise ist aber der Ausdruck der Geldentwertung Ein Abbau der Preise wird erst dann eintreten, wenn die künstlich entstandene papierene Kaufkraft durch einen tiefen Eingriff ganz erheblich gemindert wird. Frankreichs Außenhandel. Die deutsche Ausfuhr nach Frankreich wurde hauptsächlich durch den Export von Kohle alimentiert im Wette von 407 446 000 Fr. Was hat dagegen Frankreich an D e u l i ch l a n d ver kauft? Baumwollgewebe für 329 182 000 Fr., Wäsche und konfektioniert« Kleidungs stücke für 126 819 000 F Scidrngewcbe für 89 156 000 Fr., Wollgewebe für 63S02000 Fr, Erze für 87 030 000 Ft., präparierte Felle für SS 213 000 Ft.. Schokolade für 16 749 000 Fr., Baumwolle für 34 259 090 Fr, Wci. e für 24 476 000 Fr, sowie Liköre im Werte von 2b 164 000 Fr. Waren und Ziffern sprechen eine beredte Sprache. Daß— bei dem Wechselkurse!— Seide»waren für 89 Millionen, S ch o l o l a d e für 16 Millionen, Weine und Liköre für je 25 Millionen eingefühlt wurden, bedarf keines weiteren Kommentars. Erhöhung der Schlepplöhne auf der Saale mit Bewilligung der Regierung von 306 auf 700 Proz. Perantrv. kür den ccbattion. Teil:«rt»r RMIct, Cbarlottenbura: für Anzeigen: Th. Glocke. Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag G. m. b. K. Berlin. Druck: Vor- Wäris-Buchpruckerei n. BertaasanNalt Paul Tinger u. Co. Berlin. Lindenltr. S. vier»» 1 Beilage MODEW�RENü�! BREITESTR� RUDOLPH HERTZOG BERLIN C �■EINRICHTUNGEN bruderstr: Garm'erie Hute Huiformen aus weiß m Zackengefl cht mit?and.................. M. 21°° Zugendilcher Hut aus Last mit Sand................... M. 4750 TJfCfon aus glänzendem Geflecht, schwarz oder farbig.............. M. 7200 CjfroJjf/jppc aus weißer Frottsborke mlt farbigem Land........... M. 90� Scfdji(31c(fc aus rollt'" orte mlt»glänzendem Strohrcnd........ M."14650 Große Auswahl In Modellhüten in allen Preislagen flflatro'enform) weiß od schwarz, M.2425 2390 2600 3400 4450 Aufbewahrung von pelz-Artikeln Die neue Schnittmusterliste ist erschienen• Versand kostenlos 35öf?hÖlC(sehr preiswer>, schwarz, marine oder brvnn.... 7 4650 54*° 6000 Tagaii/Üte in modernen Formen und Farben... M. 62� 75?5 83�° 115°® Pufc-Zutaten Stangenreiber schwarz oder weiß................ M. 4226 1335 4626 Fi chreihergesteck schwarz.............................. M 2050 Strauß ederschl'ife mit Gvrareiherfllclcn, schwarz, grau ober rot....... M. 3300 Straußfedergesteck giflgrüa oder........................... M. 4825 t n eigenen K ü h l r ä u m e n - Die Geschäftsräume sind jetzt wieder bis 3 1*1 Uhr geöffnet Nr. 179 ♦ 37. Jahrgang Seilage öes vorwärts Vonnerstag, S. �prkl 192S Sei öen Internationalen. Erinnerungen aus den Putschtagen. Von Friedrich Stampfer. Am 11. März erhielt ich für Sonntag, den 1ö. März, 11 Uhr bormiitags, eine Einladung zu E b e r t. Zu dieser Stunde sollten sich bei ihm die Mitglieder des Parteivorstandes, der General- tommission und einige führende Genosienschaiter versammeln um die Internationale sozialistische Studienlommission zu begrüben, deren Änkunil m Berlin für Freitag abend erwartet wurde. H u y s» maus, de Brouckäre und van RouSbroet aus Belgien waren angekündigt, Henderson aus England, M i st r a l aus Frankreich. Engberg aus Schweden, Wibaut und de Roode aus Holland und manche andere. Sie kamen alle bis auf Henderion, der leider erkrankt war, fanden aber bei ihrer Ankunft eine völlig veränderte Situation. Aus der Zusammenkunst bei Ebert wurde nichts, er war in Dresden, wir Zurückgebliebenen aber waren wie ans einen Schlag aus der Oeffentlichkert in eine Unterwelt der- funken, in der wir den Widerstand gegen dre augenblicklichen Gewalt- haber organisierten. Die Genossen von der Internationale, durch den jäh ausbrechenden Generalstreik>n ihrer Bewegungsfreiheit ge- hemmt, bezogen im Zenttalholel nächst dem Dahnhof Frredrichstratze Etandguartier. Am Sonntag traf ich auf dem Weg von einer geheimen Der- sammlung in die andere den schwedischen Genossen Magnuston. der mir'agte, dah Huysmans mich dringend zu sprechen wünsche. Ich konnte Magnussen nur sagen, in den nächsten Stunden sei ich da und da au'zufinden, zu Besuchen fehlte mir die Zeit. TagS darauf liest mir HuySmans wiederum sagen, daß er mich unbedingt sprechen miisie, sei es auch zu beliebiger Nachtstunde. Das brachte mich aui die Idee, nach g'etaner Arbeit ins Zentrolhotel zu gehen, in der Hoffnung, gleich für die Nacht eine Bleibe dort zu finden. Denn nack Houie zu gehen, schien mir nicht zweckmäßig, nachdem soeben erst d>e geheim gedruckte Extraausgabe des.Vorwärts', ge- spickt mit Majestälsverbrechen gegen die neuen.Machthaber", er- schienen war. Es mochte 1 Uhr oder noch später gewesen sein, als wir, der Genosse Schiff und ich, Huysmans aus dem Bette holten. Er be- wohnte ein iehr geräumiges Zimmer im zweiten Stockwerk, das zu- gleich als allgemeines Besuchs« und Konserenzzimmer der Kam- misfion diente, die anderen Mitglieder bewohnten kleinere Räume derselben Etage. Die noch wach gebliebenen Genosten wurden von unserer Ankunft benachrichtigt, und rasch sammelte sich um den Tisch ein staitlicher Kreis, der halb Europa repräsentierte. ES wurde Schokolade und Kognak herbeigeholt, um uns zu stärken, da wir von den Sitzungen und Märschen des TageS nicht wenig erschöpft waren. Engberg liest ein Zimmer zu besorgen, für das er mich aus eigener Initiative vorsorglich als.Dr. Karner' ein« tragen liest. Nach 48 Stunden ununterbrochenen Dienstes wieder das Gefühl, ein Bett zu haben I sich blieb dann drei Tage im Hotel einquartiert neben den Genossen von der Zntsrnationale, und wenn die Hast dieser Tage auch nur wenige Siunden des Beisammenseins übrig liest, so habe ich doch das Gekühl, in diesen Stunden ihnen nähergekommen zu kein, als sonst vielleicht in Wochen. Hier herrschte eine A t m o« iphäre der Kameradschaftlichkeit, der Herzlich» k e i t, die aus doppeltem Grunde wohltat: erstens einmal, weil sie nach dem langen Völkerkrieg Vertreter streitender Nationen mitein- ander wieder vereinigte, und dann, weil sie in so merkwürdigem Gegensatz stand zu dem leidenschaftlichen Kampf, der den Tag be- lebte. Hier war Erholung, Ruhe, kluger FreundeSrat, Sammlung für kommende Kämpfe. Die Znsammensetzung der Kommission bot eine bunte Muster« karte sozialistischer Parteiichattierungen von sehr gemästigten»Real- Politikern' bi» zu dem Franzosen Mistral hinüber, der schon jen- seit« der zweiten Internationale stand. Aber dieie Verschieden- heil der Anschauungen trat in den Hinlergrund gegenüber der Frage des Augenblicks, und die Sympaihie der internationalen Genossen für die Bekämpser der militaristischen Gegenrevolution machte keinen Unterschied zwischen den Richtungen. ES herrschte ein lebhaftes Treiben im zweiten Stockwerk des Zentralhotels. M e h r h e i t s s o z i a l i st e n und Unabhängige kamen und gingen, sie wurden mit der gleichen Freundlichkeit emp- fangen. Manchen guien Bekannten erkannte man nicht gleich wieder: abrasierte Bärte, ungewohnte Brillen— ein Stück Verschwörerromantik war eingezogen mit ihrem eigenartigen Reiz und ihrem seltsamen Humor. Inwieweit sich die Genosten der Internationale in ihren Auf. fastungen unterschieden, trat in den Gesprächen, die sie mit mir führien, nicht in Erscheinung. Man war von dem Miliiärpulsch eigentlich wenig überrascht, versicherte vielmehr, man hätte ihn längst kommen sehen. Einiges Vorgehen aller Richtungen der Arbeiterbewegung gegen den gemeiniamen Feind wurde als selbst- verständliche Pflicht betrachtet, daneben kam immer wieder die Hoffnung ,um Ausdruck, dost die erzwungene Kampfgemeinschaft des Auoeoblicks zu einer dauernden Annäherung führen könnte. In diesem Sinne wurden wir.bearbeitet', und ich habe Grund anzu- nehmen, daß dies in gleicher Weise auch Mit den Unabhängigen ge- schah. Interessant waren mir verichiedentliche Warnungen vor einer.rein sozialistischen' Regierung t es sei praktischer, die bürger- lichen Parteien von der Mitarbeit n'cht aus,»schließen— schon mit Rücksicht auf die internationale Politik. Ob alle Genossen so dachten, konnte ich nicht feststellen, von Mistral nehme ich es jeden- falls nicht an. Mit Unabhängigen trafen wir uns bei den Internationalen off, und daß wir dabei die gemeinsamen Angelegenheiten, die uns Plötz- lich erstanden waren, eifrig untereinander besprachen, versteht sich von selbst. Außerdem halten wir ichon— die beiderseitigen Parteizentralen— am 13 März mittags unter Vorsitz der Gewerkschaften eine gemeinsame Sitzung gehabt, bei der freilich nichts anderes herauskam als eine der beliebten Debatten über Diktatur und De- mokratie. Später kam der Gedanke der sogenannten.Arbeiter» regierung' von Unabhängigen, MehrheitSsozialisten. Christen und Hirsch-Dunckerschen ans Tageslicht, ich vermute, daß sein GeburtS- ort nicht weit vom Zentralhotel zu suchen ist. Um so merkwürdiger war folgender Vorfall. Am Freitag, den IS., kam ich nachmittags in Huysmans Zimmer, wq sofort Wibaut aus mich zutrat und in einer gewissen Erregung mir folgendes sagte: Vor kurzem seien drer Vertreter der U. S. P. dagewesen und hätten dringend ersucht, die Internationale Kommission möge noch für denselben Abend 8 Uhr Bevollmächtigte beider Parteien zu einer gemeinsamen Sitzung einladen. Die Sache sei von größter Wich- tigkeit, und ich sei von unserer Seite gebeten, sie in die Hand zu nehmen. Am selben Abend war interfraktionelle Beratung über die .Berliner Vereinbarungen'. Ich riß mich dort los, schleppte Richard Fischer mit, und pünktlich waren wir zur Stelle. Wels und Krüger wollten später nachkommen, sobald die Verhandlungslage es irgend gestattete. Als Genosse Fischer und ich in HuysmanS Zimmer eintraten, merkten wir sofort, daß etwas Besonderes passiert sein müste. U n- abhängige waren nicht da, von den Anwesenden saß nie- mand, alle standen und sprachen heftig gestikulierend. Wibaut klärte mich rasch über die Ursache der allgemeinen Er- regung auf. Der unabhängige Parteivorstand hatte noch eine Sitzung abgehalten, halte HuySmanS, der sich über den Stand der Beratung erkundigen wollte, zwei Stunden an der Tür warten lasten und ihm schließlich gesagt— die Unabhängigen müßten es aus prinzipiellen Gründen ablehnen, sich mit uns offiziell an einen Tisch zu setzen. Wir kehrten, teils fluchend, teils lachend, schleunigst nach dem Staatsministerium zurück, um Wels und Krüger zu sagen, dast sie sich nicht weiter bemühen sollten. Zuvor aber nahmen wir von den Internationalen Abschied, die einen tieferen Einblick in den a b e n« teuerlichen Wirrwarr der deutschen Verhältnisse erhalten hatten, als sie es wohl bei Beginn ihrer Studienreise er- warteten. Mit dem ersten Zug, der wieder fuhr/ wollten sie in ihre Vaterländer zurückkehren. Aber in der Hauptsache hatten sie doch etwas sehr Schönes erlebt, den Sieg des arbeitenden Volkes über die Militärputschisten, und wir wollen wünschen, dast dieser Ein- druck der vorherrschende bleibt. Der G e u e r a lstr e i k, musterhaft durchgeführt, war bis in die Hotelräume eingedrungen. Als ich am Dienstag morgen ge- wohnheitSgemäst klingelte, um meine Schuhe reinigen zu lasten, erklärte mir der Hausdiener mit höflicher Bestimmtheit, es sei Streik und er könne keinerlei Arbeit übernehmen. Die Krait, mit der die Streikparole überall durchgedrungen war, verfehlte auf die Jnter- nationalen nicht ihre Wirkung, sie gab ihnen ein Bild von der Stärke der deutschen Organisation. Am Mittwoch hatten sie jenen Aufruf an die deutsche A r b e i t e r s ch a s t beschlosten, der in der Donnerstag-Exiraaus» gäbe des.Vorwärts' und dann noch einmal in der ersten regelmäßigen Ausgabe abgedruckt steht. Die deutschen Arbeiter werden darin zu ihrem Siege be« glückwünscht und eindringlichst ermahnt,.abzusehen von allen trennenden Tendenzen und ihr Handeln einheitlich zusammen- zufassen zur Sicherung und Kräftigung der Republik und zur Weiterentwicklung der ersten Errungenschaften der deutschen Revolution, die die unerläßlichen Vorbedingungen zur Verwirklichung des Sozialismus darstellen'. Die außerordentlichen Verhältniste haben es den Internationalen leider nicht gestaltet, mit der Masse der Berliner Parteigenosten Fühlung zu nehmen. Um so mehr hielt ich mich für verpflichtet, an dieser Stelle die Eindrücke zu schildern, die ich von dem kurzen Beisammensein mit jenen Genossen erhalten habe und ihnen die berzl chsten Abichiedsgrüste nachzusenden. Für mich waren die tollen Tage trotz alledem schön als Tage des stärksten Erlebens. Denn sie zeigten mir nicht nur. was das arbeilende Volk leisten kann, wenn es einig ist, sondern sie gaben mir auch die Zuversicht, daß der große Gedanke der internationalen Solidarität im Wellkrieg nicht gestorben ist, daß auch für ihn nach langer Zeit des Leidens der T a.g d e r A u s e r st e h u n g kommt. Die„volksfurforge". Einer der jüngeren Zweige an dem starken Baume der nach Zentralisierung strebenden deutschen Aibeiterbcwegung'st die im Jabre ISIS inS Leben getretene Gcwerlschaftlich-genostenschastliche VolkSversichcrung, die.V» l k S f ü r i o r g e', gegründet von den deutichen Geweikichaften und genostenschasten zu dem Zweck, die Arbeitei mästen von den PrivalversicheruiigSgesellschaften mit ihren hohen Direklorengehältern. Tantiemen sür Vorstände und Aussichls« räle und Dividenden für die Aktionäre fernzuhalten, das Volks« Versicherungswesen zu reformieren und ein sozialisiertes Unternehmen zu schaffen. Die EntWickelung war in vollem Zuge, als der Weltkrieg hereinbrach, der eine schwere Belastungs« probe für das junge Unternehmen bedeutete. Durch Einführung der Kriegsversicherung paßte es sich den Zeitverhälinissen an und wirkte mit leinen niedrigen Prämiensätzen in wohltätigster Weise. Millionen von Arbeitern und Volksgenossen haben aber bis beute leider noch nicht erkannt, dast ihr eigenes Uniernehmen weit fürsorglicher für sie arbeilen kann, als die privatknpitallsti'cheu. Außer den 4 Proz. Zinsen für die eine Million Aktienkapital, mit dem die.Volksiüriorge' von den Gewerl« und Genossenscdaften gegründet ist, kennt sie keine Tantiemen an Vorstand oder Auisichtsrat und Dividenden an Aktionäre, die beispielsweise bei der.Victoria' von 1904—1911 über 14>/z Millionen Mark und bei der .Friedrich-Wilhelm' in den Jahren von 1903—11 13 032 831,— M. betragen haben und heute noch sehr hoch im Kurse sieben. Mehr oder minder folgen ihnen die übrigen Gesellschaften und versuchen ihre Volksversicherungen zu einem einträglichen Ge- schüft zu gestalten, während die Volksfürsorge ihre Gewinne aus» nahmSlos den Versicherten zukommen lätzt. Heute, wo das Wort Sozialisierung in aller Munde ist, sollte man es kaum noch für möglich halten, dast Millionen Volksgenossen, die sich stolz als Sozialisten betrachten und der Regierung bitterste Vorwürfe machen, daß sie so zögernd mit der Sozialisierung vorgeht, hinsichtlich der Versicherung die st ramm st en Unter st ützer des Privatkapitalis- muS sind und achtlos an der Volksfürsorge, dem einzigen soziali- sierten VersicherungSunternehmen in Deuischland, vorübergehen. Die 27 Aktieiige'ellichaflen hatten 1917 einen Policen« bestand von 9 972 340, 1918 von 10 426 411, ohne die 2 672 079 Policen der 20 Gegenseitigkeitsgeiellschaften. wovon auf die Volksfürivrge 292 098 enifiele». An der Zunahme von 608 941 Policen war die Volksfürsorge mit 65 007 beteiligt. Günstiger gestaltete sich für sie das Geschärt unter den 21 die Volksversicherung betreibenden Ge- sellschairen, die 1918 9 421 502 Policen besaßen. LI Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. „Eine Magd zur Hilfe? Nein. Aber wir wollen es weiter sagen."—„Ja, wenn ihr so gut sein wollt. Und daß ich ein Haus und Ackerland und Vieh habe, aber keine Magd zur Hilfe, das sollt ihr sagen." Ach. so oft er mit seinen Birkenrinden drunten im Dorfe war. hatte er nach dieser Magd zur Hilfe ausgeschaut, aber keine gefunden. Sie hotten ihn betrachtet, eine Witwe, ein paar ältere Mädchen, es aber iticht gewagt, ihm Hilfe zu versprechen! woher das kommen mochte, das begriff Jsak nicht. Begriff er es wirk- lich nicht? Wer wollte bei einem Manne dienen, draußen im Oedland, meilenweit von den Menschen, ja eine Tagereise von der nächsten menschlichen Wohnung entfernt I Und der Mann selbst war nicht die Spur lieb und hübsch, im Gegenteil, wenn er sprach war er kein Tenor mit gen Himmel gerichteten Augen, sondern hatte eine etwas bellende grobe Stimme. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als allein zu bleiben. Im Winter machte er große Holztröge, verkaufte diese im Dorfe und kam mit Säcken voll Lebensmitteln und Werkzeug durch den Schnee zurück. Das waren harte Tage, ja er hatte eine schwere Last. Er hatte ja Haustiere, und sie konnte er nicht längere Zeit verlassen. Wie hielt er es da? Die Not mackfi erfinderisch, sein Gehirn war stark und unverbraucht, und er übte es immer mehr Das erste, was er tat. wenn er fortging, war, die Ziegen loszulassen, so daß sie an den Zweigen im Walde ihren Hunger stillm konnten. Aber er wußte auch noch einen anderen Ausweg. Er hängte am fgluß ein großes Holz- gefäß auf und ließ ein kleines Rinnsal hineinlaufen', es dauerte vierzehn Stunden, bis dies Gefäß voll war.'Wenn das Gesäß bis zum Ueberlaufcn voll war, dann hatte es gerade das rechte Gewicht, daß es heruntersank! aber indem es sank, zog es an einer Leine, die mit dem Heuboden in Verbindung stand, eine Luke öffnete sich, drei abgemessene Geißenmahlzeiten fielen herunter, und die Tiere hatten ihre Nahrung. Auf diese Weise machte er es. Eine geistreiche Erfindung, ja vielleicht eine Eingebung von Gott, dem Manne war geholfen. Es ging gut bis in den Spätherbst, dann kam Schnee, dann Regen, dann wieder Schnee. dauernd Schnee', da wirkte die Einrichtung mit der Heuoersor- gung verkehrt, das Gesäß füllte sich mit Rcgenwasfer und öffnete die Luke vor der Zeit. Der Mann deckte das Gefäß zu, dann ging es wieder eine Weile gut, aber als der Winter einsetzte, fror das Rinnsal ein, und die Einrichtung versagte gänzlich. Da mußten die Ziegen und auch der Mann selbst entbehren lernen. Das waren harte Tage: der Mann mußte Hilfe haben, hatte jedoch keine. Er wurde aber deshalb doch nicht ratlos. Er schaffte weiter, sich sein Heini zu errichten, machte ein Fenster in die Hütte, ein Fenster mit zwei Glasscheiben. Das war ein merk- würdiger und heller Tag in seinem Leben, als er nicht auf dem ; Herd Feuer anzünden mußte, um sehen zu können: nun konnte ■ er drinnen sitzen bleiben und bei Tageslicht Tröge aus Holz anfertigen. Er verbesserte sich und sagte:„Ach ja, Herrgott im Himmel!" Er las nie in einem Buche, seine Gedanken be- schäftigten sich aber oft mit Gott: er konnte nicht anders, Ver- trauen und Ehrfurcht wohnten in seiner Seele. Der Sternen- Himmel, das Rauschen des Waldes, die Einsamkeit, die Schnee- mästen, die Gewalten auf der Erde und über der Erde stimmten ihn oftmals am Tage nachdenklich und andächtig: er fühlte sich , sündig und war gottesfürchtig. des Sonntags wusch er sich zur Ehre des Feiertages, arbeitete aber sonst wie alle Tage. Der Frühling kam heran: er bebaute seinen steinen Acker und steckte Kartoffeln. Er hatte jetzt einen größeren Viehstand. jede Ziege Ijatte Zwillinge gebracht, es waren jetzt sieben Gcißen, - groß und stein zilsammengerechnet. Mit der Zukunft vor Augen erweiterte er seinen Stall und setzte auch da ein paar Fenster- , scheiden ein. Es leuchtete und tagte allüberall. Eines Tages kam die Hille. Droben auf der Halde wanderte sie lange hin und her, ehe sie sich hervorwagte. Es wurde Abend, bis sie herankam, aber dann kam sie— ein großes, braunäugiges Mädchen: sie war üppig und breitgebaut mit festen guten Hän- den, mit Komagern(Lapvenichuhe) an den Füßen, obgleich sie keine Lappin war. und mit einem Kalbfellsack auf dem Rücken. .Sie war wohl schon etwas bei Jahren, höflich gesprochen, nah? an den Dreißigern. Warum sollte sie sich denn fürchten? Sie grüßte, fügte jedoch rasch hinzu:„Ich muß nur über die Berge, so Hab ich diesen Weg genommen."—„So," sagte der Mann. Er verstand sie nickt ganz, sie redete undeutlich und wendete überdies das Gesicht weg.—„Ja." sagte sie.„Und es ist ein sehr weiter Weg."—„Willst du über die Berge?"—„Ja."—„Was willst du dort?"—„Ich habe meine Leute dort."—„So, hast du deine Leute dort? Wie heißt du?"—„Inger, und wie heißt du?"—„Jsak."—«So, Jfat Wohnst du hier?"—«Ja. ich wohne hier und Hab es so, wie du hier siehst."—«DaS ist wohl nicht übel," sagte sie lobend. Jsak war im Denken ein ganzer Mann geworden, und nun kam ihm der Gedanke, daß sie wohl im Auftrag von jemand gekommen, ja daß sie dirett von Hause hierher gekommen sei und nicht weiter wolle. Sie hatte vielleicht gehört, daß chiu weibliche Hilfe fehlte. .Komm herein und ruh dich aus!" sagte er. Sie traten in die Hütte, aßen von ihrem Mundvorrat und tranken von seiner Geißcnmilch'. dann kochten sie Kaffee, den sie in einer Blase bei sich hatte. Sie hatten es sehr behaglich beim Kaffee, ehe sie schlafen gingen. In der Nacht fühlte er großes Verlangen nach ihr, und er bekam sie. Am Morgen ging sie nicht wieder weg und den Tag über auch nicht: sie machte sich nützlich, meiste die Ziegen und scheuerte die Eimer mit feinem Sand, daß sie blitzblank wurden. Sie ging nie wieder fort. Inger hieß sie, und Jsak hieß er. Nun begann ein anderes Leben für den einsamen Mann. Das einzige wir, daß seine Frau undeutlich redete und wegen einer Hasenscharte dabei immer das Gesicht wegwendete: aber das war nichts, um sich darüber zu beklagen. Ohne diesen verunzierten Mund wäre sie wohl nie zu ihm gekommen, die Hasen- scharte war sein Glück. Und er selbst, war er ohne Fehl? Jsak mit dem Vollbart und dem zu untersetzten Körper, er war wie ein gewaltiges Miihlrad, ja wie durch eine verzerrende Fensterscheibe gesehen. UpF» wer sonst ging mit einem solchen Ausdruck im Gesicht umher? Es war, als könne er jeden Augenblick eine Art von Barrabas loslassen. Sie lie� nickt davon. Wenn er fort war und wieder Heini- kam war Inger in der Hütte: die beiden waren eins, die Hütte und sie. Er hatte nun einen Menschen mehr zu versorgen, aber es lohnte sich, er konnte länger fort sein, er konnte sich rühren. Da war der Fluß, ein freundlicher Fluß, der neben seinem freund- lichen Aussehen auch tief und rascken Laufes war: er war durch- aus kein geringer Fluß, er mußte aus einem großen Wastcr droben im Gebirge kommen. Nun verschaffte Jsak sich Fiich- gerät? und ging zum Fluste, wenn er dann am Abend heimkam, brachte er eine ordentliche Anzahl Forellen und Alpensalme mit. Inger empfing ihn mit großer Verwunderung: sie war ganz überwältigt, schlug die Hände zusammen und rief:„Um alles in der Welt!" Sie merkte wohl, wie erfreut und stolz er über ihr Lob war, und da sagte sie noch mehr freundliche Worte: daß sie so etwas noch nie gesehen und gar nicht oerstehe, wie er das zustande gebracht habe.(Forts, folgt.) Unzweifelhaft giinstiger wird da? Jahr t91S fllr die VollSfHr sorge sein mil seinen rund 160>)0<) Anträgen. Auch die Erhöhung der Versicherungssumme per Kopf von 239 3)1. im Jahre 1913 auf 596 M. 1919 ist zwar erfreulich, ent- spricht aber noch durchaus nicht der Geldentwertung. Und doch be« stehl beute die Möglichkeit, sich bei der Volks'ürsorge mit 3000 M. bzw. 5000 M. zu versichern. DaS wird allerdings erst im laufenden Jahr in Erscheinung treten. Bezeichnend ist es, dast in dem kleinen Orte Goldlauier jede 8., im grosien Berlin aber erst jede 125. Person in der Volks- fürsorge vei sichert ist. Wenn auch manche andere Grotzstadt ver« bälinismästig besser dasteht, so bleibt doch noch ein überreich- liches Betätigungsfeld für die vorwärts- st rebende Arbeiterschaft übrig, namentlich wenn man die 472 144 G e s a m t v e r s i ch e r u n g s a n t r ä g e der Volks- fürsorge zu den IS1/* Millionen sozialdemokratischen Stimmen, den über 7''z Millionen srcigewerlschaftiich organisierten Arbeitern in Vergleich'stellt, und bedenkt, daß der vierte Teil d«S deutschen Volkes konsumgenosscn'chastlich organisiert ist. Das Uebermah der Gleichgültigkeit dem Versicherungswesen gegenüber steht doch in zu krassem Mistverhältnis. Bei den 21 die Volksversichcrung betreibenden Gesellschaften erloschen im Jahre 1918 allein 158484 Policen ohne Vergütung mit einer Versicherungssumme von 48 231 589 M., für die aus irgend einem Umstand die Prämien nicht mehr gezahlt wurden. Die eingezahlten Prämiengelder fallen den Gesellschaften als Ge« wimr zu. woran die.VolkSillriorge' aber nicht beteiligt war. da sie keinen Prämienverfall kennt. Kann ein Ver- sicherter nickt mehr zahlen, dann wandelt sie die Versicherungspolice in eine Spar- oder prämiensreie Police um und niemand wird ge- schädigt. Schon diese eine Tatsache sichert den Arbeitern Gewinn. Ueber die weiteren günstigen Bedingungen kann sich jedermann leicht in den Konsumvereinen, den Gewerk'chaiten und deren Bureaus und bei den Siechnungsstellen der.Volksfürsorge' unterrichten. Wo daS nicht möglich ist, wende man sich direkt an die HauptgejchästS- stelle der.Volkssürsorge" Hamburg 5. Gewerkschaftler und Genosien! Wem daS Wohl seiner Familie am Herzen liegt und sie im Falle seine» Ab- lebens nicht in der gröstlen Not zuiücklasien will, unteinebme so- kort Schritte zu seiner und seiner Familienmitglieder Versicherung bei der Volksiür sorge. An da» Verständnis der Frauen appellieren wir besonders, da sie die am meisten Leidtragenden sind, wenn der Ernährer der Famil'e plötzlich nicht mehr ist und sie dann in der gröstten Not zurücklassen mutz. Begebe sich aber nie- mand zu den Versicherun ,sgesells t>aflen. sondern jeder baue auk die eigene Kraft, sich der von den Gewerlschafien und Ge- nosiensckalien gegründeten, sozialisierten Volksfürsorge zu- wendend und für deren AuSbreiiung soraend. Werfe daher jeder auch in dieser Frage die Gleichgültigkeit von sich und befreie sich auch hier, wo er es so leicht kann, aus den Fangarmen des Privat- kapiialismuS.,_ GroßSerün putsch und Hemeinöevertreter. Zu dem Artikel des Genossen Viktor Noack in der.Kopur", aus dem wir in unserer Nr. 172 einen Auszug brachten, schreibt uns«in Treptower Genosse: Das Zitat aus der„Kommunalen Praxis' wirft die interessante Frage nach der Betätigung der Gemeinde- Vertreter während eines Generalstreiks auf und weist schon durch die Fragestellung die im Gegensatz dazu aufge- stellte und vereinzelt durchgeführte Forderung der Einstellung jeder Gemeindetätigkeit ab. Die„Kommunale Praxi»' wünscht also im Gegensatz dazu„Tagung in Permanenz'. Fragt man nun:„Wo waren die Gemeindevertreter in den Putschtagen?', so wird wohl überall die Antwort kommen:.LLie jeder tätige Genosse auf ihren Posten'. Ob dieser jeweils besser auf' dem Rathaus«, auf der Stratz« oder im Partei- lokale ist, erscheint mir dagegen mehr ein« lokale Zweck- mätzigkeitSfrag« zu sein. Als alter Gewerkschafter liegt mir weniger die Frage, wie der Generalstreik am Prinzipien- festesten durchgeführt wird, alswieeramsicherstenzum Z i e l f ü h r t. Alle Gemeindevertreter ständig in? Rathaus gesperrt, be- deutet, sie für den übrigen Parteidienst brachzulegen. Ein „Aktionsausschuß' der Gemeindebertretung in Permanenz kann ähnliche Wirkung haben, denn man müßte doch seine t ü ch- t i g st e n und einflußreich st en Leute hineinstecken. Praktisch wird also auch hier der lokal« Bedarf entscheiden und dann ist doch wohl überall der Gemeindevorstand bzw. Magistrat der gegebene Aktionsausschuß aus allen Parteien. Die gewünschte JnformationdesPublikumS hätte in den Putschtogen auch der gewandteste Gemeinde vorstauif kaum zu geben vermocht, Venn er war bei dem Stillstand des ganzen behördlichen Apparates selbst ohne solche und auf die Nachrichten der Parteien angewiesen. Diese waren freilich auch recht spärlich. Die Partei- instanzen, die wohl überall fast Tag und Nacht„in Permanenz' waren, haben darin ihr Möglichstes geleistet. So fand z. B. in Baumschulenweg am Revolutionsdienstag mittags eine von den beiden sozialistischen Parteien schnell einberufene Ein- Wohnerversammlung unter freiem Himmel lediglich zur Jnform ation statt. Daneben wirkte die parteioffizielle Be- nachrichtigung von Mund zu Mund auf der Straße. Der groß« Mangel abeif blieb im Kampf das Fehlen der Kampf» blätter, der Zeitungen. Die Gemeindevertretung von Treptow erklärte sich bereits am Montagvormittag„in Permanenz', fetzte aber dafür schon am Dienstag einen„Ausschuß', bestehend aus dem Gemeindevorfta.id und den Fraktionsführern«in, der denn noch am Mittwoch un» Sonnabend tagte. Man war sich aber bald bewußt, daß nach Regelung der dringenden gemeindlichen Fragen tatsäch- liche Permanenz Kraftvergeudung wäre. Die weiter gewünschte„Zentrale der Gemeindever- t r e t e r' ist ja für Groß-Berlin vorhanden, wenn sie auch W« n i g a k t i v ist. In diesen Tagen hält« sie aber neben dem WahlvereittSavparat auch kaum Besseres leisten können. Der große Mangel bei diesem Kampfe war eben das Fehlen jeder zu» verlässigea gedruckten Nachricht, dt« allein sinnlose Geeüchte auS- schließen und ein einheitliches Kampfziel geben kann. Die Presse ist für die Arbeiter im Streik ein ebenso wichtige? Kampfmitte! wie Pulver und Blei für die Soldaten. Das Er- scheinen der Arbeiterblätter oder eines ArbeiterblatteS zu ermög- lichen muß deshalb bei künftigen Bewegungen um jeden Preis versucht weiden trotz Besetzung oder Zerstörung einiger Drucke- reien. Die Buchdrucker, die dabei mitarbeiten, sind ebenso wert- volle Kampftruppen für unS wie die sonstigen Funktio- näre, die Radfahrer, Meldegänger, Flugblattverbretter. Die Presse ist eine Macht, dann mehr denn je! Tie Wohnlaube. Bei aller Unterstützung und Umsicht der öffentlichen und pri- Baten Körperschaften wird es leider nicht möglich sein, in absehbarer Zeit den Wunsch weiter Volkskreise nach einer eigenen Heimstätte in nur einigermaßen ausreichendem Umfang zu befriedigen. Mehr noch als bisher muß deshalb zu Notbehelfen gegriffen werden. Für die Kreise Teltow und Niederbarnim und die Stadt Spandau hat der Regierungspräsident in Potsdam Bestimmungen durch Sonder-Baupolizeiverordnung über die Errichtung von Wohnlauben vom 11. April 1919 erlassen. Grund- s ä tz l i ch läßt diese Verordnung zwar nur die vorüber- gehende Benutzung von Wohnlauben zum Aufenthalte von Menschen höchstens für die Zeit vom 15. April bis zum 15. Oktober jedes Jahres zu und fetzt voraus, daß die Bewohner anderwärts eine fest« Wohnung haben. Beide Beschränkungen sind aber für die Zeit der Wohnungsnot durch die Bestimmungen des 8 13 der Verordnung, und zwar längstens biSzum Aprill924 außer Kraft gesetzt! Wenn trotz der drückenden Wohnungsnot und der ErnährungS- fchwierigkeiten von der Verordnung bisher nur in beschränktem Um- fange Gebrauch gemacht worden ist, so ist dies wohl vorwiegend auf die geringe Verbreitung ihrer Bestimmungen zurückzuführen. Denn bei aller Baustoffnot wird eS den Parzellenbcsitzern bei festem Willen und gehöriger Mitarbeit immerhin möglich sein, eine Wohn- laube auf ihren Grundstücken zu schaffen. Ueber d!« Art der B a u- ausführung empfiehlt sich eine Beratung durch die Baupolizei- behörden, SiedlungSgefellschaften und gemeinnützigen Baugenossen- schafteit. Nach der erwähnten Polizeiverordnung bedürfen Wohnlauben nur der Bauerlaubnis und der GebrauchSabnahme. Die AnsiedluugSgenehmigung ist vor Errichtung einer Wohnlaube nicht nachzusuchen, auch unterliegen diese Baulichkeiten dem kommunalen Bauverbot nicht. Hinsichtlich der Baubor- lagen können die Ortspolizeibehörden Erleichterungen gewähren. Der Umfang der Wohnlauben darf eine Grund- fläche von 80 Quadratmeter nicht überschreiten, eS ist aber eine Veranda von höchstens 10 Quadrat» meiern zulässig. Massive Ausführungen von Wohnlauben, die nur«in Geschoß, aber einen VorratSkeller in mäßigen Abmessungen erhalten können, dürfen nicht erfolgen; die Umfassungswände sollen auS Holzfachwerk, Holz, Eisenblech, Drahtpuh, Gipsdielen und ähnlichen Stoffen hergestellt werden. Empfehlenswert ist die Lehmbauweise und vor Ausführung der Bauten ein Besuch der staatlich unterstützten Lehrsiedlung für Naturbau- weisen in Zepernick, Kreis Niederbarnim, Bahnstation Rönt- genial, die voraussichtlich am 1. Mai d. I. eröffnet werden wird. — Außer den Wohnbauten und einem Abort ist die Errichtung von Ställen fürKleiuvieh bis zu 10 Quadratmeter zu- lässig. Sozialöemokratistbe Irauenkunügebung. Freitag, de« 9. April, nachmittags 5 Uhr, Versammlung der Genossinnen Groß-Veriinz im KriegervereinshauS, Chausseestr. 94. Genossin B-Hm-Schnch, M. d. N„ spricht über: Die poli. tischeLageunddiekommendenWahlea. Genossinnen, findet Euch v-Uzählich ein zu? einmütigen Kundgebung gegen die Reaktion für Freiheit, Recht und Wohlfahrt! Tie Beamtenschaft gegen die Reaktion! Die Berliner Beamien'chasi hielt am 1. April drei sehr gui besucine Versammlungen ad. Tie Referenten des Abends waren die Genossen Franz Krüger. M. d. N.. Matulcheck, Heinig, Thurau. D i t l m a r und Landrichter R u b e n. In den Veisainmlungen wurde ungefähr folgendes ausgeführt: Der Kapp-Pulsch hat mit aller Deuillchkeit gezeigt, daß die Zeil der Reaktion noch nicht vorüber ist. Arbeiter und Be- amtenschatt standen diesem Put'che geschlossen gegenüber und nur ihrem tatlräfrigen und geschlossenen Vorgehen ist es zu verdanken. daß diese Slaalsverbrecker nicht länger im Sattel blieben. Die Beamten haben an» dieser Situation gelernt, daß es notwendig ist, eine gelrästigte Organisation zu ichaffen. die jederzeit in der Lage ist, den Kampf gegen die Reaktion aufnehmen zu können. ES hat sich auch gezeigt, daß durch die Sabotage der noch im Amt befindlichen reaktionären Herren es nicht möglich war, die Verhältnisse der Beamtenschaft io zu verbessern, wie eS verlangt werden kann. Dieses liegt zum Teil daran. daß auch heule noch in der Beamten« ickaft Klarheit und der nötige Mut fehlt, um für ihre Ueber- zeugung einzutreten. Die Beamtenschaft muß unbedingt Farbe bekennen. Es muß dafür Sorge getragen werden, daß die reaktionären Beamten, die gegen die Republik sind, aus ihren Aemtern entfernt werden. Die Beamten richten an die Regierung den dringenden Mahnruf, endlich mit der Demo- kraiisierung der Verwaltung zu beginnen denn nach ihrer Meinung haben Eidbrecher»nd Reaktionäre keinen Platz mehr in den Aemtern. Die Beamten wissen, daß durch e n e r- gisches Zugreifen eine volle Säuberung möglich ist. Genügend Kräfte stehen in der Beamtenschaft zur Verfügung, welche treu auf republikanischem Boden stehen. Wir stehen vor den Wahlen und da sehen wir bereits, daß die bürgerlichen Parteien mit kaum glaublichen Mitteln ver- suchen, die Beamten wieder für sich zu gewinnen. Die Beamten werden sich nicht mehr ködern lassen. Diese Zeiten sind vorbei. Im Gegen- leil, es wird eine Abrechnung bei den Wahlen geben, daß den Herrschaften von rechts nicht wohl sein wird. Die Beamten-Werden den Parteien, von denen sie brSher geknechtet worden sind, von denen sie wie unmündige Kinder behandelt worden sind, keine einzige Stimme geben. Die Beamreu hoben gegen die Kapp-Leute mit den Arbeite rfn zusammen r n einer Front gestanden; sie werden im Wablkampf ebenfalls mit de» Arbeitern und der S. P. D. stehen, weil sie eingesehen haben, daß dieS. P.D. die einzige Parteiist, die dieJnter« essen der Beamten nach jeder Richtung mit Er» folg idertreten kann. Die Beamten kennen' von jetzt an nur noch einen Kampf und zwar den gegen rechts, denn dort steht der Feind.__ A« die Arbeitereltern! Der Zentralverband der Hausangestellten schreibt unS: Wie so viele Organisationen müssen auch wir unS an die Oeffentlichkeit wenden, um die Arbeilereltern davor zu warnen. ihren schulentlassenen Töchtern den Beruf als Hausangestellte erlernen zw lassen. Lange haben wir uns besonnen, ehe wir diesen Schritt unternahmen. Aber der Verband darf nicht länger schwei» gen, nachdem dieselben Kreise, die nach HauShaltungslehrlrngen schreien, es ablehnen, wirkliche gesunde L e r h ä l l n is s e im HauSangestelltenberuf zu schaffen. Solange keine Tarifver- träge bestehen und Löhne in der Höhe von 10 b i S 7 0 M. für über 18 Jahre alte Hausangestellte gezahlt werden, körmeu wir die Verantwortung nicht tragen. Bis heute fehlt noch jede Regelung der Arbeits» und Freizeit. Alle Bemühungen scheiterten, denn in den Haushal- tungen muß der alle Geist fortleben: Eine Hausangestellte darf nicht fordern! Wir aber sageu: Der Beruf als Hausangestellte kann nur empfohlen werden, wenn die Arbeits- zeit nicht länger als zehn Stunden dauert, wenn die Zeit nach acht Uhr abends wirklich den Hausangestellten ge- hört, wenn die Ferien geregelt, Ueber stunden be- zahlt werden und die Löhne so find, daß eine Hausangesiellte auch wirklich sich selbst bekleiden kann. Es sind Fälle bekannt, in denen 20— 30 jährige Hausangestellte Vorschüsse nehmen müssen, um sich Stiefel und sonstige Kleidungsstücke kaufen zu können, weil die Löhne nicht ausreichen. Da» bedeutet doch ein fich voll- ständig in die Hand der Hausfrau geben. Die Hausangestellten kommen einfach nicht mehr aus den Schulden heraus. Nähere Auskunft gibt der Zentralverband der Hausangestellten Deutschlands, Berlin LO. 16, Engelufer 21. Nützliche Verwendung finden jetzt die Schießstände in der Hasenheide, nachdem sie Jahrzehnte hindurch eine schlimme Plage für die Bewohner der benachbarten Stadteile von Berlin und Neukölln gewesen sind. Künftig wird das Gelände zum Teil von dem angrenzenden Neuköllner Krankenhaus Hasenheide gegen eine an den Militärfiskus zu zahlende Pacht als Park be- nutzt, der den Insassen des Krankenhauses sehr willkommen sein wirid. Man sollte nun auch über das Gelände der ehemaligen Hasen- Heide hinweg endlich in nordsüdlicher Richtung einen bequemeren Zugang zu dem Garnisonfriedhof schaffen, den jetzt so viele Kriegerhinterbliebene aufsuchen. Der opferreiche Krieg hat diesen früher ganz kleinen Begräbnisplatz in ein Gräberfeld von entsetzen- erregender Seite verwandelt. Das neue April-Programm des Zirkus Busch beginnt diesmal mit einer neu aufgeführten, prachtvollen iünfakligen Original-Pantomime»Der Wilddieb'. Dieses auf das Kleinsie gut ausge» staltete und einstudierte Manegestück zeigt uns das Bild einer Rodel« und Schlittschuhgeiellichafr, em Schützenfest im Hochgebirge und schließt mit einer prunk- und effektvollen Apotheose. Der prächtige Forbenschmuck der Kostüme ist bewundernswert, DaS von Kavell- meister T a» b e r t gut geleitete Orchester vervollirändigie den Er- kolg des Stückes. Die Freiheitsdressuren, vorgeiübrt von Herrn Heß und der Schulreiterin Fräulein Wagner. Clown I a n S l y mit seinen Lieblingsbunden und die chinesischen Gaukler Hai-Jung fanden großen Beifall beim Publikum. T u x i n, der Mann mir der Flasche. Marino, eine Evolutton am ichwankenden Schiffsmast, leisteten Erstaunliches. Im Märki'che» Museum spricht heute 7 llhr Herr Dr. Straub« über.Berliner Porzellan'. Ein Sternbilder-B'ertcl in Neukölln. Der Neiiköllner Maaistrat hat beschlossen, den jetzt zum Teil in der Ausführung begriffenen neuen �Straßen in den Stadiieilen zwischen Köllnische Allee und Kaiier-Friedrich-Srraße»nd zwischen Dammweg und GemarkungS- grenze die Bezeichnung von Sternbildern beizulegen. Die im Ausbau befindlich« Straße 12 erhält den Namen Sirius st raße, Straße 13 Delphin st raße, Straße 17 Sternenallee, Siroße 13 Mars st raße, Strabe 22 In piter stratz e usw. Die Plätze 8. 9 und 10 sollen mit Sonnenplatz, Sternen- und Kometenplatz bezeichnet werden. Nculölln. Volkshochschule. Infolge Aenderung des Programms der Volkshochschule beginnen die Einiragunpen zu den Kursen erst am 9. d. M.. nackmiiiags 5— 7, im Raibause, Zimmer 218, sowie in den durch Anschlag bekanntgemackien Geschäften. Vom 10. d M. ab finden die Eintragungen werktäglich von 10— 1 und von 5— 7 statt.— Die infolge Schließung der Schulen ausgefallene Vorlesung Rr. 5— Studienrnt Oldendorfs: Ewiakertswerre in der klasii« schen und neueren Dichtung— findet nunmehr beute 7 Uhr im Ge« sangsi'aol der Knabenmittelichule, Donauitraße 120, statt. Reinickendorf. Der Kommunale Volksbildungs-AnSschuß veran» sialtet Montag, den 19.. lIS Uhr. in den Eichbornsälen ein Konzert des Blülhner-Orchesters. Äarlen k 2,50 M. bei den Funktinären. Grost-Berliner Lebensmittel. Berlin. Ab beute aus Ol-Krudertarte Liter Vollmilch. Steglitz, t Kerze(710. 2 Päckchen Milch'an'peli-(81?,. Für Kriegs- beschädiate, die 30 Proz und darüber erwerbsunfähig lind, vom 8. bis 23.: ,000 Kramm Ke' slengrütze, 1000 Granim Teigwaren ilO). Tegel. 250«stramm Mmmelade(15). 250 Gramm Haferflocken(16). Für Nlnder und alte Leuir 250 Gramm Grleß(13). Friedrichsfelde. 250 Gramm Haferflocken(3). 250 Eramm Kunit- Honig(2). 250 Gramm Backobst(B). 230 Gramm weiße Bohnen(O). 250 Gramm Kartoffelmehl HD). Johannisthal. 250 Gramm Roggenmehl(598). 2 Stück Sichten« Würfel(600). 125 Gramm Graupen(10). 125 Gramm Sago(11). Für Jugendliche 250 Gramm Hülsenfrüchte(49). Hroß-Oerlmer Parteinachrichten. Heute, 8. April: SchSneder«. 8 Uhr, Aula Fichteschule, KolonnenÜr. 22/23, Mitglieder- Versammlung. Bericht und Neuwahl des Vorstandes. Jungsozialistische Bereinigung Baumschulenweg. Sonnabend'/,7 Uhr im Reichenbergcr Hos, Neichenberger Str. 147: FrühlingSscier. Eintritt einschl. Tan, 2 M.— Oftcu.Stordostcn. Sonnabend'/,7 llhr Heinrich» Ftstsäle, Gr. Frankfurter Straße: Frühlingsseier. Einlaßkarten 1,25 R. Vortrage, vereine unö Versammlungen. Touristcnverei»„Tie Naturfreunde". Sonntag: Birkenwerder. Briese, Oranienburg. Absabrt: Etctiiner Bororibabnhos 6" Uhr.— Arbeiter• Samaritcrkolounen Berlin. I. Abteilung. Prüfungen: Heule und morgen, püntllich 7 Uhr, in der Schulaula, Annensw. Id(au der Prwzenstraße). Gäste und alte Mitglieder willkommen. öriefkaften üer Redaktion. Neukölln 100. Tie werden am keslcn AuSkunst erhalle» von Frau M. F. Schneider, Kolonie Wust bei Brandenburg a. H.— Lina. Dichtungen haben wenig Aussicht aus Annahme: nur in seltenen Fällen siud dieselben unterzubringen.— W. E. 22. Dazu ist genane Kenntnis aller Zweige der Soziolveisicheirriigjgesetzgcbung notwendig; zumTeilauch dcS Bürgerlichen und Strasgesctzduefccs. Enge Fühiungnahme mit der Organisalion und Kenntnis der Geschichte der Arbeiterbewegung.— Wetterausfichten für das»ntttlere Norddeutichlaud bis Freitag mittag. Zettweiie b-iler, jedoch überwiegend bewöM, am Tage mäßig warm bcr frischen südlichen und südweitlichen Wüldeu. Später int Weile» uud längs der Küste strichweise leichte Regeusälle. Mus aller welk. Ein Flicgerdrama spielte sich bei Einecke in Westfalen ab. Ein Reichswehr fing zeug streifte ein zweites so schwer, daß diese» ab- stürzte uud den Flieger unter stch begrub. Als fein Kamerad dies durch Tiefsrfliegen erkannt Satte, stieg er Hoch, um dann plZtzlich auch abzustürzen und zerschmettert zu werden� Man vermutet Selbstmord.— Auf einem spanischen Flugvlatz stürzten Flieger« haupimann Matadell und Leutnant Cano tödlich ab. Ein Brautpaar ermordet. In der Nähe von Gotha wurden unter Steinen die ausgeplünderten Leichen eines erschossenen Braut- paares entdeckt. Rumänische Kultur. Am Ostermontag find in Budapest 8S von den Rumänen aus Kronstadt ausgewiesene ungarische Familien ein- getroffen. Infolge der Rü-kstchtslofigkeit der rumänischen Behörden muhten sie die Reise, welch« länger als zwei Wochen dauerte, in Viehwagen zusammengepfercht zurücklegen. Braonschweiger Gemüse. In einer angeblich kommunistischen Herberge in Braunschweig verhaftete die Sicherheitspolizei den Kommunisten und Streikagitator Karl Schardt. Man fand in seinen Taschen und in seiner Wohnung zahlreiche falsche Zwanzig« und Fünszigmartscheine und all« Einrichtungen für eine moderne Bank« notendruckerei. An diesen Falschmünzereien bat sich auch der �eselle Robert G e h r k e beteiligt, der steckbrieftich verfolgt wird. Gehrke hatte in den ersten Revolutionsmonaten die Zeitungen und die Filiale des Wolff-Bureaus in Braunschweig als.Zensor' terrorisiert. Auch August Merges wird von dex Staatsanwaltschaft wegen Landfriedensbruchs, begangen am 15. März 1920 in Schö« ningen, steckbrieflich verfolgt. Auch anderSwo... Die Wiener.Muskete' definiert den Unter» schied zwischen Sowjetruhland und Deutschösterreich dahin, dah dort der Bolschewismus und da der BollbeichismuS regiere. I�ackruk. Ganz plötillch und unerwartet starb gestern trn Aller \ oon 40 Jahren unser Kassenbote, Herr Trust Schenba. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen Beamten, der während seiner elfjährigen Tätialeit bei UN» unsere Interejsen in Neuester und gewiffenhaftester Weise wahr- | genommen hat. 11816 Lei» Andenken werde» wir stet» in Ehren hallen. Nentölln. 7. April 1920. kerxsctilofibrsuel-el Mtiellgesellsdistt. GUMWMSWl SozialdemoKr. Verein niederdarnim(S. P. D.) vriioerein Lichtenberg. Am 4. April verschied nach langem Leiden unser Parteigenosse 248/1 August Hampsch Mainzer Str. 20. im 65. Lebensjahre. Die Trauerseierlichkeiten stnden am Donnerstag, den 8. April, nachm. 8 Uhr, im Trauerhause statt, antchlie- hend daran Uedertührung nach dem Friedhose Bor- nitzstraße. Rege BeteUiznng erwartet per Vorltanä. Spezmlarzlt Di*, med. Hasche[• FFisilriciistp.SO.sÄlZ. Spr. 10— 1. S—& Sonnt 11—1. Karn- u. Biutuntersucbanf! Heil Zinn! Weißmetall 1 alle Lcslcrun�ea, Kupfer! Messing! Aluminium! Nickel! Rot�uü! etc. Quecksilber! Platinabfälle, Gold- u. Silbitbruch, Zahngcblsse! etc. zu höchsten Tagespreisen kauft Edoimetat!- Einkaufsbüro Weberstr. 31 41431 i liaarstten Nur deutsche preisro. Fadritale. ZWkM"«K- Beste Bezugsquelle l.Easttotrte h. fsianhöimer, Berlin, Denfmannsir. 1(n.Kreuzberg). Altmetall ! Xaplcr. Messing, Aln- | minlum, Blei, Zinn, Bisen Kauft zu den höchsten Ta�ectpr eisen Setilosserel Bieraans, I Stallschreiberstr. 58, it, Keller, a Älorltipl i ttausnun mer arbienl STpßiz Preissturz zahle:| | Kupier 12.00 1 | Rotguß 19.00 f «Messing 7.50 |Blei 4.50 «Zink 3.50 Sciipagep.SimeoEStp.fl! i Keine des Publikums. 3 ÜIGeld!!! für �ed» Werttache. Höchste An- tautspreise für Pfandscheine. Brillanten. Soldgegenslände. Teppiche, Bücher usw. Wo! kl, Friedrschsrr.si III. Ecke stowstr Oer Preis M I Altmetali steigt I Kupfer 18 M. Messinst 10 M. Biel 6.80 M. Zink 5 M. Bisen 1 M. usw. Paul Zimmermann, Alts Jakobitr. 56 und Waldimarstr. 25. Anrul Moritzpl. 4347. Groften Nutzen bringt der Verlaus meine» Artttel, Händlern, Re-senden und Hausierern. Gute Umsähe, leichter Vertäut. 26, ka E. SIeiuert, Tharlottenburg, Postamt 2 ölilliwlW, Scbmlrwellelnen, Natur- Statu, Frkser. Reibahlen, bewiadebohrer. neue, kauh zu allerhÖchstenTages- preisen. Härioler Extrapreise. Mentsehfcl, Moabit, Rostocker Str. 22. Zigaretten, tlirk., engl, amer. Lagerbesuch sehr lohnena.« NurSclbstverhr. u. Oastw. M. Dessen, Berlin, Alcxanderplaiz2, iTreppe, am Untergrdbh. 9—6 Uhr. Praktiziere wieder. Dp.G50pgFrie[liäniiEPi;h,Md Ptalzhg. 3706. Str. 160 8-10.|» Wunderbar ee' wirkt �hat bei mir Ihr Bartflechtenmittel „Parasan". Es ist von allen Mitteln das beste,1 was ich seit vier Jahren an Bewendet habe. Bestrahlungen und alles andere haben nicht so eeholfen. wie Ihr berühmtes Spezialmittel.— Derarti' e Anerkennungen wiederholt Be reits tausende befreit. Mark 10,50. Otto Reichel, Berlin 43 SO. Eisenhahnstr 4 SWW.»eil 11. Ml im 11 M mnillW. in lifa-W m Zu. Redner- Rosa BertenS, Präsident G. Fauth, Dr. Ludwig Fulda, Eugen Friedebach, Exzellenz Graf Hülsen- Harseler, Profesior Alfred Klaar, Dr. Paul Michaelis, Dr. Pfeiffer(M. d. N.), Präsident Gustav Rickelt, Justizrat Arthur Rosenberger, Paul Schäfer svomTransportarb.-Verband), Paul Wegcuer«.Vertreter des Publikums. Eintritt frei für jedermann! - einberufen durch■ Deutscher Bühnen-Bereln. Deutscher Chor- sänger- und Balletwerband. Deutscher Musiker- Verband. Deutscher Transportarb.-Berband. Genossenschaft Deutscher Vühnenaugrhöriger. Verband Verltncr Äü! nenlettcr. Verband _ Deutscher Bühnenschrtftfteller n. Komponisten._ I2G0Q StrauO- iedern zu verkaulen, ca. V, Meter lins, Stück I M, 2 M, 3 M., 5 M7j ca. V» Meter lang 5 M, 10 M, 15 M, 25 M Muster gegen Nachnahme. Hesse, Dresden, SchefFeiatraile. Zlan bis 50,- p.Kilo, Lötzinn bis 80,- pJCg. Blei, Kupfer, Messing zu entsprechenden Preisen kaust Ziiuiscbmelze Cassirer, j Schulzeudorser Str. 13. Tel. t Norden 8634, Sick 1102. Aukens nur vorm. S'lt—2- Leim, Schellack tauft jedes Quantum Drogerie Kurz, Berlin, Andreasstccif'.e 75. Tel. K�nigstad: 3509. Kühere preise zahlt jetzt für Küpler, WS. Molni u. andere Metalle webk.SeIie-ji.IiiZsee-8tp.00 Laaaenbeckstp.iEübingep, WapsebZOfP SlraSe 41 u.Wilmcrsd., Bcrnhardstr.lSa. Sitpfer, Rvtgust, Viel, Messing, f,tnt, ginn, Lagermetall asm. kaust zu unllderdietd Tngespr. Zulkermar v. Elsaffer Ttr. 9, vorn il. Norden 4661. G Stsuasn- errexellck wirkt Apotheker vr. vccker's tteilsalde geg. dauiatisschlag, Flechten, Oeschwllre, Bein- scltäden, Krampiad.(hesond. beiFrauen),otf. FüBe.Wunden, wunde rissige Haut, Frostschäden, Verbrennungen usw. — Die Salbe wirkt haut- bildend, schmerz- u. juck- rcizstlllcnd. Originalpackg. äM.6.- u.M. 9.—. Nur allein echt durch die Apotheke zum üoldenen\aler, Berlinds, klex andiinensir.41.Qegr.imJahie 1556. Zvveitäli. Apoth. Berlins. üraiife Pianos Großes Lager in• allen Holzarten BepüBWSO. ÄösbaEbepSlP.l. Isolierten Kupferdraht, Litzen und Wachsdrabt, kauft höchstzahlend• Inrenieurbureau SchlichtlBg Ecriin W 9, LinksiraEe 10 Tel.: Lützow 3705 und 8518 Gii pro Kilo 19 M. SpreeimsciiiDeBwaizeii, auch zerbrochene, ZeUuIoid- u. Filina&füiieOiübstiumptascbe kauft höchstzahlend Metallkonlor W. John, Gegr. 1803. SW. 88, Alle Mobstr. 188. Tel.; Moritzplaa 12858. Geschäftszeit 9—4 Uhr. MM und verw. Berufsgcnofsen Teutschlands. Zahlstelle Berlin.« UrWahl zumVerbandstag Tonntag, den 11. April, von vormiliagS 10 Uhr bis nachmittags 4 Uhr, findet in nachfolgenden Lokalen die Wahl statt: Moabit und Tharlottenburg: Restaurant Reiuhold, Alt- Moabit 79. Madding: Restaurant Vaamann. Derichlstr. 74. lllorden: Rcftanrent DZHlwg, Vrunnrnstr. 79. Zlorv-oft: Restaurant klug, Danziger Straße 71, nah« der Prenzlauer Allee. Oftaa: Restauraut Ztlrsch, Petersburger Siraße 81(Baltenpsah). Sllv-0ft: Restnurant Müller, Stallschreiberstr. 6 sMorihpiaqj. ZIeukSUn und U-ngagenv: Restaurant Drescher, Hasen- Heide 115—>16 sSermannpiah). Süden: Restaurant Rausch- Lreuzbergstr. 2. vororka: Wilmersdorf, SiegmaringMstt. 18. bei Funker. Zeuirum: Restaurant Bi-rgerheim, Ahe EchSnhauserEtr. 23 94. Eöpenick und 71 n, gegen»: Restaurant Joch, Löpeustl, Rudower Straß e 29. stsÜV" Erscheint vollzählig zur Wahl.-7MZ TnS Wahlkomitee. Bekanntmachung. Auf Srund der 5Z 2 und 5 des Desetzes über die Srrichwng öffentlicher Schlachthäuser vom 18. März 1868 und 9. März 1881 und des ß 11 des Kommunal abgabcngcsetzcs vom 14. Juli 1893 wird beststnmt, daß für die MM m össeolWei; SlhiOthSuser und sllr die Wlersvch««g des SlMMes auf dem Schlachthofe der Stadtgemeinde Berlin vom I. April 1920 ad an Gebühren erHoden werden: an Schlacht- an Schau- gebühren gebühren für ein Rind, Pferd oder einen Freffer 10.— M. 4,— SM. » m stolb 2,—« 2,— m v m Schwein o.—„ 4,— m m m Ferkel—.75„ 1,—» m* Schaf•«••••«•• 1�5„ 1�0 B ,«ine Siege......... 1,25, 1,20, So beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung auf Antrag de» Magistrat» in der Sitzung vom 80. März 1920. Berlin, den 3. April 1920. Magistrat. Gemeindebeschluß. Auf Grund des§ 2 des Gesetzes vom 18. März 1868 In der Fassung des Gesetzes vom 9. März 1881, betreffend die Errichtung öffentlicher, ausschließlich zu benutzender Schlachthäuser, des§ II des Kommunalabgabengesetzes vom 14. Juli 1893 und des g 14 des Gesetzes, betreffend die Ausführung des Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetzes vom 28. Juni 1902, wird hiermit lestgesetzt, daß vom I.April 1920 ab für die Untersuchung des von außerhalb eingeführten frischen Fleisches an Gebühren in Berlin erhoben werden sollen: für l Rinderviertel........... 1 w M. . 1 Kaib.............. 1,00. _ 1 Schaf oder Ziege......... 0,80„ , 1 Schwein einschl. Trichinenschaugebühr 3,00, , 1 Schwein ohne„ 1,50„ „ 1 Stück zubereiteten Fleisches.... 1,00, „ 1 Stück Speck........... 0,50, So beschlossen auf Antraa das Magistrats von der Stadtverordnetenversammlung zu Berlin in der Sitzung vom 30. März 1920. Von dem Herrn Ober-Präsidenten für die Zelt vom 1. April 1920 bis 31. März 1921 genehmigt am 31. März 1920. Magistrat von Berlin._ Warnung! Bmchsiibnr! Verkaufen Sie Ikr Bruch-Gold n.-Silber, sowie Piatin nicht— bevor Sie den richtigen Preis bei H. Wiese, Artilleriestraße 30, erfahren haben, denn der Weg ist sehr lohnend! Nutzeisen Ankauf Verkauf Stabelsen, Bleche, I-Träger, U-Eisco, Rohre, Ketten, Lagerböcke, RienuuaCheiben, Pub- stanzen etc. in verschiedenen Dimensionen haben ab Lager abzugeben Cohn& Borchardt, BIn-IMtenberg iUttergutstr. 47/48. Tel.: Lichtenberg 646,647. Nutzcitenableilung: 838b* Maybach-Ufer 18/19, Nähe der Kottbuser Drücke. ■ Weins großen Wödsl-LSgsr mit»peitezimmeru. cherreuz Immert», Scilla!- zimmern. Leder- u. Sabelin-Garnituren, Plüsch- fofas, Xcumcano, üchrSnken, Vertikos, tom- pieNen»ncheuelurtchkungoa nfw. stehen zur ae- lästigen zwanglosen Besichttaung in der vru-t n-xstrasj- Ztr. 2, Nr. 6 u. Ztr. 18Ö nahe Roi-nthaler Platz bei Mübel-I�eckuer,; I GeSftnot van 8— fi j Prozesse, Rat, Beistand, mäßige Pteise, Teilzahlung, Ehe-, Alimenten-, Strafsachen, Steuern, Gnadengesuche, Lardgerlchtsral vr. r. kirchbach, Gesellschaft nt. b. H. AlexanderstraCe 45(am Alexanderpiatz. pegenübei TietzV(9—71 Glänz. Erfolge I Beobachtg, Tel.:Kanigst 3595. Sanatorium FeidbergLMnckib. "�Nerven, Innere, Stoftwechselkranke, Erholungsbedürftige Proapaktc. 29/6* fi.-Hat Dr. Rausch. Melalieinkaufssielie Stallschreiberstraße 50-51 kauft zu höchsten Tagespreisen Quecksilber, Kupfer Messing, Blei, Zink Alt-Metall-Danillung C. Schröder, Linienstraße 216 kauft[• Kupfer» SKlessiitg, Siel, Sink zu dsn höchsten Tagespreissri A\itglicd des Verbandes d. Altmetallhändler Gioß-Serlins E.V. IBF" jleinzinn Messing, Kupier, Blei, Zink, Rotguß, Weißmetall, Nickel, Aluminium kauft cn höchsten Tagespreisen WWWelze MriiiMM.lt. an der Rottiuser Brücke. Mpl.l06S8, NebenanfchL Skalitzer Strafte(Filiale). Sendungen van außerhalb werden prompt erledigt. ch- Speiial-neliallillullg G p. Haut-, Harn-, lluterleibsleideo, nervöser Schwäche. Trvsste fieUcrfclgt! Besonder« s. Kranke, weiche anderwärts nicht ans- ......—--—•'—*—'---""—.fonne-SJefttahlg. geheill worden sind. Biutnnterfnchun f I, Ecke Friedrlchstr. Epr.: 1 10— 12.4— 7,Sount.l2— 1 Speziai 3 Behandlung«Km von Haut-, Harn-, Unterleibsl, Frauenleid.,»pez. veraltete hartnäckige Fälle, Schwäche; Salvarsan-Kuren.— Urin- u. Blutuntersuchungen, Licht- u. Finsen-Behandlung. Elektr. Durchleuchtung. Bestrahlungen Getrennte Wartezimmer für Damen und Herren. Aerzttlclie Heilanstalt. 144/3* Löser, Mfinzstr. 9, �vrio�rr Aderverkalkany ist heilbar! Verkalkung. Wenn Sie an Ader- Herzbeklemmungen, Schwindelanfällen, Atemnot besonders bei Treppensteigen, Kopfschmerzen, Angst- und Schwächezuständen, Nachlassen des Gedächtnisses, Unlust zum Arbeiten leiden, wenn Sie noch Im besten Alter Altcrserscheinungen verspüren, lassen Sie sich sofort kostenlos portofrei meine ausführliche belehrende Broschüre senden. Auch über Schlaganfall(Herzschlag, Gehirnschlag) und die Heilung der Folgeerscheinungen, Lähmungen usw. gibt die Schrift ausführliche Auskunft. 54/17* Spezlalant Dr. med. Dammana, Berlin W IG1, Am Karlsbad 33a. Sprechzeit 9—11 2— 4. Sonntags 10—11 Uhr._ Keine Wanze mehr. Kammerjäger Bergs Radikalmittel „NICODAAL". Erfolg verblflflend.— Restlose Vertilgung. jKJT* Beste Zelt zur Bratvemlctatuaz-"VKB Kinderleicht anzuwenden, altbewährt. Doppeipack M. 4.— Verkauf: Alle Warenhünser A. Werthelm. Bitte ausdrühkllch nur„NiCODAAL" zu verlangen. Abessinler-ßninnsa kann jeder selbst aufstellen. Zieh. oh. gegrabene Brunnen klar.Queliwass. aus d. Erde. III. Preisliste mit Anerkenn.- Sehr. gr. A. Schep- mann, Pumpenfabrik, Berlin B 656, Chausseestr. 88 MM WM & Breis« für Altmetalle nach unten; trotzdem zahle ich sllr "in«, upfer, Mesfing, «lei, Zink usw. unglaubliche Preise, gleichfalls für«Sold»». Silder-Druch. Nkall'EikkMsWe MMti lor, I.Adaibertstr.4. II.Adalb-rtstr.17 Bettnässen. Befreiang: sofort. Alter u. Geschlecht angeben. Ausk.umsonst Acltest. u.best- bewährte ges. gesch. Methode. Institut Englbrecht Mflncben B 387, Kapuzinerst.o Siipl8r*Mis ttotsruB— Kicket Blei— Zink sowie Zinn und Aluminium Zahle die höchsten Konkurrenz-Preise. Oderberger Str. 1. Teieph.: Norden 297, 365. Metallbetten StaHldraHtmatratzen, Rind erbettelt. Polster du s ebermann. Ratatog fr. Eiscnmubelfahrik, Suhl in Thür. 83/15 [Bnesiiaiidliiiig VorwäFls Oa m• i3s H, Berlin SW,68, llädeastrafle 3 ElnMarx-BrmvIerl Blätter und Sätze aus den Schriften und Briefen von Karl Man. Auswahl und Gruppierung von Franz Dlederlcb. geb. Mk. 4,50 Zinü Iii sowie alle Alimetalle kauten zu hScbsten Preisen[* Metallschmelzwepke Waldemar-Straße 74 8—7 Uhr. Tel. Moritzplati 99SS Stellengesache MerEeSit sucht Stellung. Angebote unter J. J. 7663 an Rudolf Messe, Berlin SB 19. nSenanBebote loootxnoooonrmooonroforKYicrc Bodenmeister im Speditionsgewerbe vertraut, mit guten Zeugnissen sucht für Dauerstellung Adolf koch, «Sp-ntcker Straße 54. 1176d GrmemletzrllNg verlangt 00/4 3' 3*8*1« Dresdener Str. 8. «nMelei- Meister sofort für unsere Mo- torbauwerlstätte bei gutem Lohn gesucht 4769* Elektrizitäts-Baugesellschaft, Berlin NW 6, Albrechtitr. 12. iilsquiliteure, auch im Nebenamt tätig, so- fort gesucht. Werbebureau $. Weßling, Berlin SW 47. Line vii-ektrice sowie 1—2 tüchtige Näherinnen für Lampenschirme, werben für Dänemark gesucht. Zuschriften mit Dchastssorderung und näheren Angaben sind zu fen» den an Fredericla Lampen« achlrmtabrlk, Aredericlu. Dänemark. 188/2* mnimn gelernte, in und außer Kau», sucht Adolf Rosen. Putz. fadernsnbrik, Wallstraße 10. Myslerarlieiteriiiiieii selbständige Kräfte, bei Hohem Lohn gesucht. 4789 Max Lessen fr., Backfischkleider und Maid», Kronenstraße 82. e#eee»Beee«seee«®ee«»®eeee«eeei Tüchtiger Schwabbler mtt langjährigen Erfahrungen wird von Moabtter Werkzeugmaschinenfadrik lofort eingestelll. Ausführliche Angebote erdeten unter 0. 51 an die Hauptexpcditlon des.Vorwärts*. 4 Zuarbeiterinnen sofort oder ,päter bei höchstem Gehalt(neuester Tarif) gesucht. Koch« Hausdorsf, Damenhüte, verli-, y/., CenoOfttotze 8 Uhr: SchaBspielhans. Der Kronprinz. Anfang 61/; Uhr._ Direktion Max Reinharat JDontsolies Theater. vu.tDieDaniefioboM Frtg. 7: D. lebende Leichnam. Knmmernplele. iL GabRelScMülBgs Mt f r.T1/,: D.dcutscti. Kleinstädter Or. Scliaaspieitaaa« KarlstraBe. 7: DerwelOe Heiland(3S.A�. A.) Freitag 7 Uhr: D. weine Heiland(37Abt,2.A.) Theater 1. d. PniggrätzerStraße >/� Uhr: Freltae Schloß Wetterateln Sonnabend: KSnls Nicola. Somödienbaas Der Herr Minister �fflax Pallenberg) Berliner Theater 7 Uhr: Der letzte Walzer. Fritzl Msssary, Otto Storni, ,_ Hans Wassmanr- " Centr»l-Thenüsr w.: Fräulein Puck. D�aztarkes Opernhaus 7 mir: Cep TFßiijiatloiif. Die Tribüne 7v*u.: Franziska. Eden-Theater. u.: Die DoHarprinzeßsia Priodr.-WUhclmst.Th. r/Jhf: Evchen Humbrecht Kleines Theater. 7Ji; Die PfairliMskoniDtlie. KJ. Sehansplelhans. v/t v.: Die DOberiilirte fraü Komische Oper KL Wenn frauea Ipäiunen njit Tantgastspiel Lo Hesse, Joach. T. Leevits. Stg. Z>/.: Schvarsvaldmädel. l/netspleUiaos Arnold Rieck In 7»/. Uhr tepiipftiening. Ketropol-Thcater. 7 Uhr: Sfblll. Sonntagnachm. 3 Uhr: Charleys laate m. Thielscher heaes Operetteuhaas Mia Werber als Gast in v/t u.: Bis kleiae Hoheit Stg. 3'/»: Bie Darae rom Zirkus K en es Toihstheater t/, uhr: Heliniing an! Segen. »pltUler-Thent. Cb&rl. 7v�.: Sacht depFIastepiiis Thnlla-Tlieater T,rt u.s Die närrische Liebe Th.um AfolleuAorfplats z>/. Uhr; Das vierte Qebot. TU Uhr: JDcr&tetfcfctrd&fe Theotcr des VTestcnii Tf/iU-JiBFranisflennelin Stg. 3'/<: Die lustige Witwe. Wal Iner-Theoter Ur Eine Balinacbt. 5tg.3»/4. Oclrha m. Mia Werber Wolhalla-Theuter. u� BsrHasteiblader Trrasos-TIieater. Bahnho! Friedrichstraße. Heute Donnerstag 7 Uhr: Zum I. Malet Schauspiel In 4 Aufzügen von Eduard Stucken. Resilenz�lTieater. ' Stadlbahn Jannowitzbrücke. T Sslich'/£ Uhr: Die Risclilioffs von Hermann Sudermann. Sonnabend 4; Rotkäppchen. Sonntag 4: Der gute JRuf. Eck. Friedrich- u, Linienstraße —— Täglich?>/,:——- Die abgetretene Frau Zwangsclnquartlerung. Ob dieser STowazck! mit Ferdinand Grflnecker in den Hauptrollen. "Üaslno-Tlieatep L«thrlagerstr.37. Tägk'/.SUa Der neue Possenschla er: KW alter LtwSsr Vorher erstki. Spezialitäten. Alex Staffier, Komiker. Sonntag 3»/,: Onkel Moritz. Thaatcr am KottbuserTor Tel.: Moritzplatz 14814. Abend 7Vi Uhr: SUtß-S&iger. Ruselli, Schubert, Horst, R. Schräder usw. Sonnt, nehm. 3 U. ermäßigte Preise. BIQthgen- Konzert. Beginn 7.19 Uhr. "Zum Schluß: Die Buxe def Fandorn. Vorverk. 11—1'/, u. 4— 6 Uhr. S Jeden i EM ü #Llr k Volksbühne Theater am BUIowpIatz. 7 u.t Nach Damaskus SßarU. Aasonenflr. 1. Tel.: SttinpU 86 7. Lßssing-Tliealer. vu uhr. Pygmalion. Freitag 7 Peer Cynt. Sonnabend 7 Uhr; Wozzeck, Die Bubischwester. Deutsches KilKiier-Thestsf A7vS unif Meaagerie (Adalbert, Gütz. Hatch, Kon- schewska, Fischer, Morgan, Herrmann.) freitag, den y. Hprit 1920; ErstcS Auftreten Von Else und AlbertBnffcrmann Zum ersten Male: 463®»; 99 1913 Schauspiel in S Akten nun Carl StsrnHeInt, in Szene gesetzt con Sorg Ifltman. Sonnabend und folgende Tage: ■W Eose-Thetiter. PI, Uhr: Bas Lied der Lieds. Theaterkasse der Firma A.Wertheim APOLLO Theater j Direkt. James Klein i Täglich P/t Uhr.[ Ijlpril 1920!| Das WelORätsei I Die einz. Oedanken ieserin der Welt. Telepliuafrenden j Im Jahre 1920! I I Versieht bei! ECespriehen unter Mitwirkung d.bek.Pnmgrößen JValy ÄrnhclicS flargfa Elndt* Kunst u.SchSnhelt Erika DENHISSOH in Ihren Tänzen. 4 Arkonis | Schlcuderbrett-Akr.] 3 Snüms dreilach ßecliakt. ! VerringtoR 1 Weltm. d. Racfahrk. 2 Ossr.OtS Exzentriker. \ SanMas Schönheitsakt Heues Uolkstbeater KSpenlcker Strsße 68 Untergrundb. Inselbrllcke, Stnbtb. Iannowltzbe. Freitag, den V. April INÄO Zum V. Male: Das Paradies Tragödie von yans z. Nchstsch SpleUeVung: yeinz Soibbeeg Saupleollen: Ida Orloff, Mfred Beierle, Serd Frlcke, Paul Serm, Erich Ott«, Erich Pobst, Hau« Heinrich v. Twarbowski Preise der Plätze: LS0 M-ri bis 12,- Mark. Beethovensaoi, Sonntag, II. Aprii, abends 7'/, Uhr Arien* u. Duetten»Abend Grete Otückgold �chipper Dr. Emii Arien u. Duette aus Troubadour, Traviata, Ernanl, Aida, Hans Meiling. Alrikanerln, Hugenotten, Lohengrin,— Karten 12, 19, 8. 6, 4, 3 Mark bei i Bote& Bock. A. Werthelm.——— Trabrennen in Mariendorf Soontag, den 11. April, nachm. 2 Uhr 8 Kennen. iSJsS" Geaamtprethe Harb 89 ODO.'VS Heute nur käB«;e. Morgen sowie tägl. I'/jU.: Das neue ipril-F iehsllnjsneh im Großen Sckauspielhaus, Karlstr.- Schiffbauerdamm Telephon: Norden 8643. Wie deranf treten Paal Graetz Oscsr Saho Anita Berber Mady Christians u. Musik.LelU Fricdr. Holländer. Beginn s1,1,, Koczcrtbeg. PI, v. und die v. Publik, u. Presse mit groß. Beifall aufgen. neue Pantomime ,2er Wilddieb* Mirzzrzzr Ta Winter- Garten Täglich 7.30 Uhr: Varieie-Sple'plaii Rancben gestattet! .................. mmmi.AirSV» He!clisba!l.-Theste? Mab. 7V, u. Sonntags —c nachm. S Uhr: Jp Stettiner SIL Sänger. Siadjmtltags •«m.�tflUT.teit Der große Erfolg! Mrel Der Meister i der Kette. II. Teil. 7 Akte nach dem Roman| Glanz und Eiend der Curtisanen von Honor� d' Balzac, j Regle: Conrad Wiene.! Einlaß: 630 un(J 830 Engl, Zlparsttsn! Restposten günstig; 33« Stck.Nendley 240„ Myra ( 170, T& L 08_ Lilly zus. 80. Gold Hake 990 St. (Orig. Willst 415 M. 40. Orman 20, Meja 20. Camsl Dicke Türken Lord Sallsbury 430 M. Deutsche Zigaretten aus reinem orientalischen Tabak von 258 M. an. —( Vai'IettS-L'afO oritzplatz ♦OrantcnMtr.53/a5ch (Wertheimhaus) 1 Täglich 7, Sonnlags 4 Uhr■ Das sensationelle a Variete»? Programm.| 4'/, bl» 7 Uhr 1| Tanz» Tee.| lAdiHaus] Taubenitr. 34— Ztr,1052 Kate Klank Eneen Hack CllTi t'ronio Heinz Hcrtwlg; Plp u. Edlta Ucnry Wolff Elesel Eve Panl Sttcktnann! Katchen Esten Ä Pohleys jidol| Cieban| ff. Weine, tf. Kflche Mocca, Tee, Schokolade{ | Antans 7 Uhr| M. Guttmann, Berlin O 27, Alexanderntr. 82 Aufgang VII. 9 bis 5 Uhr, Sonnabends bis I Uhr. Filiale; Stettin, Kaiser- Wilhelm-Straße 97. Kupfer Hessing Zinn SM. K stalle Queoksüber Platin Gold- Silbsr- abfäüe Zahngebisse kantt zu riesig hoben Preisen in unseren 6 EiRkaufsstellen Metall- Zentrale 1. Brunnenstr. 11 am Rosenthaler Platz| 2. Fennstraße 48 am Weddingplatz 3. Beusselstr. 29 nahe Turmstraße 4. Bahnhofstr. 2 Ecke Schöneberger Str. am Anhalter Bahnhof 5. Neukölln Kaiser-Fried rlch-Str.229 nahe Hermannpiau 6. Wcidcnweg 72 am Baltenplatz I. Schadowstr. 8, für nersönllche und Postaufträge 2. Kurtürstendamm 14/15(von 2. ab) 3 Bayerischer Platz 9, Eing. Innsbrucker Str 58 4. Oranienburger Str. 48/49, an der Friedrichstraße 5. Schiffbauerdamm 19, Komm, für Trabrennen 6. Neukölln, Bergstraße 43 E. Beding 7 Potsdamer Sir. 23a, Ado!' Gehrle 6 Kurfürstendamm 65, Vermögensverwertung 9 Schönebers, Hauptstr. 9, Scholz, Musikalien 10. Leipziger Straße 126 Ii. Rosenthaler Strsße 29/31 12. Moritzplatz, Eing. Prinzenstraße 13. Königsiraße 31/32 14. Tauentzlenstraße 12a 15. Nollendorfplatz 7 16. Rathenower Straße 3 17. Pianuler 24 Für briefliche und telegraphlsche Aufträge Annähine| bis 3 Stunden vor Beginn des ersten programmäßig angesetzten Rennens nur Schadowsiraße 8.! Wettbedingungen in allen Weltannahmestellen erhältlich. Ep-S Ziehung am 13. und 14. April rEote#bott8rle| 1" de« SchSneberger Zweigrerelin rom Hot.« Krsui.| i- lOOOOO Lose. 41S5 Gewinne ins Wert, von Mk. yB riOOOOOf f 150000 lOOOOl |Rote+ Lose 3 Mk. P-S a In allen Lottori egesohält., Losoyerkaufssteüen a. durch I Lud. �üBScr& Co. BERLIK HT., Werderschep Harkt 10 10 Loa. aortiert— 30 R!k. | EERLI überbiete bie höchst Preise f. gebünOeltee Zeitungspapier sowie sämtiichee Altpapier Jeder Posten wirb abgeholt! Fritz SeydBitz, eo gros Papier en detail Neukölln, Hermannplatz 4. I�apHalanlage r FriebensquaL, ffjita• Ansenl- gimg. koniurrenzioe, 8») die UiMM. infolge besondere gün- ftlger Eiafseinläuse meiner En- »roeabietig. Restpofren JUng- iingeanzüge SO— 425 M. Auch Stoffverfauf I 50/8 Artnr Un», eiriiber Bahnh. AleranbernL Lteferam des Ne«>mfen-W.»P. und des verliner Beamteu-Zi. Pät. Matzschneiberel gegr. 1802. Barm, sorgfältigere Beb:enung. Sinn»i» 50 ML Arinn pfC sMo, Lötzinn% 3� Blei, Kupfer, Messing ju entsprechenden Preisen kaust Zinnschmche Casftrcr, Schuljendorser Straße 13. Telephon: Norden 8634.' Steiirpl. 1102. Anlauf nur vorm. SV»— 2 Uhr. An Bahnftatio:: S«r>itz. Bahn Obst- und Kartsffcfs-r.d Parzelle 300 M. Llss, Berlin HO,«imsftt. fl«. Syslaezlmmer .Derrenzlmmrc, Schiaszwt- Biet, Daloa-iurichtunaen. ttSchtn, Leber- tt. fflobtltn* Kütbgarnfchrvcti, Stm i, Sofas, beutschc u TeMtichr, Portier sewagne-, Tifchbcc snköeZwiäih�ktii. Lezuinä?! 1!N. Ljz'iiersdgkiGiiousve'�liläieniHgot. em 1 1 ilSÄ a i» lt. illeDbosdiSsse geJüipn�enVeradiaia jnvaliä ftaisversifliemu 9 litte Gebisse auch einzelne Zähne zu höchsten Tagespreisen. 35?"- Platln-Krennstlfte nsw."7W»A zahle die höchsten Preise.' ZäliDteclin.Laiiorat9r!Qi!i Rosenzweig, Oranienburger Str. 38, hochp. zw. Artillerie- u. Frledrlchstr.— Einkauf von 9—6 Uhr nite«, Sofas, beutschc und echt» Teppiche, Portieren, Shafsewagne.. Tischbcdcu in rieft««rshrr Auswahl zu enorm billigen Preiien. zlsuZ Lstmeri, toben»«« Ar.»elezru. Achtung! Achtung l Zahle rflr das Kilocramm: [nplEr, Bessiag, Biel, ZIbd, Elssa biüI FiasElieB! die allerhöchsten Tagespreise. 1 Metallsciifflelze Schmidstr. 10a. Bitte auf die Nummer zu achten! EasCbrIstisgraliIgfliislflst! In«Iner alten orieotallachen Bibliothek Iii !«di« irnliiu: Tor MI Jolirinl fir«ir Jims Slirlitiii? hek ist ein Dokament cefanden worden, dM g%a% ftneo»itteiit, wer Jeen« Chrletue wer» ein Bnmdeebrvder de» EeeÄerbundee, einer Art Freimeurervoreinijung. Ei l»t der Bericht de« Alteeten dieses Bundes In Jerassiexn en den AJtestea in JÜezsodrien. Eis christlicherPriester Tersaelite bei der EnUeeknms das Deknment*a remichten, da sieh die gsnaen mystisehen Wondorgesoblehien atu einmal fan» natürlich erkldren. Die Vernlcbtnnf gelang Ihm aber nicht. Dieser historische Bericht i«t ins Deutsche übersetat wo; einem Vorwort über Pontius"Pilatus neuboarbeiiet tou Ford, ßehmldu Denkender wird das Werk nnherrtedift aua der Hand lecen. FrolaM. gebunden M. 5,—, Bechnkha« 60 Pt»ehr. Bücherkaxalug graUs.» Crosser ßuchcrkÄUlog gratis durch: Albreoht Donath« Verlag« Leipzig 42. iP&Sr einschließlich Pf leqeund Versicheru nq. Volle öewonr qeqen_ IJatA*--■ iPinwi■ H«N« tchiKteq .« kösrenl ose Abholung i W Maauenl OronieostnlöS LeipzlqersrrAS '& H, Es werde Licht! Kutterschntz Sicher, bequem, ärztl glänzend begutachtet._ Seit Jahren bewährt." 12 Tabletten 6 M., 24--- II M.,«6— 15 M. „?ateittcxM Eltmlcf r nlcherpr Kluttersehntz Komplett 20 Mark, Ersatztube 18,50 Mark. Diskreter Versand.. Prospekt umsonst. ßite zdf Äulklärung über die sexuelle Frage! Ueber die Not-wendlgkelt antl. konzeptioneller Mittel zur Heburs der Volkskratt. Von Dr. med. Müller.......... 0,75 M. Knaben oder Mädcben nach dem Willen der Eltern.............. 2,10 61. Wann dürfen Syphilitische heiraten?. 2,10 M. Diskrete Antworten auf vertrauliche Fragen. 315 Antworten auf Fragen, welche man ungern stellt.............. 7,20 M. Hygienisches flftn fifnihf* lteukSIIn 43 Vw Versandhaus VirOUIC, Lcykestr. 18. Ecke Hermannstr, Straßenb. C. 19, 21, 28, 29. 53, 55. 58, 04. weisende. HZndler.bsusieter, k�rsuen mit groß. Bekanntenkreis hoher Verdienst. ia Oualltdl, der NorbHSuser Ware ebenbürtig. Tägliche Leistung: 30 000 Rollen. Isneliizlisli rein Ueberseo und gerästei, 700 Zentner greisbar zu den blfligften Tagespreisen. Tabakfabrik SbisnlisökSIsoksr, Köln, Linbenftr. 44. Fernspr.: 8 5658, A 4756. Telegrammadreffe: EHIeittabak. Köln. 186/9* AobrWnieVerlnge: Berlin Vt� Splefietnfle. 22. Hnltestells Jlütn- Anltagen und Austräge aus Berlin werben aus- schiietzltch oon der Berliner Fadriknieberiaze erlebigt. Mpfsr— WsÄng gukW!IiGr>Z!Li-M UßF znni höchsten Tagespreis"ME SchttlzendorletStr.E Baustellen I �SS'Z'Silefl mit und ohne Waldbcstand Gemeinde Heiligensee Bahnst. Scür.lzeiiiiof! beste Anlage fßr Ersparnisse mit nur mr m. ao©-mm Anzahlung und viertehähr.iche Abzahlung von mr m. i©o Auskünfte und PICne an nur emste Reflektanten und zwar persönlich durch Berilner Bodenverein MlttelstraSe 58 92,12 An Ort und Steile durch Heraroann, Jägerweg s. MKI_____ ciutrflügei, Harmonien ede: Holz- u- IrkAAülOS Stilarc Kunstspielapparate Noten- • www|0iien. Gebrauch. e Instrumente, in eigener Reparaturwerkstatt wie neu hergestellt, unter voller Garantie. Verkauf nur gegen Kasse, daher billigste Preisberechnung. Annahme von Aufarbeitungen, Reparaturen und Stimmungen Max Adam, Münzstraße 16.