tr.i83.37.|.iTO. Morgen-Ausgabe(20 Pfennig «-MgSprriZ-- AuzetflenpreiS: ».rtdtatrLJl,-® ia:L7,-m___ V Ji..„ frei ms S°u�°°r°.,s.lbar. Post- JSäto*/.. Z/V\äf®'e 0aÄP°I,TOe oejng Monatlich 7.- U. qK. Zu- Ax ▲< AXjLvAx �. HI toftei 2,50'�.Teuerung-zuschlag 50°/» itellungsgedithr. Uni�,> renzband Mr xMKkS«K flEg v j4L. x A n IW I-*"* atl°�?ftn',.Sff v.utschlnnd nnd oeitorrn». Ungarn LI /WK/ �ar>. grtcu«. Sott 75$f8.(zuldtng ztnet 10 2'' Ml. für das etg. Ausland W W lSi\7/ W H B W BSl Sa.j�f �"7�.? i4 50 TiL, bei taglich etr..naL3uftc5unq JA H WH W k< W W W HH W // �ß�V7/ �. SteIIf"9efu�"nd 12 50 m-BoftoeftcUungen nehmen H H H � 9 H H Bl HÖ�B W l���meUere�o««® fg "chw-d�°und' chwe�-in. rjB HH H H H H H■ H B MlA» Wott�über 15 Buchstabe.. MI-.� getragen in die Doli- Leitung»- HI fjfflh ii�Tnn!S�'\ � HjB JR nj zwei Worte. Teuerungszuichlag 50°/» 'er.V°m>iirls-mi, bn Sonntag». W W �HLv y/ H| � M?°dte�eUe�n/'«uffchw� aaUm'melm� Saün o'gs1"mmaL R»-\ V-// Y Z/ V/ �Hx Anzeigen str die nächste Nummet Teiegeomm.Adresse-,__«« � � � w- � �!.auvtgeschäit, Berlw SW S8, Linden. � I?rr!ttlrr �en�alorgan äer so�ialäemokrati scken Partei veutscklanäs ; Neöaktion unü Expedition: SW. öS. Linöenstr. Z. irernivrrctier, Ami'0iorl«vlay, Nr. t.'i I 3V— K.'il 37. Sonnabend, den 10. April IVÄO. Das isolierte Irankreich. Ministerrat in Paris. Paris, 9. Apvil. Hellt« vormittag fand ein Ministerrat unte? dem Vorsitz des Minifterpräsiderilten Millerand statt. Der Miirrsterpräsident nnderrichtete seine Kollegen über die Lage in Deutschland und über die Verbalnote der englischen Regierung üiber die Besetzung der rechtsrheinischen Städte. Da die offizielle Note der englischen Regierung noch nicht in Paris eingetroffen war, hat sich der Ministerrat auf den späten ?tachmittag vertagt. Der Botschafterrat hat heute vor- mittag unter dem Vorsitz von Jules Cambon getagt und sich mit den laufenden Geschäften, namentlich mit dem u n g a r i- s ch e n Friedensvertrag, aber nicht mit den deutschen Ange- legen heiten beschäftigt. Di«„Liberte" hebt hervor, dasi Lord Derby der Sitzung beigewohnt hat. Nervosität der Pariser Presse. Berlin, 9. April.„Journal des Debats" schreibt: Erklären wir dem RoichÄanzler, daß, wenn er sich, ohne den Vertrag von- Ver- sailles zu verletzen, nicht imstande fühlt, in der verbotenen Zone die Ordnung wzederherzuswllcn, die Alliierion das selbst bc- sorgen würden.(WTB.): Diese Entschließung zeigt denjenigen, die es noch nicht wisien sollten, wohin die imperialistischen Eroberungs- absichten Frankreich zielen, und daß e» diesem Frankreich auf einen Vertragsbruch mehr oder weniger nicht ankommt. Paris, 9. April. Pertinax im„Echo de Paris" wendet sich sehr scharf gegen Lloyd George. Er sagt: Dieser Lloyd George, der gestern noch einmal sich als den Mann erwiesen hat, den wir im Juli, August und September 1914 kannten, ist der Politiker ohne Urteil, der selbst am Tage des serbischen Ultimatum? die«uro- päische Abrüstung voraussagt«, der am 2. August 1914 im Kabinettsrat. der über die Hältung Englands entscheiden sollte, seinen Kol- legen drohte, auf die Straße hinabzusteigen, um an die Spitze der Pazifisten zu treten, wenn die Regierung sich auf die Seite Frank- reichs schlagen werde, und der einen Monat später sich gegen den rettenden Pakt ausgesprochen-habe, durch den die Gegner Deutsch- landS sich verpflichteten- keinen Separatfrieden abzuschließen. 1914 habe dieser Demagoge nicht begriffen, was die germanische Gefahr bedeute und 1929 finde man ihn ähnlich wieder. Millerand habe geduldig acht Tage lang mit Lloyd George' verhandelt und er habe sich erst dann entschlossen, zu handeln, als er den Beweis der Ohnmacht des gegenwärtigen englischen Ministeriums, eine Hol- tung anzunehmen, die die Sicherheit Frankreichs gewährleisten könne, erkannt habe. Lloyd George habe der französischen Politik niemals verziehen, daß sie seit Januar in der Entente Cordiale «ine gewisse Unabhängigkeit beobachtet habe. Er habe seine Stunde abgewartet, und er glaube sie nunmehr gekommen. Frankfurt a. M., 9. April.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) Der amerikanische General Allen und Herr Tirard. der Vorsitzende der Rheinlandkommission in Koblenz, be- suchten gestern in Mainz General Degoutte. Das große Abrücken. Amsterdam, 9. April. Ein besonderer Berichterstatter der „Daily News" erfährt, daß der schon seit Beginn der Friedens- konfercnz gehegte Wunsch der von Foch geführten französischen Militärpartri, einen größeren Teil dcS deutschen Ge- biets zu besetzen, auf einer der letzten Sitzungen des Obersten Rates , wieder vorgebracht worden, jedoch am Wider stand« Eng- lands und Italiens gescheitert sei. New Dork, 9. Zlpril. Associated Preß vernimmt von ermäch- tigter Seite in London, daß Großbritannien, Italien, Belgien und dre Bereinigten Staaten gegen das Einrücken französischer Truppen in die neutrale Zone wären und daß Frankreich in dieser Sache ganz auf eigene Verantwortung hin gehandelt habe. Wenn der . französische Verdacht, daß Deutschlm'.d Hintergedanken habe, sich � als richtig erwiesen hätte, wenn eine vorsätzliche Verletzung der Be- dingungen des Friedensvertrages wirklich vorgelegen hätte, so würde eine unverzügliche Aenderung der Sachlage eingetreten sein. Für den Augenblick könne gesagt werden, daß kein britischer Soldat an der Besetzung der deutschen Städte in der neutralen Zone teilnehmen werde. London, 8. April.(Reuter.) Die englische Regierung hat den s-ranzösischen Botschafter Cambon benachrichtigt, daß sie die Frage der Intervention in Deutschland anders beurteile als die französische Regierung. » Aus Paris erfährt das Hollandsch NieuwS Büro: Allgemein sei man in Paris der Ueberzeugung daß das.Kabinett Millerand sich wenigstens der wohlwollenden Neutralität EnglanidS versichert hatte, bevor es seine Aktion gegen Frankfurt begann.' DieS scheint aber nicht der Fall zu sein. Zögernd erkennen die offiziellen Blätter an, daß auch England Stellung gegen Frankreich nimmt. Hin- sichtlich der Haltung von Amerika und Italien hatte man während der letzten 24 Stunden jede Orientierung verloren. Die englische Antwort wurde erst abends spät empfangen, so daß man noch keine Richtlinien für die Presse diktieren konnte. Die Presse führt aus, daß unter diesen Umständen vorläufig nicht mehr von Sonder» Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland die Rede sein könne. U n t e r st ü tz t von England, Italien und Ame- rila dränge Deutschland weiter auf einen Ausgleich der MeinungS- Verschiedenheit mit Frankreich durch den Völkerbund. Der Vorsitzende der deutschen Delegation Göppert sandte die Abschrift des deutschen Proteste» mit einem Begleitschreiben an den Ge- neralsekretär des Völkerbundes Sir Eric Drummon-t. Darin ersucht er im Namen Teutschlands offiziell den Völker- b u n d, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Man glaubt nicht, daß die heute abgehaltene Sitzung des Völkerhundes die Frage in Be- Handlung nehmen wird. Man wird sich darauf berufen, daß die Anträge zur Behandlung zu spät eingereicht wurden, doch erwartet mar. wahrscheinlich, daß ein Datum fe st gesetzt wird, an dem diese Frage zur Behandlung kommen wird. Im Zusammenhang mit den Besprechungen über diese Angelegenheit steht di« Ankunft von Churchill und Rawlinson, des früheren Befehlshabers der eng- fischen Truppen am Rhein, in Paris. Amerikas Sonderfrieden. Es erklärt den Krieg für beendet. Washington, 8. April.(Reuter.) Der Vorsitzende deS Geschäfts- ordnungSauSschusseS Campbell eröffnele im Repräsentantenhause die Debatle über die gemeinsame Resolution, in der der Kriegszustand mil Deuilchland für beendet erklärt wird. Campbell erklärte der Krieg sei talsächlich beendet, daher sei es Pflichi des Kongresses dies zum Ausdruck zu bringen.— Die Annahme eine» AnlrageS zur Geschäiisordnung, in dem die Debatte auf 9 Stunden bcschränkl wird, mil 213 gegen löö Stimmen, wobei sechs Demokraten mil den Republikanern stimmien, deutet da, auf hin, daß die Entschließung im Hause angenommen wird. Die türkische Zrage. Amerika fordert Berücksichtigung Teutschlands. Nach einem„Times".Telegramm vom 3. April aus Washington hat Präsident Wilson dem Senat den Bericht der unter General Harvard nach Arm.uien entsandten Kommiision übermirtelt. Die Kommission erklärt dann, daß Amerika kein Mandat über die Türkei oder Armenien übernehmen sollte, ohne Einvernehmen mit Frank- reich und Großbritannien und ohne die endgültige Zustimmung Deutschlands und Rußlands. Daß Präsident Wilson eine Regelung der türfischen Frage ohne Wahrung der Lebensintcresien Rußlands und ohne dessen Zustim- mung und Mitwirkung für unmöglich hält, hat er erst in seiner jüngsten Röte vom 24. März besonders scharf betont. Interessant ist es nun, daß der Bericht der amerikanischen Kommission sehr ent- schiede« auch die Berücksichtigung Deutschlands verlangt. polnifch-rujstsche Friedensverhandlungen. Ohne Waffenstillstand? Warschau, 9. April. Tschirscherin hat unter dem 39. März an den polnischen Minister des Aeutzeren, Patek. einen Funkspruch gerichlet, daß die russische Sowjetregierung bereit sei, die Friedensverhand- lungen mit Polen am 19. April aufzunehmen und schlägt einen Waffenstillstand an der ganzen russi'ch-polnischen Front vor. Wie die„Telegraphen-Union" aber aus unterrichteten Warschauer Kreisen erfährt, wird der russische Waffenstillstandsvorschlag von polnischer Weite abgelehnt werden, da sich die Front auf 1999 Kilometer erstrecke und dieie Länge es den Bolschewisten ermöglichen würde.' während der Dauer der Waffenstillstandsverhandlungen bolsche- wistische Propaganda in der polnischen Armee zutreiben. Auch könnten im Falle eines Waffenstillstandes vereinzelte Ueberfälle verübt werden, was auf die Verhandlungen nachieilig werden könnte. Nicht zuletzt drohe die Gefahr, daß die Bolschewisten den Waffen- stillstand dazu benutzen könnien. ihre Kräfte in Sibirien und Süd- rußland aus die polnische Front zu werfen. Die Borbereitungen zur Ausnahme der Friedensverhandlungen sind inzwischen in vollem Gange? Als Verlreler der Sowjctregierung sollen Tichitscherin, Rädel, Dr. Marchlewskt(Karsli) und eventuell Trotzki selbst teil- nehmen. Die Generale der russischen Freiwilligen-Armee haben Ge- neral Wrangel zu ihrem Oberhaupt gewählt. Es sind alle Truppen im Süden Rußlands unter ihm vereinigt, di« noch den Kampf gegen die Bolschewisten fortsetzen wollen. Der ttafienische Generalstreik ist nach einer Meldung des „Avcmt-i" aus Bologna vollständig beigelegt Der Fernsprechverkehr mit Frankreich wird demnächst aufge» nvanmen. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. öS, Linüenstr. Z. Ferilivrccher: Amt Moritzpla«, Nr. 117 HZ— 54. Ergebnisse. Von Friedrich Stampfer. Am 9. November 1918 waren c§ eigentlich nur wenige vorausschauende Köpfe, die begriffen, daß Deutschland fortan nur als demokratische Republik zu leben imstande ist. Heute ist diese Erkenntnis beinahe Gemeingut des ganzen deutschen Volkes, und selbst Deutschnationale und Kommu- nisten können sich kaum noch gegen sie wehren. Das ist die Wirkung des Anschauungsunterrichts, der unserem Volk durch den Kapp-Putsch und den Aufsland im Ruhrrcvicr erteilt worden ist. Dieselben Leute, die im Januar 1919 mit Maschinen- gcwehrcu vor der Reichskanzlei- die deutsche Sowjet- r e p u b l i k ertrotzen wollten, erklären jetzt in taktischem Rück- zugsgefccht, daß Deutschland für die Höhe der russischen Voll- kommenheit noch nicht reis sei. Und dieselben Leute, die für den Kapp-Putsch die Stinimung schufen und ihn vor- bereiten halfen, versichern jetzt mit aufgehobenen Händen, daß sie jede Gewaltanlvcndung verdammen und nur noch den Weg der verfassungsmäßigen Entwicklung gehen wollen. Die Unabhängigen, die auf dem Leipziger Partei- tag niit ihren Zugeständnissen an den Kommunismus gar nicht weit genug gehen konnten, haben einen einigermaßen deutlichen Trennungsstrich gegen links gezogen'und ihre Bereitwilligkeit ausgedrückt, sich an einer Regierung beteiligen zu»vollen, die auf verfassungsmäßiger, parlamentarischer Grundlage ruht. Trotzdem hört man noch immer den Ruf:„Die dcmo- kratische Republik ist in Gefahr I" Ziveifellos ist diese Gefahr auch noch vorhanden, uian muß sie nur dort suchen, Ivo sie wirklich ist: z. B. in Pommern, in Ostpreußen,>vo unver- besserliche reaktionäre Geivaltapostel zu neuen Verzwctflungs- streichen rüsten. Aber nein, liest man gewisse Organe der bürgerlichen Demokratie und des Zentrums, so könnte»nan meinen, es gäbe für die demokratische Republik eine. Gefahr nur— von den Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei! Man spricht von einer Nebenregierung der Gewerkschaften und beschuldigt die Sozialdemokratische Partei, daß sie diese Nebcuregierung unterstütze. Aber in den ganzen Verhandlungen, die sie mit den Vertretern der Ge- »verkschaften führte, hat die Partei erklärt, daß sie auf dem Boden der Verfassung stünde, und nie ist von dor anderen Seite der Versuch gemacht»vorden, sie von diesem abzuziehen. Nie ist bestritten worden, daß in Deutschland nur eine Regierung möglich ist, die sich auf eine Mehrheit der gctvählten Volksvertretung stützt. Wenn bestimmte Forderungen an die Regierung gestellt»verden, so»var es ganz selbstverständlich, daß diese für ihre Bewilligung oder Ablehnung der N a t i o n a I- Versammlung Rechenschaft schuldig ist. Die National- Versammlung kann jeden Tag eine Regierung stürzen, die nach ihrer Auffassung zu viel Zugeständnisse in bestimmter Richtung gemacht hat, und sie kann auf solche Weise diese Zugeständnisse»vicdcr zunichte machen. Bei ihr bleibt also unbestritten das Schwcrgetvicht der Entscheidung und zugleich auch die Last der Verantivortung dem Volke gegenüber. Das Problem„GencrdI streik gegen Deinokra- t i e" ist nie aktuell geworden. Die Geiverkschaften würden keinen Generalstreik gegen die Demokratie unternehmen, und die Sozialdemokratie»vürde einen solchen nicht unterstützen. Wir haben in Deutschland nur einen großen politischen Generalstreik erlebt, er wurde von der Sozialdemokratie und den Geiverkschaften geführt zuin Schutze der demokratischen Republik gegen die Kapp-Nebellen. Nun»väre es theoretisch sicher richtig gewesen, den poli- tischen Generalstreik in dein Augenblick abzubrechen, in dem er die beabsichtigte Sckiutzivirkung erzielt hatte. Aber weder ist es möglich, diesen Augenblick mit mathematischer Genauig- keit zu bestimmen, noch kann man eine Massenbeivegung von so ungeheurer Wucht vor einem Kreidcstrich, in Reih und Glied ausgerichtet, zum Stehen bringen. Daß die Bewegung int größten Teile des Reiches nicht iveit über ihr Ziel- hinaus rollte, ist das Verdienst der Gewerkschaften und der Sozial- demokratischen Partei. Man darf doch bei allen Betrachtungen nicht übersehen, daß durch den Kapp-Putsch die Grundlagen der Demokratie in Erschütterung geraum sind, ein neues Uebergangs- st a d i u m geschaffen worden ist. Wenn in diesem Stadium die Gewerkschaftsverbände der Arbeiter, Angestellte» und Bc- aniten ihren Einfluß dafür verwandten, weder eine Militär- diktatur noch eine Rätediktatur auskommen zu lassen, so ist das zum Nutzen der Demokratie geschehen und nicht zu ihrem Schaden. Man sollte die deutschnationale Presse in ihren geistreichen Erörterungen über die„Zerstörung der Grundlagen der Demokratie durch die Gewerkschaftsdiktatur" lieber allein lassen! In einigen Wochen wird das deutsche Volk einen neuen Reichstag wählen. Das Gesetz über den V o l k s e n t- scheid soll verabschiedet und dem Volke sein verfassungs- mäßiges Recht, direkt die Gesetzgebung zu bestimmen, in die Hände gegeben werden. Die deutsche Demokratie, deren Gesicht uns aus der Nationalversammlung schon ein wenig verrunzelt entgcgcnblickt, taucht damit in ihren Jungbrunnen unter, aus dem sie erneuert und gekräftigt emporsteigen soll. Gegen die unzweideutige Manifestation des Volkswillens komnit kein E'gensinn der Minderheiten auf. Und— im Gegensatz zum Januar 1919— ist auch keine Bewegung mehr zu bekämpfen, die die Wahlen gewaltsam zu verhindern, die gewählte Versammlung mit Maschinengewehren auseinanderzujagen droht. Das Ergobnis der Entwicklung in den letzten vierzehn Monaten ist also trotz alledem Festigung der d e m o k r a t i- scheu Republik. Die demokratische Republik ist nicht ideistnsch mit einer bestimmten Regierung und einer bestimm- ten Parteikoustellotion, sie ist noch nicht in Gefahr» wenn ein paar Minister stürzen oder wenn eine Partei ihren Einfluß bedroht sieht. Die Parteien können sich den Einfluß, der ihnen gebührt, im Kampfe wiedererobern, sie müssen nur wissen, daß es keinen Boden mehr gibt, auf dem sie kämpfen können, als den der Demokratie. Und sie werden nur dann dauernden Erfolg an ihre Fahnen fesseln, wenn sie begreifen, daß die Bewegung der arbeitenden Massen nach einer Erneue- rung der Wirtschafts- und Gesellschaftsord- n u n g unwiderstehlich ist, daß sie Zögernde mit sich fort- ziehen, Widerstrebrnde unter sich begraben wird. Der Geist des Rechts steht im Kampfe gegen den Geist der Gewalt in der innern wie in der äußern Politik. Und je deutlicher sich Deutschland zu dem Geiste des Rechts, der inneren Demokratie wie der Völkerdemokratie bekennt, desto eher wird es aus seiner gegenwärtigen Erniedrigung empor- steigen. Die Ereignisse der letzten Tage ermutigen uns in der Hoffnung, daß ein waffenloses Volk, das sein Recht der- tritt, stärker sein kann als ein bewaffnetes, das dem Ph Das schlechte Gewissen. Teutschnationale und Kapp-Putsch. Ihr schlechtes Gewissen veranlaßte die Deutschnationale Partei, am Freitag in der Berliner Innenstadt durch Abwurf von Automobilen und Wagen in Masten ein Flugblatt zu verteilen, das mit den gewohnten fadenscheinigen Argumenten die Beteiligung der Deutschnationalen am KaPpPutich leugnet. Die Widersprüche des Flugblattes richten sich selber. So behauptet das Flugblatt, die Deutschnationale Volkspartei habe sofort am Tage nach dem Putsch erklärt, daß ihre„v e r- fassungstrene Haltung" keine Aendernng erführe, sie habe unverzügliche Wiederherstellung ver- fassungsmäßiger Zustände gefordert. Wenu das währ wäre, dann hätte die Deutschnationale Volkspartei doch zunächst mit größter. Entschiedenheit den Rücktritt der lediglich auf die Bajonette gestützten Usur- partoren Kapp und Lüttwitz und die'Zurück- ziehung der Truppen aus Berlin verlangen müssen, durch die die Verfassung vergewaltigt wurde. Davon ist aber nichts geschehen. Im Gegenteil, das Flug- blatt muß selbst gestehen, daß sich die Deutschnationalc Par- tci den Kapp und Lüttwitz gegenüber zur Mitarbeit bereit erklärt hat. Damit fällt der ganze Schwindel von deutschnationaler Verfassungstreue ohne weiteres in nichts zusammen. Schiießlich läßt sich auch nicht leugnen, was jeder Mann in Berlin mit sehenden Augen ani 13. März 1929 beobachten konnte: Wie nämlich alle irgendwie als Deutschnationale be- kannten Leute st r a h l t e n, sich vor Siegerhochmut blähten und gegenseitig beglückwünschten. Wo kamen denn die vielen Straßenredner für Kapp und Lüttwitz her? Sechs Zragen über öie Grippe. Aerztliche Erfahrungen. Die mntlichen Statistiken, die Dieldungen der Presse und die erschütternden Todesanzeigen beweisen' deutlich, einen wie schweren Verlauf auch die diesjährige Grippe-Epidemie vielerorts genommen hat. In manchen Städten scheint die Ertrankungsziffer zu sinken, in andern steigt sie an. Um den Aerzten bei der Fürsorge für ihre Schutzbefohlenen Richtlinien in dein Mderstreit der Meinungen über die richtigen Mittel und Wege zu geben, hat Geh. Rat Prof. Schwalbe, der Leiter der„Deutschen Medizinischen Wochenschrift", bei einer großen Zahl deutscher Klimker, vor allem bt, dann gäbe es so viele Arbeiter-Jnternaft analen, als es separate und abweichende Tendenzen und entgegen- gesetzte taktische Auffassungen innerhalb jeder nationalen De- wegung gibt. Würde eine vollständige Identität der Auffassung und Aktion für alle Parteien, ohne Rücksicht auf ihre nationalen Traditionen und auf den Charakter ihrer ökonomi- scl>cn und politischen Institutionen, zur Bedingung des inter- nationalen Wiederaufbaus gemacht, dann brauchten wir nicht nur eine zweite und eine dritte, sondern eine vierte und selbst eine fünfte Internationale. Eine derartige Schlußfolgenmg würde zu der ganzlichen Verneinung des Gedankens der internationalen Ver- einigung führen. Die Schöpfung einer Internationale würde der Welt die Eristenz eines einzigen proletarischen Klassenwillens veranschaulichen, der. indem er den weitmöglichsten Spielraum in bezug auf Methoden gewährt, allein den schließlichen Triumph unserer Sache'' sichern kann. Da- gegen würde die Errichtung mehrerer Internationalen die Arbeiterbewegung zum Gegen st and des Spottes machen und zur Ohnmacht verurteilen. Die britische Arbeiterpartei hält sich auch jetzt noch bereit, mit Vn sozialistischen und Arbeiterparteien anderer Länder zusammenzuarbeiten zum Wiederaufbau der Internationale auf der Grundlage der Freiheit der Taktik, gegenseitiger Toleranz und Gedankenfreiheit; wir sind der Ansicht, daß der dadurch ermöglichte Austausch von Erfahrungen und Wissen, wohlüberlegten Aktionen in Angelegenheiten von gemein- samem Interesse und häufigen Konferenzen über Fragen, die das internationale Proletariat berühren, sowie die Jnspira- tio.i, die jede nationale Bewegung aus den Erfolgen der an- deren schöpfen wird, uns allen bei der schweren und mühe- vollen Aufgabe helfen wird, den Hand- und Kopfarbeitern die volle Frucht ihres Fleißes und die gerechteste Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums auf der Grundlage des G e- meineigentu ms an den Produktionsmitteln zu sichern, sowie das beste erreichbare System der Verwaltuyg und der Kontrolle der Industrie durch das Volk DiebritifcheArbeiterParteiistkeineAn- h ä n g e r i n der Diktatur als Aktionsprinzip, noch auch haben wir den Wunsch, sie als gleichbedeutenv mit der De- mokratie in unser Wörterbuch einzutragen. Demgemäß wünschen wir auch keinen Kompromiß mit dm Anhängern dieser Doktrin dadurch herzustellen, daß wir ihre Phraseologie über Sowjets, Diktatur oder Revolution übernehmen, die für die verschiedenen Länder notwendig einen verschiede- neu Sinn haben muß. Aber wir haben auch nicht vergessen, daß wir die Verpflichtung übernommen haben, das politische System des Sozialismus und die mit der Sozialisierung zu- sammenhängenden Probleme auf einem allgemeinen, auf allerbreitester Grundlage organisierten Kongreß zu disku- tieren; und wir haben nicht erwartet, daß irgendeine Sektion oder Partei, die die gleiche Verpflichtung übernommen hat, die Frage präjndizieren und sogar den Versuch machen würde, die Internationale auf Grundlage ihrer eigenen poli- tischen und taktischen Auffassungen zu rekonstruieren. Selbst wenn die britische Arbeiterpartei eingeladen würde, an einer Konferenz teilzunehmen, die von diesem Geist der Ausschließung und Unduldsam- k e i t beherrscht ist, könnten wir uns nicht dazu verstehen, sie zu beschicken. Wir können nicht zugeben, daß irgendeine Mei- nungsrichtung innerhalb der Internationale berechtigt ist, die Zulassungsbedingungen zu diktieren, noch auch können wir darin einwilligen, daß irgendeine Gruppe oder die an- erkannten Führer irgendeiner Partei angeschlossen werden, ehe der Allgemeine Kongreß selber die Zulassungsbedingun- gen und die mit der Mitgliedschaft der Internationale ver- bundenen Verpflichtungen festgesetzt hat. Nach der getrof- fenen Vereinbarung sollten die Parteien, die gegen andere Parteien Anklagen zu erheben wünschen, dazu in Genf die Gelegenheit haben, aber wirlehnenesab, irgend jemand ungebört zu verdammen. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, daß die euro- päischeReaktiondie Uneinigkeit der Arbeiterbewegung zu ihrem Vorteil ausnützt. Ein wirksamer Widerstand gegen die konterrevolutionäre Bewegung, die m verschiedenen For- men in allen Ländern dem vielseitigen proletarischen Vor- marsch entgegentritt, ist nur möglich, wenn die Ar- beiterklasse einig und zu gemeinsamer Aktion or- ganisiert ist. Angesichts der gegenwärtigen Situation ist man ge- neigt zu fragen, ob die Internationale in der Tat ein Symbol des Ideals der internationalen proletarischen Klasseneinheit ist, die alle Sektionen einer jeden nationalen Bewegung zu- sammenführt, oder ob sie nicht vielmehr ein Zentrum geworden ist, von dem spaltende Einflüsse ausstrahlen, um die Solidarität der nationalen Bewegungen zu zerstören und Gruvpe gegen Gruppe und Führer gegen Führer zu Hetzen. Sollte die letztere Auffassung, die Frucht der U n- d u l d s a m k e i t und der Unkenntnis des Kräfteverhältnisses in anderen nationalen Bewegungen, wirklich den Charakter der Internationale bestimmen, dann wird mehr als eine nationale Partei sich genötigt sehen zu überlegen, ob sie sich nicht von dieser Quelle von Schwäche anstatt von Kraft trennen soll. Keine Partei würde dies tiefer bedauern als die britische Arbeiterpartei, die, treu den Verpflichtungen, die sie mit anderen Parteien in Bern, Amsterdam und Luzern über- nommen hat, bereit ist zu allen Bemühungen, die internatio- nale Organisation der Arbeiterflasse auf einer dauernden Grundlage wiederherzustellen, in dem neuen, aus der Agonie des Krieges geborenen Geiste. London, 17. März. die Krauen gegen öie Reaktion. Ist es wcrbr, daß die Frauen die festeste Stütze der Ncaktion sind? Die gestern in Berlin lim Kriegervereinshans, Chaussee- straße) veranstaltete, sehr gut besuchte sozialdemokratische Frauenkundgebung bewies, daß in der Arbeiterbe- völkerung auch die Frauen volles Verständnis für die Gefahr habein die der Freiheit von rechts her droht. Die Ausführun- gen odr Genossin Bohm-Schuch über:„D i e politische Lage und die kommenden Wahlen", wurden gerade da, wo sie von dem Kapp-Lütt witschen Putsch und von der noch keines» wogs beseitigten Möglichkeit einer Wiederholung sprach, und schärfstes Borgehen forderte, durch lebhafte Zustiinmungskund- gebungen unterbrochen. Die Rednerin zeigte, wie sehr die Fehler, die auch von nn- seren Genossen in der Regierung gemacht worden sind, ihre Ur- fache in der Uneinigkeit in der Arbeiterklasse haben. Ter Putsch von rechts hat gelehrt, daß den Interessen der Ar- beiterbebölkerung mit ihrer Uneinigkeit wahrhaftig nicht g e- dient ist. Aber auch das hat sich gezeigt, daß in der Gefahr die Arbeiterklasse erkannte, was auf dem Spiele stand. Einmütig erhob sie sich gegen die Reaftion, weil in uns allen das Bewußtsein lebte:„Wir haben eine Freiheit zu ver- lierenl" Jetzt endlich sollten wir durch Schaden klug geworden sein Und dafür sorge 1, daß die Wahlen uns zur Durchführung einer sozialistischen Politik die notwendige sozialistische Mehrheit im Reichstag bringen.(Beifall.) Durch Demokratie zum Sozialismus— aber auf alle Falle zum Sozialismus! Und das können wir nur durch die sozialistischen Parteien, nicht durch die bürgerlichen erreichen. Auch die Deutsch-Demokraten vertreten Interessen, die nicht die der Arbeitnehmer, auch nicht die der Beamten sind. An den acht Punkten der GeWerk- schatten, diesem Markstein für die ganze Wendung der Politik, stoßen sich die Teulsch-Demokraten. Die Koalition mit ihnen und dem in Kulturfragen reaktionären Zentrum hätte man uns er- sparen sollen, denn in ihr ist kein Gesetz so zustande zu bringen, daß es uns zusagt. Ganz anderes wäre zu schaffen, wenn bei der Gesetzgebung die Unabhängigen an einem Strange mit uns zögen. Wer bequemer ist es ihnen, in der Opposition zu bleiben, zu kritisieren, zu scknmvfen.(Zustimmung.) Wir brauckwn im Reichstag eine sozialistifche Mehrheit, damit durch- greifende wirtschaftliche Reformen� möglich werden. Dann könnten wir auch ganz anders sozialisieren. In den Wahlkampf wollen wir eintreten mit dem Willen, durch De- mokratie zum Sozialismus zu gelangen.(Lebhafter Beifall.) Auf eine Diskussion wurde verzichtet. Einstimmig ange- nommen wurde folgende Resolution: „Die Niederwerfung des Pursches Hai gezeigt, was die ver- einten Kräfte des Proleiariats zu schaffen vermögen. Sie müssen fortwirken in regierender und verwaltender Zusammen- arbeit der Arbeiterschaft aller Richtungen Die Verantwortlich- keit für die Jnteressenvernetung der breiten Massen des Volkes lastet in der Regierung allein auf den Schultern unserer Ge- noflen, von denen wir erwarten, daß sie den» durch den Putsch ver- mehrten Schwierigkeiten äußerste Tatkraft entgegensetzen. Wir Frauen, die wir unter den Folgen politischer Exzesse am schwersten leiden, begrüßen die wirtschastspolftische Besinnung, die sich bei der U. S. P. D. gegenüber dem Rätegedanken bemerkbar macht, und knüpfen daran die.Hoffnung, daß die Gefahr der Ge- fährdung des wirtschaftlichen Aufbaues durch überradikale� Ex- periment« überwunden ist. Im Vollbewußtfein unserer politischen Mitverantwortlichkeit bringen wir aber zum Ausdruck: Die Hochburgen der. Reaktion in Regierung und Berwalinng kann die Arbeiterschaft nur m i t vereinten Kräf- t en von innen heraus sprengen. Nur wenn die ge s a m te Ar- beiterschast die volle Verantworiung in der Regierung gemein- s a m trägt, kann sie sich gegen die Reaktion durchsetzen. Die Wahlen zum Reichstage müssen so ausfallen, daß keine Partei in Teutschland es mehr wagen kann, dem Willen der Volksmehr- heit Gewalt entgegenzusetzen. Daher heißt es: Alle Kraft zusammenfassen im Kampf gegen die Reaktion, für Freiheit, Demokratie und Sozialismus!" 4] Segen öer Cröe. Roman von Knut Hamsun. Wenn er nun nicht Inger im Stalle noch leise mit der Kuh hätte reden hören, hätte er tvahrlich seinen Augen nicht getraut, ober er hörte sie, und im selben Augenblick stieg ihm eine böse Ahnung mif: Himmel! Natürlich war sie eine aus- gezeichnete, verteufelte Frau, aber zuviel war zudiel. Spinn- vad und Kartätschen, das mochte hingehen, die Perlen waren bedenflich vornehm, aber auch die mochten hingehen. Aber eine Kuh, vielleicht auf einem Weg oder in einem Banernacker ge- fanden, die von dem Besitzer vermißt wunde und noch der man forschen würde! Jetzt trat Inger wieder aus dem Stall irnd sagte stolz lächelnd:„Ich habe mir meine Kuh mitgebracht!"—„So," erwiderte er.—„Es dauerte so lange, weil ich nicht rascher mit ihr übers Gebirge konnte; sie ist trächtig."—„Hast du eine Kuh mitgebracht?" sogte er.—„Ja." antwortet? sie, und sie blähte sich förmlich auf vor lauter Reichtum dieser Welt. „Oder meinst du, ich lüge dich an?" sagte sie. Jsok fürchtete das Schlimmste, hielt sich aber im Zaum und sogte nur: „Komm jetzt herein und iß ettvas." „Hast du die Kuh gesehen? Ist sie nickst schön?"— „Prächtig. Woher hast du sie?" fragte er so gleichgültig als er konnte.—„Sie heißt Goldborn. Was willst dil mit der Mauer, die du da aufgeführt hast? Du schindest dich noch zu Tode ja das tust du. Ach komm und sieh dir die Kirh an!" Sie gingen hinaus, Jsak war in Unterkleidern, aber das tat nichts. Sie be! rockst eleu die Kuh genau und vop allen Seiten, den Kopf, das Euter, das Kreuz, die Lenden; rot nnd weiß gut gebaut. J'ak sogte vorsichtig:„Für wie alt hältst du sie?"—' .�Halten?" entgegenete Inger.„Sie ist ganz genau, aufs Tüpfelchen genau im vierten Sommer. Ich Hab' sie selbst auf- gezogen, und alle sagten, es sei die beste Kuh, die sie von ihrer Kindheit cm gesehen hätten. Was meinst du, haben wir Futter für sie?" Jsak fing an, das zu glauben, was er gerne glauben wollte, und erflärte:„Was das Futter betrifft, so werden wir genug für sie hoben." Dann gingen sie hinein und aßen und tranken und gingen zur Ruhe. Aber sie redeten noch lange von der Kich, von dem großen Ereignis.'„Ja, aber ist es nicht eine schöne Kuh? Jetzt bekommt sie das zweite Kalb. Sie heißt Gold- Horn. Schläfft du, Jsak?"—„Nein."—„Und denk' dir, sie bat mich sofort wiedererkannt und ist mir gestern wie em Lamm gefolgt. Wir haben eine Weile ans dem Gebirge ous- geruht."—„So."—„Wir müssen sie aber den ganzen Sommer auf der Weide anbinden, sonst reißt sie aus, denn Kuh ist Kuh."—„Wo ist sie vorher gewesen?" fragte Jsak schließlich.—„Bei meinen Leuten, die haben sie versorgt. Sie wollten sie nicht hergeben, und die Kinder weinten, als ich sie mitnahm." War es möglich, daß Inger so herrftch likjen konnte? Sie sprach natürlich die Wahrheit, und die Kuh gehörte ihr. Nun wunde es großartig und behaglich auf dem Hofe, bald gab es nichts mehr, was noch mangelte! O diese Inger, er liebte sie, und sie liebte ihn wieder, sie waren genügsam, sie lebten im Zeitalter des Holzlöffels und haften es gut. Wir wollen schlafen! dachten sie. Und dann schliefen sie. Bei Morgengrauen erwachten sie zum nächsten Tag; es gab wohl allerlei, mit dem man sich abplaaen mußte, jawohl, Kampf und Freude, wie das Leben eben ist. Da waren nun zum Beispiel diese Balken. Sollte er ver- suchen, sie aufzulegen? Jsak batte sich wohl umgesehen, als er im Dorfe war, und sich die Bauart ausgedacht, er konnte eine Ecksuge anshauen. Und mußte er es nicht durchaus tun? Jetzt waren Schafe auf den Hof gekommen, eine Kuh war ge- kommen, der Ziegen waren es viele geworden und würden immer mehr werden, der Viehstand sprengte den einen Raum von der Gamme, er mußte einen Ausweg finden. Am besten war es, er fing gleich an, solange die Kartoffeln blühten und die Heuernte noch nickst begonnen hatte; Inger mußte da rmd dort mit Hand anlegen. In der Nächst erwacht Jsak und steht auf. Inger schläft, fest und tief schläft sie nach ihrer Wanderung. Er geht wieder in den Stall. Jetzt redet er die Kuh ja nicht so an, daß es in widerliche Schmeicheleien übergeht, aber er tätschelt sie freundlich und untersucht sie aufs neue nach allen Richtungen, ob sie nicht irgendein Merkmal, ein Zeichen von einem fremden Eigentümer habe. Aber er findet kein Zeichen und geht er- leichtert fort. Da liegt das Bauholz. Er fängt an, es auseinander zu rollen, es in einem Viereck auf die Mauer zu heben, ein großes Viereck für die Stube und ein fleines Viereck für die Kammer. Es war sehr mühsam und nahm ihn so in An- spruch, daß er darüber die Zeit vergaß. Jetzt rauchte es aus dem Dachloch der Gamme, Inger trat heraus und meldete, das Frühstück sei fertig.„Und was hast du dmn hier vor?" fragte sie.—„Bist du aufgestanden?" erwiderte Jsak. Seht, dieser Jsak, er tat sehr geheimnisvoll, aber eS ge- fiel ihm gut, daß sie fragte und neugierig war und ein Wesen aus seinem Vorhaben machte. Als er gegessen hatte, blieb er noch ziemlich lange in der Gamme sitzen, ehe er wieder hin- ausging. Worauf wartete er? „Ei, ich bleibe hier sitzen!" sagte er schließlich und stand auf.„Und ich habe doch so viel zu tun!" sagte er.—„Baust du ein Haus?" fragte sie.„Kannst du nickst antworten?"— Er antwortete aus Gnade, ja, er fühlte sich außerordentlich groß, weil er ein Haus baute und dem Ganzen vorstand, des- halb antwortete er:„Du siehst es doch wohl, daß ich baue."— „So. Ja, ja."—„Kann ich denn anders?" sagte er.„Du kommst wahrhaftig mit einer Kuh daher, und da muß ich doch einen Stall für sie haben." Arme Inger, sie war nicht so unmenschlich flug wie er, wie Jsak, der Herr der Schöpfung. Und es war. ehe sie ihn kennen lernte, ehe sie seine Art zu sprechen verstand, daß sie sagte:„Aber du wirst doch nickt am Ende einen Stall bauen?" —„So." sagte er.—„Du führst mich wohl an, dann wäre es viel besser, du bautest ein.Haus."—„So, meinst du das?" orwiderte er und sah sie mit verstellt ausdrucksloser Miene an, ja. als ob ihm bei ibrer Frage erst ein Licht aufginge.— „Ja, dann können die Tiere die Gamme bekommen."— Er überlegte und sagte dxrnn:„Ich glaube wirklich, so wird es am besten sein!"—„Da siehst du." sagte die siegende Inger, „ick bin auch nicht so ganz auf den Kopf gefallen."—„Nein. Und was meinst du zu einer Kammer neben der Stube?"— „Eine Kammer? Dann wäre es bei uns wie bei anderen Leuten. Ja, wenn ims das widerfahren würde." Und es widerfuhr ihnen. Jsak baute und hieb Eckfugen mj§;_ er legte die Balken im Viereck und zugleich mauerte er eine Feuerstelle aus dazu passenden Steinen; aber diese letzte Arbeit gelang ihm am wenigsten, und er war zu Zeiten recht unzufrieden mit sich. Als die Heuet begann, muß er von seinem Bauwerk heruntersteigen, um weitnm in den Halden das Gras zu mähen; danach trug er das.Heu in un- geheuren Lasten nach Hause.(Forts, folgt.) . Groß Serlln Die Derliner Elternbeiratswahlen. Don 235 Gemei ndesch u len liegen imnmehr die amt- l i ch e n EvgÄmisse der Wahlen zu den Elternbeiräten vor. Es erhielten danach: S. P. D..... W3 Mandat« U. S. P...... 1131 .Unpolitische"... 1526. Don 1 Gemeindeschulen und den höheren Lehrcmistvlten stehen die genauen Ergebnisse noch auS. In 6 Schulen müssen Neuwahlen stattfinden und gegen mehr oils 60 Wcchlcn wurde Einspruch erhoben. Major Kaupisch an die Sicherheitspolizei. Am Freitagnachmittag fand in der Bockbrauerei, Fidicinstruhe, eine Vollversammlung der Ortsgruppe Berlin des Wirtschafts- Verbandes der Beamten der Sicherheitspolizei Deutschlands statt, zu der der größte Teil der dienstfreien Beamten erschienen war, unter ihnen zahlreiche Offiziere mit dem neuen Kommandeur, Major K a u p i s'e Oberpolldicektion eine Belohnung ausgesetzt. Mitteilungen immt die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums, Hausanruf 601, mtgegen. Einbreche? suchten daS Preußische Hauptzollamt in der Kleinen Präsidentenstraße beim und stahlen ans einem ver- 'chlossonen Schrank für 1 2 00 000 M. Stempelmarken, und zwar 100«tück zu je 50 M. und je 1000 Stück zu 100, 200, 800 md 500 M. Es Handelt sich um preußische Landesstempelmarken, die ausschlieblich von Rechtsanwälten und Notaren oder Amts- und Landgerichten entwertet werden. Der Dieb, der sich mit Nach- 'chlüsseln Eingang in die Räume des HauptzollamteS verschafft hat, muß in diesen genau Bescheid aedvußt haben. Weder der Pförtner, bei dem ssch am Tage jeder Einlatzbegebrende melden muß. noch der Wächter, der das Gebäude nachts beauffichtigt, haben den Täter ge- •Hen. Die Kriminalpolizei bittet um sachdienliche Mitteilungen im Zimmer 33 deS Berliner Polizeipräsidiums. Einbrüche in daS Archiv d-S Sausministeriums. ,n der spandmter Straße beschaü'gen die hieße« Kriminalpolizei Am Februar d. I. wurde der erste Einbruch verübt. Der Dieb '»cchl verschiedene S'lbersachen und«"dere wertvoll« Gegenstände, -ren Auswabl zeigt, daß er gut unterrichtet gewesen sein muh. Am W. März d. I. statteten gewerbsmäßige Verbrecher dem lswisarchiv einen Besuch ab. Als sie dabei waren, die Schmuck- stücke zusammenzupacken, wunde der Wächter auf sie aufmerksam und heumbrichtigle Ve Polizei B'er der E rwrerfrv entkamen bereits 'wrber. während der andere, der sich versteckt haben muß, all« Schnüre der Rallvorbänge abschnitt, sie zu einem Strick zusammen- band und, als dl? Gefabr vorüber war. au? einem Fenster heraus- w.ng. In der Eile haben di« Einbrecher nickst n.nr ihre Beute, son- dem auch einen Teil ihrer„Werkziwae" und Bekleidung, di« sie bei ?er„Arbeit" abgelegt hasten, zurückgelassen. Die Gegen stände sind bei Kriminalkommissar Tr«ttin zu besichtiaen. Die Ermittlung einer po'nisihen DwbesSande ist der Eisen- bahn-lleberwackwngkabtei'nng gelunaen. Vor einiger Zeit hatte der Bote MurawSki ein vom Ssblesilticn Güterbahnhof abge- '"ndteS Postavi? unterschlagen und auf Grund de? gefälscht quit- tierten ßlvises eine Sendung von drei Kolli Tuch imWerte von über 7000(1 Marl obVIrn lassen, und'war durch rrxen bereits mit 10 Jahren Zuchthaus vorbestraften„Kaui- mann" Krefft. der noch wegen verfchsttener Strastaten gesucht. wird. Krefft gab die Stoffe an einen Schneider Srebrnick, dieser an Manelt nnd dessen Bruder und weiter durch eine lange Schieberkette. die die Ueberwachungsbeamten weiter ver- folgen konnten. Bis auf einen kleinen Restposten ist das�Tnch wieder herbeigeschafft worden, während die. an dem„Handel" Be- teiligten verhaftet werden konnten. Der Verein Arbeiter-Jngeud" veranstaltet ben-e abend 6'» Uhr vier große Frühlings» feiern mit Tan,. Sie finden statt für Abteilung Neu- f ß 1 1 n, Süden. Südwest, Westen in Kliem« Feiisälen, Hastnheide. Eintritt 1,25 M.— Abteilung Nieder'iböne- weide. Restaurant Lorelev, Berliner Str. 101. Anfang 6 Uhr, Saalöffnuna 6 Uhr Eintritt 1 M.. Tanz 1 M.—«v. tetlung Nordosten, Osten, Heinrichs Festsäle, Große Frank» fnrter Str. 30. Emlaßkarten 1.2ö M. noch an der Kasse.— Ab» teilungSüdo st, Treptow»Baum schule» weg, Reichen- berger Hof. Reichenberyer Str. 147. Einlaß l/96 Ubr. Anfang »/,7 Uhr. Sinlaßlarten 2,— M. inkl. Tanz noch an der Kasse. „Nicht Streik, sondern nationale ArbeitSrirhe". In Schöneberg hat die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordnetenversammlung wegen Lohnzahlung für die Zeit des Generalstreiks einen Antrag eingebracht, den auch die Unabhängigen und Deutschdemokraten sowie ein Mitglied der Zentrumspartei unterzeichnet haben. Der Magistrat wird auf- gefordert, den in Betrieben der Stadt beschäftigten Arbeitern und Angestellten den Lohn für 13. bis 20. März unter Vorbehalt zu zablen. Mit Arbeitgebern, die Arbeiten im Auftrage der Stadt ausführen, soll über teilweise Vergütung des ihnen durch Bezahlung der Streiktag« entstandenen Schadens eine Verständigung herbei- geführt werden. Der Antrag, der schon in der vorigen Sitzung als dringlich eingebracht war, aber wegen Widerspruchs eines Deutsch- nationalen gegen die Dringlichkeit nicht sofort beraten werden konnte, steht für die nächste Sitzung auf der Tagesordnung. Gleich- zeitig ist zu beschließen über den inzwischen vom Maaistrat vor- gelegten Antrag, für die Zeit d?S Generalstreiks ein Drittel des nachgewiesenen Lohnausfalls denjenigen Arbeitern zu zahlen, die bei Arbeiicn für städtische Unternehmungen beschäftigt wurden. Die Rückerstattung der verausgabten Beträge, für die b iS 300 000 M. aus Vorschüssen herzugeben wären, soll �bei der Reichsregierung beaniragt werden. In der Begründung erklärt der Magistrat, für die Stadt weder ein« moralische noch eine dingliche Verpflichtung zur Lohnzahlung bei Streiks anerkennen zu können. Der vorliegende Fall aber könne.nur unter dem Ge- sichtSpunkt der geschlossenen Abwehr der gesamten Bevölkerung gegen den versuchten Verfassungsbruch betrachtet werden" und sei daher „nicht als Streik, sondern taisächlich nur als nationale Ar» beitSruh« zu bewerten". Die Bemessung des von der Stadt zu zahlenden Lohnanteils auf ein Drittel wird vom Magistrat da- mit begründet, daß Auftraggeber(Stadt Schöneberg), Unternehmer imd Arbeiterschaft zu gleichen Teilen daS Opfer der ArbeitSruh« zu übernehmen habinr_ Belohnte Treue. Uns geht folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung zu: .Welch edeldenkende Persönlichkeit würde ÜSsährigeur Unter- offister(mittellose Waise), der während des Putsche? ver» fassungstreu blieb, trotzdem aber vom Hauptmann Henkel zum 15. 4. 20. gekündigt wurde, zu eiiiem Zivilanzug ver» belfen. Unlffz. GuckelSberger, Rw.-Pion.-Btl. 15, Cöpenicker Straße 12—14." Jedes Wort der Kritik ist überflüssig Um so notwendiger sind die Taten, auf die wir schon sehr lange warten, Herr ReichSwehrministerl Von der Post. Im Verkehr zwischen dem unbesetzten Deutfch- larid und dem deutschen Saargebiet sind folgernd« E r l e i ch- terungen eingetreten: DaS zulässige Höchstgewicht für Pakete ist auf 20 Kilogramm erhöht worden. Den Paketen nach dem Saar- gebiet braucht eine Zollinhaltserklärung in deutscher Sprache nicht mehr beigefügt zu werden. Dagegen ist die genaueste Ausfüllung der Zollinhaltserklärung in französischer Sprache erforder- lich. Die französische Zollverwaltung führt Klage darüber, daß die JnhaltSbezeichrrung in den Zollinhaltserklärungen off zu wün- scheu übrig lasse. Angaben, wie„Lebensmittel" oder„Seife", ge- nügen nicht: die Lebensmittel müssen einzeln bezeichnet und die Art der Seife muß genau angegeben werden. Schriftliche Mit- teilungen im Verkehr mit dem Saergebiei können fortan in allen Sprachen nnd Mundarten in beliebigen Schriftzeichen erfolgen.— Im Verkehr mit Finnland sind Wertbriefe wieder zuge- lassen. Auskunft geben die Postanstalten.— Po st fracht stücke big 20 Kilogramm sind nach Spanren durch Vermittelung der Speditionsfirma Elkan u. Co. in Hamburg zugelassen. Damit ist u- a. die Möglichkeit gegeben, derartige Pakete unter Wertangab« und gegen Nachnahme zu versenden. AuS» kunst erteilen di« Postanstialten. Die Deputation für daS Wohnungswesen richtet an die Ver» mieier die dringende Biite, iortan das Mieteinigungsamt zwecks Zustimmung zur Kündigung usw. erst anzurufen, nachdem ihre Einigungsversuche mit der Gegenpartei fehlgeschlagen sind. Die gleiche Bilie ergeht an die Mieter sür die Fälle, in denen sie antragsberechtigt sind. Diese Mithilfe aller Beteiligten ist un- crläßlich, um den sehr belasteten MieteinigungSämtern unnölige Arbeit zu ersparen. Neue Preise für Kunsthonig. Eine Verordnung deS Reichs- eriiährungsmiirlsters setzt neue Preise für Kunsthonig fest Die Preise sind weientlich erhöhl worden, da, um eine Kürzung der Muridralion für Zucker zu vermeiden, zur Herstellung von Kunst- bonig vorwiegend teurer A u S t a n d S z u ck e r verwendet werden muß. Der neue Herstellerpreis beträgt, sobald nicht un- initiclbar an Kleinhändler und Verbraucher veikaust wird, tn Paketen oder Dosen bis zu einem Kilo Inhalt 1223 M. flir 100 Kilo, in Behältnissen mit mehr als 1 Kilo Inhalt 1180 M. für 100 Kilo Der Kleinhandelspreis berrägr beim Bei kauf an die Ver- braucher bei Lieferung in Paketen oder Dose» 7,30 M. für 1 Pfd., bei Lieferung ohne Verpackung(im Ausstich) 7.20 M. sür 1 Pfd. Das Apollothcater bringt neben einem sehr guten artistischen Programm ein interessantes telephatischeS Phänomen„Afra". Dieie Dame weiß fait itockungSloz ihrem Partner mitgeteilte Gedanken aus dem Publikum wiederzugeben. Sie liest Dinge von Schriflilücken ab. die im Zuschaueirauin von einem x-beliebigen ge- 'chriebeii werden und ist iast unheimlich in ihrer Fähigkeit, Gecanken zu erraten. Ein Telefonsielsch„Vorsicht bei Ge'prächen" ist recht geschickt inszeniert, ermüdet aber durch die sich wiederholenden Zweideuiigkeilen. Dinge, die sich ein Verfasser von nur mittel- mäßigem Geschmack auch ohne Zensur beute nicht mehr leisten darf. Gau, auf der Höhe sind die Artisten. Die Exzentriker Oßnots, er Radfahrer Berrington. De Bruns, Pikardy als Fußjonoleur, die Schleuderbreliakrobalen Artonis und die Alrobatenfamilie SandwindS leisten duichwegS Vorzügliches. Das Jnternaiionale Nachforsckinngsbnrean der Heilsarmee. •ine aenreiunützige Einrichtung hat bereits Tausend« von vcrmiktcn und verlchollenen Perionen ausfindig gemacht. Durch den Krieg find gewiß auch viele Deutsche hier im Lande, aber beionderS auch solche, die sich beim Ausbruch deS Krieges gerade im Ausland« befanden, verlchollcn. Nach dielen können durch daS Berllncr Hauptquai tier der Heilsarmee Nach, ioridnmgcn gebalten werden. Dafür nt lediglich sür PoiloauSlagen usw. der kleine Betr. q von 5 M. zu entrichten. Etwaige Anträge für Nach- forfchnn gen ünd auSsübrllch zu senden au; Kommandeur Joh. Oegrim, Berlin C 19, Kertr gudlenstr l— 3. Alle fronziisifriien Konluin in Teutschland find ermächtigt. Pässe für Fi ankreilh und die Abstimmungsgebiete zu visieren. DaS Publikum wird gebeten, sich an das Konsulat zu wenden, tn dessen Acreich sein Wobnsip sich bestndei. und zwar: nach Berlin(Pariser Platz 6) für die Provinz Brandenburg, Mecklenburg- SlreUtz, Pommern und Ostp euren(Burcaustundcn: von g—10 sür Oberichlesien, von 10—12 sür andere Angeiegenhettcn). Kuudgebnng der Kriegsteilnehmer. Die infolge deS� Kappschen VersammlungSverbotes seinerzeit ausgcsallene Kundgebung des„Friedens- bundeS der Kriegsteilnehmer- findet, mit verändertem Pro- gramm. nunmehr bestimmt am Sonntag, den 18. April, vorm. 10'/, Uhr, in den Kammersälen, Tellower Str. l— 4, nabe tzalleiches Tor, statt. Redner sind: Willy Meyer, Emil Rabold, Karl Vetter. Jgnaz Wrobel und Artm Zickler. Em nambakter Künstler wird ein neues Manifest von Henri Bar- busse an die deutschen Kriegsteilnehmer zum Vortrag bringen. Ter große Olvmpia-Prets gelangt am Sonntag, nachm. 3'/, Uhr, aus der Olympiadahn zur Austragung. DaS Rennen sührt über die Strecke von 90 Kilometer ln 8 Läusen von 20, 30 u. 40 Kilometer. Appelhans wird von Krüger Lewanow von Aeppert. Bauer von Hofmann, Krupkat von Junggeburth und Techmer von Meichsner gesuhet. Auch der Preis von Spandau sür Flieger sowie ein Prämienrennen über 10 Runden und ein EntschädigungSsahren versprechen lehr guten Sport. Neukölln. Für die Mitglieder des Republikanischen Führerbundes heute 7 Uhr wichtige Besprechung im Deutschen Wirtshaus, Berg» straße 136. Porta! 3, rechts. Neuamnekdmrgen für bis hiesige Be» zirksgruppe werden entgegengenommen. Mariendorf-Südende. Die Gemeinde errichtet mit Beginn des neuen Schuljahres an der 4. Gemeindeschul«. Kurfürstenstr. 53/54. eine Fortbildungsklasse(Frauenschule) für junge Mäd» che» mit Volksschulbildung. Der Unterricht erstreckt sich auf: 1. Haushaltungskunde, Ernährungslehre und Kochen. 2. Nadel. arbeit. Plätten und Putz. 3. Gesundheitslehre, praktische Arbeit in Säuglings- und Kinderpflege. 4. Rechnen. Deutsch, VolkwirtschaftS- lehre, Stenographie und Turnen. Der Besuch ist unentgeltlich. Anmeldungen werden täglich entgegengenommen, von 11 bis 12 Uhr von Rektor Kußmann, Kurfürstenstr. 53/54. Groft-Berliner Lebensmittel. Stegtttz. Für die tn der Woche vom 29. Mär, bis 3. AprU fehlenden Kartoffeln gelangen 2ö0 Gramm geschälte Ackerbohnen, 250 Gramm Mal«. flocken oder Maismehl aus die Abschnitte 14c— x der Steglitzer Kartoffel» karte zur Ausgabe. Wtariendorf-Südende. 250 Gramm Hülsenfrüchte(tv und 11) 250 Gramm Nudeln(15 und 16). Bis heute Anmeldung ans'/, Pfund Marmelade /U). Henninedork. Heute Ausgabe von Bezugsscheinen auf Speck sür Kriegsbeschädigte, Kranke(Atteste) und hostende Frauen, bei den Fleischern Ernst und Schulz._ Groß-Serliner parteinachrichten. Morgen, 11. April: 40. Abt. 10 Uhr, Funktionärkonscrenz bei Schmidt, Wicleffstr. 17. Jugenüveranftaltungea. Verein Arbeiterjugend Groft-Berlin. Sonntag, den 18. April, vorm.'/„lO 116», in per Aula der Sophien-Schule, Weiumeifterstras/e 13/10. Generalversammlnng. Die Mandate werden den Delegierte« per ivoft zugesandt. Wedding. DaZ. Jugendheim in der Lütticher Str. 38 ist ab Dien«» tag wieder geöffnet. Es findet ein Vortrag über„Sport und Arbeiter- fügend' statt. Die FunNionäre werden gebeten, die Mitglieder davoa z« unterrichten. Vorträge, Vereine unü Versammlungen. Teutschland und Schweden. Die am 16. Mär, d. I. neugegründete Deut ch-Schwedischc Vereinigung bölt Montag nachm. 4'/, Uhr im Beet- Hovensaal. Köihener Str. 21, ihre zweite Hauptversammlung. An den kurzen geschäfilichen Teil schließt fich ein Lichtbildervortrag über Schweden, gebalten von dem schwedischen LegationSPastor Herrn S e b a r d t. Zu Beginn und am Schluß werden Kinder, die 1313 in Schweden waren, schwedische Lieder singen. Freier Eintritt für Mitglieder und ihre Angehörigen, besonder« auch sür Kinder, die Gäste de« schwedi. scheu Volkes waren.— Versammlung aller außenstehende» Schwer» triegSbeichSdigteu der Retchswerte Spandau Sonmag 10 Uhr im Lessing-Gymnasium. Berlin 17, Panlftr. 18(Bahnhof Weddtng).— Reichs» bund der Kriegsbeschädigten. Bezirk 3 Südost. Hinterbliebenen. seltion. Montag 7>/, Uhr BcztrkSversammlung tn Schumachers Festsälen, Skalitzer Str. 126. Kriegsbeschädigtenseltton der Ort«- gruppe Neukölln. Mitgliederversammlung Montag 7 Uhr bei Goblle, Herrmannstr. 199.— Die Freie Durnerschaft Vrrltu veran- staltet ein Zusammcnturnen des ganzen Verein« am Sonntag 2 bis 6 Uhr in der Städtischen Turnhalle, Gormannstr. 4. um allen Freunde» der Leibesübungen ein Bild von der bisherigen Täliateit de« Vereins zu geben. Eintritt frei._ Gerichtszeitung. Die Wuchergerichte gesetzmäßig. Neber die Frvge, ob die Wuchergerichte, di« tnirch ein« Verordnung der RdchSregieruny«rig« führt wurden, gesetz. mäßig sind, ist bekanntlich ein lebhafter Streit entbrannt. Die Landgerichte Berlin I und II haben zu dieser Frage jedes ein« andere Haltung eingenommen. Nunmehr hat sich das Kam- m e r g e r i ch t als höchstes preußisches Gericht mit dieser Ange- legen hei t beschäftigt und ist zu dem Ergebnis gekommen, daß die Wuchergericht« weder mit der Verfassung noch mit den Ge» setzen in Widerspruch stehen. Die Mängel der Jrrengcsetzgebung beleuchtet besonders kraß ein Prozeh, der gegenwärtig die beut» schen Gerichte beschäftigt. Der Legationsrat a. D. v. Flöthe r hatte eine junge Sängerin namens Hor-st geheiratet. Unmittelbar nach Geburt eines Kindes verlangte er von ihr, daß sie sich scheiden lassen solle, da durch die Geburt eines LeibeSeoben das Majorat des alten Geschlechts gesichert wäre. Die aus allen Himmeln gerissene junge Frau weigerte sich und die Folge war, daß ihr Ehemann sie kurzerhand in der Irren- anftalt eines Dr. Hesse in Ilten(Sannover) unterbringen ließ. Von hier kam die geistig völlig gesunde Frau in die Irrenanstalt des Prof. Binswanger in Jena. Von Rechtsanwalt Bahn wurde im Auftrage der Mutter der Frau von Flöthe? Strafantrag wegen Freihettslierau- b u n g bei der Staatsanwaltschaft gestellt, der zur Folge hakte, daß Frau v. F. sofort ihre Freiheit wieder erlangte. Unker Vor- wänden brachte von F. seine Frau dann nach der Schweiz, ließ sie in Bern entmündigen und setzte auch, da sie sich nicht ge- nüg�nd verteidigen konnte, bei dem Amtsgericht Bern die Ehe- scherdung durch. Die Entmündigung wurde bald wieder aafgi.» hoben, da der Zweck, die Ehescheidung, erreicht war. Frau von F. kehrte nun nach Deutschland zurück und betrieb sofort die Auf- Hebung des schweizerischen Urteils. Sie stellte beim Lrnt-gsricht Hildesheim den Antrag auf Alimcntcnzahlung mit der Be» hauptung, daß das Berner Urteil nichtig sei, da eS nicht nur e r- preßt, sondern auch aus juristischen Gründen unhaltbar sei. Das Landgericht hat nun im Anschluß an eine Auskunft des Reichs- lustizmimsterS, der mit der Sache ebenfalls befaßt war, entichie» den, daß das schweizerische Urteil nichtig sei, da es�unwr Ver- letzung des§ 6 des H a a g e r Abkommen? vom 12. Juni igC2 ergangen sei. Nach Ziffer 2 dieses Paragraphen sei die Gerichts- barkeit des HeimatstaateS allein für Scheidungsklagen zuständig, öweit sie von deutschen Gerichten erhoben werden könnten. DieS ei aber hier zutreffend, da der letzte Wohnsitz des Ehemannes in Deutschland gewesen wäre; außerdem sei zwischen Deurschllnd und dem Kanton Bern nicht die Gegenseitigkeit verbürgt. Diese Angelegenheit zeigt, wie notwendig die schon seit Jahr- zehnten geforderte Reform der Jrr�ngesetzgebung ist. flus aller weit. Seraobung eines üeutfchen Eisenbahnzuges Surch polen. itv Millionen Mark beschlagnahmt". Die polnische Besatzung deS Bahnhofs Neustadt in Westpreußerr. im polnischen Korridor hat einen geradezu unglaublichen Uebergriff an einer vom Freistaat D a n z ig an die R e i ch« r e gierung abgeschickten Geldsendung im Werte von 30 Millionen Mark verübt. DaS Geld war in 60 Paketen verpackt und versiegelt worden. Da der Transport besondere Vorsichtsmaßregeln erforderte, war der polnischen Regierung vor Abgang der 50 Wertpakete offiziell Bericht erstattet worden und man hatte die Genehmigung erhalten, dre Wertsendung in einem plombierten Wage» nach Berlin zu senden. Sfüfcertcr.t begleiteten atoci Beamte des Freistaates Danzig den Zug> Durch einen merkwürdigen Zufall, der noch näher aufgeklärt werden muh, ist die militärische Besatzung des Bahnhofes Neustadt davon informiert worden, daß ein sehr hoher WerttranSporl für die deutsche Ltegierung in dem fahrplanmäßigen Zuge Danzig— Berlin, die Eahnstalion passieren werde. Bald daraus erging an den polnischen Bahnhofs'owmandantcn die Weisung, diesen Transport abzufangen, da es sich um eine Kapitalverschiebung deutscher Kaufleute aus Danzig handle. Als der Zug einlief, wurde er angehalten, und ein gröheres Miliräraufgebot sperrte die Wagen. Polnische Soldaten besetzten die einzelnen Waggons und liehen niemand heraus. Auch der Bahnhof selbst war für die Reisenden gesperrt. Unler Führung eines Offiziers wurde der verschlossene und doppelt plombierte Waggon geöffnet und die fünfzig Wertpakete fortgeschafft. Die beiden Beamten des Freistaates Danzig, welche ihre Legiti- mation vorzeiglen, wurden in Haft genommen, da man polnischerieilS .glaubte", dah cS sich hier um die Begleiter dcS nach Deutschland zu schmuggelnden Vermögens handle. Auf den Bericht des deutschen Zugpersonals in der ersten deutschen Grenzstation wurde die Oberpostdirektion Berlin benach- richtig!, die der Regierung Mitteilung machte. Auf die sofortige Reklamation in Warschau verfügte die polnische Regierung eine schleunige Untersuchung, doch ist zur Stunde lediglich bekannt, dah die polnische Regierung das Geld sreixekebeil hat. Eine Auslieferung der fünfzig Wertstücke ist noch nicht erfolgt. Es soll durch besondere Beamte die Weiierlcitnng des Geldes noch Berlin erfolgen. lWenn die Polen die Pakete hergeben— und das Geld noch drin ist!) Kon den 17 Fernsprechleituuren Berlin— Hamburg sind 11 durch Drahldiebe schwer geschädigt worden. Die Verlegung der gesamten Leitungen unter die Erde würde Milliarden kosten. Unser Fern- sprcchwesen ist also von der Gnade der Herren Diebe abhängig. TaS Ende der RomanoffS. Der Dampfer.SemiramiS� hat in Triest eine ganze Anzahl von Mitgliedern des ehemaligen russischen Herrscherhauses an Land gesetzt. Es handelt sich um 67 Groh- fürsten und andere, die mehr oder weniger zu dem früheren Herrschcrhause der RomanoffS in verwandtichaftlichen Beziehungen stehen. Unter ihnen befindet sich die Grohsürstin Maria Pawlowna, die in Odessa ein zurückgezogenes Leben geführt hat und die ihre Verwandtschaft, soweit sie noch am Leben war, dort bei sich ver- sammelt hatte. Um sie den Bolschewisten zu verbergen, gnartierle sie ihre Verwandtschaft in einem verlassenen Zuge ein. loa sie zwei Monate lang unerkannt lebten. Die italienische Mission in Odessa lieh die Grohsürstin Maria und ihre Angehörigen an Bord deS Dampfers.SemiramiS' bringen. Unter den an Land Gehenden befand sich die berühmte Tänzerin Kschesinskaja, die Geliebte deS ehemaligen Zaren. AuS der Tschecheflowakei. In T« m i l zogen Artberier, die eine Gungerdemonstration veranstalteten, vor die Fabrik deS Erohinimlstriellen Melich, um die dortigen Arbeiter zum Anschlug zu bewegen. MeAch stellte sich der Menge entgegen, als diese in den FctbriThof eindringen wollte, bi erbet soll gegen die Menge mit einem Mirnmazapparat gespritzt worden sein. Die erbitterte Merrge zog hieraus zur nabesclegencn Villa MclichS, die sie vollständig dem o. l i e r t e. In K o m o t a u überfielen tschechische Legionäre deutsche kapentragende Studenten, schlugen ühnen d-ie Kappen von den Köpfen und stieben auf die Studenten ein. Einer der Angreifer versuchte einem ein« Sammelstüchf« de» Bunde? der Deutschen tragenden Studenten diese zu entreihe-n. Der Wachmann, der die? verhindern wollte, erhielt von einem„Legionär" einen Schlag ins Gesicht. An Anwesenheit der herbeigerufenen Militärpolizei wurde auf der Bolizeiwachtfftube festgestellt, dah die Studenten keine verbotenen Farben trugen. Leim Verlassen der Palizeiwachtstube wurden die Studenten abermals verfolgt und ihnen die Kappen mit Fäusten und Stöcken vom Rapse vsschlagen. Bier zum Schutze der Studen» ten erschienene Wachmänner erwiesen sich der Ucberzahl gegenüber als machtlos. Zwei erhielten Schläge auf den Kopf, einer einen ins Gesicht. An den Händen einiger Lsgtonäre wurden Dolche be- merkt. Ein Wachnrann'hörte auch einen Legionär in tschechischer Sprache äuhern: Haut nur zu, os schadet der Polizei auch nichts, wenn sie einS ans den Kopf kriegt.— Am 2. und 3. April wurde die gesamte tschechrslowakische Bahnhofswache in Bode nbach verhaftet und dem Militärgericht in Tsteresienstadt eingeliefert, im ganzen 12 Mann. Sie haben mehrere geschlachtete Schweine aus den Waggons gestohlen und vertaust. Ein Bahnwächter wurde Ebenfalls verhaftet. Hochdahnanregung. Ein Leser, du täglich spät abends mit der Hochbahn heimfährt, bittet uns, darauf hinzuwirken, dah mindestens bei der nächsten Tariferhöhung den Fahrgästen Gasmasken ge« liehen werden. Er meint, das sei für die Zeit nötig, wo die meisten Berliner Menschenmägen auf Mederkäuerfulter angewiesen seien. Srlefkasten üer Neöaktion. gede� che den Brieftülk» beltlmmlen Anfrage und ein« Nummer bei. Briefliche Auskunft wird füge man«inen Buchstaben »ird»Ich! erteilt. Eilige An. fraaen Iraae man in der Juristischen Sprechstunde, Lindcnstr. 8. 1. Hof parterre link», vor. SchrifislUcke und Bertriige sind mitzubringen. y. Zt. 200. 1. Fragen Sie bei der Forslakadcmie in Eberswalde an. 9. ForstvcrkchrSblatt Berlin.—<5. G. 100. Lm Sekretariat Charlolten- burg, Roslnentlrasie 3.— H. R. 14. 1. Nein. 2. Jnsclstrahe 2/5.— A.».(T. Der Beschluß ist nicht ansechtbar.— X, N> 8- 1. Ja. L. Nein. LSetterauSsichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonntag mittag. Meist trübe, ziemlich warm, wiederholte Negensälle bei mützigen südwestlichen Winden. Am Z. April, nachmittags 1 2 Uhr. verstarb an Herz- I schwäche unser lieber Onkel, | der Privatier 80/11 Christian Hilgenfeld j im 72. Lrbenssahre. Dies zeigen mit der BiUe I um stille Teilnahme de- trübt an Neussegefelb, Arcostr. 8 Familie E. Burwig. Die Einäscherung fand am~" im Serichtftr. 87, statt. Freitag, den 0. April, Krematorium, Berlin, rur Oam�n- und HerrenbeHleiduniä | Futterstoffe/ Knöp'e Konfekfion | für Damen u. M&dch. Ma3anferti?ung. L.?elz 15 Eottte Str. 5 Praktiziere wieder. ir.GecrgFriedläBdeC.� Pfalzbg. 3706. 8—10. f» Spezialarzt Dr. med. Hascht[* FFleilrictistr.9fl.sflrdctbäbn" Spr. 10—1. 5-& Sonnt 11-1 Harn-n.Biutuntersuchung' Spezialarzt Dr. med. WockenfaB FriEdrlelistr. 12S vS�Tor Spr. II— l, 6—8, Sonnt. 11—1 Harn- D.BIniuntersucbunK !!!Geld!!! für irtt Wertsache. Höchste An- tausepreise für Psandscheine, Brillanten, Soidoegenstände. Teppiche. Bücher usw. 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Bewerber, die vorstehende Bedingungen erlüllen, wollen Gesuche mit Lebenslauf, Geburtsurkunde, den Originalen oder beglaubigten Abschriften der Lehrzeugnisse usw. bei dem unterzeichneten Kuratorium, Berlin C. 2, Spandauer Str. 32 II, bis spätestens 20. April 1920 einreichen. Berlin, den 26. März 1920. Kuratorium des Gcwerks-Anoalellungo-I'ond». Weise. Bekanntmachung. Aus dem Friedrichs-Qewerbe-Stipendium sind In diesem Jahre Stipendien bis zu je 300 M. an Oewerbesetallfcn behufs weiterer gewerblicher Ausbildung zu verteilen In Berlin geborene und ortsangehörlge Bewerber im Alter von 18 bis 30 jähren, die während der Lehrzelt und Beschäftigung als Gewerbegehilfe Fleiß. Tüchtigkeit. Insbesondere auf Vervollkommnung in ihrem Handwerk gerichteten Lernbetrieb an den Tag gelegt haben, wollen Gesuche mit Lebenslauf, Geburtsurkunde, den Originalen oder beglaubigten Abschriften der Lehrzeugnisse usw. bei dem unterzeichneten Kuratorium, Berlin C. 2, Spandauer Str. 32 II, bis spätestens 20. April 1920 einreichen. AuBerdem haben die Bewerber mindestens einjährigen, mit FleiB und Erfolg absolvierten Besuch einer gewerblichen Fachschule nachzuweisen und sind Im Falle der Verleihung eines Stipendiums verpflichtet, dem Kuratorium von Zeit zu Zeit Mitteilung über Ihren Ausbildungsgang zu machen. Berlin, den 26. März 1920. Karatarlam dea Frledrichs.acwerbe-Stipendluin». Weis e. | ZIcR. II u. 14. April Hä Zj�'U�T* Ipfll Beamten* M Sotteric i f Qesamtw d. Gewinne Mk. Hauptgewinne Mk. 1100 000| 50 000 i 10000 USW. Lose zu Mk. 3.00 1 Porto u. Liste 50 Pf. extra 100000 1 30000 3 10000 usw. Lose zu Mk. 3.30 Porto u. Liste SO PL extra Bin« Brieftasche enth. 8 Rote+ and< Beamten- 1 Loa. zu 32 Mark einschl. Porto u. 2 Listen. iünsl2vKaaseKcM.,Wi[ Nene Künlgatr. 86 und Neaaderatr. 38. Te|egf.-Adr.: Glücksgott. Berlin. BWI_ WerScseiigmaschinen neu und gebraucht Drsbbinka mltLelt-u. Zugspindel in verschiedenen Größen. 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Angemeffene Belohnung demjenigen, derben Verbleib derTii o nachweist, daß wir den Täter belangen können. kflrfurf 1 Iftikloh verlin O 112, simplonffrab« 36. 9UlU(l» KflQltü, Telephon: Alexander 5182. 145/1 (Sppße. feherunpeztek iJSftobBC-' i �mßeüun� | Spei/ezimmer, Herren- 6 | zimmer, Schlafzimmer| | Wohnzimmer, Wohn- 1 | fefons, Dieten, Küchen| ufw. ufw. | Depdjtigung fofjnenö u. erwünfüjt| _'— M Verlauf tu ftfr /ofiien Treift*. Gchtc Perser und deutsche Teppiche. Gcbte Kristalle, Porzellane, Kronen, Klubteilel u. Sofas in Leder und Gobelin. Kunltmöbel aller HrL u V �djlewmskf&ftb. TSerCm C, Dir&fenflraße yt am VaSniof flfexanderpfati, C<£t TSnlgsgraSt». ........... iii'hii i ii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiii...................................... MAX BECKER ilanohaaa Osten, Andpeasatr.47! Achtung! Achtung! Zahle für das Kilogramm; Kupier, Hessing. Blei, Zinn, Eisen nnS Flssclen die allerhöchsten Tagespreise. | Metallschmelze Schmidstr. 10a. 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V/, Uhr: JP&IVcrgc/reTSfe Theater de« Westen« 7v,u.:D!eFraal!n!lennelIii APOLLO Theater 1 Direkt,(ames Klein Täglich?V, Uhr. iHril 1920!! Das Welt.RStsel | Die einz. Oedanken leserin der Welt. Teiephonfrenden i im Jahre 1920!, j Vorsieht bei! igespraehenl unter Mitwirkung d.bek. Filmgrößen I jValy ArnhelinJ Ma'rga Undt Kunst u. Schönheit Frikn DENNISSON in ihren Tänzen. % Arkonis | Schleuderhrctt-Akr 3 Snthns dreifach Reckakt. i Avrrinyton 1 Weltm. d. Radfnhrk 8 Ossncfs Exzentriker. 4 Sand\Dinas Schönheitsakt. Stg. 3V«: Die lustige Witwe. Walluer-Theater Uhr Eine Baiinacht. Stg.S1/«: Geisha m MiaWerber WaShalla-Tbeater. JhiDer Rastelbinder Trianon-Theater. Dahnnot FriedrichstralJe. Heute 4 Uhr, kleine Preise: Max and Moritz. Täglich VjS Uhr: Myrrha Sonntag 4 Uhr, kleine Preise: Herrscbattl. Diener ge«. Residenz- Theater. JannowitzbrDcke. in Jar 4 Uhr, kleine Preise; Stadtbahn Nachm. 4 I Botkappchon. Täglich V,« Uhr; Die RascIMs Sonntag 4(kleine Preise); Der gute Ruf. �FoiiesCaprice# Eck. Friedrich- u. Lmienstraße - Täglich?»/,-— Die abgetretene Frau Zwangaeinquartlernng. Oh dieser Xovvack I mit Ferdinand Grünecker in den Hauptrollen. Casiao-Theater Lotbrlnger8tr.37. Tägi.�U.: Der neue Possenschla- er: Sin alter Sünder Vorher erstkl. Spezialitäten. Äiex Starner, Är. Sonntag Z�/,: Onkel Morltc. Winter- Gatten Täglich 7.30 Uhp; VarlBti-Spleiplan Rauchen gestattet! Relehshsll.-Tlieater Allcb.7>/z u. Sonntage nachm. 3 Uhr: Jb* Stcttincr Sänger. Nachmittags ermchigtePreiie Heute sowie tägl. 7V, vhn DZ5 neue tzrü-FFUßF.! und die v. Publik, u. Presse mit groß. Beifall aufgen. neue Pantomime .Der Wilddieb' in 5 Akt. u. 1 Apotheose. Die Wundcrfonlrine und Ihre Gehelmnisse. Stg. P/2 ein eit. Kind frei. Ebent.: Der Wilddieb SeMiiJanch im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schiflbauerdamm Telephon: Norden 8643. Wledcraaftreten Puö! Graetz Oscar Sabo Auita Berber Mady Christians u.a. 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Weine, tf. Küche Mocca, Tee, Schokolade{ g Anlang 7 Uhr I •iD.F.Raiich Friedrich5tr.lI,Brunnenstr.l74 n eb. Qoldgesch. Busse- Große Frankfurter St.l 12 neb. Jandorf Invalil. Nach den vorliegenden Meldungen haben sich die herumziehenden Banden der Roten Armee südlich der Ruhr aufgelöst. Es ist daher mit einem Vorrücken der Reichswehr über die Ruhr nicht zu rechnen. Duisburg, 9. April. Die Bezirksleitung der S. P. D. d e S Niederrheins hat Stellung genommen zu den Kämpien im verflossenen Kapv-Pulsch und zu der Taltik bei den kommenden ReickStagSwahlen. Es wurde betont, daß der KurS scharf gegen recktS gekehrt weiden müsse, daß man aber den Boden der Demo« kratie nicht verlassen dürfe. Die Konferenz stellte fest daß die Partei jede Mitarbeit des ZentralratS der BollzugsauSschüsie ablehnt, weil die Arbeit de» ZemralratS nach der Durchführung der Bielefelder Beschlüsse erledigt»st. Esse», 9. April. Heute abend waren Vertreter der Entente hier, um sich über die Lage im Industriegebiet zu informieren. Bon den zuständigen Stellen konnte ihnen leicht nachgewiesen werden, daß bei der Besetzung de» RuhrgebietS die Versailler Friedensbedingungen hinsichtlich der Kopfstärke nicht übertreten worden sind. Auch haben sich die Vertreter davon überzeugt, daß die Reichs- wehr von dem größten Teil der Bevölkerung mit Freuden empfangen wurde und wie sinnlos die Behauplung ist, das Ein- rücken der Reichswehr sei ein neuer Ausbruch de» Militarismus. Der belgische Sozialiftenkongreß. In Brüssel fand der Parteitag der belgischen Sozialisten statt. ES wurde beschlossen, an dem Kongreß der zweiten Internationale, der im lommenden Sommer in Gens stallfinden soll, teilzunehmen. Den Hauplpunkt der Tagesordnung bildete die Frage der weiteren Beteiligung am Koalirionskabinett. Auf dem letzten Parteitag Ende November vorigen Jahre» war die Be- teiligung mit erdrückender Mehrheit beschlossen worden. Inzwischen war in verschiedenen BezirkSoraanisationen infolge der sortichrcile»- den Teuerung. Wohnungsnot uiw. die Opposition gegen diese Koa lilionS- Politik gewachsen, deren Ergebnisse für viele Arbeiter eine Ent- täuschung waren. Dennoch erklärte sich wiederum die große Mehrheit deS Kongresses mit 1814 gegen 330 Stimmen für die KoalitronSpolirik, jedoch mit dem Vorbehalt, daß diese Frage am Ende der kommenden Sitzungsperiode wiederum gestellt werden solle, wenn daS Programm deS sozialistischen Er- nährungsminislerS W a u t e r S nicht angenommen würde. Der Haupiredner für die Koalirionspolitit war Genosie deBroucköre, der jüngst in Berlin war und ouS dessen Rede wir folgende für uns inieiessanie Stelle eniiiehmen: Ich war vor einigen Tagen in Berlin inmitten des revolu- rionären Simles. Die uncbi'ängigeii Sozialdemokraten vec- langten eine sozialistische Regierung, welche die Verstaatlichung der Bergwerke durchiühren würde. Ich fragte H r l f e r d r n g:.Und dann? Werden Sie nicht« weiteres machen?' Er erwiderte mir:»Aber wissen Sie denn nicht, daß man zehn Jahre braucht, um die Verstaatlichung der Bergwerke durchzuführen und daß eine Regierung, s o revolutionär i r e auch sei, auch da» praktisch Mögliche berücksichtigen muß?' Diese Worte HilferdingS waren ebenso offen, wie vernünftig- Und wenn die Zeit der Arbeiterregierung, iür die auch wir un» ausgesprochen haben, gekommen sein wird, dann hoffen wir, daß die unabhängigen Minister auch nach diesem richtigen Grundsatz des Thefredakteurs der.Freiheit' handeln werben, rn der Erkenntnt«, daß� eine Regierung mit VetanlwortungSgesühl in vielen Dingen sich praktisch ander« verhalten muß, al« oppositionelle Agi- tatoreu eS sich in Wort und Schrift erlauben dürfen. im Ruhrgebkt. Unbehinderte Nückkehr zur flrbeit! Eine Bekanntmachung Teverings. Münster, g. April. Rerchswehrkommissar S e V e r i n g und der Beschlshaber deS Wehrkreiskommandos ö, Generalleutnant von Watter, haben folgende Bekanntmachung erlassen: Nach Mitteilung mehrerer Behörden haben Tausende von Ar- beitern die vorn Militär besetzten Orte des Industriegebietes v e r- lassen, um sich inS bergische Land zu begeben. Sie be, gründen den Fortzug mit der Notwendigkeit, sich vor den Truppen schützen zu müssen. Hierzu muß erklärt werden: Die Truppe kommt zum Schutz aller Gutgesinnten, sie handelt nicht eigen- mächtig. Sie wird. jetzt nach dem Abschluß der eigentlichen Kämpfe mit den gesetzlichen Mitteln nur gegen diejenigen vor- gehen, die für die Sicherung und die eben hergestellte Ruhe und Ordnung eine Gefahr bedeuten. Die Regierung und alle ihre Organe, die Truppen und Polizei werden gegen die verant- wörtlichen Hetzer und gewissenlosen Führer ein- schreiten. Sie legen aber Wert darauf, daß Irregeleitete oder falsch Unterrichtete aufgeklärt und zurück- gewonnen werden. Die Truppe kommt nicht als Rächerin. sie kommt lediglich, um R e ch t und Gesetz wieder Anerkennung zu verschaffen. Wer nach dieser Zeit der Unruhe aus ehrlicher Ueberz engung seine Absicht, auf ungesetzlichem Wege etwa- zu erreichen, aufgibt und sich zu seiner bisherigen Arbeitsstelle wieder begeben will, wird von der Truppe und Polizei in keiner Weise behindert werden. Im Interesse der Volkswirtschaft und der Arbeiterschaft liegt es, daß die in daS bergische Land Geflüchteten auf ihre Arbeitsstellen zurückkehren. Die Bekanntmachung erklärt, nur die„verantwortlichen Hetzer und gewissenlosen Führer" würden verfolgt werden. Angesichts der Ausschreitungen und Untaten, die in der letzten Woche im Nuhrgebiet vorgekommen sind, ist eine solche Her- folgung notwendig. Nur ist unbedingt darauf zu achten, daß diese Verfolgung den Zivilbehörden unter Kon- trolle der verfassungstreuen Arbeiterschaft vorbebalten und das Militär dabei gänzlich ausgeschaltet bleibe. Auf keinen Fall darf sich die verbrecherische Schmach der Januar- und Apriltage in Berlin bzw. in München wiederholen, es darf kein neuer Fall Liebknecht, Luxemburg oder Landauer vor- kommen. Und vor allem: die Verfolgung der„verantwortlichen Führer und gewissenlosen Verbrecher" muß auch insofern g e- recht vor sich gehen, als die Härte des Gesetzes a u ch d i e- j e n i g e n treffen muß, die aus kastenmäßigem Eigennutz den ganzen unheilvollen, blutigen Wirrwar, der letzten Wochen verschuldet haben. « � Duisburg, 9. April.(Eigener Drahtbericht deS„Vorwärts' In Duisburg haben heute Verhandlungen wegen einer N e u b K- düng der Standgerichte zwischen dem Zwilkommissar uni dem Abschnittskommandeur von Wesel, General von Kabich, stal- gefunden. Die Standgerichte, deren Beseitigung leider nick zu erreichen war, werden nach dem Derhandlungsergebnie in Zukunft sich zusammensetzen ans einem Offizier, einem B� rufSrichter und einer von den Gewerkschaften zu ernennen- den Persönlichkeit. Wenn Gewerkschaftsvertreter wirklich bereit sein sollten, ai. inappellablen Urteilen mitzuwirken, so jedenfalls nur, um die Rechtsprechung nicht ausschließlich Offizieren und Berufsrichtern zu überlassen.- Wenn aber die Beseitigung der Standgerichte „nicht zu erreichen" war, so muß die R e gi e r u n g sie aufheben Kein münsterisches Abkommen? Essen, 9. April.(Franks. Ztg.) Der Abg. Gilnng teilte in einer Zentrumsversammümg mit. daß S e v e r r n g ibm gegenüb«-. auf du» Be'limmteste erklärt habe,«S b e st e b e kein m ü n st«« risckeS Abkommen: es Hobe sich am Zl. März in Münsier lediglich um unverbindliche Besprechungen gehandelt. O Dr. B. Stern-Essen, Redaktrur der unabbängigen.Volkswach. in Essen, ickickl un» zu dem Artikel.Unabhängige und Neichstb.. einmarich' folgende Depeiche au» Barmen:.Die Meldung, dnj ich jemal» um Einrücken von RegierungSlruppen ersucht hätte, vollständig auS der Luft gegriffen. Ich habe im Vorrücken der Truppen immer ein furchtbares Verbrechen am deut'chen Volk ge sehen'. Wir müssen eS unseren Geivährstnämiern überlassen, fi t hierzu zu äußern. Rumänischer Militarismus. Kinder als Hochverräter. Budapest, S. April..Ung. Telegr. Korresp.-Bureau. T rumänische Kriegsgericht begann am 29. März die Verhandlung. Hochverratsprozeh gegen den Jugendverband in T e m e S v a r. An geklagt find 44 Personen, meist 16- bis 17jährlge Studenten. Ti. Anklage lautet aus Verschwörung gegen die innere Sicher- he! t deS rumänischen Staates. Nach der Anklageschrift sollten die rumänischen Truppen in TemeSvar in der Nacht vom 10. zum 16. Februar entwaffnet werden. Die Unfinnigkert der Anklage geht auS der Tatsache hervor, daß in den Jugendverband nur 17- bis 18jährig« Studenten aufgenommen wurden, die durchaus un- fähig gewesen wären, die rumänische Garnison zu entwaffnen. Tie Angeklagten erklärten übereinstimmend, daß sie das Geständnis bei Gendarmerie und Untersuchungsrichter nur nach fürchterlichen Foltergualen abgelegt hätten. Der Vorsitzende, ein rumänischer Oberst, bemerkte ironisch, ob der vielgepriesene Mut der Ungarn nur so weit reiche, daß sie sich durch Mißhandlungen zu beliebigen AuS- sagen verleiten ließen. Auf die Entrüstung der Zuhörerschaft drohte der Vorsitzende jeden, der eS wage, sich über das Vorgehen der Nu- mänen abfällig zu äußern, vor ein Kriegsgericht zu stellen. sselz. Ter Plaucner Vollzugsausschuß hatte sich gegen die Hölzerei ausgesprochen, blieb aber in einigen Versammlungen in der Minderheit, trat ab und wurde durch einen Aktionsausschuß ersetzt, der eine Rote Garde ausstellen will. Die Dresdener Regierung will Reichswehr entsenden. Die deutschen Schlachtschiffe Oldenburg uud Nassau, als Teil der noch auszuliefernden KrlegSjchtffe an England, sind ausgeliefert worden. Immer noch königlich ist die Kreiskasse in Luckau. wie uns eine Reihe von Briefumschlägen beweist. Der hohe.kgl.' Bureaukrat ist ein Herr Zipierlein, der durch sein schroffes und anmaßende« Be- nehmen schon manchem EehallS» und Rentenempfänger das Lebe» sauer gemacht hat. OewerMastsbeVegung Die Gelöentwerwng unö Sie Hewerkschasten. Die in den letzten anderthalb Jahren außerordentlich erstark ten Gewerkschafben leiden unter der Geldentwertung in ebenso star kem Maße wie der Haushalt des Arbeiters. Angestellten und Be muten. Wie die letzteren, so vermögen auch die Berufsorganisation nen mit den bisher üblichen Mitgliederbeiträgen ihre Verpflichtun. gen gegenüber ihnen Organisationsangehörigen nicht mehr zu er- füllen. Nicht allein, da die Ausgaben für sämtliche zur Führung der Organisationsgeschäfte notwendigen Materialien, für die Gewer!- schaftSblätter, die Fahrgelder der Eisenbahn usw. enorm gestiegen sinib, erheischen auch die Unterstützungssätze bei Streiks, Krankheit?- fällen und Arbeitslosigkeit dringend eine wesentliche Erhöhung. Es geht nicht an, daß in einer Zeit, in der alle Gegenstände des täglichen Bedarfs um das Vielfache im Preise gestiegen sind, die Organisation ihren Mitgliedern im Bedarfssalle mit den bisher üblichen Unterstützungssätzen aufwarten kann. Da? hieß« den Zweck der Unterstützung, die Organisationsgenossen über Zeiten der Not hinwegzubringen, völlig verkennen. Daneben darf ein« jederzeit aktionsfähige Gewerkschaft die Sammlung eines erforderlichen Kampffonds nicht aus dem Auge verlieren. Infolge des ungeahnten Wachstums fast aller Berufs- organisationen ist der Vermögensanteil, Pro Kopf der Mitglieder berechnet, sowieso gegen früher geringer geworden. Er würde sich noch mehr verringern, wenn unsere Gewerkschaftsleitungen nicht dasselbe Prinzip zur Anwendung brächten, welches in jedem HauS- halt zur Anwendung kommen muß, nämlich die steigenden AuS- gaben mit erhöhten Einnahmen in Einklang zu bringen. Eine be- trächtliche Anzahl Gewerkschaften erheben bereits seit einiger Zeit erhöhte Mitgliederbeiträge, andere sind dabei, solche einzuführen. Der lange Jahre Organisierte wird eine solche Beitrag?» erhöhung als etwas Selbstverständliches betrachten, während der noch ungeschulte und erst kurze Zeit der Organisation angehörige OrganisationSgcnosse darüber murrt, wenn nicht gar seinen Aus- tritt auS derselben erklärt. Ihm ist es noch nicht klar, daß der Beitrag, den er der Organisation entrichtet, das Fundament dar- stellt, womit die Organisation seine und seiner Berufskollegen Sebenshalwng sichert und bei geeigneter Zeit verbessert. Wer daher an seiner wirtschaftlichen Sicherstgllung sowie an der Verbesserung der Lage seiner gesamten Berufskollegen interessiert ist, muß die Gewerkschaft hochhalten, mutz ihr aber auch die Mittel bewilligen, die sie benötigt, um ihre Aufgaben gegenüber der Gesamtheit er- üllen zu können « Erhöhung des Beitrages im Gemeinde- und Staats- arbciterverband. VerbandZvorstand und VerbandSauSswuß obiger Organisation interbrcitcn einer vom 2. bis 8. Mai 1920 statifindenden Urab- iimmung folgende Neuregelung der Wochenbeiträge zur Beschluß- nssung: Der wöSentliibe Beitrag beträgt für Mitglieder mit einem Polbenverdienst> bis einschließlich 30 M.... 0,50 M. 60,... 0,80. SO.... 1.20. über SO M........ 1.70. Die Unterstützung ioll bei einem Wochenbeiirag von 50 Pf.— 20 M.. 80 Pf--- 30 M.. 1,20 M.--- 45 M.. 1,70 M.---- 60 M. pro Woche belragen. Zu dieser Unterstützung erhält jede? Mitglied für jedes feiner Fürsorge unterstehende Kind unter 14 Jahren einen Zuschuß von 2 M. wöchcnllich. Die gesamte Unterstützung darf drei Viertel des zuletzt bezogenen Arbeitslöhne? nicht übersteigen. Tarifbewegung Ser Groß-öerliner kommunale« Hilfskräfte. Di« AngestelltenauSschußmitgl-.eder der bei den Groß-Berliner Geineinden beschäftigten Hilfskräfte hielten am gestrigen Freitag in der Brauerei Bötzow eine Vollversammlung ab, um zu den schweben- den Tarrfverhandlungen Stellung zu nehmen. Den Bericht über den Stand der Verhandlungen erstattete Borkert vom Zentral- verband der Angestellten. ES wird zurzeit über einen Manteltaris für die Hilfskräfte der Groß-Berliner Gemeinden und über einen Gehaltstarif der Hilfskräfte m Groß-Berlin verhandelt. Neben er- höhten festen Gehältern wird die Gewährung einer beweglichen Teuerungszulage verlangt, die in dem Tarifvertragsentwurf auf 350 M. für Verheiratet« und 230 M. für alle ledigen Hilfskräfte pw Monat festgelegt ist. Diese Teuerungszulage soll all« Mo- nate durch den Tarifausschuß nachgeprüft und, fall? sich die Preise der Lebensmittel usw. um mehr als 5 Proz. erhöht haben, ebenfalls entsprechend erhöht werden. Da die Tarifverhand- lungen mit dem Magistrat Berlin voraussichtlich kaum bis zu Ende dieses Monats etlcdigt sein werden, ist mit dem Berliner Magistrat «in Provisorium dahin vereinbart worden, daß ab 1. April die bisherige Teuerungszulage für Ledige über 18 Jahre um SO M., die für Verheiralete um 12S M. und für jedes versorgungsberechtigte Kind um 10 M. pro Monat erhöht werde. In der lebhasten AuS- spräche wurde scharte Kritik an den Sätzen desTarifvertragSentwurfs geübt, besonders von den Vertretern der Vororte, die höhere Gehalts- sähe beziehen. Nachdem H e i n r i ch t und K ü l tz namenS der Tarifkommission für len Tarifvertragsentwurf eingetreten waren, wurde über die eingelaufenen Anträge abgestimmt. Es wurde ein Antrag angenommen, der verlangt, daß die im Tarifvertragsentwurf vorgesehenen Gehaltssätze um 400 M. pro Monat erhöht werden sollen. Weiter wurde beschlossen, daß Nutznießer deS Tarifvertrages nur Mitglieder der freigewerkschastkichen Angestellten sein sollen. Annahme fand auch ein Antrag, wonach den Krieg? teilnehmern hinsichtlich des GehaltcS und des Urlaubs zwei Krieg? jähre angerechnet werden sollen. Abgelehnt dagegen wurde ein An- trag, den Ledigen dieselbe Teuerungszulage zuzubilligen wie den Verheirateten. Wie wirkte die Technische Nothilfe. ES ist allgemein bekannt, daß infolge deS Eingreifens der Tech- nischen Nothilfe aus Anlaß des letzten Generalstreiks ungeheure Werte vernichtet wurden. Das ist erklärlich wenn man bedenkt, daß sich zur Verrichtung der Notstandsarbeiten zahlreiche Elemente bereit erklärt batten, denen jede Fachkenntnis fehlte. ES blieb kürzlich dem„Berliner Lokalanzeiger" vorbehalten, über das Wir- ken der Technischen Nothilse im Gaswerk Schöneberg ein Loblied anzustimmen. Durch das„tatkräftige" Eingreifen der Technischen Nothilfe sollen Werte von ungeheuren Millionen gerettet und das Werk mit H'.lfe von Studenten der Technischen Hochschule, Oberlehrern, Pro- fcssoreu, Ingenieuren, Kausleuten, Beamten und sonstigen Per- tretern des Bürgertums in Betrieb gehalten worden sein. AuS den Kreisen der Belegschaft deS Gaswerks Schöneberg wird uns hierzu mitgeteilt: Bei der Arbeitsaufnahme fand die Arbeiterschaft da? Werk in einem Zustande vor, der jeder Beschreibung spottet. Nicht Men- schen, sondern Vandalen mußten im Werke ihr Unwesen getrieben haben. ES hätte nur noch weniger Tage des Wirkens der Tech- nischen Nolhilfe bedurft, um das ganze Werk für geraume Zeit be- triebsunfähig zu machen. Sämtliche Unterfeuerungen der Oefen waren vollständig verschlackt und das Feuer im Verlöschen. Werk- zeuge, wie Haken, Schlangen, Vorleqeersen usw., waren ausnahmslos verbrannt und verbogen. Brauchbares Handwerkszeug war nicht mehr vorzufinden. Ebenso wüst wie im Dfenhause sah eS im Maschinenhause auS. Die Speiseräume der Arbeiter und die Kan- tinen starrten vor Schmutz. Im Umkleideraum« fehlten verschiedene Gegenstände. Die Spinde der Arbeiter waren erbrochen. Zahlreiche Bekleidungsstücke kehlten. Auch der Kantinenwirt hat duich den merkwürdigen Eigentumkbegrift der Technischen Nothilfe Schaden erlitten. Damit nicht genug. Im Werte selbst fehlen mehrere lederne Treibriemen und zahlreiches Werkzeug von beträchtlichem Wert«. Die? aus dem Gaswerk Schöneberg. In sämtlichen von der Technischen Nothilfe heimgesuchten Wer- ken hat man das gleiche feststellen können. So geht uns auS dem Charlottenburger Gaswerk folgende Schilderung zu: Das Gaswerk bot einen wüsten Anblick Wände, Tische und Bänke waren beschmiert. Drei lederne Treibriemen("darunter ein Riemen von 26 Meter Länge und 19 Zentimeter Breite) waren verschwunden, zahlreiche Messtngteil« sind von der Technischen Not- Hilfe gestohlen worden. Im Umkleideraum der Arbeiter hat man zahlreiche Svinde aufgeschlagen und au? diesen Spinden Kleidung?- stücke sSchuhe, Anzüge usw.) entwendet. Die unsachgemäße BeHand- lung der Oefen hat zu beträchtlichem Schaden geführt, so daß Re- paraturarbeiten in großem Umfange notwendig waren. AuS weiten Kreisen der Arbeiterschaft gehen die gleichen Klagen über die Teckmischie Nothilfe bier ein. Da? Sündenregister könnt« noch um manche Zeile verlängert werden. In den unterrichteten Kreisen ailt eS als feststehend, daß die Tecknische Nothilf« bei dem Generalstreik versagt hat. Bei einem Andauern des Streiks hätte sich dies in kürzester Zeit bemerkbar gemacht. Aus der Technischen Nothilf« ist eine— Tothilf« geworden. Erwähnenswert erscheint uns aber noch die Tatsache, daß die „Vertreter deS Bürgertum?" während ihrer Arbeitertätigkett einen Stundenlohn von 6 M. neben frei? Beköstigung erhielten. Die Ar- beiterschaft erhält aber bei weitem niedrigere Löhn«. Diese Schilderungen auS ArbeiterkreUen beweisen mit aller Deutlichkeit, wie notwendig es ist, daß die Arbeiterschaft bei solchen großen Ausständen die Notstandsärbeiten selbst ausführt. Sie dient dadurch nur ihrer eigenen Sache. Slerbnnd de? Poft- und?elegrapbenversonal» tMitgliedschast Im Deutschen TranSportarbelter-Berbandt Poilboten. Postillone, Anwiirler, Poslhelser.-belsciinnen. Polt- und Telegravbenarbeiter, sugentliche Tele- grammbefteller und Reinemachefrauen vom gesamten OberpostdlrektionS- bezirl Grog.Berlln. Sonntag, den 11. Avrtl, vormittags 10 Uhr, im Ee- werkschastshaus, Enzelufer 14/15(großer Saal): Seklio rZ-iNitglieder-Ver- tammlung._ parteinockrickten. Die diesjährige Maifestzeitung wird aus gutem Papier mit vielen Bildern in Tiefdruck ausgeführt sein und ist von der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 2. zu beziehen. Einzelverkaufspreis 50 Pf., für Organi- sationen und Händler 80 Pf. Die örtlichen und Bezirksorgani- sationen sowie Händler wollen bei der Buchhandlung direkt und umgebend bestellen, da die Auflage nur beschränkt und infolge der Papiernot ein Nachdruck unmöglich ist. Zur Maifeier gibt der ZentralbildungSauSschuß ein Pro- gram m Heft heraus, das»inen Vortragsgrundriß für eine Fest- ansprach« vom Genossen Dr. Braun, außerdem vier Festpro- gramme für groß- und kleinstädtische Verhältnisse, eine Anzahl ge- eigneter Gedichte sowie Erläuterungen über Form und Organi- sation der Feier enthält. Das Heft ist gegen Voreinsendung von 1,10 M.(einschließlich Porto) durch den ZentralbildungSauSschuß Berlin SW 68, Lindenstr. 3, zu beziehen. Parteitag für den Freistaat Danzig. In der letzten Wocke kand in Danzig für den Frefttaat Danzig ein Parteitag statt, auf dem 40 Delegierte rund 8500 Mitglieder vertraten. Heber die politische Lage nahm der Parteitag ein Referat des Genossen Zint entgegen. Die Genossen im Mutter- lande wurden wegen der ihnen gelungenen Niederwerfung des Kapp-Putsches beglückwünscht. Die Parteibeiträge wurden auf 40 Pf. kür männliche und 25 Pf. für weibliche Mitglieder erböbt. Der 1. M a i soll auf jeden Fall durch völlige ArbeitSrube begangen werden. Der Landesvorstand wurde beallstragt, bei den zuständigen Stellen auf Erklärung des 1. Mai als gesetzlichen Feierlag hinzuwirken._ Die schweizerische Sozialdemokratie ist der dortigen Jugend- organisation zu gemäßigt. Sie hat ihren Austritt und ihren An- schluß an Moskau beschlossen. OirtpHaft Weitere PieiSsenkung a« Produktenmarkt. Amtlich notierte Preise der Berliner Produltenbörse am 9. April: Hafer für 1000 Kilogramm loko—, auf Abladung 3500— 3360 M. ab Station. Tendenz weichend. Nichtamtlich find folgende Preise ermittelt, alles für 50 Kilogramm ab Station: Erbsen, Bikloriaerbsen 350—460 M., gelbe und grüne Erbsen 250—350 M., Peluschken 170-180 M., Pferdebohnen 170-130 M.. Wicken 150 bis 160 M., Lupinen 82—85 M., Seradella 80—85 M., Wiesenheu, lose 44—46 M., Stroh, drabtgepreßt 22—24 M., gebündelt 18—20 M., T r o ck e n s ch n i tz e l 8g— 91 M., Patent Steffen 108-110 M._ Fünfzigjähriges Bestehen der Deutschen Bank. Für das Emporkommen und die Stellung der Deutschen Bant im Wirtschaftsleben war es von Bedeutung, daß in ihr S t a t u t die Pflege eines Sondergebiets aufgenommen wurde:'„Die Heber« zeugung. daß zur Förderung und Ausdehnung der deutschen über- seei'chen Beziehungen in Deutschland Banken entstehen müßten mit der Aufgabe, die durch den direkten überieeischen deutschen Warenverkehr bedingten Geldrransaklionen zu vermitteln und den deutschen Handels- und Jndustriestand rzi dieser Beziehung unabhängig von Franlreich und England zu machen, führte im Anfang des Jahres 1869 zu dem Plan, zu diesem Zweck ein Bankinstilul ins Leben zu rufen." Am 9. April 1870 wurde der Betrieb der Bank in einem kleinen cemicleten Lokal in ler Französischen Straße eröffnet. Das ge- steckte Ziel war schwer zu erreichen. Die Hindernisse bestanden in der überragenden Vorherrschaft des englischen Geldmarktes, in der Zersplitterung der deutschen Währung und in dem Fehlen einer deutschen Banlvertreiung in London. Da nach eng- lischem Recht deutsche juristische Perjonen in England al« solche nicht anerkannt wurden, sicherte sich die Deutsche Bank eine starke Beteiligung bei einem von ihren Freunden errichteten selbständigen Institute in London, der German Bank of London Lid. Doch auch im Inlands selbst machte fich die Z er sp litte- rung der deutschen Währung störend geltend. Soll!« das überseeische Geschäft mit Erfolg betrieben werden, ft> waien eigene Vertrelungen der Bank an den Seeplätzen erforderlich. Es wurde deshalb 1871 der Betrieb der Filiale in Bremen und zu Beginn des Jahre? 1872 derjenige der Fiiiale in Hamburg eröffnet. In- zwischen hatte sich die Schwieiigkeit der Einführung der deutschen Baima aus den überseeischen Märkten dadurch verringert, daß mit Sicherheit mit der Annahme des Gesetzes gerechnet werden konnte, welches die deutsche Münzeinheit auf Basis der Goldwährung in Kraft setze» sollte. Die Bank hielt den Zeit- Punkt für gekommen, die Eröffnung von Filialen in Schanghai und Dokohoma vorzubereiten(1871). Die mit Ostafien arbeitenden lontinentalen Firmen gewannen so die Möglichkeit, ihre Geschäfte in d e u t s ch e r Valuta abzuwickeln. Allein der Kreditverkebr im RembourSgcschäfl begegnete der Schwierigkeit, daß die von Ostasien gezogenen Tratten infolge der Verkehrsverhältnisse meist eine Lauf- zeit von sechs Monaten hatten und in Deutschland nicht diskontiert werden konnten. Es mußte daher dieser Teil des Remboursgeschäfts über London geleitel werden. Die Deutsche Bank bielt sich vom GründnngSgeschäft fern. Sie erhöhte aber ihr Interesse ant I ndustriegeichäsr dadurch, daß sie sich an der Hmiormiing der Deutschen Ediiön- Geiellschaft für angewandte Elektrizität in die allgemeinere Zwecke verfolgende„Allgemeine ElektrizitätS- G e« e l l- s ch a f l" beteiligte. AuS dem Zusammenwirken der Deutschen Bank mit der Siemens u. HalSke 21.-G. ist die für das Berliner Verkehrs« Wesen so bedeutsame Hnternehmung der Geiellschasl tut elektrische Hoch- und Hntergrundbabnen im Jahre 1897 entstanden. Die Zahl der Beamten und Angestellten vermehrte sich in fol- gender Weise: 1895.... 1 255 Beamte und Angestellte 1900.... 2063 1905.... 8 693 1910.... 6816 . 1915.... 10 120,,' 1918.... 13529 jetzt.... 14400 Wie die Deustche Bank mineilt, wird an die Angestellten eine JubrläumSgabe gezahlt in Höhe eines doppelten Monats« gehalts. Angestellte, die weniger al? ein Jahr bei der Bant läng find, erhalten ein Monatsgehalt, Pensionäre und Pension beziehende Witwen und Waiien den Betrag einer JahreSpensio» bis zum Höchstbetrage von 6000 Mark. Außerdem wird der nächsten Generalversammlung der Antrag unlervrettet werden, einen JubilSumsronds bis zun Höhe von 10 000 000 Mark anzusammeln, dessen Mitlel dazu dienen sollen, Beamten, die mit PensionSbezug in den Ruhestand treten und Witwen und Waisen von Beamten, denen künftig Pensionen bewilligt werden, Beihilfen zukommen zu lassen, um ihnen den Hcbergang in die veränderten Verhältnisse wirtschaillich zu erleichtern. AuS den M tteln des Fonds sollen serner in bestimmten Fällen Zu- Wendungen an noch tätige Beamte gemacht werden. Zur Verwaltung deS JubiläuinSfondS werden Mitglieder der Beamtenschaft hinzugezogen. Berantw. für den redaktion. Teil: Atta« gicklce, Charloitenbur»: für Anzeiqen: lh. Siecke, Berlln. Verlag: Borwärta-Berlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckerel u. Verlagsanltalt Paul Einger u. Co. Berlin, Lindenstr. 3. Sien» 1 BeUagc '7 Trauringe Dukatengold 900 gest., 14 kar. 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