Nr.l84.S7.I-hrg. Bezugspreis t S ecteliii�cUSl�— 3RL.monati.T,— Sit frei in» Hon», voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 7,— Mt. exll. Au- itellunzsgebilhr. Unrer Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn U>2i Ml» für das übrige Ausland 1150 Mt» bei täglich eirtmot Zustellung 12 50 Mt Poübesiellungen nehmen an Dänemarl. Holland, üuremburg, Schweden und die Schweiz. Ein» getragen in die Voü» Zeitung»- Preisliste. 0er.Vorwärts' mit der Sonntags- beilage.Vol! u. Zeit' erschein» wachen-» lägltch zweimal. Sonntag» einmal. Teiegramm-Adreffe: �So,taid«n,otrak Serlia' Abend-Ausgabe Vevliner volksbleltt (20 Pfennigs AuzeigenpretS: Di? aidtgespaltene Nonpareillezeile ioitel 2.50 M., Teuerungszuschlag 50«/» »Ule.ue Anzeigen', das lett- gedruckte Wori 75 Pfg.(znläffig zwei fettgedmickte Worte), jedes weitere Wori 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Wort 55 Pfg» iedes weitere Wort 40 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50«/» Familien- Anzeigen, voiitifche und gewerlschastliche Vereins» Anzeigen 2.— ML die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nach st e Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 58, Linden- straste 3, abgegeben werden. Deöffnet von g Uhr srüh bis 5 Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcmokrati fcben partei Deutfcblande Reöaktion und Expedition: SW. 6$, Linden str. 3. iferniörerfier: Amt Moritzpla«, Nr. 1älv0— 1SlS7. Sonnabend, den 10. April 1V20. Vorwärrs-Verlag G.m.b. h-, SN. 6$, Lindenfit. 3. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Ar. 117 53—34. mmaammmmamassBmmmmBmmmmmmammmammKatmmmmm Milleranö will sich verantworten. Paris, 10. April. Wie die Havasagentur berichtet, wirb Millerand am Montag vor der Kammerkchnmission für auswärtige Angelegenheiten gehört werben. Millerand wird zur gegebene« Zeit m der Kammer eine öffentliche Erklärung abgeben. Weiter meldet Havas, daß der französische Botschafter in London beauftragt wurde, der britischen Regierung die Antwort der französische« Regierung auf die ihr am Donners. tag zugekommene Note übermitteln. Millerand hat dieses Doku» ment gestern nachmittag dem englischen Botschafter in Paris, Lord Derby, zur Kenntnis gebracht. Neue Note Deutfthlanüs. Paris, 9. April. litärische Bedrohung bedeuten. Die französische Regierung hat sich aber nicht e'mnal die Mühe genommen zu behaupten, daß eine selch: Bedrohung vorliege, sondern sie bat nnsinni- gerweise erklärt, eine„Offensive gegen die Arbeiterschaft" verhindern zu wollen. Dazu aber hat sie nicht das mindeste Recht. Die deutsche Arbeiterschaft will auch, wie gesagt. ryrer Zilss ntc�t da? minösste wissen, sie steA dem spring- lebendigen französischen Militarismus mit demselben Haß und derselben Verachtung gegenüber, wie dem verendenden deutschen. Die französische Regierung hat„unter dem Druck der Militärpartei" aber noch mehr getan. Sie hat die Völker- bundakte verletzt und dadurch den Widerstand ihrer f r ii b e r e n V e r b ü n d e t e u auf den Plan gerufen. Sie hat durch ihre eigenmächtige kriegerische Handlung Frankreich in eine Lage versetzt, in der es nach dem strengen Wortlaut des Vertrages wirtschaftliche und sogar militärische Gegen- maßnahmen des Völkerbundes zu gewärtigen hätte. Wenn nun diese Suppe auch nicht zu heiß gegessen werden wird, jedenfalls ist die weltpolitische Isolierung Frankreichs in diesem Augenblick so gut wie vollständig. Die französiscke Republik, der bei Beginn des Weltkrieges die Herzen aller Völker zuflogen, ist jetzt in Gefahr, ihren letzten Freund zu verlieren, wenn sie sich nicht vom„Druck der Mili- tärpartei" befreit. Wir haben in den letzten Wochen drei Sorten von Mili- tarismus an der Arbeit gesehen: zuerst den deutschnationalen, dann den kommunistischen, zuletzt den französisch-chauvinisti- schen. Es war in allen drei Fällen dasselbe Schauspiel: G e- walt ohneBerstand. Und es war in allen drei Fällen derselbe Erfolg: eine Blamage ohnegleichen, die nur lächerlich wirken würde, wenn sie nicht so entsetzlich viel Elend zur Folge gehabt hätte. Woraus sich die Lehre ergibt, daß sich die Völker, voran das französische und das deutsche, vom Druck jeder Militär- Partei befreien müssen, der deutschnationalen, der französisch- nationalen und auch derkommunistischen, die da der- meint, die soziale Frage mit Handgranaten lösen zu können. Berge von Trümmern! Und auf ihnen hockt grinsend das alte Gespenst: der Aberglaube der brutalen Gewalt, die m i- l itar ist ilfche Besessenheit! Hroß-Vahltagl Erleichterung der Wahltätigkeit. Aus SÜddeortMand tnWb««Z geschrieben: Der NvtwnlMcrsamwnIwng lieyem Gssetzontwürfe vor über die Wahlen dos RelchSprSfldenkcn und des Reichstages, auch über VvNSeiilscheidung und VoNsaIbstimimun>gen. Preußen und Bayern, auch andere Länder haben Wahlordnungen für ihnv LandeSver- samnÄungen zu boschKesien und bccrm Rauwaihlen auZs uschreilben. Wir haben Bezinks-, DistriW- und Gemeinder cite, die je nach LandcSbrauch verschiedenen Namen tragen, vielfach neu zu tvcrhleit. Mit vcÄen Segeln sichren toir in die reinste Demo- krwtie. Je m«!hr alle öffenillichon Körperschaften demokratisch ein- gerichtet find, desto häufiger tritt an die Wähl« und Wählerinnen die Verpflichtung, zur Wahlurne zu sckmtieu. irm über die Zusammensetzung der öfsenltlichen Körperschaften und auch über den Inhalt d« Gesetze zwitzuentschsjden. Während es Bismarcks Be- mühen war, den Antoil des Volkes aller öffentlichen Angelegen- heilen w selten wie möglich in Erscheinung treten zu lassen, ergibt sich aus dem Wesen der Demokratie eine starke Inanspruchnahme der Wählerschast. W« in der Schweiz gelebt hat od« w« auch nur regelmäßig eine Schweizer Zeitung, sei«S auch nur ein Blättchen aus einer einsamen Talschaft, Lest, weiß, wie häufig die Wähler in der Schweiz zur Entscheidung über eidgenössische, kantonale und gemeindliche Parlamente zur Wahlurne berufen werden. Hierzu kommen in der Schweiz noch zahlreiche durch Bundes, oder Kantonal-BcUfaffung oder Gvmeiudestatut vorgeschriebene Volks- abstünmungen. Daß diese ständige Heranziehung der Wahldersch- t igten zur Mitentscheidung im öffentlichen Angelegenheiten im höchste:: Maße politisch«zieht, steht außer allem Zweifel. Aber es wäre verfehlt, die Schweißer Demokratie mit ihr« mehr als SWjährigen Gelschichte, mit ihren LanldSgemeinden und regelmäßigen VolkSalbstmnmungen unserem Wolke gleichzusteAIen, das sich langsam an die Rechte und nicht leicht an die durchaus nicht geringen Pflichten zu gewöhnen hat, die die Demokratie „7 97 S", Schauspie! von Karl Sternheim. Kleines Schauspielhaus. Ein Schriftsteller, dem die Kenntnis d« deutschen Friedens- zeit nicht versagt war. wollte setine Ahnung vom Krisenjahr 1Sl3 kassandrisch, satirisch, nationalökonomisch, theologisch sogar uind ein wenig nach dem Gefühl deweisen. Was er 1S13 regierend sieht, ist Kapitalismus, gemildert durch hohen Verstand und Willen, ge- mildert durch vertrodteten, e:«glisch eingekleideten und französisch näselnden Sochadel, bekämpft endlich durch deutschnational cn, int«nati«ral auch und idealistisch schwingenden Sozialismus. Die Schlagworte und Menschen von 1l>13 werden in Gold und Schn�oddrigkeft und Pathetik eingefaßt. DaS Ergebnis ist eine Komödie von zwei unterhaltend sprühenden Aufzügen, die den Dichter rechtfertigten und ein sehr grobes, fast dileftanttsch aufge- lnutes Schmierenibühi den Nachspiel. Dies« mißlungene dritte Akt ist nun für den Beobachter SternheimS gerade am merkwürdigsten. Vorher ist« ein sehr geschickter, vom Fortschrift begünstigter Schüler seiner Msst. In die große G-esellsckxrftstragik will der drifte Alt empor. Der Dramatiker, der zum Mächtigeren trachtet, wird ganz kindisch, kurzsichtig und vom guten Geist, vom guten Ge- schmack auch verlassen. Der Humdtttmillionenmiann, Exzellenz von Schlot und Esse, ist ein Kraftmensch, ans sich selbst alles» mt dem stößigsten Geburtstag bedroht vom Schlagfluß darum auch, obwohl« ein Jünglingsstreit« sein mochte. Streit gegen die eigene Tochter, die ikm: dte Macht nehmen ngd seine immerhin proletarisch angesteckte Fina:,."baronSmorail ins Feudale fortpflanzen und übertrumpfen will. Solche seit Friedrich Nietzsche nicht selten erfundenen Kraft- menschen sollen nach dem Glauben des Auslandes und der Femtllftenredakteure Deutschland sehr zahlreich bevölkert haben. Solche Männ« mit der eisernen Faust, mit d« BiSmarckerinne- rung u nd dem Klubsesselpark hoben bei Sudermann und bei Keffer einen Sekretär, der ins Rote abfärbt, und eine Tochter, die auf bestem'Wege ist, diese Farbe und den Sekretär in ihr Herz zu schließen. Solchem Manne werden auch Prinzen als Gäste, Idioten Willen! Wir stehen im Wichen der höchsten Konzentration, die Zusirmmenlegung der Wahlterminö, darum wünschen wir«neu die Zusammenlegung der Wahltermine, darum wnüschen wir«inen Großwahftag, der der Sozialdemokratie zum großen Siegestage ausschlagen möge. dung sein. Darum kippt d« Finonzbaron, vom Schlagflusse ge- fällt, um, da seine Weltanschauung auch umkippt. ES wäre theaterlog-isch, daß nun der ideaftsftsche Sekretär und das rötlich an- gehauchte Fräulein mit der Nftllionenerbs chast cm die frische Lust springen und Juchhe singen. Sternheim läßt den Sekretär, Mi- rabeau ähnlich, vor seinen Freunden und vor dem Spiegelglas und vor sich selb« auch umknicken; leid« nur moralisch. Der Se- Ivetär, der zur Erlösung des deutschen Geistesadels abgeholt werden soll, zieht von ungefähr einen blauseidenen AbölStr ottelrracht- anzug an. Er selb« glotzt sich nur ein wenig in der Maske an. Die übrigen nehmen das alles schw« ernst und symbolisch. So geht auch der Sekretär drauf. Er ist wahrscheinlich moralisch wt. Ins Heftige, ins unbeschrien und unqescknvackt Moralische will Sternheim ohne Prinzen hinauf. Seine Mittel werden die Mittel der Schmiere. Die Farben, die Lichter, die Gegensätze, die Schatten, die er zum Schlüsse einträgt, sind nicht anders. Albert Bas s ermann wäre dem gerstigen Dvagon« und Finanzboamarbas wohl gewachsen. Er bringt schon die gemate Schiagflußmagik auf. Darum ist ab« kein Grund, daß« sich selber und sein« immer tauber werdenden Zuhöv« ntederbrüllt und mit Fäusten zertromimelt. Hubert von Meyerinck und Georg Alexander spielen Episoden als Routiniers der Eselei. Das ist leicht und bringt Erfolg, das kann ab« auch taftvoll« ge- macht werden. Herr Wilhelm Kaiser, der den Sekretär spielt, isi in seinen schauspielerischen Mitteln beengt. Gr zeigt seinen Plan, nicht di« Gestalt. Frau Roma Bolm-Martin gewinnt als rütsich schillernde junge Dame durch eine Verständigkeit des Stiles, die anmutig wirft und ermunternd. Max Hochdorf. „Das paraöies* von Nehfistb. Neues Volkstheater. Dies Drama eines jungen AniorS ist in manckerlei Hinsicht typisch für die Tendenzen der jüngeren literarischen Generation, im schwankenden Umriß symbolischer Bilder Zeugnis abzulegen von dem. was hohen Hofinungen und Träumen als Ziel der mensch« lichen Entwicklung vorschwebt. Freiheilsgedanken, die zu d« ve- volutionären Bewegung in irgendein« Art Beziehung stehen, v«- weben sich mit schwebenden Bisionen einer Sehnsucht, die über alle Schranken gegebener Wirklichkeit hinausdrängt. Ob solche schwei- sende Begeisterung den Weg zur plastischen Kraft des Kunstwerks finden wird, bleibt abzuwarten. Tie Aufgabe ist riesengroß, und scheint, wenn überhaupt in Formen philosophischer Dichtung, noch imm« eher lösbar, als mit dem schweren Rüstzeug dramatisch« Verkörperung. Einstweilen herrscht d« Eindruck einer nnbesttmm- ten Gärung vor. Das galt auch von den Szenen d« Rehfischschen.Tragödie�. Kein« d« jungen Leute aus diesem Paradies, in welchem das Er- scheinen EvaS Zwietracht stiftet, vermag mit seinen großen Wor- ten lebendigen Nachhall zu«wecken. Es ist, als ob man Abge- schieden««den hörte. Nirgend» ein Ansatz»u zwingendem Zusammenhang und fester Chancckteristik. Tolstoi sche Idee» eine» Die vorgange in Kasse!. Eine Entgegnung des MilitärkommiffarS Genosse» Greszinski. Genosse Greszinski schreibt uns: „Zu meinem Bedauern bin ich genötigt, zu der Zuschrift des Reichswehrministeriums im heutigen Morgenblatt des„Vorwärts"' mit ein paar Worten Stellung zu nehmen. Mir scheint, daß ein von der Reichsregterung— unterzeichnet E be r t, N o s k e— zum Reichs-Milflärkommissar für den Be- zirk Freistaat Hessen, Thüringen und Provinz Hessen-Nassau be- stellter Mann nicht jeder xbcliebigc ist, und daß auch die Reichs- regierung sehr wohl anzunehmen verpflichtet ist, daß ein: von diesem ReichSkommsssar an den Reichspräsidenten gerichtetes Telegramm nicht„aus dem leeren Bauch heraus" und auch wicht auf Grund von momentanen Stimmungen verfaßt ist, sondern ihm Tatsachen zugrunde liegen. Es wäre also sehr naheliegend gewesen, wenn das Reichswehrministerium, ehe es an mich telegraphierte, mir Gelegenheit gegeben hätte, mich zu dem Vorttag und zu de» „dokumentarischen Unterlagen" des ReichswehrgruppenkommandoS wenn nicht hinzugezogen, so doch nachttäglich, aber vor der Eni- scheidnng, gehört hätte. Wie sehr das notwendig gewesen wäre, zeigen ja die inzwsschen erfolgten Veröffentlichitngen im„Vorwärts". In der Zuschrift des Reichswehrministeriums heißt e», daß der Reichspräsident und d« Herr Reichswehrminister zu dem Resultat gekommen seien, daß in bezug auf das militärische Vor- gehen die Ansicht des ReichswehrgruppenkommandoS die richttgs gewesen sei. Wie man das heute noch schreiben kann, ist mir allerdings unerfindlich. Ich erlaube mtt immerhin die Anftage, ob in den„dokumentarischen Unterlagen" auch d a sfti m„Vorwärts" vom 8. April abends veröffentlichte Schreiben des Grnp- penkommandoS an die Brigade 11 vom 27. März, welches den An- laß zu meinem Telegramm gab, enthalte» war und in dem die folgende Ansicht des Reichswehrgruppenkommandos niedergelegt isftj „Für das militärische Ansehen ist es geboten, in Suhl einzu- rücken, sowohl, um der radikalen Arbeiterschaft die Macht z» zeigen und der ordnungsliebenden Bevölk«ung in diesem Gebiet den Rücken zu stärken, als auch Wiederholungen bewaffneter Ausstände nachdrücklichst vorzubeugen." Ich kann mir nicht denken, daß der Herr Reichspräsident! nick der He« Reichswehrminister diese militari st i sche Anffassung sich zu eigen machen. Im übrigen bedauere ich selbst am allermeisten, daß es mir so spät erst möglich gewesen ist, den zuständigen Stellen das Material zu unterbreiten, was sonst noch gegen die Generale v. Schoeler und v. L o ß b,e r g vorliegt. Ich bin aber am 3eiterpärtei möchten wir be- merken, daß nur die Unabhängige englische Arbeiterpartei aus der zweiten Internationale ausgetreten ist, während die alte Arbeiterpartei fest zur zweiten Internationale hält. Schutz öem Grunewalö. Zur gewohnten Zeit, wenn die Lüfte ein wenig sanfter gehen und der Rieselregen der jungen Blärtchen an den Birkenstämmen hellgrün herabslutet, erläßt der Amtsvorsteher Grunvwald-Forst seinen„Aufruf an die Berliner Waldbesucher". Ja, denkt er, guckt in seinen Garten hinaus, es ist wieder an der Zeit, und entnimmt unter„Aktenzeichen V. Raucher" seiner Registratur das Schema deS seit Jahren beliebten Aufrufes: Mit Beginn des Frühjahrs ntmint der Ausflugsvenkehr wieder in beträchtlichem Umfange zu. An alle Grunewald- befucher wird die dringende Bitte gerichtet, zur Erhaliung des Waldbestandcs das Verbot t>es Rauchens im Waide zu beachten, sich dem Walde nicht mit unverwvHrtem Feuer zu nähern oder denselben' mit brennender Zigarre oder Zigarette zu betreten. Durch die in der wärmeren Jahreszeit zunehmende Trockenheit ist dir Brandgefahr im Walde ganz bedeurend erhöht. Abgesehen von der Strafbarkeit im ZuwiderhandlungSfalle werden oft nicht nur Leben und Gesundheit von Menschen und Tieren durch Wald- brände gefährdet, sondern eS gehen durch mannigfaches Auftreten derselben auch dem Volke ungeheure Werte verloren. Im allgi- meinen Interesse werden die Walöbesucher ersucht, den Anweisungen der Auffichtsbenmten unbedingt Folge zu leisten. Ja, es ist ein Aufruf, wie er im Buch steht. Er tut keinem weh und ist auch nicht aufregend. Der Berliner liest gern dergleichen, wenn er«die Hände voll frisch gapflücktsm Grün hat und sich eine neue Zigarre anzündet. Es ist eben eines Amtsvorstehcrs von Grunewald-Forst Pflicht, einen Ausrast zu erlassen. Man würde im Gruncioald ruhig weiter rauchen und den AmtSvorsteher nach bestem Wissen und Gewissen dagegen aufrufen lassen, wenn nicht selbst das BerantwortlichkeitAgefühl hinzukäme. Sonnt ist es weniger ein Verdienst des ledernen amtsvorsteherlichen Aufrufes, wenn verheerende Waldbrände in der Umgebung Berlins nicht gerade allzu oft vorkommen. Härteste Selbstpolizoi aber müßte das Publikum gegenüber den Plünderern des Grunewalds üben. Jenen Leuten gegenüber, die an keinem grünen Busch vorübergehen können, ohne ihn rück- sichtslos zu beraubest Der Grunewald zwingt einem kärglichen Boden mit aller Mühe das diSchen Grün ab. Er ist wie ein Mann, der hart um sein Leben ringt. Ihn zu berauben ist roh und heute, wo die Erholung aus Berlins Mauern hinaus, jedem aus der Million«nstadt, inehr als je ein Bedürfnis ist, ein Verbrechen an der Allgemeinheit. » Die vom Verbondsdirektor des Verbandes Groß-Berlm herausgegebene Wände rkarte des Grunewalds ist jetzt erfchie- neu— für dieses Jahr zu Beginn der schönen Jahreszeit gerade »gch zu rechter Stunde. Anlaß zur Herstellung der Karte gaben die zur Linderung der Arbeitslosigkeit als Notstandsarbeiten aus- geführten und jetzt beendigten umfangreichen Wegeardeiien im Grunewald, durch die ein« Reihe neuer schöner Wanderweg« geschaffen und bereits vorhandene ausgestaltet imd verbessert wurden. Die dreifarbige Wanderkarte wird im Verlage von Willy Holz, Berlin SW. öl, Großbeerenstr. 16, verlegt und ist durch alle Buch- und Landkarteichandlungon zum Preise von 1 M. zu beziehen. Weiterer AnSbau der Löcknitz. Noch einer Bekanntmachung des Gemeindevorstehers von Rü- dersdorf soll demnächst mit den Vorarbeiten für den Ausbau der Löcknitz zwischen Fanyschleuse und Kienbaum, der sogenannten oberen Löcknitz, begonnen werden. Wie erinnerlich, ist in den Jahren 1S13/14 die Löcknitz Mischen Fialen- und Werlsee geregelt worden. Di« damals vielfach geäußerten Befürchtungen, daß durch diese Begradigungsarbeiten das überaus reizvolle LandschaftSbild des Löcknitzgrundes gestört werden würde, haben sich erfreulicher» weise nicht erfüllt. Es ist zu wünschen, daß die Fortsetzung der Arbeiten auch jetzt nicht zu einer Verfchandelung der Löcknitzidhlle führen möge.__ Drohende Brotvertcucrnng. Wie eine Berliner Korrespondenz erfahren haben will, ist be- reit? in den nächsten Tagen, wahrscheinlich am 15. d. MtS., mit einer erheblichen Brotverleuerung zu rechnen. Der BroivreiS wird zunächst auf eiwa 4,60 M. festgesetzt werden, doch dürfte in nicht allzu ferner Zeit eine weitere gewaltige Erhöhung des Brotpreiscs eriolgen. Die NeichSgetreidestelle erhöht jetzr den Doppelzentner Niehl im Verkaufspreis um 100 M. Da der Bäcker aus einem Doppelzentner 73 Brote herzustellen vermag, so muß auf den bisherigen Brotprei« der Mehlmehrpreis aufgeschlagen werden. Hierzu kommen noch eine erhöhte Verdienstspanne für den Bäcker, Steuern, der erhöhte Kohlenpreis usw. Tie Nachverstenerung der Tabaktvarcn. Nach einer Mifteilung deS Deutschen Zigarrenhändler-BundeS ist die Preiserhöhung der Tabakwaren notwendig, dq sonst der Mb flonac Stau« fflü mmet Tasche mstßtt. Sie beträgt äber bei Zigaretten zum biMerkgen Preise von 15 Pf./' 20 Pf. und 25 Pf. 47 M. für 1000 Stück, für M-Pft-Zigarette» 60 M., für 35-Pf.-Zi'garetten ebenfalls 60 M. bzw. 85 M., für solche zu 40 Pf. das Stück 85 M., für 50-Pf.- und Zigaretten über 50 Pf. 110 M. für 1000 Stück, so daß diese Zigaretten naturgemäß sich um je 5 bis 15 Pf. teurer stellen müssen. Der Händler ist laut Gesetz verpflichtet, nur zu diesen Preisen zu verkaufen. Die Nach steu er aus Zigarren ist ger i nger und wird vom Handel selbst getragen werden, desgleichen bei Pfeifen-, Schnupf- und Kautabaken. DaS Tobak steuergesetz kennt aber bei Zigarren nur ganz bestimmte Steuerklassen und domgeniäß Klein- verkaufspveise, z. B. 80, 90, 100, 120, 150, 180, 200, 250, 300 Pf. und darüber. Der Händler ist verpflichtet nur zu diesen Preisen zu verkaufen, also Zigarven in Zwischenpreislagen zu vorstehenden Preisen zu versteueru und zu verkaufen. Das Kecht der Wohnungsbeschlagnahme. Die 9. Zivilkammer des Landgerichts III in Berlin hat einen' Antrag der Bauhhgisne A.-G., Berlin, der Stadtgemei-nde Char- lottenburg die Ausführung der Wohnungsbeschla'gnahmeerkla- rung bei Vermeidung einer fiskalischen Strafe von 1500 M. für jede Zuwiderhandlung zu untersagen, kostenpslichtig abgewiesen. In den EntscheiidungSglründen wird cursgefühtt, dich die Stadtgemeinde ihr Recht und ihre- Pflicht zur Wvhmmys- beschlagnahme" aus gesetzlichen Bestimmungen der versa'sungs- mäßigen Organe der Staatsgewalt herleite. Aus diesem Grunde. sei der Rechtsweg unzulässig. Die Vorfrage der Gesetz- Mäßigkeit und rechtlichen Wirksamkeit der einschlägigen Beroed-' nungm könne nur gestellt werden, wenn � ein Verfahren seiner rechtlichen Natur'nach vor die Gerichte gehöre; das wird im bor- liegenden Falle verneint. Ebenso komme ein Widerspruch gegen Artikel 113 der Reichsverfassung nicht in Frage.— Der Regie- rungspräsident in Potsdam hat inzwischen in dieser Sache den Kompetenzkonflikt erhoben. • Auch da ist noch etwas zu holen! DaS Berliner Wohnungsamt fahndet andauernd auf Wohnungen, die ihrer Bef! im- mung entzogen sind und für Wohnungsuchende freigemacht werden könnten. Vielleicht sieht es sich einmal im sogenannten Studentenviertel um, in den Straßen nahe dem Oranienburger Tor, wo die Studenten verbindunge n behaglich ei n- gerichtete Heime haben. Die„feudalen" Korps hausen»'.cht etwa in nKeipen, die für Vereine usw. besondere Zimmer bcrei:- halten, sondern in eigens gemieteten Wohnungen. Da sollte das Wohnungsamt kräftig zufassen, dann würde es noch manche Wohnung zur Verfügung haben. Uneingeschränkter Fahrkartenverkanf. Erleichterungen im Fernverkehr treten mit sofortiger Gültigkeit an den Wochentagen in Kraft. Die Bestimmungen über die Rationierung der Fahrkarten werden aufgehoben. Die Fahrkarten für die an den Werktagen verkehrenden Züge sind bei den FahrkartencmS- gaben nunmehr wieder im Vorverlauf zu haben und er« halten wieder die frühere viertägige Geltungsdauer. Bisher an allen Tagen der Woche bestehende Beschränkungen in der Aus- gäbe der"Fahrkarten gelten von nun an nur noch für den Sonn- und Fefttagsverkehr. An diesen Tagen gelten die Fährkarten nur dann, wenn sie am gleichen Tage gelöst sind. Für die Züge vom Lehrter, Görlitzer und Schlesischen Bahnhof sWriezener Bahnsteigt werden Fahrkarten nur in den Reisebureaüs und auf den Ab- gangsbahnhöfen verkauft. Die Fernbahnsteige werden für Nicht- reisende gesperrt, Bahnsteigkarten werden nicht ausgegeben. An den Wochentagen gelangen Bahnsteigkarten wieder zur Ausgabe, auch werden Fahrkarten für die Fernzüge wieder von den Vorort- stationen verausgabt. Die Erleichterungen treten von Montag, den 12. d. Mts., aS in Kraft. Vortrage, Vereine unö Verfammiungen. Reichsbund der Kriegsbeschädigte«, Bezirk II(Osten). Montag, den 12. April, 7 Uhr, große öffentliche Verfammlung in der Aula der II. Handwerkerschule, Andrcasstr. 1— 2.— Bezirk Zentrum.«Acneralocr« sammlnng Montag, 12. April,?>/, Uhr, bei Schulz, Elisabethstr. 30. Allgemeiner Märkischer Tonristenbnnd. Sonntag, den lt. April, Besichtigung des Bolanischen Gattens unter Führung von Prof. Dr. Graeoncr. Tresfpuiilt S Uhr, Dahlem, Rönigin-Luhe-Plah. Mus ülkt Welt. Grubenkatastrophe in Oberfchlesie». Wie der„Oberfchlesifche Kurier" meldet, ereignete sich heute nacht auf der Castellengo-Grube beim Borfigwerk eine Schlagwetter-Erplofion, die zahlreiche Opfer forderte. Bis heute früh 6 Uhr waren bereits 2 6 Tote geborgen. Ihre Zahl dürfte aber bei weitem größer sein. Die Bergungsarbeiten sind noch nicht beendet. Nähere Nachrichten fehlen zur Stunde noch. ♦ Die Castellengo-Grube gehört zum Besitz der Grafen Bellestrem. Sie liegt dicht am Bahnhof Borfigwerk �iui» zählt zu den größten Bergwerksunternehmungen des oberschlesischen Kohlenbezirks. Theater öer Woche. Vom 1l. bis 18. April. Dolr»bSH«»! 11., 18., 17. und 18. Nach Damaskus. 12. unb 16. Kpaes und fein Ring.!«. Licdiztranr. 15. Paul vang« und Tora Parsberg.— Overnl'»»»: 11. 4l7da. 12. Die Fledermaus. 18. Nluskenball. II. Meucha. 15. Madame Butterst!). 16. Der Äarotcr von GevMa. 17. Mignon. 18. Die Frau ohne Schalten.— Schauipi-Ihans: 11., 11., 17. und 18. Der Marquis von KeNd. 12. Di« Journalisten. 18 Wilhelm Teil. 15. Der Kronprm,. 16. Die Riiuder.— Deutsche» Theater: 11.—>5., 17. und 18. Dame Kobold. 16. Faust I.— Kammerspiele! 11. und 15. Gabriel Schilling» Flucht. 12. Dl« Büchse der Pandora. 1«., lt.. 16—18. Stella.— Lessingttzeater: 11., 18., 14., IS.— 18. Pygmalion. 12 Wozzeck. Dt« Buhlschwester. l„. Peer Gynt.— Theater t. d. K5»tagräger Etrab«: 11» lt., 16. und 18. Schloß Weitersteiii. 12. Sic. Ii, 15. und 17, König Nicolo.— Deutsche» Opernhaus: II. Mignon. IL. eaealleria rustlcana. Ssr Echwdtzerin von Saragossa. 18. Die Instigen-Weider von W'.ndsor. 14. Der Prophet 15. Figaros Hochzeit. 16. Die Fledermaus. 17. Boccaccio. 18. Lohcngrin.— Schlllcr. Theater: 11., 18. 15. und 17. Die Rabensteinerin. 1?., 14. und 18. Die verlorene Tock>t«r. 16. Flachsmann al» Erzieher.— Grobe» Schanspielhan». Der weiß» Heiland. Täglich. Die Tribüne: 11., 12-, 14, 16. u. 18. Franziska. 13., 18 u. 17. Totentanz.- Tcntsche»!Uli>>tl«!theat«r: Aienagerie.—«omiwiealiaus- Der Herr Minister.- Berliner Thra.er- De« legte Walzer.— Kleine» Schanfpielhaii«: Ivl».— Trianouthealer- Myrrha.— Restdenztheater: Die Raschkioffs.— Zentral- theater: Fräulein Puck.— Eventheatcr: Die Sollocvrinzesstn.— Friedrlch-WUHelm. sllidiischrs Theater! Evchen Hnmvrecht.— Komische Oper: Wenn Frauen träumen. — Lustsplelhan»: ßwangscinquartieruna.— Metropoltheater: CybiU.— Äe»,» Operettcnhaus: Die kleine Hoheit.— Thaliatheater: 11.— 14. Die närrische Lieoe. 15.— 18. Amor auf Reisen.— Theater am Nollendorfplatz: Der Vielgelieb!«-— Theater de» eZes.eas: Die Frau im Hermelin.— Kleine» Tqeater: Die Psarrhaus- iomädie—Wallnertheater: Eine Ballnacht.— Walhallatheater: Der Rasteibinder. — Roto-Theoter: Da» Lied der Liebe.— Eafinordeater: Ei» aller Sünder.— Lalsentheater: Die Maibst der Liebe.— Neues Volks-Theater I 11. Die Hojsnung auf Segen. 18—18 DasParadies.— Folie« Saprice: Di» abgetreten« Frau. Livang»linquortieruna. O dieser Nowak. 3t qichro II tog»o o tflaHunge«. Volksbühne: 11., 18. Der Liebe«- trank. 14. Sdtz von Berlichingen.— schonsplelhau»: 11, Die Braut von Messtna. 18. Nathan der Weise.— Kammerspie ie: 11. Frühling» Erwachen. 18 Die Büchse der Pandora.— Lesstvgtbcaier: 11., 18. Der rote Hahn.— Theater in der König- grätzer Strebe: 11.. 18 Erdgeist.— Deutsche, Lpcrnhaas: 41., 18 Die»ertaun- Braut.— Schillercheater: 11, 18 Wie e« euch aciällt. 13. Fiesco. 14., 17. Der Meineidbauer.— Grobe» Schauspielhaus! 18, 12 Uhr, zum ersten Male: Äniigoue. Tribüne: 11., 18. Die Wandlung.— Deutsche, Künstlertheater: 11., 18 Die» irae.- KomSdieah-u-: Ii» 18. Llselott von der Pfalz,— Berliner Theater: 11., 18 Vummelstudenten.— Trianontheater: 11. Herrschasillcher Diener gesucht. — Residenz. Theater: 11» 18. Der gute Ruf.— Edea-Theater: II» 18 11. Ä. w. g.— Friedrich-Wilhelmstüdilsches-Theater: 11., 18. Die zärtlichen Verwandten. — Komische Oper: 11., 18 Schwaizwaldmädeh— Wetropol-Theater: 11,, 18 Eharleys Tante.— Neues Operetter.haus: 11., 18 Die Dam« vom stirkns.— Thalw-Theater: I1„ 18. Der Hochtonnst.— Theater am Rolleudorfpiätz■ Ih- Wo die Lerche fmgt. 14,, 15» 17. Zwei glückliche Tage. 18. Die Puppe.— Theater de» Westen,: U» 18 Die lustige Witwe.— Kleines Theater! 11,,, 18 Baumeister Seine jj.— W-ll»«th«at«: 11» 18 Die D-isha,— Ros-.THeatrrt 11. Wilhelm Tr � � Wirtschaft Reichömiuister'mm für Ernährung. Fm Zusammenhang mit der Neubildung des Kabinetts ist durch Abzweigung von dem Reichswirtschaftsministerium ein neues Ministerium errichtet worden, das den Namen„Reichsministe« rium für Ernährung und Landwirtschaft" führt. Zu dem Aufgabenkreis des neuen Ministeriums gehören neben den Angelegenheiten der Ernährungswirtschast die bisher vom Reichs- Wirtschaftsmiliisterium bearbeiteten Angelegenheiten der Landwirt- schaft, insbesondere alle Maßnahmen, die der Steigerung der land- wirtschaftlichen Produktion dienen, sowie die Angelegenheiten der Forstwirtschaft und der Fischeroi, soweit sie zur Zuständigkeit des Reichs gehören._ Warum der Markkurs in der Schweiz steigt? Der anhaltende Rückgang dos französischen Franken und die fortgesetzte Steigerung des M a r k k u r s e S in der Schweiz er- klstrt sich aus Operationen für amerikanische Rechnung, durch welche große Frankenposten nächstens zum Verkauf gelangen, mit der SBetsUng, den Gegenwert in Mark anzulegen. Wie es scheint, liegdn noch ähnliche amerikanische Aufträge vor. Schwere Gefährdung der Kohlenversorgnng Süddeutschkands. Durch die Besetzung Frankfurts ist die Kohlenversorgung Süd- heutschlands, das bisher schon durch ständig von neuem auftretende Vstfehrsnäte auch im Rahmen unserer Kohlenproduktion, besonders fchlechr mit Kohlen beliefert wurde, von neuem aufs ernsthafteste bedrohj. Den Franzosen fielen die für große chemische Fabriken bestimmen Sendungen und bedeutende Mengen von Bayern aufs dringendste benötigter Schmiedekohlen i n d i e H ä n d e. Ob der sofort Von Deutschland erhobene Protest irgendwelchen Erfolg haben wird, ist fraglich. Die Kohlenförderung im Ruhrrevier steht heute etwa auf'der Höhe, die sie Mitte Februar erreicht hatre. Vor- gestern wurden 14 800 Wagen gestellt, davon 14 600 beladen, man verfügt im Kohlengebiet zurzeit über Bestände von Leerwagen. Dtjvch die Unruhen hat der Rhein-Herne-Kanal etwas gelitten. Durch Granateinschläge find die Böschungen an einigen Stellen ab- gerutscht, die Brücken hoben sich etwas gesenkt, im Hafen einer großen Zeche sind die Krähne bei der UtSgigen Nichtbenutzung be- t r�,e b s�u'nb-r a u ch b a r geworden. Auch unter den Störungen, hie sich sin Transport auf dem Kanal bemerkbar machen, hat be- sonders Siiddeutschland zu leiden. Prännv» sür Getreidclieferungen. Die Reichsgetreide« stelle teilt mit, daß für alle aus der Ernte 1319 bisher abge« lieferten und noch bis zum 15. April zur Ablieferung kommenden Mengen an Brotgetreide und Gerste außer dem Grundpreise die bli ch st e Prämie von 800 M. für jede Tonne gezahlt wird. Wach dem 15. April tritt eine Senkung der Prämie auf 200 M. für die Tonne ein. OelverMostsbewegulkg Unterstützungs- unü Seitragsregelung im Malerverbanö. Mit Rücksicht aus die Teuerung, die seit der durch den letzten Verbandstag festgesetzten Unterstützung?- und Beitragssätze erheb- lich fortgeschritten ist, hat der Vorstand und Beirat des Verbandes der Maler, Lackierer usw. eine Vorlage ausgearbeitet, die den Mit- gliedern zur Urabstimmung unterbreitet wird. Die Vorlage sieht eine den jetzigen Zeitverhältnissen Rechnung tragende Erhöhung der Beiträge vor. Statt der bisherigen vier Beitragsklassen sollen zwei Klassen eingerichtet werden. Der Beitrag für die Hauptkasse soll in der ersten Klasse(für Mitglieder mit einem Wochenverdienst über 75 3)1) 2 M. betragen. Außerdem soll noch die Vorklasse für Lehrlinge und Invaliden mit einem Beitrage von 20 Pf. bestehen bleiben. Auch die Ortsbeiträge sollen entsprechend erhöht werden. Am Freitag wurde die Vorlage in einer Mitgliederversamm- lung der Filiale Berlin diskutiert und im allgemeinen gebilligt. Für Berlin wird ein Ortszuschlag von 1,50 M. vorgeschlagen, so daß der Gesamtbeitrag für die zweite Klasse, die hier fast aus- nahmslos in Frage kommt, 3,50 M. betragen würde. Die Urabstimmung wird am Sonntag, den 11. April, in einer Reihe von Bezirkslokalen vorgenommen. Tarifverhanölungen bei öen GroF-Ssdiner Verkehrsunternehmungen. Am heutigen Sonnabend Vonmittag haben die VerHand- lmrgen bezüglich des Wschlusses eines neuen Lohnwrifes für die Angestellten der Groß-Berliner Derkehrsuinterneh- mungen begonnen. Sie werden geführt zwischen dem Arbeit- geberverbaiw der Straßen- und Kleinbahnen einerseits und dem Transportarbeiterverband, dem Metallarbeiterverband, dem Verband der Maschinisten und Heizer und den Arbeiter- ausschüssen der einzelnen Verkehrs Unternehmungen anderer- seits. Ten Vorsitz führt Generaldirektor Dr. Wussow von der Großen Berliner Straßenbahn. Für die Hoch- und Unter- grundbahn nimmt Geheimrat Witting an den Besprechungen teil._ Die Lohnbewegung der Friseure. Um den Bericht über die Verhandlungen vor dem SchlichtungS- ausschuß entgegenzunehmen und in Erwartung schwerwiegender Entscheidungen hatten sich die Arbeitnehmer im Friseurgeweröe am Freitagabend in so ungewöhnlich großer Zahl im Gewerkschaftshause eingefunden, daß kein Saal groß genug war, sie z« fassen. Die Versammlung imtrde deshalb avfde« Hos« a b g e ha l t en. M a t u s ch k r erstattete den Bericht. Die Verhandlungen vor dem Schlichtungsausschuß waren erst kurz vor dem Beginn der Versammlung beendet worden. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, dessen Wortlaut noch nicht vorlag. Sein Inhalt ist in der Haupt- fache der: Der Wochenlohn soll betragen für Herrenfriseure 145 Mark, für Damenfriseure und Friseurinnen mit regelrechter Lehr» zeit 155 M. iGefordert wurden 160 und 170 M.) Friseurinnen ohne regelrechte Lehrzeit sollen im ersten Jahre der Beschäftigung 105 M., im zweiten Jahre 130 M., im dritten Jahre 155 M. er- halten. Für Haarpräparateure und Einrichter ist der Lohn auf 185 M. festgesetzt. Bei Akkordarbeit soll ein Aufschlag von 25 Proz. eintreten. Die Löhne sür Aushilfe sollen betragen pro Stunde 3,90 M., für den ganzen Sonnabend 35 M., für den Sonnabend von 1 Uhr ab 30 M., für einen Feiertag mit dreistündiger Arbeits» zeit 13,50 M., für Damenfriseure bei Aushilfe 4,50 M. die Stunde. Bestehende höhere Löhne dürfen nicht gekürzt werden.— Nach ein- jähriger Beschäftigung soll ein Sommerurlaub von 4 Tagen ge» währt werden. Die weitere Regelung der Urlaubsfrage, des Lehr- lingswesens und der Einrichtung eines paritätischen AvdeitSnach- weises wird einer paritätischen Kommission übemagen. Die wöchentliche Arbeitszeit soll 43 Stunden nicht überschreiten. So» lange die Sonntagsruhe noch nicht allgemein eingeführt ist, soll der Montag vollständig freigegeben werden. Wo bisher Sonn- tagsruhe gewährt wurde, soll sie bestehen bleiben.— Auf dieser Grundlage soll ein vom 1. April bis 1. Juli laufender Tarifvertrag abgeschlossen werden. In der sehr ausgedehnten Diskussion erklärten di« meisten Redner den Schiedsspruch für unannehmbar, weil er in den Lohnsätzen hinter den Forderungen der Arbeitnehmer zurück- bleibt und weil er nicht die allgemeine Sonntagsruhe gewährt, die seit Jahren ein Ziel des gewerkschaftlichen Kampfes im Friseur- gewerbe ist. Die Redner, welche diesen Standpunkt vertraten, er» warten von einem allgemeinen Streik die volle Erfüllung der For- derungen. Der Verbandsvorsitzende E tz k o r n und der Referent M a» tuschke warnten vor übereilten Beschlüssen und gaben zu be- denken, daß durch die Annahme des Schiedsspruches die gegenwär- tigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse wesentlich verbessert werden. Einstimmig wurde beschlossen, von dem durch den Schiedsspruch gewährten freien Montag sofort Gebrauch zu machen und am kommenden Montagvormittag wieder eine Versammlung im Gewerkschaftshause abzuhalten, die über den Schiedsspruch ab« stimmen soll, falls der Wortlaut desselben bis dahin vorliegt. Bund der technische» Angestellten und Beamten. Dienstag, den 13. April, abends 7 Uhr Sitzung der Vertrauensmänner der Fachgruppe 1». (Eisen-, Hoch- und Bruckenbau) in der Geschäftsstelle des Bundes der technische» Angestellte» und Beamten. Berantw. für den redaktion. Teil: Artne glcklcr. Charlottenburg: fllr Anzeigen: Th. s locke. Berlin. Berlag: Vorwärts-Berlag®. m. b. L., Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckerei u. Verlageanstalt Paul Linker u. Co. Berlin. Lindenltr. 8. Furunkel brauchen nicht mehr ge- scpnittan vjerden. Sic hellen üderraschetid sehnen durch BeÜÄihwagen mit künstlicher Aktis Bel,e-Aiaance- Platz 6 A. mim der AltmetaUb. pitmetailej ! 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