Ztr. 183. 37. Jahrg. Bezugspreis: V;c!eIiäI)rl.8l.— aRU,nionatl. 7,-9111. tri; INS»aus. voraus'.ahldar. Post» Oe.i.iiq; Äonallich 7,— IKL. exN.?U> ttellungsiiroithr. Unrer Kreuzband Mr Sentfchland und Oesterreich- Ungarn 102 i MU. für das übrig» Auslmid 14 50'Kb. bei taglich einmal. izuNellung 1253 mi Postaestellungen nedmen au Sanemar!»olland. au-HNburg, Schweden und die Echroeiz. Sin» geicagrn in die Post- Reitlings- Preisliste. See.Vorwärrs" Mi! der Sonniao». beilage»Volk n.geir' ericheini wachen- laglich zweimal. Sonniags einmal. Teiegramm-Adreste jScjialOeaiotcat Berlin". Sonntags An sga be Bctiiucr VolksblAtt ( 35 Pfennig � Anzeigenpreis: Die aibigelpaltene Nonparciliezcile kastei 2.50 PI., Teuerungszuichiag 50°/o. „kleine Anzeigen-, das irtt- gedruüte Wart 75 Psg.(zulSjjig zwei ieltgedimckte Warte), jedes veilere Wart 50 Pfg. Stellengesuche und Schiafstellenanzeigin das erste Wort 05 Pfg. jedes weitere Wort 40 Psg. Warte über 15 Puchstaben züstlen iür zwei Warte. Teuernngszuschlag 51��. Familien- Anzeigen, volttische»nd gewerrschaftiiche Vereins- An- eigen 2,— Ml. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Numiuec müssen bis 5 Ahr nachmittags im Hauvtgeschült, Berlin SW 08, Üinbtn- strahe 3, abgegeben werden. l"eöisne! oan 9 llhr früh bis 5 Uhr abends. Zentrahrgan der rozialdemokratifchcn parte» Deutfcblands Neöaktion und Expedition: 633.6$, Änöenstr. Z. rverniurerfier: Am» Äloriuvlan, Nr.»5 1!M>—»öl 97. Sonntag, den 11. April 19�0. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. 6$, Linöenstr. Z. Fernsprecher: Amt Moritzplau, Nr. 117 LZ—.51. Frankreichs Antwort an England. Paris, 10. April.(Havas.) In der von Fränkreich der bri- tischen Negierung übermittelten Note stellt die sranzösische Regie- rnng zunächst fest, daß über die Loyalität ihrer Haltung kein Zweifel bestehe» kann. Die Alliierte» sind von ihrer Politik stets verständigt worden. Die sranzösische Regierung hat immer erklärt, gegen de» Einmarsch weiterer deutscher Truppen in das Auhrgebict zu sein und beigefügt, daß die Erlaubnis hierfür auf jeden Fall die militärische Besetzung von Frankfurt und Darm- stadt zur Bedingung haben müsse. Am 3. April informierte die französische Regierung ihre Ber- treter in den alliierten Hauptstädten in diesem Sinne durch ein Telegramm, dessen Abschrift gleichzeitig den alliierten Botschaftern in Paris zugestellt wurde, worin Marschall Foch die militärischen Maßnahmen prüfte, die nunmehr weder vermieden noch aufge. schoben werden konnten. Andererseits erinnert die französische Regierung daran, daß rS sich um die Berlrtzung einer der feierlich- sie» Bestimmmigen des Vertrages handelt und daß die deutsche Regierung sie l b st die Notwendigkeit einer formellen Bcwilli- »ung auf Aufhebung des Art. 43 und gleichzeitig daS Recht der franzosischen Regierung, hierfür ein El e b i e t S p f a n d zu der. langen, anerkannt hat. Wie hätte die französische Regierung über das deutsche Versprechen, die Reichswehr sofort nach wieder. hergestcjltcr Ordnung zurückzuziehen, in Zweifel sein können? Weder für die Wiedergutmachungen, noch für die Ausliefe- rnng der Schuldigen, noch für die Kohle, noch für die Ent- waffnnng der Armee haben die Alliierte» die durch den Ber- failier Vertrag vnsbcdungcnen Elenugtuungen erhalten. Hat die britische Regierung die Erfahr oirscr fortgesetzten shstema- tischen Verletzungen wohl berücksichtigt? In welchem Augenblick glaubt sie auf dem Wege der Konzessionen still- stehe« zu dürfen? Auf jeden Fall ist Frankreich jetzt gezwungen z» sagen: 6 8 ist g est u g! Es verlangt weiter nichts mehr, als dies zusammen mit den Alliierten zu erklären. Die französische Regierung ist nicht weniger als die englische Regierung von der unumgänglichen Notwendigkeit überzeugt, die Einigkeit der Alliierten in drr Ausführung des Friedensvertrages aufrecht- zucrhalten. Dieses enge Einverständnis zwischen Frankreich und England scheint ihr jedenfalls unerläßlich zu einer g e r e ch- ten Lösung der großen Probleme, die sich gegenwärtig der Welt sowohl in Rußland und auf dem Balkan, wie in Slcinasien und im Islam stellen. Die Note schließt mit drr Versicherung, daß die französische Re- gicrung auf Grund dieser Erwägungen sich völlig bereit erkläre, sich vor ihrem Handeln in allen interalliierten Fragen, welche die Ausführung des Friedensvertrages aufwirft, die Zustimmung der Alliierten zu sichern. Tie französische Negierung erklärt sich in dieser Note für die Zukunft bereit, sich v o r ihrem Handeln die Zu- stimmung der Nlliierten zu sichern, sie hat aber im Fall Frankfurt gehandelt, ohne sich diese Zustimmung gesichert zu haben. Ein solches Handeln widerspricht dem gegenwärtigen Zustand des Völkerrechts. Tie französische Note spricht von den Alliierten. Alliierte gab es im Kriege, jetzt ist Frieden— oder sollte es wenig- stens sein— und der Friedensvertrag kennt keine Allianzen. keine Bündnisse mehr, sondern nur noch einen Völker- b u n d, der ein Instrument nicht des Krieges, sondern des Friedens sein soll. Es werden Beschwerden über mangelhaste Ausführung des Friedensvertrags erhoben. Aber jeder Mensch in de? Welt weiß allgemach, daß solche Mängel weder auf dem bösen Willen Deutschlands, noch aus die zu geringe Unterstützung Frankreichs durch seine Völkerbnndgenossen, sondern auf dem Anhalt des Vertrages selbst zurückzuführen sind. Solche Mängel der Ausfübrnng geben einem einzelnen Staat nicht das Recht, eigenmächtig zu neuen kriegerischen Handlungen zu schreiten. Inzwischen rücken die Franzosen noch weiter vor und gestalten dadurch die internationale Lage nur noch unerträg- licher. Ter Militarismus proklamiert von neuem das inter- nationale Faustrecht und kümmert sich um keine Proteste. Klilleranü vor üer Kammer. Voraussichtlich am Montag. Paris, tst. Aplill Wie das.Echo de Paris� meldet, haben sämtliche Minister, die am Ministerrar teilgenommen haben, einstimmig das Exposs Millerands über den Inhalt der Ant- wort, die eine Siunde späler dem englischen Boischaster übergeben wurde, gebilligt. M i l l e r a n d hat zu erkennen gegeben, das Parlament so schnell wie möglich über die Lage in Paris in Kenntnis setzen zu wollen, seine Erklärung im Parlament wird wahr- icheinlich Montag erfolgen, falls die Unterhandlungen zwischen den Alliierten dies erlauben.— Nach dem.Echo de Paris" wird Millcrand am 18. April nach San R e m o abreisen, wo er am 19. eintreffen wird. Das Blatt bemerkt hierzu, daß es von einem erfahrenen Politiker über die Beschlüsie dieser Sitzung auf dem laufenden gehalten werde, da auf Beranlaffung Lloyd Ge- orges wahrscheinlich die Vertreter der Presse ausgeschaltet würden. Die Konferenz, die unier dem Vorsitz N i t tis stattfinden wird, wird sich mit der Frage von Fiume beschäftigen, be- sonders aber mit dem Vertrag von Versailles. Gfjfiziö'ser englischer Kommentar. London, S. April. DaS Reutersche Bureau hat durch Nach- frage in g u t un t er r i ch t e t e n Kreisen über die internatio- nale Lage erfahren, daß alle amtlichen Meinungsäußerungen in England bezüglich der Entsenhi-g französischer Truppen nach der neutralen Zone vornehmlich getan wurden, um zu verhindern, datz daS englisch-französistbe Bündnis, ans. daS sich die Hoffnung der Welt gründet, irgendwelchen Schaden erleidet. Keines« wegS aber, um die öffemiiche Meinimg in irgendeinem Lande in Erregung zu bringen. Die Ansicht der britischen Minister wird von dem Grundgedanken beherrscht. daß sich jede? Bündnis rasch auflösen muh, wenn irgendein Mitglied der Allianz in irgendeiner wichtigen Frage eine Altion auS eigener Initiative ohne Zustimmung der anderen Mitglieder der Allianz unternimmt. Im vorliegenden Falle wird geltend gemacht, daß der Friedensvertrag eine Lage, wie die jetzt entstandene, nicht vorgesehen hatte. Großbritannien sei vollkommen bereit, irgendeiner notwendigen Aktion zuzustimmen, wenn die Deutschen ihre Garantien, die neutrale Zone zur festgesetzten Zeil zu räumen, nicht ein- halten, daS Vertrauen und der Glaube an die Entente, sowie die s r e u n s ch a f t l i ch e n Gefühle für das sranzösische Volk seien nicht vermindert worden. Amerikas Stellung. Washington, 9. April.(Reuter.) Soweit in Erfahrung zu bringen ist, ist das Staatsdepartement in der Ruhrkraqe der Ansicht, daß man der deutschen Regierung g e st a t t e n müsse, in da? Ruhrgebiet eine angemessene Truppcnzahl zu entsenden, die notwendig sei. um die Ordnung wiederherzustellen und die Ueber- legenheit zu wahren. Frankreich ist über die Slellunq Amerikas vollständig unter- richtet. Man ist der Ansicht, daß die Stellung der Vereinigten Staaten im Ber>aufe der Unterredungen zwischen Wallace und Mille- rand keine Aenderung erfahren babe. Die Ansicht Amerikas ging dahin, daß es sich bei der ganzen Frage um de« Umfang der Un- � ruhen und darum handelte, ob die Regierung Ebert in der Lage ist, mit der geringen ihr durch den Waffenstillstandsvertrag ge- � statteten Slreitkrast die Kontrolle zu behalten. i Die französische Invasion. Ausdehnung der Vesetinng. Einem Bericht des Oberbürgermeisters von A schaffen- bürg zufolge haben die Franzosen den Ort Stockstadt besetzt. Der sranzösische Kommanideur gab eine entschuldigeirde Erklärung dahin ab, daß er nicht gewußt habe, daß Stockstadt be-reitZ zu Bayern gehöre. Die Franzose« rücken auch sonst weiter vor. Die Frankfurter Eisenbahner aller Verbände veröffent- lichen einen mannhaften Protest gegen ihre.Fiequirierung". Eis fordern die Zurückziehung der Besatzungen von den Bahnanlagen und erklären, nur den deutschen Vorgesetzten zu gehorchen. Zur Ein- und Ausreise im neubesetzten Gebiet ist das fran- zösische Visum erforderlich, so als wenn Krieg— ober Annexion wärel Der Leiter der Filiale des WTB� Dr. Albrecht, wurde vom französischen Kriegsgericht(!) zu SOOO M. Geldstrafe verurteilt. Die Anklage war wegen Verbreitung einer Meldung erhoben worden, die vom französischen Zensuroffizier zur Beröfsrntlichung zugelassen worden war. Gegen da? Urteil wird Einspruch erhoben werden. Es handeli« sich im einzelnen um die Angabe, daß vor der Haupt- wache bei dem bekannten Zwischenfall sechs Tote geblieben seien, während von französischer Seite behauptet wird, es seien vier Tote gewesen. Auch der.Frankfurter Generalanzeiger" wurde unter derselbe» Anklage zu einer Geldstrafe in gleicher Höh« der- urteilt._ Protest 6er franzoststhen Sozialisten. Paris, 19. April. An der Spitze der heutigen Ausgabe der „Humanitä" wirb ein Protest des stäiedigen VerwaltungsauS- schuffes der sozialistischen Partei gegen das Vorgehen der französischen Truppen in Frankfurt a. M. veröffentlicht Außer- dem tadelt die Entschließung die jetzt von der französischen Regierung eingeschlagene Politik, die eine Politik des nationalen Blocks ge- nannt wird. Die sozialistischen Deutsch-Schwsizer Blätter konstatieren' das Versagen des Völkerbundes. So spricht der BaSler.Vor»! w ä r t s"' von derHilflosigkeit des Völkerbünde?, dessen Größen sich angesichts der neuen französischen.Kolonial- polilik' gegen Deutschland vollkommen teilnahniSlss ver- hielten. j Ausflüchte. Nachdem die Deutschnationalen Berlin mit einem Flugblatt überschwemmt haben, das ihre Beteiligung am Kapp-Putsch in Abrede stellte, und das nach Feststellung des.�berliner Tageblatt" als Sitz der Partei in Berlin dasselbe Bureau bezeichnet, das den Herren Kapp und Lstttwitz als Zentrale für beschlagnahmte Auto- mobile diente, erscheint jetzt die Deutschnationale Gesamt- Partei mit einer Kundgebung aus dem Plan, die ahn- liche Zwecke verfolgt. Nur daß man hier die schüchterne De- fenside bereits verlassen hat und mit der üblichen dcutschnatio- nalen Dreistigkeit glaubt zum Angriff übergehen zu können. Im ersten Abschnitt dieser Kundgebung protestiert der Hauptvorstand der Deutschnationalen gegen den Einmarsch der Franzosen in Frankfurt, Darmstadt usw. Sehr schön, nur vergißt der verehrliche Hauptvorstand hinzuzufügen, dag auch dieser Einmarsch eine Folge der durch den Kapp-Putsch hervorgerufenen Unruhen ist, daß also für diese Schädigung Deutschlands letzten Ende? verantwortlich sind Kapp, Lüttwitz und vhve Helfershelfer— die Deutschnationalen! Im zweiten Absatz billigt der Hauptvorstand die von der Parteileitung zu den Vorgängen vom 13. März einge- nommene Haltung. Diese Haltung lief bekanntlich auf ein schweigendes Sichabfinden mit dem vollzogenen Putsch und damit auf die moralische Rückenstär- k u n g der Kapp und Lüttwitz hinaus. Es ist sehr wertvoll festzustellen, daß dies Verhalten vom Hanptvorstande auch jetzt noch guigeheiß-en und moralisch sanktioniert jp'-'b Diese Sanktion wird auch nicht abgeschwächt durch eine un- mittelbar folgende rein theoretische Verurteilung jeder gewaltsamen Aenderung und Beugung der Versasirnu,. wobei die Kundgebung noch nicht einmal den Mut aufbringt, auf das Kapp-Lüttwitz-Abenteuer ausdrücklich zu verweisen, so daß fraglich erscheinen kann, ob dieses über- lhaupt unter jene Verurteilung fallen soll. Wie weit es ihnen mit dieser Verurteilung ernst ist, daS werden die Deutschnationalen ja auf der Stelle beweisen können durch ihre Haltung gegenüber dem neuen Aus- flammen der Verschwörung in Vorpommern. Aber sie werden gewiß auch hier nur wieder über„Gespenstei- seherei" spotten, wie ia noch am Morgsn des 13. März, als die Ehrhardttruppen Berlin bereits besetzt hatten, in den e,- scheinenden deutschnationalen Blättern zu lesen war, daß alle Besorgnisse nur Phantasie der Regierung und Ausfluß ihres schlechten Gewissens seien. Wer sich so zum Hehler des Verbrechens gemacht hat, der wird vergeblich der Welt einzureden suchen, daß er das Verbrechen bekämpft habe oder bekämpfe. Was die Deutschnationalen nnter der„Verurteilung" reaktionärer Gewalistreiche verstehen, das zeigt deutlich ein weiterer Absatz in dem die Schuld an den Märzvorgängen— der Regierung zugeschoben wird. Ihr wird„vcrfassungs- widrige Politik" vongeworfen, obwohl die Regierimg auch nicht in einem Punkte von der Venfassung abgewichen ist. Im übrigen sollten sich die Hehler und Helfer der Kapp und Lüttwitz selber sagen, daß sie sich nur grenzenlos lächerlich machen, wenn sie sich als Hüter der Verfassung und der demokratischen Lolksrechte auswerfen. Allerdings haben diese Herren von Recht und Verfassnn.i die a l l e re i ge n t ü m l i ch st en Begriffe. Das zeigt de,. folgende weitere Absatz ihrer Erklärimg, der im Wort- laut wiedergegeben zu werden verdient. Wir erheben ferner schärfsten Einspruch srgen eine ungleichmäßige Anwendung deS RcchtS nnch parteipolitischen Gr- sichtSpunkten, durch die Deutschland den Charakter eines Rechtsstaates verlieren würde. Das erdreisten sich dieselben Leute zu sagen, die über unverzeihliche Lässigkeit und Mild« der Regierung tobten, wenn diese der deutschnationalen Rachegier nicht ge- stattete, jeden Puffchisten von links ohne weiteres an die Wand zu stellen. Wir wollen unS aber mit dem deutsch- nationalen RechtSstoudpunkt befreunden und nur verlangen, daß die Teilnehmer am Putsch von Kapp und Lüttwitz picht härter aber doch genau so hart bestrast werden wie die Teilnehmer der Spartak! stenputsche in Berlin, München und anderwärts. Wir nehmen an, daß die Deutschnationalen in ihrem großen GerechtigkeitSoiefühl ohne weiteres damit ein- verstanden sein werden, daß Lüttwitz, Kapp, Troub, Bauer, Pabst, Bischoff usw. dasselbe Los er- leiden wie Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg. Landauer, Levin� nsw. So schwach und theoretisch gehalten die Verurteilung des Putsches von rechts herauskommt, so maßlos und auf- geregt wird die Kundgebung umgekehrt bei der Behandlung des Generalstreiks. Wenn ein friedlicher.Hausbewod- ner sich gegen«inen bewaffnet eindringenden Verbrecher mit einem Wasserstrahl zur Wehr gesetzt hat, so protestiert das deutschnationale Gerechtigkeitsgefühl gegen die Verfolgung des Verbrechers und verlangt strengste Bestrafung des Ueber- foEtenen, Ker unverantwortlich' die Nutze und Ordnung ge> stört habe. Natürlich nur, damit Deutschland nicht ,chen Charakter eines Rechtsstaates" verliere! Gegen Schluß der Kundgebung findet sich noch der schöne Satz:„Mit blankem Schilde gehen wir dem Wahl- kämpf entgegen". Dieser„blanke Schild" erinnerte uns an etwas, wir hatten eine ähnliche Redewendung kurz vordem gelesen. Und richtig, wir fanden diese in einem reich illu- � filterten, auf feinstem Papier und in prächtiger typographi- scher Aufmachung gedruckten Heft, das den Titel führt: ..Denkschrift der 2. Marinebrigade(Ehrbar d t)". Wer diese Prachtausgabe, die Zehntausende ge- kostet haben muß, und in ihrem Inhalt ein Gemisch von wüster antisemitischer Hetze und rohester V e r- herrlichung des Bürgerkrieges ist, bezahlt hat, das ist eine Frage, die auch einmal später untersucht werde» muß. Jedenfalls findet sich auf Seite S7 dieser Denkschrift eine Widmung, die mit der faksimilierten Unterschrift d«S Kommandeurs Ehrhardt gezeichnet ist. In ihr heißt es: Möge diese Denkschrift das Band der Kameradschaft, daS uns verbindet, noch fester knüpfen, möge sie ein Ansporn sein, das zmeite Jahr unserer Tätigkeit mit dem Vorsatz zu de- ginnen: Unser blankes Abzeichen soll und wird nein bleiben. Der„blanke Schild", mit dem die Deutschnationalen in den Wahlkampf ziehen wollen, scheint uns dem„blanken Ab- zeichen" des meineidigen Meuterers Ehrhardt so ähnlich zu schen wie ein Ei dem anderen. Luttwitz in Vorpommern. Ein neues Pntschzentrum. Die„Freiheit" bringt die aufsehenerregende Meldung, dah N-eneral v. Lüttwitz und Oberst Bischofs, die bekanntlich steckbrieflich verfolgt werden, stch i» voller Sicherheit im Kreise r'raitzburjj lRegieningsbezirk Stralsund, Borpommern) aufhalten. Lüttwitz hat dort die Fäden einer über da? ganze Reich anSgedehn- ten neuen konterrevolutionären Orgauifatiou in der Hand, während Bischofs als der befähigste Organisator der Pntschisten auf feinen Reisen über baS ganze Reich den AuSbau der Organisationen vollzieht. So wird nicht nur im Kreise tvranzbnrg und im Regierungsbezirk Stralsund eine bewaffnete Macht für die Zwecke der Konterrevolution geschaffen, so find nicht nur in Greisswald bereits mehr alS 500 Studeute« bewaffnet, so sind«och die gesamten Trnppenorgauisationen der Reichswehr in allerengster Begiehung mit dieser Zen- tralr der Konterrevolution. Die„Freiheit" behauptet ferner, daß die preußische Regierung von all diesen Borgängea seit mehr als acht Tagen eingehende Kenntnis habe. Ministerpräsident Genosse Braun sei durch de» Regierungspräsidenten von Stralsund»nd den Landrat des KreifeS Feanzburg eingehend unterrichtet worden und habe die Zusicherung gegeben, daß er unter Androhung deS Rücktritt? von der RoichSregierung die energischsten Maßnahmen verlangen werde. Trotzdem sei«och nicht das geringste geschehen. Hierzu teilt uns die preußische StaatSregierung ans Anfrage mit, daß der StaatSkommiffar für Sffentlichr Ordnung bereits seit zirka 10 Tagen die gründlichste Untersuchung der Angelegenheit, der er die grüßte Wichtigkeit beilegt, in die Wege geleitet und alle«aordnuugr« getroffen hat, die der Beobachtung und Verhinderung irgendwelcher reaktionäre« Pptsche in Bommern dienen künne». ' Diese Alwwort ist Wohl kaum geeignet, die Oeffentlichkeit zu beruhigen. Auch von dem ersten Lüttwitz-Putsch hatte ja der damaüge Staatskommissar für die öffentliche Sicherheit rechtzeitig Kenntnis erlqngt. und trotzdem war nichts zu semer Abwehr geschehen. Ob der Nachfolger des Herrn v. Berger, der Erste Staatsanwalt WeiSmann, sich bester bewähren wird, dafür lisgen positive Anhaltspunkte noch nicht vor. Auch damals hieß es, daß„alle Anordnungen getroffen" seien, und diese Anordnrmgen versagten restlos. Dar allem Der Ruf nach Zeuer. Von Valentin Trandt. Wenn man heute aus der Straße.Feuer" ruft, dann glomvt fqin Mensch mehr, daß eS irgendwo brenne; denn wer wird ein Streichholz mißbrauchen? Bisher haben sich die Gelehrten mit der Frage geplagt, wie der Mensch zum Feuer gekommen sei, bald wird man AbbanUungen darüber lesen, wer zuletzt im Besitz von Feuer gewesen sei. Mit solchen Phantasien trat ich in ein Gasthaus ersten Ranges, bestellte mir eine Tasse Kaffee und zog eine Zigarve heraus. „Bitte, Ober, etwas Feuert" .Was?", fragt er mit weltferner Stimm«, einen süß-elegischen Zug um die Mundwinkel..Feuer?" Und er strich sich durch die Haare..Bei den Trinkgeldern und d e n Löhnen? Aber wir haben unseren Feuerboy. Rufen Sie nur.Feuer"." Natürlich tue ich das. DaS könnt« man in der Stadt, in der sich die kleine Episode abspielte, weil dort die Feuerwehr gerade ab- geschafft worden war. Richtig kommt so ein Bengel in völlig rotem Anzuo heran. Hemdstulpen, Halskragen und Schuhe waren schwefel. gelb. .Bauern-, Bürger- oder Kavalierfeuer?" „Wie?" Gr legte ein Benzinbüchschen. ein« Schachtel Schweden und ein stlhorneZ Etui auf die Marmorplatt«. .Feuert' hallte eS au« einer anderen Ecke. „Schnell!" sagte der Kleine.„Zehn, zwanzig, fünfzig Pfennig!" .Bauernfeuer!" Eine Benzinflamme schlug an meine Zigarre. „Danke!" Ich schiebe einen Zchner hin. Fort war er. Und immer und immer wieder ertönte der Ruf:„Feuer". An meinem Nebentisch saß ein junger Herr, der für jede Zigarette Kavalierfeuer— ich hörte es auch Schieberfeuer nennen— verlangte. Neue Zeiten, neue ErwerbSmöglichkciten. Bald wird der Feuer- junge eine alltägliche Straßenerschernung sein, vielleicht auch von HanS zu Haus gehen. Fidibusse sind bei dem allmählichen Schwund deS Papieres sicherlich auch künstig nur noch in den Museen zu be- staunen. Der Feuerboy hilft unS wenigstens für einige Monate weiter. Z« Sommer steht er vielleicht mit einem Brennglas an den Ecken und verrichtet am Abend ein Gebet, daß kommenden Tages die Sonne wieder scheinen möge. GS kann auch sein, daß sich starke Raucher ein GlaS mit einem Feuersalamander in die Westentasche oder eine Feuerlilie inS Knopfloch stecken werden. An allen Fenstern prangt am Ende wieder das Pflänzlein.Brennende Liebe". Wer weiß? Freilich mag eS im kommenden Winter schwer werden. Aber wenn eS kein Feuer niehr geben sollte, dann braucht man ja auch kein Holz und keine Kohlen mehr. Die Kultur ist ein Ergebnis der Aenichgu und her Ksuph ein Exgchwa jpoa Kultur. wäre es Pflicht der Regierung gewesen, die Oesfenflichkeit zu alarmieren. Daß man üies beim ersten Lüttwitz-Putsch unter- lassen hat, war unseres Erachtens der größte Fehler. Wäre es geschehen, so hätte nicht Berlin in einer Nacht hilflos über- rumpelt werden können. Es ist W fordern, daß nicht nur der Staatskommissar für die öffentliche Sicherheit Wahl anch sehr nützliche und wert- volle Untersuchungen anstellt, sondern daß sofort die notwen- digen p o s i t i v e n S ch r i t t e zur Abwehr eines neuen Per- brechens in die Wege geleitet werden. Dazu ist in allererster Linie notwendig, daß nun sofort und mit ollen Mitteln die restlose Säuberung der Reichswehr von unzuver- lässigen Elementen und die Auflösung und E n t w a f f- nung aller am Putsch beteiligten Formationen erfolgt, daß sämtliche verfügbaren zuverlässig republikanischen Offiziere und Unteroffiziere herangezogen und die ausschlaggebenden Stellen mit ihnen besetzt werden. Der„Vorwärts" hat es auch in der Periode nach dem Kapp-Putsch an Warnungen und positiven Vorschlägen weniger denn je fehlen lassen. Aber geredet ist jetzt genug, jetzt muß unverzüglich g e h a n> delt werden. Wer jetzt nicht handeln kann, ist nicht an seinem Platze! * Zu der Meldung der.Freiheit" bestäbi-gen die.P. P. N.", daß eS richtig ist, daß am Karfreitag der Rogiovungspräsident von Stralsund, der Lamdrot des KveiseS Franzburg und der Stacrtskommrssar für Mecklenburg, Abg. Krüger, bemn preußi» scheu Ministerpräsidenten Braun gewesen sind und ihm dar» über berichtet haben, daß die Kappisten in Vorpomanern nicht abrüsten, sondern im GegerrteÄ aufrüsten, baß sie neue Zeitfreiwillige werben, und daß besonders die Greifs- walder Studenten noch geschlossen, zu neuen reaktionären Taten bereit, dastehen. Auch die Anwesenheit BischoffS wurde gemeldet, wogegen über den Aufenthalt v. Lüttwitz nur unverbürgt« Gerüchte vorlagen. Der preußische Minister- Präsident hat daraufhin diese Mekduagem sofort an die zuständigen Instanzen des Reiches weitevgeleitst, die alsbald einen Bericht über die bisher getroffenen Schritte veröffentlichen werden. Wie wir erfahren, hat Oberst Bischoff sogar die Frechheit be- sessen, durch zwei Mittelsmänner mit den Gewerkschaften Fühlung«nd Bcrlsandlunge» zu suchen. Natürlich ist er bei diese» glatt abgeblitzt. wie sie werben. In Ergänzung der Meldungen aus Vorpommern bringen wir ein Beweisstück dafür, das zeigt, wie die Verschwörer bei der Anwerbung von Anhängern arbeiten. Vor uns liegt das folgende Schreiben, gerichtet an einen Leutnant v. W. in Potsdam: Grotztogitten, dem 25. März 1000. Sehr geehrter Kam« ad I Nach Rücksprache mit dem Kommandeur der Abteilung Deutsch. meisten: kämm ich Ihnen miitteilen, daß Sie und Ihr Fveund bei der Abteilung eingestellt werdcm känmem unter der Bedingung, daß Sie sich zu unbedingtem Gehorsam d«m Kommandeur gegenüber verpflichten. Vorläufig können Sie noch in keine Führerstelle eingereiht werden, da dieselben besetzt sind, jedoch wird «S durch Werbungen, die stattfinden, möglich fem, Sie sobald als irgend möglich in«ine Führerstelle einzureihen. Es liegt also in Ihrem«igemen Interesse, möglichst viel« zuverlässige Leute anzuwerben zu ReichSwehrsätzem, jedoch möglichst keine Chargierten, Waffengattung einerlei. Rads., Feldart., M.-G., M.-W. und Kav. Bwingsn Sie also eine stattliche Anzahl Leute mit. Um Ihnen die Fahrt zu verbilligen, schlage ich vor, bei bekann« ten Offizieren sich Fahrtausweise für die Leute geben zu lassen. Für Sie beide lege ich zwei FahrtauSwsife bei, ebenso Urlaubsscheine. Nehmen Sie bitte so wenig wie möglich Gepäck mit sich, einen Zivilanzug auf die Reife und«ine Uniform und 3— 4 Garmtuven Wäsche. Von Königsberg aus fahren Sie nach Kuth, das ist eine Bahnstation vor Labiau, dort fragen Sie nach Großlogitte«, welches 8 Minuten weg liegt. Dort Meldung Ich mutzte noch eine Zigarre rauchen. .Feu« I Bauern feuer!* Der Rotgelbe kam wieder. Der Reaktionär der Rormeutheorie. Mit Karl Biuding, dem Leipziger Professor des Straf» und Staatsrechts, der dieser Tage starb, ist der markanteste Vertreter der klasstschen RechtSschule dahingegangen. Bienenfleiß und hervorragender Scharfsinn haben ihn zu einem der bedeutendsten Rechtsdogmattker gemacht. Hierin ruht seine Bedeutung Sein« Lehr- und Handbücher deS Straf- rechts und Strafprozesses, fein« zahlreichen Zeitschristen abhand- lungen, insbesondere seine Studien zur Lehre vom Vorsatz, der Verbrechenskvnkurrenz, der Urkundenfälschung, des Betruges, der Beleidigung der Mittäterschaft, Ansü-stung, Beihilfe(Urheberschaft) sind von dauerndem Wert. Er ist der Schöpfer der in einem dick- leibigen Werte niedergelegten Normentheorie. DaS Verbrechen ist Bindrng Verletzung der Gehorsams- Pflicht gsgenüber den Gesetze« des Strafrechts(Nonnen). Dies« rein formalistische Erfassung deS strafrechtlichen Systems läßt un- beachtet, daß die Strafrechtssätze nur der Ausdruck eines Macht- willens sind, der zum Gegenstand den Schutz der Interessen der Machthaber der Gesellschaft hat. Ohne diese von den Gründern dos Sozialismus onSgosproche«« und von den Vertretern der mo- dornen StrasrechtSschule aufgenommene Wahrheit ist weder ein Verständnis des vergangenen, noch deS geltenden Rechts, noch ei« solches bei Rechts der Zukunft möglich. Von seinem einseitigen Standpunkt aus, zu dem sich Bmding mit Stolz bekannte, hat er «inen erbitterten Kampf gegen die modern« Schule geführt, die das Verbrechen als soziale Erscheinung zu fassen, zu würdigen und zu bekämpfen suchte. An seiner Un. duldsamkeit ging er in seinem Kamtps gegen die„modernen Radi- kafei" so weit, daß er noch dem bekannten Münchener Vortrage von Lifzt, in dem dieser das Wort prägte:„die Scheidewand zw:- schen Verbrechen und Wahnsinn schwankt und fällt", in einem für die Studenten bestimmten Lehrbuch„im Namen der deutschen Rechtswissenschaft Protest erhob, gegen dieses ganz« Treiben, da» sich bei uns freilich noch kaum je m so evschreckender Nacktheit prostituiert hol". Den gegen die Willkür des Staates im Interesse der Rechts- sicherheit der Staatsbürger aufgestellten, im Strafgesetzbuch aner» kannten Grundsatz, daß nur die ausdrücklich im Gesetz ausgesühr- ten, aber nicht wesensähnlichen Handlungen bestraft werden dürfen (Analogievevbot), nannte er eine„unglaublich- Kurzsichtigkeit". DaS von den Liberalen propagiert« Schwurgericht verwarf er in feinem unter den Studenten weitverbreiteten Grundriß des Straf» porzesses als grundverfehlteS Institut. Statt weiterer Einzelheiten mag die Stellung BindinyS zur Schaffung eines neuen Rechts mil seinen eigenen allgemeinen Sätzen wiedergegeben werden:„Maßvolle Reform, aber unerschütterliche Feindschaft gegen Revolution und gegen alle, die zu ihr ausrufen, besonders die rechtlichen Niki- listen." Die rechtlichen Nihilisten aber waren ihm schon die bürgerlichen Resormpolitiker, wie v. Lifzt! Wir »erdanken Binding als Dogmatiker viel, als Rechtspolitiker aber hrtten wir nichts von ihm zu erwarten. SUjrsh DfcoxttilMi bei Lt. Meyer im Pfarrhaufe. Die Daten in den UrlaubSschoinen selbst ausfüllen! Ebenso die Fahrtausweise und Urlaubsscheine für die Leute, welche Ei« mitbringen. Den Alex Bulz nicht mrt bringen, da Truppe antisemitisch ist und Herr Bulz ein Israelit zu sein scheint. Mit bestem Gruß Frankel, Lt. in der Wtg. Dsuischmeister Großlogitten, Kreis Labiau(Ostpr.) Der dem Schreiben beffiegeitde Ausweis sowie der Urlaubsschein ist fälschlicherweise für die Unter» offizier« W. und K., die tatsächlich Offiziere sind, ausgestellt und von Hauptmann und Korpsführer Meyer unterzeichnet. Ms Zweck der Reise wird Urlaub angegeben, während es sich in Wirklichkeit um Einreih ung in einen Truppenbestondteil handelt. Zwei weitere Ausweise für Mannschaften sind dünn mit Blei» stift ausgefüllt, sc» daß sie von Leutnant v. W. für ihre Zwecke leicht abgeändert werden können. Wie aus dem Ähreiben hervorgeht, wird Leutnant v. W. aufgefordert, sich von be- kannten Offizieren die nötige Anzahl von Mannschaffsaus- weisen ausstellen zu lasten. Das alles beweist, daß hier auf illegalem Wege und heimlich Trupenbe stände und Mannschaften ange- warben werden. Zu welchem Zweck, läßt sich denke». Wohin treibt Hapern? Lieber Einwohnerwehr als Reichseinheit! Der Münchener Polizeipräsident, der dem Mintsterpräfidenten b. Kohr nahe steht, hat ein gemeines Hetzflugblatt des.Ordnung»» blocks' anschlagen lassen, ein Gegenplakat deS Bürgerblocks aber verboten. Die Demokraten fordern seinen Rücktritt und drohen mit Austritt aus dem Kabinett. Der Herr v. Kahr erklärte nach einer Münchener Depesche des„Lok.-Anz.*, die unlere sofort geäußerte Vermutung bestätigt, daß er mit der Einwohnerwehr stehe»nd falle. Für ihn gäbe es kein Berhandeln. Der HandekSminister Hamm(der Freitag beim Reichspräsidenten war), sei beauftragt, dies in Berlin mitzuteilen. Bayern werde seinen Standpunkt wahren, selbst auf die Gefahr ines Riffes hin. In einer Versammlung der Einwohnerwehr in Fürstenfeldbruck bei München erklärte Oberstleutnant Wörner: Wir geben die Gewehre nicht her, auch dem Teufel nicht, llnd will sie der Franzose, er komme und hole sie! KreiShauptmann von Oberbahern, Generalleutnant Jehlin, schloß mit den Worte«: Die Auflösung der Einwohnerwehr wäre Selbstmord. Süüöeutjchlanö für Einwohnerwehr. Wolff berichtet über die Konferenz der süddeutsche« Rogiermv- gen in Stuttgart: Unter dem Vorsitz de? StmrtSpräsidsn'ten BloS nahmen die Regierungen Bayerns, Sachsens, Württembergs, Badens und Hessens einmütig gegen die französische Rote Stellung, welche die Auflösung der Einwohnerwehren verlangt. Dies« sind als Schutz gegen Ausschreitungen und Veubrechen aller Art ausge- stellt worden. Die versammelten Regierung«« erklären die Auf- lösung für unmöglich, da diese für erheblich« Teil« Deutschlands gleichkedeutend mit dem Zufanrav.ubruch der staatlichen Ordnung sei. Di« Staatsregierungen(.-erlangen von der ReichSregic- rung, daß diese erncut mit dem Obersten Rat der Gesamtentente. im Verhandlungen oimtvitt. um den Fortbestand der Ein- wohnerwehven zu sichern. Di« Konserenz kam ferner nach ein- gehender Aussprache über die gegenwärtige politrscbe Lage zu folgendem Ergebnis: Die in Stuttgart vertretenen Regierungen protestieren gegen die neuerdings erfolgte feindliche Besetzung der Bezirke Fnanffurt a. M. und Darmstadt, die weder durch dcrS Rheimlandabkoanmen noch durch den Friedensvertrag gerecht» fertigt ist. Di« Regierungen erklären, daß sie allen Maßnahmen der Reichsregierung zur Wahrung der Reichsinteressen zustim- me» und jeden Bersuch, Süddeutschland vom Reiche zu trennen, mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Bezüglich der allgemet- nen wirtschaftlichen und politischen Lag« verlangen die ver- tvetenen Regierungen, daß streng der RoichSverfassung gemäß Staatsstreichler n. a. Da? Wort Staats streichler soll nicht, wie hier kürzlich angegeben, ein« Neubildung sein, sondern— wie uns ein älterer Genosse mitteilt— bereits in den ersten Jahrgängen deS. Volksstaats" und vorher im„Demokratischen Wochenblatt" von Wilhelm Liebknecht(bezüglich Napoleons u. a.) angftvendet fein.— Auch für die Bildungen Hamsterer und die Ableitungen auf— ler treten verschiedene Zuschriften«in, die sich auf d«n Sprachgebrauch und das Sprachgefühl beziehen. Dabei wird auf den Unterschied zwischen„Abstinent"(einer, der sich des Alkohols enthält) und„Abstinenzler"(einer der gegen den Alkohol Propa- ganda macht) hingswiesen. Neue Filme. DaS Uniontheater Kurfürftendamm glaubt dem Berliner Geschmack an„Indien" nachkommen zu müssen und bringt einen Film.Indische Rache" von Licbinann und Jocolby. Es ist in Wahrheft ein Indien in Berlin und hat mft dem wirklichen Indien gemein, daß die Leute dort auch aus zwei Beinen gehen. Diese? Film-Indien äußert sich sehr hin tertre vpenhaft in einem vacheschnaubcinden indischen Fürsten und in«inem indischen Boll, das in der Hauptsache aus wenig bekleideten Tänzerinnen besteht. DaS Voll hält sich meist in dem Tempel einer Göttin auf und tanzt ihr und dem Rachefürsten etwas vor, was in Film-Jndien die vornehmste Beschäftigung ist. Sonst wird in dem Film viel Gewalt an Leuten geübt, die nichts dafür können. Es wird nach Gebühr geschossen, gefesselt, verfolgt. Die Fabel ist Kientapp. Einige Bilder sind sehr hübscb und geschickt inszeniert, mft Ausnahme der in Indien spielenden, die sich als minderwertiges amerikanisches Klffchs« darstellen. Die Darfteller üben meist artistische Künste, gang besonders die Hauptdarstellerin Edith Meiler, die meist zwischen Leben und Tod schwebt und ein unglüMchsS Gesicht macht, was Seelenschmerz ausdrücken soll.�_ k. Theater. Der Vorverkauf der Karten zur Erftanffübrunq von Mchard Strauß'.Frau ohne Schatten� w der Staatsoper beginnt beute an den üblichen Verkaufsstellen,— Die Vorstellung des Alafsif ch en T b e a i e r s„Eö? von Bcrlichingen', die wegen der Märzunruhen aus- fallen mußte, findet nunmehr am IS, April, nachmittags 2'/, Uhr, statt. Die dentlche Künstlertagung in Berlin. Die große Tagung der deutschen Künstler als Protestkundgebung gegen jede Entrechtung der Kunst wird am 17, April in Berlin stattfinden, Einberuferin ist die Allgemeine Deutsch« Kunftgenosfen'chast al« älteste der großen BerufSoeriände der bildenden Künstler, Alle deutschen Künstlerverbände find zur Entsendung von Delegierten eingeladen, Die Leitung des Goethe,«nd Schiller-Slrckws. die durch den Tod Rudolf Schlossers verwaist ist, wird vorläufig von Prof. Dr, In l i u» Wahle gefiibrt werden, der an diesem für daS deutsche Geistesleben be» deutsamen Institut schon seil Begründung tätig ist. Eine Richard-Debmel.Feier findet am 13. April. 8 Uhr, im Deutschen Lyzemn-Klub statt, Rezitation: Ida Drucker und Dr. Ella Spiro. Die ArüvjahrSansstellnng der Berliner Sezeffio». die wieder«« der Graphik und Plastik gewidmet ist, wird Ansang Mai eröffnet. Kriegsdlinden'Konzertr sanier der Leitung Rodenbusch) finden am IL. April, 7'/, Uhr adendS, in den PrachttSIen deS Westens, Spichernfw. 3. und am LS, April in der Philharmonie statt, Borsicht beim Kartenkauf l Polizeilichen Ausweis fordern, da letzthin bctrügeriich nachgedruckte Karten vertrieben wurden, DaS Berliner Mandolinrn- und Lauten- Orchester gibt am 13, April, 7ft, Uhr abends, im Konzertsaal der Hochschule für Moftl, Fasanensw. 1, sew drilttS Konzert. Da« Programm zeigt da» Ziel de« BerftuS. daS aus Hebung der Rlmdolwm-Lautenmujik bedacht ist. Nr. 1$5* 37. Jahrgang 1. Heilam des Vorwärts Sonntag, 11. �prll lH2H Die Ausdehnung der krsnken- verjlcherungspßicht. Von Prof. Dr. C Hajes, Berün-ZÄöneberg. In dem Aufsatz von Richard Meier. M. d. R., über »Die Krankenversicherung"(„Vorwärts" vom 9. April) wird die Notwendigkeit der Erhöhung der versicherungspflichtigen Einkommcnsgrenze auf LOOOV M, Jahresverdiensl begründet. Leider wird die Frage, welche Folgen diese durchaus zu de- grüßende Erweiterung der Krankenversicherung— es sollen ja außerdem auch sämtliche Kriegsbeschädigten den Kranken- lassen zur Behandlung überwiesen werden— auf die Lage des Aerztestandes ausübt, nur flüchtig gestreift. Es heißt dort:„Die Aerzteschast, welche der?lusdchnung der Versicherungspflicht in der Regel ablehnend gegenüber- steht, wird sich mit der Erhöhung abfinden müssen. Man wird darin auch kaum eine unbillige Einschränkung ihrer freien Praxis erblicken können, denn bei dem weitaus größten Teile der in Betracht kommenden Personen handelt es sich um solche, die bereits früher versicherungspflichtig waren und deren Einkommen nur inzwischen ohne gleichzeitige Besserung ihrer allgemeinen Wirtschaftslage gestiegen ist." Wenn in der Aerzteschast Beunruhigung eingetreten ist, so beruht das nicht an sich auf der Erweite- rung des Kreises der Versicherten, sondern auf der Erfahrung, daß bei den meisten derartigen Maßnahmen nickt die berechtigten Interessen der Aerzte gewahrt worden sind. Diese Befürchtungen erscheinen um so begründeter, als bei der jetzigen Neuregelung die berufenen Vertreter der Aerzte- organisationen nicht zu Rate gezogen wurden, eine Tatsache, die um so auffälliger ist, als wichtige gesetzliche Maßnahmen unter der heutigen Regierung nicht ohne vor- hcrige Anhörung der betreffenden Berufsorganisationen durch- geführt zu werden pflegen. Und was den„Handarbeitern" recht ist. sollte unter einer sozialistisch-demokr rt i'i;!v.'n Regierung den„Kopfarbeitern" billig sein!— Gerade wir sozial ist i s ch e n Aerzte sind von jeher siir eine Erweiterung der Krankenversicherung und für die obligatorische Fcimilicnversichcrung eingetreten. Wir haben aber als berufene Berater der Arbeiterschaft in hygienischen Fragen die Pflicht, davor zu warnen, daß durch ungerechte Behandlung der Aerzteschast schwere Schädigungen der Volks- gesuudheit eintreten. Nur der wird seinen Beruf mit Lust und Liebe aus'iben, der sich durch seine Arbeit eine gesicherte Eristenz zu schaffen vermag. Wenn weite Aerztekreise sich gegen die Ausdehnung der Versicherungspflicht sträuben, so geschieht es deshalb, weil sie befürchten, daß die unzulängliche Bezahlung, die sie jetzt für die Behandlung der Krankcnkassenmitglieder erhalten, nicht nennenswert gebessert und ihnen das Einkomnieri aus der Privatpraxis erheblich vermindert oder fast völlig gc- Nammen wird. Für die Behandlung der Kassenpationten gilt heute leider vielfach das Wort„billig und schlecht". Wenn man bedenkt, daß in Groß-Berlcn für die Behandlung eines Kassenkranken heute im Durchschnitt für einen ganzen Monat 3,50 M. bezahlt werden, so wird man die Erregung der Aerzteschast begreiflich finden. Nur relativ wenige Aerzte übten bisher a u s s ch l i e ß- l i ch eine Krankenkassenpraxis aus; taten sie es, so waren sie überlastet, und die Behandlung der Patienten ließ viel zu wünschen übrig. Das„Kassenlöwentum" mit allen seinen Nachteilen wurde daher von Kassen- und Acrztcorganisationen allerdings ohne Erfolg— bekämpft. Die weitaus meisten Aerzte betrieben jedoch ihre Kassenpraxis neben ihrer Privat- Praxis und erwarben sich letztere zum Teil durch sorgsame Behandlung ihrer Kassenpatienten. Durch die bessere Ve- Zahlung seitens der Privatpatienten wurde dabei ein Wirt» schastlicher Ausgleich geschaffen. Bei der Erhöhung der Ver- stcherungspflicht astf 20 000 M. fällt aber bei dem größten Teil der Aerzte, besonders bei Einführung der Familien- Versicherung, die P r i V a t P r a x i s fort. Es ist irrig, wenn Richard Meier darin keine unbillige Einschränkung der freien Praxis erblickt; die von ihm selbst angeführte Tatsache, daß„die zur Sache gehörten Kassenverbände sich allgemetn'für eine Heraufsetzung bis zu 12 000 M. ausgesprochen" haben. ist wobl der beste Beweis für die Unrichtigkeit seiner Annahnrel Mit der Tatsache der Erhöhung der VcrsicherungSgrenze werden sich auch diejenigen Aerzte abfinden müssen, die nicht ivie»vir sozialistischen darin einen hygienischen Fortschritt und einen Schritt, der uns der Erfüllung einer Forderung des Erfurter Programms näher bringt, erblicken. Einig sind aber alle Aerzte darin, daß darunter die Berufsfreudigkeit des Aerztestandes nicht leiden darf, denn letzten Endes sind es die Kranken und die Volksgesundheit, die unter einer Ver- elendung der Aerzte zu büßen haben!— Handelte es sich bei dem neuen Gesetz nur um die Verschlechterung der Wirt- schaftlichen Lage eines geringen Teiles der Aerzteschast, so»vürde das auf die Volksgesundheit keinen erheblichen Einfluß haben; es müßte dann nur eine entsprechende Fürsorge für die Not- leidenden einsetzen. Die neue Erhöhung der Versicherungs- grenze greift aber in die wirtschaftliche Lage fast aller Aerzte enipsindlich ein. Will mau aber das heute noch oft fehlende soziale Verständnis zahlreicher Aerzte für s o z i a l h y g i e- nische Fragen, das ebenso wichtig ist, Ivie die gründliche Behandlung der Krauken, heben, so muß man die ärztliche Tätigkeit genügend bezahlen. Nur so kann die Eriveiterung der Versicherungspflicht zum Segen für die Volksgesundheit werden. Es muß endlich das Gefühl, daS heute bei den meisten Kassenpatienten besteht, daß sie als Patienten zweiten Grades behandelt»verdcn, und das eben auf den Folgen der ungenügenden Bezahlung beruht, verschwinden und daS Bewußtsein Platz greifen, daß eine gute Houorierung des Arztes eine sorgsame Behandlung verbürgt. Da die neuen Bestiminungen bereits am 26. April d. I. in Kraft treten sollen, ist eZ höchste Zeit, daß durch gemein- same Arbeit der berufenen Organisationen der Krankenkassen und Aerzte ein entsprechendes Äbkoinmcn getroffen»vird, da- niit die Aerzteschast nicht mit Angst und Sorge um ihre Existenz, sondern mit Arbeitsfreudigkeit an ihre neue Aufgabe herantritt. | Berlin C 2 Breite Straße Rudolph Hertzog Berlin C2 Brüderstraße COOOOOOOOOOOOOCX>XOOOOOCX>CX>C XX>OOOOQOOOOOOOOC03(»OClOCXX)OOOOrxX>XiCOOOOOOOOOOQCOOCIOOQOOOOOOC>OOOOOCXyjOCXXXXX>C<)Cch:r Zarben auswahl. Schwer fallende Gewebe für Kcstllme und Mäniel in neuen Straßen« färben. 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Mtw,: SchloU Wetterstein Donnerstag; König Nlcolo. Freitag: Schloß Wcttersteln Sonnabend: Könige Nicolo. Stg; ScliloS Wetteratcia Nachm.: Erdgeist Montag:„Sic". KomMlenhaRS 2 Uhr: Liselott von der Pfalz. Der Herr Minister (Bax Pallenbcrj;) Bsrlber Theater 3 Uhr: Bummelstuilenten. 7 Uhr: Der letzte Walzer. Fritzl Massary, Otto Storni, Hans Waismann. TrienoE-Theater. Bahnhot Friedrichstraße. Heute 4 Uhr, kleine Preise; Herrschntll. Diener ges, Täglich VjS Uhr: Karrha Residenz-Theater. -ladtbahn jannowitzbrUcke. Heute 4 Uhr, kleine Preise: Der gute Ruf. Täglich V»8 Uhr; Die Rascliliofls Eck. Friedrich- u. Linienstraße — r- Täglich?>/,:- nie abgetretene Freu Zwangseinquartierung. Oh dletser Sfowack! mit Ferdinand OrOnecker In den Hauptrollen. Caslno-Theater Lothringerstr.37. T»gl.«/.8U.: Der neue Possenschia.er: Sin alte? Sünder Vorher erstkl. Spezialitäten. lies Staraer, Komiker. Sonntag 2: Onkel Moritz. Theater am Kottbuser Tor Tel.: Moritcplatx 14814. Jeden Abend 7Vz Uhr; SUte-Sän�er. Horst, Ruselli, R.Schrader.Seidel, k Schubert, Riesa Rathke, B.Waiden, f CugenBeckera.Cast Sonnt, nehm. 3 U. ermäßigte Preise. >t Blüthgcn- Konzert:t Beginn 7.10 Uhr. Vorverk. 11— I1/. u. 4— 6 Uhr. Braunes Diele Alexauderstraße 55. j Direkt.: Karl Helnzlus. j t( ii di ¥ k M II H W L,J Paol Coradini Herta Löwe Lents Naumann Else Katschern Geschwlslür Winter Max Tobten Erna Rcneta Musik: Uasa Sagawc Volksbühne Theaier am BUiowplatz. 3 Uhr; Der Liebeltrank. vu.: Nach Damaskus Ussino-Tlieater. 3 Uhr; Der rote Kahn. 7'. uhr: Pygmalion. Montag 7 Uhr: Wozzeck, Die Buhlschwester. Dienstag T/.: Pygmalion. Mittwoch?>/,: Pygmalion. Donnerstag 7 Peer Qynt. Freitag 7'/.! Pygmalion. Sonnabend T1/.: Pygmalion. Sonntag 7'/.: Pygmalion. Montag 7 Uhr: Peer Qynt. Deütsciiss Rlinstler-Tliealer 3 Uhr: Dies Irae. A7?' uh": h Menagerie (Adalbert, Gütz, Haack, Kon- schewska, Fischer, Morgan, Herrmann)_ Rose-Theater. 3 Uhr: Wilhelm Toll. ?>/, Uhr: Das Lied der Liebe. TU Uhr CentrRl-Theater 7v. u.: rrüalein Puck. Uentschoa Opernhaua 7V. uhr; Mignoa. VI«- Iribüne 3 Uhr:„Die Wandlung". tv. u,: Franziska. T.Icii-Thvater. Sonnt 3 Uhr:„U. A. w. g." vu u.: Die Dollapprtesln F'rledr.-WUhcimnt.Tb. I'Aülir: Evchen Humbrecht ILIcincn Theater. 3 Uhr; Baumeister Solneis. {Jh'r: Die Plarriuuiskomäille. 10. Schauspielhaus. 3 Uhr: Jetlchen lieberl. 7V.Uhr,„1913". Komlnvlte Oper Stg. 31/.: Schwarzwaldmädei. W- Wenn Frsuea träunien I-u»t«|»lelhnuR Arnold Rieck in Zwangselapartisriiiig. Jtetrojx.l-Theater. Sonntagnachm. 3 Uhr: Charleys Tarne m. Thielscher 1 Uhr: Sybiil. 'Venen Operettenhaan Stg. 3>/z. Die Dame vom Zirkus Mia Werber als Gast in vu u.: Bis kleine Weit. Aeecs Volkatheater vi, uhr: Das Paradies SrUiller-TUeatn C'harln 3 Uhr: Wk es euch pcfällt. 7'/, u.: Die Rahensteinerin. Thnll i»-Thenter 3 Uhr: Der Hochtourist. tv. u.: Die cärrisshe Liebe Th.nm Xollendorfplnti! 3V.: Wo die Lerche singt. VI, Uhr: j[}cj»&/cfQefrcJ5fe Theater des Westens Stg. 31/.: Die lustige Witwe, vi, u.: Dlefran Imllermeilii Walluer-Thenter Stg.3V«:Qelähom MiaWerber. uil? Eine Balinacht. WaUfalta-Tfaeater. 3»/» Uhr: Die Ehre. 71/3 Uhr: Der Rastelbinder. Turmstr. 12 Bruno Xastr.er in Allerseelen. Potadamer Str. 38 Die Rache der Maud Fergusson 8. Teil des großen Films Alexandcrplatz-Passage IS.lKerriiid.AVeU Mm 7. Teil, wam VerbanililefFp.Voiksbübflen Sonntag, btn 11. Aurii 1920, nachm. 2V. Uhi Dentfche» Opcntfiou«: Di- oertaufte Braut. Schauiutclbaus(Staatstheater) Die Braut von Meffina. Nachm. 8 Uhr: BaiEabÜhne: Der LiebeelranL Leffing-Theater: Der role Hahn. Kiinstier.Theaier: Dies irae. Friedr.>Wiihelm(i. Th.: Diezärt- iichen Berwandten. Th. b. Weil.: DK iusiige Witwt. Schiller-Th. Thar!: Nonburg: Wie»» euch geMl. Neues VolEsiheater: Die Hoffnung auf Segen. Volksbühne, wochenfaq» abends oom 12. bis 17. April: Götz ton Berltchtngen. Nach Damaslus. Dnge» und sein Ring. APOLLd j Theater j Direkt. James Klein j 1 Täglich V/t Uhr. i iüpril 1920 1| Das Welt-Rätsel CirmJUmh Stg. 2 Vorstell. 3'/, II. 7VjU. In beiden Vorstellungen: Das SM ÄpFlf-Progr.! und zum Schluß: Mv Wilddieb* in 5 Akt. u. 1 Apotheose. Die WunderfontAno und Ihre Oehelmnlsse. Nachm. ein eig. Kind frei. Heute erhöhte Preise! Schall uRaneh im Großen Schauspielhaus, Karlstr.- Schitlbauerdamm Telephon: Norden 8543. Wie deranf treten Paul Graetz Oscar Sabo Anita Berber Mady Christians u.a. MusikXeit.; Friede. Holländer. Beeten 8','» Konzertbeg. VI, v. Winter Qartew Heute 2 Vorstellungen | Die einz. Gedanken leserln der Welt Teleplicnireiiilefl Ins Jehre 1910 1 Vorsicht bsi Besprächen unter Mitwirkung d bek. Flimgrößen jjValy Arnheiml Xlarsa lindt r Kunst u.Schönheit' Erika DENNISSON in Ihren Tänzen. 4 ArUonis Schleuderbrelt-Akr. 3 Sruhns drei'ach Reckakt. Serringion j Weltra. d. Raafahrk.' 2 Ossnois Exzentriker. 4 Sandminas Schönheitsakt. Sonntag 3V, Uhr i. Erwachs, i Kind frei| Z'/, Uhr Kleine Preise. Kind. d. Hälfte! 71» Öhr Varlet«5-!4 plelplan Rauchen gestattet i 1 Komödie i. ein. Aufzug j von Hans Hansen. In der TItelroliL: > Julius Palkenateln |Adi-Haus Taubcnstr..14— Ztr 1052 Unter d, Linden 22/23 Dir. M. S o I i m a n 1 UrautfOhrungen Qesellschaltsdrama in S Akten. Hauptrollen: Liane Haidt Wilhelm Kljtsch „..MsHä!!, ei sie liste!" Drama in 3 Akten. Hauptrolle: Wanda-Treumann. ...................... Käte Blank Eniron Back OlllI Pi-onlo Hrinz liertwljg Elp u. Edila llrnry WolB Elescl Eve Paul KUckmann| KMtchrn Esten SJ Pohlcy» Adi Elebans Meisterquartett Adolf gteban| REichsl5all.-Theater Heute nachm. 8 und abend» 7 Uhr: Ttettiner Sänger. I Nachmittag» l'- ecwaiilgU'-llrci t fi. Weine, Ii. Küche Mocca, Tee, Schokolade| | Anlang 7 Uhr 1 Varlet6-C"af<5 oritzpktz ♦«ranten»tP.5a/55� (Wertheimhaus) ♦ Täglich 7, Sonntags 4 Uhr| Das sensationelle i Variet�a t j Programm.\ 4V| bis 7 Uhrt f Tanz«Tee. t C SEINIG väorntie;gu.m,be0ihh.0ShECühbeer„Bewußtes Lkhku und Denken 7-8 Uhr abends. Montags; Dresdener Str. 113(Beginn: 19. April); Mittwochs: Niederwallstr. 12(Bcg.;21. April); Freitags: Charlfcg�Witziebenstr.35(Beg.: 23.April). D LI UT KurfOrstendemm 26 Kammerllchtsplele am Potsdamer Platz U.TNollendorfDlatz4 Indische Rache 5 abantauorlicha Akte von R. Liebmann n.Qeorg Jacoby mit Gdith Melier/ Harry Liedtte GeorgAlexauözr/Losespeierhanns Us�te:(Z s o v y»1»«- o h/ IVIo-artsssizun Noilendorfpl&tji Maria Masv'aiene nach Friedpich Hebbel U.T Fiiedricbsirftsse 1 i- 0 Gefesselte Manschen Drama in 6 Akten Haaptdareieller: Damen. Dorsch, Konstantin, Brüning Hemn: Katser-Täts,»srtmsnn, Piegeflmann U.T Aloxanderplati U-T Weinbergeweg 16 und ochöneberg Die Rose des Ostens Ein Liebesromau in 5 Kapitoln In der Hauptrolle: Lilly HaflSChka Romeo und Julia im Schnee Lustspiel voaHanns Kräly und Ernst Lubltsch mit Lotte Neumann Regie: Ernst l.ubltsch U.T 11 a s e n h e i d e 26 Die letasten Kolcxags Schauspiel in 4 Akten mit Ellen Rietet ter» Harmann Valentin/ Vieler Jansoo Regie: Alfred Halm Leo und seine zwei Bräute B. B. Lastspiel Wochentage eb 7 Uhr/ Sanntags; Beginn 4 Uhr Das groiite Kino der Welt" Pobdamer Str.7 2» Hochbahn Bülawstr. Der Dämon der Welt sensationelles Zirkusdrama. O du Quetschfalte meines Herzens 8alIiumsKaxn.Xoritz KonimandantenHtraBe 58-50. Schönstes u. grüßt. Ballhaus Die gute SaUmusifc. = Bechetelnsaal. o Uederabend Morgen, Montag, 8 Uhr; AQNES SCHULZ- d Schubert, Mendelssohn• Bertholdy, Brehms, uo Schwer«, Koennecke, R, Trunk. Am Klavier: Prot. Ed. Böhm.? Z Kart 6, 4, 3, 2 M. u. Steuer b. Bote 4 Jock,Werth, Abendk. Großes Fchauspielhaus Direktion: Mük Rtmharöt Vas Atonncmtnl für öle nächste ÄplrlzrU Ist twfgtltgt Stch« Abtnövprsteflungtn/ Sechs oerschleffme Stücke Gstthe: kgmont/ Schilftr: Vi» Räuber/ dhafe- fptote: Cm dommetnnchtsfrnum/ Cniätton: 0a< leben rw Traum/ Romain Rollanö: Vantan/ Grrh. Hauptmann; Kiorlan Srtitr(Änörrungen vorbrhoUeo) ragen«7,80 m.- also 11,80 m. pro Rbm»(ÄaiTenpt. 24,«V1 paerett«7,80 IN.- also 11,30 m. pro Bden»(«assenpr. 24,80) Balkan 30,40 M.- aisa 8,40 hl. uro(Iben»(Kafrcnpc. 17,60) I. King 82,40 M.— also 5,40 VI. pra Boen»(äassenpr. 8,SOZ 2. King 19,20 m.- also 3,20 IN. pea Bbrnoiäassenpr. 5,40) 3. Ving 12,50 M.-also 2,10 M. pro flbenSfKaffenpr. 8,20) Bei«er Geganilotlan 0»a flbannementa ist Sahir Sorge g«. tragen aap aa3, jtdeniimten fptr.rer Neteilungen Irührra Fiiftiihrung.n e-nia tv.rkea eehaiicn. bat Pbonn.mcnt ist überttaghor. Der verkauf per stbonnernrnte Hnöei im SroHen Schau spielhaiie(auch Sonniagal aan>0 bi« S Uhr vorn:, un» 7 bia? Uhr almiSa unA an»er Theater. lasse)!. Werthelm, reipziger Straße, statt. «OUO V�'olt, Hajenhetde 108/114. vonnerstaD. den 22. April, abenb«?>,, Ahr: Mgvtt'Adevs m Sem M VensisvsWe des blUzller-Nihesleis. Dir.: Pen! Schetepklug, Eot.: B. Leubenthel(Senat). Hart, ä A. 3,30 finb zu!>ab„> In der.Freiheit�. 48VD XiclaÄÄiJäel© amesMileiiPal� 2. Woche! Sie Tänzerin Sarberina uaok dOlngieiebnaruigsn Roman von PauS Fat den Film In 7 Abteilungen vom Terfaseer bearbeitet "u«: Lyda Salmonowa Wochentagt> 7 und 8% Uhr/ Sonntags: 4 Ükr Vorverkauf II bis I Uhr «aststseta, 3SaUn, ßnb M< �onndorf- Betriebe ' 2lmo Tonndorf• »«llllllDOFf«s Unter de» Linde» S« Kaffee. Diele- Dar �kdendn Ä�einmÜlefkuuraAel Nachm.» u. Abend-�onzere« Kapellen Ufchmaan.TZagner Eifien« Wiener Bäckerei k Koffee.Zubereitung nach Karloöad« Art. Allfeitig gerühmke VerpflegonO. Kmllell-WMant Unter den Lind.« 44 »nd Friedrichstrah« 67 Vornehmes Wein- und Bier- Reflaurent Gepflegte«cht« Viere > Spezialität: Pilsner Urquell < Gesellschaftszimmer �Mittag-». Abendmatit. , Ikslu Wein/, wang, Sonntag, 11. Apill, nachm. 3 Uhr Nr. ISS ♦ 37. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Sonntag, 11. �prUlH2S GroßSeeün Zunehmende Lebenemittelknappheit. Der Magistrat bimt vor. In Anbetracht der stetig bedrohlicher werdenden Lebens mittelnot mutz es als besonders erwünscht bezeichnet werden, datz die Siadt Berlin in der Lage ist, wiederum getrocknetes Gentüie, zunächst getrockneten W e l tz I o h l auf den Markt zu bringen. Die Verteilung von zunächst einem Viertelpfund zum Preise von 70 Pf. erfolgt als Kartosfelersatz für die nächste Wo ch e. lim alte Vorurteile zu zerstreuen, sei darauf hingewiesen, datz der getrocknete We:tzkohl von einwandfreier Art ist und, wie durch zahlreiche Versuche festgestellt ist, sich bei richtiger Zu- bereitung nicht im entferntesten von frischem Gemüse unterscheidet. Die Zubereitung ist ganz einfach und macht keine Arbeit, da das lästige Putzen ersparr wird. Das Gemüse wird 24 Stunden gewässert und dann in demselben Wasser, waS dringend zu beachten ist, wie frisches Gemüse gekocht. Das Gemüse ist be- sonders billig, da Piund getrocknetes Gemüse etwa 2 bis 21/3 Pfund Frischware entspricht. Die Bevölkerung kann nur, nachdem die Lagerbestände der Kleinhändler an Trockengemüse im Lause des Winters stark geräumt sind, dringendst darauf hingewiesen werden, die Gelegenheit, sich vorsorglich für etwa kommende knappe Zeiten einzudecken, nicht vorübergehen zu lassen. Wann kommt das Tumultschadengesetz? Der Deutsche S t ä d t e t a g hat bei der Nationalversamm- Iiing erneut dringend beantragt, die seit über ein Jahr schwebende r e i ch s gesetzliche Regelung der Tumultschäden zur Verabschiedung zu bringen, um die Gsmrinden von dieser erdrücken- deir Last zu befreien. Es ist wohl zu hoffen, datz die Verfassung- gebende Deutsche Nationalversammlung in der Lage sein wird, die>e Begleiterscheinungen der Zeit der Staatsumwälzung noch im Verlauf der ihr vergönnten Arbeitsfrist einer befriedigenden geietz- Ilchen Lösung zuzuführen. Ein Ultimatum der Groh-Berliner Kassenärzte. Die Erweiterung der Versicherungspflicht bis auf 20 000 M. Jahreseinkommen hat die Berliner Aerztefchaft, so- weit sie m einem vertraglichen Verhältnis zu den Krankenkassen stehen, in grotze Erregung versetzt. Sie befürchten, datz dadurch ihre Privatpraxis sich erheblich einschränken und ihr Verdienst sich dementsprechend vermindern lvird. Auf Grund eines Be- schlusses, den die Aerzte in einer am Freitagabend im Rhcingold stattgefundenen Versammlung gefatzt haben, haben sie im Laufe des gestrigen Tages in einem Rundschreiben an sämtliche Berliner Krank snkassen, die mit denselben geschlossenen Verträge für u n- gültig« n d y im f S H ig erklärt, Sie stützen sich in ihrem Vorgehen auf den§ 02g des Bürgerlichen Gesetzbuches, der die Hm- tälliqkeitserkkäruug eines Vertrages gestattel. wenn wichtige Um- stände eingetreten stnd. die bei der Vertragsschlietzung nicht voraus- zusehen waren. Den Krankenkassen wurde eine Frist von 10 Tagen gestellt, innerhalb der sie sich herert exklären müssen, in Vevhand- lungen mit den Aerzten einzutreten, die wiederum die Dauer von 0 Wochen nicht überschreiten sollen. Sszialüemskratifther Wahlverein Teltow-Seeskow- Storkow-Charlottenburg. Sonntag, den 25. April 1920, vormittags 0'/3 Uhr. im Patzen- bester Ausschank, Fidicinstratze 2, G«»eralver,ammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur bevorstehenden Reichstags- Wahl iAufsteNung der Kandidaten). 2. Anträge der Ortsvereine/ Anträge zur Generalversammlung und Vorschläge sür die Reichs- tagskandidaten müssen bis zum 2 0. Avril 1 920 dem Sekretariat. Berlin W 9, Bellevuestr. 7, Zimmer 18, übermittelt sein. Die Verteilung der Delegierten richtet sich nach§ 5 des Organi- iationSstatuts des Zcntralwahldereins Teltow- Beeskow- Storkow- Cbaclottenburg. Der Vorstand deS soz. Wahlvereins für Tektow-BeeSkow-Slorkow- Charlottenbnrg. I. A.: Möbus. Ter Millionensegen. Die vier Hauptgewinne von je 1 Million Mark der Deutschen Spor-Prämien-Anleihe von 1919 fielen in der Z'ebung vom 27. März auf G ruppe 1415 Nr. 2 50 Reihe V und die vier Hauptgewinne von je 500000 Ma rk � aus Gruppe 1006 Nr. 07 Reihe.A.— D. Die Millionen- g-winne wurden an das Publikum durch die P r e u tz i s ch e Staatsbank. die Disconto-Gef ellschaft. die Dresdner Bank und Delbrück, Schickler u. Co. ab- gesetzt. Ein Treffer blieb in Berlin, während die drei anderen nach den verschiedensten Gegenden Deutschlands fielen. M'l den vier Hauptgewinnen von je 500 000 M. ist hauptsächlich S ü d» d eu t s ch l a n d bedacht worden. Der Falkenhngener Massenmörder geistig gesund. Der Falkenhagener Mörder Friedrrch Schumann, dessen Moidlaten noch in irischer Erinnerung sein dürften, wiro uun doch von der strafenden Gerechtigkeit ereilt werden, nachdem sein Versuch, den Geisteskranken zu spielen, völlig mitzlungen ist. Die von zwei Gcrichtsärzten vorgenommene Untersuchung und längere Beobachtung des Massenmörders hat ergeben, datz Schumann geistig völlig gesund und für seine Schand- taten voll verantwortlich zu machen ist.— Auf Grund des von dem Kriminaloberwachtmeistcr Lehmann zusammen- getragenen Materials wird, nachdem jetzt die Voruntersuchung ge- schloffen worden ist, vom Staatsanwalt Dr. Steinbrecher die Anklageschrift fertiggestellt. Diese umsaht 54 Fälle schwerer Verbrechen, darunter 7 vollendete Morde, 13 versuchte Morde, zahlreiche Notzuchisverbrechen, Brand st iftungen und Einbruchsdiebstähle. Lebendig begraben liest sich zur allgemeinen Verwunderung de? Publikums ein 39 Fahre alter Artfft Meiendorf in einer Schaubude auf dem Rummelplatz in der Kaiser-Friedrich-Stratze 183/188 zu Neukölln!. Unter großem Beifall der Schaulustigen buddelte er fich dann nach kurzer Zeit wieder selbst aus seinem Grabe heraus. Gestern abend um 9 Uhr hatte er sich wieder be- graben lassen und erwartungsvoll harrte das Publikum auf seine Auferstehung. Aver vergeblich. Als man eine Weile vergeblich gewartet hätte, machte man sich daran, sich nach der Ursache seines Ausbleibens umzusehen. Als man jetzt das Grab aufgeworfen hatte, fand man den Artisten tot auf. Er war im Grabe erstickt. Auf der.Rettungsioache, wobin er gebracht wurde, konnte der Arzt auch nur noch seinen Tod feststellen. „VorwärtS"-Nummern gesucht. Für Archivzwecke werden ans dem Jabre 1914 folgende Nummern gesucht: 1. bis 25. Juli, 7. No- vember bis 10. Dezember 1914. Da es sich um.Borwärts"-Bände für Bibliotheken bandelt, bitten wir unsere Parteigenossen und Leier, welche die gesuchten Nummern noch besitzen, uns dieselben gegen Erstattung der Unkosten zur Verfügung zu stellen. Vorwärts- Verlag, Lindenstr. 3, 1 Tr. Die Protestkundgebung gegen die LnstbarkeitSstener. welche heute 11 Uhr im llsa-Palast stattfinden sollte, mutz auf Anfang Mai v er» schoben werden. Neukölln. Bildung eines OrtselternbeiratS. Donnerstag, 8 llbr, findet in der Aula des Slädiischen Lyzeums, Berliner Str. 9—10, eine Besprechung mit den Vorständen der Elternbeiräte der ein- zelnen Schuten Neuköllns über die Bildung eines OrtSelternbeirats statt. — Turnabteilungen für Kinder eröffnet die„Freie Turner- schaft Berlin" in der nächsten Woche in der Turnkalle Rütlistratze. Es turnen in den Abendstunden von 0—8 Uhr: Montags und Donnerstags: Knaben, Dienstags und Freitags: Mädchen, Mittwochs von 8—10 Uhr turnen die Lehrlinge: In der Turnholle Kops st raste turnen Männer, Frauen und junge Mädchen Freitags von 8— 10 Uhr. — Staatliches Schauspielhaus. Für dte morgen 7� Uhr in der „Neuen Welt" stattfindende Aufführung von Lessings„Minna von Baruhelm* ist noch eine größere Zahl von Eintrittskarten zum Einheitspreise von 2,50 M, einschließlich Theaterzettel und Garderobein folgenden Geschäirsstellen nud, soweit verfügbar, an der Abend- lasse zu haben: Im allen Rathaus, Erdgeschoß, Zimmer 403, bei Babing, Bergstr. 43, Bergwald. Berliner Str. 50, Bickhardt, Prinz- Handjery-Str. 1, Herrfurtb, Kaiser-Friedrich-Str. 207, Weitpanorama, Kaiser-Friediich-Str. 8, Procknow, Hcrmannstr. 09, Seidler, Berg- ftratze 42. Redaktion des„Neuköllner Tageblattes" und der„Neu- köllnischen Zeitung", in den„Vorwärts"- Speditionen Neckarstr. 2 und Siegsriedstr. 28/29, in den Speditionen der„Freiheit", Neckar- ftratze 3 und Emser Sir. 32. — Das Wohnungsamt wird am Montag nach dem Sparkassen- gebäude. Ganghoierstr. 11— 12, 1. Stockwerk, verlegt. Die Bureaus sind am 12. und 13. April geschlossen. Die Abstempelung der polizeilichen Anmeldungen findet am 12. von 8—10 Uhr im Rat- Haus sZimmer 252) und am 13. von 8— 10 Uhr in der Ganghofc» straße 11—12 sZimmer 12) statt. Grost-Berliner Lebensmittel. Brotkartenstichwort: Wasser. In der kommenden Woche gelangen zur Verteilung in: Berlin. In den Bezirken, die diesmal an der Reihe sind, auZIän» disches Friichsieisch oder ausländisches irisches Schweinefleisch. In den anderen Bezirken ausländische Fleisch, und Wurstkonseroen und auslän- disches Gefrier., Bökel- und Büchsenfleisch.— Eine Sondcrverteilung von Petroleum sindct für diesensgen Berechtiqien statt, die bisher Petroleum- marken sür Wohnungsbeleuchtung erdalten haben. Die Marken können vom 12. bis n. d. M. bei den Broikommiisionen in Empfangs genommen werden. Es wird dringend empfohlen, das Petroleum spätestens bis 30. d. M. zu lausen und für den späreren Gebrauch zurückzustellen.— Wer vom t. Mai d. ab Markeniviritus zum Kochen erkalten will, mutz bis zum 2t. April bei seiner zuständtgen Brotkommisfion einen Antrag stellen. Dies gilt auch sür dicsenigen. die bisher schon Markensviritus zum Kochen erhalten haben. Die Formulare sind von Donnerstag ab aus der Brot- kommission crbältlich. Spiritus kann nur denjenigen bewilligt werden, die keine andere Kochgelegenheit haben.— Für die am 12. April beginnende Fleischkartenperiode lönnen die Fleischkarten vom 12. bis 14. April bei den zuständigen Brotkommissionen gegen Bezugsscheine aus Teigwaren oder GeAtensabrikate in dopbeiter Höbe der Fleischration umgetauscht werden. Cbarloitenburg. 225 � Auslandsmarmelade oder Auslandskunsthonig oder Ausiandssyrup 1141. 125 g Graupen(16), 125 g Haferflocken(16). Vom Frettaa. den 25. ülpril bis Sonnabend, den 1. Mai findet eine allgemeine Verteilung von inländ. Kartoffelitärkemehl und�losen Haserflocken� statt. Es werden ausgeaeben: 125 g inländ. Kartosselstärkemehl(17), 125 g Haferflocken(18),'250 g Maisflocken(284), 250 g Marmelade oder Zuckerrüben. last(285). Kriegsbeschädigte, die 30 Proz. und mehr erwerbsunfähig sind. erkalten sür April je 1 Pfund Teigwaren, Graupen. Hasernährmittel und inländ. Hülsenfrüchte. Im April erhalten schwangere Frauen vom 4. Mon. ab 2 Pfund Weizcngrietz, 3 Pfund Zwieback und 1 Büchse kondensierte Milch mit Zucker: Kinder im 1. Lebensjahre: 750 g und im 2. Lebensjahre: 500 g inländ. Hasernährmittel_, Schöneberg. Voranmeldung: 125 g Gerstengrütze(10), 125 g Bohnen- mebl(11). 250 g zuckergelützte Marmelade(14). Obne Boranmeldung sür ansfallende Kartoffeln: 100 g geschälte Hülscnsrüchte(16 s) und 200 g KarlosselNärkemehI(16 k und g), 500 g inländ. Erbsen(50), 2 Schachteln Streichhölzer(48)..„ Wilmersdorf. 375 g Grotzbrot(16c— e), 200 g ausländ. Hülsen frflchte(16f— g), 375 g Zucker(87), 125 g Weizengrieß(16). 250 g Marme- lade(19), 125 g Haferflocken(17). Für Kinder: 2 Päckchen Zwieback(48 A I und TT), 2 Päckchen 47 B I, B IT, 0 I und C II), 3 Päckchen Milchsützspeisen (48 B I und II, Ol und II), 3 Päckchen(49 A I und II). Für Kinder über 6 bis 14 Jabre: 2 Päckchen Zwieback, 3 Päckchen Milchsützspeisen. Für Per- sonen von 65 Jadren und darüber: 2 Päckchen Zwieback. Für werdende Mütter: 50 bis 200 g Trockenganzei. 1 Dose Malzextrakt, 3 Dosen KondenS- milch. Für stillende Mütter: SO bis 200 g Trockenganzei. Lichterfelde. 250 g Graupen(15 und 16). Lnnkwil». 250 g Nudeln(15 und 16), 250 g Haferflocken(17 und 18), 375 g Zucker'(85). 125 g gejch. Erbsen(23), 300 g Getreidemehl(29), 200 g Granvemnebl(30). Neukölln. 250 g Marmelade(12). Für die nicht belieserten Abschnitte der Kartoffelkarle in den Verkaufsstellen sür.Krankemiährmittel sür jedeS ausfallende Pfd. Kartoffeln: 125 g Nährmittel An Stelle der neuen Kartoffel- ration: 650 g Brot(t6a— e). Lichtenberg. Voranmeldung: 200 g Rangoon-Bobnen(I6ÖE. T. G. BT. 3.) 125 g Gerstengrütze(15). Obne Voranmeldung: 250 g Kunsthonig(14), 300 g Grotzbrot(15 c bis g Kartoffeliarte).— Umtausch der Rcichsfleisch. karten gegen Bezugsscheine sür Nährmittel: 12. bis 14. April, Rathaus- stratze. Baracke 3, Zimmer 29, vormittags 9— 1 Uhr. Friedrichsfelde. 250 g Marmelade(13), 250 g weist« Bohnen(G), 250 g Kartoffelmehl(E), 250 g Backobst(F). Rotzflessch wird am Sonn. abend ausgegeben. Pankow. Für diejenigen Personen, welche Marmelade bisher noch nicht erbalien baben, 250 Gramm Rllbensaft(13). Reinickendorf. 375 g Marmelade(13 und 14), 250 g Haferflocken (10 und 11), 250 g Teigwaren(15 und 16), 250 g Graupen(17 und 18). Tegel. 125 g Graupen(17). Alt-Glienicke. 125 g Marmelade oder Sirup(14). 125 g Zerealren- mehl(15), 250 g Erbsen, 1 Büchse Fleisch und 1 Büchse Leberwurst(10t).- Für Jugendliche: 100 g Teigwaren(54), 250 g Hülsensrüchie(ijl. g Kar-. toffelkarte), 250 g Gries(Nährmittelkarte). Kur Kriegsbeschädigte: 500 g Glauben. Hermsdors. 500 g Marmelade(13 und 14). Hroß-Serliner parteinachrichten. Morgen, IIS. April: 2. Abt. 7 Uhr. Alle Jakobstr. 174: Funktlonärfftzimg. it. Abt. 7st, Uhr Sitzung der Funktionäre und Betriebsvertrauens. leutc bei Weisner, Manteuffelstr. 77. 10. Abt. 7 Uhr bei Wölls, Forster Straste 44: Konserenz sämtlicher Funktionäre, Bezirlssührer, Bctriebsvcrtraucnsleute, Elternbeiräte. 11. ZIbt. 7 Uhr bei Geisler,«talitzer Slrase 59: Sitzung der BezirlS- sllhrcr und BetlüebSverlraucnsicute. 12. Abt. 7 Uhr bei Grosser, Cöpenicker Straste 21: Funktionär- konserenz._ ß1 Segen der Cröe. Roman von Knut Hamsun. An einem Regentag sagte Jsak, er müsse hinunter ins Torf. ..Was willst du dort?" fragte Inger.—„Ich weist c3 selbst nicht genau," antwortete er. Er ging, war zwei volle Tage abwesend und kam dann mit einem Kochherd angeschleppt— der Prahm kam durch den Wald daherge'egelt mit einem Kochherd auf dem Rückest. „Tu bist nicht wie ein Mensch gegen dich selbst," sagte Inger. Nim riß Ucik die Feuerstelle, die sich in den: neuen Haus�so schlecht ausnahm, wieder ein und stellte den Herd an ihre Stell«.„Nicht alle Leute haben einen Kochherd," sagte Inger,„und nun haben wir einen!" sagte sie. Die Heuernte ging ihren Gang. Jsak brachte Heu in Massen heim, denn Waldgras ist leider nicht dasselbe wie Wiesengras, sondern viel geringer. Nun konnte er bloß an Regentagen an seinem Haus bauen, da ging es langsam vor- wärts, und im August, als Jsak alles Heu unter dem Felsen- hang wohl geborgen hatte, war das neue Haus erst balb ge- baut. Im September sagte Jsak zu Inger:„So geht es nicht, ich glaube, du niustt hinunter ins Dorf gehen und mir einen Mann zur Hilfe holen." Inger aber war in der letzten Zeit etwas schweratmlg geworden und konnte nicht mehr so schnell lausen, aber natürlich machte sie sich fertig, seinen Auftrag auszurichten. Aber indessen hatte der Mann es sich anders überlegt, er wurde wieder hoffärtig und wollte alles allein machen. „Es ist nicht der Mühe wert, die Leute darum anzugehen." sagte er.„ich bringe es schon allein fertig."—„Nein, du kannst es nicht schassen," verjchtc Inger.—„Doch, hilf mir nur mit den Balken." Als der Oktober herangekommen war, sagte Inger:„Ich kann nicht mehr!" Das war nun sehr schlimm. Die Dach- balken sollten und müßten aufge'etzt werden, damit das Saus gedeckt wurde, ehe die Herbstregen einsetzten, es war höchste Zeit. WaS hatte Inger«ur?.Sie wurde doch nicht krank? Wohl bereitete sie ab und zu noch Ziegenkäse, sonst aber leistete sie nichts mehr, als die Kuh Goldhorn auf der Weide viele Male am Tage cm einen andern Platz anzubinden.— „Bring einen großen Korb oder eine Kiste oder so etwas mit, wenn du wieder ins Dorf gehst," hatte Inger gesogt.—„Was willst du damit?" fragte Jsak.—„Ich brauche es," antwortete sie nur. Jsak zog die Dochbalken an Seilen hinaus, und Inger schob mit einer Hand nach: es war, als helfe es schon, wenn sie nur dabei war. Allmählich ging es doch vorwärts, es war ja kein sehr hohes Dach, aber die Balken waren abenteuerlich groß und dick für das kleine Haus. Das gute Herbstwetter hielt sich einigevmasten, Inger hackte alle Kartoffeln allein heraus, und Jsak bekam das Haus unter Dach, ehe die Regenzeit endgültig einsetzte. Die Ziegen waren bei Nacht schon bei den Menschen in der Hütte drinnen, auch das ging, alles ging. Die Menschen klagten nicht dar- über. Jsak inachte sich wieder zu einem seiner Gänge ins Torf fertig.„Du solltest für inich einen großen Korb oder eine Kiste mitbringen," sagte Inger wieder, und es klang wie ein demütiger Wunsch.—„Ich habe mir einige Fenster mit Glasiche'ben bestellt, die ich holen muß," erwiderte Jiak. „Und ich Hab' auch zwei angestrichene Türen bestellt," fügte er überlegen hinzu.—„Nun ja, dann muß der Korb eben Iwarten."—„Was willst du mit dem?"—„Was ich damit will? Ja. hast du denn keine Augen im Kopf?" In tiefe Gedanken versunken, ging Jsak seines Weges dahin, und als er nach zwei Tagen zurückkam, brachte er nicht allein ein Fenster, eine Tür zur Wohnstube nnd eine Tür zur Schlafkammer mit, sondern über die Brust herunter hing ihm auch die Kiste für Inger, und in der Kiste waren ver- schieden« Eßwaren. Inger sagte:„Wenn du dich nur nicht eines Tages noch zu Tode abschleppst!"— Hoho, zu Tode! Es war so unend- lich weit davon entfernt, daß Jsak sich zu Tode schleppte, daß er aus seiner Tasche eine Arznei flaschc mit Naphtha zog und sie Inger mit der Ermahnung übergab, recht tüchtig davon zu trinken, damit sie wieder gesund werde. Und da waren nun die Fenster und die angestrichenen Türen, mit denen er großtun konnte, und er machte sich auch gleich daran, sie ein- zusetzen. Ach, diese kleinen Türen, und gebraucht waren sie auch schon, aber genialt waren sie hübsch mit weißen und roten Farben, die schmückten die Stuben wie Bilder cm den Wänden. Jetzt zogen sie in das neue Haus ein, und der Bichstand wurde in der ganzen Gamme verteilt Zu der Kuh wurde ein Mutterschaf mit seinen Lämmern hineingestellt, damit sie es nicht gar so einsam hätte. Die Leute auf dem Oedland hatten es nun wert gebracht, wunderbar weit! 3. Solange das Erdreich noch weich war, brach Jsak Steine und Bamnstumpen heraus und richtete seine Felder fürs nächste Jahr, und als dann der Boden gefror, ging er in den Wald und fällte große Mengen Klafterholz. „Was willst du mit all dem Holz?" konnte Inger fragen. —„Das weiß ich nicht so genau," antwortete Jsak: aber er wußte es recht wohl. Jetzt ging der alte düstere Urwald schon nicht mehr bis dicht ans Haus heran und versperrte jede Erweiterung des Weidelandes, außerdem wollte er das Klafter- holz während des Winters auf irgendeine Weise ins Dorf hinunterschafsen und es an Leute verkaufen, die kein Brenn- holz hatten. Jsak war überzeugt, daß das ein sehr guter Ge- danke sei, deshalb fällte er fleißig Bäume und hieb sie zu Klasterholz zurecht. Inger kam oft heraus und sah ihm zu. er tat zwar, als sei ihm das gleichgültig und als sei das gar nicht notwendig von ihr, aber sie.fühlte wohl, daß sie ihm dadurch wohltat. Manchmal fielen dabei merkwürdige Worte zwischen ihnen.„Hast du nichts anderes zu tun, als hier heraus- zulaufen und dich zu Tode frieren?" sagte Jsak.—„Ich friere nicht," antwortete Inger,„aber du wirst dich noch krank schaffen."—„Jetzt ziehst du gleich meine Jack« an, die dort drüben liegt."—„Das fiele mir gerade noch ein, ich kann doch nicht hier bleiben, wenn Goldhorn eben am Kalben ist."—„Ach so, Goldhorn ist am Kalben?"—„Host du das nicht gewußt? Und was meinst du, sollen wir das Kalb ausziehen?"—„Das machst du, wie du willst, ich weiß es nicht."—„Aber wir können doch das Kalb nicht aufessen, soviel ist gewiß. Denn dann hätten wir immer wieder nur eine einzige Kuh."—„Und ich bin auch fest überzeugt, du möchtest gar nicht, daß wir da? Kalb aufäßen," sagte Jsak. Diese einsamen Menschen, so ungeschlacht und zu sehr ihren Trieben ergeben, aber voller Güte gegeneinander, gegen das Vieh und gegen die Mutter Endel (Forts, folgt.) 13. Nbt. I U�r: Ti'tznng der FimktionZre und BctrlevZvertrauenZ- lcule bei Knftan, Aillchiner Straps KZ. 1K. Zidt. 7 XUix: Stijmtfl der Bezirksleiter und BetriedZvertrauenZ- lcute bei Fchuckcrt, Rüderidorier Strahe g. 13. Abt. 7 Uhr bei sorflod. Waldcberstr. 8: Versammlung der?lb- teilungZlciliing sowie sämtlicher Vczirkssübrer. Strakcnsühror, Betriebs. vertnnlcnsleute und Elternbeiräte. Tagesordnung: Die gegenwärtige politische Lage. ÜO. Abt. 7 Uhr bei Bchrend, Licbigstr. 2s: Funltionär- und Betriebs- vertrauenslcutekonserent. Äl. Zibt. 7'/i Ubr bei Beetz.'Thacrstr. 33: Konferenz der Partei- funktionäre und Betriebsvcrlrauen�Icuie. 83. Abt. 7'/, ilbr: Titzung der Parteiiunktionäre. Betriebsvertrauens- leuie und Elternbeiräte bei Nademacher, Elbtngcr Etratze 4g. Lt. Abt. 7 Uhr bei Rosner, Jmmanuelkirchstratzc LZ: Funktionär- konferenz. 84. Abt. Kruppe TU. 8 Uhr bei Tchwanherz, Naugarder Str. st': Frauenocrsammlung. 33. Abt. 7 Uhr bei Killwald, Putbuser Straße 24: Sitzung der NötciliingSleitung mit Bczilkssührern. 35. Zibt. 7 Uhr bei Klimpert, Wallttr. 17: Zweiter Vortragsabend des Genossen Fuß iiber: Theorie und Praxi» des Sozialismus. Erscheinen "" und BetriebSoertranenslcnte ist Pflicht. . aller ParteiiunktionSrc 37. Abt. 8 Uhr sämtlicher Zunklionäre. 38. Abt. VI, Uhr Bürger S'r. 3. 43. Abt. K-s, Uhr bei Meier, Pankstr. 82: tmd Betrlebsoertran-nsleute. 45. Abt. 7 Uhr bei Pose, Koloniestr. 1»: und BetriebSoerlrauetlSIeilt« bei S. Hübner, WiikSnacker Straße 34: Sitzung FunNIonärversammlung bei Trümpcr, Flens- Sitzung der Bezirttsührer Sitzung aller Zunktionäre 4K. Abt. 7 Ubr bei Fuch», Veddingfir. 8: Funltlonärsitzmig. 48. Abt. 7>/, Ubr bei Grunewald, Kameruner Straße 19: Sitzung der Bczirlssührer und Betrieböverlrauensleute. Mitgliederbücher und Fnuktionärkarien mitbringen I Steglitz. 8 Uhr bei Thiel, Albrechtstraße, Ecke Ringstraße: Frauen- abend. ltzricdcnau. 3 Uhr, Luisenschule, Klasse 10, Koßlerstratze: Frauen- abend. Neukölln. 7 Uhr in der Aula Kaiser« Friedrich- Realgymnasium, Kaiser-Friedrich-Ttraße 210: Funktionärfitzung. Lichtenberg. 7 Uhr bei KurkowSti. Psarrstr. 74: Funktionärkomerenz. Das vollzählige Erscheinen der Bctriebsvcrtraucnsmänner ist unbedmgt notwendig. Adlcrshof. 7 Uhr in Wöllsteins Lustgarien: Kroße Zssentl. Volks- Versammlung. Thema:»Die polilssche Lage". Diskussion. Ntsderschönaweide. 7 Uhr bei Räthel: Außerordmtliche General. Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Silöungsveranstaltungen. BildungSliusschuft Grost-Bcrlin. Letzte? Festkonzert für alle Kartenfarden heute tl'/, Uhr in der „Neuen Welt", Hasenbeide. Einzelkarlcn k 8 M. crt der Kasse.— Nach- mitlags 3 Uhr im Theater»Die Trtbiinc":„Die Wandlung" vo» Toller. Einliilt k 3,50 M. Tie Verlosung beginnt um 2'/, Uhr. Karten sind noch in beschränkter Anzahl zu haben. Sonnabend, den 24. April, alS letzte Veranstaltung in dieser Saison„Bunte Bühne". Zur Aus- sührung gelangt die romantiich varodistiiche Oper„Die schöne Kakathee" von Suppö, Rokokoszenen und Moritaten von Resi Langer, anschließend Tanz. Eintritt inkl Tanz und Steuer tz 3,30 M. Sozialistssche Nildungsschule. Kruppe Schönhauser Vorstadt: Letzter Vortragsabend aus dem Zyklus.Volkswirtschast" Referent: Genosse Tr. Löwe, morgen 7'/, Uhr, Schulaula, Oderberqer Straße»7/59.— Reinickendorf- West: Letzter Vortraa auS dem Zyklus des Genossen Kabelitz. Tonnerstag 7 Uhr im Konscrenzzimmer der 5. Gemeindeschule, Augusla-Viltoria-Allee.— Charlottenburg: Der Rednerkurjus wird Freitag, 7 Ubr. fortgeietzt. Stegtitz. 5 Vorträge über.Bilanzwestn", wichtig für Betriebsräte. Beginn morgen 8 Ubr in der Klasse U 2 Jü, Gymnasium, Hacsestraße. Vortragender: Genosse Trsncl. Vs?t?Zge, Vereine unö Versammlungen. ReichSbund der Kriegsbeschädigten, Nezsrk Norde». Bezirks. Versammlung morgen'1,8 Ubr im„Patzenbofer", Chausseestr. 64.— Sc- »irk 31, Lichtenberg. Dienstag bei Schwarz. Möllendoristr. 25, Kencrai- Versammlung. Ohne Mitgliedskarte lein Zutritt.— Die OrtSaruvpe Berlin des ScbleSwig.Holfteincr-Dnnbev. der soeben gegründet" wurde, oeriolrt da» Ziel, die 10000 in der ReichShauptstadt lebenden Schleswig- Holstetner zusammenzu'assen. Anmeldungen und sonstige Zuschriften an die Geschäftsstelle! Berlin C 2, Burgstr, 30, Zimmer 53 oder an den Vor- sitzenden Albert Wacker, Berlin W 8, Krauscnstr. 9, erbeten.— Kründung einrr Liga sür Mrnschrnrrchte. Heute 11'/. Uhr Pichorrpalast. Tauentzien- straße, Ecke Rankestraße. Zweck der Liga: B-kamvsung des Antiiemitismus Wucher» und Schicbertums, sowie aller Auswüchse de» össentllchen Lebens' Wettrrnuösichten für das mittlere Norddeutschland bis Montag mittag. Zeitweise heiter, vereinzelte Gewitterregen. 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Die Beerdigung Hai bereits in Forst unter Beteiiiauna der gesamten ArbeiterschasI stattgefunden. 2Zg,S Wir werden unserem Ge- ase Nossen, der sür unsere große Sache gefallen ist, ein bieidendes Andenken de- wahren. Vor vorstand. Sozlaldem. Aahlvereln. Kreis lllederbarnlm. Bezirk Rosenihal. Nachruf. Am 5. April stard an der Proietarierkranlheii unser Genosse, der Metall- arbeiter Paul Hartmann, geh. 29. Januar 1865. Ein dauerndes Andenke» bewadrt ihm Di- v-zlrkoleitung. Achtung i Achtung 1 Alls. SttskrankenWe sponDflu. Am Montag, den 19. April, abends 7 llhr, findet im Hotel zum Stern, Spandau, Potsdamer Straße SZ, eine ordentlich« Ausschuft-Sitzung statt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht für da, Jahr ISig. 2. Bericht der Kassenprüfer. 8. Bericht des Borstandes. 4. Kleine Anfragen. Anfragen, weiche eine Ein- sichtnahnie in die Bücher oder Akten erforderlich mache», sind dem Vorstand mindestens g Tage vor der Sitzung schrist- iich mitzuteilen. Die Herten Ausschußmit- fiüeder erdalien noch eine be- ondere Einladung. 282 17 vor vorstund. G. R i ch t e r, Borsitzender. Danksagung. Für die bewiesene Teilnahme iiifb reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Maniie» und Vaters, Bruder», Schwiegeroaters, Großvater» und Onkeis sagen wir allen Freunden und Bekannten so- wie dem Herrn Prediger Brandt unseren herzlichste» Dank. Li/ba Sro. Morl« Sardeq, geb.Henuschka, nebst Kindern. LuilzkkllMk aller Art ttstn»«poih. v. Lühmanns Lungeuheillee. Eeii Jahr- Hunderten bei». Hausmittei. in neuest. Zeit von ersten mediz. Autoritäten erprobt und warm empf. Wirkung wunderbar. Bazillen schwinden im Auswurf. Appelit, Gewicht, Befind, heben sich. 1 Pak. 8,— M Nieder- läge Merfur-Apotheke, Berlin, Tegeler Str. 39. Greis»- maider Apotheke, Greisswaider Siraße 47. 20VZ »vlMW entsernt sicher, oft genügt eine Sitzung. C. Welssert, kosmed Iiistiwi, Jnvalidensttaße 147. Epr. 10—12 und 4—8 Uhr.' Spezialarzt. Erfolgreiche Behandlung. 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Der General. streik und seine Folgen. einen aller Vertrauensleute tionäre erteilen die Beiriebsobieute. Erscheinen aller Bertrauensleut« und gewählten äre der Organisatton dringend erforderllch.— Lei 8ch17 Funk- gittmation vi« vrtooerioaltuog. Fjga zum Schutze der dentscheu Kultur. Kursus fllr Arbeiter und Angestellte über kedekunst und VoIknolrtldialtZlel»'« Der Kursus findet unter Leitung von Dr. E. Hamburger im köllnischen Gymnasium, Jnseistt. 2/5, Zimmer 17, —'" ibends ftl Montag und Freitag 7—9 Uhr abt,.u» i.u... Beginn: Montag, den 19. April, 7 llhr abend». Einmalige Sinschrelbegebühr 5,.——» statt. �WWWWWWWWWW������W»�! Der Kursus dezweckt, die'Bef zu erwecken oder zu erhöhen, und will die wichtigsten voiis- wirtschaftlichen Begriffe klarem Kapitalismus, Sozialismus, Bolschewismus, der Einfluß de« Kriege« ans die Wirtschaft usw. werden besprochen. Politisch und wirischaftspoliiisch Boischewismue, der Einfluß de» chen. He >ird strengste Neutralität gewadrletstet. Der Kursus umfaßt etwa 16 Doppelstunden. 474D Anmeidungen werden am ersten Kursabend entgegen- geirommen; sie können auch ebenso wie etwaige Antragen vorher an den Leiter de» Kurius: Dr. E. Hamburger, Berlin dl IV 6, Schiffdauerdamm 6,7 II, gerichtet werden. Warnung. Ich warne hierdurch seden, ineinem Bruder Sumbert Micolti, Berit», Lietzinannstr. 6, bei Hammer wohnhast, irgend- weiche Darlehen auf mein Grundstück Eisaffer Str. 69, Bettln N 24, zu gewähren, da ich, Uiiffe Micotti, rechtmäßiger allewiger Besitzer de« Hauses, als auch alleiniger Inhaber der Firma S Micotti sAiclicr» für Kunst und Kunstgewerbe) bin, und mein Bruder mir gegenüber keine Ansprüche hat.— Stille Teilhaber habe ich nicht und komme somit sür tewerlei fremde Schulden auf. Berlin, i. Aorii 1920. 11886 Ulisse Micotti, Geschäftshaus 2 stöckig, bestehend au» Laden. 4 Zimmer. 2KÜchen,Kammcrn, Bodenraum. 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Programm: Los von Berlin, nicht vom Reichel Heber die Ziele DortenS bringt auf Grund einer Unterredung der Pariser.Eclair' interessante Aufschlüsse. Danach will Dorten einen Groszstaat schaffen, der, mit dem früheren König Lud- wig von Bayern an der Spitze, Bayern, Württemberg, Baden. Rheinheffen und die übrigen Rheinlande umfaffen soll. Dabei soll bei Hagen, Duisburg und Barmen auf das rechte Rhein- vier übergegriffen werden. Die eifrige Wiedergabe dieses Dorten- ichen Planes in der französsichen Preffe läht deutlich genug er- kennen, wie sehr Dorten und Genoffen lediglich Frankreichs Politik rmben. Beruhigung im Ruhrgebiet. ES wird berichtet, dcch mehrere hundert geflüchtete Arbeiter bereits n«h Münster zurückgekehrt seien. Di« Engländer haben den Zustrom weiterer Flüchtlinge gesperrt. Der Oberpräsident von Westfalen ersucht uns um die Mit- teilung, daß er die Standgerichte für zurzeit unentbehrlich halte und in diesem Sinne bei der ReichSregieruny vorstellig geworden sei. Durch die Plünderungen» die von den Mrückflutenden roten Gardisten begangen wurden, ist der Stadt Essau ein Schaden von schätzungsweise über zehn Millionen Mark entstanden. Ars der neutralen Zone wird das Militär nach Möglichkeit zurückgezogen,-insbesondere die ganz unnötige Artillerie. Die Essener Stadtverwaltung Hot m Anwesenheit auch von fünf unabhängigen Stadtverordneten einstwmnig beschlossen: Erst als die Plünderungen und Gewalttätig- keiten gegen die große Masse der arbeitswilligen Bevölkerung tmd gegen Einzelpersonen den Ruhrkohlenbezi rk an den Rand des Abgrundes brachten, hat die Reichsregierung auf dringendste brbärdliche und private Notrufe den neutralen Teil de? Bezirks mir Reich Sivehr belegt, so auch die Stadt Epen, in der die Per- halwisse unerträglich geworden waven. Wir bekunden vor aller Welt, daß der Reichsleitung kein anderer Aus- weg mehr blieb, wollte sie uns nicht elend zugrunde gehen lassen. Mit heißem Mitenrpsinden grüßen wir die Volksgenossen in den unbeteiligten Städten, die daraufhin von Frankreich be- letzt worden sind. Wir erheben feierlich Einspruch gegen das Vorgehen der Franzosen, daS jedem Recht und auch jedem menschlichen Empfinden Hobn spricht, auf das auch der Besiegte An- spruch hat, zumal nach Abschluß deS Friedens. Die seinerzeit von Sevcring nach Münster eingeladene Ber- tretung des Zentralrats berichtet, daß sie van Reichsweihrtrnppen unglaublich beschimvft und bedroht worden ist. Wie die„P. P. N.' erfahren, ist dem Reichspräsidenten ein Todesurteil, da« von dem sfiiiegSgericht in Wesel gegen Paul R. Domott, einen angeblichen Amerikaner, gefällt sein soll, zur Bestätigung nicht vorgelegt worden. Alle Todesurteile der Kriegs- Berichte bedürfen der Bestätigung durch den Rc-ichs p-räsi denton. Kem Henerolstreik in Chemnitz. Keine Unterstützung des Holz. Chenlnitz, 10. April.(Eigener Drahtbericht des»Vorwärts'.) Die Arbeiterschaft von Chemnitz hat heute iu Urabstimmung mit sehr großer Mehrheit den Generalstreik firr den Fall eines Reichs« wehreinmarscheS ins Vogtland abgelehnt. Um 6 Uhr abends wurden 70 000 Stimmen gezählt, wovon sich 26 000 für den Gene- ralftreik und 44000 gegen ihn ausgesprochen hatten. Vor einigen Tagen hatte eine Vollversammlung der Betriebs- delegierten mit 705 gegen 410 Stimmen die Proklamieruny des Generalstreiks beschlossen, für den Fall, daß die Regierung gegen das Unternehmen des Räuberhauptmanns Hölz mit Reichswehr vorgehen sollte. Da die Minderheit gegen den General- streik sehr groß war, wurde Urabstimmung der gesamten Chemnitzer Arbeiterschaft beschlossen, die nun daS oben gemeldet« Ergebnis zur Folge gehabt hat. So groß auch das Mißtrauen der Chem- nitzer Arbeiterscbast gegen die Reichswehr ist, so will sie sich doch nicht zur Unterstützung emeS Banditenabenteuers, dessen politisches Mäntelchen allzu durchsichtig ist, mißbrauchen lassen. Man ei wartet als Folge der heutigen Abstimmung den Anstritt der Kommunisten aus dcm Vollzugsrat, in dem sie 10 Sitze, die Sozialdemokraten g Sitze, ferner die Unabhängigen einen Sitz inne hatten.(Eine solche Entwicklung der Dinge wäre nur auf das allcrlebhafteste zu begrüßen.(Red. d.„Vorwärts'.) Auch in O« l S n i tz hat ein Vollzugsausschuß ,5driegigewinn>- steuern" verhängt. Der Strumpffabrikant Wagner, seit Jahr- zehnten Mitglied und Vertrauensmann unserer Partei, sollte 50 000 Mari zahlen, weil er«in.Sausgelage' in einem Hotel veranstaltet habe. Diese Behauptung hat der Vollzugsausschuß selbst als völlig unwahr zurücknehmen müssen. Eine Firma sollte 100 000 Mark zahlen, weil sie vi« Kriegsteilnehmer nicht wieder eingestellt habe. Lie erwidert, daß sie mit Verlust gearbeitet, 770 000 M. Krieg«- Unterstützungen an die Arbeiterfamilien gezahlt, den Betrieb trotz Rohstoffmangel« bis Kriegsende mit 400 Arbeitern fortgefetzt und seither 800 Kriegsteilnehmer wieder eingestellt habe. Ist Hölz irrfinnig? Plauen, 10. April.(WTB) Heute uachmittog fanden hier ilter Masseuvrrsammlungen statt. I« der siebenten Abendstunde erschien Hölz zur Versammlung im Schillergarteu und teilte mit, . dah er in H» f gewesen sei, und daß von dort aus Reichswehr« trnppen im Anmarsch feien, die noch heute oder morgen früh in Planen eintreffen würden. Hölz teilte ferner mit, daß e r den Generalstreik der gesamten Arbeiterschaft proklamiert habe. Er fordere die Arbeiterfchast auf, sich ruhig zu verhalten und nichts gegendieReichSweßrtrnppen zu untrrneh- m e u. Er wolle fein Geschick selbst in die Hand nehmen. Er habe seinen Leuten den Auftrag erteilt, mehrere Großgrnndbe- sitze/ festzunehmen und umzubringen(?!) Ferner werde er mehrere der größten Villen in Brand stecke» lassen(!) Zum Zeiche« deS Beginns deS GeueralstreikS und des Einrückens der Truppe» ließ Hölz sämtliche Glocken Plauens läute». Die Einwohuer befinden sich i» begreiflicher Erregung, jedoch verhält sich alles ruhig. AlS„Falschmeldung" bezeichnet Dr. R. H i l f e r d i n g ia der „Freiheit" die von uns in unserer Sonnatvrst-MorgenauSga&e zitierte Stelle aus der Rede de Brouckäre«. Dieser Vorwurf trifft u n S jedenfalls nicht. Wir halben die betreffende Stelle wörtlich nach dem Brüsseler Parteiorgan ,L e P e u p l e' vom 5. April(Seite 2, Spalte 2) übersejjt, Wahlbeteiligung üer Kommunisten. Die Mitgliederversammlung der K. P. D.(Spartakusbund) von Groß-Berlin hat gegen neun Stimmen beschlossen, daß die Partei sich an den kommenden Wahlen beteiligen soll. Der Wahltampf soll geführt werden gegen die Demokratie und für die Räte- diktatur. Ein Jahr lang stand cS bei den Linksradikalen fest» daß jeder- mann, der einen Stimmzettel abgab, sich damit schon als Arbeiter- Verräter und parlamentarischer Kretin kennzeichne. Jetzt, wo eS zu Wahlen kommt, will alles mitwählen. Was sollte der ganze Lärm? « Hamburg, 10. April.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts'.) Die Hamburger.Kommumstssche Arbeiterzeitung', die nach der Spaltung der hiesigen Kommunisten eingegangen war. ist als Organ der neugegründeten K. A. P. D. auserstanden. Sie erscheint gleich- zeitig als Organ der Srbeiterunionen Deutschlands und für diese führt der bekannte Syndikalist Roche die Redaktion. In der ersten Nummer wird von dem GründungSkongreß der K. A. P. D. in Berlin berichtet, an dcm auch Vertreter der Moskauer Jnter- nationale, der russischen Kriegsgefangenen und der Kommunisten Bulgariens und Griechenlands teilgenommen hätten. Im Leit- artikel gießt Fritz Wolffheim wegen der Vorgänge im Ruhrrevier Kübel von Schimpfereien und Beleidigungen über alle Parteien mit Ausnahme der K. A. P. D. von der Regierung bis zum Spartakusbund aus. Zur Spaltung der Hamburger Unabhängigen, über die wir berichteten, hat das Zentralkomitee der U. S. P. erklärt, daß die Entscheidung in der Streitfrage nur gefällt werden kann durch die Hamburger Delegierten zum Bessrksparteiiag. Bis zur Ent- icheidung des Bezirksparteitags dürfe kein Mitglied der Bürger- fchastsfrakiion und kein sonstiger Funktionär der Partei aus Anlaß des Sireitfalls fein Amt niederlegen. Däumig. Dihmann und Bock sollen dem Konzil beiwohnen. Entgegen dem Bericht des ZentraltomiteeZ hat das Hamburger U.-S.-P.« Blatt die Erklärung zunächst nicht veröffentlicht.___ vorläufig keine Reichs-Kriminalpolizei. Der R e i ch S r a t minderte im Etat des Ministeriums deS Innern die Forderung von 6 Millionen Mar! für die Strom- Polizei, die insbesondere die Nahrungsmitteltrans-porte überwacht, auf 4 Millionen herab. Die Forderung von 1,75 Millionen Mark für die Unterhaltung der RcichS-Kriminalpolizei wurde zunächst gestrichen, weil man daS entsprechende Gesetz abwarten wollte. Ministerialdirektor Dammann ersuchte um Be- willigung, da ja über die Schaffung eines Reichs-Kriminal-Poli- geiamtS keinerlei Meinungsverschiedenheiten beständen. In erster Linie solle man wenigstens die Stelle für einen Präsidenten diese» Amte? einsetzen. Der bayerische Gesandte v. Preger, UnterstaatSseZretär Göhre für Preußen und der sächsische Gesandte v. Siehart ersuchten anS etatsrechtlichen Bedenken um Streichung der Forderung, für die ohne das entsprechende Gesetz keine sachliche Unterlage bestände. Dagegen betonte Mi- nister Dr. David, daß gerade die Ereignisse der letzten Zeit bewiesen hätten, wie notwendig ein einheitliches Zusammenarbei- ten der gesamten deutschen Kriminalpolizei wäre. Deutschland sei heute geradezu ein Eldorado für alle möglichen Leute, die aus dem Osten kämen und uns mit ihrem Treiben schädigten. Wenn sie auS einem Lande ausgewiesen würden, ließen sie sich in einem anderen nieder. Eine einheitliche Regelung sei daher durchaus dringend und es würde vielleicht möglich sein, selbst das entsprechende Gesetz noch in der Nationalversammlung zu er- ledige a. Es blieb bei der Streichung der Position, nachdem u. a. noch der preußische Ministerialdirektor Nobis erneute. SuSsührun- gen dem Ministerialdirektor Dam marin gegenüber hervorgerufen hatte, daß selbst nach Bewilligung der Posttion noch gar kein Prä- sident für da? betreffende Amt angestellt werden könne. ES stehe gar keine Stelle im Etat.— Im Etat des Reichswebrmir.isteriumS wurden die als außerordentliche Ausgab« angesetzten 26 Millionen für die Unterhaltungskosten der Truppen in der neutra- len Zone gestrichen, weil erst das Ergebnis der Verhaud- hingen mit der Entente abgewartet werden müsse. demokratisterung üer Staatseisenbahn- Verwaltung. Schon wiederholt hat der Minister der äffen Lichen Arbeiten erklärt, daß er bereit sei, die Dsmokratifteriing der Staats« ise-n- bahnvecwaltung möglichst bald praktisch durchzuführen. Diesen Er- klärungen sind, wie die P. P. N. melden. Taten gefolgt. ES sind nicht nur aus mittleren B samten hervorgegangene AmtSvor- stände zu Mitgliedern der EisenbaHndi re k l io n e n befördert, sondern eS sind auch durch den Nachtrag vom Haushalt der Staats- «iseerbahnverwaltung für 1919 mit Wirkung vom 16. März 1920 ab die neuen Beamtenstellen der Eisenbahn inspektoren geschaf. sen, welch« die planmäßige Uebergangsstufe vom mittleren Htm höheren Dienst bilden sollen. Die Demokratisierung soll nicht etwa in einem planmäßigen Aufstieg einzelner bestehen; das Bestreben der Verwaltung ist vielmehr darauf gerichtet, allen guibefähigten unteren und mittleren Beamten allgemein die Möglichkeit des Ausstiegs bis in die höchsten Stellen vorzusehen. Zu diesem Zwecke ist angeordnet, daß bereits unter den Arbeitern aller Dienstzweige eine Auslese gehalten wird, um die Tüchtigsten herauszufinden und einer besonderen beschleunigten Unterbeamtenlauf- bahn zuzuführen So wird erreicht, daß besonders gutbesähigte Unterbeamte die mittleren Beamtenstellen ungefähr in dein gleichen Lebensalter erreichen wie die sogleich in den mettleren Dienst eingetretenen Bewerber. Alle mittlere« Beamten, einerlei, ob si« aus Unterbeamten oder auS unmittelbaren Anwärtern deS mitt- ■leren Dienstes hervorgehen, haben die Dtöglichkeit, bei Jüchtigen Leistungen bis zum Eisenbahninspekdor auszurücken, eine Stelle, in der sie, wie schön angedeutet, Gelegenheit finden, ihre Befähigung für de« höheren Dienst nachzuweisen. AuS der Klaffender Ersen- bahn inspektoren werden künftig die Anwärter für die Stellen des höheren Dienstes zum Teil entnommen werden, so daß man von den Personal der S�atöeisenbahnterwaltunq jetzt tatsächlich sagen kam«, daß auch der geringste Arbeiter bei Tüchtigfcit und im Besitz der nötigen persönlichen Eigenschaften die Möglichkeit hat, sich bis zum Rgrerungsrat und noch höher hinaufzuarbeiten. Die Organi- sarivn deS Ausstiegs ist jetzt in den Grundlinie» vorhanden. Zum Oberpräsidenten von Ostvreutze« ist Justtzrat S i e h r° Jnsterburg(Dem.) einstweilig ernannt. Beamtenzulage». Ter Unterausschuß der Nationalversamm- lung beriet einen dringlichen Antrag der Regierung über Ge» Währung von WirtschaftSzulagen für die Beamten in den besetzten Gebieten) die unter der dort herrschenden Teuerung ganz beson- der« zu leiden haben. Dem Antrag wurde zugestimmt. Auf An- trag der Sozialdemokratischen Fraktion wurde diese Zulage auch auf die Beamten der besetzten Abstimmungsbezirke in Ostpreußen ausgedehnt. 10 000 neue Stelle« bei der Post. Der Reichsrat hat 10 000 neue Post-Deamtenstellen bewilligt. Der Fehlbetrag der Post für das abgelaufene Etatsjahr wird sich auf 870 Millionen Mark be- laufen. TaS Grubeuuuglück in Oberschlesien Hat da« Leben von 30 Bergleuten gefordert, 200 Verletzte liegen im Krankenhaus. Italiens Politik. Wir haben bereits darauf hingewiesen, in welch wohl- tuender Weise sich die aufrichtige Friedens- und VersöhnungS- Politik Italiens unter Nittis Führung von den Haßgesängen und Rachetänzen der Millerands unterscheidet. Mit dem Ein- marsch der Franzosen war, wie wir in Berichtigung einer da- malS gebrachten offenbaren Falschmeldung mitteilen, Italien in keiner Weise einverstanden, geschweige denn, daß es� die pathologische Pariser Angst- und Gewaltpolitik unterstützt hätte. Dem deutsch-österreichischen Staatskanzler Dr. Renner hat Nitti zugesagt, daß die Regierung dafür eintreten werde, dem zu Italien geschlagenen Deutsch-Südtirol Selbstverwaltung zu gewähren, und der König versicherte Renner der warmen Sympathien Italiens für das demokratische Deutsch-Oesterreich. Gegenüber den Tausenden halbverhungerter Wiener Kindern, die eS gastlich ausgenommen hat, beweist das italienische Volk eine ttefergreifende Liebe, die ihren Lohn sicher in den künftigen Beziehungen der Völker finden wird. Amerikas Krießsfchluß. Milderung der Wehrpflicht. Washington, 9. April.(Nrnter.) DaS RepröseutanteuhauS nahm die Entschließung, durch die der Krieg mit Deutschland für beendet erklärt wird, mit 243 gegen 159 Stimmen au. 22 Demokraten stimmten mit der republikanischen Mehrheit zugunsten der Entschließung. Die Entschließung g> ht jetzt an den Senat. Der Senat»ahm das Freiwilligeusystem statt der allgemeinen Militärpflicht an; der Plan tritt 1922 iu Kraft. Es wird vorgesehen, daß Männer zwischen 18 und 28 Jahren zu einer virrmonatlichen Uebung in einem vo« ihnen selbst gewählte» Jahre herangezogen werde«._ Lenin predigt wieHeroufbau. Und Vernichtung der Menschetviki? Nach einer von MTB. wiodergegebenen Meldung der russischen Preffe hat Lenin in der ersten Plenarsitzung des neugewähl- ten Moskauer Sowjets eine Rede gehalten, in der er sich u. a. wie folgt äußerte: .Wir müssen die eigene militärische Bereitschaft bewahren, entwickeln und verstärken, um die der Arbeitcrtlaffe obliegende Aufgabe des wirtsämstlicheu Wiederaufbaues zu lösen. Jetzt gebt der Winter zu Ende, die Not und der Hunger haben sich bei uns verschärft, sowie alles, was mit der Wiederherstellung der Pro- duktivkräfte, insbesondere des Transports, zusammenhängt. Die Aufgabe der Wiederherstellung des ruinierten Landes, der ruinierten Wirtschast, ist ohne«inen Krieg an der unblutige« Front nicht zu lösen. Nun hat sich die Bauernschaft Sibiriens mit uns vereinigt, jene Bauernschaft, die trotz allem den An- sichten der Sozialrevolutionäre und der Wenschewiti folgt. Die letzteren halte« eS für ihre Pflicht— sie haben auch sonst nichts weiter zu tun—, die Ideen der Demokratie zu predige« und für den freie« Handel(?) einzutreten. Wir müssen heroische Maß- nahmen treffen, damit dieser freie Handel mit Getreide nicht blüht. Die Bauern, die den Ueberschuß an Korn dazu benutzen wollen, um ihre hungernden Brüder auszubeuten, sind Feinde der arbeiten- den Klasse. Unsere wichtigste Aufgabe ist die Vernichtung dieser kleinbürgerlichen Demokraten. Durch die Verwendung der ehemaligen Offiziere der Zsreu- regicruug sowie der bürgerliche« Spezialisten hat die Rote Armee ihre Siege erfechten können. Jetzt, wo ei friedliche ArbeÄ zu leisten gilt, müssen die früheren Eigentümer zur Arbeit angeleitet werden." Der Vernichtungsschrei gegen die Sozialrevolutionäre und Menschewiki klingt nach den Meldungen der letzten Zeit über eine Annäherung der sozialistischen Parteien und der Aolschewfli in Rußland so unwahrscheinlich, daß wir starke« Zweifel in die Richtig- keit des Berichts setzen müssen. Solcke Worte Lenin? müßten za den russischen Sozialisten die Nicderkämpfung der Leninherrschast, die an Zarismus gemahnte, als einzige Rettung erscheinen lassen. Oder sollte sich Lenin jetzt, wo Sowjetrußland der Frieden und die Ententehilfe winkt, wieder zur reinen Gewalt bekennen? Wirtschaft Neckar- und Donau-Main-Kanalisation. Im Etat des Reichsverkehrsministeriums werden 10 Millionen Mark gefordert als erste Rate für die Kanalisierung deS Neckars und den Ausbau seiner Wasserkräfte. Im Reichs rat erklärte der bayerische Gesandte von Preger, daß Bayern keine Bedenken gegen die Sache selbst Hobe, wohl aber dürfe diesem Projekt nicht etwa ein Vorzug gewährt werden vor dem Projekt dcS Main- Donau-KanalS. Die bayerische Regierung erwarte eine Erklärung von der Reichsregieritny, daß die verschiedenen vorliegenden Wasser- straßenprojekte ganz gleichmäßig behandelt würden. Unter- staatssekretär Peters wies auf die Dringlichkeit der Neckar-Kanalisierung hin. Das Projekt liege fertig vor, auch würde nach der Ausführung die Sache sich selbst verzinsen. Wenn man notwendige Wasserrftaßenbauten an die schwere Bedingung knüpfe, daß analoge Verkehrsverbesserungen in andern Teilen deS Reiches gleichmäßig berücksichtigt werden müßten, so lege man einen H e m m s ch u h an, der die Entwicklung des Landes außerordentlich schädigen würde. Der bayerische Gesandte erklärte sich durch diese Darlegungen nicht befriedigt. Unterstaatssekretär PeterS hob hervor, daß die von Bayern gewünschte Erklärung der ReichSregie- rung von so großer Tragweite fei, daß sie nicht 0§n«_«inen Kabinettsbeschluß gegeben werden könne. Der württembsrgische Gesandte Hildenbrand hob hervor, daß von einer Bevor- zugung Württembergs keine Rede sein könne. Der bayerische Ge- sandte von Preger erklärte, daß er nach den Dirlegwngen deS Unterstaatssekretärs PeterS nicht in der Lage sei, für die ge- forderte Summe zu stimmen. Für Preußen erklärte Minifterial- direktor NobiS, daß er sich grundsätzlich dem Standpunkt des bayerischen Vertreters anschließe. Es sei sowohl wirtschaftlich zweckmäßig wie auch politisch erwünscht, wenn die Rai chSre gierung einen Beschluß der gleichmäßigen De Handlung aller Wasserstraßen» Projekte faßte. Die Frage des Donau-Main-KanalS gelte in Bayern als eine nationale Sache. Es hingen daran gang außerordentlich viel politische Imponderabilien. Minister Dr. David betonte, daß er nicht autorisiert sei, eine Erklärung abzu- «eben. Er halte e« aber für ganz selbstverständlich, daß das Reich, da es jetzt die ganze Sache zu betreuen habe, jede? Projekt, das sich als rationell im Interesse des Reiches und der Länder«weise, zu fördern bestrebt sein werde. Gerade der Krieg und die dauernde Kohlennot hätten die Notwendigkeit eines weiteren Ausbaues der Wasserstraßen bewiesen.— Die Forderung wurde gegen die Stimme Bayern« bewilligt. Erwerb deutscher Betriebe durch Amerikaner. In der Kegend von Gera haben amerikanisibe Firmen eine Reihe industrieller Unternehmungen erworben. In Triebes kauften sie drei groß« Fabriken und ein Grundstück zur Errichtung einer Stickerei, in KrailSdorf zwei große Schlächtereien. Eine SchlSiüterei wollen sie auch in Triebes errichten, wobei sie erklären, daß ihnen ausreichen« des Rohmaterial zur Verfügung stehe. / GewsriWostsbewegung vorläufige Vereinbarungen im