Nr.I8«.S7.I»hr«. Bezugspreis t B irteliZhri. Zl.— MU, monatl.?,— MI. frei ms öaus. oormi«»ahldar. Poft- os>uq Monatlich 7,— Ml« e?fl. fat» fteUungsqebülir. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Unzarn 102' Md. für das lidrigl Ausland 14 50 Md. bei täglich einmal. Zustellung lZ50 Mi. Postsestellungen nedmen an Dünemarl öostand. üuremburg, Schweden und Die Schweiz. Eingetragen in die Dost- Zeitung«- Preisliste. Der«Sonoärte* mit der Sonntag«- dcilage.Voll u-Zetf enchemt wochentags ich zweimal. Sonntag« einmal. Telegramm-Adrelse «Sozialdernolra! Berti«". Morgen Ausgabe ( 20 Pfennig) Derlinev Volksblatt Anzeigenpreis: Die achtgeipaltene Zlonpareillezeile kostet 2.50 M.. Teuerungszuschlag 50°/» �Kleine Anzeigen", das lett- gedruckte Wort 75 Pfg.(zulüsstg zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 50 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Wort 05 Pfg. jedes weitere Wort 40 Pfg. Worte Ober 15 Vuchstabe» zSI>len für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. Familien- Anzeigen, politische und gewerlschaftliche Vereins- Anzeigen X— Ml. die Zeile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ä ch st e Nummer müssen bi» S Ahr nachmittag» im Kauptgeschäst, Berlin SW 03, Linden- ftraße 3, abgegeben werden. Deöffnet von 9 Uhr früh bi« 5 Uhr abends. "-s Zentralorgan der fcztaldemokrattfchen partet Deutfcblands Reüaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. Z. sTernivreeher: Amt Mortnvla«. Nr. Ist SO— lSt il7. Vonvärts-Verlag G.m.b.tz., SW.bS, Lindenstr.?. Neruiprecher: Amt Moritiplav, Nr. 117»Z— St. Scheiöemanns /lntlagereöe. Kassel, 11. April.(Eigsner Drcchtbericht des.VortvärtS".) Dar vielen Tausenden sprach heule Genosse Scheidemann. Er wurde oft von Isdhaftem Beifall unterbrochen. AuS feinen Ausführungen fei folgender Auszug wiedergegeben: Wer auf die Milderung hinarbeitet, ohne der kapitaWischen Produktionsweise zu Leibe zu gehen, kann ein sehr braver Mensch fein, er bleibt aber immer nur e?n Reformer. Tagegen ist ein Revolutionär, wer die Produktionsweise selbst ändern, also den Kapitalismus ersetzen will durch den Sozialismus. In diesem Sinne war, ist und bleibt die Sozialdemokratische Partei ein« revolutionäre Partei, revolutionär nicht im Heugabelsinne. Sie, will in« Produktion, die Wirtschaft und die Köpfe revolutionieren. DaS kann nicht willkürlich durch Diktat geschehen, sondern nur— wenn Produktion und Technik einen hohen Grad der Entwicklung erreicht haben— durch die Gesetzgebung. Wer zu dumm ist, einem politischen Gegner sachlich entgegen- zutreten, greift zur persönlichen Verdächtigung und Verleumdung. Im Laufe der kommenden Woche findet einer der Prozesse statt, die ich gegen einen solchen Ehrenmann angestrengt habe. Heute Über ach: Tage wird alle Welt wissen, mit was für Gesindel, Ge. schmeiss und Gekrcisi ich mich berumschlagen musi. Die Konservativen und ihre antisemitischen Hilfstruppen sind Deutschnationale gewooden, die srüheren Ziational- liberalen firmieren jetzt als Deutsche Volkspartei. Ttese beiden Parteien, die jetzt unehrlichevwdse die Republik beschuldigen, klage ich an: Ihr habt Deutschland in den Krieg gehetzt! Ihr habt das Glend über das deutsche Volk gebracht! Ihr tragt die Schuld an dem Zusammenbruch dos Reiches! Ilir habt Teutschlands Handel und Industrie zugrunde gerichtet! Ihr seid schuld, wenn unser Land jetzt im Bürgerkrieg verblutet! Ihr seid die Schuldigen an allem unseren Jammer! Ihr tragt das Kainszeichen des Brudermordes an der Strunk Ihr, die Ihr Euch deutschnational'»der Deutsche VolkSpartei oder Antisonriten nennt I(Donnernder Beifall.) Bis unmittelbar vor dem Zusammenbruch im November ISIS haben diese ReaktionMe sich geweigert, tu Preutzen dir Dreiklassenschande zu beseitigen. Auf die dringliche Forderung deS gleichen Wahl- 'rechts antworteten die Frechlinge mit dem Hohn einer Rechts. erweiierung für das HerrenhauSl Die jetzigen Zustände sind nahezu unerträglich. Das Pol? hungert weiter, wie es fest Jahren hungert. ES ist durchaus be. greislich, wenn ein« verzweifelte Stimmung über groß« Massen kommt. Die Stimmuna ist begreiflicherweis« dort am radi- kalsten, wo die politische Einsicht am geringsten i st. Deshalb war ei mehr als gewissenlos von der äußersten Rechten, den Radikalismus auf der äußersten Linken direkt Herauszufordern und zu törichten Unternehmungen«u provozieren. Kapp und Genossen haben verbrecherischer gehandelt als jemals ein Massenmörder zuvor. All das Blut, alle die Zerstörungen in Thüringen, in Sachsen und im Ruhrgebiet kommen auf i h r Schuld. kontv. Fast noch größer als das Verbrechen der Kap Pisten ist ihre bodenlose Dummheit. Diese preußische Gamaschenknopf-voruiortheit allein macht eS begreiflich, daß daS Unternähmen überhaupt be- gönnen werden konnte. Viele höhere Offiziere, politische Naivlinge. haben sich heilloS kompromittiert und müssen deshalb entlassen werden. Jede Nachsicht würde sich furchtbar räche» Wer und waS war denn Herr Kapp: Mitglied des Gesamtvorstandes der Dentschnationale« Partei! WaS war denn Herr Traub: Der HeranSgeber der deutschnationaleu Eisernen Blätter, daS hervorragendste Mitglied der Deutschnationalen Fraktion; denn er wurde von ihr neben .Herrn v. Gräfe in den wichtigen Parlamentsausschuß— den für die Auswärtigen Angelegenheiten— geschickt! Wer und was war Herr Brede reck? Der bekannte ehemalige Antisemit und spätere Angehörige der Deuischnatiooalen Partei. Er war als steckbrieflich verfolgter antisemi- tischer Rechtsanwalt, der Mündelgelder unter» schlagen hatte, der berufene Mann der e h rl i ch e n„neuen Regierung", die den Kampf gegen Schieber und Schleich- Händler führen wollte, den die rechtmäßige Regierung angeblich vernachlässigt haben soll. Deutschnationale Zeitungen waren«S, die von den eidbrüchigen Männern Kapp, Traub usw. al» von der„neuen Regierung der Arbeit" sprachen. Wäre Herr Kapp nicht innerhalb hundert Stunden erledigt worden— wer zweifelt daran, daß die„nationalen" Papiere langst mit Begeisterung für den Ostpreußen und seine Trabanten schreiben würden! Die Anwendung der Gewalt ist unzulässig in einem Staate mit ehrlicher und restloser Demokratie. Jeder kann für seine Ueberzeugung ein« Mehrheit gewinnen. Die Mehrheit aber entscheidet im demokratischen Staate. DaS Recht deS freien Wortes- ist nur unterdrückt worden, wenn versucht worden war, durch An« Wendung von Gewalt di« Demokratie zu zerstören. Gewaltan. Wendung auf der einen Seite zwingt zur Gewaltanwendung auf der anderen. Zu den ersten Taten der Kappisten aber g«. hört«« die Verhängung de« verschärfte» Belagerung«. zustande« und die Unterdrückung der Pressefreiheit. Aber mehr, und zwar peinlicheres, kann ich berichten: Ich hatte, solange ich gemeinsam mit Haas« und Dittwann VolksHeauftragter war, das Pressedezernat zu verwalten. Tag und Nacht hatte ich zu protestieren gegen das Verbot von Zeitungen, die Verhängung der Zensur usw. DaS waren Maßnähmen, die von angeblich radikalen Vollzugsräten verhängt worden waren. Was wurde von den Kommunisten und Spartakisten— um nur diese zu nennen— mit den Zeitungen gemacht und noch jetzt im Ruhr- gebiet gegen sozialdemokratische Blätter in den Tagen, in denen die Arbeiter aller Richtungen gemeinsam im Kampfe standen gegen die Reaktion. Eine VokkSwehr, in die organisiert« Arbeiter in erheblichem Maße eintreten, die geleitet wird von bewährten republikanisch und demokratisch ge- sinnten Offizieren und Unteroffizieren, kann nicht mißbraucht werden von Kappisten. Die bisherigen Zustände sind unhaltbar geworden. Wir haben eS in Sachsen und im Ruhrrevier erlebt, daß sich so- wohl Soldaten als auch bewaffnete Arbeiter die schändlichsten Ueber griff« erlaubt haben. Der Kom- mnnist Hölz in Chemnitz ist doch nichts anderes, als ein moderner Schinderhannes, und was find die sogenannten Kommunisten, die in Westfalen Gelder aus öffentlichen Kassen erpreßten, schließlich anderes als Hölz? Und baben nicht MarburgerStudenten in Thüringen als Zeitfreiwillige fünfzehn harmlose Arbeiter meuchlings ermordet—„auf der Flucht", offenbar in derselben Weise, wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg. Und wie der mehrheitssoziasistische sächsisch- Kriegsminister Neuring von„Kom- mnniste« ermordet wurde, wie sich jetzt viele nennen, um ihre Gemeinheit«« pokitisch zu drapieren. Um die Wie» derholnng solcher Greueltaten zu verhüten, gibt eS nur ein« Sicherung: der Verzicht auf die Anwendung von Gewalt zur Erreichung politischer Fiele, solange unsere Verfassung mit thr«r absoluten Rechtsgleichheit besteht. Wir Sozialdemokraten wollen den Sozialismus, wie wir ihn stets gewollt haben, und wir wollen die Demokra- t i e, für die seit Jahrzehnten unsere Besten ihre ganze Kraft ein» gesetzt haben. Aber wir wollen auf wissenschaftlichem Boden bleiben, nachdem Engels und Marx uns von der Utopie zur Wissenschaft geführt haben. vtopistische Experimente und NStcdiktatur lehne« wir ah. Erfreulicherweise scheini in allen Kreisen der Arbeiterschaft d!« Erkenntnis zu wachsen, daß der Bruderkrieg beendet werden muß. Die S. P. D. hat mehrfach die Hand zum Fniedm geboten, und zwar ganz offiziell auf Parteitagen und bei Regierungsbildungen. Auf der Gegenseite hat lange Zeit die ablekmend« Stimmung vorgeherrscht. Es hieße aber an der Arbeiterschaft V e r z w e i» feln und den Sozialismus preisgeben, wenn aus die Dauer da» unboachtet bleiben sollte, wa» Männer wie KautSky und Bernstein, ja selbst Lenin über die Unmöglichkeit der gewaltsamen Um» stellung der Wirtschaft geschrieben hoben. Die Sozialdemokratie isi die Partei der Zukunft. Ihr am wenigsten steht e« cm. in häßlichen Erinnerungen an die Vergangenheit zu schwelgen. WaS durch die Uneinigkeit all«! versäumt worden ist— vor allem die Erringung de? Mehrheit zur Nationalversammlung— hat die Arbsiierschost schon unermeßlich geschädigt. Wie immer die Arbeiterschaft in Zu- kunst zu den einzelnen Problemen sich stellen mag— in einem Falle wird sie unter allen Umständen geschlossen kämpfen müssen: gegen die Reaktion— gegen r e ch t SI Nach scharfem Protest gegen den französischen Einbruch schloß der Redner: Als ich im September 1919 ausrief: Der Feind steht rechts! bin ich vielfach geschmäht worden. Die Ereignisse haben mir recht geyeben. Und deshakb fasse ich zusa-ininen: die Deutschnationale« und ihre antisemitischen HilfStrnppen haben uns in den Krieg gehetzt; sie baben das Reich zugrunde gerichtet und das Volk in das Elend gestürzt- sie haben durch den Kapp-Putsch gezeigt, daß sie die alten Sieaktionä?« geblieben sind; sie haben durch ihr« Politik den Bürgerkrieg entfesselt und noch den Gegner ins Land gebracht. Mit der gleichen Entschiedenheit, wie die Re- aktion früher von uns bekämpft worden ist, muß sie auch fernerhin bekämpft werden. Also: Nieder mit der Reacktionl E» lebe die Demokratie l ES bebe der Sozialismus! (Stürmischer, langanhaltender Beifall.) AI» in der lebhaften Diskussion Unabhängige de« V»rsr>ch machten, trotz der warmen Worte ScheidewannS für die Einigung seine Worte zu verdrehen, nahm die Versammlung gegen diesen Versuch scharf Stellung. Der unabhängige Red»«« bliob oft unverständlich, so energisch protestierten die versamm» lungSbesncher gegen den Persuch, die Einigungsparole zum Nutzen d«r Unabhängigen auszuschlachten. Auch ein Deutsch» nationaler suchte sich verständlich zu machen, doch b«i dem stürmischen Widerspruch, der sich bei jedem semer Sätze erhob, mußte er daS Feld räumen. Scheidemanns Schlußwort rechnet« mit den Diskussionsrednern energisch ab und seine letzten Autfüh- rungen galten wieder der Einigung der vrveiterklass«. Nach dreistündiger Dauer wurde die Versammlung in voller Ruh« und Ordnung geschlossen dem Gedächtnis eines Tapfern! Zum Jahrestage des Mordes von Dresden. Von Robert A lb ert- Dresden. Heute vor einem Jcchre wurste in Dresden der sächsische ! Kriegsminister, Genosse N e u r i n g, von irregeleiteten unst ' demagogisch mißbrauchten, unaufgeklärten Volksgenossen in die Elbe geworfen und dann durch Maschinengeirchr- und Flintenschüsse erschossen. Es ist stamals in einem Zustand der Verwirrung, die zahllose Gerüchte unst Märchen schuf, kaum recht klar geworden, welche Ursachen und Bedeutung dieser Mord hatte. Darum dürfte es am Platze sein, den Fall heute im Zusammenhang darzustellen, zumal seine Einzelheiten eine bringend« Mcch-mmg auch cm die heutige Zeit enhalten. Gustav Neirrfng war am 16. Januar 1919 von den Ar- beiterräten Sachsens zum Volksbeauftragten für das Mili- tärwesen ernannt worden, weil er als sehr energischer und zielbewußter Vorsitzen-der deS Arbeiter- und S o l- staten rat? Groß-DreZstens, desien Maßtiohrncn bis dahin die Sicherheit, Piche und Ordnung Sachsens gewährleistet hatten, der Berufene dazu war. Mehr als 15 Jahre lang hatte er als Gewerkschaftsangestellter der Fabrikarbei- ter die Interessen der Arbeiter vertreten und sich viele or- ganisatorische Kenntnisse erworben, die ihm unter normalen Verhältnissen glänzende Erfolge und sogar Ruhm gesichert hätten. Hier aber war ihm eine der undankbar st en Aufgaben der Revolution gestellt worden: Er hatte daS alte zusammengebrochene Heer abzubauen und, da in- zwischen die Putschisten von links unvernünftig gegen die eigenen Volksgenossen, gegen Demokratie und Arbeiterbewe- gung wüteten, ein neues Volksheer zum Schutze der Er- ruwgenschaften der Revolution auszubauen. DaS war geradezu Sisyphusarbeit! Denn mit jedem Truppenteile, den Neuring auflöste, machte er sich eine Reihe von Soldatenräten zu grimmigen Feinsten. Es wollte da- malS eben niemand entlassen werden, toeil die Arbeitslosig. keit groß und die Aussicht auf Existenz sehr gering war. Auf der anderen Seite aber trieb die Sozialisten aller Nichtim- gen zur Eile an:„Nur fort mit dieser Armee, 5ä- mit sie nicht von Feinsten der Revolution gegen die Revolu- tion mißbraucht werden bann!" Unst wie türmten sich erst die Hindernisse beim Ausbau des neuen Heeres! Neurings Vorgänger, der Unabhängige Fleißner, hatte zugeben müssen, daß eS ohne Heer nicht gehe.-Aber nun er und die Seinen zur bequemen Opposition übergegangen waren, schürten sie den Haß der Unaufgeklärten gegen das Werk,, diskreditierten sie alle«, WaS nach einem Hoer aussah, als«in kontsrrevolu- tionäreS Gebilde. AuS dieser tragischen Situation ist der abstysitkiche Morst an Neuring erZpachsen. Den Lozarcttinsassen— keineswegs immer nur Kranke unst Verwundet«, sondern auch viele längst Geheilte darunter, die unter allen Umständen im La- zarett bleiben und sich dort vor Not schützen wollten— war von gewissenlosen Demagogen vorgelogen worden, man wolle ihre Rechte schmälern unst ihre Löhnung beseitigen. Darob begreiflicherweis« große Erbitterung. DaS Personal der La- za rette unterstützte die Gegenforderungen der Lozarettisten, unst kommunistische Gernegroße benutzten die Un» zufviedenheit, die Leute gegen die sozialdemokratische Regie» rung aufzuputschen. So bearbeitet, kam der DenwnstrationHzng mÄ ein paar Tausend Kriegsbeschädigten am 12. April vor daS Kriegs- ministerimn und entsandte ztve! Deputationen zirm Minister. Als er die eine bereits restlos befriedigt hatte, erfuhr er. daß die zweite von dem Kommuni st en Frenze! ge» führt wurde, der ihm längst als gewissonlofer Demagoge un» rühmlichst bekannt war. Er lehnte es ob, Frenze! zu empfangen, erklärte sich aber zur Verhandlung mit den übrigen Kameraden bereit. Frenze! ging wutschnaubend hinunter und hetzte die Wartenden mit der infamen Lüge auf, der Minister habe„kein Interesse cm den Verwunieton!" Damit begann der Putsch. Man warf Fenster ein, zertrümmerte Türen im Innern deS Kriegsmini stsrimn» und riß der Hauswehr die Waffen fort. Die zufällig zur Ablösung kom- meist»« neue Wache Wurst« ebenfalls von der auch durch anarchistische Brandreden immer erregter wendenden Menge ent-. Waffnet und deren Maschinengewehre wurden bereits auf offener Straße gegen das Kriegsministerium in Stellung gebracht. Wenige Minuten später begann«in planloses Schießen unst der anrückenden Reichswehr wurde vo« den Hetzer» vorgelogen, daß der Minister bie Brrwtmdetzen mit K Pf. pro Tag abspeisen wolle, und daß er habe Hcmstgrano- t»n unter sie werfen lassen. Beides war erlogen. An den Bezügen der Lazarettisten' sollte nichts geändert werden, und zwei blinde Handgranaten waren lediglich als Schreckmittel vom Wachchabenden des KriegsministerirnnS gegen die mit Gewalt eindringenden Schreier und Hetzer geworfen worden. Die bis zur Besin- »ungslostgkeit aufgehetzte Menge aber, die natürlich durch den Mob Verstärkung bekommen hatte, glaubte alle Lügen unst ruhte nicht eher, bi» der Minister nach Erstür- mung stet Hauses heruntergeholt, dort schäm» föB niiftfkiitMt und von ber dohsn Brücke in die hoch- gehende Elbe geworfen worden war. Erst noch vier Wochen wurde sein Leichnam gesunden und erst nach drei Moimten konnte gegen einige der Beteiligten an der Schandtat vor dem Schwurgericht verhandelt werden. Fünf von ihnen erhielten Gefängnisstrafen von zwei bis drei Iah- reu, allein die Haupt schuldigen waren nicht zu ermitteln und gegen die intellektuellen Urheber des Mordes schritt man leider nicht ein. Einen Erfolg ccher hatte die Bluttat: Sie hämmerte uns die Erkenntnis ins Gehirn, daß überall da, wo man den Mchrheitswillen mit Füßen tritt, wo man die Mittel der Ucberreidung und Ausklärung des Volkes der- wirst, mit eiserner Konsequenz das Mittel der Gewalt ein- seht und Verbrechen und Katastrophen erzeugt. Der Blut- rausch einer fanatisierten Menge gab am 12. April ein Bild von dem, was kommen muß, wenn die Bande reißen, die ein Staatswesen in Ordnung halten müssen. Müssen, wenn nicht alles zum Teufel gehen soll! Gerade in diesen Tagen sollte das weiten Kreisen Mahnung und Warnung sein. Auf dein Tresden-Tolkwiher Friedhos wird heute ein schlichtes Denkmal enthüllt werden, das die Regierung ihrem Mitstreiter Neurmg gestellt hat und worin eingemeißelt steht, daß er für das Volk starb. Arboitersänger wer- den den Sohn des Volkes trauernd grüßen und der Minister- Präsident wird den jäh von seiner Seite gerissenen Minister- kollegdn mit einer Ansprache feiern, indes Deputationen der Parteien und Gewerkschaften Kränze niederlegen und grü- hend die alte Partei sahne über die Grabstelle senken werden. Geloben wir uns, als Sozialdemokraten dafür zu wir- ken, daß die Unwissenheit der noch Verirrten beseitigt wird, daß keine Schandtat mehr die große Sache der Revolution besudelt! Reichswehe gegen holz. Chemnitz wird umgangen. Ter Ehemniher VollzugSrat hat an die Chemnitzer Bevölkerung folgenden Aufruf erlassen: Reichswehrtruppen stehen vor Chemnitz. Tie Orte Niederwiesa, Fröba, Mittweida und Franken- baP sind bereits besetzt. Di« Chemnitzer Arbeiterschaft hat den (Generalstreik abgclehnst da Reichswehrtruppen nach dem Vogtlands geheim ohne Chemnitz z u berühren. Diesem Beschluß muß sich der VollzugSrat fügen. Die Regierung hat versprochen, keine 'Truppen nach Chemnitz zu schicken. Wenn aber die Regierung d-ieseS feierliche Versprechen nicht einhält, und die in so bedrohlicher Nähe befindlichen Truppen in Chemnitz einrücken, hat nach dem Beschluß der drei Arbeiterparteien der verschärfte General- streik sofort einzusetzen. Plündernngen und Brandlegungen. Blaue« i. 11. April. Am Sonnabend abend kam eZ hier zu schwere» Ausschreitungen der Hälzschen Roten Garde. Plündernde Banden durchzogen die ganze Stadt; eine Abteilung drang im daI Cafe Trömel und nahm den anwesenden Gästen de» Getdkasten ab. Der Wirt eines Weinrestaurants, der sich weigerte, zehntausend Mark auszuliefern, wurde f o r t g e> schleppt, konnte ccher später vom Publikum auf der Straße befreit wecken. Auch in verschiedene Privathäuser dran- gen die Plünderer ein. Boi einem Ziegeleibesitzer wurde der Geldschrank erbrochen und beraubt. Sein Sohn wurde als Geisel festgenommen; desgleichen verschiedene andere Per- sönlichkeiten. Noch in der Nacht räumten die Rotgardisten die von ihnen besetzte Ka s e r n e, das Rathaus und den Bahn- Hof Und fuhren sodann unter Mitnahme der Geiseln noch Fol- k« n fte i« ab. Eines ihrer Auwmobile verunglückte unterwegs, wobei es mehrere Verwundete gab. In der Stckt Plauen ist nach dem Abzug der Roten Gardisten Ruhe eingetreten. Reichs- Wehrtruppen, die von verschiedenen Seiten her im Anmarsch sein sollen, waren bis zum Nachmittag noch nicht eingerückt. Kakkrastei» i.?., 11. April. Auf die Kunde von dem Anmarsch von Reichswehrtruppe» traten in der Nacht zum Sonntag die von Seethovens Neunte im vierten Festkonzert des sozialdemokratischen BildungSauSschusseS Groß-Berlin. .Wem der große Wurf gelungen... mssche seinen Jubel «ml" AuS ganzem Herze» kann ich mitjubelx, baß den Beran- staNern d«S gestrigen VormittogSkcmzertS dar große Wurf so Herr- lich gelungen ist, dielen Tausenden VvlfSgenosfen durch die Auf- führung der neunten Symphonie von Beethoven«ine tiefe Quelle höchsten musikalischen Genusses zu erschließen. Ein Blick auf das sehr geschmackvoll mit dem Klingerschon Beethovenkops ge- schmückte Programm überzeugte vorweg, daß die Aufführung in die Hände, bester Künstler gelegt war. Voran da? Klavierkonzert m G-Dur, op. 68, von Beethoven mit Waldemar Lütschg am Flügel. Dann eine Ansprach«, die allerdings nicht, wie an- gekündigt war, vom Genossen Heinrich Schulz gegeben wurde. An ssmer Stelle sprach Dr. Guttmanm vor Beginn des Konzerts einige einleitende Worte, in denen er auf die Bedeutung Beethovens und besonders der neunten Symphonie hinwies, die im Programm- Heft durch vorzügliche Erläuterungen von Dr. Ernst Jokl den Hö- renden nähergebracht wurde. Endlich dann diese ewig mächtige Symphonie unter der musikalischen Leitung von Generalmusik- divektor Dr. Karl Muck mit dem Orchester der StaatSoper, dem Berliner VolkS-Chor unter Ernst Zander und dem Solo- guartett Rose Walter, Paula Weinbmnn, Paul Bauer und Lederer. Feinsinnig und mit vollendeter Technik spielte Waldemar Lütschg das Beethovensche Klavierkonzert. Reicher Beifall belohnte den vortrefflichen Pianisten. Leider litt sein« Darbietung unter der Unzulänglichkeit des Jbach-Flügels, der, besonder? im Diskant viel zu schwach, im Tone nicht edel und tragfähig genug war. Dr. Muck bewies sowohl im Bvethoven-Konzert als auch in der .Neunten" sein« reife edle Meisterschaft ÄS Dirigent. Em Hoher- Priester der Kunst steht er am Pult, auch in der Ekstase stets die vornehme Gest« wahrend. ES ist ein« Freude, dieses Orchester unter seiner Leitung zu hören und auch zu sehe». Man fühlt, daß tiefes Vertrauen zum Führ« sein« Mitglieder beseelt. Mit gläubigem Acige hängen sie a« Zauber stabe deS große« Dirigenten. Do» zweiten Satz deS Klavierkonzert«(Andante con rnoto) nah« Dr. Muck im Tempo ein wenig langsam, fast wie ein Adagio, doch brachte er dadurch die tiefe Poesie des Satzes dssonberS ein- dringlich zu? Geltung. Das Soloquartett sowie bssonderS der Thor überraschten durch Klangschönheit und rhythmisch gut geschlos- jenes Zusammenwirken. Alles in allem ein großer Erfolg, wie auch der wicht enbvnwollende Beifallssturm am Schluß des Kon- Amtes bewies. Holz gebildeten BrcmdkommandoS in Täligkeik und steckten fünf Villen in Brand. Gegen drei Uhr früh glich die Stadt einem Flammenmeer. Im Hofe des Amtsgerichts ließ Hölz die den Einwohnern abgenommenen Waffen verbrennen. Um vier Uhr früh verließen Holz und feine Anhänger, nachdem sie die Geiseln freigelassen hatten, in zehn Automobilen die Stadt und subren nach der sächsisch-böhmis chen Grenze davon. Der Sonderberichterstatter der„Leipziger Neuesten Nach- richten", der bereits am Sonnabend früh in Plauen festgenommen worden war, soll mit verschleppt worden sein. Da die tele- graphischen und telephonischen Verbindungen unterbrochen find, fehlt seitdem jede Nachricht von Hölz. Doch nimmt man an, daß er sich in K l i n g e n t h a l aufhält. Kus öer K. p. d. Die gerüffelte Zentrale.— Gegen Hölz. Der Zentralaus fchuß der Kommunistischen Partei hat eine Resolution angenommen, die sich'g e g e n die Erölärung der Zentral« zugunsten einer rein sozialistischen Regierung ausspricht. Von dieser Erklärung wird gesagt, daß sie im Augenblick des Kampfe» ablenkend wirkte, und es wird als Aufgabe der Partei bs- zeichnet, die„realen Machtverhältnisse mit revoluriimären Mitteln zu ändern". Alz solche revolutionäre Mittel werden die Bewasf- nuttg des Proletariats und der Ausbau der Arbeiterräte genannt. Der U. S. P. wird„schärffte Kritik" angesagt. Eine in Chemnitz abgehaltene Bezirkskonferenz derselben Partei hat den„primitiven Kommunismus de? Hölz— also doch Kommunismus", was in den Augen aller anderen einfaches Banditen- tum ist— abgelehnt. Hölz stelle sich durch seine„wirren Aktionen" außerhalb der Partei. Die Kommunistische Arbeiterpartei Deutschland«, die sich kürz- sich aus den radikalen Mernemen der Reichszentrale der Kommu- ni stifchen Partei Deutschlands gebildet hat, hielt gestern ihre erste Versammlung ab. Der Referent A l t m a n n bezeichnete die Re- gierung als Spekulationslonsortium und bezichtigte die GeWerk- schaften deS offenen Verrats an der Sache des Proletariats. Nur die gewählten Betriebsorganisationen verkörperten die wahre Macht in Deutschland. Deutschland stände bereits am Ansang des Bürgerkriege«, und nicht« könne den Sieg der wahr- hast revolutionären Kommunistischen Arbeiter packet verhindern, weder die Baltikumtruppen, die käuflich seien, noch die Reichswehr, die man durch kräftige Propaganda trennen werde, noch die OrtZ- und Bürzerwehren, die sich gegenseitig zerreiben würden. Der in den nächsten Wochen zu erwartende Abfall der süddeutschen Staaten werde die Niederlage von Kapitalismus und Bour- geoisie noch beschleunigen. Dann könnte das Rätesystem ein- geführt und die Rote Armee aufgestellt wecken. Entente-�rejse gegen Nilleran). England. Amsterdam, 11. April.(SB. T. B.)„25 estminster G a- zette" schreibt in einem Leitartikel, der Sache der englisch-sran- zösischen Freundschaft sei ein schlechter Dienst durch die ärgerlichen Behauptungen erwiesen worden, daß die Allianz in Gefahr sei, weil die britische Regierung'der französischen Regierung ihre Meinung über die Besetzung der deutschen Städte gesagt habe. M i l l e r a n d sei jedoch gegen den Rat und trotz des Widerstandes der Alliierten vorgegangen und dürfe sich daher nicht beklagen, wenn die britische Regierung r e- spektboll, jedoch energisch ihre abweichende Meinung er- kläre. Das Blatt fährt fort: Wir wissen seit dem Waffenstillstand, daß die Franzosen sehr daraus aus sind, die Besetzung dent» schen Gebietes auf das rechte Rheinufer auszudehnen. DaS Blatt erklärt, der Grundsatz, daß Deutschland sein« eigenen inneren Angelegenheiten regele, sei daS Rückgrat einer Friedenspolitik. Ran dürfe nicht versuchen, Deutschland For- derunge» aufzuzwingen, die miteinander nicht in Einklang zu bringen sind. Man dürfe nicht versuchen, da« Wirtschaftsleben Teutschlands zu zerstören«nd zu gleicher Zeit erwarten, daß eS große Entschädigungen bezahlt. Eö kann den Veranstaltern und Künstler« nicht genug ge- dankt werden, daß sie der Arbeiterschaft den Genuß dieser Herr- lichen Tonschöpfung bescherten. Immer hat es einen großen Festtag für die Berliner Arbeiterschaft bedeutet, wenn st« zu Tausenden, wie gestern in der.Neuen Welt", zur Neunten strömen konnte, deren Grundgedanke die Verherrlichung der Menschlichkeit und Brüderlichkeit im hehrsten Sinne ist und die also den Idealen deS nach Vervollkommnung ihres Wissens, Empfinden« und KämpfenZ strebenden Proletariats gehört. K. G. Grabe. Schutz für«nseve Serhandbücher! Der AdmiralrtätSvat Ge- org WiSlicenus richtet unter diesem Ruf einen Appell an die Kapitäne deS Deutschen SeeschiffahrtStage« und der deutschen Handelsflotte, sowie an die Volksvertreter, Freunde und Förderer deutscher Seeschiffahrt. Sein dienstliches Lebenswerk, die Heraus- gäbe der deutschen Soehandbücher für die außerheimischen Gewässer, stehe in Gefahr, schwer geschädigt zu werben durch LoStrennung vom Seekartenwerk. Da» bedeute zugleich eine durchaus nicht gering zu schätzende Gefahr für die deutsche SandelSschiffahrt, also auch für die gesamte ReichSwohlsahrt I WislicenuS erinnert an folgende«:„Im Mai meines nautischen Wirkens haben sowohl der Deutsche Nautische VereinLtag wie auch der Reichstag meinen Auf- ruf an deutsche Menschenfreunde:.Schutz für unsere Seeleute' in langen Beratungen eingehend und gründlich gewürdigt; am Schluß einer lebendigen Lobrede auf meine kleine Schrift sagte ein be- rühmte r Abgeockneter am 14. Februar 1305 im Reichstag:.Wi«- licenuS verdient den Dank aller Unparteiischen!" DaS war, wie wir hinzufügen, August Bebel. Und diese, Erinnerung fügt WtSkicvnuS nun die Wort« an:.Solchen Dank möchte ich mir wieder erwerben, und zwar dafür, daß ich den Deutschen See- schiffahrtStag auf Gefahren hinweise, die seine eigenen Beruf«- genossen schädigen würden, und dadurch, daß ich den sachkundigen Herren Kapitänen die gewichtigen Gründe unterbreit«, wieso und warum die deutschen Seehandbücher nur in steter enger Arbeits- gemeinschaft mit dem deutschen Seekartenwerk die notwendige Zu- verlässigkeit, also die Grundbedingung für«in brauchbare? See- Handbuch, erreichen können." Daß auch diesem Werk von sozial- demokratischer Seite au« schon vor dem Kriege im Reichstag(durch Ledcbour) sehr verständige warme Worte der Anerkennung ge- spendet wurden, vergißt WiSlicenu« nicht. In eingehender Be- gründung seines Aufrufs sagt er dann:.25aS ist denn der Zweck der Geehandbücher? Sie stnd unentbehrliche Hilfsmittel für hie Schisssführung, um die Seekarten zu ergänzen, sie aufs beste ausnutze» zu können. See band bücher und Seekarten dienen zur Sicherung der Seeschiffahrt gegen Siran- duugSgefahr. also gegen SchifsSverluste; sie müssen also die größte überhaupt erreichbare Zuverlässigkeit haben. Da» zu gehört vollkommen« Uebereinstimmuug in alle» gemeinsame« Einzelheiten und best« gegenseitige Ergänzung in den Angaben, die nür im Buch oder nur in der Karte weckmößig darstellbar sind." Diese Geschlossenheit deS erforderlichen hydrographischen Werkes lKüst«nv«rmeffu»g, Kartographie, Küstenbeschreibung) ist bedroht. Inwiefern sagt der Schlußsatz b»S Aufrufs-.Die Zersplitterung :,D a i l Y News" schreibt, seder weitere Tag der Besetzung sei eine Dokumentierung der Uneinigkeit der Alli- irrten. Der Weg, um aus der Schwierigkeit herauszukommen, sei der, daß Deutschland sein« Truppen aus dem Ruhrgebiet zurück- ziehe. Dieser Weg dürfe jedoch nicht eingeschlagen, werden, wenn die Folge davon eine ZunahmederUnordnung in Deutsch- land sein würde. „Daily Chronic! e" schreit, das englische Publikum werde die Regierung st ü tz« n, wenn sie auf ihrem Rechte bestehe, gehört und um Rat gefragt zu werden, wenn eS sich um«in Vor- gehen gegen Teutschland handle. Andererseits jedoch lege das Publikum großen Wert auf ein gutes Einvernehmen mit Frank- reich und erwarte, daß daS Möglichste getan werde, um diese» aufrecht zu erhalten. Frankreich. Marcel Tachin schreibt in der ,H u m a n i t ö", in dem Londoner Wirtschaftsmanifest sei gesagt wocken, daß, wenn nicht all« Rationen sich schnellstens einigten, um auf freund- schaftliche Weise den Krieg zu liquidieren und eine gerechte Ver- terlumg der Rohmaterialien vorzunehmen, die K a t a st r o p h e für die gesamte Welt bevorstehe. Die große französische Presse habe diese Sprache sehr schlecht aufgenommen. Es sei umsonst ge- wesen, zu wiederholen, daß man von einem ruinierten Deutschland keine Wiedergutmachungen verlangen könne, daß eS also im französischen Interesse liege, sich nicht zu widersetzen, wenn man es wieder zur Arbeit bringen wolle. Die großen führenden Genies Frankreichs hätten vor diesen vernünftigen Worten die Ohren verstopft, sie hätten damals schon beschlossen gehab:, die starke Faust zu zeigen. Cachin macht sodann in ernster Weise auf die Gefahr aufmerksam, die in der Isolierung Frankreichs liegt. .Oleuvre" sagt: ES ist unbestreitbar, daß zur Stunde die Allianz nicht mehr in Kraft ist. Lord Derby hat den formellen Auftrag erhalten, der Botschafterkonfe- renz nicht mehr beizuwohnen, wen-n eS sich um deutsche Angelegenheiten handelt. Man, müsse französischer Staatsmann fein, um das nicht zu begreifen. Ebensowenig wie England gewollt habe, daß Frankreich vernichtet werde, ebensowenig wolle es jetzt, daß es Deutschland sei. Keine Sesetzung flfchaffenburgs. Deutsch-französischer Notenaustausch. Berlin, 11. April. Amtlich. Die deutsche Regierung hat die französische Regierung darauf aufmerksam gemacht, daß sich nach vorliegenden Nachrichten französische Truppen im Vorrücken in der Richtung auf Aschaffenburg befänden. Für den Fall, daß sich diese Nochrichten betvahrheiten, halte sich die doub'che Regierung für verpflichtet, mit allem Ernst auf die Gefahren bewaffneter Zusammenstöße der dar- rückenden fnanzössschen Truppenteile mit deutschen Truppen hinzu- weifen. Auf Grund dieser Note hat Paleologue am 10. April den deutschen Geschäftsträger in Paris davon verständigt, daß Frankreich nicht daran denke, Aschasfenburg zu be» setzen. Auch Stock st adt sei nicht besetzt worden. Die Bor- Posten hätten lediglich auS militärischen Gründen bi« in die Nähe dieser Stadt vorgeschoben werden müssen. flrbeiterwahlsieg in CnglanS. Londo«, 11. April.(H.N.) Bei der Erfatzivahl in Dartford wurde der Arbeiterkandidat Mills mit 18 610 Stimmen gewählt. Die vier Gegenkandidaten erreichten noch nicht. einmal zusammen dies« Stimmenzahl. Bei den allgemeinen Wahlen war in Dartfock der Koalitionsliberale mit 0000 Stimmen Mehrheit gewählt wocken.— In Stockport wurden zwei Koalition?- kandidaten mit 22— 23 000 Stimmen gewählt, ober die Arbeiter- kandidate» brachten«S auf über 16 000 Stimmen, während da» vorige Mal die Regierungsparteien ohne Gegenkandidaten durchs Ziel gegangen waren. des hydrographische» Werke«, nämlich die Trennung der See. bücherarbeit vom Seekartenwerk und die R ü ck v e r- legung der Seebücherarbeit zur Seewarte wäre der verhängnisvollste Rückschritt, der die wichtigst« Anforde- rung an Seekarten und Seehanvbüchcr, ihre höchst erreichbare, auf das Gründlichst« erarbeitete Zuverlässigkeit zum großen Schaden für die deutschen Seefahrer auf daS Empfindlichste schädigen muß!" Der Ruf de« bewährten Ranne«, der fast dreißig Jahre für die Geehandbücher am Werke war, ist wohl ernster Beachtung sicher. Wildenbruchs„Rabensseinerin" ist au« der Beletage in die oberen Stockwerke umgezogen. Sie wird jetzt im Schiller» th eater gewiß ebensolche Rühratteniat« auf naive Herzen aus- üben wie zuvor im Kgl. Schauspielbause und durch ihr starke« Auf- gebot von Effekten aller Art«in ebenso starke« dramatisches Erleben oortäusckzen. Und doch ist dieses letzte Wildenbruchstück eine hob« Schul« der Unnatur, ein Sammelbecken bloßer Tbeatermitiel, die keinem höheren Zweck dienen, und auch in seinen besseren Partien reinste« Epigonentum. Vom historifch-sozialen Drama sink: es völlig auf das romantische LiebeSrührftück herab. Welch eine Hau- fung von Konflikten, die alle auf die Spitze getrieben werden, um dann umzuschlage»— welch«ine Fülle von Unwahrscheinkichkeiten und Unmöglichkeiten und Charakteren und Situationen. Und dock. die Maschinerie ist in lebhaftestem Gange— an die edelsten Gefühle wird appelliert— und das Publikum ist(immer noch) gefangen. Ohne irgendwie zu Vergleichen mit dem Sckouspielhause her- auSzufordern, bot die Aufführung de« Schillertbeater« überwiegend Gute«. Bor allem gelang eS Annemarie M Z r i k«, der Rabensteinerin, soviel schlichte sympathische Menschlichkeit zu ver- leihen, daß man Wildenbruch gern darüber vergaß. Trefflich auch Georg P a e s ch k e als Raubritter. Alfred Braun war der junge Welser, voll Schwung in den Höhepunkten, aber ungünstig in der MaSke. Der richtige Vieffersack der alle Welfer deS Herrn W i r t h, ein echt mü tierlich Herz im Patrizierkleide bot als seine Frm Helene Wagenbrett. Gut charakterisiert waren die vcrschie- denen Typen der Gefolgsleute deS RabenfteinerS. Arthur Ren- z e l war in MaSke und Tonart(schneidender Sohn auf die Reichen) der bereiteste Fürsprecher der Enterbten(der Runnenmacher).»><•. Eine Wissenschast«. und Scknlabtetlung de« ZlnSwSriigen TlmteS. Bei der Neuorganilation de«?!u?wärtiqen Slmke«. die in der Hauptsache den EelchästSbereich regional gliedeck. ist jetzt auch eine eigene Abteilung für deutsch« Wissenschast und deutsche Schulen im Auslande ge- gründet worden. Angewandte«tmft(Beispicke und«egenbesspick«) lanick dos TSftma des Licktbisdervockrage«, den«rtur Metzdorf am Id. Apckl, abend» S Uhr, in der Aula. Hallesche Str. 24. halten wird. Ter Rilke- Abend von HanS Heinckch von Twardow«ki, der am 29. Mörz abgesagt wurde, findet nunmehr am 12. April, 7»/, Uhr, im Saale, der.Berliner Sezesfion" statt. 6000 Dollar für eine»„echten Seist". Ein Amerikaner Joseph R. Rinn, hat. wie die Blätter berlckten. eine Belohnung von 6000 Dollar für denjenigen ausgesetzt, der ihn Auge t» Aug« mit einem echten Seist geganüb erstellt. Bis jetzt hat noch«einer vi« Belohnung eingesackt; ab« Wm hat schon mehrere Medwn als Betrüger entlarvt. Zur öie Aweite Internationale! Huysmans Rede auf dem Brüsseler Parteitag. Wie wir bereits meldeten, hat der während der Oster- feiertags in Brüssel tagende Kongreß der belgischen Arbeiterpartei mit erdrückender Mehrheit die Teilnahme am Kongreß der zweiten Internationale, der im Sommer in Genf stattfinden wird, beschlossen. Der Hauptredner für die Beteiligung der belgischen Partei war der Genosse CamilleHuysmans,der eine sehr geistreiche und wir- kungsvolle Rede hielt, aus der wir folgendes entnehmen: Was uns in der Frage des Wiederaufbaues trennt, das ist. daß wir die Parole ausgeben:»Proletarier aller Länder vereinigt euch!", während die„Wiederaufbauer" sagen:»Prole- tarier, spaltet euch!"... Während die politischen Parteien sich in drei Jnternatio- tralen spalten, haben die Gewerkschaften ihrerseits eine In- ternationale gebildet, in der Scheidemann vertreten ist(Heiter- Zeit) und Mertens(der belgische GewerkschaftSfü-hrer und Sekre- rar der gewerkschaftlichen Internationale. D. Red.) ist auch darin Ihr werdet nicht die deutschen MehrheitSsoziali st er ausschließen. Ihr wendet eS nicht wagen. Weil sie sich geirrt haben, werdet ihr sie doch nickrt mit einem Federstrich aus der Internationale der Arbeiter und Sozialisten streichen.... Auch wir, d t Brouckere, van Roosbroeck und ich selber, wir sahen in Berlin den Genossen Mistral, der dorthin gefahren war mit einer anderen Mission als wir, mit uns, mit den Vertretern dei zweiten Internationale gemeinsam ein Dokument unterzeichnen welches das deutsche Proletariat zur Tat und zur Einigkeit oegei die Reaktion aufrief.(Beifall.) Wir haben in Berlin das Tecku- ment der Einigung der deutschen Arbeiterklasse unterschrieben. (Beifall.) Warum? Weil die B a l t i k u m e r dort waren.(Bei- fall.) Und tvvS Kapp anbelangt, so müßte man ihm zuerst einen Orden verleihen und ihn dann bangen(Heiterkeit.), denn er hat den deutschen Arbeitern begreiflich gemacht, daß eS keine Mehr- heikler und keine Unabhängigen mehr gibt gegenüber der militaristischen und reaktionären Gefahr....Jchkann nicht dulden daß unser Genosse Jacquemott«(der Führer der bel- gischen Minderheit und Anbänger bJS Austritts auS der zweiten Internationale. D. Red.) hier erkläre, daß Scheidemann und R o s k e für den Tod von RosaLuxemburg und Liebknecht verantwortlich seien. Das widerspricht den Tatsachen. Ich batte die Freude, mit H a a s e zu sprechen(offenbar auf der Amster- damer Konferenz vor einem Jahr. D. Red.), der den Prozeß ver- folgt hatte und der mir erklärte, es sei ein« Verleumdung, zu behaupten, daß die Mohrheitssozialisten die Borantwortung fiio diese Mordtaten tragen. Die Verantwortlichen' sind die Reaktionäre und diese mache« keinen Unterschied zwifchc« Mehrheitlern und Unabhängige«.... Ein deutscher Unabhängiger schreibt mir. daß, wenn er vor die Wahl zwischen der zweiten Internationale und der deutschen Un- albhängigen Partei gestellt würde, er sich für die Internationale entscheiden werde, falls man ihn zwingen wollte, sie zu verlassen. Dieser Unabhängige heißt Karl KautSkp.(Beifall.) Ohne das englische Proletariat könnt ihr kein« International« bilden. Unh der Vorfitzende der Labour Party, Hutchin- fo«(der als Vertreter der englischen Arbeiterpartei am Brüsseler Kongreß teilnahm. D. Red.) hat euch erklärt, daß seine Partei mit uns nach Genf gehen würde.... Wir sind Gegner der Diktawr der Minderheit. Wir wollen die Diktatur der Mehrheit. Der Weg der Demokratie ist der schnellste und sicherste.(Beifall.) Was die Landesverteidigung anbelangt, so sage ich: Es ist nicht wahr, daß Belgien für imperialistische Ziel« gekämpft habe. Und wenn die Deutschen noch einmal kämen, so würden wir noch einmal kämpfen.(Stürmischer Beifall.) Und ihr, Kameraden, die ihr zur dritten Internationale geben wollt, nehmt euch in acht. Versucht nicht die kapitalistische Welt zu überrumpeln. Geht an dies« Aufgabe etappen- weise h'ran, damit ihr euch uicht cineS TageS, ohne ei selbst bemerkt zu haben, in einer unbekannten Welt findet. Zum Schluß fordere ich die belgische Partei aus, nach Genf zu gehen. Wir schließe« niemanden aus. Wir werden auf diesem Kongreß all« Fragen besprechen, die Frage der Diktatur ebenso wie die Frage der Verantwortlichkeiten. Das ist das einzige Mittel, um auf einer feston Grundlage eine Internationale wieder auszubauen, die geeignet sein wird, sich jedem künftigen Krieg zu widersetzen.(Stürmischer, anhaltender Beifall.) Wirtsthcrst Aus dem WirtschaftSrat. In der Sitzung des WirtschaftSrvtS am 9. d. M. wurde eine Be'chwerde des Vereins deutscher Papierfabrikanten behandelt, die erhebliches Aussehen erregte. Der Beschwerde lag folgender Vor- gang zugrunde: Im Februar d. I. wurden Vertreter des Papierfachs zum Untcrstcmtssekretär im WirtschaftSministerium gebeten, wo man ihnen eröffnete, daß die Papierindustrie sich die Kürzung ihre» Kohlenkontingents zugunsten der Kalimdustrie gefallen lassen müsse. B:i der AuSeinondersetzung hierüber stellte sich heraus, daß diese Maßnahme auf Anordnung des damaligen Reichskanzlers getroffen wurde. Durch energischen Widerspruch gelang«s zwar, eine kleine Milderung dieser Maßnahme herbeizuführen, immerhin betrug die erfolgte Kürzung noch 19 Prozent des gesamten Kontingents. daS dem betreffenden Industriezweig zugewiesen war. Die Beschwerdeführer erklärten bei den Verhandlungen im WirtschaftSrat, wenn es nun wohl schwer möglich sein werde, dies« willkürlich getroffene Maßnahme rückgängig zu machen, so sei es doch notwendig, daß der Wirtschaftsrat dazu Stellung nehme, in der Erkenntnis, daß daS im vorliegenden Falle von der Reichs- regierung ausgeübte Verfahren im höchsten Grade bedenklich er- scheine. Es gehe dock nickt an, einzelne Schwierigkeiten der Kohlenwirtschaft in der Weise zu lösen, daß eine beliebige Industrie- gruppe herausgegriffen und zugunsten einer anderen schwer ge» schädigt werde. Derartige Maßnahmen, wie stärkere Zuwendungen an einzelne besonders wichtige Jndustriegruppen dürften nicht aus dem Handgelenk heraus getroffen werden, sondern müßten nach vorher-ger Prüfung durch die h-erfür eingesetzten Körperschaften, da? fci_ in erster Linie der WirtschaftSrat, erfolgen. Nur dadurch könne festgestellt werden, wo die Entziehung von Betriebsstoffen die geringsten Schädigungen verursache. Der WiftsebaftSra-t stellte sich nach Aussprache auf den Stand- Punkt, daß die Beschwerde des Vereins deutscher Papierfabrikanten vollauf gerechtfertigt sei und beschloß, dem WirtschaftSministerium durch lleberreichung der nachfolgenden Entschließung seine Stel- lung in dieser Frage zur Kenntnis u bringen. »Der WirtschaftSrat nimmt eine Beschwerde der Papierindu- stri« betreffend«inseitig verfügt« Beschränkung der Kohlenzü- teilung zum Anlaß, um erneut die Forderung an alle Regie- rungSsteilen zu richten, daß ensscheidmde wirtschaftliche Verfü- gungen nicht ergehen, ehe der WirtschaftSrat Gelegenheit hafte, unter Abwägung der gesamten wirsschaftlichen Verhältnisse hier- zu Stellung zu nehmen." Der WirtschaftSrat ließ in seiner Stellungnahme klar erkennen, daß er sich auf keinen Fall ein derartiges Uebcrgehen seiner Rechte gefallen lassen werde. Groß'Serlln vor einem neuen Streik! Der erstaunte Leser wird fragen, waS für ein Unheil jetzt schon wieder heraufzieht. Aber er kann sich beruhigen, er wird nicht zum Brunnen auf der Straße waidern müssen, um sich Wasser zu holen, er braucht auch nicht den Wog zu seiner Arbeitsstätte zu Fuß zurückzulegen, es wird ihm überhaupt nichts geschehen, denn der Streik, der jetzt den Frieden der Stadt bedroht, wird kein« Hand zum Feiern Mingen. Es drohen nämlich die— Hau 5» besitz6� mit dem Streik. DaS tun sie zwar schon sehr lange, denn dadurch haben sie immer wieder gehofft, das Gesetz über die Hoch st mieten zu Fall bringen zu können. Do diese Pose deS starken MaNneS aber nicht imponiert hat und trotz allen Tobens der Herren Haberland und Ladendorff die endgültige Festsetzung der Höchstmieten erfolgt ist, so wollen sie jetzt scheinbar Ernst machen. Ihrem Unwillen über diesen Ausgang des Kampfes gaben die Groß-Beclin-er HauSagrarier gestern in einer Telegiertenversamm- lung in recht temperamentvoller Weise Ausdruck. Herr Laden- d o r f f, der wie immer das große Wort führte, stimmte ein Web- und Klagelied über die Bevarmung de? HauÜbesitzeZ an und übte heftige Kritik an dem Vorsitzenden deS SachverständigenauSfchusses, Herrn von U s e d om. Den wahren Grund seines und seiner »Leidensgenossen' Schmerz gab er zu erkennen, als er erklärte, daß der Beschluß deS Bezirksausschusses der erste Schritt zur Sozialisierung des HaußbesitzeS sei. Ein Delegierter unterstrich diesen Schrei sines schmevzerfüllten Herzens durch den Zwischenruf:„Den Mietern wird es ergehen wie den Fahrgästen der Straßenbahn und de n Hausbesitzern wie de n A lti o. n ä r e n l' Stürmischen Beifall fanden daher zwei Delegierte, die zur Rettung de? Hausbesitzes für den Streik als ultimo r s t i o eintraten. In einer einstimmig angenommenen Resolution wird gegen die beschlossenen Höchstmieten, die„unter Verletzung gesetz- licher Vorschriften festgesetzt wurden', protestiert und er- klärt, daß die Berliner Hausbesitzer»jedes ihneck geeignet erscheinende Mittel" anwenden werden, um dem ungesetz- lichcn Zustand ein Ende zu machen.- Hoffentlich haben die maßgebenden Behörden ein Einsehen, sonst könnte es passieren, daß dt« Hausbesitzer sich am 1. Mai wei- gern, von ihren Mietern den HauSzinS anzunehmen, und das wäre doch zu schrecklich. Für den Fall aber, daß sich die Herren weigern sollten, Steuern und Kommunalab» gaben zu zahlen, wüßten wir ein Mittel, das der A l I g c» m e i n h e i t nichts schaden würde— Zwangsverwaltung oder Enteignung der Häuser. Wollen die Herren HauSagrarier eS wagen——? Heute fällt die Juristische Sprechstunde aus. Auf der Flucht erschossen. Seit einiger Zeit ist die Beobachtung gemacht worden, daß sich in den Wartesälen vierter Klasse zur Nachtzeit, wenn Fahrgäste dort auf den nächsten Zug warten, Leute an einem Tisch niederlassen, um ein Spielchen zu beginnen. Einer von ihnen eröffnet die rnk und bald finden sich unter den Fahr» gästen auch Mitspieler. Auf diese rechnen die unterstehmungS» lustigen Leute und nicht selten werden durch die große Beteiligung erhebliche Summen umgesetzt und derloren. Gegen diese Spiel- halier schreitet nun die Polizei scharf ein. Sonnabend um Ii Uhr wurde der Kellner Josef RechentarSkt im Wartesaal vierter Klasse des Bahnhofs Alexanderplatz dabei betroffen, als er eine „S ch l e f t f ch e Lotterie' aufmachte. Er wurde von einem Beamten der Sicherheitspolizei gestellt und aufgefordert, mit zur Wache zu kommen. Rechentarski ging auch zunächst einige Schritte mit, riß sich dann aber plötzlich loS und lief d a vo n. Als er auf Anruf d«S Beamten nicht stehen blieb, feuerte dieser auf ihn, ohne ihn zu treffen. Die Folge war, daß Rechentarsft den Flucht- versuch aufgab und stehen blieb. Als der Beamte sich ihm ge- nähert hatte, griff er diesem mit der linken Hand an die Kehle und mit der rechten in die Tasche, als ob er eine Waffe oder ein Messer ziehen wolle. Nun machte der Beamte, um ihm zuvor zu kommen, von seiner Schußwaffe wiederum Gebrauch. Er traf den Arrestanten so schwer, daß er auf dem Wege zur Charit« verstarb._ Die Millionen-Erbschaftsschwindler festgenommen. Wegen De- trug? von über 1 Million Mark und schwerer Urkundenfälschung wurden, wie wir mirteilten, ein Lö Jahre after Kaufmann Hans Ullrich, dessen Mrtter Margarete Ullrich, geboren« Brandt, und sein« Geliebte gesucht. Die Beamten des 12. Bezirks des Bezirks- amteS Berlin-Miite wurden nun gestern auf eine Spur gelenkt, die nach Buckow in der märkischen Schweiz wie?. Dort wohnten im Zentralhotel drei Gäste, in denen man die Gesuchten vermutete. Mehrere Beamte fuhren sofort nach Buckow. Aber die Gäste waren bereits abgereist. Tie Spur führte nach.dem Bahnhof Strausberg, wohin das Gepäck aufgegeben worden war. Sofort setzten die Kriminalbeamten mit dem Kraftwagen nach. Sie sahen sich dann auf dem Bahnhok um und fanden im Wartesaal 1. Klasse zwei Damen.„Dr. Knust" war unterdessen nach Berlin gefahren. Die beiden Damen warteten auf die Rückkehr deS..Doktors'. Bevor der Zug einlief, spielte ein Mann ans Buckow, der den Gast deS Zentralhotels dort von Ansehen kannte, den Bahnbeamten und ging dann am Zuge entlang. Als„Dr. Knust' aus dem Fenster schaute, wurde or sofort erkannt. Alle drei wurden feftgenommen. Ter Radrennbahn Olympiapark war am Sonntag ein Massen» besuch beschieden. Den Glanzpunkt des gut gewählten Programms bildete der große Olympiaprcie, ein Daucrrennen in drei Läufen über 29. 89 und 49 Kilometer mit der Besetzung: Appelhans, Bauer, KrupleN, Lewanow und Techmer. Den ersten Lauf ge- wann Bauer, begünstigt durch Rechschäden seiner schärfsten Gegner Appelhans und Lewanow. unangefochten vor Krupkat vom Start bis durchs Ziel. Im zweiten Lauf übernahm Krupkat die Führung, mußte diese aber schon nach einigen Runden dem schnell aufkommenden Appelhans überlassen, um gleich darauf auch von Lewanow passiert zu werden. Aber auch jetzt wieder gerieten Apvel- Hans und Lewanow infolge Radschaden in aussichtslose. Position, wodurch Bauer abermals einen Zufallssieg feiern konnte. In der Reihenfolge: AppelhanS, Lewanow, Dauer, Krupkat, Techmer begaben sich die Fahrer im dritten Lauf nun auf dt« 49-Kilomrter- reise. Diesmal konnte der vom Mißgeschick verschont gebliebene Lewanow einen leichten Sieg vor Bauer und Krupkat heraus- fahren. AppelhanS verlor einer Motorpanne wegen fast ganz den Anschluß, und Techmer begnügte sich in allen drei Läufen mit einer bloßen Statistenrolle. In den großen Fliegerrennen zeigte Eugen Stabe, daß er sich wieder auf seine Glanzzeit zu besinnen scheint, indem er so schnelle Fahrer wie Schwab und Abraham leicht abfertigt«. Ergebnisse: Großer Olympiapreäs. 1. Sauf, 80 Kilometer: 1 Bauer 16 Min. 51 Sek., 2. Krupkat 710, 8, Lewanow 1140, 4 Appelhans 1750, 6. Techmer 2300 Meter zurück.— 2. Lauf, 30 Kilometer: 1. Bauer 26 Min. 38 Sek., 2. Krupkat 160, 3. Appel- Hans 1220, 4. Lewanow 4050, 5. Techmer 4840 Meter zurück.— 3. Lauf, 40 Kilomeier: 1. Lewanow 34 Min., 2. Bauer 1810. 3. Krupkat 1990, 4. Techmer 2710. 5. Appelhans 5130 Meter zurück. Gejamtklassement: 1. Bauer 88,190 Kilometer, 2. Krupkat 87,120 Kilometer, 3. Lewanow 84,810 Kilometer. 4. AppelhanS 81,100 Kilo- meter, 5. Techmer 80,150 Kilometer.—„Preis von Spandau', 1200 Meier: 1. Stabe, 2. Schwab, 3. Hahn, 4. Häusler.— Prämien-- fahren, 4000 Meter: 1. Stabe 5 Min. 35 Sek.. 2. Abraham. 3. Stolz, 4. Rudel.— Trostfahren, 1200 Meter: 1. Krahner 3 Min. 30 Sek., 2. Kops, 3. Osk. Tretz. 4. Schröder. Für 50 000 Mark Treibriemen erbeuteten Einbrecher in der Nacht zu gestern bei der Norddeutschen Eisenindustrie in der Chausseestraße 83. Es handelt sich um sieben 7 m lange und 65 bis 100 cm breite Riemen, die fortlaufend den Stempel „Norddeutsche Eisenindustrie" und daneben einen zweiten mit der deutlichen Aufschrift„gestohlen" tragen. Mitteilungen sind zu richten an Kriminalkommissar T r e t t i n, Berliner Polizei- Präsidium. Ein Baltikumer Wege« Raubmordes gesucht. Der 21 Jahre alte Unteroffizier Fritz Otzdorf, der einer Baltikumtruppe an der Qstgremze angehörte, nahm dort best einer Frau eine„Be- schlagncchme" vor, steckte 44 000 Mark bareS Geld zu sich und er- klär:« die Frau selbst für verhaftet. Er befahl ihr, mit ihm zum nächsten Gericht zu gehen. Unterwegs an einer einsamen Stelle stieß er dann die Frau inS Wasser, sodatz sie e r t r a n k. Der Baltikuiner flüchtete sodann mit seiner Beute und ließ sich auch bei seiner Truppe nicht wieder sehen. Es wird angenommen, daß er nach Berlin gekommen ist und sich hier verborgen hält. Der Flüchtige, auf den auch die hiesige Kriminalpolizei fahndet, Hai kurzgeschorenes Haar und ein bartloses, auffallendes Kindergesicht. Kriegsgcfangcnenscltion des' NcichSbundc» der Kriegsbeschädigten. Ortsgruppe Nculölln. Mitgliederversammlung heul« 7 Uhr bei Gohlk«, Herniannstr. 12S._ Gross-Berliner Lebensmittel« Treptow. Als Ersatz siir auss-llendc Karwsseln auf Abschnitt IS« biS 16? 250 Gramm weihe Bohnen. 250 Gramm Linsen(98), 250 Gramm Maismehl(99). Für Jugendliche 200 Gramm Giütz«(49). Für Personen über SS Jahr« 2 Paket« Milchsützsperse. Tcrnpelhof. 250 Gramm Zerealmehl(Sl). 800 Gramm Maisgrieß (63). An Kinder im 1. und 2. Lebensjahr 500 Gramm Gerstenslocken, 250 Gramm Griefe, 2 Pakete Keks(A I, A IX). Anmeldung. 250 Gramm Gctretdemebl(17 und 18). Für Kranke, deren Atteste noch laufen und die w den Monaten März/April 1920 noch keinen Wein bezogen haben, steht noch ein Ziest Wein zur Verfügung. Ausgabe der Gutscheine Mittwoch von S— 2 Uhr im Bureau der Kranken ernährung. Britz, lb Pfund Marmelade(14), H Pfund Haferflocken(16), 1 Pfund Zerealmchl(X 35 und Nr. 36). Für Kriegsbeschädigte 1 Pfund Hafer- flocken,%. Pfund Schokolade und 1 Kilogrammdofe Apfelmus(3). Für werdende Mütter 54 Pfund Haferflocken. M Pfund Schokolade und 1«ilogrammdose»pfelmu»(6). Für Kinder H Pfund Haferflocken, 100 Gramm Kakao und 1 Dos« Erbsen, soweit Vorrat(6). 100 Gramm Kakao, 1 Dose Erbsen, soweit Vorrat(Milchkarte B I). 54 Pfund Schokolade. 1 Dose Erbsen, soweit Vorrat(Milchkarte B IX, Ol und 0 II). 1 Pfund ReiS, 1 Pfund Maisflocken. 1 Dos« Malzextrakt, Vi Pfund Milch« süßsveise und 1 Pfund kleine, weiße Bohnen(18). Für Jugendliche sä Pfund Malzgerstc(49). 3 Pfund Kartoffeln 16»— e), 400 Gramm Brot (16d— f), 1 Psund Kartofselscheibcn(16g). JolpinniSchal. 125 Gramm Maisflocken(601), 150 G-amm Hülsenfrüchte(602), 250 Gramm braune Suppen(603). 250 Gramm Marmelade (12). 125 Gramm Teigwaren(löst_ Charlottenburg. Die BolkSbild'ingSkurse werben am 12. April wiederum eröffnet. Der starke Besuch während des WinterS hat die Leitung der Arbeiterschule ermutigt, den Vorlesungsplan be- deutend zu erweitern. Anmeldungen können in der Arbeiter- schule, Wallstraße 30 und abends im Schiller-Realgymnastum, Schillerstraße 26, erfolgen._' Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, 12. April: 4. Abt. Versammlung der Abt.-Funktionäre und DetriebZvertrauenS- leut« bei Nickeri, Sieinmetzstr. 36« I. A.: Karl Mehling. Morgen, 13. April: 26. Abi. leuie bei Leese, 27. Abt. 7 Uhr Sitzung der Fuiillioiiär« und BetriebSvertrauenS- leute bei Dobrolai, Swinemünder Str. 11. Charlotten bürg. 7 Uhr Funktionärtonferenz am Dienstag tm Bolv- hause, Rosmensir. 4. Sieglitz. 8 Uhr im Gymnasium. Heesefirafe«, Generalversammlung. Neuwahl des Borstandes. Der Kursus über Bilanz findet erst Dienstag über acht Tag« statt. Achtung, Bcaiilte! Die Rcdnerkurse finden wieder jeden Dienstag, 7 Ubr, Bellevueftr. 7X1, statt. Jungsozialiftischc Bereinigung(®. P.®.), Ortsgruppe Tempelhof- Mariendorf. 7H Uhr, bei Busse. Tcmpelhos. Karscr-Wilhelm-, Ecke Werder- strafee, Vorttag.— Billetts für den am 17. d. W. im Eafä Tivoli, Tempelhof. Berliner Sir. 97, stattsindenden»Heiteren Abend" sind beim Gerrossen Binte, Mariendors, Eisenacher Sir. 9, sowie bei den Mitglie- der« zu haben._ �ugendveranftaltungen. Wedding. Dienstag. 7 Uhr, Jugendheim, Lütticher Str. 88. Vor- trag:»Sport und Arbeiterjugend'. Die Funktwnär« wollen die Mit« glicder dementsprechend unterrichten. Sriefkaften üer Expeöition. M. 11. Wir haben eingeschriebenen Brief an die Unna gesandt. Nach Rückantwort geht Ihnen Bescheid zu. 7 Uhr Zusammenkunft der Funktionär« und Vertrauens« t, Linien-, Ecke Rückcrstraße. BorauSsichtlichcS Wetter bis Dienstag mittag. Zunächst ziemlich trübe mit weit vecbrdkien, im Binnenland« stellenweise starken Regen- fällen und etwas Abkühlung. Später im Westen wieder zeitweise Aus- heiterung und Erwärmung.__ OelverMastsbewegung Neue Vereinbarungen mit öem Aeitungsaustrage- personal Groß-Serlms. Zwischen den Firmen Z e i t u ng S- Ze nt ra le(Z. Z.) M.- Ges., Berlin, Rudolf M o s s e, August Scherl G. m. b. H. sowie Ullstein u. Co. und dem Deutschen Transport- arbeiterderband, BezirkSverivalwiiig Grotz-Berlm, wurden für daS bei den genannten Firmen tätige Zeitungsaustragepersonal Gooß-BcrlinS folgende Vereinbarungen getroffen: Für daS täglich einmalige Austragen der Zeitungen werden für 100 Exemplare pro Monat..... 50 Mark für daS täglich zweimalige Austragen per Zeitungen für 100 Exempbare pro Monat........ 100 Mark g-S-Wi- Hierzu treten folgende Teuerungszulagen für jede AuSkägerftr: bei der Firma Äe i-tiu ngS- Z en i ra l e(Ä. Z.).. 30 Mark bei der Firma Rudolf M oss«........., 20 Mark bei der Firma August Scherl G. m. b. H..... 23 Mark bei der Firma Ullstein u. Co......... 22 Mark Für daS Austragen an Sonntagen wird ein« Ertraentschädi» gung von 4 Mark pro Monat gezahlt von den Firmen Mosse, Scherl, Ullstein u. Co.; in der Firma ZeitungL-Zenttale(Z. Z.) ist durch die höhere Te««»ngSzulage piche Entschädigung abg-solte«. Die �eiimHSausträgerinnTN sow?e der Deutsche DrsuSpvctarbetterver- dand verztchlten'cruf die Forderung, dcrtz an Sonntagen Zeitungen nicht ausgetragen werden, stellen aber dafür die Forderung. das? baS Austragen der Montag-FrühauSgabe in Fortfall kommt. Die Firmen fügen sich dieser Forderung und werden vom 1. Mai d. I. ab auf das Austragen der Montag- MorFenausgabe verzichten, unter der Voraussetzung, daß auch bei den übrigen Berliner ZeitungSverlagen ein Austragen der Zei- tung am Maniagmargen nicht mehr stattfindet. Verspätet sich die Ausgabe der Morgenzeiwngen in den Filialen über K6 Uhr früh hinaus, so wird für die Zeit zwischen W und 6 Uhr ein Wartegeld von 50 Pf., über 6 Uhr hinaus«in solches von 1 Mark aszahlt. Störung durch höhere Gewalt setzt diese Be- ftiimmung außer Kraft. Bei weit entfernt liegenden Touren sind dem Austragepersonal Endsernungsgelder zu vergüten. Die Festsetzung der Höhe erfolgt auf Grund gemeinsamer Vereinbarung Mischen den Vertrauens» frauen und der Filialleitung bzw. Geschäftslleitung. Frauen, die in Vororten im Bereich von Grotz-Berlin unter 100 Exemplare austragen, erhalten für wenigstens 100 Exemplare bezahlt. Krankleit, deren Dauer acht Wochen nicht überschreitet, ist kein Entlassungsgrund. Im Erkransungssalle ist der erkrankten Boten» frau die innegehabte Tour auf die Dauer von acht Wochen nach Möglichkeit freizuhalten.� Für die Gestellung von Aushilfe müssen beide Parteien bemüht sein. Für den Fall der unentgeltlichen Vertretung untereinander kann den ZeitungsauStrügerinncn einer Filiale Urlaub von einer Woche ohne Lohnabzug gewährt werden. Voraussetzung ist wenig- stets halbjährige Beschäftigung bei der Filiale. Diese Abmachungen gelten vom 1. April bis 30. September 1W0, Tritt eine wesentlich« Veränderung der LebenSverMtnisse ein, so soll frühestens vom 1. Juli 1920 ab beiden Vertragskontrahenten da§ Recht zustehen,«ine neue Aussprache über ein« Herauf- oder Herabsetzung der Teuerungszulage mit vierwöchiger Frist zu be- antragen. Laut Beschluß der im Dezember 1919 stadtgefundenen Reichs- konferenz der ZeitungS-Austragepersonale sollen in allen Orten SM. Bezirken möglichst einheitliche Lohn» und Arbeitsbedingungen durch den Deutschen Transportarbeiterverband zum Abschluß ge- bracht werden. In den Vorort-ZeitungSverlagsanstalten Groß. Berlins schweben noch die Verhandlungen. Kchtusg SuchSrucker! Heule Mcnrag, abends 7 Uhr, finden die BezirkSdersamm- lungen statt. Es ist Pflicht j c d e S Kollegen, der auf dem Boden der alten bewährten Gewerkschaftstaktik steht, diese Versammlungen pünktlich zu besuchen und dafür zu sorgen. daß für unsere im Mai stattfindende Verbandsgeneralversammlung Kollegen als Kandidaten rn Vorschlag gebracht werden, die unserem alten Verband weitere Festigkeit verleihen wollen. Die Buchdrucker-Opposition, in Wirklichkeit Verfechter des sog. rrrevolutionären Räiesystems, arbeitet wieder mit den bekannten demagogischen Kniffen. In der„Freiheit" vom 11. d. Mts. wird behauvtet, man habe mit Absicht die Generalversammlung gerade am Zahlabend stattfinden lassen, damit die Mitglieder der U. S. P. D. diese Generalversammlung nicht besuchen können. In Wirklichkeit haben aber auch die S.-P.-D.-Mitglieder an diesem Abend ihre Zahlabende.— Die Funktionäre werden gebeten, diese Notiz in den Betrieben weiter zu verbreiten. A. Blumenthal. Eine neue Ttreikhetze unter den Berliner Eisenbahn- arbeiteru soll einer Korrespondenz zufolge die kommunistische Arbeiterpartei lnszenieren. Am Sonnabend sei bereits im Osten Berlins durch Flugblätter und Handzettel in den Betrieben zum Generalstreik auf. gerufen worden. Hierzu besteht jedoch bei den Arbeitern keine Neigung. In der Reüenwerkstatt Lehrter Bahnhof und in der Eisenbahnhauptwerkstatt Grunewald verließen die Arbeiter die Be- triebe und demonstrierten vor den Verwaltungsgebäuden. Auf dem Lehrter Bahnhof wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit gefordert, in Grunewald die Aufbesserung der Löhne. Di« Betriebsräte verhandelten schließlich mit den Werkleftungen, welche empfahlen, daß die Arbeiter diese Forderungen durch die Gewerkschaften der Verwaltung unterbreiten sollen. Ein Zwangstarif für die Landarbeiter. Stralsund, 11, April. fTU.j Da aus formellen Gründen ein Tarifabschlutz nicht zustande kam, setzte'die Regierung einen Zwangs taris für die Landarbeiter fest; im wesentlichen entspricht er den sachlichen Vereinbarungen der Parteien. Streik der Dresdener Bankbeamten. Seit Sonnabend mittag befinden sich die TreZden.er Bankbeamten im Ausstand. In einer tags zuvor fMttge. fundenen überfüllten Versammlung fand eine Resolution einstimmige Annahme, in der betont wird, daß die von der Arbeitsgemeinschaft der Dresdener Bankangestellten ulfier- nommenen Schritte zur Besserstellung der wirtschaftlichen Lage der Angestellten durch die Hartnäckigkeit der Bank- leitungen zum Scheitern gebracht worden seien. Ein weient- licher Teil der Bankleitungen arbeite bewußt darauf bin, das deutsche Vaterland und damit die gesamte Bankangestell- tenschaft in den Abgrund zu stürzen. T cutscher Metallarbciterverband. Montag, den 12. April, a»euds 6 Uhr. Bezirlsversammlungen für die gesamte Verwaltungsstelle Sellin m folgenden Lokalen: Norden: Pharus-Zäle, Müllerstr. l-jZ, Eclul- aula, Demminer Str. 27, Schulanla, Griinthaler Str. 5, Büttner, Schwedter Str. 2Z. Moabit: Schulaula, Zwinglistr. 2. Char- lottenburg: Volkshans, Rosincnstr. 3. Westen. Schon-verg. Friedenau. Steglitz, Wilmersdorf: Schwarzer Adletj Schönebcrg, Hauptstr. 144 gl. Saal). Südenbezirke: Süd est Waldemarstr. 75. Neukölln: Hohenstaufensäle, Kottbuscr Damm 7i, Osten und Nordosten: Zum Oftbahnhof, Küstriner Platz. L i o,< tenberg: Aula des Reiorm-Gymnasiums, Pankow. Stralau- Rummelsburg: O. Blume. Alt-Boxhagen 56. Weißensee» .Zum Prälaten", Lehderstr. 122. Tegel. R e i n i ck e n d o r f- W- st: Marks, Reinickendorf-West, Scharnweberstt. 67/68. Ober schöne- weide, Riederschöneweide, Johannisthal und Uin- gegend: Schulaula Oberschöncweide, Frischen Straße. Köpenick, Friedrichshagen: Wilhclmshof, Köpenick, Hirschgartenstr. 1 am Bahnhof(Neuwahl der Bezirksleitung). Tagesordnung in allen Vcr- sammlungen: Stellungnahme zur Generalversammlung am 19. Lpnl d. I. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Deutscher TranSportarbeltcrvcrbimd. Delegiert« zur örilicbcn General- Versammlung der Bezirksverwalwng Groß. Berlin! Am Montag, de» 12. April, abends 7 Uhr. im Saal 4 des Gaverkschaftshauses, Enqcl- ufer 14/15: Ordentlich« Generalversammlung pro 4. Quartal 1919. Tages- ordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen, und Arbcitsnackweis- bericht pro 1919 S. Neuwahl der Bezirksleitung und der Revissonsü-m- Mission. 4. Erledigung eingegangener Anträge. 5. Geschäftliches. Mi,- gliedsbuch und Legitimaiionskarten sind am Eingang des Saales zwecks Abstempelung vorzulegen. Derantw. für den redaktio». Teil: Artur silckler. Tbarlotlenbur«: für An, einen: Th. Glocke. Berlin. Berla«: Borwärts-Berlaa E. m. b. s.. Berlin. Druck: L:r. wärls-Buckidruckerei u. Berlaasanstalt Bau! Sinaer u. Co. Berlin Lindeniir. 3. Auels die sauberste Mutter ist der Gefahr ausgesetzt, daß ihr Kind auS der Schule gelegentlich Ungeziefer mitbringt.. Sie kann es aber — Ungeziefer nebst Nissen— sofort durch Kopf- und Haarwasser Pfeifferol radikal beseitigen. Dabei schäumt unser Haarwasser prächtig, reinigt die Kopfhaut von Schinnen, befördert den Haarwuchs und macht das Haar voll und locker. Flasche 8.— M. und 4,50 M., überall zu haben. gSKvn E/Si-per- n. 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