Ar.f98.37.Mrg. Vc'u�SvrekS: 8;ttelidI)cL 2 1.— M!.. monatLT,— Mt. fwi ins öoui, corpus lablbac. Post» vemq Monai'.ich XIL.«rN. Ru- itsaunqsuebul'c. Uuier r rtuibonb für üfiitjdjlanb unb Deftercncb• Ungarn 103' JRt, HU öas ubr.'l Uusionb >4 SO JfL, bei tag! ich emmaU Suficlluttg 1250 Ml. Post leilellnn gen ncbnten an Oänemot! bollauü. curembutg. Schweben uttb iie Sdimetv Sin- getragen in hie Poit- Reitung». Preislilte. Ser„8om)ärts" mit öet Scnntap«. betlage.Soll u. Reif enchemi wochen» täglich zweimal Sonntags einmal. Selegramm.-aoteHe J50)lolbeino(cal ö erlin" Sonntags Ansgare BcHinct VolKsbleltt (30 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie odi gclpi-Uene SlonporetUMcUe .loftei 2 50 M.. Tl nerungszuschlag 50 c/o- »Äloine'Vrti igsn". bas fett- gebrückte Wer! 75 Sfg.(snlaffig zwei fettgebruttie üEo:'e), tebes weitere Wo« 50 fp.• tcUengeiuthe unb Schlafftellent.r.zctg.n bas etile Wort 65 Sfg- tebe weitete Wort 40 Pig. Karte übet 15 Bin'laben zählen für zwei Worte. Scoerungbjufdjlag 50°/». Familien- Anzeigen, politische und aewertlchaftiiche Vereins■ Anteigen 2,— Ml. bie Relle ohne Aufschlag. Anzeigen für bie nächste Rümmer wüsten bis 6 Ahr nachmittags im SauDtgestfiäft Berlin EW 83, Linben» ftraße 3, abgegeben werden. Deöffne! oon 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratlfcben parte» Deutfchlands RcdaEtion und Expedition: SW. öS, Lindenstr. Z. flem'preicher! Ami Mortnvla«. Nr. t.»l!»v—»Zl i»7. Sonntag, den f8. April 19?50. vorwärts-verlag G.m.d. h., SN). öS» iindenflc. 3. a-ernffredter: Amt Morihvlnn.?kr. 7 7 7 ü:»—.'»I. Muftuf zur Naifeser! parteigenojflnnen unö Genossen! Zwischen den Schlachten feiert auch diesmal das arbeitende Volk der Deutschen Republik seinen Ersten Mai. Ein schwerer Kampf gegen die militarististhe Neaktion liegt hinter uns. Ein hartes Ringen bei den kommenden Nelchstagswahlen steht vor uns. Und noch ist nicht gewiß, ob wir uns nicht das Recht, als freie Staatsbürger über unser eigenes Schicksal zu entscheiden, zuvor noch einmal in einem Kanipf mit allen Mitteln werden er. streiten müssen. Die Feier des Ersten Mai muß den Gegnern ein Beweis dafür sein, daß das arbeitende Volk auf dem Posten ist, um seine Freiheit zu verteidigen. Vor einem Zahr stand der Erste Mai im Zeichen der Zriedensverhanölungen von Versailles. Zum ersten. mal begehen wir das Maifest unter dem Druck eines Friedensvertrages, der an grausamer Äärte seinesgleichen in ''er Weltgeschichte nicht findet. Rur der Geist des internationalen Sozialismus vermag dieses Völkerjoch zu .bred)en. Die Feier des Ersten Mai muß wie ein Schrei nach Recht durch die ganze Welt hallen. Sie muß das Empfinden für internationale Solidarität in den arbeitenden Massen aller zivilisierten Völker wieder wachrütteln. Unsere Feier muß durck) ihren Umfang und ihre Würde für alle Welt ein achtunggebietendes Schauspiel und ein nachahmenswertes Beispiel werden. Darum empfehlen wir Euch, den Ersten Mai durch volle grbektoruhe zu feiern. Im Interesse der Allgemeinheit unvermeidliche Ausnahmen sind örtlich im Einverständnis mit den Gewerkschaften zu regeln. Genossinnen und Genossen! Der Erste Mai soll kein gedankenloses Vergnügen, sondern ein Aufmarsch zu neuem ernsten Ringen sgin. Die Partei zählt auf Eure Vereitwilligkeit, Eure Entschlossenheit, Eure unzerbrechliche Kampfesfreude. Hoch der Erste Mal! Der vorstand der Sozialdemokratischen Partei Dentschlands. Der f. Mai als gesetzlicher Zeiertag. Die sozio �demokratische Fraktion der Nalionalver« sammlung hat einen Antrag eingebracht, wonach die Nalionalver- sammlung beschließen möge: Der t. Mai ist gesetzlicher Feiertag der Arbeit. Bekanntlich ist schon im Jahre 1970 der 1. Mai in Deutschland als gesetzlicher Feiertag begangen worden. Der damalige Beschluß der Nalionalversammlung lautele aber dahin, daß der einzuführende Tag der Arbeit zunächst nur für dieses Jahr auf den l. Mai fallen sollte. Die bürgerlichen Koalitionäparteicn werden sich in- zwiichen überzeugt haben, daß die Feier dieses Tage? den Wünschen weitester Vollstreise entspricht._ vor San Remo. Paris, k7. April. Ministerpräsident Millerand ist gestern abend mit Lord Curzon, BenizeloS, Marschall Fach, Mar. s hall Wilson nach San Nemo abgereist. Der japanische Bot- 7chafter in London, Bicomte C h i n d a, ist über Paris nach San Nemo gereist. Bonnr Law bleibt in London. Amsterdam, 17. April.(WTB) Nach einer Brüsseler Mcl- dung dcS„Allgcmcea Handclsbald" hat die englische Regierung der belgischen in einer Note ihr M i h f a l l e« darüber ausge- sprachen, daß Belgien Truppen nach Frankfurt a. M. gesandt habe, ohne sich zuvor von Englands Auffassung in dieser Angelegenheit unterrichtet zu haben. Paris, 17. April. Lloyd George hat gestern in Mar- keilte der Presse erklärt, mit aufrichtiger Anhänglichkeil habe er immer die Beziehungen zu Frankreich, des Champions der Freiheit der Welt, behandelt. England und Frankreich hälten den Krieg in enger Gemeinstdafi gewonnen, nur durch Zusammen- a r b e i l könnten flestw die Früchte des Sieges sichern, man müsse also vereint bleiben. Das beste Mittel aber, den Schwierigkeiten zu begegnen, sei größte Offenheit. Paris, 17. April.(Eig. Drahlbericht des.Vorwärts*). Im Lause der Besprechungen Millerands mit Lord Derby hat der englische Boischaiter vorgeschlagen, der deutschen Regierung formell bekannt zu geben: 1. Daß man von ihr die genau« Ausführung des Bersailler Vertrages und hauptsächlich die Vereinbarungen, die sich aui die A b r ü st u n g d e r A r m e e und die Vernichtung des Kriegsmaterial« beziehe, erwartet; 2. daß die Mächte weder die Herstellung eine« militärischen, noch eines bol- fchewistischen Regime« dulden werden; S. daß die Verlvrechnngen, die die Mächte Deutschlands für seinen wirtschaftlichen Wiederauf- bau gegeben haben, sowie die Bewilligung von internationalen Kre- difen und Belieferung von Rohstoffen von der Elfüllunq dieser Be° diiigungen abhängig bleibe». Die Konfeienz in San Remo wird in einer besonderen Sitzung die K a> s» r f r a g e eiörlern. Wie verlauiet, wird ein MngUed der holländischen Regierung zugegen sein, um auch mündlich, wessti nöiig, die Garantie der schärssfen Ucbtrwachung deZ Kaisers durch Holland zu geben. Die Katserfrage. soll damit endgültig erledig» werden. Das üeutsch-hollänöifche Kreditabkommen* Frankfurt a. M., 17. April. Nach einem Bericht der »Frkft. Ztg." auS dem Haag will die niederländische Negierung, wie bereits kurz mitgeteilt, bis zum Abschluß deS 2VV-Millione»-Kredit- abkommenS der deutschen Regierung einen Kreditvorschuß von 25 Millionen Gulden gewähren. Die Berhaudlungen darüber werden in allernächster Zeit zum Abschluß gelangen. Die Ankäufe sollen ermöglichen, zunächst das Ruhrgebiet zu ser sorge». Der Abschluß der Käufe geschieht' v o n Staat zu Staat unter AuSschlnß von Privatfirmen, so daß wucherische Aufschläge, wie diese zum Nachteil des deutschen Bolkcs leider häufig stattslnden, ausgeschlossen sind. Für den Ankauf sind vorgesehen: 5499 Tonne» im Besitz der Niederländische» Regierung befindliches Gefrierfleisch, 5999 Tonnen niederländische? Getreide, 69 999 Faß Heringe, 2999 Tonnen Käse, Oclkuche», Bichfutter im Werte von 2 669 999 Gulden sowie für 7,12 Millionen Gulden Lebensmittel nieder- ländischer und niederländisch-indischer Herkunft. DaS Kreditabkommen wird bekanntlich zerfallen in ebnen Kredit für Lebensmittel von 6 9 Millionen und einen Kredit für Rohstoffe von 149 Millionen. Deutschland verpflichtet sich, monatlich V9999 Tonnen Kohle an Holland zum Weltmarktpreise zu liefern, als» etwa zu 69 Gulden, während der Preis für Kohle ohne dieses Abkommen 75 Gulden betragen würde. 2 5 Proz. des Kaufpreises der Kohle dient zur Abtragung der LebenSrnittelkredite. Ter Rest steht Deutschland zur freien Verfügung. Ter Ankauf der Rohstoffe und der Erport der Fertigfabrikate kann in jeder beliebigen Lage durch jede beliebige Firma bestehen. Als im Januar der Borentwurf unterzeichnet worden war, erhob Frankreich wegen der vorgesehenen Koblenablieferung Einspruch. Vertreter der niederländischen Regierung verhailbeltrn daraus in Paris in dieser Angelegenheit und legten die Sache der Wiederher st ellungskommissiou vor. Bon dieser wurde die niederländische Regierung ersucht, Vertreter nach Paris zu entsenden. Diese befinden sich augenblicklich dort. Die Hoffnung, daß der Bertrag zustand-e kommt, ist durch daS französische Vorgehen und durch die Gewa lt maß- nahmen, die zur Erfüllung dcS Friedens-' Vertrages in der Ententepresse angedeutet wurden, stark gedämpft. Da die Lebensmittel in erster Linie für das schon immer von Ernahrungsschwieri�keiten betroffene Ruhr- kohlenrevier bestimmt sind, und da die Kohlenförderung von der LcMnsmittelversorgung stark abhängt, sollte man in Pa- ris einsehen, daß das Abkommen geradezu eine Vorbedin- gung für die Erfüllung der FricdensvertragSpflichten ist. Schließlich würde sich ein Einspruch der Entente(jegen das Abkommen auch gegen Holland selbst richten, daS in seinem Streben nach guten Handelsbeziehungen mit Deutschland durch dieses Auftreten der Entente sehr geschädigt wird. Die Schwierigkeiten, die über einzelne Punkte deS Abkommen? 1 zwischen Deutschland und Holland noch bestehen sollten, sind demgegenüber gering.> die Internationale und wir. Mit der Revolution vom November 1918 hat die deutsche Arbeiterklasse die geschichtliche Verantwortung für die Geschicke Deutschlands übernommen. Die politische und wirtschaftliche Mission, die sie damit auf sich genomnien hat, ist dornenvoll und bedarf ihrer gesamten geeinten Kraft und der Sympathie und der tatkräftigen Unterstützung der Arbeiterschaft in der ganzen Welt, um sie vollführen zu können. Leider ist bisher weder die innere noch dir äußere Vor- oussetzung zur Bollführung ihrer Mission gegeben. Da? verflossene Regime und der Weltkrieg haben der deut.Ken Arbefterklasse nicht allein ein politischeZ und wirtschaftliche,- Passivum hinterlassen, das auszugleichen unendlich viel Geduld. Mühe und Opfer erfordert, sie haben sie auch inner- lichzer spalten und nach außen mit dem Haß und Miß- trauen belastet, die das wilhelminische Regime gesät und der Weltkrieg gereift hat. Noch verhängnisvoller für uns ist je- doch, daß der Weltkrieg, gleich dem Kriege von 1879/71 die Internationale zunächst gelähmt und schließlich oktionsunfähig gemacht hat. Die Gedankenwelt der Arbeiter- klaffe der in den Kriegen verwickelten Nationen ist chauvi- nistisch vergiftet, und selbst die Arbeiter der neuiral gebliebe- nen Länder sind davon nicht verschont geblieben. Der Hei- lungSprozeß ist um so schwieriger, als nach der formellen Aufhebilng der Zensur die Verkehrshindernisse zwischen den verschiedenen Staaten fortbestehen, und wir, wie die Arbeiter der anderen Länder, auf die vergifteten Nachrichtenquellen der bürgerlichen Pressebureaus angewiesen sind. Die wenigen Sozialisten der Länder der Entente hielten sich meist nur vorübergehend auf. Sie sind alle jedoch mit einem solchen Maß von Vorurteil gekommen und müssen, selbst persönlich vielleicht eines besseren belehrt, überdies der Stimmung im eigenen Lande Rechnung tragen, so daß für die nächste Zeit auf diesem Wege eine Besserung nicht zu erwarten ist. Der beste Beweis, daß es geradezu unmöglich ist, der chauvinistischen Vergiftung durch eine mrfklärende Jnfor- mation in kurzer Zeit Herr zu werden, ist die Mission de? französischen Genossen M i st r a l, der von der sozialistischen Partei Frankreichs gleichzeitig mit dem Aktionsausschuß der Internationale nach Deutschland geschickt worden war. Einem glücklichen Zufall ist eS zu danken, daß Mistral unmittelbar vor dem Kapp-Putsch in Berlin ankam und bis zu dessen Niederschlagung hier blieb. Mit dem Scharfblick deS gesunden Menschenverstandes, der ihn auszeichnet, gelang eS Mistral während seines kurzen Aufenthaltes, die historische Bedeutung der durchlebten Tage, die Aktion der Arbeiter und der drei Arbeiterparteien richtig einzuschätzen. Er hat seine Eindrücke in der„Humanitä" in mehreren Artikeln klar- gelegt. Sie sind der Sozialdemokraitischen Partei gerecht ge- worden, trotz der Voreingenommenheit, mit der Mistral not- wendig nach Deutschland kam. Seine Artikel scheinen jedoch ohne Eindruck geblieben zil sein, so ohne Eindruck, daß die Resolution der französischen Parteileitung, in der gegen die Besetzung von Frankfurt protestiert wird, mit folgendem Satze beginnt: Der Parteivorstand denunziert der ArbctterDass« daS nur schlecht verhüllte Abkommen, da« zwischen dem französischen An- »exioniSmuS und der Regierung von Berlin sl) getroffen worden ist und das durch di« grausame Unterdrückung der Arbeiterbewegung im Ruhrgclbiet und die Besetzung von Frankfurt, Hanau. Dann- stadt und Hoinburg gekennzeichnet ist. Vor so viel U n v e r st a n d, der unter dem Scheine revo- lutionärer Undersöhnlichkeit den femdlichen Einbruch in ein fremdes Land beinahe rechtfertigt, kann man nur mit müder Resignation die Achseln zucken. Dieses Unvermögen der ausländischen sozialistischen Parteien, die Situation in Deutschland und die Tätigkeit der Sozialdemokratischen Partei wie der Gewerkschaften richtig einzuschätzen, kann unS noch verhängnisvoll werden, wenn eS uns nicht gelingt, durch eine systematische Aufklärungsarbeit dem Nebel zu steuern. Eine notwendige Voraussetzung hierzu ist ein besseres Verständnis zwischen den verschiedenen sozialistischen Richtungen. Denn die sozm- listischen Parteien des Auslandes ziehen ihre Informationen nicht nur aus den vergifteten Quellen der bürgerlichen Presse- bureaus ihrer Länder, sondern teilweise auch mrS den von Parteileidenschaft entstellten Berichten der K. P. D. und vor allem der U. S. P. Leider hängt die politisckze Wiederver- ständigung der sozialdemokratisch gesinnten Arbeiter nicht von unS allein ab. Aber, soweit sie von unZ abhängt, soll nichts unterlassen werden, was diese Wiederverständigung, die die Erfüllung unserer historisckvn Mission bedingt, irgendwie be- hindern könnte, wobei selbstdcrständlich ist, daß eine Preis- gäbe unserer Grundsätze nicht erfolgen darf. Gäbe eS noch eine aktionsfähige Internationale, dann wäre die internationale Aufklärungsai'beft. dte wir parallel mit der nationalen führen müssen, verhältnismäßig leicht. Unsere Vertreter würden regelmäßig mit den Vertretern der ausländischen Bruderparteien zusamnienkommen, und auch die Uebermrttlung schriftlicher Aufklärung wäre auf diesem Wege nicht schwer. Diese beiden Wege sind jedoch verschüttet. Der Beschluß von Gtvoßburg, der dem von Leipzig folgte, ist nicht geeignet, die Internationale wieder aktionsfähig zu machen. Er hat nur die durch den Krieg entstandenen Mtz- Verständnisse und auseinanderlaufenden Meinungen festzu- halten versucht und die Internationale noch unfähiger ge- macht, die notwendige Aktionsfähigkeit wiederzufinden. Wir brauchen aber eine aktion-fähige Internationale. Sie ist für uns eine bittere Lebens- Notwendigkeit. Solange sie nicht besteht, müssen wir eben auch hier uns mit Auskunftsmitteln behelfen. Uns auf unser autes Recht verlassen und auf die immanente Gerechtigkeit der Weltgeschichte hoffen, wäre ein« Philosophie der Eni- jngung, mit der man nicht Geschichte machen kann. Es ist eine lebensnotwendige Aufgabe unserer Partei, die Arbeiter der anderen Länder fortlaufend zu informieren. Sowohl über unsere gesetzgeberische Tätigkeit, wie über unsere Aktion im Lande, wie über die wirtschaftlichen und politischen Schwie- rigkeieten, die wir zu überwinden haben, müssen wir Klarheit verbreiten. Auch die Partei muß ihr„Auswärtiges L m t" haben. Es genügt nicht, gelegentlich vorübergehend mit ausländischen Genossen bei irgendeiner Zu- iammenkunft zu diskutieren. Das ist Sisyphusarbeit, nach der der mühiam hinaufgerollte Stein wieder in den alten Sumpf hinabkollert. Es ist nicht von entscheidender Bedeutung, ob eine Partei der zweiten, der dritten oder eventuell der vierten Jnter- nationale angehört, da keine dieser sogenannten Jnter- nakionalvn wirklich ist, was sie zu sein alle vorgeben, und weil alle irgendeinem Teile der Arbeiterbewegung verdächtig sind und von ihm in Acht und Bann getan werden. Es kann uns aber nicht gleichgültig sein, wenn wir von Teilen der internationalen Arbeiterbewegung in Acht und Bann getan werden und zur Feindschaft der Bouraeoisi? die Feindschaft des Proletariats� auf unZ nehmen müssen. Wir können auch nicbt warten, bis von außen irgendwie und irgendwann Hilfe kommt. Wir müssen unS selbst helfen. Die" geschicht- liche Mission, die uns zugefallen ist und die wir für die ge- iamte Internationale zu vollführen haben, erfordert die e n t- s ch I o s s e n e Tat. Die Nationalbolschewiften. Bar t r a m wird als zwanzigjährigr Wirrkopf geschildert. Mahlert als radikaler Unabhängiger, der seinen Schöneberger Genossen zu radikal war und darum nach Lichtenberg verzog, und hing. Mayer tri?„E.delkommunist" von der Richtung des Kap- Pisten Wauer, den die U.S.P. ausgeschlossen hat. Hauptmann v. V i e b a h n ist bis zum Abschluß der Unter« suchung vom Dienst enthoben. Der mitbeteiligte Hauptmann v. ZV s h n st e d t, der im Austrag des Generals v. Oldershausen an der Sitzung teilnahm, hat den Dienst wieder an- getreten. Die politische Leitung de? Re ich? w ehrmin i steri umS soll endlich in die Hände deS Minister und der zuständigen Abteilung übergehen. Bezeichnend, daß sie bisher anderswo log! Die Untersuchung öer Närzvorgänge. Um die Untersuchung der Märzvorgänge beim Heer durchzu- führen, sind unter Aufsicht des Unterstaatssekretärs Genossen Stock 'bTir Dezernate eingerichtet, an deren Spitze je ein Offizier und je ein Zivildszernent stehen werden. Einstweilen ist der Abgeordnete S t e i n k o p f f als Zivildezernent eingetreten. Die anderen Stellen werden noch besetzt. Diese Dezernat« bearbeiten die ganze An- gelegenheit und übergeben sie zur Begutachtung einem Ausschuß, der wahrscheinlich ein Parlamentarierausschuß sein wird. Wird ein Angehöriger d«S HeereS oder der Marine durch die Prüfung als schuldig befunden, so erfolgt Entlassung, Be- urlaubung usw. durch den Minister. Material und Beschwerden gegen Malitärpersonen aus Anlaß des Kapp-PutscheS sind also a n dieses Dezernat zu richten. Das Wahlprogramm öer Deutsthnationalsn. Monarchistisch-nationalistisch-antisemitisch. Die deutschnationale Presse veröffentlicht einen lang- atmigen Wahlausruf, in dem die„Wiederaufrichtung des von den Hohenzollern aufgerichteten deutschen Kaiser- tum s" gefordert wird. Daß es nicht heißt„Wiederaus- richtung des Kaisertum? der Hohenzollern", daß man also unter Umständen bereft ist, das Geschäft mit einer andern Familie zu machen, ist vielleicht daS Interessanteste daran. Die Herren haben sich äußerlich, dem unangenehmen Zug der Zeit folgend, zum allgemeinen, gleichen Wahlrecht beider Geschlechter durchgemousert, verlangen aber daneben eine berufs ständische Vertretung. Sie wenden sich ferner gegen„die Vorherrschaft deS Judentum 5" und gegen den Fvemdenzustrom. Im übrigen wird eine„alle Volksgenossen umfassende brüderliche Gesinnung" gepredigt. Dabei kann in der deutsch- nationalen Presse gar nicht gernrg von Deutschen auf Deutsche geschossen werden. Sonst ist der Wahlaufruf eine Sammlung der alten Redensarten. Es ist nicht viel darüber zu sagen, weil diese Gesellschaft nicht nach ihren Worten sondern nach ihren Taten, von der Kriegshetze bis zum Kapp-Putsch, zu be- urteilen ist. Die Wahlen werden zeigen, wie groß die Zahl der Unheilbaren ist, die diesen engstirnigen Volksverderbern noch nachlaufen._ Wahlaufruf öer Kommunisten. Die K. P. D. tritt mit einem Aufruf tn den WaWampf ein. Die Partei, die ein Jahr lang das Wählen als einen' gegenrevo- lutionären Akt bezeichnet bat, verheißt jetzt den Wählern den Himmel auf Erden für die Abgabe eines kommunistischen Stimm- zottels. Ter Tenor deS Aufrufs ist die übliche kommunistische Logik: Wir stehen, sagt der Aufruf wiederholt, am Rand des Abgrundes, und darum können wir uns nur retten,--- indem wir mit beiden Füßen in ihn hineinspringen. Reichswehrmimsterium und Kapp- putsch. Oberst v. Krest. Auf Grund eine? Schriftstückes haben wir jüngst die Eignung des Obersten Frhrn. Krcß v. Krcssenftein zum Vorsitzenden der UntersuckungSkommiftion über die Märzvorgänge b«g w e i fe l t. Durch Eiusilbt in das einschlägige Aktenmaterial haben wir unS davon überzeugt, daß der Fall anders liegt, als wir annehmen zu müssen glaubten. Die Offiziere, Beamten und Angestellten des ReichSwebrministeriumS halten danach Kapp und Lüttwitz von vornherein erklärt, daß sie treu hinter der alten Re- g i e r u n g ständen, Sie könnten sich der Fortführung der u n» bedingt notwendigen Geschäfte wie Behandlung und Verpssegung der reichstreuen Truppen und der Arbeiten für die Ententekommission(die darauf bestand, daß auch während des Putsche? keine Nnterbrechung einträte) nur bereit er- erklären, wenn man diele ihre Grundsätze anerkenne. Diese Eni- schlüsse waren Kapp und Lüttwitz vorgetragen. Beide erklärten sich damit einverstanden. Darauf bezieht sich der PassuS in dem Schreiben, daS uns zu Zweifeln Anlaß gab: »Beide Herren haben sie mit Dank für die Bereitwilligkeit zur Weiterarbeit entgegengenommen und sich mit den hierbei gemachten Voraussetzungen einverstanden erklärt.' Dieser Pasius konnte allerdings falsch verstanden werden, so- lange seine Boraussetzungen nicht bekannt waren. Herr von Kardorsf, der stellvertretende Vorsitzende der Deutsch- nationalen Fraktion in der Preußischen LandeSbersammluny, ist nach Meldung der„T. R." auS der Teutschnationalen Volkspartei ausgeschieden und hat sich der Deutschen Volkspartei angeschlossen. Herr von Kardorff hat sich offenbar durch seine Ehrlichkeit, mit der er verschiedene alldeutsche Agitationslügen, wie die von der„er- dolchten Front", zerstört hat, in seiner Parter mißliebig gemacht. grausames Wort, das sich mit dem Namen.Jndustriedork' deckte.) Wann blüht die Stadt? Frühling ist schmal. Sommer kommt kümmerlich. Der Herbst ist kühl und ein wenig goldenichimmernd, daS schönste in dem armen Land. Der Winter ist Kot. Wann blüht die Stadt? Eine Treibhauspflanze in der Glocke, mit grellen elektrischen Kugeln in den rauchgrauen Straßen' und die Menschen sind alle Nachtfalter; alle sind unsicher, wenn sie zum erstemal in helleS, heiteres Land schreiten. Düsterkeit ist ihre Bestimmung. Ich sinke,-sinke... Städte? Eine Stadt, ein EhaoS von Häusern, Werken und Halden, ein wirbelnder Wirrwarr, der so wühlend und ineinander- schießend ist, daß jeden Augenblick riefige Explosionen nahe zu sein scheinen. Man wünscht sich diese Explosion I Sie muß erlösen i Die Hetze von Maschinen und Menschen— hier überragen die gigantischen Maschinen!— ist unerträglich anzuschauen. Bomben I Ein Riesenmeteor, das diese Hölle zudeckt! In gräßlicher Gemäßheit nagt der Alltag Zahn um Zahn weiter, eine endlose Kette, an der die Menschen mit lechzender Zunge auf- gehangen sind, aber nicht sterben. Ich sinke. Glocken sterben im Getöse. Stillgüldene Fenster werden vom grellen Schein glühenden Stahl« zerflackert. Ein tausendiöniges Tosen! Taumelndes Rauschen! Meilenlange Schlangen von Kohlenhalden kriechen um die dunklen Häuser. Kaum zu unter- scheiden, speit die Zecke jetzt endlos lange schwarze Menschcnschlangen aus. In der Nacht konzentrieren sich die Farben in wenige Ein- heiten grau verdämmernder Städte und Jndustriedörfer, Glutrot deS Stahls, das trübe Gelb des verschleierten elektrischen Licht«, daS vorherrschende Schwarz: Koble... Eine magische Gewalt bemächtigt sich bei diesem Anblicke des dunklen Wortes. Magnetisch scheint eS an sein alle? verdüsterndes Herz alle« anzusaugen. Die Kohle ist die Königin, der alle in Haß und Seelendarben dienen. Aber sie dienen. Sie sind ihr irgendwie zugetan. Sie können nicht fliehen. Die Hände haben, wenn sie sie ergreifen. kärgliche, aber trotz allem irgendwelche Sehnsucht endende Erfüllung, Die Werke saugen und speien I Menschen, Moschinen... oder nur noch Maschinen? Ist hier noch Menschlichkeit? Deutschland ftiert, wenn wir nicht find, singen die Werke! Deutschland friert... Ich bin auf der Erde. Ich schreite durch das armseligSftDorf'. Kinder, schmal und blaß, spielen matt mrd stumpf. Eine ewige Bangigkeit im Geficht, beim ring« hocken die Bampyre der brüllen- den Werke... Nur die Mütter blühen. ES gibt also auch hierzulande Hoff- nung. Wer hilft?? Was nützr die höchste Kohlenförderung, wenn weiter hier heimliche grausame Schlachten geschlagen werden müssen? Wer wandelt den ewigen Krieg des Landes mir dem Vegetieren in ein Leben voll Liebe? Wer bringt Härte der Arbeit mit der Mlde der Menschenseele in Euftlang! öaltikumer in Reserve. Haussuchungen in Stettin. Im Munsterlager sollen an Putschtruppen, Daltikumern und Neugeworbenen bereits einige SO 000 Mann versammelt sein. In Stettin wurde ine Landwirtschaftskammer durch SicherheitS- wehr besetzt und die Korrespondenz durchgesucht und beschlagnahmt. In den Geschäftsräumen des Bürgerbundes wurde eine kam- plette Liste der Hommerschen Zeitfreiwilligen mit Beschlag belegt. In den letzten Tagen sind in den Kreisen SchivelLein und Bublitz wiederholt einige hundert Baltikumleute eingetroffen, die von Berliner ArbeitSvermittlungSbureauS verschiedenen pomme» schen Großgrundbesitzern als Landarbeiter zugeteilt worden sind. Auf Rügen haben die Landwirte an Stelle der aufgelösten Zeitfteiwilligenformation einen sogen. Rügenschen Landschutz geschaften, um das Privateigentum der Großgrundbesitzer zu schützen. Der Organisator der GreifStvalder Studentenputschtrupps, Major von Hammerstein, ist unter Beförderung zum Oberst- leutnant auf«inen führenden Posten im Reichswehrkreis- kommando II berufen worden. Oberstleutnant von Hammer- stein war der Führer der Mreifswalder Putschisten, die sich in den Kapptagen geschlossen auf die Seite der Kapp-Lüttwitzer stellten. Diese Tatsache muß dem Reichswehrminifter nicht bekannt gewesen. Jetzt ist sic'Sl Das geschlossene Wcrbebureau am Zoo soll ganz in Ordnung sein und nur Dauerfreiwillige für die Reichswehrbrigade III ge- warben haben. Wir sagen dazu bloß, daß diese Brigade ihren Sitz in Potsdam hat. von öen Srutstätten öer Reaktion. Kapp-Univerfitäten. Mit der GreifSwalder Universität wetteifert die Königs- berger im Ruhme reaktionärer Heldentaten. In Königsberg; hat der Studentenausschuß beschlossen, daß am 14. März— zur Feier deS Verrats und Verfassungsbruchs— eine schwarz-weiß-rote Fahne feierlichst gehißt werden sollte, und die überwiegende Mehrheit der Studentenschaft wie auch der Professoren hat diese Demonstration gegen den Rechtsstaat begeistert mitgemacht. In der darauffolgenden Woche hat der Studentenausschuß die Universität gewaltsam still- gelegt, um so die Studenten sämtlich in die militärischen Formationen der Putschisten hineinznzwingen. Auch der Rektor der Universität hat die schwarz-weiß-rote Fahne hissen lassen, und die meisten medizinischen Institute find diesem Beispiele gefolgt, wie schon zuvor am 27. Januar eine ganze Anzahl von Dozenten die Vorlesungen haben ausfallen lassen oder den Tag dazu be- nutzten, ihrem ganzen Haß gegen die Republik Ausdruck zu geben. Nur die juristische Fakultät hat sich bisher von diesem monarchi-. stisch-reaktionären Treiben ferngehalten. Und siehe da— di-:J' Rektor ist jetzt vom Kultusministerium zum Kurator der Univer fitäl Königsberg ausgewählt worden! Naiürlich sieht das dir ganze Putschgarde der KönigSberger Universität als sichere Gewähr der Straflosigkeit ihres Treibens an. Wolfs meldet: Der KulluSminisier hat gegen den Direktor de« staatlichen R e a Ig y m n asi um s in Jüterbog wegen seiner amtlichen Haltung während des Kapp-PutscheS die sofortige Amis- enthebung verfügt und das Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnen lassen._ NniversitStSftürmer. D>aS SKündkxer Volksgericht verurteilte di« Mitglieder des sogenannten revo-Mionären Hochschulrats, vier Studenten und eine Stüdenbin, zu FostungSstrafen von 1 Jahr 3 Monaten bis 1 Jahr 6 Monaten, weil sie die Professoren daxon- gejagt und die Universität annektiert hatten. Sämtlichen Äsc- urteilten wird eine Bewährungsfrist zugebilligt. Die.„Kreuzzeitnng" regt sich darüber aui, daß in der Presse- konferenz erklärt wurde, die Regierung habe kein Interesse an der Verbreitung von Greuelmsldungeu aus dem Ruhrgebiet. Ja, weiß denn die„Kmizzeitung" nicht, was aui diesem Gebiet zusammen- gelogen wird? Der Krieg könnte sie eS doch gelehrt bäben. Es ist durchaus korrekt von der Regsierung, hier mit Traugott b. Fagow zu erklären, sie sei„ermangelnd jeglichen persönlichen Interesses zur Sache"! Ist es des Mammons Fluch, der auf dem Lande ruht? Fragt jeden einzelnen, will er»ickr Liebe und Frieden? Und wie finde: ihr jeden? Im ewigen Krieg. Das ist grausam. Es muß Hilfe geben. Wer aber saugt die graue Glocke auf, die das Land er- drückt? Wer vermag erlösende Gärten zwischen die dtzsteren Häuser, die sich einander jagen, auszubreiten? Wer vermag daS Lied zu singen, auf dessen Märchenmacht ein alles vergessendes Lächeln ant- wortet...? O armseliges Land. Moria geht manchmal wie Legende durch dich. Maria mit dem Kinde... Sie ist dir tief zngelan. Katho- lrsche Maiandacht ist das Hellste in Oberschlesien... Aber eS bleibt Legende. Die Tat naht nicht. Das Land alltagt arm. Ich erwache. Mitren in der Heimat. Der Zug fuhr in den Bahnhof meiner Vaterstadt ein. Nie war mir die Heimat näher gewesen, als in diesen Stunden. Ein schönes Stück altschwäbischer Schnitzkunst ist jetzt vom Kaiser-Frredrich-Mu'enm erworben worden, die große Holzfigur des kreuztragenden Christus aus dem kleinen Orte Herlaz« kirchen bei Leutkrrch. Die wundervolle Figur ist sehr gut erhatten. Es handelt sich um eine der gerade in Sckiwaben beliebten Einzel- gestalten, die ihr Kreuz schleppen. Die Berliner Figur entstammt dem Ansang deS 15. Jahrhunderts. DaS Wuchten der schweren Last auf der Schuller ist das Bestimmende bei der Ausbildung des bildnerischen Motivs. In dem Befinden Karl Hauptmanns ist nach einer Meldung an? Hirschberg eine wesentliche Besserung zu verzeichnen. WeltanschaunngSiragen behandelt Genosse Dr. Max Apel in sol- genden Kursen: Dienstag abends 8 Uhr, Lützowftr, S4ä:„Das Wettprobtem von Kant bis Einstein"; Mittwochs 8 Uhr: Kant-Abende; Charlottenbiirg, Schtllentraße 125:.Grundfragen der ErlennwtStheorie'; Donnerstag. VI, Uhr, Georgenjtr. 30, und.Einjührung in die Philosophie" FreilagS VI, Uhr, Lützowstr. 84 d. NortrSge. lieber die Industrialisierung Chinas und ihre Bedeutung für den wirtschaftlichen Wiederau fban Deutschlands spricht am Mittwoch, abends VI, Uhr. in der Technischen Hochschule, Char- lottenburg(Erweiterungsbau, Hörsaal 301), Herr M. Th.«trewe. Bühnenchronik.„Der Selige", eine neue einaltige Komödie von Herniann Bahr wurde sür das Kleine SchanipwIhauS erworben, Mustk. In dem nächsten Konzert der N i e d e r s ä ch s i s ch e n Mnsikoereioigung am Sonntag, den 25. April, mittags, in der Singakademie kommen Werte von Mozart, Beethoven und C, M, v. Weber zum Bortrag, EmtrittSkarten zum ermäßigten Preis(2,10 Vt.) sind im GewerkschattshauS zu haben.— Donnerstag findet in der„Reuen Welt" (Hasenbeide) ein großer Wagner- Abend zugunsten der PensionStasse des Blüthner-OrchesterS statt, Dirig,: P, Schempflug, Eintrittstarten» 3,30 vift. Steuer iu der Buchhandlung„Vorwärts". lieber die Grnndgeietze des Wechsel, nnd Drehftroms wird unser Mitarbeiter Dr. V. Engelhardt in einem sür Arbeiter, Mechaniker, Monteure usw. gedachten Vortragszyklus sprechen. Beginn: ÖaJtag, den 20. April, abends S Uhr, Georgenstr. 30/31. Gberfthlefien. Von Alfred Hein. Oberschlesien ist grell, graulam und grabdüster ans den ersten Blick. Nicht daS eichsndörffische Oberichlcsien, das ist ja fast Oesterreich schon, sondern eben daS Jndustriebecken, das Herz, das Oberschlesien, daS jeder meint, wenn er im Reich von dem wirbelnden Südostwinkel spricht. Ich will daS Land seines Namen« nnd seiner Zeitlichkeit ent« äußern nnd möchte seine Wirkung auf die Seele irgendwie erspüren. Wähle ich den Augenblick, in dem die oberschlesische Heimat am tiefsten auf mich eindrang. ISIS, Juni; wir wurden von Lerdun nach Luck geworfen. Potain« Trommelfeuer entronnen, hineinrennend ins Brussilowsche. Vier Tage Frist zwischen Tod und Tod. Darein gebettet daS sonnige Deutschland. Und Sonntag abend warS, da die Heimat sich von dem inS KriegSgewitter rollenden Zug abschälte, mit weichen Hügelketten zunächst Eichen- dorffs Land... Der Zug ging langsam. Die Nerven versagten. Ich schlief ein. Ich träumte von den Tagen am Toten Mann, völlig in den Grabenkrieg eingesponnen. Es war kurz vor dem Sturm. Und nun geschah daS Merkwürdige: plötzlich schlug der Traum völlig in einen anderen um. Wie wenn ein Hilm plötzlich mit einem ganz anderen Thema weiter ginge; unmittelbar. Die Heimat erstieg vor mir in ihrer Wesenheit» im Traum. Und zwar war'S, als wenn ich von oben in sie einsänke. So erhob sich zunächst rotglntbehauchter Nebel. Tief und zusammengepreßt wälzte er dahin. Er wurde dünner und dünner, aber er verging nicht. Er vergeht nie ganz, wußte ich plötzlich genau. Da» Land ist immer in dies« graue Glocke getan. Der Nebel aus Qualm, gfftigen Gasen und gräßlichen Dämpfen hatte eine kranke fahle Farbe. Und tS war die Farbe des oberschlesischen ProletarierkindeS. Ich sank durch den Nebel. Sieben- hundert Schlote staken mit speienden Schlünden in die Höhe. Ob- gleich sie starr und stumm emporragten, kommen sie mir wilder vor als brüllendste Raubtiere. Sie fraßen und fraßen sich in daS Licht hinauf. Die Städte und Dörfer, rauchbeschichtet, sah man noch nicht. Die Tyrannenherrschast der siebenhundert Essen aber war weithin sichtbar. Alle? duckte. Wälder starben. Aecker verwehten, Wege Wicken. Städte stürzten. Menschen verkohlten. Die Schlote ragten. Wenn ein ganzes Bergwerk ausbrannte, der Schlot war nicht tot. Wenige wankten. Kaum etwas sptitterte von ihnen ab. Wer wird dies« unerbittliche Tyrannei stürzen, wer wird den Mut haben, diese blindwütenden Vampire zu vernichten, wie groß muß die Revolution sein, um da« Land dem eicheudörffischen ähnlich zu machen? O Sehnsucht, o Wehmut I Die Städte entblättern sich. Die Werke leuchten. Es läuiet noch leise empor. Noch klingt eS symphonisch raunend... Wann blüht die Stadt? Wann blüht da« Jndustriedorf, da« nie Dorf war mit seinen abertausend RietSkas«nen?(ES gibt kein Nr. 19$ ♦ 37. Jahrgang 1. Heilage öes Vorwärts Sonntag, 1$. Ilprll 1920 Erhöhung öer wochenhilfe. Die Nationalversammlung war am Sonnabend fast leer. Die Interpellation aller Parteien mit Ausnahme der Unab- hängigen über die Zustände in den Kreisen(fupen und Malmrdn und die Interpellation Baerecke(Dnat. Vp.) über den Durchgangsverkehr durch polnisches Gebiet nach Ostprcusicn werden von der Tagesordnung abgesetzt, da Unterstaatssekretär Lcwald er- klärt, daß sie erst in der nächsten Woche beantwortet werden können. Bei der zweiten Lesung der Borlage zrir Aendernng des Gc- setzes über Wochenhilfe und Wochenfürsorge berichtet Abg. Frau Schröder lSoz.) über die A usschus, Verhandlungen: Das Wochengeld soll in Höhe dos Krankengeldes gezahlt werden, jedoch mindestens 1,50 M. täglich. Abg. Frau Zieh(U. Soz.): Der Gesetzentwurf bringt nichts weiter als Flicken, um das Gesetz vom 26. September 191g zu repa- rieren. Damals war gegenüber unserer Kritik wieder und wieder versichert worden, eine grostzügige Reform deS ganzen Versicherungswesens müsse sobald als möglich kommen. Und nun haben wir dieses geradezu klägliche Flickwerk. Soweit sachliche Aenderungen durch das neue Gesetz getroffen werden, befriedigen sie uns nicht. Wir haben daber eine- ganze Anzahl Abänderungsanträge einge- bracht. Vor allem verlangen wir die Verdoppelung der Unter- stützungSsätze. Da 1 Pfund Brot 1 M. kostet und nächstens noch be- deutend teurer wird, klingt eine Unterstützung von 1,56 M. pro Tag wie eine Verhöhnung. ReichSfinanzminister Dr. Wirth: Der Antrag Zietz würde 166 Millionen erfordern. In der zweiten Lesung kann man doch nicht Anträge von solcher Tragweite aus dem Handgelenk schütteln. Abg. Frau Zietz iU. Soz.): Der Antrag würde höchstens eine Million erfordern. Davor dürfen wir nicht zurückschrecken in einer Zeit, in der für den Militarismus Milliarden geopfert werden. Abg. Frau SchröderOQQnrYyYVWYVv-*vvx�4"'�nryvwvWVVVvyr� OOOOOC Farbige baumwollene Kleiderstoffe Bedruckte baumwollene Musseline und Madapolame, reiche Auswahl, auch in Dirndlmustern, Breite 76—86 em Bedruckte Schleierssosse, reizende Blumen, und Fantaflcmuster auf hellen und dunklen Grundstoffen, Breite 65—115 cm cm Bedruckte Opale, geschmackvolle Fantasiemuster, Brette 196—125 em Bestickte Schleierssosse, große Auswahl in hellen u. dunklen Mustern, Br.>16—115 Einfarbige Schleierstoffe in reicher Farbenauswahl, Breite 106-115 em Gemusterte �räufelstosse �rottö�). viele Neuheiten in farbigen Karo-, Schotte«»- und Streifenmustern. Breite 116—120 cm Einfarbige Kräuselstosse lFrottösl in reichhaltiger Farbenauswahl, Br. 110— 120 cm Weiße Vaumwollstoffe Glatte Batiste Bestickte Batiste mit Seidenglanz. Breite etwa 1 10 cm in reicher Musterauswahl, Breite 70—135 cm Glatte Schleierstoffe in verschiedenen Sorten, Breite 100-110 em Bestickte Schleierstosse in großer Musterauswahl, Breite ettva 110cm Kräuselstoffe(Frottös) für Röcke und Kostüme, Breite 120-125 em Wäschestoffe in v:rschiedenen Stärken, für Wäsche jeder Art geeignet. Breite etwa 80 em Starkfädige'Wäschestoffe, besonders für Bettwäsche geeignet, Brette 160—180 cm Angebleichter Nessel, mittelstarkfädig. Breite etwa 80 cm Gestreifte Baumwoll. Flanelle �ret?e�a 80cm � in großer Musteraus.vahl, Aufbewahrung von Pelz-Artiteln in eigenen Kühlräumen I Die neue Schnittmusterliste ist erschienen. Versand kostenlos Kapp und der Schwedeupunsch. Der.Bossischen Zeitung" wird aus Stockholm gemeldet, daß Kapp sich dadurch unkenntlich zu machen gesucht hatte, daß er sich den Schnurrbart abrasieren ließ. Auf die Frage der Polizei, warum er dies getan habe, erwiderte er trocken:„Ich brauche doch wohl nicht mit meiner Visitenkarte am Halse reisen." Um seine Spur gut zu verwischen, war er nick« direkt bis Stockholm ge- fahren, sondern in Söderielje ausgestiegen. Er bestellte da zum eigenen Bedarf schleunigst eine Flasche schlvedischcn Punsch. Da er ihn nach den schwedischen Bestimmungen nicht bekommen konnte, sah er sich nach einer Möglichkeit um, seinen Durst zu stillen und fand diese Gelegenheit in einem Kreise junger skngenieure, die den Fremden einluden, ihren Bestand an starken G-eiränken mit ihm zu teilen. Dieses Angebot nahm Herr Kapp mehr als gern an. Er war aber wohl nicht so trinkfest, wie er das von früher her gewohnt war, und wurde nach einigen Gläsern auffallend gesprächig. In diesem Zustande erzählte er allerlei, so daß zunächst ein Journalist bei ihm erschien, der sich von ihm Auskunft über die politische Lage in Deutschland erbat. Dr. Kapp sliss Kanitz erklärte dem Jntervieiver, daß er nur G e- s ch ä f t S m a n n sei und von Politik nichts verstehe.' Der Journalist schöpfte Verdacht und veranlaßte, daß die Polizei den Paß deS ver- dächtigen Fremden einforderte. Es zeigte sich, daß dieser Paß nicht vorschriftsmäßig visiert war, und die Folge war die Verhaftung. UebrigenS empfehlen wir den Deucschnationalen, diese Mangel- hafte Triiikfestigkeit Kopps als neuen Beweis dafür auszugehen, daß Kapp trotz seinem Vorstandsmandat doch kein ganz echter Deuischnalionaler ist. Freilich, Schwedeupunsch ist kein deutsches Dünnbier... Kärntner! Ii, Eurem schönen Heimatlande sind die südlichen Teile in schwerer Gefahr, jugoslawisch zu werden. Die Volks- abstimmung wird über das Schicksal eines geteilten oder un- geteilten Käniiens entscheiden. Es kommt auf jede Stimme an. Schließt Euch in Vereine zusammen, um eine organisierte Stimmen- reierve für Euer Heimatland zu schaffen. Gebt umgehend Eure Anschrift bekannt an die Bayerische Zweigstelle des Deutschen Schutz- blindes für die Grenz- und Auslandsdeutschen, München, Prinz- regentenstr. 18 III. » Die neue| | S o oa isa e r-| I PreislSsie| § wird auf Wunsch-_ i kosfenfrei zugesandi j BERLIN C S�andauer Str. 16 SiruNpfwaren Damen-Wäsche T agKemd Madapoiam mit Hohisäumen.........«jy.OU T agliemti feat MadapoL, �0*0 geatickl, mit Lanzetten... iÖ.UU Garnitur- Taghemd i-sc/vv und Beir.hleid au« Batist läK?.v/U Beinkleid mit geiückter p, 0 Ecke.................. Zö.DV Beinkleid mit Ansatz 39.00 Untertaille m Stickerei lj2.C0 Gegründet 1815 Trikotwaren Kleid a. Bedr-Scaleleiw stoff, m. Band 0 y|[ C garniert..... fc» � Kleid vorzgl. Schlsier- stoff. weiß. 9 Qrt ro«a.Kellblau djVr Ersatz fal?e für Damen- A strumpfe. Baun�olle, schwarz Damen-Strumpfe Baumwolle, fcin,merceii«iert s /- g»>-» schwarz.................. AV'wU Herren-Socken Baumwolle, ohne Naht, grau q jc meliert.«..................%/. 1 O Baumwolle, ohne Naht,| q-yc schwarz................. Kmder-SockcLen »chwarz, Baumwolle Woilrand, Größe 3...... Jede weitere Größe bis 0 25 M. mehr. Strickwolle«chwarz od.. grau meliert, 50 Gramm.... a:ü 6.?5 Größe 1 1 Reste weißer wascfeesäoSfe für Leib- und Bettwäsche Korsettackoncr weiß ßdumwolle..............•. Scklupfoemkleid Baumwolle, farbig...... 5.90 27.75 Herren-Netzjacke, e 7c Baumwolle, Mittelgroße... AD« l D Herren-Beinkleid Baumwolle, makofarbig. tZ.f\ Mittelgroße.............. 0\s,D\J Herren-Okerkemd weiß, Trikot mit Einsatz Mittelgröße.......... BERLIN C fConigstr. 11-14 Waschstoffe Baumwoll. Musselin bedruckt, bell odei dunkel, z ne 60 cm............... Mtr. 14.25 Sckleierstoff| farbig bedruckt auf marine-j q cn Grund, 120 cm....... Mtr. Sckleierstoffe u. Opal m�'�S.OCbi. 68.00 Bestickte Sckleierstoffe weiß, 1 10.1 15 a 25.75 bi» 54.00 57.50 Damen-Sportjacke Kunstseide, vorz. Qualität o /- � p/\ farbig oder schwarz..... WoMSs aufist helliarbig. gestreift A Q 90 cm............ Mtr. hkQ.» Keinwoll. Volle 105 cm■•••••••••» Mtr. ;a't1'.'�.»�««-mnryMTrgmrg irttmcma ni,.-.»..i'«v y . Theater, eSt. J la�{X>oaEXKPJKx�aiKiocGciocx>cocyjia»Tir«>oonrxTnr,i'>eraMiQ3r'gyiryvxTg-.rt�B Opernhaus. I Uhr, auBer Abonnement: Zum I. Male; Frau ohne Schatten. Schanspiellians. n/z Uhr; Kathan der Weise. ' Uhr, auBer Abonnement: !)er Marquis v. Keith. Direktion Max Keinhardi Dentaelie«« Theater. r/,u.: Dame KohßM. Montag 71/,: Dame Kobold. Kai-iui erspiele. !:g.; SchloD Wetterstein. Nlachtn.: Erdgeist. Montag: König Nicolo. KomftiienlmQS z Uhr: Liselott von der Pfalz. öerH/rr MißlSter (Jlax Pallenbcpff) Berliaer Theater I Uhr: Bummelsludenlen, 1 Uhr: Der Setzte Walzer. Kritzl Massary, Otto Storni, Hans Wassmann usw. Volksbfihne JSsröwp.. 3 Uhr: Oer Uebestrank, TU.: Nach Damaskos Lessing-Tliaater, 3 Uhr: Drr rote Hahn. TV, Uhr: pfgllülllv!!. Montag 7 Uftr- Peer Qynt. Dienstag T/,: Pygmaüon. Mittwoch 7V,: Pygmalion. Donnerstag 7: Peer Oynt. Freitag 7'/,: Pvgmallon. Sonnabend 7 Uhr, z. I. Mnle: Frau Warrtns Gewerbe. Sonntag und Montag 7>/,: Frau Warrens Gewerbe. Deulscliss Riiastler-Tfcsster 3 Uhr: Dies irae. A7v' uhr:ch Menagerie (Adalbert, Götz, Haack.) Bose-Theater. 3 Uhr; Der grüne Graf, Das Lied der Liebe. Trlanon-Theater. Bahnhol FricdrichstraBe. Heute 4 Uhr, kleine Preise: Kcrrschattl. Diener ges. Täglich>/-8 Uhr: jltyrrha Residenz* Theater. Stadtbahn Jannowitzbrücke. Untergrundbahn Klosterstr. Täglich Vi» Uhr: Die ßasclihoffs von Hermann Sudermann. Theater am KottbuserTor n Tel.: Morltzpiatz 14814. W Jeden Abend 7'/i i£m mk JLlr 1 Uhr: LMe äSnger. Horst, Ruselli, R.Schrader.Seidei, | Schubert, Ries» Rathke, B.Waiden, EugenBcckera.Gast Sonnt, nehm. 3 U. ermäßigle Preise. Ii Blüthgen* Konzert:i Beginn 7.10 Uhr. Vorverk. II— i". u. 4— 6 Uhr. APOLLO | T'/jThoater 7'/, I [Direkt. James Klein[ Das Welt.RStsel Ufra | Die einz. Gedanken- | leserin der Welt. Vorsiebt bei! Iterächcnl iTelephonfreuden mit J IValy Arnhelni| :.11 arg« Liindt 4 UrUonis [ Sensation:- Akrobat. I j und weitere April-| IM-Seo�oü.) 1 Sonntag 3l/a Uhr 1[.Erwachs. 1 Kind frei Central-Tfeeater %u.: Fraulem Puck. OentsehcH OpnrnhaaM 6 V, uhr: Löhssgrin. Bin Tribviue 3 Uhr:« Die Wandlung". tv, u.: Franziska. Eilcn-ThcsTep. 3 Uhr;„U. A. w. g." tv« u.: Die DollaFpriEZESSin Priedr.-Wilheljnst.Th. I'/zülir: Evchen Kumbreclat Kleinen Theater. 3 Uhr: Eamneister Sclncss. fc: Die PIsrrlianskDniÖiüfi. Ii!. ScS�auspiclhaus. 3 Uhr: Jcttchcn Gebert. 7'/, Uhr.„1913". Ilotuische Opesr Zil4 Uhr: SchwarzwaldmadcJ. uhr. Weün Fraüen(räujnen lamtR�felhaus Arnold Rieck in uhV ZwangsBlMBaräernng. Metropol-Theater. 3:CharIeysTtntern.Thielscher 7 Nr: Sybill. Nene« Operetl enhann TZ.. Die Dame vom Zirkus Mia Werber als Gast in tv, u.: Bi« kleiae Boiielt. Sfeucs Volkatboater UV,; I.Matinee Alfred Beicrlc .Line Friedensitovelle" von August Strindberg. tv, uhr: Das Paradies Sehlller-Theat. Otanrl. 3 Uhr: Wie es eueu gefällt. 7'/, u.: BiEferlorsDEfcctor Thalia-Theater 3 Uhr: Der Mccbtourist. u�: Amor auf Reisen Th.nm.VollendorfiUnt* y/, Uhr; Die Puppe. 7'/, Uhr: flcTgcfTcfifc Theater des IVentena 3V, Uhr: Die lustige Witwe. i1/, u.: DiEfranlniHcpinEliii Wallner-Thenter y/e Geisha mit MlaWerber. (Iii? Eine Bfillnacht. WaUialla-Theater. SV? UhrrCsärdäsffirstln JVa Uhr: Der Rastelbinder. Braunes Oiele] AlexanderftraSe 55. j Direkt.: Kurl Helnzius. i Paul Goradim Herta L3we Louis Naumann Ctse Kutscliera OBSEhwistEP Winter Max Tobien Erna Reneta Musik: VerbanäilerFr.Volksliiiiiiicu Somitag, den 18 April 1920, nachm. 2V, Uftr Deutsches Opernhaus: Die nerlattste Braut. SchauipielHaus(Stnot.jttjcatcr) Nathan der Weise. Nachm. 3 Utjr: DelksdUhne: Dyges it.fcitt Ring. Echlller-TH. Charlpttenburg. Wie es euch gefällt. Leisma-Theater; Der rote Hahn. Ätlnmer-Theater: Dies irae. Friedr.-Witbelmfi. Th.: Die zärtlichen Berivandten. Th. d. West.: Die lustige Witwe. Neue, Bolkstheater: Di« Hoffnung auf Segen. BolksbUhne, wochentags abend« oom 19. dt, 24. April: Gyges und sein Ring. Nach Damaskus. GR, von Berlichwgen. Cirsnsjfmch Stg. 2 Vorstell. 3'/,ti. 7V,U. In beiden Vorstellungen: Des NE!!« April-Prcir.! und zum Scheuß: ,Der Wilddieb* in 3 Akt. u. 1 Apotheose. Die WunderfonfÜno und llirc Geheimnisse. Nachm. ein cly. Kind frei. Sooiitaars-Prclse! «vy.VNV.f:.. r..-g rz- Jl»» J». Agmlrsis-Palsl1 tum Arg» #FoliesCaprice� Eck. Friedrich- u. Linienstraße - Täglich?>/,:— Die abgetretene Frau Zwangseinquartierung. Oh diener Xowacli! mit Ferdinand Grünecker in den Hauptrollen." ReiiMsIL-Tlieater Heute nachm. 3 und adends 7 Uhr■ Jtf1 Stcttincr Sänger. Nadimitiag, errnSnif tc-T'ret> Caslno-Theater l.othrlngerstr.37. Tägl.'/.SU.; 1 Oer neue Posscnschla er:( Sin sUs? Sünder, Vorher erstfcl. Spezialitäten. 1 Alex Stamer, Kommer.! Sonntag 3,'2: Onkel Moritz. WintsrQarten Heute 2 Vorstellungen 3 Z'/, Uhr 1 Kleine Preise. | Kind d. Hälfte! in m Varlct6-�pieA|>ian Rauchpn bestattet! Schall tLfonchl��'h3115, "' rtv Tauherstr. 34— 7.,, U. S «gen ivvkl u. t Käte Blank Ensren Mark CUli Pronlo Ilolnx Hertwlg Pip u. Kdi.'a Henry Wollt f-iesel F.ve Pnnl ftHchmannl KHtrhen Esten 2 Pohleys A'.U Idcbans Meistercnarteit Adolf Steban! | Unter d. Linden 22/23 Dir. M. S o I i m a n 2 UranffPhranrer, 2 Filmschausplel in 4 Akten Hauptrolle.- Iii iiUMl vom Münchener National thea'.er. HacW- bekaimtsoiiafi. Lustspiel in 3 Akten. Hauptrolle: Albert Pacüg. ff. Weine, ff. Küche Mocca, Tee, Schokolade| J Anfang 7� Uhr f � vdritt».«af» i U.T KurfCrstendamm 26 Patience Sobaaspiel in 6 Akten In den Hauptrollen; WWS Dem/ Mile Osnürotf/ üonraD velö!/ MAim Di£s:imann/ 5eitk Bafü) Mozartsaal am Nollendorfplatz Die Abenteuer der Marqulse von Könlssmark (Ans dem Leben einer Gebeimagentin) 6 Akte mit Dasny Servces/ Vloletta Napierike Heinrich Schroth/ Albert Patry Xaeo. der» E:ntfü.lix*ep Schwank von 0«kar Blumenthal mit Ls® Peukert Kammern chtsp I e I e am Potsdamer Platz SColsiiftissei's Töchtes' Lnstspiel mit Henny Porten Emil iannings Regie; Ernst L u b i i s c h Ctntilrnftrahc 53-54 | JB........ !! Hartley!! R 4 Morreys 8 T u x i n unb da« große Varietö- Programm IfaSf T-nz T-o U.T Noilendortplfttz 4 L.T b" tiedrich«tr*s»e 180 U.T Alexanderplatz If.T Weinbergs weg 16 Indische Rache 6 abenteaeriiebe Akte von R. Liebmann u. Georg Jacoby mit Müh Meiler/ Harry LIedtke Georg Alexander/ 3oss! Peterhanns Regle: Georg Jacoby Potsdamer Str. 38 Der HUrt von i Maria Schnee! GermaniaFrachtsäic C. Richter, N 4, Chausseestr. 110. led. Sonntg. Ilofim. Nordd. Sänger. Heg. d.Voist.6,d.Konz.S"j Nachd.Fam.-Kränzchen, Im weißenSanl v. 4 Uhr ab: Gr. Bali. Tnrtnstr. 12 iDieSerriud-Weiti 8. Teil | Alexanderplatz Passcgc Bruno Kastner in Allerseelen. [Friedenau, Rhelnsir. 14 j£ Aista Nielsen ♦n Graf Svlvflins RachcJ U.T öchöneberg, Hauptstr. GefesseEts Renschen Drama in 6 Akten Hauptdarsteller: Damen; Dorsch, Konstantin, Grünlns Herren; Kaiser-Titz. Harim�nn, Dlsgelmann U.T Hase« beide 28 23ie JRose des Ostens Lin Liobearomau In 3 Kapiteln In der Haupt rolle: Lilly MaflSChka Komeo und Julia im Schnee Lustspiel von Hanns Kr&iy und Ernst L.ucitschmic Lotte Neumann Regie: Ernst Lubltsch Wochentags ab 7 Uhr/ Sonntags: Beginn 4 Uhr i Potsdamer Str.7 2• Hochbabo Büiews&r. Der Narrentanz der Liebe Fritzi Massary Verklebte Liebe. Rennen zu Grunewald (Bertfaer Kennveroln) j Sonatag, den 18. April, nachmlUags 3 Uhr 7 Rennen. Gemälde-Qalerie Gelb Potsdamer Str. 27 pegenfiber Lepke Amt LUtzow 6362 Gute Originale. Reelle Preise. Konz.- Dir. Berniann Wolü und Jules Saclis. i Konzertsaal der Hochschule für Musik, Charlottenburs, Fasanensir. 1. Freitag, den 30. April, abends 7*/s Uhr, im großen Saal Erstvorlesung HANS OSSENBACH: nratlrlann" Aus dem Hohen Lied der „VlClIUuliy. Lebensunvergängiichkelt. Friedrich Kayssler Ernst Stahl— Nachbaur Bruno Decarli. Karten zu 10, 8, 6 und 4 M. bei Bote i Bock, Wertheim. Abendkasse. X L l K>V E L. r. l!aVeiih(:ld Unter den CiuSin 09 Äoffee. Diele. Tat Abend. 3DdB.9trRmirjr.tl Tlnd-n'... u. Tfctub-X.ntafe K KptUm Ufchwaii«,IBje.pc «ioe». TCI.n.t Sochantl *affe«.3B8«rftuno noch JCflti.l-ofcet Art. 3}ir,>ptäu*w Stollens Stammeln.Lispeln.Ner- vosltät undAngstgefdhl vorm Sprech., Atemnot beseitigt gründlich[* Dr. Schräders Spezial. Institut, Berlin W, Lßtiowstr. 30. Spr. 4-7, auß. Sonn ab. n. Sonntg, w m Ausschneiden! i Damen-Vorträge von Oskar Voelkeir Birektor de? Berliner Volks-LlcliliieilaastältBerlin.lneaiiäenslr. 1B0 (Stettiner Bahnltof) Hontagr. den 19. April, Zentral- Festsüle, Alte daUobstr. itL; Dicnntas, den 20. April, Hoabltcr Gcsell- sebattshans, Wiclefstr. 24; Jtlttiroch. den 21. April. Praehtsftlo des Ostens, Frankfnrter Allee 48; Donnerstag;, den 22. April. Habels Branercl- Ausschaak, Itersmannstr. o;7; Freitag, den 23. April, Pharnssftle, Mäller- stralSe 142; ———— überall Im großen Saale über Frauenleiden unter Vorführung einer Anzahl Lichtbilder. Aus dem Inhalt des Vortrages: I. Warum sind so viele Frauen unterleibskrank T 2. Wodurch entstehen Unterleibsleiden, wie Entzündungen, Flu», Knickungen, Senkungen, Myome usw. 3. Welche Ursachen haben RUckenschmenen, Schmerzen im Leib, in den Seiten, sowie schmetzhatte und allzu, eiche Menstruationen, und welche Kankheiten können daraus entstehen? •». Wie erzielt man eine leichte und schmerzlose Entbindung? 5, Wie verbätet man bei Frauenleiden Operationen? Rcchizeilige Aufklärung Ober vorstehende Fragen verhütet viel Sorgen, Kummer und Pein. Da die Vorträge stets sehr stark besucht sind, Ist früzeiiiges Erscheinen angezeigt. 1222b Eintrittspreis durchweg 2 Mark. inkl. Steuer. Anfang 7Vj Uhr, Katseueröffnung ö'/s Uhr, Ende nach 10 Uhr. Erscheint nur einmal. 3: tfCupfer ZiM Samt!. Mslaüe i Üuecksilber Piatiri SSSbsr- abfälie Zahngebisse kauft zu riesig hohen Preisen in unseren 6 Einkaufsstellen Metall- Zentrale 1. Brunnenstr. II am Rosemhaler Platz 2. Fennstraße 48 am Weddingplatz 3. Beusselslr. 29 nahe Turmstraße 4. Bahnhofstr. 2 Ecke Schöntberger Str. am Anhalter Bahnhof 5. Neukölln Kaiser-Fricilricti-Str.229 nahe Hcrmannpiatz 6. Weidenweg 72 am Baltcnpiatz Kupfer— Hessing (iueeksilber-8lei-2ink WM" zum höchsten Tagespreis"WK SehnlzendorferStr.2 4--MMM# m s:'- WRvilrV-4 y**.. 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Erzeugnisse, Toll.-Artlkel Nahrungs- und GcnuBmittel Westhalle L: Tabakgewerbe Kollektivausstellung Vom 2. Mai bis II. Mai 1920 Wegen Nactiwelaea von Zimmern und Meßabzelchen wende man«Ich an den Wohnunganacbwets des Meßamte» GESCHÄFTSSTELLE FÜR OROSS-BERLIN: CH ARLOTTENSTRASSE 56 WWWWW ■§■ Spezial» Behandlung von Haut-, Harn-, Unterleibsl, Frauenleid., spez. verallete hartnäckige Fälle, Schwäche; Saivarsan-Kuren.— Urin- u. Blutuntersuchungen, Licht- u. Finsen Behandlung. Elektr. Durchleuchtung, Bestrahlungen Getrennte Wartezimmer für Damen und Herren. Aerrtllche Hellanstalt. 1 44/3' Löser, MOnzstr. 9, 9�hVÄnndÄ-r I.Eiage I. Elia»;----!-- audjSratf), jrlon Posten, Platte h}3 Mk., Äüoatamm 30 Mi. pceascL(svägjnr. 00. an ber gh'-m.- 13 rüde. Fahrg. vergüte «§• Spezial-Behandiung-Z° n. fiaul», Harn.. Unlcrlcitsleiben, nervöser Schwache. Srvhte Heilerfolge! 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N. mir.:lt: Die Waffendepots der Einwohnerwehr im Lan polizeibezirk Berlin find nach Anweisungen des Polizeipräsidenten von Berlin in Verwahrung der SicherheitS- Polizei zu nehmen. Die Zentrale für Einwohnerwehren bal keinerlei Anordnungen mehr zu erlassen, sie gilt als auf- g e I ö st. Dem Minister de« Innern ist die Abwicklungsftelle der Zentrale für Einwohnerwehren unterstellt. Sie hat den Abbau mit größter Beschleunigung durchzusühren. � �rauenw ahlkouferenz Niedcrbarnim. »Kein« Zeit ist so geeignet, die Frau hineinzustellen in die eigentliche Arbeit für die Partei, als die Zeit der Wahl- kernt pagne." Diese einleitenden Worte der Genossin Juchacz zu ihrem Referat:.Die politische Lage und die kommenden Wahlen" auf der Frauenkonferenz des Kreises Niederbarnim bestätigten sowohl der außerordentliche gute Besuch als auch der eindrucke- volle Verlauf derselben. Genossin Juchacz legte dar, daß die Pressenachrichten durchaus nicht dazu angetan seien, den Eindruck zu erwecken, als könnten wir den kommenden Zeiten mit weniger Sorge entgegen- sehen. Es sei tragisch für unsere Partei, die Macht in einem Augenblick übernehmen zu müssen, in dem sie nicht in der Lage sei, ihr« Machtposition im Sinne ihrer Grundsätze voll auszunutzen. Aus Liebe zum Volke, aus Verantwortungsgefühl heraus mußten wir sie aber antreten. Auch eine andere Regierung hätte ein« andere wirtschaftliche Lage nicht schaffen können. Der Friedensvertrag, der geschlossen werden mußte, hat die Situation heraufbeschworen, die uns an allen Ecken und Kanten in der poli- tischen Betätigung behinderte. Dieser Vertrag ist die Folge des verlorenen Krieges und der Politik, die von den Inhabern der Macht vor uns getrieben wurde. Wir haben an dem Frie- densvertrag keine Schuld. Unsere Partei hat alles ge- tan, und sie wird auch zukünftig alles tun, um diesem Friedens- vertrage die Stacheln zu nehmen. Es mutz dem deutschen Volke ermöglicht werden, an der Weltwirtschaft teilzunehmen. Wir leben noch immer in der kapitalistischen Wirtschaftsform, in der die einzelnen Mächte versuchen, sich auf dem Weltmarkte den Rang abzulaufen. Der Starke sucht dem Schwächeren Fesseln anzulegen. Die wirtschaftlichen Fesseln dieses Frie- dens müssen gebrochen werden, nicht durch einen blutigen Krieg, sondern auf dem Wege der Vernunft, durch Verhandeln auf dem Gebiete der auswärtigen Politik. Diese Gesundung der Politik, die sich ganz leise an- bahnte, ist jäh unterbrochen durch die Vorgänge vom IL. März. Der Putsch sei eine Frühgeburt, und daher leicht zu erdrosseln gewesen. Man könne aus den Alarmnachrichten der letzten Tage leicht den Eindruck gewinnen, daß« sie von den Putschisten in der Absicht inspiriert seien, die Bevölkerung einzu- schläfern, um sie dann in einem Augenblick zu überfallen, in dem sie eS nicht mehr erwart«. ES heiß«: wachsam zu bleiben und die Presse so lesen zu lernen, daß jeder einzelne zu gegebener Zeit selbst wisse, was er im Interesse der Sache zu tun habe. Was sich im Ruhrrebier gezeigt habe, scheine auch hier in Berlin angebahnt zu werden, nämlich di« Berbi-ndung der Ossi.» z i er S k a ma r i ll a mit den Kommunisten, um so die Demokratie zu Fall zu bringen. Die Leiden, die dem deutschen Volke, besonder? der Jugend bevorständen, wenn wir auf diesem Wege durch den Bolschewismus hindurch müßten, seien ohne weitere? jedem klar, j>er die geographische Lage und die Wirtschaft- liche Abhängigkeit Teutschlands von Auslände bedenke.„Nur durch die Demokratie ist eine Hebung unseres politischen und Wirtschaft lichen Lebens möglich." Dem mit großem. Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine sehr angeregte sich in gleichen Bahnen bewegende Diskussion. Gegen die Brotverteuerung. Die in Aussicht genommene abermalige Erhöhung der Brot« preise hat der Verwaltung der K o n s» m g e n o s s e n s cki a f t Berlin und llmgegend Veranlassung gegeben, st» mit dieser Frage eingehend zu beschäftigen. In der gemeinschaftlichen Sitzung (AussichtSrat, Vorstand und Betriebsrat) ist folgende Entschließung einstimmig angenommen worden: .Die Gesamtverwaltung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend steht auf dem Standpunkte, daß die geplante weitere Erhöhung deS Brotpreises eine ganz ungerechtfertigte ist, da seststebt, daß die Gesaminnkosten der Landwirte nicht in den gleichen Maße gestiegen sind und somit die den Landwirten zuge- billigte Abliefernngsprämie nichts weiter bedeutet, als eine be- sondere Belohnung für diejenigen Landwirte, welche ihre vorjährigen Ernieerträge an Brotgetreide nicht bestimmungsgemäß rechtzeitig abgelicsert haben. Da ferner feststeht, daß jede BroipreiSerböhunq gerade die minderbemittelte Bevölkerung am allerhäriesteii lriffi, er- hebt die Gesamtverwaltung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend allerichärsstcn Protest gegen die geplante weitere Ver- teuerung deS unenlbebrlichsten aller Lebensmittel und fordert die maßgebenden Stellen auf, endlich abzukehren von der Verderb- Ilugblattverbreitung heute vormittag S Uhr in Oerlin unö Vororten! Die Genossen und Genossinnen werden ersucht, sich zahlreich in den Bezirkslokalem einzufinden. lichen Politik zugunsten derjenigen Landwirte, welche ihre Vater« ländischen Pflichten mit A b i i cv t n i ch t e r s ü l le u und so die allgemeine Notlage noch vergrößern helfen. Weiter wird dringend ersucht, die die Broterzeugung unnötig verteuernde Kontingentierung des Mehles schleu- nigst aufzuheben, da auch diese Maßnahme lediglich eine in- direkte Besteuerung der brotverbrauchenden Bevölkerung, im ganz besonderen der minderbemittelten Teile derselben ist." Tie Zukunft der Berliner Realschulen. Bekanntlich unterscheiden sich die Berliner Realschulen von denen anderer Slädle dadurch, daß darin mit dem Französischen als der ersten fremden Sprache nicht schon in der S. Klasse, sondern erst in der 4. sOnarta) begonnen wird. Der Berliner Stadl« ichulrat Bertram, der diese Schulart vor mehr als 35 Jahren ins Leben rief, wollte sie ursprünglich ohne die 5. und 6. Klasse auföauen, wurde daran aber, wie es in einer Denkschrift heißt, .durch die wohlhabenden Bürger verhindert, welche ihre Söhne in weniger gefüllten Klassen die Möglichkeit eines schnellen Fortichrilts bieten wollten und von Vorurteilen gegen die Gemeindeschulen sich leiten ließen". Daß solche Rücksichte» für Sozialdemokraten nicht maßgebend sind. bedarf weiter keiner Auseiiianderiey'nng. Eine dttarnge Begrün« düng beweist vielmehr, daß diejenigen Recht haben, die die höheren Schulen für S l a n d e s s ch u l e n erklären. Die Berliner Depu- tation für di« äußeren Annelegenheiien der höheren Schulen bat nunmehr auf Antrag de« Stadtverordnelen Genossen Dr. Witte beschtosien, � am I.Oktober 1 920 mit d e m A b b a u der 6. K la s s e zu beginnen. Der Abbau der untersten Klassen der anderen Höberen Schulen Berlins ist noch nicht möglich, da sie eine Vorschule haben, die zuerst abgebaut sein muß. Dies wird erst im Jahre 1922 der Fall. sein, da im Jahre 1919 damit. angefangen wgrden ist._ Kohlen für Schwerkriegsbeschädigte! Nach einem Beschlüsse d«S Kohlenverbandcs Eroß-Berlm können an Schwerkriegs- beschädigte ohne besonderes Attest zur Bäderbereitung Sondcr- zuweisungen von Briketts in Höhe von 2 bis S Zent- n e r n bewilligt werden, wenn eine besondere Notlage als vorliegend erachtet wird. Für den Stadtbezirk Berlin wird die Ausgabe der fum Bezug« dieser Briketts berechtigenden Sonderkohlenkarten in amtlichen Zweigstellen der Berliner Ko h l e n d e p u t a t i o n bis zum 30. d. M. erfolgen. In Frage kommen angesichts der leider weiter bestehenden Kohlenknappheit nur Kriegsbeschädigte, die zu 50 Proz. oder noch darüber erwerbsunfähig sind. Bei Stellung de? Antrags muß der Grad der Erwerbs- beschränkung durch Militärpaß oder Rentenbuch nachgewiesen wer- den. Es ist in Aussicht genommen, im Herbst abermals eine ent- sprechende SonderMveisung vorzunehmen. Demonstrationen für die Monarchie sind die„schmückenden" Beiwörter„königlich" und„kaiserlich", die immer noch nicht bei allen Behörden an ihren Gebäuden, auf ihren Plakaten, Briefbogen, Stempeln usw. ausgetilgt sind. Fast täglich erhalten wir aus Berlin und Vororten und auch aus Provinzstädten neue Zuschriften. die über die Fortdauer dieser skandalösen Bummelei oder bewußten Verhöhnung der republikanischen StäatSform bsrichien. Was soll man dazu sagen, daß in Eharlottenburg noch im April 1920 die Steuerbcnachricht'gungen in Briefumschlägen versandt werden, aus denen zu lesen steht:„Ma- gistrat der Königlichen Residenz st adt Char- lottenburg"! Warum wird, wenn Papierknappheit dazu nötigt, die nocb vorhandenen Brieftimschläge aufzubrauchen, nicht die„Königliche Residenzstadt" dick durcksstrichen? Von einem„K ö- niglichen" Polize ipräsidium liest man mich noch auf den Korridoren des Polizeipräsidiums und dem zu ihm gebärenden Ge- bgude? in der Magazinstraße,„kaiserlich" sich nennende Postämter gibt es nöck an verschiedenen Stellen,„könial'ch" beißt noch mancbeS Gericht in Gebäudeinschriften. Ein Briefschreiber macht sich Ge- danken darüber, wie es wohl auf die Ententekom« Missionen wirken mag, wenn sie in unmittelbarer Nähe ihrer Ouariiere am Pariser Platz die immer noch„Königliche" Aka- bemie der Künste und am Potsdamer Platz das immer noch„Kaiser- liche" Telegraphenamt sehen. Dazu wollen wir m'tieilcn. daß uns ein Franzose seine Verwunderung auch darnber-aeäubert hat, Hof- l i e f e r a n t e n t i t e l noch au mancben Geschäftshäusern zu finden. und daß er hierin einen Ausdruck des monarchischen Geiste? sehen zu müssen glaubt. Wir erinnern uns wohl alle noch, daß in den ersten Tagen des August 1914 in Berlin„nationale" Kriegshetzer bandenweise durch die Straßen zogen, von Geschäftsleuten die schleunigste Beseitigung französischer und eng- li scher Inschriften oder Warenbezeichnungen forderten und in nickst mißzuverstehender Weise ankündigten:„Wir kommen morgen wieder und sehen nach, obs geschehen ist. Eine ähnliche Entschlossenheit wünschten wir einmal den Behörden gegen- über denen, die aus Nachlässigkeit öder BöSwittigkeit ihre..Königlich, keit" oder JlaiserlitMeit" noch immer nicht abgelegt haben. Gewissensfreiheit. Wie die V. P. N. an zuverlässiger Stelle erfahren, dürfen Kinder, die am Religionsunterricht nicht teil- nehmen, zum Erlernen der Tertz von K i r ch e n l i e d e r n auch in anderen Unterrichtsfächern(Gesangsunterricht) nicht ange- haften werden. Heimattreue Ostpreusien! Immer näber rückt die Stunde, in der wir unser« Heimattreue mit dem Wahlzettel beweisen sollen. Unsere Heimat wartet auf uns und mit ibr alle unsere dort verbliebenen LandSleute. Unsere ostprcußischen Brüder hoffen bestimmt, daß alle. Abstimmungsberechtigten an der Wahlurne in ihrem Geburtsort erscheinen. Unsere Heimat ist und muß deutsch bleiben. Die Frist zur Abgabe der Anmeldesäteine läuft mit dem Ende dieses Monat? ab. Es ist daher heiligste Pflicht eines jeden deutschen Landsmannes, die Anmeldung so bald wie möglich vorzunehmen. Rückkehr der Tänenkinder. Nach einem eben ei na ehroffenen Telegramm aus Kopenhagen kommen alle am 10. Februar ausgereisten Kinder am Montag, den 19. d. M., zurück. Sie werden also am 19. abends mit Sonderzug auf dem Stettiner Bahnhof von 10 Uhr ab zu erwarten sein. Wegen der Kürze der Zeit ist Einzel» benachrichtigung der Eltern nicht mehr möglich. Die Städtischen Elektr izitätStvcrke Berlin geben unter„Amt- liche Bekaiintmochnngen' unserer bentigen Ausgabe die von den kflemeinde- behördcn beschlossene Erbökiu ng der Tarife belnnnt. Die neuen Bestimmun» gen treten erssmalig mit den für April dieses JahreS auszustellenden Nechnnngen in Krajt. Demokratische Reaktionäre. In der letzten Steglitzer Ge- meindevertrehersitzung beantragten die Sozialdemokraten, den Ar- britern und Angestellten- der Gemeinde. den. 1. Mai bei Fort-- zghlung de? Lohnes freizugeben. Der Demokrat Frenz be- antragt« Ablehnung und veranlaßte dadurch auch den Ge- meindevorstand, seinen vorher einstimmig gefaßten Beschluß auf Freigabe zu revidieren. Gegen Sozialdemokraten und Unabhängige wurde der sozialdemokratische Antrag hierauf abgelehnt. Dem ersten demokratischen Streich folgte gleich der zweit«. Im April v. I. wurde auf Antragder Demokraten beschlossen, die K a i s e r b i l d e r usw. aus den Gebäuden der Gemeinde z u entfernen. Was geschah? Das au? dem Sitzungssaal des Rathauses beseitigte überlebensgroße Bild des letzten Kaisers wurde neu eingerahmt und im. Dienstzimmer des Bürgermeisters Buhrow wieder aufgehängt. Das erfolgte, wie Herr Buhrow erklär!« auf Beschluß des Ge- meindevorstandes, dem u. a. die Demokraten G ä d k e und I och e m, sowie unser Genosse A ß m a n n angehören. Letzte. rer erklärt, von einem derartigen Beschluß nichts zu wissen. Ein Protokoll darüber existiert nicht, da es, nach Herrn Buhrow, bis vor kurzem nicht üblich war, über die Sitzungen de? Ge- meindevorstandes Protokoll zu führen!! Di« si>zialdemokratische *1] Segen üer Cröe. ioman von Knut Hamsun. Seht, mm war die Familie im Osdland schon recht herauf- Stotmitsn. und wenn dieses Jahr gut einschlug, waren die nsiedlcr geradezu zu beneiden. Was fehlte ihnen noch? Em Heuschuppen natürlich, eine Scheune mit einer Tenne in der Mitte, das war ein Zukunftsziel, und es würde erreicht werden wie die anderen Ziele auch. Mit der Zeit, ja! Jetzt datte die kleine Silderhorn ein Kälbchen und die Schafe hatten Lämmer, es wimmelte von kleinen Tieren auf der Weide. Und die Menschen? Eleseus konnte schon gehen, wohin er wollte, und der kleine Sivert war getauft. Und Inger? Sie war sewiß schon wieder guter Hoffnung, sie sah so rundlich aus. Was war auch ein Kind für sie? Nichts— das heißt etwas Großes. Die lieben Kleinen, sie war stolz auf ihre Kinder und gab zu verstehen, daß Gott nicht allen Leuten solche große, hübsche Kinder anvertraue. Inger war in voller Kraft, und sie war jung, Sie hatte ein verunziertes Gesicht und hatte ihre ganze erste Jugend als eine Ausgestoßene ver- bracht, die Burschen hatten sie nicht angesehen, obgleich sie tanzen und arbeiten konnte, sie hatten ihre Liebenswürdigkeit verschmäht, sie hatten sich weggewendet— jetzt war ihre Zeit, sie entfaltete sich, sie stand ununterbrochen in voller Blüte und vxir guter Hoffnung. Jsak selbst, der Hausherr, war lind blieb ein ernster Mann, aber er hatte guten Erfolg ge- habt und war zufrieden. Me und womit er sich das Leben erträglich gemacht hatte, ehe Inger kam, war sehr dunkel: mit Kartoffeln und Ziegenmilch, ja mit gewagten Gerichten ohne Namen: jetzt hatte er alles, was ein Mann in seinen Derhältnissen nur verlangen konnte. Wieder kam große Trockenheit, wieder ein Mißjahr. Der Lappe Os-Anders, der mit seinem Hund vorüber kam, konnte berichten, daß die Leute im Dorfe schon alles Getreide zu Biehfutter abgemäht hätten.—„So, sie hatten also keine Hoffnung mehr?" fragte Jsak.—„Nein, aber dafüt baben sie Herings. Dein Oheim Sivert bekommt seinen Anteil. Und er hat doch vorher schon ein bißchen etwas in Küche und Keller gehabt. Gerade wie du. Inger."—„Ja, Gott sei Dank, ich habe nichts zu klagen. Was �agen sie denn daheim von mir?"— Os-Anders wiegt den Kopf hin und her und sogt schmeichlerisch, er habe keine Worte dafür!—»Wenn du eine Schale süße Milch möchtest, so brauchst du es nur zu sagen," versetzte Inger.—„Du sollst dich nicht verunköstigen. War hast du ein wenig für den Hund?" Die Milch kam, das Futter für den. Hund auch. Der Lappe hörte Musik aus der Stube heraus und lauschte:„Was ist das?"—„Das ist unsere Wanduhr, die schlägt." sagt Inger sie ist am Platzen vor lauter Stolz. Wieder wiegte der Lappe den Kopf hin nud her und sagte:„Ihr habt Haus und Pferd und Wohloehagen, kannst du mir sagen, was ihr nicht habt?"—„Nein, wir können Gatt nicht genug danken."—„Oline hat mir einen Gruß an dich aufgetragen."—„So. Muß sie sich sehr plagen?"—„Es geht. Wo ist dein Mann?"—„Er ist aus dem Feld draußen."—„Es heißt, er habe nicht gekauft I" wirft der Lappe hin.—„Gekaust? Wer sagt das?"—„Es heißt so."—„Von wem sollte er denn kaufen? Es ist All- man de."—„Ja, ja."—„stnd viele Schweißtropfen hat er auch in diesen Grund und Boden hineinfallen lassen."— «Es heißt, euer Boden gehöre dem Staat." Inger verstand davon nichts und sagte:„Ja, das kann schon sein. Hat etwa sie, die Oline, das gesagt?"—, erinnere mich nicht, wer es war," antwortete der Lappe, und er ließ seine unsteten Augen in allen Richtungen umher- schweifen. Inger verwunderte sich, daß er nicht um etwas bettelte, das tat OS-Anders sonst immer, alle Lappen betteln. Os-Anders aber sitzt ruhig da. stopst seine kurze Kreide- Pfeife und zündet sie an. Das ist eine Pseifel Er raucht und Pafft so, daß sein ganzes runzeliges Gesicht aussieht wie ein Rindenstück.—„Ja, ich branck'e nicht zu fragen, ob das deine Kinder sind." sag!« er noch schmeichlerischer.„Denn sie sind dir so ähnlich. Genau so nett, wie du selbst, als du klein warst." Inger, die eine Mißgeburt uud ein Auswurf gewesen war— natürlich war es verkehrt, aber ibr Herz schwoll doch vor Stolz, Sslbst ein Lappe kann ein Mnsterberz froh machen. „Wenn dein Sack nicht schon so voll wäre, so würde ich dir � ein bißchen was hineintun," sagte sie.—«Nein, du sollst dich nicht verunköstigen!" Inger geht mit dem Kind aus dem Arm hinein, während Eleseus bei dem Lappen draußen bleibt. Die beiden kommen gut miteinander au?. Der Junge darf etwas Merkwürdiges mi3 des Lappen Sack sehen, etwas Haariaes. er darf, es streichen. Der Hund winselt und bellt. Als Inger mit einem Paket Mundvorrat herauskommt, stößt sie einen kleinen Seufzer aus und sinkt aus die Türschwelle.„Was hast du da?" fragt sie.—„Ach nichts, es ist ein Haase."—„Das Hab ich gesehen."—„Dein Kleiner wollte ihn sehen. Mein Kund hat ihn heute gejagt und umgebracht."—„Da ist dein Essen," sagt Inger. ... 5- Es ist eine alte Erfahrung, daß wenigstens zwei Miß» jähre aufeinander folgen. Jsak war geduldig geworden und* fand sich in sein Los. Das Getreide verbrannte auf dem Felde, und die Heuernte war mittelmäßig, aber die Kartoffeln sahen wieder aus, als würden sie sich erholen: es war dem- nach zwar schlimm genug, aber doch keine Not. Jsak hatte auch noch Klasterholz und Balken, die er ins Dorf hinunter- schaffen konnte, und da an der ganzen Küste der Heringsfang gut ausgefallen war hatten die Leute Geld genug zum Holz- kaufen. Es sah fast wie eine Fügung aus, daß dto Getreide- ernte- fehlschlug, denn wie hätte er dieses Korn dreschen sollen, ohne eine Scheune mit einer Tenne? Ja, mag es mm immerhin eine Fügung sein, das schadet ans die Dauer nichts» Eine andere Sache war die. daß Neues austauchte und ihn beunruhigte. Was war nun das, was ein gewisser Lappe im Sommer zu Inger gesagt hotte— daß er nicht gekauft habe? Hätte er kaufen sollen, warum denn? Der Boden lag ja da, der»Wald stand da, er machte Land urbar, errichtete sich ein Haus mitten in der Urnatur, ernährte seine Familie und seinen Viehstand, war niemand etwas schuldig, arbeitete, arbeitete. Schon wiederholt hatte er, wenn er drunten im Dorfe war,� daran gedacht, mit dem Schultheiß zu sprechen, dies aber immer wieder hinausgeschoben. Der Schultheiß war nicht beliebt, und Jsak war wortkarg. Was sollte er sagen, wenn er ankam, welchen Grund angeben, warum er gekommen sei? Eines Tages im Winter kam indes der Schultheiß selbst in die Ansiedlung dahergefahren: er haste einen Mann bei sich und brachte eine von Papieren strotzende Tasche mit— und es war der Schuiltheiß Geißler selbst. Er sah die große offen?.Halde, die abgeholzt war und glatt und eben unter, dem Schnee lag, und er meinte wohl, die ganze weite Fläche sei angebaut, deshalb sagte er:„Das ist sa ein großes Au» Wesen ifieinst du, das bekommest du umsonst?" Nun war es dal Jsak erschrak bis ins innerste Mark und erwiderte nichts.(Forts, folgt.) J'ARKt ► vKiruW»?? RBTtl* Generalvertretung: Vertriebsgesellschaft für Brennerei-Erzeugnisse m.b.H., Berlin 0 34, Romintener Str. 45, Fernspr.: KSnigst. SSZ Eelbstausstellen. �..jumpcn,(Borten- u. Druckvumpeii.Echliiuchs usn>.ZIot>reGoront. Illustr. 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Um die Mßihelligkeiten zwischen Schaffnern und Fahrgästen, d aus dem Kleingeldmangel resultieren, etwas einzuschränken, tr i t die Ausgabe von Fahr- karten zu 2 M. für 7 Fahrten gutge m. Neukölln. Aufnahme deS Pcrfo ss.andcs für die bevorstehend? ReichStagSwahl. Vom Magistrat w nochmals auf die heute er- folgende Personenstandsar tahme der Wahlbe- r e ch t i g t c n für die Reichstags�, hingewiesen und auf die vollständige, recht sorgfältige und...'iche Ausfüllung der HauS- listen und Hau-'haltungSbogen foi deren unterschriftliche Voll- ziehung aufmerksam gemacht. Ai inehmen sind nur männliche und weibliche wahlberechtigte Per en, die am ll. Juni 1W0 und früher geLoren sind. Anr Montag, den 18. April, müssen die Listen zur Abholung l. dem Hausbesitzer oder dessen Stellvertreter bereitliegen. — Volkshochschule. Ter auf Mo- g angesetzte Vortrag des Kunstmalers Krogmann für daS Vierte!, jr Januar— März kann wegen Behinderung nicht stattsinden. Neu-Zittau. Der Gcmcindcvei.. wiig lag der Antrag vor,. Voranmeldung von Haferflocken für Kinder im 1. und 2. Lebensjahre. Für werdende Mütter 50 bis 200 Gramm Trockenganzei, t Doje Malzextrakt, 3 Dosen Kondensmilch. Für stillende Mütter 50 bis 200 Gramm Trockenganzei. Lichterfelbe. 500 Gramm Marmelade(75), 500 Gramm Hülsenfrüchte(74, 75 und 76), 2 Päckchen Sützstofi(77). Für heimkehrende Kriegsgefangene 250 Gramm Hülsenfrüchte. Reuköll». 250 Gramm weihe Bohnen. Fortsetzung des Marmeladen- Verkaufs. Für Jugendliche und ältere Personen 1 Büchse KondenS- milch(27). Britz. S50 Gramm Haferflocken(17 und 18). Für Kriegsbeschädigte 500 Gramm Sago(4). Für werdende Mütter und Kinder 250 Gramm Sago(7). 500 Gramm NeiS, 500 Gramm Maisflocken, 1 Dofe Malzextrakt, 250 Gramm Milchfützipeife und 500 Gramm kleine weihe Bohnen (tO). Auf Fleisch karte und Abschnitt 49 Bcrlin-Britzer Ausweis 2 Büchsen Würstchen. 400 Klamm Hülsensruchtmebl(17 c bis f), 500 Gramm Kar» iofsclscheiben und 2 Pfund Erbsen(17g Kartoffelkarte). Treptow. Ersatz für ausfallende Kartoffeln 300 Gramm Getreidemehl.(17» bis 17g), 250 Gramm Marmelade(13), 375 Gramm Zucker(85). Eemüfefamen: Wcitzkobl, Wirsingkohl, Grünkohl, Kohlrabi, Majoran zu er- mästigten Preisen. An bedürftige Lungenkranke Bienenhonig. An werdende Mütter vom 4. bis 6. Monat 3 Doien kondensierte Milch. Z?rtebrichöfelde. 250 Gramm meiste Bohnen(HanShaltskarte), 250 Gramm Marmelade(14). 550 Gramm Haferflocke»(4), 250 Gramm Kartoffelmehl(L), 250 Gramm Backobst(J). Lictzlenbcrg. Voranmeldung bis 2t. April: 250 Gramm meiste China- Erbjen(471 E. J. Gr. K. S.). Ohne Voranmeldung: 250 Gramm Marmelade (13), 250 Gramm ausl. Hüllensrüchtc(I7s Kartoffelkarte.) Reinickendorf. Auf den Aprilabschnitt der Kinderkarten A und B: 1 Pfund Gersteumehl, 3 Pak. Milchsüstspeise und 3 Pak. Zwieback. Bankow. 250 Gramm Marmelade(14). Tegel. 125 Gramm Sago und 2«Uppenwürfel(18). Johannisthal. 2)0 Gramm Marmelade(13), 250 Gramm Teigwaren(16 und 17), 2 Stück Suppenwürfel(605), 250 Gramm Eraupen- mehl(607), 1 Päckchen Süßstoff(606). Greß-Serliner Partewachrichten« Achtung, Senoffinnen! Morgen 3 Uhr, Wahlkonfercnz der Funktionärinuen des Kreises T e l t o w- B e e s I o w im Jugendheim Lindcnstr. 3, II. Hof III. Vortrag der Genossin R y u e k: WaS soll nun werden. Frauenabendo, Montag f'/s Uhr; 9. u. 10. Abt.: im Reichenberger Hos, Neichenbergcr Sir. 147. Res.- Genossin Hoppe.— 2., 13. u. 14. Abt.: b-tz Hennig. Alcxandrinenstr. 41. Ref.: Genossin Lahoync.— 1., 23—23. Abel i in der Aula der Kein.- Schule, Georgenkirchstr. 2. Res.: Genossin Bürgner.— 29. Adt.: bei Blase, Duilckerstr. 8, Ecke Ramncrstr. Res.: Genosse Koste.— 31. Abt.: bei GKoldschmidt, Stoipische Str. 35. Ref.: Genossin Kiesel.— 33. Abt.; bei Gillwaidt, Putbuser Str. 24. Res.: Genossin Riedger.— 34. u. 33. Abt.: bei Goldbach, Vinetaplatz 7. Ref. �Genossin Scheibenhuber.— 30. Abt.: bei Bärwaldc, Schlegrlstr. 8. Ref.: Genosse Langer.— Rojen- thal: bei Petian, Hauptstr. Res.: Genosse Meise. Heute. 18. April: Rosrnthal. 3fl, Uhr, Fwgblattvcrbreitung vom Lokal Petran. Morgen, 19. April: 29. Abt. 7 Uhr, Sitzung der Funktionäre und BetriebSvertraklens- leute bei Bombe, Strastmannstr. 7. Gruppe Wedving. 7 Uhr, Sitzung der Funktionäre und Betriebs- Vertrauensleute in der Schulaula, Plaiitagenstr. 15/19. Neukölln. 7 Uhr Generalversammlung Hohenstaufensäle, Kottbuser Damm 76. Erkner. 8 Uhr Generalversammlung bei Porod, Friedrichstr. 75. Lankwitz. 8 Uhr, Versammlung bei Pichl, Kaiser-Wllhelm-Str. 34. Silüungsveranftaltungen. BezirksbildungSansschuh Grotz-Berlin. Sonnabend, 24. April, 6 Uhr in der»Neuen Welt', Hasenhcide t0?/t4, »Bunte Bühne". Ausgejührt wird die romantisch-parodistische Oper„Die schöne Galathse von Suppe, Dirigent Dr. Jockl. Rokokoszenen und Moritaten von Frau Rest Langer. Eintrittskarten a 3,30 M. inkl. Tanz und Steuer.— Sonntag. 25. April, 3 Uhr im Theater»Die Tribüne" „Die Wandlung" von Ernst Toller. Eintrittskarten ä 3,50 M. Steglitz. Am 2. Mai, 3 Uhr, in der LukaSkirche, Friedrichsruhsr Platz, »Die Schöpfung". Oratorium von Josef Haydn. Mitwirkende: Blüthner- Orchester und Scheiiipfiugicher Cbor unter Leitung des Direktors Schein- Pflug, Maria Mora von Goetz. Sopran, Cäsar Krause, Menor Lederer-' Pirna, Bast. Karten zu 3,50 und 2 M. Karten im Bureau des Bildungsausschusses, bei den AbteilungSsührern, in der Buchhandlung Vorwärts und im Zigarrengeschäst von tzorsch, Engeluter 15. Charlottenburg. Heute 3 Uhr im Kiemen Schauspielhaus, Harden- bergstraste,»Fettchen Gebert". Berkaus an der Kasse findet nicht mehr statt. VorLrage, vereine unü Versammlungen. Reicksbund der Kriegsbeschädigten. Bezirk 3 Südost. Mit- gliederveriammlung Montag, ist, Uhr, in Schuhmachers Festiälen, Skalitzer Straße 126. Kamerad Bader:»Das, neue Veriorgungsgesetz".— Arbeiter- Samarcter-Kolonne. Weistensee: Kursusbeginn 19. April, 7 Uhr, Berliner Hos, Anlonvlatz. Osten: Prüfung der KuriuSteilnehmer 19. April. 8 Uhr, Lokal Scharnweberstraste 60. Norden: Prüfung der Kursusteilnehmer 22. April, 8 Uhr, Lokal llsedomflraste 33. Süden- Neukölln: Prüfung der Kursuskeilnehmer 23. April, flV Uhr, Lokal Weichselstraste 8.— Ztrbeiter-Saiwimmverein Neukölln. Nach Er- öffnung des Hallenbades finden d:e ersten Badeabende wie folgt statt: Männer- und Jugend-Abteilung Mittwoch, 7 Uhr. Frauen und weibl. Jugend Donnerstag, 7 Uhr. Knaben und Mädchen Dienitag, 7 Uhr._ Sport. Keine Rennsonderzüge. Zu dem heute auf dar Rennbahn Grunewald siaitfindendeu Rennen werden auf der Strecke Char- lottenbury— Spandau nach der Station Rennbahn Sonderzüge nicht gefahren. Nennbahnbesucher, dve die Stadtbahn benutzen wollen, sind also auf die wenigen fahrplanmäßigen Züge zwischen Charlotienburg und Spandau angewiesen. Im Falle außergewöhnlichen Zudranges zu diesen Zügen wird beabsichtigt, den Verkehr unter Umständen durch Absperrung des betreffenden Bahnsteiges zu sperren.— Dagegen wird die Hochbahn nach dem Bahnhos Stadion einen Zugverkehr zum Rennbeginn einrichten. Ebenso ist Rückfahrgelegenheit für die Rennbahnbesucher vorgesehen, und zwar bis um 7,56 Uhr abends. Im Frühjahrs-Preis, der heute im Grunewald zum AuS- trag kommt, gelten als voraussichtliche Starter Erzelfior 74Vz oder Alcrich 72hz(Falke), Götterknabe 71(Dyhr). Roiendaal 69(Heide- mann), vlamopdz 69(Edler). Nascweitz 671,(Nicbter), Duckling 66"-(Plüsck-ke), Flieger 66'/2 sRenner), Sieg 65'/,,(Weber), Wigamur 6IV3(Kukulics), Ratte 60>/z(Streit), Helmeben Sb'/z(Saazer). Ferner kommt als zweifelhasler Starter Fanal 63(H.) hinzu. Der Fnßball-Städte-Wcttkampf Hamburg-Berlin gelangt heute aus dem Ünion-Sportplay Mariendorf, am Seebad, zum Austrug. Der Kampf beginnt um 4 Uhr. öriefkasten öer Reüaktioa. B.$>• 1892. A. Sehdel, Polhtechnische Buchhandlung, Berlin SW 1l, Kömggrätzer Siraste 3t.— H. Ä!. 48. Zu wenden an die Reichs- stelle für Schuhv�rsorglmg, Berlin, Kronenstraste 50/52.— Rt� 38. Nein. WetterauSsichten für das mittlere Norddeutschland bis Montag mittag. Fortdauernd warm, meist heiter, vorwiegend trocken und schwachen südlichen Winden. klltmetalle Ä-pfer, Wesiing, Zw-, Zink und Blei, auch Edelmetall» »laust hiichstzahlend Betall-Bnkaiil-Zeiitrale. Kottbuaer Damin 06 tHcrmannplalj). Nvb 13580 Rasche Hiice b.qualüoiiem, de sonders nachts unerträgl.pemig (Ummirn. « 1 bringt 6 d-r Iich«r»t— 86 S Jetibe„Orlindabalsani", Jt b. auch in hamtiilgiten tfl(lalicn bewährt tü. SOL« jO Zur aleiaM-iigen innerlichen Sur Reichel's Salrarw- Blutrtir.ifninqävulocr. Ochacht. M. 3,00, S Schachwln M. 7,25. 0.3tetchet,iBctl.43.C£lfenbttl)irit.4. ' Gartenland, allnstige, ertraar Lage, für Sewllw'. Kartoffel--. Obst- bau gecig., Waff.- u. E asltg., auch an sert. Slrahe.preisw., begueai. Ärd.,1 Zahr xinsfr. Rad. Fall»» berg, Bi.Srün., Srrnrane-ftr.lS.nachllrS-k. ünzentfol Manzenhaadiung BuUa.WlUukBJU-.i7 M üraiipi8B-fiä!ti pro Kilo 10 Kl. sowie Wachswalzen anch zerbrochene, kauft höctistzatiiend Metalikontor W, John, Oegr. 1903. SW. 68, ilte Jäkohslr. 188. Tel.: Montzplatz 1 85i. Geschäftszeit 9—4 Uhr. Nr.IHS �Z7.�ahrgaag 3. Seilage öes Vorwärts Sonntag, IS. �tprtt 1H2S Neue Crzahlungsliteratur. Die Bücher unserer letzten Ernte raunen unS alle ein Wort 'nz Lhr, das in der romantischen und realistischen Periode, noch JJnchr im Zeitalter des AmerikanismuS, seinen Sinn und seine iSatzrhet verloren Holle. Das Won tjeiRi; Schiclial. Man ist wieder schicksalsgläubig geworden, die schweren Fittiche einer mystischen Borausbestlinmung rauschen über die Geschehnisse dahin. Der Kraft menschlicher Energie, die Erfolg und Glück herabzog, ist der eherne Gegner auferstanden, der Sieger bleibt im Menschenleben. Das allmächtige Schicksal, einem jeden Menschen von der Stunde der Zeugung an in die Brust gelegt, tbront schweigend über den Mühen und Nöten, den Ränken und Listen, den Freuden und Gemcinseligkeiten der Menscheiileben. bis es sich ganz erfüllt hat. Seine Macht spottet der Rettlingsversuche der von ihm Umkrallten, es stürzt die von ibm Ausersehenen, zum Leid Be- stimniten, von goldenen Tischen. ES gibt Begnadete, denen ein Stern über dein Haupte leuchtet. Unendlich grötzcr aber ist der Zug derer, ans deren Brüll verborgen ein Mal eingebrannt ist, glühend und schmerzvoll, jenes Zeichen, das erst aufflammt am Ende, wenn sich dos Schicksal an ihnen vollendet hat. Dies Zeichen heitzt: Opfer! Und diese Opfer kämpfen einen zermürbenden aussichtslosen Kampf. Das Ende heitzl Zie signieren oder Unterliegen Ei» Aufbäumen, immer von neuem enltachte Hoffnung, verzweifeltes Ringen, langsames Zerbrechen, endliches stumpfes Ergeben, leibliche oder seelische Ber- nichtiiiig. das sind die Stationen ihrer Lcbenspassioii. Mir diesem Schicksal, das seine Opfer von vornherein gezeichnet hat mit den, brennenden Mal. suchen sich unsere neueren Romandichter auSein- auderzuseyen. Man erklärt und zergliedert nicht mehr wie in der Zeit der bohrenden Seelenanalysen, man sieht die Degebenbeiien als kosmischen Vorgang an, als eine Auswirkung von Kräften autzerhalb unserer Macht und unseres Willens. Und sind nicht Schicksale von grotzer Dimension, die vorgeführt werden, im Alltag mit seinen unzähligeir kleinen Dingen, die nicht die Form der Tragödie annehmen, spielt sich die Oual der Opfer ab. Bunt und vielgestaltig ist der Zug im Inferno des Lebens, unscheinbar die, denen daö Leid am tiefsten die Pfade zum Glück verschüttet. Da ist Elli, das junge lernbegierige Mädchen, das immer das Gute wollte und auf den sieben Treppen ihres Lebens immer tiefer und tiefer in Schmerzen gestotzen wurde, ebe sie inne ward, datz auch sie ein Ovfer von Anbeginn war. lElli oder die sieben Treppen von Albrecht Schaeffer. Jnsel-Verlag zu Leivzig). In der Großstadt, umfremdet und doch von der Glut jeder Augenblickl'chkeit hingerissen, schlägt ihr das Schicksal jedes- mal da den Glücksbecher aus der Hand, wo sie ihn. wie heim- gesunden, in Dankbarkeit an die Lippen führen will. Und eine ewig Dürstende, eine ewig Hungernde mutz sie bleiben, es nützt . nichts, datz sie dem Geist der Stunde trotzt, datz sie hadert und ver- I zweifelt, unaufhaltsam, unbemerkbar vollzieht sich, was sich vollziehen soll, kraft der inagischen Narbe, die ihr eingebrannt. Albrecht Schaeffer umrankt die Phaien seines Opfers mit einer Fülle von philosophisch durchdachten Glossen, er scheint, um ein WoitLasiallcS anzuwenden, ausgerüstet mit der ganzen Bildung seines Jahrhunderts. Er hat auch das grotze Begreisen, datz ein Anderssein des Nächsten nicht al? ein Höher oder Tiefer empfunden werden darf, sondern nur als ein Entsernlsein auf gleicher Ebene. Daraus erblüht die Menschengüte, da? Verstehen, sene stärkste Brücke zur sozialen und humanen Ge- rechtigkeit. Wie leise Schauer derBerkündigung liegt es zuAnfang über dieser eindringlichen in rhythmischer Belebtheit geschriebenen Geschichte, bis der Autor, dann leider allzu sehr von Wedekmd aus demLebenslaus dessen Pandora-Lulu angezogen, Krätzlichkeiten häuft und die früher innerlich wahrhaftige Einfachheit dl»ch Ueberzeichnung zerstört. Von einem beinahe wunderbaren Stillstand des Geschehens und doch in bezwingender Ueberredung zu Mitgefühl und Ergriffenheit getaucht ist Oskar Loerkes Erzählung: Der Prinz und der Ti g.er. sS. Fischer, Verlag, Berlin.) Da suchen zwei Opfer, Maitha, eine im letzlen perzehrte Seele, und Hey. ein derkrüppelter Lohnfilave, vergeblich nach Heimat, Liebe und Glück. Zu Leid ge- boren, zu Schmerzen ausersehen, gehen sie stumpf durch ein Leben voll Entbehrnngev, Verrat und harter Arbeit. Aber dem Manne wächst aus eigenem Kummer das Mitleid mit der Kreatur auf. aus seinem bittersten Weh wird Allliebe und hilfreiche Hingabe, sodatz er-verkörpert, was der Autor im Anfang als Märchen erzählt, wie sich ein Prinz opfert, um mit feinein Leibe den Hunger einer säugenden Tigerin zu stillen: einen guten Menschen..Der Raub eines guten Menschen ist mehr wert, als ein Gebirge von Gold"— dies steigt mit der Geschichte des Druckereiarbeiters Hey in leuchtender Flammenschriit auf. lind so bleibt seine Seele unverletzt, da seine menschliche Güte der Tropfen ward, der das Trübe seines Lebens verklärte. Oskar Loerke hat das menschliche Dasein jener Opfer, deren Leben in der Treibriemen- sphäre zermürbt, mit dem Herzen geschaut) Wehmut über die Sinnlosigkeit solches Lebens, das dem Acheron nicht entsteigen kann, bat ihm die Feder geführt. Hier ist alles auf die einfachste Linie gebracht, Phrase und aufdringliche Tendenz in weite Ferne gerückt. Jakob Schaffner gibt in seinem Buche: Die Weis- heit der Liebe lGretblein u. Comp., Leipzig) am Leben seiner Frau Meto gleichfalls den Opfcrweg einer Frau, die begabt mit den Eigenschaften, glücklich zu machen, dennoch einem über ihrem Haupte beschlossenen Schicksal unterliegen mutz. Wenn hier nicht Untergang das Ende ist, wie in Schaesters Leidensgang der Elli, sondern wie auch bei Loerke die Rettung kommt, so ist diese Rettung doch keine Erlösung zu Glück, sondern nur stille Ergebung. Resignation. Schaffner hat nicht gleichinätzig die ruhige Beichauiichkeit Loerkes und Schaeffers, er operiert mit Rückfälle» eines überwundenen Realismus, aber er hat es doch verstanden. das Bild seiner Meto, wie sie gelassen und stark ihr Schicksal hinnimmt, klar und plastisch hinzustellen, so datz man sich freut, in dem Kankan der perversen und zurechtfuturisterten Weibiypen aller« modernster Literatur wieder einem durchaus gesunden, unverrenklen Exemplar begegnet zu sein. „Der Weg ins Himmelreich' von Hans Raithel sVerlag von Paul List, Leipzig) ist sich der Absicht nicht bewutzt, doch entquellen auch ihm auS der Reihe seiner Dorsgeftalten jene Kämpfe, die den ehernen Schicksaiswille» über sich haben. Fränkisches Baucriitum lebt, verwobcn mit saftigen Bildern liebevoll geichauter Landschaft auf, und in den Tanz der Jugend, in den Gesang der Sense, in die Prosa der Torfstube mischen sich Laute, Stimmen, die von der Seele herkommen. Jenes ereignislose Erdenwallen einfacher Menschen, überschattet von Hoffnungslosigkeit bei den einen, von Ränkeiucht bei den anderen, von Glücksverlangen getragen auf beiden Seiten— es mündet aus in die Erkenntnis: unser Schicksal war, Leid zu tragen. Raithel steigt nicht in die Schachte mensch- licher Seelen, auch schmiedet erseiiieSprachenichi im Feuer, oberer sucht am Schlüsse seines geliebten Frankenlandes reine, heimische Kiesel, nur wenn die Sonne seines Herzens darauf scheint, so erglänzen sie. Gekört nicht auch Auguste Hauschners Buch: Nacht« g e s p r ä ch e(Verlag P. List, Leipzig) in die Reibe der Schicksals« bücher? Auch ihre Geschichten, die sich ein KrerS verschlagener Menichen des Nachts erzählen, handeln von jenen Opfern des Lebens, denen das Glück in weitem Bogen vorbeiging. Knappe, prägnante Skizzen von Elend und Verlassenheit, von Sehnsucht und Belrogenwerdcn, von Grotzstadtjammer und Armutsdasein müder, kampfwunder Herzen, denen die Kraft gebrochen. Auguste Hauschner entlätzt die Leser trübe) lastend bleiben die Vorgänge im Gedächtnis— bei ihr ist der Weg ins Freie berfchlossen. Keine Erlösungen, unbefreite Menschen alle, deren Geschicke hier als kalte, nackte Tatsachen einer falschen Wellordnung auigezeigt werden. Die Verfasserin sieht mit sozialem Geist, doch ohne UeberzengungS- und Ausrichtungskraft ist diesmal ihre Gestaltung. Der Hauch der Beruhigung auS ver» borgen mystischer Ursache liegt nicht, wie in den vorher besprochenen Büchern, über ihren Nachtgcsprüchen, und es scheint, als ob daS Anklägerische Selbstzweck sei..J. V. Leeifem'n-1 ableiten Oe- außerordentllch blutbildend und nervenstärkend für schwächte. Erschöpfte, Ueberarbeitete. Preis: M. 6.— in Apotheken. Cüalonns Chemische Industrie, Frankfurt a ll. V» Preiswerte Damenhüte mI Möbel Schwarze Formen, in Stroh. 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April 1920 verstarb nach langem, qualvollem Leiden unser Genosse Karl Scliönberg im 41. Lebensjahre. Lange Jahre Ist der Verstorbene uns ein leuchtendes Vorbild treuer' PtlichtertOllung gewesen. Seine unermüdliche« Arbeite« für aie Interessen der Partei werden uns unvergessen bleiben. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 20. April>920, nachmittags 5 Uhr. im Krematorium GcrichtstraBe statt. Der Verstand. Ein lieber Freund, ein guter Mensch Ist von uns gegangen. Am Mittwoch, den 14. April, verschied nach langem, schwerem Leiden unser langjähriger Fraktionsgenosse Karl Schonbergf. Wir verlieren in ihm einen unserer Besten. Sein edler Charakter und seine autopfernde Tätigkeit in der Arbeiierbewegung, sowie sein außerordentliches Wirken als Qemeindeverord- neter und Schölte in unserer Gemeinde wissen nur die zu schätzen, die ihn gekannt haben. Wir wissen, was wir an ihm verloren haben. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 20. April, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium Berlin, OerichtstraSe, statt Wir bitten um rege Beteiligung. 245/3 Die Fraktion der S.P. D. der Gerne indevef treter der Gemeinde Reinickendorf. Am Mittwoch, den 14. April, verstarb nach schwerem Leiden im Kreiskrankenhaus Reinickendorf unser Fraktionsmitglied, der Genosse Karl Schönberg. Einen unserer Besten verlieren wir in ihm. Seit Bestehen des im vorigen Jahre gewählten Kreistages gehörte er dem Fraktionsvorstand und als Mitglied dem Kreisausschuß an. Einem lauteren Charakter, einer durch reiche Kemitnise unterstützte aufopfernden Tätigkeit hat der Tod ein viel zu frühes Ziel gesetzt. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Einäscherung findet Dienstag, den 20. April 1920, nachmittags 5 Uhr, Im Krematorium Qerichtstraße statt. 246/4 Die Fraktion der 8, P.D. Im Kreislag Niederbarnim. Nachruf! Am I. April verschied nach kurzem Krankenlager 1 der Direkter der hiesigen TechBlschen Privatschule{ Herr Ingenieur Ludwig Barth. Der Verstorbene stand seiner Anstalt während eines Menschenalters vor! Mit seinem reichen Wissen und in unermüdlicher Arbeit hat er sich stets um das Fortkommen seiner Schüler bemüht. Ein schwerer Verlust hat uns durch den Heimgang des treuen Beraters getroffen, der uns durch seine stete Arheltstreudigkci bleiben wird. ein nie verlöschendes Vorbild 32/7a BerUa, den 14. April 1920. Die Schüler der Anstalt. Oaithsag�ngu Für die uns anläSIich des Ablebens unseres Herrn S20D JixiBaxs Fischbein erwiesene Teilnahme sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Fischbein& Mendel. Am 14. April verschied nach langem schweren Leiden das Mitglied unseres Kassenvorstandes, Herr Karl SchOnberg im 41. Lebensjahre. Der Verstorbene hat in einer langen Reihe von Jahren unserem Vorstand* und vorher dem Vorstand der Ortskran- kenkasse für den Gewerbebetrieb der Kauf leute, Handelsleute und Apotheker angehört und durch seine große Sachkenntnis und das warme Interesse, das er stets den Versicherten ent- tegenbrachte, unsere Arbeiten außerordentlich gefördert 283/4 Wir bewahren ihm ein ehrendes Andenken. Allgemeine Ortskrankenkasse der Stadt Berlin. Der Vorstand. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 2u April, naehm. 5 Uhr im Krematorium Gerichtstrasse 39 statt. Sozlslftemohratlidjcr Verein Berlin(S.P.D). 44.116t 814. Sejltt. 1-.m 14. April oerftatb nodi langem Seiben untere «rnofCm 209/17 Marie Schnitze, Steltlnec Str. 28. $ii Einäscherung findet om Montag, b. la. April, narfim.«V, Uhr im ftvema- torlum©cndjftrojje statt Um rege Beteiligung ersucht Oer Vorstand. OintoOnna zur außerordentlichen General- Versammlung her MMljiW M- nnö öettNMUsM ftößft für M-herila, e.®. m. 6. am Sennaben«, 24. April. uachm. 4 Ahr, Im(Sewect- fchaflshaose, Engelofrr 15. Tagesordnung: 1. Borjchläge des Aufsicht«- eat»|um Porstand gem.§ 2 der Statuten. Event!. Anträge sind gemiist K 83 bei dem Vorsitzenden des sichtsrats einzureichen. iegilimatirm gilt die iche Bestätigung der .tragung. 132,15 See tluffdjlBrot. vrodewstt, Vorsitzender. Preuß, Schriftführer. Ck'rSm'i As-vt für Haut-, Horn-, Blaseu-, i* V Unlerieibsleldee, nerr»sc Schwäche, spezie1! veraltete Fälle, Saivaraau-Kuren. Urin, u Blntunlersucbun-en. Separates Damenzimmer. tzkdgr' Erste und zUtcsto Heil. Anstalt Löser."yfsg Dir. Löser senior.»Äotti. Kur Bosenthaler Str. 69-70 tT. OttslrflaWe her ölhiofler und uer- mmn Smerde ZU Becliu. Am Montag, fcett 26. April, aheabs 6 Uhr, findet im»Ztasenthnler Hof, C., Npseuthaf-r Str.ll/12,«lne Ordentliche MMiAMüWÄU «tfsigenb. lagetsrbnung statt: 1. Abnahme der Rechnung des Jahre» 1919(Bericht des Rechnunch.au. Ichllffe«, Ent> iastung de» Redinungslegers). 2. Beratung und Befchlütz» feffung über die Abänderung der ü 18 und 46 der Haffen- fatzung(Beilragserhähung und Traniengeideihdhung).» 8. Beratung und Beschluß. saflung über die Abänderung der tnenftorbnusg für die An- gefteZt«». 4. Berfckiedene». »e Herren Berireter im Ausschuß werden ersucht, zeh!» reich zu erscheinen. Die zugesandte iegfttmatipn ist am Eingang oorzuzeigen. Der Vorstand. Z. Albert Polzin, Spaßend»«S/S Achtung, Buchdrucker! Montag, den 19. April 1920, nachm. 5 Uhr, im großen Taal des GewerkschaftShauscs, Engelufer 13: Versammlung. Lartrag deS Koll. Graßmann, ZZors. deS Mlg. Deutsch. KowerlschastSbundkS „Was ervarten m vsm Nerbandstag in Närnberg." Freie Aussprache. Verbandsbuch des V. d. D. v. legitimiert. 888/18» Der Einberufer: Adels Vlumenihal. Arn 22, April, 6 Uhr abds., beginnt unter der Leitung eines bedeutenden Redners und Volkswirts im Alixusta» Gymnasium, Cbarlettenbarg, Caaerstr. 37, ein zweimonatiger, unentgeltlicher 32/1 Za Rednerkursus sowie wirtsebaftlicher u. politischer Bildangskarsas. Es wird nur eine Einschreibegebühr von M. S.— erhoben. Uebungstage: Montag und Donnerstag; 6—8 Uhr abends. Rechtzeitige Meldung erbeten an: A.(üeblinrdt, Charlettenbg;., Suarezstr. 4. Die Kurse dienen keiner politisenen Partei, lufsa zum Schatze der deutschen Kultur. NkMMMe helSlempetjüBetlla. stu d?r am Dtonion. brn 20.«pr» b. B-,' abends T Jltjr, im ftofferloJal, AZaklfir. 60 Ii. ftatifinbenben OrdeuNiche» werden die Ausschußmitglieder hiermit ergedenst eingeladen. Tag essrdnung: Abnahme der Zahresrechnung für das obgelaufme Geschäftsjahr 1919 und Bericht der Rechnungsprüfungs'ommifstpn Um zahlreid>e« und pünkt- liche» Erscheinen tnitd höflichst ersucht. 283/2 Set Socftonb. Jas. Hartmann, Dorsitzdr. versa«?!!' MsührKttlS'ZNvWg Berlin. Bekanntmachung. Ilm vonn«r.inz, de» 29. April, abend. 7 Ahr, finbri im„Noientholer Hof.Noseuihal. S!r. 11 12, bis ftotutenaistfiize Wahl rcsp. Wieder- wähl des Gehilfen- Ausschusics statt.— kegiümati.n: ve» scheinigung de» Fuhrherrn. Berlin, den 13. April 1910. Z. A.:«. Rohnke. 228 10 Obermeister. «Ml SM" <2 int ans», und Brednäti». »ruasiensutast der Gast- miß Schenzwirie Groß- Berlins. (Eingetragene«ensssensdiast mit beschränkter Haftpflicht.) «eschäfissteLe: Berlin VO., Mtlitlftr. 89. Mittwoch, den 38*«.eil 1920, nachmittags 8 Ahe: Ordentliche ANMl-MllMlUW beim Genssieuschaster Pen! vblglo, Ehnrwttenburg, Biarnarckstr. 110. Aagessrdnung: L Beriefen des Protokolls der letzten Perfammluna. 8. Bericht de« S-cliandee. 3. Bericht des Auflichtsretc» 4. Bejchtußfastnng über die Bilanz und die Gewinn- Pirteimna. 5. lieber« eisung der nicht ab- gehobenen«eschästaantetle an ben Beservesond». WeNel«? söe Serüü'MöeisOs. Einladung zu der am Dienstag, de» 27.«p-N 1920, abüs. 7 llhr, im«estanr. Hermann Schulz, Berlin- Tempeihss, Berliner Straße 123, stattsitldenden Ordentlichen KiMüfülüg dee veelretee der Arbeitgeber und der Versicherten. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und stassenbe- eicht für das Geschäftsjahr 1919. 2. Bericht des Vsrstande». 3. Bericht der B-oiforen. 4. Eatzungsändeiung. S. Berichicbene». 283,0 Beschwerden und Anfragen find bis spätestens Freitag, den 23. April 1920, bei der Aasieuuerwaltuna schriftlich einzureichen. Dar UorNrnd dar«line» meinen OrOfeanleufatife ffip NerUn-�e-npelbai. (gez.) Paul«illmer, 1. Borsizender. 8. Anträge des Vorstandes und des Aufsichtsrale» auf Ab- önderunz de» Statuts. des 7. ErgLnzungswehlen zurnAuj- stchlirat. 1Z!2/14 Der Borstand. Zas. Franke. Paul vbigts. ierüio iilüs geb. 25. 18. 1W8 zu Carve, Treis Ztcu-Auppin, wird»on seiner Schwester in Amerika gesucht. SO 3*. ber die genaue vdrejs« angibt. Frau Grün, Steglitz,«wthMfiraße i.* MMtw SMNlNM füe den mmn WM. Hiermit loben wir die Mitglieder de»«nsjchufse» zu der an» Llantas. den 20. April, abend, 0 Ahr. iui»»t»ka»sr,SchIafsftrab«. statisindenden Ordentlichen WWW« ein. Tagessrdnung: 1. Kenntnisnahme und Bach. bewilligung der Poranschlag»- Überschreitungen für 1919. 2. fishreabericht. 3. Abnahm« der Jahre«. rechnung für 19.9. 4. Satzungsänderungen. 5. Geschäftliche». 288/5 Die Ausschußmitglieder erhalten nsch besrndere Einladungen. Cäperiä, den 16. April 1920. C«e»aesinn». Ott» Niekel,»orsttzender. Frühjahrs-Keuheilen Covercoat-Pnie'ot, 85, 120, 175. 250. 330, 375 M. KoitUmc, Impränn. Seidenmäntel, Sportjacken. t Schwarze TuchmE.nte.. Alpaka-Wäntei. Echte Mndnn Mäntel Uni Münchensr UitKT Petenne.'i Röcko, 46, 05,85., 120, lf.Ü M. üinimnlri»..5,«U. 125. j�j s« 1,50. V0O, 250 I Usisbcieerslr jg bEiil.lH C. duich den Hrus- fiur. Kein Lade» Scnii. beul u. Sontt.gsscbio:».! 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Z.•«ttthmiguag»er Bilanz u. der ffiewimn. und Beriust» rechnung. 1283»; 3. gntlestung be, Sorflcnbcs. I 4. Ergün'.ungswahl des Auf- j stchtsrat». S. Anträge.— 8. Berfchiedenes. Oer varstand. Z.«.:».»eiieit».»rieft. "»chloUftlnrimar WehRsimmer 3p«ls«xliiicm«r MorpGnalmsv.®? in jeder gewünschten Heiz- und Stiiart. eiKzaiRci Mtfbei IF»rbi«tt ECQcHän in großer Auswahl in bester Ausführung zu soliden Preisen. Auf Wunsch ZaUBngserieicktcning. Klugsl CUarlotte n b u r& Wilmersdorf.Str.l9| fgppocoooooo �vi-rDsa-- asococuccc ocxxnoccK»aooooocxr?�CHXiococx>c� Steilengesudi® J Kttooouooooo looact-Dr. orooofOPx>Ovn�iflaüaoor« Aufwärterinnen i»/"* ägntemptohlene, für Privat und Bureau, tüchtige Wasch- und Reinemachefrauen. Arbeitsnacbweis d. Skadt Berlin, Abi. f. HausaagesteHfe BeIIe-Al!iance-Pl. 5, Mpl. 1569, Vermivtlg. kosten!. 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In wenigen Wochen werdet ihr den ersten Reichstag der Deut- fchc» Republik wählen. Durch eure Tat ist die Republik in den Märztagen gerettet, die BcrschwSrnng der militaristischen Reaktion uiedergeschlagen worden. Wollt ihr die Republik dauernd schützen, die harten Friedcnsbcdingungen mildern, aus Not und Elend des TageS den Weg zu einer besseren Zukunft bahnen, dann tretet ein für die Sozialdemokratische Partei. Die Sozialdemokratie will den Sozialismus, de» keine Ausbeutung eine? Bolkcs durch andere VSlkcr, keine Ausbeutung van Mensche» durch Menschen mehr gestattet. Diese? Ziel will sie erreichen auf dem Wege der Demo- k r a t i e. Sie vortritt mit Entschiedenheit den Grundsatz, dast ihr gewaltiges Werk nur gelingen kann, wenn die überwiegende Mehrheit des BolkeS mit ihr eins ist. Dadurch unterscheidet sie sich von den andern sozialistischen Richtungen. Damit bleibt sie zugleich treu dem Programm, daS von ihre» großen Vorkämpfern vertreten worden ist. Die Sozialdemokratie will die Befreiung der Arbeit, der gcisti- gen wie der körperlichen. Arbeiter in ihrem Sinne ist ein jeder, der Werte schafft, der Handarbeiter wie der Nopfarbcitcr, der An- g e st e l l t e wie der B e a m t e. In diesem Sinne ist und bleibt sie die Partei der schaffenden Arbeit. Vieles hat unsere Partei geleistet, noch mehr bleibt ihr zu tun übrig! Die Verfassung der Deutschen Republik ist auf- gebaut worden auf dem Grundsatz dcS vollkommen gleichen Rechts aller Volksgenossen. Die Frauen sind gleichberechtigt den Männern gestellt. Arbeiter und Angestellte haben den Acht stunden- t a g errungen. DaS BctricbSrätcgesetz öffnet ihnen den Weg zum Mitbestimmungsrecht in der Produktion. Die Beamten sind von den Fesseln eines reaktionären Disziplinargesetzes befreit, gleichberechtigte Staatsbürger geworden. Eine neue Steuergesetzgebung zieht den Reichtum kräftig zu den Lasten de? StaatSganzen heran und will die Möglich- kcit schaffen zur Erleichterung der Lasten der Minderbemittelten. Wenn trotzdem nach dem furchtbaren Zusammenbruch im Kriege, der durch die deutsch nationale Gewaltpolitik verschuldet ist, Rot und Elend aus die breiten Volkomassen drücken, w-r will dafür unsere Partei verantwortlich machen, die einen teilweise« Eiuflnß ans dir öffentlichrN Angelegenheiten erst dann be- kam, alz fast nicht» mehr zu retten war? AuS dieser Not komme« wir«nr heraus, wenn wir nicht euf die alten Wege znrückkehren, sondern mutig neue beschreiten. Ein neues Deutschland wird sich eine geachtete Stellung m der Welt erwerben, die Lasten de? Frieden? erleichtern und im Kampf für eine gerechte Wirtschaftsordnung dm anderen Völkern vorangehen. Darum forde»« wir Ausbau der Demo- k r a t i e und ihren Schutz gegen gewalttätige Angriffe von recht? und link?. Ucbcrführung der dazu reife» Produktionszweige in die öffentliche Bewirtschaftung, Befreiung der Arbeiterschaft von Ausbeutung und Unternehmrrwillkür, Kampf gegen das volkSauSwuchcrnde Schiebrrtum! Tie ungeheure Arbeit, die hier zu leisten ist, kann nicht von wenigen getan werben. Tätige Mitwirkung aller, die mit»ms eines Sinnes sind, ist die Vorbedingung des Erfolgs. Darum rufen wir euch auf, Männer und Frauen der Arbeit, nicht nnr eure Stimme für uns abzugeben, sondern auch einzutreten in unsere Organisati»«, mitzuarbeiten,>vo Hilfe nötig ist, mitzu- bessern, waS der Besserung bedarf, und mit uns für die E i n i- gung deS gesamten schaffende« Volkes ,« wirken. die erst den ganzen Sieg bringen wird. Hoch die Sozialdemokratie! Hezkrtsverbanö Hroß-Herlin üer Sozialüemokratischen Partei Deutsthlanös. der kapp'putfch und feine Behren Am 13. März haben meulernde Truppen, geführt bon einem meineidigen General, Berlin beseht und die politische Gewalt an sich zu reisten versucht. Ter Versuch scheiterte an dem heroischen Widerstand des gesamten arbeitenden Volkes. der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Ein Generalstreik, mit einer Einmütigkeit geführt, wie die Welt sie noch nie er- lebt hat, bereitste dem Unternehmen binnen viermal vier- undzwanzig Stunden ein schmähliches Ende. Dieser Generalstreik, der die Deutsche Republik rettete. war von der Sozialdemokratischen Partei aus- gerufen und durchgeführt, von den anderen reaklionsfeind- liehen Parteien rechts und links unterstützt worden. Was in jenen Tagen— besonders aus dem heisten Boden Berlins— von unseren Genossen und Genossinnen an persönlicher Hin- gäbe, Opserfreudigkcit und Mut geleistet wurde, gehört für alle Aeiten zu den ruhmvollsten Kapiteln der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. Jeder, der mit dabei gewesen ist, wird sich bis zu seinem Lebensende mit Stolz und Freude jener Kampstag« erinnern. _ Als der Putsch niedergeschlagen war. galt es Rechenschaft zu fordern für das Geschehene und Vorsorge dafür zu treffen, dast er sich nicht wiederholen könne. Die Partei verhehlte sich keinen Augenblick, dast der freche Handstreich nie möglich ge- Wesen wäre, wären nicht schwere Fehler begangen worden. Die Regierung hatte geglaubt, dast ein OsfizierSeid noch gilt, sie war mit alles gefastt nnr nicht auf Eidbruch, Treubruch und Verrat. Ein groster Teil unserer Partei hatte. weniger vertrauensselig, das Kommende vorausgesehen und davor gewarnt. Die Regierung glaubte den Herren, die sie mit heuchlerischen Reden umgarnten, und schlug alle War- nungen in den Wind. D a r u m erklärten die Vertreter der Sozialdemokratischen Partei gleich bei der ersten Besprechung. die sie— am 13. März— mit der Parteileitung der Il. S. P. hatten, dast sie für eine N m b i l d u n g der Regierung einträten. Eine Einigung über einen gemeinsamen hcrauSzu- gebenden Aufruf wurde aber nicht erzielt, da sich die Sozial- demokratische Partei weigerte, auf den Boden der Diktatur zu treten, und betonte, dast oll? sich aus dem Putsch ergeben- den Folgen auf dem Wege der Verfassung zu sichern seien. AfS Kapp und Lüstwitz»«flüchtet waren, standen die Organisationen, die jetzt den Generalstreik leiteten, die Ge- werkichaftZverbände und die beiden sozialistischen Parteien, vor der Frage, unter welchen Bedingungen der Streik abzu- brechen sei. Sie verhandelten darüber mit den in Berlin weilenden Vertretern der Regierungsparteien, und man einigt? sich auf die bekannten acht Punkte, in denen in der Hauptsache gefordert wird: Verständigung mit den Ge- «erkschaften über die Umbildung der Regierung, Bestrafung der Putschisten, demokratisch: Verwaltungsreform, Soziali- sierung der dazu reifen Wirtschaftszweige. Reorganisation der Truppen unter Zuziehung der organisierten Arbeitnehmer- schaft und Kampf gegen daS Schiebcrtnm. Ein Teil dieser Forderungen ist durch die erfolgte Um- bildimg der Regiening und durch die Arbeit der neuen Re- gierrmg erledigt. Tie restloi« Erfüllung der übrigen Forde- rangen gehört zum Wahlprogramm der Sozialdemokratischen Partei in dem jetzt eröffneten Wahlkampf. Der Putsch von rechts haste Hie Putschisten von links auf den Plan gerufen. Abscheulich ist die Heuchelei der Deutschnationalen, die jetzt über die„bolschewistische Gefahr" schreien. Besteht sie, so ist sie von ihnen aus den Plan ge- rufen. Tie Lüttwitz, Oberst Bauer und Hauptmann Pabst haben mit den Linksputschisten sogar über ein gemeinsames Vorgehen verhandelt. Rechts- imid Linksputschisten bilden eine Gesellschaft auf Gegenseitigkeit. Die Berliner Arbeiterschaft begriff, dasi ieder Links- putsch nichts anderes bedeutete, als daß der Militarismus wieder in den Sattel gesetzt werde. Sie handelte danach. Ein Teil der Arbeiterschaft im Ruhrrevier begriff d!eS leider nicht und handelte anders. Blitzschnell ging die dortige Bewegung auS den Händen der Sozialdemokraten in die der Kommunisten und aus diesen wieder in die Hände d?S Verbrechertum? über. Schließlich sah sich die Regierung durch die fortgesetzten Hilferufe der Arbeiter bevölkerung, die von den neuen„Diktatoren" in der furchtbarsten Weise mißhandelt wurde, genötigt, die Reichswehr wieder zurückzurufen, die eben erst wegen ihrer teils direkt verräterischen, teils un- zuverlässigen Haltung au- dem Lande gedrängt worden war, und im Nu zerflatterte der Spuk. Das Ergebnis ist ein? furckstbare Schädigung der Ar- beiterschast, ungeheurer Verlust an Menschenleben und Wirt- schaftsglltern und ein Wiedererstarken reaktionärer Tendenzen. Diese neueste Erfahrung mit der„Diktatur de? Räte- spstems" müßte eigentlich auch dem letzten Arbeiter die Augen öffnen. Das arbeitende Volk, Hand- und Kopfarbeiter, bildet die ungeheure Mehrheit der Bevölkerung, und wenn es zu- sammenhält, dann muß eS bei der bevorstehenden Reichstags- wohl die Mehrheit gewinnen. WaS aber mit dem Stimm- zettel nicht gelingt, das wird mit Maschinengetvehren und Handgranaten erst recht nicht gelingen. Di« Wirkung bleibt da immer der gewollten geradeswegs entgegengesetzt., Nicht der Putsch, sondern die Demokratie öffnet den Weg zum Sozialismus. Das ist die Ucberzeuaung, die die Sozial- demokratische Partei getreu chrem Programm stet? vertreten hat. Wer ohne Gewalt und Terror zum Sozialismus kommen will, der muß sich der Sozialdemokratischen Partei an- schließen. Tie Sozialdemokratisch? Partei führt ihren Wahlkampf in erster Linie gegen die militaristische Reaktion, die verkörpert ist in der Deutschnationalen Volkspartei und der ibr benach- harten Deutschen Volksvartei. Die Teutschnationalen haben in ihrer Presse in gewissenlosester Weise den Militärausstand geschürt, ihr: Häupter, wie L u d e n d o r f f, K a p p, T r a u b, Ja g ow, Kessel, haben an ihm in entscheidender Weiie Anteil genommen, die Dentschnationale Partei trägt die volle Schuld an all dem neuen Unheil, das über' da? deutsche Polk hereingebrochen ist. Wer„deutschnational" wählt, wird zum Verräter an seinem Volk, sei es aus schändlicher Kesinnun««der au» un- heilbarer Dummheit. Wer aber für die kommende Wahl au? den Ereignissen der letzten Wochen die richtigen Folgerungen gezogen hat, der wird diejenige Partei wählen, die im Kampf gegen daS Ver- bre&en Kopps und seiner Spießgesellen vornean gestanden hat und die entschlossen ist, diesen Kamps für die Republik, für die Demokratie, für die Verfassung mit aller Kraft weiterzuführen. Und das ist die alte, in neuem Sturm be- währt: Sozialdemokratische Partei. Erreichtes unö Erstrebtes. l. Was schon erreicht ist: Deutschland nicht mehr Monarchie, sondern Republik. Kein Klassenwahlrecht mehr, sondern gleiches Recht aller. Plann und Frau gleichberechtigt. Recht des Volkes, in direkter Abstimmung Gesetze zu beschließen. Stärkung der R e i ch S e i n h e i t durch Ucbernahme von Eisenbahn, Post, Verkehrswesen auf das Reich. Stärkung des Einflusses' der Arbeiter und Angestellten durch Wahl von Betriebsräten. Recht auf Arbeit. Recht auf Erwerbslosen- u n t e r st ü tz u n g. Schaffung der versaffungsmäßigen Vorbedingungen zur S o z i a I i s i e r u n g der dazu reifen Produktionszweige ustb ihre Uebernahme auf Reich, Staat oder Gemeinde. Gesetzlicher Achtstundentag. Sonntagsruhe im Handclsgewcrbe. Ausnahmegesetze gegen Land- a r b e i t e r aufgehoben. Koalitionsfreiheit ver- faffungSmäßig sichergestellt. Kräftige Heranziehung des Reichtums und der arbeitslosen Einkommen duich Steuern bei möglichster Schonung der kleineren Arbeitseinkoinmen. II. WaS noch zu tun ist: Festigung der republikanisch-demokra tischen Verfassung gegen jeden Putsch von rechts und links. � Schaffung eines republikanisch zuverlässigen Militär- und Beamtenapparats. Revision dcS Friedens von Versailles durch eine uni sichtige, kluge AuslandSPolitik. Ueberführung aller hierzu geeigneten Betriebe in die öffentliche Verwaltung der Reichs-, Landes- oder Gemeindedemokratie. Planmäßige Regelung der gesamten Wirtschaft durch öffentliche Körpxrschaften demokratischer Selbstverwaltung, zielbeivußtcr Fortschritt zum Sozialismus. Hebung der landwirtschaftlichen Erträge durch Siede- l u n g, Steigerung der Produktion und Ausfuhr, um vom Ausland Lebens ni rttel zu erhalten. Rücksichtslose Bekämpfung deS SchrcbertumS. Angleichung der Löhne, Gehälter, Renten an die gesteigerten 5hvsten der Lebenshaltung. Ausreichende Sorge für Kriegsbeschädigte und Kriegshinte r- b l i e d e n e. Auf jedem Gebiet: Schutz den wirtschaftlich Schwachen, Kampf gegen Wirtschastsanarchie und Ausbeutung I Unendlich viel ist noch zu vollbringen! Helft uns, kämpft mit»nS für den Sieg der Sozialdemokratie! »«.t»»ngMaag»» An Herrn A l e r Pagets. Berlin W 9, Bellevuestr. 7 HI. Hiermit erkläre ich meinen öeiteitt zur S. p. D. Sezirk Srsß-Serlin. »a«e:.......................................................................................................... Seruf: «•iurtmt. u. Ort:________________________________.....______________________________________ Bohuuni;------------------------------------------------------------------------------....------- Seitras: Jür Nläansr lSpf., für �rautn 15 pf. pro Woche wahl-rxLrabeitr.: Männer I M., ZrauenSKpf.pc.Monat Der schlin»«ste Fein» deS Volke» ist sciuc ci(ic:ic Gleich- sssiltigkeit. FernbleiSci» von den.ssüMpsen der Zeit lurudt aus Mangel an �slichtgesüdl und an S e l b st a ch t n u q. Sich selber und dem Ganzen tut nur der fenux, der sich»ach seiner lieber zrn.aunz in, öffeutlichea Leben b e t ii t i« t. Mäzen darum«sie, die unsere Gnmdsütze and Ziele für richtig halten, auch offen, wie c? freien Staatsbsirgeru ziemt, jjir unsere Sache cintrcica. Hand- und Kopfarbeiter, Männer und Freue»! Jt» der Partei seid Ihr keine dienenden Glieder, sondern gleich- berechtigte, m i t bestimnirnde Genosse« un» Genossinnen! Nur so ge- winnt Ihr dauernden Einfluß ans Eure eigenen Angelegenheiten nl? Bürger und Viirgeriunen der Republik. Tretet ein in die Partei! Abonniert den„Vor- « ä r t S"! Wir Zrauen vor Ser Wahl. Von Marie Juchacz, Mitglied der Nationalversammlung. Daß es Männer gibt, die durchaus nicht sozialdemo- kratisch wählen wollen, kann ich zur Not noch nerstehen. Aber unbegreiflich ist«S mir, daß es auch Frauen gibt, die nicht sozialdemokratisch wählen. Da ist z. B. ein alter Offizier, der noch immer von Krieg und Schlachtenruhm träumt. Die Sozialdemokratie ist ihm An die Expedition des„ V o r tu ä r t s" Berlin SW 68, Linderrstr. 3. tziermit abonniere ich öen„vorwärts ab: Name:_______ Wohnung:............................................................. /ibonnemkntspreis 7 M. pro Monat ftei ins Hans. y zu frieMiofenS, itnS 5arum kann er nicht sozialdemokratisch wählen. Oder da ist ein törichter Bauer, der sich einreden läßt, die Sozialdemokratie trachte nach seinem Hab uno Gut, sie wolle- ihm die Früchte seiner redlichen Arbe't nicht gönnen, und darum kann auch er nicht sozialdemokratisch wählen. Aber wir Frauen? Wir Frauxn sollten doch zunächst eins bedenken: Wenn man uns heute als gleichberechtigte Geschöpfe betrachtet und uns den Stimmzettel in die Hand gibt, so ist das einzig und allein das Werk der Sozialdemokratie. Nur diese Vartei hat seit Jahrzehnten für das gleiche Recht vpn Mann und Frau gekämpft. In dieser Hinsicht sind wir alle der So- zialdemokratie zu Dank verpflichtet, alle Frauen, oon de, reichsten bis zur ärnisten. Und schon darum kann ich eS nicht verstehen, daß eine Frau anders ivahlen kann als sozialdemo- kratisch. Die Sozialdemokratie kämpft für soziale G e r e ch- t i g k e i t. Wie kann es eine Frau gebar, die sich der Bereich- tigung dieses Ideals verschließt? Alle Frauen haben Mutter- gefühl, und jede muß es ins Herz schneiden, wenn sie von Kindern hört, die Rot leiden. W:e kann eine Frau gegen die Sozialdemokratie stimmen, die den Kampf gegen die so- zialc Rot auf ihre Fahnen geschrieben hat? Die bürgerlichen Parteien haben nichts dazu getan, um den Frauen das gleiche Recht zu geben, sie haben sich den so- zialen Forderungen der Zeit verschlossen, wo sie handelten, taten sie es nur, von der Sozialdemokratie angetrieben. Und wer will leugnen, daß ein solcher Antrieb auch heute noch notwendig ist? Roch harren zahlreiche berechtigte Wünsche der Erfüllung. Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Leistung, Schutz der weiblichen Arbeit, Wöchnerinnen- schütz, Säuglingsfürsorg«. Wir fordern eine Schule, in der unsere Kinder für das Leben tüchtig gemacht, zu freien Staatsbürgern erzogen werden. Jede Stimme, die für die Sozialdemokratie abgegeben wird, bringt uns diesen Zielen näher, fede Stimme gegen sie entfernt uns von ihnen. Auf der ganzen Frauenwelt liegt heute die Sorge umS tägliche Brot. Nahrungsmittel. Kleidung, Beschuhung sind geradezu unerschwinglich geworden. Wunderbares und Hel- denhaftes haben die Frauen im Kampfe gegen diese Not gc- leistet, und wenn sie es erreichen, daß ihre Männer und Kin- >er noch einrgermaßen gesund und ordentlich eirchergehen, so haben sie alle Ursache, stolz darauf zu sein. Aber welche Opfer haben sie dafür gebracht und bringen sie noch jeglichen Tag? Kann die Sozialdemokratie diese? ungeheure Elend, das durch einen furchtbaren Krieg verschuldet ist, mit einem Schlags beseitigen? Ehrlichkeit kann darauf nur eine Ant- wort geben:„Nein!" Keine Macht der Welt ist imstande, dieser unseligen Zustände mit einem Schlage Herr zu werden, nur-Schritt für Schritt kann es vorwärts gehen. Aber was haben die Frauen von den bürgerlichen Par- tsien zu erwarten? Die bürgerlichen Parteien schwärmen für den freien Handel, das heißt für die unbeschränkte Wucher- und Ansbeiitungsfreiheit. Keine Phantasie vermag sich die Zustände auszunealen, die daraus entstehen müßten. Und wer würde an ihnen am meisten zu leiden haben? Wiederum wir Frauen! Die Sozialdemokratie tritt dagegen für eine planmäßige Neuordnung der Wirtschaft ein, die den Bedürfnissen auch der armen Volksschichten gerecht wird. Die Sozialdemokratie will keinen Bür- gerkriegl Und da ist ein entschiedenes Wort auch nach links hin notwendig! Die Sozialdemokratie verurteilt und bekämpft jeden Versuch, mit Gewalt eine neue Verfassung einzuführen, sie will, daß alles gewältlos nach dem Willen des Volkes selbst geordnet wird. Und da muß ich wieder fragen: Wie kann eine Frau im Zweifel sein darüber, ob sie mit der Sozialdemokratie gehen soll, die in aller Ruhe und Ordnung ihren Zielen entgegen- strebt, oder mit andern Gruppen, die für die.Mätediktatur" schwärmen und den Bürgerkrieg zu entflammen suchen? WaS bedeutet der Bürgerkrieg für uns Frauen? Daß wir zu verzehnfachtem Elend und zu völliger Ohnmacht und Einflußlosigkeit verurteilt werden! Und wo bleiben die Frauen in den„revolutionären" Vollzugsräten, Zentral- räten usw.? Sie find da genau so'ausgeschaltet wie in den Junkerparlamenten der alten Zeit. Es ist immer dasselbe: Wo Gewalt regiert, muß das Weib schweigen und dulden! dulden! Aus all diesen Gründen kann ich nicht verstehen, wie Frauen anders wählen können, als sozialdemokratisch Sie können nicht bürgerlich wählen, weil sie als Frauen für das gleiche Recht und fiir die soziale Gerechtigkeit sein müssen, sie können auch nicht unabhängig oder kommunistisch wählen, weil sie als Frauen die Gewalt verabscheuen und nicht wollen können, daß noch mehr Blut fließt. Der Platz jeder echten Frau ist in der Sozialdemokrat?- scheu Pattei! Und nicht nur am Tage der Wahl. soll sie sich zu ihr bekennen, sie soll auch sonst tapser zu ihr stehen und ihr bei ihrer Arbeit Helsen. Darum, Frauen und Mädchen, Arbeiterinnen, Ange- stellte, Lehrerinnen. Beamtinnen, Hausmütter, auf zur Wabl für die Sozialdemokratische Partei und hinein in die sozial- demokratischen Organisationen! Seamtenschast und Sozialdemokratie« Eine der festesten Stützen deS absolutistischen Deutschland war das Beamtentum. In einer Jahrhunderte langen Entwicklung halten es die volksfeindlichen Machthaber verstanden. dieBeamtenichaft so zurechtzukneten, daß sie ein willfähriges Werkzeug der herrschen« den Kaste abgab. Jede Entwicklung der Beamten zum freien Menschen war durch das reaktionäre Beamtenrecht un- möglich gemacht. Die Sozialdemokratie hat jahrzehntelang unermüdlich gegen die Vergewaltigung der Beamtenschaft gekämpft. Leider ohne durch- schlagenden Erfolg, weil die tätige Mitwirkung der Beamtenschaft ausblieb, die durch das Herrichende Regiment shstematisch von jeder politischen und gewerkschaftlichen Schulung ferngehalten wurde. Da kam der große Revoluiionär, der Weltkrieg, und schuf auch in der Beamtenschaft den Boden, auf dem die Saat deS freien Staatsbürgertums und de§ Sozialismus ausgehen konnte. In ihrer größenwahnsinnigen Verblendung ließen die alten Machthaber die Beamtenschaft verkommen und preßten aus ihr während des Krieges geradezu ungeheuerliche ArbeilSleistungen heraüö. WaS Wunder, wenn nach dein militärischen Zusammenbruch auch die Beamten sich erhoben und das Joch abzuschütteln. Sie stellten sich mit der übrigen schaffenden Bevölkerung in eine Front, nm mit ihr ge- meinsan, für die Erringung eines menschevwürdigen Dasein? zu kämpfen. Jetzt endlich hatte auch die Sozialdemokratie die Macht, sei es auch unter den schwierigsten Verhältniffen, für die Beamten etwas zu tun. Die bis zur Revolution immer wieder verschleppte Auf- besserung der Besoldung wurde von den sozialistischen BolkSbsauftragten sofort vorgenommen, alle hemmenden Be- stimmungen und Verordnungen wurden außer Kraft gesetzt. Endlich konnten auch die Beamten eine aufrechte Gesinnung zeigen und das Koalitionsrecht als eine wirkliche Waffe im Kampfe um ihre Existenz gebrauchen. Manche? ist bereits erreicht,— aber noch viel mehr mutz ge- schafft werden. Die gründliche Reform des Beamten- rechts muß jetzt leider bis nach den Wahlen verschoben werden. Der kommende Reichstag wird sie zu seinen wichtigsten Aufgaben zu rechnen haben. Sorgen wir dafür, daß er eine Znsaminen- ietzung erhält, die auch den Beamten die Gewähr gibt, daß ein Rtickiall in die alte Knechtschaft unmöglich wird! Beamte, Beamtinnen zeigt, daß ihr den Geist der Zeit be° griffen habt! Schließt euch mit den Hand- und Kopfarbeitern zu- saminen zu einer unüberwindlichen Front, in der Sozialdemo- kratischen Partei I Sozialöemokratke und Zrleöe. Wie kommen wir znr Revision? Der Frrebensvertrag von Versailles ist ein Dokument brutaler Rachgier und frevelhasten Siegerübermutes. Er legt dem deutschen Volke schlimmere Lasten auf, als es jemals in der Weltgeschichte seit der Vernichtung Karthagos der Fall gewesen ist. Deutschland hat seine Unterschrift unter dieses Dokument setzen müsse n, weil es angesichts der ge- samten außen- und innerpolitischen, serner auch der Wirt- schaftlichen Lage vor Jahresfrist zu der Schlußfolgerung ge- kommen war, daß die Ablehnung der Unterzeichnung das größere Uebel gewesen wäre. Von deutschnationaler Seite wird in dreister Derkehrung der Tatsachen versucht, die Schuld am Versailler Frieden der Sozialdemokratie zuzuschieben. Aber diejenigen find allein verantwortlich für diesen Schlußakt des Krieges, die die Verantwortung für den Auftakt des Krieges tragen. Das a l t e R e g i m e, das die Konservativen stets verherrlicht und gestützt hat, und dessen Wiederherstellung dieselben Konser- vativen, als„Deutschnationale" verkappt, anstreben, trägt eine ungeheure Mitschuld am Ausbruch des Krieges: War das Maß dieser Verantwortung lange Zeit noch unbestimmt, so steht eS jetzt fest, nach den zahlreichen Veröffentlichungen, namentlich der amtlichen diplomatischen Akten» stücke, samt den kaiserlich-närrischen Randbemerkun- gen, daß die ungeheuren Verluste, die Deutschland durch den Krieg erlitten hat, auf das Konto des monarchischen Deutschland fallen. So wie die Rechtsparteien die Verantwortung für den Anfang des Krieges mittragen, so werden sie die Schuld an seinem katastroplialen Ende nicht los: denn sie haben, um nur einige ihrer Hauptsünden zu erwähnen, jede Möglichkeit eines Verständigungsf-riedens ab» sichtlich vereitelt, sie haben uns die ganze Welt, vor allem die Vereinigten Staaten von Nordamerika, durch den wahnwitzigen U-Boot-Krieg auf den Hals gejagt, st« haben durch ihre im Kriege fortgesetzte egoistische Kasten- Politik den inneren Widerstand des Volkes zermürbt, in- dem sie es durch ihre Großagrarier aushungern, durch ihre Abgeordneten in Preußen entrechten, durch ihre ordengeschmückten Etappen- und Garnisonshelden peiut-- gen ließen. Die Sozialdemokratie hat im November 1918 eine voll- ständig bankerotte Erbschaft übernommen. Jetzt müssen wir unser ganzes Streben darauf richten, eine Milderung der Bedingungen von Versailles, und zwar in der Form einer gründlichen Revision, zu er» reichen. Wie können wir zu diesem Ziele gelangen? Indem wir. wie es uns die Rechtsparteien raten, bei jeder Gelegenheit trotzen, leere Drohungen tzinausschreien, hinter denen nicht einmal der Anfang einer positiven mili» tärischen Macht steht? Nein! Eine solche Politik wäre wahnsinnig und un» fruchtbar. Es ist genug gelitten worden; es ist genug zerstört worden; es ist genug Blut geflossen! Wir erstreben die Revision des Friedens durch die Ab» lehnungdcrGewalt, durch die Berufung auf den V e r» stand der Menschen, der sich schließlich durchsetzen wird, auf die gemeinsamen Interessen des arbeitenden Volkes in allew Landern. Schon sind deutliche Anzeichen dafür v'arhanden, daß diese Politik der Vernunft, die die Sozialdemokratie ein» geschlagen hat, ihre Früchte trägt. In England und in Italien beginnt man zu begreifen, daß der Versailler Frieden revidiert Werden muß. Friedensrevision ohne neuen Krieg der Sozialdemokratie? das ist das Ziel vV;.■• 5. Bücher zur Wahl .y.y-•yivVs.v Was ist und was will der Sozialismus?-. K. 0,45 Malle: Arbeiterprogramm........„ 3,60 - Lieber Versaffungswesen.........„ 2,20 Siederich: Mrx-Vrevier..........„ 6,00 Marx u. Süsels: Das kommunistische Manifest„ 2,80 Süsels: Die Entwicklung des Sozialismus von der Atopie zur Wlssenfchast.....„ 2,40 Vebel: Lozialdemokrotle und Antisemitismus„ 1,60 Vernstein: Mrtschastswesen und Wirischosts- werden------------------„ 4,80 Kautsky u. Schönlank: GrundsäHe und Forde- rnngen der Sozialdemokratie.......„ 0,75 Liebknecht, Wich-: Wissen ist Nacht, Nacht ist Wissen..................„ 1,50 David: Referentenführer........... 5,00 Die Wahrheit über Sohenzollern entschleiert das groß angelegte, reich mit Zeitbildern illustrierte GeschichiSwerk Die Hohenzollem-Legende Menmaßig wahre Darstellung des»slker- Geschichtlichen Werdeus und Vergehens rückt der Hohenzsllern„soziales" kkönigtum und seine Zunkerherrschast aus dem mystischen Dunkel der.£uge ins helle Xicht der Wirklichkeit. Sin prach'werk in 2 Landen, preis 75- ZN. Auf Wunsch auch gegen Monatszahlungen von 5 M., bei einer Anzahlung von 30 M. Beamtenschaft und Sozialdemokratie.... Wir Volksschullehrer n. die Sozialdemokratie Schulz, Heinrich: Sozialdemokrakse und Schule.................. Felden: Kirche, Religion u. Sozialdemokratie Die Frauen und der politische Kampf.... Sozialistische Erziehung im Hanse..... Stampfer: Religion ist Privatsache..... - Herfassung, Arbeiterklasse u. Sozialismus - Der 9. Rovember............ Braun: Sturmvögel der Revoluilon.... Quark: Die neue Reichsverfaffung..... Kampffmeyer: Geschichte der Gesellschafls- klaffen.................. Nehring: Deutsche Geschichte....... N. 0,25 * 0,75 2,20 1,50 0,75 0,90 130 130 130 130 130 „ 830 *10,80 + paulchens garstige lieber van Bei. Zickler, dem belannien �Vvrwärl«"- Salyrster. In Versen ein- CA gefangene»große Zeit"......«iti« TyOV In Vorbereitung: Rens Die Brotwinsel. WahshandbUth TfoU f Die erdolchte Front. 4-0 10 ♦ paulchens garstlge cieber von Slei. Zlckiee, dem b.lannien VV Wf V Vf W 9W V VQf 4�1 ♦(Zine Anklage in Versen von Erich Kuttner. 3,- Mark. herausgegeben vom parieivorstand der<5. p. D. Wichtig für jeden Wähler. Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Lindenstr. 2. Aus unserer W>hlfeilen leilung MCmlal werrer fear- aus bestem KöDersroff-wie Zeichnung-AMMiGS G« Sommer Blute aus weißem feinen Barist bporrform Kleiderreck zn Stoffe m aus gediegenen Stoffen praktische MMZv Aenderung und Zusendung ausgeschlossen niensir. 105 Leipz.iQeP5fr.�+£L> StZstikche Ckhtrlzltätswcrkc Berlin. Auf®cunb de» Eememdedefchlusfez von S. I5. April 19M werden mit Wirkung von der Avrilablelung 1320 ab unter Weafoll de» bisherigen Teunrungszufchlages die Preise der Elektrizität nach den hierunter veröffenllichlcn Tarifen festgesetzt. Di« durch den Eemeindebeschiuß vom 5>JI7. Februar 1916 eingeführte Erleichterung der Installationen durch Eratisiieferung von Elektrizität wird aufgehoben. Tarif. Für Stromlieferung. I. Xacmoltacif, Der Preis der Elektrizität ftir Beleuchtungszwecke beträgt: für die ersten 15 VM Kilowattstunden in jedem Eeschästsiahre.. je IPV M. sllr die nächsten 15909 Kilowattstunden in jedem Selchältsjähre. je 1,60 M. für alle weiteren Kilawattswnden in jedem Geschäftsjahre.... je 1,40 M. Da« Geschäftsjahr umfaßt die Zeit vom 1. April eines Jahres bi» zum 81. März des folgenden Jahre«. Der Verbrauch für Beleuchtung nach dem Normaltarif in verschiedenen, wenn auch räumlich getrennten Anlagen desselben Abnehmers wird als ein einheitliches Ganzes betrachtet. II. Ceppelfacif. Abnehmern, die für die Zeit von 19 Uhr abends bis 4 Uhr nach» mittag»«inen Mindcstverbrauch von M. 2090,— im Geschäftsjahr aewäheleisten, wirb die während dieser Stunden entnommene Elektrizität mit M. I,— für die Kilowattstunde berechnet. Erstreckt sich der Verbrauch»ach dem Doppeltarif auf mehrere Anlagen, so ist der Mindest- verbrauch für jede einzelne Anlage zu gewährleisten. Wird der Mindestverbrauch nicht erreicht, so ist der für jede Anlag« an M 2990,— fehlende Betrog nachzuzahlen. Kommt nicht ein ganze« Geschäftsjahr in Frage, so ermäßigt sich der Mindestverbrauch zcitanieilig, III. Uetlamitarls. Für Reklamebcleuchtung wird von 8 Uhr abend» bis 4 Uhr nach» mittag, die Elektrizität mit M. 1,— für die Kilowattstunde geliefcr!, sosern ftir jede derartige Beleuchtung eine Benutznngsdauer von 1290 Stunden im Geschäftsjahre gewährleistet wird. Unier Reklameb-leuchtung im Sinne dieses Tarifes fallen Anordnungen von Glühlampen, die ausschließlich zur Darstellung von Zeichen und Schriften oder zur Beleuchtung von Schaufenstern, Schnutäften und Schildern dienen Die zur Feststellung des Verbrauch» auf Grund de» Reklametarlks erforderlichen Ein» richtungen«erden von den St. E.®. hergestellt. Kosten hierfür und für die'Unterhaltung werden nicht berechnet, falls die Belenchtuiia mindesten» 19 Lampen umfaßt I andernfalls hat der Abnehmer die Kosten der Herstellung und Unterhaliung zu tragen. IV. Hau«»orlf. Für die Beleuchtung von Treppenhäusern, Fluren, Kellern und sonstiger Räume, die den allaeuieinen Zwecken de» Hause» und seiner Mieter dienen, wird die Eleitrizität zum Preise von M. 1,40 für die Kilowaltstunde geliefert. Die für diese Zwecke per- brauchte Elektrizität wird durch einen besonderen Elektrizitätszähler festgestellt. V, Pauschaltarif. Für Anlagen, deren gleichzeitig benutzter Anschlußwert 200 Watt nicht überschreitet, wird die Elektrizität auf Antrag zu Pauschalpreisen abgegeben, wenn die Abnehmer sich verpflichten, die nachstehend genannte Gebühr für mindesten» ein Jahr zu Die Abstufungen solcher Pauschalanlagen und die entsprechenden Iahresgebllhren de» �stimmen sich nach folgender Tabelle! Leistung in Watt..... 60 80 190 140 200•■ Iahr-sz-bühr in Mark... 81,— 198,— 135,- 189,— 270,— Die Gebühren werden vierteljährlich im voraus eingezogen, und zwar je V, de« Jahre»- betrag es in jedem Winlerquartal«, je>/, in jedem Eommergnartalc. Die vereinbarte Lcistungdarf nicht mehr als 1690 Stunden im Jahre in Anspruch ge» nomme» werden. Die St E. W. behalten stch den Einbau von Kontrollapparaten sowie die Belugni», die Anlage jederzeit nachzusehen, vor. Wird eine höhere Beuutzungsdauer als 1609 Slunden festgestellt, so wird die überschießende Etrommeng« mit 1 M. für die Kilowattstunde berechnet Der Abnehmer kann die Prüfung eine» bei Ihm aufgestellten Kontrollavparate» von den St E. W. verlangen, wenn er mit dem Antrage den Betrag von 19 M. einzahlt Ergibt die Prüfung, daß der Konrrollapparat die Entnahme der vereinbarten Leistung ermöglicht, so ist der Betraa den St E W. veriallen, andcrnsall» wrrb er zurückgezahlt. Eine Rückzahlung bereit» gezahlter Gebühren findet nicht statt. VI. pelrl«b»traft und getverbliche Zweck«. Der Preis der Elektrizität für Betrieb«kraft und für gewerbliche Zwecke oeträgt 1 M. ftir die Kilowattstunde. Ob die Voraussetzungen diese» Tarifes vorliegen, entscheiden ausschließlich die 6L E. W, Wird Elektrizität nicht>mr|ür Betriebskraft und gewerbliche Zwecke, sondern auch für Beleuchtung verwendet, der Strom für letztere aber nicht von den Ei. E. W. entnommen, so beträgt der Prei» für Betriedsiraft und gewerbliche Zwecke 1,60 M. für die Kilowattstunde. Auf Elektromotoren, welche unmittelbar oder mittelbar zur Erzeugung von Licht irgend- welcher Art benutzt werden, findet der Normaltarif(I) Anwendung, Der Verbrauch der in den Körben von Fahrstühlen befindlichen und der in den Fahr- fwhlmotorräumen angebrachten, an die Fahrftuhlleiwng angeschlostenen Lampen wird mit IM. für die Kilowattstunde berechnet VII. Gioheltslarlf für Wohnungen und Werkstätten. Die Elektrizität wird aus Antrag zum Preise von 1 M. für die Kilowattstunde ohne Unterschied de» Verwendungszweckes geliesert Daneben wird eine Gebühr erhoben, die 0,l9 M. monatlich für jedes Quadratmeter Bodenfläche der gefaviten Wohnung oder Wertstätte beträgt.- vm. hochfpaunungsstroin. Die Lieferung hochgespannten Drehstrom» erfolgt auf Grund von Sonderabkommen. Für Zählergebühr. Di« gählergebühr beträgt beträgt monatlich für einen Zähler bis zu: 0,75 Kilowatt 2,00 4,00 6,00 2 M, 3„ 5„ 7 8 Kilowatt 13. 20 über 20 3 M. 12„ 16. 30. Berlin, den 16. April 1920. Stäötijche Elektrizitätswerke öerlia. VI l au« der..Qemeltimitzlgan Kau- und Betriobsgenossensshalt für Groll-Berlin, eingetr. G. ffl. b. Berlin SW. 4«., Friedrichstr. 238, pro 31. Dezember 1919 Aktiva M. Kassa-Konto... 48574,11 Inventar-Konto.. 46859,65 Bank-Konto... 26827,46 Postscheck-Konto. 565,50 Kautlons-Konto.. 205,— Arbeits stellcnkassen- Konto..... 27119,53 Lager-Konto... 15158,07 in Herstellung befindliche werfe (Bau-Konto).. 230970,70 Baumaterialien(Bau- Konto)...., 8725,57 405045,69 Passiva Qeschäflsguthaben. M. Konto..... 24919,16 Anleihe-Konto.. 89208123 Gesetzliches Reservefonds-Konto.. 6393— Kunden-Konto.. 198977,51 Lieferanten-Konto. 48394,19 Unters tützungsfonds- Konto..... 203,50 Stiftungsfonds-Kt.. 31,10 Reingewinn(Gewinn- u. Verlust-Konto) 45969,— 405015,69 Gewinn- und Verlust-Rechnung Debet M. Gesetzliches Reservefonds Konto Zinsen-Konto... Geschäftsunkosten- Konto..... Reingewinn... 132/17 Kredit Bau-Konto.... Brennholzversor- gungs-Konlo.. 5100,- 951,86 91 825,92 45 969,— 143846,78 M. 24 050,61 119786,17 14> 846,78 Mitglieder-Bewegung Stand am 20. Juni 1919 201 Neuein getretene Mitglieder Ms zum 31. Dezember 1919...... 1088 Stand am 31. Dezbr. 1919 1289 Ausgeschiedene Mitglieder mit dem31. Dezember 1919...... 12 Stand am I.Januar 1920 1277 Die Gesamthaftsumme sämtlicher Genossen beträgt am 31. Dezember 1919 128900 M. Berlin, den I. Januar 1920. Der Vorstand t Jobs. WUrdemann. Karl Wiesner. Ritter. ; Qramutophcti| i m.Platten privat zu kaufen k l gesucht. Preisoff. unter k ( Z.S1 Hauptexp., Vorwärts" k Der übernimmt Anfertigung einiger kleiner und mittlerer Gießereimodelle. Adreffen unt. B. 52 durch die Hauptexp. de» .Vorwärts", erdtten. 1236» SBB® t Preiswerte Herren- u. 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November 1918 in Verbindung mit dem§ 21 de» Roichswahigefetzes vom 90. November 1918 vorgenommenen Feststellung treten als Ersatzmänner in die Städtoerorditetenversammtung in Berlin ein: L on die Stelle de» ausgeschiedenen Stadtverordneten Eugen Rosemann als nächster Bewerber aus dem Wahlvorschlagc Dr. Hermann Wey! der Juwelier Paul Heyde, SO 2«,«Usabethufer 41, 2. au die Stelle de« ausgeschiedenen Stadtverordneten Richard Äeckmannn als nächster Bewerber au« dem Wahlvorschlage Hugo Hcimann der Kupferschmied Wilhelm Kühne, dl. 58, Rhinower Str. 5, 3. an die Stelle der ausgeschiclienen Stadwerordneten Georg Santolewitz— da der Reltor Georg Echümmann ver- storben ist— als nächster Bewerber au» dem Wahlvorschlage Hugo Heimann der Maler Georg �elsmann, SW 61, Tempelhofer Nfer 1«. Berlin, den 13. Aprit 1920. Ter Kommissar des Magistrats. I-oetiolntz, Stadtrat. (Tgb. Ro. 502 Wahl. 20.) Bekanntmachung zum Kapitalertragstenergesetz. Da» von der Nationalversammlung beschlossene Kapital- crtragsteuergcsetz verpflichtet die Schuldner, bei Zahlung ihrer Schuidzinsen 10 vom Hundert der Zinsen einzubihaiten und an die für ste zuständige städttsche Sieuerkasse(als Hilfslasso des Finanzamts) abzuführen. Dies gilt schon für alle Zinsen, die am 8L März oder 1. April 1920 fällig werden, ebenso wie ftir die später fälltg werbenden Zinsen. Die Steuer muß binnen einem Monat nach Fälligieit der Zinsschuid entrichtet werden, wobei der Sd)uldner Namen und Wohnung des Gläubigers, schuldet werden, bleiben steuerfrei. Eine Gulfchrlft der den Stnierkassen mit der Post über- sandten oder aus anderer Weise überwiesenen Stcuerbeträge kann erst erfolgen, wenn der zuständigen Steuerkaff« die durch z 7 Abs.» der vorläufigen Bollzugsanweisung vorac- schricdene Erklärung stbersandt wird. Vordrucke zu dieser Er- klärung liegen bei den städtischen Steuerkasscn zur Abholung dercit, Die Ausstellung der Erklärimg ist nicht erforderlich, wenn dirette Einzahlung bei der zuständigen städtischen Steuerkaffe erfolgt. Für die Zahluilg der Steuer ist der Schuldner persönlich verantwortlich. Erfüllt er seine Verpflichtung vorsätzlich oder fahklässtg nicht, so kann er wegen Steuerhinterziehung oder Slenergefährdung strafrechtlich verfolgt werden. Hat der Gläubiger enigeacn den gesetzlichen Borsdiriften den vollen Betrag des geschuldeien Betrage» ohne Abzug der Steuer erhatten, so ist er seinerseits ebenso verpflichtet, die Steuer zu kittrichten, und zwar an da» für ihn zuständige Finanzamt innerhalb eine» Monats nach Erhalt der Zahlung. ~7'"------- iggo gejohlt find, wenn Mi" Sinsen Für Schuidzinsen, die vor dem 31. März 1920 muß die Steuer ebenfalls entrichtet werden, erst am 31. März oder später fälltg werden. Die Finanzämter sind verpflichtet, dem Gläubiger auf Ver. langen Auskunft darüber zu erteilen, ob der Schuldner die Steuer ordnungsgemäß abgeführt hat. Ansprüche auf Lefreinug von der Steuer bedürfen de- soliderer Anerkennung durch da» Finanzamt. B e r l i n 0. 2. den 9. April 1920. Jüdenstraße S8.'60.»g4D Das Finanzaqt I Berlin. Ifeiae Wanze mehr. SS „ISICODAAL". Erfolg verblfiftend..— Restlose Vertilgung. st/tZZf Beste Teil zur Brulvemlehtang. Kinderleicht anzuwenden; altoewShrt, DöppeToack M. 4.— Verkauf: Alle Warenhäuser A, Wetthelra. Bitte ausdrühklich nur„NICODAAL* zu verlangen. Kassa- u.Cfcsiehtsröte, fjrotettände m�sÄ,|*J# unübertr. Krem ,.Pura", Sommersprossen, T/ Mitesser, Pickel, Runzeln u. Pältchen verschwind. Rote u. groO- Sorlge Haut wird schnell beseitigt. Tube 2,00, Doppeldosee 3,51). rooenhaus H. BocatiaK, Berlin N, Schönhaus. Allee IS2. ohne Bernfsstörnni ig de- che „-i/«y/ leitige» chronlfc r�sjJ 1\ wo alles andere versagte. LT\' Natnra-Jnstitnt. 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Etwa 60 000 Militäranwärter warten auf Einstellung und außerdem sind noch 20 000 ausgeschiedene Beamte der abgetretenen Gebiete unterxubnngen, so daß 8 0 000 Stellen nötig wären Di« erworbenen Rechte der Militäranwärter sollen in weitestem Maße gewahrt, werden, aber unmöglich sei, diese 80000 Personen alle in ab- seh barer Zeit unterzubringen. In der Debatte wurde darauf hingewiesen, daß besonders nach einer Dienstzeit von weniger als 8 Jahren unter den heutigen Verhältnissen auf keine Anstellung zu rechnen fei. aber auch nach längerer Dienstzeit werde mancher mit einer schlechteren Stelle borlieb nehmen müssen. Gefordert wurde, Platz zu schaffen durch Pensionierung alter Beamten, die dem Staat und dem Volk nichts mehr leisten und höchstens die Entwicklung auf- halte ri. f Lebhafte Zustimmung.) Der Vertreter des Reichsamtes erwiderte, daß diese Alten bisher aufdieneue B e soldungs» o r d n u n g gewartet haben. Nach deren Fertigstelluna werde man ihnen nahelegen müssen, sich pensionieren zu lassen. Auch sür die übrigen Wünsche der Militäranwärter sagt« v. Jacobi möglichste Berücksichtigung zu. .' Gewaltige Postverteuerung. So geht's nicht weiter! Infolge des Milliardendefizits, besonders der Steigerung der Materialpreise und Personalcrusgaben. ist ein« neue Portoverteue- rung unvermeidlich. Der Reichsrat hat ihr zugestimmt. Man hofft, noch einen Mehoertrag von mindestens 100 Mllio- nen zu erreichen, wenn das Porto für Postkarten auf 30 Pfennige, einfache Briefe ans 40 mid Briefe bis 250 Gramm ans 60 Pfennige erhöht werden. Die Sätze für Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben ssnd verdoppelt, auch die Paketgebühren, die Post- anweisungSgcbühren und die Gebühren für Zeitungen sind erheblich erhöht Wochen. Für Telegramme ist der Unterschied zwischen Orts- und Fern telegram men beseitigt, die Wortgebühr ist auf 20 Pfennige festgesetzt und die Mindestgebühr für ein Telegramm aus 2 Mark. Die Fernsprechgebühren erfahren durchweg ein« Erhöhung um 100 Prozent. Bei ganz großen Netzen noch darüber hinaus. D-i« Ausschüsse haben sich auch trotz mancher Bedenken damit einverstanden er- klärt, daß von allen Fernsprechteilnehmern ein besonderer Kapital- beitrag in Höhe von 1000 Mark für jeden Hauptanschluß und von 200 Mark für jeden Nebenanschluß geleistet werden soll. Auf Anregung des bayerischen Gesandten erklärt« Postminister Giesberts, daß der baverische Vorschlag, die Fernsprechämter mit mechanischen Zählern auszurüsten, praktisch erprobt werden soll«. Wenn der Versuch yeänge, werde ein neuer Tarif die Gefprächszahl berücksichtigen. Nachdem der Reichsrat seine Zu- stimmuny zu den beiden tzauptge setzen erklärt hatte, knüpfte Post- minister Giesberts darar noch d'e Bemerkung, die Verwaltung sei sich der ungeheure» Belastung des Verkehrs voll bewußt, wodurch der Wiederaufbau unseres Wirtschaftslebens erschwert werde. Nur die Rot, in der wir uns befänden, rechtfertige die Erhöhungen. Hoffentlich werde diese Erhöhung erzieherisch wirken und der Zeit- punit kommen, wv man rn Deurschland einsehe, daß„die Gftchichte nicht so weiter gehe, wenn wir nicht in den Abgrund kommen wollen."— Auch die Nebengebühren werden entsprechend den gesetz- lich festgelegten Sätzen erhöht. Ter bisherige Ersatz von 3 M. für das Pfund vrloren gegangener Sendungen wird auf 10 M. erhöht. Sämliiche Erhöhungen sollen am 1. Mai in Kraft treten. Bayern erbält für die Aufgabe seiner eigenen Postperwal- tirog vom Reiche 620 Millionen und Württemberg 250 Mil- lronen. Außerdem sind beiden Staaten gewisse Konzessionen für die Zusammensetzung der Behörden zugestanden worden. Auch .sollen hier wie auf dem Gebiet der Eisenbahnen den Einzelstaaten gewisse Vorrechte gewährt werden, wenn es sich um die Veräuße- rung von Grundstücken handle, die im Gebiet dieser Staaten gelegen sind und für das Reich entbehrlich geworden. In erster Linie ist dabei an Exerzierplätze, Flugplätze und Kasernen gedacht. Die Sozialisierungskommifsion. Eine Berliner Korrespondenz teilt mit: In dem Abkommen zwischen den Gewcrkschaftszen- traten und der Regierung war bekanntlich auch die For- derung erhoben und gebilligt worden. baldmöglichst mit der So- z i a l i s i e r n n g der dazu reisen Betriebe zu beginnen. Infolgedessen hat die Regierung fast unmittelbar nach dem Abkommen die erforderlichen Schritte getan, um eine Kam- Mission zu bilden, um die Möglichkeit der Sozivlisierung ein>> zslner Industrien zu prüfen. Sie wandte sich zur Durchführung der ungeheuren Aufgaben, welche die Sozialisierungskommifsion zu erfüllen haben wird, an die Mitglieder der 1010 berufenen So- zialisierungskommiffion, die in zahlreichen Sitzungen sich Monate hindurch mit den Fragen einer Vergesellschaftung gewisser Industriezweige beschäftigt hat, deren sehr umfangreiche Arbeiten jedoch bis heute der Lesfentlichkeit leider noch nicht zugänglich gemacht worden sind. Soweit es sich bis jetzt übersehen läßt, werden die Mitglieder der alten SozialisierungSkommisfion bis auf einige wenige, wieder ihr Ami übernehmen. Obwohl eine Bestätigung der einzelnen Mitglieder der Kommission durch das Kabinett noch nicht erfolgt ist, läßt sich jedoch mit Wahrscheinlichkeit annehmen, daß man auch hervor- ragende Mitglieder des Handels und der Industrie zu den Sitzun- gen. der auS 30 Personen bestehenden SozialisierungSkommission, hinzuziehen wird. Wie verlautet, ist jedoch in den letzten Sitzungen der bisherigen Kommission beschlossen worden, als Vertreter der Unternehmer u.a. Karl Friedrich v.SiemenS, Melchior, Walter R a t h e n a u und Krämer hinzuzuziehen. Als Wissenschaftler dürste noch M. Weber berufen werde«. Weiterhin dürsten Professor' Lindemann, Oberpräsident Schwander und Adolf B r a u n° Nürnberg in die Kommission hineinkommen. Auch* die Gewerkschaften werden tme Anzahl Vertreter in diese Körperschaft entsenden. So werden von der GewerkschafilSkommission aller Wahrscheinlichkeit riach die Herren Cohn und W i s s e 1 1, von der Arbeitsgemein- schaft freier Angestelltenverbande Herr Kaufmann delegiert werden. Auch die Hirsch-Dunckerschen und Christlichen Verbände werden in der Sozialisrerungskommissivn vertreten sein, doch ist bis jetzt noch nicht bekannt, wer für diese Arbeiterverbändc erscheinen wird. In den nächsten Tagen wird die neue Sozioli- sierungskommission umer dem Vorsitz K a u t S k y s zusammentreten. Das Kabinett wird die Zusammensetzung der Soziali- sierungskommission dann zu bestätigen haben. Die Deckoffiziere in der Marine. Wie uns berichtet wird, ist die Mitteilung der..Deutschen Tageszeitung", nach der der Abge- ordnete Genosse S t ü ck l e n nn HauShstturgsansschuß für die Ab- fchaffung dos Deckoffizierskorps bei der künsrigen Marine einge- treten sei, falsch. Avs der Kieler Werft stehen Entlassungen nicht bevor. Schutz üer Parlamente. Ein Gesetz. Der Nationalversamnrlung ist ein vom ReichSrat bereits angenommener Gesetzentwurf zugegangen, wonach in noch zu bestim- menidem Umkreis der Parlam« ntsgebäude Bersammlungen unter freiem Himmel nicht ftattsinde-n dürfen. In der Begründung wird erklärt, die Ereignisse des 13. Jgnuar hätten gezeigt, daß das geltende Recht nicht ausreicht,, um diese Gebäude vor Ansammlungen zu schützen, die in ihrem Verlaufe zu Störungen der Arbeiten der Volksvertretungen führen können. Vor einer solchen Gefahr mutz die Vertretung des Volkes unter allen Umständen geschützt werden. Der Schutz gilt auch für Gebäudes die nur zeitweise zu Parlamentszwecken Verwendung finden. Eine Ausnähme kann z. B. die Ehrung eines verstorbenen Abgeordneten bilden. Die Entscheidung darüber liegt nach dem Entwürfe bei der Regierung und dem Präsidenten. Das Recht ausländischer Staaten schützt die Par- lamente in ähnlicher Weise, wie dieser Entwurf vorsieht. Vor den Toren des englischen ParlamentSgebäudeK ist eine Bersamni- hing von mehr als 50 Personen innerhalb einer englischen Meile verboten. Das französische Recht bestrast jeden, der einen Auflauf zum Zweck der Erörterung der Zusamimenstellung oder Ueberbring-ung einer Petition einer Erklärung oder eines Ausrufs an eine der beiden Kammern veranlaßt. protesiftreiks gegen Gntentewillkür. In Ost und West. Breslau, 17. April.(Eigener Dvahtbericht deS„Vorwärts".) Die rein wirtschaftliche Streikbewegung in Oppeln im der Zement- und Textilindustrie wurde beigelegt, ebenso die sür daS besetzte Oberschlesten im Gange beftndliche Generalstreikbewegung'der An- gestelltenver bän d e, letzterer durch Schiedsspruch des De- Mobilmachungskommissars. Infolge der Verfügung der interalliierten Kommission, dir die Einführung des BetriebSrätegesctzes für daS oberfchlesifchc Abstim- mnngsgcbiet verbietet, hat sich der gesamten Arveiterschast und.der Angestellten eine außerordentliche Erregung bemächtigt. Es besteht bei allen in Betracht kommenden Vevbänden die Absicht, durch eine gemeinsame Aktion, gegebenenfalls durch Eintritt in den General- streik die Zurücknahme dieser Verfügung durchzusetzen, die dem von der Entente diktierten Friedensvertrag inS Gesicht schlägt. Sonn- tag werden in Kattowitz, Königshütte, Hinidenburg, Gleiwitz, Ryb- ml, Ratibor Beuchen, Tarnowitz, Oppeln und Koeuzburg große Versammlungen stattfinden, die sich mit dieser Frage beschäftigen. Daß die Loge im besetzten Oberschlesien eine derartige Zu- spitzung erfahren hat, ist vor allem eine Folge der einseitig polen- freundlichen Politik des französischen General? Le Nond, der, selbst ganz unter dem Einfluß per Polen stehend, aus eine möglichst scharfe politische und wirtschaftliche Abschnürung des AbstimmirngZ- gebietS von Deutschland hingearbeitet hat. Die jetzt im Gange be- ftndliche Bewegung der Arbeiter- und Angestrlltenschaft ist zu mäch» tig, als daß sie sich mit Mitteln der Ueberrebung oder durch An- Wendung der Mittel des Belagerungszustandes beseitigen lassen könnte. Hoffentlich wird durch vernünftiges Nachgeben von feiten der Ententekommission ein friedlicher Ausgleich der jetzt gefährlich zugespitzten Gegensätze dock! noch möglich sein. Die Interalliiert� Kommission hat den Ausnahmezustand sür Oppeln ausgehoben. Auch der Streik der Arbeiterschaft in den Oppelner Betrieben kann al? vorläufig beendet angesehen werden, da die Interalliierte Kommission den verhasteten»ich mißhandelten Arbeitern Entschädigung und Entschuldigung zubilligte. In einer gemeinsamen Besprechung der politischen Parteien OberschlesienS wurde beschlossen, bei der I n t e r- alliierten Kommission die Wünsche und Beschwerden der Bevölkerung vorzutragen. Dem Beschluß schlössen sich alle Gewerk- schasten und politischen Parteien Oberschlesiens mit Ausnahme von zwei polnischen Berussorganisationen an. Das Amtsblatt der Interalliierten Kommission enthält eine Verordnung über die Einsetzung eines besonderen Gerichtshofes für Oberschlcsicn sür strafbare Handlungen jeder Art gegen die Einrichtunzen der Kommissare, Mitglieder, Beamten und Ange- stellten der interalliierten RegierungS- und Plebiszitkommission, gegen die Mtlitärpersonen der interalliierten Truppen, gegen die im Dienste der Regierungskommission stehenden interalliierten Polizeibeamten usw. Ebenso ist das Gericht zuständig bei straf- baren Handlungen, wenn dabei ein politischer, mit den gegenwär- hgen Einrichtungen OberschlesienS in Widerspruch stehender Zweck verfolgt wird. Der Sitz des Gerichtshofes ist in Oppeln. Die Sitzungen können nötigenfalls auch anderwärts stattfinden. Gegen die Verfahren und die Urteile des besonderen Gerichtshofes ist kein Rechtsmittel zulässig. »- - Nachstehendes Telegramm ist bei der Reichsregierung einge- gangen: Da Eupcn durch belgische Truppen hermetisch abgesperrt ist, kommen die Unterzeichneten über Wiesen, Waldwege und Moorland und melden: Der christliche Gewerkschasissekretär Pountzen ist in der Nacht vom 14. April verhaftet und nach Belgien entführt worden. Am 15. April fanden sich in Eupen 10 000 treudeutsche Männer und Frauen aus dem kleinen Kreise Eupen zu einem friedlichen Demonstrationszug zusammen und verlangten, ihr im Frieden?- vertrag Verbriestes Recht der Abstimmung auszuüben. Der Zug wurde von berittener Gendarmerie mit blanker Waffe und von Infanterie- und Miliiärpolizisten, die mit Gewehrkolben und Gummiknüppeln dreinschlagen, auseinandergetrieben. Nur die Besonnenheit der Führer und der Teilnehmer hat Blutvergießen verhindert. Das niaßloS gepeinigte Bolk fleht die deutsche Re- gierung an um Schutz gegen die belgische Tyrannei und den un- erhörten Bruch des Friedensvertrages durch Belgien. Die füh- renden Industriellen, JnnungSvorsttzenden, Gewerkschastssekre- täre, Arbeiterführer und Stadtverordneten stehen vor der Ber- hastung und werden offen mit Ausweisung bedroht. Die? ist die „freie" Abstimmung belgischer Leitung. Absender des Telegramms sind die Zentrumspartei, die Ge- werkschaften und der Verband der Eisenbahnarbeiter in Eupen. Maifeier-�ufruf üer C. G. T. Protest gegen die Besetzung deS Maingaues. Paris, 16. April. Wir daS GewerkschastSblatt„vataille" mitteilt, erläßt d«rAllgemrinrArbritrrverband(C. G. T.) zugunsten der M a i f r i e r eine» Appell an alle Arbeiter. Man feiere am 1. Mai, heißt eS in dem Manifest, für die sofortige Nationalisierung der öffentlichen Dienste und der Bodrnreichtümrr, für eine umfassende Amnestie, für daS gewerkschaftliche Recht der Beamten«ad für die so- fortige Wiederaufnahme der Beziehungen z« Rußland. Der Allgemeine Arbeiterverband veröffentlicht in drr„Vataille" ferner einen Protest gegen die Besetzung der Städte im Maingau durch französische Truppen, gegen koloniale Expeditione», wie beispielsweise nach Syrien, und für die so- sorstge Entlassung der JahreKklasse 101 8, tun der Welt zu beweisen, daß Frankreich den Frieden wolle. ES wird in de« Manifest ferner für Abrüstung in sämtliche» Ländern eingetreten._ Teuerung und Reichsfinanzen. Inmitten der politischen Bewegtheit der letzten Tage sind die wirtschaftlichen Vorgänge nicht in dem Maße gewürdigt worden, das ihrer Bedeutung entspricht. Während die Sorgen um einen neuen Putsch, der wiederum die Grundfesten der Wirtschaft er- schüttert hätte, die Politiker bedrängte, ballen sich am Horizont der Wirtschast neue Wolken zusammen. Es hat keinen Zweck, dar- über jetzt einfach zur Tagesordnung hinwegzugehen, um später von Wirkungen überrascht zu werden, deren Ursachen heute schon deutlich zu erkennen sind. Wir stehen, nachdem wir eine Teuerungswelle kaum überwunden haben, vor einem neuen, starken Anziehen aller Preise. Diese Teuerung nimmt ihren Ausgang von dem Reichshaus- halt, der nach den Mitteilungen des Reichsfinanzministers W i r t h außerordentliche Besorgnisse erweckt. Wird doch allein für die Eisenbahnen ein Defizit von 12 M i l l i a r- de n Mark erwartet, während die Post trotz der GebüHrener- h öh u ng um 900 Millionen zu wenig einbringt. Da ein be- trächtlicher Teil der Mehrausgaben des Reiches zur Verbilligung ausländischer Lebensmittel verbraucht und an eine weitere Aus- dehnung der Reichsschulden, die schon am 31., März 107 Milliarden betrugen, nicht zu denken ist, beschloß man, den inländischen Mehl- preis von Mai ab zu überhöhen, um den aus der Differenz zwi- schen Erzeuger- und Abgabepreis erzielten Betrag zu diesem Zweck heranzuziehen. Der Landwirt hat also von dieser Preiserhöhung keinen Vorteil. Die Verteuerung des Brotes soll nach den Berech- nungen der Reichsbehörden ILO M. betragen, während der— in diesem Falle zweifellos sachverständigere— Lebensmittelverband Groß-Berlin auf einen Brotpreis von über 4 M. kommt, gegen 2,65 M. bisher. Unbegreiflich ist, warum sich amtliche. Behörden noch immer zu einer K r i eg s p r e s s e a m t s p o l i t i k her- geben, die ihrer Würde sehr wenig förderlich ist. Jedenfalls �ist diese enorme Verteuerung der Lebenshaltung ohne schwere Rüa- Wirkung aus das gesamte Wirtschaftsleben nicht denkbar, da ein Steig n der Löhne und Gehälter und damit der gesamten Pro- duktionskosten unausweichlich ist. Diese Verteuerung wird aber noch bedeutend gesteigert durch eine andere Maßnahme, die Herr Wirth angekündigt hat: die E r- höhung der Kohlen st euer. Wahrscheinlich dürste nach den schon früher besprochenen Plänen der Reichsregierung eine Der- Koppelung des bisherigen Steuersatzes von 20 Proz. des Werk- Preises in Frage kommen. Wenn nun der Grundstoff der gesam- ten Industrie von Reichs wegen um ein Sechstel deS bisherigen Preises verteuert werden sollte, so werden die Folgen bis in? letzte Fertigfabrikat hinein zu spüren sein, das heißt: eine Der- teuerung aller Waren ist zu erwarten. Das weiß man natürlich in der Regierung auch. Das Bestreben, die ReichSauSgaben zu> mindern, wird aber durch diese Maßnahme geradezu durchkreuzt. Denn e? ist schließlich unmöglich, die ganzen Lasten dieser Ler- teuerung aus den Schultern der Arbeiter und Festbesoldeten hän- gen zu lassen und so entstehen wieder neue bedeutende Ausgaben. Es hat also den Anschein, als wollte man das Pferd beim Schwänze aufzäumen, indem man durch indirekt« Steuern dem Verbraucher neue Lasten auserlegt, um den Staatshaushalt zu balancieren. Dem ist jedoch nicht so. Offenbar— das beweisen d'e Preisbewegungen der letzten Zeit— erkennt die Regierung mehr und mehr, daß sie die Preisbewegung nicht aufhalten kann. Wir nähern uns immer mehr den Welimarkipreisen. Der Aufftieg der Valuta, den man bis in die letzte Woche hinein beobachten konnte, hat die Gefahr nahegerückt, daß wir in vielen Industriell Mwz- plötzlich über den Wellmarktpreisen stehen können, wenn die Va- luta sich bessert. So liegen bereits jetzt die Lederpreise über den Weltmarllpreisen, wodurch die Ledetinteressenten in arge Dedräng- nis gerieten. Häute- und Fellauktionen wurden unterbrochen und vertagt, weil die Preise rapide zu fallen drohten(was ja auch heute noch ein größeres Unglück ist, als wenn Kinder im Winter bar- suß lausen müssen!), die Schuhfabriken saßen mit einem Male aus ihrer aus teurerem Leder hergestellten Ware fest und konnten nicht verkaufen, hier und da verstand man sich in diesem Artikel— wie Übrigens vereinzelt auch bei Textilien und aus dem Tabakmarkt — zu Preisabschlägen. Was dar Lederindustrie heute passiert ist, kann anderen Industrien früher oder später auch passieren. Die Preisbildung im Inland kann bei einem Steigen der Valuta zur Ueberschreitung der Weltmarktpreise führen, und gerade der letzte Aufstieg, der die Kaufkraft des deutschen Geldes zeitweilig um volle 100 Proz. ihres letzten Tiesstandes erhöht hat, sseweist daS mit seltener Eindringlichkeit. Wenn nun die Preis- bewegung in der Kohlenindustrie, wo ja die Preiserhöhungen oft genug die Unterstützung der Arbeitnehmer fanden, einmal daS bewirken kann, so wird man es verstehen, daß die Regierung sich einen Anteil an dem Ertrag aus dem Grundstoff der Industrie sichern will ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen in an- deren Produktion sgebietcn, die sich doch nicht aushalten lassen, nur daß sonst eben die Unternehmer allein den Vorteil haben. Das be- sonders auch deshalb, weil die Kohlenstvuer schon heute Aussichten aus hohe Erträge liefert, die sich selbst in einem Milliardenetat wie den d«S Deutschen Reiches sehen lassen können. Man wird also um diese Gründe nicht herumkommen, mag man der allgemeinen Teuerung noch so besorgt entgegensehen. Man darf sich aber keinen Zweifeln darüber hingeben, daß auch diese indirekten Steuern die Finanznot nicht voll beheben werden. Die Notenpresse arbeitet weiter in fieberhaftem Tempo. Der. Umlauf an Reichsbanknoten und Darlehnskassenscheinen hat sichV in der ersten Aprilwoche um 667,5 Millionen Mark vermehrt, wäh- v rend in anderen Jahren der Zahllingsmittelbedars nach den Ouar- talsterminen immer viel geringer war. Daß diese sortgesetzte Geldausblähung das Preisniveau weiter hebt, ist hier oft genug gesagt worden. Eine Begleiterscheinung der Teuerung, die selten beachtet wird, ist die, daß mit der Erhöhung der LebenshallungSkosten und der daraus folgenden Steigerung der Nominallöhne die Arbeiter und Festbesoldeten mehr und mehr in diejenigen Einkommen?- steuerklassen hineingedrängt werden, wo der Staat immer ener- gischer zupackt. Aus diese Weise wird der Prozentanteil des Exi- stenzminimums, das der Staat für sich in Anspruch nimmt, immer größer. Arbeiter und Festbesoldete werden dazu gezwungen, sich zugunsten der Staatskasse einzuschränken. Wie aber packt der Staat bei denjenigen Ständen zu, die durch„doppelle" Duchsüh- rung oder durch andere Umgehungen der Einkommenskontrolle sich ebenso elegant zu drücken wissen, wie st« sonst auftreten? Im Händlertum ernährt die Gesellschaft Millionen von Existenzen, die volkswirtschaftlich überflüssig und steuerlich nicht oder nur teilweise erfaßbar sind. Eine Verkürzung des Wege?, eine Minderung der Hände, die die Ware vorn Erzeuger bis zum Verbraucher durchläuft, würde nicht nur die Nachfrage nach Um- lausSgeld einschränken, das heute fieberhaft von Hand zu Hand geht, sie würde auch ohne weitere Belastung der Verbraucher eine erhöhte, strenger erfaßbare Stcuerkraft erzielen. Der Finanz- minister Wirth hat sehr zutreffend festgestellt, daß eine Rettung nur möglich sei, wenn Finanzpolitik und Wirtschaftspolitik mit- einander in Einklang gebracht werden. Hier ist des Pudels Kern. Mutzte eS sein, �>aß die mit Reichsmitteln verbilligte Produktion fast ein Jahr hindurch zu einem beträchtlichen Teile inS Ausland ging, ohne daß der Exporteur die vom Reich aufgewandten Mittet durch Aussuhrabgaben zurückerstattete?— Organisation und Ra- tionalssierung der gesamten Wirtschast allein vermögen dem Volk« auch die finanzielle, Leistungsfähigkeil zurückzugeben, deren es be- dgrf, um die erdrückende Last der Schulde» und der FriedenSbe- dmyuingen zu tragen! GZWesMQfisbewegurlg Die verhanölungen über Sie neuen TarifverhältnUe See Gemeinöeorbeiter Groß-öerlins fanden am Freitag im Berliner Rathaus vor dem gemeindlichen ZentrallauSschuf', statt.?a eine Einigung der Parteien nicht zu- stände kam. fällte der Ieniralauvschust nachstehenden Schiedsspruch: Die Löhne werden wie folgt festgelegt: A. Männliche Arbeitskräste: 1. Ungelernte Arbeiter..... 8,80 M. nach 1 Jahr 3,00 M. 2. Angelernte Albeiter..... 3,00,„ 1,, S. Handwerker........ 4.l0,„ 1„ 4,20, 4. Jugendliche........ 2,— bis 2,80 M. B. Weibliche Arbeitskräfte: 1. Ungelernte Arbeiterinnen... 2,70 M. nach 1 Jahr 2,80 M. 2. Angelernte Arbeilerinnen... 2,30,„ 1. 2,90, 3. Angelernte mit besond. Verantw, 2,00». 1» 8,—. 4. Jugendliche........ 1,80 bis 2,60 M. Neben diesen Lohnsätzen bleiben die bisherigen laufenden Wirt- fchaftsbeihilsen von monatlich 60,— M. sür Jugendliche, 76,— M. für Ledige und 90.— M, für Verheiratete weiter besteben. Die Kinderbeihilfe wird von 20,— M, auf 35,— M. monatlich erhöhl. Das Wocheneinkummen der Gemeindearbeiter schwankt nach dieser Entscheidung zwischen zirka 200,— M. Anfangslohn bei Un- gelernten bis zirka 252,— M. für verheiratete Handwerker mit drei Kindern. Bei den Arbeiterinnen von 147,— M. bis zirka 200,— M. pro Woche. Das Gesamtergebnis der Verhandlungen gegenüber dem Stande vom 31. März d. I. beträgt se nach dem Familien» stände zirka 58,— M. bis 70.— M. pro Woche. Bei den weiblichen Arbeiterinnen 48,— M. bis 50,— M. Der Schiedsspruch bleibt ungefähr um 30 bis 50 Pf. pro Stunde unter den von den Arbeitern aufgestellten Forderungen. Die Parteien haben innerhalb 14 Taxen ihre Erklärung zu dem Schiedsspruch abzugeben. Die Entschetdung der Arbeiter wird durch Urabstimmung herbeigeführt werden. Der Kampf im Sastwietsgewerbe. Der von Anfang an mit großem Nachdruck geführte Streik im Gastwirtsgewerbe nimmt für die Angestellten einen günstigen Verlauf. Wie das Stratzcnbild zeigt, haben bereits eine ganze Reihe von Betrieben die Forderungen bewilligt. so daß sich in denselben, darunter auch großen Hotels und Restaurants, kaum eine Stockung bemerkbar macht. Wie be° richtet wird, haben sich ferner verschiedene Weinrestaurants, besonders im Westen, Dielen und Festsaalbctriebe mit den Angestelltenorganisationen geeinigt. Auch die Ratskeller in, Schöneberg und Neukölln sind geöffnet. Die Streikenden sind daher von siegesfroher Hoffnung beseelt. Beilegung öer Differenzen in öer Knorrbremfe. Der Arbeiterrat ersucht alle in der Knorrbremfe be- schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, am Montag früh sich zur Wiederaufnahme der Arbeit zu melden. Die gepflogenen Verhandlungen vor dem Demobil- machungskomniisiar haben mit einem Ausgleich der Streitsragen geendet. « Wie wir einer Korrespondenz antnehincn, führte» die Be- fffrechungen zu dem ErgebrnS, daß die anwesenden Bevtreter der Arbeiterschaft im Namen der gesamten Belegschaft die Erklärung zu Protokoll gaben, daß sie die Uebergriffe vom 15. April bedauern und das Versprechen abgaben, alles, was in ihren Kräften steht, zu tun, um ähnliche Vorkommnisse künftig zu vermeiden. Die von der Tireftion der Knorrbremfe in der Zwangslage abgegebene Er- klärung vom 13. April wird als nichtig anerkannt und daS hierüber ausgefertigte Schriftstück wird der Direktion zurückgegeben. Die Direktion gab ihrerseits die Erklärung ab, daß der Betrieb am 19. April wieder aufgenommen wird. Danach verbleibt es also mich für die Arbeiterschaft der Änorrbremse bei den zwischen dem Der- Hand Berliner MetallindustrieÜer und dem Metallarbeiterverband getroffenen Tarifabkommen. Lohndifferenzen der Mühlenarbeiter Grost-BerlinS. Trotz der soriwäyrend steigenden Teuerung aller Lebensmittel- und Bedarisarnkel müssen die Arbeiier um jede ihnen zu gewährende Lohnerböhung einen nähen Kampf führen. In den Mühlen werden zurzeit Löhne berahlt, die weit unier dem stehen, was zum Einkauf deS Notwendigsten erforderlich ist. Einen im Februar vor bun Schkichtiingsausfchuß Sroß-Perstü gefallen Schiedsspruch lebnien die Mühlenarbeiter ab. Durch ArbenSniederlegung sahen die Unternehmer sich gezwungen, zu den vor dem SchlichmngSausschuß zuerkannren Löhnen 10 M. wöchentlich zuzulegen. Vereinbart wurde dabei weiter, daß, sobald die mit der Reichs- getreidestelle schwebende Verhandlung der Unternehmer betr. E>- höhung der Mahllöhne beendet ist, erneut über die Lohnfrage mit den Arbciterorganiialionen' verhandell werden sollte. Das letztere ist nun geschehen. Die Unternehmer erklären, daß sie nicht in der Lage sind, nach den ihnen von der Reichsgetreide- stelle zugrnndegelegten Mahllöhnen weitere Zugeständnisse zu machen. Sollte eine Schlichinngsinitanz anderer Meinung sein, würden sie sich deren Urleil unterwerfen. Die Lohnkommission be- auslrogie die Organisation des Brauerei- und Mühlenarbeiter- Verbandes, zwecks Fällung eines Schiedsspruches sich an den SchlichtungSausschltß Groß-Berlin zu wenden. Gegen die Zersplitterung der Organisation. Einige Renegaten des ZentralverbandeS der Angestellten Laben den Versuch unternommen, den durch die Verschmelzung mit dem Zentra'.verbond beseitigten früheren Versicherungsangestelllen-Ber- band von neuem ins Leben zu rufen. Sie biellen vor einigen Tagen«ine öffentliche Versammlung im Schnliheiß, Haienheide, ab und Kotten sich drei Referenten verschrieben. Sie täuschrcu den An- gestellten vor, noch radilaler zu sein, als der Z. d. A. und dabei politisch neutrale Arbeit leisten zu wollen. Der neue Verband finanziert sich zunächst wahrscheinlich aus Mitteln, die die früheren Führer des alten Verbände? der deutsche» Versicherungsbeamien bei der Verschmelzung abzuliefern vergessen haben. Aus allen drei Referaten konnte niemand entnehmen, wie diese neuen Gründer den Absichten der Arbeitgeber gegenüber bei kommenden Lohnkämpteu zu verfahren gedenken. Man wehrte sich zwar stark gegen die Be- Zeichnung„gelb", trotzdem steht in einem Falle fest, daß Vertrauens- leute des neugegründeten Verbandes im Brieswechiel mit Direktoren kaufende Berichte über da§ Orgauisationsverhälmis der Angestellten geben. Die Vertreter des Zentralverbandes der Angestellten vertraten den Gedanken der frelgewertichafrlichen zcnlralisnich aufgebaulen Embeitsorganiiatio». Sie wiesen darauf hin. daß die Zersplitterung der Anzestellren in einer Reihe von Organisationen die Schlagkraft derselben gerade bei Lohnbewegungen schwächt und daß jede Grün- dung einer neuen Organisation geradezu Verrat an den Interessen der Angestellten sei. Die Veriammelien nahmen dann auch gegen wenige Stimmen eine Resolution an. in der die Empörung über die Absichten der Zersplitterung zum Ausdruck kommt und in welcher gesagt wird, daß die alleinberufene Interessenvertretung der Ver- sichcrungsangeftellleu nur im Zentralverband der An- g e st e l l t e n anerkannt wird. Wir warneu alle Versicheruiigsangesiellien. sich durch irgend- welche Lockrufs oder billigere Mitgliedsbeiträge-infangen zu lassen. Kaffe« boten Glend. Im Januar d. I. wurden die Lahn- und ArbeitsverhAInisse der KassenSsten und Bureaudiener im Berliner Eisenhandel tariflich geregelt. Alle Arbeitgeber der Branche erkannten die Notlage der! genannten Angestellten an. nur die Firma P. BrünninghauS! Nach»., Gr. Frankfurter Str. 118. bildet eine unrühmliche Aus- nähme. Port ist ein Kasscnkwts seit 24 Jahren tätig, hat seine\ Pflicht und Schuldigkeit in Wind und Weiter getan und erhalt den fürstlichen Lohn van 3 0 0 M. pro M o n a t. Er erhob nun mit Recht Anspruch auf den Tariflohn, jedoch bekam er ihn nicht. Tie Firma hielt den langjährigen Angestellten nicht mehr für vollwertig und machte aus diesem Grunde allerhand Schwierigkeiten. Die Organisation, der Deutsche Transportarbeiterverband, versuchte ver- mitlel.rd einzugreifen und erhielt folgenden Descheid: „Wir haben den Kassenboten nur aus Mitleid behalten. Seine Arbeiteu wurden während eines sechswöchigen Fehlens von zwei Lehrmädchen gemacht. WennwirdenselbenLOJabre behalten haben, k» gebührt uns dafür eigentlich eine Prämie; es darf ihm etwa nidtf als Anerkennung für genügende Leistungen anerkannt werden; denn er iit rwaffras bequem und zeigt keine Spur von Interesse an promvter Erledigung seiner Arbeiten oder gar für das Geschäft. Wenn er heute ginge, wür- den wir seine Stelle nicht wieder besetzen, so überflüssig ist er ge- worden. Wir Litten Sie, den AngestelltenauSschuh zu hören, dessen Ansicht über ihn sich mit der unsrigen deckt und der durchaus dq- mit emverftanden ist, daß wir denselben entlassen. In Anbetracht der jetzigen Verhältnisse wollen wir dies vorläufig nicht tun. Seinen Anspruch auf Erhöhung seiner Bezüge lehnen wir ab. Hochachtend P. Brünninghaus Nachf." Ter betr. Kaffenbote versichert uns, daß er infolge der überaus miseraulen Entlohnung seine geringen Ersparnisse ausgebraucht bat und daß er nich: weiß, wie er mit den 300 M. Monatslohn bei den jetzigen teuren Zeiten auskommen soll. Gekennzeichnet werden muß aber auch das Verhalte u o e S A n g s st e k I i- n a u s s ch u i s e s der Firma. Derselbe zeigt wenig Verständnis für die Ausgaben, die er zu erfüllen hat. Bon sozialem Empfinden keine Spar; anstatt den Arbeitgeber darauf hinzu- weisen, daß tarifliche Bestimmungen, die für die ganze Branche geschaffen, auch von allen Arbeitgebern ohne Ausnahme einzuhalten sind, spielt er sich als Schirmherr des Geldbeutels des betreffen oen ffnternchmers auf. Firma und Angestelltenausschuß sind in diesem Falle gleichwertig und verdienen, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden. Der Generalstreik als unverschulvetes Unglück. Zu der in Nr. 194 des„Vorwärts� unter obiger Uebericbrift veröffentlickiten Roliz sendet uns der in ihr genannte Herr Beck- mann eine Bericbtigung, worin er die an dqs Rundschreiben ge- knüpften Bemerkungen als unwahr bezeichnet. Der Gewerlfchasisbnnd der Angestelllen habe nur deshalb an der NaÄtsstzung teilgenommen. Weil durch die Forderung einer cm- icheidenden Mitwirkung der Gewcrlschaiten bei der Neuordniing der Verhältnisse allgemeine Arbeitnebmeiinteressen berührt wurden. Herr Beckmann habe grundsätzlich die Auffassung vemeien, daß kein Siaalsbürger jür die Wahrnehmung seiner Staatsbürger- pflichten besondere Belohnung beanspruchen dürfe. Dos geforderte vesondere Mitbestimmungsrecht der Gewerkschaften in staatspolili- ickien Angelegenheiten sei daher unvereinbar mit der demokraliichen Reichsversassung. Dagegen müsse allen Gewerkichaiiei* ohne Nück- sichi aus Srreikbeteilignng ein entscheidendes Mitbestimmungsrecht in Wirtschaftsfraqen(WirtschaftSparlament) gewährt werden. Auch habe der GDA den Streik nicht deshalb als unver- schuldetcs Unglück bezeichnet, weil er nicht an der„Ernte des Generalstreiks" beteiligt war. sondern weil ihm bekannt war. daß die Arbeitgeberveibände auch den Angestellten, die nicht gestreikt hatten, aber wegen äußerer Hindernisse ihre Tätigkeit nicht aus- üben kontzien, GehaltSabiüge machen wollten. Durch die obige Richtigstellung wird die Haltung deS GeWerk- schaflsbundes zum Generalstreik durchaus nicht einwandfreier. Die Firma C. u. A. Brenninkmeyer, Königsir. 33, ersucht un- unter Bezugnahme auf die tu Nr. 192 des„BorwärtS" veröffeni- lichte Sperrnoliz des Verbandes der Schneider. Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands um die Feststellung, daß cS sich nickt um einen gegen die Firma verhängten Boykott, sondern nur um eine ArbertSiperre handelt. Die Leser des„Vorwärts" werden die fragliche Notiz auch nicht anders aufgefaßt haben, denn es ist ja in ihr nur von einer Sperre der Arbeilnehmer die Rede. Tie Verbängung des Boykotts wäre auch nicht Sache einer ein- zelnen Bmiisornomialion, sondern nach altem Herkommen der Partei- und Gewerkschaftsinstanzen. Deutscher TranSportarSeiter- Vervand. Sekklon k, Veilin. Handelsbilisar beiter und Arbsiterinnen aus der Tcxtilbranche. Montag. An tS). April, abends 6 Um, im Köniy- stadt-Kaimo. Holzmarltftr. 12. ei Alcxanderitraße, nahe Älexanderplatz: Branchenversammlung. HandelSbiliSarbeiter und Arbelterinnen aus der Branche der E ii g r o Z! o n' e k t i o ii und Bekleidungsindustrie. Dn.nS- taa, dcn 20. April, abends t> Uhr, im Königstadt-Katino. Holzmartifw. 72, Ecke SUexaiidertlratze: Branchenoerlammlung. Handelshilfiarbeite-r und Arbeiterinnen aus allen Betrieben der Leder- und Leder warenb rauche kHandel und Industrie, Donnerstag, dcn 22. April, abends Vpr, in Zockers Fcstsälen. Debex- straße 17( großer Saals: Branchcnveisammlung. Tagesordnung in allen Vertaminlungen i 1. Stand unierer Lohnbewegung und Belchlußiassung. 2. Bericht von der örtlichen Ieneralverkammlunz. 3. Branchenangelegeii- beiteii. Branche Einzelhandel. DienStaq. dcn 20. April, abends 71/. Uhr. in de» Zemral-Festmlen. Alte �akabltr. 32. Tagesordnung: L Beirchl über den Stand unserer Lohnbewegung und unlere Forderung tiir. dcn 6 Uhr- Ladcnichluz. 2. Bericht von der Handclsh-lssarbeiler- Äonsercnz. 3. Die Vcrbcmdlnngen vor dem Reich sarbensministerium betr.- Bezahlung der Jrrcittage. Z u.'ralvcrband der Angestellten. Achtung! Fachgruppe 2 sMagistratS Hillsangestellte). Der BetricbsrätekursnS im Ver- bandSdmcaü fällt wegen der Detegiertenveilaminlung am Montag, dcn IS. April aus. Nächster Kurkus bcainnt am Man lag. den 2S. April lürO. Fachgruppe 10(Sektion Buchdriickerei- und Buchbinder eiangestellte)/ iigliederversammlung am Mvmag, Beibandsburean, Belle-Alliance-Str. limgenp "Angestellte der chemikckie» 20. d. zii., findet in Kiiems Fcstsälen. deir IS,'April. abendS 0,8 Uhr, im 7—10(Bericht über Tarifv'.rhand- Jnduftrie. Am Dienstag, d-n Hajenheide IS. eine öffentliche Der- sammlung statt. Legmn deilelben punlr 7 Uhr. Thema:„Bericht über das Angebot der Arbeitgeber." ArbeitSgemcinschast sretcr Angestellten- verbände. OrtSsekretäriat. Tenticher BSerkmctfter-Berband. Fachgruppe?. Text:!-- i n d u st r i e. Beilammlung DtenSlag, den' 20. ilpril, nachm. Stz, Uhr, im Rathauskeller. Berlin. Bund der lechiiiiche« Angestellte« und Beamten. Vertrauens- männerversammlung am Montag, den lS. April, abends 7 Uhr,!M>»- Börseniaal der illtuftlersestsäle, Kailer-DUHclm-Str. Zt. Dcraistiv. kllr den rcdaklitm. Seil; Art« gicktec. Thorlottenburq: für Anzeigen: Th. Stocke, Berlin. Verlag: Vorwärls-Derlag S, m. b. Berlin. Druck: Bor- wärts-Buchdruckere! u. Verlaasanktolt Baut Singer u. Co. Berlin. Lindenstr. Z. Hierzu 3 BrUagru. f A WIE Damen-Kleider. ./ � Mäntel, Kostüme Seidenkleid, reich •gestickt...... 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